Taiwan_2017

gerhard.hochl

TAIWAN - ILHA FORMOSA

Eine wahre Schatzinsel

© gerhard.hochl@gmx.at

Bilder von Zeno Lampel, Layout und Bilder von Gerhard Hochl

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Sonntag 19.11.2017

Flug mit China Airlines

Airbus A350-900

Abflug Wien: 11:00

Montag 20.11.2017

Ankunft Taipeh: 06:00

Flugzeit: 11:00

Der pagodenartige Bau entspricht

der chinesischen Tempelarchitektur

und erinnert an Bambus. Für

die Chinesen ist die Zahl 8 eine

Glückszahl und dies wurde im Bau

berücksichtigt. 8 große Abschnitte

beinhalten wiederum 8 Stockwerke.

Große Scheiben an jeder Seite

der Fassade stellen Glücksmünzen

dar, die schlechte Geschäfte

fernhalten sollen.

Der Ausblick von der Aussichtsplattform

zeigt das moderne

Taiwan mit der guten Infrastruktur.

Taipeh > Graz: Zeitverschiebung - 7 Stunden

Sprache: Chinesisch

Währung: Neuer Taiwan-Dollar (TWD)

€ 10 = TWD 300

Taipeh Montag 20.11.2017

Am Flughafen wurden wir von unserem chinesischen Reiseführer

Minghsuan Kao empfangen und anschließend mit dem Reisebus

zum Hotel gebracht. Eine Stadtrundfahrt stand auf dem Programm.

Taipeh ist die Hauptstadt der Insel Taiwan mit

2,7 Mill. Einwohnern. Sie bietet noch den Flair,

den Chinas Metropolen vor 20 Jahren hatten.

Tausende Motorroller in den Straßen, Tempel

und belebte Nachtmärkte. Die Moderne

findet sich im Taipeh Tower 101, dem

bis 2007 höchsten Gebäude der Welt.

Taiwans Diktatur hat sich in mehreren

Prachtbauten verewigt, die auch in der

Demokratie ihre Verwendung als Symbol

des nationalen Chinas finden.

Trotz der vielen Menschen, die wie

wir hinauf wollten, waren wir in kurzer

Zeit in der 89. Etage. Der Lift braucht

30 Sekunden dafür!

Der Aufzug war bis

2015 im Guinness

Buch der Rekorde

als der schnellste der

Welt vermerkt.

Taiwan liegt an der Westkante des

pazifischen Feuerrings, wo zwei tektonische

Platten zusammenstoßen.

Beim Bau des Fundaments

wurden

Mit der Geschwindigkeit von Eine Hauptbruchlinie verläuft geradewegs

der Ostküste entlang gegen

1000 m pro Minute erreichen wir

9.000t Stahl und

die verglaste Aussichtsplattform. Süden, was die Ursache für regelmäßige

Erschütterungen ist. Bei einem

35.000t Beton verarbeitet.

Die 550

Die Kabinen sind luftdicht und der

Innendruck wird konstant gehalten. Erdstoß kann die Turmspitze bis zu

Betonpfeiler sind

Die Gesamthöhe beträgt 508m und 3m schwanken. Eine 660t schwere

Stahlkugel mit 5m Durchmesser

bis zu 80m in den

der Bau kostete 1,6Mrd. Dollar. Der

Boden gerammt

Name 101 kommt von den 101 Etagen. gleicht diese Bewegungen aus.

worden.

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An einigen im Regen betenden Chinesen

vorbei besuchten wir das Nationale

Palastmuseum. Hier wird die

weltweit größte Sammlung chinesischer

Kunstwerke von unschätzbarem

Wert ausgestellt.

Die meisten der 696.344 Objekte

waren ursprünglich Teil der kaiserlichen

Kunstsammlung, welche von

Qing-Kaiser Qianlong zusammengetragen

wurde. Eine Büste des Kaisers

ziert das Foyer.

Die Exponate stammten aus der Verbotenen

Stadt und wurden durch Chiang Kai-shek

nach Taiwan gebracht, als dieser im Jahr 1949

vom Festland floh.

Speiselokale und ein riesiger Shop für Kunstgegenstände

runden das Angebot auf der

Aussichtsplattform ab.

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Die zentralen Ausstellungstücke im Jahr 2017.

Der Fleischstein mit goldenen Unterteil ist eine Skulptur aus der

Qing-Dynastie. Sie ist 5,73 cm lang, 6,6 cm breit und 5,3 cm tief,

dabei wurde die natürliche Farbe eines Achat-Steins ausgenutzt,

um ein Stück Fleisch zu imitieren. Der Künstler ist unbekannt,

man weiß lediglich, dass das Werk aus dem 19. Jahrhundert

stammt.

Der Chinakohl mit Heuschrecke stammt auch aus der Qing-Dynastie.

Sie ist 18,7 cm lang, 9,1 cm breit und 5,07 cm tief. Der

Künstler nutzte die natürliche Farbe der Jade aus, um einen Chinakohl

zu imitieren.

Nur die besten Stücke aus der

kaiserlichen Sammlung werden

hier verwahrt. Selbst so ist dieser

Schatz noch bei weitem zu

umfangreich, um ihn auf einmal

auszustellen. Viele der besonders

geschätzten Stücke werden permanent

gezeigt. Der Großteil der

Sammlung von Jade, Porzellanwaren

und Gemälden wird jedoch

regelmäßig ausgetauscht. Das

Museum zieht jährlich Millionen

von Besuchern an. Im Jahr 2016

betrug die Besucherzahl über

sechs Millionen.

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Chiang Kai Shek Memorial Hall

Der weitläufige Platz ist ein großer Komplex in

der Mitte der Stadt und umfasst neben der Gedächtnishalle

für Chiang Kai Shek, das National

Theatre und die National Music Hall.

Den Mittelpunkt bildet eine dem Lincoln Memorial

in Washington nachempfundene Halle, die

den Militärdiktator sitzend aus Marmor zeigt. Im

Inneren des Monuments gibt es mehrere Etagen

mit wechselnden Kunstausstellungen. Im Erdgeschoss

ist eine permanente Ausstellung über

das Leben und Wirken von Chiang zu sehen.

Erbaut wurde der Komplex von 1976 bis 1980.

Nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg

Zum Zeitpunkt unserer Reise war das Gebäude

eingerüstet. Daher zeigt die obere Aufnahme

und Mao Zhedong, der zur kommunistischen Partei

endete die Zusammenarbeit von Chiang Kai-shek

das Denkmal während unseres ersten Besuches

gehörte. Nach der Trennung gewann Mao Zhedong

im Jahr 2010.

immer mehr Stimmen unter den Einwohnern Chinas

Täglich um 17:00 Uhr findet die Wachablöse der

und gewann 1949 die Wahlen zum Präsidenten der

Ehrengarde statt. Dieses sehenswerte Ritual

Volksrepublik China. Chian Kai-shek floh mit seiner

zeigt sehr gut die disziplinbereite Fähigkeit der

Armee und Millionen Anhängern nach Taiwan, wo

chinesischen Soldaten.

er eine provisorische Volksrepublik Chinas ausrufen

ließ. Er ernannte Taipeh zur Hauptstadt und das Regime

regierte diktatorisch mit Hilfe des Kriegsrechtes.

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Rund um das Monument laden schöne Gärten zum Verweilen ein. Das breite Eingangsareal wird für Paraden

genützt und auf beiden Seiten stehen das National Theatre und die National Music Hall. Nach Sonnenuntergang

kommen die Farbenspiele besonders zur Geltung.

Dienstag 21.11.2017 Rundreise zur Nordküste

Bei der Abfahrt in Taipeh zeigten sich schon Regenwolken am Himmel. Das erste Ziel war die alte Goldgräberstadt

Jiufen. Das ist ein Bergdorf, das bis 1893 ein abgeschiedener Ort war und aus neun Haushalten bestand. Jiufen

bedeutet auf chinesisch neun Teile und daher stammt der Name. Erst als dort Gold gefunden wurde, wuchs

der Ort innerhalb weniger Jahre zur heutigen Größe. Unter der japanischen Herrschaft

wurde hier auch Kupfererz in einem Bergwerk abgebaut. Kriegsgefangene

des 2. Weltkrieges, hauptsächlich britische Soldaten aus Singapur mussten unter

unmenschlichen Bedingungen im Kupferbergwerk arbeiten. Die Mine wurde 1971

geschlossen. Der Ort verlor an Bedeutung und geriet in Vergessenheit.

Erst als ein sehr bekannter taiwanesischer Regisseur

im Jahr 1989 in dem Film „Die Stadt der Traurigkeit“

Jiufen als Filmkulisse auf die Leinwand brachte, gab

es eine Renaissance durch den Tourismus. Übrigens

der Film handelt von einem traurigen Kapitel in der

taiwanesischen Geschichte. Die blutige Niederschlagung

von Protesten der Bevölkerung durch die neu

angekommenen Nationalchinesen unter Chiang Kaishek

am 28.02.1947 wurde vorher tabuisiert, stillgeschwiegen

und sogar mit Zensur belegt.

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Durch den starken touristischen

Andrang gibt es unzählige

Geschäfte jeder Art.

Das chinesisch-kulinarische

Angebot überwiegt aber bei

Weitem. Offensichtlich kochen

Chinesen zu Hause nicht.

Sollte es in Jioufen einmal nicht

regnen, dann wäre die Stimmung

nicht so romantisch, sagen unsere

professionellen Reisebegleiter.

Das können wir bestätigen. Bei

unserem Besuch hier vor 7 Jahren

regnete es auch. Damals besuchten

wir das Goldmuseum mit

schönen Mineral-Exponaten.

Auch die bezaubernden Damen konnten uns

nicht zur Konsumation überreden.

Das Hotel im linken Bild ganz oben hat eine Geschichte

die in den 2.Weltkrieg zurück reicht.

Japanische Kamikazepiloten verbrachten ihre

letzte Nacht in diesem Hotel. Vermutlich mit

der entsprechenden Damen-Betreuung.

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Alles was das Meer hergibt,

wird zu Speisen

verarbeitet. Auf Grund

der riesigen Mengen

können nur Aquakulturen

dahinter stecken.

Die Überwachung der Bevölkerung

hat seinen Ursprung in der Ära von

Chiang Kai-shek. Aber auch die jetzige

Regierung die von der Demokratische

Fortschrittspartei dominiert wird,

hat die Überwachungskameras nicht

abmontiert.

Bezüglich Gefahrguttransport macht sich

hier kein Mensch Gedanken.

Neben dem überragendem Speiseangebot

gibt es aber auch herkömmliche

Verkaufsgeschäfte, Souvenierläden und

traditionelle Teehäuser.

Am Nachmittag besuchten wir den Yehliu Geopark.

Wunderbare Steinformationen sind durch die Erosion

entstanden. Die Halbinsel erstreckt sich 1,7 km

ins Meer und man kann die Steinformationen auf

einem Rundweg erforschen. Die Wellen haben im

Laufe der Jahrtausende diese Formationen geschaffen.

Die Mischung aus Sandstein, Kalkstein und Granit ermöglichte dem Wasser und dem Wind diese Formen zu

erzeugen. Da die Steine Figuren zugeordnet sind, entsteht eine wahre Fotohysterie z.B. vor dem Kopf der Königin.

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Unser Buschauffeur brachte uns, wie an allen anderen Reisetagen

sicher und bequem von einem Ort zum Anderen. Über enge Straßen

bis in 3500m Höhe, über moderne Autobahnen und durch kleine

Gassen der Altstädte. Der Reisebus war sein Eigentum und so fuhr

er als kleiner Unternehmer, wie viele Taiwaner.

Der späte Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang gehörte dem Besuch

des Mengjia Longshan-Tempels.

Der größte Andrang von jungen

Menschen herrschte beim Gott

der für die Liebe zuständig ist.

Von den Gläubigen werden zwei

Holzstücke, eine Seite rund - eine

Seite flach, auf den Boden geworfen.

Je nachdem wie das Verhältnis

der liegenden Holzstücke

zwischen rund und flach ist, so

fällt die Beantwortung der Frage

durch den angebeteten Gott aus.

Der Interpretationsspielraum ist

sicher sehr hoch.

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Der Mengjia Longshan-Tempel ist besonders am Abend

ein Erlebnis. Die 1600 m² große Tempelanlage ist nach traditionell-chinesischer

Architektur in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet.

Wir finden hier die typische Palast-Form mit Pailou

(Toranlage), Vorhalle, Haupthalle und hinterer Halle auf einer

Mittelachse angelegt.

Die Anlage ist der älteste Tempel in Taipeh und stammt aus

der Zeit der Qing-Dynastie. Es werden hier mehr als 100

Gottheiten verehrt. Man sieht viele Gläubige, die Räucherstäbchen

entzünden, Götterfiguren anbeten oder Sutras rezitieren,

das sind in Versform gefasste buddhistische Schriften.

Die chinesischen Nachtmärkte haben

eine lange Tradition. Bereits

während der Tang-Dynastie (620

- 900) gab es diese Form der preiswerten

Versorgung der Bevölkerung.

Die Nachtmärkte beginnen meistens

abends gegen 18 Uhr und am

Wochenende sogar morgens gegen

8 Uhr und dauern bis 1 Uhr nachts.

Kleidung, Gebrauchsgegenstände,

Dienstleistungen und vieles mehr

werden angeboten. Es werden auch

Xiǎochī (= kleines Essen - Snacks)

angeboten, zum Mitnehmen oder

zum Verzehr an kleinen Tischen neben

den Garküchen.

Neben dem Osttor zum Nachtmarkt liegt der Songshan Ciyou Tempel.

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Im Songshan Ciyou Tempel wird der Meeres-Gott Mazu verehrt. Der Tempel wurde 1753 gebaut und der

Legende nach von einem wandernden Mönch gegründet.

Mittwoch 22.11.2017

Taroko Nationalpark

Nach zwei Übernachtungen im Hotel City

Suites Taipeh ging es mit unserem Reisebus

an die Ostküste. Während der Fahrt

erklärte uns der chinesische Reiseführer

mit japanischen Wurzeln den Reiseverlauf

und in homöopathischen Portionen

erzählte er sehr interessant von Kultur,

Bildung, Geschichte und Politik.

Geschichte von Taiwan in Kurzfassung

Während der ersten Hälfte des 1.Jahrtausends unserer Zeitrechnung boten die indigenen Kulturen auf dem

chinesischen Festland und den diesem vorgelagerten Inseln ein kulturell und linguistisch ähnliches Bild. Bis

zum 17. Jahrhundert gab es jedoch kaum kulturelle Verbindungen zwischen Taiwan und China. Die indigenen

Völker Taiwans pflegten Handelsbeziehungen sowohl mit China wie auch in Richtung Süden, z. B. mit den

Philippinen.

1580 nahmen die Portugiesen die Insel in Besitz und wurden 1622 von den Holländern vertrieben. Aber auch

die Holländer wurden 1662 von der chinesischen Quing-Dynastie vertrieben. Die Herrscher aus Peking regierten

hier bis zum verlorenen Krieg gegen die Japaner. Die Japaner setzten sich hier bis zum Ende der 2.Weltkireges

1945 auf der Insel fest. Das Friedensabkommen der Alliierten sah eine Übernahme von Formosa durch

die damalige Republik China unter Chiang Kai-shek vor.

1949 floh die Kuomintang-Regierung unter Chiang Kai-shek nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg

gegen den kommunistischen Widersacher Mao Zedong auf die Insel Taiwan und machte die Stadt Taipeh

zu ihrem Regierungssitz. Mit ihr kamen 1949 etwa 1,5 Mio. Flüchtlinge aus allen Teilen Festlandchinas nach

Taiwan, die mit ihren Nachkommen heute ungefähr 14 % der Bevölkerung stellen und in der

taiwanischen Gesellschaft als Waishengren bezeichnet werden.

Die Kuomintang (KMT) regierte die Insel über vier Jahrzehnte als autoritären Einparteienstaat.

12 Jahre nach dem Tod Chiang Kai-sheks hob die KMT im Jahr 1987 das Kriegsrecht

auf, die erste Oppositionspartei, die Demokratische Fortschrittspartei (DFP) wurde gegründet.

Die lange aus Schulen, Behörden und Rundfunk verbannten Lokalsprachen, insbesondere

das Taiwanische, erlebten eine Renaissance. Auch gibt es seit Mitte der 1990er Jahre

Bestrebungen, die Kultur und die Sprachen der Ureinwohner zu bewahren.

Präsidentin Tsai Ing-wen.

Taiwans Geographie

Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 394 km und

einer West-Ost-Ausdehnung von etwa 144 km erreicht

Taiwan eine Gesamtgröße von ungefähr 36.300 km²

und hat damit weniger als die halbe Fläche von Österreich.

Die Bevölkerungsdichte beträgt jedoch das 2,5

fache. Taiwan hat ~ 24 Mill. Einwohner. Zwei Drittel der

Landesfläche sind von Gebirgsketten durchzogen, die

mehr als 200 Berggipfel mit einer Höhe von über 3.000

Meter vorweisen können.

Entstanden sind die Berge durch die Kraft der tektonischen

Platten, die sich unter dem Pazifik befinden.

Taiwans liegt am westlichen Ausläufer des Pazifischen

Feuerrings, demnach auch an der Stelle, wo die Platte

des Festlandes auf die tektonische Platte des Pazifiks

trifft. Vor mehr als zwölf Millionen Jahren verkeilten sich

diese beiden Platten und wölbten sich auf. Das nach

oben beförderte Gestein wurde aufgefaltet. Durch die

immer noch andauernde Reibung der Platten unter der

Erde gibt es auch auf Taiwan immer wieder Erdbeben,

es gibt jedoch keinen einzigen Vulkan auf der Insel.

Regelmäßig wurde

an Raststationen

gehalten. Diesmal in

der Nähe einer Fabrik

für Schulstifte.

Der Eingang in den

Taroko Nationalpark,

wie man auf

dem Stein gut lesen

kann.

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Der Schrein des ewigen Frühlings

wurde im Andenken an die 212 gestorbenen

Bauarbeiter errichtet, die

beim Bau der Ost-West-Straße über

das Gebirge ums Leben gekommen

sind.

Der Schwalbengrotten-Pfad ist das

Herz der Taroko-Schlucht. Der Pfad

führt halb durch den Berg und immer

wieder gibt es durch Steinfenster und

kleine Felsbalkone die Möglichkeit

hinunter in den Fluss oder die Marmor-Fels-Wände

hinauf zu schauen.

Wasserfälle, Tunnel, Hängebrücken und

sagenhafte Ausblicke machen die Taroko-Schlucht

zu einem unvergesslichen

Erlebnis. Ihre atemberaubende Schönheit

hat die 19 Kilometer lange Taroko-Schlucht

zu Recht zu Taiwans meistbesuchter

Naturattraktion gemacht.

Donnerstag 23.11.2017

Taroko Nationalpark - Sonne-Mond-See

Nach der Übernachtung im 5* Hotel Silks Place und einem ausgezeichneten

Frühstück fuhren wir Richtung Westen über ein Gebirgsmassiv.

Die Passstraße führte uns bis auf 3275m Seehöhe.

Die wunderschöne, tiefeingeschnittene

Schlucht entstand durch einen Fluss,

der sich durch die Marmor- und Granitberge

hindurch gearbeitet hat.

Eine Straße, die in das mächtige Gestein

gehauen wurde, schlängelt sich

durch mehrere hundert Meter hohe,

steil aufragende Berge, während viele

Meter weiter unten der Fluss an riesigen

Marmorfelsen vorbei tost. Hier und

da klammern sich Pavillons, Pagoden

oder Tempel an die zum Teil in Nebel

gehüllten Berghänge.

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Der 3200 Jahre alte Bilu Sacred

Baum ist ca. 50m hoch und der

Stamm hat einen Durchmesser

von 3,5m. Er wird als Heiligtum

verehrt und ist der Größte der alten

Bäume entlang der Passstraße. Im

Nationalpark wird in den Lauf der

Natur nicht eingegriffen. Diese Gebilde

ergeben sich durch Nebel,

Sonne und Zenos Fotokunst.

Der Sauerstoffanteil ist in über 3200m spürbar geringer. Den Einheimischen,

als auch den Touristen vom chinesischen Festland merkt

man das beim Produzieren von Selfis überhaupt nicht an.

Auf schmalen, engen Serpentinen erreichten wir den Sonne Mond

See auf 760m Seehöhe. Der See hat eine Oberfläche von 11,6km².

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Die schöne und friedvolle Atmosphäre des smaragdgrün schimmernden Gewässers und die Form, die von

oben betrachtet, der Sonne und dem Mond ähnelt, haben diesem See den Namen gegeben. Während der

japanischen Kolonialregierung wurde 1919 ein Staudamm errichtet, um mit Wasserkraft Strom zu erzeugen.

Die ursprünglich am alten Ufer gelegenen Tempelbauten mussten abgerissen werden und auf dem heutigen

Standort verlegt. Erst im Jahr 1969 wurde der Tempel im chinesischen Palaststil vergrößert und erneuert.

Der Wenwu-Tempel besteht aus drei Hallen. Der erste Saal, der sich im zweiten Stock der Eingangshalle

befindet, ist ein Schrein, der dem Ersten Ahnen Kaiji und dem Gott der Literatur gewidmet ist. Die zentrale

Halle ist Guan Gong, dem Gott des Krieges, und dem Krieger-Gott Yue Fei gewidmet. In der hinteren Halle

wird Konfuzius geehrt. Wie immer wurden wir von Minghsuan (Vorname) Kao (Familienname) gut unterrichtet.

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In Taiwan herrscht Religionsfreiheit. Oftmals gibt es innerhalb einer Familie Anhänger verschiedener Glaubensrichtungen.

Verschiedene Religionsgemeinschaften existieren friedlich nebeneinander.

Zu den traditionellen chinesischen Religionen gehören der Buddhismus, der Taoismus, der Konfuzianismus und

unterschiedliche Volksreligionen. Der Taoismus hat seine Wurzeln in China, wohingegen der Buddhismus seinen

Ursprung in Indien hat.

Der Konfuzianismus selbst ist keine Religion im

eigentlichen Sinne, er stellt eher eine Art Moralund

Soziallehre dar und wurde von Konfuzius

selbst begründet (551 - 479 v. Chr.), der Erzählungen

zufolge in der Provinz Shandong im heutigen

Festland-China gelebt haben soll.

Die meisten Taiwaner verehren eine Vielzahl

von buddhistischen und daoistischen Göttern,

was auch die große Anzahl der Tempel erklärt.

Die Schrift oder Han-Schrift fixiert die chinesischen

Sprachen, vor allem das Hochchinesische, mit Schriftzeichen

die oft ganze Wörter ausdrücken.

Insgesamt gibt es circa 87.000 Schriftzeichen, von denen

der Großteil jedoch nur selten verwendet wird. Für

den alltäglichen Bedarf ist die Kenntnis von 3000 bis

5000 Zeichen ausreichend.

Das Essen in westlich

orientieren Restaurants

ist für manche gewöhnungsbedürftig

aber pikant

und gut.

Freitag 24.11.2017

Sonne-Mond-See - Tainan

Beim Schreiben chinesischer Zeichen ist die Reihenfolge

der einzelnen Striche nicht beliebig, sondern

durch sieben Grundregeln festgelegt:

1. Erst der waagerechte, dann der senkrechte Strich

2. Erst der nach links gebogene Strich, dann der

nach rechts gebogene Strich

3. Erst der obere, dann der untere Strich

4. Erst werden äußere, dann innere Komponenten

geschrieben

5. Ein Kästchen wird erst dann geschlossen, wenn

die innere Komponente fertig ist

6. Wenn sich kleinere Komponenten um ein größeres

Mittelteil gruppieren, wird erst der Mittelteil geschrieben

Beim Stadtbummel

durch

die Hafenstadt

Yuchi gab es einiges

zu sehen

und wir konnten

Die Qualität der

ein wenig hinter

die Kulissen

Hotels entspricht

durchaus dem

einer Kleinstadt

internationalen

blicken.

Sterne-Standard.

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Nach der Übernachtung im Garden

Hotel Moon machten wir am

Morgen eine Bootsrundfahrt auf

dem See.

Über dem Südufer des Sees thront der dem

buddhistischen Mönch Xuanzang gewidmete

Syuentzang (Xuanzang)-Tempel, der 1996 mit

Blick auf den Sonne-Mond See gebaut wurde.

Hier hat jemand falsch eingeparkt.

Das ehemalige „Wochenendhaus“ von Chiang Kai Shek mit Wachturm

beim Anlegesteg ist heute zu einem großen Hotel ausgebaut.

Die Ureinwohner Taiwans, Thao genannt, waren der Sage

nach auf der Jagd nach einem weißen Hirsch. Dabei entdeckten

sie den See. Sie siedelten sich hier an, kultivierten

das Gebiet und gründeten die umliegenden Dörfer. 200 Jahre

lang behaupteten sie sich gegen einfallende Zuwanderer.

Erst im 19. Jahrhundert wurde ihr Einfluss geringer.

Die Insel Lalu darf nur von Mitgliedern der Minderheit betreten

werden. Eine weiße Hirschstatue ist deren Heiligtum.

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Was wäre eine Rundreise durch Taiwan ohne Tee-Verkostung. Im traditionellen Teehaus Hugosum wurde uns

die richtige Brühung von feinsten chinesischen Tee erklärt und vorgeführt. Danach gab es eine Verkostung und

natürlich auch die Möglichkeit Tee zu kaufen. Als Zeichen wie gesund Tee trinken sei, wurde uns der Seniorchef

mit über 90 Jahren vorgestellt.

Xuanzang, dessen Statue das

Kloster überragt, wurde im Jahr

600 geboren und war ein angesehener

Mönch, der sein ganzes

Leben der Förderung von buddhistischen

Lehren gewidmet hat.

Viele verschiedene Auslegungen

der Lehre durch Buddha-Schulen

veranlassten ihn nach Westen

zu reisen, die ursprünglichen heiligen Texte zurückzubringen und sie

selbst zu übersetzen. Er war zwanzig Jahre unterwegs, um diese Reise

zu vollenden. Sein Beitrag zu den buddhistischen Regeln war für die

Zukunft des Glaubens in China richtungsweisend.

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Betelnüsse werden in

ganz Asien und so auch

in Taiwan gekaut. Die

Früchte einer bestimmten

Palmensorte werden

dazu in mit gelöschtem

Kalk bestrichenen Betelpfeffer-Blätter

gerollt,

was dann als Betelbissen

bezeichnet wird. Wegen

des bitteren Geschmacks

werden häufig Gewürze

wie Pfefferminze, Lakritze

oder auch Kautabak hinzugegeben.

Der gelöschte Kalk bewirkt,

dass das in den

Nüssen befindliche Arecolin in Arecaidin und Methanol umgewandelt

wird. Der Kalk greift aber das Zahnfleisch an. Die Wirkstoffe

werden nach dem Kauen im Mund direkt resorbiert und passieren

rasch die Blut-Hirn-Schranke, was gegen Ermüdung wirkt.

Unser Buschauffeur kneift aus guten Grund

seine Lippen auf allen Fotos zusammen.

Die Festung Fort Zeelandia diente der niederländischen

Armee und der holländischen

Ostindien Kompanie von 1622 bis 1662 als

Schutz- und Hauptquartier.

Das Fort hatte 3 Stockwerke und die Mauern

der Eckwälle waren 9m hoch und bis zu 2m

stark. Der Bau wurde aus Ziegeln errichtet und die Verbindung des Baumaterials erfolgte mit einer Mörtelmischung

aus Sand, Muscheln, Reis und Zucker. Anfangs lag das Fort auf einer Landzunge, die im Laufe der Jahre

durch Aufschüttungen zum Mittelpunkt der Stadt Anping wurde, heute ist das ein Bezirk der Großstadt Tainan.

Das Betelkauen wird seit Jahrhunderten

praktiziert, aktuellen Schätzungen

zufolge wird in Taiwan mit Bettelnüssen

ein Jahresumsatz von umgerechnet

1,3 Milliarden Euro erzielt.

Verkauft werden die Betelnüsse von

leicht bekleideten Betelnuss-Mädchen

in, mit auffälligen Leuchtreklamen ausgestatteten

Kiosken mit viel Glas. Die

Hauptkunden sind Fernfahrer, Buschauffeure und

Bauarbeiter.

Am chinesischen Festland drängten die Truppen der Mandschu aus

dem Norden die Kräfte der Ming-Dynastie immer weiter nach Süden.

Das hatte zur Folge, dass der chinesische Feldherr Zheng Chenggong

(Koxinga), ein Anhänger der Ming, die Belagerung der Festung

Zeelandia begann. Rechts ist seine Statue zu sehen.

Der Konsum von Betelnüssen führt erstens zu

vermehrtem Speichelfluss und Wohlbefinden,

zweitens dämpft er den Appetit. Die Wirkung

In den folgenden neun Monaten starben rund drei Viertel der Verteidiger.

ist ähnlich wie bei Alkoholkonsum. Das Risiko,

1662 unterzeichnete Gouverneur Frederick Coyett eine Kapi-

Mundhöllenkrebs zu bekommen ist sehr groß und

tulationsurkunde, übergab die Festung mit allen Gütern und erhielt

die Zähne und das Zahnfleisch werden zerstört.

im Gegenzug freies Geleit für seine Soldaten und alle Zivilisten.

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Der Tianhou Temple in Anping ist der älteste

Tempel in dem der Meeres-Gott Mazu

verehrt wird.

Die Darstellung des Gottes Mazu hat mehrere

Hände mit denen er sinnbildlich verschiedene

Gegenstände festhält.

Im Gebäude sind Kunstgegenstände und historische Bilder ausgestellt und rund um das Gebäude ist ein Garten

angelegt. Bäume mit Luftwurzeln und die taiwanesische Nationalblume Frangipani sind überall zu sehen.

Der Tempel wurde

1668 anlässlich des

Sieges über die Holländer

vom chinesischen

Heerführer Koxinga

errichtet.

Die Figur vor dem

Tempel stellt symbolisch

den Affenkönig

aus der chinesischen

Literatur „Die Reisen

nach Westen“ dar.

An unserer Reiseleiterin Ernestine ist eine Botanikerin

verloren gegangen. Zu jeder Pflanze,

jeder Blüte und jeder Frucht hatte sie eine Erklärung

in verständlicher Form parat.

Luftwurzeln werden

von Pflanzen entwickelt,

die über die

Erdwurzeln nicht

ausreichend versorgt

werden.

Mit den sogenannten

Luftwurzeln wird

vom Baum Wasser

und Nährstoff bei

entsprechender Luftfeuchtigkeit

aufgenommen.

Manche

Luftwurzeln ragen

bis in die Erde und

erhöhen damit die

Standfestigkeit.

Die Geschichte „Die Reise nach Westen“ erzählt vom steinernen Affen, der sich durch List und Tücke zum

König der Affen macht und auch die Unsterblichkeit erlangt. Er fällt beim Himmelskaiser

durch seine Frechheiten in Ungnade und soll bestraft werden. Der Himmelskaiser

sendet alle seine Truppen, doch erst mit Hilfe Buddhas gelingt es, den Affen Sun

Wukong unter einem Gebirge, bestehend aus den fünf Elementen, zu verbannen und

festzuhalten.

Erst 500 Jahre später wird er vom

buddhistischen Priester Xuanzang

befreit, der ihn als Schüler aufnimmt,

worauf er diesen auf seiner

Reise bis vor das Antlitz Buddhas

nach Indien begleitet.

Sun Wukong der Affenkönig ist seit 1500 Jahren eine beliebte Volksfigur, da er den

Rebellen verkörpert, der sich gegen die Obrigkeit mit List und Schlauheit erhebt.

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Eine Apotheke der traditionellen chinesischen Medizin.

Dieses alte Zweiradfahrzeug ist hier eher die Ausnahme.

Es gibt fast nur moderne Honda Mopeds und die

in großer Anzahl und enormer Verkehrsdichte.

Nach dem Besuch des Tempels stand ein Spaziergang durch

die älteste Straße von Tainan auf dem Programm. Diese Straße

wurde von den

Holländern im Jahr

1622 angelegt.

Heute ist es eine

Einkaufsstraße.

Samstag 25.11.2017

Tainan

Fort Provintia wurde

zusätzlich zu dem seit

1624 bestehenden

Stützpunkt Fort Zeelandia

ein weiteres Fort errichtet.

Das 1653 fertiggestellte Fort

erfüllte neben seinem militärischen

Zweck auch die Aufgabe

eines Verwaltungszentrums.

In der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts wurden auf

dem Gelände des Forts nach

und nach der Haishen-Tempel,

der Wenchang-Pavillon,

eine Privatschule und zwei

Schreine errichtet.

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Die Skulptur erinnert an die Kapitulation

der Niederländer 1662.

Stele sind in China Tafeln, auf

denen die Lebensgeschichte von

Herrschern dokumentiert ist. Sie

ruhen sehr oft auf den Rücken

von Schildkröten.

Kuixing ist der

Gott der Prüfungen,

der Künstler und Literaten

steht auf den Darstellungen

mit dem rechten Fuß

am Boden und der linke wird

abgewinkelt zur Seite gehalten.

In der rechten Hand hält

die Figur einen Pinsel.

Die Fische im Teich

tragen den Namen

Koi und gehören

zur Familie der Karpfen.

Sie werden als

Symbol der Stärke

verehrt und haben

eine hohe kulturelle

Stellung.

Tainan ist die älteste und mit rund

1,9 Millionen Einwohnern fünftgrößte

Stadt Taiwans. Tainan wurde ab

1621 wegen der günstigen Hafenlage

als niederländische Kolonialstadt

errichtet. 1662 eroberte Zheng

Chenggong mit 25.000 Soldaten und 400 Schiffen die niederländische Garnison.

1684 wurde Tainan die Hauptstadt der Präfektur Taiwan. Erst im 19. Jahrhundert

wurde Taipeh im Norden der Insel Hauptstadt.

Im Tempel wird Lord

Kuixing verehrt, ein

Gott der Glück in der

Der Konfuzius Tempel, 1665 erbaut, ist der älteste Konfuziustempel und die „erste

Schule“ in Taiwan. Die Anlagen und der Park sind frei zugänglich.

Schule und im Beruf

verleihen soll.

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Mit diesen Glocken wurden Zeremonien

eingeläutet. Sie haben zum Unterschied

von gebräuchlichen Glocken, keinen Glockenschwengel,

sondern sie werden mit

einem waagrecht angebrachten Rundholz

von außen zum Klang gebracht.

Die wie Verzierung anmutenden Nippel

dienten der Tonlagenveränderung.

Der Konfuzianismus selbst ist keine Religion, sondern eine Lehre der gegenseitigen

Respektierung und der sozialen Rangordnung. Die Lehre regelt fünf Basis-Beziehungen:

zwischen Vater und Sohn, Mann und Frau, Herrscher und Untertan, dem älteren

und jüngeren Bruder sowie zwischen befreundeten Menschen – Ziel ist immer das Erreichen

der großen Harmonie untereinander. In den speziell für den Konfuzius-Glauben

errichteten Tempeln werden jedes Jahr am Geburtstag von Konfuzius (28.September)

große Feste gefeiert und besondere Zeremonien abgehalten.

Neben dem Konfuzius Tempel war eine große

Grünfläche, die von jugendlichen Sportgruppen

als Wettkampfstätte benutzt wurde,

unter der Leitung hübscher Lehrkräfte.

Konfuzianische Tempel unterscheiden sich grundlegend von anderen Andachtsstätten.

Es gibt keine Figuren, die von den Gläubigen angebetet werden. Lediglich Schrifttafeln

mit Weisheiten aus der Lehre werden kunstvoll verziert in den Mittelpunkt gestellt.

Die Tempelanlagen waren alle auch als Schule für die Lehre und der Verbreitung des

klassischen Konfuzianismus ausgebaut und die Studenten lernten und lebten nach dem

Grundsatz, dass Menschenliebe und

Gerechtigkeit in der Natur des Menschen

liegen würden.

Auf der blauen Tafel, gestiftet von

Chiang Kai Shek ist dieser Grundsatz

verewigt.

Fo Guang Shan ist das größte buddhistische Kloster in Taiwan. Der Orden ist eine der

größten Wohlfahrtsorganisationen in Taiwan. Sie wurde 1967 durch den ehrenwerten

Meister Hsing Yun, einem bekannten buddhistischen Mönch und Gelehrten, gegründet.

Der Orden entwickelte und fördert den humanistischen Buddhismus, eine moderne

buddhistische Philosophie, die in Taiwan zurzeit sehr populär ist.

Die Anlage besteht aus zwei Teilen. Das Buddha Museum, ein riesiger Komplex mit

Souvenir Geschäften, Restaurant und Andachtsräumlichkeiten, ein buddhistisches Disneyland

und dann das eigentliche Kloster - Fo Guang Shan Monastery.

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Der Eingang

in das Buddha-Museum

wird auf beiden

Seiten von

Elefanten- und

Löwen-Statuen

bewacht.

In der gesamten Anlage wurden westliche und chinesische Architektur miteinander vermischt. In der Eingangshalle

fühlt man sich wie in einem Einkaufszentrum, mit vielen Souvenir Geschäften, einen Starbucks und einem

Restaurant. Verlässt man die Halle auf der gegenüberliegenden Seite, steht man vor der Hauptattraktion des

Fo Guang Shan Buddha Museum: Die Acht Pagoden, die zum großen Buddha führen. Acht Pagoden, weil im

Mahayana Buddhismus acht Schritte zur Erleuchtung existieren. Jede Pagode trägt einen eigenen Namen und

ist für eine besondere Verwendung vorgesehen. Hochzeitspagode, Pagode der Tugend, Pagode der Lehre usw.

Nach den Pagoden erreicht man den Bodhi-Weisheits-Versammlungsplatz. Tausende Menschen haben hier Platz.

Dahinter thront die größte sitzende Bronze-Buddha-Statue der Welt. Das umgekehrte Hakenkreuz ist übrigens im

Buddhismus die Svastika und bedeutet Glück.

Der pyramidenförmige Stil ist auf den traditionellen indisch-buddhistischen Tempelbau zurückzuführen.

Im Inneren des pyramidenförmigen Gebäudes befinden sich Andachtsräume,

Buddha-Reliquien, ein 4D-Kino und viele Statuen.

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Am Nachmittag wurde unsere Reisegruppe im

Fo Guang Shan Kloster vom Mönch Hue Shou

empfangen. Nach einführenden Sätzen gab es einen

ausgedehnten Rundgang durch das Kloster.

Das Leben eines

Mönchs besteht

nicht nur aus Meditationen

und

beten, sondern

auch in der Vertiefung

des eigenen

Wissens

über die buddhistische

Lehre und

die verschiedenen

Denkrichtungen und Schulen. Ein Mönch ist damit so etwas wie ein Geistesgelehrter.

Der Mönch Hue Shou stammt aus Scheibbs in Niederösterreich. Er ist nach

langen Wanderjahren im Fo-Guang-Shan-Kloster in Kaohsiung, dem größten

Tempel Taiwans, Mönch geworden. Dort arbeitet er als Gästebetreuer und

führt Besucher durch die imposante Anlage. In seiner wallenden, orangefarbenen

Mönchskutte erzählt er Anekdoten aus seinem Leben im Kloster. Er

gestikuliert, zeigt, erklärt humorvoll und antwortet auf die Fragen zum Mahayana-Buddhismus,

der Glaubensrichtung seines Klosters.

Hue Shou erzählt, was es mit den 500 goldenen Statuen auf sich hat, die als Figuren vor dem Hauptschrein

stehen. Dann führt er uns zur 36 Meter hohen Statue des Begrüßungs-Buddha, der über den Tempel und das

angrenzende Flusstal wacht. Und er erzählt vom 85-jährigen Meister Hsing Yun, der das Kloster vor beinahe 55

Jahren gegründet und zu einem weltumspannenden Unternehmen gemacht hat.

Jede der 400 vergoldeten Statuen steht als Symbol für eine

sehr großzügige Spende an das Kloster.

Der Orden gründet und leitet weltweit Tempel

und Gruppen unter seinem Namen. Das Ziel ist

es, dem Buddhismus weltweit zu einer größeren

Bekanntheit zu verhelfen aber auch, ihn in

das Leben und in die Herzen der Menschen zu

bringen.

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Im heiligen Schrein ist das

fotografieren zwar verboten,

aber von der Tür aus gelang

diese Aufnahme.

Mit dieser Glocke werden

die Zeremonien eingeläutet.

Je nach Anzahl der Glockenschläge

erkennen die

Mönche zu welcher Art der

Glaubenshandlung sie gerufen

werden.

Im klostereigenen Urnen-Friedhof bekommen

die Mönche ihre letzte Ruhestätte.

Ahnenverehrung ist von zentraler Bedeutung

für den chinesischen Volksglauben,

vermischt mit daoistischen und buddhistischen

Bräuchen.

1967 kaufte Meister Hsing Yun mehr als 30 Hektar

Land für den Bau eines Klosters. Seither hat sich der

Orden weltweit weiterentwickelt.

Dem 85 jährigen Meister Hsing Yun wurde

schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt.

Außen und Innen

findet sich großer

Prunk und für gläubige

Menschen ist die

Spiritualität spürbar.

Laufend gibt es Ausstellungen

renommierter

chinesischer

Künstler.

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Sonntag 26.11.2017

Tainan - Kenting

Der Ostteil der Insel ist fruchtbar und der Fleiß der

Taiwaner ist weit sichtbar.

Ein Geschäft für getrocknete Früchte ist ein Reisebus-Hotspot.

Im großen Stil wird eingekauft.

Es war geplant, dass unsere Reisegruppe im Gästetrakt des Klosters übernachten und an einem Morgenchoral

der Mönche teilnehmen sollte. Durch eine große Veranstaltung war das nicht möglich und so wurden wir von unserem

Mönch am Tor freundlich verabschiedet und übernachteten in Tainan in einem Hotel.

Der nächste Halt mit Erklärungen galt dem

Taoistischen Tempel Fuangong Tao in

Checheng. Der Daoismus auch Taoismus

ist eine Philosophie und Weltanschauung

und wird in

China als

eigene Religion

angesehen.

Es werden Rituale

und Prozessionen

zu

vielen Anlässen

abgehalten: zum

Geburtstag des

Lokalgottes, zur

Instandhaltung

eines Tempels

oder um eine

neue Götterstatue

einzuweihen.

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Die Geister der Vorfahren

beobachten

aus dem Jenseits

das Treiben ihrer

Nachkommen und sehen es gerne, wenn die sich um sie kümmern. Neben

Gebeten gehört dazu auch das Finanzielle, denn im Jenseits geht

es zu wie auf Erden – ohne Geld hat man es schwer.

Also sorgen die Taiwaner für Nachschub und verbrennen bündelweise

„Geistergeld“ – dicke gelbe Papierscheine, die als Rauch aufsteigen

und so bei den Ahnen

ankommen.

Nach dem selben

Prinzip trägt beim

Gebet der Qualm

von Räucherstäbchen

die Gedanken

nach oben.

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Rund um den Tempel befindet sich ein Nahversorger-Markt. Lebensmittel aus der Gegend und Speiseangebote

waren vorherrschend, aber auch Spielwaren, Süßwaren, Gewinnlose und Bekleidung wurden angeboten.

Chinesische, fermentierte

Eier sind eine Delikatesse

der chinesischen

Küche. Schon in Jiufen

lernten wir die Eier mit

dem dunklen Dotter kennen.

Dort werden diese

Eier warm angeboten.

Zur Herstellung werden

rohe Eier, für etwa drei

Monate in einem Brei

aus Asche, Salz, Zitrone

und Tee, gebranntem

Kalk sowie Sägespänen

eingelegt. In dieser

Zeit verwandelt sich das

Eiklar in eine gelatinartige,

bernsteinfarbene

Masse. Über den Geschmack lässt sich diskutieren. Uns ist

ein herkömmlich gekochtes Ei mit Osterschinken und Kren

wahrscheinlich lieber.

Auf der Fahrt zum Kenting Nationalpark

kamen wir an einer interessanten

Sportstätte vorbei. Ähnlich

wie bei unserem Maibaumklettern

werden hier diese Stangen eingeschmiert

und sind von den Sportlern

ohne Behelfsmittel, im Wettkampf

zwischen den einzelnen

Dörfern, zu erklimmen.

Der Kenting Nationalpark umfasst das

südliche Ende der Insel Taiwan, die Hengchun-Halbinsel.

Er wird im Westen und

im Süden von Südchinesischen Meer und

im Osten vom Pazifischen Ozean umgeben.

In dieser Gegend blieben wir bis Mittwoch

29.11.2017.

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Die beiden endemischen Schönheiten störten den Fotografen am

Ausblick in die Natur nicht im geringsten.

Im Sheding Natur Park findet sich der Besucher auf idyllischen Rundwegen mitten in der unberührten Natur.

Bei der Weiterfahrt passierten wir eine Stelle

an der Krabben vom Meer in die angrenzenden

Wälder wandern.

Die Halbinsel ist das

einzige Gebiet mit

tropischem Klima

auf der ansonsten

subtropischen Insel

Taiwan.

Das Temperatur

Jahres-Mittel liegt

bei 23 °C. Von November bis April ist das Klima

sehr trocken.

Am südlichen Abschnitt hat sich zu beiden

Seiten der Straße eine Freizeitmeile mit Hotels,

Bars, Restaurants, Imbissständen und

Wassersportangeboten entwickelt, die den

belebtesten Teil des Nationalparks bildet.

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Ernestine hat

eine wunderschöne

Blüte gefunden.

Sie erklärt

uns, das es

sich hier um eine

Blüte aus der

Familie der Calliandra

handelt.

CHATEAU BEACH RESORT

Die letzten Tage

verbrachten wir im

sehr schönen Resort

Chateau Beach. Der

schweizer Küchenchef

zauberte für das

Abendbuffet wunderbare

Spezialitäten.

Da die Pool-Bar nur einen Abend geöffnet hatte, war die Hotel-Bar

jeden Abend ein zentraler Sammelpunkt unserer Reisegruppe.

Die Barkeeperin war kompetent und sehr nett.

Mittwoch 29.11.2017

Transfer zum Bahnhof Kaohsiung

Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Taipeh

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Die höchste Geschwindigkeit

die

der Zug erreichte

war 270 km/h

Mittwoch 29.11.2017

Abflug von Taipeh nach Wien um ~ 23:10

mit Flug Nr. CI 063 Airbus A350-900

Donnerstag 30.11.2017

Ankunft in Wien ~ 06:15

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