Die Malteser-Zeitung 1/2018

malteseraustria

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 1/2018

Down-Syndrom: Wunderbar anders

Talentprogramm: „Sag nicht behindert zu mir“

Malteserkirche: 900 Jahre alter Schatz


INHALT

IMFOKUS

04 Menschen mit dem Glücks-Chromosom?!

08 Musik kennt keine Ausgrenzung

MALTESERORDEN

10 1000 Eimer Malteserwein

11 Alexander Van der Bellen bei Fra’ Giacomo

Dalla Torre in Rom

VORBILDER

12 Daisy Waldstein-Wartenberg

LEBENSWERT

14 Georg Fraberger: „Wenn man einen Sinn hat,

lohnt es sich, viel auszuhalten.“

17 „Sag nicht behindert zu mir“ – Vorstellung myAbility

04 11

RELIGIONAKTUELL

20 Auferstehung und Ostern

MALTESERWELTWEIT

21 Bangladesch – „Wir tun alles, um das

menschliche Leid zu lindern.“

22 Myanmar – an Tuberkolose erkrankte Kinder

24 Südsudan – „Ich habe Angst, aber Gott ist auf

meiner Seite.“

MEDIZINAKTUELL

26 Dysphagie – Schluckstörung

MALTESERÖSTERREICH

27 Berichte aus den Bundesländern

Vielfältige Initiativen und Dienste

RUNDSCHAU

48 Malteserkirche in Wien – Ein 900 Jahre alter

Schatz wird entdeckt.

50 Cesar Sampson: 12 Punkte

MALTESERREISEN

52 Ein wiederentdecktes Kloster in Montenegro

14

21

KLOSTERKÜCHE

54 Frühlingsrezepte

GELESENEMPFOHLEN

56 Interessante Neuerscheinungen

48

52

TAGEBUCH

57 Menschen und Events

58 Hermann Glettler, neuer Bischof von Innsbruck

ÜBERBLICK

66 Termine und Kontakte

2

DIE MALTESER 1/2018


EDITORIAL

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leserinnen und Leser,

in Kürze feiern wir das Osterfest. Wir feiern damit den Tod,

die Auferstehung und das Leben. Jesus hat in seinem Leben

stets jenen geholfen, die Hilfe brauchten. Es waren vor allem

Menschen, die von ihren Mitbrüdern verachtet und verstoßen

wurden. Ihnen hat Jesus seine Liebe gegeben.

Christliche Nächstenliebe erfüllt sich im selbstlosen Helfen,

in der bedingungslosen Unterstützung derer, die in Not

sind. Das ist das Verständnis, mit dem die Malteser ihre

vielfältigen Sozial- und Krankendienste leisten. Ganz gleich,

ob es soziale Hürden zu überwinden gilt, ob Menschen auf

der Suche nach Sicherheit ihre Heimat verlassen müssen,

ob Menschen mit einer Behinderung geboren werden, ob sie

psychische Probleme haben, alt, krank oder einsam sind: Sie

alle sind auf Hilfe angewiesen.

Helfen kann ganz verschiedene Formen annehmen. Es kann

eine kleine Geste, regelmäßige Zuwendung oder Unterstützung

auf Dauer sein. In vielen Fällen braucht es dazu keine

Anstrengung, keine spezielle Ausbildung und keine besonderen

Voraussetzungen. Oft genügt es schon, einfach nur da

zu sein und zuzuhören, dem anderen das Gefühl zu geben, in

einem bestimmten Augenblick, in einer schwierigen Situation

nicht allein zu sein.

IMPRESSUM

Medieninhaber: Souveräner Malteser-Ritter-Orden (Malteserorden)

Großpriorat Österreich, 1010 Wien, Johannesgasse 2,

Telefon: +43 1 512 72 44, E-Mail: smom@malteser.at

Chefredaktion: Katharina Stögner

Mitarbeiter bzw. Autoren dieser Ausgabe: Aglaë Hagg-Thun,

Gregor Ulrich Henckel-Donnersmarck OCist, Angela Thierry, Anton

Gatnar, Barbara Masin, Cesar Sampson, Christoph Sackl, Claudia

Braunstein, Edith Holzer, Elisabeth Hintner, Fra`Gottfried, Friedrich

H. Wimmer, Georg Male, Michael Grabner, Gerald Gugerel, Gregor

Demblin, Hanna A. Liebich, Katharina Kiecol, Lukas Krupitza,

Manuel Weinberger, Maria Grossauer, Michael Etoh, Miriam Weigel,

Richard Igler, Richard Mischak, Richard Steeb, Stephanie Rogers,

Susanne Seper, Susanne Wick, Ulrich Glaunach, Veronika Mosich,

Wolfgang Weigel.

Fotos: Afra Loidl-Hämmerle, Alexander Hinteregger, Ben Gräser

Fotografie, Birgit Brunsteiner, Chris Lendl, Christian Herrlich, Claudia

Braunstein, Diözese Innsbruck, Down-Syndrom Österreich, Elke Bitter,

So unterschiedlich die Bedürfnisse und so individuell die

Anforderungen sind, so unterschiedlich sind auch die

Möglichkeiten zur Hilfe. Jeder von uns kann in seinem

persönlichen Umfeld, in seinem – auch noch so kleinen –

Wirkungsbereich etwas finden, wo er für einen anderen

Menschen etwas scheinbar Unmögliches möglich machen

kann.

Würde jeder für sich und innerhalb seiner eigenen Lebenswelt

dort helfen, wo er gerade Not sieht, gäbe es bald keine

Not mehr. Was für eine schöne Vorstellung! Auch wenn

dieses Bild nur eine Illusion ist – es ist eine beständige

Motivation, weiterhin zu helfen, nicht aufzugeben, nicht zu

resignieren. Helfen ist wichtig und richtig. Tun wir es!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien und

Freunden ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Norbert Salburg-Falkenstein

Prokurator

Gabriele Padewit, Georg Fraberger,

Gunther Pusch/HBF, Horst Dockal,

i-stockphoto.com, Jeff Mangione, kainzpictures.at,

Land NÖ, Milena Krobath,

Norwegian SEAFOOD COUNCIL, Peter

Lechner/HBF, Robert Herbst, Stefan Ebersberger,

Thomas Meyer, Udo Titz.

Spenden

Bitte verwenden

Sie den beiliegenden

Zahlschein!

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STEUERLICH

ABSETZBAR

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige

Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für

beiderlei Geschlecht.

Gestaltung: Karin Mayer-Fischer, werbeproduktion.at

Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse, 1050 Wien.

Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung über

nationale und internationale Tätigkeiten des SMRO und seiner

Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung

der Redaktion entsprechen. Redaktionsschluss: März 2018

DIE MALTESER 1/2018 3


IMFOKUS

MENSCHEN MIT DEM

GLÜCKS-CHROMOSOM?!

Das Leben mit Kindern ist anders. Und es kann „wunderbar anders“ sein mit Down-Syndrom. Eine Einladung zu einer neuen

Sichtweise und ein Plädoyer für echte Inklusion.

Von Maria Grossauer

Man erfährt es entweder während der Schwangerschaft

oder nach der Geburt. Egal, wann die Worte „Ihr Kind hat

Down-Syndrom!“ kommen – kaum jemand ist darauf vorbereitet.

Trisomie 21: Die Diagnose ist meist zunächst so

etwas wie ein Schock. Der Anfangsschmerz und die Verzweiflung

überschatten fast immer das eigentlich so freudige

Ereignis. Traurigkeit und Angst vor der Zukunft statt

Freude und Dankbarkeit für das Baby sind zu spüren.

Dabei spielt das Einfühlungsvermögen des Arztes bei der

Diagnoseübermittlung eine tragende Rolle. Weil es weichenstellend

sein kann, wenn die Eltern gleich zu Beginn

freundliche und aufmunternde Sätze zu hören bekommen.

Zum Beispiel solche, wie sie Maggie Rausch, Mutter

einer Tochter mit Down-Syndrom, in ihrem offenen Brief

an Ärzte, Hebammen und Pflegepersonal formuliert hat:

„Gratulation zu Ihrer hübschen Tochter. Darf ich sie halten?

Das sanfteste Wesen, das ich seit langem gehalten

habe. Ein Wunder! Wir haben die Laborergebnisse bekommen

und wissen jetzt mit Sicherheit, dass sie ein ganzes 21.

Chromosom mehr hat. Man nennt dies Trisomie 21 oder

Down-Syndrom.“

„Ihr Leben wird sich für immer ändern ...“

Es macht für die Eltern einen großen Unterschied, wie

ihnen die Diagnose vermittelt wird. Noch viel zu oft bekommen

sie zu hören: „Ihr Kind wird niemals … können

und wird niemals … sein. Ihr Leben wird sich ab nun für

immer ändern …“ Als ob das Leben mit Kindern nicht

ohnehin immer anders wäre als zuvor. Mit Down-Syndrom-Kindern

kann es eben „wunderbar anders“ sein.

Die Fähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom werden

generell unterschätzt. Ihre Entwicklung verläuft

zwar insgesamt langsamer als bei den Altersgenossen,

und mögliche Zusatzerkrankungen, wie ein Herzfehler

oder eine hohe Infektanfälligkeit, Fehlfunktionen der

Schilddrüse und Veränderungen im Magen-Darmbereich,

können das Alltagsleben zeitweise stark beeinflussen.

Doch gibt es heutzutage enorm viele Möglichkeiten,

Kinder mit Down-Syndrom in den unterschiedlichsten

Bereichen zu unterstützen. Frühförderung und therapeutische

Betreuung in Form von Logopädie, Ergotherapie

und Physiotherapie helfen zum Beispiel bei der Entwicklung

von Motorik und Sprache. Diese Maßnahmen

4

DIE MALTESER 1/2018


IMFOKUS

lassen sich spielerisch in den Alltag integrieren. Kinder

mit Down-Syndrom wachsen in ihren Familien auf, und

immer mehr von ihnen sind in Regelkindergärten und

Schulen gut integriert.

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Apropos Schule und Lernen: Kinder mit Down-Syndrom

haben Lernpotenziale wie jedes andere Kind auch, nur

lernen sie in ihrem eigenen Tempo. Es gibt mittlerweile

sehr viele, speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit

Down-Syndrom abgestimmte, Lernmethoden und Materialien

für jedes Lebensalter. Ein Kind mit Down-Syndrom

profitiert enorm von der Vorbildwirkung anderer Kinder.

Menschen mit Trisomie 21 lernen viel durch Imitation und

Nachahmen. Gleichzeitig bieten Integrationsgruppen/

-klassen für alle Kinder große Chancen, wie beispielsweise

die Entwicklung von besonderen sozialen Fähigkeiten.

Es kann und soll dem Kind also durchaus etwas zugetraut

werden. Auch wenn die Sprachentwicklung fast immer

durch die eingeschränkte Wiedergabefähigkeit verzögert

ist, leidet das Sprachverständnis kaum darunter. Mit speziellen

Methoden, wie der gebärdenunterstützten Kommunikation,

kann das Potenzial schon früh gefördert

werden. So wird eine eventuelle Frustration, die durch

noch nicht vorhandene verbale Kommunikationsfähigkeit

entstehen kann, abgefedert. Das Kind kann sich ausdrücken,

ohne sprechen können zu müssen. Das stärkt

das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Ein möglichst selbstständiges Leben führen

Ermutigung und Konsequenz sind bei jedem Kind wichtig,

bei Kindern mit Down-Syndrom besonders wichtig.

Kinder mit Down-Syndrom brauchen ganz klare Grenzen

und Regeln, an denen sie sich orientieren und festhalten

können. Durch den Besuch von Integrationsklassen haben

Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom heute

so große Bildungschancen wie nie zuvor. Sie erlernen das

Rechnen, Schreiben und Lesen als entscheidendes Fundament

für ihr weiteres Leben in der Gesellschaft. Gut integriert

zu sein und an den ganz normalen Dingen des Alltags

teilhaben zu können, sind wichtige Voraussetzungen, um

ein möglichst selbstständiges Leben führen zu können.

Erwachsene mit Down-Syndrom haben in der Regel einen

Arbeitsplatz, die meisten in einer Werkstatt, einige

auch auf dem freien Arbeitsmarkt oder nahe am ersten

Arbeitsmarkt. Ein Arbeitsplatz, der ein eigenes Einkommen

ermöglicht, ist – wie bei Menschen ohne Behinderung

– ein wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit.

Ebenso ist es für Menschen mit Down-Syndrom

wichtig, selbstständig wohnen zu können. Wie alle

Jugendlichen brauchen sie irgendwann Distanz zum

Elternhaus, eigene vier Wände und Selbstbestimmung.

Für einige erfüllt sich der Traum vom selbstständigen

Wohnen in Wohngemeinschaften, die meisten leben in

betreuten Einrichtungen. Wir hoffen, dass in Zukunft

viele Menschen mit Down-Syndrom ein selbstbestimmtes

Leben führen können.

DIE MALTESER 1/2018 5


IMFOKUS

DIE SECHS GRÖSSTEN MISSVERSTÄNDNISSE ZUM THEMA DOWN-SYNDROM

1. Was ist das Down-Syndrom?

Menschen mit Down-Syndrom sind Botschafter der Vielfalt

des Lebens. Sie tragen in ihren Körperzellen 47 statt

der üblichen 46 Chromosomen. Das 21. Chromosom ist

dreifach vorhanden, daher „Trisomie 21“. Dieses überschüssige

Chromosom trägt jene Gene, die Menschen

mit Down-Syndrom so unverwechselbar machen. Es ist

eine Chromosomen-Besonderheit. Wie und warum es

dazu kommt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Das

Down-Syndrom taucht überall auf der Welt auf, quer

durch alle sozialen Schichten und Altersgruppen. Man

geht davon aus, dass auf jede 700. bis 900. Geburt weltweit

ein Kind mit Down-Syndrom kommt. In Österreich

leben etwa 8000 Menschen mit Down-Syndrom. Genaue

offizielle Statistiken existieren nicht.

2. Das Down-Syndrom ist keine Krankheit? Es ist

eine Chromosomen-Anomalie. Es braucht und kann daher

nicht geheilt werden.

3. Am Down-Syndrom „leidet“ man nicht, man

wird damit geboren und lebt damit. Das Down-Syndrom

selbst tut nicht weh. Menschen mit Down-Syndrom leiden,

wenn sie krank sind oder Schwächen haben, wie

alle anderen Menschen auch. Zumeist aber leiden sie am

Verhalten und an den Reaktionen ihrer Umwelt: an Spott

und Mitleid, an Zurückweisung und Unverständnis, an

„Übergangenwerden“ und „Ausgeschlossensein“. Aber sie

leiden nicht am Down-Syndrom selbst.

4. Menschen mit Down-Syndrom sind nicht „immer

glücklich“.

Menschen mit Down-Syndrom verfügen in der Regel über

ein hohes Maß an sozialer Kompetenz. Normalerweise

sind sie freundlich, höflich und kontaktfreudig. Dass sie

nur glücklich sind, ist ein Klischee. Trauer, Glück, Ärger,

Freude und Liebe zeigen sie sehr ehrlich und direkt.

5. Beim Down-Syndrom gibt es keine Abstufungen

des „Schweregrades“.

Menschen mit Down-Syndrom haben – wie alle von uns

– unterschiedliche Talente und Begabungen. Es gibt eine

große Bandbreite von schwer geistig behinderten bis zu

durchschnittlich intelligenten Menschen, wie bei uns allen.

Ihr intellektuelles Entwicklungspotenzial wird mit

zunehmender Forschung und Förderung viel höher als

noch vor etwa 20 Jahren eingeschätzt.

6. Menschen mit Down-Syndrom wollen nicht „besonders“

sein.

Sie sind oft gesellig, offen, lieben es, mit anderen in Interaktion

zu sein – und wollen meist nicht durch das

Down-Syndrom definiert werden. Dementsprechend eignen

sich die Menschen mit Down-Syndrom im Rampenlicht

auch nur bedingt als Vorbilder für die Betroffenen

selbst. Sie wollen nicht „besondere Menschen“ sein, sondern

einfach ganz normal dazugehören.

Opernball-Debüt:

Inklusions-Balleröffnung 2018

Debütantenpaar mit Down Syndrom eröffnet den

62. Wiener Opernball.

Nach der Eröffnung war das Debütantenpaar in die Loge

von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Frau

Doris Schmidauer eingeladen.

288 Debütanten haben auch heuer wieder in wunderschönen

weißen Kleidern, schwarzen Fräcken und

funkelnden Tiaras den Wiener Opernball eröffnet.

Heuer tanzte auch das erste Tanzpaar mit Trisomie

21, Swatina Wutha und Felix Röper, mit.

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DIE MALTESER 1/2018


IMFOKUS

„ES IST NORMAL, VERSCHIEDEN ZU SEIN“

Maria Grossauer vom Verein „Down-Syndrom Österreich“

ist Mutter eines zehnjährigen Sohnes mit

Down-Syndrom. Nach der Geburt ihres Kindes hat die

PR- und Marketingmanagerin u. a. einen Blog veröffentlicht.

Er soll anderen Betroffenen Einblick in ihr Leben

geben und damit Mut und Hoffnung machen. Wir haben

mit der engagierten Mutter gesprochen.

Was macht den Umgang mit dem Thema Down-Syndrom

für viele Menschen so schwierig?

Berührungsängste und Unwissenheit über das Thema.

Wie zum Beispiel die Angst vor dem schweren Leben,

den Einschränkungen, dem Leiden. Genau das Wort

„Leiden“, das in diesem Zusammenhang immer wieder

auftaucht, ist aber völlig unpassend. Betroffene „leiden“

nicht unter dem Down-Syndrom – sie haben es einfach.

Sie leiden maximal unter der Ausgrenzung durch andere

und manchmal an Zusatzerkrankungen, die mit dem

Down-Syndrom einhergehen können. Abgesehen davon

sind fast alle Menschen mit Down-Syndrom besonders

lebenslustig – und jedenfalls ganz und gar nicht leidend.

Wie kann Inklusion gelingen? Welche Anforderungen

gibt es an die Gesellschaft/Politik?

Es beginnt schon ab dem frühen Kindesalter. So lernen die

Kinder von klein auf, dass es „normal“ ist, verschieden zu

sein. Da kommen Berührungsängste erst gar nicht auf. All

die positiven Beispiele in den Medien, die heute noch wie

vereinzelte Leuchttürme herausragen, sollen in Zukunft

„Normalität“ sein. Menschen mit Down-Syndrom gehören

dazu und sollen in allen Bereichen miteinbezogen werden.

Um zu größtmöglicher Selbstständigkeit zu gelangen, ist

es wichtig, dass die Kinder ihre Entwicklungspotenziale

voll ausschöpfen können. Kinder mit Down-Syndrom haben

heute viel bessere Entwicklungschancen als noch vor

20 Jahren. Es gibt aber auch noch großen Aufholbedarf:

Mit dem Pflichtschulabschluss gibt es keine integrative

Angebote mehr, und die Jugendlichen stoßen oft auf Vorbehalte

und Ablehnung, wenn sie einen Lehrplatz suchen.

Welchen Beitrag können Unternehmen leisten?

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass pro 25 Arbeitnehmern

eine „begünstigte behinderte Person“ eingestellt

werden muss. Tut das der Arbeitgeber nicht, ist eine Ausgleichstaxe

zu zahlen. Rund 80 Prozent der heimischen

Unternehmen zahlen diese Taxe, anstatt die Einstellungsquote

zu erfüllen. Da ist sicherlich noch Potenzial

vorhanden. Unternehmen müssen Furcht und Unsicherheit

genommen werden, jemanden mit Down-Syndrom

einzustellen.

Wie kann diese Unsicherheit verringert werden?

Es hilft, zu wissen, dass Menschen mit Down-Syndrom

einen wertvollen und nicht zu unterschätzenden Beitrag

zu unserem Berufsleben leisten. Ihre Freundlichkeit,

Offenheit und Ehrlichkeit tragen zu einem positiven

Betriebsklima bei und sorgen auch für einen Motivationsschub

bei anderen Mitarbeitern. Ein gesellschaftlich

wertgeschätzter Arbeitsplatz ermöglicht Menschen mit

Trisomie 21, ihre individuellen Stärken in unterschiedlichen

Bereichen einzusetzen. Sie wollen nicht als hilfsbedürftige

oder bemitleidenswerte Menschen gesehen

werden, sondern in einem positiven Licht zeigen können,

was alles möglich ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

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IMFOKUS

HILFE FÜR ELTERN

VON KINDERN MIT

DOWN-SYNDROM

Der gemeinnützige Elternverein „Down-Syndrom Österreich“

setzt sich für die Optimierung von Lebenschancen

für Menschen mit Down-Syndrom ein. Vorurteile und

Berührungsängste gegenüber Menschen mit Down-Syndrom

sollen abgebaut werden. Durch gezielte Medienpräsenz

wird Aufklärungsarbeit geleistet. Die Publikation

von Videos, themenspezifischen Informationsboxen

und die Herausgabe der Fachzeitschrift „Leben Lachen

Lernen“ tragen ebenfalls dazu bei. Down-Syndrom Österreich

organisiert regelmäßig Tagungen, Fachvorträge,

Workshops und Veranstaltungen.

Tipp 1: Im September 2018 findet eine dreitägige Fachtagung

statt. Sie ist eine breit gefächerte Informationsplattform

für Menschen mit Down-Syndrom jeder Altersstufe,

deren Angehörige und Freunde, Pädagogen,

Therapeuten und Ärzte, aber auch für die Gesellschaft

ganz allgemein. International anerkannte Referenten aus

dem deutschsprachigen Raum werden Fachvorträge und

Workshops halten.

Tipp 2: Down-Syndrom Österreich bietet eine Infobox

für Eltern von Neugeborenen mit Down-Syndrom an.

Die Box enthält umfassende Informationen und Aufklärungsmaterial

und beantwortet neubetroffenen Eltern

Fragen, die sich durch die Geburt eines Kindes mit Trisomie

21 ergeben. Die Eltern sollen wissen, dass sie mit ihrem

Kind nicht alleine sind. So können sie sich auf das

konzentrieren, was wirklich wichtig ist: das Baby liebevoll

willkommen zu heißen und in den Arm zu nehmen.

Mehr dazu unter: www.down-syndrom.at

MUSIK KENNT

Der Verein „Firefly Club“ bildet als einziger Verein in ganz

Österreich Menschen mit intellektueller Behinderung zu

DJs aus, und vermittelt sie für öffentliche und private

Veranstaltungen. Katharina Stögner im Gespräch mit

Christoph Sackl.

Der Verein „Firefly Club“ (www.fireflyclub.at) wurde

2012 von Christoph Sackl und Sebastian Gruber gegründet.

Nach vier Jahren Tätigkeit in Wien wurde auch in

Niederösterreich ein neues Angebot mit einem zusätzlichen

DJ-Kollektiv geschaffen. Insgesamt haben bereits

rund 60 Personen mit Behinderung eine DJ-Ausbildung

absolviert, von denen derzeit mehr als 20 DJs aktiv tätig

sind. Eine neue DJ-Ausbildung findet jährlich in Wien

statt. Wie es zu dieser erfolgreichen und außergewöhnlichen

Initiative gekommen ist, erklärt Christoph Sackl

im Interview.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Ich habe mehr als zehn Jahre in England gelebt und im

Sozialbereich mit Menschen mit Behinderung gearbeitet.

Im Laufe meiner Tätigkeiten habe ich mehrere inklusive

Discos in London besucht und war von der Atmosphäre

begeistert. Als ich wieder nach Wien zurückgekommen

bin, habe ich hier nichts Vergleichbares gefunden. So ist

die Idee entstanden, das Angebot an inklusiven und barrierefreien

Veranstaltungen nach Österreich zu bringen.

Viele Menschen mit Behinderung sind von Abendveranstaltungen

auf Grund von räumlichen Barrieren und

dem fehlenden Verständnis von Mitmenschen ausge-

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DIE MALTESER 1/2018


IMFOKUS

KEINE AUSGRENZUNG

schlossen. Gemeinsam mit Sebastian Gruber, der selbst

eine Behinderung hat, haben wir den Verein Firefly Club

gegründet.

Wie läuft eine Ausbildung zum DJ ab?

Sie wird von bereits ausgebildeten DJs als Trainer geleitet,

die für ihre Tätigkeiten bezahlt werden. Somit

schafft der Firefly Club ein Arbeits-und Beschäftigungsangebot

für Menschen mit Behinderung durch honorierte

Trainer und DJ-Einsätze. Jeder DJ ist mit Herz und

Seele bei der Sache. Fast alle aktiven DJs besitzen schon

ihre eigenen DJ-Geräte, um sich auf die nächsten Auftritte

vorzubereiten. Es werden individuelle DJ-T-Shirts

und Veranstaltungsflyer von den DJs entworfen und eigene

Facebook-Fanseiten betrieben.

Was ist das Ziel der Ausbildung?

Die Ausbildung zum DJ soll das Selbstwertgefühl der

Teilnehmenden steigern, musisch kreative Talente der

Zielgruppe in einem sicheren Rahmen fördern und einer

benachteiligten Personengruppe zu einer verstärkten

kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe verhelfen.

Derzeit gibt es kaum DJs mit Behinderung in Österreich,

die außerhalb von karitativen Einrichtungen im

öffentlichen Rahmen auftreten. Auf gesellschaftlicher

Ebene werden durch die DJ-Auftritte Vorurteile und

Barrieren gegenüber Behinderungen abgebaut. Durch

die musikalische Leistung und Sichtbarkeit der DJs in

der Öffentlichkeit sowie durch die Vernetzung von Menschen

mit und ohne Behinderung trägt der Verein zur

Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft bei.

Bei welchen großen Veranstaltungen durfte man

Eure DJs schon live erleben?

Die DJs spielten bei großen Veranstaltungen wie dem

zehnten Diversity Ball mit über 2.000 Besuchern im

Kursalon Wien, bei mehreren Veranstaltungen im Wiener

Rathaus, den Special Olympics in Schladming und

bei einem inklusiven Festival in der Schweiz. Die Reaktionen

der Kunden waren immer sehr positiv, und eine

positivere Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung

wird oft als sozialer Mehrwert nach den Veranstaltungen

betont.

Was habt ihr als nächstes vor?

Der Verein plant, sich als Sozialunternehmen und Vermittlungsagentur

für Menschen mit Behinderung zu

etablieren. Um auch eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen

und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung

zu schaffen, sollen die DJs und DJ-Trainer

durch eine neue interaktive Buchungsplattform an neue

Kundengruppen, verstärkt in der Privatwirtschaft, mit

zusätzlichen Leistungen vermittelt werden. Da freuen

wir uns natürlich, wenn es möglichst viele neue Buchungs-

und Kooperationspartner und neue interessierte

Teilnehmer gibt. Unterstützung – welcher Art auch

immer – ist ebenfalls herzlich willkommen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!

Informationen, Anfragen oder Buchungen über

www.fireflyclub.at oder +43 680 4012002

DIE MALTESER 1/2018 9


MALTESERORDEN

WEINKELLEREI LENZ MOSER

1.000 EIMER MALTESERWEIN

Das 1.000 Eimerfass ist mit einem Rotwein aus dem von Lenz Moser seit 1969 bewirtschafteten Schlossweingut Mailberg

des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens befüllt. Die vorgesehene Reifezeit für den „Premiere-Wein“ der Rebsorten Blauer

Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot beträgt mindestens zwölf Monate.

Von Friedrich H. Wimmer

Kellereileiter Ing. Ernest Großauer schätzt am Holzfass

den natürlichen Aspekt in der Weinwerdung – ein Naturprodukt

reift in einem Naturprodukt. Für den Ausbau

eines Weins im Holzfass braucht es spezielles Wissen,

entscheidend für die Qualität des darin gereiften Weins

sind aber Gespür und Erfahrung. Somit steht selbst bei

einer großen Kellerei wie Lenz Moser der Mensch selbst

im Mittelpunkt. Mit Weinen, welche die Handschrift des

Kellermeisters tragen.

Viele Jahrzehnte schlummerte im Weinkeller von Lenz

Moser ein historisches 1.000 Eimerfass, dessen Fassboden

aufwändige Schnitzarbeiten zierten. Seine Zeit als

Reifebehältnis für Wein hatte dieses 56.500 Liter fassende

Juwel längst hinter sich.

Für den Chefönologen Ing. Ernest Großauer wurde das

Fass bei seiner täglichen Arbeit immer mehr zur Inspiration.

Wie könnte diesem Schmuckstück neues Leben

eingehaucht werden? Das Holzfass an sich – in Form von

Barriques und Gebinden mit einigen Tausend Litern Fassungsvermögen

– hatte bei Lenz Moser seit jeher einen

großen Stellenwert. Somit reifte langsam der Entschluss,

dem 1.000 Eimerfass seine einstige Bedeutung zurückzugeben.

Das Fass selbst sollte erneuert werden, der kunstvoll

geschnitzte Fassboden weiterhin die Betrachter erfreuen.

Nach jahrelanger Vorbereitung erfolgte im Sommer 2017

der Aufbau des neuen 1.000 Eimerfasses in der Weinkellerei

Lenz Moser. Das Holz dafür stammt von der Traubeneiche

aus den Waldungen des Stifts Klosterneuburg, geschlägert

im Winter 2009/2010. Das Alter der Stämme beträgt zwischen

130 und 160 Jahre, das leere Fass hat ein Gewicht

von 13.000 Kilogramm, ist 4,9 m lang und 4,65 m hoch.

Eine Besonderheit am ursprünglichen 1.000 Eimerfass

war dessen 1953 kunstvoll geschnitzter Fassboden mit

dem Motiv „Noah empfängt den Rebstock von Gott dem

Herrn“. Dieser außergewöhnliche Fassboden ist bestens

erhalten und schmückt nun die Vorderansicht des neuen

1.000 Eimerfasses.

Informationen:

www.lenzmoser.at oder www.weinshop-mailberg.at

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DIE MALTESER 1/2018


MALTESERORDEN

ALEXANDER VAN DER BELLEN BEI

FRA’ GIACOMO DALLA TORRE IN ROM

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurde in Rom vom Statthalter des Großmeisters

Fra’ Giacomo Dalla Torre empfangen.

Von Richard Steeb

Der Statthalter des Großmeisters des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens,

Fra’ Giacomo Dalla Torre, empfing

den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van

der Bellen, im November des vergangenen Jahres, im

Magistralpalast in Rom. Die Gespräche konzentrierten

sich auf die exzellenten Beziehungen zwischen der Österreichischen

Republik und dem Souveränen Malteser-Ritter-Orden

, die auf einer Jahrhunderte währenden Partnerschaft

basieren (diplomatische Beziehungen bestehen

nach Wien zumindest seit 1747). In einer Atmosphäre

großer Herzlichkeit erörterte man die vielen medizinischen

und sozialen Projekte des Malteserordens in Österreich:

die Bandbreite reicht hier von der Betreuung von

Kinderpatienten – und deren Eltern – im Hospiz, über die

Pflege von Behinderten und alten Menschen bis hin zur

Flüchtlingshilfe und dem Rettungsdienst.

„Ich bin sehr beeindruckt von der Präsentation der internationalen

Aktivitäten des Ordens, die in so vielen

Ländern von der humanitären Hilfe bis zu sehr spezifi-

schen Projekten im medizinischen und sozialen Bereich

reichen“, äußerte sich der österreichische Bundespräsident

erfreut. „Der Orden ist immer bei jedem Einzelnen

und seinen Bedürfnissen. Wenn man die vielen Konflikte

und Krisenherde auf der Welt in Betracht zieht, dann

teilt Österreich völlig die Einstellung des Malteser-Ritter-Orden,

dass ein neues und effizientes humanitäres

Hilfsmodell gefunden werden muss“, so der Bundespräsident

weiter.

Der offizielle Besuch des österreichischen Bundespräsidenten

Alexander Van der Bellen ist der erste seit seinem

Amtsantritt im Januar 2017. Gleichwohl haben viele

Besuche stattgefunden, zuletzt war eine Delegation des

Souveränen Malteser-Ritter-Orden 2016 in Wien.

DIE MALTESER 1/2018 11


VORBILDER

DAISY WALDSTEIN-WARTENBERG

EIN AUSSERGEWÖHNLICHES VORBILD FÜR UNS ALLE

Das Leben von Margareta „Daisy“ Gräfin Waldstein-Wartenberg zu erzählen, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Dennoch wage ich den Versuch, denn sie hat nicht nur den Alten- und Krankendienst mitbegründet, sondern auch die Malteser in

Österreich wie kaum ein anderer Mensch nachhaltig geprägt und dabei vorbildhafte Spuren hinterlassen.

Von Wolfgang Weigel

Daisy kommt 1927 in London zur Welt. Ihre Kindheit

verbringt sie mit ihrer Mutter und drei Onkeln in

Roketnitz, einem kleinen Ort in Mähren. Zur Schule

geht sie später in Olmütz. Die glücklichen Jahre ihrer

Kindheit enden abrupt mit dem alles vereinnahmenden

Nationalsozialismus. Auf ihrer Flucht – als geborene

Britin ist die Gefahr groß, verfolgt zu werden – ist

Daisy auf einfache Arbeiten angewiesen, um sich vor

Ein Leben in ruhigeren Bahnen

1953 heiratet Daisy ihren ersten Mann, Michael

Thun-Hohenstein, und schenkt ihm zwei Söhne

und eine Tochter. Der erste Sohn, Alfred, hat

das Down-Syndrom und braucht besondere Pflege.

Damit nicht genug, stirbt Michael im Alter

von nur 39 Jahren. Er nimmt Daisy das Versprechen

ab, zum Wohl der Kinder wieder zu heiraten.

So tritt Berthold Waldstein-Wartenberg, kurz Berti, in

Daisys Leben. Mit seinem Engagement reißt er Daisy

mit, sodass entsteht, was wir heute mit tiefem Respekt

bewundern: der Malteser Hospitaldienst, den Berti als

Kommandant 15 Jahre leitete. Nach einem Wechsel in

der Führung des Hospitaldienstes wurde eine neue Initiative

mit der „Waschstraße“, einem Pflegezentrum

dem Zugriff der Gestapo zu verstecken. 1946 folgt die

Vertreibung, Daisy landet in Wien. Dort holt sie die

Matura nach und nimmt ein Studium auf. Als dann das

Geld dafür nicht mehr reicht, lässt sie sich zur Modistin

ausbilden.

im zehnten Wiener Gemeindebezirk, als Kernstück des

Malteser Alten- und Krankendienstes ins Leben gerufen.“

Schwere Zeiten nach langer Aufbauarbeit

Daisy muss mit weiteren Schicksalsschlägen fertigwerden.

Ihr zweiter Mann Berti stirbt nur 66-jährig. Auch die

jüngste Tochter, die sich bald eingestellt hatte, verliert

den geliebten Vater zu früh. Daisy, vierfache Mutter und

von nun an auf sich allein gestellt, verschreibt sich ganz

dem Dienst am Nächsten und schafft neue caritative

Initiativen im Sinne des Kampfes gegen die acht – durch

die Spitzen des Malteserkreuzes dargestellten – Elende.

Unter anderem gründet sie für Menschen mit Behin-

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DIE MALTESER 1/2018


VORBILDER

derung den böhmischen Hospitaldienst, Servo und die

Česka Maltézská Pomoc. Alle drei sind Werke des Malteser-Ritter-Ordens.

Daisy ist unermüdlich. Wenngleich ihre körperliche

Kraft langsam schwindet, bleiben ihr Wille und ihre

Zugewandtheit zu den Menschen ungebrochen. Der

Heilige Vater, der Malteser-Orden und auch die Republik

Österreich wissen um Daisys Leistungen und würdigen

sie durch hohe Auszeichnungen. Sie aber tritt in

den „Dritten Orden des Heiligen Dominikus“ ein.

Daisys Einfluss auf mein Leben

Ich sah Daisy zum ersten Mal vor etwa 50 Jahren. Sie

und Berti waren Gäste meiner Eltern, mit denen sie der

legendäre Dominikaner-Pater Diego Goetz bekannt ge-

einen Packwagen, der vom Materiallager bis zur „Cafeteria“

alle möglichen Funktionen erfüllte. Als ich gegen

drei Uhr früh für einen unserer Schützlinge etwas holen

wollte, war Daisy auch da, etwas verschlafen, aber

mit einem aufmunternden Lächeln und klaren Worten

– ich war ja ein pflegerischer Jungspund –, worauf ich

bei der Rückkehr in den Waggon zu achten hätte.

Ja, das konnte Daisy: charmant und fast ein wenig verschämt

lächeln und bestimmt bleiben. Sie war zugleich

unbeirrbar und großzügig, insistierend und nachsichtig.

Ihre Umgebung tat sich manchmal mit der kantigeren

Seite ihres Wesens nicht leicht. Aber ich meine zu

wissen, dass sie sich dessen sehr wohl bewusst war und

es möglicherweise nicht selten für notwendig erachtete,

so zu sein, um die Dinge zu lenken.

macht hatte. Sie warb zunächst meine Schwester Barbara

für die „Staffel“, die Vorgängerorganisation des

Malteser Hilfsdienstes und heutigen MHDA, an.

Es dauerte eine Weile, doch dann folgte auch ich. Frühe

Stationen, in denen ich Daisy bei der Arbeit sah, waren

die Ausbildungsabende in der „Casa Waldstein“ in der

Skodagasse 13, deren Wohnzimmer in gewissem Sinne

die Zentrale war (mit Daisys Küche als unerschöpflicher

Quelle von Erfrischungen und Stärkungen).

Erster Rom-Zug 1968

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir eine Episode

auf meinem ersten Rom-Zug 1968. Der Zug führte

Unermüdlich bis zum 90. Lebensjahr

Daisy hatte eine unerschöpfliche Kraft. Auch Demut

und große Gelassenheit waren ihr eigen , so wie ich

sie bei der Beisetzung ihres Sohnes Alfred erlebte.

Aber auch zuletzt, auf einen Stock gestützt, war sie

unverwechselbar, mit fester Stimme, diesem Blick,

der Charme und Distanz zugleich in sich trug.

Daisy ist am 22. November 2017 von uns gegangen.

Als „die Daisy“ wird sie in unserer Erinnerung fortbestehen.

Weinen wir also nicht um sie, freuen wir uns

mit ihr über ihren paradiesischen Frieden!

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LEBENSWERT

„WENN MAN EINEN SINN HAT, LOHNT

ES SICH, VIEL AUSZUHALTEN.“

Georg Male im Gespräch mit dem Psychologen, Autor, Rollstuhlfahrer und Familienvater Dr. Georg Fraberger.

Ganz einfach war es nicht, einen Termin zu finden,

Dr. Fraberger ist ein viel beschäftigter Mann. Er arbeitet

als klinischer Psychologe an der Orthopädie im Wiener

AKH und zudem als Lehrbeauftragter, betreibt daneben

eine Privatpraxis, hält Vorträge und veröffentlicht beinahe

jedes Jahr ein neues Buch. Und „nebenbei“ ist der

1973 ohne Arme und Beine in Wien Geborene auch noch

verheiratet und hat vier Kinder.

Doch schließlich stehe ich wartend auf einem der langen

Gänge im AKH – etwas unsicher, was mich erwarten

wird. Eine Dreiviertelstunde hat sich für unser Gespräch

gefunden, eingezwängt zwischen zwei andere Termine.

Da biegt Dr. Fraberger mit seinem Elektro-Rollstuhl auch

schon um die Ecke, in ziemlich ambitioniertem Tempo.

Rasche Begrüßung, und schon geht es weiter in sein

Dienstzimmer. Jede Kurve, jedes Tür-Öffnen sitzt perfekt.

Den Rollstuhl steuert er mit seinem an der Hüfte

angewachsenen Fuß, zusätzlich trägt er rechts eine Armprothese.

Es verleiht Lebenswert ...

Gleich sind wir mitten im Gespräch. Meine Eingangsfrage,

in welcher Rubrik unserer Zeitung – VorBilder oder

LebensWert – er sich eher sehen würde, beantwortet

Georg Fraberger umgehend und eindeutig: „In der Kategorie

LebensWert. Ich werde zwar oft in die Vorbildrolle

gedrängt, fühle mich aber nicht so. Das betrifft mich als

Person, aber auch meine Tätigkeit. Ich führe selbst ein gelungenes,

lebenswertes Leben und kann auch andere Menschen

darin unterstützen, gut zu leben.“ Doch natürlich sei

sein Leben nicht immer leicht, ergänzt er. „Dass es mir gut

geht, heißt nicht, dass ich mich auch immer wohl fühle;

meine Behinderung wegzuleugnen, wäre vermessen.“

... mit Menschen zu arbeiten

Und was ist es konkret, das sein Leben lebenswert macht?

Auch hier hat Georg Fraberger sofort eine klare Antwort:

„Dass ich mich mit einem Sinn befassen kann und dass

es sich lohnt, alle Mühen dafür auf sich zu nehmen, mir

etwa auch in der Arbeit helfen zu lassen oder mich mit

einer kaputten Prothese abzumühen, wie gerade jetzt.

Dieser Sinn liegt für mich darin, mit Menschen zu arbeiten

und ihnen hoffentlich weiterhelfen zu können – in

der direkten Begegnung mit ihnen persönlich oder auch

in der Wissenschaft.“

Jetzt muss ich aber doch auch nachfragen, ob es für Georg

Fraberger etwas gibt, das ihn zum Vorbild macht. Und – ja

– auch das gibt es, nämlich „die Tatsache, dass es mir wirklich

gelungen ist, die Behinderung nicht als mein Lebensproblem

zu sehen. Ich habe großes Glück und bin dankbar

für die ganz normalen Probleme eines Ehemannes und Vaters.

Ich bin dankbar, dass ich mich mit meiner Familie und

anderen Menschen auseinandersetzen kann, und nicht

nur mit meinen körperlichen und psychischen Grenzen.“

Wut, Verständnis und Glaube

Wie sieht es dann mit Wut aus, mit dem Vergleich mit

Menschen ohne Behinderung? Georg Fraberger: „Natür-

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LEBENSWERT

Bei diesem Stichwort muss ich natürlich einhaken und

stelle die Gretchenfrage, ob es für Georg Fraberger auch

eine spirituelle Dimension gibt. „Ja, die gibt es“, antwortet

er, doch müsse er sie vom Verständnis fernhalten. „Ich

bin gläubig und glaube, dass das Leben einen Sinn hat.

Dieser Sinn liegt für mich in der Erkenntnis – in der Wissenschaft

ebenso wie im Glauben. Meine Klienten erwarten

von mir aber keine Mission. Doch wenn jemand mit

dem Sinn hadert, bringe ich auch spirituelle Aspekte ein.

Manche Erklärungen findet man eben nur in der Philosophie

...“

lich, die Behinderung macht mich oft auch wütend, weil

es so schade ist, dass ich etwas nicht kann ... Ich glaube,

hier hilft mir meine Ausbildung als Psychologe, denn ich

habe gelernt, zu Aggressionen einen positiven Zugang zu

bekommen. Ich weiß einfach, dass Aggression immer nur

dann auftritt, wenn man nicht verstanden wird. Allein

dieses Wissen hat mir schon geholfen, meine Aggression

anders zu betrachten. Das versuche ich auch in meinem

Beruf weiterzugeben. Wir leben alle auf Basis von Verständnis;

wenn kein Verständnis mehr da ist, bleibt nur

der Glaube.“

Ganzheitliche Sicht des Menschen

Großteils betreut Georg Fraberger Menschen in existenziellen

Situationen, sein Spezialgebiet sind Patienten mit

Tumoren und Metastasen am Knochenapparat. Sie bekommen

neue Knochen aus Metall, erleiden Einschränkungen

und eine massive Veränderung ihrer Lebensqualität,

müssen oft neu gehen lernen. Georg Fraberger:

„Äußerlich sieht man oft nur eine einzelne große Narbe,

doch innerlich ist die Verletzung viel gravierender.“

Hier sei es wichtig, den Menschen als leiblich-seelische

Ganzheit zu betrachten. Neben der Versehrtheit auf der

leiblichen Ebene müsse auch die seelische Verwundung

behandelt werden.

Kann er mit seiner speziellen persönlichen Situation seinen

Klienten dabei mehr geben als jemand ohne Behinderung?

„Tendenziell sicher“, meint er, „doch die Behinderung

bringt auch Vorurteile mit sich. Mit Vorurteilen

kämpft aber jeder in irgendeiner Form ...“ Und Georg

Fraberger scheint auch wenig Scheu und Berührungsängste

zu haben. „Ich selbst gehe einfach direkt auf Menschen

zu, oft setze ich dabei auch auf – bisweilen schwarzen

– Humor. Wenn Sie zu jemandem sagen ‚Ich würde

BIOGRAFIE

Georg Fraberger, 1973 ohne Arme und ohne Beine geboren, wuchs in Wien gemeinsam mit zwei Geschwistern auf.

Seine Familie ermöglichte ihm ein normales Leben und sah seine Behinderung nie als Problem. Er besuchte einen

normalen Kindergarten, danach kurzzeitig eine Behindertenschule, und absolvierte später die Handelsakademie.

2000 schloss er das Studium der Psychologie in Wien ab. Danach arbeitete er ein Jahr lang in Somerset (England)

als psychologischer Assistent für Patienten mit Schädel-Hirn-Traumata und Schlaganfall in einer neurologischen

Abteilung. Ab seiner Rückkehr im Jahr 2001 befasste er sich mit seiner Dissertation, 2007 folgte die Promotion im

Fach Psychologie. Neben der Arbeit in seiner Praxis und im AKH ist er Sachverständiger beim bVa Pensionsservice,

Referent in der Facharztausbildung, Seminarleiter an der MedUniWien und seit 2013 Autor. Außerdem ist er glücklich

verheiratet, Vater von vier Kindern und begeisterter Autofahrer.

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BIBLIOGRAFIE

auch nicht mit mir reden’, ist das Eis gebrochen. Letztlich geht

es darum, die Spannung aufzulösen. Solange jemand nur meinen

Körper sieht, weiß er ja nicht, wer und was ich bin.“

Alltag mit Behinderung

Und wie gehen seine Kinder damit um? „Für die ist es ganz

normal“, erklärt Georg Fraberger, „sie kommen sogar mit

Menschen in Kontakt, die nie mit mir reden würden. Dabei

geraten sie manchmal auch in die Rolle, mich zu verteidigen.

Denn manche Menschen, die sich vor mir zurückziehen, lassen

es an den Kindern aus und verspotten sie – nach dem Motto

‚Dein Vater ist aber komisch‘. Erst daran merke ich, dass man

mit Behinderung generell in einer Außenseiterrolle ist, und

meine Kinder tun mir oft leid für diese Konfrontation.“

Durch technische, finanzielle und auch strukturelle Hilfen ist

diese Außenseiterrolle heutzutage zum Glück deutlich gemildert.

Georg Fraberger ist zum Beispiel begeisterter Autofahrer,

wie seine Website verrät. „Ich fahre gern und finde das entspannend“,

erklärt er. „Doch ohne zusätzliche Hilfe über die technische

hinaus wäre das nicht möglich, denn ich kann natürlich

nicht tanken oder Öl nachfüllen. Heute Früh war ein kleiner

Kaugummi meiner Kinder in der Tür, damit ging die Rampe

nicht hinunter – deshalb muss mein Assistent immer mit dabei

sein.“

Kein Sinn ohne Vision

Generell seien die Bedingungen in Österreich in Sachen Infrastruktur,

Pflegegeld, Assistenz etc. ziemlich gut. Dies helfe vor

allem Menschen, die nicht so gut (familiär) eingebunden seien

wie Georg Fraberger. „Doch das Finanzielle und Strukturelle

ist nur ein Aspekt. Die Assistenz ersetzt letztlich ‚nur’ meine

Hände und Füße und ist wertlos, wenn ich nicht eine Vision

habe, wofür ich da sein möchte. Nur wenn ich selbst einen Sinn

in meinem Leben finde, hat auch die Hilfe Sinn. Kurz zusammengefasst:

Wenn man einen Sinn hat, lohnt es sich, viel auszuhalten.“

2013

Ohne Leib, mit Seele

Es gibt zwei Fragen, die mich am meisten beschäftigten:

Was macht den Menschen aus?

Und welchen Körper braucht er dazu? Die Wissenschaft

kann den Wert, den Grund und den

Sinn eines Lebens nicht erklären. Es muss also

mehr geben als Körper und Verstand: die Seele.

2014

Ein ziemlich gutes Leben

Die Voraussetzungen für ein gutes Leben waren

nicht sehr günstig für mich – aber ich habe es

geschafft. Arm oder reich? Gesund oder krank?

Perfekt oder nicht perfekt? Dieses Entweder–

Oder macht vermeintlich den Unterschied aus

zwischen einem guten und einem schlechten

Leben. Aber das stimmt nicht.

2016

Ich verstehe Dich.

Endlich Klarheit in der Kommunikation

Wenn Menschen miteinander in Kontakt treten,

entsteht eine Verbindung zwischen ihnen.

Aber wie schaffen wir es, dass unser Gegenüber

sich verstanden weiß und sagt: „Du sprichst

mir aus der Seele“?

2017

Wie werde ich Ich. Zwischen Körper, Verstand

und Herz

Wir werden dazu erzogen, Ziele anzustreben.

Wir trainieren unseren Körper und funktionieren

nach gesellschaftlichen Vorgaben. Der

Mensch versucht, erfolgreich und in der Liebe

ein perfekter Partner zu sein. Doch oft gelingt

diese Balance nicht. Aber wer hat nun recht:

Körper, Verstand oder Herz? Wie werde ich Ich,

und wer bin ich?

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LEBENSWERT

„SAG NICHT BEHINDERT ZU MIR!“

Wie finden Menschen mit Behinderung einen Job? Warum werden Ladentheken nicht so gebaut, dass sie auch für Rollstuhlfahrer

einfach zugänglich sind? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Unternehmen wie „myAbility“ und „Career

Moves“ – höchst erfolgreich, wie nachstehendes Porträt zeigt.

Von Katharina Stögner

Was denken Sie? Wie viele Menschen mit Behinderung

leben in Österreich? 20,5 Prozent? 8,5 Prozent? Oder

doch nur 1,5 Prozent? Es sind tatsächlich 20,5 Prozent.

Das sind rund 1,7 Millionen Menschen. Rein betriebswirtschaftlich

gesehen, bedeutet diese Zahl 1,7 Millionen

potenzielle Neukunden bzw. Arbeitskräfte – eine

barrierefreie Gestaltung der Arbeits- und Geschäftsumgebung

vorausgesetzt.

Auch so kann man Statistik betrachten. Keine Scheu vor

dieser Art der Interpretation von Zahlen hat das Unternehmen

„myAbility“. Die Experten von myAbility werden

gerufen, wenn es darum geht, ein Geschäft, einen

Betrieb oder einen großen Konzern (oder eine ganze Gemeinde)

barrierefrei zu machen und Inklusionskonzepte

für einen produktiv lebbaren Berufsalltag zu entwickeln.

Ergänzend zum Know-how von myAbility bietet

die Jobplattform „Career Moves“ neue Job-Perspektiven

für Menschen mit Behinderung bzw. für Unternehmen,

die Menschen mit Behinderung einstellen wollen.

Motivation durch die eigene Betroffenheit

Career Moves ist im Jahr 2009 entstanden, 2014 wurde

myAbility aus der Taufe gehoben. Hinter beiden Namen

steht Mag. Gregor Demblin, dessen Leben wohl ganz

anders verlaufen wäre, wäre da nicht 1995 die Maturareise

nach Griechenland gewesen. Der damals 18-Jährige verunglückte

beim Baden schwer und blieb querschnittgelähmt.

„Es gehört zu einer ganzheitlichen

Unternehmensstrategie, auch

Menschen mit Behinderung als Mitarbeiter

und als Kunden zu berücksichtigen.“

Gregor Demblin, Gründer von myAbility

„Das Schlimmste waren nicht die Diagnose und das Jahr

Reha, in dem ich hart für meine neue Selbstständigkeit

gekämpft habe, sondern es war die veränderte Wahrnehmung

von außen. Als Betroffener ist man motiviert

und will normal weiterleben. Doch auf einmal wird man

anders behandelt, es wird einem nichts zugetraut, man

wird anders angesprochen, anders angeschaut“, erinnert

sich Demblin.

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LEBENSWERT

Nach dem Philosophiestudium und einigen erfolglosen

Bewerbungen kam schließlich der

Entschluss, etwas gegen diese „andere“ Art der

Behandlung zu tun: Gregor Demblin entwickelte

einen neuartigen, wirtschaftsorientierten Ansatz,

zur Inklusion von Menschen mit Behinderung,

und gründete sein eigenes Unternehmen.

„Nur Personal zu vermitteln, reicht nicht, wenn

nicht auch die technischen und sozialen Parameter dafür

geschaffen werden“, so Demblin.

Mittlerweile hat sich myAbility zu einem soliden, kontinuierlich

wachsenden Beratungsunternehmen entwickelt,

das international sogar als Vorzeigemodell für

Lösungen im Bereich Inklusion gilt. Demblin: „Wir bekommen

laufend Anfragen und Besuch von Interessenten

aus der ganzen Welt, die an einer Zusammenarbeit

interessiert sind bzw. überlegen, wie sie ähnliche Unternehmen

in ihren Ländern auf die Beine stellen können.“

Ein Thema von strategischer Bedeutung

Für Unternehmen spielt das Thema Behinderung eine

immer wichtigere Rolle und sollte unbedingt in der strategischen

Unternehmensplanung berücksichtigt werden.

„Das beginnt schon bei der Ladengestaltung. Geschäftstheken

oder Feinkostvitrinen sollten Menschen

mit Behinderung ungehindert Zugang bieten. Das gleiche

gilt bei der Montagehöhe von Fahrscheinautomaten,

Postkästen, Türglocken und Lichtschaltern, bei der

Bedienung von Fahrstühlen und Kopiergeräten im Büro

oder bei der Essensausgabe in der Betriebskantine“, so

Demblin.

myAbility berät Unternehmen umfassend im Hinblick

auf diese Fragestellungen und geht dabei auch noch einen

Schritt weiter: myAbility bedenkt auch die Gruppe

der älteren Mitarbeiter mit. „Menschen bleiben heute

länger im Arbeitsprozess. Man muss daher bedenken,

dass ein 60-jähriger Mitarbeiter andere Bedürfnisse und

Fähigkeiten hat, als ein 30-Jähriger. Ältere Mitarbeiter

haben zunehmend Probleme mit dem Stützapparat, ihre

Sehkraft wird schlechter, Bildschirmarbeit ermüdet sie

rascher als junge Menschen. Hier Rahmenbedingungen

zu schaffen, die häufigen Ausfällen, Erkrankungen und

Das sagen Andere über myAbility

Die Bank Austria spricht ganz

gezielt Menschen mit Behinderung

an. Nicht nur aus sozialer

Verantwortung oder zur Förderung

von Nachhaltigkeit und

Zukunftssicherung, sondern

auch, weil wir die besten und

engagiertesten jungen Mitarbeiter

an Bord holen wollen. Da

können wir auf diese Talente einfach nicht verzichten.“

Doris Tomanek, Vorstand

UniCredit Bank Austria Human Capital

„Durch das DisAbility-Talent-Programm hatten wir die Möglichkeit,

BewerberInnen kennenzulernen, die bisher den

Handel aufgrund ihrer Behinderung nicht als möglichen Arbeitgeber

in Betracht gezogen haben.

Durch das Job-Shadowing erhielten die

TeilnehmerInnen einerseits Einblicke

in den vielseitigen Arbeitsalltag, und

andererseits konnten die MitarbeiterInnen

und Führungskräfte im direkten

Kontakt Berührungsängste abbauen.“

Johannes Zimmerl, Direktor Konzernpersonalwesen

REWE International AG

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LEBENSWERT

„myAbility, ein neuer wirtschaftlicher Ansatz, beweist, dass es

sich für Unternehmen finanziell einfach auszahlt, Menschen mit

Behinderung als Mitarbeiter und Kunden anzuwerben. Mehr als

2,5 Prozent der Bruttopersonalkosten lassen sich bei großen

Unternehmen durch Inklusionsmaßnahmen zurückgewinnen.“

Würdigung von myAbility im Rahmen der ORF-Kampagne

„ÖSTERREICH kann“ als einer der Top 10 Ideen-Pioniere (2017)

Demotivation entgegenwirken, kann einem Unternehmen

helfen, Kosten zu sparen“, ist Demblin überzeugt.

Auch für Studierende und Akademiker die am ersten

Arbeitsmarkt ihre Karriere starten möchte, entwickelte

myAbility eine Einstiegshilfe: Das DisAbility Talent

Programm. Durch dieses können Unternehmen top

ausgebildete Studierende mit Behinderung kennen lernen

und sich mit diesen vernetzen. „Mit dem DisAbility

Talent Programm reagieren wir auf den Impuls der

Unternehmen, sich Studierenden mit Behinderung als

attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. Die Partnerunternehmen

des Talent Programms sehen die Behinderung

als positiven Aspekt der Profile der Studierenden“,

erklärt Demblin.

AUSGEZEICHNET!

myAbility wurde bereits mehrfach für seine Leistungen

ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

2010 Wundsam-Hartig Preis

2012 Architects-of-the-Future Award, Trigos Award

2013 SEA Sustainable Entrepreneurship Award, Ashoka

Fellow

2014 European Award for Social Entrepreneurship and

Disability, Sozial Marie, DiversCity Award, Österreichischer

Staatspreis für PR

2017 HR Award Gold, seif Award

Fragen zum Thema Inklusion im Unternehmen?

Gregor Demblin steht gerne für weitere Informationen

und eine individuelle Beratung zur Verfügung.

E-Mail: gregor.demblin@myAbility.org

Wie sage ich es richtig?

Darf ich „Behinderung“ sagen? Oder reden wir besser

von „Beeinträchtigung“? Ist „Disability“ das politisch

korrekte Wort? Die Sprache bietet uns eine Vielzahl an

Möglichkeiten, um uns auszudrücken. Was wir sagen und

wie wir es sagen, prägt die Welt, in der wir leben, und unsere

Beziehungen zu anderen Menschen. Sprache kann

bestärken und ermutigen, sie kann aber auch verletzen.

myAbility und Career Moves geben Tipps, wie man mit

„heiklen“ Begriffen am besten umgeht. Hier die wichtigsten

DO‘s and DON’Ts:

Disability

Auf den englischen Begriff auszuweichen, ist in unserer

Arbeit mit Unternehmen oft eine gute Möglichkeit, in

das Thema zu starten. So sprechen wir in unserer Beratung

auch von „Disability Recruiting“.

Behinderung

Dieses Wort löst bei vielen Menschen ein komisches Gefühl

aus. Dennoch ist es politisch und für uns korrekt,

dieses Wort zu schreiben oder zu sagen.

Der/die Behinderte, behindert sein

Durch diese Wortwahl wird man auf die Behinderung

reduziert, als wäre sie das einzige, identitätsstiftende

Merkmal. Daher besser vermeiden.

Handicap

Dieser Begriff kommt von einem alten englischen Spiel

und wird heute im Englischen nicht mehr für behinderte

Menschen verwendet.

Weitere hilfreiche Tipps finden sich unter

www.myability.org/news/inklusive-wording

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RELIGIONAKTUELL

AUFERSTEHUNG

UND

OSTERN

Von Ordensspiritual Altabt Gregor Ulrich

Henckel-Donnersmarck OCist.

Es geht also beim größten Fest der Christenheit schlussendlich

um jeden einzelnen von uns. Davor liegt das

erlösende Leiden, die glorreiche Auferstehung und die

Himmelfahrt Jesu von Nazareth, in dem wir den verheißenen

Messias des auserwählten Volkes Israel erkennen.

Außerdem wissen wir aus den Evangelien und allen weiteren

Schriften des Neuen Testaments, dass er der Sohn

Gottes, der Logos, ja Gott und Erlöser ist. Im Streben, die

„Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in

seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in

seiner Auferstehung vereinigt sein.“

Lehre auch langfristig in der Balance zu halten, hat die

Kirche der ersten Jahrhunderte noch formuliert, dass

er wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Eine Person mit

zwei Naturen. Als Person eine der drei Personen in dem

einen Gott.

Dabei ist die Auferstehung und das ewige Leben auch

außerhalb von Offenbarung und Religion eine Ursehnsucht

des Menschen. Sigmund Freud diagnostiziert, dass

das Unbewusste des Menschen seinen eigenen Tod nicht

wahrnehmen kann und geht davon aus, dass das Unbewusste

letztlich den Menschen steuert und bestimmt.

Das Zweite Vatikanische Konzil bezieht sich nicht direkt

auf Freud, gibt aber doch sehr pointiert die Erklärung

dieser psychoanalytischen Diagnose, wenn es schreibt:

“Er (der Mensch) urteilt aber im Instinkt seines Herzens

richtig, wenn er die völlige Zerstörung und den endgül-

tigen Untergang seiner Person (im Tod) mit Entsetzen

ablehnt“. (gaudium et spes 18)

Eine Zwischenbemerkung: Ich beneide alle spanisch sprechenden

Völker, denn sie nennen das Fest, um das es hier

geht „Pascua de Resurreccion“. Das alttestamentlich Wort

Pascha (Vorübergang des Herrn) verbunden mit Auferstehung.

Was für ein Geschenk, den Inhalt des Festes so

deutlich im Namen auszusprechen! Unser

deutsches Wort „Ostern“ habe ich bis

hierher vermieden, denn es hat eigentlich

keine Beziehung zum Inhalt des Festes,

sondern leitet sich wahrscheinlich vom

(Römerbrief 6,5) Namen einer altgermanischen Gottheit

der Morgenröte und des Frühlings ab. Ich bin daher auch

kein großer Freund vom Osterhasen und von den Ostereiern.

Die von Papst Pius XII schon anfangs der 50er Jahre reformierte

Liturgie der Karwoche will uns vor allem im

sacrum triduum - Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht

- ganz intensiv mit dem zentralen Geheimnis

unseres Glaubens verbinden, indem dieses ausführlich

gefeiert wird. Und daher gibt es die Einladung der Kirche

zur engagierten Mitfeier dieser Liturgien. Dabei darf niemand

auf die Uhr schauen oder ungeduldig werden; diese

Feiern brauchen ihre Zeit für die Ewigkeit. Dann dürfen

auch wir erleben, was die Emmaus-Jünger erlebten:

Christus geht mit uns, hört uns zu, auch wenn wir klagen,

er kehrt auf unsere Bitten bei uns ein und gibt sich uns als

Auferstandener im Brotbrechen zu erkennen.

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DIE MALTESER 1/2018


MALTESERWELTWEIT

„WIR TUN ALLES, UM DAS MENSCH-

LICHE LEID ZU LINDERN.“

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen in Myanmar flohen seit dem 25. August 2017 mehr als 650.000 Menschen in die

Küstenstadt Cox‘s Bazar in Bangladesch. Die meisten Menschen hatten nichts weiter dabei als die Kleidung, die sie am Körper

trugen. Sie wurden in provisorischen Zeltlagern untergebracht, die sich in kürzester Zeit zu einem einzigen „Megacamp“ entwickelten.

Der Bedarf an Hilfe ist immens: die Camps sind überfüllt, das Gesundheitssystem ist völlig überlastet. Hinzu kommt, dass

viele Gebiete sehr schwer zu erreichen sind und es immer wieder Überschwemmungen gibt.

Von Katharina Kiecol

Yvonne Dunton ist für Malteser International in Bangladesch

und gibt uns einen Einblick in das Leben der Menschen

dort. Die Schweizerin ist 54 Jahre alt und wurde

von uns nach Cox´s Bazar entsendet, um unser Projekt

zu betreuen.

Frau Dunton, wie ist die Situation der Flüchtlinge

in Bangladesch?

Viele haben auf der Flucht fast alles verloren und Schreckliches

erlebt. Das erzählen uns die Menschen, die zu uns

kommen, und das sehen wir auch an den Verletzungen,

die die Mitarbeiter in den Krankenhäusern behandeln

müssen. Es gibt Patienten mit Schusswunden oder Verbrennungen

beispielsweise, aber auch mit zahlreichen

anderen Verletzungen, die Hinweise auf ähnlich dramatische

Ereignisse geben. Ich habe etwa Mamtaz Begum

Tulatoli kennengelernt. Sie hat am ganzen Körper schwere

Verbrennungen und wurde in unserer Gesundheitsstation

behandelt. In Myanmar hat sie bei einem Überfall

ihren Mann und vier Kinder verloren. Ihre Tochter wurde

schwer verletzt, ihr Haus angezündet. Die beiden konnten

sich in letzter Sekunde in Sicherheit bringen und

kamen Tage später mit nichts hier an. Mamtaz Brandwunden,

verheilen langsam. Zusätzlich ist sie schwer

traumatisiert, traumatisiert, diese Wunden werden noch

sehr viel länger behandelt werden müssen, bevor sie zu

heilen beginnen.

Was brauchen die Flüchtlinge am dringendsten?

Buchstäblich alles. Zahlreiche Säuglinge und Kleinkinder

sind unterernährt und benötigen dringend Zusatznahrung.

Dort, wo viele Menschen auf so engem Raum und

unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammenleben,

besteht immer die Gefahr, dass Epidemien ausbrechen.

Die Lösung des Problems muss dringend in Angriff

genommen werden.

Können Sie uns mehr über die Unterstützung von

Malteser International in den Camps sagen?

Wir von Malteser International haben uns mit Gonos-

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MALTESERWELTWEIT

Foto: Noor Ahmed Gelal/Malteser International Foto: Noor Ahmed Gelal/Malteser International

Rajumas Haus in Myanmar wurde angezündet. Im letzten

Augenblick konnte sie sich retten.

In zwei Gesundheitsstationen versorgt Malteser International

im Megacamp in Cox’s Bazar mehr als 20.000 Flüchtlinge.

hasthaya Kendra, einer erfahrenen lokalen Nichtregierungsorganisation

im Gesundheitsbereich, zusammengeschlossen.

Mit unserer technischen und

finanziellen Unterstützung hat unser lokaler Partner

innerhalb kürzester Zeit zwei Gesundheitsstationen

im Megacamp eingerichtet. Diese sind sechs

Tage in der Woche geöffnet und versorgen über

100 Patienten am Tag. Für die Menschen im Camp

ist die Behandlung kostenlos. Außerdem erhalten

hier auch Schwangere, ältere Menschen und unterernährte

Kleinkinder gehaltvolle Spezialnahrung.

Vielen von ihnen sind von den Strapazen der Flucht

gezeichnet und unterernährt.

Wie erleben Sie persönlich die Situation vor Ort?

Die meisten Flüchtlinge kämpfen darum, ihr Leben

neu zu beginnen. Ich merke ihnen an, dass sie langsam

damit beginnen, sich hier einzurichten und

wieder Mut zu fassen. Ihr Lächeln zu sehen, ist eine

große Freude für mich und gibt mir Kraft.

„ICH DACHTE,

ICH HÄTTE ALS

MUTTER VER-

SAGT.“

Malteser International unterstützt an Tuberkulose erkrankte Kinder

und ihre Familien.

Von Michael Etoh

Über ein Jahr lang war der zweijährige Ar Jua schon krank,

bevor er die Diagnose Tuberkulose erhielt. Seine 30-jährige

Mutter Mi Tueh verzweifelte an der Situation, sie konnte

ihrem Sohn nicht helfen. „Immer wieder hatte er Fieber und

nachts Schweißausbrüche“, erzählt sie. „Ich konnte nicht mehr

schlafen. Alle paar Stunden stand ich in der Nacht auf, um zu

schauen, ob er noch atmet.“ Die Sorge wuchs ins Unermessliche.

Erst als Mi Tueh an einem Gesundheitstraining von Malteser

International zur Vorbeugung und Früherkennung von

Tuberkulose teilnahm, war Hoffnung auf eine Heilung für Ar

Jua in Sicht.

„Es wäre fast zu spät gewesen“

Mi Tueh und ihr Ehemann sind Kleinbauern. In ihrem kleinen

Dorf Tin Htet in der Nähe von Kengtung, einer Stadt ganz im

Osten Myanmars, leben sie vom Reis- und Gemüseanbau. Es

sind abgelegene Regionen wie diese, in denen die Infektionsrate

von Tuberkulose besonders hoch ist. Von den Fortschritten,

die in der Behandlung der Krankheit in den Städten erzielt

werden, bekommen die Dörfer kaum etwas mit. In nur wenigen

anderen Ländern gibt es daher mehr an Tuberkulose erkrankte

Menschen als in Myanmar. Das Leben in den ländlichen Gebieten

ist von Armut geprägt. Viele Menschen können sich

keine ausgewogene Nahrung leisten und sind deshalb besonders

anfällig für Krankheiten. Erkrankt ein Familienmitglied,

stellt dies die Angehörigen vor große finanzielle Herausforderungen.

Die Fahrtkosten in das nächstgelegene Krankenhaus

sind meist nicht zu stemmen. Gemeinsam mit dem nationalen

Tuberkulose-Programm arbeitet Malteser International daran,

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DIE MALTESER 1/2018


Mit Gesundheitskampagnen klären unsere

Mitarbeiter über Tuberkulose auf.

Mi Tuehs zweijähriger Sohn Ar Jua ist an

Tuberkulose erkrankt.

die Ausbreitung von Tuberkulose in der Region durch Prävention

und Behandlung einzudämmen. Die Mitarbeiter

klären über die Übertragung von Tuberkulose auf und

unterstützen besonders bedürftige Familien während der

umfassenden Tuberkulose-Behandlung sowohl finanziell

als auch mit Nahrungsmitteln.

Mi Tueh erinnert sich noch genau an das erste Treffen mit

den Mitarbeitern von Malteser International. „Fast wäre

ich nicht zu dem Gesundheitstraining gegangen“, erzählt

sie. „Unser Dorfvorsteher hatte uns gebeten, zu dem Treffen

zu gehen, aber ich hatte an diesem Tag so viel Arbeit

auf dem Feld. Zum Glück bin ich schließlich doch hingegangen.

Nach dem Training wurde mein Sohn untersucht.

Dabei fanden die Ärzte heraus, dass er Tuberkulose hat.“

Sie schaut zu Ar Jua, der still auf ihrem Schoß sitzt. „Es

wäre fast zu spät gewesen“, sagt sie zitternd. „Wäre ich an

jenem Tag nicht gegangen, dann hätte ich nie herausgefunden,

dass es Tuberkulose ist. Wahrscheinlich säße Ar

Jua dann heute nicht auf meinem Schoß.“

Aufklärung, Früherkennung und Behandlung

„20 Prozent aller an Tuberkulose erkrankten Menschen

in der Kengtung Region sind Kinder“, berichtet Sai

Kham Kyaut, medizinischer Mitarbeiter bei Malteser

International in Kengtung. „Obwohl Kinder zu den gefährdeten

Gruppen gehören, wird die Krankheit bei ihnen

seltener diagnostiziert. Ein Grund dafür ist, dass sie

weniger Auswurf produzieren – ein leicht zu erkennendes

Symptom für Tuberkulose. Die Früherkennung der

Krankheit ist immens wichtig. Nur so kann eine rechtzeitige

Behandlung sichergestellt und die Verbreitung

eingedämmt werden.“

Nach der Diagnose verordneten die Ärzte von Malteser

International dem kleinen Ar Jua eine sechsmonatige Behandlung

in Kengtung. Alle zwei Wochen fuhren Mi Tueh

und Ar Jua in das 40 Kilometer entfernte Krankenhaus.

Malteser International bezuschusste diese Fahrten. „Die

20.000 Kyats im Monat haben uns unglaublich geholfen.

Alleine hätte meine Familie die Kosten niemals tragen

können.“ Zusätzlich zu der finanziellen Hilfe erhielt Mi

Tuehs Familie Nahrungsmittel, um die während des Heilungsprozesses

eine so bedeutende ausgewogene Ernährung

sicherstellen zu können.

Ar Jua ist inzwischen auf dem Weg der Besserung. Seine

Behandlung ist fast abgeschlossen. Mi Tueh hat endlich

wieder einen Grund zu lächeln. „Ich dachte, ich hätte als

Mutter versagt“, sagt sie. „Es bereitet mir so viel Freude,

zu sehen, dass er nun wieder genügend Kraft zum Spielen

und Lachen hat.“ Mi Tueh wünscht sich nur das Beste für

ihren Sohn. „Ich hoffe, dass er gesund bleibt und zur Schule

gehen kann, damit er später einmal einen guten Job findet.

Er möchte aber wohl lieber Fußballer werden“, lacht

sie und zeigt auf das Trikot, das er trägt. „Vielleicht wird er

ja ein erfolgreicher Fußballspieler. Für mich wäre das ok.“

Malteser International ist seit 1996 in Myanmar aktiv.

Mehr als 350 lokale Mitarbeiter arbeiten in den Staaten

Rakhine, Shan und Kayin. Ziel ist die Stärkung der

schwächsten Gemeinden in abgelegenen Gebieten. Malteser

International kümmert sich um Verbesserungen in

der Basisgesundheitsversorgung, dem Zugang zur Wasser-,

Hygiene- und Sanitärversorgung und engagiert sich

außerdem in der Katastrophenvorsorge und Nothilfe bei

akuten Naturkatastrophen.

DIE MALTESER 1/2018 23


MALTESERWELTWEIT

Tumalu floh vor dem Bürgerkrieg im Südsudan. Schutz hat sie im Rhino-Flüchtlingscamp in Uganda gefunden.

„ICH HABE ANGST,

ABER GOTT IST AUF MEINER SEITE.“

Das erste, was einem ins Auge springt, sind Tumalus Zöpfe, die aufwendig geflochten ein kleines Kunstwerk bilden, das seitlich an

ihrem Kopf prangt. „Ich war zu Hause Friseurin“, sagt sie ruhig. „Ich liebe es, Haare zu stylen, und ich werde nicht damit aufhören,

nur weil die Umstände jetzt schwierig sind.“ Tumalu ist 25 Jahre alt und kommt aus Yei im Südsudan. Vor etwas mehr als einem

Jahr floh sie vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land, als bewaffnete Kämpfer ihr Dorf überfielen. Jetzt lebt sie mit ihrer Mutter, ihren

beiden Kindern und ihren Neffen in einer kleinen Lehmhütte in dem von Malteser International betreuten Rhino-Flüchtlingscamp

im Norden Ugandas, etwa 600 Kilometer von ihrer Heimat entfernt.

Von Michael Etho

Heute in Sicherheit, aber von der Flucht schwer

traumatisiert

In Norduganda, im Grenzgebiet zum Südsudan, leben

mehr als eine Million vertriebene Südsudanesen. Über

80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Viele von

ihnen haben Traumatisches erlebt, bis sie in Uganda in Sicherheit

waren. „Wir mussten tagelang durch den Busch

laufen, um den Kämpfern aus dem Weg zu gehen“, erzählt

Tumalu und starrt in den Himmel. „Unsere Flucht

ist schon über ein Jahr her, aber an die Angst kann ich

mich noch genau erinnern. Sobald die bewaffneten Männer

dich sehen, vergewaltigen oder töten sie dich, oder sie

vergewaltigen dich und töten dich danach.

Täglich 45 Minuten Fußmarsch, um Wasser zu holen

Nach ihrer Ankunft in Uganda erhielten Tumalu und ihre

Familie 900 Quadratmeter Land für den Bau einer Unterkunft

und den Anbau von Gemüse. „Wir waren glücklich,

als wir das Grundstück erhielten“, fährt sie fort. „Aber wir

hatten kein Wasser. Ich stand jeden Morgen auf, um zum

Fluss zu laufen und Wasser zu holen. Das war ein Fußmarsch

von 45 Minuten.“

Sauberes Wasser war in dieser Gegend bereits knapp,

bevor die Südsudanesen in den Norden Ugandas kamen.

Die Ankunft der 1,3 Millionen Flüchtlinge verschlimmerte

das Problem der begrenzten Wasserressourcen in

diesem kargen Landstrich. Vielen Menschen blieb keine

andere Wahl, als Wasser aus dreckigen Flüssen und

Teichen zu holen. „Ich hatte jeden Tag Angst davor, dass

das schmutzige Wasser meine Kinder eines Tages töten

könnte“, sagt Tumalu schaudernd. „Und dann passierte

24

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERWELTWEIT

Dank der von Malteser International gebohrten Brunnen im

Rhino-Camp hat Tumalu nun Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Start in eine neue Zukunft: 900 Quadratmeter Land erhielten

Tumalu und ihre Familie nach ihrer Ankunft in Uganda.

es: Nach einem Monat hatte mein Sohn Durchfall und

wurde krank.“

In verschiedenen Flüchtlingssiedlungen im Norden

Ugandas versorgt Malteser International die Menschen

bereits seit 2014 mit sauberem Wasser. Zunächst fuhren

die Mitarbeiter mit Wassertanks zu verschiedenen

Punkten im Rhino-Camp und brachten Trinkwasser.

Das war allerdings schwierig, denn das Rhino-Camp ist

etwa 60 Quadratkilometer groß und mehr als 120.000

Menschen leben hier. Mit den Wasserlieferungen an

ausgewählte Punkte konnten viele Menschen nicht

erreicht werden. Damit die Menschen nachhaltig mit

Trinkwasser versorgt werden können, bohrte Malteser

International im vergangenen Jahr Brunnen. Dadurch

erhalten mittlerweile täglich 30.000 Menschen sauberes

Wasser.

Trinkwasserbrunnen wurden gebaut

Inzwischen hat auch Tumalu einen Brunnen wenige Meter

von ihrer Hütte entfernt. „Jetzt habe ich das saubere

Wasser direkt vor der eigenen Haustür“, sagt sie und

strahlt. Dort versammeln sich gerade einige Kinder und

füllen ihre Kanister. „Jetzt kann ich das Wasser für alle

wichtigen Dinge nutzen: kochen, waschen und baden. Seit

dem Bau des Brunnens hatte niemand aus meiner Familie

mehr Durchfall. Und zusätzlich habe ich jetzt auch mehr

Zeit für andere Dinge, da ich mir den weiten Weg zum

Fluss sparen kann.“

Tumalu hat ihre Ausbildung im Südsudan nicht abgeschlossen,

denn ihrer Familie fehlte das Geld. Im Rhino-Camp

hingegen ist sie zum Vorbild für andere junge

Frauen geworden. Kürzlich wurde sie zur stellvertretenden

Vorsitzenden ihres Viertels im Camp gewählt. In

dieser Funktion kümmert sie sich um Opfer häuslicher

Gewalt. „Einige Frauen haben schon vor ihrer Ankunft

schlechte Erfahrungen gemacht. Und auch hier erleben

Frauen häusliche Gewalt. Wir wollen dies ändern und verhindern,

dass Frauen und Mädchen von ihren Männern

und Vätern geschlagen werden.“

Hoffnung, weil Gott an ihrer Seite ist

Ein Ende des Bürgerkriegs im Südsudan ist nicht in Sicht.

Tumalu sieht momentan ihre Zukunft für sich und ihre

Kinder in Uganda. Alles, was sie hat, ist Hoffnung. Sie

hofft darauf, dass sie die schwere Zeit übersteht und sie

ihren Mann eines Tages wiedersehen wird. Und sie möchte

ihre Ausbildung abschließen, damit sich ihr Leben zum

Besseren wendet. „Ich bin in einem neuen Kapitel in meinem

Leben angekommen, ich habe Angst vor der Zukunft

und was da noch alles auf mich zukommt, aber ich bin bereit,

mich dem zu stellen, weil ich Gott auf meiner Seite

habe.“

DIE MALTESER 1/2018 25


MEDIZINAKTUELL

DYSPHAGIE – LEBEN MIT

SCHLUCKSTÖRUNGEN

Dysphagie ist ein Begriff, der in der breiten Bevölkerung eher unbekannt ist, obwohl eine nicht gerade kleine Personengruppe

davon betroffen ist. Dysphagie ist der Fachausdruck für Schluckstörungen. Die Gründe für diese Beeinträchtigung könnten

nicht unterschiedlicher sein. Schlaganfälle, Kopftumore, Parkinson, Multiple Sklerose, Alzheimer, Operationen im Kopf- und

Halsbereich, um nur einige Ursachen zu nennen, können zu massiven Störungen des Schluckaktes führen. Dies verursacht im

Alltag der Betroffenen oft große Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme, in manchen Fällen ist sogar die Ernährung über

eine Sonde erforderlich.

Von Claudia Braunstein

Dysphagie wird in Stufen eingeteilt, die reichen von dünnflüssig,

angedickt, verflüssigt, püriert bis zu weicher Kost.

Wir haben oft das Bild eines pflegebedürftigen Menschen

vor uns, wenn wir an Schluckstörungen denken. Dem ist

aber nicht so, gerade Menschen mit schlechtsitzenden

Zahnersatz stehen oft noch mitten im Leben, fühlen sich

Zungenkrebs wird statistisch in Österreich etwa 240 Mal

jährlich diagnostiziert. Der durchschnittliche Patient

ist älter als 65, männlich und hat nicht selten ein Alkoholproblem

und ist Raucher. Doch seit einigen Jahren

trifft die Erkrankung auch zunehmend jüngere Patienten

beiderlei Geschlechtes. Der Grund dafür sind HP Viren

„high-risk“, die man auch als Auslöser für Gebärmutterhalskarzinome

kennt.

Diese Krebsart, die zu den

Mundhöhlenkrebsarten

gehört, ist heute gut therapierbar,

oft bleiben aber

Einschränkungen zurück.

aber manchmal wegen ihres eingeschränkten Schluckaktes

an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Oft vermeiden

die Betroffenen Essen in der Öffentlichkeit und beschneiden

so selbst ihren sozialen Umgang.

Meine eigene Betroffenheit basiert auf einer Krebserkrankung

in der Mundhöhle, die bald sieben Jahre zurückliegt.

Die seltene Diagnose Zungenkrebs hat mir

nach folgenschweren Therapien eine lebenslängliche Einschränkung

des Kau- und Schluckaktes eingebracht.

Ich habe nach gut einem

Jahr nach der Diagnose

begonnen, meine Rezepte

in einfacher Form ins Internet zu stellen. Den Anstoß

dazu gab die Ehefrau eines Patienten, den ich im Rahmen

der Selbsthilfegruppe, die ich im Frühjahr 2012 gegründet

hatte, begleiten durfte. Damals gab es kaum Zugang

zu Rezepten für Menschen mit Schluckstörungen. Auch

heute bin ich mit meinem Food Blog „Geschmeidige Köstlichkeiten“

alleine mit diesem Thema als Blog im deutschen

Sprachraum. Der Blog ist schon lange kein Hobby

mehr und hat sich über die Jahre zu einem kleinen Unternehmen

entwickelt. Firmen, die passende Produkte für

26

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERÖSTERREICH

Dysphagie Patienten haben, kommen auf mich zu. Auch

die Presse und andere Medien sind auf mich und meine

Tätigkeit aufmerksam geworden. Ich darf auch öfter auf

themenbezogenen Veranstaltungen mein Wissen rund

um Dysphagie und die passende Kost zum Besten geben.

Claudia Braunstein

Und das mit einer veritablen Spracheinschränkung. Die

ist eine weitere Erinnerung an meine überstandene Krebserkrankung.

Durch die Teilresektion der Zunge kann ich

manche Buchstaben nicht mehr korrekt aussprechen.

Dazu gehören G und K, was oft mehrmaliges Nachfragen

des Gegenübers verursacht. Doch all dies ist kein Grund,

mich aus der Gesellschaft zurückzuziehen. Auch wenn

auswärts Essen nicht immer ohne Hindernisse stattfindet,

ich halte es für wichtig, am sozialen Leben teil zu

haben. Ich habe es mir durchaus zum Ziel gesetzt, Menschen

mit derartigen Behinderungen Mut zu machen

und zu zeigen, dass man mit Dysphagie sogar auf fremde

Kontinente reisen kann.

In den kommenden Wochen geht nun einer meiner großen

Herzenswünsche in Erfüllung. Meine Rezepte erscheinen

gleich in zwei Büchern. Bei einem handelt es

sich um ein Fachbuch zum Thema Dysphagie, das ich mit

zwei Ärzten aus Wien herausgeben darf. Das zweite Projekt

ist ein reines Kochbuch mit Tipps aus dem Alltag, das

in einem Salzburger Verlag erscheint.

MALTESER CARE

UND MALTESER

KINDERHILFE AUF

DER INTEGRA

Die Messe für Rehabilitation, Pflege und Therapie findet

vom 25. bis zum 27. April 2018 in Wels statt.

Von Susanne Wick

Ende April ist es wieder so weit, alle zwei Jahre findet

die Integra, die Messe für Reha, Pflege und Therapie

statt. Spannende und innovative Impulse für mehr Lebensqualität

werden auch heuer wieder rund 10.000

Besucher in das Messezentrum nach Wels führen.

Wir von Malteser Care werden, wie in den vergangenen

Jahren, mit einem Messestand (Standnummer

C350) vertreten sein. Unsere kompetenten Mitarbeiter

werden Interessierte zu unseren Leistungen und

Angeboten informieren und beraten.

Die Malteser Kinderhilfe wurde von den Veranstaltern

eingeladen, das Hilde Umdasch Haus, von der

Malteser Kinderhilfe betrieben, als Best Practice Beispiel

einer Pflegeeinrichtung für Kinder mit lebensverkürzenden

Erkrankungen zu präsentieren.

Präsentation Hilde Umdasch Haus: 25. April (Mittwoch)

um 12 Uhr auf der ORF Bühne

Besuchen Sie uns auf der Integra, Messestand C350

www.malteser.care

www.geschmeidigekoestlichkeiten.at

DIE MALTESER 1/2018 27


BURGENLAND

ADVENTMARKT IN HALBTURN

Auch heuer waren die Malteser des Bereichs Burgenland wieder an den ersten drei Adventwochenenden am Weihnachtsmarkt

Halbturn im Einsatz.

WIEN

ERÖFFNUNG DER LOURDESGROTTE IN ST. ROCHUS

„Als wunderschöne Einstummung auf unsere diesjährige Lourdes Wallfahrt, von 4. bis 8. Mai, durften wir die Eröffnung

der Lourdesgrotte in St. Rochus mitfeiern. St. Rochus hat im Kreuzgang eine Lourdesgrotte errichtet, die zum Gebet

einlädt und einen Ort der Andacht für die gesamte Familie darstellt.“

WIEN

AUSFLUG IN DIE

KAPUZINERGRUFT

Die knapp einstündige Reise durch die

Jahrhunderte führte vorbei an den monumentalen

Grabstätten der großen

Herrscher des Hauses Habsburg und gewährte

Einblicke in seine bewegte Familiengeschichte.

28

DIE MALTESER 1/2018


TIROL

BALL4ALL

Integrationsball „Ball4All“ in der Villa Blanka

vom Verein TAFIE – die Malteser, als Gruppe

„Malta Rock“, genossen eine rauschende

Ballnacht. Auch die rollstuhlfahrenden

Ballgäste tanzten zur Musik der Liveband

ausgelassen, ganz im Stile der Malteser

Sommerlager (IMS).

WIEN-STEPHANSDOM

GEBURTSTAGSGESCHENK

ZUM 94.

Malteser organisierten und begleiteten A. Elsner,

damit erfüllten sie ihr diesen sehnlichsten Geburtstagswunsch.

Im Dom nahm Frau Elsner ihr

Tagebuch aus dem Jahr 1943 zur Hand, in dem

sie notiert hat, dass sie als 18-Jährige (aus Köln

kommend) am 12. April zum ersten Mal den Wiener

Stephansdom betreten hat.

Kultur darf in unserem

Alltag nicht fehlen, so besuchten

wir die lebhafte

Inszenierung eines klassischen

Stückes im Tiroler

Landestheater. „Das also

war des Pudels Kern!“ - Wer

kennt’s?

INNSBRUCK

THEATERBESUCH

DIE MALTESER 1/2018 29


MALTESERÖSTERREICH

BRATISLAVA

SUPPE FÜR OBDACHLOSE

WELTTAG DER ARMEN 19. November 2017, Botschaft von Papst Franziskus: Liebt nicht mit Worten sondern in Taten.

WIENER SICHERHEITSFEST 2017

Am „Wiener Sicherheitsfest“ präsentierten

sich jedes Jahr „Die Helfer

Wiens“, gemeinsam mit allen Wiener

Hilfs- und Einsatz-Organisationen, mit

der größten Sicherheitsleistungsschau

Österreichs und einem spannenden

Programm für die gesamte Familie.

30

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERÖSTERREICH

WIEN

SCHWEDENBOMBENWORKSHOP

Köstliche Unterhaltung mit süßem Rahmenprogramm bei Niemetz: „Eine bombige Idee.“

SALZBURG

AMBULANZ-

DIENST IN DER

STIFTSKIRCHE

NONNBERG

Am 8.12.2017 – dem Tag der Unbefleckten

Empfängnis Mariens lud

die Äbtissin des Benediktinerinnen-

Ordens, Sr. Veronika OSB., zur Eröffnung

des diözesanen Jubiläumsjahres

ein. Die Zelebranten waren

Weihbischof Dr. Marian Eleganti aus

der Schweiz und Erzabt Dr. Korbinian

Birnbacher von St. Peter.

SALZBURG

VIRGILBUS

Engagement in medizinischer Versorgung

für Obdachlose ist ganz

besonders gefragt, wenn die Außentemperaturen

nachts auf unter

-10 Grad Celsius fallen und die

Notschlafstellen in der Stadt Salzburg

überbelegt sind.

DIE MALTESER 1/2018 31


MALTESERÖSTERREICH

MEINE SPENDE FÜR

ENGAGEMENT DER

32

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERÖSTERREICH

DAS SOZIALE

MALTESER!

Im Umfeld der Straßensammlungen

in verschiedenen Städten

Österreichs stellten sich auch

2017 wieder zahlreiche Vertreter

von Politik und Kirche in den

Dienst der guten Sache.

DIE MALTESER 1/2018 33


XXXXX

DAS WAR

WEIHNACHTEN

2017

WIEN

CHRISTKINDL

Auch heuer besuchten wir wieder das Christuskind, in Christkindl und statteten der kleinen Wachsfigur einen

Besuch ab. Nach einem ausgiebigen Mittagessen beim „Christkindlwirt“, bei dem wir auch den ersten Schneesturm dieses

Winters miterleben konnten, fuhren wir nach Steyr und besuchten dort den stimmungsvollen Christkindlmarkt. Turmblasen

und Schokospieße brachten uns in Weihnachtsstimmung und am Nachhauseweg lagen uns noch immer Weihnachtslieder

auf den Lippen.“

SALZBURG

WEIHNACHTSFEIER FÜR NOTREISENDE

Malteser begleiten die Notreisenden seit vielen Jahren in Salzburg und freuen uns,

dass wir sie nun auch vor Ort – in Pauleasca, Rumänien – unterstützen können. Gemeinsam

mit Caritas und der Plattform findet monatlich ein Infotreff für und mit Notreisenden

im „Romanischen Saal“ in St. Peter statt. Im Dezember luden die Malteser

in die Imbergstraße ein. Es gab es einen köstlichen Eintopf - eine großzügige Spende

der „Barmherzigen Bruder“.

Alle waren fröhlich, dankbar und gut aufgewärmt nach dieser gemütlichen Nikolofeier.

34

DIE MALTESER 1/2018


XXXX

WIEN

WEIHNACHTSBASAR

Alljährlicher Karitativer Weihnachtsbasar, zugunsten der

Malteser Hilfsprojekte in der Wiener Bereichszentrale am Börseplatz.

Danke den Ausstellern die mit ihren kreativen und einzigartigen

Produkten wieder zahlreiche Besucher und Interessierte

anlockten.

SALZBURG

MARTINSFEST

Feier und Bastelrunde in Salzburg

Weihnachtsfeier mit Bundespräsident Alexander Van der

Bellen mit seiner Ehefrau Doris Schmidauer für Menschen mit

Behinderung.

STEIERMARK

WEIHNACHTSFEIER

WIEN

BEIM BUNDESPRÄSIDENTEN

DIE MALTESER 1/2018 35


MALTESERÖSTERREICH

TIROLER LANDES-ENQUETE

ZUKUNFT DES FREIWILLIGEN ENGAGE-

MENTS IN EINSATZORGANISATIONEN

Von Lukas Krupitza

Freiwillige Feuerwehr, Malteser, Johanniter, Rotes Kreuz,

Bergrettung, Wasserrettung, Samariterbund, Grubenwehr,

Österreichischer Rettungsdienst, Höhlenrettung,

Bergwacht oder die Caritas: Alle Organisationen planen

die zukünftige Ausrichtung der Freiwilligenarbeit. Das

Land Tirol lud Mitglieder der Organisationen zum Erfahrungsaustausch

und zu Impulsreferaten ins Landhaus in

Innsbruck ein.

Aufgezeigt wurde welche positiven Effekte die Arbeit von

Freiwilligen auf das soziale Gefüge hat, welche Probleme

(Dienstfreistellungen…) dabei auftreten, wie es gelingt,

junge Menschen möglichst dauerhaft zu freiwilliger Mitarbeit

zu motivieren, welche Erfahrungen die Organisationen

(z.B. zunehmende Professionalisierung) und die

Wirtschaft gemacht haben. Spannende Themen, die im

Austausch und gemeinsam gut geplant und aufgesetzt werden

können – gemeinsam schneller und mehr bewegen.

„Generationsübergreifende Freiwilligenarbeit und lebenslanges

Engagement!“, das war der Titel des Impulsreferats

der Malteser.

MALTESER CARE

6. WIEDNER

BEZIRKSSENIORENMESSE

Von Susanne Wick

Ilse Hummer (Malteser Care Pflegedienstleiterin und DGKP) hielt

einen Fachvortrag zum Thema „Individuelle Pflege und Betreuung

zu Hause – Entlastung von Familien und pflegenden Angehörigen“.

Anschließend konnten sich interessierte Senioren, aber auch Angehörige

sowie Betroffene von Malteser Care beraten lassen.

Bezirksvorsteher Leopold Plasch und Stadtrat

Dr. Michael Ludwig im Gespräch mit Helmut

Lutz, GF von Malteser Care.

Einen Überblick über das Leistungsspektrum von Malteser Care finden

Sie auch unter www.malteser.care

Für eine unverbindliche Beratung zur „Betreuung/Pflege zu Hause“

erreichen Sie MALTESER Care per E-Mail: office@mcr.or.at oder

telefonisch: +43 1 361 97 88.

36

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERÖSTERREICH

Wir danken dem Verein Heilsport-Team und

allen Sponsoren und Unterstützern, die das

Lauf-Event so großartig unterstützt haben!

MALTESER KINDERHILFE

SAGT DANKE!

Von Susanne Seper

Am 27. November 2017 durften sich die Kinder und Jugendlichen

des Hilde-Umdasch-Hauses (HUH) der MALTESER Kinderhilfe

ganz besonders freuen: Im Rahmen einer Pressekonferenz mit

zahlreichen Medienvertretern, Sponsoren und Politikern wurde

für ihr besonderes „Zuhause“ eine Spende von mehr als 20.000

Euro überreicht. Die Gelder stammen aus freiwilligen Spenden, die

beim 1. Kinderhilfelauf in Amstetten im September 2017 gesammelt

wurden.

Der Spendenscheck wurde von Reinhard Gruber und Daniel Punz

vom Verein Heilsport-Team übergeben. Zusätzlich überbrachte

Erich Berger, der für die gastronomische Verpflegung während

des Laufs verantwortlich zeichnete, einen Scheck in der Höhe von

3.000 Euro. Bürgermeisterin Ursula Puchebner, Vorstandsdirektor

der Sparkasse Amstetten, Reinhard Weilguny, Vizebürgermeister

Michael Wieser und Oberstleutnant Rudolf Halbartschlager

lobten die Veranstaltung in ihren Statements, und Reinhard Gruber

kündigte die Fortführung dieses erfolgreichen Events an: Der

2. Kinderhilfelauf wird am 30. September 2018 stattfinden.

v.l.n.r.: Roman Haslauer (Hausleiter HUH, GF

MKH), Reinhard Weilguny (Vorstandsdirektor

Sparkasse Amstetten), Daniel Punz und Reinhard

Gruber (Verein Heilsport-Team), Vizebgm.

Michael Wieser und Bgm. Ursula Puchebner

Gastronom Erich Berger spendet Euro 3.000.

Wir bedanken uns aus tiefstem Herzen für das

große Engagement so vieler Menschen, allen voran

Reinhard Gruber und Daniel Punz vom Verein

Heilsport-Team, die für die sportliche Durchführung

sorgten. Gedankt sei auch allen Sponsoren

und Unterstützern, ohne die der Kinderhilfelauf

so nicht umsetzbar gewesen wäre.

Gratis,

aber leider nicht kostenlos.

Die

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 3-4/2017

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 3-4/2016

Falls Sie, Ihre

Freunde oder Ihre

Familie über unsere Arbeit

informiert werden wollen,

senden wir Ihnen die Zeitung

gerne regelmäßig zu.

Senden Sie einfach eine

E-Mail an:

zeitung@malteser.at

Liebe Leserinnen und Leser,

Die MALTESER“ ist traditionell gratis und soll

es auch bleiben. Denn es ist uns ein Anliegen, Sie

über unsere Arbeit umfassend zu informieren.

Doch die Produktion und der Versand sind leider

nicht kostenlos. Bitte unterstützen Sie uns.

Unvergessliche Momente – Sommercamp 2017

Warnsignale einer Demenzerkrankung

Erster Kinderhilfelauf: Laufend helfen

Die Malteser-Zeitung 3_2017_end ok.indd 1 20.11.17 13:08

Italien-Erdbebenhilfe aus Österreich

Legate: In guter Erinnerung bleiben

Ein Jahr Hilde Umdasch Haus

Konto lautend auf MALTESER Hospitaldienst Austria, Kennwort „Zeitung

AT65 2011 1800 8087 0800, BIC: GIBAATWW

Spenden an den MALTESER Hospitaldienst sind von der Steuer DIE absetzbar! MALTESER 1/2018 37


MALTESERÖSTERREICH

„ANNA WÜRDE DAS HILDE UMDASCH

HAUS ALS ‚URCOOL‘ BEZEICHNEN“

Anna ist am 7. November 2003 als gesundes Kind zur

Welt gekommen. Dann, am 25. Dezember desselben

Jahres, kam es zu einem viral bedingten Herzstillstand.

Die Rettung war innerhalb von sechs Minuten

vor Ort, im AKH Wien wurden sofort alle notwendigen

und möglichen Maßnahmen gesetzt. Die

Reanimation war erfolgreich. Dennoch war Anna

eine Stunde lang klinisch tot – die längste Stunde im

Leben ihrer Eltern. Sechzig unerträglich lange Minuten

und schmerzvolle Verzweiflung, die mit Worten

nicht zu beschreiben und für „Nicht-Betroffene“

kaum erahnbar sind.

Anna blieb körperlich und geistig schwer eingeschränkt.

Sie kann nicht sitzen, nicht sprechen und ist spastisch.

Annas Mutter, selbst eine erfahrene Ärztin, und ihrem

Vater war nach dieser Diagnose klar, dass Anna auf Dauer

nicht ausschließlich zu Hause betreut werden kann. Als

Annas Mutter schließlich selbst schwer erkrankte, kam es

zur Entscheidung Anna in die professionelle und liebevolle

Obhut des Hilde Umdasch Hauses zu geben. Annas Vater,

Dr. Richard Igler, dazu im Gespräch mit „Die Malteser“.

Von Katharina Stögner

oder später nicht nur zu Hause betreut werden kann.

Daher haben wir uns schon früh umgesehen, obwohl wir

den Schritt vermutlich erst ein paar Jahre später gesetzt

hätten, wenn meine Frau nicht erkrankt wäre. Ihr war es

wichtig, diese Entscheidung gemeinsam zu treffen und

eine Einrichtung zu finden, die Anna bestmögliche Geborgenheit,

Betreuung und Förderung bieten kann. Schon die

Architektur des Hauses macht das Hilde Umdasch Haus

einzigartig. Die Atmosphäre und das Ambiente sind sehr

beruhigend und ansprechend. Jedes Kind hat sein eigenes

Zimmer, und jedes Zimmer hat einen eigenen Ausgang

in den Garten sowie ein großes Fenster mit einer Kuschelfensterbank.

Was meiner Frau und mir auch wichtig

war: Man darf zu den Besuchen Haustiere mitbringen.

Außerdem ist die Lage in Amstetten optimal. Wir haben

Verwandtschaft in Oberösterreich, Niederösterreich und

Wien. Amstetten ist von überall her gut und rasch zu erreichen.

Wesentlich und ausschlaggebend für unsere Entscheidung

war für uns natürlich das hochmotivierte und

engagierte Team im Hilde Umdasch Haus, das mitdenkt,

weiterdenkt und zum Wohl unserer Tochter stets über den

Tellerrand blickt.

Herr Igler, was war Ihnen wichtig und am Ende ausschlaggebend

dafür, dass Sie das Hilde Umdasch

Haus in Amstetten als Pflegeeinrichtung für Ihre

Tochter gewählt haben?

Es war meiner Frau und mir bewusst, dass Anna früher

Wie oft haben Sie als in Wien berufstätiger Vater die

Möglichkeit, Ihre Tochter zu besuchen?

Ich besuche Anna zwei bis drei Mal pro Monat und nehme

zu diesen Besuchen immer ihren Hund mit. Da es

für mich von der Verkehrsanbindung praktisch ist, fahre

38

DIE MALTESER 1/2018


ich mit dem Auto. Die meisten anderen Verwandten fahren

mit dem Zug. Der braucht knapp 48 Minuten für die

Strecke Wien-Amstetten, und das Hilde Umdasch Haus ist

nur drei Gehminuten vom Bahnhof entfernt.

Sie haben die individuelle Versorgung und Pflege im

Hilde Umdasch Haus angesprochen. Das stelle ich

mir schwierig vor, da die Bedürfnisse der Kinder

aufgrund der unterschiedlichen Krankheitsbilder

so verschieden sind. Wie schafft das die Malteser

Kinderhilfe?

Das Team im Hilde Umdasch Haus war, wie gesagt, ausschlaggebend

für unsere Entscheidung, und ich bin jedes

Mal wieder überrascht, wie sehr sich jedes einzelne Teammitglied

einbringt. Sie sehen sich neue Therapiemöglichkeiten

an, überlegen, wie und wo man ein Kind noch mehr

fördern oder die Lebensqualität verbessern und den Alltag

abwechslungsreich gestalten kann. Beispielsweise wurde ich

darauf angesprochen, dass es einen neuen Computer mit

Sehsteuerung gibt. Ich habe das Gerät für Anna angeschafft,

und sie kommt wirklich sehr gut damit zurecht. Auch der

Tipp, einen Tablet-PC zu verwenden, war toll. Anna hat viel

Freude damit. Wenn man selbst Ideen einbringt, findet man

sehr rasch ein offenes Ohr. So konnte ich meinen Vorschlag

umsetzen, die CliniClowns ins Hilde Umdasch Haus einzuladen.

Inzwischen kommen sie monatlich ins Haus, worauf

sich die Kinder immer schon sehr freuen. Was mich außerdem

im Hilde Umdasch Haus sehr beeindruckt, war der

Vorschlag des Teams, Anna bei der Verarbeitung des Todes

ihrer Mutter zu begleiten. Das ist wunderbar gelungen, weil

es sehr einfühlsam und auf eine für Anna passende Weise

geschehen ist. Das hat mich sehr berührt.

MALTESER KINDERHILFE

PUNSCH

UND KEKSE

Zum zweiten Mal fand heuer der Punsch- und Kekserlverkauf

zu Gunsten der Malteser Kinderhilfe und des

Hilde Umdasch Hauses statt. Wir freuen uns, dass viele

Menschen der Einladung gefolgt sind, sich bei Heißgetränken

gewärmt und Keksteller für den guten Zweck

gekauft haben. Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde

es spannend, als es um die Prämierung des „Besten

Vanillekipferls“ ging. Heuer entschied der Mostviertler

Bildungshof Gießhübl das Rennen für sich. Herzliche

Gratulation!

Interessierte Gäste hatten auch die Möglichkeiten, an

geführten Rundgängen durch das Hilde Umdasch Haus

teilzunehmen. Wir bedanken uns recht herzlich bei allen

Schülern, Lehrern und Direktoren der teilnehmenden

Schulen für das Engagement und hoffen, dass wir

auch nächstes Jahr wieder auf Sie zählen dürfen!

Wie, denken Sie, würde Anna das Hilde Umdasch

Haus beschreiben?

[Richard Igler lacht] Sie würde sagen „urcool!“ Immer,

wenn Anna für ein paar Wochen nach Hause kommt,

strahlt sie. Es ist ein Tapetenwechsel, vielleicht auch etwas

Vertrautes, und es macht sie froh. Die gleiche Freude zeigt

Anna, wenn sie nach den leider immer wieder erforderlichen

Krankenhausaufenthalten zurück ins Hilde Umdasch Haus

kommt. Für Anna ist das Hilde Umdasch Haus zu einem

zweiten Zuhause geworden.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dr. Igler!

DIE MALTESER 1/2018 39


MALTESERÖSTERREICH

BARBARA SCHWARZ ÜBER

DAS HILDE UMDASCH HAUS

Barbara Schwarz war bis vor Kurzem Landesrätin für Soziales, Bildung und

Familie und ist eine große Unterstützerin des Hilde Umdasch Hauses und der

Malteser Kinderhilfe. Im Zuge ihres jüngsten Besuchs unterstrich sie im Gespräch mit

Geschäftsführer Olivier Loudon erneut, wie sehr sie die familiäre Atmosphäre des

Hauses beeindruckt hat.

Von Katharina Stögner

Barbara Schwarz hielt als damalige Landesrätin im Interview

weiters fest, dass es in Niederösterreich eine große

Dichte an sozialen Einrichtungen und sozialen Diensten

gibt, um jenen Menschen zu helfen, die besonders auf unsere

Hilfe angewiesen sind.

„Eine wesentliche Stütze sind dabei die Malteser mit ihren

Hilfsdiensten und Einrichtungen, wie der Malteser

Kinderhilfe im Hilde Umdasch Haus, die mit ihren Mitarbeitern

und mit ihren ehrenamtlichen Mitgliedern und

Helfern einen wichtigen Baustein in der Niederösterreichischen

Soziallandschaft darstellen. Es ist eine ehrenvolle

Aufgabe, gerade Kinder und Familien in schwierigen

Phasen des Lebens zu unterstützen und zu begleiten.

Dafür sind wir als Land Niederösterreich sehr dankbar,

denn ohne diese Tätigkeiten in den Bereichen Kinderhilfe,

Behindertenhilfe, Betreuung von Palliativpatienten und

Rettungsdienst würde ein wesentlicher Baustein in der

Betreuung in unserem Bundesland fehlen. Daher war uns

in den letzten Jahren die finanzielle Unterstützung immer

ein großes Anliegen. Ich bedanke mich für die jahrelange

gute Zusammenarbeit zum Wohle unserer Landsleute

und versichere, auch zukünftig die Aufgaben der Malteser

in Niederösterreich nach Kräften zu fördern und zu

unterstützen. Ebenso bitte ich alle Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter auch weiterhin für die Menschen in unserem

Bundesland so verantwortungsbewusst tätig zu bleiben“;

so Barbara Schwarz.

Wir sind stolz auf die Wertschätzung und Anerkennung,

die seitens der Politik den Mitarbeitern der Malteser

Kinderhilfe und dem großen haupt- und ehrenamtlichen

Engagement in der Betreuung „unserer“ Kinder im Hilde

Umdasch Haus entgegenbringt.

40

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERÖSTERREICH

WER HÄTTE

DAS GEDACHT?

Der AIDS-Dienst der Malteser feiert sein 25-jähriges Bestehen. Und eines ist klar: Wir werden erst ruhen, wenn es Heilung für

die Krankheit und ihre Folgen gibt!

Von Barbara Masin

„Wer hätte gedacht“, als Burgl Helbich-Poschacher

über den Mozartsteg in Salzburg ging, dass ihr eine kleine

Begegnung für ihr weiteres Leben eine große Aufgabe

werden würde? Nur kurz später saßen wir zusammen,

und der AIDS-Dienst der Malteser war gegründet. Heuer

feiern wir dankbar das 25-Jahr-Jubiläum. Bis zu Burgls

Tod im Jahr 2010 und anschließend unter der Leitung

von Teresa Grill wuchs und gedieh das Werk.

„Wer hätte gedacht“, dass aus einer Krankheit, die

anfangs einem Todesurteil gleichkam, bei der wir oft

nichts anderes tun konnten, als am Bett eines Sterbenden

einfach da zu sein, innerhalb von nur wenigen Jahren

ein Leben mit dem Virus wurde? Die Etablierung

eines mobilen, extramuralen Betreuungsdienstes in

Kooperation mit den HIV-Stationen der Krankenhäuser

war ein großer Schritt hin zu einem „normalen“ Leben

mit der Infektion.

„Wer hätte noch vor Kurzem gedacht“, dass bei heutiger

Diagnose und der Medikatation, die zumindest bei

uns in der westlichen Welt verfügbar ist, die Krankheit

zwar nicht als heilbar gilt, aber nicht mehr lebensverkürzend

sein muss? Von den Titelblättern der Gazetten

verschwunden, scheint die Krankheit ihren Schrecken

verloren zu haben. Das Ende unserer Aufgabe?

Ein veränderter Blick auf sich selbst

Auch heute verändert die Diagnose das ganze Leben.

Ständige Medikationen und immer wiederkehrende

Sekundärinfektionen hinterlassen Spuren. Fragen der

Einschränkung und Ausgrenzung, Suche nach einem

Sinn außerhalb von Arbeitsprozessen, Furcht vor gesellschaftlicher

Ächtung: Die Infektion verändert den Blick

auf sich selbst, die gesamte Lebensplanung und das Verhältnis

zu geliebten Menschen. Sie stellt Fragen nach

Leben und Lieben. Welche Antwort geben wir darauf?

Als Dienst innerhalb der großen Familie der Malteser

möchten wir uns weiterhin diesen Aufgaben stellen und

erst ruhen, wenn die Krankheit und ihre Folgen geheilt

sind.

Kompetente Hilfe

Der AIDS-Dienst der Malteser wird von Mag. Barbara

Masin und stellvertretend von Christian Herrlich geleitet.

Das Angebotsspektrum reicht von der Einzelbetreuung

bis hin zu Gruppenunternehmungen, wie gemeinsamen

Ausflügen und Gottesdiensten. Der AIDS-Dienst

hat zum Ziel, durch die Betreuung der Angehörigen zu

einer angstfreien Begegnung mit AIDS-kranken Menschen

zu verhelfen.

Kontakt: adm@malteser.at

DIE MALTESER 1/2018 41


DER FAMILIENENTLASTUNGS-

DIENST VON MALTESER CARE

Vielseitige und stete Elternkontakte geben uns immer wieder Einblicke in das familiäre Zusammenleben von Familien mit

Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Oft bekommen wir auch die Erschöpfung und die zeitweilige Ratlosigkeit der

Betroffenen zu spüren.

Von Susanne Wick

Laut einer Erhebung der MA 11 leben mehr als die Hälfte

der betroffenen Familien in Alleinerzieherhaushalte. Häufig

ergibt sich daraus eine teilweise Auflösung familiärer

Strukturen, oftmals eine spürbare Unausgewogenheit in

der Erfüllung der Bedürfniss nicht behinderter Geschwisterkindern.

Angehörige von Menschen mit Behinderung

übernehmen im Alltag große Aufgaben, die bis an die eigenen

Leistungsgrenzen und häufig auch darüber hinaus

gehen. Oft bleibt mangels entsprechender zuverlässiger

Entlastungsmöglichkeiten wenig Zeit für die eigene Erholung.

Um den großen Aufgaben der Pflege und Betreuung

der behinderten Kinder und Jugendlichen nachhaltig

nachkommen zu können, läuft man oft Gefahr, in einen

unwiederbringlichen Verbrauch der eigenen Ressourcen

zu kommen („Burnout“). Es ist eine hohe Energieleistung,

sowohl physisch wie auch psychisch, die von den Eltern

bzw. Obsorgeberechtigten abverlangt wird, um die Familie

als solche, sowie die Alltagsstruktur zu erhalten und

gleichzeitig auch den Bedürfnislagen aller Familienmitglieder

Rechnung zu tragen.

Stärkung der Ressourcen

Um diesem Umstand entgegenzuwirken, bietet Malteser

Care seit November 2017 in Kooperation und in Anfrage

mit der MA 11 den Familienentlastungsdienst, als eine

neue Leistung in Wien an. Es handelt sich hierbei um einen

mobilen Dienst, der es diesen Familien ermöglichen

soll, in ihrem eigenen zu Hause durch stundenweise Unterstützungsangebote

bis zu zehn Stunden pro Woche,

von qualifizierten Betreuungspersonen entlastet zu werden.

So bekommen sie die Möglichkeit, ihre eigenen Ressourcen

wieder zu stärken.

Die Eltern, in erster Linie die Mütter, können sich so Auszeiten

nehmen, um zum Beispiel wieder soziale Kontakte

zu Familie und Freunden zu pflegen oder um sich mehr

42

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERÖSTERREICH

v.l.n.r.: Prokurator Norbert Salburg-Falkenstein, Kommandant

Mag. Richard Wittek-Saltzberg, Bereichsleiterin Elisabeth Hintner,

Delegat Mag. Johannes Gruchmann-Bernau

MALTESER IN SALZBURG

50-UND 70-JÄHRIGES

JUBILÄUM

Von Elisabeth Hintner

Am 29. Oktober 2017 feierten die Delegation (70 Jahre) und der Hospitaldienst

Salzburg (50 Jahre) ein würdiges Doppeljubiläum in der

Stiftskirche von St. Peter. Etwa 350 Gäste wohnten der feierlichen

Hl. Messe und dem daran anschließenden Festakt im Barocksaal des

Stiftes bei. Den Begrüßungen durch Prokurator Norbert Salburg-

den nicht behinderten Geschwisterkindern zu widmen

und Zeit mit ihnen zu verbringen oder um ganz alltäglichen

Notwendigkeiten, wie persönliche Arztbesuche,

Amtswege oder einmal einem Friseurbesuch, nachgehen

zu können.

Entlastung durch vertraute, qualifizierte Bezugspersonen

Malteser Care ist für die Planung und die Durchführung

der vereinbarten Leistungen verantwortlich. Im Rahmen

eines ersten Kennenlernens unserer Case Managerin

und der Familie vor Ort werden der Betreuungsaufwand,

Organisation, Ziele und Zeiten festgelegt und eine qualifizierte,

verlässliche Betreuungsperson mit Erfahrung

im Kinder- und Jugendbereich, gewählt. Hierbei ist der

Aufbau einer Vertrauensbasis zwischen den Familien und

den Betreuungspersonen äußerst wichtig.

Seit November 2017 wurden bereits zahlreiche Familien

durch den Entlastungsdienst von Malteser Care unterstützt.

www.malteser.care

Falkenstein, und des Delegaten, Mag. Johannes Gruchmann-Bernau,

folgten Ansprachen der Landtagspräsidentin

Dr. Brigitta Pallauf und Video-Botschaften von

fünf Maltesern, die teilweise aus den Gründungszeiten

der Salzburger Delegation beziehungsweise des Hospitaldienstes

in Salzburg berichten konnten: Franz

Alfred Hartig, Andreas Jordis-Lohausen, Peter Hohenberg

(†), Marilda Thun-Hohenstein und Mega Altenburg.

Das anschließende Mittagessen war von regem

Austausch lebendiger Erinnerungen sowie herzlichen

Gesprächen mit unseren Betreuten und Gästen geprägt.

„Ad multos annos!“ mit Gottes Hilfe, zum Wohle unserer

Herrn Kranken.

DIE MALTESER 1/2018 43


MALTESERÖSTERREICH

VERNISSAGE IM HAUS MALTA

„KUNST IM

SENIORENHEIM“

Von Roman Braun

BENEFIZLESUNG

Von Angela Thierry

„Mozart und seine Mutter“ lautete das Thema der von

Bundesleiterin Angela Thierry im Haus Hofmannsthal organisierten

Benefizlesung am 11. November 2017 zugunsten

des „Malteser Betreuungsdienstes“.

Ende des vergangenen Jahres eröffnete Dr. Henriette

Blanckenstein die zweite Vernissage im Haus Malta zum

Thema „Kunst im Seniorenheim“. Mit diesem Projekt bietet

das Haus Malta seinen Bewohnern Raum für Spiritualität,

Kommunikation und sinnvolle Auseinandersetzung

mit persönlichen Lebensthemen. Diesmal wurden Werke

von Clotilde Prinzessin Auersperg, Dr. Michael Kronegger,

DI Hans Rumpf und Maria Steinbauer gezeigt.

„Während des Malens habe ich viele bewegende Geschichten

von den Heimbewohnern gehört“, erzählt Bogdan

Norbert Bercal, Direktor des Hauses. „Es ist wichtig, betagte

Menschen nicht auf Ausmalbilder zu reduzieren.

Viele haben das Potenzial und die Fähigkeit, sich in eigenen

Bildern auszudrücken. Unsere Senioren haben so

viel Lebenserfahrung, die sie sprachlich oft nicht mehr

artikulieren, aber auf künstlerische Weise vermitteln können.“

So zeigten sich neben den zahlreichen Gästen und

Hausbewohnern, die zur Eröffnungsfeier gekommen waren,

auch die Künstler selbst beeindruckt von der Wirkung

ihrer Werke im Überblick.

Unter dem Ehrenschutz des Prokurators, Norbert Salburg-Falkenstein,

der auch persönlich anwesend war, trugen

Gabriele Schuchter und Kurt Hexmann Texte aus den

Briefen von Mozart an seine Mutter Anna Maria vor. Im

Zuge einer Parisreise, die die beiden 1778 unternahmen,

wurde die Persönlichkeit von Anna Maria Mozart, die eine

bewundernswerte und tapfere Frau war, dem Publikum

nahegebracht. Mozarts Mutter wird ja bis zum heutigen

Tag in sämtlichen Veröffentlichungen eher „stiefmütterlich“

behandelt.

Klavierstücke, wie das Präludium (Capriccio) in C, die Sonate

in C (KV 309), die Variationen in Es (KV 354) und

die Sonate in a (KV 310), vorgetragen von Petra Pawlik am

Klavier, rundeten die fast zweistündige Lesung ab.

Da der Saal wieder vollständig besetzt war und die meisten

Gäste auch zum nachfolgenden Empfang blieben,

freuten sich die Organisatoren über eine erfolgreiche

Benefizveranstaltung zugunsten des Malteser Betreuungsdienstes.

44

DIE MALTESER 1/2018


MALTESERÖSTERREICH

HOSPIZBEGLEITUNG IM KRANKENHAUS:

ALS MENSCH GESEHEN WERDEN

Seit 2013 begleiten ehrenamtliche Mitarbeiter des Malteser-Palliativdienstes Menschen mit lebensbedrohlichen

Erkrankungen und Sterbende. Sie werden im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien durch das palliative

Konsiliarteam betreut.

Von Veronika Mosich

Herr Stary* ist ein alter Mann. Er hat schon viel erlebt, das

meiste davon liegt lange zurück. Die Demenzerkrankung

seiner Frau bereitet ihm Sorgen, aber noch macht sich ihre

Krankheit erst durch ein bisschen Vergesslichkeit und einen

weniger vielfältig werdenden Speisezettel bemerkbar.

Die beiden haben bis in ihr hohes Alter ihr gemeinsames

Hobby erhalten und gepflegt: Wandern. Früher sind sie

viel und weit herumgekommen, in letzter Zeit waren es

immerhin noch Spaziergänge im Wienerwald, wo sie ihre

Verbundenheit mit der Natur ausleben konnten.

Dann erkrankte auch Herr Stary. Ein Tumor. Nicht heilbar.

Allerlei Untersuchungen und Therapien werden notwendig.

Herrn Stary wird klar vermittelt, dass er wahrscheinlich

an seiner Erkrankung sterben wird. Wann? Das

traut er sich nicht zu fragen. Die meiste Zeit halten sich

seine Beschwerden in Grenzen, aber manchmal muss er

doch ins Krankenhaus, damit ihm dort geholfen wird.

Jedes Mal bedeutet das eine Trennung von seiner Ehefrau.

Weil die Schmerzen nicht so recht in den Griff zu

bekommen sind, wird ihm das Palliativteam vorgestellt:

Die kennen sich mit Schmerztherapie gut aus!“, heißt es.

Aber: Sind das nicht die, die sich um Sterbende kümmern?

Ist es denn schon so weit? Wieder behält Herr Stary seine

Fragen für sich.

Was wird aus meiner Frau, wenn ich nicht mehr bin?

Das Palliativteam kümmert sich dann tatsächlich um die

Schmerzen des Patienten. Er bekommt andere und mehr

Medikamente, die ihm auch wirklich helfen und seine

Schmerzen lindern. Und er wird gefragt, was ihm Sorgen

mache. Auf diese Frage hat Herr Stary sofort eine Antwort

parat: „Was wird aus meiner Frau, wenn ich mich nicht

mehr um sie kümmern kann? Es gibt nur noch uns zwei.“

Sein Wunsch, möglichst viel Zeit zu Hause verbringen zu

können, scheint jetzt mehr Gehör zu finden. Es wird ihm

ein mobiles Palliativteam für zu Hause vermittelt – wegen

der Schmerztherapie und auch für seine Frau.

Bald lernt das Ehepaar Stary die ehrenamtliche Hospizbegleiterin,

Frau Ulrike, kennen. Sie ist auch eine leidenschaftliche

Wandernde und kommt jetzt wöchentlich

zu Besuch. Gemeinsam erinnern sich die drei an schöne

Bergtouren und blättern gemeinsam in ihren Fotoalben.

Während dieser Besuche sind Herrn Starys Schmerzen kein

Problem, sie treten in den Hintergrund. Das gelebte Leben

wird erinnert, die Höhen und auch manche Tiefen. Oft fließen

Tränen, aber jedes Mal wird auch herzlich gelacht, Frau

Ulrike ist so eine fröhliche Person! Wenn Herr Stary jetzt

ins Krankenhaus muss, macht er sich weniger Sorgen um

seine Frau, denn er weiß, dass sie weiterhin besucht wird.

Von früher erzählen ...

Zu ihm ins Krankenhaus kommen auch ehrenamtliche

Besucher – jeden Nachmittag. Vom einen zum anderen

Mal erinnern sie sich an das, was zuletzt beredet worden

war. Manchmal ist Herrn Stary nach Reden, da kann er

von früher erzählen, von Zeiten, wo die Sorgen ganz an-

DIE MALTESER 1/2018 45


MALTESERÖSTERREICH

dere waren. Und immer wieder werden im Gespräch auch

erfreuliche Erinnerungen wach. Manchmal aber ist ihm

einfach nach Schweigen. Auch das können die ehrenamtlichen

Hospizbegleiter.

Auch wenn es Herrn Stary schwerfällt, trifft er die Entscheidung,

ins Seniorenheim zu übersiedeln – statt gemeinsam

mit seiner Frau. Dann ist sie mit dem neuen

Wohnort schon vertraut, wenn er einmal nicht mehr ist.

Sie ist zwar dagegen, sie würde viel lieber in ihrer gemeinsamen

Wohnung bleiben, aber ihm ist es wichtig, sie gut

versorgt zu wissen. Nur zwei Zimmer werden sie im Pflegeheim

haben, nur einzelne Möbel können sie mitnehmen.

Frau Ulrike hilft dabei, die Sachen zu sortieren, manches

zu verabschieden, anderes einzupacken. Mit ihr gemeinsam

geht bei dieser schweren Arbeit wirklich eine Menge

weiter. Und im Heim hilft sie wieder beim Auspacken und

Einrichten. Mit ihr gemeinsam sind die erst noch fremden

Räume bald mit Freundlichkeit gefüllt. Die neuen Balkonsessel

transportiert die Hospizbegleiterin mit ihrem Auto.

Ab jetzt kann das Ehepaar Stary die Sonnenuntergänge im

Freien genießen.

Vieles hat sich jetzt zum Guten gewendet, sodass sich Herr

Stary nicht mehr so viele Sorgen macht. Wenn er nicht

mehr ist, hat seine Frau einen guten Platz gefunden, wo sie

umsorgt wird. Und Frau Ulrike wird auch dann noch für sie

da sein – mit ihren Besuchen und ihrer Herzlichkeit.

* Um die Identität der begleiteten Menschen zu schützen,

wurden die Namen geändert und Elemente aus verschiedenen

Begleitungen miteinander verknüpft.

GUT BEGLEITET BIS ZULETZT

In Österreich gibt es vielfältige Angebote der Hospiz- und

Palliativversorgung, die darum bemüht sind, die Lebensqualität

von lebensbedrohlich Erkrankten und ihren Angehörigen

entsprechend einem bio-psycho-sozialen Menschenbild

so gut wie möglich zu erhalten oder zu fördern.

Spirituelle Aspekte werden in der Begleitung ebenso berücksichtigt.

Alle Dienste der spezialisierten Hospiz- und

Palliativversorgung sollen ehrenamtliche Mitarbeiter in

ihre Arbeit integrieren. Für die ehrenamtliche Mitarbeit ist

der Abschluss eines Befähigungslehrgangs zur „Lebens-,

Sterbe- und Trauerbegleitung“ im Umfang von 80 Stunden

Theorie mit 40 Stunden Praktikum Voraussetzung.

Eintritt frei!

BENEFIZKONZERT

für MALTESER Care am 21. April 2018 im Schloss Reichenau

Schloßplatz 9, 2651 Reichenau an der Rax, Beginn: 18 Uhr

Es singen und tanzen die Singgemeinschaft und die Volkstanzgruppe Payerbach-Reichenau

46 Spenden DIE MALTESER zu Gunsten 1/2018von MALTESER Care – Mehr Lebensqualität durch individuelle Pflege zu Hause.


MALTESERÖSTERREICH

EIN KLEINES STÜCK

LOURDES IN GRAZ

Anlässlich des internationalen Welttages der Kranken wurde

in Graz am 11. Februar die alljährliche Lourdesmesse samt

Lichterprozession gefeiert.

Von Stephanie Rogers

Welch besseren Ort hätte es geben können als die 1611

erbaute, prachtvolle Mariahilfer Kirche und den Kreuzgang

des Minoritenklosters für diese erhebende und

verbindende Marienandacht und Mini-Pilgerreise –

denn für manche von uns ist schon ein zweifaches Umrunden

des Kreuzganges ein persönlicher Erfolg.

Der steirische Malteserpriester und Ordenskaplan, Pater

Clemens Grill, führte durch eine gedankenanregende

Predigt zum Thema der Lesung: Aussatz. Zu biblischen

Zeiten war Aussatz ein körperliches und öffentlich verschrienes

Leiden. Heutzutage kann Aussatz jede Gestalt

annehmen, denn die traditionelle Lepra Krankheit ist

bei uns ja Gott sei Dank praktisch ausgerottet, und es ist

umso wichtiger, dass wir alle uns der Leiden unserer Mitmenschen

bewusst sind, ob sichtbar oder unsichtbar. In

Lourdes, dem südfranzösischen Gnadenort, in dem vor

160 Jahren der jungfräulichen Bernadette die Heilige

Mutter erschienen ist, finden alle Menschen Linderung

ihrer Leiden. Und in der alljährlichen Lourdesmesse in

Graz, seit einigen Jahren vom Malteser Hospitaldienst

organisiert, dürfen wir alle ein Stück Lourdes genießen,

ohne die Heimat zu verlassen.

Neun Betreute, sechs Ritter und Ordensdamen, achtundzwanzig

Mitglieder des Hospitaldienstes und rund

zweihundert Pilgerinnen und Pilger feierten gemeinsam

die Heilige Messe und prozessierten hinter der wunderschön

geschmückten Madonna durchs Kloster, während

das wohlbekannte

Lourdes-Ave gesungen

wurde und die

kleinen blauweißen

Kerzen Gesichter sowie Herzen erleuchteten.

Zum Ausklang gab es eine Agape im Pfarrsaal. Dort wurden

schon die ersten Zusagen gemacht, auch im kommenden

Jahr wieder mit den Maltesern nach Lourdes

reisen zu wollen.

DIE MALTESER 1/2018 47


RUNDSCHAU

MALTESERKIRCHE IN WIEN

EIN 900 JAHRE ALTER

SCHATZ WIRD ENTDECKT

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtet, überdauerte das gotische Dachwerk der Malteserkirche 700 Jahre lang unbemerkt

alle Stadtbrände, Kriegsereignisse und Bautätigkeiten im Zentrum von Wien. Hanna A. Liebich (Bundesdenkmalamt) und

Michael Grabner (Universität für Bodenkultur) berichten von seiner Entdeckung.

Von Katharina Stögner

Seit wann beschäftigen Sie sich mit Dächern?

Hanna A. Liebich: Als Studentin hatte ich die Möglichkeit,

das Dach einer Renaissancevilla in Italien aufzunehmen,

seitdem bin ich von diesen Tragwerken fasziniert.

Sie liegen oft hinter verschlossenen Dachbodentüren und

sind von der Welt vergessen. Dabei bergen sie einen reichen

Fundus an baugeschichtlichen Zeugnissen.

Michael Grabner: Ich bin seit 1996 im Bereich der

Dendrochronologie (Anm.: Datierung von Holz mit Jahrringbreiten)

tätig. Hierbei sind nicht nur lebende Bäume,

sondern auch historische Hölzer von Interesse. Die

Faszination für alte Dachkonstruktionen stellt sich sehr

schnell ein. Und sie bleibt aufrecht, auch wenn man viele

hunderte gesehen hat, oder auch deswegen.

Wann sind Sie zum ersten Mal auf das Dach der Malteserkirche

aufmerksam geworden?

Hanna A. Liebich: Wir haben 2015 das Projekt „Dachkataster

Wien“ gestartet, bei dem das Baualter aller 1400 Dächer

der Innenstadt erfasst wurde. Das geschah vor allem

mit Hilfe von Archivmaterial. Dabei tauchte im Planarchiv

bereits die Bauaufnahme der Malteserkirche von 1964 auf.

Man nahm jedoch bisher an, dass die Dachkonstruktion

dieser Kirche aus dem 19. Jahrhundert stammen würde.

Wie haben Sie den Irrtum dann bemerkt?

Hanna A. Liebich: Im Zuge des Katasterprojektes wurden

180 Dachwerke detailliert aufgenommen und datiert.

Dabei konnten Dächer aus sieben Jahrhunderten dokumentiert

werden. Im Vergleich mit diesen Zeichnungen

wies dann das Dach der Malteserkirche überraschende

Ähnlichkeiten mit dem ältesten Dach von 1299 auf.

Was ist denn so besonders am diesem Dach?

Hanna A. Liebich: Besonders prägnant sind die großen

Kreuzstreben, wichtiger aber für die Entwicklungsgeschichte

sind die leicht nach außen geneigten Stuhlwände.

Diese Konstruktion musste älter sein als die typischen

Stuhlgerüste, die sich ab dem 15. Jahrhundert entwickeln.

Daraufhin fand eine erste Begehung vor Ort statt.

48

DIE MALTESER 1/2018


RUNDSCHAU

Das Team von Dr. Michael Grabner (Institut

für Holztechnologie und Nachwachsende

Rohstoffe, Universität für Bodenkultur) bei

der Entnahme einer Holzprobe

Projektleiterin DI Hanna A. Liebich (Abteilung

für Architektur und Bautechnik, Bundesdenkmalamt)

mit der Bauaufnahme der

Malteserkirche von 1964

Woher wissen Sie nun, wie alt das Dach wirklich ist?

Hanna A. Liebich: Abgesehen von der ungewöhnlichen

Konstruktion waren die einzelnen Details sehr auffällig.

Es fehlen die typischen Zimmermannsverbindungen wie

Blatt, Kamm oder Zapfen. Hier ist vielmehr alles sehr

archaisch mit Keilen und Klauen fixiert. Außerdem fehlt

bisher jede Spur eines Abbundsystems, mit dem Dachwerke

sonst immer nummeriert werden. Aber wirkliche

Gewissheit lieferten uns erst die Ergebnisse der Dendrochronologie.

Wie funktioniert eine Dendrochronologie?

Michael Grabner: Bei einer dendrochronologischen

Untersuchung wird das Alter von Hölzern über die Jahrringbreitenmuster

bestimmt. Die Abfolge an guten und

schlechten Jahren (und somit an breiten und schmalen

Jahrringen) ist so eindeutig und einmalig, dass man damit

datieren kann. Dafür haben wir 18 Proben von den

Dachhölzern genommen und sie mit Referenzkurven verglichen.

Und mit welchem Ergebnis?

Michael Grabner: Die Ergebnisse waren sehr eindeutig.

Alle Proben ergaben eine Fällzeit der Hölzer zwischen

1307 und 1312. Damit bestätigte sich die Vermutung,

dass hier tatsächlich der Dachstuhl des gotischen Kirchenbaus

vom Beginn des 14. Jahrhunderts erhalten geblieben

ist.

Hanna A. Liebich: Die einzelnen Bohrkerne besitzen

dabei bis zu 200 Jahrringe. Die verwendeten Hölzer

stammen also von Bäumen, die bereits im 11. Jahrhundert

begonnen haben zu wachsen. Ihre Geschichte reicht

damit bis in die Zeit der Gründung des Malteserordens

zurück.

Gibt es noch ältere Dächer in Wien?

Michael Grabner: Ein Dachwerk mit einem Alter von

700 Jahren stellt für Wien eine Sensation dar. Bisher kennen

wir nur noch das Dach der ehemaligen Hauskapelle der

Haimonen, die heute zur Salvatorkapelle im Alten Rathaus

gehört. Hier konnten wir Hölzer auf 1296 -1299 datieren.

Ansonsten gibt es nur einzelne ältere Holzbalken, die noch

erhalten sind – keine gesamten Konstruktionen.

Hanna A. Liebich: Das macht die Entdeckung so wichtig.

Das Dach der Malteserkirche ist vollständig überliefert

und in einem bemerkenswert guten Zustand. Es

stellt für Wien ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher

Bautechnik dar.

Was bedeutet dieser Fund für die Forschung?

Hanna A. Liebich: Am Beginn des Projektes haben wir

kaum zu hoffen gewagt, Dächer aus der Zeit vor dem Barock

zu finden. Wir können nun aber die Entwicklungsgeschichte

der Dachwerke über ganze sieben Jahrhunderte

nachzeichnen. Und am Beginn dieser Geschichte steht

ein ganz eigener Wiener Typus, der sich in der Malteserkirche

in beeindruckender Größe und Vollständigkeit erhalten

hat.

Michael Grabner: Es ist somit einer der ältesten Dachstühle,

die wir kennen. Auch außerhalb von Wien gibt

es nicht sehr viele, die älter sind. Das heißt, wir haben

somit auch einen guten Einblick in die Holzverwendung

der Vergangenheit und können uns mit den Daten auch

Fragen wie der Holzherkunft widmen.

Was geschieht jetzt?

Hanna A. Liebich: Im Frühjahr werden Studierende der

TU-Wien den gesamten Dachstuhl genau aufmessen und

nach besonderen Konstruktionsmerkmalen suchen.

DIE MALTESER 1/2018 49


XXXXX

CESAR SAMPSON:

12 PUNKTE

Cesar Sampson ist in seinem Leben schon verschiedene Wege erfolgreich gegangen. Im Mai vertritt er Österreich beim „Eurovision

Song Contest“. Außerdem unterstützt er die Malteser.

Von Katharina Stögner

In erster Linie ist er Künstler, Songwriter und Produzent.

Doch auch als Sozialarbeiter hat der 1983 in Linz geborene

Cesar Sampson bereits Erfahrung gesammelt. „Irgendwann

bin ich in meiner künstlerischen Laufbahn an

einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr bloß

Unterhaltungskünstler sein wollte, sondern einen bedeutungsvolleren

Sinn meiner Tätigkeit gesucht habe“, sagt

Sampson.

So verschlug es den mittlerweile 34-Jährigen in die Sozialarbeit

– zuerst ehrenamtlich, dann im Rahmen des

Zivildienstes und schließlich als hauptamtlicher Betreuer

im österreichischen Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig

Hör- und Sehbehinderte (ÖHTB). Dort absolvierte

Sampson eine berufsbegleitende Fortbildung.

„Ich musste zuerst als Mensch komplett werden“

Rund sechs Jahre war der empathische Sänger mit der

dunklen Soulstimme als Behindertenbetreuer im Einsatz.

„Danach bin ich mit einem ganz anderen Zugang zur

Musik in die Musikbranche zurückgekommen“, erinnert

sich Sampson, der seine Produzenten mit seiner Ganzheitlichkeit

beeindruckt. „Für mich macht einen Künstler

nicht nur sein Vermögen aus, ein Instrument bzw. seine

Stimme zu beherrschen. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel

von Körper und Geist, das sich in der Musik manifestiert

und das man in der Musik spürt. Vor fünf Jahren

wäre ich noch nicht für das Abenteuer „Song Contest“

bereit gewesen – ich musste zuerst als Mensch komplett

werden. Das hat sich bei mir auf mehreren Ebenen abgespielt:

Einerseits durch die Arbeit im sozialen Bereich,

andererseits durch die Arbeit an meinem Körper – sozusagen

an dem Instrument, mit dem ich meine Musik ausdrücke.

Seit dieser Arbeit verstehe ich meine natürliche

Gabe erst und bin dadurch als Künstler authentisch.“

„Nobody but You“

Cesar Sampson ist keine unbekannte Größe in der heimischen

Musiklandschaft. Bereits im Alter von 17 Jahren

begann er, mit klingenden Namen der Wiener Alternative-Szene

(Kruder & Dorfmeister, Sofa Surfers, Louie

Austen) die Welt zu bereisen. Danach zog es ihn eher

hinter die Kulissen des Musikbusiness, wo er als Songwriter

und Texter an internationalen Produktionen ver-

50

DIE MALTESER 1/2018


RUNDSCHAU

LEBENSRETTER-APP GEWINNT DEN eAWARD 2018

Am 20. Februar wurde der „eAward

2018“ im Rahmen einer großen Verleihung

im T-Center in Wien vergeben.

Der Wirtschaftspreis wird seit 2005

an die besten innovativen Projekte mit

IT-Bezug aus Österreich vergeben. Diese

Auszeichnung ist auch für alle Malteser

LEBENSRETTER eine große Wertschätzung.

www.lebensretter.at

Weil: jedes Leben zählt! Und im Notfall

zählt jede Sekunde!

schiedenster Musikrichtungen mitwirkte. In Österreich

schrieb er unter anderem Louie Austens

Album „What a Comeback“.

Auch auf der schillernden Bühne des „Eurovision

Song Contest“ ist Cesar Sampson kein Neuling.

Als Mitglied des Musikproduzenten-Kollektivs

„Symphonix International“ war er als Background-Sänger

und Vocal Coach Teil jenes Wiener

Teams, das Bulgarien 2016 zum vierten und 2017

zum zweiten Platz führte. Jetzt ist die Zeit reif,

das zu tun, was Cesar immer noch am allerbesten

kann – performen. Wir freuen uns schon sehr auf

den Eurovision Song Contest vom 8. bis zum 12.

Mai 2018 in Portugal und Cesars Lied: „Nobody

but You“!

Hilfe für die MALTESER

Am 30. September 2018 wird Cesar Sampson

zugungsten der MALTESER Kinderhilfe beim

2. Kinderhilfelauf in Amstetten an den Start gehen.

Außerdem dürfen sich die Teilnehmer des

diesjährigen MALTESER Wildwassercamps im

August für Menschen mit Behinderung auf Cesars

Besuch freuen. Das Camp findet vom 2. Mai

bis zum 5. Mai 2018 statt und feiert heuer sein

20-jähriges Jubliäum.

ST. JOHANNS CLUB

SPENDET REINERLÖS

SEINES BALLES FÜR DIE

SENIORENPFLEGE

Von Anton Gatnar

v.l.n.r.: Anton F. Gatnar, Louis Schönburg-Hartenstein, Präsident

Mag. Richard Belcredi, Prokurator Norbert Salburg-

Falkenstein , Prof. Dipl.-Ing. Mag. Friedrich Rödler

Das St. Johanns Clubpräsidium und der Ballorganisator

Louis Schönburg haben dem Ehrenmitglied Norbert

Salburg-Falkenstein in Begleitung der leitenden

Herren des Großpriorates einen symbolischen Scheck

über EUR 14.000 überreicht. Damit kommt auch heuer

der Reinerlös des St. Johanns Club Balles den Maltesern

zu Gute, konkret dem Haus Malta, Seniorenresidenz und

Pflegeheim der Malteser.

DIE MALTESER 1/2018 51


REISEBERICHT

WENN MALTESER EINE REISE TUN ...

Vor 20 Jahren wurde die verschollen geglaubte Ikone unserer Lieben Frau von Philermos in einem Kloster in Montenegro

wiederentdeckt. Grund genug für die Delegation Kärnten, sich mit 31 Mitgliedern und Freunden auf eine eindrucksvolle

Erkundungstour zu begeben.

Von Ulrich Glaunach

Die konkrete Anregung für die Reise kam vom Ordensgeistlichen

der Delegation Kärnten, Monsignore Emmanuel

Longin. In seiner Funktion als Militärdekan hatte er

Montenegro bereits bereist und auch das Kloster in Cetinje

besucht, wo unsere Liebe Frau von Philermos nun

ausgestellt ist. Diese Erfahrungen waren uns bei der Vorbereitung

und Durchführung unserer viertägigen Pilgerreise

im Oktober 2017 von großem Nutzen.

Die Anreise erfolgte mit dem Flugzeug von Wien über

Laibach nach Podgorica, in die Hauptstadt Montenegros.

Untergebracht waren wir direkt an der Küste in einem Hotel

mit dem verheißungsvollen Namen „Queen of Montenegro“.

Mit einem komfortablen Autobus erforschten

wir die gebirgige Landschaft dieses kleinen Landes, wobei

uns besonders die Fahrt auf den Lovćen-Pass, hoch über

der Bucht von Kotor, als eindrucksvoller Beweis gelassener

Autobusfahrkunst in Erinnerung ist.

Von Sveti Stefan über Njeguši zum Skutarisee ...

Unsere Reiseführerin, Angelica, strahlte ihre Vaterlandsliebe

sehr kenntnisreich und engagiert aus und bekam dafür

viel Applaus. Das Essen und der montenegrinische Wein

schmeckten uns gut. Am ersten Tag wurden wir bei letzterem

zwar ein bisschen knapp gehalten, aber schon ab dem zweiten

Essen im Hotel waren die Karaffen immer gut gefüllt.

Die Reiseroute führte von Sveti Stefan über den Lovćen-

Pass hoch in das kleine Dorf Njeguši, aus dem die Herrscherdynastie

Montenegros stammt. Danach fuhren wir

mit einem Boot zum großen Skutarisee. Am nächsten Tag

besuchten wir die Stadt Kotor und anschließend – wieder

per Schiff – die Sehenswürdigkeiten der Bucht von Kotor,

die malerische Stadt Perast, die Kircheninsel „Maria

vom Felsen“ und die Marina von Tivat. Sie diente seinerzeit

als österreichischer Marinestützpunkt und ist jetzt

Residenz von „Reich und Schön“. Wieder unterwegs im

Autobus lauschten wir mit Spannung den Erzählungen

von Andreas Jordis über die Erlebnisse seines Vaters, des

Korvettenkapitäns Hans Freiherr Jordis von Lohausen,

während des ersten Weltkrieges.

... und dann endlich: Cetinje!

Besondere Höhepunkte unserer Reise waren die unvergesslichen

Andachten und heiligen Messen, die Emmanuel

Longin an ganz besonderen Plätzen zelebrierte: in

52

DIE MALTESER 1/2018


REISEBERICHT

der Abendsonne auf der Terrasse der „Queen of Montenegro“,

in den Gärten des Königinnenpalastes bei Sveti

Stefan, auf dem Schiff unterwegs auf dem mäandernden

Fluss Richtung Skutarisee und in der kleinen Kirche in

Kotor, vor der mitten während der Messe ein touristisches

„O sole mio“ erklang.

Am dritten Tag erreichten wir Cetinje, besuchten den Königspalast

und dann – endlich – das Museum des Ortes:

In dem kleinen, blau beleuchteten Saal vor der golden

gerahmten Mutter von Philermos beteten wir das Ordensgebet

und sangen ein Marienlied. Erfahrene Malteser

wissen um die verworrene Geschichte dieser Ikone,

die lange als verschollen galt. Nach dem Museumsbesuch

wurde uns Einlass in das orthodoxe Kloster gewährt.

So konnten wir auch die Reliquien des Ordens (Näheres

dazu siehe Kasten) und einen reichen Schatz an Antiquitäten

des Klosters besichtigen.

Dankbar und erfüllt

Am letzten Tag waren wir besonders beeindruckt von der

großen, neu gebauten serbisch-orthodoxen „Auferstehungskathedrale“

von Podgorica, die sich stattlich und innen

reich goldbeschichtet auf einem freien Feld inmitten

von Plattenbauten präsentiert. Schließlich ging es zurück

nach Hause, voll Freude über die gemeinsam verbrachten

Tage mit dieser gleichgesinnten, fröhlichen Pilgertruppe,

dankbar für die kompetente und gefühlvolle spirituelle

Begleitung durch Emmanuel Longin – und mit dem Vorsatz,

bald wieder gemeinsam unterwegs zu sein.

UNSERE LIEBE

FRAU VON PHILERMOS

Die Ikone der Muttergottes vom Berg Philermos wurde

vermutlich um 1200 im byzantinischen Raum geschrieben.

Sie wurde von den Ordensrittern in der Georgs-Kapelle

auf dem Berg Philermos auf Rhodos verehrt. Beim

Abzug aus Rhodos 1523 wurde die Ikone mitgenommen

und fand in Valletta ihre neue Heimat. Nach der Besetzung

von Malta durch Napoléon im Jahr 1798 wurden

die Ikone und die zwei Hauptreliquien des Ordens (Arm

des Hl. Johannes des Täufers und Kreuzpartikel) an Zar

Paul I. von Russland übergeben, um sie vor den Kriegsereignissen

zu schützen.

Später konnten sie den Wirren der bolschewistischen

Revolution im Jahr 1917 mit Hilfe der Zarenmutter – einer

geborenen Prinzessin von Dänemark – entkommen.

Diese brachte die wertvollen Stücke nach Kopenhagen.

Nach dem Tod der Zarenmutter im Jahr 1928 gelangte

die Madonna kurz in die Obhut des Vorsitzenden der

russisch-orthodoxen Bischofssynode in Berlin. Dieser

übergab die Ikone und die Reliquien dem jugoslawischen

König Alexander I. in Belgrad. Seit der Besetzung von

Belgrad durch die Wehrmacht im Jahre 1941 gab es keine

Nachrichten mehr über Madonna und Reliquien.

Schließlich erhielt unser Fürstgroßprior Willhelm Liechtenstein

einen Hinweis auf den Aufenthaltsort der Ikone:

Ein kroatischer Arzt wollte sie in Cetinje gesehen haben.

Dieser Hinweis ließ sich zunächst nicht verdichten. Einen

weiteren Hinweis bekam unser Großprior während

eines Australien-Aufenthalts, als er gemeinsam mit dem

Ordensritter Richard Divall ein neu gebautes orthodoxes

Kloster in der Nähe von Melbourne besuchte. Dort traf

er auf Mönche, die die Ikone und die Reliquien in Cetinje

gesehen hatten. Auf Basis dieser Information gelang

ebenfalls eine Kontaktaufnahme mit dem Kloster und

dem Museum, und die ersten Fotos wurden übermittelt.

DIE MALTESER 1/2018 53


KLOSTERKÜCHE

FRÜHLINGSREZEPTE

AUS DER KLOSTERKÜCHE

von Sr. Dr. Margareta An der Lan

Nach einem langen Winter beschert uns der Frühling wieder Energie und Elan. Der Frühling

wirkt sich positiv auf unsere Psyche aus, mehr Licht und Wärme lassen unsere Laune steigen,

Natur, Farben und Gerüche regen unsere Sinne an, unser Körper freut sich auf frische,

leichte Kost.

P.S. Sollten nach Ostern noch gekochte Eier und Schokohasen übrig geblieben sein, hier ein paar Tipps zur Verwertung …

Schokoosterhase auf Erdbeerbett

Leichte Sauce aus gehackten Eiern

Passt besonders gut zu frischem Spargel und zu

warmen Kartoffel.

Zutaten pro Person

1 hartes Ei

Maiskeimöl

2EL Sauerrahm

1Tl Dijonsenf

Weißer Balsamicoessig, Salz, Pfeffer

Frische Petersilie oder Schnittlauch

Zubereitung:

Eier schälen, in der Mitte durchschneiden, harte

Eigelbe in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen

zerkleinern, tröpfchenweise das Öl einrühren

bis es mit dem harten Dotter bindet und so viel

Öl dazu geben bis eine mittelfeste Sauce entsteht,

dann den Sauerrahm und den Senf unterrühren.

Das Weiße des Eis fein hacken und mit der Sauce

mischen, 1-2 Schuss weißen Balsamico, Salz und

Pfeffer hinzufügen. Zum Schluss die frisch gehackte

Petersilie/Schnittlauch untermengen.

„Gesunder Genuss“

Wann immer man Schokolade, egal ob Milch,

Bitter oder Kochschokolade übrig hat…Schokolade

im Wasserbad unter ständigem Rühren

vorsichtig schmelzen und etwas Schlagobers

hinzufügen. Wenn die Schokolade vollständig

geschmolzen ist, Gefäß aus dem Wasserbad nehmen

und die Schokolade unter Rühren abkühlen

lassen bis sie wieder beginnt einzudicken.

Erdbeeren zur Hälfte in die Schokolade tunken

und auf einem Rost abtropfen lassen bis sie

getrocknet sind.

P.S. Fast alle Obstsorten schmecken in Schokolade

getunkt besonders köstlich!

© istockphoto.com

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DIE MALTESER 1/2018


KLOSTERKÜCHE

Frischer Saibling aus heimischen Gewässern

mit Kürbis und Paradeiser

Zutaten:

Für vier Personen

4 Saiblinge à rund 320g

Salz und Pfeffer

200 g frische Champignons

100 g Kirsch-Paradeiser

200 g Kürbis

1 Bd. Frühlingszwiebeln

2 unbehandelte Bio Limetten/Zitronen

1 Bd. Petersilie

Butter

Olivenöl

Vinaigrette

6 Paradeiser

Frischer Bund Basilikum

2 EL Balsamico-Essig

Salz

Pfeffer aus der Mühle

3 EL Olivenöl

Zucker

Zitronensaft

Zubereitung:

Saiblinge abspülen, mit Küchenrolle trocknen, salzen und pfeffern.

Champignons und Frühlingszwiebeln putzen und in Scheiben schneiden,

Kürbis, Zitronen waschen und würfeln, Petersilie grob hacken.

Gemüse, Kräuter und Kirsch-Paradeiser vermischen.

Jeden Fisch auf ein Stück mit Olivenöl bestrichene Alufolie legen und

jeweils mit der Gemüse-, Zitronenwürfelmischung füllen und je einen

Esslöffel zerlassene Butter und etwas Olivenöl beimengen. Alufolie

verschließen, auf ein Backblech legen und 20 Minuten bei 200°C im

Backofen garen.

Für die Vinaigrette Tomaten blanchieren, häuten und das Fleisch in kleine

Würfel schneiden. Basilikumblätter abspülen, trocknen und in dünne

Streifen schneiden. Balsamico mit Salz und Pfeffer verrühren, Olivenöl

dazugeben und erneut verrühren. Zum Schluss Tomatenwürfel und Basilikum

unterheben. Mit Zitrone/Limette und Salz abschmecken.

Und noch ein altes Hausmittel: Salbe sebstgemacht

Im Winter wird die Haut durch das raue, kalte Wetter,

die Kleidung und die beheizten Räume oft sehr beansprucht.

Die Haut wird oft rissig und trocken, daher

braucht sie eine spezielle Pflege. Die Kraft der Ringelblume

kann helfen. Selbstgerührt und in hübsche Cremedosen

gefüllt ist sie ein tolles Geschenk für jeden.

Zutaten:

50 g Bienenwachs

1/4 Liter Olivenöl

50 g Shea- oder Kakaobutter

(oder eine Mischung 25 g Shea und 25 g Kakaobutter)

5 Tropfen Vitamin-E-Acetat (erhältlich in der Apotheke)

2 Handvoll Ringelblumenblüten (klein gehackt)

1 1/2 TL Propolis-Tinktur

5 Tropfen ätherisches Öl, wenn man der Salbe eine

Duftnote geben möchte.

Zubereitung der Salbe:

Geben Sie die festen Zutaten in einen Behälter, den Sie

dann im Wasserbad bis zu ca. 70 Grad erhitzen. Die

Zutaten schmelzen, sodass sich alles gut vermischen

lässt.

Danach erhitzen Sie diese Fettphase in einem Topf

und fügen dann die Ringelblumen hinzu. Nachdem

die heiße Creme einmal aufgeschäumt hat, sollte

man sie vom Ofen nehmen. Dann 24 Stunden stehen

lassen. Dann nochmal erwärmen und durch ein Leintuch

filtrieren.

Wenn die Creme fertig ist, geben Sie während des

Abkühlens der Creme das Vitamin-E-Acetat hinzu

und rühren es ebenfalls gut unter, denn dieses

Vitamin-E-Acetat sorgt später dafür, dass die Creme

nicht ranzig wird, auch die Propolis-Tinktur und das

ätherische Öl ganz zum Schluss beimengen damit

der Geruch bzw. der Wirkstoff nicht entweichen.

DIE MALTESER 1/2018 55


GELESENEMPFOHLEN

GLAUBENS FRAGEN

Mit „Ethik – Die Grundfragen unseres Lebens von der Geburt bis zum Tod” bietet Autor Wolfgang

Huber einen hilfreichen Orientierungsrahmen für Suchende.

Von Richard Mischak

„Moral standards prescribe how you ought to treat

others, ethical standards how we ought to live ourselves.”

Im christlichen Ethos geht es um die Ordnung der Gesellschaft

im Ganzen. In einer pluralistischen Gesellschaft

stehen verschiedene Überzeugungsgemeinschaften nebeneinander;

ihre Differenzen beinhalten auch grundlegende

Werteunterschiede.

Die moderne Medizin etwa hat ganz andere Möglichkeiten

als noch vor einer oder zwei Generationen. Was

ist ethisch vertretbar und wie kann man entsprechendes

Handeln jeweils begründen in einer Gesellschaft, in

der die christliche Religion keinen Alleinvertretungsanspruch

mehr erheben kann? Auch der Klimawandel und

die Frage des Einsatzes von Gewalt gegen Terroristen

oder Unrechtsregime werfen neue Fragen auf.

Von A wie Armut bis V wie Verantwortung

In 20 Kapiteln behandelt Autor Wolfgang Huber – Professor

für Theologie, ehemaliger Bischof in Berlin sowie

Vorsitzender des Rats der Evangelischen Kirchen in

Deutschland – die wichtigsten ethischen Fragen unserer

Zeit. Themen sind Familie, Ungerechtigkeit, menschliche

Würde, Behinderung, Grundbedürfnisse, Armut, Kultur,

Gewissen, Verantwortung, Informationszeitalter, Arbeit,

Profit, Wissenschaft, Medizin, Politik, Toleranz, Krieg und

Frieden, Generationengerechtigkeit, Alter und Sterben.

Man kann die Kapitel der Reihe nach lesen oder wahllos

ein Kapitel herausgreifen. Der Text ist leicht verständlich,

ohne jedoch oberflächlich zu werden. Der Problemkreis des

Kapitels wird anfangs beschrieben, dann werden dem Leser

argumentativ ethische Entscheidungshilfen geliefert;

GLÜCK IST KEIN ZUSTAND,

SONDERN EINE TÄTIGKEIT

Unter dem Titel „Hört auf zu arbeiten!“ haben sich Anja Förster und Peter Kreuz

genauer mit dem Wandel in der Arbeitswelt beschäftigt. Ihr Fazit: Es geht nicht

darum, den Job zu wechseln, sondern Gelegenheiten für wirklich bedeutsame

Tätigkeiten zu suchen und diese zu nutzen.

Von Richard Mischak

Bei (zu) vielen Menschen beginnt das Leben erst, wenn der

Arbeitstag zu Ende ist. Schade, denn: Mit und in der Arbeit

verbringen wir den Großteil unseres Lebens. Es ist also wertvoll,

darüber nachzudenken, welche Möglichkeiten es gibt,

gerade in der Arbeit wieder mehr Leidenschaft, mehr Freude,

mehr Sinn, mehr Miteinander zu spüren. Die Schlüsselfrage

lautet: „Worauf kommt es in meinem Leben an?“

Das Buch von Anja Förster und Peter Kreuz gibt viele

Anregungen. Ihrer Ansicht nach besteht das Wichtigste

darin, eine Arbeit zu finden, die glücklich macht, die

also bedeutsam ist für einen selbst und für andere. Schön,

wenn man dabei kreativ sein kann! Im Idealfall bekommt

man mehr Energie zurück als man hineinsteckt. Das funktioniert

auch am bisherigen Arbeitsplatz – zum Beispiel

56

DIE MALTESER 1/2018


TAGEBUCH

letztlich mit dem Ziel, dass sich der Leser die Argumentationslinien

des Kapitels verinnerlicht, sodass er sie selbstständig

auch auf andere Themen anwenden kann.

Ethik unter Unsicherheit

Wolfgang Huber beschließt das Buch mit einem kritischen

Ausblick auf die Zukunft der Ethik in einer globalisierten

Welt. Die klassische Ethik war an Regeln, Werte und Gesetze

gebunden, doch steht die Ethik heute vor ungleich größeren

Unsicherheiten. Durch welches Handeln Chancen genutzt

oder Risiken vermieden werden, lässt sich nun nicht mit

Gewissheit sagen. Ethik muss jedenfalls in die Zukunft gerichtet

sein, Nachhaltigkeit wird zu einem wichtigen Thema.

Ausführliche Literaturhinweise und ein umfassendes Personenund

Sachregister zeugen von der Ganzheitlichkeit im Denken

und Urteilen von Wolfgang Huber. Der renommierte Theologe

stellt durchaus handhabbare Maßstäbe auf und wird mit seinem

Orientierungsrahmen vielen Lesern ein hilfreicher Ratgeber sein.

Wolfgang Huber, Ethik – Die Grundfragen unseres Lebens von der

Geburt bis zum Tod, C.H. Beck, 2. Auflage 2015, 320 Seiten,

ISBN: 978-3-406-70076-7, 19,95 Euro

GRAZ

BENEFIZGALA

17. MALTESER Benefizabend ermöglicht Hilfsprojekte

in der Steiermark.

Der Einladung von Landeshauptmann Hermann

Schützenhöfer zum Benefizabend des Malteser-

Ritter-Ordens in der Aula der Alten Universität

folgten mehr als 300 Festgäste; darunter Diözesanbischof

Wilhelm Krautwaschl, Landtagspräsidentin

Bettina Vollath, Nationalratsabgeordnete Juliane

Bogner-Strauß, die Grazer Gemeinderäte Peter

Piffl-Percevic und Peter Stöckler sowie das Mitglied

der Ordensregierung des Souveränen Malteser-

Ritter-Ordens in Rom, Franz Harnoncourt-Unverzagt.

„Der Erlös des 17. Malteser Benefizabends ermöglicht

viele ehrenamtlichen Projekte der Malteser in der Steiermark,

wie zum Beispiel die „Herzenswunschfahrten“

für Hospiz-Patienten, freut sich Richard Wittek-

Saltzberg, Kommandant der MALTESER Austria.

dann, wenn man mutig wird, sich erlaubt „Nein“ zu sagen

und unermüdlich versucht, die eigenen Talente und Potenziale

weiter zu entwickeln. Aristoteles‘ Sichtweise bringt es

hier auf den Punkt: Glück ist kein Zustand, sondern eine Tätigkeit!

Mit ihrer Aufforderung „Hört auf zu arbeiten!“ meinen die

Autoren nicht, dass wir gar nichts mehr tun, sondern anders

arbeiten sollten, als bisher. Dabei geht es nicht darum, den

Job zu wechseln, sondern Gelegenheiten für die bedeutsamen

Tätigkeiten zu suchen und diese zu nutzen. Leistung ist

immer Arbeit für andere. Es ist allerdings auch wichtig, für

sich selbst Energie, positive Erlebnisse, das Gefühl des Sinns

zu spüren. Das Buch ist gut verständlich geschrieben, flüssig

zu lesen und macht Lust darauf, tatsächlich etwas zu ändern.

Anja Förster/Peter Kreuz, Hört auf zu arbeiten! Eine Anstiftung, das zu

tun, was wirklich zählt, Pantheon, München 2013, 230 Seiten, ISBN:

978-3-55189-9, 14,99 Euro

(v.l.n.r.): Ordens-Delegat KR Martin Auer, Ordens-Kanzler

DI Richard Steeb, Gemeinderat Dr. Peter Piffl-Percevic,

Organisatorin Melina Winkler, Ehrenpräsident Dr. Franz

Harnoncourt-Unverzagt, NAbg Univ.-Prof. Mag. Dr. Juliane

Bogner-Strauß, Bischof Dr. Wilhelm Krautwaschl, Landtagspräsidentin

Dr. Bettina Vollath, MHDA-Bereichsseelsorger

Dechant Mag. Clemens Grill, Kommandant Mag. Richard

Wittek-Saltzberg, Gemeinderat Peter Stöckler

DIE MALTESER 1/2018 57


„GEHT, HEILT UND

VERKÜNDET“

Am 2. Dezember 2017 wurde Hermann Glettler zum neuen Bischof von Innsbruck

geweiht. Eine Delegation der Tiroler MALTESER war live dabei.

Von Lukas Krupitza

Auf Wunsch von Hermann Glettler fand die eindrucksvolle

Zeremonie in der Innsbrucker Olympiahalle statt. Mit

der Wahl dieses Ortes sollten möglichst viele Menschen

die Gelegenheit haben, an diesem besonderen „Fest des

Glaubens“ teilzunehmen. Vor mehr als 7.000 Mitfeiernden

legten der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der

Linzer Bischof Manfred Scheuer und der Grazer Bischof

Wilhelm Krautwaschl dem 52-jährigen Steirer die Hände

auf und vollzogen seine Weihe.

Ein Zeichen der Solidarität

Das Fest war von symbolträchtigen Gesten begleitet: So

durften ein blinder Extrembergsteiger, der älteste Priester

der Diözese und zwei Jugendliche der Katholischen

Jugend die Amtsinsignien überreichen. Stab und Brustkreuz

waren zwar nicht neu – Bischof Glettler hatte sie

aus einem kirchlichen Bestand ausgewählt. Allerdings waren

sie vom Grazer Künstler Gustav Troger nachbearbeitet

worden: Der Hirtenstab zeigt nun eine Pfeffermühle

(„Der Hermann wird auch Pfeffer brauchen“, so Troger),

das Pektorale wurde mit Löchern versehen. Sie sollen an

das durchbohrte Herz Jesu erinnern und Durchlässigkeit,

Transparenz und Verwundbarkeit als ein Zeichen der Solidarität

mit Bedürftigen ausdrücken.

Im Sinne der acht Elende

Die Gabenbereitung im weiteren Verlauf des Zeremoniells,

das unter dem Wahlspruch „Euntes curate et praedicate

– Geht, heilt und verkündet“ stand, wurde von der

African Catholic Community gestaltet. Unser langjährig

Betreuter, Heinrich Strickner, ministrierte und feierte

dabei sein persönliches kleines Jubiläum: Es war bereits

seine dritte Bischofsweihe. Wir freuen uns sehr, dass wir

mit Bischof Hermann Glettler einen neuen Oberhirten

in der Diözese Innsbruck haben. Die Unterstützung und

Begleitung für Menschen in Not sind nicht nur zentrale

Anliegen des neuen Bischofs, sondern auch im Sinne der

acht Elende Grundpfeiler der Malteser.

Ein Steirer in Tirol

Hermann Glettler, geboren am 8. Jänner 1965 in Übelbach/Steiermark,

schloss seine Schullaufbahn am Bischöflichen

Seminar und Gymnasium in Graz ab. Die

Maturareise führte ihn 1983 nach Frankreich, wo er in

Paray-le-Monial zufällig an einem internationalen Jugendtreffen

der Gemeinschaft Emmanuel teilnahm, der

er seit 1987 angehört. Glettler studierte Theologie und

Kunstgeschichte in Graz, Tübingen und München. Am

23. Juni 1991 wurde Hermann Glettler zum Priester für

die Diözese Graz-Seckau geweiht. Nach Kaplansjahren

in Judenburg-St. Nikolaus und Wagna verbrachte er ein

Fortbildungsjahr 1998/99 in St. Nicolas-des-Champs in

Paris. Von 1999 bis 2016 war er Pfarrer im Pfarrverband

Graz St. Andrä-Karlau. www.dibk.at

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DIE MALTESER 1/2018


TAGEBUCH

AUSZEICHNUNGEN

v.l.n.r.: Kdt. Mag. R. Wittek-Saltzberg, KR M. Auer, Diözesanbischof

Dr. Krautwaschl, Mag. G. Liebminger, em. Bischof Dr. E. Kapellari,

MMag. Dr. Lagger

Der Einladung im Refektorium des Grazer Priesterseminars

folgten rund 100 Malteser, Betreute und Gäste.

Ein würdevoller und besinnlicher Abend mit höchster

Auszeichnung, denn dem Delegaten der Delegation

Steiermark, Martin Auer, wurde der Silvesterorden

verliehen, gleichzeitig bedankte sich der Malteser Hospitaldienst

bei Mag. Günther Liebminger für die große

Unterstützung mit der MALTESER Verdienstmedaille

in Silber.

Kommerzialrat Martin Auer, Delegat des Souveränen

Malteser-Ritter-Ordens für die Steiermark wurde von

S. Exz. Diözesanbischof Dr. Wilhelm Krautwaschl das

Komturkreuz mit Stern des päpstlichen Silvesterordens

verliehen. Dieser Orden wird für besonderes Engagement

in katholischen Institutionen und aufgrund großer

persönlicher Verdienste verliehen. Er ist eine der

höchsten Auszeichnung des Heiligen Vaters, die dieser

an katholische Laien vergibt.

Kdt. Mag. R. Wittek-Saltzberg, Mag. G. Liebminger

Martin Auer wurde am 6. März 1944 in der Steiermark

geboren. Das Jusstudium an der Karl-Franzens-Universität

musste er aufgrund des frühen Todes seines

Vaters vorzeitig beenden und 1966 die väterliche Bäckerei

übernehmen. Neben Ausschuss-Tätigkeiten für

die Wirtschaftskammer Steiermark und als Laienrichter

am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz

ist Martin Auer seit vielen Jahren für den MALTESER

Hospitaldienst im Einsatz und engagiert sich seit 2004

als Ordensmitglied und seit 2011 als Delegat für den

Malteser-Ritter-Orden in der Steiermark. Martin Auer

unterstützt darüber hinaus noch zahlreiche Initiativen

der Obdachlosenfürsorge und Flüchtlingsinitiativen.

Botschafter Dr. Christof Fritzen hat Mag. Constantin

Hempel-Hubersting für seine langjährigen Verdienste

und die fortwährende Unterstützung der Botschaft, das

Kommandeurskreuz der Verdienstauszeichnung „pro

Merito Melitensi“ überreicht.

KR M. Auer, Diözesanbischof Dr. Krautwaschl Botschafter Dr. Fritzen, Mag. Hempel-Hubersting

DIE MALTESER 1/2018 59


TAGEBUCH

+ 6. September 2017

Topsy Gräfin von Thun und

Hohenstein, geb. Frankl

Mitglied der Malteser in Wien

+ 5.November 2017

Vera Malek, geb. Prinz

Langjährig Betreute der Malteser

+ 22. November 2017

Margareta Daisy Gräfin

Waldstein-Wartenberg

geb. Tetzeli von Rasador

Ehren- und Devotions-

Großkreuz-Dame

+ 27. November 2017

Franz Graf von

Thurn-Valsassina und Taxis

Ehren- und Devotionsritter

WIR TRAUERN UM

+ 21. Jänner 2018

Dr. pharm. Nikolaus

Claudius Hofmann

Magistralritter

=

+ 26. Jänner 2018

Prof. Mag.iur. Robert L.

von Dauber

Gratial- und Devotions-Großkreuz-Ritter

mit Schulterband

+ 29. Januar 2018

Joseph Hörandner

Betreuter der Malteser im

Wohnhaus Lebenshilfe Salzburg

+ 6. Dezember 2017

Peter Fürst von Hohenberg

Ehren- und Devotions-Großkreuz-Ritter

in Oboedienz

+ 12. Januar 2018

Sr. Aurelia Hedwig

Denkmayr CS

Schwester der Caritas

Socialis, Mitglied des MAKD

+ 13. Jänner 2018

Dr. jur. Johannes Paul Kyrle

Magistal-Großkreuz-Ritter

Botschafter u. Generalsekretär für

auswärtige Angelegenheiten i. R.

+ 25. Februar 2018

Ing. Matthias Henn

Magistralritter

+ 6. März 2018

Albertina Gräfin von Hartig,

geb. Mihalovich de Oravicza

Ehren- und Devotionsgroßkreuz-Dame

+ 11. März 2018

Reinhold Gayer

Mitglied der Malteser in Salzburg

60

DIE MALTESER 1/2018

R.I.P.


TAGEBUCH

Erinnerungen

BOTSCHAFTER I. R.

DR. JOHANNES KYRLE

Magistral-Großkreuz-Ritter

ihm offen sein konnte und dass diese Offenheit nie missbraucht

werden würde.

Wenn ich eines über meinen Schwager weiß, so ist es,

dass ich nie viel über ihn gewusst habe. Er war voll von

Gedanken zur Situation der Weltpolitik, zur Stellung Österreichs

in der Welt, zur Bedeutung der Malteser für eine

friedliche, die Hilfe für die Menschen in den Mittelpunkt

stellende Aufgabe, zur Entwicklung seiner Betriebe, zur

Pflege seiner Freundschaften und der Sorge um seine Familie.

Aber seine Person stand nie im Vordergrund.

Ein weiterer Grund, warum ich über diesen von mir so

sehr geschätzten Menschen so wenig weiß, war seine absolute

Verschwiegenheit. Ein weiteres Geheimnis seines

Erfolges: Jeder, der mit ihm sprach, wusste, dass man mit

PETER FÜRST VON HOHENBERG

Ehren- und Devotions-Großkreuz-Ritter

Es gibt wohl kaum einen Namen in Österreich, der so

untrennbar und eng mit dem Souveränen Malteser-Ritter-Orden,

Großpriorat von Österreich und seinen Hilfswerken

verbunden ist, wie der seine. Peter war der personifizierte

Malteser in allen Belangen, er hat dies auch

immer und überall mit Stolz und Überzeugung nach

innen und nach außen vertreten. Er hat Generationen

geprägt durch seine Geschichtsvorträge, aber noch viel

stärker durch sein Vorbild im Dienst an unseren Herren

Kranken.

r

Für die Malteser hat er nicht nur in seiner Funktion als

Generalsekretär im Außenministerium eine Reihe von

gegenseitigen Staatsbesuchen unterstützt. Seiner Idee

und seinem Engagement verdanken wir auch den Rahmenvertrag

zwischen der Republik Österreich und dem

Malteserorden für Projekte der humanitären Entwicklungszusammenarbeit.

Zuletzt hat er im Hintergrund

Verbindungen geknüpft, um volle diplomatische Beziehungen

mit Deutschland zu erlangen. Geboren am 30.

Juli 1948, wurde Dr. Johannes Kyrle im Oktober 2001

in der Kommende Mailberg als Magistralritter aufgenommen.

Im Juli 2008 erfolgte die Rangerhöhung zum Magistral-Großkreuz-Ritter.

Von Harald Haymerle

Peter Fürst von Hohenberg wurde 1936 geboren und

1963 als Ehren- und Devotionsritter in den Orden aufgenommen.

1964 begann er das Noviziat zum Justizritter

und wurde 1966 Professritter mit einfachen Gelübden.

1968 trat er in den Stand der Ehren- und Devotionsritter

über, legte 1973 sein Obödienzversprechen ab. Er war

Mitglied im Kapitel des Großpriorats und lange Jahre

Vertreter des II. Standes. 1999 wurde er zum Ehren- und

Devotions-Grosskreuzritter in Obödienz im Rang erhöht.

Nebenbei hatte Peter Fürst von Hohenberg lange Jahre leitende

Funktionen im Malteser Hospitaldienst inne. Für alle

diese Verdienste um den Orden und die Hl. römische Kirche

wurde er zusätzlich mit dem Komturkreuz des päpstlichen

Ordens vom Hl. Gregor und dem Kommandeurskreuz

der Verdienstauszeichnung „Pro Merito Melitensi“ des

Malteser-Ordens ausgezeichnet.

Von Olivier Loudon

DIE MALTESER 1/2018 61


TAGEBUCH

ING. MATTHIAS HENN

Magistralritter

Am 17. Mai 1961 in Wien als Sohn von KR Dieter Henn

und Christiane, geb. Freiin von Sacken, geboren, trat

Matthias Henn nach der Volksschule, der HTL für Maschinenbau

und der Einjährig-Freiwilligen-Ausbildung beim

Bundesheer im Jahr 1982 in den Familienbetrieb ein.

Damals baute er seine engen Kontakte zur orthodoxen

Kirche in Bulgarien und Rumänien und seine beruflichen

Kontakte nach China auf. 1983 begann er, im Malteser

PROF. MAG. ROBERT VON DAUBERr

Gratial- und Devotions-Großkreuz-Ritter

Alten- und Krankendienst (MAKD) bei der „Waschstraße“

mitzuarbeiten und wurde 1986 in den MAKD aufgenommen.

Als engagierter und verlässlicher Mitarbeiter im MAKD

überaus geschätzt, wurde Matthias Henn 1993 unter

Fürstgroßprior Bailli Fra‘ Wilhelm von und zu Liechtenstein

als Magistralritter in den Orden aufgenommen.

Allzu früh ist er nun von uns gegangen.

Von Richard Steeb

Als Sohn des Regierungsrats Ing. Robert von Dauber und

Elisabeth, geb. Pollak, am 18. Mai 1939 in Sofia/Bulgarien

zur Welt gekommen, besuchte Robert von Dauber

die Volksschule in Friesach/Kärnten, das Gymnasium in

Klagenfurt und schließlich das Stiftsgymnasium von St.

Paul/Lavanttal. Nach der Handelsakademie und Matura

mit Auszeichnung studierte er Jus an der Universität

Wien und war nebenberuflich seit 1957 bei der Österreichischen

Tabakregie beschäftigt. 1962 heiratete er Dkfm.

Edith Eisenköbl und wurde Vater von zwei Töchtern.

Für unseren Orden verdient gemacht hat sich Robert vor

allem durch seine große historische Tätigkeit. 1978 in den

Orden als Gratial- und Devotionsritter aufgenommen,

engagierter er sich im Malteser Hospitaldienst (MHDA)

und half mit, die Jubiläumsfestschriften „25 bzw. 30 Jahre

Dienst am Nächsten“ zu verfassen. 1981 wurde er zum

Sonderbeauftragten des MHDA für Dokumentation und

Archiv bestellt, hielt Vorträge und arbeitete acht Jahre intensiv

in der Öffentlichkeitsarbeit und an verschiedenen

Ausstellungen mit.

Bereits 1982 erhielt er das Kommandeurskreuz der Verdienstauszeichnung

„pro Merito Melitensi“ und avancierte

1994 zum Gratial- und Devotions-Großkreuz-Ritter.

Er, der mit großer Leidenschaft segelte, war der „Marinehistoriker“

des Ordens und verfasste zum Beispiel 1989

das Fachbuch „Die Marine des Johanniter-/Souveränen

Malteser-Ritter-Ordens“ sowie zahlreiche Bücher zur

Ordensgeschichte und über Ordenspersönlichkeiten,

wie etwa die Biographie über DDr. Arthur Baron Breycha-Vauthier

de Baillamont. Einige seiner rund 20 Bücher

und 60 Forschungsarbeiten erschienen auch in englischer

Sprache und in Zusammenarbeit mit dem Malta Maritime

Museum.

Von der Johanniter-Unfallhilfe und dem Johanniterorden

für seine ordensverbindende, historische Tätigkeit

früh ausgezeichnet, wurde er 2015 von S.H.u.Emz.

dem Fürst- und Großmeister mit dem Schulterband und

dem Großkreuz der Verdienstauszeichnung „pro Merito

Melitensi“ geehrt.

Von Richard Steeb

62

DIE MALTESER 1/2018


XXXX

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FRANZ FERDINAND GRAF

THURN VALSASSINA UND TAXIS

Ehren- und Devotionsritter

Franz Ferdinand Graf Thurn Valsassina und Taxis

wurde am 12. Dezember 1925 in Innsbruck als

drittes Kind von Franz Graf Thurn Valsassina und

Taxis, des letzten Generalerbpostmeisters von

Tirol und Vorderösterreich, und der Carola Gräfin

Thurn Valsassina und Taxis, geb. Gräfin von Seckendorff-Aberdar,

geboren. Nach dem frühen Tod

der Eltern und des Bruders Leopold absolvierte er

das Gymnasium im Internat Marquartstein/Bayern

und musste dann noch über zwei Jahre schweren

Kriegsdienst in Ungarn, Russland und zuletzt in

Deutschland leisten. Nach dem Krieg studierte er

an der Universität für Bodenkultur in Wien und

schloss eine Ausbildung zum Hotelkaufmann ab.

Im Jahr 1969 wurde Franz Ferdinand Graf Thurn

Valsassina und Taxis als Ehren- und Devotionsritter

in den Souveränen Malteser-Ritter-Orden aufgenommen,

nahm in der Folge rege an den Veranstaltungen

der Delegation Tirol-Vorarlberg teil und bereicherte

diese durch seine weltläufigen Erfahrungen und seinen

ausgeprägten Humor.

Von Richard Steeb

MALTESER

Friedhofsbegleitdienst

Die ehrenamtliche Friedhofsbegleitung

richtet sich an ältere Menschen, die sich

auf dem Weg zum Friedhof unsicher fühlen

und niemanden haben, der sie begleitet.

Die MALTESER begleiten Sie ehrenamtlich

und kostenlos auf den Friedhof.

Wir holen Sie von zu Hause ab, begleiten Sie

auf den Friedhof, verweilen mit Ihnen am

Grab, sind beim Blumentausch und Kerzenanzünden

behilflich. Danach bringen wir Sie

wieder zurück nach Hause.

Tel. +43 664 11 88 180

info@friedhofsbegleitdienst.at

Weitere Informationen:

www.friedhofsbegleitdienst.at

Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich

und spenden ihre Zeit, um anderen

Menschen ein Stück Lebensalltag zu schenken

(zunächst ausschließlich in Wien). Mit Ihrer

Spende unterstützen Sie die ehrenamtlichen

Hilfsprojekte der MALTESER in Österreich.

Malteser Hospitaldienst Austria

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800

BIC: GIBAATWWXXX

Informationen über die MALTESER unter

www.malteser.at • www.malteserorden.at

DIE MALTESER 1/2018 63


TAGEBUCH

DANKE, VERA!

Einige Mitglieder des Malteser Alten- und Krankendienstes (MAKD) durften Vera Malek bereits 1978 kennenlernen.

Keiner von uns wird sie je vergessen, denn Vera hatte eine wunderbare menschliche Ausstrahlung. Sie war intelligent,

warmherzig, witzig und immer bereit, andere zu unterstützen. Am 5. November 2017 hat Gott sie in die Ewige Heimat

abberufen.

Von Miriam Weigel

Vera hat ihre Selbstbiografie hinterlassen, die uns von

ihrem Schicksal und Lebensweg erzählt: Als Vera Prinz

kam sie 1932 körperlich behindert zur Welt. Zahllose

Operationen bis zu ihrem sechsten Lebensjahr konnten

nicht helfen. Ihr Wesen bezauberte allerdings schon damals

das ärztliche Personal.

In einem Kinderheim in Rodaun/Wien fühlte sich Vera

zunächst sehr wohl. Trotz schwerster Beeinträchtigung

von Armen und Händen erlernte sie das Stricken. Im Alter

von 16 Jahren brachte man Vera in das Landespflegeheim

Mistelbach. Dort traf die junge Frau ihre getreue,

mütterliche Gefährtin Frieda und ihren späteren Mann,

Herrn Malek. Die Hochzeit wurde 1958 gefeiert.

Einige Jahre nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1975

übersiedelten Vera und Frieda ins Landespflegeheim

Wiener Neustadt. Dort war ein eigenes „Malzimmer“

eingerichtet, das Vera ausgiebig für ihre Seidenmaleri

nutzte. Sie malte mit dem Mund wunderbare Muster für

Bilder, Tücher, Schirme und vieles mehr. Sie machte Ausstellungen

und verschenkte großherzig ihre Werke.

Betreut und geliebt bis zum Schluss

Den Maltesern war Vera eng verbunden. Sie fuhr mit

uns dreimal nach Lourdes und nach Rom und nahm viele

Jahrzehnte lang an den Reisen des Malteser Alten- und

Krankendienstes teil. Außerdem war Vera regelmäßiger

Gast bei den monatlichen Heiligen Messen und Jausen

des MAKD im Pfarrsaal der Kirche Kaasgraben.

Das letzte Mal sahen wir Vera am 13. Oktober 2017 bei unserer

Tagesfahrt nach Linz. In den folgenden Wochen stürzte

Vera immer wieder, und es war auch ein unglücklicher

Sturz, der sie schließlich am 5. November das Leben kostete.

Viele von uns fuhren zu ihrem Begräbnis nach Grünbach

am Schneeberg. Wir hatten das Bedürfnis, sie auf ihrem

letzten Weg zu begleiten und ihr „Danke“ zu sagen.

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DIE MALTESER 1/2018


TAGEBUCH

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TAGEBUCH

Termine 2018

APRIL 2018

21 Benefizkonzert Reichenau MC/MHDA

25–27 Integra, Messe Wels MC/MKH

MAI 2018

4-8 Lourdes-Wallfahrt SMRO/MHDA

25 Lange Nacht der Kirchen SMRO

31 Fronleichnamsprozession SMRO

31–3 Straßensammlung Tirol MHDA

JUNI 2018

21 Benefizkonzert im Konzerthaus MHDA

23 Aufnahme Mailberg SMRO/MHDA

24 Hochfest Hl. Johannes der Täufer SMRO

JULI 2018

8–16 Burgundreise MHDA

14 Konzert Schloss-Altenhof SMRO/MHDA

AUGUST 2018

2–5 20. Wildwassercamp MHDA

3 Benefizball Salzburg SMRO

25–26 Tiroler Sommerreise Bad Ischl MHDA

SEPTEMBER 2018

14–16 Familienwallfahrt Admont SMRO

30 Kinderhilfelauf Amstetten MKH

NOVEMBER 2018

9 Benefizlesung Peter Matić SMRO/MHDA

17 Benefizgala Steiermark SMRO

18–25 Pilgerfahrt ins Heilige Land SMRO/MHDA

Wiederkehrende Termine

Malteserkirche, Kärntner Straße 37, 1010 Wien

„Montag bei den Maltesern“ Hl. Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt, 12.00 Uhr

Hl. Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16.00 Uhr

Hl. Messe mit der Johannesgemeinschaft Jeden ersten Montag im Monat, 19.30 Uhr

KONTAKT

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

I: www.malteserorden.at

MALTESER Austria

Bundeszentrale

Mag. Manuel Weinberger

T: +43 1 512 53 95

E: zentrale@malteser.at

I: www.malteser.at

Malteser International

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

I: www.malteser-international.org

MALTESER Care

Helmut Lutz

T: +43 1 361 97 88 Fax 50

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)

E: office@mcr.or.at

I: www.malteser.care

MALTESER Kinderhilfe

Olivier Loudon

DGKP Roman Haslauer, MBA

T: +43 7472 98201

E: office@malteser-kinderhilfe.at

I: www.malteser-kinderhilfe.at

Haus Malta

Dir. Bogdan Norbert Bercal

T: +43 1 597 59 91

E: hausmalta@malteser.at

I: www.hausmalta.at

Johannesgemeinschaft

Marie Czernin

T: +43 1 512 72 44

E: info@jg-online.at

I: www.jg-online.at

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DIE MALTESER 1/2018


Was zählt, ist Nähe.

Nur Wer eiNfühlsam ist,

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LOURDES 2018

Meine Hilfe kommt vom Herrn

AUSTRIA

AUSTRIA

URDES 2018

ine Hilfe kommt vom Herrn

Schenken Sie

Lebensfreude mit

Ihrer Spende für die

LOURDES

WALLFAHRT 2018

4.-8. Mai 2018

Der MALTESER Hospitaldienst organisiert auch dieses Jahr

eine Pilgerreise nach Lourdes. Das Miteinander von Pilgern,

Betreuungsbedürftigen und Maltesern sowie die Gnaden des

südfranzösischen Marienheiligtums machen diese Wallfahrt zu

einem einzigartigen Erlebnis.

Gemeinsam

Lourdes erleben!

lourdes.malteser.at

Spendenkonto: MALTESER Hospitaldienst, IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800, BIC: GIBAATWWXXX

Vergelt‘s Gott für Ihre Spende! Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Johannesgasse 2, 1010 Wien

Katharina Stögner

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90

presse@malteser.at

www.malteserorden.at

MALTESER Austria

Bundeszentrale

Johannesgasse 2, 1010 Wien

Mag. Manuel Weinberger

T: +43 1 512 53 95, F: +43 1 512 84 78

zentrale@malteser.at

www.malteser.at

Österreichische Post AG

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Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2, 1010 Wien

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