Gazette Charlottenburg Nr. 9/2017

gazette

Gazette für Charlottenburg und Westend - September 2017

GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

September 2017

Charlottenburg

Parkwächterhaus im Lietzenseepark

Nach erfolgreichem Spendenmarathon kann die Sanierung beginnen

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2 | Gazette Charlottenburg | September 2017

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Liebe Bürgerinnen und Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf!

Ich lade Sie herzlich ein zu unserem 32. Fest

der Nationen, das wir an dem Wochenende

vom 8. bis zum 10. September auf dem prager

platz feiern. es wurde 1986

vom Wilmersdorfer bezirksbürgermeister

Horst Dohm

als reaktion des bezirks auf

den Wahlsieg der rechtsradikalen

republikaner ins

Leben gerufen – als Fest

der Völkerverständigung

Reinhard Naumann und des friedlichen Zusammenlebens

vieler Nationen in einem bezirk.

Wir pflegen diese tradition weiter und feiern

bewusst ein Fest der Vielfalt und toleranz. Ich

freue mich darüber, dass sich auch in diesem

Jahr wieder einige unserer partnerstädte aktiv

daran beteiligen. Nähere Informationen und

das ausführliche programm finden Sie in dieser

Gazette.

„Streit weg und Dolmetschen“

WORT DES BEZIRKSBÜRGERMEISTERS Gazette Charlottenburg Gazette Wilmersdorf | September | 92017 | | 3

Die Jugendlichen des berliner projekts „Streit

weg und Dolmetschen“ haben es geschafft: Für

ihr soziales engagement erhalten sie von der

Kinderhilfsorganisation Children for a better

World e. V. (CHILDreN) den „CHILDreN Jugend

hilft!“-preis 2017.

Das projekt von vier mädchen zwischen sechs

und elf Jahren aus einer berliner Willkommensklasse

der Joan-miró Grundschule setzt

sich seit 2016 dafür ein, dass die Verständigung

ihrer mitschüler*innen aus aller Welt funktioniert.

Dazu nutzen sie ihre eigenen vielseitigen

Sprachkenntnisse, um zwischen Streitparteien

durch Übersetzungshilfen zu vermitteln und

missverständnisse unkompliziert aus dem Weg

zu räumen.

Ich freue mich, dass das projekt auch im Wettbewerb

überzeugte und sich gegen über 100 mitbewerber

durchgesetzt hat. es wurde als eines

von zehn Siegerprojekten des „CHILDreN Jugend

hilft!-Wettbewerbs“ gekürt. Der einsatz

und das Verständnis der Kinder füreinander

und für ein harmonisches und verständnisvolles

miteinander ist bemerkenswert und sollte

auch uns erwachsenen ein Vorbild sein. meine

herzliche Gratulation geht an die preisträger*innen

zusammen mit einem großen Lob für diese

tolle einstellung und die bisher vollbrachten

Leistungen! Weiter so!

Weitere Informationen finden Sie unter www.

children.de.

Wählen gehen!

Am 24. September ist bundestagswahl, und

ich bitte Sie: Gehen Sie wählen! Jetzt ist Wahlkampfzeit,

und in diesen Wochen gibt es nicht

nur die plakate am Straßenrand und die berichte

in den medien, sondern Sie haben vielerorts

auch die Gelegenheit, die bundestagskandidat*innen

Ihres Wahlkreises persönlich kennen

zu lernen, mit ihnen über ihre politischen Ziele

zu diskutieren und ihnen Ihre Anliegen mit auf

den Weg zu geben.

Für mich gibt es keinen nachvollziehbaren

Grund, nicht wählen zu gehen. Wir haben das

große Glück, in einer gefestigten Demokratie zu

leben. Am 24. September entscheiden wir darüber,

in welche richtung unser Land sich in den

nächsten Jahren weiter entwickeln wird. Wenn

Sie genau hinschauen, dann werden Sie feststellen,

dass die parteien zu vielen themen, die

auch Sie persönlich betreffen, durchaus ganz

unterschiedliche Konzepte haben. Vermutlich

wird es nach der Wahl eine Koalition geben, in

der Kompromisse ausgehandelt werden müssen,

aber von Ihrer Stimme hängt es ab, welche

Koalition möglich ist und welche politik dann

gemacht werden wird.

Deshalb bitte ich Sie: Informieren Sie sich, treffen

Sie Ihre entscheidung und tragen Sie bei

zu einer möglichst hohen Wahlbeteiligung zur

Stärkung unser Demokratie!

Wahlforum

Die partnerschaft für Demokratie (pfD) Charlottenburg-Wilmersdorf

lädt am 13. September

ab 19.30 Uhr ein zu einer Diskussionsrunde mit

den Direktkandidat*innen der gegenwärtig im

bundestag vertretenden parteien im Wahlkreis

Charlottenburg-Wilmersdorf in den bVV-Saal,

rathaus Charlottenburg. rund eine Woche vor

der bundestagswahl diskutieren Klaus-Dieter

Gröhler (CDU), tim renner (SpD), Lisa paus

(Grüne) und Friederike benda (Die Linke) u. a.

über die themen Demokratieförderung, Willkommenskultur,

rechtsextremismus und Gruppenbezogene

menschenfeindlichkeit.

Die medialen berichte über die Zunahme

homo- und transfeindlicher Übergriffe in berlin

sowie antisemitischer Vorfälle an Schulen

zeigen, dass Fälle gruppenbezogener menschenfeindlichkeit

in berlin und Deutschland

noch immer Alltag sind. Viele gesellschaftliche

Initiativen leisten einen unverzichtbaren beitrag

zur gesellschaftlichen Sensibilisierung in

bezug auf rechtsextreme, antisemitische und

rassistische Aktivitäten. Am Abend wird beim

Wahlforum unter anderem darüber diskutiert,

wie der Austausch zwischen politik und Zivilgesellschaft

gefördert und zivilgesellschaftliche

Initiativen durch staatliche programme langfristig

gefördert werden können.

Kiezspaziergang

Auch unser 189. Kiezspaziergang steht im Zeichen

des Festes der Nationen. treffpunkt ist

am Samstag, dem 9. September, um 14 Uhr

am U-bahnhof Hohenzollernplatz. Von dort

aus gehen wir zur Kirche Zum Heiligen Kreuz

in der Nassauischen Straße und weiter zur Friedrich-von-bodelschwingh-Klinik

in der Landhausstraße.

Natürlich werden wir wie gewohnt

eine reihe weiterer interessanter Haltepunkte

haben, darunter die Cecilien-Grundschule

am Nikolsburger platz, bevor der Spaziergang

dann am prager platz und dem Fest der Nationen

endet – wo Sie mitfeiern können, wenn

sie möchten!

Die teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten

sind willkommen. Informationen

über die bisherigen Kiezspaziergänge finden

Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.

de.

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für

Sie erreichbar unter naumann@ charlottenburgwilmersdorf.de.

Ihr

reinhard Naumann


4 | Gazette Charlottenburg | September 2017

Parkwächterhaus wird wachgeküsst

Nach erfolgreichem Spendenmarathon kann die Sanierung beginnen

Nicht nur der gemeinnützige

ParkHaus Lietzensee e. V. freut

sich: Nachdem er in der kurzen

Zeit vom 1. bis 30. Juni 2017 in

einem engagierten, unter der

Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister

Reinhard Naumann

stehenden Spendenmarathon

unter dem Motto „30 Tage/30

Das Parkwächterhäuschen heute – Vorder- und Rückansicht.

Das Spendenbarometer steht auf

sonnig.

Tausend“ mit 33.000 Euro die

benötigten Eigenmittel aus der

direkten Nachbarschaft des

Lietzenseeparks hatte sammeln

können, steht einem Sanierungsbeginn

des über 90 Jahre alten

Parkwächterhauses im Lietzenseepark

eigentlich nichts mehr

im Weg.

Das Aufbringen der Eigenmittel

war eine der Auflagen der Lotto-Stiftung

Berlin an den Verein,

die nun die vom Stiftungsrat

unter Vorsitz des regierenden

Bürgermeisters Michael Müller

im Dezember 2016 bewilligten

600.000 Euro für die denkmalgerechte

Sanierung zur Verfügung

stellen kann.

2014 hatte der Verein das denkmalgeschützte

Haus in Höhe

der Wundtstraße 39 vom Bezirk

Charlottenburg-Wilmersdorf gepachtet

(die GAZETTE berichtete

im Oktober 2015) und hofft nun

auf einen zügigen Sanierungsbeginn

im Herbst. Unterstützung erfährt

der ParkHaus Lietzensee e. V.

auch vom Verein „Bürger für den

Lietzensee“ und dem Büro von

Dr. Dietmar Land. Es erarbeitete

während der letzten drei Jahre

ein umfangreiches neues Parkpflegewerk

für das Gartendenkmal

des Lietzenseeparks, das Erhaltungs-

und Entwicklungsziele

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Gazette Charlottenburg | September 2017 | 5

Das Parkwächterhäuschen im Jahr 1939.

Quelle: LKB

Der Vorstand informiert: Katja Baumeister-Frenzel, Nikolai Baumeister,

Carsten Knobloch (v.l.n.r. Foto ParkHaus Lietzensee e. V.).

für Park und See berücksichtigt

unter Einbeziehung der Aspekte

des Wassermanagements, Klimawandels

und Denkmalschutzes.

Das einst im Heimatbaustil errichtete

und inzwischen als denkmalgeschütztes

Baudenkmal anerkannte

Parkwächterhäuschen

erinnert – besonders von der

Landseite aus gesehen – an ein

Hexenhäuschen, und märchenhaft

ist auch die Geschichte seiner

Rettung, die ein wenig traurig

beginnt:

Es war einmal…

ein Parkwächterhäuschen, das

von alten Zeiten träumte, in denen

es im Jahr 1925 von Magistratsbaurat

Rudolf Walter für die

Bedürfnisse der Parkbesucher

an der Volks- und Spielwiese

errichtet worden war; mit einer

Verkaufsstelle für Milch und Mineralwasser,

mit Toiletten und

der zweiräumigen Parkwächterwohnung

im ersten Stock. Bei

der Verbreiterung des Untergeschosses

im Jahr 1971 wurden

die ehemals freistehenden Säulen

zur Begrenzung des äußeren

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Mauerwerks. Bis zum Jahr 2012

existierte noch ein kleiner Kiosk

im Untergeschoss, die Toiletten

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standen weniger regelmäßig offen,

Büsche umwucherten den

Eingang und boten lichtscheuem

Publikum willkommenes

Versteck. Das Gartenbauamt

fand in den oberen Stockwerken

Duschen und Aufenthaltsräume.

Doch das efeuumwachsene

Häuschen fühlte sich auf seinem

inzwischen feuchten Fundament,

an dem es immer mehr bröckelte,

nicht mehr wohl und vermisste

die Menschen aus dem Kiez in

seinen Räumen.

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6 | Gazette Charlottenburg | September 2017

Vereinsvorsitzende Katja

Baumeister-Frenzel und der

2. Vorsitzende Carsten Knobloch

freuen sich auf baldigen

Sanierungsbeginn.

Doch da gab es den Verein „Bürger

für den Lietzensee“, der dem

Häuschen helfen wollte und über

sein Schicksal informierte. Und

es gab drei Familien, die sich im

Evangelischen Kindergarten an

der Herbartstraße beim gemeinsamen

Theaterspielen für ihre

Kids kennen- und mögengelernt

hatten. Sie erkannten die wichtige

Bedeutung des Häuschens für ihren

Kiez: Die sieben Leute der Familien

Baumeister-Frenzel, Kirschke-Knobloch

und Escher-Lorenz

sowie Michaela Weise hatten keinen

Goldesel, aber viele gute Ideen

für die Zukunft des Häuschens.

Bereits vor der Sanierung ist das Parkhaus beliebter Begegnungsort für

Alt und Jung.

Wiederbelebungsschritte des

Lebenskuss

Häuschens in einzelnen realistisch

finanzierbaren sowie nach-

Als wenig später der Bezirk mit

einem Interessenbekundungsverfahren

Ideen zur Nutzung des te, brachte den ersten Erfolg: Es

vollziehbaren Schritten darstell-

Parkwächterhäuschens sammelte, überzeugte BVV, Denkmalschutz,

waren sie es, die als Architekten, Grünflächenamt und die Bürger

Designer, Juristen, Erzieher und für und rund um den Lietzensee.

Kulturmanager und als frisch gegründeter

Verein „ParkHaus Liet-

sprach man sich für den frisch ge-

Fraktionsübergreifend einstimmig

zensee“ ihr Konzept einreichten. gründeten Verein aus, der damit

Keine gute Fee, doch ein stichfestes

Konzept, das die einzelne wächterhäuschen

den Pachtvertrag für das Park-

erhielt.

Was sich so einfach liest, dauerte

fast ein Jahr. „Wir haben von

September 2014 bis September

2015 am Vertrag gebastelt und

gefeilt. Zwei Tage nach unserem

ersten „Tag des offenen Denkmals“

stand der Vertrag endlich“,

erzählt Katja Baumeister-Frenzel,

die heute zum Vorstand des aktuell

immerhin 70 Fördermitglieder

zählenden Vereins gehört.

Doch das Dreamteam ruhte sich

nicht auf seinem Erfolg aus, verlor

sich nicht in zeitraubender

Vereinsmeierei. Das hausumwuchernde

Grün wurde nach alten

Bilddokumenten zurückgeschnitten,

die Öffentlichkeit mit in die

Planungen einbezogen, auf einer

Tafel vor dem Häuschen konnte

jeder seine Ideen und Wünsche

eintragen, Informationsblätter informierten

stetig über den Stand

der Dinge. „Wir haben immer und

immer wieder das Gespräch gesucht“,

betont Carsten Knobloch,

ebenfalls Gründungs- und Vorstandsmitglied

des Vereins, und

Katja ergänzt: „ Wir hatten und

haben eben immer das Ohr am

Kiez und seinen Bewohnern.“ Es

galt viel Lobbyarbeit zu leisten,

um das Netzwerk des Vereins zu

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Gazette Charlottenburg | September 2017 | 7

vergrößern und Politiker aller Parteien

zu überzeugen. Der Verein

stellte sich und sein Parkwächterhaus-Projekt

mit Powerpoint-Präsentationen

auf Veranstaltungen,

Treffen und der Presse vor. Denn

als drängende Frage stand im

Raum: „Wo nehmen wir das Geld

für die Sanierung her?“

Beim SPD-Fest im Lietzenseepark

sprach der Verein schließlich den

damaligen Regierenden Bürgermeister

Klaus Wowereit an:

„Haben Sie eine Idee für die Finanzierung?“

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sich an die Lotto-Stiftung zu wenden.

Mitglieder des Stiftungsrates

besuchten das Parkwächterhaus,

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Im Park am Lietzensee gibt es viel Schönes zu entdecken.

Fraktionen feierten mit dem provisorisch,

aber mit viel Geschick

und Eigeneinsatz belebten Häuschen

ihr Sommerfest. „Dabei haben

wir immer streng darauf geachtet,

überparteilich zu bleiben“,

betont Knobloch.

Zuverlässiger Kooperationspartner

an Vereins-Seite war von

Anfang an der „Christliches Jugenddorfwerk

Deutschlands e. V.“

(CJD). So wurde schon bald am

Tresen vor dem Haus an heißen

Wochenenden aus der nahen Eismanufaktur

Eis verkauft, Bierbänke

und –Tische aus bewilligten

FEIN-Mitteln kamen dazu, und

initiiertes Kinderkino, Lesungen

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Über 85 Jahre in

Charlottenburg

feinen Juwelen- und Goldschmuck

sowie der urige Weihnachtsmarkt

ließen bald nicht nur das Häuschen

erstaunt und erfreut zugleich

über so viel Engagement

mit den Augen blinzeln.

„Die richtige Kulisse für Halloween

brachte das innen doch recht gruselig

anmutende Parkhäuschen

nicht nur für die Jüngsten mit“, erinnert

sich Katja Baumeister-Frenzel,

und man spürt, wie viel Spaß

es allen macht, das verschlafene

Haus aus seinen Träumen zu wecken.

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8 | Gazette Charlottenburg | September 2017

auch um die Umgebung des

Parkwärterhäuschens, um Probleme

und „Baustellen“ im Lietzenseepark,

wie beispielsweise

um den an der neuen Kantstraße

gesperrten Verbindungsweg, der

erhebliche Mängel an der Natursteinbrüstung

aufweist. Mit Sorge

sieht Carsten Knobloch, dass

die nur leicht zu verschiebende

Absperrung immer wieder von

sorglosen Passanten beiseite geräumt

wird.

…auf eine glückliche Zukunft

Der hochprofessionell erarbeitete

Lotto-Antrag des ParkHaus-Vereins

umfasst dann auch über

100 Seiten und ein durchdachtes

Konzept: Als Rahmengeber

tritt darin der Verein auf, der mit

einem Café-Betrieb im Erdgeschoss

die gleichbleibend günstige

Pacht decken will, das Haus

erhalten und für unterschiedlichste

kulturelle Veranstaltungen

der Öffentlichkeit und den

Nachbarn öffnen wird. Dabei

zeigt er sich offen für Ideen aus

der Umgebung und hofft auf einen

kreativen Austausch. „Ideen

liegen bereits einige vor“, verrät

Katja. Repaircafé, Yogagruppe

Vision Parkwächterhäuschen von morgen.

Zwischennutzung.

und Trauercafé warten bereits in

den Startlöchern. Derzeit belebt

als Zwischennutzer der Galerist

Russell Radzinski aus der Nachbarschaft

die Räume, und an sonnigen

Wochenenden gibt es Eis.

Grafik: Carsten Knobloch

Am 9. und 10. September 2017

präsentiert sich das Parkwächterhaus

beim „Tag des offenen

Denkmals“.

Doch demnächst gibt es dann

im und am Haus viel zu tun,

begleitet von Architekt Henrich

Rauschning: Zuerst gilt es, das

Fundament trocken zu legen

und das Dach dicht zu halten,

um einigermaßen sicher über

den Winter zu kommen. Dann

werden Zwischenwände und

Duschen entfernt, und mit einem

Glaskonzept soll mehr Licht ins

Haus gelassen werden. Auch der

einstige Säulengang wird wieder

mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Die Idee vom Rollstuhl-Fahrstuhl

muss jedoch dem Einbau einer

Brandschutz-notwendigen, zweiten

Treppe weichen.

Und wenn die Sanierungsarbeiten

im Herbst erst begonnen haben,

wird auch der letzte Zweifler

an das glückliche Ende des

Märchens vom fast vergessenen

Parkwächterhäuschen glauben,

an dem sieben gute Feen und

Zauberer aus Charlottenburg

nicht ganz unschuldig sind.

Weitere Informationen unter

www.parkhaus-lietzensee.de


Jacqueline Lorenz

Spenden für das Projekt

sind weiterhin willkommen:

Spendenkonto Parkhaus Lietzensee e. V.

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Konto 1401800

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Vom Wasserwerk zum Naturschutzzentrum

Tag des offenen Denkmals: Das Ökowerk am Teufelssee

Große Hallen voller Maschinen

und gleich nebenan Frösche in

kleinen Teichen. Verschlungene

Wege, auf denen sich herrlich

flanieren lässt und selbst eine Ringelnatter

lässt sich blicken – wir

sind im Ökowerk am Teufelssee.

Schaukästen an Bienenkästen

gewähren Einblicke in das Leben

der Tiere und immer wieder öffnet

sich entlang der Einzäunung

der Blick auf den Teufelssee. Das

frühere Wasserwerk im Grunewald

ist ein Anziehungspunkt

für die ganze Familie. An einem

Beet können die Besucher Giftpflanzen

kennen lernen und ein

Blumengarten lädt zum Verweilen

ein.

Wasser für Westend

Die Herzstücke des ältesten in

seiner Gesamtanlage erhaltenen

Wasserwerks in Berlin sind

jedoch drinnen – gewaltige,

beeindruckende Maschinen

pumpten einst das frische Wasser

in Richtung Stadt. Der 1871

erbaute Komplex entstand als

„Wasserwerk der Westend-Gesellschaft

H. Quistorp & Co“, um

die Wasserversorgung des neu

erbauten Villenviertels Westend

zu sichern. Geplant wurde es von

den Architekten Hanshent und

Schmetzer. Für die Mitarbeiter

entstand ein Wohnhaus auf dem

Gelände, das stilistisch an Bauten

von Schinkel erinnert. Nach dem

Konkurs der Gründerfirma wurde

das Werk von der „Charlottenburger

Wasser- und Industriewerke

AG“ übernommen. Die neuen

Eigentümer erweiterten das

Werk um das Rieselergebäude,

das die Filteranlage enthielt und

einen 3000 Kubikmeter großen

Reinwasserbehälter. In dem unterirdisch

gelegenen Reinwasserbehälter,

der damals als Wasserspeicher

genutzt wurde, werden

heute Konzerte abgehalten.

Um 1892 wurden Haushalte

von Neukölln bis Zehlendorf

vom Wasserwerk am Teufelssee

versorgt. 1906 kaufte die Stadt

Charlottenburg das Werk. Nach

der Eingemeindung gehörte das

Wasserwerk zum Verbund der

städtischen Wasserwerke Berlins.

Bis 1969 – also fast 80 Jahre

– war das Wasserwerk in Betrieb,

dann wurde es wegen veralteter

Technik und hygienischer Mängel

stillgelegt. 1974 sollte es abgerissen

werden, doch der sofort

einsetzende öffentliche Protest

sorgte dafür, dass das Werk erhalten

blieb. Über die Nachnutzung

wurde lange gestritten. 1980

überzeugte die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft

Naturschutz

e. V. mit ihrem Konzept und nach

vielen Umbauarbeiten konnte

das Ökowerk am Teufelssee seine

Arbeit aufnehmen. Heute steht

das Wasserwerk unter Denkmalschutz.

Viele begeisterte Besucher

Die ökologische Bildungs- und

Tagungsstätte, die alles rund um

das Thema Wasser zeigt, hatte

seitdem viele begeisterte Besucher

aus dem In- und Ausland.

Die schöne Lage im Grunewald

und nahe am Teufelsberg und

-see bietet Erholung und viele

Gazette Charlottenburg | September 2017 | 9

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schmerzen?

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Möglichkeiten der Programmgestaltung.

So sind auch Tagungen

im Ökowerk ideal, denn in den

Pausen kann die Natur rundherum

genossen werden. Veranstaltungen

finden sowohl drinnen als

auch draußen statt – und auch

Wanderungen in anderen Naturräumen

der Stadt gehören zum

Programm des Ökowerks.

Tag des offenen Denkmals

Maschinenhaus, Rieselergebäude,

Langsamfilter und Reinwasserbehälter

erzählen aus der Geschichte

der Wasserversorgung.

Damals galt Berlin als schmutzigste

Hauptstadt Europas. Eine

Tour führt durch das Wasserwerk

sowie in die Ausstellung Wasserleben,

zur Geschichte der

Wasserförderung, zum Wasserverbrauch

und zu aktuellen Problemen

rund ums Grundwasser.

Geöffnet ist am 10. September

von 12 – 18 Uhr

Um 14 Uhr beginnt am 10. September

eine Führung durch das

alte Wasserwerk mit Dr. Wolfgang

Landsberg-Becher. Treffpunkt

zur Führung: vor der Waldhalle,

Dauer 2 Std., max. 25 Personen.

Eintritt frei, Spende erbeten. Adresse:

Naturschutzzentrum Ökowerk

Berlin e. V., Teufelsseechaussee

22, 14193 Berlin.

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10 | Gazette Charlottenburg | September 2017

Der Olivaer Platz und viele Meinungen

Proteste beim symbolischen Spatenstich

Einst der modernste Platz in Berlin und Umgebung

– heute ein Zankapfel. Seit 2011 wird

schon um die Neugestaltung des Olivaer

Platzes gestritten. Nach den neuen Entwürfen

sollten die 123 Parkplätze genauso wie

die bisher gewachsene Flora und Fauna verschwinden.

Anwohner und Geschäftsleute

waren nicht einverstanden und gründeten

eine Bürgerinitiative. Diese fordert den Erhalt

der Parkplätze und eine sanfte Sanierung

des in die Jahre gekommenen Platzes. Der

Kompromiss sieht noch 60 Parkplätze vor,

ein Café sowie eine Wiese. Mit dem symbolischen

Spatenstich, den Bezirksstadtrat Oliver

Schruoffenegger (Grüne) am 2. August vornahm,

wurden die geplanten Veränderungen

auf dem Platz erläutert. Die Umgestaltung

der Grünanlage auf dem Olivaer Platz nach

den Plänen des Dresdner Büros Rehwaldt

Landschaftsarchitekten soll vom Grünflächenamt

ab Ende Oktober vorgenommen

werden. Über den Umbau der Parkplätze

wird später entschieden.

Baubeginn im Oktober

Der symbolische Spatenstich erfolgte zwar

ohne Spaten, aber mit vielen Protesten.

Behutsame Sanierung oder Neugestaltung?

Um den Olivaer Platz wird seit Jahren

gestritten.

Bezirksstadtrat Schruoffenegger sah sich

der Bürgerinitiative Olivaer Platz und ihren

Protestplakaten gegenüber. Doch der Plan

scheint zu stehen. Die Kosten für den Umbau

werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt und

kommen aus dem Förderprogramm „Aktive

Zentren“ des Berliner Senats. Als gastronomische

Neuerung soll an der Stelle der Imbissbude

künftig ein Café mit Schankterrasse als

Anlaufpunkt für die Besucher stehen.

Schmuckplatz seit über 100 Jahren

Der Olivaer Platz entstand Anfang des

20. Jahrhunderts. Er wurde nach Plänen

des Stadtobergärtners Richard Thieme als

Schmuckplatz angelegt. Mit seinen geometrischen

und symmetrischen Formen galt er

als der damals modernste Platz Berlins. Auch

ein Kinderspielplatz wurde in den Platz integriert.

Ein Novum der damaligen Zeit war der

mit steilen Böschungen begrenzte, und mit

Blumen bepflanzte Senkgarten. Nach dem

Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil des Platzes

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zum Parkplatz. In den 1960er-Jahren verkleinerte

man den Platz zugunsten der verbreiterten

Lietzenburger Straße und gestaltete

ihn dem zeitgenössischen Geschmack entsprechend

um.

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Gazette Charlottenburg & Wilmersdorf Gazette Charlottenburg | September 2017 | 11

Denkmalschutz verbessern

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert

Historische Gebäude zu erhalten und

kulturelles Erbe zu sichern gehört zu

den Aufgaben des Denkmalschutzes.

Doch die Anforderungen der wachsenden

Stadt und die Vorstellungen der

Bauherren sind nicht immer mit dem

Denkmalschutz in Einklang zu bringen.

Neue Konzepte sind gefragt – damit beschäftigt

sich die BVV in diesem Monat.

Berlin SPD-Fraktion

Die Frage wurde lösungsorientiert schon in

der letzten Wahlperiode gestellt und erste

Maßnahmen zur Verbesserung getroffen.

Eine zusätzliche Stelle sorgte für eine Entlastung

und reduzierte die Bearbeitungsrückstände.

Für manche – teils berechtigt – zu

wenig, aber das was möglich war. Damit

haben wir auch hier eine Kehrtwende des

Personalabbaus eingeleitet. Diesen Weg

werden wir auch in dieser Wahlperiode

weiterverfolgen. Die SPD- Fraktion wird

zusätzlich auch die inhaltliche Arbeit des

Denkmalschutzes in Quantität und Qualität

auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten

versuchen. Mit Quantität ist ein

zeitnahes Abarbeiten der vier Aufgaben des

bezirklichen Denkmalschutzes gemeint. Mit

Qualität die zusätzliche Nutzung der Fördermittel

des städtebaulichen Denkmalschutzes.

Dazu sind Konzepte für die Ortsteile

des Bezirkes notwendig, die zum einen die

Bausubstanz von Denkmalen, Altbauten

bis hin zur Siedlung der Berliner Moderne

innerhalb eines Quartiers darstellen, um

eine urbane Weiterentwicklung mit Identifikationswert

und baukultureller Bedeutung

zu sichern.

Wolfgang Tillinger

CDU-Fraktion

Um diese Frage zu beantworten, muss man

sich verdeutlichen, was der Sinn und Zweck

des Denkmalschutzes sein sollte und wie

der aktuelle Stand bei uns im Bezirk ist. Der

Denkmalschutz und die Denkmalpflege

sollen wichtige Zeugnisse der Baukultur

bewahren. Sie tragen im Idealfall dafür

Sorge, dass Denkmale in die städtebauliche

Entwicklung und Landschaftspflege

einbezogen werden. Ein Blick in die umfangreiche

Liste der Baudenkmale unseres

Bezirks macht jedem sofort deutlich, dass

zur Bewältigung dieser Aufgabe Mitarbeiter

in zweistelliger Zahl notwendig sind. Dennoch

stehen in unserem Bezirk seit Jahren

nur zwei Mitarbeiter dafür zur Verfügung.

Daher konnten die oben beschriebenen

Aufgaben in unserem Bezirk nicht erfüllt

werden, auch wenn die betroffenen Mitarbeiter

ihr Bestes gegeben haben. Von

politisch verantwortlicher Seite (insbesondere

SPD-Baustadtrat) ist in der letzten

Wahlperiode nichts passiert, um diesen

Zustand zu ändern. Augenscheinlich wurde

von der Hausleitung der Denkmalschutz als

Nebenaufgabe betrachtet. Denkmalschutz

ist aber eine wichtige Pflichtaufgabe, die

sich nicht nur darauf beschränken darf,

den Umbau oder Abriss von Denkmalen

zu verhindern, sondern der im Vorfeld beratend

und unterstützend tätig werden muss,

damit diese entsprechend gepflegt und erhalten

werden können. Dahin müssen wir

dringend zurück.

René Powilleit

B‘90/Grünen-Fraktion

Mit Inkrafttreten einer „liberalisierten“

Berliner Bauordnung im Februar 2006

hat das Land Berlin den Einfluss auf viele

Bauvorhaben quasi aus der Hand gegeben.

Statt bei den bezirklichen Bauämtern

liegt die Wahrung des Baurechts nun beim

„freien Markt“ – also bei Investoren sowie

bei von ihnen bezahlten Architekten und

Gutachtern. Ziel der unter dem damaligen

rot-roten Senat beschlossenen Liberalisierung:

Personalsparen, bis es quietscht. Das

wurde seit 2006 erfolgreich umgesetzt: Das

Personal in den bezirklichen Bauämtern

ist so stark reduziert worden, dass es fast

handlungsunfähig ist.

Eine der wenigen Einflussmöglichkeiten,

die Bauämtern verblieben sind, ist der

Denkmalschutz – sofern ein Gebäude das

Glück hat, unter Denkmalschutz zu stehen.

Doch selbst hier sind in den vergangenen

10 Jahren Mitarbeiter eingespart worden.

Berlin erlebt eine neue Gründerzeit. Gestaltung

des baulichen Wachstums gehört zu

den staatlichen Hoheitsrechten. Dabei spielen

sowohl soziale, ökologische wie auch

ästhetische Aspekte eine Rolle. Eine ausreichende

Personaldecke sowie rechtliche

Instrumente sind die Basis, damit der Staat

seine Aufgaben wahrnehmen kann. Soziales,

Ökologie und Ästhetik gegeneinander

auszuspielen, wie manch einer es derzeit

tut, schadet dem Wachstum der Stadt.

Jenny Wieland

FDP-Fraktion

In Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es

1.901 Denkmale. Denkmale sind identitätsstiftendes

baukulturelles Erbe, welches zu

schützen ist.

Im Bezirk muss ein schlechter Umgang

mit denkmalgeschützter Bausubstanz

festgestellt werden. Der Gloria Palast wird

abgerissen, das Haus der Kirche am Karl-

August-Platz wird teilweise abgerissen, die

Holtzendorff-Garagen dümpeln vor sich

hin, für die Kant-Garagen konnten erst nach

zähen Verhandlungen Lösungsansätze gefunden

werden, die den Abriss verhindert

haben. Aber wo liegen die Probleme?

Kommen die Eigentümer der besonderen

Sorgfaltspflicht gegenüber Denkmalen

nicht nach? Kümmert sich die bezirkliche

Denkmalpflege nicht mit der notwendigen

Energie um unsere Denkmale?

Der Bezirk hat die meisten Denkmale im

Land Berlin - und die Denkmalschutzbehörde

mit den wenigsten Mitarbeitern – drei

Vollzeitstellen.

Der Bezirk setzt aus Sicht der FDP-Fraktion

erneut die falschen Prioritäten. Statt unser

bau-kulturelles Erbe zu schützen und zu bewahren,

investiert das Bezirksamt lieber in

Personal für das Bürokratiemonster Milieuschutz.

Die FDP bezweifelt, dass hierdurch

die akuten Probleme bei der Denkmalpflege

behoben werden können. Dies ist kein

Ausdruck erfolgreicher Politik.

Johannes Heyne

Alternative

für

Deutschland

AfD-Fraktion

Denkmalschutz - In Charlottenburg-Wilmersdorf

gerade nur noch eine lateinische

Phrase mit der Bedeutung „Wohin gehst du

- Denkmalschutz?“.In unserem Bezirk wird

der Denkmalschutz gerade gegen die Wand

gefahren. Dazu einige Beispiele:

Deutschlandhalle – Denkmalschutz –

schon lange abgerissen. Gloria-Palast –

Denkmalschutz – wird gerade abgerissen.

Ku’damm-Bühnen – Innenausstattung

Denkmalschutz – soll abgerissen werden.

Schaubühnen- Mendelsohn-Ensemble -

Denkmalschutz – soll durch Neubebauung

verändert werden.

Warum dieser mehrfache Verstoß gegen

geltendes Recht? Weil SPD, Linke, Grüne

und auch Frau Merkel immer öfter behaupten,

es gäbe „keine spezifisch deutsche Kultur“,

um es mit den Worten von Frau Özoguz

(SPD) zu sagen.

Wohl kaum jemand wird ernsthaft bestreiten,

dass Baudenkmäler und die alt angelegten

urbanen Strukturen das Gedächtnis

einer Stadt ausmachen. Wenn wir unsere

Baudenkmäler aufgeben, verlieren wir unser

kulturelles Gedächtnis. Ein Schelm, wer

vermuten würde, dies wäre von SPD, Linken,

Grünen und Teilen der CDU nicht so gewollt.

Marion Boas

Linksfraktion

Denkmalschutz gilt als „veraltet“ und „konservativ“

– doch um das kulturelle Erbe der

Stadt zu sichern, braucht es denkmalschutzrechtliche

Instrumente: Erinnerungs- und

kulturpolitisch, aber auch stadtpolitisch, z.B.

wenn Wohnungen und soziale Infrastrukturen

durch Denkmalschutz gerettet werden

können. Deshalb müssen ausreichend personelle

und finanzielle Ressourcen bereitgestellt

werden. Insbesondere wollen wir dem

Denkmalschutz in der Planungsphase von

Bauvorhaben mehr Gewicht verleihen und

verstärkt Bauherren und Eigentümer*innen

Pflegepläne zum Erhalt auferlegen. Denkmalschutz

muss stärker in die Öffentlichkeit:

Mit breiter Bürger*innenbeteiligung sollen

die Denkmalschutzbehörden Erhaltungsund

Entwicklungsstrategien erarbeiten,

insbesondere Pflegepläne. In allen Bezirken

muss es öffentlich tagende Denkmalbeiräte

geben, an denen sachkundige und interessierte

Bürger*innen teilnehmen können,

der Landesdenkmalrat muss seine Tätigkeit

transparenter gestalten. Kurz: Die soziale

Stadt braucht einen starken Denkmalschutz,

auch den Willen, Denkmalschutz

gegen profitorientierte Investor*innen

durchzusetzen.

Niklas Schenker


12 | Gazette Charlottenburg | September 2017

32. Fest der Nationen 2017

Vom 8. bis 10. September wird auf dem Prager Platz gefeiert

Als großes Bezirksfest ist das Fest

der Nationen längst ein fester Bestandteil

des Jahres in Charlottenburg-Wilmersdorf

geworden. Wir

feiern ein Fest der Völkerverständigung

und des friedlichen Zusammenlebens

vieler Nationen in

unserer Stadt. Es ist zugleich ein

Kiezfest für die Anwohnerinnen

und Anwohner und ein internationales

Fest für viele Gäste aus

Berlin und anderswo, ein Fest vieler

Nationen für ein Publikum aus

vielen Nationen – schließlich leben

in unserem Bezirk Menschen

Spaß für die Kleinsten.

aus mehr als 100 Ländern. Zum

ersten Mal werden wir 3 Bühnen

mit unterschiedlichem Programm

haben.

Ich bedanke mich bei allen Teilnehmerinnen

und Teilnehmern

und allen, die dieses Fest möglich

gemacht haben.

Ich wünsche allen Gästen viel

Freude und gute Unterhaltung

beim 32. Fest der Nationen rund

um den Prager Platz!

Ihr

Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister


Gazette Charlottenburg | September 2017 | 13

Festgelände auf dem Prager Platz

An vielen Ständen gibt es kulinarische

Spezialitäten, Kunsthandwerk

und Informationen aus aller Welt.

Auf den Bühnen wird ein buntes

musikalisches Programm geboten.

Das Fest ist am Freitag von 15 bis

23 Uhr, am Samstag von 11 bis

23 Uhr und am Sonntag von 11 bis

20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Unter anderem präsentiert sich der

Partnerschaftsverein Wilmersdorf

gemeinsam mit dem Förderverein

Bibliotheken. Wie in jedem Jahr

beim Fest der Nationen wird die

Reservistenkameradschaft RK04

Wilmersdorf/City gemeinsam mit

Soldaten der 5. Kompanie des

Wachbataillons beim Bundesministerium

der Verteidigung auch

2017 in ihrem Zelt auf dem Prager

Platz Erbsensuppe verkaufen und

den Erlös für einen guten Zweck

spenden. Die Seniorenvertretung

Charlottenburg-Wilmersdorf präsentiert

sich mit einem Infostand.

Sie vertritt die Interessen der Bürgerinnen

und Bürger gegenüber

dem Bezirksamt, den Verwaltungen,

Verbänden, Parteien und allen

Institutionen, die sich mit der Seniorenarbeit

befassen. Ausführliche

Bühnenprogramm

FREITAG, 8. SEPTEMBER

Bühne 1 – Aschaffenburger Straße

15.00 – 16.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

16.00 – 16.30 Uhr: Eröffnung durch

bezirksbürgermeister Reinhard Naumann

16.30 – 22.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

Bühne 2 – Prager Straße/Motzstraße

15.00 – 17.30 Uhr: Viktoria & Sergeiy Balitskiy Band,

russische Romanzen/Zigeunermusik

18.00 – 22.00 Uhr: Band „2 Cash“ Countrymusik

Bühne 3 – Trautenaustraße/Prager Platz

15.00 – 22.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

SAMSTAG, 9. SEPTEMBER

Bühne 1 – Aschaffenburger Straße

11.00 – 12.30 Uhr: DJ Henry mit Musik

12.30 – 13.30 Uhr: Jugendband Berlin Buddy’s

13.30 – 14.30 Uhr: DJ Henry mit Musik

14.30 - 15.30 Uhr: Jugendband 5 Strops

15.30 – 16.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

16.30 – 17.30 Uhr: Schüler Big Band

Heinz-Berggruen-Gymnasium

18.00 – 22.00 Uhr DJ Henry mit Musik

Bühne 2 – Prager Straße/Motzstraße

11.00 – 11.30 Uhr: Kinderquiz Kriminal

11.30 – 14.30 Uhr: Vladimir MillerJazz Quartett Swing/Dixie

15.00 – 15.30 Uhr: Lesung mit Peter Bieber

Informationen gibt es im Internet

unter www.seniorenvertretung.

charlottenburg-wilmersdorf.de.

Aus dem Bezirksamt werden unter

anderem die Jugendkunstschule,

das Bürgeramt, das Sozialamt, das

Ordnungsamt, das Umweltamt

sowie die Integrationsbeauftragte

mit Informationen und Gesprächspartner/innen

vertreten sein. Der

Weltladen A Janela (portugiesisch:

„Das Fenster“) informiert über fairen

Handel. Er wurde im November

1999 von einer Aktionsgruppe der

katholischen Gemeinde St. Ludwig

gegründet, um die Idee des fairen

Handels in die Tat umzusetzen.

Träger ist der Verein „Eine Welt –

St. Ludwig, Berlin Wilmersdorf e. V.“.

Auf ihre Initiative startete im April

15.30 – 17.00 Uhr: Canciones Sudamericanas,

lateinamerikanische Lieder

17.00 – 17.30 Uhr: Lesung mit Josef Schley

18.30 – 22.00 Uhr: Band „Gipsy Fuego“ Flamenco

Bühne 3 – Trautenaustraße/Prager Platz

11.00 – 22.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

Ab ca. 22.30 Uhr Feuerwerk.

SONNTAG, 10. SEPTEMBER

Bühne 1 – Aschaffenburger Straße

11.00 – 13.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

15.00 – 16.00 Uhr: Jugendband Berlin Buddy’s

16.00 – 16.30 Uhr: Folkloregruppe der Kroatischen Gemeinde

16.30 – 20.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

Bühne 2 – Prager Straße/Motzstraße

11.00 – 11.30 Uhr: Quiz engl. Literatur

11.30 – 13.00 Uhr: Moderation und Interviews

13.00 – 15.00 Uhr: Mitmachaktionen der

Jugendkunstschule

15.00 – 15.30 Uhr: Lesung Heike Avsar

15.30 – 17.00 Uhr: Duo Burkhard & Glenn, alte Schlager

17.00 – 17.30 Uhr: Lesung A. Perdelwitz

17.30 – 20.00 Uhr: Calima/Flamenco Vivo,

Flamenco traditionell

Bühne 3 – Trautenaustraße/Prager Platz

11.00 – 13.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

15.00 – 20.00 Uhr: DJ Henry mit Musik

2010 eine Kampagne für die Fairtrade

Town Charlottenburg-Wilmersdorf.

Das Pangea-Haus beteiligt

sich in diesem Jahr erneut mit einem

Informationsstand am Fest

der Nationen. Im Pangea-Haus,

ganz in der Nähe des Prager Platzes,

in der Trautenaustraße 5, sind

18 Vereine und Organisationen

untergebracht.

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14 | Gazette Charlottenburg | September 2017

Juristische Beratung

BGH-Urteil: Anwälte dürfen kostenlose Erstberatung anbieten

Wer sein Recht durchsetzen

möchte, benötigt mitunter juristische

Beratung. Doch viele

Verbraucher scheuen die Kosten

eines Anwalts. Einige Kanzleien

bieten deshalb schon seit längerem

eine kostenlose Erstberatung

an, um die Erfolgsaussicht einzuschätzen.

Diese Praxis wurde nun

durch ein aktuelles BGH-Urteil

bestätigt (Az. AnwZ 42/16). Der

gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber

Finanztip zeigt, wie Verbraucher

bei rechtlichen Fragen

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können.

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Rund 165.000 Rechtsanwälte

arbeiten laut Bundesanwaltskammer

in Deutschland. Viele

Anwälte verlangen bereits für die

juristische Erstberatung eine Vergütung,

die bei Privatpersonen

maximal 190 Euro betragen darf.

Doch insbesondere Kanzleien,

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eine kostenlose Erstberatung an.

Diese Praxis hat der Bundesgerichtshof

nun bestätigt. „Das aktuelle

Urteil ist eine gute Nachricht

für alle Verbraucher“, sagt

Dr. Britta Beate Schön, Rechtsexpertin

bei Finanztip. „Denn

Verbraucher können durch das

kostenlose Erstgespräch ihre

Erfolgschancen besser abschätzen

und sich vom Anwalt überzeugen,

bevor sie das Mandat

erteilen.“

Spezialisierte Anwälte

beraten kostenlos

Eine kostenlose Erstberatung

bieten vor allem Kanzleien an,

die einen bestimmten Themenfokus

haben. Finanztip empfiehlt

beispielsweise einige Anwälte,

die Mandanten bei fehlerhaften

Widerrufsbelehrungen in

Baufinanzierungen oder beim

Widerspruch von Lebens- und

Rentenversicherungen vertreten.

„Neben der juristischen

Erfahrung bewerten wir es als

positiv, wenn die Kanzlei Verträge

kostenlos überprüft“, erklärt

Schön. Weitere spezialisierte

Kanzleien, die für das Erstgespräch

kein Honorar verlangen,

gibt es beispielsweise rund um

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den Diesel-Abgasskandal, zum

Thema Filesharing und bei Fluggastrechten.

Kostenlos Fragen stellen

auf Portalen

Aber auch in der Breite der Themen

können Verbraucher einen

kostenlosen Rat bekommen: Wer

eine rechtliche Frage hat, kann

sich an ein Anwaltsvermittlungsportal

wenden. Darüber hinaus

bieten einige Anwälte als zusätzlichen

Service eine unentgeltliche

Rechtsberatung an. Beispiele

hierfür sind rechtsanwalt.net und

unentgeltliche-rechtsauskunft.

de. Bei rechtsanwalt.de kann die

Frage online gestellt werden, die

Auskunft erfolgt dann telefonisch.

Über unentgeltliche-rechtsauskunft.de

können Verbraucher ein

15-minütiges Gespräch bei einem

Rechtsanwalt buchen, welches

jedoch dann in den Räumen der

jeweiligen Kanzlei stattfindet. „Für

die Anwälte ist das natürlich eine

Art Werbung, aber Verbraucher,

die eine klar umrissene Rechtsfrage

haben, können so kostenlos einen

rechtlichen Rat bekommen“,

sagt Schön.

Parkgebühren kontaktlos mit der

Kreditkarte bezahlen

Ab sofort können die Parkgebühren

an zehn Standorten (Hardenbergplatz,

Kurfürstendamm 202-

210 Mittelstreifen, Rankestraße

Höhe Los-Angeles-Platz und

Meinekestraße 24) nun auch

mit Kreditkarten bezahlt werden.

Ein besonderer Service für

die Parkenden stellt hierbei das

kontaktlose Bezahlen mit der

sogenannten „Nier Field Communication“-Technologie

(NFC)

dar. Unterstützt werden die von

MasterCard ausgegebenen Kreditkarten

PayPass sowie die von

VISA ausgegebenen Karten pay-

Wave.

Neben diesen beiden Kartenarten

gibt es mittlerweile auch

Sticker für Smartphones, also

kontaktlose Kreditkarten mit einem

anderen Format, die auf die

Foto: Frank Boston / Fotolia

Smartphones geklebt werden

können sowie das Smartphones

selbst. Voraussetzung hierfür

ist lediglich, dass es über ein

NFC-Modul verfügt.

Am Parkscheinautomaten wird

die Zahlung durch das Vorhalten

der Karte/des Smartphones

ausgelöst. Der erfolgreiche Bezahlvorgang

wird über ein akustisches

sowie optisches Signal

bestätigt.

Bezirksstadtrat Arne Herz: „Der

Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

ist damit einer der wenigen

Kommunen in Deutschland, die

das bargeldlose Zahlen mit Kreditkarten

eingeführt hat. Wir sehen

dies als weiteres Angebot der

bargeldlosen Zahlung der Parkgebühren

neben der Möglichkeit

des Handyparkens.“


Gazette Charlottenburg | September 2017 | 15

Briefwahl

Für die am 24.09.2017 stattfindende

Wahl zum 19. Deutschen

Bundestag sowie dem Volksentscheid

über den Weiterbetrieb

des Flughafens Berlin-Tegel „Otto-Lilienthal“

(TXL) stehen zwei

barrierefrei zugängliche Briefwahllokale

zur Verfügung.

Im Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee

100, 10585 Berlin,

Raum 305, und im Dienstgebäude

am Hohenzollerndamm, Hohenzollerndamm

177, 10713 Berlin,

Raum 2000 (Zugang über

Mansfelder / Ecke Brienner Straße).

Die Wahllokale sind zu den

Öffnungszeiten der Bürgerämter

geöffnet:

Montag 8-16 Uhr, Dienstag: 11-

18 Uhr, Mittwoch: 8-13 Uhr, Donnerstag:

10-18 Uhr und Freitag

8-14 Uhr.

V. Zukunftstag in

Charlottenburg-Wilmersdorf

Nach dem Zukunftstag und

den Zukunftstischen Anfang

des Jahres 2017 findet nun der

V. Zukunftstag am Mittwoch,

dem 20. September 2017, von 14

bis 19 Uhr im Festsaal (3. Etage)

des Rathauses Charlottenburg,

Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin

statt.

Unter dem Motto „Gemeinsam

Integration neu denken: Chancen

sehen, geben und nutzen“

werden die Entwicklungen und

(Zwischen-) Ergebnisse der acht

durchgeführten Zukunftstische

zusammengetragen und gemeinsam

weiterentwickelt. Eine

neunte Gruppe wird sich mit

dem Format des Zukunftstages

selbst beschäftigen: Wie können

und sollen sich Zukunftstage

mehr für geflüchtete Menschen

öffnen?

Zu dem V. Zukunftstag sind alle

ehren- und hauptamtlichen Aktiven

aus dem Bezirk eingeladen.

Um Anmeldung wird gebeten

entweder online unter: www.

charlottenburg-wilmersdorf.de

oder per Fax unter 9029-12647.

Bibliotheken mit neuem

digitalen Filmangebot

Die Öffentlichen Bibliotheken

Berlins (VÖBB) bieten ab sofort

mit dem neuen Portal „Filmfriend“

das erste Video-On-

Demand-Filmportal speziell für

Bibliotheken. „Filmfriend“ wurde

gemeinsam vom Projekt „Digitale

Welten“ des VÖBB und der

filmwerte GmbH (Babelsberg)

entwickelt.

Das Portal bietet ein attraktives

Filmangebot mit über 500 Spielfilmen,

Dokumentationen, Serien

und Kinderfilmen mit einfacher

Handhabung und einem modernen,

werbefreien Design. Es

vereint die rechtliche (Daten-)

Sicherheit einer anonymen Registrierung

über die VÖBB-Ausweisnummer

mit dem Komfort

kommerzieller Streaming-Anbieter.

Die Berliner Öffentlichen

Bibliotheken reagieren damit auf

die sich verändernden Konsumgewohnheiten

im Filmbereich

und nehmen mit diesem Angebot,

das laufend erweitert wird,

eine Pionierrolle in der Bibliothekslandschaft

ein.

Bibliotheksnutzende können sich

über ihre Nutzernummer anmelden

und aus dem Angebot auswählen,

das über alle gängigen

Browser sowohl auf stationären

Rechnern, als auch über mobile

Endgeräte gestreamt werden

kann. Dabei wird das Alter der

Nutzer überprüft. Der Zugriff erfolgt

als unbegrenzter Parallelzugriff,

es treten keine Wartezeiten

auf. Unterstützt werden PC, Mac,

Google Chromecast, Apple TV und

Android-Mobilgeräte. Eine App

für iOS ist mittelfristig geplant.

Anders als bei kommerziellen

Anbietern ist die Anmeldung

anonymisiert, nutzerbezogene

Daten werden nicht erfasst. Die

Nutzung von „Filmfriend“ ist im

Entgelt für den Bibliotheksausweis

des VÖBB (derzeit 10 Euro

pro Jahr) bereits enthalten.

Neu ist auch das Angebot „Duden

Basiswissen Schule“ (über www.

munzinger.de, frei zugänglich mit

Bibliotheksausweis). Zu finden

sind diese Angebote bei www.

voebb.de/digitale-angebote.

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Nächste Ausgabe Oktober Nr. 10/2017

Anzeigen-/Redaktionsschluss 18.09.2017

Erscheinung 05.10.2017


16 | Gazette Charlottenburg | September 2017

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