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"A Tavola" Ausgabe 6 Ligurien

Geschichten über Ligurien und die ligurische Küche.

Geschichten über Ligurien und die ligurische Küche.

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A TAVOLA<br />

GESCHICHTEN ÜBER ITALIEN UND SEINE KÜCHE<br />

M Ä R Z<br />

2 0 1 8<br />

006 LIGURIEN<br />

S P<br />

I T<br />

E C<br />

A<br />

I A<br />

L I<br />

L I<br />

A N<br />

T I<br />

E S<br />

Die Ligurier kochen gerne<br />

ihr eigenes Süppchen<br />

Pesto-Weltmeisterschaft<br />

DER BESTE PESTO DER WELT<br />

IST IMPROVISIERT<br />

Frantoio<br />

Bianco<br />

DIE EHRLICHE ART EIN<br />

PRODUKT ZU SCHAFFEN<br />

Sergio Pirlo<br />

FÜR KEKSE GAB SERGIO<br />

SEINE MÖBEL AUF


A TAVOLA<br />

MÄRZ 2018<br />

Inhalt<br />

Zibibbo<br />

Genussbox.<br />

So geht’s.<br />

“Zibibbo bringt jeden Monat eine italienische Region in Ihre Küche:<br />

kompakt in der Box, mit Produkten direkt vom Bauern<br />

und von kleinen Herstellern.<br />

”<br />

Jede Region schmeckt anders.<br />

Lassen Sie uns mal machen. Jeden<br />

Rezepten, Geschichten zu<br />

PRODUKTE AUS<br />

EINER REGION<br />

Eine Box ist ein Menü.<br />

Jeden Monat aus einer<br />

anderen italienischen<br />

Region. Laden Sie schon<br />

mal Ihre Freunde zu<br />

einem tollen Abend ein.<br />

Monat probieren wir typische<br />

Lebensmittel einer italienischen<br />

Region und stellen aus den besten<br />

eine Genussbox für Sie zusammen.<br />

Vom Antipasto bis zum Dessert,<br />

ein Menü mit 3-4 Gängen. Jede<br />

Box enthält eine Broschüre mit<br />

HERSTELLER AUS<br />

LEIDENSCHAFT<br />

Wir kennen alle<br />

Hersteller persönlich. Sie<br />

lieben ihr Stück Land,<br />

ihr Erbe, die Tradition.<br />

Sie können Ihnen in die<br />

Augen schauen.<br />

2<br />

Produkten, Herstellern, kleinen<br />

Restaurants. So gehen Sie mit<br />

uns auf Reisen. Und können<br />

beim Essen mit Freunden davon<br />

erzählen. Wenn’s geschmeckt<br />

hat: In unserem Shop gibt’s die<br />

Produkte auch einzeln.<br />

REZEPTE<br />

MIT TRADITION<br />

Kein Plan? Wir bringen<br />

Ihnen auch ausgefallene<br />

Rezepte und zeigen<br />

Ihnen feine Küchentricks.<br />

Machen Sie es einfach wie<br />

wir in Italien.<br />

HIER KOMMT<br />

DIE BOX<br />

Ihre Wunschbox wird<br />

frisch zusammengestellt<br />

und verschickt. Wir<br />

klingeln, Sie müssen bloß<br />

die Tür aufmachen und<br />

los gehts.<br />

20<br />

4. Region des Monats:<br />

<strong>Ligurien</strong><br />

Kurioses über die Region und ihr Essen<br />

6. Genussbox <strong>Ligurien</strong><br />

Diese Köstlichkeiten finden Sie in Ihrer<br />

Genussbox<br />

8. Pesto-Weltmeisterschaft<br />

Kurioses über die Pesto-Weltmeisterschaft<br />

in Genua<br />

10. Unser Menüvorschlag<br />

Farinata alla Genovese, Trenette mit Pesto,<br />

und die typischen Canestrelli<br />

14. Pesto Genovese<br />

Lernen Sie die Geheimnisse des echten<br />

Pesto kennen<br />

16. Frantoio Bianco<br />

Bei uns steht die echte Nonna im<br />

Labor und alles wird von Hand<br />

abgefüllt<br />

20. Sergio Pirlo<br />

Für Kekse gab Sergio seine Möbel auf<br />

22. Produktliste<br />

Genussbox<br />

Alle Produkte der Box mit<br />

detaillierten Angaben<br />

3<br />

16<br />

11<br />

IMPRESSUM: “A Tavola”, das Magazin mit Geschichten zu Italien und seiner Küche. Eine Publikation der Zibibbo<br />

GmbH - Bozen. Für den Inhalt verantwortlich: Zibibbo GmbH - Bozen Texte: Gabriele Crepaz, Core Stories - Bozen<br />

Konzept und grafische Gestaltung: White, Red & Green srl - Mailand Rezepte: Zibibbo GmbH - Bozen<br />

Alle in dieser Publikation veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung, gleich welcher<br />

Art, kann nur mit Genehmigung der Zibibbo GmbH erfolgen.<br />

Internet: www.zibibbo.de


Region des Monats<br />

LIGURIEN<br />

Die Ligurer kochen gern<br />

ihr eigenes Süppchen.<br />

“White, Red &<br />

Green è l’espressione<br />

di un’italianità<br />

contemporanea,<br />

etica ed efficiente...<br />

È la dichiarazione di<br />

Die Ligurer machen<br />

alles besser. Auch in der Küche<br />

wird nahezu eigenbrötlerisch<br />

jedes erdenkliche Erzeugnis<br />

aus dem eigenen Meer,<br />

den Gemüsegärten sowie<br />

Wildwachsendes aus den<br />

Wäldern kombiniert. In keiner<br />

anderen Region Italiens<br />

sind die landschaftlichen<br />

Kontraste so extrem wie hier:<br />

Im Hinterland geht es karg,<br />

rau und abgeschieden zu, der<br />

gekrümmte Küstenstreifen<br />

zwischen Frankreich und der<br />

Toskana ist dicht besiedelt.<br />

An der Riviera di Ponente im<br />

Westen wächst ein Großteil der<br />

italienischen Schnittblumen, in<br />

San Remo findet das berühmte<br />

Musikfestival statt. An der Riviera<br />

di Levante im Osten fällt das<br />

Apenningebirge steil ins Meer ab<br />

und sorgt für eine dramatische<br />

Küste.<br />

Mittendrin Genua, la superba, die<br />

Stolze, die wie ein Amphitheater<br />

über den Hügel hinaufwächst<br />

und seit jeher dem Meer<br />

zugewandt ist. Reich wurde die<br />

Hafenstadt zwar erst ab dem 16.<br />

Jahrhundert mit Bankgeschäften.<br />

Den Beinamen „Küche der<br />

Rückkehr“ hat sich die ligurische<br />

Gastronomie hingegen über<br />

mehrere Jahrhunderte erarbeitet,<br />

Die Ligurer sind<br />

Eigenbrötler. Sie<br />

machen gerne ihr<br />

eigenes Ding.<br />

durch den eifrig betriebenen<br />

Seehandel: Nachdem der aus<br />

Genua stammende Christoph<br />

Kolumbus Amerika entdeckt<br />

hatte, legten die Schiffe nicht<br />

nur neue Rohstoffe in der<br />

Hafenstadt ab, sondern auch<br />

hungrige Seeleute, die Stockfisch<br />

und Zwieback aus der Kombüse<br />

nicht mehr sehen konnten. Für<br />

sie legten sich die sparsamen,<br />

aber erfinderischen ligurischen<br />

Frauen richtig ins Zeug und<br />

zauberten aus schlichten Zutaten<br />

schmackhafte Gerichte. Gemüse,<br />

Hülsenfrüchte, Fisch und Käse<br />

prägen die regionalen Rezepte bis<br />

heute, gewürzt wird mit Kräutern,<br />

Kapern, Nüssen oder Pilzen.<br />

In den mühevoll errichteten<br />

Terrassen an den Berghängen<br />

wachsen Wein und wertvolle<br />

Taggiasca-Oliven. Die Ligurer<br />

haben sogar ihre eigene Pizza<br />

erfunden: die Focaccia, ein mit<br />

Olivenöl und Käse überbackenes<br />

Fladenbrot. Sie machen eben<br />

gerne ihr eigenes Ding.<br />

4<br />

5


Was finden Sie in der Box?<br />

PIGATO RIVIERA LIGURE<br />

DI PONENTE DOC 2017<br />

der autochtone Wein aus <strong>Ligurien</strong>,<br />

ideal zu kräftigen Kräuter- und<br />

Gemüsegerichten vom Weingut<br />

Tenuta Maffone<br />

FARINA DI CECI -<br />

KICHERERBSENMEHL<br />

von der Mühle Molino di Pegli,<br />

einer traditionellen Getreidemühle<br />

aus Genua<br />

NATIVES OLIVENÖL EXTRA<br />

S’CIAPPAU<br />

ein Olivenöl der Extraklasse<br />

von dem mit höchsten Preisen<br />

ausgezeichneten Frantoio von<br />

Paolo Cassini<br />

TRENETTE<br />

die typische<br />

ligurische<br />

Nudelspezialität<br />

aus Hartweizen<br />

von der<br />

Manufaktur<br />

Rossi 1947<br />

GETROCKNETE TOMATEN BIO<br />

nach einem traditionellen<br />

ligurischen Rezept von der<br />

Manufaktur Frantoio Bianco<br />

PESTO GENOVESE<br />

nach einem traditionellen<br />

Rezept von der Manufaktur<br />

Rossi 1947 aus Genua<br />

GENUSSBOX LIGURIEN<br />

CANESTRELLI<br />

nach einem traditionellen Rezept<br />

ausschließlich aus natürlichen<br />

Zutaten der Bäckerei Pirlo<br />

aus Arenzano<br />

TAGGIASCHE OLIVEN BIO<br />

ENTSTEINT IN OLIVENÖL<br />

nach einem traditionellen<br />

Rezept von der Manufaktur<br />

Frantoio Bianco<br />

6<br />

7


Food Story<br />

PESTO-<br />

WELTMEISTERSCHAFT<br />

IN GENUA<br />

Das beste Pesto der Welt<br />

ist improvisiert.<br />

Auch die Jüngsten stampfen bei der Pesto-Weltmeisterschaft um die Wette.<br />

“Pronti, al pesto, via!“,<br />

zu Deutsch: An den Mörser,<br />

fertig, los! Bei der Pesto-<br />

Weltmeisterschaft in Genua<br />

werden alle zwei Jahre energisch<br />

die Holzstößel geschwungen.<br />

100 Konkurrenten aus aller<br />

Welt treten an, ganz egal ob<br />

Hauben-Gastronom oder<br />

Amateurkoch, und mixen<br />

Pesto alla Genovese nach<br />

traditioneller Zubereitungsweise<br />

und mit ursprünglichen<br />

Zutaten. Sie sind schon<br />

überzeugt und hätten jetzt gerne<br />

das Rezept des weltmeisterlichen<br />

Pestos? Da hält es die amtierende<br />

Weltmeisterin Alessandra Fasce<br />

wie der genuesische Teufelsgeiger<br />

Paganini: mit meisterhafter<br />

Improvisation.<br />

Wer siegen will, muss<br />

stampfen können.<br />

Alessandra hat es im Blut:<br />

„Bei der Zubereitung gehe<br />

ich nach Gefühl und verkoste<br />

immer wieder, Rezept habe<br />

ich ehrlich gesagt keines“,<br />

erklärte sie 2016 nach ihrem<br />

Sieg. In <strong>Ligurien</strong> sagt man, man<br />

müsse zur Pestoherstellung<br />

geboren sein wie ein Poet<br />

zum Dichten. Zugegeben,<br />

als Ligurerin hatte Alessandra<br />

gegenüber den Teilnehmern<br />

aus Neuseeland, Finnland oder<br />

Japan einen Heimvorteil. Um<br />

an den goldenen Stößel, die<br />

Siegertrophäe, zu kommen,<br />

hat sich die 37-jährige<br />

Küchengehilfin aber nicht auf<br />

ihre Herkunft verlassen, sondern<br />

zwei Monate lang intensiv<br />

geübt. „Im Schlaf habe ich<br />

manchmal sogar meinen Mann<br />

mit dem Ellenbogen geboxt;<br />

da habe ich im Traum Pesto<br />

gerührt“, erzählte Alessandra<br />

Fasce nach ihrem Sieg lachend<br />

den Journalisten.<br />

Die magischen Sieben.<br />

Die Herstellung von Pesto<br />

Genovese ist nichts für zarte<br />

Gemüter. Es muss ordentlich<br />

gestampft werden, um den<br />

Zutaten das volle Aroma zu<br />

entlocken. Damit die Pesto-<br />

Alchemie gelingt, braucht<br />

es diese magischen Sieben:<br />

kleinblättriges Basilikum aus<br />

Prá, Knoblauch aus Vessalico,<br />

Pinienkerne, Parmesankäse,<br />

Pecorino, grobes Salz und<br />

ligurisches Olivenöl. Bei der<br />

Weltmeisterschaft in Genua<br />

gilt das Reinheitsgebot: Jeder<br />

der Teilnehmer erhält exakt<br />

dieselben Zutaten, auch<br />

Mörser und Stößel werden<br />

zur Verfügung gestellt. In<br />

Alessandra Fasce, die Pesto-<br />

Weltmeisterin von 2016, mit<br />

Roberto Panizza dem Päsidenten<br />

der Vereinigung, die die<br />

Weltmeisterschaft organisiert.<br />

zwei Runden werden von<br />

einer 30-köpfigen Jury zuerst<br />

die zehn Finalisten, dann<br />

das Siegerpesto ermittelt.<br />

Mitmachen dürfen 50 Ligurer,<br />

25 Teilnehmer aus anderen<br />

italienischen Regionen und 25<br />

internationale Teilnehmer.<br />

Roberto schlug Alarm,<br />

als die Mörser zum<br />

Hühnertrog wurden.<br />

Eine Pesto-Weltmeisterschaft.<br />

Wer kommt auf eine solche<br />

Idee? In <strong>Ligurien</strong> konnte es nur<br />

einer sein: Roberto Panizza,<br />

in Genua bekannt als König<br />

des Pesto. Er setzt alles daran,<br />

dass die regionale Tradition<br />

der Pestoherstellung im<br />

Mörser nicht verloren geht.<br />

Wenn es sein muss, eben eine<br />

Weltmeisterschaft. Diese wird<br />

seit 2007 von der Vereinigung<br />

Palatifini, das bedeutet „feine<br />

Gaumen“, ausgetragen.<br />

Früher hatte jede ligurische<br />

Hausfrau einen Mörser in der<br />

Küche. Längst wird jedoch auch<br />

hier in der Region das Pesto mit<br />

dem Mixer verrührt; die Mörser<br />

wurden zur Blumenvase oder<br />

zum Hühnertrog umfunktioniert.<br />

Das geht so nicht weiter, fand<br />

Roberto Panizza. Eigentlich<br />

hat er ja nichts gegen Mixer.<br />

Aber er wollte es machen wie<br />

früher. Also begann er vor etwa<br />

15 Jahren, das Pesto für sein<br />

Restaurant Il Genovese wieder<br />

handwerklich herzustellen. Ging<br />

auf Jahrmärkte, um das Wissen<br />

um die Herstellung wieder unter<br />

die Leute zu bringen.<br />

Wer in <strong>Ligurien</strong><br />

aufwuchs, hat als Kind<br />

Basilikum zerstampft.<br />

Das war zu diesem Zeitpunkt<br />

schier revolutionär. „Ältere<br />

Leute sahen mir zu und<br />

hatten Tränen in den Augen.<br />

Sie sagten: Du hast mich<br />

gerade in meine Kindheit<br />

zurückkatapultiert“, verriet<br />

Roberto in einem Interview mit<br />

BBC. Die Pestoherstellung war<br />

die traditionelle Beschäftigung<br />

in der Küche für genuesische<br />

Kinder: Mit dem Mörser<br />

konnten sie sich nicht verletzen,<br />

gleichzeitig leisteten sie einen<br />

Beitrag zum Familienessen.<br />

So gehört der Duft von<br />

zerstampften Basilikum ins<br />

kollektive Gedächtnis aller<br />

echten Ligurer.<br />

Da die Bezeichnung Pesto<br />

mittlerweile auch für Saucen<br />

verwendet wird, die mit <strong>Ligurien</strong><br />

und dem genuesischen Pesto<br />

nichts zu tun haben, wird<br />

gerade um UNESCO-Schutz<br />

für das Pesto alla Genovese<br />

angesucht. Und mit Aktionen<br />

wie der Weltmeisterschaft<br />

auch innerhalb von <strong>Ligurien</strong><br />

die Werbetrommel gerührt.<br />

Übrigens: Bei der Pesto-<br />

Weltmeisterschaft gibt es auch<br />

einen Wettbewerb für Kinder.<br />

Damit die ligurische Kindheit<br />

auch weiterhin nach Basilikum<br />

riecht.<br />

Werden Sie der nächste<br />

Pesto-Weltmeister?<br />

Am 17. März 2018 findet<br />

die nächste Pesto-<br />

Weltmeisterschaft in Genua<br />

statt, im Palazzo Ducale, wo<br />

einst das Lottospiel erfunden<br />

wurde. Wollen Sie Ihr Glück<br />

versuchen? Hier gibt es nähere<br />

Informationen.<br />

www.pestochampionship.it<br />

8<br />

9


Zum Start<br />

FARINATA DI CECI<br />

GENOVESE<br />

Zutaten:<br />

300 g Farina di Ceci -<br />

Kichererbsenmehl - Molino di Pegli<br />

VORBEREITUNG<br />

10 MIN<br />

RUHEZEIT<br />

4-5 STunden<br />

BACKZEIT<br />

30 Minuten<br />

SCHWIERIGKEIT<br />

EINFACH<br />

Unser<br />

Menüvorschlag<br />

für <strong>Ligurien</strong>:<br />

Anleitung:<br />

1. Geben Sie 300g<br />

Kichererbsenmehl in eine große<br />

Schüssel. Achten Sie darauf dass<br />

das Mehl keine Klumpen bildet.<br />

Geben Sie nun nach und nach<br />

das dreifache an Wasser dazu.<br />

Das Wasser sollte Raumtemperatur<br />

haben. Rühren Sie alles langsam<br />

mit einem Schneebesen zu einem<br />

glatten, dünnflüssigen Teig. Decken<br />

900-950 ml Wasser<br />

50ml Natives Olivenöl extra<br />

S’Ciappau von Paolo Cassini<br />

10g Salz<br />

ca. 150g getrocknete Tomaten<br />

Bio Frantoio Bianco<br />

ca. 150g entsteinte Taggiasca<br />

Oliven Bio Frantoio Bianco<br />

ca. 70ml Olivenöl zum einfetten<br />

der Backform<br />

ev. frisch geriebener Pfeffer<br />

FARINA DI CECI - KICHERERBSENMEHL<br />

Häufig spricht man davon das klassische Weizenmehl durch gesündere Produkte<br />

zu ersetzen. Ein gutes Beispiel für eine gesunde und nicht alltägliche Alternative ist<br />

das Kichererbsenmehl. Es wird aus der Kichererbse gewonnen, einer Hülsenfrucht<br />

die ursprünglich aus Asien stammt. Seit der Antike bekannt, stellt es eine gesunde<br />

und nicht alltägliche Alternative zum Weizenmehl dar. Einst geschätzt, auch weil<br />

es im Vergleich zum Weizen preiswert war, wird es heute sehr häufig in veganen<br />

und vegetarischen Rezepten verwendet.<br />

Das Kichererbsenmehl zeichnet sich dadurch aus dass es reich an Einweißen,<br />

Fasern und Kohlenhydraten ist. In 100g Kichererbsenmehl sind mehr als ein<br />

Drittel Eiweiße und Fasern enthalten. Es enthält weiters einen hohen Anteil an<br />

gesunden Fetten, wie Linolsäure, die als besonders gut für das Herz angesehen<br />

wird. Nicht zuletzt ist dieses Mehl auch reich an Vitaminen und Mineralsalzen:<br />

Vitamin B, A, E und C, aber auch Magnesium, Kalzium, Potassium, Phosphor.<br />

Sie die Schüssel mit einer Folie,<br />

Farinata di Ceci - Farinata aus<br />

Kichererbsenmehl - alla Genovese<br />

mit getrockneten Tomaten und<br />

Taggiasca Oliven<br />

oder auch einem Tuch, ab und<br />

lassen den Teig für mindestens<br />

4-5 Stunden bei Raumtemperatur<br />

ruhen. Sie können den Teig<br />

auch bis zu 10 Stunden ruhen<br />

lassen und am nächsten Tag<br />

weiterverwenden. Je länger er ruht,<br />

Trenette al Pesto<br />

umso besser ist es.<br />

Etwas Süßes zum Abschluss:<br />

Canestrelli Kekse<br />

mit einem Caffé Espresso<br />

Weinbegleitung:<br />

Pigato Riviera Ligure di Ponente<br />

DOC 2017<br />

des Weinguts Tenuta Maffone<br />

2. Nach der Ruhezeit entfernen<br />

Sie die Schaumkrone, die sich<br />

eventuell gebildet hat. Geben Sie<br />

nun die 50ml natives Olivenöl<br />

extra und das Salz dazu und<br />

rühren alles nochmals gut durch.<br />

Fetten Sie eine Pfanne mit einem<br />

Durchmesser von ca. 30 cm mit<br />

Olivenöl ein. Mit der Teigmenge<br />

können Sie bis zu 3 Farinate<br />

zubereiten.<br />

4. Backen Sie nun die Farinata<br />

Genovese im vorgeheizten<br />

Backrohr bei 250° C ohne<br />

Heißluft, oder bei 220° C mit<br />

Heißluft, für 25 - 30 Minuten, bis<br />

Sie goldgelb ist.<br />

Unser Tipp: stellen Sie die<br />

Pfanne die ersten 10 Minuten auf<br />

den Boden des Backrohrs und<br />

verwenden Sie Unterhitze. Dies<br />

simuliert das Backen im Holzofen.<br />

Danach positionieren Sie<br />

3. Gießen Sie nun den dünnflüssigen<br />

Teig ca. 5-6 mm hoch in die<br />

die Farinata in der Mitte oder<br />

oberen Hälfte des Backrohrs.<br />

Pfanne. Quirlen Sie mit einer Gabel<br />

Sobald die Farinata eine<br />

den Teig nochmals durch, damit sich<br />

goldgelbe Farbe hat nehmen Sie<br />

I T<br />

A<br />

L I<br />

A N<br />

das Öl gut verteilt. Dekorieren Sie nun<br />

die Farinata je nach Geschmack mit<br />

sie aus dem Backrohr. Je nach<br />

Geschmack mit etwas frisch<br />

den entsteinten Taggiasca Oliven und<br />

geriebenem Pfeffer würzen und<br />

den getrockneten Tomaten die Sie in<br />

noch heiß servieren.<br />

S P<br />

E C<br />

I A<br />

L I<br />

T I<br />

E S<br />

ca. 2-3 cm große Stücke schneiden<br />

sollten. Sie könne die Farinata auch<br />

Sie können die Farinata 3-4 Tage<br />

im Kühlschrank aufbewahren.<br />

mit Rosmarin oder anderen Zutaten<br />

Vor dem Verzehr kurz im<br />

belegen. Ganz wie es Ihnen schmeckt.<br />

Backrohr erwärmen.<br />

10<br />

11


Pasta<br />

Zutaten:<br />

500 g Trenette aus<br />

Hartweizen von Rossi<br />

TRENETTE<br />

AL PESTO<br />

180 g Pesto Genovese von Rossi<br />

2-3 Löffel natives Olivenöl extra<br />

S’Ciappau von Paolo Cassini<br />

Salz<br />

ev. 80 g Parmesankäse 24<br />

Monate gereift (finden Sie<br />

im Zibibbo Shop)<br />

VORBEREITUNG<br />

10 MIN<br />

KOCHZEIT<br />

9 MIN<br />

SCHWIERIGKEIT<br />

LEICHT<br />

REZEPT FÜR<br />

4 PERSONEN<br />

Anleitung:<br />

1. Füllen Sie reichlich Wasser<br />

in einen großen Topf und<br />

erhitzen Sie es, bis es kocht.<br />

Salzen Sie das Wasser, sobald<br />

es zu kochen beginnt. Geben<br />

Sie die Nudeln in das kochende<br />

Wasser und lassen Sie diese<br />

bei leicht kochendem Wasser<br />

ungefähr 9 Minuten kochen.<br />

2. Sobald die Nudeln bissfest<br />

gekocht sind (entscheiden<br />

Sie selber wie Sie die Pasta<br />

möchten, wir empfehlen ca.<br />

9 Minuten), gießen Sie das<br />

Wasser ab und geben die<br />

Nudeln in eine Pfanne. Je<br />

nach Geschmack geben Sie<br />

nun etwas Olivenöl und das<br />

Pesto (sollte auf jeden Fall<br />

Raumtemperatur haben) zu den<br />

Nudeln und vermischen alles.<br />

Richten Sie die Trenette auf den<br />

Tellern an. Wenn Sie möchten<br />

streuen Sie etwas geriebenen<br />

Parmesankäse darüber und<br />

dekorieren mit einigen frischen<br />

Basilikumblättern. Den idealen<br />

Parmesankäse, 24 Monate<br />

gereift, von der Käserei Casello,<br />

finden Sie bei Zibibbo im Shop.<br />

Die Weinempfehlung:<br />

Pigato Riviera Ligure<br />

di Ponente DOC 2017<br />

vom Weingut<br />

Tenuta Maffone.<br />

Hochwertig<br />

mundfüllend,<br />

frisch und intensiv<br />

im Geschmack,<br />

leicht aromatisch,<br />

herb und trocken.<br />

Farbe strohgelb.<br />

Ideale Trinktemperatur<br />

8-10°C.<br />

12<br />

13


Food Story<br />

PESTO GENOVESE<br />

Das Ei des<br />

Kolumbus ist grün.<br />

Das Pesto Genovese steht<br />

für <strong>Ligurien</strong> wie die Pizza für<br />

Neapel. Und weil die würzige<br />

Basilikum-Sauce sozusagen<br />

kulinarischer Botschafter für<br />

die grünste Region Italiens ist,<br />

bewirbt sich <strong>Ligurien</strong> damit<br />

gerade um UNESCO-Schutz.<br />

Die Neapolitaner haben es<br />

mit der Pizza schließlich<br />

auch geschafft. Die Zutaten<br />

des Exportschlagers sind<br />

einfach: Basilikum, Knoblauch,<br />

Pinienkerne, Parmesan und<br />

Pecorino, Salz und, ganz wichtig,<br />

Olivenöl der ligurischen Riviera.<br />

Traditionell wird das Gemisch<br />

im Marmormörser mit einem<br />

Holzstößel zerstampft.<br />

Pesto gegen die Armut.<br />

Es ist gegen alles ein Kraut<br />

gewachsen. Auch gegen die<br />

Armut, sagten sich die ligurischen<br />

Bauern. Die Gewürze, die in den<br />

Handelshafen der Hauptstadt<br />

gelangten, konnten sich nur die<br />

Reichen leisten. Also sammelte<br />

man fleißig, was Wald und<br />

Wiese im feucht-milden Klima<br />

der Region zutage brachten,<br />

und würzte die Speisen mit<br />

wildwachsenden Kräutern und<br />

Pilzen. Seit dem Mittelalter prägen<br />

deshalb aromatische Kräuter<br />

die Küche <strong>Ligurien</strong>s. Das erste<br />

Rezept für Pesto, wie wir es<br />

heute kennen, ist allerdings erst<br />

im Kochbuch des Gastronomen<br />

Giovanni Battista Ratto aus dem<br />

Jahr 1863 beschrieben. Die Basis<br />

dafür war wahrscheinlich die<br />

„agliata“, eine Knoblauchsalsa,<br />

die ab dem 13. Jahrhundert zur<br />

Konservierung von Lebensmitteln<br />

diente, auch auf hoher See.<br />

Manche Wissenschaftler<br />

meinen sogar, dass die beliebte<br />

Pastasauce auf die römische<br />

Sauce „moretum“ aus Käse und<br />

Nüssen zurückgeht.<br />

Dieses Wundermittel<br />

glättet die Wogen<br />

Die Verbindung des Pesto mit<br />

der Seefahrt reicht tief. Der<br />

Legende zufolge entstand das<br />

Pesto im mittelalterlichen Kloster<br />

„San Basilio“ im genuesischen<br />

Prà: Ein Mönch pflückte das<br />

aromatische Kraut, das zu Ehren<br />

des Klosterheiligen „basilium“<br />

genannt wurde, und zerstampfte<br />

es mit weiteren wohltätig<br />

gespendeten Zutaten. In<br />

Segelwindeseile verbreitete sich<br />

das Rezept weltweit. Denn ein<br />

Kapitän tat gut daran, das einfach<br />

zu konservierende Gewürz in<br />

der Kombüse mitzuführen:<br />

Pesto Genovese hatte den Ruf,<br />

auf magische Weise Revolten<br />

an Bord zu beruhigen. „Das Öl<br />

mag das Meer schlagen, das<br />

Pesto schlägt lange Gesichter“,<br />

hieß es unter Seemännern. Kein<br />

Wunder, dass das Pesto den<br />

Ligurern heilig ist – und der<br />

Heilige Basilius als Schutzpatron<br />

der Seefahrer gilt. Kann das der<br />

Grund sein, warum Kolumbus<br />

am Ende doch noch heil in<br />

Amerika an Land gegangen ist?<br />

14<br />

15


Hersteller Story<br />

FRANTOIO<br />

BIANCO<br />

Wer soll das essen außerhalb<br />

von <strong>Ligurien</strong>?<br />

Ob Sie es glauben oder<br />

nicht: In einem Betonmischer<br />

hat Nicola Vincenzo Bruna<br />

sein erstes Pesto Genovese<br />

angerührt. „Der war natürlich<br />

neu“, erzählt Schwiegertochter<br />

Elena Martinetto. Irgendwie<br />

hatte der Firmengründer sich<br />

in den Kopf gesetzt, dass Pesto<br />

mit derselben behutsamen<br />

Schwere gerührt werden müsse<br />

wie Beton. Es war ihm egal,<br />

dass alle, auch seine Freunde,<br />

mit dem Finger auf ihn zeigten:<br />

Der Pionier, der über den<br />

Winter kommen will.<br />

Seit fünf Generationen baut<br />

Familie Bruna in der Provinz<br />

Imperia rund um Pontedassio<br />

Oliven an. Nicola Vincenzo Bruna<br />

war es wohl leid, nur Olivenöl<br />

zu produzieren, wie alle seine<br />

Vorfahren. Er brauchte etwas<br />

Neues. Etwas, das die Tradition<br />

fortführte, aber mit seinem<br />

Namen verbunden war. Schon<br />

genug, dass in der Familie Bruna<br />

männliche Nachkommen getauft<br />

werden wie im Adelsgeschlecht:<br />

Spezialitäten im Glas, die auch<br />

exportiert werden. Seit 1991 ist<br />

der Betrieb bio-zertifiziert,<br />

seit 2017 darf er das Label<br />

„veganOK“ führen. Um die Qualität<br />

der wertvollen Konserven zu<br />

garantieren, wird das Gemüse per<br />

Hand in die Gläser eingelegt und<br />

jedes Produkt im hauseigenen<br />

Labor kontrolliert.<br />

Die Oliven bleiben, wenn<br />

alles anders wird.<br />

6.000 Olivenbäume der Sorte<br />

Taggiasca sind der Landbesitz des<br />

Die ehrliche Art,<br />

ein Produkt zu schaffen.<br />

Filippo und Vincenzo im<br />

Frantoio Bianco. Sie gedeihen auf<br />

Wechsel. Auch Elenas<br />

terrassierten Hängen hoch oben im<br />

Sohn heißt wie der<br />

Impero-Tal, nahe der französischen<br />

Großvater.<br />

Grenze. Die Höhe eignet sich<br />

So begann er, was<br />

besonders gut für den biologischen<br />

italienische Köchinnen<br />

Anbau, hier sind die Bäume vor<br />

und Köche immer<br />

Parasiten und Krankheiten besser<br />

schon praktizierten und<br />

geschützt. Und die Höhe schmeckt<br />

bis heute begnadete<br />

man: Immer wieder werden die<br />

Hausfrauen tun, um<br />

Taggiasca-Oliven der Brunas unter<br />

gut über den Winter zu<br />

die besten der Region gewählt – als<br />

kommen: Er legte die<br />

Speiseoliven. „Heute gehen mehr<br />

Ernte unter Öl, kochte<br />

Oliven direkt auf den Tisch als zu<br />

„Du bist ein Träumer. Wer soll<br />

denn überhaupt Pesto essen<br />

außerhalb von <strong>Ligurien</strong>?“ Das<br />

ist jetzt 37 Jahre her. Und<br />

noch immer steht der Frantoio<br />

Bianco mit seiner Produktlinie<br />

der eingemachten Gemüse,<br />

Sughi, Pesti, Saucen und<br />

Meeresfrüchte wie in Beton<br />

gegossen im ligurischen Aurigo.<br />

Gemüse ein, konservierte<br />

Fisch in Salz. 1981 gründete er mit<br />

seiner Frau den Frantoio Bianco<br />

und machte aus jahrhundertealter<br />

Überlebensstrategie ein<br />

Geschäftsmodell. Und was für<br />

eines. Angefangen hat alles mit<br />

eingelegten Oliven und Pesto<br />

Genovese. Heute produziert<br />

Frantoio Bianco mehr als<br />

100 ligurische und nationale<br />

Olivenöl verarbeitet werden“, sagt<br />

Elena Martinetto.<br />

Das macht das milde ligurische<br />

Öl kostbar wie selten vorher. Bei<br />

den Brunas ist das hauseigene Öl<br />

zudem die Basis für all die anderen<br />

Produkte, die im Frantoio hergestellt<br />

werden. „Sie können das Öl mit<br />

dem Gemüse mitessen. Es wäre zu<br />

schade, wenn Sie es wegschütten“,<br />

schwärmt Elena.<br />

16 17


Zu Ostern Artischocken,<br />

zu Weihnachten<br />

getrocknete Tomaten.<br />

Frantoio Bianco ist bis heute<br />

ein Familienbetrieb. Elena mit<br />

ihrem Mann Filippo arbeitet<br />

hier, die Schwiegereltern und<br />

weitere 10 Mitarbeiter, die sich<br />

um die Olivenhaine und um die<br />

Verwaltung kümmern.<br />

Eingekocht wird, was<br />

der Familie schmeckt.<br />

Am kreativsten ist Elenas<br />

Schwiegervater, der<br />

Firmengründer. „Er hat was<br />

von einem Genie“, sagt sie.<br />

Ständig kommt er mit neuen<br />

Ideen, am liebsten kramt er in<br />

den alten Traditionen. So hat<br />

er herausgefunden, dass die<br />

Ligurer zu Ostern das Pesto mit<br />

Artischocken anreichern, im<br />

November schwarze Oliven ins<br />

Pesto mischen, zu Weihnachten<br />

getrocknete Tomaten dem<br />

Pesto beimengen. „Seitdem<br />

produzieren wir das alles“, sagt<br />

Elena. Sie selber hat ein einziges<br />

Rezept ins Unternehmen<br />

gebracht. Bagna Cauda, eine<br />

warme Sauce aus Olivenöl,<br />

Sardellen, Knoblauch, in die wie<br />

bei Fondue das rohe Gemüse<br />

gestippt wird. „Ich komme<br />

aus dem Piemont“, sagt sie<br />

entschuldigend.<br />

Wo Nicola Vincenzo rot<br />

sieht, ist seine Frau im<br />

Element.<br />

Und selbst Nicola Vincenzo hält<br />

sich zurück, wenn von einem<br />

die Rede ist: den roten Saucen.<br />

Das ist das Revier seiner Frau.<br />

Sie rührt, würzt, probiert, segnet<br />

ab. Nur die Töpfe sind größer<br />

als daheim. „Sie sehen, es gibt<br />

die echte Nonna bei uns“, lacht<br />

Elena.<br />

Nicola Vincenzo hat vielleicht<br />

einfach die richtige Frau<br />

geheiratet? Auf jeden Fall hat<br />

er jetzt wieder mehr Zeit für<br />

sein Öl. Sein Pesto aus frischem<br />

Basilikum hat er in all den Jahren<br />

so weit perfektioniert, dass es<br />

sich nach dem Öffnen des<br />

“<br />

Bei uns steht die echte Nonna im Labor.<br />

Alles wird von Hand in die Gläser abgefüllt.<br />

Nur die Töpfe sind größer als daheim.<br />

”<br />

Elena Martinetto<br />

FRANTOIO BIANCO<br />

Glases weitere 18 Monate im<br />

Kühlschrank hält. Ohne Zusatzoder<br />

Konservierungsstoffe.<br />

Er sei am liebsten draußen<br />

bei den Olivenbäumen und<br />

in der Ölmühle, weiß Elena.<br />

Denken Sie, was wir dachten:<br />

Wahrscheinlich mischt er dort<br />

an einem neuen Fundament für<br />

die Zukunft?<br />

18<br />

19


Hersteller Story<br />

PIRLO DOLCI E BISCOTTI<br />

Für Kekse gab Sergio seine<br />

Möbel auf.<br />

Giuseppe. Und dann:<br />

„Marazzo“, der Übername.<br />

Nein, sagt Sergio Pirlo, der<br />

Nachname von Giuseppe<br />

will ihm nicht einfallen. Hat<br />

er den je gewusst? Er wusste<br />

nur, dass seine Canestrelli-<br />

Kekse die besten weit und<br />

breit waren. 2012 wollte<br />

der Keksbäcker Giuseppe<br />

in Acquasanta in Pension<br />

gehen; Sergio erfuhr es von<br />

einer Freundin und fuhr<br />

sofort hin. „Wir kamen<br />

ins Gespräch und dann<br />

habe ich den Backofen und<br />

alles, was dazu gehörte,<br />

gekauft“, erinnert sich<br />

Sergio. So gelangte er, der<br />

Möbelhändler, in den<br />

Besitz jenes Rezepts für die<br />

ligurischen Nationalkekse,<br />

auf das er bis heute schwört.<br />

Wie die Italiener<br />

es lieben: Kekse<br />

tunken im Kaffee<br />

Das will was heißen in <strong>Ligurien</strong>.<br />

Canestrelli werden in der Region<br />

am Mittelmeer in jedem Haushalt<br />

gebacken, sie sind die Kekse,<br />

die alle zu jeder Zeit essen<br />

wollen. Zum Frühstück, zum<br />

Nachmittagskaffee, zur heißen<br />

Schokolade, zum Tee. „Ich tunke<br />

sie am liebsten in den Kaffee“,<br />

sagt Sergio. Als Kind konnte er sich<br />

gar nicht sattessen, heute, mit 49,<br />

schafft er auch mal eine Woche<br />

ohne Canestrelli. „Ich backe sie ja<br />

jeden Vormittag von sieben bis elf<br />

Uhr und meistens probiere ich, wie<br />

sie werden“, lacht Sergio. 100 Kilo<br />

Kekse kommen an ruhigen Tagen<br />

zusammen, schätzt er.<br />

Fünf Zutaten<br />

für <strong>Ligurien</strong>s<br />

Margeriten.<br />

Canestrelli sind Kekse aus<br />

Mürbteig. Wie jene, die wir<br />

zu Weihnachten als Sterne,<br />

Pferdchen, Halbmonde, Schafe<br />

ausstechen. In <strong>Ligurien</strong> ist jedoch<br />

nur eine Form zugelassen: die<br />

Margerite. Canestrelli haben<br />

Blütenblätter und – nach einigen<br />

Rezepten – mittendrin ein Loch.<br />

Fünf Zutaten verwendet<br />

Sergio nach Marazzos Rezept:<br />

Mehl, Butter, Zucker, frisches<br />

Eigelb, Zitronenschale, die<br />

zum Verzehr geeignet ist. Kein<br />

Backpulver, keine Zusatzstoffe<br />

oder Konservierungsmittel. Das<br />

Geheimnis liegt in der Reihenfolge,<br />

mit der die Ingredienzien gemischt<br />

werden, in der richtigen Temperatur<br />

und Feuchtigkeit des Teigs. Sergio<br />

traute seinen Ohren nicht, als er<br />

zum ersten Mal mit Giuseppe<br />

sprach. Endlich verstand er, warum<br />

seine Canestrelli nie wirklich<br />

gelungen waren: „An Giuseppes<br />

Rezept stimmt einfach alles. Besser<br />

geht’s nicht. Nicht einmal zu<br />

Hause“, ist Sergio überzeugt. Das<br />

hat inzwischen auch seine Mutter<br />

eingesehen. Und so bereut es<br />

Sergio nicht, heute Kekse zu backen<br />

statt Möbel zu verkaufen.<br />

Canestrelli-Blüten<br />

werden gezählt –<br />

und wie!<br />

Giuseppes Kekse sind wie<br />

früher. In <strong>Ligurien</strong> heißt das:<br />

mindestens wie aus dem 16.<br />

Jahrhundert. Ein Dokument von<br />

1576 über einen Raubüberfall<br />

berichtet, dass der getötete<br />

Fuhrmann auch einen Korb mit<br />

Damaststoff und Canestrelli<br />

mitführte. Wahrscheinlich sind<br />

die ligurischen Kekse noch<br />

älter. So scheint bereits im 13.<br />

Jahrhundert auf den Genueser<br />

Goldmünzen – dem Genovino<br />

– die Form der Canestrelli auf.<br />

Mit sechs Blütenblättern, von<br />

den Numismatikern wird das als<br />

Zeichen üppigen Wohlstands<br />

gewertet. Sergio zählt die<br />

Rundungen an seiner Stanzform<br />

nach. „Meine Form hat elf Blätter“,<br />

sagt er, „das ist einzigartig.“<br />

Marazzo hatte die Form<br />

eigens für sich machen lassen,<br />

angeblich steht jedes einzelne<br />

Margeritenblatt für eine der elf<br />

Schönheiten – le undici bellezze<br />

– von Acquasanta, wo Marazzos<br />

Backofen stand, bis Sergio ihn<br />

nach Arenzano an die Küste<br />

transportierte. „Aber fragen Sie<br />

mich nicht, was diese Schönheiten<br />

genau sind“, sagt Sergio.<br />

Die leuchtenden<br />

Rivalen aus<br />

Torriglia<br />

Sergio Pirlo ist sich seiner Sache<br />

offenbar sicher. Er will sich<br />

auch auf keinen Wettkampf mit<br />

den Canestrelletti von Torriglia<br />

einlassen, einem Städtchen, das<br />

50 Kilometer weiter im Inland<br />

liegt. Dort sind die Mürbteigkekse<br />

als „traditionelles Produkt“ sogar<br />

geschützt und die Produktion<br />

erfolgt nach einem strengen<br />

Reglement. „Es gibt eben die<br />

Canestrelli von Acquasanta und<br />

jene von Torriglia“, sagt Sergio. Die<br />

Rezepte unterscheiden sich nur<br />

unwesentlich: „Die von Torriglia<br />

werden mit Eiklar bestrichen,<br />

unsere nicht.“<br />

Lauwarm ist noch<br />

so ein Geheimnis.<br />

Ganz unpatriotisch hängt es also<br />

davon ab, ob zu Ihrem Porzellan<br />

eher glänzende oder matte<br />

Canestrelli passen. Giuseppes<br />

Kunden wären über eine solche<br />

Aussage natürlich empört. Sie sind<br />

längst Sergios Kunden geworden:<br />

„Sie sagen, die Kekse schmecken<br />

wie einst bei Marazzo.“<br />

Wir wissen es nicht. Aber<br />

manchmal schaut Marazzo in<br />

Sergios Backstube vorbei. Das<br />

scheint ein gutes Zeichen zu<br />

sein. Obwohl Sergio den alten,<br />

einzigartigen Backofen inzwischen<br />

gegen einen neuen eingetauscht<br />

hat. Dafür verpackt er seine Kekse<br />

noch lauwarm, damit sie das<br />

Aroma bewahren. Ob Marazzo das<br />

zu seiner Zeit schon gewusst hat?<br />

20<br />

21


Produktliste<br />

GENUSSBOX<br />

LIGURIEN<br />

Unsere Produkte kommen von ausgesuchten Manufakturen und Landwirtschaftsbetrieben, die naturnahe Produkte herstellen.<br />

Daher wollen wir Ihnen auch so transparent wie möglich die detaillierten Angaben zu den Zutaten, Allergenen und zu<br />

den Nährwerten der einzelnen Produkte auflisten. Für weitere Fragen zu den Produkten stehen wir Ihnen gerne persönlich<br />

zur Verfügung über unsere Servicenummer 0421 177867, per email info@zibibbo.de oder auf Facebook.<br />

OLIVE TAGGIASCHE BIO ENTSTEINT<br />

200g<br />

INVERKEHRSBRINGER: Frantoio Bianco<br />

Sas, Localita’ Santa Lucia 10 -<br />

18027 Pontedassio (IM)<br />

ZUTATEN: entsteinte Taggiasche Oliven<br />

biologisch 65%, natives Olivenöl extra<br />

biologisch, Knoblauch biologisch, Origano<br />

biologisch.<br />

ALLERGENE: Keine<br />

DURCHSCHNITTLICHE NÄHRWERTE PRO 100g<br />

PESTO GENOVESE 180g<br />

INVERKEHRSBRINGER: Rossi 1947 Srl<br />

Via Cesarea 21/r, 16122 Genova (GE)<br />

ZUTATEN: Natives Olivenöl extra, Basilikum<br />

Genovese DOP 16,5%, Pinienkerne,<br />

Getrockneter Käse (Parmigiano Reggiano:<br />

MILCH, Salz, Lab), Käse Fiore di Sardo DOP<br />

(MILCH, Salz, Lab), pflanzliche Fasern, Salz,<br />

Knoblauch aus Vessalico; Antioxidantien:<br />

Ascorbinsäure; Säureregulator: Zitronensäure.<br />

ALLERGENE: MILCH und DERIVATE<br />

DURCHSCHNITTLICHE NÄHRWERTE PRO 100g<br />

Brennwert<br />

679 Kcal 2795 KJ<br />

Fett 70,0g<br />

davon gesättigte Fettsäuren 11,0g<br />

Kohlenhydrate 4,5g<br />

davon Zucker 4,5g<br />

Eiweiß 5,7g<br />

Salz 2,4g<br />

TRENETTE 500g<br />

INVERKEHRSBRINGER: Rossi 1947 Srl<br />

Via Cesarea 21/r, 16122 Genova (GE)<br />

ZUTATEN: HARTWEIZENGRIEß, Wasser.<br />

ALLERGENE: GLUTEN<br />

DURCHSCHNITTLICHE NÄHRWERTE PRO 100g<br />

Brennwert<br />

357 Kcal 1512 KJ<br />

Fett 1,5g<br />

davon gesättigte Fettsäuren 0,3g<br />

Kohlenhydrate 72,0g<br />

davon Zucker 2,2g<br />

Eiweiß 12,0g<br />

Salz 0,02g<br />

FARINA DI CECI - KICHERERBSENMEHL<br />

500g<br />

INVERKEHRSBRINGER: Molino di Pegli Srl<br />

Via Granara, 14, 16155 Genova (GE)<br />

ZUTATEN: 100% Mehl aus Kichererbsen.<br />

ALLERGENE: Keine<br />

DURCHSCHNITTLICHE NÄHRWERTE PRO 100g<br />

Brennwert<br />

360 Kcal 1519 KJ<br />

Fett 5,6g<br />

davon gesättigte Fettsäuren 0,8g<br />

Kohlenhydrate 51,6g<br />

davon Zucker 3,5g<br />

Eiweiß 21,6g<br />

Salz 0,02g<br />

NATIVES OLIVENÖL EXTRA „S’CIAPPAU“<br />

250ml<br />

INVERKEHRSBRINGER: Azienda Agricola<br />

Paolo Cassini, Via Roma, 62, 18035 Isolabona<br />

(IM)<br />

ZUTATEN: Natives Olivenöl extra Monocultivar<br />

100% aus Taggiasca Oliven<br />

ALLERGENE: Keine<br />

DURCHSCHNITTLICHE NÄHRWERTE PRO 100ml<br />

Brennwert<br />

824 Kcal 3389 KJ<br />

Fett 91,6g<br />

davon gesättigte Fettsäuren 14,1g<br />

Kohlenhydrate<br />

0g<br />

davon Zucker<br />

0g<br />

Eiweiß<br />

0g<br />

Salz<br />

0g<br />

CANESTRELLI<br />

200g<br />

INVERKEHRSBRINGER: Pirlo dolci e biscotti<br />

di Sergio Pirlo, Via Pian Masino 96 -<br />

16011 Arenzano (GE)<br />

ZUTATEN: WEIZENMEHL Typ “0”, Butter,<br />

Zucker, EIGELB, Zitronenöl.<br />

ALLERGENE: GLUTEN, MILCH, EI, LAKTOSE;<br />

kann Spuren von HÜLSENFRÜCHTEN<br />

und SOJA enthalten<br />

DURCHSCHNITTLICHE NÄHRWERTE PRO 100g<br />

Brennwert<br />

2907 Kcal 549 KJ<br />

Fett 29,7g<br />

davon gesättigte Fettsäuren 16,6g<br />

Kohlenhydrate 62,4g<br />

davon Zucker 22,6g<br />

Eiweiß 7,6g<br />

Salz 0,02g<br />

Brennwert<br />

349 Kcal 1464 KJ<br />

Fett 38,0g<br />

davon gesättigte Fettsäuren 5,4g<br />

Kohlenhydrate 0,7g<br />

davon Zucker 0,7g<br />

Eiweiß 1,4g<br />

Salz 0,1g<br />

GETROCKNETE TOMATEN BIO<br />

180g<br />

INVERKEHRSBRINGER: Frantoio Bianco<br />

Sas, Localita’ Santa Lucia 10 -<br />

18027 Pontedassio (IM)<br />

ZUTATEN: Getrockente Tomaten<br />

biologisch 63%, natives Olivenöl extra<br />

biologisch, Origano biologisch,<br />

Knoblauch biologisch.<br />

ALLERGENE: Keine<br />

DURCHSCHNITTLICHE NÄHRWERTE PRO 100g<br />

Brennwert<br />

229 Kcal 958 KJ<br />

Fett 14,1g<br />

davon gesättigte Fettsäuren 1,9g<br />

Kohlenhydrate 17,5g<br />

davon Zucker 17,5g<br />

Eiweiß 5,1g<br />

Salz 0,6g<br />

PIGATO RIVIERA LIGURE DI PONENTE DOC<br />

2017 - 750ml<br />

INVERKEHRSBRINGER: Tenuta Maffone<br />

di Bruno Pollero, Via Case Soprane 11<br />

Acquetico, 18026 Pieve di Teco (IM).<br />

ZUTATEN: Rebsorte 100% Pigato,<br />

Alkoholgehalt 13,5 Vol. %.<br />

ALLERGENE: Sulfite<br />

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Die Genussbox des Monats April<br />

KAMPANIEN<br />

Schon neugierig?<br />

AB 1. APRIL<br />

AUF ZIBIBBO.DE<br />

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