MTD_DDG_2018_03_inkl_diatec_klein

Sabrina2016

diabetes

Herausgegeben von der

Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

zeitung

Lichtblick Koalitionsvertrag

DDG diskutiert beim Jahresempfang die Patientenrealität

BERLIN. Mehr als 100 Gäste,

darunter mehrere Mitglieder

des Deutschen Bundestags,

nutzten den Parlamentarischen

Jahresempfang der

DDG am 27. Februar zur Information

und Kontaktpflege.

Stets gut besucht:

der Jahresempfang bei

der Parlamentarischen

Gesellschaft.

„Diabetes eine nationale Herausforderung

– Patientenrealität

erfassen und verstehen“, darüber

diskutierten Ärzte und Gesundheitsexperten.

Deren Aussagen zur

Forschungsvernetzung und Digitalisierung

passen zu den im Koalitionsvertrag

formulierten Zielen der

Bundesregierung. Die DDG ist auf

die angekündigte nationale Diabetesstrategie

vorbereitet. 8/9

Fotos: iStock/bubaone,

© K.I.T. Group GmbH, Bild: Dirk Deckbar

Die DDG-Führung und

der Schirmherr Dietrich

Monstadt (r.) heißen

willkommen.

Position beziehen

– die Teilnehmer des

Podiums taten dies

lebhaft.

Aktuelle News zu

Diabetestechnologie

& Digitalisierung

WIESBADEN. Die neueste Ausgabe

des diatec journals finden

Sie als eigene Lage in dieser

diabetes zeitung!

Den Typ-1-Diabetes verhindern?

MÜNCHEN. In den Studien

Fr1da und Fr1dolin testen

Wissenschaftler ein eventuelles

Vorliegen eines Frühstadiums

von Typ-1-Diabetes

bei Kleinkindern. Nun folgt

die Freder1k-Studie, um bereits

bei Säuglingen das Vorliegen

von Risikogenen für

Die Studien Freder1k und POInT sind angelaufen

die Krankheit zu untersuchen.

Die Idee: Innerhalb der

ersten vier Lebensmonate soll

das Diabetesrisiko bestimmt

werden. Zeigt ein Säugling

ein erhöhtes Risiko, einmal

an Diabetes zu erkranken,

soll innerhalb der Phase-

IIb-Studie POInT überprüft

werden, ob sich der Ausbruch

verhindern lässt. Ermöglichen

soll das eine orale Insulingabe,

die das Kind mit der

Beikost erhält. So wollen die

Forscher die Immunregulation

beeinflussen. Vorläuferstudien

zeigten, dass das Insulin

weder Hypoglykämien

hervorruft noch andere Nebenwirkungen

verursacht.

Wie die Studie aufgebaut ist

und welche Kinder teilnehmen

können, erfahren Sie im

Interview mit Dr. Christiane

Winkler, Helmholtz Zentrum

München, einem Partner des

DZD, auf Seite 20

2 Mio. € zusätzliche

Behandlungskosten

TÜBINGEN. Da Diabetespatienten

mehr Komorbiditäten

aufweisen als die Normalbevölkerung,

haben sie ein

erhöh tes Risikoprofil bei unfallchirurgisch-orthopädischen

Ein griffen. Deshalb verlängern

sich ihre Liegezeiten um

1–2,6 Tage. Die zusätzlichen

Kosten dafür gehen aufs Jahr

gerechnet in die Millionen.

Mehr dazu auf Seite 18

Zertifizierung: Gut ist nicht genug

Umfrage bei Praxen und Kliniken zur Zufriedenheit mit den DDG-Zertifikaten

Adressfeld

Fotos: iStock/golero, fotolia/robotcity

WIESBADEN. Seit den

1990er-Jahren zeichnet die

DDG Kliniken und Praxen

aus, die besonders hohen

Qualitätsanforderungen in

der Betreuung von Menschen

mit Diabetes gerecht

werden. Jüngst erwarb z.B.

die 100. Einrichtung das

DDG-Zertifikat „Klinik für

Diabetespatienten geeignet“.

Dazu kommen rund 375

Jetzt anmelden!

zertifizierte Diabeteszentren

und 110 Einrichtungen der

höchsten Versorgungsstufe

mit akkreditiertem Qualitätsmanagement.

Eine Umfrage

unter den Einrichtungen zeigt

2018

Infos zum Programm der diesjährigen

Frühjahrstagung in Berlin finden

Sie auf den Seiten 17, 31 und 36

eine hohe Zufriedenheit mit

diesem Qualitätssicherungssystem.

Es gibt aber auch

Verbesserungsvorschläge und

Wünsche zur Weiterentwicklung

der Zertifizierung. 22/23

Seien Sie früh genug

und sichern Sie

sich Tickets für

das Benefizkonzert

& Get-together!

Hypertonie: Tipps

zur Ursachensuche

BERLIN. Der weit verbreitete

Bluthochdruck ist häufig

schwer in den Griff zu bekommen.

Mögliche Ursachen

sind eine Medikationsuntreue,

eine Weißkittelhypertonie oder

sekundäre Hypertonieformen.

Anhand eines Fallbeispiels erläutert

Professor Dr. Markus

van der Giet, Charité Berlin,

wie es auch in schwierigen

Fällen möglich ist, die Ursache

eines widerspenstigen Bluthochdrucks

herauszufinden

und zu behandeln. 24


2 Editorial

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

INhalt

»Die Diabetes-Strategie zum

Leben erwecken«

Koalitionsvertrag stellt die Weichen – das Potenzial muss genutzt werden

News & Fakten

Jahrespressekonferenz der DDG,

DIVE- und DPV-Register zeigen

starke regionale Unterschiede,

Stellungnahme AG Fuß, Zukunftstag

Diabetologie 2025, Postdoc-

Programm des DZD,

Parlamentarischer Jahresempfang

der DDG 3–9

Kongress aktuell

Berichte vom ATTD Kongress 2018,

Berichte vom DiaTec-Meeting

2018 und T1Day, Berichte von der

Diabetes Herbsttagung und vom

Hypertonie-Kongress, Ausblick auf

den Diabetes Kongress 2018 10–17

Forum Literatur

Diabetes steigert Risikoprofil bei

unfallchirurgisch-orthopädischen

Eingriffen, Folgeerkrankungen

sind teuer für die Kassen, positive

Wechselwirkungen von Antidiabetika,

Diabetesstatus beeinflusst

Magenbypass-OP, Erfolgsindikatoren

für Diäten 18–19, 30

Das Interview

Dr. Christiane Winkler zum Start der

Studien Freder1k und POInT 20

Im Blickpunkt

DDG-Zertifikate auf dem Prüfstand,

100. »Klinik für Diabetes-Patienten

geeignet«, Initiative ENJOY LIFE,

Arbeitsgemeinschaft Diabetes und

Migranten 22/23, 25, 29

Lernen am Fall

Therapieresistente Hypertonie 24

Medizin & Markt

Berichte aus der Industrie 27

Kurznachrichten

Neu- und re-zertifizierte Kliniken

und Arztpraxen, Neue

Diabetologen DDG, Save the Date

Mitgliederversammlung 31

Liebe Leserinnen und Leser,

wieder erscheint eine neue diabetes

zeitung mit den aktuellsten Nachrichten

zur Dia betologie und mit einem besonderen

Fokus auf die Welt der Diabetestechnologie:

Beiligend in dieser Augabe finden Sie

die erste Ausgabe des diatec journals 2018.

Die Berichte in beiden Zeitungen sollen Sie

teilhaben lassen an den unterschiedlichen

Aktivitäten vieler Akteure – alle gemeinsam

mit dem Ziel, die Prävention, Therapie,

Versorgung und Forschung für die Menschen

mit Diabetes zu verbessern.

Konzept einer Diabetes-Strategie

im Koalitionsvertrag verankert

Ein Koalitionsvertrag liegt nun vor und eine

neue Regierung hat sich gefunden, was gut

ist für die Diabetologie, denn das Konzept einer nationalen

Diabetes-Strategie hat schriftlichen Eingang gefunden! Aber

was bedeutet das konkret? Ein Koalitionsvertrag hat Verbindlichkeit,

Inhalte sind niedergelegt. Umgesetzt werden muss

eine nationale Strategie in unserem föderalen Gesundheitswesen

allerdings in den Ländern. Daher müssen wir alle gemeinsam

mit den Regionalgesellschaften nun dafür sorgen,

dass in den Bundesländern die Diabetes-Strategie zum Leben

erweckt wird. Das ist eine Aufforderung an uns alle!

Die Aktivitäten der DDG: im Einsatz

für eine bessere Versorgung und Prävention

Diese Thematik wurde u.a. auch auf unserer Jahres-Pressekonferenz

(Seite 3), unserem (nun zur „Tradition“ gewordenen)

bereits dritten parlamentarischen Jahresempfang (Seiten 8/9)

am 27. Februar im Haus der Parlamentarischen Gesellschaft,

unter der Schirmherrschaft des MdB Dietrich Monstadt (CDU)

sowie auf dem „Zukunftstag Diabetologie 2025“ (Seite 6) am

28. Februar in Berlin gemeinsam diskutiert.

Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland

Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

Foto: © DDG, Bild: Deckbar

Herzlichst Ihr

Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland

Die neuen digitalen Perspektiven

gilt es, konsequent zu nutzen

Neue Perspektiven in der Versorgung, Forschung

und Prävention wurden anhand

von konkreten Beispielen und Möglichkeiten

der Datenvernetzung diskutiert. Welche

Möglichkeiten ergeben sich zukünftig,

medizinische Angebote zielgerichtet,

effektiv, individuell, flächendeckend und

interdisziplinär im Sinne des Patientenwohls

„user-freundlich“ anzubieten? Das

sind spannende Entwicklungen, über die

insbesondere das diatec journal regelmäßig

berichtet.

Auch die Forschung ruht nicht –

spannende neue Studienansätze

Einen Blick in die Zukunft wagt auch das Deutsche Zentrum

für Diabetesforschung mit der aktuell angelaufenen internationalen

POInT-Studie. Das Ziel: nichts weniger, als den

Ausbruch eines Typ-1-Diabetes zu verhindern. Säuglinge, die

eine entsprechende Konstellation von Risikogenen aufweisen,

sollen über die orale Gabe von Insulin gleich mit dem Start

der Beikost quasi immunisiert werden (Seite 20). Die Studienergebnisse

werden mit Spannung erwartet.

Lassen Sie uns Themen der Diabetologie weiter gemeinsam

und stetig in die Öffentlichkeit bringen, dann wird sich die

Wahrnehmung von Diabetes erhöhen und unser gemeinsames

Gestaltungspotenzial in jeder Hinsicht wachsen!

Weiterbildung

& Qualifikation

Diabetesberater/in DDG, Diabetesassistent/in

DDG, Fit für die Weiterbildung

– Vorbereitungsseminar des

VDBD, Train-the-Trainer-Seminar:

»Basisqualifikation Diabetes Pflege

DDG«, Basisqualifikation Diabetes

Pflege DDG, Diabetespflegefachkraft

DDG (Klinik), Diabetespflegefachkraft

DDG (Langzeit), Wundassistent/

in DDG, Podologe/in DDG,

80-Std.-Kurs Klinische Diabetologie,

Seminare Kommunikation und

patienten zentrierte Gesprächsführung

in der Diabetologie,

Fachpsychologe/in DDG 32–33

Job- & Praxenbörse

Stellenangebote, Stellengesuche,

Nachfolger gesucht, Famulatur-,

PJ-, Hospitationsbörse 34–35

diabetes

zeitung

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Buntes 36

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QB5


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

News & Fakten

3

DDG fordert ein nationales

Diabetesregister

Regierung soll angekündigte Pläne zügig anpacken

BERLIN. Dass Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag die

„nationale Diabetesstrategie“ jetzt explizit betonen, sieht

DDG-Präsident Dr. Dirk Müller-Wieland als Erfolg jahrelanger

politischer Arbeit an. Nun geht es um die Umsetzung. Die

DDG möchte ihre Expertise in die Erstellung eines nationalen

Diabetesplans einbringen und macht sich für ein zentrales

Diabetesregister sowie ein digitales Präventionszentrum stark.

Das Patientenwohl ist für uns

entscheidender Maßstab für

gesundheitspolitische Entscheidungen,

die Patientenorientierung

ist unser Leitbild für das Gesundheitswesen“,

schreiben CDU/

CSU und SPD im Koalitionsvertrag.

Das klingt gut. Doch was genau ist

mit „Patientenwohl“ gemeint? Was

sind die geeigneten Parameter, um

das persönliche Leid der Patienten

und Symptomverbesserungen zu erfassen?

„Das ist nicht leicht zu beantworten“,

gibt Prof. Müller-Wieland

zu. Denn die krankheitsbezogene

Einschränkung der Lebensqualität

ist sehr individuell. So treibt einen

Patienten mit Diabetes möglicherweise

weniger die Sorge um Folgeerkrankungen

oder ein früheres

Versterben um, als z.B. vielmehr die

Gefährdung des Führerscheins oder

Einschränkungen bei Schul-, Sportund

Freizeitaktivitäten.

Wie die persönliche

Beeinträchtigung messen?

Die bisherigen Methoden zum Erfassen

patientenrelevanter Endpunkte,

die auch die persönliche Beeinträchtigung

sensitiv und krankheitsspezifisch

beinhalten, sind leider unzureichend,

sagt der DDG-Präsident. Die

krankheitsbezogene Gesundheitslast

sollte jedoch bei der Evaluierung und

Nutzenbewertung therapeutischer

Strategien, z.B. neuer Medikamente

oder Medizinprodukte, miterfasst

werden. Die DDG bietet an, beim

Definieren und Erproben eines diesbezüglichen

methodischen Standards

mitzuwirken.

Den Zuspruch der Fachgesellschaft

findet auch die Ankündigung des

Bundes, bei der Einführung digitaler

Innovationen im Gesundheitswesen

Vorreiter sein zu wollen. Und dass

die Koalitionäre die Translation von

Forschungsergebnissen durch den

Ausbau der Deutschen Zentren der

Gesundheitsforschung beschleunigen

möchten, deckt sich mit den

Forderungen der Diabetesexperten.

„Die Digitalisierung verändert die

Diabetologie grundlegend – sowohl

in der Forschung als auch in der

Therapie“, betont DDG-Präsident

Prof. Müller-Wieland. Wenn Patienten

hochwertige Diabetes-Apps,

Wearables und digitale Systeme zur

kontinuierlichen Glukosemessung

nutzen, stärkt das ihre Selbstbestimmung.

Es kann auch ihre Ärzte bei

Diagnostik und Therapie zeitlich

entlasten. Natürlich müssen die Patienten

selbst mitentscheiden können,

wem sie ihre Daten zu welchem

Zweck zur Verfügung stellen.

Ideen für ein Digital Diabetes

Prevention Center

DIABETESREGISTER

Fotos: © DDG/Foto: Bindeballe,

iStock/MicroStockHub

»Wir benötigen ein zentrales

Register mit Patientendaten«

Solche Informationen könnten

künftig auch in das geplante Digitale

Diabetes Präventionszentrum

(Digital Diabetes Prevention Center,

DDPC) einfließen. Unter Einbeziehung

großer Bevölkerungsgruppen

sowie von Gesundheits- und Forschungsdaten

unterschiedlicher

Quellen könnten mithilfe innovativer

IT-Technologien Diabetesrisiko-Subtypen

in der Bevölkerung

frühzeitig erkannt und eine personalisierte

Prävention ermöglicht

werden. Erste Schritte in diese Richtung

gibt es schon, z.B. eine App

zum Gestationsdiabetes. Die Idee

des DDPC präsentierte der Vorstand

des Deutschen Zentrums für

Diabetesforschung (DZD), Professor

Dr. Dr. h.c. Martin HrabĚ de

Angelis, in Berlin. Er betonte: „Damit

die Forschung auch in Zukunft

auf Augenhöhe mit der Industrie

agieren kann, benötigt sie ebenfalls

einen Zugang zu Daten z.B. aus Gesundheits-

und Fitness-Apps.“

Den „Datenschatz“ aus dem

DMP heben

Effektive Datennutzung spielt ebenso

in einem anderen Projekt eine

große Rolle: dem Nationalen Diabetesregister.

Die DDG sieht darin

einen „zentralen Baustein in einem

natio nalen Diabetesplan“.

Eine wesentliche Quelle für dieses

Register wären die Disease-Management-Programme.

Professor

Dr. Baptist Gallwitz, Past Präsident

der DDG, findet es aber „schade“,

dass die Kostenträger auf diesem

„Datenschatz“ sitzen und es die

föderalen Strukturen verhindern,

die DMP-Daten zentral zu nutzen.

Hier fordert die DDG Politik und

Selbstverwaltung auf, tätig zu werden.

Regionalen Unterschieden

in der Versorgung nachgehen

Mit Ausnahme des nationalen

Krebsregisters fehle hierzulande eine

gesetzliche Vorgabe, bei chronischen

Erkrankungen die Verläufe und Therapien

flächendeckend zu erfassen

und zentral einer Langzeitauswertung

zukommen zu lassen, moniert

Prof. Gallwitz. Doch nur mit einem

zentralen Patientendatenregister

könnten regio nale Versorgungsunterschiede

aufgezeigt werden.

So lasse sich z.B. auswerten, wie

hilfreich bestimmte Arzneitherapien

sind und welche

Wirkungen nicht-medikamentöse

Maßnahmen wie

Patientenschulungen, die

Stoffwechselselbstkontrolle

und Lebensstiländerungen

haben. REI

DDG-Jahrespressekonferenz

1. Schüler-Info-Tag

#sugarwatch

BERLIN. Der Diabetes Kongress

startet in diesem Jahr mit

einem Novum: ein interaktiver

Schüler-Informationstag. DDG

und diabetesDE laden am

9. Mai von 9.00 bis 12.00 Uhr

im City Cube Berlin zu #sugarwatch

ein. Schülerinnen

und Schüler der 9. Klassen der

Integrierten Sekundarschulen

können sich dort über Diabetes,

die Risikofaktoren und die

Prävention der Erkrankung informieren.

Zudem werden die

vielfältigen Berufsbilder in der

Versorgung von Menschen mit

Diabetes vorgestellt. dz

Weitere Infos und Anmeldung:

www.diabeteskongress.

de/kongress/schuelertagsugarwatch.html

Telemedizin mit

Cloud-System

MÜNCHEN. Ein vom Bayerischen

Gesundheitsministerium

gefördertes Telemedizinprojekt

soll zeigen, wie

Diabetes-Patienten, die mehrmals

täglich Insulin spritzen,

von einer engmaschigen Betreuung

profitieren können.

Während der sechsmonatigen

Interventionsphase messen

die Patienten ihre Glukosewerte

mithilfe eines iscCGM-

Systems und laden diese in ein

cloudbasiertes Diabetes-Management-System

hoch. Der

Arzt kann die Daten jederzeit

in seiner Praxis abrufen.

Der Patient erhält per Telefon

oder E-Mail ein medizinisches

Feedback. Projektträger

sind die KV Bayerns, der Berufsverband

niedergelassener

Diabetologen sowie die Bayerische

TelemedAllianz. hue

NEU Insulin lispro Sanofi ®

Wirkstoff: Insulin lispro

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4 News & Fakten

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Niedriges HbA 1c im Saarland, hohe

Hypo-Rate in Mecklenburg-Vorpommern

Aktuelle Analyse der DIVE- und DPV-Registerdaten zeigt starke regionale Therapieunterschiede auf

BERLIN/ULM. Die beiden in Deutschland etablierten klinischen

Diabetes-Register DIVE (mehr Schwerpunktpraxen) und

DPV (mehr Klinikambulanzen) sollen zu einer Verbesserung der

Behandlungsqualität von Diabetespatienten im ambulanten

Bereich beitragen. Eine aktuelle Analyse verdeutlichte nun die

regionalen Unterschiede in Behandlungswahl und -ergebnissen.

GASTBEITRAG

Prof. Dr. Peter

Bramlage

IPPMed – Institut

für Pharmakologie

und

Präventive

Medizin GmbH

Foto: zVg

Prof. Dr.

Reinhard Holl

Institut für

Epidemio logie

und medizinische

Biometrie, Uni Ulm,

DZD-Projektpartner

Foto: zVg

Deutscher Diabetes Atlas: Qualitätsparameter der metabolischen Kontrolle

Um Unterschiede im Hinblick

auf kardiovaskuläre Risikofaktoren,

Komorbiditäten,

Therapiestrategien und Behandlungsergebnisse

getrennt nach den

deutschen Bundesländern zu untersuchen,

wurden die DIVE- und

DPV-Registerdaten der Jahre 2014

bis 2016 untersucht. Das entspricht

den Daten von 127 838 erwachsenen

Patienten mit Typ-2-Dia betes.

Dabei wurde im Saarland das niedrigste

mittlere HbA 1c (6,70 %; 6,63–

6,78 %) und in Sachsen-Anhalt das

höchste mittlere HbA 1c (8,25 %;

8,17–8,32 %) dokumentiert. Die

höchste Rate an hypoglykämischen

Ereignissen konnte in Mecklenburg-

Vorpommern (4,7 %; 3,9–5,7 %),

die niedrigste in Thüringen (0,9 %;

0,2–3,4 %) festgestellt werden . In allen

Bundesländern waren mehr als

80 % der Patienten übergewichtig.

Eine antidiabetische Behandlung

mit Metformin und Sulfonylharnstoff

kam bei 36,4–53,3 % der Patienten

zum Einsatz. Eine Therapie

mit DPP4-Hemmern, SGLT2-Inhibitoren

und GLP1-Analoga wurde

häufiger in Mecklenburg-Vorpommern

(40,0 %; 37,8–42,1 %) und

seltener in Rheinland-Pfalz (13,6 %;

13,0–14,2 %) gewählt. Insulin alleine

oder in Kombination wurde häufiger

in Mecklenburg Vorpommern

(78,2 %; 76,4–80,0 %) und seltener

in Thüringen verwendet (26,0 %;

20,1–32,9 %). Nicht-pharmakologische

Maßnahmen alleine wurden für

6,2–36,1 % der Patienten berichtet.

Ursächlich könnten auf individueller

Ebene bei der Behandlungsplanung

und den Therapieerfolgen das Diabetesprofil

des einzelnen Patienten,

der genetische Hintergrund sowie

die Compliance zu therapeutischen

Interventionen eine Rolle spielen.

Hinzu kommen Unterschiede in der

Bevölkerung der einzelnen Bundesländer.

Bekannt ist, dass der Versicherungsstatus,

die Erstattungspolitik

und große Unterschiede bei den

HbA 1c [%] BMI ≥ 25 kg/m 2 [%] Hypoglykämie-Rate [%]

7.20

7.32

7.77

7.72

7.28

7.25

8.25

8.49

7.68

7.70

88.2

86.2

85.4

87.6

87.1

91.3

90.4

88.7

87.1

89.4

2.8

Gesundheitsausgaben für Diabetes in

den verschiedenen Regionen (in Analogie

zu Europa) zu den regionalen

Variationen der Ergebnisse beitragen.

In den Bundesländern ist die Therapie

des Diabetes mellitus Typ 2 sehr

heterogen. Folglich variieren auch

die Ergebnisse bzw. Erfolge. Diese

Auswertung zeigt die Notwendigkeit

einer Diskussion, wie das Diabetesmanagement

in den einzelnen Bundesländern

in Deutschland verbessert

werden kann, um regionale Unterschiede

zu minimieren. Prof. Dr. Peter

Bramlage und Prof. Dr. Reinhard Holl

3.1

www.dive-register.de

www.d-p-v.eu

4.4

4.3

1.0

0.9

4.0

4.7

1.4

3.7

6.70

86.8

2.0

»Regionale

Unterschiede

minimieren«

7.78

7.36

HbA 1c , BMI ≥ 25 kg/m 2 und Hypoglykämie- Rate nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund und Diabetesdauer.

Die Daten sind adjustierte Mittelwerte (KQ) und dargestellt als Terzile für jedes Bundesland.

85.2

85.7

Oberes Terzil

Mittleres Terzil

Unteres Terzil

3.2

Quelle: Bramlage P et al. Diabetologie und Stoffwechsel 2017; 12(S 01): S1-S84, MT-Grafik

2.8

STELLUNGNAHME DER AG DIABETISCHER FUSS

Podologische Therapie beim diabetischen Fuß-Syndrom

BERLIN. Auskunft zur Indikation und

wichtige, praktische Hinweise zur

Verordnung podologischer Therapien

bei diabetischem Fußsyndrom gibt

die AG Diabetischer Fuß in ihrer Stellungnahme.

Das diabetische Fußsyndrom

(DFS) ist in der Heilmittelrichtlinie

des G-BA zur vertragsärztlichen

Versorgung in der letzten

Fassung vom 21.09.2017 (Anlage

1)* definiert als: krankhafte Schädigungen

am Fuß infolge eines

Diabetes mellitus mit Schädigungen

an Haut und Zehennägeln bei

nachweisbaren Gefühls- und/oder

Durchblutungsstörungen der Füße

(Makro-, Mikroangiopathie, Neuropathie,

Angioneuropathie).

Ein Diabetes mellitus mit diabetesassoziierter

Folgeerkrankung, wie

Polyneuropathie (PNP) und/oder

peripherer arterieller Verschlusskrankheit

(pAVK), bei gleichzeitig

pathologischem Nagelwachstum

und/oder pathologischer Hornhautverdickung/Hyperkeratose,

begründet nach individueller ärztlicher

Untersuchung eine podologische

Therapie.

Besteht an einem Fuß mit diabetesassoziierter

Folgeerkrankung wie

PNP und/oder pAVK eine Wunde

und gleichzeitig eine pathologische

Nagelveränderung oder besteht an

intakter Haut eine pathologische

Hornhautverdickung/Hyperkeratose,

ist zweifelsfrei die Indikation zur

podologischen Therapie gegeben.

Dies muss auf der ärztlichen Heilmittelverordnung

entsprechend

beschrieben werden (siehe dazu

Anlage 2)*.

Ein kurzfristig oder jahrelang bestehender

Diabetes mellitus ohne

DFS und ohne PNP/pAVK (Polyneuropathie/periphere

arterielle

Verschlusskrankheit) ist keine Indikation

zur Verordnung einer podologischen

Therapie.

Podologie, in dem hier verstandenen

Kontext, ist Therapie und nicht

Pflege.

Podologische Therapie sollte immer

differenziert als Behandlung der

Hyperkeratose, der Nagelbehandlung

oder als Komplexbehandlung

verordnet werden.

Zur korrekten ärztlichen Verordnung

wird auf die Anlage 2,

Notwendige Angaben auf Podologischen

Verordnungen zu

den Rahmenempfehlungen nach

§ 125 Abs. 1 SGB V für Podologische

Therapie in der Fassung vom

01.09.2015, sen.

In den letzten zehn Jah-

verwieren

ist eine deutlich bessere Versorgungsstruktur

von Menschen

mit DFS festzustellen. Dies geht

einher mit einem Rückgang hoher

Amputationen. Neben Ärzt(inn)

en unterschiedlicher Spezialisierungen

(insbesondere aus dem

Prof. Dr. Ralf Lobmann,

Vorsitzender AG Fuß

2018

Symposium der AG

Diabetischer Fuß

Donnerstag, 10. Mai 2018,

16.00−17.30 Uhr,

Raum 7.3 »Creutzfeldt«

Fachgebiet der Diabetologie),

Orthopädieschuhmacher(innen),

Mit-

arbeiter(innen) qualifizierter

medizinischer Assistenzberufe aus

dem Bereich der Gesundheits-,

Kranken- und Altenpflege sind die

Podolog(innen) in der Therapie des

DFS ein wesentliches Element der

medizinischen Versorgung.

Dr. Joachim Kersken,

Stellv. Sprecher AG Fuß

*Anlagen online unter:

www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/

Redakteur/Stellungnahmen/2018/2018_02_DFS_

Podologie_Stellungnahme_final.pdf


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eines normalen Glukosehaushaltes benötigen. Ebenfalls angezeigt bei Ersteinstellung des Diabetes mellitus. Gegenanzeigen: Hypoglykämie, Überempfindlichkeit gegen Insulin lispro oder sonstigen Bestandteil. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen: Umstellung auf anderen Insulintyp/-marke/-ursprung nur unter strenger ärztlicher Überwachung. Gleichzeitige Behandlung mit oralen Antidiabetika

gegebenenfalls anpassen. Bei unzureichender Dosierung oder Abbruch der Behandlung Hyperglykämie und diabetische Ketoazidose möglich. Lange Diabetesdauer, intensivierte Insulintherapie, diabetische Neuropathie, Betablocker oder Wechsel von Insulin tierischen Ursprungs zu Humaninsulin können

Warnsymptome einer Hypoglykämie verschleiern. Bei verstärkt. körperlicher Aktivität oder Ernährungsumstellung, Krankheit oder seelischer Belastung kann Dosis-Anpassung erforderlich sein. Unbehandelte hypo- oder hyperglykämische Reaktionen können zu Bewusstlosigkeit, Koma oder zum Tod führen. Bei

Kombination mitPioglitazon Herzinsuffizienz möglich, besondersbei Patienten mitRisikofaktoren. Bei Verschlechterung der kardialen SymptomePioglitazon absetzen. Metacresolkann allergische Reaktionen hervorrufen. Funktionsstörungen der Insulinpumpe oder Anwendungsfehler können zu Hyperglykämie,

hyperglykämischerKetoseoderdiabetischenKetoazidoseführen.Nebenwirkungen: HäufigsteNebenwirkungjederInsulinbehandlungistHypoglykämie.SchwereHypoglykämienkönnenzuBewusstlosigkeitundimExtremfallzumTodführen.Häufig(1/100–1/10)lokaleallergischeReaktionenmitHautrötungen,

SchwellungenoderJuckreizander Injektionsstelle.Sie verschwinden gewöhnlichinnerhalbweniger Tagebis weniger Wochenvonselbst.Systemische Allergieselten(1/10.000–1/1.000), aberpotentiellgefährlicher, kannHautausschlag amganzenKörper, Kurzatmigkeit,keuchenden Atem, Blutdruckabfall, schnellen

Puls oder Schwitzen hervorrufen, kann lebensbedrohlich sein. Gelegentlich (1/1.000–1/100) Lipodystrophie an Injektionsstellen. Ödeme, vor allem bei Behandlungsbeginn oder Änderung der Behandlung zu Verbesserung der Blutzuckereinstellung. Verschreibungspflichtig. Sanofi-Aventis Deutschland

GmbH, D-65926 FrankfurtamMain, Stand:August 2017 (SADE.ILI.17.06.1738(1)).

DiesesArzneimittel unterliegteiner zusätzlichen Überwachung.Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkungzumelden.

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6 News & Fakten

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Wer behandelt künftig

die Diabetespatienten?

Herausforderungen der Digitalisierung im Fokus des Zukunftstages Diabetologie 2025

BERLIN. Bislang wird die Behandlung von Patienten in der

Regel von Ärzten und nicht von Algorithmen, also von Rechenmodellen,

bestimmt. Doch der Einfluss digitaler Neuerungen

auf Therapie und Diagnostik wächst kontinuierlich und mancher

fragt sich, wo dies noch hinführt. Wird der Arzt zukünftig vom

digitalen Entscheider abgelöst oder doch nicht? Und wie werden

Patienten in diesem Prozess integriert sein?

Bastian Hauck fragte

als Vorstandsmitglied von

diabetesDE und zugleich

als Patient kritisch nach.

Fotos: www.mikefuchs-fotografie.de,

iStock/andegro4ka, iStock/29mokara

Beim Zukunftstag Diabetologie

2025 zeigte sich DDG-

Präsident Professor Dr. Dirk

Müller-Wieland überzeugt: „Digitalisierung

wird alles ändern.“ Es

gebe neue Zugänge zu Therapien

und auch Medizinprodukte müsse

man „radikal neu denken“. Unmengen

an Daten ermöglichten neue

Forschungskonzepte, wobei die

Daten zeitnah vernetzt und ausgewertet

werden könnten. Und eine

Therapieempfehlung wolle man später

vielleicht sofort auf dem Handy

sehen – mit Berücksichtigung von

medizinischen Leitlinien.

Positiv bewertete Prof. Müller-Wieland,

dass Union und SPD in der

neuen großen Koalition das Patientenwohl

in den Vordergrund rücken

wollen. Die Frage sei jedoch, was

unter Patientenwohl zu verstehen

sei bzw. wie patientenrelevante Endpunkte

zukünftig in Studiendesigns

und in neuen Therapien Berücksichtigung

finden werden. Hier sieht der

»Digitalisierung:

großes Thema

der Koalition«

DDG-Präsident die Fachgesellschaften

in der Verantwortung. Die DDG

intensiviere deshalb den Dialog mit

IQWiG, G-BA, BfArM, DZD und

dem Pharmaverband vfa.

Die Teilnehmer der Veranstaltung sehen

durch die Digitalisierung auf alle

Beteiligten im Diabetesbereich große

Herausforderungen zukommen. Zugleich

sehen sie die Patienten bereits

jetzt profitieren. Der Diabetologe Dr.

Dietrich Tews belegte die Vorteile

digitaler Blutzuckerüberwachung

am Beispiel von Profisportlern und

Schwangeren sowie Senioren, die von

nicht-ärztlichen Praxisassistenten unterstützt

werden. Er präsentierte auch

ein von einem Patienten gebautes

Closed-Loop-System inklusive Sensor,

Pumpe und App. Die Blutzuckerwerte

des Patienten seien nie so gut

gewesen wie mit dem System.

Viele Fragen sind dennoch offen,

z.B.: Wie und durch wen sind digitale

Methoden – hier u.a. Apps –

zukünftig zu bewerten und wo muss

die Politik ggf. Leitplanken einziehen?

Digitalisierung sei ein bestimmendes

Thema für die Politik,

erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete

Tino Sorge mit Verweis auf

den 177 Seiten starken neuen Koalitionsvertrag.

Er zeigte sich zufrieden,

dass Patienten mit Diabetes inzwischen

Dank neuer Apps und Co. ein

Mehr an Lebensqualität erfahren,

weil sie ihre Erkrankung kurzfristig

„vergessen“. Er zeigte aber auch Verständnis

für Ärzte, die sich fragen,

ob sie künftig entbehrlich sind.

Der „Code of Conduct Digital

Health“ regt zur Diskussion an

„Wir wissen auch nicht, wo die Reise

hingeht“, gab der Politiker zu. Er

präsentierte jedoch schon einige

Ideen, was politisch berücksichtigt

werden sollte. So sei der Datenschutz

„an vielen Stellen abzurüsten“.

Faktisch würden Ärzte per

WhatsApp über Befundberichte

diskutieren, „weil es so einfach ist“.

Auch dürfe man bei der heutigen

Innovationsgeschwindigkeit nicht

in Zehn-Jahres-Zeiträumen denken.

Und Zertifizierungen von Apps

dürften zukünftig nicht so regulatorisch

ausgestaltet sein, dass Start-up-

Unternehmen woanders hingingen.

Der Mediziner Dr. Malte Jacobsen

forderte für sich und seine Kollegen

mehr Zeit, um sich an den neuen

Prozessen beteiligen zu können.

„Wir müssen auch Patienten und

Versicherte mitnehmen“, mahnte der

SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk

Heidenblut. Man müsse ihnen die

Angst nehmen, ihre medizinischen

Daten zur Verfügung zu stellen. Die

EU-Datenschutzgrundverordnung

biete dazu neue Möglichkeiten.

Manuel Ickrath, Sprecher der

Task Force Digitalisierung DDG,

verwies auf das DDG-Rahmenpapier

für einen „Code of Conduct

Digital Health“, mit dem die Fachgesellschaft

eine Diskussion zum

digitalen Transformationsprozess

anregt. Empfohlen wird darin eine

Richtungsänderung hin zur informationellen

Selbstbestimmung.

„Der Patient spendet seine Daten

und erlaubt, mit diesen wissenschaftlich

zu arbeiten“, erklärte Co-

Autor Ickrath.

kol

Der Zukunftstag wurde veranstaltet

von Prof. Dr. Lutz Heinemann,

Gabriele Faber-Heinemann und Manuel Ickrath

unter Schirmherrschaft der DDG.

Einstieg in die translationale

Diabetesforschung

Nachwuchswissenschaftler gesucht! Postdoc-Programm des DZD startet in Kürze

NEUHERBERG. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung

(DZD) bietet Nachwuchswissenschaftlern und -medizinern aller

Nationalitäten ein Postdoc-Programm zur translationalen Diabetesforschung

an.

Das 2016 gestartete Programm

ist für exzellente Absolventen

konzipiert, die in den vergangenen

zwei Jahren in den Fächern

Biowissenschaften, Chemie, Bioinformatik,

Physik, Mathematik, Veterinär-

oder Humanmedizin oder

verwandten Lebenswissenschaften

promoviert haben.

Nach Beendigung der Promotion

ermöglicht eine Postdoc-Stelle jungen

Forscherinnen und Forschern

ihre wissenschaftlichen Kenntnisse

und Fertigkeiten auszubauen. Sie

kann den Weg in eine wissenschaftliche

Karriere eröffnen. Während

dieser Qualifizierungsphase haben

die Postdocs die Möglichkeit, sich

vertiefend mit ihrem Fachgebiet zu

beschäftigen.

Die vom DZD ausgewählten Postdocs

erhalten eine zweijährige, voll

»Interdisziplinäre

Zusammenarbeit«

geförderte Postdoc-Stelle an einem

Institut des DZD. „Das Postdoc-

Programm eröffnet interessierten

Nachwuchswissenschaftlern den

Einstieg in die translationale Diabetesforschung.

Durch die interdisziplinäre

und standortübergreifende

Zusammenarbeit im DZD

erhalten die Teilnehmer einen

Überblick über die Diabetesforschung

in Deutschland und können

auch an den internationalen

Programmen teilnehmen“, erläutert

Dr. Brigitte Fröhlich, die

am DZD die Nachwuchsförderung

koordiniert.

Forschungsinteressen in einem

exzellenten Umfeld nachgehen

Dieses Konzept kommt auch bei

den Teilnehmern des Programms

gut an. „Das DZD-Postdoc-Programm

hat es mir ermöglicht, mein

interdisziplinäres Forschungsinteresse

– die Bedeutung von Bewegung

und Sport für Diabetesprävention

– in einem exzellenten

Umfeld umzusetzen“, betont Dr.

Dominik Pesta vom DDZ, Partner

im DZD.

Im Frühjahr 2018 startet die nächste

Runde des Programms. Dann

können sich Interessenten um Postdoc-Stellen

u.a. in den Bereichen

molekulare Mechanismen der Fettstoffwechselstörung,

Rolle neuartiger

Adipokine in der Pathophysiologie

des Diabetes, ZNS-abhängige

Regulation des Glukosestoffwechsels

und Epigenetik bewerben. DZD

Mehr Informationen auf:

www.dzd-ev.de/dzd-next/postdoc-program/index.html


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Symptomatische Hyperurikämie

Harnsäuresenkung als Therapieziel

bei hyperurikämischen Patienten

mit Diabetes

Mit einer Prävalenz von 25,9 Prozent ist Diabetes die häufigste Komorbidität 1 , die mit

der Symptomatischen Hyperurikämie, einer meist genetisch bedingten Systemerkrankung

mit steigender Prävalenz 2,3 , in Deutschland einhergeht 1 . Wie eine Studie

von Kim et al. 4 jüngst zeigte, haben Gichtpatienten ein erhöhtes Risiko, im Laufe der

Zeit zusätzlich einen behandlungsbedürftigen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln. 4

Zudem kann Hyperurikämie bei Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 1 mit einer

höheren Wahrscheinlichkeit für eine diabetische Nephropathie einhergehen. 5

Erreichen des Harnsäurezielwertes < 6 mg/dl unter

FEB (Febuxostat) 80 mg bzw. ALLO (Allopurinol) 200/300 mg

Anzahl Patienten mit

Harnsäure-Zielwerterreichung

< 6,0 mg/dl bzw. < 360 μmol/l in %

Anzahl Patienten mit

Harnsäure-Zielwerterreichung

< 6,0 mg/dl bzw. < 360 μmol/l in %

100

80

60

40

20

0

100

80

60

40

20

0

Abbildung, modifiziert nach 9

75,2 a

65,6 b

FEB 80 mg

84,6 a,d

n = 33

66,0 b 31,8 c

n = 64

FEB 80 mg

22,5

43,9

ALLO 200/300 mg

n = 9

Diabetiker

Nicht-Diabetiker

Diabetiker

Nicht-Diabetiker

35,4

n = 34

ALLO 200/300 mg

Abb. 1 Alle Patienten:

ap


8 News & Fakten

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

MdB Rudolf Henke im Dialog mit

Professor Dr. Monika Kellerer,

DDG-Vizepräsidentin, und

Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der DDG.

Damit der medizinische Fortschritt si

beim Patienten ankommt

Parlamentarischer Jahresempfang der DDG thematisiert Translationsforschung und D

BERLIN. Zum dritten Mal fand der Jahresempfang der DDG in

der Parlamentarischen Gesellschaft statt. Damit ist der Abend

„Tradition“ geworden, freute sich DDG-Präsident Dr. Dirk Müller-

Wieland. Wieder war der Raum mit Zuhörern dicht gefüllt. Das

Thema der Expertenrunde lautete: „Diabetes – eine natio nale

Herausforderung: Patientenrealität erfassen & verstehen“.

Die Versorgungsforschung ist

heute als gleichwertig und

komplementär zur Grundlagenforschung

zu sehen, erklärte

Professor Dr. Andreas Neu, Bereichsleiter

pädiatrische Diabetologie

im Universitätsklinikum für Kinder-

und Jugendmedizin Tübingen.

Mit Versorgungsforschung kann

die reale Tauglichkeit medizinischer

Maßnahmen überprüft werden. So

haben sich z.B. Insulinpumpen auch

im Alltag von Kindern bewährt („im

Sandkasten und auf der Halfpipe“),

gab Prof. Neu ein Beispiel. Oder es

zeigte sich in der Langzeitbetrachtung,

dass Insulinanaloga Humaninsuline

in vielen Bereichen verdrängt

haben, weil sie die Lebensqualität

der Patienten verbessern und das

Handling erleichtern konnten.

Beispiele für die Translationsforschung,

die wissenschaftliche Erkenntnisse

schneller für die Patientenversorgung

und Prävention

verfügbar macht, schilderte Professor

Dr. Martin HrabĔ de Angelis,

Vorstand des Deutschen Zentrums

für Diabetesforschung (DZD). Rund

400 Wissenschaftler arbeiten daran,

Translationslücken zu schließen. Zudem

sind z.B. Ergebnisse der DZD-

Forschung in Empfehlungen für die

Diagnose und Therapie der nicht

alkoholischen Fettlebererkrankung

eingeflossen. Mit seinen Forschungsarbeiten

hat das DZD dazu beigetragen,

die Rolle der Fettleber bei der

Entstehung von Diabetes besser zu

verstehen. Dieses neue Wissen kann

genutzt werden, um neue Behandlungsoptionen

zu entwickeln.

Oder ein Beispiel zur Prävention:

Nachdem mit einer oralen Insulingabe

bei Kindern mit erhöhtem

Diabetesrisiko im Alter von zwei

bis sieben Jahren eine schützende

Immunreaktion ausgelöst werden

konnte, untersuchen Forscher jetzt,

ob sich dieser Effekt auch bei Kleinkindern

bestätigen lässt und ob so

ein Typ-1-Diabetes dauerhaft verhindert

werden kann (s. S. 20).

Die Brücke zwischen dem zu schlagen,

das medizinisch sinnvoll ist,

und dem, was ein Diabetespatient

konkret bereit und in der Lage ist, zu

tun, ist Aufgabe des Arztes. Im Alltag

einer diabetologischen Schwerpunktpraxis

basiert das vor allem

auf einem stabilen Arzt-Patienten-

Vertrauensverhältnis. Doch die

sprechende Medizin wird gegenüber

technischen Leistungen benachteiligt

»Wir brauchen Transparenz und

klar nachvollziehbare Algorithmen«

und Honorar sogar gekürzt, sagte

Dr. Nikolaus Scheper, Vorsitzender

des Bundesverbandes Niedergelassener

Diabetologen.

Muss also mehr Geld investiert werden?

Thomas Müller, Abteilungsleiter

beim Gemeinsamen Bundesausschuss

(G-BA), verknüpfte solche

Überlegungen mit der Frage nach

der Evidenz. Er bezweifelte, dass die

sprechende Medizin ausreiche, um

die Adipositas-Welle und ihre Folgen

aufzuhalten. Es bedürfe wohl auch der

Bildungsangebote und finanzieller

Anreize, um im Sinne der Diabetesprävention

etwas zu erreichen.

Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses

Patientensicherheit, Hedwig

François-Kettner, merkte kritisch

an, dass bis zu 80 % der Behandlungsfehler

auf mangelnde Kommunikation

zurückzuführen sind.

Sprechende Medizin ist Hinwendung

und der Grundbaustein allen

Volles Haus beim Parlamentarischen Jahresempfang: Über 100 Gäste waren

der Einladung der DDG gefolgt. Darunter mehrere Mitglieder des Bundestages

sowie Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums.

Berichtete a

Dr. Niko

Vorsitzend

Thomas Müller vertrat den

Gemeinsamen Bundesausschuss


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

News & Fakten

9

Professor Dr. Dirk

Müller-Wieland, Präsident

der DDG, begrüßte

die Gäste und erklärte,

warum die Digitalisierung

einen wichtigen

Beitrag zur Verbesserung

der Patientenrealität

leisten kann.

DDG-Vorstandsmitglied

Professor Dr. Andreas Neu

unterstrich die Bedeutung der

Versorgungsforschung.

Dietrich Monstadt, MdB, tauschte sich mit

Professor Dr. Martin Hrabe de Angelis über

die Zukunft der Diabetesversorgung aus.

>

icher

Digitalisierung

Digitalisierungwird

zum Megathema.

DieDDGisthiermit

ihrem »Code of

Conduct« Vorreiter.

ärztlichen Handelns, betonte Professor

Dr. Monika Kellerer, Vizepräsidentin

DDG. Und auch die Digitalisierung

macht die sprechende

Medizin nicht überflüssig. Ganz im

Gegenteil: Die Patienten werden ihre

Ärzte fragen, was all die gesammelten

Daten für die Lebensführung

bedeuten. Prof. Kellerer warnte auch

vor einem Programm-Aktionismus

nach dem Gießkannenprinzip.

Professor Dr. Bapist Gallwitz,

Past Präsident DDG, erinnerte an

präventive Maßnahmen, wie sie die

Fachgesellschaft schon lange vorschlägt:

Täglich eine Stunde Bewegung

und gutes Essen in der Schule.

Werbung für ungesunde Produkte

einschränken, die sich an Kinder

wendet. Eine sinnvolle Lebensmittelampel

einführen und die Mehrwertsteuer

so ändern, dass gesunde

Produkte billiger und ungesunde

spürbar teurer werden.

»Komplementäre

Forschung«

Er wies auch auf die Entwicklung

hin, dass bei der Diabetestherapie

Geräte und digitale Lösungen zusammenwachsen,

die Einfluss auf die

Medikamentengabe nehmen. „Wir

brauchen hier Transparenz und klar

nachvollziehbare Algorithmen.“

Mit ihrem „Code of Conduct Digital

Health“ und der Bewertung von

Apps im Rahmen von „DiaDigital“

ist die DDG in Pionierfunktion auf

den G-BA zugegangen. Arzt und

Apotheker Müller gab zu, dass dieses

Thema für den Ausschuss neu ist.

Ein Projektteam, u.a. mit Methodenbewertern,

wurde eingerichtet. „Wir

fangen erst an, uns damit zu befas-

sen. Vieles ist noch ungeregelt.“ Was

ist etwa, wenn Algorithmen, die die

Arzneieinnahme beeinflussen, ohne

Anbindung an Fachinformation und

G-BA-Richtlinien sind? Wie bilden

Softwareentwickler Unterschiede in

den Leitlinien verschiedener Fachgesellschaften,

z.B. zum älteren Patienten,

ab? „Ich bin sensibilisiert“,

zeigte Müller Problembewusstsein.

Allerdings seien auch Gesetzgeber

und Zulassungsstellen gefragt.

Patientenhinweise zu Lifestyle-Apps

gibt auch das Aktionsbündnis Patientensicherheit.

Doch wo bleibt die

versprochene Datenautobahn, fragte

François-Kettner.

Der Schirmherr des Parlamentarischen

Jahresempfangs, MdB

Dietrich Monstadt (CDU), zeigte

sich zuversichtlich, dass die neue Regierung

ein zweites eHealth-Gesetz

und die nationale Diabetesstrategie

zügig angehen wird. REI

Wieder in einer großen

Koalition: die Ärzte

Rudolf Henke (CDU) und

und Sabine Dittmar (SPD).

Eines der neuen Mitglieder

des Gesundheitsausschusses:

MdB Dr. Wieland Schinnenburg (FDP).

Fotos: © DDG/Deckbar, iStock/Plisman

aus der Praxis:

olaus Scheper,

der des BVND.

In angeregter Diskussion: Hedwig François-Kettner,

Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit,

und Professor Dr. Baptist Gallwitz, Past Präsident der DDG.

Barbara Bitzer im Gespräch mit MdB Tino Sorge (CDU).


10 Kongress aktuell

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Nasenspray statt Spritze

Einfache, sichere und schnelle Applikation

von Glukagon bei Hypoglykämie

WIEN. Acht komplexe Schritte erfordert die herkömmliche intramuskuläre

Injektion von Glukagon mit einem Hypokit. Sie dauert

lang und ist fehlerträchtig. Hoffnung macht deshalb eine neue

Darreichungsform von fertigem Glukagon als nasales Spray.

Menschen mit Typ-1-Diabetes,

die im Falle einer

schweren Hypoglykämie

auf Fremdhilfe angewiesen sind,

müssen sich derzeit darauf verlassen,

dass entweder schnell ein

Notarzt gerufen wird oder dass ein

beherzter Helfer sich zutraut, mit

einem Hypokit für die intramuskuläre

Injektion von Glukagon selbst

einzugreifen.

Viele fehlerträchtige

Einzelschritte

Sofern ein solches Hypokit tatsächlich

in Reichweite ist, schreckt es

Anwender oft ab durch die vielen

erforderlichen Einzelschritte, bis

das rettende Hormon tatsächlich in

die Blutbahn gelangt. „Viel zu kompliziert

und zudem fehlerträchtig“,

lautete das Urteil von Professor Dr.

Jennifer Sherr, Pädiaterin an der

Yale School of Medicine, „es gibt daher

dringenden Bedarf für ein besseres

Glukagon-Produkt.“

Wirksamkeit und Sicherheit

in Studien getestet

Daher werden Hoffnungen auf nasal

verabreichtes Glukagon gesetzt.

Noch ist ein solches Medikament

nicht zugelassen. Es zeigt jedoch

Vorteile gegenüber dem klassischen

Hypokit: Es muss nicht gekühlt gelagert

werden, kommt ohne Injektionsnadel

aus, ist ohne Anmischen

sofort einsatzbereit. Es lässt sich als

Einmaldosis leicht mitführen und

erfordert kein aktives Inhalieren

oder tiefes Einatmen.

Prof. Sherr präsentierte die Ergebnisse

von Pivot-Studien mit denen

die Wirksamkeit und Sicherheit von

nasalem Glukagon bei Typ-1-Diabetes

nachgewiesen werden sollte.

In der Erwachsenen-Studie wurden

die Probanden per Insulingabe

in eine Hypoglykämie mit einem

Blutzuckerwert von unter 60 mg/dl

»Deutlich

häufiger erfolgreich

verabreicht«

versetzt. Als erfolgreich galt die Glukagon-Intervention

dann, wenn der

Blutzuckerwert binnen 30 Minuten

nach Verabreichung auf über 70 mg/

dl angestiegen war. Bei Kindern wurde

eine künstliche Hypoglykämie

mit unter 80 mg/dl herbeigeführt;

hier sollte die Gabe von Glukagon

den Glukosewert binnen 20 Minuten

um mindestens 25 mg/dl anheben.

Auch ungeschulte Helfer können

das Medikament verabreichen

In der Studie stellte sich heraus, dass

das nasal verabreichte Glukagon

sehr schnell absorbiert wurde und

den Glukosewert ähnlich schnell

ansteigen ließ wie intramuskulär injiziertes

Glukagon. Eine verschnupfte

Nase oder die Anwendung von

Schnupfenspray beeinträchtigte die

Wirkung des nasalen Notfallmedikaments

nicht. Die typischen Komplikationen

einer Glukagongabe

wie Übelkeit und Erbrechen traten

ähnlich häufig wie bei der Injektion

auf. Die Dosis von 3 mg nasalem

Glukagon i.m.: mit acht Schritten in die Blutbahn

Bei einer schweren Hypoglykämie ihres Kindes

werden Eltern oder andere Begleitpersonen

schnell panisch. In so einer Situation fällt es ihnen

schwer, die vielen Schritte, die zur intramuskulären

Injektion von Glukagon mithilfe eines

Hypokits erforderlich sind, korrekt durchzuführen:

1. Kappe von der Ampulle entfernen

2. Nadelschutz von der Spritze entfernen

3. Gesamten Inhalt der Spritze in die Ampulle

injizieren

Glukagon erwies sich als geeignet für

alle Altersgruppen. In Simulationsstudien

gelang es Ersthelfern

bei der nasalen Variante

zudem deutlich häufiger,

die Notfalldosis erfolgreich

zu verabreichen

(94 %), während bei der intramuskulären

Injektion in beinahe

der Hälfte der Fälle aufgrund von

Anwendungsfehlern gar keine Dosis

verabreicht wurde.

Als weiteren Vorteil des Glukagon-

Nasensprays nannte Prof. Sherr

die einfache Handhabung: So

brauchten geschulte Betreuungspersonen

nur 16 Sekunden, um

das Notfallmedikament nasal zu

verabreichen (Hypokit: 1:53

Minuten) und auch ungeschulte

Ersthelfer benötigten

nur 26 Sekunden (Hypokit:

2:24 Minuten). Antje Thiel

11 th International

Conference on Advanced

Technologies & Treatments

for Diabetes (ATTD)

4. Sanft schütteln, bis das gesamte Pulver sich

aufgelöst hat

5. Prüfen, ob die angemischte Glukagonlösung

klar und farblos ist

6. Glukagonlösung in die Spritze aufziehen (dabei

Blasenbildung vermeiden)

7. Injektionsort mit Alkoholtupfer desinfizieren,

sofern verfügbar

8. Injektion im desinfizierten Areal in einem Winkel

von 90°

Nasales Glukagon

lässt sich so einfach wie

ein Schnupfenspray

anwenden.

Foto: iStock/andegro4ka

Personalisierte Heilung?

Ersatzmöglichkeiten für zerstörte Beta-Zellen

WIEN. Fünf Jahre nach der Transplantation von Beta-Zellen benötigt

die Hälfte der Empfänger kein Insulin mehr, um ihre Glukosewerte

im Zielbereich zu halten. Für eine breite Anwendung

kommen allerdings eher pluripotente Stammzellen infrage.

Das ultimative Behandlungsziel

beim Typ-1-Diabetes ist es,

normale Blutzuckerwerte wiederherzustellen

und dem Patienten damit

ein langes und gesundes Leben zu

ermöglichen. Es ist daher naheliegend,

Hoffnungen in den wie auch

immer gearteten Ersatz der zerstörten

Beta-Zellen zu setzen, wie Professor

Dr. Lorenzo Piemonti,

Ospedale San Raffaele, Mailand,

berichtete.

„Die Transplantation von

Beta-Zellen kann tatsächlich

Dia betes heilen“, erklärte er

und präsentierte Fallbeispiele

von Typ-1-Diabetes-Patienten,

die nach der Transplantation gespendeter

Beta-Zellen

• kein Insulin mehr benötigten,

• Glukosewerte von durchschnittlich

100 mg/dl aufwiesen,

• 100 % ihrer Glukosewerte im Zielbereich

(50–120 mg/dl) aufzeigten

Foto: fotolia/fotoliaxrender

Beta-Zellen

lassen

sich im Labor

generieren.

• und bei denen eigenes C-Peptid

nachweisbar war.

„Fünf Jahre nach der Transplantation

kommen noch 50 % der behandelten

Patienten ohne Insulin aus

und 80 % erreichen immerhin eine

deutlich bessere Diabeteseinstellung“,

sagte Prof. Piemonti.

Allerdings lässt sich das Verfahren

nicht beliebig auf alle Patienten

mit Typ-1-Diabetes ausweiten.

Zum einen gibt es nicht genügend

Spenderorgane, andererseits stehen

dem unstrittigen Benefit der Transplantation

erhebliche Risiken

gegenüber: Immerhin handelt

es sich um einen komplexen

chirurgischen Eingriff, so

der Referent. Des Weiteren

muss der Patient im

Anschluss lebenslang Medikamente

einnehmen, die

eine Abstoßungsreaktion

»Fast so gut wie

das Original«

verhindern. Hinzu kommen finanzielle

Hürden.

Prof. Piemonti setzt daher große

Hoffnungen auf den Einsatz pluripotenter

Stammzellen in der Diabetestherapie.

Dafür werden einem

Diabetespatienten Hautzellen und

Blut entnommen, aus denen zusammen

mit dem Blut eines gesunden

Spenders eine Zellkultur angelegt

wird. Hieraus lassen sich mithilfe

verschiedener reprogammierender

Faktoren pluripotente Stammzellen

gewinnen, die zu Beta-Zellen ausdifferenziert,

anschließend zum Schutz

vor dem Immunsystem des Empfängers

verkapselt und dann implantiert

werden.

Anstelle pluripotenter Stammzellen

kann man auch embryonale Stammzellen

einsetzen. „Wenn man über

eine gute embryonale Stammzelllinie,

passende Spender und gutes

Laborequipment verfügt, dann kann

man direkt mit einer klinischen

Studie starten“, berichtete Prof. Piemonti.

Er selbst will in den kommenden

Monaten mit einer solchen

Untersuchung an verschiedenen

europäischen Zentren beginnen und

hofft, damit an die bisherigen positiven

Erfahrungen anzuknüpfen. „Aus

den Stammzellen lassen sich gute

Reproduktionen von Beta-Zellen

herstellen, die Insulin und Glukagon

ausschütten beinahe ebenso gut, wie

originale Beta-Zellen es tun.“ thie

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12 Kongress aktuell

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Die Diabetologie als Paradestück

Das Fachgebiet zeigt im Brennglas Hürden und Chancen einer digitalisierten Medizin auf

BERLIN. Die Umsetzung der Digitalisierung in der Diabetologie

war Thema eines Kamingesprächs mit Experten aus Diabetologie,

Krankenkassen, Politik, Wirtschaft und DDG am Vorabend

der DiaTec-Fortbildung 2018. Ausgelotet wurden Rahmenbedingungen,

Potenziale und Lösungsansätze. Zum Schluss

stand ein Angebot an die Politik.

Meinungen wie Sand am Meer

gibt es zur Frage, was „Digitalisierung“

eigentlich bedeutet.

Laut Manuel Ickrath, Sprecher

der Task Force Digitalisierung

der DDG, werden v.a. drei Punkte

die digitalisierte Medizin ausmachen:

Die Art und Weise, wie Leistungen

erbracht werden, die Verfügbarkeit

von medizinischem Wissen und die

Versorgung in Netzwerken mit flacheren

Hierarchien.

Geeint in der Unzufriedenheit

über die Rahmenbedingungen

Nicht zu leugnen sind dabei die Probleme

beim Ausbau und der Umsetzung

der Digitalisierung: „Alle Beteiligten

eint die Unzufriedenheit über

die Rahmenbedingungen“, betonte

Ickrath. Zu den „unerfreulichen Themen“,

die auch die Diabetologie betreffen,

zählen etwa die schwächelnde

Telematik-Infrastruktur, die dauerblockierte

elektronische Gesundheitskarte

und die fehlende Interoperabilität

bei der Diabetestechnologie.

„Es ist ernüchternd, dass im Alltag erhebliche

Hürden aufgebaut werden,

die uns die Versorgung von Diabetespatienten

erschweren“, bekräftigte Dr.

Friedrich W. Petry, Internistische

Gemeinschafts praxis Wetzlar. Als das

größte Problem benannte der Diabetologe

die fehlende Interoperabilität

bei Messgeräten, Insulinpumpen und

der Auslesesoftware – was zahlreiche

Diabetologen aus dem Publikum

bestätigten. Dr. Petry: „Wir warten

darauf, dass sich endlich etwas tut,

dass es ein paar klare Vorgaben von

der Politik gibt.“

Im Moment werden herkömmliche

Prozesse in ein digitales Format

überführt, sagte der DDG-Präsident

Professor Dr. Dirk Müller-

Wieland. „Damit nutzen wir nicht

ansatzweise das Potenzial, um alle

Beteiligten auch emotional zu überzeugen.“

Denn um der Digitalisierung

zum Durchbruch zu verhelfen,

müsse man positive Perspektiven für

den Einzelnen aufzeigen. Gleichzeitig

sollten berechtigte Sorgen und Ängste,

etwa in Bezug auf die Datensi-

cherheit, konkret angesprochen, aber

auch relativiert werden. „Wir müssen

die Chancen viel mehr in den dergrund stellen.“

Durch die potenzielle Analyse

großer Datenmengen ist etwa die

Forschungsperspektive spannend

und faszinierend, so Prof. Müller-

Wieland: „Wir werden nicht nur

Vorin

der Dia gnostik und Therapie

eine Veränderung haben. Sondern

wir werden auch sehr

schnell völlig neue klinische

Phänotypen des Typ-2-Diabetes

bekommen“, erläuterte

er. Das Potenzial reiche von

einer besseren Einschätzung

der Prognose einzelner Patientengruppen,

über eine spezifischere

Dia gnostik bis hin

»Ein Segen für die

Versorgung von

Diabetespatienten«

zu einer individuell angepassten

Therapie.

Laut Dr. Petry könnten digitale Versorgungsstrukturen

die Betreuung

verschiedener Gruppen, z.B. Älterer

oder Schwangerer, erleichtern, wenn

diese nicht für jede Besprechung der

Blutzuckerwerte präsent sein müssten.

Hinzu kommt: „Ich habe am

Schluss mehr Zeit für die einzelnen

Menschen.“

Zwar werde die Digitalisierung das

Arzt-Patienten-Verhältnis wahrscheinlich

drastisch verändern, so

Prof. Müller-Wieland. „Aber ich

glaube, dass es gerade in der Versorgung

von Diabetespatienten ein

Segen sein wird.“ Denn: Mit einer

telemedizinischen Versorgung kann

man mehr Patienten erreichen – mit

Die Digitalisierung bietet

für die medizinische

Versorgung eine Vielzahl

an Chancen.

Foto: iStock/alengo

flächendeckender Fachexpertise.

„Dafür müssen wir die Schnittstellen

definieren und gemeinsam festlegen,

wann die Telemedizin indiziert ist.“

Kabelsalat beseitigen,

Infrastruktur ausbauen

Seitens der DDG habe man erkannt,

dass man die Digitalisierung in der

Diabetologie mitgestalten müsse,

betonte Prof. Müller-Wieland. Zu

den Maßnahmen zählte er die Gründung

der Task Force Digitalisierung

und den „Code of Conduct Digital

Health“. So hat die DDG klargestellt,

dass es bei zukünftigen Medizinprodukten,

die in die Therapie

eingreifen, nicht genügen wird, eine

CE-Markierung zu haben, sondern

die entsprechenden Algorithmen

gründlich evaluiert werden müssen.

Ein weiterer Punkt im Code of

Conduct, so Prof. Müller-Wieland:

„Wir haben Forderungen an die

Diabetestechnologie-Firmen und

Software-Hersteller formuliert, dass

wir z.B. Interoperabilität erwarten.“

Er sei überzeugt, dass interoperable

Produkte die Zukunft sind, bestätigte

Lars Kalfhaus, Geschäftsführer

Roche Diabetes Care Deutschland:

„Und wir sind dafür offen, die

Schnittstellenproblematik zu klären.“

Diabetologie mit Angebot

an die Politik

„Wir müssen damit anfangen, bei

der Digitalisierung wettbewerbsfähig

zu werden“, so Thomas Jarzombek,

bisheriger Sprecher der AG Digitale

Agenda der CDU/CSU-Bundes-

tagsfaktion. Als Baustellen nannte

er das Förderprogramm zum Breitbandausbau

und die elektronische

Verwaltung. Bei der elektronischen

Gesundheitskarte sei man „mit der

Geduld relativ am Ende“.

Es müssten von der Politik Hürden

abgebaut werden, um innovative

Systeme anstoßen zu können,

forderte Dr. Christian

Graf, Barmer GEK. „Die Diabetologie

ist ein geeignetes

Fachgebiet für die Digitalisierung

und an vielen innovativen

Themen dran.“

Eine Bewertung, die Diabetestechnologie-Experte

Professor

Dr. Lutz Heinemann, Veranstalter

des Kamingesprächs,

teilte. „Unser Angebot an die

Politik ist, die Diabetologie als

Paradestück zu betreiben“, sagte

der Diabetestechnologie-Experte.

Das Fazit von Prof. Müller-Wieland

ging in die gleiche Richtung: Man

habe den Wunsch an die Politik,

möglichst zeitnah in den Dialog zu

treten.

Jochen Schlabing

DiaTec 2018

T1Day – ein Tag von, mit und für Menschen mit Typ-1-Diabetes

Ein Diabetestechnologie-Update für alle Betroffenen

BERLIN. Wenn sich keiner über

elektronisches Gepiepe wundert und

niemand fragt, was denn da an der

Hose baumelt – dann ist T1Day. 500

Teilnehmer, neben den Betroffenen

auch Typ F (Familie und Freunde),

kamen am letzten Sonntag im Januar

nach Berlin, um das Neueste in Sachen

Diabetestechnologie zu erfahren.

Der Tag startete mit einem Vortrag

von Timur Oruz, ein Hockey-

Nationalspieler, der von seinem Diabetes

gelernt hat, die nötige Disziplin

aufzubringen, um ein anstrengendes

Turnier nicht nur durchzustehen,

sondern für das entscheidende Tor

zu sorgen, das am Ende Deutschland

die Bronzemedaille brachte. Oruz,

der heute Medizin studiert, brachte

die Botschaft mit, dass es mithilfe

der modernen Technologie keine

Einschränkungen mehr gibt, das zu

tun, was man im Leben tun will!

Warten auf das erste

AP-System in Deutschland

Großes Interesse galt dem Thema

künstliche Bauchspeicheldrüse (Artificial

Pancreas, AP), auch Closed-

Loop genannt. Das erste AP-System,

ein Hybrid-Closed-Loop, das einen

Sensor mit der Pumpe koppelt und

die automatische Steuerung der Insulinzufuhr

übernimmt, gibt es bereits

in den USA, für Deutschland ist

es für dieses Jahr angekündigt. Dr.

Andreas Thomas von Medtronic

stellte das System und die technologischen

Möglichkeiten vor.

Es gibt aber Menschen mit Typ-

1-Diabetes, die nicht so lange warten

wollen und sich Algorithmen

aneignen, mit denen sich bestimmte

Insulinpumpen mit einem Glukosesensor

koppeln lassen. Was man als

„Selbstbauer“ alles beachten muss,

darüber berichtete der Diabetologe

Dr. Bernhard Gehr, der ein solches

Open-AP-System trägt. Dr. Frank

Best, ebenfalls Diabetologe und Betroffener,

warnte aber davor, einen

solchen Selbstbausatz zu unbedacht

in Angriff zu nehmen: Der richtige

Umgang muss gut gelernt werden

und es gibt keinerlei Haftung, sollte

einmal etwas passieren.

Professor Dr. Nobert Hermanns,

Diabetes Zentrum Mergentheim,

stellte die deutsche HypoDE-Studie

vor, die untersuchte, ob sich bei ICT-

Patienten mit Hypo-Problematik

Verbesserungen erzielen lassen. Ob

Typ-F-Menschen die Technologie

eher als Be- denn als Entlastung

wahrnehmen, darüber referierte

Dia betesberaterin Ulrike Thurm,

Berlin. Sie zeigte, dass auch Menschen

belastet sind, die mit Diabetes

leben, ohne selbst erkrankt zu sein.

Gabriele Faber-Heinemann

Kids-Lounge

Zum Abschluss gehörte die Bühne

den Kids, die in der Kids-Lounge einen

Song geprobt hatten, der von

Musikproduzentin Shirin Valentine

professionell aufgenommen wurde:

„Sugar, why you get so high“?

www.youtube.com/

watch?v=AX3PaoEwzPQ

Weitere Infos und Anmeldung

zum T1Day 2019 unter:

http://t1day.de


2-fach und 3-fach bewährt

Fixkombinationen im Fokus

• Starke Blutdrucksenkung

• Mehr Patienten auf Zielwert 1,2

• Verbesserte Adhärenz 3

• Nachgewiesener Gefäßschutz unter Olmesartan 4–6

1 Im Vergleich zu einer Bluthochdrucktherapie mit zwei Monopräparaten (RAAS-Blocker plus Calciumantagonist). Modifiziert nach Ram C.V.S. et al., The Journal of Clinical Hypertension 2012; 14 (9): 601– 610. 2 Im Vergleich der 3er-

Kombination zur 2er-Kombination nach Oparil S. et al., Clinical Therapeutics 2010; 32 (7): 1252–1269. 3 Im Vergleich zu einer Bluthochdrucktherapie mit freier Kombination von zwei oder mehr Monopräparaten. 4 Fliser D et al., Circulation

2004; 110: 1103–1107. 5 Smith RD et al., J Am Hypert 2008; 2: 165–172. 6 Stumpe KO et al., Ther Adv Cardiovasc Dis 2007; 1: 97–106.

Vocado ® 20 mg/5mg-, Vocado ® 40 mg/5mg-, Vocado ® 40 mg/10 mg Filmtabletten.

Wirkstoffe: Olmesartanmedoxomil/Amlodipin. Zusammensetzung: Eine Filmtablette

enthält 20 mg bzw. 40 mg Olmesartanmedoxomil und 5 mg bzw. 10 mg Amlodipin

(als Amlodipinbesilat). Sonstige Bestandteile: Vorverkleisterte Maisstärke; Mikrokristalline

Cellulose, Siliciumdioxid beschichtet; Croscarmellose-Natrium; Magnesiumstearat (Ph. Eur.);

Poly(vinylalkohol); Macrogol 3350; Talkum; Titandioxid (E 171); Vocado ® 40 mg / 5 mg

zusätzl.: Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172); Vocado ® 40 mg / 10 mg zusätzl.: Eisen(III)-

hydroxid-oxid x H2O (E 172); Eisen(III)-oxid (E 172). Anwendungsgebiete: Essenzielle

Hypertonie bei Erwachsenen, wenn der Blutdruck mit Olmesartanmedoxomil oder Amlodipin

als Monotherapie nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gg. die Wirkstoffe, Dihydropyridinderivate oder einen der übrigen

Bestandteile, 2./3. Schwangerschaftstrimester, stark eingeschränkte Leberfunktion,

Gallenwegsobstruktion, schwere Hypotonie, Schock (incl. kardiogener Schock), linksventrikuläre

Abflussbehinderung, hämodynamisch instabile Herzinsuffizienz nach

akutem Myokardinfarkt, gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln

bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/

min/1,73 m 2 ). Nebenwirkungen: Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Müdigkeit,

Ödeme, periphere Ödeme, eindrückbare Ödeme. Gelegentlich: Hyperkaliämie, verminderte

Libido, Hypästhesie, Lethargie, Parästhesie, Lagerungsschwindel, Schwindel,

Palpitationen, Tachykardie, Hypotonie, orthostatische Hypotonie, Husten, Dyspnoe,

Obstipation, Diarrhö, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Übelkeit, Oberbauchschmerzen,

Erbrechen, Ausschlag, Rückenschmerzen, Muskelspasmen, Schmerzen in den Extremitäten,

Pollakisurie, Erektionsstörung/Impotenz, Asthenie, Erhöhung v. Kreatinin im Blut,

Erniedrigung v. Kalium im Blut, Erhöhung v. Harnsäure im Blut, Anstieg von Gamma-GT.

Selten: allerg. Reaktionen/Arzneimittelüberempfindlichkeit, Synkope, Gesichtsrötung,

Urtikaria, Gesichtsödeme. Weitere Nebenwirkungen sind für die jeweiligen Monotherapien

bekannt (siehe Fachinformation). Verschreibungspflichtig. Weitere Einzelheiten enthalten

die Fach- und Gebrauchsinformation, deren aufmerksame Durchsicht empfohlen wird.

MENARINI INTERNATIONAL OPERATIONS LUXEMBOURG S.A. Mitvertrieb durch BERLIN-

CHEMIE AG, 12489 Berlin. In Lizenz von DAIICHI SANKYO EUROPE GmbH. (Stand 10.2015)

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40 mg/10 mg/25 mg Filmtabletten. Wirkstoffe: Olmesartanmedoxomil/Amlodipin/

Hydrochlorothiazid. Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 20 mg/40 mg/40 mg/

40 mg bzw. 40 mg Olmesartanmedoxomil u. 5 mg/5 mg/10 mg/5 mg bzw. 10 mg

Amlodipin (als Amlodipinbesilat) und 12,5 mg/12,5 mg/12,5 mg/25 mg bzw. 25 mg

Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Vorverkleisterte Maisstärke; Mikrokristalline

Cellulose, Siliciumdioxid beschichtet; Croscarmellose-Natrium; Magnesiumstearat (Ph. Eur.);

Poly(vinylalkohol); Macrogol 3350; Talkum; Titandioxid (E 171); Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O

(E 172). Vocado ® HCT 20 mg/5 mg/12,5 mg, - 40 mg/10 mg/12,5 mg, - 40 mg/10 mg/25 mg

zusätzl.: Eisen(III)-oxid (E 172); Vocado ® HCT 20 mg/5 mg/12,5 mg zusätzl.: Eisen(II,III)-oxid

(E 172). Anwendungsgebiete: Essenzielle Hypertonie bei Erwachsenen. Als Zusatztherapie,

wenn der Blutdruck mit der 2er-Kombination von Olmesartan und Amlodipin nicht ausreichend

kontrolliert werden kann; Als Substitutionstherapie, wenn der Blutdruck mit der

Kombi. Olmesartanmedoxomil, Amlodipin, Hydrochlorothiazid (2er-Kombination und

1 Monopräparat) ausreichend kontrolliert wird. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gg.

die Wirkstoffe, Dihydropyridinderivate, gg. and. Sulfonamid-Derivate oder einen der sonstigen

Bestandteile; stark eingeschr. Nierenfunktion; therapieresist. Hypokaliämie, Hyperkalzämie,

Hyponatriämie und symptomatische Hyperurikämie; stark eingeschr. Leberfunktion,

Cholestase, Gallenwegsobstruktionen; 2./3. Schwangerschaftstrimester; Schock (incl.

kardiogener Schock); schwere Hypotonie; linksventrikuläre Abflussbehinderung; hämodynamisch

instabile Herzinsuff. nach akutem Myokardinfarkt; gleichzeitige Anwendung mit

Aliskiren-haltigen Arzneimitteln bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter

Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m 2 ). Nebenwirkungen: Häufig: Infektionen der

oberen Atemwege, Nasopharyngitis, Harnwegsinfektionen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen,

Palpitationen, Hypotonie, Übelkeit, Diarrhö, Obstipation, Muskelspasmen, Gelenkschwellungen,

Pollakisurie, Asthenie, periphere Ödeme, Müdigkeit, Erhöhung v. Kreatinin,

Harnstoff bzw. Harnsäure im Blut. Gelegentlich: Hyperkaliämie, Hypokaliämie, Lagerungsschwindel,

Präsynkope, Schwindel, Tachykardie, Hitzegefühl, Husten, Mundtrockenheit,

Muskelschwäche, Erektionsstörungen, Erniedrigung v. Kalium im Blut, Anstieg v. Gamma-

GT, ALAT bzw. ASAT. Weitere Nebenwirkungen sind für die jeweiligen Monotherapien

bekannt (siehe Fachinformation). Verschreibungspflichtig. Weitere Einzelheiten enthalten

die Fach- und Gebrauchsinformation, deren aufmerksame Durchsicht empfohlen wird.

MENARINI INTERNATIONAL OPERATIONS LUXEMBOURG S.A. Mitvertrieb durch BERLIN-

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14 Kongress aktuell

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Konfektionsschuh

vs. Sonderanfertigung

Der springende Punkt beim diabetischen Fußsyndrom ist die Risikoklasse

Eine passgenaue

Versorgung ist

mithilfe der

Risikoklassen

möglich.

Fotos: iStock/Branchegevara

MANNHEIM. Zur erfolgreichen Behandlung des diabetischen

Fußsyndroms trägt wesentlich die Wahl des Schuhwerks bei. Für

manche Patienten ist ein Konfektionsschuh ausreichend, für viele

ist aber ein Maßschuh die bessere Alternative. Ein Überblick.

Die Schuhversorgung beim

dia betischen Fußsyndrom

ist eine wichtige Präventionsmaßnahme.

Die Einteilung der Patienten

in acht verschiedene Risikoklassen

ermöglicht eine passgenaue

Versorgung mit Schuhen:

• Risikoklasse 0:

Der Patient erhält fußgerechte Konfektionsschuhe.

Die Aufklärung und

Beratung kann durch den Hausarzt

erfolgen.

• Risikoklasse I:

Eine orthopädie schuhtechnische

Versorgung ist angezeigt. Bei nicht

ausreichender Expertise sollte die

Behandlung durch einen Orthopäden

erfolgen.

• Risikoklasse II:

Hier wird ein Dia betesschutzschuh

empfohlen. Falls nötig, kann eine

dia betesadaptierte Bettung (DAF)

bzw. eine orthopädische Maßschuhversorgung

genutzt werden.

Die wichtige Risikoklasse II

ist nicht gut geklärt

Dr. Joachim Kersken, Diabetologe

im St. Marien-Krankenhaus,

Ahaus, und Vorstandsmitglied der

AG Fuß kritisierte: „Risikoklasse II

ist die wichtigste Gruppe – leider ist

sie nicht gut geklärt.“ Nach Ansicht

des Experten würde

eine Versorgung aller

Patienten dieser Risikoklasse

mit dem

Diabetesschutzschuh

»Eine Überarbeitung

ist

notwendig«

Kriterien für eine höher gradige Versorgung

einer Überversorgung

gleichkommen.

Er schlägt

zum Beispiel

die Verwendung

eines neuropathiegerechten

Schuhs vor. Dieser

Schuh sollte

eine fußbreite

Brandsohle ohne Versteifung

haben, aus

weichem Leder und

gut zu schnüren sein.

Patienten der Risikoklasse

III erhalten einen

Dia betesschutzschuh mit

DAF. Eine Höherversorgung mit einem

orthopädischen

Maßschuh ist möglich,

wenn die

Fußproportionen

keinen Konfektionsschuh

zulassen.

Für die Risikoklassen

IV–VI wird

ein orthopädischer

Maßschuh

• Kontralaterale Majoramputation

• Arthropathie der Hüfte, des Knies oder des oberen Sprunggelenks

• Gelenkimplantat mit Funktionsbeeinträchtigung oder Kontraktur

• Amputation der Großzehe bzw. Resektion des Mittelfußknochens I

• Motorische Funktionseinschränkung bzw. Parese eines oder beider Beine

• Höhergradige Gang- und Standunsicherheit

• Extreme Adipositas (BMI ≥ 35)

• Dialysepflichtige Niereninsuffizienz

• Beruf mit überwiegender Steh- und Gehbelastung

• Erhebliche Visuseinschränkung

mit DAF empfohlen. Klasse V benötigt

knöchelübergreifende Schuhe,

ggf. in Kombination

mit einer Orthese.

Klasse VI ist auf

eine zusätzliche

Prothese

angewiesen.

Durch eine

angemessene

Bettung werden

Druckpunkte

vermieden.

Risikoklassen beim DFS

• Risikoklasse 0

keine PNP* bzw. pAVK**

• Risikoklasse I

keine PNP bzw. pAVK

Fußdeformität

• Risikoklasse II

PNP mit Sensibilitätsverlust

bzw. pAVK

evtl. Fußdeformität

• Risikoklasse III

Zustand nach plantarem Ulkus

• Risikoklasse IV

PNP mit Sensibilitätsverlust

bzw. pAVK

Fußdeformität oder

Dysproportionen

• Risikoklasse V

Charcot-Fuß (Sanders II-V, Levin III)

• Risikoklasse VI

PNP mit Sensibilitätsverlust

bzw. pAVK

Fußteilamputation

• Risikoklasse VII

akute Läsion bzw.

florider Charcot-Fuß

* Polyneuropathie

** periphere arterielle Verschlusskrankheit

Die Versorgung

in Risikoklasse VII

ist stets temporär.

Kurz- und Langzeit-Verbandschuhe

bieten eine Weichbettung

oder diabetesadaptierte Bettung.

Die Sohle der Langzeitvariante

kann angepasst werden, sodass die

Abrollung den individuellen Bedürfnissen

entspricht. Orthesen ermöglichen

eine erhöhte Ruhigstellung und

eine Stabilisierung. Jedoch sind sie

nur bis zu einem Körpergewicht von

etwa 100 kg geeignet.

Aufgrund der erhöhten Sturzgefahr

werden fußteilentlastende Schuhe

vom Referenten für Risikoklasse

VII nicht empfohlen: „Man sollte

sehr gut überlegen, ob sie eine Hilfe

sind und ob es ein sicherer Schuh

zur Entlastung der Wunde ist.“ Außerdem

solle man immer kritisch

hinterfragen, ob der Patient die verordneten

Schuhe tragen wird.

Abschließend forderte Dr. Kersken,

dass die Risikoklassen zur Schuhversorgung

generell überarbeitet

werden müssen. Auch seien Fortbildungen

der AG Fuß zur therapeutischen

Schuhversorgung bei

Diabetes patienten sinnvoll.

Dr. Judith Besseling

11. Diabetes Herbsttagung und

41. Hypertonie-Kongress

Die aktuelle Übersicht der AG Fuß

zur Schuhversorgung und zu den

Risikoklassen beim DFS

(Stand 25.02.2006):

http://bit.ly/2BEthYg

Kohlenhydrateinheiten reichen nicht immer aus

Auch Fett und Protein sollten bei der Insulindosis berücksichtigt werden

MANNHEIM. Pizza Salami mit extra

viel Käse – bei manchen Diabetespatienten

steigen nach solchen Mahlzeiten

die Blutzuckerspiegel, obwohl

sie die Kohlenhydrateinheiten bei der

Insulindosis korrekt berücksichtigen.

Auch Fett und Eiweiß können

sich auf den Blutzuckerspiegel

auswirken – wenn auch verzögert

und bei jedem Menschen anders. So

findet man bei der Ernährungsberatung

immer wieder insulinpflichtige

Diabetespatienten, die berichten,

dass sie nach sehr fleischlastigen

oder fettreichen Mahlzeiten hohe

Blutzuckerspiegel entwickeln, betonte

die VDBD-Vorsitzende Dr.

rer. medic. Nicola Haller aus

Augsburg. Eine Lösung könnte hier

die Berücksichtigung des Fett- und

»Kein etablierter

Parameter«

Proteingehalts bei der Berechnung

des Insulinbedarfs sein.

Die dafür verwendete „Fett-Protein-

Einheit” (FPE) berechnet sich wie

folgt: Von der Gesamtmahlzeit wird

der Kaloriengehalt der Kohlenhydrate

berechnet (1 g Kohlenhydrate

= 4 kcal). Dieser wird vom Gesamtkaloriengehalt

abgezogen. Das ergibt

die Kalorien aus Fett und Eiweiß.

Dieser Wert wird durch 100 geteilt,

da eine FPE 100 kcal aus Fett und

Eiweiß entspricht. Die berechnete

Insulindosis wird dann mit Verzögerung

verabreicht: bei 2 FPE nach

drei, bei 3 FPE nach vier und bei

4 FPE nach fünf bis acht Stunden.

Noch ist der FPE kein etablierter

Parameter. Der mögliche Nutzen ist

Hohe BZ-Werte können

auch nach einer fettreichen

Mahlzeit auftreten.

Foto: iStock/beats3

zurzeit noch in der Diskussion. Für

Patienten mit hohen Blutzuckerwerten

trotz richtiger Berechnung

der Kohlenhydratwerte könnte die

FPE-Berechnung aber sinnvoll sein,

meinte Dr. Haller. Am meisten würden

wahrscheinlich Träger von Insulinpumpen

davon profitieren.

Der Patient sollte sich im

Vorfeld beraten lassen

Da die Berechnung im Alltag ziemlich

kompliziert ist, könnten Tabellen

mit Angaben zu FPE sinnvoll

sein. Danach ist eine Einheit z.B. in

einem Glas Vollmilch, einem Wiener

Würstchen oder zwei bis drei Scheiben

Salami enthalten.

Bevor Patienten mit der Berücksichtigung

von FPE beginnen, sollten sie

das Vorgehen aber in jedem Fall mit

ihrem Arzt und Diabetes- bzw. Ernährungsberater

besprechen.

MW

11. Diabetes Herbsttagung und

41. Hypertonie-Kongress


Bei uns läuft’s GUT *

*

GLP-1-Unterstützte Therapie

Einfacher Einstieg

in die Injektionstherapie

bei Typ-2-Diabetes

Einfach stark wirksam

· ab der ersten Gabe 1,§

Einfach überzeugend

· patientenfreundliche

Anwendung 2,‡,†

Einfache Anwendung

· sofort gebrauchsfertiger Pen 3

· 1x wöchentlich 1

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Kombinierbarkeit

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1. Trulicity® Fachinformation. Dezember 2016. 2. Matfin G et al. Journal of Diabetes Science and Technology 2015; 9(5): 1071–1079. 3. Trulicity®-Pen Gebrauchsinformation. Stand Dezember 2016.

# Die Studien mit Dulaglutid wurden durchgeführt in Kombination mit Metformin, Pioglitazon, Glimepirid, Insulin lispro und Insulin glargin. In den Vergleichsarmen wurden Sitagliptin, Liraglutid,

Exenatide 2 x täglich, Metformin, Glimepirid, Insulin glargin und Plazebo getestet (AWARD-1 bis-6 1 , -8 1 und -9 1 ).

§ 7 klinische Phase-III-Studien zeigen eine statistisch überlegene HbA 1c

-Reduktion für Dulaglutid 1,5 mg im Vergleich zu: Metformin, Sitagliptin, Exenatide zweimal täglich, Insulin glargin und Plazebo. 1

Gegenüber der maximal zugelassenen Dosis von Liraglutid 1,8 mg erzielte Trulicity® 1,5 mg in einer Phase-III-Studie eine statistisch nicht-unterlegene HbA 1c

-Reduktion. 1

‡ Verglichen mit Exenatid 2x täglich.

† Basierend auf der Bewertung der Produktprofile von Liraglutid und Trulicity® – ohne Nennung der Namen – im Rahmen einer Befragung von Patienten mit Typ-2-Diabetes, die noch keine Injektionstherapie erhalten hatten.

Wenn Attribute wie Wirksamkeit und Verträglichkeit zweier Behandlungen gleich sind, werden für die Bewertung durch die Patienten die Faktoren sofort gebrauchsfertiger Pen und 1 x wöchentliche Anwendung ausschlaggebend.

Trulicity: Bezeichnung der Arzneimittel: Trulicity 0,75 mg Injektionslösung in einem Fertigpen, Trulicity 1,5 mg Injektionslösung in einem Fertigpen Zusammensetzung: arzneilich wirksamer Bestandteil: Jeder Fertigpen enthält

0,75 mg bzw. 1,5 mg Dulaglutid in 0,5 ml Lösung. Hilfsstoffe: Natriumcitrat, Citronensäure, Mannitol, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke Anwendungsgebiete: Trulicity wird angewendet, um den Blutzucker bei Erwachsenen

mit Typ 2 Diabetes zu senken. – als alleiniges Arzneimittel zur Diabetes-Behandlung, wenn der Blutzucker nur durch Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert ist und Metformin nicht eingenommen werden kann. – oder

zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Diabetes-Behandlung, wenn durch diese der Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert ist. Diese anderen Arzneimittel können Arzneimittel sein, die eingenommen werden, und/oder ein

Insulin, das gespritzt wird. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen. Diese Nebenwirkungen

sind normalerweise nicht schwerwiegend. Sie treten meist zu Behandlungsbeginn auf und lassen bei den meisten Patienten im Lauf der Zeit wieder nach. Unterzuckerung tritt sehr häufig auf, wenn Dulaglutid zusammen mit Arzneimitteln

angewendet wird, die Metformin, Sulfonylharnstoff und/oder Insulin enthalten. Bei Anwendung eines Sulfonylharnstoffs oder wenn Insulin gespritzt wird, kann es bei gleichzeitiger Dulaglutid-Anwendung notwendig werden,

die Dosis zu reduzieren. Unterzuckerungen sind häufig, wenn Dulaglutid allein oder zusammen mit Kombination von Metformin und Pioglitazon angewendet wird. Zu Symptomen einer Unterzuckerung gehören

Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Schwindel, Hungergefühl, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Herzrasen und Schwitzen. Andere häufige Nebenwirkungen sind: weniger Hunger, Verdauungsstörung, Verstopfung,

Blähungen, geblähter Bauch, saures Aufstoßen, Rülpsen, Müdigkeit, erhöhter Puls,Verlangsamung der elektrischen Herzströme. Gelegentlich: Reaktionen an der Injektionsstelle (z.B.Ausschlag oder Rötung),Allergische Reaktionen

am ganzen Körper (z.B. Schwellung, erhabener juckender Hautausschlag [Nesselsucht]). Selten: Akute Pankreatitis. Zulassungsinhaber: Eli Lilly Nederland B.V.; Papendorpseweg 83, 3528 BJ Utrecht, Niederlande

Ansprechpartner in Deutschland: Lilly Deutschland GmbH, Werner-Reimers-Str. 2–4, D-61352 Bad Homburg. Verschreibungspflichtig (Stand Dezember 2016).

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16 Kongress aktuell

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Die Nieren effektiver schützen!

RAS-Hemmung ausreizen | Neue Aldosteronantagonisten und SGLT2-Inhibitoren

MANNHEIM. Alle 60 Minuten kommt ein Patient aufgrund

einer diabetischen Nephropathie erstmalig an die Dialyse.

Neue Strategien zur Prävention und Therapie der

Nierenschädigung sind daher dringend erforderlich.

Bei einer eingeschränkten

Nierenfunktion

steigen die

Kreatininspiegel.

Foto: Science Photo Library/Romero, Antonio

Im Grunde kann man Patienten

mit Diabetes, die es bis zur Dialyse

schaffen, gratulieren: Sie sind die

„Survivors“ – die meisten Patienten

mit chronischer Niereninsuffizienz

versterben schon vorher an kardiovaskulären

Ereignissen, sagte Professor

Dr. Ulrich Wenzel, Universitätsklinikum

Hamburg-Eppendorf.

Das kardiovaskuläre Risiko ist bei

chronischer Niereninsuffizienz extrem

hoch – insbesondere wenn bereits

eine große Proteinurie vorliegt.

Seit Langem ist bekannt, dass

Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-

Systems (RAS) wie ACE-Hemmer

und AT 1 -Antagonisten bei Diabetes

nephroprotektiv wirken und

die Nephropathie zumindest etwas

herauszögern können. Dieser Effekt

ist dosisabhängig: Sowohl eine

Verdoppelung der Dosis (z.B. gezeigt

für Ramipril oder Candesartan)

als auch eine Kombination von

ACE-Hemmer/AT 1 -Antagonist oder

ACE-Hemmer und Aliskiren schützt

die Niere nicht nur besser, sondern

»Die Signale

sind deutlich«

führt auch zu einem Rückgang einer

bereits bestehenden Proteinurie.

Das Problem: Alle diese Strategien

zur verstärkten RAS-Blockade gehen

mit einem erhöhten Risiko für eine

potenziell lebensbedrohliche Hyperkaliämie

einher. Das Gleiche gilt

auch für Aldosteronantagonisten wie

Spironolacton oder Eplerenon, die

ebenfalls im Prinzip das Zeug hätten,

die Niere zu schützen.

Hyperkaliämie droht – wie lässt

sich dies vermeiden?

Neuere Strategien zielen daher darauf

ab, das Problem der Hyperkaliämie

in den Griff zu bekommen.

Eine Möglichkeit sind Substanzen

wie Patiromer, die Kalium im Darm

binden und so das Risiko für eine

Hyperkaliämie unter RAS-Blockade

reduzieren können. Endpunktstudien

fehlen aber bisher.

Renale Endpunkte unter Empagliflozin (vs. Placebo)

Neuaufteten oder Verschlechterung der Nephropathie HR 0,61 (95%-KI: 0,53, 0,70)

Neuauftreten Makroalbuminurie HR 0,62 (95%-KI: 0,54, 0,72)

Verdopplung des Serum-Kreatinins HR 0,56 (95%-KI: 0,39, 0,79)

Beginn einer Nierenersatztherapie HR 0,45 (95%-KI: 0,21, 0,97)

Wanner C et al. NEJM 2016; 375: 323-343

Ein anderer Ansatz sind Aldo steronantagonisten

der dritten Generation

wie Finerenone, das sich durch eine

deutlich geringere Hyperkaliämie-

Rate auszeichnet. Hier wurden bereits

zwei große Studien bei Diabetespatienten

mit den Endpunkten

Progression der Nierenerkrankungen

bzw. Reduktion der kardiovaskulären

Morbidität und Mortalität

gestartet – erste Ergebnisse werden

2019 bzw. 2020 erwartet.

Inhibition von SGLT2 scheint

nephroprotektiv zu wirken

Ein neuer Ansatz zum Schutz der

Niere bei Diabetes könnte in Zukunft

möglicherweise auch die SGLT2-

Hemmung sein, wie Professor Dr.

Christoph Wanner, Universitätsklinikum

Würzburg erläuterte. Die

neuen Antidiabetika führen nicht

nur zur Glukosurie – sie fördern

auch osmotische Diurese und Natriurese

und können der bei Diabetes

auftretenden glomerulären Hyperfiltration

und intraglomerulären

Druckerhöhung entgegenwirken.

Aus den klinischen Studien mit

SGLT2-Hemmern gibt es deutliche

Signale für eine nephroprotektive

Wirkung, erklärte der Nephrologe.

Zwar kommt es anfangs zu einem

Abfall der glomerulären Filtrationsrate,

danach scheint sich die Nierenfunktion

aber über drei Jahre im

Vergleich zu Placebo deutlich zu

stabilisieren, wie in der EMPA-REG-

OUTCOME-Studie mit Empagliflozin

gezeigt wurde. Das Gleiche ließ

sich mit Canagliflozin über fünf

Jahre erreichen. Bei allen renalen

Endpunkten schnitt Empagliflozin

im Vergleich zu Placebo in den Studien

signifikant besser ab. Das Neuauftreten

bzw. die Verschlechterung

einer Nephropathie wurde deutlich

herausgezögert und auch Patienten

mit bereits bestehender Makroalbuminurie

profitierten von der Therapie.

Renale Nebenwirkungen wie ein

akutes Nierenversagen traten in den

Studien nicht vermehrt auf.

Bisher handelt es sich aber bei diesen

Daten nur um sekundäre Endpunkte,

gab Prof. Wanner zu bedenken.

Entsprechende größere Studien mit

renalen Endpunkten sind bereits angelaufen.

Bisher ist die Anwendung

der SGLT2-Hemmer auf Patienten

mit einer eGFR ≥ 45 ml/min/1,73 m 2

(bei Beginn > 60 ml/min/1,73 m 2 )

beschränkt. Dies könnte sich aber in

Zukunft ändern, wenn die entsprechenden

Daten vorliegen, meinte der

Experte.

Maria Weiß

11. Diabetes Herbsttagung und

41. Hypertonie-Kongress

Wetten, dass...?

Motivations-App hilft Bewegungsmuffel auf die Beine

MANNHEIM. Verlustaversion, unmittelbare

Belohnung, leistungsabhängiges

Feedback, soziale Unterstützung,

eigener Erfolg, Wettbewerb. Das sind

die Motivationsstrategien der App

AnkerSteps. Sie soll dabei helfen, einen

gesünderen Lebensstil zu entwickeln.

Durchschnittlich laufen

die Deutschen

am Tag 2700 Schritte

– empfohlen werden

10 000. Der häufigste

Grund für den Bewegungsmangel

ist die fehlende

Motivation. Genau

hier setzt AnkerSteps

an: Die Nutzer setzen mindestens

1,- € darauf, dass sie am Tag 10 000

Schritte laufen. Wird das Ziel nicht

erreicht, verlieren sie das Geld. Halten

sie ihren Vorsatz ein, gewinnen

sie anteilig aus dem Verlust anderer

Nutzer. So kann mit einem gesunden

Maß an Bewegung sogar noch Geld

verdient werden.

Die App wurde von Wissenschaftlern

der Technischen Universität

Dresden entwickelt. Sie wollen damit

die Chancen der Digitalisierung

nutzen, um ein nachhaltiges Präventionsprogramm

zu erschaffen. „Das

könnte vielleicht eine neue Qualität

im Hinblick auf die Prävention

sein.“, sagt Professor

Dr. Peter E. H.

Schwarz, TU Dresden.

Seit dem Jahr 2016 existiert

die App bereits.

Mittlerweile wurde sie

um einige motivationsfördernde

Funktionen

erweitert:

• Ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm

ermöglicht einen schrittweisen

Einstieg. Das Tagesziel wird

so lange gesteigert bis die 10 000

Schritte am Tag erreicht werden.

• Ein achtköpfiges Expertenteam

gibt täglich in personalisierten

Nachrichten Tipps und Feedback

zur individuellen Leistung.

• Ein geschützter Bereich kann von

Fachleuten zur Gesundheitsberatung

genutzt werden. So können sie

ihre Patienten über die App coachen.

Ein besonderer Ansporn besteht darin,

dass sowohl der Berater als auch

seine Patienten die Bewegungsdaten

aller Teilnehmer sehen.

Ein 100-tägiges Schulungsprogramm

ist in Arbeit

Im Laufe des Jahres soll ein Communitytool

hinzugefügt werden,

das es ermöglicht mit Freunden zu

chatten, ihre Statistiken zu sehen

und sich gegenseitig anzufeuern.

Wichtig ist den Entwicklern, dass

der Fokus auf der langfristigen Motivation

liegt. Prof. Schwarz betonte,

dass durch die Anwendung keine

Daten gesammelt werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen

würden die App gerne als Präventionsprogramm

einsetzen. Um die

Voraussetzungen dafür zu schaffen,

wird gerade an einem 100-tägigen

Interventions- und

Schulungsprogramm

gearbeitet.

Das Expertenteam bereitet

dafür kurze Filme vor,

in denen sie die Teilnehmer

motivieren am Ball zu bleiben.

11. Diabetes Herbsttagung und

41. Hypertonie-Kongress

jub

10 000 Schritte am Tag?

AnkerSteps hält die

Motivation aufrecht!

Fotos: www.ankersteps.com,

fotolia/Ayamap

Die App auf einen Blick

• Der Tageseinsatz kann zwischen 1–20 € gewählt und wöchentlich verändert

werden.

• Die Abrechnung der Gewinne und Verluste erfolgt über den Bezahldienstleister

PayPal. Alternativ kann ein Lastschriftverfahren gewählt werden.

• Als Schrittzähler können momentan 137 am Markt verfügbare Gadgets inklusive

Smartwatches dienen, die mit der App synchronisiert werden.

• An bis zu 14 Tagen kann man die App jährlich ruhen lassen.

• Der Vertrag kann jederzeit kostenlos mit einer einwöchigen Frist gekündigt

werden.


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Kongress aktuell

17

Diabetes Kongress 2018

#Digitale Transformation

Vom Patienten zum User und vom Arzt zum „digital specialist“?

BERLIN. Mit den Chancen

der Digitalisierung in der Diabetologie

und den Fragen, die

sowohl Behandler als auch Patienten

bewegen, beschäftigt

sich u.a. der Diabetes Kongress,

der vom 9. bis 12. Mai in Berlin

stattfindet.

»Alles, was

digitalisierbar ist,

wird digitalisiert

werden. Alles.«

Peter Glaser, Autor und Ehrenmitglied

des Chaos Computer Clubs

Auch in der Medizin

gilt es, umzudenken,

digital zu denken.

Foto: iStock/akindo

In allen Lebensbereichen fasst die

Digitalisierung auf die eine oder

andere Art und Weise Fuß. So

wundert es wenig, dass diese rasante

Entwicklung auch oder vielleicht

besonders im Bereich des Gesundheitswesens

täglich an Bedeutung

gewinnt. Digitalisierung, das sind

nicht nur neue, digitale Technologien.

Es gilt umzudenken, digital zu

denken. Dadurch eröffnen sich zahlreiche

neue Chancen.

Gleich in der Eröffnungsveranstaltung

wird der Diabetes Kongress

2018 thematisch „digital“ eingeläutet.

Als Keynote-Speaker lädt

Professor Dr. Bertram Häussler,

Mediziner, Soziologe und Vorsitzender

der Geschäftsführung der IGES

Institut GmbH, zu einer Zeitreise

in die Zukunft des digitalen Gesundheitssystems

ein. Welche Form

könnte die Verbindung von Gesundheit

und Digitalisierung annehmen?

Welche Rolle und Bedeutung haben

die Patienten als Nutzer und Treiber

dieser Entwicklungen?

Diese und andere Fragen finden sich

auch im „Code of Conduct Digital

Health“ wieder, den die DDG als erste

medizinische Fachgesellschaft verabschiedet

hat – das beste Beispiel

dafür, wie brisant das Thema für die

DDG ist. Wie digitale Technologien

Menschen mit Diabetes helfen und

warum ihre Lebensqualität stärker

erfasst werden sollte, das sind Kernfragen,

die DDG-Präsident Professor

Dr. Dirk Müller-Wieland

ein wichtiges Anliegen sind. Beim

Auftakt des Kongresses wird er die

Leuchtturmprojekte der DDG im

Bereich Digitalisierung und Patientenrelevanz

vorstellen.

Der Diabetes Kongress 2018 bietet

vielfältige Möglichkeiten, sich dem

Thema „Digitalisierung“ weiter zu

nähern.

• Das Symposium „Digitalisierung in

der Praxis“ (Do., 10. Mai, 14.00–15.30

Uhr) setzt sich z.B. mit der EU-Datenschutzgrundverordnung

und der

Patientensicht auf Datenschutz auseinander,

aber auch mit technischen

Fragen wie Interoperabilität und Software-Standards

oder dem IT-Profil

einer Diabetes-Schwerpunktpraxis.

• Auch das Symposium der AGDT

der DDG (Fr., 11. Mai, 16.30–18.00

Uhr) widmet sich der Digitalisierung,

mit Vorträgen über AP-Systeme,

OpenAPS, juristische Aspekte

und Erfahrungen mit der Evaluierung

von Medizinprodukten, Smart

Pens und die Standardisierung der

Auswertung von CGM-Profilen.

Auch aus gesundheitspolitischer

Sicht wird das Thema Digitalisierung

erörtert:

• z.B. beim Symposium „Digitalisierung

und Big Data - wo geht die

Reise hin für Versorgung und Forschung?“

(Fr., 11. Mai, 14.30–16.00

Uhr) und

• beim Symposium „Wer entscheidet

- Arzt oder App?“ (Fr., 11 Mai,

16.30–18.30 Uhr), das die neue

Voten und Fragen stellen? Digital

und einfach mit der Tagungs-App!

Gelebte digitale Transformation? Natürlich! Nicht nur

in den themenspezifischen Symposien und Workshops

zeigt das Thema „Digitalisierung“ seine Facetten.

Auf dem gesamten Kongress können Sie die Vorzüge

der Digitalisierung nutzen: kostenloses WLAN

auf dem Kongress-Gelände, Videoübertragung aus

den Vortragsräumen und aktuelle Informationen auf

der Tagungs-App. Je nach Vortrag haben Teilnehmer

und Teilnehmerinnen in interaktiven Veranstaltungen

die Chance, über unsere Tagungs-App abzustimmen

oder Fragen an das Podium einzureichen.

„Die digitale Transformation wird die Diabetologie

verändern“, davon ist auch Tagungspräsident

Professor Dr. Jochen Seufert überzeugt. „Digitale

Neuerungen werden uns vollkommen ungeahnte

Möglichkeiten bieten, mehr Zeit im direkten Kontakt

zu unseren Patienten zu nutzen, anstatt uns mit Dokumentationen

zu belasten.“ Das Gespräch ist das

wichtigste Instrument des Diabetologen. „Deshalb

freuen wir uns auf Ihre Teilnahme und rege Beteiligung

am Diabetes Kongress, denn Diabetologie

bedeutet nicht umsonst ‚Sprechende Medizin’“, so

Prof. Seufert.

Technologie, die in ärztliches Handeln

eingreift, aus verschiedenen

Perspektiven beleuchtet.

Am letzten Kongresstag thematisiert

das DiaDigital-Symposium (Sa.,

12. Mai, 11.00–12.30 Uhr) Konzepte

wie Barrierefreiheit bei der App-Programmierung

und bietet Einblicke

in die „Next Generation“ bei Apps

im Bereich Diabetologie.

Ergänzt wird der Schwerpunkt Digitalisierung

mit praktischen Workshops

wie „Was bedeutet Digitalisierung

in der Umsetzung in der Praxis,

was/wen brauche ich dafür?“ oder

„Apps in der Diabetologie“ (jeweils

Do., 10. Mai, 16.00–17.30 Uhr).

DDG

Humangenetik: Basiswissen für Ärzte

Eintägiges Curriculum auf dem Diabetes Kongress 2018 – jetzt anmelden!

Die Bedeutung

genetischer Untersuchungen

wächst.

Foto: fotolia/Dan Race

BERLIN. Theorie und Praxis: Auf dem

Diabetes Kongress in Berlin wird am

9. Mai ein Curriculum zu “Grundlagen

der Humangenetik und humangenetische

Untersuchungen bei Diabetes

mellitus, Fettstoffwechselstörungen

und Herz- und Gefäßerkrankungen“

angeboten. Es sind noch Plätze frei.

Die rapide zunehmenden Erkenntnisse

zu monogenetisch

bedingten Erkrankungen haben in

vielen internistischen Teilgebieten zu

Empfehlungen geführt, bei Indexpatienten

ein molekulargenetisches

Routinescreening durchzuführen.

Ziel ist es, einerseits die Therapieund

Diagnoseplanung der Betroffenen

zu stratifizieren und andererseits

präsymptomatische Verwandte

frühzeitig zu behandeln. Darüber

hinaus hat die molekulargenetische

Diagnostik wesentlich zu einem besseren

Verständnis der Ätiologie und

Pathogenese vieler Herz- und Gefäßerkrankungen

sowie Stoffwechselstörungen

beigetragen.

Die AG Molekularbiologie und Genetik

der DDG (in Zusammenarbeit

mit der SYNLAB Akademie für ärztliche

Fortbildung) bietet im Rahmen

des Diabetes Kongresses einen eintägigen

Auffrischungskurs an. Er wird

»Kompakte

Vermittlung«

genetisches Grundlagenwissen und

die praktische Anwendung für die

Sprechstunde kompakt vermitteln.

Vorbereitung für den

Qualifikationsnachweis

Das Fortbildungsangebot richtet

sich an Fachärztinnen und -ärzte

für Innere Medizin insbesondere

mit den Schwerpunkten Kardiologie

und Endokrinologie/Diabetologie,

die ihre genetischen Kenntnisse auffrischen

und sich in ihrem Fachgebiet

auf den neusten Stand bringen

möchten.

Der erste Teil behandelt die theoretischen

Grundlagen, die Grundzüge

der genetischen Beratung, die gesetzlichen

Grundlagen sowie die Methoden

der genetischen Diagnostik. Im

zweiten Teil wird

anhand von Fallbeispielen

dargestellt,

welche

Bedeutung geneti-

sche Untersuchungen

bei kardiovaskulären

Erkrankungen und

Stoffwechselstörungen für

Diagnose, Risikostratifizierung und

Therapieplanung haben.

Fachärztinnen und -ärzte, die genetische

Untersuchungen beauftragen

und Patienten zu diagnostischen

Belangen einer spezifischen Erkrankung

aufklären und beraten

wollen, benötigen gemäß den Anforderungen

des Gendiagnostikgesetzes

(GenDG) eine Qualifikation

zur „fachgebundenen genetischen

Beratung“. Zum

Nachweis muss

eine Wissenskontrolle

bei ei-

ner Ärztekammer

abgelegt werden.

Die Fortbildung vermittelt

die dafür derlichen Kenntnisse.

erfor-

Verschiedene Landesärztekammern

bieten Termine für die Wissenskontrolle

an. Weitere Informationen

und Termine können bei den jeweiligen

Landesärztekammern eingeholt

werden.

DDG

Weitere Informationen:

www.diabeteskongress.de/

programm/wissenschaftlichesprogramm.html


18 Forum Literatur

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Längere Liegezeiten und höhere Kosten

bei Patienten mit Diabetes

Risikoprofil bei unfallchirurgisch-orthopädischen Eingriffen

TÜBINGEN. Adipositas, Bluthochdruck, koronare

Herzerkrankungen, pAVK oder Nierenerkrankungen treten bei

Menschen mit Diabetes häufiger auf als in der Normalbevölkerung.

Diese Begleiterkrankungen stellen bei

unfallchirurgisch-orthopädischen Eingriffen ein erhöhtes Risiko

dar, das die Liegezeit verlängert und die Behandlung verteuert,

wie aus den Daten eines überregionalen Traumaund

Endoprothetikzentrums hervorgeht.

In einer retrospektiven Studie analysierten

Dr. Stefan Pscherer

und seine Kollegen vom BG Trauma

Center an der Eberhard-Karls-

Universität Tübingen die Daten

von insgesamt 17 185 Patienten,

die zwischen 2012 und 2015 in der

Einrichtung versorgt wurden. Dabei

erfassten sie die Komorbiditäten

und die Liegedauer

von Patienten mit Diabetes

im Vergleich zu jenen ohne.

Zwischen den einzelnen

Dia betestypen wurde nicht

differenziert. Die resultierenden

Kosten ermittelten

die Autoren anhand der patientenbezogenen

Fallpauschalen

aus dem Mittelwert der

berechneten Tagessätze.

Der Anteil von Menschen mit Diabetes

an der Gesamtzahl der in dem

Trauma- und Endoprothetikzentrum

behandelten Patienten lag in

der septischen Unfallchirurgie

bei 18,86 %, in der Endoprothetik

bei 16,52 % und in der

Traumatologie bei 6,85 %. Dabei

waren 53 % der Patienten Männer,

47 % Frauen.

Von den Patienten mit Diabetes hatten

deutlich mehr Komorbiditäten,

die den postoperativen Heilungsverlauf

verschlechtern können, als

Diabetes führt

zu erheblichen

extra Behandlungskosten

bei

Traumapatienten.

Foto: iStock/alexsl

diejenigen ohne Diabetes: So war

der Anteil mit Adipositas mehr als

dreimal so hoch. Auch von Vorerkrankungen

wie Bluthochdruck,

Herzinfarkt, peripherer arterieller

Verschlusskrankheit, chronischen

Nierenerkrankungen und Hyperlipidämie

waren Diabetespatienten

zwischen 2,5- und 4,4-mal häufiger

betroffen als andere.

Entsprechend fiel die durchschnittliche

Liegedauer von Diabetespatienten

in allen Fachabteilungen

signifikant höher aus als bei Nicht-

Diabetikern: Je nach Fachabteilung

verzeichneten die Autoren einen

Unterschied von 1–2,6 Tagen (13,52

vs. 12,54 Tage in der Endoprothetik,

18,62 vs. 16,31 Tage in der septischen

Unfallchirurgie und 9,82 vs.

7,07 Tage in der Traumatologie).

Aufgrund der verlängerten Liegedauer

erhöhten sich, bezogen auf die

einzelnen Behandlungsfälle, auch

die Behandlungskosten: Die zusätzlichen

Behandlungskosten lagen in

Sturzneigung und Frakturen bei Diabetes

der Endoprothetik bei durchschnittlich

542,92 Euro pro Diabetespatient,

in der septischen Unfallchirurgie

bereits bei 1097,25 Euro und

in der Traumatologie sogar bei

1471,25 Euro. In der Summe hatten

Diabetespatienten während des

vierjährigen Studienzeitraums in der

untersuchten Klinik knapp 2 Mio.

Euro zusätzliche Behandlungskosten

verursacht. Dabei gingen die Extrakosten

vorwiegend auf das Konto

der Begleit- und Folgeerkrankungen.

Um den Kostenanstieg in Zukunft

auszubremsen, plädieren die Autoren

dafür, die pathophysiologischen

Vorgänge bei Traumapatienten mit

Diabetes besser zu erforschen und

Komorbiditäten besser zu berücksichtigen.

Dabei setzen sie v.a. auf

interdisziplinäre Zusammenarbeit

mit Diabetologen für ein besseres

Blutzuckermanagement im perioperativen

Setting. Antje Thiel

Pscherer S et al. Z Orthop Unfall 2017; 155:

72-76

Nach Auffassung der Studienautoren wird die diabetische Osteopathie oft unterschätzt.

Dabei haben Diabetespatienten – auch beeinflusst durch Alter und

Körpergewicht – häufig eine schlechtere Knochenqualität als gesunde Menschen.

Dadurch sind sie besonders anfällig für Frakturen. Darüber hinaus sind Menschen mit

Diabetes in der Regel anfälliger für Infektionen, deshalb heilen Knochenbrüche meist

nur sehr langsam und nicht vollständig. Gleichzeitig erhöhen diabetesbedingte

Folgeerkrankungen wie periphere Polyneuropathie sowie mikro- und makrovaskuläre

Durchblutungsstörungen die Sturzneigung. Die Autoren empfehlen daher

im Sinne der Prävention, schon frühzeitig und damit möglichst im Vorfeld eines

elektiven Eingriffs das Risikoprofil für eine diabetische Osteopathie zu bestimmen

und auch den Ernährungsstatus des Patienten zu erheben.

Folgeerkrankungen kommen Kassen teuer zu stehen

Hohe Gesundheitskosten durch Komplikationen bei Typ-2-Diabetes

MÜNCHEN. Mikro- und makrovaskuläre

Folgeerkrankungen sind häufige

Komplikationen bei Typ-2-Diabetes.

Doch welche Kosten dadurch für die

hiesige gesetzliche Krankenversicherung

entstehen, war bis dato nur

unzureichend beziffert. Eine aktuelle

Studie des Helmholtz Zentrums

München bringt Licht ins Dunkel.

Die Abrechnungsdaten für die

Jahre 2012 bis 2015 von insgesamt

316 220 bei der Techniker

Krankenkasse versicherten Menschen

mit Typ-2-Diabetes dienten

als Basis für die Untersuchung. Der

Fokus von Katharina Kähm, Institut

für Gesundheitsökonomie und

Management im Gesundheitswesen

Helmholtz Zentrum München und

DZD, und ihren Kollegen lag auf der

Ermittlung der zusätzlichen Behandlungskosten

für mikro- und makrovaskuläre

Folgeerkrankungen.

Eine Beispielrechnung

wurde aufgestellt

Auf Basis dieser Daten konnten

die Wissenschaftler die Kosten der

Folgeerkrankungen detailliert ermitteln.

Da Typ-2-Diabetes überwiegend

erst in höherem Lebensalter

auftritt, stellten die Autoren

eine Beispielrechnung auf, die von

einem Mann zwischen 60 und 69

Jahren ausgeht. Allein im Quartal

der Diagnose einer entsprechenden

Folgeerkrankung beliefen sich

die Kosten bei einer Retinopathie

auf 671 Euro und bei Erblinden auf

2933 Euro. Eine neu erkannte Nephropathie

schlägt mit 3353 Euro

zu Buche, wohingegen eine dialysepflichtige

Niereninsuffizienz Kosten

von 22 691 Euro verursacht.

Ein nicht-tödlicher Schlaganfall kostet

die Versicherung im ersten Quartal

9769 Euro, ein nicht-tödlicher

Herzinfarkt 8035 Euro. Die entsprechenden

Kosten einer Angina pectoris

belaufen sich auf 2695 Euro, eine

chronische Herzinsuffizienz kostet im

Quartal ihrer Diagnose 3912 Euro. In

den folgenden Quartalen fallen zwar

»Primär- und

Sekundärprävention

verbessern«

weniger Kosten an, doch das Niveau

bleibt weiterhin hoch. Jährlich kosten

dia betische Folgeerkrankungen bei

besagtem 60- bis 69-jährigen Mann

zwischen 2539 Euro (Retinopathie)

und 34 547 Euro (Niereninsuffizienz)

im ersten Jahr und entsprechend

2469 bzw. 24 662 Euro in den darauffolgenden

Jahren.

Deutliche Unterschiede

bei Männern und Frauen

Bei der Analyse der Daten fiel auf,

dass die Kosten für makrovaskuläre

Komplikationen bei den Männern

höher waren, entsprechend lagen die

Kosten für mikrovaskuläre Folgeerkrankungen

bei den Frauen höher.

Den Daten ließ sich außerdem entnehmen,

dass bei den einbezogenen

Versicherten mit Typ-2-Diabetes

81 % Hypertonie hatten und 30 %

adipös waren. Bei den Frauen war

der Anteil mit Adipositas höher als

bei den Männern, Gleiches galt auch

für begleitende Depressionen. Mehr

Männer hatten eine Vorgeschichte mit

Nikotin- oder Alkohol abusus sowie

malignen Krebserkrankungen.

Die Autoren betonen, dass ihre Studie

in Deutschland die erste in einer

derartigen Größe und in diesem

Detaillierungsgrad ist. Sie wollen

künftig noch genauer untersuchen,

welche ökonomischen Auswirkungen

mehrere gleichzeitig bestehende

Erkrankungen haben. Langfristig

versprechen sie sich davon eine Verbesserung

der Programme zur Primär-

und Sekundärprävention. thie

Kähm K et al. Diabetes Care 2018, online first

https://doi.org/10.2337/dc17-1763


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Forum Literatur

19

DPP4-Hemmer: Herzschutz

durch Metformin?

Metaanalyse zeigt Wechselwirkung von Antidiabetika bei Typ-2-Diabetes

Fördert die Kombi

aus DPP4-Hemmer

und Metformin die

Herzgesundheit?

Foto: fotolia/honksantima

DURHAM. Es gilt als gesichert, dass

DPP4-Inhibitoren im Vergleich zu Placebo

das kardiovaskuläre Risiko weder

positiv noch negativ beeinflussen.

Neuere Studiendaten lassen jedoch

darauf schließen, dass sich eine begleitende

Metformin-Therapie günstig

auf die Herzgesundheit der Patienten

auswirken könnte.

In einer Metaanalyse haben US-Wissenschaftler

vom Durham VA Medical

Center in North Carolina drei

große internationale randomisierte

Studien auf den kardiovaskulären

Effekt von DPP4-Inhibitoren im Zusammenspiel

mit einer zusätzlichen

oder ohne Metformin-Medikation

untersucht. Ausgewertet wurden die

Daten von TECOS (Sitagliptin) aus

dem Jahr 2015, EXAMINE (Alogliptin)

aus dem Jahr 2013 sowie

SAVOR-TIMI 53 (Saxagliptin) aus

dem Jahr 2013.

Kardiovaskuläres Outcome ist

abhängig von Metformin-Gabe

Teilnehmer waren mehrere 1000

Patienten mit Typ-2-Diabetes, die

zusätzlich zu einer vorbestehenden

antidiabetischen Medikation den

jeweiligen DPP4-Inhibitor bzw. ein

Placebo erhielten. Alle Veröffentlichungen

lieferten Informationen

zum kardiovaskulären Outcome

(primärer Studienendpunkt: Kombination

aus kardiovaskulärem Tod,

nicht-tödlichem Myokardinfarkt

bzw. Schlaganfall) von Patienten

mit bzw. ohne begleitende Metformin-Einnahme.

Die TECOS-Studie

erfasste zusätzlich das Risiko für einen

Klinikaufenthalt aufgrund einer

instabilen Angina pectoris.

Synergismus zwischen DPP4-

Inhibitoren und Metformin

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit

von 1,5–3 Jahren erwiesen

sich die DDP4-Inhibitoren im Hinblick

auf das Herz-Kreislauf-Risiko

des gesamten Studienkollektivs als

risikoneutral. Allerdings trat der

primäre Studienendpunkt bei den

Metformin-Anwendern tendenziell

seltener ein (Hazard Ratio 0,92;

95%-KI 0,84–1,01). Nicht-Anwender

erlitten hingegen etwas häufiger

kardiovaskuläre Komplikationen

(Hazard Ratio 1,10; 95%-KI 0,97–

1,26). Der Unterschied zwischen

Metformin-Anwendern und -Nichtanwendern

erwies sich dabei in einer

Meta-Regression als statistisch signifikant

(p = 0,036).

Das Spektrum der Interaktionen

zwischen den verschiedenen

Antidiabetika-Klassen ist zum gegenwärtigen

Zeitpunkt noch weitgehend

unerforscht, schreiben die

Wissenschaftler um Erstautor Dr.

Matthew Crowley. Die Ergebnisse

der Metaanalyse deuten jedoch

zumindest auf einen Synergismus

zwischen DDP4-Inhibitoren und

Metformin hin: Das kardiovaskuläre

Risiko von Menschen mit Typ-2-

Dia betes hängt offenbar davon ab,

ob Metformin einen Teil der antidiabetischen

Medikation darstellt oder

nicht.

»Interaktionen

sind unerforscht«

Wenn es auf einfaches

Blutzucker-Messen

ankommt.

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Ob die beobachteten Effekte

allerdings tatsächlich

allein auf die Metformin-Komedikation

zurückzuführen sind

oder ob weitere Einflussfaktoren,

beispielsweise chronische Nierenoder

Herzerkrankungen, hierfür

ursächlich sind, muss im Rahmen

zukünftiger Untersuchungen ge-

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Preisgruppe B

klärt werden. Zudem gilt es

herauszufinden, ob ähnliche

Wechselwirkungen auch zwischen

Metformin und anderen neuen Antidiabetika

bestehen, betonen die

Wissenschaftler.


Dr. Judith Lorenz

Crowley MJ et al. Diabetes Care 2017;

40: 1787-1789

»Weitere Einflussfaktoren

müssen

geklärt werden«

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20 Das Interview

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Herausfinden, wie der Typ-1-Diabetes

verhindert werden kann

Internationales Studienprogramm zur Früherkennung und Vorbeugung

von Typ-1-Diabetes ist gestartet

MÜNCHEN. Im Rahmen der Freder1k-Studie sollen europaweit

300 000 Babys innerhalb der ersten vier Lebensmonate auf ihr

Diabetesrisiko getestet werden. Kinder mit einer entsprechenden

genetischen Prädisposition können dann an der Primärpräventionsstudie

POInT teilnehmen. Im Interview spricht Dr.

Christiane Winkler, eine der Studienleiterinnen am Helmholtz Zentrum

München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung

(DZD), über Intention und Ziele des Studienprogramms.

?

In Fr1da und Fr1dolin werden

bereits seit einigen Jahren

Kleinkinder im Rahmen eines

Autoantikörper-Screenings

auf ein Frühstadium von Typ-1-

Dia betes getestet. In Freder1k

testen Sie nun Säuglinge auf

das Vorliegen bestimmter

Risikogene. Warum diese unterschiedlichen

Studienansätze?

Dr. Christiane Winkler: Die Erkrankung

des Typ-1-Diabetes verläuft in

verschiedenen Stadien. Bereits zur

Geburt kann eine genetische Prädisposition

vorliegen. In Stadium 2

bilden sich Autoimmun antikörper,

man spricht von einem Frühstadium

des Typ-1-Diabetes. Zu den typischen

Symptomen mit erhöhten

Blutglukosewerten kommt es erst

im letzten klinischen Stadium. Mit

Freder1k und der daran anschließenden

POInT-Studie möchten wir

verhindern, dass gefährdete Kinder

überhaupt das Stadium 2 erreichen.

?

Wie identifizieren Sie die Kinder

mit einem erhöhten Risiko?

Dr. Winkler: Wir untersuchen über

40 Genregionen, die mit dem Typ-

1-Diabetes assoziiert sind. Mithilfe

eines speziell von uns entwickelten

Risiko-Scores können wir dann berechnen,

ob ein Kind ein erhöhtes

Risiko hat, an Typ-1-Diabetes zu

erkranken. Kinder aus der Allgemeinbevölkerung

ohne einen nahen

Verwandten mit der Erkrankung haben

ein generelles Risiko von 0,4 %,

im Laufe ihres Lebens einen Typ-1-

Dia betes zu entwickeln. Kinder, die

bestimmte Genvarianten aufweisen,

haben im Vergleich dazu ein bis zu

25-fach erhöhtes Risiko.

?

Kann das Wissen um ein erhöhtes

Risiko denn nicht eine extreme

Belastung für die Familie sein?

Dr. Winkler: Zu Freder1k lief bereits

eine Pilot-Studie in Sachsen. Dabei

haben wir das Wohlbefinden der

Eltern nach der Diagnose mithilfe

»Keine erhöhten

Werte für Belastung,

Depression

oder Angst«

nachgefragt

eines standardisierten Fragebogens

erhoben. Keine der Familien zeigte

erhöhte Werte für psychische Belastung,

Depression oder Angst.

?

In der Phase-IIb-Studie POInT

soll nun untersucht werden, ob

sich der Ausbruch der Erkrankung

verhindern lässt. Was stimmt Sie optimistisch,

dass die orale Gabe von

Insulin die Immunregulation positiv

beeinflussen kann?

Dr. Winkler: In Vorläuferstudien, z.B.

der Pre-POINT-Studie haben wir

die orale Gabe von Insulin bereits

getestet. Dabei haben 25 Kinder im

Alter von zwei bis sieben Jahren über

einen Zeitraum von bis zu 18 Monaten

orales Insulin erhalten. Wir

konnten eine Immunantwort auf

das Insulin ausmachen. In POInT

erhalten nun die Kinder direkt mit

dem Start der Beikost bis zu einem

Alter von drei Jahren orales Insulin.

Da das Stadium der Autoimmunität

schon sehr früh im Leben auftreten

kann, muss eine Primärprävention

entsprechend früh stattfinden. Das

Ziel ist es ja, die Enwicklung eines

Frühstadiums zu verhindern.

KURZBIOGRAPHIE

DR. CHRISTIANE WINKLER

Dr. rer. biol. hum. Christiane Winkler

(Freder1k) hat zusammen mit Prof.

Dr. Anette-Gabriele Ziegler (Freder1k

und POInT) und PD Dr. Peter Achenbach

(POInT) die Studienleitung

am Institut für Diabetesforschung,

Helmholtz Zentrum München, inne.

Ihr Forschungsinteresse gilt der Ursachenforschung

von Typ-1-Diabetes

bei Kindern mit einem erhöhten Diabetesrisiko

(Einfluss von genetischen

Faktoren und Umweltfaktoren).

Foto: IDF, Helmholtz Zentrum München

»Frühstadium

verhindern«

?

Sind die Kinder durch die Insulin-

Exposition einem erhöhten Hypoglykämierisiko

ausgesetzt?

Dr. Winkler: In der Pre-POINT-

Studie und auch in der Pre-POINTearly-Studie,

einer weiteren Vorläuferstudie,

die Kinder im Alter

zwischen sechs Monaten und zwei

Jahren eingeschlossen hat, traten

keine Hypoglykämien oder andere

Nebenwirkungen auf.

?

Wie viele Kinder konnten bis

heute in die POInT-Studie eingeschlossen

werden?

Dr. Winkler: Insgesamt konnten wir

im Rahmen von Freder1k bisher

über 11 000 Kinder auf die Risikogene

testen, das Ziel sind 300 000 Kinder,

zusammen mit kooperierenden

Kliniken und Ärzten in Schweden,

Polen, Belgien und Großbritannien.

Wir gehen davon aus, dass etwa 1 %

der getesteten Kinder eine genetische

Prädisposition aufweist und

rechnen damit, dass ca. 30–40 % der

Eltern auch einer Teilnahme an der

POInT-Studie zustimmen. Aktuell

haben wir acht Kinder einschließen

können. In Kürze folgen weitere

Kinder. Als Ziel haben wir uns die

Teilnahme an der Primärpräventionsstudie

von 1040 Kindern mit

einem erhöhten Erkrankungsrisiko

Für die Testung auf Risikogene

sind nur wenige Tropfen Blut,

z.B. aus der Ferse, notwendig.

Auf Filterpapierkarten werden die

Blutstropfen dann konserviert.

Foto: Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München

gesetzt. Erste Studienergebnisse werden

wir voraussichtlich im Jahr 2026

veröffentlichen können.

?

In Bayern, Niedersachsen und

Sachsen wird die Teilnahme an

Freder1k allen Eltern im Rahmen

der U-Untersuchung des Kindes

angeboten. Wie können Kinder aus

den anderen Bundesländern an dem

Programm teilnehmen?

Dr. Winkler: Primär läuft die Studie

in Deutschland tatsächlich in diesen

drei Bundesländern. Deutschlandweit

wird das Studienprogramm

Kindern mit Eltern oder Geschwistern,

die an Typ-1-Diabetes erkrankt

sind, angeboten.

?

Freder1k und POInT sind Teil der

internationalen Global Platform

for the Prevention of Autoimmune

Diabetes. Das Motto der GPPAD lautet

„a World without 1“. Ist für Sie eine

Welt ohne Typ-1-Diabetes tatsächlich

vorstellbar?

Dr. Winkler: Ja klar, das ist unsere

Vision! Selbst wenn die POInT-

Studie nicht den erhofften Erfolg

bringt, werden wir zusammen mit

GPPAD so lange weiterforschen, bis

wir herausfinden, wie wir den Typ-

1-Diabetes verhindern können.

Interview: Alisa Ort

Weitere Informationen zu dem

Studienprogramm und dem internationalen

Forschungs- und

Medizinnetzwerk GPPAD:

www.gppad.org/de


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Zulassungsinhaber: Eli Lilly Nederland B.V.; Papendorpseweg 83, 3528 BJ Utrecht, Niederlande; Ansprechpartner in Deutschland: Lilly Deutschland GmbH, Werner-Reimers-Str. 2-4, D-61352 Bad Homburg Bezeichnung der Arzneimittel:

Humalog 100 E/ml, Injektionslösung in Durchstechflasche; Humalog 100 E/ml, Injektionslösung in Patrone; Humalog KwikPen 100 E/ml, Injektionslösung in einem ertigpen; Humalog 100 E/ml Junior KwikPen, Injektionslösung in einem

Fertigpen; Humalog 200 Einheiten/ml, Injektionslösung in einem Fertigpen. Zusammensetzung: arzneilich wirksamer Bestandteil: Humalog 100 E/ml Injektionslösung:1 ml enthält 100 Einheiten (äquivalent zu 3,5 mg) Insulin lispro

(über rekombinante DNA hergestellt);Humalog 200 Einheiten/ml Injektionslösung: 1 ml enthält 200 Einheiten (äquivalent zu 6,9 mg) Insulin lispro (über rekombinante DNA hergestellt) Hilfsstoffe: Humalog 100 E/ml Injektionslösung:

m-Cresol, Glycerol, Dinatriumhydrogenphosphat 7 H 2

O, Zinkoxid, Wasser f. Injektionszwecke. Salzsäure u. Natriumhydroxid können für pH-Einstellung verwendet worden sein.Humalog 200 Einheiten/ml Injektionslösung: m-Cresol,

Glycerol, Trometamol, Zinkoxid, Wasser f. Injektionszwecke. Natriumhydroxid od. Salzsäure können für pH-Einstellung verwendet worden sein. Anwendungsgebiete: Humalog 100 E/ml Injektionslösung: Behandlung von Erwachsenen u.

Kindern mit Diabetes mellitus, die Insulin für Aufrechterhaltung eines normalen Glukosehaushaltes benötigen, ebenfalls angezeigt bei Ersteinstellung des Diabetes mellitus.Humalog 200 Einheiten/ml Injektionslösung: Behandlung von

Erwachsenen mit Diabetes mellitus, die Insulin für Aufrechterhaltung eines normalen Glukosehaushaltes benötigen, ebenfalls angezeigt bei Ersteinstellung des Diabetes mellitus. Gegenanzeigen: Hypoglykämie, Überempfindlichkeit gegen

Insulin lispro od. sonstigen Bestandteil. Humalog 200 Einheiten/ml Injektionslösung darf nicht mittels Insulin-Infusionspumpe u. nicht intravenös gegeben werden. Nebenwirkungen: häufigste Nebenwirkung jeder Insulinbehandlung ist

Hypoglykämie. Schwere Hypoglykämien können zu Bewusstlosigkeit u. im Extremfall zum Tod führen. Häufig (1/100 -


22 Im Blickpunkt

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Diabetes-Einrichtungen mit

auch was gut ist, lässt sich

DDG befragte Praxen und Kliniken zur Zufriedenhe

112

Welches

Zertifikat ist das

passende?

374

WIESBADEN. Seit den 1990er-Jahren zeichnet die DDG Einrichtungen

(ambulant und stationär) aus, die besonders hohen

Qualitätsanforderungen in der Versorgung von Menschen mit

Diabetes gerecht werden. Die Zertifikate sollen zum einen den

Patienten eine Orientierungshilfe sein, um eine passende Klinik

oder Praxis zu finden. Sie helfen aber auch den Einrichtungen

selbst, die Qualität ihrer Behandlung zu verbessern.

Professor Dr. Klaus-Dieter

Palitzsch, Chefarzt der Klinik

für Endokrinologie, Diabetologie,

Angiologie, Innere Medizin und

Notfallzentrum am Klinikum Neuperlach,

leitet den Ausschuss Qualitätssicherung,

Schulung und Weiterbildung

(QSW) in der DDG. Bei

diesem sind alle Zertifizierungsverfahren

– mit Ausnahme der AG Fuß

(s. Kasten) – angesiedelt. Der Ausschuss

definiert die Anerkennungsverfahren

und ist in die Prüfung der

Zertifikatsanträge eingebunden.

So nützlich wie

die TÜV-Prüfung

fürs Auto

100

309

Zertifiziertes

Diabeteszentrum

Beim Thema Qualitätssicherung

und Zertifizierung nimmt die DDG

eine Vorreiterrolle innerhalb der

medizinischen Fachgesellschaften

ein, berichtet Prof. Palitzsch. In den

1990er-Jahren startete man mit der

„Basisanerkennung“ für fachdiabetologische

Krankenhausabteilungen.

Diese dürfen sich heute bei bestandener

Prüfung „Zertifiziertes Diabeteszentrum

DDG“ nennen. Das sind

derzeit bundesweit 374.

Zertifiziertes Diabeteszentrum

Diabetologikum

Als weitere höhere Qualifikation

wurde 2004 erstmals ein „Zertifiziertes

Diabeteszentrum Diabetologikum

DDG mit diabetesspezifischem

Qualitätsmanagement“ gekürt. Mittlerweile

dürfen 112 Einrichtungen

der höchsten Versorgungsstufe diese

Auszeichnung führen. Sie müssen

zusätzlich ein akkreditiertes Qualitätsmanagement

praktizieren und

ein externes Audit durch eine von

der DDG zugelassene Zertifizierungseinrichtung

bestehen.

Klinik für

Diabetespatienten geeignet

Viele Patienten kommen nicht wegen

ihres Diabetes, sondern mit einem

Diabetes ins Krankenhaus. Diese

Nebendiagnose sollte bei der anstehenden

Behandlung bekannt sein

und berücksichtigt werden. Deshalb

vergibt die DDG seit 2013 auch das

Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten

geeignet (DDG)“. Es besagt:

Dieses Akutkrankenhaus bzw. diese

Reha-Klinik überprüft bei jedem

Patienten den Blutzuckerwert und

verfügt über ein Diabetesteam sowie

geschulte Pflegekräfte, die auf allen

Stationen auf die Behandlungsstandards

achten. Das Zertifikat führen

derzeit 100 Häuser.

Lohnt sich eine Zertifizierung

für Klinik und Praxis überhaupt?

Prof. Dr. Klaus-

Dieter Palitzsch

Klinik für Endokrinologie,

Diabetologie,

Angiologie und Innere

Medizin, Notfallzentrum

am Klinikum Neuperlach

Foto: privat

Einrichtungen, die ein Zertifikat

anstreben, reichen bei der DDG-

Geschäftsstelle den Antrag samt der

geforderten Unterlagen ein. Dazu

gehören z.B. Angaben zu Mindestbehandlungszahlen,

Personalausstattung

und absolvierten Fortbildungen.

Sind die Unterlagen vollständig, wird

solch ein Paket zur Begutachtung

(innerhalb von drei Wochen) an

ein Mitglied des QSW-Ausschusses

weitergereicht. Am Ende ist es die

Aufgabe von Prof. Palitzsch, den

Antragsteller zu informieren, ob das

Zertifikat erteilt oder verwehrt wird

oder ob weitere Daten eingereicht

werden müssen. Die DDG-Geschäftsstelle

stellt je nach Verfahren Kosten

von 550 bis 850 Euro in Rechnung.

Ein Zertifikat gilt für drei Jahre, dann

kann die Re-Zertifizierung folgen.

Die Frage, ob sich die Zertifizierung

für eine Praxis oder ein Krankenhaus

„rechnet“, kennt Prof. Palitzsch

natürlich. Zunächst, sagt er, gehe es

darum, die Abläufe der eigenen Einrichtung

zu optimieren: Stimmen

Strukturen, Prozesse und Ergebnisse?

Ein standardisiertes Vorgehen

helfe bei der Fehleranalyse und führe

zu höherer Patientenzufriedenheit.

Der Nutzen lasse sich aber nicht in

„klingender Münze“ messen.

Leitliniengerechte Therapie und

qualitativ gute Versorgung

Der Chefarzt vergleicht die Zertifizierung

mit der TÜV-Hauptuntersuchung

fürs Auto: Die hat

für den Fahrzeughalter auch keinen

finanziellen Nutzen, bietet ihm aber

eine höhere Wahrscheinlichkeit, die

nächsten zwei Jahre sicher unterwegs

zu sein. Letztlich gehe es um eine

leitliniengerechte Therapie und die

Sicherstellung einer qualitativ guten

Versorgung. Gerne würde die DDG

mehr ambulante Anbieter zertifizieren.

Denn dort findet die Diabetesbehandlung

in der Fläche statt. Von

den bislang 586 Einrichtungen mit

einem der drei Zertifikate sind 192

ambulant und die anderen stationär

tätig.

Gefragt ist der QSW-Ausschuss

stets bei Anpassungen der Anerkennungsverfahren

an neue oder geänderte

Leitlinien. Ein akutes Thema

ist zudem die Digitalisierung – was

auch das Zertifizierungsprozedere

der DDG selbst betrifft (siehe nebenstehenden

Beitrag zur Befragung

zertifizierter Einrichtungen).

Informationen zu den Zertifizierungsangeboten

samt Ansprechpartnern

sind auf der DDG-Homepage

nachzulesen. Dort lassen sich auch

alle zertifizierten Kliniken und Praxen,

ggf. unter Nutzung der Landkarte,

suchen und finden. REI

Qualifizierte Versorgung beim Diabetischen Fußsyndrom

Spezialisierte Abteilungen in Krankenhäusern oder Arztpraxen, die als „Zertifizierte

Fußbehandlungseinrichtung DDG“ ausgewiesen sind, erfüllen die von der AG

Diabetischer Fuß der DDG vorgegebenen Kriterien zur Struktur-, Prozess- und

Ergebnisqualität. Verlangt werden:

• Antrag mit Beschreibung der Praxis oder klinischen Abteilung sowie des

Personals, eine Hospitation in einer anderen Einrichtung (aktiv) und durch

eine andere Einrichtung (passiv), die Patientendokumentation und Nachuntersuchung

von 30 DFS-Patienten sowie dokumentierte Kooperationen mit

Diabetologen, Radiologen, Gefäßchirurgen, Chirurgen/Orthopäden, Podologen

und Orthopädieschuhmachern.

Die Zertifizierung gilt für drei Jahre; die Einrichtungen werden auf der Homepage

der DDG und der AG Fuß veröffentlicht. Patienten, ärztliche Kollegen und

Kostenträger wissen dann:

• Hier ist eine spezielle Infrastruktur und ein Team von Ärzten, med. Assistenzpersonal,

Podologen und Orthopädieschuhmachern für eine qualifizierte Behandlung

vorhanden. Patienten mit einem DFS werden frühzeitig interdisziplinär und

über die Jahre entsprechend den Leitlinien betreut. Die Amputationsraten sind

signifikant niedriger als in nicht zertifizierten Einrichtungen.

Die 100. für Diabetespatienten geeignete Klinik

St. Marien-Krankenhaus Ratingen findet mit Verbesserungen Anklang

RATINGEN. Das St. Marien-Krankenhaus

Ratingen ist die 100. Klinik, die

das DDG-Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten

geeignet“ erhalten hat.

Wir können jedem grund- und

regelversorgenden Klinikum

diese Zertifizierung empfehlen“, sagt

Dr. Markus Freistühler, Chefarzt

an der Klinik für Innere Medizin.

„Schon bei der Vorbereitung auf die

Zertifizierung ist es hier zu einer erheblichen

Verbesserung gekommen.“

Da das Konzept auch die nicht-ärztlichen

Berufsgruppen einbeziehe, sei

die Betreuung auf allen Stationen

nachhaltig verbessert worden.

Das St. Marien-Krankenhaus ist mit

einer großen Klinik für Innere Medizin

sowie chirurgischen und gynäkologischen

Hauptfachabteilungen

einziger Akutversorger für die

Das Team freut sich über die Urkunde

zur Zertifizierung.

Foto: Sankt Marien

90 000 Einwohner der Stadt. Mehr

als 10 % der behandelten Patienten

leiden unter einem Diabetes mellitus.

„Ein nicht unerheblicher Anteil

ist bei Aufnahme entgleist“, berichtet

Dr. Freistühler. „Oftmals ist eine

besondere Zuwendung perioperativ,

peripartal oder auf der Intensivstation

notwendig.“

Die Klinik für Innere Medizin hat

zwei Fachärzte zu diabetesversierten

Ärzten ausgebildet und die Betreuung

der Diabetespatienten im gesamten

Haus verbessert. Das habe in

der Stadt bei der Selbsthilfegruppe,

dem niedergelassenen Diabetologen

und den Hausärzten Anklang gefunden,

sagt Dr. Freistühler. „Auch jüngere

Diabetes patienten haben nun

keine Scheu mehr, aufgrund anderer

Diagnosen in unser Krankenhaus zu

kommen.“

REI


%

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Im Blickpunkt

23

DDG-Zertifizierung –

noch verbessern

eit mit dem Zertifizierungssystem

2018

Praxisdialog „DDG-Zertifikate:

Erfahrungsaustausch“

Donnerstag, 10. Mai 2018,

14.00–15.30 Uhr,

Raum M1+M2 »Berger«

Änderungswünsche

der

Einrichtungen

Wie bewerten Sie mögliche Änderungen am Zertifizierungsverfahren? (inhaltliche Kriterien)

45

40

35

30

Stärkerer Einbezug der Leitlinien

Stärkerer Fokus auf Prozessqualität

Auswertung und Rückmeldung

der Ergebnisqualität

(freiwilliges) Benchmarking

BAD MERGENTHEIM. 2017

wurden alle zertifizierten

Einrichtungen der DDG angeschrieben

und bezüglich ihrer

Meinung zur Zertifizierung gefragt.

Heraus kam ein durchaus

positives Bild mit vielen Anregungen

für die Zukunft.

95%

finden

die Zertifizierung

durch

die DDG

wichtig!

Wie bewerten Sie das bisherige Zertifizierungsverfahren?

45

40

35

30

25

20

15

10

5

0

Gute Noten

für die Zertifizierung

Nahezu alle Umfrageteilnehmer

halten es für wichtig, dass die DDG

Einrichtungen zertifiziert. Ebenfalls

95 % der Befragten finden Zertifizierungen

grundsätzlich (sehr)

bedeutsam, keine einzige

Einrichtung zweifelt am Sinn

dieser Maßnahme.

Vor der Veränderung steht die

Analyse. Darum befragte der

Ausschuss Qualität, Schulung

und Weiterbildung (QSW) im

Herbst 2017 alle damals 550 anerkannten

Einrichtungen: Wie beurteilen

sie die DDG-Zertifikate, das

momentane Zertifizierungsverfahren

und Optimierungsvorschläge?

Geantwortet haben 149 Einrichtungen,

davon 64 % Kliniken und 36 %

Praxen. Ein typisches Bild, denn bei

der Zertifizierung dominieren noch

die stationären Einrichtungen.

Generell finden es die Befragten

sehr sinnvoll, dass die DDG Einrichtungen

zertifiziert. 95 % der

Befragten halten dies für sehr

bedeutsam bzw. bedeutsam,

keine einzige der

befragten Einrichtung

zweifelte völlig daran.

Auch für die Frage, ob

durch das Zertifikat

die Wahrnehmung

der Einrichtung durch

Externe (Patienten, Zuweiser

etc.) verbessert

werden konnte, ergab

sich ein positives Bild: 15 %

Kriterien der Zertifizierung

Umfang der einzureichenden Unterlagen

Zeitlicher Aufwand für Antragstellung

Bearbeitungsdauer

Kosten

sehr gut gut eher gut schlecht sehr schlecht

%

25

20

15

10

5

0

sehr gut gut eher gut schlecht sehr schlecht

Bezüglich inhaltlicher Änderungen im Verfahren neigen neun von zehn Einrichtungen dazu, Leitlinien stärker einzubeziehen und

die Prozessqualität mehr in den Fokus zu rücken. Ebenso viele finden eine Auswertung und Rückmeldung der Ergebnisqualität gut.

stimmten völlig zu, 30 % stimmten

zu und 35 % eher zu. Insgesamt ergaben

sich für ca. 80 % der befragten

Einrichtungen positive Veränderungen

als Folge der Zertifizierung – ein

sehr erfreuliches Ergebnis. Dies kann

als ein klares Votum gewertet werden,

die Zertifizierungen seitens der

DDG weiter anzubieten.

Trotzdem gibt es auch Kritik. Bemängelt

wurde vor allem der zeitli-

Quelle: DDG, MT-Grafik

Das Gros der Einrichtungen sieht beim Zeit- und Dokumentationsaufwand, aber auch den Kosten des Zertifizierungsverfahrens

der DDG Verbesserungspotenzial. Erwünscht sind eine digitale Antragsstellung und weniger Aufwand bei der Re-Zertifizierung.

che Aufwand für die Antragstellung.

Der Umfang der einzureichenden

Unterlagen und die Kosten wurden

von einigen Befragten kritisch gesehen,

während die Kriterien der Anerkennung

die besten Noten bekamen.

Sollte die Bezeichnung der

Zertifikate geändert werden?

Vor allem sehen die Befragten den

Prozess der Re-Zertifizierung als optimierungsbedüftig

an. Hier wurde

angeregt, den Aufwand zu reduzieren.

Bemängelt wurde das erneute

Einreichen von Unterlagen, die sich

gegenüber der letzten Zertifizierung

nicht verändert haben, sowie redundante

Prozesse. 90 % der Befragten

wünschen sich hier Änderungen.

Auch bei der Antragseinreichung

und -bearbeitung sehen viele Optimierungspotenzial:

70 % der Befragten

beurteilen die Möglichkeit

der digitalen Antragsstellung und

-bearbeitung als Verbesserung. Hingegen

schieden sich bei der Frage

einer Änderung der Zertifikatsbezeichnung

die Geister. Ungefähr die

Hälfte plädierte für eine Änderung,

die andere Hälfte würde die Bezeichnungen

eher so belassen.

Vorstand und QSW planen, bei der

Weiterentwicklung der Zertifikate

die evidenzbasierten Leitlinien

»Prozess- und

Ergebnisqualität

sind zu stärken«

Quelle: DDG, MT-Grafik

mehr miteinzubeziehen und die

Prozess- und Ergebnisqualität zu

stärken. Dies steht im Einklang mit

der Meinung der befragten Einrichtungen.

Sowohl die Integration der

Leitlinien als auch eine Stärkung

der Prozess- und Ergebnisqualität

wurden positiv bewertet. Eine (freiwillige)

vergleichende Analyse von

Ergebnissen im Sinne eines Benchmarkings

der Daten wurde ebenfalls

mehrheitlich für gut befunden.

Ein klares Votum für die

Weiterentwicklung

Prof. Dr.

Bernhard Kulzer

Mitglied des

Ausschusses QSW

Diabetes Zentrum

Mergentheim

Foto: zVg

Insgesamt ergaben die Rückmeldungen

ein positives Bild mit vielen guten

Anmerkungen in den Freitexten,

die helfen, die Qualitätssicherungsmaßnahmen

zeitgemäßer zu gestalten.

Der Ausschuss QSW und der

DDG-Vorstand haben sich mit den

Befragungsergebnissen befasst. Sie

sehen diese als einen klaren Auftrag,

die Zertifizierung der Einrichtungen

beizubehalten und weiterzuentwickeln.

Hierbei wird es wichtig sein,

die Zertifizierung und das Qualitätsmanagement

im ambulanten Sektor

zu stärken, wo die meisten Menschen

mit Diabetes behandelt werden.

Prof. Dr. Bernhard Kulzer

Diabetes Zentrum Mergentheim

Mitglied des Ausschusses QSW


24 Lernen am Fall

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

OSAS, Alkohol, Medikamente,

Nephropathie,

Schilddrüsenerkrankung

– alles sind Auslöser einer

sekundären Hypertonie.

Fotos: iStock/alex-mit,

iStock/enot-poloskun, iStock/

Liuhsihsiang, iStock/tockmachine

Wenn der Blutdruck

nicht in den Griff zu bekommen ist

Therapieresistente Hypertonie – Kasuistik & Tipps für die Praxis

BERLIN. Der arterielle Hypertonus eines Typ-2-Diabetes-

Patienten war mit einer Dreifachmedikation aus ACE-Hemmer,

Calciumkanalblocker und Thiazid-Diuretikum nicht kontrollierbar.

In der 24-Stunden-Messung lag der Blutdruck bei 152/85 mmHg,

bei fehlender Tag/Nacht-Rhythmik. Anhand des Fallbeispiels

zeigt Professor Dr. Markus van der Giet, wie man der Ursache

eines therapieresistenten Blutdrucks auf die Spur kommt.

Hohe Blutdruckwerte begleiteten

den 68-Jährigen mit

einem BMI von 28,3 kg/m²

schon seit über 20 Jahren, vor acht

Jahren kam die Diabetesdiagnose

dazu. Zudem wies er eine koronare

Herzerkrankung auf und hatte bereits

einen Herzinfarkt erlitten.„Bei

einem Blutdruck oberhalb der Zielwerte

trotz Einnahme einer adäquat

dosierten antihypertensiven Dreierkombination,

zu der ein Thiazid-

Diuretikum gehören muss, spricht

man von therapieresistenter Hypertonie

bzw. schwer zu behandelndem

Blutdruck“, so der Nephrologe und

Hypertensiologe Prof. van der Giet,

Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Was tun, wenn der Bluthochdruck

nicht in den Griff zu bekommen ist?

Als mögliche Ursachen müssen

• eine Medikationsinadhärenz,

• eine Weißkittelhypertonie sowie

• sekundäre Hypertonieformen

in Betracht gezogen werden.

„Die Compliancefrage lässt sich

recht einfach über eine Urinanalyse

klären“, erinnerte Prof. van der

Giet. Welche wichtige Rolle die

Compliance spielt, belegt eine Untersuchung

von 108 Patienten mit

therapieresistentem Bluthochdruck:

Die toxikologische Urinanalyse zeigte,

etwa die Hälfte der untersuchten

Patienten nahm verschriebene ACE-

Hemmer, Calciumkanalblocker bzw.

Diuretika nicht ein.

Sekundäre Hypertonie – Ursachenabklärung

Prävalenz bei resistenter

Hypertonie, %

Diagnose Therapie Evidenzlevel

Obstruktive Schlaf-Apnoe 60–70 Polysomnographie CPAP*-Therapie hoch

Primärer Aldosteronismus 7–20 Serum-Aldosteron,

Spironolacton, Eplerenon, hoch

Plasma-Renin-Aktivität ggf. Tumorresektion

Nierenarterienstenose 2–24 Duplex-/Doppler-Ultrasonographie,

ggf. renale Revaskulierung hoch

Angiographie

Nierenparenchymerkrankung 1–2 Serum-Kreatinin Wenn möglich, Behandlung

hoch

der zugrunde

liegenden Ursache

Medikamentennebenwirkung

2–4 Anamnese Absetzen bzw. Entzug moderat

oder Alkohol abusus

Schilddrüsenerkrankung < 1 Thyrotropin, freies Thyroxin Behandlung der zugrunde moderat

liegenden Erkrankung

nach Vongpatanasin W JAMA 2014; 311:2216-2224

Prof. Prof. h.c.

Dr. Markus

van der Giet

Medizinische Klinik

für Nephrologie

Charité – Universitätsmedizin

Berlin

Foto: zVg

Wird eine Weißkittelhypertonie vermutet,

sind Blutdruck-Selbstmessungen

der Patienten im häuslichen

Umfeld anzuraten.

Lag bei dem Patienten eine

sekundäre Hypertonie vor?

Für eine sekundäre Hypertonie gibt

es eine ganze Reihe von Ursachen;

das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom

(OSAS), eine Nierenarterienstenose

oder Alkoholmissbrauch

sind mögliche Auslöser. Die Therapie

richtet sich nach der zugrunde

liegenden Erkrankung (s. Tab.).

Bei dem vorgestellten Patienten

konnte eine Incompliance durch

den Urintest ausgeschlossen werden

und eine Weißkittelhypertonie kam

aufgrund der Werte in der Langzeit-

»Die Compliance

lässt sich recht

einfach klären«

Blutdruckmessung nicht infrage.

Daher wurde der Mann einer sekundären

Hypertonie-Diagnostik

unterzogen. Es ergab sich kein Hinweis

auf einen Hyperaldosteronismus

oder eine Schilddrüsenerkrankung

bzw. eine andere endokrine

Funktionsstörung. Es zeigten sich

Symptome eines OSAS, das jedoch

als nicht behandlungsbedürftig eingestuft

wurde. „Das Vorliegen einer

hämodynamisch relevanten Nierenarterienstenose

konnten wir mittels

farbkodierter Duplex-Sonographie

direkt und indirekt ausschließen“,

berichtete Prof. van der Giet. Die

Einnahme weiterer Medikamente

verneinte der Patient.

Weniger Salz,

mehr Bewegung!

„Die Diagnose lautete also essenzielle

Hypertonie“, so der Experte.

In diesem Fall ist eine Eskalation

der Therapie notwendig. Zudem

kommt die Gabe von anderen Antihypertensiva,

z.B. des Aldosteron-

Antagonisten Spironolacton, zentral

wirkenden Medikamenten oder

einem Betablocker infrage. „Dabei

ist die Datenlage für Spironolacton

besonders gut“, betont Prof. van der

Giet. Zusätzlich sollte der Patient zu

einer konsequenteren Salzrestriktion

und regelmäßiger Bewegung angehalten

werden, rät der Kollege. „Der

Effekt auf den Blutdruck konnte in

randomisierten Studien belegt werden.“

Alisa Ort

Sport? Ja! Aber bitte

im Grünen

Eine Fitness- oder Spazierstrecke entlang einer

viel befahrenen Straße kann die positive

Wirkung der Bewegung auf die Atemwege

und auf die Symptome von kardiovaskulären

Erkrankungen zunichte machen.

Quelle: DGP-Pressemitteilung

25

Jahre – so lange vertritt der Verband der

Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe

e.V. (VDBD) bereits die Interessen

seiner aktuell rund 3800 Mitglieder.

Aktuelle Stellungnahmen der

DDG zu ICD-Kodierung

Die DDG hat Stellung genommen zur »Definition

des Brittle-Diabetes und Kodierung

im ICD« sowie zur »Definition Hypoglykämie

und Hypoglykämiewahrnehmungsstörung

bei Diabetes und Kodierung im ICD«. Nachzulesen

unter http://bit.ly/2Flatj5


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Im Blickpunkt

25

Startschuss für »ENJOY LIFE«

Gemeinsame Aufklärungskampagne der Bauer Media Group und diabetesDE

HAMBURG/BERLIN. diabetesDE –

Deutsche Diabetes-Hilfe wird Kooperationspartner

der Bauer Media Group.

Die Gesundheitsorganisation und das

Medienhaus bündeln ihre Kräfte und

starten zusammen mit weiteren Partnern

die Initiative ENJOY LIFE, um umfassend

und nachhaltig über Diabetes

aufzuklären.

Die Bauer Media Group hat sich

zusammen mit diabetesDE das

Ziel gesetzt, das Thema Diabetes im

Jahr 2018 stärker in das Bewusstsein

eines breiten Teils der Bevölkerung

zu rücken. Dafür werden mit Experten-Wissen

und Leidenschaft Inhalte

erarbeitet, die über das Medienportfolio

der Bauer Media Group zielgruppengenau

verbreitet werden.

Die Initiative wird u.a. von Partnern

wie Almased und WÖRWAG Pharma

unterstützt.

Die Bauer Media Group ist Europas

größtes Zeitschriftenhaus und

erreicht fast jeden zweiten Erwachsenen

in Deutschland. Die Kompetenzredaktion

Medical & Health

Experts produziert jährlich 12 000

Gesundheitsseiten für eine große

Bandbreite unterschiedlichster Magazintitel

und Zielgruppen. „Da raus

ergibt sich eine gesellschaftliche

Verantwortung, die wir mit der Initiative

ENJOY LIFE wahrnehmen

wollen. Ziel ist nicht nur eine Aufklärungs-,

sondern vor allem eine

Aufmerksamkeitskampagne, die die

Gefahren von Diabetes allgemeinverständlich

in den Fokus rückt. Mit

der Deutschen Diabetes-Hilfe haben

wir einen inhaltlich kompetenten

Unterstützer an Bord. Durch unser

Multi-Partner-Konzept bleiben die

Türen für weitere engagierte Unternehmen

offen“, so Frank Fröhling,

Mitglied der Geschäftsleitung der

Bauer Advertising.

Ziele sind Aufmerksamkeit

und Aufklärung

„Wir gehen von knapp 7 Mio. Menschen

mit Diabetes in Deutschland

aus, darunter schätzungsweise zwei

Millionen Menschen, die nicht wissen,

dass sie erkrankt sind“, betont

die Geschäftsführerin der Deutschen

Diabetes-Hilfe Nicole Mattig-

Fabian. „Um erfolgreich aufzuklären,

wollen wir möglichst viele Menschen

erreichen – mit der Initiative

ENJOY LIFE und der Bauer Media

Group als Partner kommen wir diesem

Ziel ein Stück näher.“

Menschen werden über Print

und online erreicht

Neben den Beiträgen in den Bauer-

Zeitschriften wird zudem die eigens

geschaffene Online-Plattform www.

initiative-enjoy-life.de zum Start der

Kampagne im März gelauncht. Ob

Empfehlungen zur Prävention, Expertentipps

für Betroffene und Angehörige

oder prominente Beispiele

– das Special-Interest-Portal dient

als themenübergreifendes Online-

Magazin und wird alle Informationen

bündeln, nutzerfreundlich auf-

»gesellschaftliche

Verantwortung«

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Weil Vertrauen messbar ist

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bereiten und alle Partner integrieren.

Mittels eines redaktionellen Social-

Media-Pakets wird die Plattform in

die Communities getragen.

Die Initiative ENJOY LIFE basiert

auf einem Multi-Partner-Konzept,

das alle diabetesengagierten Unternehmen

zur Teilnahme aufruft. Werden

Sie Teil einer großen Bewegung!

Nicole Mattig-Fabian

MELDUNGS-

SCHNIPSEL

NEUHERBERG. DZD-Forscher

haben ein Netzwerk

aus Genen identifiziert,

die eine wichtige Rolle bei

der Entstehung von

Stoffwechselerkrankungen

wie Diabetes spielen

könnten. 1 Im Mausmodell

identifizierten sie 974 Gene,

deren Verlust Auswirkungen

auf den Glukose- und Fettstoffwechsel

hat. Zudem

konnte beim Abgleich

mit menschlichen Genom-

Daten gezeigt werden,

dass 23 Gene offenbar eine

Rolle bei Diabetes beim

Menschen spielen.

1. Rozman J et al. Nature Comm 2018,

online first

Quelle: DZD-Pressemitteilung

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Roundtable

Prognoseverbesserung statt Blutzuckerkosmetik

Antidiabetische Therapie – ein Fall für Kardiologen und Diabetologen

Frischer Wind weht durch die Therapie

des Typ-2-Diabetes, seit große

endpunktstudien gezeigt haben, dass

antihyperglykämische medikation

kardiovaskuläre Komplikationen und

Todesfälle verhindern kann. 1,2 Nun

wird es Zeit, althergebrachte prinzipien

kritisch zu prüfen. Zumindest

einige davon gehören beseitigt, befanden

die experten beim roundtable

der medical Tribune.

Bestimmte Dogmen sollten dringend

überholt werden, findet Professor Dr.

Stephan Jacob aus Villingen-Schwenningen.

Allen voran die Forderung,

den Hba 1c -Wert strikt normnah einzustellen,

weil sich nur so die Prognose

verbessern lasse. „Das stimmt noch

nicht einmal für die mikrovaskulären

Endpunkte, geschweige denn für kardiovaskuläre

Komplikationen“, betonte

der niedergelassene Diabetologe.

Er verwies als ein Beispiel auf die

VADT-Studie, in der unter intensiver

antidiabetischer Therapie keinerlei

Effekt auf Neuropathie, Retinopathie

und Nephropathie zu verzeichnen

war – einzige Ausnahme: ein Fortschreiten

der Albuminurie. Und das

bei einem HbA 1c -Unterschied zwischen

konventioneller und intensiver

Therapie von 1,5 %-Punkten und einem

Follow-up von 5,6 Jahren. 3

Auf der anderen Seite stehen die aktuellen

großen Studien zu kardiovaskulären

Endpunkten bei Menschen mit

Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulärem

Risiko. In LEADER mit dem

GLP-1-Analogon Liraglutid (Victoza ® )

etwa lag der mediane HbA 1c -Wert in

der Verumgruppe gegen Studienende

keineswegs unter 7 %, sondern

bei knapp 8 %. 1 Der Unterschied zur

Placebogruppe betrug gerade mal

0,4 %-Punkte. „Der eindrucksvolle

Rückgang von kardiovaskulären Komplikationen

und Sterblichkeit* unter

Liraglutid hängt ganz offensichtlich

nicht davon ab, dass der HbA 1c massiv

gesenkt wird“, folgerte Professor Dr.

Christian Schneider, niedergelassener

Kardiologe aus Köln.

Zumal es bisher nie gelungen ist,

eine lineare Beziehung zwischen

Hba 1c -Senkung und kardiovaskulärer

Risikoreduktion nachzuweisen, wie

sie für LDL- und Blutdrucksenkung

zweifelsfrei besteht. Das HbA 1c behält

sicher seinen Stellenwert für die Diagnose

des Typ-2-Diabetes. Als alleinige

Messlatte für die Therapiesteuerung

hat es jedoch ausgedient, da

sind sich die beiden Experten einig.

„Kürzlich kam ein Patient zu mir mit

einem HbA 1c von 7 % und sagte: Was

wollen Sie, Doktor, ich bin doch gut

eingestellt?“, erzählte Prof. Schneider.

„Ich habe ihm gesagt: Sie sind erst

dann gut eingestellt, wenn die Behandlung

Ihre Prognose verbessert,

und das hängt nicht am HbA 1c .“

Im Licht von LEADER und der

SGLT-2-Hemmerstudie EMPA-REG

sorge vor regress?

„Wir Kardiologen

müssen begreifen, dass

hier ein neuer

Standard gesetzt wurde

für Koronarpatienten

mit Diabetes“

professor Dr. Christian schneider, Köln

Zugegeben, Liraglutid und Empagliflozin sind teurer als

ein Sulfonylharnstoff, dafür leisten sie ja auch mehr. Ärzte

können jedoch auch diese beiden Wirkstoffe verordnen,

ohne gleich einen Regress fürchten zu müssen, wenn sie

sich an zwei Regeln halten:

Der Patient sollte denen gleichen, die in LEADER

und EMPA-REG eingeschlossen waren, also neben

seinem Typ-2-Diabetes bereits kardiovaskulär vorerkrankt

sein. Für diese Patienten ist die prognoseverbessernde

Wirkung in großen Endpunktstudien

nachgewiesen.

Anamnese, Krankheitsbild und Verordnungsgründe

sollten sorgfältig dokumentiert werden.

Liraglutid wurde im Medikationskatalog der KBV insbesondere

wegen der LEADER-Ergebnisse hochgestuft.

Liraglutid ist damit – wie das nutzenbewertete Empagliflozin

– Reservewirkstoff. 6

outCoMe 2 erscheint allerdings fraglich,

ob Statine und Blutdrucksenkung

in Sachen kardiovaskuläre Risikoreduktion

wirklich mehr leisten

als jede antidiabetische Medikation.

Denn die Effekte von Liraglutid und

Empagliflozin lassen sich in ihrer Größenordnung

durchaus mit denen vergleichen,

die aus den Statin- und Antihypertensiva-Studien

bekannt sind.

„Für mich gehören diese beiden Wirkstoffe

jetzt zu den Biggies, die jeder

koronarkranke Patient mit Typ-2-Diabetes

an Bord haben sollte“, betonte

Prof. Jacob. Außer den beiden Antidiabetika

zählt er dazu Blutdruck- und

Lipidsenker sowie ASS oder nach

Stent die duale Plättchenhemmung.

Auch Kardiologen sollten begreifen,

dass hier ein neuer Standard gesetzt

wurde und es zu ihren Aufgaben

zählt, ihn umzusetzen, ergänzte Prof.

Schneider. „Wir müssen uns an den

Diabetes herantrauen – ihn diagnostizieren,

aber auch die Therapie auf Liraglutid

oder Empagliflozin umstellen,

wenn es aus prognostischen Gründen

geboten erscheint.“ Denn um

die Prognose geht es, nicht um einen

Surrogatparameter wie HbA 1c , stellten

beide Experten klar. Mit der Umstellung

sollte nicht gewartet werden, bis

der Hba 1c -Wert entgleist, betonte der

Kardiologe: „Kardiovaskulär erkrankte

Patienten mit Typ-2-Diabetes sollten

unverzüglich umgestellt werden, sobald

sie in die Praxis kommen.“

Dass Kardiologen oft davor zurückscheuen,

sich in die Therapie des

Typ-2-Diabetes einzuschalten, hat

vielfältige Gründe. Natürlich möchte

man dem Kollegen Diabetologen

nicht ins Handwerk pfuschen, aber

die Zusammenarbeit zwischen Diabetologen,

Kardiologen und Hausärzten

läuft vielfach durchaus gut und

reibungslos, erklärte Prof. Schneider.

„Kastendenken wäre patientenschädigend“,

pflichtete Prof. Jacob bei.

Schwerer wiegt vermutlich die Aversion

gegen kompliziert erscheinende

Regime, vor allem wenn Insulin ins

Spiel kommt: „Damit will der Kardiologe

nichts zu tun haben, darauf ist

er nicht trainiert“, so Prof. Schneider.

Außerdem steht die Insulintherapie

im Ruf, dass sie Patienten zunehmen

lässt und ein hohes Risiko für Hypoglykämien

birgt – nicht zu Unrecht.

Das GLP-1-Analogon Liraglutid wird

zwar ebenfalls per injectionem verabreicht,

die Behandlung ist aber

deutlich einfacher als bei Insulin: Sie

besteht aus einer Injektion mit Fixdosis

pro Tag. Weder ständige Blutzuckerkontrollen

noch aufwendige

Berechnung von Dosen und Broteinheiten

sind nötig.

Zwei Dinge sind darüber hinaus den

beiden evidenzbasierten prognoseverbessernden

Antidiabetika – Liraglutid

und Empagliflozin – gemeinsam:

Sie helfen Patienten, Gewicht

zu verlieren, und sie lösen selbst

keine Hypoglykämien aus (wenn sie

„Ziel sollte sein,

dass bei der glukosesenkenden

Therapie genauso

automatisch eine adäquate

evidenzbasierte Medikation

gegeben wird wie nach

dem Infarkt ein Statin“

professor Dr. stephan Jacob,

Villingen-schwenningen

Fotos: peter-juelich.com

nicht mit hypoträchtigen Wirkstoffen

wie Sulfonylharnstoffen oder Insulin

kombiniert werden).

Welcher der beiden Wirkstoffe bei

einem kardiovaskulär erkrankten

Typ-2-Diabetespatienten zwecks

Prognoseverbesserung im Einzelfall

infrage kommt, lässt sich pragmatisch

entscheiden. Wenn Gewichtsabnahme

ein wichtiges Ziel ist, kann

das ein Argument für Liraglutid sein,

erinnerte Prof. Jacob. Hat der Patient

ein erhöhtes Risiko, eine chronische

Herzinsuffizienz (CHF) zu entwickeln,

könnte das für Empagliflozin sprechen,

das in der Studie die CHF-

Hospitalisierungen reduziert hat.

* Reduktion des ersten Auftretens von Herztod,

Infarkt oder Schlaganfall um 13 % (p = 0,01 für

Überlegenheit versus Placebo), Reduktion der

kardiovaskulären Mortalität um 22 % (p = 0,007),

Reduktion der Gesamtsterblichkeit um 15 %

(p = 0,02)

1. Marso SP et al. NEJM 2016; 375: 311-322

2. Zinman B et al. NEJM 2015; 373: 2117-2128

3. Duckworth W et al. NEJM 2009; 360: 129-139

4. Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes,

Version 4 vom August 2013. https://www.

deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien/

evidenzbasierte-leitlinien.html

5. Standards of Medical Care in Diabetes – 2018.

Diabetes Care 2018; 41: Suppl. 1

6. Medikationskatalog der KBV, abrufbar unter

http://www.kbv.de/html/medikationskatalog.

php

Das sagen

die Leitlinien

Während die deutsche Leitlinie 4

noch daran festhält, alle anderen

Antidiabetika gleichberechtigt

aufzuführen, wenn Metformin

versagt, nicht toleriert wird oder

kontraindiziert ist, gehen die US-

Amerikaner einen Schritt weiter.

Die American Diabetes Association

empfiehlt in ihren Anfang 2018

erschienenen Therapiestandards

für den Diabetes 5 mit dem höchsten

Evidenzlevel A, kardiovaskulär

vorerkrankte Patienten mit Typ-

2-Diabetes mit einem nachweislich

prognoseverbessernden Medikament

zu behandeln, namentlich

Liraglutid oder Empagliflozin.

Victoza® 6 mg/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Wirkstoff: Liraglutid. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: 6 mg/ml Liraglutid. Analogon zu humanem Glucagon-like peptide-1 (GLP-1), gentechn. hergestellt durch rekombinante DNS-Technologie in Saccharomyces cerevisiae. Sonstige Bestandteile: Natriummonohydrogenphosphat-

Dihydrat, Propylenglycol, Phenol,Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Victoza® wird zur Behandlung des unzureichend kontrollierten Diabetes mellitusTyp 2 bei Erwachsenen als Zusatz zu Diät und körperlicher Aktivität angewendet: Als Monotherapie, wenn die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit oder Kontraindikation

ungeeignet ist. Zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes mellitus. Für Studienergebnisse hinsichtlich Kombinationen, Auswirkungen auf die glykämische Kontrolle und kardiovaskuläre Ereignisse, sowie untersuchten Populationen, siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1 der Fachinformation. Art der Anwendung:Victoza® wird einmal täglich zu

einem beliebigen Zeitpunkt und unabhängig von den Mahlzeiten gegeben. Die subkutane Injektion kann in Abdomen, Oberschenkel oder Oberarm erfolgen.Victoza® darf nicht intravenös oder intramuskulär angewendet werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen denWirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.Victoza® sollte nicht bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 1 oder zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose angewendet werden. Victoza® ist kein Ersatz für Insulin. Victoza® wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen. Es liegen wenige bis keine Erfahrungen mit diesem Arzneimittel bei Patienten mit Herzinsuffizienz vor, ein Einsatz bei schwerer

Herzinsuffizienz (NYHA IV) wird nicht empfohlen. Victoza® kann bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz nicht empfohlen werden. Ebenso ist Victoza® bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung, entzündlichen Darmkrankheiten und diabetischer Gastroparese nicht zu empfehlen. Wird eine Pankreatitis vermutet, ist Liraglutid abzusetzen. Bei

Patienten mit bestehender Schilddrüsenerkrankung sollte Victoza® mit Vorsicht angewendet werden. Das Risiko einer Hypoglykämie kann durch Reduktion der Sulfonylharnstoff- oder der Insulindosis gesenkt werden. Patienten müssen auf das potenzielle Dehydrierungs-Risiko hingewiesen werden und Vorkehrungen gegen Flüssigkeitsverluste treffen. Victoza®

soll während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Übelkeit, Durchfall; häufig: Erkältung, Bronchitis, Hypoglykämie, Anorexie, verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhte Herzfrequenz, Erbrechen, Dyspepsie, Oberbauchschmerzen, Obstipation, Gastritis, Flatulenz, abdominelles Spannungsgefühl,

gastroösophageale Refluxkrankheit, abdominale Beschwerden, Zahnschmerzen, Ausschlag, Erschöpfung, Reaktionen an der Injektionsstelle, Erhöhung von Pankreasenzymen (wie Lipase und Amylase); gelegentlich: Dehydrierung, Gallensteine, Entzündung der Gallenblase, Urtikaria, Juckreiz, Beeinträchtigung der Nierenfunktion, akutes Nierenversagen,

Unwohlsein; selten: Anaphylaktische Reaktionen, Darmverschluss; sehr selten: Pankreatitis (einschließlich nekrotisierender Pankreatitis). Verschreibungspflichtig. Novo Nordisk A/S, Novo Allé, 2880 Bagsvaerd, Dänemark. Stand: Juli 2017

Impressum • Idee und Konzeption: Inter Medical Sonderpublikationen • redaktion: Manuela Arand • Leitung Corporate publishing: Hannelore Schell • Mit freundlicher Unterstützung der Novo Nordisk Pharma GmbH

diabetes zeitung 3/2018 – 28603 • Die Herausgeber der Zeitung übernehmen keine Verantwortung für den Inhalt dieser seite.


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

27

Medizin & Markt

Foto: iStock/AzmanJaka

Fächerübergreifend behandeln

SGLT2-Hemmer senkt relatives Risiko für kardiovaskulären Tod bei Diabetes

iPDM verbessert das HbA 1c

Ergebnisse der PDM-ProValue-Studie vorgestellt

Ü Pressegespräch –

Boehringer Ingelheim/Lilly

Mannheim. Menschen mit Diabetes

mellitus Typ 2 tragen ein zwei- bis

vierfach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre

Erkrankungen, die auch

die Haupttodesursache bei ihnen

darstellen. Eine interdisziplinäre Behandlungsstrategie

für Diabestespatienten

mit Herzerkrankung ist deshalb

notwendig.

Bereits in der Hausarztpraxis beginnt

die fächerübergreifende Therapie von

Typ-2-Diabetespatienten, deren Ziel

nicht allein die Einstellung des HbA 1c -

Wertes sein dürfe. Dies erläuterten

Bei Diabetespatienten

sollte an eine kardiovaskuläre

Erkrankung

gedacht werden.

Foto: iStock/megaflopp

der Kardiologe Professor Dr. Christian

A. Schneider von der PAN Klinik am

Neumarkt in Köln und der niedergelassene

Diabetologe Dr. Jörg Tafel.

Durch die Reduktion entsprechender

Risiken können kardiovaskuläre Ereignisse

bei Patienten mit Typ-2-Diabetes

deutlich reduziert werden. Mit

dem SGLT2-Hemmer Empagliflozin

(Jardiance®) steht ein Antidiabetikum

zur Verfügung, welches nachweislich

auch das kardiovaskuläre Risiko

senken kann. In der multizentrischen,

randomisierten, doppelblinden und

placebokontrollierten EMPA-REG-

OUTCOME-Studie erhielten Erwachsene

mit unzureichend behandeltem

Typ-2-Diabetes und bestehender

kardiovaskulärer Begleiterkrankung

zusätzlich zur Standardtherapie

einmal täglich Empagliflozin (10 mg

oder 25 mg). Der primäre Endpunkt

wurde als Zeit bis zum Auftreten

entweder des kardiovaskulär bedingten

Todes, eines nicht-tödlichen

Myokardinfarktes oder eines nichttödlichen

Schlaganfalls definiert. Empagliflozin

senkte dabei das relative

Risiko für kardiovaskulären Tod um

38 % gegenüber Placebo.

Der SGLT2-Hemmer ist derzeit für

die Therapie von Erwachsenen mit

nicht ausreichend behandeltem

Typ-2-Diabetes in Ergänzung zu Diät

und Bewegung zugelassen bzw. als

Monotherapie, wenn Metformin wegen

einer Unverträglichkeit als nicht

geeignet betrachtet wird. Das Fazit

der Experten: Auch bei Patienten

mit koronarer Herzkrankheit sollte

ein noch unentdeckter Diabetes in

Betracht gezogen werden. Umgekehrt

sei es unbedingt notwendig,

bei Typ-2-Diabetespatienten auch an

eine kar dio vaskuläre Erkrankung zu

denken.

das

Pressegespräch „Hand aufs Herz: Wer ist zuständig

für den herzkranken Typ-2-Diabetiker?“ im

Rahmen der 11. Diabetes Herbsttagung 2017;

Veranstalter: Boehringer Ingelheim/Lilly

Phosphatdiabetes: Frühe Diagnose

entscheidend für Krankheitsverlauf

Härtefallprogramm ermöglicht neue Therapieoption mit Burosumab

ÜFachpressekonferenz –

Roche Diabetes Care

Wien. Ungeachtet vieler technologischer

Innovationen gelingt es nur

6,5 % der Menschen mit Diabetes,

ihre Therapieziele zu erreichen. Dieses

Defizit könnte durch die Nutzung

eines integrierten personalisierten

Diabetesmanagements verbessert

werden, zeigen Daten der Studie

PDM-ProValue.

Als Ursache für das Verfehlen von

Therapiezielen haben Forscher die

sogenannte klinische Schwerfälligkeit

ausgemacht, in die verschiedene

Faktoren wie u.a. mangelnde Krankheitsakzeptanz

oder auch Kommunikationsdefizite

zwischen Patienten

und ihren Behandlungsteams

hineinspielen. „Um diese Schwerfälligkeit

zu überwinden, muss man

an vielen verschiedenen Punkten

ansetzen“, sagte Dr. Jörg Hölzing von

Roche Diabetes Care. Eine besondere

Rolle spielt dabei nach Einschätzung

des Unternehmens der Einsatz eines

integrierten personalisierten Diabetesmanagements

(iPDM), das im Rahmen

der prospektiven randomisierten

Kontrollstudie PDM-ProValue an

über 900 Patienten über einen Zeitraum

von zwölf Monaten getestet

wurde. Dabei stellte sich heraus, dass

in der iPDM-Gruppe der HbA 1c -Wert

um 0,5 Prozentpunkte sank, ohne

dass mehr Hypoglykämien auftraten.

Eine HbA 1c -Reduktion in dieser Größenordnung

ist vergleichbar mit dem

Effekt einer medikamentösen Intervention

und war in der iPDM-Gruppe

deutlich stärker ausgeprägt als in der

mit Standardtherapie behandelten

Kontrollgruppe, wo der Wert nur um

0,3 Prozentpunkte sank. Der Psychodiabetologe

Professor Dr. Bernhard

Kulzer, Diabetes-Zentrum Mergentheim,

Bad Mergentheim, erklärte den

Effekt mit den Worten: „Weil die Therapieergebnisse

im iPDM visuell dargestellt

werden, nehmen Patienten

im Alltag eher Therapieanpassungen

vor – pharmakologische ebenso wie

nicht-pharmakologische.“

Insbesondere für insulinpflichtige

Menschen mit Diabetes und ihre

Behandlungsteams ist es in diesem

Zusammenhang wichtig, Zugriff auf

möglichst detaillierte und umfassende

Glukosedaten zu haben. Hier

setzt das rtCGM-System Eversense®

an, das in seiner neuen Version

Eversense XL nun bis zu 180 Tage

lang kontinuierlich Glukosedaten

von einem unter die Haut eingesetzten

Sensor in die dazugehörige

Smartphone-App überträgt. Mit Blick

auf die Entwicklung eines sensorgestützten

künstlichen Pankreas, an

dem derzeit etliche Unternehmen

arbeiten, erklärte Professor Dr. Steven

Jon Russel, Massachusetts General

Hospital, Harvard Medical School,

Boston. „Ein künstliches Pankreas

erfordert sehr genaue Glukosemessdaten.

Die Genauigkeit und Zuverlässigkeit

des Eversense-Systems macht

es zu einem vielversprechenden

Kandidaten für ein solches künstliches

Pankreas-System.“ thie

Media Event „Personalised & Digital Diabetes

Management: Achieve more time in range

and improved outcomes“ im Rahmen der

11th International Conference on Advanced

Technologies & treatments for Diabetes (ATTD)

2018; Veranstalter: Roche Diabetes Care

Ü Workshop – Kyowa Kirin

BERLIN. Die X-chromosomale

Hypophosphatämie (XLH, Phosphatdiabetes)

verursacht schwerwiegende

Störungen des Knochenstoffwechsels.

Die bisherige Therapie kann

Beinfehlstellungen verbessern, aber

Kleinwuchs nicht verhindern. Der

Antikörper Burosumab bietet eine

zielgerichtete Therapie.

Von der XLH ist etwa einer von 20 000

Menschen betroffen. Die Erkrankung

manifestiert sich im Säuglings- oder

Kleinkindalter. Der genetisch bedingte

Überschuss an Fibroblasten-Wachstumsfaktor

23 (FGF23) verhindert die

Phosphatreabsorption im Primärharn.

In der Folge sind die Phosphatspiegel

im Blut betroffener Kinder erheblich

erniedrigt, berichtete Dr. Dirk

Schnabel, Pädiatrische Endokrinologie

und Diabetologie, Charité Berlin.

Ein auffälliges Merkmal kann eine

O-Beinstellung mit watschelndem,

breitbeinigem Gangbild sein. Manche

Patienten lernen deutlich später als

normal laufen. Im Erwachsenenalter

sind sie i.d.R. kleinwüchsig.

Zur Diagnose erfolgt eine Röntgenaufnahme

des Handgelenks oder des

Knies. Darin sind Auffaserungen und

Becherun gen der Epiphysen sowie erweiterte

Epiphysenfugen erkennbar.

Bei einer orientierenden Blutuntersuchung

geben die Werte für alkalische

Phosphatase (AP) entscheidende

Hinweise. Während AP bei XLH deutlich

erhöht und Serumphosphat stark

erniedrigt ist, bleiben Serumkalzium,

Parat hormon und 25-OH-Vitamin D

im Normalbereich. Hieraus ergibt sich

Nach Angaben

der unternehmen.

Die Herausgeber der Zeitung übernehmen keine Verantwortung

für den Inhalt dieser Seiten.

der starke Verdacht auf Phosphatdiabetes.

Je früher die Diagnose gestellt

wird, desto aussichtsreicher sei die

Therapie, betonte Dr. Schnabel.

Die aktuelle Therapie umfasst die

Gabe von Vitamin D und Phosphatpräparaten.

Abhängig vom Alter

bei Therapiebeginn kann sich die

Beinachsenfehlstellung zwar deutlich

verbessern. Die Behandlung hat aber

zahlreiche Nebenwirkungen und

kann die Kinder nicht heilen.

Im Gegensatz zu der bisherigen

Behandlung greift der monoklonale

Antikörper Burosumab (Crysvita®)

krankheitsmodifizierend in die

Pathogenese der XLH ein: Er bindet

an überschüssiges FGF23, blockiert

dessen biologische Aktivität und

normalisiert so den Phosphatkreislauf.

Die EU-Kommission hat im Februar

eine bedingte Zulassung zur Behandlung

von radiologisch nachgewiesener

XLH bei Kindern ab 1 Jahr und

Jugendlichen mit noch wachsendem

Skelett erteiilt

mmy

Pressemitteilung und Presseveranstaltung

„Phosphatdiabetes – Versorgungsrealität und

Unmet Needs in der Therapie einer seltenen

Erkrankung“; Veranstalter: Kyowa Kirin

LDL-C auch in schwierigen Fällen senken

Ü Pressemitteilung – Sanofi

Die Leitlinien zur Behandlung der Dyslipidämie besagen, dass der LDL-C-Wert

unter 70 mg/dl liegen soll. Dieses Ziel erreichen in Deutschland nur 10 %

der Patienten mit sehr hohem kardiovaskulärem Risiko. Reichen auch maximale

Statin-Dosen nicht aus, um den Wert unter die Grenze fallen zu lassen

oder treten Nebenwirkungen auf, ist eine weitere therapeutische Option

der PCSK9-Inhibitor Alirocumab (Praluent®). In der DM-DYSLIPIDEMIA-Studie

wurde das Präparat zusätzlich zur Standardtherapie gegeben. So konnte das

Erreichen der Zielwerte signifikant gesteigert werden. Diabetesassoziierte

Parameter wurden durch Alirocumab nicht beeinflusst.

SGS: neues Design und weitere Sprachen

Ü Pressemitteilung – Berlin-Chemie

Die Schulungsmaterialien der Strukturierten Geriatrischen Schulung

(SGS) wurden optisch vollständig überarbeitet. Sie enthalten nun digitale

Schulungs slides sowie moderne Bilder und Farben. Die Inhalte sind unverändert,

somit ist weiterhin eine Abrechnung der SGS möglich. Zudem sind ein

Patientenhandbuch und ein Leitfaden für Fachpersonal erhältlich. Neu sind

die Schulungsunterlagen in den Sprachen Türkisch, Russisch und Hocharabisch,

die mit kulturell adaptierten Bildern versehen sind. Die Effektivität des

Schulungsprogramms, das zusammen mit der AG Geriatrie und Pflege der

DDG konzipiert wurde, konnte durch eine Evaluationsstudie belegt werden:

Eine verbesserte Stoffwechseleinstellung führt z.B. zu besseren HbA 1c -Werten.


DIABETES KONGRESS 2018

WISSENSCHAFT UND KLINISCHER

FORTSCHRITT – GEMEINSAM

IN DIE ZUKUNFT

9. – 12. Mai 2018 | CityCube Berlin

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Kongresspräsident

Univ. Prof. Dr. med. Jochen Seufert, FRCPE

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2018


2. Jahrgang / Nr. 1 • März 2018

INHALT

Code of Conduct

Digital Health

Die DDG als Vorreiter 2

Safety First!

Highlights vom DiaTec 3

Daten-Handling

in der Diabetologie

Transparenz, Schutz und

Sicherheit in der Praxis 4

ATTD-Kongress 2018

Aktuelle News zur HypoDE-

Studie und CGM allgemein 6

Wünsche aufgegriffen

Interview mit Dr. Ansgar

Resch, Abbott Diabetes Care

Deutschland 8

Messungenauigkeiten

bei US-Geräten

Nur jedes dritte BZ-Messgerät

erhält Gütesiegel 10

Getuntes CGM-System

Der BlueCon Nightrider

macht aus isc-CGM ein

realtime-CGM 10

Weiterbildung

Diabetestechnologie in Praxis

und Ausbildung 12

GLP1-Pumpe getestet

Kontinuierliche, subkutane

Gabe per Osmose 13

Lexikon

Glykämische Variabilität als

Prädiktor 13

Gelebte Digitalisierung

Dr. Friedrich & Dr. Sebastian

Petry im Interview 14/15

Kolumne Recht

Wie die Cloud sicher wird 16

Das diatec journal

online lesen

Alle bisherigen Ausgaben

von dtj finden Sie auch im

Internet unter:

https://www.medicaltribune.de/diatec-journal

Weiterbildung & Technik

Diabetesteams Grundlagen zum Wissenserwerb vermitteln

WIESBADEN. Praxispersonal und Ärzte

müssen sich fortlaufend mit einer Vielzahl

neuer Geräte samt Software vertraut

machen. Um dies zu meistern, sind neue

Weiterbildungskonzepte gefragt.

Wir wollen im diatec journal

nicht nur neue Produkte

vorstellen, sondern Fragen

stellen und beantworten, die

darüber hinausgehen. Wer

überblickt beispielsweise in

einer Schwerpunktpraxis die

ganze Technik einschließlich

der Software und kann auch

damit umgehen? Schon firmenspezifische

Software und

Schnittstellen einer Vielzahl

von Blutzuckermessgeräten

sind in einer Arztpraxis schwer

zu beherrschen. Auch CGM-

Systeme, Insulinpumpen und

zukünftig smarte Insulinpens

haben eine Software zum

Auslesen und zur Analyse von

Daten. Weiterhin gibt es zunehmend

Apps, die sich kaum

noch überblicken lassen in ihrer

Vielfalt. Natürlich besteht

der Wunsch nach Standardisierung,

nach einer einzigen

digitalen Lösung für alle Geräte.

Das kann man fordern,

doch eine Standardlösung

widerspricht marktwirtschaftlichen

Gegebenheiten.

Wie müssen Schulungsaktivitäten

gestaltet werden, damit

Mediziner oder Diabetesberater/innen

aktuellen und künftigen

technischen Herausforderungen

gewachsen sind?

In dieser Ausgabe des

diatec journals findet sich

ein Artikel von Sylvia Knorr,

welche die Frage nach dem

Wissenserwerb für moderne

Technologien aus der Sicht

einer Diabetesberaterin stellt

(Seite 12). Beim Lesen wird

bewusst, dass die vorhandenen

Weiterbildungskonzepte

Schwierigkeiten mit der rasanten

Entwicklung haben.

Sie schreibt beispielsweise:

„Es stellt sich die Frage,

inwieweit es notwendig

und umsetzbar wäre, mehr

Unterrichtsstunden bei der

Weiterbildung der Absolventen

zur Verfügung zu stellen,

um diesen ein ausreichendes

technisches Know-how

zu vermitteln.“ Sie geht auch

darauf ein, dass man die verschiedenen

Softwarelösungen

in persönlicher Anwendung

kennenlernen sollte.

E-Learning als mögliche

Unterstützung

„Diabetestechnologie verlangt

nach Aktivität”

Foto: iStock/Varijanta

Ist das machbar? Nein, denn

es kann nicht das Wissen

zum Umgang mit jedem System

geschult werden. Es geht

weniger um die Vermittlung

von Wissen, sondern um

die Vermittlung von Techniken

zum Wissenserwerb.

Erlerntes wird schnell vergessen,

wenn es im Alltag

nicht benötigt wird. Dagegen

taucht ständig etwas Neues

auf, was man schnell beherrschen

muss, ggf. auch ohne

Lehrgang. In der Weiterbildung

zu Diabetestechnologie/

Digitalisierung sollten also

allgemeingültige Grundlagen

vermittelt werden, welche

dazu führen, dass man sich

in beliebige Systeme selbstständig

schnell einarbeitet.

Ist das realistisch? Dazu ein

Beispiel aus der Physik: Es

gibt riesige Formelsammlungen.

Wenn man für ein

spezielles Problem eine Formel

benötigt, kann man lange

suchen und wird oft nichts

finden. Die Physik kennt nur

12 Grundgleichungssysteme,

auf die sich alles zurückführen

lässt. Ein Physiker formuliert

ein Problem und entwickelt

daraus durch Kenntnis

der Mathematik spezifische

Formeln – weil er diese Arbeitsweise

erlernt hat.

Nun lässt sich das nicht direkt

auf den Umgang mit

Diabetestechnologie übertragen.

Aber es zeigt den

Weg: nicht über das Erlernen

großer Wissensmengen,

sondern von Techniken der

Wissenserarbeitung. Die Digitalisierung

unterstützt den

Erwerb speziellen Wissens,

zum Beispiel mit E-Learning-

Programmen. Auch hier ist

die Entwicklung noch am

Anfang.

Was klar wird: Die Diabetestechnologie

verlangt nach

Aktivität! Die bestehenden

Weiterbildungskonzepte werden

nicht ausreichen, um die

Zukunft zu meistern. Das ist

eine spannende Entwicklung.

Berichtet wird auch über

zwei Kongresse: das DiaTec-

Meeting und den ATTD.

Lassen Sie sich inspirieren.

Prof. Dr. Lutz Heinemann

Manuel Ickrath

Dr. Andreas Thomas

Gabriele Faber-Heinemann

Wozu ein Code of

Conduct Digital Health?

Zunehmend wird deutlich, wie

wichtig die Positionierung der

DDG als wissenschaftliche

Fachgesellschaft zu relevanten

Fragen bei der Digitalisierung

war und ist: Denn mit dem Ende

2017 vorgestellten Code of Conduct

Digital Health ist die DDG

offensichtlich Vorreiter geworden.

So stimmt der Deutsche

Ethikrat in seiner Stellungnahme

zu „Big Data und Gesundheit

– Datensouveränität als

informationelle Freiheitsgestaltung“

in einigen Punkten überein.

Unterstützt wird etwa die

DDG-Forderung nach einem

Datenschutz mit Zukunftsfenster,

eine Voraussetzung für die

Nutzung von Big Data, erläutert

Manuel Ickrath auf Seite 2.

Zu Besuch in einer volldigitalisierten

Praxis

Wie sich eine internistische

Gemeinschaftspraxis mit dem

Schwerpunkt Diabetologie und

Kardiologie auf die Digitalisierung

optimal einstellen kann,

das erläutert Dr. Friedrich Petry

im gemeinsamen Interview mit

seinem Sohn Dr. Sebastian Petry

auf den Seiten 14/15. Eine

Erkenntnis: Die Patienten sind

gegenüber Neuem neugierig

und aufgeschlossen und müssen

nicht lange von den Vorteilen

der digitalisierten Praxis

überzeugt werden. So führt die

zielgerichtete systematische

Datenanalyse in der Routine zu

einem erheblichen Zeitgewinn,

den Dr. Friedrich Petry zur persönlichen

Betreuung nutzt.

Kolumne Recht: Keine

Angst vor der Cloud

Aus Sicht des Rechtsanwalts

Dr. jur. Arnd-Christian Kulow

wird die Diskussion „pro“ oder

„kontra“ Patientendaten in der

Cloud oft zu eng geführt. Denn

die sensiblen Daten sind in der

Cloud nicht per se unsicher. Es

kommt auf die Art und Weise

an, wie die Cloud genutzt wird.

Auch Berufsrecht und Datenschutz

verhindern die Nutzung

von Gesundheitsclouds nicht.

Welche Regelungen beachtet

werden müssen, erläutert der

Experte auf Seite 16.


2

diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

Wozu ein Code of Conduct Digital Health?

Ethikrat ist der DDG-Initiative gefolgt – die Politik glänzt mit Kleinteiligkeit

WIESBADEN. Mit dem Code of Conduct Digital Health

ist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Vorrei-

ter in Sachen Digitalisierung geworden. Nun müssen

die Entscheider in der Politik den Stillstand beenden.

In der Novemberausgabe 2017 der

diabetes zeitung hatte der DDG-

Präsident Professor Dr. Dirk Müller-Wieland

den Code of Conduct

Digital Health der DDG vorgestellt.

Was ist inzwischen passiert (oder

nicht passiert)? Warum ist eine solche

Positionierung der wissenschaftlichen

Fachgesellschaft notwendig?

Zunächst ist man erstaunt zu hören,

dass die DDG bei der Digitalisierung

offensichtlich Vorreiter ist: Keine andere

medizinische Fachgesellschaft

hat sich bisher dazu so ausführlich

und eindeutig positioniert. Gerade,

wenn man deutlich formuliert – und

z.B. das Statement „Wir fordern einen

Datenschutz mit Zukunftsfenster!“ ist

deutlich –, wartet man auf Reaktionen.

Und am 30. November 2017 hat

der Deutsche Ethikrat seine vielbeachtete

Stellungnahme zu „Big Data

und Gesundheit – Datensouveränität

als informationelle Freiheitsgestaltung“

veröffentlicht, die diese Position

der DDG vollkommen unterstützt!

Wir sehen uns darin bestätigt, dass

selbstverständlich der Patient einsehen

können muss, wer wann und wie

Daten sammelt und was mit diesen Informationen

geschieht. Nur so können

individuelle Freiheit und Privatsphäre

gewahrt werden. Den Herausforderungen

durch Big Data kann mit den

Schutzmechanismen des traditionellen

Datenschutzrechts aber nur

unzureichend begegnet werden, so

lautet die Kernaussage. Der Deutsche

Ethikrat empfiehlt ein an Datensouveränität

orientiertes Gestaltungs- und

Regulierungskonzept. Datensouveränität

ist eine ganz andere Kategorie

als die Datensparsamkeit, die bisher

und bis heute oberstes Prinzip des

Datenschutzes ist. Datensparsamkeit

und Big Data schließen sich aus.

Datensouveränität heißt zum Beispiel

laut Ethikrat, die Möglichkeit einer

„Datenspende“: Die Erlaubnis, dass

„Der Code of

Conduct bietet

Orientierung”

eigene Daten für die medizinische

Forschung genutzt werden können,

für Grundlagen- und Versorgungsforschung.

Genauso ist es im Code of

Conduct formuliert, wie es nur konsequent

ist für eine wissenschaftliche

medizinische Gesellschaft, die sich

zu mehr Diabetesforschung bekennt.

Die Infrastruktur für Big Data

muss geschaffen werden

Natürlich hat der Ethikrat auch klare

Forderungen an den Staat, die

die DDG auch alle sozusagen unterschreiben

kann: Nutzertäuschung vor

allem in den sogenannten sozialen

Netzwerken muss strikter geahndet

werden. In der Schule müssen digitale

Grundkenntnisse vermittelt werden

– die berühmte digitale Kompetenz.

Und natürlich muss die Infrastruktur

zur Anwendung und Nutzung von Big

Data geschaffen werden sowie einheitliche

Daten- und Dokumentationsstandards,

also die dringend benötigte

Interoperabilität,

mit der sich der

Code

of Conduct

der DDG ebenfalls

ausführlich

beschäftigt.

Leider ist der Deutsche

Ethikrat kein Entscheidungsgremium.

Dennoch

freut es die Autoren der

DDG, dass ihre eigene Stellungnahme,

um die sie im Vorfeld gebeten

wurden, auf so fruchtbaren

Boden in der letztlich veröffentlichten

Stellungnahme gefallen ist.

Und die Entscheider? Von denen ist

nichts zu vermelden. Wir alle wissen,

dass seit der ersten öffentlichen Diskussion

des Code of Conduct Ende

August 2017 bis heute die Räder der

Politik in Deutschland stillgestanden

haben. Anfang Februar erfährt man

immerhin aus dem Koalitionsver-

tragspapier der sich abzeichnenden

Großen Koalition vom „Masterplan“

für Künstliche Intelligenz, Cybersecurity,

Augmented Reality, Robotik, digitalem

Recht und digitaler Ethik, nicht

zu vergessen digitale wirtschaftliche

Disruptionen und Blockchain-Technologie.

Abgesehen davon, dass die

Aneinanderreihung dieser Modewörter

belustigt, sind sich die relevanten

Medien heute schon einig über die

Kleinteiligkeit, mit der die deutsche

Politik die Digitalisierung behandelt,

als 1b-Thema, wenn alles andere vom

Flüchtlingsnachzug bis zum Wolfsabschuss

endlich konsentiert ist.

Nun soll der Code of Conduct nicht

nur nach „außen“ wirken, sondern

auch den eigenen Mitgliedern Orientierungshilfe

geben bei einem zugegebenermaßen

schwierigen Thema.

Vielleicht stellt es eine Orientierungshilfe

dar, wenn man sich mit der Erkenntnis

auseinandersetzt, dass es

keinen ewigen Datenschutz gibt, sondern

dass dieser sich den wandelnden

Lebenswirklichkeiten der Bürger

und Patienten anzupassen hat, Stichwort

Facebook und Instagram. Dies

wird mit Sicherheit die Diabetologie

und die Versorgung verändern.

Vielleicht ist es auch hilfreich, in der

DDG-Positionierung zu lesen, dass KI

und Robotik einerseits auch in der

Medizin nicht aufzuhalten sind.

Andererseits will die DDG

aber ein Gestaltungsrecht

einfordern, wenn Clinical

Decision

Support-

Systeme,

also

Soft-

ware-

Assistenz bei

Diagnostik und Therapieempfehlung,

auch

auf die deutschen Diabetologen

zukommen. Und zum mindesten einmal

erfreulich war doch ein Gespräch

zwischen DDG-Präsident und G-BA

über die Entwicklung von Prüfverfahren

und Überprüfung eines möglichen

Zusatznutzens bei der technologischen

Entwicklung von Medizinprodukten

durch den G-BA unter Einbeziehung

der DDG. Das war früher

auch schon mal anders.

„DiaDigital” – die

App-Prüfstelle der DDG

Nicht zuletzt ist das überragende

positive Presseecho zur App-

Prüfstelle der DDG „DiaDigital“

ein weiterer Beleg dafür, wie weit

vorne im Vergleich zu anderen Indikationen

die DDG hier ist, in einem

insgesamt natürlich recht konservativen

Umfeld. Die Öffnung der Smart

Pix-Diabetesmanagement-Software

für andere Hersteller war ein weiterer

wichtiger Schritt in Richtung

einer Interoperabilität für die Praxis,

der ungefähr zeitgleich mit dem Code

of Conduct Digital Health der DDG öffentlich

gemacht wurde.

So besteht die Herausforderung in

den nächsten Monaten darin, intern

weitere klärende Positionen vor allem

zu Interoperabilität und Datenschutz

zu erarbeiten und das Gespräch

mit einer sich neu formierenden

Politik in Berlin zu suchen, die

hoffentlich nicht allzu ermattet

ist von den schier endlosen

Sondierungsgesprächen

der letzten Monate. Können

wir jetzt gemeinsam

gestalten?

Manuel Ickrath

Die DDG fordert ein

Gestaltungsrecht für

Clinical Decision Support-

Systeme.

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diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018 3

Safety First!

DiaTec 2018 – ein Übersichtsartikel zu den wichtigsten Themen

BERLIN. Diabetespatienten und ihre Behandler wollen

technologischen Fortschritt. Gleichzeitig besteht

der Wunsch nach Sicherheit. Zwischen diesen zwei

Polen bewegten sich die Diskussionen beim DiaTec.

Safety First! So lautete das Motto der

diesjährigen DiaTec, die wie in jedem

Jahr am letzten Januar-Wochenende

in Berlin stattfand. Im Spannungsfeld

zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit

und dem Wunsch nach Fortschritt

wurden die vielen verschiedenen

Aspekte und Themenfelder aus dem

Bereich der Diabetestechnologie und

Digitalisierung in den Symposien und

Seminaren diskutiert. Dabei spannte

sich der Bogen von der aktuellen gesetzlichen

Situation bei Medizinprodukten

über das Thema Sicherheit im

Praxisalltag und Haftungsfragen bis

hin zu einer interessanten Pro-Kontra-

Diskussion.

Das erste Symposium begann mit

einem Einblick in die gesetzliche Situation

bei Medizinprodukten. Der Referent

Dr. Wolfgang Lauer, BfArM,

erläuterte die Rechtsgrundlage und

die regulatorischen Rahmenbedingungen

bei Medizinprodukten und

stellte dabei klar, dass es in Deutschland

keine staatliche Zulassung dafür

gibt. Stattdessen regelt eine EU-Verordnung

über die CE-Kennzeichnung

das „In-den-Verkehr-bringen“ von

Medizinprodukten. Zwar ist das

BfArM als oberste Bundesbehörde

neben dem Hersteller und der sogenannten

„Benannten Stelle“ am

Prozess beteiligt, bei Risikomeldungen

beschränken sich die Aufgaben

jedoch auf die zentrale Erfassung des

Vorfalls, Entscheidungen darf das

BfArM nicht treffen, sondern lediglich

eine Empfehlung an die zuständige

Landesbehörde aussprechen.

Unklare Haftungsfragen

bei Open-AP-Systemen

„We are not waiting!“ So lautet die

Maxime der Anwender von OpenAPS,

einem weltumspannenden Netzwerk

von Typ-1ern, die ihre Artificial-Pancreas-Systeme

selber basteln. Das

geht inzwischen recht einfach, ältere

Insulinpumpen werden „gehacked“,

die Anleitung dazu und die passenden

Algorithmen lassen sich einfach aus

dem Netz downloaden, und so gibt es

inzwischen auch in Deutschland etwa

1000 Nutzer solcher OpenAPS. Wer

jedoch haftet, wenn solche Systeme

off limit genutzt werden und z.B. Unfälle

nach sich ziehen, darüber sagte

der Referent Torsten Feige von

der Vereinigung diabetischer Sportler

IDAA, Berlin, leider nichts. Dafür

wurde dieses Thema kontrovers in

der anschließenden Diskussion und

auch in den vertiefenden Seminaren

erörtert. Nichtsdestoweniger waren

die Werte, die Feige aus seinem AP-

System auf der Leinwand zeigte, beeindruckend

– eine Glukosekurve wie

aus dem Bilderbuch!

Vorträge zu verschiedenen CGM-

Aspekten wurden im Symposium II

unter der Leitung von Dr. Dorothee

Deiss, Medicover, Praxisgemeinschaft,

Berlin, gegeben. Dr. Sandra

Schlüter, Diabetologische Schwerpunktpraxis,

Northeim, stellte die

jüngst veröffentlichte Praxisempfehlung

der DDG zu Glukosekontrolle vor

– mit einem Überblick, welche Systeme

sich für welche Patienten eignen.

Telemedizin-Projekt

als ambitionierter Hürdenlauf

DiaTec unter Leitung von Prof. Dr. Lutz Heinemann ist mittlerweile die deutschsprachige

Plattform für das an Diabetestechnologie interessierte Fachpublikum. Fotos: Mike Fuchs

Dr. Dominik Ehrmann vom Forschungsinstitut

in der Diabetesakademie

Bad Mergentheim (FIDAM)

zeigte, was BeraterInnen für die

„Schulung 4.0“ lernen müssen und

definierte vier Themenfelder: Vernetzung,

Informationstransparenz,

Technische Assistenz und Dezentrale

Entscheidungen als Grundlagen einer

modernen Schulung. Auch wenn wir

in Deutschland bereits über sehr gute

Strukturen verfügen: Schulung wird

komplexer, technischer und intensiver

mit der Behandlung verbunden werden.

Das Schulungspersonal muss

sich mit den Komponenten einer vernetzten

Schulung auseinandersetzen

und klassische Schulungsprogramme

werden unterstützt durch Apps, Software

und Technologie. Auch die Rolle

des Patienten wird sich verändern: Er

wird zukünftig zum Team Arzt/BeraterIn

dazugehören.

Professor Dr. Norbert Hermanns,

ebenfalls vom FIDAM, stellte die HypoDE-Studie

vor: Als erste deutsche

multizentrische, randomisierte und

kontrollierte Studie wurde untersucht,

ob sich bei rt-CGM-Patienten mit Typ-

1 und ausgeprägter Hypo-Problematik

die Anzahl und Dauer von Hypos reduzieren

lässt und die Glukosewerte

häufiger im definierten Zielbereich

bleiben. Leider konnten nur Basisdaten

gezeigt werden, da sich das Manuskript

zu diesem Zeitpunkt noch im

Review-Prozess befand. Inzwischen ist

die HypoDE-Studie in Lancet publiziert

worden (S. 6 in dieser Ausgabe).

Im letzten Vortrag des Symposiums

berichtete Dr. Simone von Sengbusch,

Klinikum Lübeck, in gewohnt

souveräner Art über ihr Telemedizin-

Projekt in Schleswig-Holstein: Die

erste Fern-Sprechstunde für Familien,

die ein Kind mit Diabetes haben, wird

mit Geldern aus dem Innovationsfond

gefördert. Amüsant und informativ berichtete

Dr. von Sengbusch über die

technischen Hürden, die sie überwinden

musste, damit das Projekt überhaupt

starten konnte: Blockaden und

Firewalls in der Klinik, verschiedene

Softwarelösungen bei den Geräten

und unerwartet hohe Kosten für die

Technik, aber auch fehlende Installationen

seitens der Familie (kein

Skype, keine LAN-Kabel) machen die

telemedizinische Sprechstunde zu einem

ambitionierten Hürdenlauf. Nur

mit ihrem enormen Durchhaltevermögen

ist es Dr. von Sengbusch bislang

gelungen, immer wieder neue Lösungen

für die vielen Probleme zu finden.

Als positiv erlebt sie, dass auffallend

viele Väter bei den Beratungen vor

den Bildschirmen sitzen, Technik ist

offenbar doch Männersache!?

Der Nachmittag gehörte vier vertiefenden

Seminaren: Probleme bei

der Kostenübernahme von CGM-

„Wir sollten

die Digitalisierung

gestalten”

Anträgen (Claudia Sahm, Diabetologische

Schwerpunktpraxis, Herrsching

am Ammersee, und Dr. Imke

Schmitz-Losem, povoa BKK, Leverkusen),

Apps und Co (Diana Drossel,

Dia betesberaterin, Eschweiler,

und Dr. Matthias Kaltheuner,

Diabetologische Schwerpunktpraxis,

Leverkusen), Digitalisierung in der

DSP (Friedrich Wilhelm Pe try,

Diabetologische Schwerpunktpraxis,

Wetzlar, und Dr. Sebastian Petry,

Universitätsklinikum Gießen und

Marburg) und Optimale Nutzung von

CGM-Systemen (Dr. Deiss und Prof.

Hermanns).

Start-Ups: Ideen, die das Leben

mit Diabetes erleichtern

Acht Start-Ups präsentierten unter

der ermunternden Leitung von

Dr. Markus Müschenich, Gründer

von Flying Health, Berlin, ihre Ideen

und Produkte, die das Leben mit Diabetes

erleichtern: Von praktischen

Taschen für Geräte über schicke und

komfortable Unterwäsche für Pumpe

und CGM bis hin zu einer App mit Temperatursensor,

der sicherstellt, dass

das Insulin zu jedem Zeitpunkt korrekt

gelagert wird, reicht hier die Bandbreite

der tollen Ideen. Besonders pfiffig:

Blutzuckerwerte, die in Licht oder

Klänge umgewandelt werden und so

auch den Angehörigen Sicherheit auf

einen Blick (oder Ton) geben.

Im dritten Seminar konnten Diabetologen

ihre Ideen und Projekte vorstellen:

Von der Software Dianizer,

die Schulungskurse in den Praxen

organisiert, über eine App bis hin zu

einem telemedizinischen Projekt mit

FGM galt es auch hier, umsetzbare

Ideen kennenzulernen.

WIE HÄUFIG SIND

RISIKOMELDUNGEN?

Mit der Frage, wie häufig es bei den

Herstellern und im Praxisalltag von

Diabetesschwerpunkten zu Risikomeldungen

kommt, beschäftigten

sich die Vorträge von Professor

Dr. Lutz Heinemann und Dr. Jörg

Simon, Diabetologische Schwerpunktpraxis

Fulda. Geschätzte 5 %

aller Fälle werden überhaupt nur

mit dem Formular „Vorkommnismeldungen”

an das BfArM übertragen,

weil die Praxen den zeitlichen

und organisatorischen Aufwand

scheuen. Funktionsunfähige Geräte

oder Sensoren werden von den

Herstellern direkt ausgetauscht, die

Anzahl an echten Vorkommnissen

bleibt damit im Dunkeln. Gemeldet

werden ungewöhnliche Ereignisse

wie allergische Reaktionen auf

Teflonkatheter oder Pflaster, heiß

gewordene Batterien bei Pumpen

oder gesprungene Insulinkartuschen.

Ein guter Vorschlag kam

von Dr. Karin Schlecht, Eisenach:

Integration des Formulars für „Vorkommnismeldungen”

in die Praxisverwaltungssoftware,

so wie es das

bei Arzneimitteln bereits gibt.

Wer wissen wollte, was, wo und warum

heute überall gehackt werden

kann, hatte im besonderen Vortrag

Gelegenheit, die Ansichten eines Hackers

kennenzulernen, und wer sich

über das Thema „Zukunft der Therapie

bei zunehmender Digitalisierung“

informieren wollte, ging zu Manuel

Ickrath, der einen parallelen besonderen

Vortrag hielt.

Im dritten und letzten Symposium

am Samstagnachmittag berichtete

der MDK-Mitarbeiter Dr. Hans-

Peter Thiele, MDK, Düsseldorf, über

Rechtsgrundlage und Aufgaben des

MDKs und mit einem letzten Schlenker

zum Schwerpunktthema „Safety

First“ fragte Dr. Thorsten Biester,

Klinikum auf der Bult, Hannover, zum

Umgang mit OpenAPS: Nutzen – oder

lieber warten? Die Vielfältigkeit der

Systeme, die fehlende Rechtsgrundlage

und die mangelnde Betreuung

der Patienten macht das Risiko für

den Nutzer unkalkulierbar.

DiaTec 2018 endete mit einer spannenden

Pro-Kontra-Diskussion von

Dr. Nikolaus Scheper und Dr.

Friedrich Petry: Wollen wir eine

glorreiche Zukunft oder Sicherheit um

jeden Preis? Fazit: Die Digitalisierung

lässt sich nicht aufhalten, aber wir

sollten versuchen, sie zu gestalten.

Gabriele Faber-Heinemann

Themen rund um die Diabetestechnologie werden immer wichtiger:

Die diatec-Fortbildungsveranstaltung endete mit einem neuen Teilnehmerrekord.


4

diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

Vom Umgang mit Daten in der Diabetologie

Transparenz, Schutz und Sicherheit auf dem Prüfstand

Datenschutz und Datensicherheit

werden in einer vernetzten Welt

immer wichtiger.

Foto: fotolia/pn_photo

BERLIN. Zwar haben wir in Deutschland eine umfassende

Gesetzeslage, wenn es um den Schutz von

Daten geht, wie aber sieht es mit Transparenz und

Sicherheit von Daten aus? Wie kann sich eine Schwerpunktpraxis

auf die Digitalisierung vorbereiten? Und

wie überwindet man die Blockaden und Firewalls einer

Klinik für ein telemedizinisches Projekt?

„Schulung des

gesamten Teams

ist der Schlüssel

zum Erfolg”

Telemedizin ist ein möglicher Ansatz,

um zukünftig Diabetespatienten

fernzubehandeln. Aktuell werden die

einschränkenden Regelungen zur

Fernbehandlung auf den Prüfstand

gestellt. Auch sollen Anwendung und

Abrechenbarkeit telemedizinischer

Leistungen ausgebaut werden – so

steht es zumindest im Koalitionsvertrag.

Dr. Simone von Sengbusch, Universitätsklinikum

Schleswig-Holstein,

testet bereits mit ihrem innovationsfondsgeförderten

Projekt ViDiKi eine

telemedizinische Sprechstunde: Familien

mit einem diabetischen Kind

haben einmal im Monat Gelegenheit,

per Skype/Facetime oder Telefon einen

Kinderdiabetologen zu konsultieren.

Die Glukosewerte aus den

CGM-Systemen werden dabei vorher

übertragen, notwendige Therapieanpassungen

werden fernmündlich

besprochen. Eltern und Kindern erspart

das lange Anfahrtswege und

Wartezeiten, die persönliche Betreuung

ist „on demand“ auch weiterhin

möglich.

Spannend sind die Hürden, über die

Dr. von Sengbusch berichtete. Für

das Projekt musste ein umfangreiches

und strukturiertes Konzept entwickelt

werden, um Zugriff, Sicherung

und Speicherung von Daten zu

regeln. Sämtliche Beteiligten (Eltern

und Studienteam) mussten lernen,

Software und Kamera zu installieren,

Daten in eine Cloud zu übertragen, E-

Mails zu verschlüsseln und ein Arzt-

Video-Portal mit TAN-Verfahren zu

nutzen. Die Arbeitsplätze mussten mit

Schallschutzsegel ausgestattet werden,

telefonieren geht nur mit einem

Headset und für die Einrichtung von

Heimarbeitsplätzen war die Genehmigung

des Personalrats erforderlich.

Technische Probleme wie schwaches

Internetsignal auf dem Land, veraltete

Grafikkarten oder fehlende LAN-Kabel

bei den Familien gehörten noch zu

den simplen Hürden.

Schwieriger wurde es mit den Einstellungen

der Firewalls in den beiden

Uni-Kliniken aus Schleswig-Holstein,

die Projektteilnehmer sind. Erst nach

intensiven Verhandlungen mit der

IT wurden Ausnahmen zugelassen,

sodass überhaupt telemedizinische

Behandlung möglich wurde. Dr. von

Sengbuschs Einsatz ist es zu verdanken,

dass sich Lösungen fanden, um

dieses spannende und wichtige Projekt

durchführen zu können.

Digitalisierung in der

Schwerpunktpraxis

„Firewall regelmäßig

aktualisieren”

Ähnlich schwierig, wenn auch auf

einer anderen Ebene, sieht es in den

Praxen aus. Im Seminar EDV und Digitalisierung

der DSP gab Dr. Friedrich

W. Petry, niedergelassener Diabetologe

aus Wetzlar, einen Überblick

über die aktuelle Situation und erläuterte,

was ein Netzwerk ist: Ein verbundenes

System aus verschiedenen

Computern, Druckern, Bildschirmen,

Kameras, und weiterer netzwerkfähiger

Hardware. Das Herzstück einer

jeden Praxis, die Praxisverwaltungssoftware,

unterliegt strengen Datenschutzbestimmungen:

Die strikte Trennung

von Hardware, Software, WLAN,

Handy und einem E-Mail-System soll

vor unerwünschten Eingriffen schützen.

Dr. Petry stellt hohe Anforderungen an

seine Praxisverwaltungssoftware, sie

muss einfach, schnell und übersichtlich

sein und einen guten Service seitens

des Anbieters mitbringen. Wenn

das nicht gegeben ist, so der gute

Rat von Dr. Petry – Anbieter wechseln!

Besser drei Monate intensive

Umstellungsarbeit als jahrelanges

Ärgern über ein sperriges System

oder mangelnden Service.

Wie könnte der Start einer DSP in

die Digitalisierung aussehen? Drei

Faktoren nannte Dr. Petry dafür:

1. Die Strukturen müssen stimmen,

2. die Prozesse entwickelt werden

und 3. alle Mitarbeiter einer Praxis

müssen geschult werden! Besonders

die Schulung des gesamten Teams

ist der Schlüssel für einen erfolgreichen

Start in die Digitalisierung. Zum

Schluss gab Dr. Petry noch einen guten

Tipp für seine Zuhörer: unbedingt

eine Firewall installieren und diese

regelmäßig aktualisieren. Außerdem

hilfreich: einen oder mehrere Mitarbeiter

aus dem Praxisteam zu Datenschutzbeauftragten

ernennen.

Bis zu 1 Million

Hackerangriffe pro Tag

Dass Datensicherheit und Datenschutz

immer wichtigere Themen

sind, wurde spätestens mit dem besonderen

Vortrag eines „echten Hackers“

deutlich. Wie Hacking im Film

geht, zeigte der junge Mann namens

Florian Demaku von der Firma Mecodia

eindrucksvoll zu Beginn: Aus

dem Off ertönt spannende Musik, der

Hacker, bekleidet mit dunkler Sonnenbrille,

tippt wild auf einen Rechner ein,

der Fortschritt des Datenklaus wird

anhand einer Zeitleiste angezeigt ...

und kurz vor Ende ertönt ein warnendes

Signal!

Nein, so geht es wohl nicht! Hacker

sind heute entweder staatliche

Stellen (z.B. Geheimdienste) oder

Betrüger und Kleinkriminelle, politisch

Motivierte, die sogenannten

Hacktivisten, oder als letzte recht

große Gruppe die Skriptkiddies, das

sind gelangweilte Jugendliche, die

spaßeshalber hacken. Viel Hacking

passiert heute automatisch, weltweit

und rund um die Uhr, aktuelle Schätzungen

gehen von zwischen 100 000

und 1 Million Hackerangriffen pro Tag

aus – denn Sicherheitslücken gibt es

immer. Eine Webseite namens Kasperski

zeigt permanent ein aktuelles

Bild von Hacking-Aktivitäten weltweit:

https://cybermap.kaspersky.

com. Wenn man diese aufruft, sieht

man faszinierende Punkte und Linien,

die über die Kontinente springen,

hauptsächlich zwischen den USA und

Europa.

Moral und Unmoral

von Cyberattacken

Es gibt tatsächlich einen Schwarzmarkt

für Sicherheitslücken von

Webseiten. Wer moralisch flexibel

ist, kann (wenn man weiß, wie es

geht) billiger einkaufen: Einige ältere

Webseiten sind noch so programmiert,

dass sich mit wenigen Klicks

interessante Hackermöglichkeiten

ergeben. So lassen sich z.B. Preise

ändern. Aktuell werden – Stichwort

„Internet der Dinge“ – Überwachungskameras

gehackt. Dafür gibt

es sogar eine eigene Webseite: unter

der URL www.insecam.org kann

man Orte oder Menschen irgendwo

auf der Welt beobachten bei dem,

was sie gerade tun. Wir haben zwei

Pizzabäckern in Tschechien bei der

Arbeit zugeschaut ...

Ein ernsthaftes Thema ist jedoch digitale

Erpressung, so geschehen im

vergangenen Jahr mit Wannacry,

welches Firmen, Krankenhäuser und

die Deutsche Bahn lahmlegte. Das

Lösegeld muss dann meistens mit

Bitcoins gezahlt werden, einer Internetwährung.

Und wer nicht weiß, wie

man an diese kommt – der Service dafür

wird gleich mit angeboten.

Datensicherung, Software-

Updates und Aufmerksamkeit

Hacken ist Trend – die Anzahl geht

konstant hoch. Besonders betroffen

sind aktuell Krankenhäuser und

Arztpraxen, in Österreich haben viele

Praxen kürzlich bis zu 50 000 Euro Lösegeld

gezahlt, damit die Daten wieder

zugänglich waren. Selbst große

Firmen sind nicht gefeit: Das weltweit

tätige Logistik-Unternehmen Maersk

hatte einen Schaden in Höhe von

30 Millionen Dollar, und selbst eine

FBI-Dienststelle zahlte Lösegeld.

Was schützt, ist regelmäßige Datensicherung,

außerdem Software-Updates

und Achtsamkeit bei E-Mails,

dem besten aller Einfallstore für Viren.

Selbst wenn sie noch so täuschend

echt aussehen und von DHL („Sie haben

ein Päckchen“) oder von Amazon

(„Ihre Bestellung ist da!“) kommen –

wenn Sie nichts bestellt haben oder

keine Post erwarten, gehören solche

Mails ungeöffnet in den Papierkorb.

Niemals auf Links klicken, die einem

nicht vertraut vorkommen. Auch

USB-Sticks sind ein gutes Einfallstor

für Schadstoffsoftware – kurz in den

Rechner gesteckt, Autostart inklusive,

und schon ist der Computer infiziert.

Gabriele Faber-Heinemann


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diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

Internationale „Leistungsschau”

der Diabetestechnologie

ATTD-Kongress bietet Innovationen eine Bühne | Interesse wächst

WIEN. Diabetestechnologie und Digitalisierung bestimmen

immer mehr die Dia betestherapie – das wurde auch auf der

11 th Conference on Advanced Technologies and Treatments,

dem ATTD, deutlich.

46 Firmen waren mit einem Stand vertreten,

ein neuer Rekord für den ATTD! – davon

neun Anbieter mit CGM-Systemen,

acht mit Insulinpumpen, sechs mit Insulinpens

und vier Pharmafirmen. Ganze zwölf

Anbieter von Software und Apps zeigten

mit einem Stand Präsenz.

„Start-up“-Unternehmen konnten sich in

zwei Sitzungen vorstellen. Dabei präsen-

tierte die französische Firma DefyMed ein

Closed-Loop-System mit intraperitonealer

Insulinzufuhr namens „Exolin“ und ein biokompatibles

Behältnis für die Verkapselung

von Inselzellen mit Namen „Mailpan“. Interessant

ist auch ein von der Firma Biomicro

aus Singapur offeriertes implantierbares

CGM-System und ein optoenzymatischer

Sensor der belgischen Firma Medtronom.

Ergebnisse der HypoDE-

Studie vorgestellt

Charakteristisch für alle vorgestellten Sys-

teme ist allerdings, dass sie als neuartig

und revolutionär dargestellt wurden, obwohl

sie kein neues, bisher unbekanntes

Prinzip für die Messung anwenden. Zudem

liegen keine nachprüfbaren Daten vor. Man

muss abwarten, ob eines der Systeme einmal

Marktreife erreichen wird.

Hingegen soll der vorgestellte Glukosesensor

G6 von Dexcom 2018 in den USA

und in Europa verfügbar sein. Gegenüber

dem derzeit erhältlichen G5 zeichnet er

sich durch eine weiter verbesserte Messgenauigkeit,

eine Verlängerung der Tragedauer

von bis zu zehn Tagen und durch

eine bessere Selektivität aus. D.h., dass

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln wie

Paracetamol unterdrückt werden. Verantwortlich

dafür ist eine Optimierung der

Sensormembran, der Sensorgeometrie

und der Technologie. Durch einen verbesserten

Algorithmus kann auf eine tägliche

Kalibration verzichtet werden, obwohl eine

solche weiterhin möglich ist. Damit steht

in absehbarer Zeit ein rtCGM-Gerät zur

Verfügung, welches keiner Kalibrierung

mehr bedarf.

Dexcom sieht sich als Lieferant von Glukosesensoren

und kooperiert mit anderen

Firmen in Closed-Loop-Projekten, so mit

Roche, Insulet (OmniPod) und Tandem

(t:slim, nicht in Europa verfügbar). Eigenständig

untersucht Dexcom insbesondere

die Anwendung von rtCGM-Systemen bei

Patienten mit einer intensivierten Insulintherapie.

Eine dieser Studien wurde in

Deutschland unter Schirmherrschaft der

AGDT durchgeführt, die HypoDE-Studie.

Die Ergebnisse wurden auf dem ATTD

präsentiert (Heinemann L et al. in einem

eigenen Symposium).

In die offene, randomisierte, kontrollierte

Studie wurden in zwölf deutschen Zentren

über sechs Monate 149 Patienten mit

gestörter Hypoglykämiewahrnehmung

eingeschlossen. Bei den Patienten mit rt-

CGM verringerte sich die Anzahl an Hypoglykämien

über 28 Tage hinweg signifikant

von 10,8 auf 3,5 Ereignisse, während diese

in der Kontrollgruppe ohne CGM nahezu

gleichblieb (13,7 vs. 14,4 Ereignisse).

Flash Glucose Monitoring (FGM) ist zwar

technisch ein CGM, in der therapeutischen

Anwendung aber diskontinuierlich und damit

eher ein Ersatz der BZ-Messung. Das

Messergebnis erhält der Patient bekanntlich

durch Scannen des Sensors mit dem

Monitor oder einem Smartphone. Dass die

Anzahl an Scans die Stoffwechselkontrolle

beeinflusst ist naheliegend und wird

durch Real-World-Daten belegt (Dunn T

et al.). Analysiert wurden dabei Daten von

237 747 Patienten (1 569 588 Sensoren) im

Zeitraum von 2014 bis 2017. In dieser Zeit

fanden 265 Mio. Scans statt. Im Durchschnitt

scannten die Patienten 13-mal/Tag

(Bereich 4–40). Bei 4 Scans/Tag lag das

„CGM ist dabei,

sich als Maßstab

zu etablieren”

HbA 1c durchschnittlich bei 8,2 %, bei 40

Scans/Tag bei 6,7 %. Die Time in Range (TiR)

von 70–180 mg/dl erhöhte sich um 43 % von

11,7 auf 16,8 Stunden bei 4 vs. 40 Scans.

Mehr Sicherheit in Bezug auf

Hypoglykämien

Wie sieht ein Vergleich von FGM mit rt-

CGM aus? In der I-HART CGM (Reddy M

et al.), einer Studie mit 40 Patienten mit

Typ-1-Dia betes und gestörter Hypoglykämiewahrnehmung,

wurde zunächst der

Anteil der Zeit im hypoglykämischen Bereich

unter beiden CGM-Systemen über

acht Wochen verglichen. Danach wechselten

die Patienten mit FGM auf rt-CGM.

Der Prozentsatz der Zeit mit Glukosewerten

< 70 mg/dl sank signifikant von 11,0

auf 3,9 %. Die bei rtCGM vorhandenen

Alarme sorgen offensichtlich für eine höhere

Sicherheit der Patienten in Bezug auf

Hypoglykämien.

Großes Interesse bestand an Informationen

und Ergebnissen zur automatisierten

Insulinanpassung, insbesondere an dem

in den USA bereits von 35 000 Patienten

verwendeten System MiniMed 670G. In

Verbindung mit einem rtCGM-System hat

diese zwei Modi: Im manuellen Mode

entspricht sie der MiniMed 640G mit der

Möglichkeit der automatischen prädiktiven

Unterbrechung der basalen Insulinzufuhr

bei Gefahr einer Hypoglykämie. Im „Auto-

Mode“ erfolgt die adaptive Anpassung der

basalen Insulininfusion auf Grundlage der

Glukosesensorwerte. Unter anderem wurden

Real-World-Daten von 15 474 Patienten

im Alter von 42 ± 16 Jahren vorgestellt

(Agrawal P et al.). Analysiert wurden die

Ergebnisse von 979 551 Tagen, von denen

79,7 % im „Auto-Mode“ genutzt wurden. Im

Vergleich zum manuellen Modus verringerten

sich die mittlere Glukosekonzentration

von 164 ± 9 auf 155 ± 9 mg/dl, der

Zeitanteil < 70 mg/dl/Tag von 2,3

auf 2,0 % und erhöhte sich

die TiR (70–180 mg/dl)

von 63 auf 71 %.

Wann die 670G in Europa verfügbar

sein wird ist unklar und hat u.a. etwas

mit den Zulassungsverfahren zu tun.

Professor Dr. Thomas Danne forderte

deshalb in seinem Eröffnungsvortrag

des ATTD die Teilnehmer zu einem

„Call to Action“ auf, d.h. die Teilnehmer

sollten mit dem Scan ihres Teilnehmer-

Badges ihrer Forderung an die Regulierungsbehörden

Ausdruck verleihen, die

Zulassung der 670G zeitnah zu realisieren.

Über 800 Scans lagen bei Ende des Kongresses

vor.

Der ATTD stand auch unter dem Eindruck

des kürzlich veröffentlichten Konsensus-

Statements zur Beurteilung der Glykämie

mit CGM (Danne T et al.). Welcher Parameter

ist besonders wichtig? Die TiR?

Der Variationskoeffizient? Mit oder

ohne Einbeziehung des HbA 1c ? Die

Diskussion dazu ist noch nicht abgeschlossen.

Die TiR ist zumindest

gut geeignet für die Diskussion mit

dem Patienten zur Optimierung der

Therapie. Wichtige Korrelationen,

z.B. mit dem HbA 1c oder der Glukosevariabilität

werden demnächst

publiziert. CGM ist dabei,

sich als Maßstab für die

Beurteilung der Glukoseeinstellung

zu etablieren.

Dr. Andreas Thomas

und Prof. Dr. Lutz

Heinemann

11 th Conference

on Advanced

Technologies &

Treatments

for Diabetes

(ATTD)

Der ATTD ist ein Kongress

mit innovativen Themen.

Diabetestechnologie und Digitalisierung

werden dabei

immer wichtiger.

Fotos: iStock/jamesbin

TREFFPUNKT ATTD – ZAHLEN UND FAKTEN ZUM KONGRESS

Der ATTD-Kongress ist attraktiv, was sich an einer stetig steigenden

Teilnehmerzahl zeigt, diesmal waren es mehr als 2800. Die

meisten Kongressbesucher kamen aus den USA (445), gefolgt von

Deutschland (229) und der Schweiz (205).

Weil sich der Kongress dem Schwerpunkt Diabetestechnologie

und Digitalisierung widmet, ist es nicht verwunderlich, dass viele

Teilnehmer aus der Industrie bzw. aus Forschungsinstituten kommen.

Das erklärt auch die hohe Teilnehmerzahl aus der Schweiz.

Bekanntlich haben dort verschiedene Firmen ihre europäische

Zentrale, wie Medtronic oder Ypsomed.

Bezogen auf Deutschland ließen sich von den 229 Teilnehmern

nur ca. 20 Personen als medizinisch tätige Ärzte bzw. DiabetesberaterInnen

identifizieren.

Etwas anders einzuschätzen ist die hohe Teilnehmerzahl aus den

USA. Neben Industrieangestellten waren praktisch alle führenden

Meinungsmacher auf dem Gebiet der Diabetestechnologie vor Ort

und aktiv mit Vorträgen beteiligt. Die amerikanische Teilnehmerliste

liest sich wie ein „Who is who” mit Diabetologen wie S. Garg, R.

Bergenstal, D. Klonoff, B. Bode, I. Hirsch, um nur einige zu nennen.

Sie waren alle praktisch im Dauereinsatz, was einerseits die Qualität

des Kongresses mitbestimmt, andererseits die Dominanz der

amerikanischen Kollegen auf diesem Gebiet zeigt. In den diversen

parallel ablaufenden wissenschaftlichen Sitzungen betrug der

Anteil von US-Diabetologen als Vortragende > 50 %.

Wichtige europäische Meinungsmacher wie T. Battelino, T. Danne,

M. Phillip oder S. Amiel waren zwar auch vielfach im Einsatz als

Redner, die Liste an europäischen Meinungsmachern war aber

vergleichsweise deutlich kürzer.

Insgesamt wurden 416 Abstracts angenommen (veröffentlicht in

Diabetes Technology and Therapeutics 2018; 20 (Suppl. 1)), von

welchen eine Auswahl in sechs oralen Sitzungen und sechs bei

e-Poster-Präsentationen diskutiert wurde. Weiterhin gab es 19

wissenschaftliche „Parallel-Sessions”, 19 Industrie-Symposien

und drei Plenar-Sitzungen.


Daten sinnvoll nutzen und

gemeinsam Diabetes weiter denken

Strukturierte Prozesse und digitale Auswertungen sind therapeutisch wirksam

Die Zahl der menschen mit Diabetes

steigt weltweit rapide an. Gleichzeitig

erheben immer mehr von ihnen

große mengen diabetesrelevanter

digitaler Daten. Von Glukosewerten

über Insulindosierung, Körpergewicht,

Herzfrequenz, Kalorienzufuhr

und schlafdauer bis hin zu Fitnessaktivitäten

lassen sich prinzipiell alle

Daten für die Therapieanpassung

nutzen – sofern sie strukturiert zusammengeführt,

sinnvoll verknüpft

und gemeinsam mit dem patienten

ausgewertet werden.

Viele Ärzte wünschen sich einen

besseren Überblick über die Datenflut

aus den verschiedenen Endgeräten

der Patienten. Denn ohne einen

strukturierten Umgang mit der Datenfülle

kann es nur schwer gelingen,

aus einzelnen Messergebnissen

Therapieempfehlungen abzuleiten,

die sich letztlich beim Patienten in

wirksamen Verhaltensänderungen

niederschlagen.

mehr Zeit, mehr Überblick

und mehr motivation

Mehr Zeit durch die Möglichkeit der

strukturierten und flexiblen Auswertbarkeit,

mehr Überblick durch die

übersichtlichen Auswertungs- und

Darstellungsmöglichkeiten und mehr

Motivation durch die sich daraus

ergebende Möglichkeit der Besprechung

der Daten mit dem Patienten.

Das bietet die Accu-Chek Smart

Pix Software 3.0, die nicht nur alle

Accu-Chek Produkte, sondern auch

„Digitalisierung bedeutet letztlich

einen bestimmten Umgang mit

Daten. Es reicht nicht, darüber

nachzudenken, wie wir herkömmliche

Prozesse in ein digitales

Format bringen. Damit nutzen wir

nicht ansatzweise das Potenzial,

um alle Beteiligten auch emotional

zu überzeugen.“

professor Dirk müller-Wieland, im von

roche Diabetes Care gesponserten

Kamingespräch im rahmen des DiaTec-

Kongresses am 25. Januar 2018 in Berlin

ipDm-prozess

ipDm-prozess senkt Hba 1c nachgewiesen um 0,5 prozentpunkte.

viele gängige Systeme anderer Hersteller

einfach auslesen und auswerten

kann. Die Software sammelt, integriert

und verarbeitet Diabetesdaten

für einen schnellen Überblick – und

damit für sinnvolle Therapieanpassungen.

strukturierte prozesse und digitale

Lösungen können HbA 1c um 0,5

prozentpunkte senken

Damit die Auswertung von Diabetesdaten

wie in der Accu-Chek Smart

Pix Software auch effektiv wirkt,

muss sie einem strukturierten Prozess

folgen.

Das iPDM-ProValue-Studienprogramm

liefert als erste Digitalisierungsstudie

wissenschaftliche

Evidenz dafür, dass sich die Therapieergebnisse

von Menschen mit Typ-2-

Diabetes mithilfe digitaler Lösungen

deutlich verbessern lassen. Die Studie

basiert auf dem integrierten personalisierten

Diabetesmanagement

(iPDM), das strukturierte Prozesse

und digitale Lösungen verknüpft und

die Interaktion zwischen Arzt und

Patient in den Fokus rückt (s. Grafik

oben). Der konsequente Einsatz

von iPDM trägt dazu bei, bei Patienten

mit insulinbehandeltem Typ-2-

Diabetes den HbA 1c -Wert signifikant

um 0,5 Prozentpunkte zu senken. Zudem

konnte sowohl die Zufriedenheit

auf Arzt- und Patientenseite als auch

die Compliance der Patienten verbessert

werden.

Weitere Informationen zum ProValue-Studienprogramm

finden Sie

unter:

www.roche-diabetes-politikportal.de

Eversense

CGM System

Grafik: Roche

Accu-Chek Smart Pix

moderne Therapielösungen: Glukoseund

Insulindaten gemeinsam sinnvoll

für die Therapiesteuerung einsetzen

Zur optimalen Umsetzung des iPDM

Prozesses stellt Roche Diabetes

Care Deutschland moderne Therapielösungen

zur Verfügung. Eine moderne

Therapielösung ist die sinnvolle Vernetzung

von Produkten, um Patienten optimal

einstellen zu können. Ein Beispiel

ist die sensorgestützte Pen-Therapie,

bei der die Daten des Langzeit-CGM

Systems Eversense und des Smart

Insulin-Pens Pendiq 2.0 in Accu-Chek

Smart Pix Software 3.0 als Herzstück

von den modernen Therapielösungen

von Roche Diabetes Care ausgewertet

werden. Der Eversense-Sensor

wird in einem kurzen ambulanten

Eingriff am Oberarm unter die Haut

eingesetzt und verbleibt dort bis zu

90 Tage. Er misst alle fünf Minuten

die Glukosekonzentration der Gewebeflüssigkeit,

die vom Smart Transmitter

an die mobile App übertragen

werden. Die Eversense-App wiederum

zeigt im Display von Smartphone

bzw. Smartwatch Glukosewerte,

Trendpfeile und Warnmeldungen des

Eversense CGM Systems an.

Die neue Eversense NOW APP erlaubt

es zudem auch Freunden, der Familie

Pendiq 2.0 Smart

Insulin-Pen

Accu-Fine

Pen-Nadeln

Besser eingestellt durch lückenlosen Überblick über Glukoseverlauf und Insulinabgaben

– mit der sensorgestützten pen-Therapie.

Foto: Roche

Accu-Chek smart pix

als Herzstück moderner

Therapielösungen

Mit der Accu-Chek Smart Pix Software

3.0 lassen sich Glukose- und

Insulindaten jederzeit retrospektiv in

einem Gesamt-, Wochen- oder Quartalsverlauf

betrachten. Das Ampelsystem

auf der Startseite gibt direkt

einen schnellen Überblick über die

wichtigsten Parameter. Dank der automatischen

Muster- und Mahlzeitenerkennung

kann der Arzt typischen

Herausforderungen im Alltag gezielt

auf die Spur kommen – und gemeinsam

mit dem Patienten in alltagstaugliche

Empfehlungen zur Anpassung

der Diabetestherapie übersetzen. Die

neuen Auswertungsmöglichkeiten

und ein verbessertes Menü machen

den Umgang mit der Software flexibel

und sparen im Praxisalltag wertvolle

Zeit. Mehr Informationen bei Ihrem

Roche Diabetes Care Außendienst oder

unter der kostenfreien Telefonnummer

0800 4466800.

oder medizinischem Fachpersonal den

Glukoseverlauf, Glukosewarnungen

und -ereignisse eines Eversense-Nutzers

aus der Ferne im Blick zu behalten.

Der Smart Insulin-Pen Pendiq 2.0

speichert die Dosierungen der letzten

ca. 1000 Injektionen mit Uhrzeit und

Datum. Weiterhin zeigt er die letzten

Insulindosierungen mit Uhrzeit und

Datum auf dem Display an, sodass

Patienten doppelte bzw. vergessene

Injektionen zuverlässig vermeiden

können. Durch das Auslesen beider

Produkte mit der Accu-Chek Smart

Pix Software 3.0 können Zusammenhänge

zwischen Insulin und Glukose

lückenlos überblickt werden. So haben

Arzt und Patient eine bessere Therapiegrundlage,

um mögliche Trends zu

erkennen und die Diabetestherapie gemeinsam

zu optimieren, sodass Menschen

mit Diabetes mehr Zeit in ihrem

individuellen Zielbereich verbringen.

„Wir wollen die Diabetesversorgung

weiterentwickeln, indem wir

gemeinsam mit allen Akteuren im

Gesundheitswesen Diabetes weiter

denken. Die Digitalisierung bietet

große Chancen, um mehr Zeit,

mehr Überblick und mehr Motivation

zu erreichen. So können wir

mithilfe von individuellen, modernen

Therapielösungen den Patienten

noch mehr in den Mittelpunkt

stellen.“

Lars Kalfhaus, Geschäftsführer roche

Diabetes Care Deutschland GmbH

Probleme schneller erkennen und die Therapie gezielt anpassen

Erfahrungen aus einer diabetologischen und kardiologischen Schwerpunktpraxis – Interview mit Dr. Friedrich W. Petry aus Wetzlar

?

Der Trend „Digitalisierung“: Wie

sehen sie die entwicklung?

Dr. petry: Ich finde, sie ist eine große

Chance. Je mehr Daten wir haben,

desto besser und sicherer sind Problemerkennung

und Entscheidungsfindung.

Wichtig ist dabei nur, dass wir

Lösungen, wie die Accu-Chek Smart

Pix Software, parat haben. Sie filtern

die relevanten Daten und bereiten uns

diese auf, damit wir sie sinnvoll nutzen

können. Hilfreich ist dabei vor allem

die Visualisierung der Daten. So kann

ich meine Zeit effektiver nutzen, das

Problem zu erkennen und zu verstehen

– und das gemeinsam mit meinen

Patienten auf Augenhöhe.

?

Fürchten sie, dass infolge der

Technisierung sie als Arzt oder die

patienten in den Hintergrund rücken

könnten?

Dr. petry: Nein, ganz im Gegenteil. Die

Technik hilft primär meinen Patienten,

aber auch mir. Meine Arbeitszufriedenheit

wird besser, meine Lebenszeit

ist effektiver genutzt, ich habe mehr

Zeit für andere Dinge, die ich mit meinen

Patienten besprechen kann. Es

macht beiden Seiten mehr Spaß und

die Motivation der Patienten steigt.

Eindeutig eine Win-win-Situation.

?

Welche Bedeutung hat die pro-

Value-studie für die Zukunft der

Diabetologie?

Dr. petry: Die Studie zeigt, dass die Einzelschritte

als Gesamtprozess wirken.

Und obwohl es keine Therapiestudie

gewesen ist, sind die Ergebnisse sehr

effektiv und zukunftsweisend. Ich kann

das auch aus eigener Erfahrung bestätigen.

In meiner Praxis nutzen wir das

iPDM-Konzept schon lange. Wir haben

feste Strukturen und Prozessabläufe

und nutzen Software zur Datenauswertung.

Das unterstützt unsere tägliche

Arbeit, Probleme einfacher, schneller

und besser zu erkennen und Therapieanpassungen

effektiver vorzunehmen.

Impressum • Idee und Konzeption: Inter Medical Sonderpublikationen • redaktion: Antje Thiel • Leitung Corporate publishing: Hannelore Schell • Mit freundlicher Unterstützung von Roche Diabetes Care Deutschland GmbH

diatec journal 1/2018 – 28765 • Die Herausgeber der Zeitung übernehmen keine Verantwortung für den Inhalt dieser seite.


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diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

„Wenn ein Tool zu komplex ist, haben wir

unsere Mission nicht erfüllt”

Mithilfe der Digitalisierung Bedürfnisse der Patienten und Ärzte aufgreifen

WIESBADEN. Innovation kommt nur dann beim Diabetespatienten

an, wenn man seine Bedürfnisse kennt

und da rauf eingeht, sagt Dr. Ansgar Resch, General

Manager von Abbott Diabetes Care Deutschland, im

Gespräch mit Manuel Ickrath. Doch dafür müssen

auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen

geschaffen werden.

?

Lieber Herr Dr. Resch, Stichwort

Digitalisierung. Wie

geht die Diabetessparte von Abbott

damit um? Welche Vision

haben Sie?

Dr. Ansger Resch: Unsere Vision

war immer, den Menschen mit Diabetes

das Leben leichter und besser

zu machen. Schritt eins war Freestyle

Libre, das für uns immer noch eine

Revolution darstellt. Weltweit nutzen

schon über 400 000 Patienten in über

40 Ländern unser Produkt, und in knapp

20 Ländern haben wir schon die Erstattung

durch die Krankenversicherungen.

Es geht um einen immer einfacheren

Umgang mit der Krankheit. Dafür haben

wir ein Ökosystem geschaffen sowohl

für den Patienten als auch für den

Arzt. Wenn wir von digitaler Innovation

sprechen, handelt es sich nicht immer

nur um technische Tools, sondern um

Konzeptionelles. Hier profitieren wir

auch von Kooperationen. Ein Beispiel

für praxisrelevante Innovationen ist

das Ambulante Glukose-Profil (AGP).

Damit können wir die kontinuierlichen

Glukosedaten anschaulich und intuitiv

präsentieren. Das Gespräch mit

dem Patienten kann somit komplett in

positiver Hinsicht verändert werden.

Unabhängig vom Lesegerät bieten wir

jetzt eine spezielle Gesundheits-App für

Android und neu auch für iOS an. Über

ein Cloud-basiertes System Libre View

kann man die Daten online mit Ärzten,

DiabetesberaterInnen oder Freunden

und Bekannten teilen. Das ist vor allem

für Kinder und Eltern interessant.

Für uns steht also nicht die Technik im

Mittelpunkt, sondern der betroffene

Mensch mit Diabetes.

?

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern

ein innovativer, ständiger Prozess”

Was bedeutet die Digitalisierung

für Ihr Unternehmen

hier in Wiesbaden? Wie ändern

sich die Prozesse?

Dr. Resch: Digitalisierung ist kein

Selbstzweck, sondern ein innovativer,

ständiger Prozess. Wir unterscheiden

zwischen der Produktentwicklung,

Prozessinnovation und Innovation im

Businessmodell. Innovation kommt

nur dann beim Patienten an, wenn

man seine Bedürfnisse kennt und

darauf eingeht. Das zieht sich wie

ein roter Faden durch unsere Arbeit.

Hier zeigt uns unsere Marktforschung

genau, ob die Bedürfnisse der Patienten

und der Ärzte befriedigt werden.

Unser Produkt liefert eine Vielzahl an

wichtigen Informationen für den Betroffenen

und das betreuende Netzwerk.

Diese Informationen wollen

wir wiederum aggregieren und aufbereiten.

Diese Interaktion Mensch-

Maschine unterstützt den Patienten,

seine Krankheit besser zu verstehen.

Klar, wir lösen die klassische Blutzuckermessung

ab. Das ist für unsere

Mitarbeiter keine Bedrohung und für

viele betroffene Menschen mit Diabetes

eine Chance, besser mit ihrer

Krankheit zurechtzukommen.

Wenn Veränderung auf Menschen

trifft, kommt es sehr darauf an, wie

das Management die Veränderung

gestaltet. Permanente Kommunikation,

positive Fehlerkultur und Feedback-Loops

sind hier die Lösung.

Darüber hinaus stehen wir in einem

harten Wettbewerb um die kreativen

Talente für unser Team, auf das ich

übrigens sehr stolz bin.

?

Die Selbstverwaltung von

Ärzten, Krankenhäusern und

Krankenkassen tut sich schwer

mit der Digitalisierung. Das zeigt

der schleppende Fortschritt bei

der Umsetzung des E-Health-

Gesetzes. Wie beeinflusst das die

Diabetessparte von Abbott?

Dr. Resch: Es hat Einfluss vor allem

auf die Frage, wie schnell Innovation

überhaupt beim Patienten in der Versorgung

ankommt. Unsere Rolle ist

hier, Angebote zu schaffen. Die Politik

setzt den Rahmen. Sie haben selbst im

„Code of Conduct Digital Health“ zur

digitalen Transformation der DDG einen

Datenschutz mit Zukunftsfenster

gefordert. Wir glauben, dass Datenschutz

sehr wichtig ist und dass es da

auch keinen Kompromiss geben darf.

Aber die Regularien sind mittlerweile

von den technischen Möglichkeiten

mitunter schon überholt worden. Das

würden wir auch unterstreichen in

einem verantwortungsvollen Dialog

KURZBIOGRAPHIE DR. ANSGAR RESCH

Dr. Ansgar Resch ist seit Februar

2013 bei der Abbott GmbH & Co. KG

als General Manager Abbott Diabetes

Care Deutschland tätig. Davor

war er von Dezember 2010 bis Januar

2013 Director Global Market Access

Strategy & Pricing bei Abbott Diabetes

Care in Alameda, USA, und von

April 2008 bis November 2010 Head

of Market Access im Pharma bereich

von Abbott. Nach seinem Medizinstudium

und der Promotion an der TU

München war Dr. Resch zunächst am

mit verschiedenen Stakeholdern, um

Rahmenbedingungen zur Digitalisierung

gemeinsam zu gestalten.

?

Es heißt, die Digitalisierung

ändert alle Geschäftsmodelle.

Können Sie das bestätigen?

Die Einführung von Freestyle Libre

in Deutschland hat ja manche

überrascht, Stichwort Webshop.

Ist das schon so ein neues Geschäftsmodell?

Dr. Resch: Der Webshop ist im Hilfsmittelbereich

durchaus etabliert; wir

haben diesen konsequent weiterentwickelt

und neu interpretiert. Diese

zentrale Webshop-Interaktionsplattform

ermöglicht es uns, skalierbar

unser Produkt zu vertreiben. Er funktioniert

in beide Richtungen, auch für

zeitnahe Informationen an den Patienten

und auch im Bereich Customer

Service. Die E-Commerce-Plattform

und die Umsetzung im Segment „Erstattung“

– das ist schon neu. Weiterhin

gibt es jedoch noch die Möglichkeit,

offline zu bestellen.

?

Haben Sie die Ärzteschaft

mit ihrer Markteinführung

nicht irritiert?

Dr. Resch: Gut, dass Sie das ansprechen.

Da liegt tatsächlich ein

Missverständnis vor. Es gab von unserer

Seite nie den Ansatz, am Arzt

vorbeizugehen. Meines Wissens sind

wir das einzige Unternehmen in diesem

Marktsegment, das ein Produkt

zwei Monate vor dem Verkauf des

Produktes bei den Ärzten vorgestellt

hat. Unsere Idee war, dass die Ärzte

vorbereitet und mit dem Produkt vertraut

sein sollten, wenn der Patient

Freestyle Libre in der Praxis nachfragt.

Das Produkt hat aber eine große

Strahlkraft und hat eine sehr große

Nachfrage generiert. Wir haben kaum

Werbung gemacht, es ist einfach sehr

Klinikum rechts der Isar in München

klinisch tätig. Vor seinem Wechsel in

die Industrie arbeitete er drei Jahre

im Rahmen eines Forschungsstipendiums

am Max-Planck-Institut für

Biochemie in Martinsried in der Forschungsgruppe

von Prof. Dr. Ludger

Hengst. Neben seinem Medizinstudium

hat Dr. Resch einen Abschluss in

Public Health (MPH) der Universität

München und einen MBA der Krannert

School of Management, Purdue

University in Indiana. Foto: zVg

viel über das Produkt berichtet worden.

Es ist vom Grundsatz nach wie

vor so, dass zuerst die Behandler

informiert werden und dann erst die

Konsumenten bzw. die Patienten.

?

Auch FGM wird wie CGM

mehr Transparenz in die ärztliche

Behandlung bringen. Wird

sich dadurch unser Gesundheitssystem

ändern? Was bedeutet das

für das Arzt-Patientenverhältnis?

Dr. Resch: Nun, es gibt dazu auch ein

paar Fakten. FGM- und CGM-Systeme

liefern sehr viel mehr Informationen

als konventionelle blutige Messungen.

Ein Mehr an Daten kann potenziell

auch zu erhöhtem Aufwand bei

Interpretation der Daten führen. Wir

haben in Ärzte-Panels versucht zu verstehen,

welche Effekte im Zusammenhang

mit der Einführung von kontinuierlichen

Gewebezuckerdaten und der

Visualisierung durch das Ambulante

Glukoseprofil (AGP) zu erwarten sind.

Dazu haben wir klinische Fälle als

Bewertungsaufgabe für den Diabetologen

jeweils im Vergleich AGP vs.

Blutzuckertagebuch getestet. Bei der

Bewertung der glykämischen Situation

ergaben sich deutliche Vorteile für das

neue Konzept AGP. Bei der Bewertung

der Situation mithilfe des AGPs waren

Ärzte im Vergleich zum Blutzuckertageprofil

in der Lage, bessere und

schnellere Entscheidungen zu treffen.

Die Ärzte selbst waren überwiegend

der Meinung, dass eine Visualisierung

mittels AGP auch die Kommunikation

und das Arzt-Patienten-Verhältnis

verbessern kann. Innovation muss

einfach bleiben nicht nur für den betroffenen

Patienten, sondern auch für

den behandelnden Arzt. Wenn das

Tool zu komplex ist, haben wir unsere

Mission nicht erfüllt.

?

Wie will Abbott Diabetes

Care die Ärzte in diesem

Transformationsprozess unterstützen?

Dr. Resch: Wir sehen mit dieser

neuen Produktkategorie im Markt

eine besondere Verantwortung für

unser Unternehmen. Das muss man

begleiten mit Hilfestellung und Information.

Wir haben sehr umfangreiche

Fortbildungsveranstaltungen organisiert,

auch um von den Ärzteteams zu

lernen. Ein wichtiges Learning zum

Beispiel war, in die Schulung von Patienten

zu investieren. Wir haben die

Entwicklung des Patientenschulungsprogramms

„Flash“ durch das FIDAM

unterstützt, das nicht produktspezifisch

ist, sondern für die Kategorie

FGM konzipiert worden ist und jetzt

evaluiert wird. Ziel ist hier die Zertifizierung.

Wir hoffen, damit die berechtigten

Bedürfnisse der Ärzte für eine

adäquate Vergütung von Schulungsleistungen

zu treffen.

Lieber Herr Dr. Resch, vielen

Dank für das Gespräch!

Interview: Manuel Ickrath


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Stand September 2016; 5 Bergenstal RM et al. Diabetes Care 2017; 40: 554–60; Ergebnisse einer Phase-II-Studie (Crossover-Parallelgruppen-Design) bei T1DM zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung mit Toujeo ® vs. Insulin glargin 100E/ml. Insuline wurden morgens oder abends injiziert (n =59); 6 Ritzel R et

al. Diabetes Obes Metab 2015; 9: 859–67.

Toujeo SoloStar ® 300 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen

Wirkstoff: Insulin glargin. Zusammens.: 300 Einheiten Insulin glargin/ml (entsprechend 10,91mg). Ein Pen enthält 1,5ml Injektionslösung, entsprechend 450 Einheiten. Sonst. Bestandt.: Zinkchlorid, Metacresol (Ph.Eur.), Glycerol, Salzsäure, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszw. Anw.-geb.: Diabetes mellitus

bei Erwachsenen. Gegenanz.: Überempfindlichk. gegen d. Wirkstoff/sonstig. Bestandt. Warnhinw. u. Vorsichtsm.: Bei diabet. Ketoazidose Empfehl. von Normalinsulin i. v. Verstärkte Überwach. d. Blutzuckers b. Hypoglykämie b. Risiko kardialer oder zerebraler Komplikationen sowie proliferativer Retinopathie.

Stoffwechselüberwachung b. interkurrenten Erkrank. B. Komb. m. Pioglitazon Anzeich. u. Symptome v. Herzinsuff., Gewichtszunahme u. Ödemen beobachtet. Bei Verschlechterung d. kard. Sympt. Pioglitazon absetzen. Wechselwirk.: Dosisanpassung bei antihyperglykämischen Arzneimitteln, Angiotensin-Converting-Enzym

(ACE)-Hemmern, Disopyramid, Fibraten, Fluoxetin, Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern, Pentoxifyllin, Propoxyphen, Salicylaten u. Sulfonamid-Antibiotika, Kortikosteroiden, Danazol, Diazoxid, Diuretika, Glukagon, Isoniazid, Östrogenen und Progestagenen, Phenothiazin-Abkömmlingen, Somatropin,

Sympathomimetika (z.B. Epinephrin [Adrenalin], Salbutamol, Terbutalin), Schilddrüsenhormonen, atypischen Antipsychotika (z.B. Clozapin u. Olanzapin) u. Proteaseinhibitoren. Fehlende o. abgeschw. Symptome d. adrener gen Gegenregulation bei Betablockern, Clonidin, Guanethidin und Reserpin. Verstärk. od.

Abschw. d. blutzuckersenk. Wirkung d. Betablocker, Clonidin, Lithiumsalze od. Alkohol. Fertilität, Schwangersch. u. Stillz.: Kann i.d. Schwangersch. angewen. werden, wenn notwendig. Bei Stillenden Anpassung d. Dosis u.d. Ernährung. Nebenwirk.: Immunsyst.: Selten allerg. Reaktionen. Stoffwechsel/Ernährungsstör.:

Sehr häufig Hypoglykämie. Nervensyst.: Sehr selten Geschmacksstör. Augen: Selten Sehstörungen, Retinopathie. Haut/Unterhautzellgeweb.: Häufig Lipohypertrophie, gelegentl. Lipoatrophie. Skelettmusk./Bindegew./Knochen: Sehr selten Myalgie. Allg./Verabr.ort: Häufig Reakt. a.d. Einstichstelle, Selten Ödeme.

Verschreibungspflichtig. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, D-65926 Frankfurt am Main, Deutschland. Stand: September 2016 (SADE.TJO.16.10.2483).

Lantus ® 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone · Lantus ® SoloStar ® 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen · Lantus ® 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche

Wirkstoff:Insulin glargin. Zusammensetzung: 1mlenthält100 Einheiten Insulin glargin(entsprechend3,64mg). Sonstige Bestandteile: Zinkchlorid, m-Cresol, Glycerol, Salzsäure, Natriumhydroxid, Wasserfür Injektionszwecke, (Durchstechflasche 10 ml: Polysorbat 20).

Anwendungsgebiete:ZurBehandlungvonDiabetesmellitusbeiErwachsenen,JugendlichenundKindernimAltervon2Jahrenundälter. Dosierung,Art und DauerderAnwendung:Lantus ® enthältInsulinglargin,einInsulinanalogonmiteinerlanganhaltendenWirkdauer.

Lantus ® sollte einmal täglich zu einer beliebigen Zeit, jedoch jeden Tag zur gleichen Zeit, verabreicht werden. Dosierung und Zeitpunkt der Verabreichung von Lantus ® sollten individuell festgelegt werden. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes kann Lantus ® auch zusammen

mit oralen Antidiabetika gegeben werden. Lantus ® wird subkutan verabreicht. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile. Warnhinweise/Vorsichtsmaßnahmen: Nicht das Insulin der Wahl bei diabetischer

Ketoazidose. Umstellung auf andere/n Insulintyp/-marke/-ursprung nur unter strenger ärztlicher Überwachung. Bei Kombination mit Pioglitazon Herzinsuffizienz möglich, besonders bei Patienten mit Risikofaktoren. Bei Verschlechterung der kardialen Symptomatik

Pioglitazon absetzen. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Hypoglykämie. Häufig: Reaktionenan der Einstichstelle, Lipohypertrophie. Gelegentlich: Lipoatrophie. Selten: Allergische Reaktionen, Ödeme, Sehstörungen, Retinopathie. Sehr selten: Myalgie, Geschmacksstörung.

Im Allgemeinen ist das Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen (≤ 18 Jahre) ähnlich dem bei Erwachsenen. Verschreibungspflichtig. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, D-65926 Frankfurt am Main, Deutschland. Stand: Mai 2017 (SADE.GLA.17.08.2282).


10

diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

USA: Nur jedes dritte Messgerät besteht

Systematische Evaluierung nach Markteinführung offenbart Ungenauigkeiten

DÜSSELDORF. In den USA hat eine große Evaluierung

die Bedenken bestätigt, dass ein erheblicher Anteil

der frei verfügbaren Blutzuckermess-Systeme keine

ausreichende Messgüte liefert. Für Deutschland fehlt

eine systematische Bewertung.

Die evaluierten BZ-Systeme

deckten 90 % der im Handel

erhältlichen Geräte ab.

Foto: iStock/undefined

Das von der Diabetes-Technology-

Society (DTS) in den USA etablierte

Evaluierungsprogramm von Blutzuckermess-Systemen

(BZ-Systeme)

nach deren Markteinführung hat nun

nach einer längeren Anlaufphase

zum ersten Mal Ergebnisse präsentiert

(https://www.diabetestechnology.

org/surveillance.shtml, 7.10.2017). Die

Planungen für das Evaluierungsprogramm

hatten bereits im Jahr 2013 begonnen,

das Methodenpaper stammt

aus dem Jahr 2015!

Evaluiert wurden die Messeigenschaften

von 18 BZ-Systemen, die

ca. 90 % der im Handel erhältlichen

BZ-Systeme in den USA in den Jahren

2013 bis 2015 ausmachten. Die Geräte

wurden über reguläre Bezugsquellen

an verschiedenen Orten in den USA

gekauft, d.h. nicht von den Herstellern

geliefert.

Damit ein BZ-System das Gütesiegel

bekommen konnte, musste es eine

Genauigkeit von ±15 % (≥ 100 mg/

dl) oder ±15 mg/dl (< 100 mg/dl) bei

> 95 % der Messungen aufweisen.

An jedem der drei Studienzentren

wurden drei Substudien mit jeweils

sechs verschiedenen BZ-Systemen

durchgeführt, sodass alle 18 BZ-Systeme

an allen drei Stellen evaluiert

wurden. Damit ein System das Siegel

bekommen konnte, musste es an jeder

Stelle die Vorgaben erfüllen. Eine

kapilläre Blutprobe wurde von jedem

„12 BZ-Systeme

erfüllten nicht

die Vorgaben”

Studienteilnehmer gesammelt und an

ein weiteres Zentrum gesandt. Dabei

wurde diese Messung mit einem YSI-

Messgerät durchgeführt, was nur eingeschränkt

als eine Referenzmethode

betrachtet werden kann.

Studie mit dreifach

verblindetem Design

Die Finanzierung dieser an drei bekannten

US-Zentren von gut trainierten

Fachleuten durchgeführten Studie

erfolgte durch Abbott. Insgesamt

nahmen 1035 Personen im Alter über

18 Jahren teil. Davon 370 Studienteilnehmer

mit Typ-1-Diabetes, 470 mit

Typ-2-Diabetes, 4 mit Prädiabetes und

187 ohne Diabetes. Dies ist deshalb

ungewöhnlich, da der Schwerpunkt

von Abbott heute augenscheinlich

mehr auf dem Vertrieb (nun auch in

den USA) ihres CGM-Systems liegt

und nicht mehr auf dem von konventionellen

BZ-Systemen.

Die Studie war dreifach verblindet,

d.h., keine der Personen, die an der

Studiendurchführung beteiligt waren

(weder die Menschen in den Studienzentren

noch die Statistiker und der

Sponsor der Studie), hatten die Informationen,

um den Code zu brechen,

mit dem jede Blutprobe versehen wurde,

bis alle Studienergebnisse vorlagen

und analysiert waren. Eine ordentliche

Publikation der Ergebnisse

durch die recht bekannten Autoren,

die hinter dieser Evaluierung stehen,

steht noch aus. Die Ergebnisse sind:

• Nur 6 von 18 getesteten BZ-Systemen

haben das DTS-Gütesiegel

erhalten.

• Das genaueste BZ-System war

das Ascensia (Contur Next; 100 %

compliant), dann folgten Roche

(Accu-Chek Aviva Plus; 98 %), Arkray

(Arkray Walmart ReliOn; 97 %),

AgaMatrix /CVS Advanced; 97 %),

Abbott (FreeStyle Lite; 96 %) und

Roche (Accu-Chek Smart View;

95 %). Dabei wies das BZ-System

von Ascensia sogar 97 % bei Grenzen

von ±10 % auf. Zwei dieser Geräte

werden von zwei großen Supermarktketten

(Walmart und CVS)

angeboten.

• Dies bedeutet auch, dass 12 BZ-

Systeme die Vorgaben nicht erfüllten,

obwohl sie

von den Behörden

zugelassen waren

(Arkrays Walmart

ReliOn Prime;

92 %, LifeScans

OneTouch Verio; 92 % und One-

Touch Ultra2; 90%, Abbotts Walmart

ReliOn Ultima; 89 %, Bayers

Contour Classic; 89 %, Prodigys

Auto Code; 90 %, Omnis Health‘s

Embrace; 88 %, Nipros True Results;

88 %, True Track; 81 %, Biosense

Medicals SolusV2; 76 %,

Suncoasts Adovcate Redi-Code+;

76 % und Philosys Gmate Smart;

71 %). Die Messung einer Reihe

der BZ-Systeme wies einen beachtlichen

Bias im Vergleich zu

„Bedenken

verstärkt”

den Ergebnissen der „Referenzmethode“

auf.

• Eine gezielte kleine Substudie zur

Messgüte von BZ-Systemen bei

niedrigen Glukosewerten ergab nur

bei vier getesteten Systemen – die

alle das Gütesiegel bekommen haben

– befriedigende Ergebnisse.

Neben einigen Geräten auch von bekannten

Herstellern, die die Vorgaben

nicht erfüllten (während andere der

gleichen Hersteller dies taten), waren

es insbesondere Geräte, von denen

schon vorher bekannt

war, dass ihre Messqualität

begrenzt ist.

Gerade diese Geräte

werden in den USA

allerdings von der

allgemeinen Krankenversicherung

(Medicare) für ältere Menschen

bevorzugt und in großem Maßstab

genutzt. Das heißt konkret, 68 % der

BZ-Systeme, die Medicare im Jahr

2016 versandt hat, haben die DTS-

Evaluation nicht bestanden.

Diese Ergebnisse der großen und

recht aufwendig durchgeführten

Evaluierung verstärken insgesamt

die Bedenken, dass eine ganze Reihe

von BZ-Systemen, die auf dem US-

Markt verfügbar sind, keine ausreichende

Messgüte aufweisen. Es ist

unklar, wie die Zulassungsbehörde in

den USA (Mitarbeiter der FDA waren

intensiv in dieses Evaluierungsprogramm

involviert) auf diese Untersuchungsergebnisse

reagieren.

Untersuchungen, die in Deutschland

durchgeführt wurden, unter anderem

mit Messgeräten, die in Supermärkten

gekauft wurden, weisen ebenfalls

auf eine unzureichende Messqualität

von BZ-Systemen hin, die

in Deutschland auf dem Markt sind,

obwohl diese eine CE-Markierung

haben. In Deutschland (aber auch in

Europa) werden bisher keine unabhängig

finanzierten systematischen

Evaluierungen von BZ-Systemen

(und anderen Geräten aus dem Bereich

Dia betes-Technologie, wie auch

CGM-Systeme) durchgeführt.

In Anbetracht der potenziellen Risiken,

die damit verbunden sind, verwundert

dies schon sehr, auch dass die Zulassungsbehörden

hier keinen anderen

gesetzlichen Auftrag erhalten. Es

fehlt ein Institut, welches diese wichtige

Aufgabe gezielt erfüllt. Vielleicht

führen die US-Evaluierungsergebnisse

ja zu Entwicklungen, die auch die

deutsche Situation beeinflussen.

Professor Dr. Lutz Heinemann

Elektronisches Tuning für CGM-Systeme

BluCon Nightrider macht aus dem isc-CGM FreeStyle Libre ein realtime-CGM

WIESBADEN. Ein elektronisches

Zusatzgerät namens

BluCon Night rider macht aus

dem intermittierend-scannenden

Glukose-Monitoring-

System FreeStyle Libre von

Abbott fast ein realtime-CGM.

BluCon Nightrider ist wiederverwendbar,

passt in der Größe exakt

zum FreeStyle Libre-Sensor, wird mit

einem Tape oder Armband auf dem

Sensor befestigt und ist nicht wasserfest.

Das System ermittelt alle fünf

Minuten einen aktuellen Glukosewert,

der unmittelbar an ein bluetoothfähiges

Gerät, z.B. ein Smartphone, gesendet

wird. Eine zugehörige App mit

dem Namen LinkBluCon, die sich im

Apple oder Google App-Store herunterladen

lässt, nimmt die Daten

aus dem Sensor auf und zeigt jederzeit

grafisch den Glukoseverlauf der

letzten Stunden an. Auch eine Liste

aller gemessenen Werte lässt sich

„Das System ruft

Glukosewert alle

5 Minuten ab”

abrufen. Beim Installationsprozess

der App kann man entscheiden, ob

man die Werte direkt mit jemandem

teilen will, z.B. mit seinem Diabetologen

oder einem Familienangehörigen.

Alarmfunktionen gibt es noch nicht,

das ist aber geplant.

Das System nutzt einen NFC-Tag, was

ein neuer Funkstandard zur drahtlosen

Datenübertragung ist: „Near Field

Communication“ lautet der Begriff

und ermöglicht eine Kommunikation

zwischen zwei Elementen, die sich

nahe beieinander befinden. Damit

ist BluCon ausdrücklich kein medizinisches

Gerät, denn es lassen sich

grundsätzlich auch ganz andere Daten

übertragen, z.B. Suchfunktionen

für Schlüssel. Trotzdem verfügt Blu-

Con über eine CE-Markierung, was

den Vertrieb als Medizinprodukt in

Europa möglich macht. Herstel-

ler von BluCon Nightrider

ist die Firma Ambrosia

Systems mit Sitz in San

Francisco, Kalifornien.

Gegründet wurde das

Technologie-Unternehmen

im September 2016

von ehemaligen Mitarbeitern

der Firma Abbott Diabetes

Care, aber auch Gesundheitsexperten

von Kaiser Permanente und andere

Unternehmen aus dem Silicon Valley

haben sich mit ihren Erfahrungen in

die Entwicklungen eingebracht. Nach

eigener Aussage ist BluCon Nightrider

das erste Produkt.

Wer BluCon Nightrider aus Deutsch-

land bestellen will, muss neben

den Kosten für Nightrider

von 110 $ weitere 25 $

Lieferkosten bezahlen.

In einigen Fällen wurde

von zusätzlichen

Zollgebühren berichtet.

Hinzu kommen Kosten

F

Fo

A

Am

to: Am

ys

S

Sy

tems

für Batterien, BluCon nutzt

CR2032-Batterien, die bei etwa

1 Euro liegen. Gänzlich offen ist zurzeit

noch die Frage, ob die Kosten für

BluCon von den Krankenkassen übernommen

werden. Mehr Infos unter

https://www.ambrosiasys.com GFH

brosia Sy


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diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

Sind Sie und Ihr Team technisch gerüstet

für den Berufsalltag?

Diabetestechnologie in der Praxis und in den Weiterbildungsstätten DDG

HEILIGENHAFEN. Die Entwicklung in der Diabetestechnologie

schreitet mit großen Schritten voran.

Für die Praxis bedeutet das, immer auf dem neuesten

Stand der Dinge zu sein – eine ständige Herausforderung

für alle Diabetesteams! Welche Aspekte müssen

im Blick behalten werden?

Das Auslesen von Patientendaten

aus Blutzuckermessgeräten, Insulinpumpen

und CGM-Systemen gehört

inzwischen zum Standard einer

diabetologischen Schwerpunkteinrichtung.

Diese technischen Möglichkeiten

schaffen die Grundlage für

Datenanalyse und Interpretation, die

oftmals einen völlig neuen Blick auf

Therapieverläufe und -entscheidungen

geben. Gerade hier liegt der Nutzen

der neuen Technologie, die wir als

diabetologische Fachkräfte einsetzen

sollten.

Weiterbildungsthema:

Diabetestechnologie

Nun stellt sich die Frage, wie ist der

Stand der Dinge in der Praxis diabetologischer

Einrichtungen und wie

werden angehende Diabetesberater/

innen auf diesen Berufsalltag vorbereitet?

Wie und in welchem Umfang

wird das wichtige Thema Diabetestechnologie

bereits in den Weiterbildungsstätten

der DDG in den Unterricht

mit einbezogen?

Weiterbildung: Auf Anfrage hat

Kathrin Boehm als DDG-Beauftragte

für die Weiterbildungsstätten DDG

Stellung bezogen und den generellen

Stundenumfang für den entsprechenden

Unterricht erläutert:

Diabetestechnologie Stunden

insgesamt: 16–20 UE (à 90 Min)

1. Insulinpumpen und CGM-

Systeme: Theorie 6-8 UE

1.1 Praktische Anwendung

2. Darstellung und Anwendung

von Auslesesoftware 8 UE

3. Dateninterpretation

4. Elektronische Tagebücher

und

2 UE

Apps

Ein direkter Vergleich zwischen den

einzelnen Weiterbildungsstätten ist

nicht möglich, da die Stundenverteilung

und Unterrichtsplanung der

einzelnen Institution obliegt. Die Weiterbildungsstätten

bewegen sich nun

in dem durch das Curriculum festgelegten

Rahmen und haben einen gewissen

Freiraum durch frei zuordbare

Stunden.

„Unterschiedlicher

Kenntnisstand!”

„Technik-

Expertise

ausweisen”

Laut Boehm werden den Teilnehmern

wichtige Basiskenntnisse zu den einzelnen

Pumpen- und CGM-Systemen

sowie zu den Softwareprogrammen

vermittelt. Entscheidend für die erfolgreiche

Anwendung ist darüber hinaus

aber, welches digitale System in den

Praxen eingesetzt wird, in denen die

Teilnehmer während der Weiterbildung

ihre Praxisstunden leisten.

Aktuell werden also Grundlagen und

technische Voraussetzungen unterschiedlicher

Systeme vorgestellt und

die Teilnehmer über erste Ansätze

und Möglichkeiten der Dateninterpretation

informiert. Um ein größeres

Verständnis für die Dateninterpretation

und Analyse zu erlangen, bedarf

es der tiefergehenden und häufigen

Anwendung in der Praxis. Erst dann

sind die angehenden Diabetesberater/innen

in der Lage, die vielfältigen

Anbieter auf dem Markt nach Wertigkeit

und individueller Anwendbarkeit

innerhalb ihrer Praxissysteme zu

beurteilen. Elektronische Tagebücher

und Apps werden ebenfalls im Unterricht

(Ernährung, Sport, Blutzucker-

Selbstkontrolle) mit

eingebunden, damit

die Patienten auch

in diesen Anwendungen

geschult

werden können.

Eine Herausforderung

für die Weiterbildungsstätten

stellt die zunehmend geringe diabetologische

Vorerfahrung der Kursteilnehmer

dar, die in kurzer Zeit

Die Aneignung theoretischer

Kenntnisse zur Diabetestechnologie

ist nur ein Aspekt.

Foto: iStock/BraunS

viel Technik-Know-how erwerben

müssen. Die Weiterbildungsstätten

begegnen diesem Aspekt mit strukturierten

und anwendungsorientierten

Lehreinheiten. Dabei unterliegen sie

dem Gebot der DDG, ohne finanzielle

Unterstützung durch interessierte

Pharmaindustrie zu agieren, um einen

Conflict-of-Interest zu vermeiden. Die

Anschaffung von Computer-Hardware

und unterschiedlichen Softwareprogrammen

sowie der notwendigen Updates

stellt dabei einen erheblichen

Kostenfaktor dar. Soweit die eigene

Darstellung der Weiterbildungsstätten.

In der Praxis: Der unterschiedliche

Kenntnisstand der angehenden Fachkräfte

ist wahrscheinlich die größte

Hürde auf dem Weg,

einen vergleichbaren

Ausbildungsstandard

beim Umgang und Einsatz

von Diabetestechnologie

zu erreichen.

Die Weiterbildung von

zukünftigen Diabetesberater/innen

DDG erfolgt berufsbegleitend. Somit

müssen die Arbeitgeber bzw. die

Dia betesteams den Absolventen die

Möglichkeit geben, den Umgang und

Einsatz von Diabetestechnologie am

Arbeitsplatz zu üben. Dieses kann nur

an der vor Ort vorhandenen Technik

erprobt werden und ist somit möglicherweise

eingeschränkt. Es stellt sich

die Frage, inwieweit es notwendig und

umsetzbar wäre, mehr Unterrichtsstunden

bei der Weiterbildung der Absolventen

zur Verfügung zu stellen, um

diesen ein ausreichendes technisches

Know-how zu vermitteln.

Dabei darf nicht vergessen werden,

dass der wachsende Bedarf an qualifiziertem

Fachpersonal in Praxen und

Kliniken nicht nur durch die zunehmende

Digitalisierung, sondern auch

durch die kontinuierlich steigende

Prävalenz von Patienten mit Diabetes

mellitus hervorgerufen wird.

Sich technisch für die

Zukunft wappnen

In Zukunft wird kaum noch Beratung

von Patienten ohne die Verfügbarkeit

von Daten aus deren Blutzucker-, rt-

CGM- oder iscCGM-Messsystemen

stattfinden. Die Digitalisierung erfordert

ein ständiges „am-Ball-bleiben“

und ohne ein fundiertes Know-how

wird es für zukünftige Berater/innen

und generell alle Akteure in den Diabetesteams

immer schwieriger werden,

Diabetestechnologie effizient

und zielgerichtet einzusetzen, um eine

gute Patientenversorgung anzubieten.

Dazu zählt auch die Wissensvermittlung

an die Patienten z.B. zu rtCGM-

(SPECTRUM) oder iscCGM-Systemen

(FLASH).

Zukunft: Das Berufsbild der Diabetesberater/in

ist im Wandel und

alle verantwortlichen Kräfte sollten

ohne Kompetenzgerangel an dessen

Weiterentwicklung mitwirken. Dies

betrifft nicht nur die verantwortlichen

Gremien der DDG, der Weiterbildungsstätten

und des VDBD,

sondern auch die Industrie ist aufgefordert,

eine Nutzung der Software

ohne Produktbindung anzubieten.

Viele diabetologische Einrichtungen

beschränken sich in der Praxis wegen

des hohen Fortbildungsaufwands auf

wenige Systeme, was wiederum eine

Beschneidung der Entscheidungsfreiheit

für den Patienten bedeutet. Erste

VISIONEN

UND AUSBLICK

Schon jetzt ist die Weiterbildung

zur Dia betesberater/in DDG komplex

und mit viel Wissensstoff gefüllt.

Die Herausforderung für die

Weiterbildungsstätten liegt darin,

den rasanten Veränderungen in den

Anforderungen des Berufsbildes

Rechnung zu tragen. Dafür ist es

notwendig, dass z.B. ausreichend

Laptops angeschafft werden, um

die technischen Voraussetzungen

zu bieten, Daten zu visualisieren

und Softwareprogramme in persönlicher

Anwendung kennenzulernen.

Der Finanzierungsaspekt

muss geklärt und das Curriculum

laufend an die aktuellen Entwicklungen

angepasst werden.

Für bereits ausgebildete Diabetesberater/innen

gilt es, Nachqualifikationen

zu schaffen. Diese könnten

sein:

1. Ausbildung zum zertifizierten

Diabetestechnik-Experten (Qualifikation

nach medGV, nach abgeschlossener

Weiterbildung,

wie sie z.B. für Insulinpumpen

vom VDBD angeboten wird).

2. Eine regelmäßige Diabetestechnik-Fortbildung

über die auf

dem Markt verfügbaren Geräte

in einer neutralen Form, die

Vor- und Nachteile der verschiedenen

Systeme vorstellt. Diese

erworbene Expertise könnte in

die Zertifizierung von Einrichtungen

miteinbezogen werden.

3. Eine Behandlungseinrichtung

muss ihre Technik-Expertise im

Bereich Pumpe, CGM/FGM ausweisen

können. D.h., nur wer den

regelmäßigen Nachweis/Zertifikate

und die entsprechenden

Patientenzahlen innerhalb der

Versorgung nachweisen kann,

darf entsprechende Angebote

machen.

Ansätze zur Verfügungstellung von

firmenübergreifenden Datenausleseprogrammen

sind nun auf dem Markt

und können als Beispiel vorangehen.

Diabetestechnologie effizient

und zielgerichtet einsetzen

Die Zukunft im Bereich Diabetestechnologie

ist bereits da und stellt noch

weitaus mehr Anforderungen an technisches

Verständnis und versierten

Umgang mit technischen Neuerungen.

Mit Schlagworten wie Digitalisierung,

Closed-Loop-System, Apps, Clinical

Decision Support-System sollte man

sich auseinandersetzen. Nur durch

kontinuierliche Anpassung der Curricula

in der Weiterbildung können angehende

Diabetesberater/innen in der

Weiterbildungszeit genügend (Grund-)

Wissen erwerben, um kompetent ins

Berufsleben zu starten. Doch auch die

Diabetesteams am Arbeitsplatz vor Ort

müssen mitziehen, um Diabetestechnologie

effizient und zielgerichtet einzusetzen.

Silvia Knorr


diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018 13

Pumpen gibt es nicht nur für Insulin

Kontinuierliche subkutane GLP1-Gabe per Osmose

SAN DIEGO. Für bis zu ein halbes Jahr implantiert

kann eine Pumpe in Streichholzgröße kontinuierlich

GLP1 liefern. In einer Phase-III-Studie arbeitete das

System bei Typ-2-Diabetes nun offenbar zuverlässig.

Seit 2010 werden auf Kongressen und

auch in der Literatur Ergebnisse zur

subkutanen Infusion mit GLP1 bzw.

dem GLP1-Analogon Exenatid bei

Patienten mit Typ-2-Diabetes gezeigt.

Dazu entwickelte die Firma Intarcia

Therapeutics Inc. aus Boston ein

Medikamentenliefersystem namens

ITCA 650 – eine osmotische Minipumpe

(siehe Kasten).

FDA-Zulassung schon seit

Februar 2017

Getestet wurde das System mit Exenatid.

Als neue Form der Medikamentendarreichung

durchlief es die Phasen

I bis III der klinischen Tests und

Foto: Intarcia Therapeutics, Inc.

hat im Februar 2017 die Zulassung der

FDA erhalten.

Erste klinische Ergebnisse wurden

bereits auf dem ADA-Kongress 2010

gezeigt. Verglichen wurde die kontinuierliche

subkutane Gabe von Exenatid

über die ITCA 650 (Dosis: 20 µg

oder 40 µg/Tag) mit der zweimal täglichen

Injektion von Exenatid (Dosis:

5 µg/Injektion in den ersten 4 Wochen,

danach von 10 µg/Injektion

über 8 Wochen) bei

Patienten mit Typ-2-Diabetes. Vorher

nahmen diese nur Metformin ein.

Jede der drei Gruppen umfasste 50

Patienten. Nach 12 Wochen hatte sich

unter der ITCA 650 mit 40 µg EX/Tag

der HbA 1c -Wert um 1,0 %-Punkte verbessert

(von 8,1±0,8 % auf 7,1±0,8 %),

in der Kontrollgruppe mit der Injek-

tion von Exenatid um 0,8 %-Punkte

(von 8,0±0,9 % auf 7,2±0,8 %). Die Gewichtsverringerung

betrug

2,1 % unter der

ITCA vs. 1,9 %

mit Exenatid-

Injektion. Die

ITCA-Gruppe

berichtete

seltener über

Übelkeit. Im

Januarheft

2018 von Diabetes

Care

SO FUNKTIONIERT DIE PUMPE

wurde die

FREEDOM-

1-Studie mit der

ITCA 650 publiziert.

1 In die offene

Phase-III-Studie über 39 Wochen

wurden 460 Patienten mit Typ-2-Diabetes

im Alter von 18–80 Jahren mit

inadäquater Stoffwechseleinstellung

(HbA 1c :10–12 %) und einem BMI von

25–45 kg/m 2 eingeschlossen.

Glykämische Kontrolle

signifikant verbessert

Die Interventionsgruppe 1 (n = 153;

41,8 % Frauen; mittleres Alter: 55,4

Jahre; mittlere Diabetesdauer: 9,1

Jahre) erhielt mit der ITCA 650 eine

Dosis von 40 µg/Tag Exenatid, die In-

terventionsgruppe 2 (n = 153; 40,5 %

Frauen; mittleres Alter: 54,7 Jahre;

mittlere Diabetesdauer: 8,9 Jahre) da-

gegen 60 µg/Tag. Verglichen wurden

die Daten mit einer Kontrollgruppe

mit Placebo (n = 154; 40,3 % Frauen;

mittleres Alter: 54,7 Jahre; mittlere

Diabetesdauer: 8,6 Jahre).

Primärer Endpunkt war die Ände-

rung des HbA 1c -Wertes am Ende der

Studie. Zu Studienbeginn betrug der

mittlere HbA 1c -Wert der 460 Patienten

8,5 %:

Die Pumpe arbeitet osmotisch: Die

interstitielle Flüssigkeit diffundiert

über eine semipermeable Membran

in das Pumpeninnere. Aufgrund der

Unterschiede in der Elektrolytkonzentration

innerhalb und außerhalb

des Systems entsteht ein osmotischer

Druck, welcher zur kontinuierlichen

Abgabe des Arzneimittels

führt. Wegen der geringen Abmessungen

lässt sich das System in der

Größe eines Streichholzes einfach

und schnell ambulant in das Unterhautfettgewebe

implantieren. Die

Funktionsfähigkeit der Minipumpe

beträgt bis zu sechs Monate.

• Bei der Gabe von Exenatid mit der

ICTA 650 ergab sich zu Studienende

ein signifikant höherer Anteil an

Patienten mit einem HbA 1c -Wert

< 7 % (Dosis 40 µg/Tag: 37 %; Dosis

60 µg/Tag: 44 %; Placebo: 9 %).

• Noch deutlicher war der Unterschied

bei der Erreichung eines

HbA 1c -Wertes unterhalb 6,5 %

(Dosis 40 µg/Tag: 22 %; Dosis 60 µg/

Tag: 33 %; Placebo: 6 %).

• Das Körpergewicht verringerte

sich ebenfalls am deutlichsten bei

der höheren Exenatid-Dosis (60 µg/

Tag: - 3 kg; 40 µg: - 2,3 kg; Placebo:

- 1 kg).

• Als unerwünschte Ereignisse traten

die von Exenatid bekannten

Nebenwirkungen zu Beginn der

Behandlung auf, wie Übelkeit,

Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen.

Gastrointestinale Ereignisse

ergaben sich nur vorübergehend

und nahmen im Laufe der

Zeit ab. Sie waren allerdings der

häufigste Grund für das Absetzen

der Therapie mit Exenatid.

Die Gabe von GLP1 mit der ITCA 650

führte zur signifikanten Verbesserung

der glykämischen Kontrolle

und einer Verringerung des Körpergewichts

bei schlecht eingestellten

Typ-2-Diabetikern. Der wesentliche

Vorteil ist, dass sich mit der ITCA650

eine optimale Dosierung ohne notwendige

Injektion erreichen lässt,

was die Compliance der Patienten

verbessert.

Dr. Andreas Thomas

1. Henry RR et al. Diabetes Care. 2018

Mar; 41(3): 613-619

LEXIKON

Beurteilung der glykämischen Variabilität

Prädiktor für Hypoglykämien und erhöhte Mortalität in der Kardiologie

DRESDEN. Die Standardabweichung

der Glukosekonzentration

spiegelt nicht die

klinischen Konsequenzen

von Glukoseschwankungen

wider. Wie man die glykämische

Variabilität heute definiert,

erklärt dieser Beitrag.

Unter der glykämischen Variabilität

(glVar) wird häufig die Standardabweichung

(SD) der Glukosekonzentration

verstanden. Diese stellt die

Streuung der Werte um den Mittelwert

der Glukosekonzentration dar

und wird in den Auswertungen von

Blutzuckermessgeräten und vom kontinuierliche

Glukosemonitoring (CGM)

ausgegeben.

Doch die SD wird nur dem mathematischen

Formalismus gerecht, nicht

jedoch der klinischen Konsequenz

Glukose [mg/dl] Glukose [mg/dl]

STANDARDABWEICHUNG

ALLEINE OHNE AUSSAGEKRAFT

A)

250

136 ± 54 mg/dl; VK = 39,7% ➞ instabil

200

180

140 MW SD

100

70

54

0

0 00 2 00 4 00 6 00 8 00 10 00 12 00 14 00 16 00 18 00 20 00 22 00 24 00

B)

300

300

200

100

Quelle: AT

192 ± 54 mg/dl; VK = 28,1% ➞ stabil

0

0 00 2 00 4 00 6 00 8 00 10 00 12 00 14 00 16 00 18 00 20 00 22 00 24 00

250

180

140

70

54

MW SD

MT-Grafik

Die identische CGM-Kurve mit SD = 54 mg/dl sorgt bei einem niedrigen mittleren Glukoseniveau

für einen instabilen und bei einem hohen Glukoseniveau für einen stabilen Glukoseverlauf

(Kurven aus Originaldaten adaptiert).

von Glukoseschwankungen. Experimentell

wurde nämlich gezeigt, dass

Glukoseschwankungen einen erheblich

höheren oxidativen Stress – ein

anerkannter Marker für Gefäßschäden

und damit für diabetische Folgeerkrankungen

– verursachen als eine

permanente Hyperglykämie.

Variationskoeffizient definiert

glykämische Variabilität

Dass erhöhte postprandiale Glukoseexkursionen

mit mikro- und makrovaskulären

Komplikationen assoziiert

sind, zeigten bereits vor mehr als 20

Jahren Untersuchungen wie die DE-

CODE-Studie, die Kumamoto-Studie

oder die Diabetes-Interventions-

Studie, wenn auch bei Patienten mit

Typ-2-Diabetes bzw. Prädiabetes.

Weiterhin gilt eine hohe glVar als ein

Prädiktor für Hypoglykämien und eine

erhöhte Mortalität in der Intensivmedizin.

Umgekehrt sind Hypoglykämien

die Ursache für eine hohe glVar.

Die klinische Fragestellung ist also,

wie stabil ein Glukoseverlauf ist. Die

SD ist zu dessen Beurteilung nicht

ausreichend. Ein wesentlicher Wert

ist deshalb der Variationskoeffizient

(VK), der sich ergibt aus dem Verhältnis

von SD und dem Mittelwert

(MW) der Glukosekonzentration

(Berechnung: VK [%] = 100 x SD/

MW). Entsprechend dem Ende 2017

publizierten Konsensus-Statement

zur Anwendung von CGM gilt ein Glukoseverlauf

mit einem VK < 36 % als

stabil, mit einem VK ≥ 36 % als instabil.

Der gleiche Wert für die SD kann

bei einem geringen Mittelwert der

Glukosekonzentration einen instabilen

und bei einem hohen Mittelwert

einen stabilen Verlauf repräsentieren

(Abb.). Folglich: Die glykämische Variabilität

definiert sich klinisch sinnvoll

über den Variationskoeffizienten. AT


14

diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

Den ersten Schritt machen!

Besuch in einer voll-digitalisierten Praxis

Die Diabetologen Dr. Friedrich Petry & Dr. Sebastian Petry im Interview

WETZLAR. Patienten müssen nicht lange von den

Vorteilen der digitalisierten Praxis überzeugt werden,

sagt der Diabetologe Dr. Friedrich Petry. Wie er sich

auf die Digitalisierung eingestellt hat und was seinen

Sohn Dr. Sebastian Petry an der Endokrinologie und

Diabetologie reizt, schildern die beiden im Interview.

?

Lieber Herr Dr. Friedrich Petry,

was heißt Digitalisierung

in der Diabetesversorgung konkret

für Ihre Praxis?

Dr. Friedrich Petry: Ohne Digitalisierung

ist der Praxisalltag für mich

als niedergelassenem Diabetologen

nicht mehr vorstellbar. Die heute in

der Diabetikerversorgung mit Blutzuckerselbstkontrolle,

Insulinpumpentherapie

und kontinuierlicher Glukosemessung

anfallende und auf uns

einstürzende Datenflut ist ohne Digitalisierung

nicht zu bewältigen. Die zielgerichtete

systematische und strukturierte

Datenanalyse in der Routine

führt zu einem erheblichen Zeitgewinn

in der Sprechstunde. Das für die persönliche

Betreuung der Patienten zur

Verfügung stehende Zeitfenster wird

effektiver genutzt. Dies stellt eine eindeutige

Verbesserung der bisherigen

Situation dar, zumal die Patienten in

Augenhöhe mit in Entscheidungsprozesse

eingebunden werden.

?

Wann haben Sie begonnen,

bewusst den Weg hin zur

Digitalisierung zu beschreiten?

Dr. Friedrich Petry: Das ist schon

lange Zeit her. Seit meiner Niederlassung

1990 nutzte unsere Gemeinschaftspraxis

von Beginn an die

Vorteile eines Praxisverwaltungssystems

und Computers in der täglichen

Versorgung der Patienten zur

Mit einer zielgerichteten Datenanalyse wird das Zeitfenster für

die Betreuung der Patienten besser genutzt, sagt Dr. Friedrich

Petry. Sein Sohn, Dr. Sebastian Petry, arbeitet in der Med.

Klinik III, Endokrinologie und Diabetologie, Uniklinik Gießen.

Foto: privat

Dokumentation und Abrechnung. Ab

2000 haben wir die Daten der ersten

Blutzuckermessgeräte ein- und ausgelesen

und die Daten systematisch

erfasst.

Mit neuer Auswertungssoftware

(Diabass, Accu Chek 360 Grad und

Smart Pix), Modems zur Datenfernübertragung

von Blutzuckermessdaten,

Smart Pix Drucker zum automatischen

Datenausdruck und nicht

zuletzt Einbeziehung möglichst aller

Praxismitarbeiter nahm ab 2007 die

Digitalisierung in der Praxis an Fahrt

auf. Der Einsatz von Technik in der

Betreuung von DM1-Patienten, der

Siegeszug von Smartphones, die

exponenzielle Weiterentwicklung

von PC und Internet mit Ausbau von

Cloud-Lösungen beschleunigten den

Digitalisierungsprozess. Die Einstellung

von „Schwester INA“ 2015 war

ein weiterer wichtiger Schritt hin zur

Arbeitserleichterung im Alltag zur Bewältigung

der Routine und dem Delegieren

von „menschlichen“ Arbeiten

an einen stillen Helfer. Zuletzt haben

„Ich möchte Big

Data zur Verbesserung

der

Ergebnisqualität”

uns die in den letzten Monaten neu

angebotenen Softwareprogramme

den Alltag erleichtert. Es gibt keinen

Stillstand. Digitalisierung ist kein statischer,

sondern ein dynamischer Prozess.

Aber – man muss anfangen, den

ersten Schritt zu tun.

?

Wie funktioniert die Schwester

INA im Empfangsbereich?

Dr. Friedrich Petry: Schwester INA

ist ein automatisiertes Einlesegerät

für die gängigsten Blutzuckermessgeräte

im Empfangsbereich der Praxis.

Der Patient kann selbstständig

und unabhängig von den Sprechzeiten

sein Messgerät mit allen Daten

einlesen. Die Daten werden direkt in

der Patientenakte abgespeichert und

stehen bereits zur Verfügung, wenn

der Patient in das Behandlungszimmer

kommt. Die Daten und Therapieplanungen

können auf einem großen

Wandmonitor gemeinsam angeschaut

und besprochen werden.

?

Was bedeutet die Digitalisierung

für Ihr Praxisteam? Gibt

es Spezialisten oder verfügen alle

über die gleichen Kenntnisse?

Dr. Friedrich Petry: Die Grundkenntnisse,

d.h., gängige Blutzuckermessgeräte

einlesen und die Daten

abspeichern, haben alle Mitarbeiter.

Das Einlesen ist an jedem Arbeitsplatz

möglich. Sogar unsere Lehrlinge können

das. Gelegentlich werden auch

von der Reinigungskraft spät abends

Blutzuckergeräte von Patienten eingelesen,

und die Werte können am

nächsten Tag vom Arzt mit den Patienten

telefonisch besprochen werden.

Die speziellen Auswertungen von

CGM und die Insulinpumpen bearbeiten

Diabetesberaterinnen und ich.

Aus-, Weiter- und Fortbildung für Digitalisierungsprozesse

sind natürlich

besonders für neue Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter wichtig. Auch die

anderen Arbeitsprozesse einer papierlosen

Praxis wie Fremdbefunde

einscannen, Dokumentation, DMP-

Betreuung und Auswertungen von

Standardgeräten und Blutzuckermessgeräten

werden immer wieder

trainiert, sodass eigentlich jede

Mitarbeiterin die Arbeitsabläufe beherrscht.

Die Mitarbeiter und Kollegen empfinden

die Digitalisierung als Erleichterung

der Routinearbeiten und besondere

Hilfe bei schwierigen Problemen

in der Datenanalyse und Therapieplanung.

?

KURZBIOGRAPHIE DR. FRIEDRICH WILHELM PETRY

Dr. Friedrich Wilhelm Petry hat 1981

approbiert, 1991 den Facharzt für

Innere Medizin erworben und sich

nach zahlreichen Weiterbildungen

seit April 1991 in einer internistischen

Gemeinschaftspraxis in Wetzlar niedergelassen.

Seine Schwerpunkte

liegen auf der Diabetologie und

Kardiologie. In Hessen ist er berufspolitisch

aktiv bei den „Diabetologen

Hessen”, ebenso engagiert er sich im

Ausschuss Soziales der DDG.

Wie verknüpfen Sie Ihre IT-

Struktur, also das PVS-System,

mit den Diabetesmanagement-Programmen?

Mit anderen

Worten, wie lösen Sie das Problem

der fehlenden Interoperabilität?

Dr. Friedrich Petry: Das ist eins der

größten Probleme im Praxisalltag. Mit

unserem alten PVS war dies äußerst

schwierig. Aber seit dem Umstieg

auf ein neues PVS 06/2017 und einem

zusätzlichen Praxismanagementsystem

unseres Softwarebetreuers ist

vieles einfacher geworden. Gemeinsam

mit den einzelnen Anbietern der

Dia betesmanagementprogramme,

unserem Dokumentationsprogramm

zur Qualitätssicherung in der Diabetologie

(EMIL), Ultraschallherstellern

(Bildablage), den Herstellern von medizinischen

Geräten (EKG, LZ RR usw.)

und unserem Diabetesteam werden

individuelle Lösungen „gebastelt“,

sofern keine Standardlösung vorliegt.

Wir beschränken uns zur Vereinfachung

der Anbindung auf Blutzuckermessgeräte

weniger Hersteller

und nutzen in der Routine zwei Managementprogramme

(DIABASS und

Smart PIX 3.0). Diese sind ebenso wie

Software für Insulinpumpen und CGM/

FGM (Clarity, 360 Grad, Carelink pro,

FreeStyle Libre usw.) teilweise über

Cloud-basierte Lösungen an unser

PVS angebunden und können über

unser PMS gesteuert werden. In

der PVS-Patientenakte werden PDF-

Dateien der Auswertungen, Bilder

(Fußdokumentationen), Briefe und

Untersuchungsergebnisse (LZ-EKG,

RR usw.) nach einem speziellen System

abgelegt.

Weiterhin sind Links in der PVS-Patientenakte

zum Aktivieren der Diabetesmanagementdaten,

des Qualitätsdokumentationsprogramms

und

Stammdatenaustauschs möglich.

?

Sind Sie an das KV-Safenet

angeschlossen?

Dr. Friedrich Petry: Ja, das sind

wir. Wir benötigen das KV-Safenet

in Hessen für die Abrechnung. Gerne

würden wir KV-Safenet intensiver

auch für weitere Routinearbeiten

nutzen. KV-Safenet ist für uns unter

Datenschutzaspekten eine wichtige

Einrichtung und sichere Möglichkeit

zum Datenaustausch mit KV und Kollegen.

?

Was halten Sie denn vom E-

Health-Gesetz der Bundesregierung?

Dr. Friedrich Petry: Ich persönlich

finde es schade, dass es so große

Widerstände, auch aus dem Kreis von

Kollegen, gibt. Es bietet unseren Patienten

und uns große Chancen für eine

zukunftsorientierte Versorgung und

Gestaltung des Gesundheitssystems.

Die Patienten sind in der Praxis schon

viel weiter als wir. Elektronische Patientenakte,

Erfassung gesundheitlich

relevanter Daten und Risiken, Medikation,

einfacher Austausch medizinischer

Befunde und nicht zuletzt Aufbau

einer Telematikinfrastruktur sind

aus meiner Sicht klare Vorteile des E-

Health-Gesetzes. Wir erhalten mehr

Sicherheit im Praxisalltag, effizientere

Versorgung bei knapper werdenden

Ressourcen, mehr Wirtschaftlichkeit

und Zukunftsorientierung in Zeiten des

Wandels unseres Berufsbildes. Diese

Änderungen durch das E-Health-

Gesetz und hieraus resultierender

innovativer Arzt-Patienten-Kontakte

sowie die Investitionen für die einzelnen

Praxen müssen sich auch finanziell

abbilden. Klar sehe auch ich

eine gewisse Gefahr darin, dass es zu

einer gläsernen Praxis kommen könnte.

Aber die Vorteile liegen doch auf

der Hand. Persönliche Zeitersparnis,

mehr Zeit für Sprechende Medizin in

der Diabetologie mit Einbeziehung der

Patienten zu Therapieentscheidungen

„auf Augenhöhe“ und größere Arbeitszufriedenheit.

Der bundeseinheitliche Verordnungsplan

ist hierfür natürlich speziell in der

Diabetologie kein guter Beginn gewesen,

aber ein erster Schritt. Z.B. kann

ich in den Verordnungen Insulindosierungen

nicht entsprechend abbilden.

Warum kann man die Medikamentenpläne

nicht auf dem Chip der VK

abspeichern und so beim nächsten


diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018 15

Arzt die Daten einfach auslesen und

nutzen? Die Bedenken von Kollegen

bezüglich des Datenschutzes teile

ich in dieser Form nicht. Ich behaupte,

mit dem E-Health-Gesetz werden

wir dem sensiblen Thema besser gerecht.

Ich möchte „Big Data“ im Alltag

zur Verbesserung insbesondere der

Ergebnisqualität, jedoch ohne „Big

Brother“.

?

Wie reagieren denn Ihre Patienten

auf die sich zusehends

digitalisierende Praxis?

Dr. Friedrich Petry: Patienten müssen

nicht lange von den Vorteilen

der digitalisierten Praxis überzeugt

werden. Sie sind gegenüber Neuem

durchaus neugierig und aufgeschlossen,

insbesondere wenn sie einen

Mehrwert erkennen. Sie sind sogar

schon viel weiter als viele Diabetologen.

Die Angst vor dem Datenschutz

ist übrigens die Ausnahme. Das wird

von den Kollegen hochgespielt. Wer

bei Facebook die vertraulichsten persönlichen

Dinge hinterlegt, macht sich

auch keine großen Gedanken zum Datenschutz

seiner Blutzuckerdaten. Wir

sprechen die Patienten aber von uns

aus aktiv auf gewisse Probleme an,

wie die Versendung von Patientendaten

über WhatsApp, und empfehlen

sichere Alternativen oder weisen auf

Ablage ihrer Daten in Cloud-Lösungen

hin. Patienten, die noch eindeutig

analog behandelt werden wollen, gibt

es bei uns so gut wie gar nicht mehr,

von den Bewohnern der Altenheime

einmal abgesehen.

?

Eine weitere große Herausforderung

der niedergelassenen

Diabetologie ist die Nachwuchsproblematik.

Neben Ihnen

sitzt Ihr Sohn, Dr. Sebastian Petry,

gerade in der Facharztausbildung.

Wie war Ihr Werdegang?

Dr. Sebastian Petry: Ich habe das

Medizinstudium 2007/2008 in Gießen

begonnen und bin seit 2014 an der

Med. Klinik III, Endokrinologie und

Diabetologie, der Universitätsklinik

Gießen beschäftigt. Das Interesse

am Arztberuf und der Arbeit mit Menschen

kam nach dem Abitur im Rahmen

des Zivildienstes, den ich in einer

Pflegeeinrichtung absolviert habe.

Gerade in der Diabetologie steht die

Zusammenarbeit mit den Patienten im

Vordergrund, Stichwort: „Sprechende

Medizin“. Zudem kann man als Arzt

lebenslang lernen, sich weiter- und

fortbilden und auf dem neuesten

Stand des Wissens mit moderner

Technologie arbeiten.

Woher kommt bei Ihnen die Affinität

zur Technik, speziell zur

Diabetestechnologie?

Dr. Sebastian Petry: Während

meiner Schulzeit wollte ich aufgrund

meiner Technikaffinität später beruflich

in die IT-Branche gehen, schon

im Grundschulalter habe ich mit

Computern gearbeitet, später selbst

programmiert. Das kommt mir nun im

Arztberuf zugute.

?

Was könnte Sie eines Tages

dazu bewegen, die Praxis

Ihres Vaters zu übernehmen?

Dr. Sebastian Petry: Einerseits wäre

es natürlich schön, sein eigener Chef

zu sein. In der Patientenversorgung

hat man den Vorteil, die Patienten längerfristig

und intensiver zu betreuen

als dies im Klinikalltag möglich ist.

Dazu kommt, dass man als niedergelassener

Arzt seine eigenen Vorstellungen

umsetzen kann. Zum jetzigen

Zeitpunkt kann ich aber noch nicht

sagen, ob ich mich einmal niederlassen

möchte.

?

Welche Meinung haben Sie,

lieber Herr Dr. Friedrich Petry,

zu der sprechenden Medizin, die

ja angesichts der zunehmenden

Automatisierung von Dia gnostik

und Therapie an Bedeutung zunimmt?

Dr. Friedrich Petry: Von Anfang meiner

beruflichen Laufbahn an habe ich

mich mit geeigneten Gesprächstechniken

beschäftigt. Gesprächsführung,

Anamneserhebung, Einbeziehung des

Patienten, strukturiertes Arbeiten und

Kommunikation habe ich trainiert

und gelernt. Ein zielgerichtetes und

strukturiertes Gespräch hilft, hinterher

viel Zeit zu sparen. Ich bin sehr

dankbar für die neuen technischen

Möglichkeiten, die heute Zeit für Routinearbeiten

einsparen und Wege zur

Therapiemodifikation im Gespräch

eröffnen. Es ist nicht mehr der autoritäre

Weg, dass der Arzt sagt, welche

Tablette jetzt zu nehmen ist und fertig.

Gerade im Gespräch erfahre ich als

Arzt Dinge, die einen wesentlichen

Einfluss auf die spätere Therapie und

deren Erfolg haben. Die Patientengespräche

sind dank des Einsatzes von

Diabetesmanagementsystemen heute

effizienter.

Vielleicht haben diese neuen Wege

der Patientenversorgung auch meinen

Sohn in der Berufswahl, speziell

bei der Entscheidung für Diabetologie

und Endokrinologie, beeinflusst.

?

Sie sind als Niedergelassener

auch Teil der Diabetes-

Community und Mitglied in der

Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Was erwarten Sie sich von der

wissenschaftlichen Fachgesellschaft?

Dr. Friedrich Petry: Die Fachgesellschaft

soll sich nicht nur in Richtung

Wissenschaft und Klinik orientieren,

sondern auch die Probleme der niedergelassenen

Diabetologen verstehen

und in ihren Entscheidungen

berücksichtigen. Für die Probleme

des Nachwuchses in der Diabetologie,

besonders im niedergelassenen

Bereich, wünschen wir uns Unterstützung

und Hilfe seitens der DDG. Die

Möglichkeit eines erneuten alternativen

Curriculums zur Anerkennung

„Diabetologe DDG“ für qualifizierte,

aber niedergelassene Kollegen, die

nicht mehr die geforderten Klinikzeiten

erbringen können, wäre ein erster

Schritt.

Unterstützung für unsere Interessen

gegenüber Krankenkassen und KVen

ist ein weiterer großer Wunsch. In

Hessen haben wir Diabetologen

uns daher in einer Genossenschaft

(DIABETOLOGEN HESSEN) zusammengeschlossen,

um stärkeres Gehör

bei den verschiedenen Institutionen

zu erhalten.

„Patienten sind

aufgeschlossen”

Aber auch Unterstützung in Richtung

G-BA wünschen wir uns. Ein klares

Statement der DDG ist notwendig,

wenn z.B. Medikamente vom Markt

kommen, die bestimmt nicht unser

Gesundheitssystem zum Kippen bringen,

aber wichtige Nischenprodukte

für bestimmte Patientengruppen sind,

oder wenn moderne Insuline nur wegen

des Preisgefüges unseren Patienten

vorenthalten werden. Wir können

da als Einzelkämpfer wenig tun und

brauchen Unterstützung.

Besonders sollte aber die DDG – wie

in den letzten Monaten schon erkennbar

– ihre Führungsrolle in der Digitalisierung,

der Weiterbildung und Transformation

der Diabetologie weiter

wahrnehmen. Bei der Digitalisierung

kann sie uns Orientierungshilfen bieten,

vor allem bei der Verknüpfung von

ambulanter und stationärer Diabetologie.

Die Task Force Digitalisierung ist

hier ein hoffnungsvoller Anfang.

Ihnen beiden herzlichen Dank für

das Gespräch!

Interview: Manuel Ickrath

Alles im grünen Bereich*

mit dem OneTouch Ultra Plus Flex ®

Blutzuckermesssystem

Schnelle und einfache Ergebnisse mit sehr geringer Blutmenge

Die ColourSure TM Technology zeigt Ihren Patienten sofort an, ob der gemessene Blutzuckerwert innerhalb oder

außerhalb ihrer Bereichsgrenzen liegt. So erkennen Ihre Patienten gleich, was das Messergebnis bedeutet, und

wissen, wann sie handeln müssen. Einfach die Daten im Griff mit der OneTouch Reveal ® Mobile App:

Die Messwerte Ihrer Patienten können drahtlos an Sie übermittelt werden.

* Behandlungsentscheidungen dürfen nicht allein auf Grundlage der Bereichsanzeige getroffen werden, sondern müssen sich an

dem tatsächlich gemessenen Wert und den Empfehlungen Ihres Arztes orientieren.

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16

diatec journal. • 2. Jahrgang • Nr. 1 • März 2018

Do not fear the cloud!

Warum Patientendaten in der „Cloud” trotz allem nicht per se unsicher sind

HERRENBERG. Die Diskussion „pro” oder „kontra”

Patientendaten in der Cloud wird oft zu eng geführt,

kritisiert Dr. Arnd Kulow. In seiner Rechts-Kolumne

erläutert er, warum nicht die Cloud das Problem ist,

sondern die Art und Weise, wie diese genutzt wird.

Hacker haben im Januar die Gesundheitsdaten

von 2,9 Millionen Patienten

bei der norwegischen Gesundheitsbehörde

Süd-Ost (Helse sørøst ) erbeutet.

Ebenfalls im Januar wurde

die Webseite des lettischen elektronischen

Gesundheitsinformationssystems

durch eine sog. DDoS-Attacke

vorübergehend lahmgelegt. Zwei in

der Intensität der Auswirkungen zwar

sehr unterschiedliche Datenvorfälle,

die aber gleichwohl zeigen, welchen

Risiken Patientendaten auf Servern

Dritter (also „in der Cloud“) ausgesetzt

sind.

Solche Vorfälle befeuern die leider

oft verengt geführte Dauerdiskussion

„pro“ oder „kontra“ Patientendaten

in der Cloud. Zum Aufeinandertreffen

kommt es im Praxis- oder Krankenhausalltag

bei der Frage nach dem

datenschutzrechtlich Zulässigen. Im

Folgenden soll daher kurz dargestellt

werden, warum „die Cloud“ als solche

nicht das Problem ist, sondern die

Art und Weise, wie diese technische

Möglichkeit von Patienten, Ärzten und

Krankenkassen genutzt wird.

Offensichtliche Vorteile der

elektronischen Erfassung

Selbst einem medizinischen Laien

leuchtet sofort ein, dass eine erfolgreiche

Diabetesbehandlung stark von

den zur Verfügung stehenden Daten

abhängig ist. Je genauer und besser

die behandlungsrelevanten Blutwerte

erfasst werden, desto besser ist dies

für Patienten und Behandler. Das

klassische Blutzuckertagebuch kann

mit den neuen Möglichkeiten allein

der kontinuierlichen Glukosemessung

(CGM) in keiner Weise mehr mithalten.

Es ist nicht utopisch, sich vorzustellen,

dass auch die Bewegungen

und der Nahrungsinput elektronisch

überwacht werden könnten. Eine sehr

gute Entwicklung und Perspektive für

Patienten und Behandler.

Für die Patientendaten interessieren

sich jedoch nicht nur die Betroffenen

und ihre Behandler, auch für die

Hersteller von CGM-Systemen sind

die Daten von großem Interesse. So

bieten diese häufig firmeneigene

„Clouds“ an – also eigene Serverkapazitäten.

Diese Zentralisierung hat

ihre Vorteile: allein schon die ortsund

zeitunabhängige Verfügbarkeit

ist viel wert.

Ab dem 25. Mai 2018 gilt ein neues,

europäisches Datenschutzrecht (die

„Datenschutz ist

im EU-Recht kein

Selbstzweck”

KOLUMNE

RECHT

sogenannte Datenschutz-Grundverordnung

oder kurz: DSGVO). Wie sieht

das neue europäische Recht das Thema?

Ist es strenger oder nachgiebiger

wenn es um Patientendaten in der

„Cloud“ geht?

Die gute Nachricht zuerst: Auch für

das europäische Recht ist der Datenschutz

kein Selbstzweck. Das neue

Recht schützt u.a. die (europäischen)

Grundrechte der Betroffenen. Dazu

gehören selbstverständlich das Recht

auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit

(Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs.

1 der Europäischen Grundrechtecharta).

Es wäre daher viel zu einfach,

sofort die datenschutzrechtliche

„Verbotskeule“ zu schwingen.

So „schlicht“ war der Datenschutz

nie und so einfach ist

er auch nicht unter der DSGVO.

Die freie und informierte Einwilligung

der Betroffenen ist datenschutzrechtlich

allerdings auch kein

Allheilmittel. Der europäische Datenschutz

hat vor allem auch strukturelle

Machtdysbalancen zwischen Organisationen

und Betroffenen auszubalancieren.

Dabei geht es allerdings nicht

darum, Patienten und Behandler zu

bevormunden, sondern die Technologien

möglichst risikoarm auszugestalten

und zu betreiben.

Bei Cloud-Diensten liegt die

Einwilligung des Patienten vor

Gesundheitsdaten sind, das ist bekannt,

eine besondere Kategorie

von personenbezogenen Daten. Die

DSGVO „untersagt“ ausdrücklich die

Verarbeitung solcher Daten (Art. 9

Abs. 1 DSGVO). Wie passt das zum

eben Gesagten? Dieses Verbot gilt

eben für verschiedene „Szenarien“

gerade nicht. Art. 9 Abs. 2

DSGVO kennt zehn Ausnahmen:

Eine besteht etwa dann, wenn

eine Einwilligung vorliegt, andere,

wenn es um Zwecke der

Gesundheitsvorsorge, der

Arbeitsmedizin, der medizinischen

Diagnostik, auf Grund

eines Vertrags mit Angehörigen

eines Gesundheitsberufs

und so fort geht.

Wo kommt da die „Cloud“

ins Spiel? Nutzt der Patient

bspw. die Cloud-Dienste eines

Unternehmens, um eigene

Blutzuckerwerte hochzuladen

und zu speichern,

dann willigt der Patient ein,

bzw. dient die Speicherung

der Durchführung des Vertragsverhältnisses.

Im Grun-

de ist es dasselbe, als hätte

Dr. jur. Arnd-Christian Kulow

Rechtsanwalt, Herrenberg

Foto: privat

der Patient einen Raum gemietet, in

dem er seine papierenen Blutzuckertagebücher

lagert. Die Zuverlässigkeit

und Vertrauenswürdigkeit muss der

Patient in diesem wie in jenem Fall

selbst prüfen. Die Rechtsprechung

wendet im Übrigen tatsächlich auf

Cloud-Dienste meist Mietrecht an.

Datenschutzrechtlich aufwendig wird

es, wenn etwa der ärztliche Behandler

Patientendaten auf die Server

Dritter (Cloud-Anbieter) überträgt.

Hier gilt dann der Cloud-Anbieter,

also z.B. das Pharmaunternehmen, als

sogenannter „Auftragsverarbeiter“

und der Behandler muss auf jeden

Fall einen entsprechenden expliziten

Vertrag mit dem Anbieter schließen.

Neue Regelung beim

Datentransfer an Dritte

Dies war nach derzeit noch geltendem

nationalem Datenschutzrecht

zwar auch schon so, die DSGVO hat

jedoch die Anforderungen verschärft.

Bislang sieht der Datenschutz den

Auftragsverarbeiter nur als „verlängerten“

Arm des Auftraggebers, der

völlig nach Weisung zu arbeiten hat.

Die DSGVO weist den Cloud-Anbietern

zudem noch eigene Pflichten zu.

Sie müssen daher nicht nur u.a. ihre

Verfahren dokumentieren und mit

den Datenschutzbehörden zusammenarbeiten,

sondern

v.a. entsprechende technische

und organisatorische

Maßnahmen

treffen, um die

Datensicherheit

jederzeit zu gewährleisten.

Zudem handelt

es sich ja regelmäßig

um besondere

Daten, die, zusätzlich

zum Datenschutzrecht,

der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen.

Hier muss Sorge getragen

werden, dass der Cloud-Anbieter

keine Kenntnis von den Daten nehmen

kann. Würde hier eine Einwilligung

des Patienten helfen? Nur

ganz bedingt. Zum einen muss

– auch bei Einwilligung – ein Auftragsdatenvertrag

geschlossen

werden. Zum anderen hat die

DSGVO nicht nur die individuellen

Betroffenen vor Augen, sondern

will auch strukturell wirken. Einwilligungen

sind – auch wegen

ihrer jederzeitigen Widerrufbarkeit

– gerade kein Allheilmittel

für das Cloud-Computing.

Korrekt implementierte

Verschlüsselung wichtig

Was ist zu tun? Einen

Rückzug von der Cloud

sollte es und muss

es nicht geben.

Eine verteilte

Lagerung

Zertifizierte Clouds müssen

das strenge Berufsrecht und

das Datenschutzrecht

berücksichtigen.

Foto: iStock/amphotora

FAZIT

Die Verwendung von Gesundheitsclouds

im Kontext der Diabetesbehandlung

ist, im Sinne der Patienten

und Behandler, unverzichtbar.

Berufsrecht und Datenschutz verhindern

die Nutzung nicht, sondern

bauen – im Interesse einer gesellschaftlich

ausgewogenen „Datenhoheit”

und „Datenmachtverteilung”

auch im Gesundheitswesen

und der individuellen informationellen

Selbstbestimmung – sinnvolle

Hürden für die Anbieter von

Cloud-Lösungen auf. Diese legen

sich zwiebelartig um die Daten.

Im Kern steht die korrekte Verschlüsselung

der Daten in Praxen

und Krankenhäusern. Diese muss

eingebettet sein in die Einhaltung

medizinprodukterechtlicher und datenschutzrechtlicher

Anforderungen.

Als äußere „Softlaw-Schicht”

kommen die unverzichtbaren Zertifizierungen

(etwa einschlägige ISO-

Standards) nach Stand der Technik

zum Einsatz. Liegt diese Datensicherheitsarchitektur

vor, kann die

Cloud zum Wohle des Patienten

und der Behandler genutzt werden.

der Daten bei Ärztinnen und Pati-

enten wird zuweilen gefordert. Man

hofft, damit würde es nicht zu solchen

Datenkatastrophen wie im Januar in

Norwegen kommen, weil es keine

anfälligen „zentralen“ Datenlager

gibt. Dies hilft aber weder den Pra-

xen und Kliniken noch den Patienten.

Die „Verfügbarkeit“, die „Sicherheit“

und die „Vertraulichkeit“ von Daten

– wichtige ausdrückliche Ziele der

DSGVO – sind mit Cloud-Lösungen am

besten zu realisieren. Hier spielt al-

lerdings die mathematisch-technisch

korrekte Verschlüsselung der Daten

eine wesentliche Rolle. Eine korrekt

implementierte Verschlüsselung, die

sicherstellt, dass die Daten die Praxis

nur verschlüsselt verlassen, wahrt die

Vertraulichkeit der Patientendaten.

Beeinträchtigungen für die Verfügbarkeit

sind heutzutage mit Verschlüsselungen

nicht mehr verbunden.

Bildet die Verschlüsselung den Kern

der Wahrung von Datenvertraulich-

keit und Arztgeheimnis, so ist es damit

bei der Gesundheitscloud noch nicht

getan. Stellt die Cloud Software, etwa

zur Auswertung von Blutzuckerdaten

zur Verfügung, ist an die Anwendung

des Medizinprodukterechts zu den-

ken. Zusätzlich unterliegt die Cloud

dem Datenschutzrecht und muss

– jedenfalls für medizinische Daten

– entsprechende ISO-Sicherheitsstandards

einhalten. Diese Zertifizie-

rungen sieht die DSGVO gerade für

Auftragsverarbeiter explizit vor (Art.

42 Abs. 2 DSGVO). Die Zertifizierun-

gen entlasten Verantwortliche in den

Kliniken und Praxen bei der Auswahl

und Beurteilung geeigneter Cloud-

Anbieter. Sie schaffen begründetes

Vertrauen, dass die strengen Anfor-

derungen des Berufsrechts und des

Datenschutzrechts beim diabetologi-

schen Cloud-Computing eingehalten

werden.

Dr. Arnd Kulow


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Im Blickpunkt

29

ARBEITSGEMEINSCHAFTEN

IM FOKUS

SERIE

AG Diabetes und Migranten:

„Kultursensibilität schaffen“

Zukunftswunsch: der Austausch mit ausländischen Fachverbänden

RATINGEN. 19 Arbeitsgemeinschaften widmen sich speziellen

Fragen der Früherkennung und Behandlung des Diabetes

mellitus und seiner Folgen. Wir stellen sie in der Serie „Arbeitsgemeinschaften

im Fokus“ vor. Weiter führen wir die Serie mit der

Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Migranten. AG-Vorsitzende

Faize Berger berichtet von den aktuellen Themen und Aufgaben.

?

Welche Themen werden in der Arbeitsgemeinschaft

derzeit am intensivsten

diskutiert und bearbeitet?

Faize Berger: Die Inhalte, die wir

in der AG Diabetes und Migranten

verfolgen sind Querschnittsthemen

die alle Arbeitsgemeinschaften der

DDG tangieren. Unsere Aufgabe sehen

wir darin, Ärzte, medizinische

Fachkräfte sowie externe Entscheider

für die Aspekte, die sich aus der

Migration für den Diabetes ergeben,

zu sensibilisieren, ihnen Arbeitshilfen

zur Verfügung zu stellen und als

Experten zu dienen.

Weiter stellt sich uns die Frage, wie

wir in der Medizin das evidenzbasierte

aber kulturneutrale Standardvorgehen

kultursensibel gestalten

können.

„Wir arbeiten mit

der Bundeszentrale für

gesundheitlicheAufklärung

zusammen“

Unsere aktuellen Themenschwerpunkte

im Kontext Migration und

Flucht sind:

• Schulungs- und Beratungsmaterialien

• Kommunikation

• Schwangerschaft

• Arbeitswelt

• Depression

• Ernährung

?

Wie organisieren Sie die Arbeitsaufgaben?

Berger: Wir sind eine offene Arbeitsgemeinschaft,

sodass sich neben

den Mitgliedern der Deutschen

Diabetes Gesellschaft auch interessierte

Nichtmitglieder einbringen

können. In der Diabetesforschung

und -versorgung arbeiten wir mit

Vertretern der Wissenschaft, Ärzten,

Diabetesberatern und -assistenten,

Wundassistenten, (Diabetes-)Pflegefachkräften

sowie Mitarbeitern

aus Verbänden und Vereinen zusammen.

Die Mitgliedertreffen finden im

Rahmen der jährlichen DDG-Kongresse

statt. Dort tauschen wir uns

aus, treffen verbindliche Entscheidungen,

informieren über unsere

Aktivitäten und nehmen die Ideen

unserer Mitglieder auf.

Innerhalb der Arbeitsgemeinschaft

haben wir bestimmte Projektgruppen.

Diese werden bedarfsorientiert

und nach den Interessen der Mitglieder

initiiert; nach Beendigung ihrer

Aufgaben aber wieder aufgelöst.

Bei Bedarf können diese jederzeit

aktiviert oder zu neuen Themen

aufgerufen werden.

Die aktiven Projektgruppen sind:

• Wissenschaft & Forschung, Öffentlichkeitsarbeit

& Networking

• Kultursensible Weiterbildung,

Research, Entwicklung von Schulungsmaterialien,

interkulturelle

Ernährung & Strukturierte Geriatrische

Schulung (SGS)

• Arabischsprachige Arbeitsmateria

lien

Während ich mich auf die Strategie

und Kooperationen, die politischen

Themen und die Netzwerkpflege fokussiere,

konzentriert sich Frau Afra

Schmidt, meine Stellvertreterin, auf

die Zielgruppe der medizinischen

Fachkräfte sowie auf die Betroffenen

mit Migrationshintergrund. Darüber

hinaus lebt die Arbeitsgemeinschaft

natürlich auch von den Ideen

und Aktivitäten ihrer Mitglieder.

?

Kooperieren Sie mit anderen Organisationen

außerhalb der Deutschen

Diabetes Gesellschaft?

Berger: Ja. Wir arbeiten mit Institutionen

und Organisationen zusammen,

wie der Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung

(BZgA), dem Bundeszentrum für

Ernährung (BZfE), dem Deutschen

Diabetes Zentrum (DDZ), der Deutschen

Dia betes Stiftung (DDS), dem

Verband der Diabetes Beratung

Schulungsberufe (VDBD) und der

Deutschen Diabetes-Hilfe (diabetes-

DE). Zurzeit intensivieren wir den

Kontakt zum Verband der Diabetesassistenten

(VDD).

Zum Themenkomplex „Kultursensibilität

in der Weiterbildung der

Foto: fotolia/carlosgardel

Daten zur Arbeitsgemeinschaft

Name:

Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Migranten

Gründungsjahr: 2002

Anzahl der Mitglieder: 70

Vorsitzende der AG: Faize Berger (fb@faizeberger.com)

Webseite:

http://migration.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

FAIZE BERGER

Vorsitzende,

AG Diabetes und Migranten

Foto: privat

Diabetesfachkräfte“ kooperieren

wir außerdem mit den Weiterbildungsstätten

der Deutschen Diabetes

Gesellschaft. Mithilfe dieser

Zusammenarbeit wurde das Thema

„Migration“ bereits in die Curricula

aufgenommen.

?

Welche Erfolge Ihrer Gemeinschaft

erfreuen Sie am meisten?

Berger: Zunächst war die Erstellung

der eigenen Webseite für unsere

Arbeitsgemeinschaft ein großes

Projekt. Die Homepage wird

mittlerweile gut besucht. Vor allem

die Arbeitsmaterialien für das diabetologische

Fachpersonal und

weitere nützliche Arbeitshilfen wie

die sogenannten „DocCards“, kurze

Merkkarten für den Kittel zum Umgang

mit Sprachbarrieren, erfreuen

sich häufiger Klicks. Auch Informationsmaterialien

in verschiedenen

Fremdsprachen stellen wir auf der

Homepage zur Verfügung.

Erfreut sind wir zum einen, dass

wir innerhalb der DDG-Kongresse

und -Tagungen Symposien und

Workshops organisieren, und zum

anderen, in Zusammenarbeit mit

den Ausschüssen und AGs der DDG

folgende Ergebnisse erreicht haben:

• Ausschuss Diabetologie DDG:

Aufnahme der migrationsbedingten

Aspekte in das Curriculum

des 80-Stunden-Kurses „Klinische

Diabetologie“.

• AG Geriatrie und Pflege: geriatrische

Schulungsprogramme in

verschiedenen Sprachen.

• AG Diabetes und Psychologie: das

erste Co-Symposium im Rahmen

des DDG-Kongresses 2017 zum

Thema Migration und psychische

Erkrankungen.

• Ausschuss Ernährung: Co-Symposium

Ernährung beim DDG-

Kongress 2018.

Die enge Zusammenarbeit mit

Wissenschaftlern der Fachbereiche

Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft

ist für uns von besonderer

Bedeutung. Zwangsläufig hat

die Veränderung des Lebensraums

einen unmittelbaren Einfluss auf

die Ernährung und den Lebensstil.

So haben wir ein Informationsblatt

für Prävention und Sensibilisierung

für Flüchtlinge entwickelt.

Das wachsende Know-how über die

Kulturkreise – deutsch, türkisch,

afrikanisch, arabisch und russisch –

führt uns die Sinnhaftigkeit unserer

ehrenamtlichen Tätigkeit vor Augen.

?

Vor welchen Herausforderungen

standen Sie als Arbeitsgemeinschaft

bereits und welche könnten

in den nächsten Jahren auf Sie zukommen?

Berger: Migranten haben eine deutlich

höhere Diabetes-mellitus-Prävalenz

als die einheimische Bevölkerung.

Dieses Risiko wird in vielen

2018

Symposium „Diabetes – Ernährung –

Migranten“ (Ausschuss Ernährung/

AG Diabetes und Migranten)

Donnerstag, 10. Mai 2018,

10.30–12.00 Uhr,

Raum 7.2b »Minkowski«

Fällen durch die migrationsbedingten

Lebensumstände verstärkt. Leben

mit einer chronischen Erkrankung

fordert die Betroffenen und

ihre Angehörigen. Ohne Rücksicht

auf die kulturellen Besonderheiten

und die Sicherstellung der Verständigung

kann die Migrantenpopulation

nicht bedarfsgerecht behandelt

werden. Die Arbeitsgemeinschaft

hat bereits eine bedeutsame Grundlagenarbeit

zur professionellen Verständigung

geleistet. Obwohl das

Thema als Querschnittsthema verstanden

wird, muss an der Verständigung

und Kultursensibilität stets

weitergearbeitet werden.

Da allerdings die Arbeit in der AG

auf ehrenamtlicher Basis erfolgt,

stellt die Sicherstellung der zeitlichen

sowie der personellen Ressourcen

die größte interne Aufgabe dar.

In der Zukunft werden wir uns vorrangig

mit folgenden Inhalten beschäftigen:

• Erstellung DDG-eigener bilingualer

Informationsmaterialien

zusammen mit Experten aus den

Translationswissenschaften,

• Erstellen kultursensibler Schulungs-

und Beratungsmodelle,

• die Aspekte der Kultursensibilität

in den Leitlinien der Deutschen

Diabetes Gesellschaft und Praxisempfehlungen

zu berücksichtigen.

Großer Erfolg:

die eigene Webpräsenz mit

Arbeitsmaterialien wie

den „DocCards“

?

Arbeiten Sie auf bestimmte diabetesspezifische

Termine im Jahr

hin?

Berger: Ja – wir arbeiten zum einen

auf den jährlichen DDG-Kongress

und zum anderen auf die jährliche

DDG-Herbsttagung hin. Außerdem

nehmen wir an externen Veranstaltungen

und Expertentreffen zum

Themenkomplex Diabetes mellitus,

Migration, Versorgungsforschung

und -management teil. Der Austausch

mit Fachverbänden im Ausland

ist ein wichtiger Punkt, den wir

aber leider aus Kapazitätsgründen

noch nicht weiter vertiefen konnten.

Interview: Maya Hüss


30 Forum Literatur

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Magenbypass:

Wer profitiert am meisten?

Diabetesstatus mit signifikantem Einfluss auf die Gesamtmortalität nach der OP

DANVILLE. Menschen mit einem BMI ≥ 40 kg/m² sterben deutlich

früher als Normalgewichtige. Durch einen bariatrischen Eingriff

lässt sich das Mortalitätsrisiko senken. Doch unterscheidet

sich der Benefit bei Patienten mit und ohne Diabetes?

Wissenschaftler von der Geisinger

Clinic in Pennsylvania

haben im Rahmen

einer retrospektiven Beobachtungsstudie

die Daten von 2428 stark

adipösen Personen – 625 mit Typ-

2-Diabetes und 1803 ohne Diabetes

– ausgewertet. Alle Patienten waren

zwischen 2004 und 2015 mittels offen

chirurgischem bzw. laparoskopischem

Roux-en-Y-Magenbypass

(RYGB) behandelt worden. Das Vergleichskollektiv

bildeten 2428 konservativ

geführte Patienten, die mit

der operativen Kohorte bezüglich

des Alters, des BMI, des Geschlechts

sowie des Diabetesstatus gematcht

wurden.

Primärer Studienendpunkt war die

Gesamtmortalität der chirurgisch

behandelten Diabetespatienten

bzw. Nicht-Diabetiker und ihrer

jeweiligen konservativ behandelten

Kon trollen. Auch das ursachenspezifische

Sterberisiko der einzelnen

Patientenkollektive wurde analysiert.

Die Diabetespatienten waren

»Erhöhtes

Risiko für

exogene

Todesursachen«

überwiegend weiblich (73 %), im

Mittel 53 Jahre alt und hatten einen

BMI von 45 kg/m². Die mediane

Nachbeobachtungsdauer betrug im

Diabetes-Kollektiv 5,8 Jahre. Die

Nicht-Dia betiker waren ebenfalls

Endlich weniger essen – für viele

Adipositaspatienten ist ein

operativer Eingriff der letzte Ausweg.

Foto: iStock/Shidlovski

vorwiegend Frauen (87 %), hatten

ein mittleres Alter von 44 Jahren und

einen BMI von 47 kg/m². Das mediane

postoperative Follow-up betrug

in diesem Kollektiv 6,7 Jahre.

Im Nachbeobachtungszeitraum verstarben

91 operierte und 138 nicht

chirurgisch behandelte Adipositas-

Patienten. Damit ergab sich eine

signifikante Abnahme der Gesamtmortalität

um 35 % nach der Magenbypass-OP

(p < 0,0001).

Es zeigte sich jedoch: Nur die Patienten

mit Diabetes wiesen ein signifikant

reduziertes Sterberisiko nach

der OP gegenüber den konservativ

behandelten Kontrollen auf (adjustierte

Hazard Ratio 0,44; p < 0,001).

Für die Nicht-Diabetiker war das Ergebnis

nicht signifikant (adjustierte

HR 0,84; p = 0,368). Zusätzlich kam

es in der Magenbypass-Gruppe signifikant

häufiger zu einer Remission

des Diabetes mellitus als in der

Gruppe ohne Adipositaschirurgie.

Diejenigen Patienten, die nach der

Operation eine Remission erfuhren,

wiesen im Vergleich zu den Operierten

ohne Remission eine deutlich

geringere Sterberate auf. Die Ergebnisse

müssen im Rahmen größerer

Multicenterstudien bestätigt werden,

schreiben die Autoren.

Dr. Judith Lorenz

Lent MR et al. Diabetes Care 2017; 40:

1379-1385

Welche Unterschiede

ergaben sich

bei den spezifischen

Mortalitätsursachen?

Konservativ geführte Diabetespatienten

verstarben im Vergleich zu den

chirurgisch behandelten signifikant

häufiger aufgrund kardiovaskulärer,

respiratorischer und diabetischer

Komplikationen.

Im Kollektiv der Nicht-Diabetiker

zeigte sich: Eine Operation ging

mit einem geringeren Risiko für ein

Versterben aufgrund einer Krebserkrankung

oder einer respiratorischen

Problematik einher und verbesserte

zudem deutlich die Lebensqualität.

Dennoch war der Eingriff mit einem

erhöhten Risiko für exogene Todesursachen

(z. B. Autoaggression, Verletzungen,

Medikamentenüberdosierung)

assoziiert. Dies müsse bei

der postoperativen Betreuung dieser

Patientengruppe berücksichtigt werden,

fordern die Studienautoren.

Länger dünn

Cholin und L-Carnitin haben das Potenzial zum Erfolgsindikator für Diäten

NEW ORLEANS. Auf Dauer ein reduziertes

Körpergewicht zu halten, ist

für manche Menschen sehr schwierig.

Nun wurde gezeigt: Der Erfolg lässt

sich vorhersagen. Eine verringerte

Menge bestimmter Metaboliten

scheint einen langfristigen Gewichtsverlust

wahrscheinlicher zu machen.

Können bestimmte Stoffwechselprodukte

als Indikatoren für den

Diäterfolg herangezogen werden?

Um dieser Frage auf den Grund zu

gehen, haben amerikanische Wissenschaftler

Daten von 510 übergewichtigen

und adipösen Teilnehmern der

POUNDS-Lost-Studie ausgewertet.

Darin wurden sie randomisiert vier

verschiedenen Gruppen zugeordnet,

die unterschiedliche kalorienreduzierte

Diäten erhielten – mit

variierenden Fett-, Protein- und

Kohlenhydratzusammensetzungen.

»Mikrobiom-Einfluss

muss untersucht

werden«

Der Ernährungsplan sollte für einen

Zeitraum von zwei Jahren eingehalten

werden.

Die Forscher überprüften die Konzentrationen

des Mikrobiom-Metaboliten

Trimethylamin-N-oxid

(TMAO) und dessen Vorstufen

Cholin und L-Carnitin im Serum

zu Beginn und nach sechsmonatiger

Diätphase. Der Verlauf der Werte

wurde mit dem Diätabschluss nach

zwei Jahren verglichen.

Cholin und L-Carnitin werden über

die Nahrung zugeführt, von Darmbakterien

zu einer Vorstufe von

TMAO verarbeitet und dann ins

Blut aufgenommen.

Effekte auf Körpergewicht

und Taillenumfang

Menschen mit hohen Ausganswerten

für Cholin, L-Carnitin und

TMAO neigten zu einem stärkeren

Übergewicht. Wie ausgeprägt sich

die Konzentrationen der drei Stoffe

mit der Zeit veränderten war individuell

sehr variabel, jedoch vom

Diättyp unabhängig. Doch wie sah

es mit einem Zusammenhang mit

dem Diäterfolg aus?

Veränderungen im TMAO-Gehalt

konnten nicht mit einer erhöhten

Wahrscheinlichkeit für langfristige

Diäterfolge in Zusammenhang gebracht

werden. Je stärker hingegen

die Cholin- und L-Carnitin-Konzentrationen

nach sechs Monaten

sanken, umso größer war der Effekt

auf z.B. Körpergewicht und

Taillenumfang.

Diese verringerten Cholin- und

L-Carnitinlevel hatten eine signifikante

Vorhersagekraft

für ein reduziertes Körpergewicht

nach zwei Jahren

(p < 0,05). Andersherum

bestanden für Teilnehmer

mit steigenden

Cholin- und L-Carnitinwerten

2,35-

bzw. 1,77-fach größere

Chancen, nach

zwei Jahren ihrem

alten Körperumfang

treu geblieben zu sein.

Die zwei Stoffe sind also

gute Indikatoren für den

langfristigen Erfolg einer

Diät, so die Autoren, auch

wenn bisher kein kausaler Zusammenhang

gezeigt werden

konnte. In weiteren Studien gilt

es, u.a. den Einfluss des Mikrobioms

auf die Metabolitenkonzentration

und einen

möglichen Zusammenhang

mit Prädiabetes

zu untersuchen.

jub

Heianza Y et al. Diabetes

Care 2018; doi: 10.2337/

dc17-2108

V.a. in Eiern ist

Cholin enthalten.

L-Carnitin

kommt u.a.

in Milch vor.

Foto: iStock/Floortje


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Kurznachrichten

31

Neu- oder re-zertifizierte Kliniken und Arztpraxen

(im Zeitraum 01.02.2018 bis 28.02.2018)

Einrichtung PLZ/ORT Anerkennung

PLZ 0

Einrichtung PLZ/ORT Anerkennung

PLZ 4

Klinik Bavaria Kreischa, Allgemeine Innere

Medizin, Diabetologie und Kardiologie

Lausitzer Seenland Klinikum GmbH,

Klinik für Gastroenterologie,

Diabetologie und Infektiologie

Paracelsus-Harz-Klinik Bad Suderode,

Fachklinik für kardiopulmonale

und onkologische Rehabilitation,

Abteilung I

PLZ 1

MVZ am Bahnhof Spandau,

DSP Dr. W. Zittwitz, U.D. Stephan, K. Jannicke

PLZ 2

Diabetespraxis Blankenese

Dr. med. Hans-Ulrich Clever &

Dipl. Psych. Susan Clever

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein,

Campus Lübeck, Medizinische Klinik I

Rehabilitationszentrum Mölln der DRV-Bund,

Klinik Föhrenkamp – Innere Medizin/

Diabetologie/Endokrinologie/Gastroenterologie

Praxis am Hogenkamp, Hauke Wolters,

Dr. med. Thomas Kröplin

PLZ 3

Praxis Dr. Carola Zemlin,

Diabetesschwerpunktpraxis

PLZ 4

Diabetes-Schwerpunktpraxis

Dr. H. Klimke

01731 Kreischa Zert. Diabeteszentrum DDG

02977 Hoyerswerda Zert. Diabeteszentrum DDG

06485 Quedlinburg Zert. Diabeteszentrum DDG

13597 Berlin Fußbehandlung (ambulant)

22587 Hamburg Fußbehandlung (ambulant)

23538 Lübeck Zert. Diabeteszentrum DDG

23879 Mölln Zert. Diabeteszentrum DDG

25336 Elmshorn Zert. Diabeteszentrum DDG

39164 Wanzleben Fußbehandlung (ambulant)

40822 Mettmann Fußbehandlung (ambulant)

DSP Anja Böhne 44577 Castrop-Rauxel Fußbehandlung (ambulant)

Evangelische Kliniken Gelsenkirchen,

Akademisches Lehrkrankenhaus

der Universität Duisburg-Essen, Innere Medizin I

PLZ 5

St. Vinzenz-Hospital,

Klinik für Innere Medizin II

Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied,

Klinik für Innere Medizin

PLZ 6

HELIOS Dr. Horst Schmidt-Kliniken Wiesbaden,

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Dres. med. Kempe/Stemler,

Hausärztliche Internisten

PLZ 7

Klinikum Ludwigsburg,

Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie,

Hämatologie/Onkologie, Diabetologie,

Pneumologie und Infektiologie

Diabetologische Schwerpunktpraxis

Dres. med. Kunstmann/Poppe

PLZ 8

RoMed Klinikum Rosenheim,

Medizinische Klinik II

Kliniken im Naturpark Altmühltal,

Klinik Kösching, Innere Medizin

45879 Gelsenkirchen Zert. Diabeteszentrum DDG

50733 Köln Zert. Diabeteszentrum DDG

56564 Neuwied Zert. Diabeteszentrum DDG

65199 Wiesbaden Nebendiagnose Diabetes

67059 Ludwigshafen Zert. Diabeteszentrum

Diabetologikum DDG

71640 Ludwigsburg Zert. Diabeteszentrum DDG

76646 Bruchsal Zert. Diabeteszentrum DDG

83022 Rosenheim Zert. Diabeteszentrum DDG

85092 Kösching Zert. Diabeteszentrum DDG

Kreisklinik Ottobeuren 87724 Ottobeuren Nebendiagnose Diabetes

PLZ 9

Klinikum Dortmund gGmbH,

Medizinische Klinik Nord – Station NI 2

44145 Dortmund Fußbehandlung (stationär)

Diabetesschwerpunktpraxis Dr. Eva Haak,

Dr. Karl Zink

97980 Bad

Mergentheim

Fußbehandlung (ambulant)

SAVE THE DATE!

An alle

DDG-Mitglieder

Die diesjährige Mitgliederversammlung

findet im Rahmen des

Diabetes Kongresses 2018 in Berlin statt

am Freitag, den 11. Mai 2018,

von 8.00 bis 9.30 Uhr im Saal A5 »Naunyn«,

City Cube Messe Berlin, Messedamm 26,

14055 Berlin.

Sie sind herzlich eingeladen.

Die Tagesordnung und Unterlagen

finden Sie im geschützten

Mitgliederbereich auf der

DDG-Webseite.

Wir gratulieren den neuen Diabetologen DDG

und wünschen ihnen viel Erfolg!

Dr. med. Ludmila Winterholler, Berlin

Dr. med. Julia Waldmann, Ingolstadt

Dr. med. Andreas Günther, Bad Driburg

Dr. med. Katharina Laubner, Freiburg

Martin Novysedlák, Hoyerswerda

Sergio Teseo, Berlin

Dr. med. Jasmin Soltau, Eutin

Bettina Link, Trossingen

Prof. Dr. med. Diana Rubin, Berlin

Dr. med. Nicole Forestier, Rosenheim

Leith Al-Hashimi, Ochsenfurt

Klaus-Dieter Gerber, Altdorf

Susanne Matt, Saarbrücken

Prof. Dr. med. Stefan von Delius, Rosenheim

Stella Glezou, Herford

Dr. med. Andrea Dahlenburg, Dessau

Dr. med. Niklas Nolden, Bonn

Thorsten Sievert, Köln

Dr. med. Dirk Watermann, Ludwigsburg

Chrysanthi Stavrakaki, Kamen

Dr. med. Karen Lodhia, Göttingen

Dr. med. André Gonsior, Bonn

Dr. med. Andreas Nolte, Heikendorf

Dr. med. Jessika Maxi Vieth, Molfsee

Judith Wankerl, Aholfing


32 Weiterbildung & Qualifikation

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Aktuelle Angebote zur DDG Weiterbildung

Durch die steigende Zahl der Diabeteserkrankungen in den letzten Jahrzehnten haben sich spezialisierte Berufsbilder in der

Diabetologie etabliert, für die die DDG als Fachgesellschaft qualitativ hochwertige und umfassende Weiterbildungen anbietet.

Diabetesberater/in DDG

Kurs Nr. Weiterbildungsort Kurstermine

193 Akademie für Gesundheitsberufe am Mathias-Spital

Frankenburgstraße 31, 48431 Rheine

Tel.: 05971/42-1172, Fax: 05971/42-1116

v.breulmann@mathias-spital.de

www.afg-rheine.de

195 Diabetes-Akademie Südostbayern

Bürgerwaldstr. 1, 83278 Traunstein

Tel.: 0861/909807 67, Fax: 0861/909807 68

info@diabetesakademie.net

www.diabetesakademie.net

196 Kath. Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen

in Bayern e.V.

Ostengasse 27, 93047 Regensburg

Tel.: 0941/5696-22, Fax: 0941/5696-38

info@katholischeakademie-regensburg.de

www.katholischeakademie-regensburg.de

197 Akademie für Gesundheitsberufe am Mathias-Spital

Frankenburgstraße 31, 48431 Rheine

Tel.: 05971 42-1172, Fax: 05971 42-1116

v.breulmann@mathias-spital.de

www.afg-rheine.de

198 Akademie für Gesundheitsberufe am Mathias-Spital

Frankenburgstraße 31, 48431 Rheine

Tel.: 05971 42-1172, Fax: 05971 42-1116

v.breulmann@mathias-spital.de

www.afg-rheine.de

Wannsee-Akademie

Zum Heckeshorn 36, 14109 Berlin

Tel.: 030 80686-040, Fax: 030 80686-404

akademie@wannseeschule.de

www.wannseeakademie.de

Mutterhaus der Borromäerinnen gGmbH

Feldstraße 16, 54290 Trier, Tel.: 0651 947-3160, Fax: 0651 947-2205

schule@mutterhaus.de

www.mutterhaus.de

1. Block 23.04. – 11.05.2018

2. Block 02.07. – 20.07.2018

3. Block 05.11. – 16.11.2018

4. Block 21.01. – 01.02.2019

5. Block 01.04. – 12.04.2019

1. Block 23.07. – 04.08.2018

2. Block 03.12. – 15.12.2018

3. Block 18.02. – 02.03.2019

4. Block 01.04. – 13.04.2019

5. Block 01.07. – 13.07.2019

1. Block 08.10. – 26.10.2018

2. Block 14.01. – 01.02.2019

3. Block 06.05. – 17.05.2019

4. Block 15.07. – 26.07.2019

5. Block 16.09. – 27.09.2019

verkürzte Aufbauqualifikation!

1. Block 22.10. – 02.11.2018

2. Block 25.02. – 08.03.2019

3. Block 13.05. – 24.05.2019

4. Block 26.08. – 06.09.2019

1. Block 12.11. – 30.11.2018

2. Block 21.01. – 08.02.2019

3. Block 06.05. – 17.05.2019

4. Block 12.08. – 23.08.2019

5. Block 18.11. – 29.11.2019

Start nächster Kurs erst 2019

Start nächster Kurs erst 2019

Kosten: Die Kosten für die Weiterbildung betragen zurzeit 2 900,– € Teilnahmegebühr für den regulären Kurs und 2 450,– €

für den verkürzten Kurs, zzgl. 200,– € Anmeldegebühren sowie 100,– € Prüfungsgebühr, ohne Material- und Reisekosten.

Anmeldeverfahren: Bitte senden Sie die Unterlagen an: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Frau Schmidt-Kubeneck,

Albrechtstraße 9, 10117 Berlin, Tel.: 0 30/3 11 69 37-18

Weitere Informationen finden Sie auf http://www.ddg.info/weiterbildung/diabetesberaterin-ddg/kurstermine.html

Fit für die Weiterbildung – Vorbereitungsseminar des VDBD

Weiterbildungsort Kurstermine Kosten

Das Spenerhaus Hotel und Tagungszentrum

am Dominikanerkloster

Dominikanergasse 5, 60311 Frankfurt am Main

Akademie für Gesundheitsberufe

am Mathias-Spital

Frankenburgstr. 31, 48431 Rheine

14.04.2018 55,– € für

VDBD Mitglieder

110,– € für

Nicht-Mitglieder

07.07.2018 55,– € für

VDBD Mitglieder

110,– € für

Nicht-Mitglieder

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite unter https://www.vdbd-akademie.de/seminar/details/

vorbereitungskurs-fit-fuer-die-weiterbildung-18/

Diabetesassistent/in DDG

Kurs Nr. Weiterbildungsort Kurstermine Kosten

44 Kath. Akademie für Berufe im Gesundheits- und

Sozialwesen in Bayern e.V.

Ostengasse 27, 93047 Regensburg

Tel: 0941/5696-22, Fax: 0941/5696-38

info@katholischeakademie-regensburg.de

www.katholischeakademie-regensburg.de

8 Edmund-Christiani-Seminar

Berufsbildungsstätte der Ärztekammer Schleswig-Holstein

Esmarchstr. 2, 23795 Bad Segeberg

Tel: 04551/803704, Fax: 04551/803701

gabriele.steens@aeksh.de

ecs@aeksh.de, www.aeksh.de/ecs

96 Akademie für Gesundheitsberufe am Mathias-Spital

Frankenburgstraße 31, 48431 Rheine

Tel: 05971 42-1172, Fax: 05971 42-1116

v.breulmann@mathias-spital.de, www.afg-rheine.de

7 Diabetes Zentrum Thüringen e.V.

(c/o Universitätsklinikum Jena, Klinik f. Innere Medizin III,

FB Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen)

Am Klinikum 1, Gebäude A, 07743 Jena

Tel.: 03641 9324341, Fax: 03641 9324342

annett.bechstedt@med.uni-jena.de

www.diabetes-thueringen.de

1. Block 04.06. – 15.06.2018

2. Block 05.11. – 16.11.2018

1. Block 27.08. – 07.09.2018

2. Block 03.12. – 15.12.2018

1. Block 27.08. – 07.09.2018

2. Block 10.12. – 21.12.2018

1. Block 10.09. – 21.09.2018

2. Block 28.01. – 08.02.2019

1 300,– €

zzgl. 100,– €

Prüfungsgebühr

zzgl. 35,– €

Zertifikatsgebühr

1 300,– €

zzgl. 100,– €

Prüfungsgebühr

zzgl. 35,– €

Zertifikatsgebühr

1 390,– €

zzgl. 135,– €

Prüfungsgebühr

1 300,– €

inkl. Prüfungs-

und

Zertifikatsgebühr

Kurs Nr. Weiterbildungsort Kurstermine Kosten

23 Diabeteszentrum am Elisabeth-Krankenhaus Essen

Klara-Kopp-Weg 1, 45138 Essen

Tel: 0201/8974591, Fax: 0202/897 4592

a.meier@contilia.de

www.elisabeth-krankenhaus.contilia.de/kompetenzzentrum/

klinisches-diabetes-zentrum/

10 Medigreif Inselklinik Heringsdorf GmbH – Haus Gothensee

Setheweg 11, 17424 Heringsdorf

Tel: 038378/780-0, Fax: 038378/780-444

infogothensee.medigreif-inselklinikum.de

www.Inselklinik.de

1. Block 17.09. – 28.09.2018

2. Block 21.01. – 02.02.2019

1. Block 05.11. – 16.11.2018

2. Block 18.02. – 02.03.2019

Anmeldung: Die Bewerbungsunterlagen sind an die jeweilige Weiterbildungsstätte zu senden.

Hier erhalten Sie auch Auskunft über das Bewerbungsverfahren.

Weitere Termine und Informationen finden Sie auf unserer Internetseite auf

http://www.ddg.info/weiterbildung/diabetesassistentin-ddg/kurstermine.html

Train-the-Trainer-Seminar

„Basisqualifikation Diabetes Pflege DDG

1 395,– €

inkl.

Prüfungsgebühr

zzgl. 35,– €

Zertifikatsgebühr

1 300,– €

zzgl. 135,– €

Prüfungsund

Zertifikatsgebühr

Kurs Nr. Weiterbildungsort Kurstermine Kosten

03 DDG Kongress 2018

CityCube Berlin

Haupteingang Messedamm

Messedamm 26, 14055 Berlin

12.05.2018 Ärzte:

500,– €

Diabetsberater/innen:

350,– €

Pflegefachkräfte:

350,– €

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite unter https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/

weiterbildung/basisqualifikation-diabetes-pflege-ddg/train-the-trainer-seminar.html

Basisqualifikation Diabetes Pflege DDG

Kurs Nr. Weiterbildungsort Kurstermine

BaQ

STB 1

BaQ

BM 1

BaQ

RB 1

Krankenhaus Märkisch Oderland BT Strausberg

Prötzeler Chaussee 7, 15344 Strausberg

Tel.: 03341 5222350

b.ziebig@khmol.de

Diabetes Akademie Bad Mergentheim e.V

Theodor-Klotzbücher-Straße 12, 97980 Bad Mergentheim

Tel.: 07931/594 101, Fax: 07931/77 50

diabetes.akademie@diabetes-zentrum.de

www.diabetes-akademie.de

Kath. Akademie für Berufe im

Gesundheits- und Sozialwesen in Bayern e.V.

Ostengasse 27, 93047 Regensburg

Tel.: 0941/5696-22, Fax: 0941/5696-38

info@katholischeakademie-regensburg.de

www.katholischeakademie-regensburg.de

18.04.2018 + 25.04.2018

21.04.2018 + 22.04.2018

12.06.2018 + 13.06.2018

09.10.2018 + 10.10.2018

https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/weiterbildung/basisqualifikation-diabetes-pflege-ddg.html

Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik)

Weiterbildungsort Kurstermine Kosten

RED-Institut für medizinische Forschung

und Weiterbildung

Mühlenkamp 5, 23758 Oldenburg i.H.

Tel.: 04361/513130, Fax: 04361/513616

hecht@red-institut.de, www.red-institut.de

Akademie für Gesundheitsberufe am Mathias-Spital

Frankenburgstraße 31, 48431 Rheine

Tel.: 05971/42-1172, Fax: 05971/42-1116

v.breulmann@mathias-spital.de, www.afg-rheine.de

1. Block 18.06. – 22.06.2018

2. Block 24.09. – 28.09.2018

1. Block 01.10. – 05.10.2018

2. Block 10.12. – 14.12.2018

990,– €

zzgl. Gebühren

für Anmeldung,

Prüfung und

Material 260,– €

990,– €

zzgl. Gebühren

für Anmeldung,

Prüfung und

Material 260,– €

Anmeldung: Die Bewerbungsunterlagen sind an die jeweilige Weiterbildungsstätte zu senden.

Hier erhalten Sie auch Auskunft über das Bewerbungsverfahren.

Weitere Informationen finden Sie auf http://www.ddg.info/weiterbildung/diabetes-pflegefachkraft-ddg-klinik.html

Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Langzeit)

NEU

NEU

Weiterbildungsort Kurstermine Kurs Nr.

IIGM - Institut für Innovatives

Gesundheitsmanagement GmbH

Frau Katja Hodeck

Allee der Kosmonauten 33g, 12681 Berlin

Tel.: 030/54708232, Fax: 030/5470829232

info@iigm.de, www.iigm.de

Berlin 12.09.2018 – 23.01.2019 BB 182

Kosten: Die Kosten für die Weiterbildung betragen zurzeit 1 000,– € Kursgebühr zzgl. 270,– € Prüfungs- und Materialgebühr.

Kursorganisation: Die Weiterbildung findet an 10 einzelnen Kurstagen in dem genannten Zeitraum statt. Die genauen

Termine erfragen Sie bitte bei der Weiterbildungsstätte.

Anmeldung: Die Bewerbungsunterlagen sind an die jeweilige Weiterbildungsstätte zu senden. Hier erhalten Sie auch

Auskunft über das Bewerbungsverfahren.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite auf

http://www.ddg.info/weiterbildung/diabetes-pflegefachkraft-ddg-langzeit.html


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Weiterbildung & Qualifikation

33

Podologe/in DDG

Weiterbildungsort Kurstermine Kursgebühr

Akademie für Gesundheitsberufe

am Mathias-Spital

Frankenburgstraße 31, 48431 Rheine

Tel.: 05971/42-1114, Fax: 05971/42-1116

g.westkamp@mathias-spital.de

www.afg-rheine.de

14.11. – 16.11.2018 425,– €

zzgl. 50,– € Zertifikatsgebühr

Anmeldung: Die Bewerbungsunterlagen sind an die jeweilige Weiterbildungsstätte zu senden.

Hier erhalten Sie auch Auskunft über das Bewerbungsverfahren.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite auf

http://www.ddg.info/weiterbildung/podologin-ddg/kurstermine.html

Wundassistent/in DDG

Kurs Nr. Weiterbildungsort Kurstermine

40 CID Centrum für integrierte Diabetesversorgung

Kursort: St. Vinzenz-Hospital

Merheimer Str. 221-223, 50733 Köln-Nippes

Tel.: 0221/9349 461, Fax: 0221/9349 461

schulung@cid-direct.de

www.cid-direct.de

16.04. – 20.04.2018

18 Diabetes Zentrum Thüringen e.V.

(Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III,

FB Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen)

Am Klinikum 1, Gebäude A, 07743 Jena

Tel.: 03641/9324341, Fax: 03641/9324342

annett.bechstedt@med.uni-jena.de

www.diabetes-thueringen.de

41 CID Centrum für integrierte Diabetesversorgung

Kursort: St. Vinzenz-Hospital

Merheimer Str. 221-223, 50733 Köln-Nippes

Tel.: 0221/9349 461

Fax: 0221/9349 461

schulung@cid-direct.de

www.cid-direct.de

81 Kath. Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen

in Bayern e.V.

Ostengasse 27, 93047 Regensburg

Tel.: 0941/5696-22, Fax: 0941/5696-38

info@katholischeakademie-regensburg.de

www.katholischeakadmie-regensburg.de

Deutsches Institut für Wundheilung

Kursort: Radolfzell

Fritz-Reichle-Ring 2, 78315 Radolfzell

Tel.: 07732/9391525

info@deutsches-wundinstitut.de

www.deutsches-wundinstitut.de

19 Diabetes Zentrum Thüringen e.V.

(Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III,

FB Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen)

Am Klinikum 1, Gebäude A, 07743 Jena

Tel.: 03641/9324341, Fax: 03641/9324342

annett.bechstedt@med.uni-jena.de

www.diabetes-thueringen.de

5 Diabetes-Akademie Bad Mergentheim

Theodor-Klotzbücher-Straße 12, 97980 Bad Mergentheim

Tel.: 07931/80 15, Fax: 07931/77 50

diabetes.akademie@diabetes-zentrum.de

www.diabetes-zentrum.de

8 Gandersheimer Modell

Herr Michael Schmitz MSc.

Pölle 27/28, 06484 Quedlinburg

Tel.: 03946/973495

e.lerche@gandersheimer-modell.de

www.gandersheimer-modell.de

14 Karl-Borromäus-Schule

Mutterhaus Trier

Feldstr. 16-22, 54290 Trier

Tel.: 0651/9472711

Fax: 0651/9472205

schule@mutterhaus.de

www.mutterhaus.de

1. Block 23.05. – 25.05.2018

2. Block 30.05. – 01.06.2018

18.06. – 22.06.2018

18.06. – 22.06.2018

Terminänderung:

15.10. – 19.10.2018

1. Block 17.10. – 19.10.2018

2. Block 24.10. – 26.10.2018

12.11. – 16.11.2018

26.11. – 01.12.2018

03.12. – 07.12.2018

Kosten: Die Kosten des Kurses betragen 600,– € zzgl. Material- und Reisekosten.

Anmeldung: Die Bewerbungsunterlagen sind an die jeweilige Weiterbildungsstätte zu senden.

Hier erhalten Sie auch Auskunft über das Bewerbungsverfahren.

Weitere Termine und Informationen finden Sie auf unserer Internetseite auf

http://www.ddg.info/weiterbildung/wundassistentin-ddg/kurstermine.html

Seminare Kommunikation und patientenzentrierte

Gesprächsführung in der Diabetologie

Kurs Termine Tagungsort Kosten

Dr. rer. medic. Nicola Haller

medipäd

Am Bühl 7 1/2, 86199 Augsburg

Tel.: 0175/4004901

dr.nicola.haller@medi-paed.de

www.medi-paed.de

08.06. – 11.06.2018

14.09. – 17.09.2018

16.11. – 19.11.2018

25.01. – 28.01.2019

15.03. – 18.03.2019

28.06. – 01.07.2019

27.09. – 30.09.2019

Tagungszentrum

Hotel am alten Park,

DIAKO, Augsburg

(zentral in

Bahnhofsnähe)

650,– €

Kurs Termine Tagungsort Kosten

willms.coaching

Wilhelm-Busch-Str. 19, 37083 Göttingen

Tel.: 0551/7974741, Fax: 0551/7974740

office@willmscoaching.de

www.willmscoaching.de

Dipl.-Psych. Isabel Laß

Beckertstraße 12, 61273 Wehrheim

Tel.: 06081/576 589 (Praxis-Tel. mit AB)

isabel.lass@familien-team.de

AKADEMIE LUFTIKU(R)S e. V.

am Kinderhospital Osnabrück

Katrin Grautmann

Iburger Straße 187, 49082 Osnabrück

Tel.: 0174/6193869, Fax: 0541/5829985

katrin.grautmann@uminfo.de

www.akademie-luftikurs.de

12.04. – 15.04.2018

26.06. – 29.06.2018

29.08. – 01.09.2018

09.10. – 12.10.2018

21.11. – 24.11.2018

(Pädiatriekurs)

06.12. – 09.12.2018

27.10. – 28.10.2018

UND

24.11. – 25.11.2018

Göttingen,

Eden Hotel

Bürgerhospital,

Diabetes-Zentrum

Rhein-Main,

Nibelungenallee37,

60148 Frankfurt

16.10. – 19.10.2018 Landvolkshochschule

Oesede,

Gartbrink 5, 49124

Georgsmarienhütte

690,– €

Frühbucher rabatt (bis 60 Tage

vor Kursbeginn): 679,– €

720,– € inkl. MwSt.,

Seminarunterlagen,

Getränke und Snacks

Fortbildungspunkte

werden beantragt

Fachpsychologe/in DDG

Onlineanmeldung und weitere Informationen zu der Weiterbildung zum/zur Fachpsychologen/in finden Sie direkt

auf der Webseite www.diabetes-psychologie.de

Seminar

Kurstermin

2 Fr. 27./Sa. 28. April 2018

• Poliklinische Institutsambulanz

des Psychologischen Instituts der Universität Mainz

• 16 Stunden

• Teilnahmegebühr: 310,– €*

3 Fr. 02./Sa. 03. Juni 2018

• Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim

• 16 Stunden

• Teilnahmegebühr: 310,– €*

600,– €

Verhaltensmedizinische Grundlagen I

• Dr. Dipl.-Psych. Ulrike Löw (Mainz)

• Dipl.-Psych. Eva Küstner (Offenbach)

Verhaltensmedizinische Grundlagen II

• Dr. Dipl.-Psych. Manuela Schäfer (Mainz)

• Dr. Dipl.-Psych. Berthold Maier

(Bad Mergentheim)

Neu: Für Kolleginnen und Kollegen, die sich für psychologische Aspekte der pädiatrischen Diabetologie interessieren,

bieten wir erstmalig ein Seminar an, das sich auf die besonderen Herausforderungen des Typ-1- und des Typ-2-Diabetes

in Kindheit und Jugend konzentriert. Auf Antrag ersetzt das Seminar 3a für pädiatrisch tätige Kolleginnen und

Kollegen das Seminar 3, das sich auf Erwachsene mit Typ-2-Diabetes konzentriert.

3 a Fr. 15./Sa. 16. Juni 2018

• Medizinische Hochschule Hannover

Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult

• 16 Stunden

• Teilnahmegebühr: 310,– €*

4 Fr. 16./Sa. 17. November 2018

• Medizinische Hochschule Hannover

• 16 Stunden

• Teilnahmegebühr: 310,– €*

Verhaltensmedizinische Grundlagen II

• Prof. Dr. Dipl.-Psych. Karin Lange

(Hannover)

• Dr. med. Torben Biester (Hannover)

• Team des Kinder- und

Jugendkrankenhauses Auf der Bult

Diabetes und Soziales,

Gesundheitspolitik, Teamarbeit,

Qualitätssicherung, Erwachsenenbildung

• Prof. Dr. Dipl.-Psych. Karin Lange

(Hannover)

• Dipl.-Psych. Klaus Martin Rölver

(Quakenbrück)

Zusätzliche Seminare zur Ausbildung zum/zur Psychodiabetologen/in (nach 2.3. der Weiterbildungsordnung)

5 Fr. 23./Sa. 24. November 2018

• Klinik Niederrhein Bad Neuenahr

• 16 Stunden

• Teilnahmegebühr: 310,– €*

6a Fr. 26./Sa. 27. Oktober 2018

• Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim

• 17 Stunden

• Preis: 310,– €

6b So. 28. Oktober 2018

• Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim

• 8 Stunden

• Teilnahmegebühr: 155,– €

Therapie des Diabetes mellitus und

dessen Begleit- und Folgeerkrankungen

• Dr. med. Rainer Langsch,

Diabetologe (Bad Neuenahr)

Praxisseminar:

Fallvorstellung und -supervision (*)

• Prof. Dr. Bernd Kulzer

(Bad Mergentheim)

Praxisseminar:

Fallvorstellung und -supervision (*)

• Prof. Dr. Bernd Kulzer

(Bad Mergentheim)

(*) Insgesamt müssen lt. Weiterbildungsordnung 25 Std. fallbezogene Supervision durchgeführt werden.

* Die Seminargebühr schließt Materialien sowie Getränke und Mahlzeiten während des Seminars ein.

Alle Seminare werden auch im Rahmen der Weiterbildung zum/zur Psychodiabetologen/in RP anerkannt.

Nähere Informationen: http://www.lpk-rlp.de/mitglieder-service/weiterbildung/erwerb-von-zusatzbezeichnungen.html

Bitte melden Sie sich elektronisch auf der Website der AG Diabetes & Psychologie an: www.diabetes-psychologie.de

80-Std.-Kurs Klinische Diabetologie

Kurs Termine Tagungsort

Dresden

Kursleiter:

Prof. Dr. Peter Schwarz

Heidelberg

Kursleiter:

Privatdozent Dr. Erhard Siegel

Teil 1:

03.09. – 07.09.2018

Teil 2:

24.09. – 28.09.2018

(Kurs findet nur statt bei einer

Teilnehmerzahl von mind. 75)

Teil 1:

15.10. – 19.10.2018

Teil 2:

26.11. – 29.11.2018

(Kurs findet nur statt bei einer

Teilnehmerzahl von mind. 75)

Kosten: 1 250,– € für beide Kursteile, inkl. Tagesverpflegung und Unterlagen.

Universitätsklinikum

Carl Gustav Carus Dresden

Hörsaal DINZ im Haus 19

Fetscherstr. 74

01307 Dresden

St. Josefskrankenhaus Heidelberg

Landhausstr. 25

69115 Heidelberg

Dipl.-Psych. Heinrich Vogel

Praxis für Psychotherapie

Olvenstedter Straße 10, 39108 Magdeburg

Tel.: 0176 - 40 03 19 11

info@heinrich-vogel.eu

06.10. – 07.10.2018

UND

03.11. – 04.11.2018

Magdeburg,

Praxis für

Psychotherapie

550,– € inkl. MwSt.,

inkl. Pausenbewirtung

(gemeinsames Mittagessen

kann organisiert werden)

Weiterbildungspunkte

werden beantragt

Weitere Informationen und Anmeldung unter:

www.ddg.info/weiterbildung.html


34 Job- & Praxenbörse

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Die DDG Job- und Praxenbörse

Sie suchen eine Stelle, einen Mitarbeiter oder einen Nachfolger bzw. Mieter für Ihre Praxis? Dann nutzen Sie den kostenlosen

Service unter www.ddg.info/job-und-praxenboerse.html

Stellenangebote

Passau 09.03.2018

Endokrinologe in Vollzeit, Teilzeit, ab dem 01.06.2018

• Tätigkeit als: Endokrinologe

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung:

Wir sind eine moderne Praxis mit Schwerpunkt Diabetologie mit hoher und herzlicher

Patientenorientierung. Darüber hinaus bieten wir ein innovatives Arbeitsumfeld

mit Entwicklungsmöglichkeiten und Familienfreundlichkeit.

Wir sehen den Menschen.

• Wir suchen:

eine/n Fachärztin/Facharzt

Für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie

• Wir bieten:

- Persönliche Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten

- Möglichkeit zur Weiter- und Ausbildung

- Gut strukturierte Tageszeiteinteilung mit fixen Sprechstundenzeiten

- Wir wachsen und daher können Sie mit uns wachsen

- Patienten und Familie haben einen hohen Stellenwert

- Verlässlichen Arbeitsplatz

- Dynamischen fachlichen und sozialer Austausch

• Was wir uns wünschen:

- Hohe Empathie im Umgang mit Patienten

- Herz und Verstand

- Engagierte Mitarbeit und Freude an der Tätigkeit

- Selbstständiges Handeln

- Fachliche und soziale Kompetenz

• Arbeitsbeginn: Juni/Juli 2018

• Kontakt: Praxis Dr. Reiter, Kleiner Exerzierplatz 14a, 94032 Passau

• Ansprechpartner: Dr. Reiter/Frau Reiter

• Telefonnummer: 0173/3045841

• E-Mail: r.s@praxis-diabetes.com

• Webseite: www.praxis-diabetes.com

Bad Mergentheim 09.03.2018

Fachärztin/Facharzt für Pädiatrie

in Vollzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Fachärztin/Facharzt für Pädiatrie

• Arbeitszeit: Vollzeit

• Stellenbeschreibung: Fachärztin/Facharzt Pädiatrie für den Ausbau des Bereichs

Kinder- und Jugenddiabetologie

• Kontakt: Diabetes Zentrum Mergentheim, Theodor-Klotzbücher-Str. 12,

97980 Bad Mergentheim

• Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Haak

• Telefonnummer: 07931/594-101

• E-Mail: haak@diabetes-zentrum.de

• Webseite: www.diabetes-klinik.de

Durbach 08.03.2018

Diabetesberater (m/w)

in Vollzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Diabetesberater (m/w)

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit

• Stellenbeschreibung:

Wir suchen eine/n engagierte/n Diabetesberater/in für unser Team. Wir sind als

Reha-Klinik zertifiziertes Diabetologikum DDG und die einzige AHB-Klinik für Diabetes

mellitus in Baden-Württemberg.

• Kontakt: MediClin Staufenburg Klinik Durbach, Burgunderstr. 24, 77770 Durbach

• Ansprechpartner: Dr. Thomas Helling

• Telefonnummer: 0781/473276

• E-Mail: info.staufenburg@mediclin.de

• Webseite: www.staufenburg-klinik.de/

Home/Themen/Karriere/Offene-Stellen-in-der-Klinik.aspx

Laupheim 07.03.2018

Diabetesberater/-assistent (m/w) DDG

in Vollzeit, Teilzeit, ab dem 01.06.2018

• Tätigkeit als: Diabetesberater/-assistent DDG (m/w)

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung:

Ich suche zum 01.06.2018, spätestens jedoch zum 01.07.2018, eine/n Diabetesberater/in

oder Diabetesassistenten/in DDG in Voll- oder Teilzeit zur Verstärkung

meines Teams. Idealerweise sollten Sie auch in der Lage sein, Tätigkeiten einer MFA

(Blutentnahmen/ Anmeldung/ Abrechnung) durchführen zu können.

• Kontakt: Dr. med. Daniel Burgenmeister, Mittelstr. 19, 88471 Laupheim

• Ansprechpartner: Dr. med. Daniel Burgenmeister

• Telefonnummer: 07392/911333

• E-Mail: daniel.burgenmeister@dr-burgenmeister.de

München 08.03.2018

Diabetesassistent/in oder Diabetesberater/in

in Teilzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Diabetesassistent/in oder Diabetesberater/in

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Teilzeit

• Stellenbeschreibung: An über 60 Labor- und Praxisstandorten bietet die amedes-

Gruppe in Deutschland und Belgien interdisziplinäre medizinisch-diagnostische

Dienstleistungen für Patienten, niedergelassene Ärzte und Kliniken an. Mehr als

3.500 Mitarbeiter sind für unser Unternehmen tätig. In unseren Spezialsprechstunden

werden jährlich über 450.000 Patienten von unseren Experten behandelt.

Für unser MVZ Endokrinologikum in München suchen wir zur Verstärkung unseres

engagierten Teams der Diabetologie schnellstmöglich eine/n

Diabetesassistenten/in oder Diabetesberater/in.

• Diese Aufgaben erwarten Sie bei uns:

- Beratungs- und Schulungstätigkeit aller Diabetesformen,

insbesondere auch in der Schwangerschaft

- Labortätigkeiten (z. B. Blutentnahme sowie Aufbereitung von Blutproben)

- Durchführung und Dokumentation von DMP-Quartalsuntersuchungen

- Erstellung diabetesgerechter Ernährungspläne

• Wir wünschen uns von Ihnen:

- eine abgeschlossene Ausbildung zum/r Diabetesberater/in DDG

- eine mehrjährige Berufserfahrung wird vorausgesetzt

- Erfahrung in der Beratung und Schulung von Patienten mit Diabetes

(z.B. MEDIAS 2, MEDIAS 2-ICT, PRIMAS, HYPOS)

- Erfahrung mit Insulinpumpen und CGMS

- Kenntnisse in Fußuntersuchungen/Wundmanagement wären wünschenswert

- eine selbstständige, strukturierte und zielorientierte Arbeitsweise

• Wir bieten Ihnen:

- einen sicheren, unbefristeten Arbeitsvertrag für 20 Std./Woche

- eine umfassende Einarbeitung durch die Teamkollegen

- eine faire, durch den amedes-Haustarifvertrag geregelte Vergütung

- Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung

- Strukturen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen

- UND: eine gute und partnerschaftliche Arbeitsatmosphäre

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann bewerben Sie sich bitte unter Angabe der

Referenznummer 803-Endo-013 mit Ihren vollständigen Unterlagen (inklusive Gehaltsvorstellung

und frühestmöglichem Eintrittstermin) über unser Bewerberportal

unter www.amedes-group.com.

• Kontakt: Endokrinologikum in München, München

• Ansprechpartner: Katharina Schnappauf

• E-Mail: recruiting@amedes-group.com

• Webseite:

https://www.amedes-group.com/careers/bewerberportal/stellenangebote.htm

Hamburg 06.03.2018

Weiterbildungsassistent/in Diabetologie

in Vollzeit, Teilzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Weiterbildungsassistent/in Diabetologie

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung: große diabetologische Schwerpunktpraxis in Hamburg-Ost

sucht Weiterbildungsassistenten/in Diabetologie.

• Kontakt: Zentrum für Diabetologie Bergedorf, Hamburg

• Ansprechpartner: Dres. med. Rosenboom & Stendel

• E-Mail: anmeldung@diabeteszentrum-hamburg-ost.de

Offenbach 06.03.2018

Internist (m/w), Diabetologe (m/w)

in Vollzeit, Teilzeit, ab dem 01.04.2018

• Tätigkeit als: Internist (m/w), Diabetologe (m/w)

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung: Wir sind eine allgemeinmedizinisch-internistische Praxis in

einem Vorort von Offenbach mit diabetologischem Schwerpunkt. Unser Leistungsspektrum

und unser Team haben wir bei stetig steigenden Patientenzahlen kontinuierlich

erweitert. Ein neues Wohngebiet in unmittelbarer Nähe ist in Planung.

Neben der Behandlung akuter Erkrankungen liegt ein weiterer Schwerpunkt in der

Betreuung und Begleitung chronisch Kranker, besonders von Patienten mit Diabetes

mellitus in allen Formen. Wir bieten das komplette Spektrum der Diabetologie. Die

Praxis verfügt über eine moderne Geräte- und IT-Ausstattung.

Als akademische Lehr- und Forschungspraxis der Goethe-Universität Frankfurt am

Main beteiligen wir uns an der Ausbildung von ärztlichem und nicht-ärztlichem

Fachpersonal. Es besteht Weiterbildungsermächtigung Allgemeinmedizin KV WL

für 24 Mo. Neben einer kompetenten, einfühlsamen und individuellen Patientenbetreuung

erwarten wir Ihre Beteiligung am Qualitätsmanagement, die Bereitschaft,

bei Entscheidungsprozessen in der Praxis mitzuwirken sowie Fortbildungsprogramme

für Mediziner, Med. Fachpersonal und Laien aktiv mitzugestalten.

• Kontakt: Allgemeinmedizinisch-internistische Praxis, Schwerpunkt Diabetologie,

Dr. Renate Ulrich, Grazer Str. 40, 63073 Offenbach

• Ansprechpartner: Dr. Renate Ulrich

• E-Mail: renate.ulrich@gmx.eu

• Webseite: www.praxis-dr-ulrich.de

Hamburg 06.03.2018

Diabetologe/in in Vollzeit, Teilzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Diabetologe/in

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung: große diabetologische Schwerpunktpraxis in Hamburg-Ost

sucht Diabetologen/in (KV-Sitz vorhanden)

• Kontakt: Zentrum für Diabetologie Bergedorf, Glindersweg 80, Haus E, 21029 Hamburg

• Ansprechpartner: Dres. med. Rosenboom & Stendel

• E-Mail: anmeldung@diabeteszentrum-hamburg-ost.de

• Webseite: www.diabeteszentrum-hamburg-ost.de

Offenbach 05.03.2018

Diabetesberater/in DDG od. Diabetesassistent/in

in Vollzeit, Teilzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Diabetesberater/in DDG od. Diabetesassistent/in

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung: Wir sind eine hausärztlich-internistische und allgemeinmedizinische

Praxis/ Schwerpunktpraxis Diabetologie in einem Vorort von Offenbach,

breit aufgestellt und modern ausgerüstet mit einem engagierten Team und einem

guten Betriebsklima. Ihre Aufagben wären die Duchführung der Quartalsuntersuchung,

Gruppenschulungen Diabetes Typ I und II, Pumpe, Einzelberatungen Typ I

und II, Gestationsdiabetes und die Durchführung und Dokumentation von DMP-

Untersuchungen. Wünschenswert sind Zusatzqualifikationen als Wundassistent

(m/w) DDG und in der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Aktive und

kreative Mitarbeit an einer stetigen Qualitätsverbesserung ist sehr willkommen.

• Kontakt: Allgemeinmedizinisch-internistische Praxis, Schwerpunkt Diabetologie,

Dr. Renate Ulrich, Grazer Str. 40, 63073 Offenbach

• Ansprechpartner: Dr. Renate Ulrich

• E-Mail: renate.ulrich@gmx.eu

• Webseite: www.praxis-dr-ulrich.de

Waghäusel 04.03.2018

Diabetesberater/in in Vollzeit, Teilzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Diabetesberater/in

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung: selbstständiges Arbeiten, Beratungen, Schulungen: Medias,

ICT, Hypos, Primas, CGM, FGM, Pumpenbetreuung, sehr angenehmes Team

• Kontakt: Köhler/Mattes, Kreuzstr. 31, 68753 Waghäusel

• Ansprechpartner: Fr. Dr. Köhler

• Telefonnummer: 0152/21946153 od. 06205/38127

• E-Mail: die6koehlers@web.de

Nachfolger Gesucht

Altenstadt 10.03.2018

Arzt in Vollzeit, Teilzeit, ab sofort

• Tätigkeit als: Arzt

• Voraussichtliche Dauer: unbefristet

• Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Stellenbeschreibung: Top Angebot! Keine Lust mehr auf Nachtdienste,

Krankenhaus-Hierarchie? Wer rechnen kann, steigt ein!

Seniorpartner in Schwerpunktpraxis Diabetologie sucht Nachfolger(in).

• Kontakt: Praxis, Zum Bachstaden 19, 63674 Altenstadt

• Ansprechpartner: Dr. Günther

• Telefonnummer: 0170/4076679

• E-Mail: dr.r.guenther@me.com

Langenselbold 16.02.2018

Nachfolger für Diabetologische Schwerpunktpraxis

• Fachrichtung: Diabetologische Schwerpunktpraxis

• Beschreibung: Hausärztliche Gemeinschaftspraxis, Innere-Allgemein, 1 KV-Sitz ab

sofort frei, 2 weitere Sitze nach Absprache. Großzügige Praxis- und Schulungsräume,

erfahrenes Personal. Raum Hanau. vogjans@gmail.com

• Kontakt: Dr. Volker Janssen

• E-Mail: vogjans@gmail.com

Weitere Angebote unter:

www.ddg.info/job-und-praxenboerse.html


diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

Job- & Praxenbörse

35

Stellengesuche

Raum Stuttgart (Süd), Tübingen, Reutlingen,

Böblingen 06.03.2018

Weiterbildung zur

Diabetesberaterin DDG in Vollzeit, Teilzeit

ab sofort

• Stellengesuch als:

Weiterbildung zur Diabetesberaterin DDG

• Ausbildung: Studium Ernährungsmedizin und Diätetik

• Berufsgruppe: Ernährungswissenschaftlerin

• Möglicher Arbeitsbeginn: ab sofort

• Gewünschter Vertrag: unbefristet, befristet

• Gewünschte Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Gewünschter Einsatzort:

Raum Stuttgart (Süd), Tübingen, Reutlingen, Böblingen

• Kontakt: Frau Alisa Menger

• E-Mail: alisa.menger@gmx.de

Weimar 06.03.2018

Diabetesberater in Vollzeit

ab 01.05.2018

• Stellengesuch als: Diabetesberater

• Ausbildung: MFA, Diabetesberater, Bäcker

• Möglicher Arbeitsbeginn: 01.05.2018

• Gewünschter Vertrag: unbefristet

• Gewünschte Arbeitszeit: Vollzeit

• Gewünschter Einsatzort: Weimar

• Berufserfahrung in Jahren: 1

• Bisherige Tätigkeit(en):

MFA und Diabetesberater in allen Bereichen

• Fähigkeiten/Kenntnisse:

gute Computerkenntnisse, gute Teamfähigkeit

• Kontakt: Herr Felix Elschner

• E-Mail: felix_elschner@web.de

Münster/Westf. und Pendelbereich 22.02.2018

Diabetesberaterin in Weiterbildung in

Vollzeit, Teilzeit ab 01.03.2018

• Stellengesuch als: Diabetesberaterin in Weiterbildung

• Ausbildung: Diabetesassistentin DDG

• Möglicher Arbeitsbeginn: 01.03.2018

• Gewünschter Vertrag: unbefristet, befristet

• Gewünschte Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit

• Gewünschter Einsatzort: Münster/Westf. und Pendelbereich

• Bisherige Tätigkeit(en):

Ausbildung zur Dipl oec.troph.(2004)

Weiterbildung zur DA DDG (2017)

• Fähigkeiten/Kenntnisse: Ein Lohnzuschuß durch die

»Agentur für Arbeit« ist unter bestimmten Bedingungen

möglich!

• E-Mail: diabetes-assistentin@gmx.de

Solingen und bis 60 km Umkreis 14.02.2018

Diabetesberaterin in Teilzeit ab sofort

• Stellengesuch als: Diabetesberaterin

• Ausbildung: MFA

• Berufsgruppe: Diabetesberaterin DDG

• Möglicher Arbeitsbeginn: ab sofort

• Gewünschte Arbeitszeit: Teilzeit

• Gewünschter Einsatzort: Solingen und bis 60 km Umkreis

• Berufserfahrung in Jahren: 18

• Bisherige Tätigkeit(en): Schulungen für Typ 1 und 2,

GDM, Hypos, Medias Basis und ICT

• Fähigkeiten/Kenntnisse: selbstständiges Arbeiten,

Flexibilität, Teamfähigkeit

• Kontakt: Frau Maria Jüngel-Aepler

• E-Mail: aepler.diabetes@gmail.com

• Telefonnummer: 01522/7547929

Famulatur, PJ,

Hospitation

Internistische Gemeinschaftspraxis

Spitalgasse Nürnberg

Diabetologie Dr. med. C. Weiler/

Dr. med. H.-G. Justl

Spitalgasse 2, 90403 Nürnberg

• Ansprechpartner:

für Ärzte Dr. med. C. Weiler oder

Dr. med. H.-G. Justl

für Diabetesberaterin/-assistentin

Frau M. Hofmann oder Frau S. Müller

• Telefonnummer: 0911/23888-0 oder -44

• E-Mail-Adresse:

diabetes@internisten-spitalgasse.de

• Merkmale:

Diabeteszentrum (DDG Zertifikat)

• Wir bieten an:

Hospitation

Teilnahme an Einzelberatungen Typ-1-,

Typ-2- und Gestationsdiabetes

oder Gruppenschulungen Typ 2 möglich

Diabeteszentrum im OPZ

Dr. Kortemeier & Partner

Overwegstr. 1, 58642 Iserlohn

• Ansprechpartner: C. Kiwitt-Kortemeier

• Telefonnummer: 02374/501040

• E-Mail-Adresse:

c.kiwitt-kortemeier@dgn.de

• Merkmale:

Fußbehandlung (DDG Zertifikat)

• Wir bieten an:

Hospitation

Hospitation Fußambulanz (AG Fuß DDG)

für Ärztinnen und Ärzte (Tageshospitation)

für angehende Wundassistenten/innen

für die Weiterbildung DDG

• Ansprechpartner:

Frau Stöltzel, Wundassistentin DDG

• Telefonnummer:

• E-Mail-Adresse:

• Famulatur: Diabetologische und

Hausarztfamulatur möglich.

PJ

PJ Allgemeinmedizin möglich

Victoza ® ist der einzige zugelassene GLP-1 RA, für den eine Prävention

von kardiovaskulären Ereignissen (MACE) bestätigt worden ist *1

Diabetes-Schwerpunktpraxis Weichard

DSP Magdeburg-überörtliche DSP

Lübecker Str. 105, 39124 Magdeburg

DSP Haldensleben-überörtliche DSP

Klinggraben 7 a, 39340 Haldensleben

• Ansprechpartner:

Praxisinhaberin Antje Weichard

• Telefonnummer: 0151/42668919

• E-Mail-Adresse:

weichard@diabetes-schwerpunktpraxis.com

• Merkmale:

• Wir bieten an:

Famulatur

Famulatur in Praxis Magdeburg oder

Haldensleben ab 23.7.2018 wieder möglich

PJ

PJ-Tertial ab sofort möglich

akademische Lehrpraxis des Uniklinikums

Magdeburg

Gemeinschaftspraxis Ruhr

Lehmanns Brink 5, 45277 Essen

• Ansprechpartner: Dr. Carsten Klugewitz

• Telefonnummer: 0201/585555

• E-Mail-Adresse: klugewitz@praxis-ruhr.de

• Merkmale:

Diabeteszentrum (DDG Zertifikat)

Fußbehandlung (DDG Zertifikat)

• Wir bieten an:

Hospitation

DE/LIR/1216/0170(3)

Prävention von kardiovaskulären

Ereignissen *1

*

Bei Typ 2 Diabetes und hohem kardiovaskulärem Risiko.

GLP-1 RA = GLP-1 Rezeptor-Agonist; MACE = Major Cardiovascular Events, schwere kardiovaskuläre Ereignisse, hier erstes Auftreten von kardiovaskulärem Tod, nichttödlichem Herzinfarkt oder nichttödlichem Schlaganfall

1. Fachinformation Victoza ® , aktueller Stand 2. Pratley R et al. Int J Clin Pract 2011;65:397–407 3. Nauck M et al. Diabetes Care 2016;39:1501–1509 4. Buse JB et al. Lancet 2013;38:117–124 5. Pratley RE et al. Lancet Diabetes Endocrinol 2014;2:289–297 6. Buse JB et al.

Lancet 2009;374:39–47 7. Dungan KM et al. Lancet 2014;384:1349–1357 8. Marre M et al. Diabet Med 2009;26:268–278 9. Nauck M et al. Diabetes Care 2009;32:84–90 10. Russel-Jones D et al. Diabetologia 2009;52:2046–2055 11. D‘Alessio D et al. Diabetes

Obes Metab 2015;17:170–178 12. Kapitza C et al. Diabetes Obes Metab 2013;15:642–649 13. Meier JJ et al. Diabetes Care 2015;38:1263–1273

Victoza ® 6 mg/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Wirkstoff: Liraglutid. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: 6 mg/ml Liraglutid.Analogon zu humanem Glucagon-like peptide-1 (GLP-1), gentechn. hergestellt durch rekombinante DNS-Technologie

in Saccharomyces cerevisiae. Sonstige Bestandteile: Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Propylenglycol, Phenol,Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Victoza ® wird zur Behandlung des unzureichend kontrollierten Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen

als Zusatz zu Diät und körperlicher Aktivität angewendet:Als Monotherapie, wenn die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit oder Kontraindikation ungeeignet ist. Zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes mellitus. Für Studienergebnisse

hinsichtlich Kombinationen, Auswirkungen auf die glykämische Kontrolle und kardiovaskuläre Ereignisse, sowie untersuchten Populationen, siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1 der Fachinformation. Art der Anwendung: Victoza ® wird einmal täglich zu einem beliebigen

Zeitpunkt und unabhängig von den Mahlzeiten gegeben. Die subkutane Injektion kann in Abdomen, Oberschenkel oder Oberarm erfolgen. Victoza ® darf nicht intravenös oder intramuskulär angewendet werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

oder einen der sonstigen Bestandteile.Victoza ® sollte nicht bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 oder zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose angewendet werden.Victoza ® ist kein Ersatz für Insulin.Victoza ® wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren empfohlen. Es liegen wenige bis keine Erfahrungen mit diesem Arzneimittel bei Patienten mit Herzinsuffizienz vor, ein Einsatz bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA IV) wird nicht empfohlen.Victoza ® kann bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz nicht empfohlen

werden. Ebenso ist Victoza ® bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung, entzündlichen Darmkrankheiten und diabetischer Gastroparese nicht zu empfehlen. Wird eine Pankreatitis vermutet, ist Liraglutid abzusetzen. Bei Patienten mit bestehender Schilddrüsenerkrankung

sollte Victoza ® mit Vorsicht angewendet werden. Das Risiko einer Hypoglykämie kann durch Reduktion der Sulfonylharnstoff- oder der Insulindosis gesenkt werden. Patienten müssen auf das potenzielle Dehydrierungs-Risiko hingewiesen werden und Vorkehrungen

gegen Flüssigkeitsverluste treffen. Victoza ® soll während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Übelkeit, Durchfall; häufig: Erkältung, Bronchitis, Hypoglykämie, Anorexie, verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Schwindel,

erhöhte Herzfrequenz, Erbrechen, Dyspepsie, Oberbauchschmerzen, Obstipation, Gastritis, Flatulenz, abdominelles Spannungsgefühl, gastroösophageale Refluxkrankheit, abdominale Beschwerden, Zahnschmerzen, Ausschlag, Erschöpfung, Reaktionen an der Injektionsstelle,

Erhöhung von Pankreasenzymen (wie Lipase und Amylase); gelegentlich: Dehydrierung, Gallensteine, Entzündung der Gallenblase, Urtikaria, Juckreiz, Beeinträchtigung der Nierenfunktion, akutes Nierenversagen, Unwohlsein; selten:Anaphylaktische Reaktionen, Darmverschluss;

sehr selten: Pankreatitis (einschließlich nekrotisierender Pankreatitis). Verschreibungspflichtig. Novo Nordisk A/S, Novo Allé, 2880 Bagsværd, Dänemark. Stand: Juli 2017

Victoza ® ist eine eingetragene Marke der Novo Nordisk A/S, Dänemark.

Starke und anhaltende

HbA 1c

-Reduktion 2–13

Starke und anhaltende

Gewichtsreduktion 2–13

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36 Buntes

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 3 · 28. März 2018

+ + + Die nächste Ausgabe der diabetes zeitung erscheint am 25.April + + +

DDG NIGHT 2018 IN DER

ARMINIUSMARKTHALLE

BERLIN. Save the Date! Am Freitag, den

11. Mai, ab 19 Uhr findet die DDG-Night

im Rahmen des Diabetes Kongresses 2018

statt.

Bei der diesjährigen DDG-Night erwartet

Sie eine lebendige und interaktive

Entdeckungs-Tour. Die Atmosphäre

des Abends ist nicht kopierbar

und absolut unique.

Die Arminiusmarkthalle erlebt an

diesem Abend die ungewöhnliche

Mischung aus Berliner Markthallen-

Charme, schillernden Marktpersönlichkeiten,

regionaler Produktvielfalt

und dem Multikulti unserer Hauptstadt.

Bereits seit 126 Jahren kaufen hier die

Berliner ihre frischen Waren ein. Für die

DDG-Night verwandelt sie sich in einen

Ort, der jeden Gast zum Flanieren, Ausprobieren,

Entdecken, Netzwerken

und zum Entspannen einlädt. Alle

Marktstände haben ihr eigenes

Sitzplatzkonzert, wo Berlin authentisch

und aus den verschiedenen

Perspektiven erlebt wird.

Die Arminiusmarkthalle ist die

Referenz aller Berliner Markt-

hallen – das Original und eine der

schönsten Europas noch dazu.

Und das Beste daran: Wir haben sie an

diesem Abend ganz für uns allein!

Eintritt: 50 Euro / Studenten 30 Euro

Jetzt Eintrittskarte sichern unter:

www.diabeteskongress.de/programm/

rahmenprogramm/ddg-night.html

Auch tanzen hilft:

Wer nur eine Stunde

tanzt, wird

bis zu 400 Kalorien los.

www.fitforfun.de

»Wir hoffen dieses Jahr auf

500

Teilnehmer, das wäre Rekord!«

Prof. Dr. Jochen Seufert zum

Diabetes-Lauf 2018

LIVE-Konzert

der Sugar Daddies!

Benefizkonzert zum Kongress-Auftakt

Direkt im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung sind alle Besucher

des Diabetes Kongresses 2018 zu einem exklusiven Benefizkonzert der

Sugar Daddies eingeladen. Für das Konzert steht eine begrenzte Anzahl

an Tickets zur Verfügung – buchen Sie daher bitte rechtzeitig:

www.diabeteskongress.de/programm/rahmenprogramm/

benefizkonzert-get-together.html

Mittwoch, 9. Mai 2018

ab 18.15 Uhr im City Cube Berlin, Level 2

Eintritt: 10 Euro

Diabetes-Lauf 2018

Laufen und Gutes tun | Dieter Baumann heizt ein!

Übergewicht und Bewegungsmangel gehören zu den Hauptrisikofaktoren

für die Entstehung des Typ-2-Diabetes. Im Rahmen

des jährlich in Berlin stattfindenden Diabetes-Fachkongresses

der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) findet daher traditionell

am frühen Abend des Himmelfahrtstages am 10. Mai um

18.00 Uhr (Start vor dem City Cube) der 5-km-Diabetes-Lauf

statt, um neben den Kongressteilnehmern – Wissenschaftlern,

Ärzten und Diabetesberatern – auch die allgemeine Bevölkerung

zu mehr Bewegung zu motivieren.

Lauf-Legende Dieter Baumann gibt vor dem Start das Warm-Up

und Motivations-Tipps zum Durchhalten. Mit der Startgebühr

von mindestens 10 Euro unterstützen die Läufer Diabetes-Präventions-

und Aufklärungsprojekte. Die Berliner Schulen, die am

Vortag am ersten Schülertag #sugarwatch teilgenommen haben,

dürfen ohne Teilnahmegebühr dabei sein.

Jetzt zum Diabetes-Lauf 2018

anmelden und mitlaufen

10. Mai 2018 um 18.00 Uhr

www.diabeteskongress.de/programm/rahmenprogramm/diabetes-lauf.html

Warm-Up mit Dieter Baumann: 17.45 Uhr

+ + + Die nächste Ausgabe der diabetes zeitung erscheint am 25.April + + +

Fotos: © K. I. T./Foto: Deckbar; Arminiusmarkthalle, iStock/Happiestsim

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