Newsletter Ausgabe März 2018

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BESSERE LEBENSQUALITÄT BEI MENSCHEN

MIT SCHIZOPHRENIE – HAUSÄRZTE SIND WICHTIG

Sind Patienten, die an Schizophrenie erkrankt sind, mit ihren Ärzten und Therapeuten zufrieden, steigt ihre Lebensqualität.

Dies ist das Resultat einer von den PDGR durchgeführten Studie «Lebensqualität bei Menschen mit Schizophrenie».

Die Resultate aus der PDGR-Studie «Patient satisfaction and

Quality of Life in People with Schizophrenia-Spectrum Disorders

in a Rural Area» («Lebensqualität bei Menschen mit

Schizophrenie») bringen insbesondere für den alpinen und

ländlichen Raum wichtige Erkenntnisse. Andres R. Schneeberger,

Ärztlicher Direktor der PDGR und Senior-Forscher

dieses Studienprojektes: «Die Studienergebnisse zeigen

klar, dass es nicht ausreicht, Schizophrenie-Erkrankten nur

die für sie notwendigen Medikamente abzugeben. Wichtig

für die Lebensqualität der Patienten und Patientinnen ist

eine umfassende Behandlung, zu der auch Gespräche mit

den Behandlungspartnern und insbesondere mit den Hausärzten

gehören».

Zum Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt startete 2013 und wurde 2017

abgeschlossen. Bislang haben sich andere «Lebensqualität-

Forschungen» auf den städtischen Bereich beschränkt. Erstmals

nun wurde der alpine Raum mit Graubünden, Glarus

und Liechtenstein im Auftrag der PDGR untersucht. Dabei

wollte man auch wissen, ob die Versorgungsmodelle der

PDGR Wirkung zeigen und wie sich diese auf die Lebensqualität

der an Schizophrenie Erkrankten auswirken. 2014

hatten die mit der Studie beauftragten Forschenden und

Ärzte alle Patienten, die zwischen 1998 und 2013 bei den

PDGR in Behandlung waren, telefonisch für eine

Studienteilnahme angefragt. 371 sagten zu – nach gewissen

Ausschlusskriterien retournierten 94 die Fragenbogen.

Gefragt wurde unter anderem nach der Behandlungsbeziehung

und den Kompetenzen der Behandler, nach dem

Behandlungsmanagement, dem Wohlfühlfaktor der

Behandlungs- und Büroräume und nach der Erreichbarkeit

der Ärzte/Ärztinnen und TherapeutInnen. «Unsere

Hypothese war, dass bei schlechter Erreichbarkeit auch die

Lebensqualität beeinträchtigt ist. Das hat sich nicht bestätigt.

Es zeigte sich, dass die Versorgungslandschaft der

PDGR auch in der Peripherie ausreichend ist. Zudem stellte

sich heraus, dass die Patientenzufriedenheit ganz eindeutig

mit dem Behandlungsmanagement und der Behandlungsdimension

korreliert», so Schneeberger, der darauf hinweist,

dass die Analyse auf mehreren Ebenen erfolgt ist und die

städtisch/ländlichen Unterschiede berücksichtigte.

Interessant: Medikamente spielen gemäss Studie eine

untergeordnete Rolle bezüglich der Lebensqualität von an

Schizophrenie Erkrankten. «Die menschliche Beziehung zu

den Behandlern stellte sich als massgebender Zufriedenheits-

und Lebensqualitätsfaktor heraus. Für Schizophrenie-

Erkrankte sind also integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische

Behandlungen wichtig». Die befragten Patienten

hatten ihren Angaben zufolge zu rund 70 Prozent regelmässig

Kontakt (6,8 Besuche jährlich) zu ihrem Hausarzt.

«Die Studie «Quality of life» zeigt uns auch, dass die von

den PDGR aufgebauten dezentralen Angebote mit guter

Versorgungsstruktur eine wichtige Rolle bei der Patientenzufriedenheit

spielen».

Furrer, M., Jakob, N. J., Cattapan-Ludewing, K., Seixas, A., Huber, C. G., &

Schneeberger, A. R. (2018). Patient satisfaction and quality of life in people with

schizophrenia-spectrum disorders in a rural area. Administration and Policy in

Mental Health and Mental Health Services Research, 45(2), 245-253.

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