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Berner Kulturagenda 2018 N°10

Berner Kulturagenda 2018

DO 15. – MI 21.3.2018 N°10 / www.bka.ch Seite 3 «Urknall» im Visavis Barbara Hutzenlaub im Theater am Käfigturm Pegelstand von Manuel C. Widmer Seiten 4 bis 11 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 12 Museumsnacht Bern «Verweile doch ...» am TOBS Dampfzentrale: Carla dal Forno #nomad #challenge #roads #epic www.fiff.ch #fiff18 Inserat Green Days by the River / Michael Mooleedhar Die Welt durchstreifen Am Festival International de Films de Fribourg ( FIFF) läuft mit «Green Days by the River» (Bild) zum ersten Mal ein Beitrag aus Trinidad und Tobago. Zwei Spezialsektionen des Festivals führen zudem nach Brasilien und in die Mongolei. 3 Anders Stoos Kulturtipps von J.J. Flueck Groove-Soul-Funk der wilderen Sorte erfinden der Sänger und Drummer J.J. Flueck, der Gitarrist Sam Siegenthaler und der Bassist P. Kaeser von The Next Movement. An der Plattentaufe im Rössli in der Reitschule insistieren sie: «I wanna see you move» (Do., 15.3., 21 Uhr). Machen Sie den ersten Satz: Früher war nicht alles besser. Und was soll der letzte sein? Vinyl und Tape tönen besser als CD und die CD tönt besser als die meisten MP3s. Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. Am Fr., 16.3., ans Konzert von Thaïs Diarra im Le Singe in Biel (21 Uhr). Ich habe mit ihr vor Jahren mal einen Track gemacht. Ihre Stimme ist unglaublich und das Le Singe einfach geil. 2. Am Sa., 17.3., an den Tourabschluss von Baze im ISC (21.30 Uhr). Ein grossartiges Unikum, dieser Baze, und seine Band ist Weltklasse. 3. Am So., 18.3., mit meinen Kindern ins Offene Atelier des Kindermuseums Creaviva im Zentrum Paul Klee (12 Uhr). Ich finde es eine coole Idee, sie mit Farben, Formen und Eigeninitiative Kunst erfahren zu lassen. Nachts am Busbahnhof «The Thread That Keeps Us» heisst das neue Album von Calexico. Darauf widerspiegelt sich die Verliebtheit in die wilde Natur. Die siebenköpfige Band aus Arizona spielt im Fri-Son. «Unsere Liebe für die Erde, unser Zuhause und die Zukunft unserer Kinder rückte in den Mittelpunkt und gab uns die Inspiration und den Wunsch, etwas Positives, Schönes und Lebensbejahendes zurückzugeben» schreibt Joey Burns, Sänger und Gitarrist von Calexico, auf der Band-Webseite über die Entstehung ihres neunten Albums «The Thread That Keeps Us». Burns und John Convertino haben die Americana-Band 1996 gegründet. Entstanden ist die neue Platte in einem selbstgebauten Studio an der nordkali fornischen Küste, fernab der Zivilisation. Diese Atmosphäre und die Faszination für die wilde Schönheit der Natur ist in den Songs zu spüren – galoppierende Rhythmen, die wie die Landschaft zwischen düster und lieblich, wild und gebändigt oszillieren, dominieren auf dem Album. John Convertino und Joey Burns loten seit den 90er-Jahren die Weite Amerikas mit ihrer Musik aus. «Meer des Chaos» Eines der faszinierendsten neuen Stücke ist «Thrown to the Wild». Düster und poetisch wirft das Lied einen Blick auf einen nächtlichen Busbahnhof in der Innenstadt. Schläfrige Rhythmen in atmosphärischen Nebel gehüllt, vermitteln ein Gefühl der Trostlosigkeit. Summende Harmonien, ausladende Gitarrenriffs und das melancholische Trompetenspiel von Jacob Valenzuela sind hypnotisch und mitreissend. Über die Textzeile «Home is waiting like a motherless child / From the chaos we’re thrown to the wild» schreibt Burns: «Wir wollten, dass der zweite Teil des Lieds ein Meer des Chaos öffnet. Manchmal kann Chaos eine gute Sache sein.» Lula Pergoletti Fri-Son, Freiburg Sa., 17.3., 20.30 Uhr www.fri-son.ch Jairo Zavala Ruiz Kopfstand Von einem, der auszog, seinen Verstand wieder zu finden: Die Junge Bühne Bern bringt Georg Büchners wundersame Erzählung «Lenz» auf die Bühne. «Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nichts am Weg, bald auf-, bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, dass er nicht auf dem Kopf gehn konnte.» Schon in den ersten Sätzen von Georg Büchners Erzählung «Lenz» wird tief eingetaucht in die Gedankenwelt des eigensinnigen und faszinierenden Protagonisten. Die Theatergruppe U26 der Jungen Bühne Bern bringt den Text frei interpretiert unter der Regie von Christoph Hebing und Marcel Leemann auf die Bühne. Dabei fragen sich die jungen Spielerinnen und Spieler: Was ist schon normal? Büchner schrieb die 1839 erstmals veröffentlichte Novelle basierend auf Notizen über eine Reise ins Elsass, die der Sturm-und-Drang-Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz unternahm. Lenz litt an paranoider Schizophrenie und erhoffte sich Heilung vom Besuch bei einem Pfarrer. Büchner gelingt es meisterhaft und in einer unglaublich modernen Sprache, den Geisteszustand der Hauptfigur zu beschreiben. «Als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm» – der Text liest sich wie im Fieberwahn. Sarah Sartorius Brückenpfeiler, Bern Premiere: Do., 15.3., 20 Uhr Vorstellungen bis Sa., 17.3. www.junge-buehne-bern.ch