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Seite 14 Seite 15<br />

Eine große Gemeinschaft<br />

A big community<br />

Halbzeit! Ich lebe jetzt schon seit so gut wie einem<br />

halben Jahr hier in Sambia und bin erstaunt, wie schnell<br />

die Zeit vorbeigegangen ist. Mittlerweile haben sich<br />

schon einige Leute, wie z.B. meine Nachbarn, endlich<br />

an den Muzungu in ihrer Nachbarschaft gewöhnt.<br />

Das fühlt sich gut an, da jetzt nicht mehr jeder meiner<br />

Schritte verfolgt wird wie zu Beginn. In der Gegend, in<br />

der ich lebe, wo sowieso eher dicht auf dicht gewohnt<br />

wird, wird mir oft bewusst, dass die Leute im Vergleich<br />

zu Deutschland in einer großen Gemeinschaft mit fast<br />

allen anderen aus der Nachbarschaft zusammenleben.<br />

Hier wird sich gegenseitig ausgeholfen; ist einem das<br />

Waschpulver ausgegangen, klopft man mal eben an<br />

die Nachbarstür; ist keine Wäscheleine mehr frei,<br />

wird halt die des Gegenübers benutzt. Und wenn der<br />

eigene Kühlschrank nicht die richtige Temperatur<br />

hat, um Babynahrung aufzubewahren, wird nicht<br />

lange gezögert und es werden den netten Leuten von<br />

nebenan eben die Umstände erklärt. Und ein wenig<br />

Platz im Kühlschrank hat doch jeder. Es wird am<br />

Leben der anderen teilgenommen.<br />

Auch an der Erziehung ist mir aufgefallen, dass jeder<br />

für jedes Kind mitverantwortlich ist.<br />

Ein weiterer großer<br />

Unterschied zu<br />

Deutschland ist<br />

das Begleiten von<br />

Freunden und<br />

Bekannten. Das<br />

ist manchmal ein<br />

einziges Hin und Her.<br />

Wenn mich Freunde<br />

nach Hause begleiten,<br />

quatschen wir<br />

manchmal so lange,<br />

bis wir mein Haus<br />

erreicht haben, und<br />

dann begleite ich sie<br />

natürlich auch wieder<br />

ein Stück. Vergisst<br />

man dabei die Zeit,<br />

kann es vorkommen,<br />

dass man wieder am<br />

Haus des anderen<br />

angekommen ist.<br />

Half time! It´s almost a half year ago since I arrived<br />

in Zambia and I‘m surprised how fast this time has<br />

passed. It feels good that some people got used to the<br />

muzungu in their neighbourhood. Finally, people<br />

don’t follow all my steps anymore like it was in the<br />

beginning. Compared to Germany, here people live<br />

in a big community with almost all their neighbours.<br />

For example, if you‘re running out of washing powder<br />

you just knock at your neighbour’s door, if there‘s no<br />

place on your line for hanging clothes you use the<br />

neighbour’s one and those whose refrigerator doesn‘t<br />

have the correct temperature for keeping baby food<br />

will not be hesitated to ask the nice people living next<br />

door for explaining the circumstances; and we all have<br />

a little place. People take part of their friends life. They<br />

even take care of the other peoples children.<br />

Another big difference is that people escort their<br />

friends almost every time they meet. Its natural that I<br />

escort my friends back, even if their just from escorting<br />

me and sometimes we chat without even noticing that<br />

we already reached each others home.<br />

It took longtime for me to get used to spontaneous<br />

visits. If my friends are near by my place they just<br />

Woran ich mich<br />

lange gewöhnen<br />

musste, sind auch die<br />

spontanen Besuche.<br />

Ist man in der Nähe<br />

eines Freundes,<br />

schaut man mal eben<br />

vorbei, um Hallo zu<br />

sagen, und manchmal<br />

verabredet man sich<br />

an einem bestimmten<br />

Tag und Niemand<br />

kommt.<br />

Wie wichtig Religion<br />

hier für die Leute<br />

ist, wird mir bei<br />

den Treffen der<br />

Jugendlichen von<br />

meiner Gemeinde<br />

bewusst. Bevor es<br />

losgeht, wird erst<br />

einmal gebetet, und<br />

das machen sie freiwillig. Während des Treffens<br />

werden dann wichtige Veranstaltungen geplant<br />

und besprochen, denn hier geht so gut wie jede<br />

Veranstaltung von der Kirche aus. Am Ende des<br />

Meetings wird zum Abschluss wieder eine Runde<br />

gebetet. Womit ich noch immer Schwierigkeiten habe,<br />

ist der Dresscode, der in der Kirche gilt, sowohl für die<br />

Messe als auch für die nachmittäglichen Meetings mit<br />

den Jugendlichen. Denn als Mädchen darf ich meine<br />

Knie und Schultern nicht zeigen und muss immer ein<br />

Kleid oder zumindest einen Rock tragen.<br />

Weihnachten ist für mich eher enttäuschend<br />

ausgefallen. Zwar wusste ich, dass Weihnachten<br />

nicht so groß gefeiert wird wie in Deutschland, aber<br />

dennoch hatte ich mir mehr erhofft als einfach nur<br />

einen zusätzlichen Gottesdienst. In diesem wurde<br />

dafür aber mehr gesungen, einige Jugendliche<br />

haben getanzt, und es wurde sogar in Tonga ein<br />

Weihnachtsstück aufgeführt. Auch Silvester war, bis<br />

auf den Gottesdienst am Abend, wie jeder andere<br />

normale Tag. Eigentlich war am nächsten Tag eine<br />

Neujahrsparty für uns Jugendliche geplant, da aber<br />

come to greet me. Another thing is that if we arrange<br />

a meeting on a special day sometimes they just don‘t<br />

come and I have waited all day long for them.<br />

I‘m aware of how important religion is for the people<br />

at every meeting with the youths of my community.<br />

Before they start planning some future parties and<br />

meetings they pray first. I‘m still struggling with the<br />

dress code while mass and even at the meetings in the<br />

afternoons. Because of being a girl I cannot show my<br />

knees and shoulders and I always have to wear a dress,<br />

skirt or at least a chitenge.<br />

Christmas has turned out rather disappointing for me.<br />

Although I did know that Christmas is not that big<br />

celebrated as it is in Germany I still hoped for more<br />

than just an additional mass at church. But at least<br />

people sung more, some of the youths have danced<br />

and there even was a Christmas play performed,<br />

however, in Tonga. Even New Year’s Eve was like every<br />

other day except for the evening service. Actually, the<br />

next day was a New Year party for all of the youths<br />

but almost no one was able to pay in advance, so it got<br />

postponed.

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