Occulta-Antiquariats-Katalog 13.1 Heinrich Tränker

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Versandantiquariat Hans-Jürgen Lange. -
Unser dreizehnter Antiquariatskatalog okkulter, grenzwissenschaftlicher, phantastischer Bücher ("Alchemie bis Zauberei").
Vorliegend der erste Teil, welcher nur Bücher aus der Sammlung des Pansophen Heinrich Tränker enthält. Der zweite Teil über Alchemie findet sich in einer separaten Datei.
Gern können Sie über *www.antiquariatlange.de* anfragen, um den jeweils aktuellen Katalog kostenlos per Post zu erhalten.

Religionen der Welt.“ 4 Die Konfession spielte für die Mitgliedschaft in der Pansophie

keine Rolle, Atheisten aber lehnte Tränker als Schüler ab.

Bei den empfohlen Philosophen, deren Bücher in seiner eigenen Sammlung

entsprechend vertreten sind, verweist er auf Kant, Fichte, Schelling, Hegel, Oken,

Schopenhauer, Nietzsche und besonders Karl Christian Friedrich Krause.

Unter den weiteren Büchern, die Tränker explizit nennt, befinden sich u.a. natürlich die

Werke von Johann Amos Comenius (1592–1670), der den Begriff „Pansophie“

begründet hat, daneben die Predigten von Johannes Tauler, die Werke Johann Baptist

Kernig, der Rosenkreuzer-Roman „Zanoni“ von Eduard Bulwer Lytton oder „Die Praxis

der alten türkischen Freimaurerei“ von Rudolf Freiherr von Sebottendorf.

Im Sommer 1923 bekam Tränker, wahrscheinlich durch eine Bestellung des gerade

erschienenen ersten Bandes der Pansophia Reihe, 5 Kontakt zu Frater Achad (d.i.

Charles Robert Stansfeld Jones, 1886-1950), der als „magischer Sohn“ von Aleister

Crowley gilt. Beide waren Mitglied im O.T.O. und hatten zu dieser Zeit den X° inne. Über

den amerikanischen Logenbruder Achad ergingen mehrere Einladungen Tränkers an

Aleister Crowley, ihn doch in Thüringen zu besuchen. Crowley, der ebenfalls den X°

besaß, nahm 1925 die Einladung schließlich an.

Er wollte in der Nachfolge von Theodor Reuss die nunmehr unbesetzte Führungsposition

des internationalen O.T.O. übernehmen und hoffte, dass die Deutschen ihn dabei

weitreichend unterstützen würden. Tränker, der im Vorfeld noch verkündete hatte, er

könne für das „Große Werk“ in 48 Stunden 100 000 Mark beschaffen, machte, nachdem

er Crowley und sein Gefolge 35 Tage lang beköstigt und beherbergt hatte, einen

Rückzieher. Hinzu kommt, dass Tränker erst wenige Tage vor dem Besuch die extra

angefertigte Übersetzung des „Liber Al Vel Legis“ von Crowley gelesen hatte und von

der dämonischen Besessenheit der beiden letzten Teile entsetzt war. 6

So scheiterten Crowsleys finanzielle Forderungen und seine Weltheilandspläne in

„Hohenölsen“ bzw. bei dieser sogenannten „Weida-Konferenz“. Was in weiterer Folge

dazu führte, dass die Berliner pansophische Loge zerriss und Eugen Grosche alias

Gregor A. Gregorius (ca. 1888-1964) mit einem großen Teil ihrer Schüler 1926 die

magisch-okkulte Loge „Fraternitas Saturni“ ins Leben rief, welche – wie der O.T.O. - das

thelemitische Gesetz ("Tue, was du willst") von Aleister Crowley übernahm.

Tränkers Pansophie bestand und entwickelte sich nichtsdestotrotz weiter, neben

verschiedenen deutschen Logen gab es bzw. entwickelten sich auch Ableger in Wien,

Amerika und sogar eine kleine Gruppe in Shanghai.

Zum weitgehenden Erliegen der „pansophischen Arbeit“ kam es erst mit der

Machtergreifung der Nationalsozialisten bzw. im Verlauf des Weltkrieges. Danach

versuche Tränker die Bewegung wieder aufzubauen und fand einen begeisterten

Anhänger in Walter Studinski alias Waltharius (1905-1995). Doch Tränker war

mittlerweile alt geworden, schließlich an Demenz erkrankt starb er am 22.5.1956 in

Berlin. Als noch weitere Protagonisten verstarben, ging mit ihnen auch die Pansophische

Bewegung zu Ende.

4 (Tränker) - Allgemeine ERSTE Instruktion der pansophischen Schule. Unterstufe I-III. 25.7.1924, S.7.

5

Tränker, Heinrich (Hrsg.): Die Pansophie der hermetischen Bruderschaft vom Rosenkreuz, die

besonderen Aufgaben ihrer Helferseelen und mystischen Grundlagen in Ewigkeit und Zeit. München, Otto

Wilhelm Barth Verlag, [1923].

6 Darstellung von Karl Germer. In: König – Noch mehr Materialien zum O.T.O. (2000), S.131.

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