Peru_2018

gerhard.hochl

2018

22. Jänner - 05. Februar

Peru

Rundreise

© gerhard.hochl@gmx.at

Layout und Bilder von Gerhard Hochl

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1. Tag:

Montag, 22. Jänner Graz/Frankfurt/Panama

Flug von Graz über Frankfurt nach Panama

(06.05/07.30) - (10.30/16.40)

Nächtigung in Panama City

2.Tag:

Dienstag, 23. Jänner Panama/Lima

Weiterflug von Panama nach Lima (15.48/19.26)

Hotel Jose Antonio in Miraflores/Lima

3. Tag:

Mittwoch, 24. Jänner

Lima

Bevor wir das berühmte Altstadt-Zentrum von Lima besichtigten, bekamen wir von

unserer peruanischen Reiseleiterin Ursula eine Einführung in die Kulturgeschichte

Perus. Ursula hat Archäologie studiert und spricht sehr gut Deutsch.

Als sie uns durch das archäologische

Museum führte, wurde uns bewusst,

dass sich die Kulturgeschichte Perus bei

weitem nicht nur auf die Inka-Epoche reduzieren

lässt.

Die Besiedelung von Peru ist auf die letzte Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren zurückzuführen.

Über die damals zugefrorene Beringstraße wanderten im Norden beheimatete

Menschengruppen notgedrungen nach Süden. Aus den Nomaden und Jägern wurden

Siedler und sesshafte Volksstämme.

Die erste Hochkultur entstand 2600 v.Chr., also etwa zur Zeit des ägyptischen Pyramidenbaues

und lange vor den Bauten der Azteken in Mexiko. Die Caral-Dynastie

verschwand um 1600 v.Chr. Es wird vermutet, dass extreme, länger andauernde

Wetterphänomene mit Missernten den Ausschlag dafür gaben.

Die Chavin-Hochkultur beherrschte große Teile Perus von 1000 v.Chr. bis 200 v.Chr.

Das war die Zeit der Shang-Dynastie in China und Beginn des Römischen Reiches.

Die oben gezeigte gravierte Steintafel und zahlreiche Opferbeigaben sind aus dieser

Epoche. Die 3000 Jahre alte Steintafel stammt aus einer Ausgrabung und zeigt Geistergesichter,

Jaguarzähne, Schlangen und Adlerfedern als vereinende Symbole der

gemeinsamen Religion, aber auch zur Unterdrückung des gemeinen Volkes.

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Das Relief ist mit Naturfarben gemalt und hat mehr

als 2500 Jahre unbeschadet und ohne Farbverlust

überstanden.

In einem Tempel, der auch als Orakel Verwendung

fand, stand der Tello Obelisk, der nach seinem

Entdecker Julio César Tello Rojas benannt wurde.

Hier sieht man einen Nachbau, das Original ist

im Museum sicher verwahrt. Im Orakel traten die

Schamanen unter Einnahme von berauschenden

Pflanzenextrakten mit den Göttern in Kontakt.

Fein gewebte Stoffe aus Alpaka-Wolle und Schmuckstücke

aus der Wari-Zeit (600 - 1100 n.Chr.)

Nach dem Untergang der Chavin-Dynastie, ungefähr 200 v.Chr.

gab es mehrere verschiedene Kulturen, die sich gegenseitig bekriegten

und wechselnden Einfluss in den lokalen Gebieten ihrer

Machtgrenzen besaßen.

Hervorzuheben wäre die Kultur der Pukara, deren politische und

kulturelle Zentren im Raum um den Tiiticacasee angesiedelt waren

und die über 1000 Jahre dort die Macht inne hatten.

Erst 600 n.Chr. konnte sich die Dynastie der Wari entscheidend

durchsetzen und sie beherrschten große Teile des Küstenlandes

bis zu den Bergmassiven der Anden. Ihnen war es gelungen den

landwirtschaftlichen Anbau wesentlich zu verbessern.

Pachacuti der 9. Inka Herrscher (1438 – 1471)

Die Inka herrschten von 1200 n.Chr. bis zur spanischen

Eroberung am 16.November 1532. Die

Hauptsäulen der Kultur waren die Landwirtschaft

und der bedingungslose Gehorsam gegenüber

dem Inka-König, der als Gott verehrt wurde. In

der Mythologie ist verzeichnet, dass sie vom

Sonnengott lnti abstammen.

Das Reich gliederte sich in rund 200 ethnische

Gruppen, die nach und nach erobert und unterworfen

wurden. Anfangs wurde die Gegend um

Cusco besiedelt. Im 13. Jahrhundert begann die

Expansion, die im 15. Jahrhundert dazu führte,

dass die Inka unter ihrem Herrscher Pachacuti

größere Territorien eroberten. Das Reich Tahuantinsuyu

(Land der vier Viertel) umfasste in seiner

Blütezeit mehr als ein Drittel der Gesamtfläche

von Südamerika.

Der Aufbau des riesigen Reiches geschah in

nicht einmal 100 Jahren. Es war nicht nur das

größte Reich in der Zeit vor der Entdeckung

Amerikas durch Columbus, sondern auch eines

der größten Herrschaftsgebiete der Menschheitsgeschichte.

Die Gegensätze reichten von

den schneebedeckten Anden zu den wüstenähnlichen

Küsten westseitig und zum Amazonas-Urwald

auf der Ostseite.

Die Inka vereinheitlichten soziale Systeme und

Sprachen der eroberten Völker, übernahmen

aber auch Teile der anderen Kultur und nutzten

die Fähigkeiten der lokalen Bevölkerung, vor allem

in Bezug auf die Landwirtschaft.

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Plaza Mayor - Zentrum der historischen Altstadt

Nach dem, aus meiner Sicht nicht sehr ruhmreichen Sieg des Eroberers Francisco Pizarro über den Inka-König

Atahualpa im Jahr 1532 in Cajamarca, ca. 800km nördlich vom heutigen Lima gelegen, unterwarfen die Spanier

innerhalb eines Jahres die peruanische Inka-Region. Die damalige Hauptstadt Cusco wurde 1533 ohne nennenswerten

Widerstand der Inkas von den Konquistadoren eingenommen.

Die heutige Hauptstadt Lima wurde 1535 von Francisco Pizarro gegründet. Die Stadt galt 200 Jahre lang als die

südamerikanische Hauptstadt Spaniens. In der einheimischen Sprache bedeutet der Name Lima „gelbe Blume“

und Stadtteile wie Miraflores und Barranco werden diesem Namen heute noch gerecht.

Die Metropole war Zentrum von Macht und Wohlstand. Ihr Wappen zeigt

drei Kronen für die Heiligen Drei Könige. Rund um den Springbrunnen

aus Bronze und einem Park sind die Sehenswürdigkeiten des

historischen Zentrums angeordnet. Die Kathedrale mit dem Erzbischöflichen

Palais in dem wenige Tage vor unserem Besuch Papst

Franziskus residierte, das Rathaus und der Präsidentenpalast.

Erzbischöfliches Palais

Kathedrale

Die Kathedrale an der Ostseite des Plaza Mayor wurde 1535 erstmals erbaut. Erdbeben zerstörten die Kirche

mehrmals und das heutige Aussehen stammt aus dem Jahr 1758 wobei der Sakralbau 1940 nach einem heftigen

Erdbeben wieder umfangreich renoviert werden musste.

Rathaus

In einem Sarkophag in

der mit Mosaiken ausgeschmückten

Kapelle werden

die Gebeine des Stadt- und

Kirchengründers Francisco

Pizarro (1478-1541) aufbewahrt.

Präsidentenpalast

Besonders bemerkenswert ist das

verzierte Chorgestühl aus Holz beidseitig

des Hauptaltares.

Die Darstellung zeigt die

Gefangennahme und Erniedrigung

der einheimischen

Bevölkerung durch

die spanischen Eroberer.

Als Besonderheit in der

fünfschiffigen Kirche seien

die 10 Seitenaltäre erwähnt.

Sie sind Heiligen geweiht,

die in Südamerika große

Beliebtheit genießen.

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Bild aus DK-Reiseführer

Kaiser Karl V. forderte von Francisco Pizarro 1535 in Lima zwei Grundstücke für den Bau einer Kirche und eines

Klosters für die Franziskaner. Karl V. war ein Angehöriger des Herrscherhauses Habsburg und unter anderem

ab 1516 als Carlos I. König von Spanien, genauer von Kastilien, León und Aragon. Er war das zweite Kind und

ältester Sohn Philipps des Schönen und dessen Gemahlin Johanna von Kastilien, die später auch Johanna die

Wahnsinnige genannt wurde.

Die wunderschönen, reichverzierten Seitenaltäre wurden vom spanischen Kaiserhaus sowie auch

von reichen Bürgern gespendet. Der Altar rechts unten stammt von Francisca Pizarro Yupanqui,

der Tochter Pizarros, eine Inka Prinzessin. Francisca heiratete ihren Onkel Hernando Pizarro, den

Bruder ihres Vaters, kam dadurch zu großem Reichtum und hatte mit ihm 5 Kinder.

Das Kloster San Francisco besteht aus einer Kirche, einem Franziskaner-Kloster,

zwei Kapellen und den Katakomben, die viele Jahrzehnte als Friedhof

dienten. Leider ist auf unverständlicher Weise das Fotografieren im Innenraum

verboten und es erhebt sich die Frage, ob der Besuch das Eintrittsgeld

wert ist.

Schön renovierte Fassaden und Gebäude die für

neue Nutzung etabliert wurden, säumen die Innenstadtstraßen.

Der ehemalige Hauptbahnhof wurde

in ein Literaturhaus umgewandelt.

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Buntes südamerikanisches Treiben herrscht in der vom Autoverkehr

freien Innenstadtzone. Limonadenverkäuferinnen, Obsthändler,

Schuhputzer, unzählige Kirchen, echte Statuen (Víctor Andrés

Belaúnde, ein peruanischer Diplomat, Schriftsteller und Historiker

1883 – 1966) und „statische Aktivisten“ prägen das Stadtbild.

Wir luden unsere bezaubernde Stadtführerin Ursula auf einen ausgezeichneten Peruanischen

Café in die historische Bar Cordana

ein. Dieses Lokal wurde vor 100 Jahren von

italienischen Einwanderern gegründet und seitdem ist wenig verändert

worden. Als familienbedingt die Bar vor der Schließung stand,

übernahmen die damaligen Mitarbeiter die

Weiterführung.

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Die Hotelkette Jose Antonio hat in den

größeren Städten Perus jeweils ein oder

mehrere Hotels und ist sehr zu empfehlen.

Die öffentlichen Personentransportfahrzeuge

sind in privater Hand und sehr häufig ist der

Fahrer Eigentümer des Busses.

An Kreuzungen mit starkem Verkehr stehen

weibliche Polizisten und regeln den Verkehr

durch intensive Pfeiftöne.

Die historische Altstadt bildet nur den Kern von Lima. An der Küste gibt es ein Einkaufszentrum vom Feinsten

und das Angebot für Jung und Alt ist mit Mitteleuropa zu vergleichen. Lima ist keinesfalls eine

Wir wurden immer mit Limousinen chauffiert.

Taxis sind preiswert, aber nur in offizielle Taxis

(5x gelbe Kennzeichenaufkleber) einsteigen!

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4. Tag Donnerstag, 25. Jänner Lima/Cusco/Urubamba Tal

Morgens wurden wir für den Inlandsflug vom Hotel abgeholt und flogen ca. 1.5 Stunden nach Cusco auf 3400m

Seehöhe. Dort angekommen wurden wir freundlich empfangen und dann folgte der einstündige Transfer

ins Urubamba Tal (Heiliges Tal der Inkas) auf „nur“ 2850 m Höhe. Unser Hotel San

Augustin Monasterio im Ort Urubamba, mitten im Grünen gelegen, bot

die Möglichkeit uns ein wenig zu akklimatisieren.

5.Tag

Freitag, 26. Jänner Moray/Maras/Chincheros

Wir besuchten die Inka-Versuchs-Anlage Moray und anschließend in Maras die Salzsole aus der Inkazeit. Dort

wird noch,ww wie vor hunderten Jahren auf traditionelle Weise Salz gewonnen. Auf der Fahrt dorthin, überquerten

wir einen Pass mit 3695m und herrlichen Rundblick auf schneebedeckte Berggipfel und auf Hotel San Augustin.

Bis vor wenigen Jahren war dieser Gebäudekomplex ein aktives

Kloster mit angeschlossener Kirche. Jetzt wurde es zum Hotel umgebaut

und ist dementsprechend idyllisch und ruhig.

Hotel San Augustin

Urubamba

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Moray ist eine landwirtschaftliche Versuchsanlage der Inkas. Das System besteht aus vielen Terrassen in verschiedenen

Höhen und Breiten, die auf Steinwänden errichtet wurden und mit Erde gefüllt sind. Die Anlage wurde

in, bis zu 70m tiefe Krater gebaut, deren Ursprung

unklar ist. Durch die runde Anordnung, der Sonnenstandberücksichtigung,

der Menge der Bewässerung

und der aufsteigenden Terrassen ergibt sich ein unterschiedliches

Pflanzenklima. Die Inka testeten hier

verschiedene Pflanzenarten auf den bestmöglichen

Ertrag. Die Seehöhe beträgt hier 3500m. Ausgrabungen

haben etwa

250 verschiedene

Getreide und Gemüsesorten

zu Tage

gefördert.

Im nahegelegenen Städtchen weißt die Skulptur mitten am Hauptplatz auf

die Salzgewinnung hin.

Die Blockflöte und die Panflöte

sind in der Volkskultur der

Peruaner fest verankert.

In den größeren Städten gibt

es professionelle Instrumentenbauer

und die Landbevölkerung

baut die Musikinstrumente

selbst.

Die Salinas de Maras (Salzminen),

stammen aus präkolumbischer Zeit.

Das salzhaltige Wasser entspringt

aus einer Quelle über den Salinen

und wird in ca. 3000 künstliche Be-

Auf einem Bauernhof wurden uns einige der zahlreichen

cken geleitet. In der Sonne verdunstet

landwirtschaftlichen Produkte gezeigt und erklärt. Nerühmte

das Wasser und das beben

mehr als 3000 Kartoffelsorten gibt es über 50 Mais-

Maras-Salz bleibt über.

sorten. Diese Ertragspflanzen werden in Peru seit mehr

Bis heute arbeiten hier Hunderte

als 4000 Jahren kultiviert und sind Hauptnahrung und

Arbeiter noch mit der gleichen Technik wie einst die lnka.

Lebensgrundlage der Landbevölkerung.

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Unser Reiseleiter Manuel mit der Hausfrau

des Bauerhofes

Die Grundlage für die Erzeugung von Bekleidung bildet die

gekräuselte Wolle des Huacaya-Alpakas. Die Tiere stammen

aus der Familie der Kamele und werden seit 3000

Jahren domestiziert. Geschätzt gibt es in Peru 3,5 Millionen

Alpakas, das sind 80% des weltweiten Bestandes.

Chinchero ist eine kleine Stadt etwa 30 Kilometer

nordwestlich von Cusco in einer Seehöhe

von 3760m. Ein Teil der Ortschaft gehört zum

Archäologiepark Chinchero und der Ortsteil

wurde historisch wieder hergestellt.

Aus diesem Grund ist eine Eintrittskarte

notwendig. Wir hatten ein Boleto Touristico

del Cusco. Dieses Ticket ist für 14 Museen,

Archäologieparks und dergleichen

gültig.

Die Wolle wird mit „Inka-Shampoo“, einer Strauchwurzel

gewaschen und dann mit Naturfarben gefärbt. Die gefärbte

und getrocknete Wolle wird mit einer Handspindel

zu einem Faden gesponnen. Der Webvorgang ist reine

Handarbeit und erfordert große Erfahrung, damit die

Muster nicht durcheinander kommen.

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Die massive Steinwand mit

den 10 trapezförmigen Nischen

bildete die Grenze zum

Palast.

Die einstigen Paläste waren

der Sommersitz des 10.

Inka Königs, Túpac Yupanqui

(1438 - 1471) der sich hier

gerne aufgehalten hat.

Offensichtlich auf Grund des

wunderbaren Ausblicks wurde

hier nach mystischen Glauben

der Regenbogen geboren.

Steinkanäle, die sich viele Kilometer an

den Berghängen entlang zogen, versorgten

die Städte und die Kulturlandschaften

mit reinstem Wasser von den Gletschern.

Sie hatten oftmals beträchtliche Ausmaße

und es wurde genau berechnet wieviel

Wasser benötigt wird. Auf Grund dieser

Berechnungen wurden die Kanäle gebaut.

Die Größe und das Gefälle ergaben die

Durchflussmenge.

In gewissen Abständen wurden Wassertempel

errichtet. Ein kleiner Teil des Wassers

wurde abgezweigt und floss über einen

Opferstein. Priester betreuten diese

heiligen Stätten. Dadurch konnten die Inkas

die Wasserschüttung und die Qualität

auch kontinuierlich überprüfen.

Die Hänge wurden zur landwirtschaftlichen

Nutzung terrassiert und

bewässert.

In der Kirche aus der Kolonialzeit,

deren Fundamente aus der Inkazeit

stammen, wird die Messe in der indigenen

Sprache Quechua abgehalten.

Leider herrscht im Inneren Fotografierverbot.

Immer sonntags findet hier ein farbenprächtiger

Indiomarkt statt. Hier

werden Textilien und Kunsthandwerk

gehandelt. Obst, Gemüse und Süßkartoffeln

in allen Variationen aus

heimischer landwirtschaftlicher Produktion

werden hier angeboten.

Bild aus DK-Reiseführer

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Auf der Südseite des Berggipfels, oberhalb der Terrassen

befinden sich die Reste der Festung, von dort wurde

der südliche Eingang in das heilige Tal der Inkas bewacht.

Eine der wichtigsten Inka-Ruinen steht in Pisac. Die seit dem 10. oder 11. Jahr hundert bewohnte Stadt wur de mit

Ankunft der Inka eine bedeutende Regionalhaupt stadt. Forscher glauben, dass die Stadt als Militärstützpunkt zum

Schutz gegen Invasoren diente und zu einem zeremo niellen und wirtschaftlichen Zentrum heranwuchs. Terrassen

und steile Pfade führen zur Bergfestung mit den blanken riesigen Steinmauern hinauf. Die Pisac-Ruinen mit

ihren mi litärischen und religiösen Bau ten sowie den Wohnhäusern verdeutlichen die Gabe der Inka, vor allem an

schwierigen Stel len zu bauen.

Auch wir wanderten auf den Spuren der Inkas und kamen bei den ausgedehnten Steigungen und unzähligen

Stufen auf Grund der Seehöhe von über 3600m an unsere Leistungsgrenzen.

Kurzatmigkeit zwang zu langsamen Gehen und einigen

Verschnaufpausen. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt.

Nordseitig, erst nach

längeren Fußmarsch

erreichbar, befindet

Herausragend bei den Ruinen von Pisac sind

sich das zentrale

die unzähligen Terrassen, die die steilen Hänge

der Anden durch ein ausgeklügeltes Be-

der Stätte. Der

religiöse Element

wässerungssystem fruchtbar machen.

Templo del Sol, der

Vom richtigen Winkel gesehen, bilden sie die

Son nentempel ist

Form eines Kondors mit ausgebreiteten Flügeln.

Dieser gigantische Vogel galt bei den

Observatorium das

unter anderem ein

Inka als Bote der Sonne und geleitete die Toten

in die Unterwelt.

nachvollziehen lässt.

den Lauf der Sonne

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Es wird vermutet, dass die Ortschaft Pisac schon vor der Inka-Herrschaft existierte. Das Gründungsjahr wird mit

900 n.Chr. angenommen. Das war zur Zeit der Tiwanaku Epoche von 300 n.Chr. bis 1150 n.Chr. Der Einflussbereich

dieser Dynastie reichte von hier nach Süden bis zu den heutigen Staaten Bolivien, Chile und Argentinien.

Die riesigen Feldblöcke sind nahtlos und ohne Mörtel

aufeinander geschlichtet. Peru ist eine Erdbebenzone

und doch hatten alle Inkabauten auch heftige Erdstöße

ohne Schaden überstanden. Das Geheimnis

liegt in der Verzahnung und Anordnung der Steine

im Winkel von 5° konisch nach oben und nach innen.

Das historische Ortsbild von Pisac wurde von den spanischen Eroberern ungefähr 1530 zerstört und anschließend

nach den Plänen der neuen Machthaber wieder aufgebaut. Das vornehmlich auf Touristen abgestimmte

Angebot ist naturgemäß etwas teuer als auf Märkten, die für Einheimische gedacht sind.

Ungefähr in der Mitte der Gebäude befindet sich

der Tempel des Sonnengottes Inti mit dem riesigen

Felsblock „Intihuatana“, der zur Bestimmung der

Jahreszeiten diente. Nach dem Glauben der Inka

war die Sonne an diesem Block angebunden.

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Die Terrassen werden noch heute von der Land-Bevölkerung bewirtschaftet.

Sie bilden die Grundlage der Ernährung. Große Mengen

Kartoffeln werden auch exportiert und helfen den Exportüberschuss

Perus in der Höhe von 5 Mrd. US-Dollar pro Jahr zu erreichen.

Der Markt ist sehenswert schon

wegen der Mädchen, Frauen und

Kinder die in Pisac alle in ihrer typisch

peruanischen farbenfrohen

Tracht gekleidet sind.

Bei der Weiterreise kamen wir durch die

Ortschaft Tipon, die berühmt für eine

peruanische Küchenspezialität ist.

Die Männer sitzen Mittags in den

Tabernas um dort wichtige Dinge

zu besprechen. Die Luft ist erfüllt

vom Duft nach „chicha“ (Maisbier)

und frischem Fladenbrot, das noch

traditionell in alten Lehmöfen gebacken

wird.

Bei uns in Europa werden Meerschweinchen

als Haustiere gehalten. In dieser

südamerikanischen Region werden auch

Meerschweinchen gehalten, aber nicht

als Haustiere sondern als Zuchttiere um

als gegrillte Spezialität verzehrt zu werden.

Ein gegrilltes Tier ist für 2 Personen

und kostet umgerechnet 12 bis 15 Euro.

Jährlich werden Millionen von

Meerschweinchen in Peru verspeist.

Es wird vermutet, dass sie bereits um 2500 v.

Chr. gehalten wurden.

Als die spanische Kirche Limas ersten Bischof

Jeronimo de Loayza (1545-1575) ersuchte, die

Meerschweinchen auszurotten, lehnte er dies

aus Furcht vor Aufständen ab. Kein Wunder

also, dass Jesus und die Jünger auf Marcos

Zapatas „Letztem Abendmahl“ auch cuy chactado

(gebratene Meerschweinchen) mit Papaya

und chicha (Maisbier) genießen.

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Ollantaytambo gilt als lebendige Inka -Stadt. Die Einwohner

bewahren bis heute ihre alten Traditionen.

Der Ort ist nach dem Inka-General Ollanta benannt,

der sich in die Tochter von Pachacutec, dem 9. Inka,

verliebte. Er musste aus der Stadt fliehen, konnte seine

Geliebte aber nach Pachacutecs Tod ehelichen.

Die Verzahnung der einzelnen bearbeiteten Steine

kommt hier ganz besonders zur Geltung.

Mehrere Steinterrassen

führen den

Hügel hinauf zur

Festung Araqama

Ayllu.

Der Tempel ist eines

der schönsten

Beispiele der

Inka-Baukunst.

Sechs rosafarbene

Monolithen, die bei Sonnenaufgang leuchten, sind perfekt ineinandergefügt.

Bronzewinkel halten die Mauer zusammen.

Das sind Vorratsspeicher der Inka. Aufgrund der

kühlen Winde und der Schattenlage, wurden dort

Lebensmittel wie Kartoffel und dergleichen gelagert.

7. Tag Sonntag, 28. Jänner Machu Picchu/Cusco

Wir verließen unser Kloster-Hotel und fuhren zur

Bahnstation Ollantaytambo. Es gibt nur zwei Möglichkeiten

nach Machu Pichu zu kommen. Über

den Inka-Trayl zu Fuß oder mit der Bahn.

Der Wassertempel hatte zwei

Funktionen. Neben der Verehrung

der kostbaren Flüssigkeit

gab es über den Brunneneinlass

ein Fenster das in Verbindung mit der dahinter liegenden

Felswand, die ein Gesicht symbolisiert, ein

wichtige Funktion hatte.

Zweimal im Jahr geht die Sonne an einem Punkt

auf der Felswand auf und strahlt gleichzeitig durch

das Fenster in das Innere des Wassertempels. Dadurch

wird die Regenzeit und die Trockenzeit angekündigt.

Diese Zeitpunkte sind für die Ernte und

Aussaat wichtig.

Am Eingang zum archäologischen

Park

gibt es die üblichen Verkaufsstände.

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Die etwas mehr als

eine Stunde dauernde

Bahnfahrt inklusive

Bordservice war

sehr angenehm.

Die Bahntrasse der

914cm breiten Schmalspurbahn

zieht

sich an der engen

Schlucht des Flusses

Urobamba entlang.

Endstation war Aguas

Calientes ein Ort

mit etwa 2.000 Einwohnern

auf 2.090

Metern und etwa 1,5

Kilometer von Machu

Picchu (2430m)

entfernt.

Mit kleinen Bussen

fuhren wir die unzähligen Serpentinen bergwärts bis wir vor dem Eingang

des Unescos Weltkulturerbes standen.

Unser Reiseführer Manuel führte uns über weniger

bevölkerte Stege und Stiegen zu einer

Anhöhe, die einen atemberaubenden Überblick

über die Inka-Stadt gewährte.

Machu Picchu wurde von den Spaniern nie

entdeckt, daher ist die ganze Anlage noch so

gut erhalten.

Der gute Zustand der zusammengefügten Felsblöcke von Machu Picchu hat uns überrascht. Die Inka-Stadt ist

in einem oberen Teil und in einem unteren Teil gegliedert. Es finden sich Häuser, Tempel, Plätze und Brunnen.

Terrassen für die Landwirtschaft füllen jedes freie Plätzchen aus. Mit dem daraus resultierenden Ertrag konnten

die Inkas mehr als 1000 Menschen versorgen. Das ganze Ambiente ist durch ein Netz von unzähligen Stiegen

und Wegen verbunden und passt sich dem steilen Gelände hervorragend an.

Die Bearbeitung mit Stein- und Bronzewerkzeug, damit die Blöcke nahtlos zusammengefügt werden konnten,

ist durch Funde belegt und erforscht. Wie die Inkas diese riesigen Granitblöcke hierher schaffen konnten ist bis

heute ein Rätsel. Steinbrüche wurden in der näheren Umgebung keine gefunden.

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Im Bezirk der Zeremoniengebäude sticht der einzige Rundbau ins

Auge. Angeschlossen an den Sonnentempel und den Prinzessinenpalast

war das Observatorium. Jede Inka-Siedlung hat so eine Einrichtung.

Es diente der Ablesung der Sonnenwende um die Ernte bzw.

Aussaat zeitgemäß genau zu bestimmen. Immer wenn die Sonnenstrahlen zweimal im Jahr durch ein bestimmtes

Fenster genau auf die, damals noch goldene Spitze des großen Monoliths fielen, wussten die Gelehrten

dass die Regenzeit bzw. Trockenzeit begann.

Aber noch heute ist die Stadt, von den unzähligen

Touristen einmal abgesehen, mit Leben erfüllt.

Ein Merkmal der Inka-Häuser, die als Wohnstätten

verwendet wurden, sind die Steinpflöcke die sowohl

außen als auch innen zu finden sind. Während die

Funktion an der Außenseite zur Dachbefestigung klar

ist, gibt es für die Innenseite verschiedene Forschermeinungen.

Die wahrscheinlichste Verwendung war

das Aufhängen von Gegenständen, da kaum Reste

von Möbeln gefunden wurden.

Auffällig sind die trapezförmigen Türen, Fenstern und

Nischen. Diese Form begleitete uns durch ganz Peru.

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Im Kondor-Tempel wurde der heilige Vogel verehrt.

Eine Steinfigur diente als Kult- und Opferstätte. Ein

Gefängniskomplex steht direkt hinter dem Tempel und

besteht aus Nischen in Menschengröße und einem

unterirdischen Labyrinth von Verliesen.

Langsam schloss sich der Kreis unseres Rundganges

und wir blickten auf die Wächterhütten in der Nähe

des Einganges.

Ein Blick auf das Handwerksviertel und dem sich dahinter auftürmenden heiligen Tempelberg Huayna Picchu. Es

besteht die Möglichkeit diesen Berg zu besteigen, gute Kondition und Schwindelfreiheit ist aber Voraussetzung.

Auf der Spitze befinden sich Tempelreste und

landwirtschaftliche Terrassen.

Uns war die Stadt im Nebel, wie Machu Picchu

auch genannt wird, hoch genug.

Die aus dem Felsboden des Sonnentempels herausgearbeitete

Skulptur wird als „Wasserspiegel zum Beobachten

des Himmels“ gedeutet. In der Literatur wird

auch von den Augen der Pachamama (Mutter Erde)

gesprochen.

Erbaut wurde die Stadt um 1450 auf

Befehl des Inka-Herrschers Pachacutec

Yupanqui, der von 1438 bis

1471 regierte.

Welchen Zweck die Stadt in der damaligen

Zeit erfüllte, ist bis heute

noch nicht restlos geklärt. Gebetsstätte,

Sternwarte, Begräbnisstätte

oder Landsitz von Pachacutec dem

9. Inkaherrscher. Vermutlich hatte

die Stadt jede dieser Funktionen.

Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten, die durch

Entdeckt wurde die Stelle von dem

ein ausgeklügeltes System mit Wasser versorgt wurden.

Forscher und Archäologen Hiram

Abwasserkanäle, die teilweise unterirdisch ver-

Bingham im Jahr 1911 mit Hilfe von

liefen, zeigen von moderner Architektur.

Einheimischen.

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Montag, 29. Jänner

Stadtbesichtigung von Cusco und anschließend eine Rundfahrt zur strategisch gelegenen Roten Festung „Puca

Pukara“ und die Festung von Sacsayhuaman, eines der bemerkenswertesten Bauwerke der Inkas. Am Ende der

Tour stand noch der Tempel von Qenqo am Programm.

Wieder in der Ortschaft Aguas Calientes angekommen,

wurden wir von Matthias dem Eigentümer

des Reiseveranstalters „Inkapfad“ in

das wunderbare Restaurant Indio Feliz zum

Essen eingeladen.

Ein tolles Erlebnis!

Während der Rückreise gab es eine

Show im Zugabteil. Ein Zugbegleiter

präsentierte den „Diablada“, einen

Teufelstanz der den Kampf zwischen Gut und Böse darstellt.

Die beiden anderen Zugbelegeiter zeigten uns

in einer sehr netten Modeschau Alpaka Strickwaren

und Kunsthandwerk. Anschließend gab

es auch die

Möglichkeit relativ

günstig einzukaufen.

Die auf 3600 Meter

Höhe gelegene

Stadt wird

durch das spanisch-südamerikanische

Aussehen

geprägt. Der Plaza de Armas bildet das Zentrum mit der Brunnenstatue

von Inkaherrscher Pachacutec. Rund um den Platz angeordnet sind die

Kathedrale, die Jesuitenkirche, die Kolonialbauten mit den wunderschönen

Holzbalkonen. Die Fundamente mit

den exakt gehauenen Steinmauern

zeigen von der Inka-Vergangenheit.

Seit 1983 zählt die Stadt zu den UN-

ESCO-Weltkulturerben.

Sehr müde und doch voller

Zu Zeiten der Inka diente der Platz

neuer Eindrücke kamen wir

vorwiegend für Zeremonien und war

in Cusco an und checkten im

mit weißem Sand be deckt. So wurde

Hotel Jose Antonio ein.

hier auch das Sommerfest „Inti Raymi“

mit Tieropfern gefeiert.

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Sacsayhuaman ist ein beeindruckendes Beispiel militärischer

Inka-Architektur. Es besteht aus drei großen

terrassenförmig übereinander gebauten Zickzackmauern.

Die immensen Granitbefestigungen erstrecken

sich über ca. 300 Meter mit bis zu fünf Meter hohen

Steinen, die bis zu 350 Tonnen wiegen. Die Steine passen

ohne Mörtel fugenlos auf- und aneinander, sodass

nicht einmal eine Messerklinge dazwischen Platz hat.

Die Schutzwälle verfügen über 22 Ecken und sind so

angelegt, dass niemand sie unbemerkt erklimmen konnte. Tausende Männer hievten die riesigen Steine dorthin.

Angeblich brauchte es rund 20 000 Indianer, um den größten Block an seinen Platz zu schaffen. Tausende Arbeiter

sollen zerquetscht worden sein, als er dabei umkippte. Als die Inka Cusco planten, stellten sie sich einen

Puma vor. Sacsayhuaman ist der Kopf, die Zickzackmauern sind die Zähne. Cusco ist der Körper, der Tempel

von Koricancha ist der Schwanz.

Die vor den Wällen verlaufende Ebene diente wahrscheinlich als riesiger Zeremonienplatz für religiöse und militärische

Anlässe. Drei Türme wachten über die Festung. Die verbliebenen Fundamente zeigen ihre enormen

Ausmaße. Sie waren durch unterirdische Gänge verbunden, über die Kommunikation und Nachschub erfolgten.

Cuscos Einwohner suchten im Notfall in der Festung Zuflucht.

Während der Schlacht von 1536 zwangen die Spanier die Inka in die Türme und metzelten sie nieder. Manku

Inka, der Herrscher von Spaniens Gna den, entkam nach Ollantay tambo.

Die Vögel auf Cuscos Wappen sind ein makabrer Hinweis auf die unzähligen Opfer der Schlacht, deren Leichen

die Aasgeier fraßen.

Schon bald nach ihrem Sieg rissen die Spanier viele Mauern ein und nutzten Sacsayhuaman in der Folge als

Steinbruch. Sie verwendeten die weißen Steine zum Bau von Kirchen und Häusern in Cusco. Gegenüber der

Festung liegt der von blanken Felsen gekrönte Rodadero-Hügel, auf dem Stufen zu einem stuhlförmigen Gebäude

führen. Von hier aus wurden die Zeremonien geleitet.

Im Bereich der Festung Sacsayhuaman legten die

Inkas ein kreisrundes Reservoir für die Wasserversorgung

von Cusco an. Ein Kanal und mehrere Aquädukte

sorgten für die konstante Funktion. Die Dimension

der Kanäle war immer auf die Bewohnerzahl

ausgelegt und verjüngte sich nach jeder Abzweigung.

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Ein unterirdischer Operations- und Opferraum diente, wie wir später im Museum erfuhren, auch zur Öffnung

von Schädeldecken. Schamanen hatten bei den Inkas einen hohen Stellenwert in der Hierarchie.

Nach einem Panoramablick auf Cusco besuchten wir die „rote Festung Puca Pucara“.

Die Festungsanlage diente als Verteidigungsnlage zur Inka-Zeit. Es

wurden damit die Warentransporte gesichert und der strategisch

günstige Platz wurde auch als Zufluchtsstätte bei Gefahr benützt.

Der Qenqo-Tempel

war für die Inkas eine

äußerst heilige Stätte.

Ihre Toten wurden in

den gewundenen Tunneln

einbalsamiert.

Zum Teil sind die Nischen

aus dem Stein

heraus gemeißelt.

Coricancha (goldener Tempel)

hieß der heiligste Ort, an dem

die Inka Hochzeiten, Krönungen

und Bestattungen feierten.

Den Tempel durften Inkas nur nüchtern, barfuß und zum Zeichen ihrer Demut mit einer Last auf dem Rücken

und den Weisungen des Hohepriesters folgend betreten.

Das Tempelinnere verfügte neben anderen Schätzen auch über jene goldene

Scheibe, die Sonne repräsentierend und darüber hinaus eine Darstellung

des gesamten Inka-Pantheons. In trapezförmigen Nischen in den

Wänden und auf goldenen Thronen waren die Königsmumien aufgestellt

und mit goldenen Masken und überaus fein gewebten Stoffen dekoriert.

Heute steht über dem damaligen

Tempel das Kloster Santo Domingo.

Erst in jüngster Zeit wird man

sich der kulturgeschichtlichen Verantwortung

bewusst und bewahrt

den musealen Charakter.

Für die Sonnen-,

Mond- und Sterne-Götter

Ornamente aus Naturfarben wur-

wurden Blutopfer

den freigelegt.

dargebracht.

42 43


Im unterirdischen Geschichtsmuseum

„Museo de Sitio Qorikancha“ wird auf

einfache Art die Inka-Kultur mit einigen

Exponaten näher gebracht. Neben Keramik-Opfergaben

und Schmuckstücken

werden auch Gebrauchsgegenstände aus

der damaligen Zeit gezeigt.

Eine besondere

Form des Schädels

bedeutete bei vielen

Kulturen als Göttlich

oder Gott-Abstammend.

So auch bei

den Peruanischen

Hochkulturen. Vom

Babyalter bis zum 12. Lebensjahr wurde die Kopfform durch

Bandagen verändert. Damit wird eine höhere soziale Stellung

zum Ausdruck gebracht. Eine andere Form der Schädelmanipulation,

die Eröffnung eines Loches im Schädel, die sogenannte

Trepanation wurde bei den Inkas ebenfalls durchgeführt. .

9. Tag: Dienstag, 30. Jänner Cusco

Wir nutzten den freien Tag zu einer ausgiebigen Besichtigung von Cusco. Der Ausgangspunkt

war wieder der Plaza de Armas im Zentrum. Für den Besuch der Kathedrale benötigt

man eine Eintrittskarte und Fotografieren ist nicht gestattet.

Der Bau der Basilika begann 1560 und dauerte beinahe 100 Jahre. Die Kirche wurde auf

dem Palast von Huiracocha, dem 8. Inka errichtet. Für den Bau wurden die rotem Granit-Steine

von der Festung Sacsayhuaman verwendet, die dabei größtenteils zerstört wurde.

Die Kathedrale wird von zwei Seitenkapellen flankiert. Rechts steht Cuscos erste Kirche EI Triunfo, die von

den Spaniern demonstrativ auf der Waffenkammer der Inka errichtet wurde. Die Kapelle Jesus, Maria und Josef

aus dem 18. Jahrhundert steht links und ist gleichzeitig der Eingang.

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Wie schon erwähnt, darf nicht fotografiert werden. Das zwingt zum Kauf von Bildern um den prachtvollen Innenraum

wenigsten in geringer Qualität zu zeigen. Das meisterhaft gearbeitete Chorgestühl aus Zedernholz mit 40

lebensgroßen Heiligen und Päpsten schirmt den Altar der Kirche gegen den Haupteingang ab. Für den Hauptaltar

wurden mehrere 100 kg an Silber von einem Silbermineneigentümer gespendet. Der Unterbau des Altars musste

für den Umbau verstärkt werden.

Das Originalbild des letzten Abendmahls

von Marco Zapata befindet

sich ebenso hier, wie ungefähr 400

Gemälde der Schule von Cusco.

Das Kreuz mit dem Herrn der Erdbeben

„Senor de los Temblores“

erinnert an das Beben 1650 und

wird seither jeden Ostermontag in

einer Prozession durch die Stadt

getragen. Die Figur aus Holz ist

vom Ruß der Kerzen schwarz

und wird daher auch „schwarzer

Christus“ genannt.

Der reich verzierte Altar der ersten

spanischen Kirche in Cusco.

Der Name der Kirche „El Triunfo“

erinnert an den spa nischen Sieg

über die Inka.

Ursprünglich von den Jesuiten

als Cuscos größte Kirche geplant,

wurde auf Befehl des Bischofs die

„lglesia de la Compaiiia“ kleiner

als die Kathedrale.

Heute befindet sich das

Naturhistorische Museum

im Kreuzgang des Klosters

und ein kostenloses WC.

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Etwas außerhalb des Zentrums liegt die San Pedro Markthalle.

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Das Leben in den ländlichen Regionen

spielt sich in der Großfamilie ab.

So war es für uns nicht verwunderlich,

ein Taxi zu sehen, in dem ein

Sarg transportiert wird und den die

Familienangehörigen zur Aufbahrung

und Einsegnung in die Kirche trugen.

Die Peruaner sind sehr pragmatisch. So wie unsere

Reiseführer sehr stolz über die Erziehung durch die

Großmutter schwärmten oder über ihre Familien erzählten,

kann man das nur bestätigen.

Schuhe werden aus alten Autoreifen erzeugt. Die Verkehrsampeln

zeigen die jeweiligen Phasen mit der

Restzeit an und das funktioniert sehr gut.

Die Wasserabflüsse sind gleich oberflächlich

in die Straßen integriert.

10. Tag: Mittwoch, 31. Jänner Busfahrt von Cusco nach Puno

Die Bezirke sind einfach auf

den jeweiligen Berghängen

abzulesen

Peruaner schätzen gutes Essen

und lieben Süßigkeiten. Das Nationalgetränk

ist der „Pisco Sour“.

Zutanen für 1 Portion:

60ml Pisco (Traubenbrand)

30 ml Limettensaft

20 ml Zuckersirup

0.5 Stk. Eiweiß

3 Spr. Angostura Bitter

Die Zutaten mit Eiswürfeln

in einem Shaker mindestens

30 Sekunden schütteln.

In ein Cocktailglas

abseihen und mit dem Angostura

Bitter dekorieren.

Den ersten Stopp gab es bei

der Barockkirche der Jesuiten

in Andahuaylillas aus

dem 16. und 17. Jahrhundert.

Von außen wirkt der Lehmziegelbau

eher bescheiden.

Im Inneren beeindruckten

uns die Vergoldungen, die

Fresken und viele Gemälde.

Wenn man den vergoldeten

Altar und die Decke betrachtet,

dann versteht man den

Beinamen Sixtinische Kapelle

von Amerika.

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Ein letzter Blick zurück in die

wunderbare Kirche, in der

das Fotografieren und Filmen

offiziell nicht gestattet war.

Es besteht auch die Möglichkeit die 390 km lange Strecke mit dem Zug vom

Cusco nach Puno zu reisen. Die Reisedauer beträgt 10 Stunden und ist etwas

länger als mit dem Bus. Die Stopps bei den Sehenswürdigkeiten gibt es nicht.

Vor der Weiterfahrt mit dem

Touristenbus, begleitet von

einem guten, englischsprachigen

Reiseguide gab es im

Park vor der Kirche die üblichen

Verkaufsstände.

160 runde Vorratshäuser mit 8m

Durchmesser und 4m Höhe dienten

den Inkas zum Lagern von

Mais, Trockenfleisch, Korn und gefriergetrockneten

Kartoffeln. Aus

allen Teilen des Reiches wurden

die Vorräte hierher gebracht.

Im Zentrum der Anlage stand der, für damalige

Verhältnisse riesige Tempel. Ein rechteckiger

Bau mit einem Strohdach in dem

mehrere hundert Personen Platz fanden.

Die Maße sind imponierend: 92m Länge,

25m Breite und 12m Höhe. Der Bau diente

als Tempel

und war ein

Inka-Zentrum

für Pilger.

Der nächste Stopp galt dem Dorf

Raqchi. Der Name bedeutet in der

Einheimischen-Sprache „Topf aus

gebrannter Erde“. Das ist seit jeher

die Berufung der Einwohner.

Die archäologische Stätte Wiracocha

liegt neben dem Dorf und

wurde unter dem Inkakönig Wiracocha

(1410 - 1438) errichtet.

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Die Kapelle ist 350 Jahre alt und wurde dem

Heiligen de la Nieves geweiht. Beim Bau der Kapelle,

der von den Einwohnern verwirklicht wurde,

kam das auch bei der Landwirtschaft gepflegte

System der gemeinschaftlichen Arbeit zum Einsatz.

Die antike archäologische Stätte von

Pukara liegt westlich der Stadt mit

gleichen Namen. Die damals religiöse

und administrative Anlage erstreckte

sich auf ca. 4,2km² und hat seinen Ursprung

1800 v.Chr. Der zeremonielle Teil

bestand aus 9 Pyramiden die mit unterirdischen

Gängen verbunden waren. Im

Haupttempel „Kalasaya“ stand im Mittelpunkt

eine Statue mit zwei Köpfen.

Hier, nördlich des Titicaca Sees war

das Zentrum der damaligen Hochkultur

von 1000 v.Chr. - 350 n.Chr. Die Pukara

beschäftigten sich mit Landwirtschaft,

Viehherden und Fischfang. Die

Städte und Dörfer wurden zentral regiert.

Durch den Aufstieg der Tiwanakus, deren

Hauptblüte zwischen 600 und 900 n.Chr.

war, kam es zur Schwächung und Verschmelzung

der Pukara-Kultur.

Gegen Mittag erreichten wir den

höchsten Punkt unserer Reise.

4335m über dem

Meeresspiegel.

WC-Gebühr 1 Soles = 0,25 €

Verkaufsstände an den Straßenrändern

werden mit Blumensträußen

auf Stangen gekennzeichnet.

Leider erwiesen sich die spanischen Eroberer als echte Konquistadoren, die

nicht nur eroberten und töteten, sondern auch die zum Teil tausende Jahre

alte Kultur und Religion systematisch zerstörten. Für den Bau der katholischen

Kirchen wurden Kulturdenkmäler zerstört und die Steine als Baumaterial verwendet.

Gerade hier in Pukara waren die gut erhaltenen Pyramiden aus der

vorchristlichen Zeit ein Opfer dieser Vandalen. Dafür gibt es hier als mahnendes

Beispiel eine riesige Kirchenanlage „Iglesia de Santa Isabel de Pucará“

für wenige 100 Einwohner. Aus welchem Grund das Fruchtbarkeitssymbol der

Stier gerade auf der Kirchenmauer steht, konnte mir auch niemand erklären.

Foto-Gebühr 1 Soles

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Ausflug auf den Titicacasee.

Für uns zwei stand

ein 50 Personen fassendes

Passagierschiff

zur Verfügung. Bei der

Zufahrt zu den schwimmenden

Inseln der Urus

wird von den Touristen

eine Gebühr verlangt.

Der Bau der bescheidenen Wohnhäuser erfolgt mit

luftgetrockneten Lehmziegel die mit Stroh und Maisstärke

vermengt werden. Abschließend wird mit

Lehm verputzt. Es gibt keine Wärmedämmung.

Der Titicacasee liegt auf über

3800m Seehöhe, ist 165km lang

und 64km breit. Die tiefste Stelle ist

250m. Wir fuhren zu den schwimmenden Inseln, die von den Urus seinerzeit als

Schutz vor den kriegerischen Inkas bewohnt wurden. Die Inseln bestehen aus kreuzweise

aufgelegtem Schilf. Auch die einfachen Hütten bestehen aus Schilfmatten.

In letzter Zeit wurde den Bewohnern von der Behörde Solarstrom eingerichtet. Die

Urus sind sehr stolz auf ihre traditionelle Lebensweise und lehnen es ab, auf das

Festland überzusiedeln. In letzter Zeit haben sie eine neue Einnahmequelle entdeckt

und ermöglichen Touristen, die schwankenden Inseln zu besuchen.

In Puno wurden wir von Percy unseren örtlichen Reiseleiter empfangen und zum Hotel Jose Antonio gebracht. Er

war der dritte peruanische Guide, der sich die deutsche Sprache selbst beibrachte und uns auch bestens betreute.

11 Tag: Donnerstag, 01. Februar

Puno ist die Hauptstadt der Region mit 125.000 Einwohnern und liegt

3.800 m über den Meeresspeiegel am Ufer des Titicacasees. Puno ist

auch unter dem Namen „Ciudad de Plata“ zu Deutsch die Stadt des

Silbers bekannt. Der Name stammt aus früheren Zeiten, in denen die

Silberminen Punos zu den ergiebigsten Perus gehörten.

Die Bevölkerung ist eine Mischung der beiden Andenkulturen Aymara

aus dem Süden und der Quechua aus dem Norden. Zusätzlich kommen

auch noch die Einflüsse der Spanier dazu.

Die Wassertiefe unter den verankerten

Inseln beträgt ca. 20m.

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Einige Inselbewohner leben hier nur noch

von den Touristeneinnahmen und haben

feste Häuser am Festland. Es gibt aber weiter

entfernte Dörfer die dem ursprünglichen

Leben nachgehen und vom traditionellen

Fischfang und von Kunsthandwerk leben.

Auf der Insel Taquile leben heute etwa 1600 Quechua. Berühmt sind die

Inselbewohner wegen ihrer strickenden Männer. Die Insel wird deshalb

auch „Insel der strickenden Männer“ genannt. Erst seit kurzer Zeit gibt es

für das Zentrum der Insel eine Wasserversorgung.

Durch die beständige Wassertemperatur von ~11°C. stellt der Titicacasee

einen großen Wärmespeicher dar, so dass auf den Inseln und rund

um den See trotz der Seehöhe von 4000m Kartoffeln, Gerste, Mais

und Quinoa gedeihen. Die Region um den Titicacasee wird als das Ursprungsgebiet

des Kartoffelanbaus angesehen.

Quinoa das Inka-Korn bzw. die sogenannte Andenhirse wird bereits seit

6000 Jahren in den Anden von Peru angebaut. Die mineralstoffreichen

Blätter werden als Gemüse oder Salat verzehrt. Die senfkorngroßen Samen

haben eine getreideähnliche Zusammensetzung und sind glutenfrei.

Die traditionellen Schilfboote mit

den Aufbauten wurden früher

für Prozessionen zur Götterverehrung

verwendet. Heute

werden die Touristen gegen

eine geringe Gebühr entlang

der Schilfinseln gerudert.

Alle benötigten Güter

werden vom Hafen

mehr als 300 Höhenmeter

am Rücken

nach oben getragen.

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12. Tag: Freitag, 02. Februar Bis 15:00 Uhr Besichtigung von Puno.

Genau an dem Tag begann das 18 tägige Fest der Mamita Candelaria in Puno.

Wir durften tolle Dinge erleben: einen Gottesdienst am

Kirchplatz, die Huldigung der Marienstatue, Prozessionen,

Folkloredarbietungen, Polizeiaufmarsch und unzählige Blumenbilder

auf den Straßen die für die große Abendprozession

vorbereitet wurden.

Nach dem Mittagessen ging es wieder zurück

zum Hafen von Puno.

Der Gottesdienst dauerte über 2 Stunden. Am Ende bildete sich eine

lange Menschenschlange den ganzen Platz entlang. Jeder hatte

Blumen in der Hand und die wurden dann beim Vorbeigehen an der

Mariendarstellung auf den kleinen Altar geworfen.

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Das Herz auf der Bluse

gehört zum Kostüm für

den Aymara-Liebestanz.

Beim Diablada-Tanz besiegt

der Engel symbolisch

die Teufelstänzer.

Herrliche

Blumenteppiche

wurden für die Prozession

vorbereitet. Auf

dem Asphalt wurden

nach vorher skizzierten

Vorlagen die Blüten mit

Sirup aufgeklebt. Verschiedene

Gruppen wie

Studenten, Firmen und

Vereine fertigten je ein

Kunstwerk an.

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Simon Bolivar führte als südamerikanischer

Unabhängigkeitskämpfer

mehrere Kriege gegen die spanische

Kolonialherrschaft. Er wirkte am Erlangen

der Unabhängigkeit zahlreicher

südamerikanischer Staaten

maßgebend mit und starb 47 jährig

im Jahr 1830 gewaltsam durch eine

Arsen-Vergiftung.

Grabtürme von Sillustani

34 km nördlich von Puno

Die runden, bis zu 12m hohen

Grabtürme stammen

von der Kultur der Colla,

die vor den Inkas dieses

Gebiet beherrschten. In

den Türmen wurden nur

die Stammesführer als Mumien

begraben. Die Art und

Ausführung der Bauten unterstrichen

den Status der

Toten.

Der Innenraum der Türme wurde der Form einer Gebärmutter

nachempfunden in der die mumifizierten

Leichen in Embryonal stellung liegen. In Stein gehauene

Eidechsen galten als Symbol des Lebens.

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Mit einem letzten Blick auf den Lago Umayo in 3900m Höhe nahmen wir Abschied von der Anden-Hochebene.

Die Binnenfluglinie Air Avianca brachte uns von Juliaca nach Lima.

13. Tag Samstag, 03. Februar Lima

Übernachtung im Hotel Jose Antonio

Der Inhalt der Vitrinen ist jeweils einer Epoche zugeordnet und dokumentiert

die Ausgrabungen, die noch viele Jahre dauern werden. Diese Vasen

waren zum Großteil Opfergaben und sind zum Teil mehr als 1800 Jahre alt.

Die Ausgrabungen führen bis 200

n.Chr. zurück. Hier war ein wichtiges

Pilgerzentrum und Sitz eines

Orakel-Tempels. Über Jahrhunderte

kamen Pilger von weit

her, um dem Gott Pachacamac

(Schöpfer der Welt) zu huldigen.

Ursula, die Reiseführerin der ersten

Tage in Peru holte uns vom Hotel ab. Es

war ein nettes Wiedersehen. Sie zeigte

uns im Vorbeifahren ihre Lieblingswohngegend Barranco. Dieser Stadtteil war seinerzeit ein Badeort der begüterten

Limenos und Ausländer. Zahlreiche Villen zeugen von der Vergangenheit.

Das Ziel waren die Ausgrabungen

von Pachacamac.

Im Museum

erklärte uns Ursula die

Geschichte der Anlage

anhand von Fundstücken,

Anlage-Modellen

Museo de Pachacamac und Rekonstruktionen.

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Cuerda principal = Tragseil

decenas = 10er

Quipus waren wichtige

Buchhaltungsinstrumente

für die Verwaltung der

dem Inka-Reich unterworfenen Regionen. Sie wurden

verwendet, um wichtige quantitative Informationen

aufzuzeichnen und zu übermitteln, die durch

Knoten an hängenden Seilen ausgedrückt wurden.

Mitten im Sonnen-Tempel dem Orakel stand eine

wundervoll geschnitzte Stehle, die von den Gläubigen

für Weissagungen angebetet wurde.

Als der letzte Inka-Herrscher Atahualpa von Pizarro

gefangen genommen wurde, beschwerte er sich

wortreich, dass das Orakel ihm fälschlicherweise

einen Sieg prophezeit hätte. Er erwähnte auch,

dass in der Stätte Gold sei. Doch die Soldaten fanden

stattdessen nur diese Skulptur.

centenas = 100er

unidades = Einheiten

Die Wari (500 – 1000 n.Chr.) bauten Pachacamac aus. Funde von Keramik-

und Textilien weisen typische Wari -Muster auf. Der größte Teil dieser

Anlage und die Pyramiden entstanden jedoch nach dem Untergang

der Wari durch kurzzeitige Dynastien und den Inkas.

Laufend werden hier von Archäologen Reportagen und Filme

für das Fernsehen gedreht.

Mamacona (Tempel der Sonnen -Jungfrauen) wurde

von den Inkas für junge Frauen gebaut, um den

Sonnengott zu dienen. Die Töchter aus hochgestellten

Familien stellten auch wertvolle Gegenstände

für den Tempelkomplex her. Die Bauwerke hatten

Galerien und Treppenhäusern, zwischen denen

sich große offene Plätze befinden.

Die trapezförmigen Nischen in

den verschiedenen Räumen sowie

die verzierten Quader und

Fenster sind typisch für die Inka-Architektur.

Innerhalb des

Komplexes befanden sich mehrere

Wasserbecken, die wahrscheinlich

eine zeremonielle

Funktion hatten. Die Spanier

hielten das für ein Frauenkloster,

dadurch wurde es nicht zerstört.

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Hacienda Los Ficus

Die Zucht der peruanischen Pasopferde ist auf eine Gangart

ausgerichtet, die eine bequeme Art beim Reiten ermöglicht.

Das Pferd bewegt die Vorderbeine mit einer nach

außen schwingenden Bewegung. Dadurch sitzt der Reiter

bei allen Gangarten nahezu erschütterungsfrei im Sattel.

Die Hinterbeine führt der Peruano knapp über dem Boden.

Am frühen Nachmittag besuchten wir die Hacienda Los Ficus. Die Gutsbesitzerin begrüßte

uns persönlich und führte uns durch das Gestüt. Sie erklärte die einzelnen Pferde. Es

waren noch drei Reise-Gruppen mit uns

dort, aber mit geringer Personenanzahl.

Nach der Führung erlebten

wir dann eine Reitvorstellung

der nur hier gezüchteten

Pasopferde, die wir in dieser

Form noch nicht erlebt hatten.

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Nach dem großen Finale wurden wir dann zu einem Buffet geladen. Alle verarbeiteten Produkte stammten aus der

eigenen biologischen Landwirtschaft. Das war ein würdiger und wunderbarer Schlusspunkt unserer Peru-Reise.

14. Tag Sonntag, 04. Februar Vormittags Transfer vom Hotel zum Flughafen

Flug: Lima/Panama/Frankfurt/Graz

(13.38/17.20) - (18.30/11.40+1 Tag) - (16.40+1 Tag/17.55+1 Tag)

15. Tag Montag, 05. Februar Ankunft in Graz am späten Nachmittag um 18:00

Die Eindrücke und Erlebnisse dieser Reise möchten

wir beide nicht missen. Wie haben es sehr genossen

nur zu zweit unterwegs zu sein und möchten allen, die

Peru besuchen wollen, raten auf eine gute körperliche

Kondition zu achten. Im Anden-Hochland in den Höhenlagen

ab 3000m wurden wir beim bergauf Gehen

und beim Besteigen unterschiedlich hoher Stufen einige

Male ziemlich kurzatmig. Unsere Reiseleiter waren

aber sehr rücksichtsvoll und passten das Tempo an.

Gebucht haben wir bei AMIGOTOUR GRAZ

email: glanzer@amigotour.org Tel.: +43-316-890068

Von meiner Schwiegertochter erhielt ich eine „Gebrauchsanleitung

für Peru“, die ich als Vorlektüre

wärmstens empfehlen kann.

Auszug aus dem Vorwort von Ulrike Fokken:

Peru wählt einen aus, bevor man dort gewesen ist. Heimlich

und leise nistet sich die Idee einer Reise nach Peru im Kopf

ein, schlummert dort und erwacht wie eine dieser amerikanischen

Zikaden, die 17 Jahre als Larve im Boden leben,

sich dann verpuppen und plötzlich als singendes Insekt an

die Oberfläche krabbeln. Bei mir hat die Verwandlung vom

Traum zur Wirklichkeit 17 Jahre gedauert, doch als die Zeit

reif war, habe ich innerhalb von vier Wochen meine Sachen

gepackt und bin nach Peru gefahren.

Natürlich kann ein Land nicht wählen, wer kommt. Das

wäre gerade im Fall von Peru auch eine merkwürdige Sache

- denn sicher hat das Land Francisco Pizarro und die

Konquistadoren nicht gebeten, mal vorbeizuschauen und

das Land zu plündern. Aber Peru hat Charisma, ein Attribut,

das wir normalerweise mit menschlichen Charakteren und

nicht mit Ländern verbinden. Doch vermutlich ist es genau

das: Peru hat Charakter. Und dem erliegen fast alle, die

jemals nach Peru gereist sind bzw. dort gelebt haben......

Ein Drittel der Peruaner lebt in Lima, ein weiteres Drittel

entlang der Küste und in

Arequipa. In riesigen Gebieten

leben also sehr wenige

Menschen, weshalb

das Land diesen wilden,

unentdeckten Eindruck

vermittelt. Die Gesellschaft

ist jung, die Menschen wollen

was aus sich machen

und sich entwickeln. Sie

haben einen großen Hunger

auf Moderne und einen

Nachholbedarf an all den

Errungenschaften, die in

Europa oder den USA zum

Alltag gehören.....

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