FINDORFF Magazin | März-April 2018

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EDITORIAL

Liebe Findorfferinnen,

liebe Findorffer,

parkenden Autos gesehen werden. Sie müssen

sich bemerkbar machen. Die meisten Autofahrer

halten an und lassen die Kinder passieren.

Die Kinder bedanken sich für diese Geste und

laufen los.

Die fif-Kinder „verschwinden“ auf diese Art

und Weise, gemeinsam mit vielen andern Kindern,

die in Findorff wohnen, auf das umzäunte

Areal, dass wir Spielplatz nennen. Aber der öffentliche

Raum – also die Straße, die Parkplätze

und ein Teil der Bürgersteige – steht den Kindern

als Spielraum nicht zur Verfügung. Selbst

die Plätze, die gerade nicht von einem parkenden

Auto beansprucht werden, halten wir für

Autos frei. Übrigens, ein Fahrzeug, das privat

genutzt wird, steht durchschnittlich 23 Stunden

am Tag rum.

Ulrike Schönig

Geschäftsführerin des Vereins

Familien in Findorff e. V.

„Spielende Kinder – oder:

Wem gehört der öffentliche Raum?“

Wenn sich die fif-Kinder aus der Herbststraße

morgens nach dem Kita-Frühstück auf den Weg

zum Spielplatz begeben, heißt es: aufpassen!

Schließlich müssen die Kleinen zwei Straßen

überqueren, bis sie den Spielplatz in der Herbststraße

erreicht haben.

Gemeinsam mit den Erzieherinnen gehen die

Kinder in Zweierreihen bis zur ersten Straßenecke.

Dort bleiben sie stehen und warten, bis

die Erzieherinnen das Prozedere einleiten:

„Wir schauen nach links, wir schauen nach

rechts, wir schauen wieder nach links, Arme

hoch, Schulterblick, kommt kein Auto... und

rüber.“

Auf diese Weise überqueren die Kinder zwei

Straßen, bis sie beim Spielplatz Herbststraße angekommen

sind. Den Arm heben die Kinder,

damit sie von den Autofahrern zwischen den

Es besteht unter den Findorfferinnen und Findorffern

eine große Einigkeit darüber, dass es

im Stadtteil zu wenig Spielfläche für Kinder

gibt. Herzaubern kann man die Fläche sicher

nicht, aber vorhandene Flächen könnten umgewidmet

werden, z. B. durch ein absolutes

Halteverbot vor den Kitas, vor dem Hort und in

dem Teil der Lohmannstraße, der zur Schule

Admiralstraße führt. Platz zum Parken finden

die Anwohner und Anwohnerinnen der Herbststraße

und der Lohmannstraße auf dem Findorffer

Marktplatz. Dies könnte ein Beitrag

sein, den Kindern einen Teil des öffentlichen

Raums zurückzugeben und die Lebensqualität

im Quartier zu verbessern.

Einige Autofahrerinnen und Autofahrer müssten

dann allerdings einige Minuten von ihrem

Auto bis zu ihrer Wohnungstür zu Fuß gehen.

Ihre

Ulrike Schöning

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