Wirtschaftszeitung_26032018

hallomuenster

Macher &Märkte: Buchhandel

im Umbruch Seite 4-6

Branchen &Betriebe: Ein Schloss

wird zur Privatschule Seite 12/13

Leben &Wissen: In Lügde

rollen Osterräder Seite 20/21

DIE WIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

Ausgabe 2/18

Mit Beilage

Münsters Business

DER HAFEN

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Annegret Hewing

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Straußentaktik hilft nicht

Im Münsterland scheidet bis zum Jahr 2030 ein Fünftel der Erwerbstätigen altersbedingt aus dem

Berufsleben aus –und der Nachwuchs wird knapp. Kluge Personalplanung wird überlebenswichtig.

„Gute Zeiten bleiben nicht automatisch

gut.“ –Joachim Fahnemann,

Vorsitzender der Geschäftsführung

der Agentur für Arbeit

Ahlen-Münster, rät auf dem

konjunkturellen Zenit zur Vorsicht.

Denn der Arbeitsmarkt

wird die Unternehmen noch vor

große Herausforderungen stellen.

Gutausgebildete Kräfte werden nach

und nach in unterschiedlichsten Bereichen

so knapp sein, dass Firmen

die Nachfrage ihrer Kunden nicht

mehr erfüllen können. Im Münsterland,

so Fahnemann, scheidet altersbedingt

in den kommenden zwölf

Jahren ein Fünftel der sozialversicherungspfl

ichtig Beschäftigen aus

dem Erwerbsleben aus. In Zahlen:

Über 120 000 Männer und Frauen

arbeiten 2030 in der Region nicht

mehr mit, unter ihnen über 65 000

Fachkräfte. Und ausreichend Nachwuchs

ist nicht inSicht.

Die Lücke beim Fachkräftebedarf

wird wachsen,

denn die Arbeitskräftenachfrage

ist nach dem im

vergangenen Jahr höchsten

Stellenzugang seit 2011 auch aktuell

ungebrochen. Im vergangenen Jahr

meldeten die Unternehmen

im

Münsterland

40 691 offene

Stellen – mit steigender Tendenz. Die

neue Bundesregierung hat nicht ohne

Grund die Vollbeschäftigung als ein Ziel

in den Koalitionsvertrag aufnehmen können.

Weil das Angebot an neuen Mitarbeitern

sinkt, sind Unternehmen zu

einer langfristigen Personalplanung gezwungen,

und sie bemühen sich bereits,

Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden.

Ein Beispiel: Vor rund zehn Jahren lag

der Anteil der befristeten Stellen im Bestand

der Arbeitsagenturen im Münsterland

bei deutlich über 20 Prozent. Heute

beträgt die Quote noch 9,6 Prozent.

Die anhaltend gute Wirtschaftslage sollten

die Firmen in der Region unbedingt

nutzen, um sich aufdie Herausforderungen

von morgen einzustellen, unterstreicht

Joachim Fahnemann in einem

Gespräch mit dieser Zeitung. „Die Unternehmen

haben jetzt noch die Chance und

die Luft.“ Wersichsprichwörtlich wie Vogel

Strauß verhalte, verfolge eindeutig

eine falsche Taktik. Denn aufzuhalten ist

der Kräftemangel nicht, so der Leiter der

Agentur für Arbeit. An zwei Entwicklungen

kann die Behörde schon heute ablesen,

dass sich im

Münsterland die

Lagedeutlich verändert.

►Fortsetzung

auf

Seite 2

OFFEN GESAGT

Vorbeugen

Viele Unternehmen im

Münsterland sind gewarnt.

Sie wissen, dass es bald noch

schwieriger als heute sein

wird, auf Nachwuchs- und

Nachfolgefragen gute Antworten

zufinden. Wer soll es machen?

Wer packt mit an? Wer

steuert und organisiert? Und

diese Sorgen kommen als

dunkle Wolken ausgerechnet in

einer Zeit auf die Firmen zu, in

der der Konjunkturhimmel

hellblau strahlt, die Auslastung

in den allermeisten Betrieben

stimmt und mutig investiert

wird. Die ersten Anzeichen des

heranrückenden Fachkräftemangels

verderben bereits hier

und dort die Freude am derzeitigen

guten Geschäftsklima.

Es wäre deshalb falsch, die

Arbeitsmarktprognosen, wie sie

zum Beispiel von der Agentur

für Arbeit im Münsterland erstellt

werden, zu ignorieren.

Auch wenn aktuell noch die

Zahl der sozialversicherungspfl

ichtig Beschäftigten wächst,

der Rückgang aufgrund der demografischen

Einfl

üsse ist

schon jetzt absehbar. Angebote

wie die Rente mit 63 haben

dem Trend noch einmal Schub

gegeben.

Wenn das Münsterland auf

eine Vollbeschäftigung zusteuert,

heißt dies für die

Unternehmen, dass sie kaum

noch freie Kräfte auf dem

Markt finden werden. Der

Druck wächst, sich als Unternehmen

gut zu platzieren, um

im Wettbewerb um die besten

Köpfe vorne mitspielen zu

können. Vorbeugen heißt deshalb

die Devise.

wk

„Wirtschaft im Wandel“

Gute Beispiele für den Transformationsprozess können sich bewerben.

Ab sofort können sich Unternehmen

aus Nordrhein-Westfalen im

Wettbewerb „NRW-Wirtschaft im

Wandel“ bewerben. Gesucht werden

engagierte und kreative

Unternehmen, die den industriellen

Transformationsprozess des

Bundeslandes vorantreiben.

Ob traditionsreicher

Großkonzern oder

aufstrebender Mittelständler:

Mit dem

Wettbewerb „NRW-

Wirtschaft im Wandel“, der unter der

Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister

Prof. Dr. Andreas Pinkwart

4 198869 003501

2 0 0 1 3

steht, will die Initiative „Deutschland

– Land der Ideen“ den führenden

Unternehmen des Wandels eine öffentliche

Bühne bereiten und die Innovationskraft

des Standortes sichtbar

machen. Neben der Deutschen

Bank, die das Projekt von Anfang an

als regionaler Förderer unterstützt,

sind die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

PricewaterhouseCoopers

(PwC), die Organisationsberatung

Kienbaum und die Rheinische Post

Partner des Wettbewerbs.

Unternehmen, die den Transformationsprozess

bereits erfolgreich gemeistert

haben, können sich bis zum

6. April unter ww

w w.nrw-wirtschaft-

im-wandel.de bewerben. Die Gewinner

erhaltenimRahmen einer feierlichen

Preisverleihung eine Auszeichnung

von NRW-Wirtschaftsminister

Pinkwart.

„Die positiveResonanz der vergangenen

Wettbewerbsrunden hat uns gezeigt,

dass das kreative Potenzial von

Deutschlands größtem Bundesland

noch längst nicht erschöpft ist. Als

bundesweite Initiative richtet sich

unser Augenmerk selbstverständlich

auch darauf, wassich andereBundesländer

vonden Erfahrungen hinsichtlich

des Transformationsprozesses abschauen

können“, so UteWeiland, Geschäftsführerin

von Deutschland –

Land der Ideen.

Eine hochkarätige Expertenjury aus

Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und

Gesellschaft wählt unter allen Bewerbern

die 20 Preisträger aus. Zur Jury

zählen unter anderem Prof. Dr. Michael

Hüther, Direktor des Instituts

der deutschen Wirtschaft, und Dr.

JürgenGerdes, Vorstandsmitglied der

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2 MACHER &MÄRKTE

Die Kräfte bündeln

Arbeitswelt imWandel: Von Auswirkungen der Digitalisierung sind die Münsterland-Kreise und die

Stadt Münster unterschiedlich stark betroffen. Integration der Geflüchteten braucht einen langen Atem.

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Medien GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-804801

Redaktion: Claudia Bakker (verantwortlich)

Anzeigen

Anzeigenleitung: Herbert Eick, E-Mail: anzeigen@die-wirtschaft-muensterland.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann, Telefon: 0251 690-916162, Telefax: 0251 690-806190

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1,

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-215;

Auflage 17.000 Exemplare

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Kreis Borken

18,6 %

Kreis Steinfurt

13,2 %

16,6 %

9,8 %

Kreis Coesfeld

NRW: 15,6 %

Uminder guten Konjunktursituation

nicht den Anschluss

zu verlieren, stellen

die Firmen vermehrt

wieder Langzeitarbeitslose

und ebenso Menschen mit Handicap

ein. Fahnemann: „Der Druck wächst.

Hier kommt langsam Bewegung rein.Wir

sehen, dass die Chancen für diese Personengruppen

steigen.“ Die Unternehmen

können dabei übrigens auch auf die

Unterstützung aus der Agentur für die

Arbeit setzen. Der dortige Arbeitgeberservice

kann den Prozess der Qualifizierung

und Einstellung aktiv unterstützen

und bietet auch finanzielle Fördermöglichkeiten

an.

Laut Joachim Fahnemann reicht schon

der Blick auf die künftigen Schülerzahlen

aus, um zu sehen, welche Probleme

in den kommenden Jahren vermehrt auf

die Firmen zukommen. Sie werden es

auch schwerer haben, berufl

ichen Nachwuchs

für ihr Unternehmen zufinden.

Nach 2017 zeichnet sich für das laufende

Jahr erneut ein Überangebot an Ausbildungsstellen

im Münsterland ab. Dies

hängt nicht nur damit zusammen, dass

die Betriebe in der Region sich auf dem

Gebiet der Ausbildung überdurchschnittlich

stark engagierenund auf eine Ausbildungsbetriebsquote

von guten 27,5 Prozent

kommen (Deutschland 19,8 Prozent).

Sie merken, dass die Zahl der Bewerberinnen

und Bewerber zurückgeht.

Und die vor allem für Industrie, Handel

und Handwerk wichtigeduale Berufsausbildung

verliert zunehmend an Attraktivität

–bei Frauen übrigens noch stärker

als bei Männern. Eine Konsequenz der

Bildungserfolge. Mehrals neun vonzehn

Bewerberinnen und Bewerbern imJahr

2016/2017 besaßen einen Schulabschluss

und rund 20 Prozent sogar die

Anteil der Beschäftigten mit hohem

Substituierbarkeitspotenzial

Münster

Kreis

Warendorf

19,4%

Quelle: Bundesagenturfür Arbeit

Hochschulreife.

Bei der Beschäftigtenzahl glänzt das

Münsterland. Im Jahresvergleich2016zu

2017 (j

eweils Stand Juni) stieg die Zahl

um 15 384 beziehungsweise 2,55 Prozent

auf 619 029 an (NRW +2,27 Prozent).

Das verarbeitende Gewerbe liegt mit

139 104 Beschäftigen vorn, gefolgt vom

Handel (93 435), von Heimen und Sozialwesen

(52 515) und dem Gesundheitswesen

(50 988).

Joachim Fahnemann ging im Gespräch

ebenso auf die Arbeitswelt 4.0 ein. „Der

Anteil der Arbeitsplätze, der durch die Digitalisierung

beeinfl

usst wird, liegt im

Münsterland etwa auf Landesniveau. Es

gibt aber regional starke Unterschiede.“

Experten sprechen von Substituierbarkeitspotenzialen

und messen damit die

gegenwärtige und potenzielle Ersetzbarkeit

von Berufen durch den Einsatz von

Computern oder computergesteuerten

Maschinen. Es geht hierbei rein um die

technische Machbarkeit.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

bei der Bundesagentur für

Arbeit in Nürnberg hat auch für das

Münsterland dieses Potenzial ermittelt.

Es liegt für die Region etwa beim NRW-

Wert von15,6Prozent. Für Münster wurden

9,8 Prozent ermittelt –auch deshalb,

weil in der Stadt viele analytische und

interaktive Nicht-Routine-Aufgaben wie

beispielsweise Beratungsleistungen erfüllt

werden. Fahnemann: „Vereinfacht

dargestellt führt ein hoher Tertiarisierungsgrad

zu geringeren Substituierbarkeitspotenzialen.“

Die Wertefür dieKreise

liegen höher als in Münster. ImKreis

Warendorf sind über 19 Prozent der

Arbeitsplätze laut dieser Untersuchung

von der Digitalisierung beeinfl

usst. Mit

einem Jobverlust in dieser Größenordnung

ist dies aber nicht gleichzusetzen.

Digitalisierung wird inder Arbeitswelt

längst als Chance gesehen.

Mit Spannung wirdinden Unternehmen

darauf geschaut, ob eventuell gefl

üchtete

Menschen dazu beitragen können, dass

Firmen auch morgen noch genug Mitarbeiter

finden. Fahnemann warnt vor

Euphorie: „Die Hoffnung hat sich kurzfristig

jedenfalls nicht bewahrheitet.“ Bei

der Erstintegration stehe man noch am

Anfang. Ein Teil der Menschen nehme

jetzt eine Beschäftigung auf, viele absolvierten

aber weiterhin Sprachkurse und

Qualifikationsmaßnahmen, „Wir müssen

einen langen Atem haben, dann können

wir vonder Situation profitieren“, so der

Leiter der Arbeitsagentur.Die neuen Mitarbeiter

trügen dann noch Jahrzehnte

zur Wertschöpfung bei.

„Angesichts all dieser Herausforderungen

auf dem Arbeitsmarkt sollten wir im

Münsterland unsere Kräfte weiter bündeln

und uns gut organisieren“, so Joachim

Fahnemann.

wk

Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der

Agentur für Arbeit Ahlen-Münster

Foto: Dierk Hartleb

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MACHER &MÄRKTE 3

„Wille zur Einheit ist spürbar“

IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing wurde auf dem IHK-Jahresempfang

in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview plädiert erfür ein Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz.

Großer Bahnhof für Karl-Friedrich

Schulte-Uebbing: Über600 führende

Köpfe aus Wirtschaft, Politik und

Verwaltung aus dem gesamten

Münsterland und der Emscher-Lippe-Region

verabschiedeten jetzt im

Bildungszentrum der Industrie- und

Handelskammer Nord Westfalen mit

Standing Ovations den langjährigen

IHK-Hauptgeschäftsführer.

IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer

würdigte die vielfältigen Leistungendes

63-Jährigen, der fast vierzig

Jahre im Dienst der regionalen

Wirtschaft stand und zwölf Jahre

als Hauptgeschäftsführer Akzentesetzte.

Auch bei seiner Verabschiedung, zu der

unter anderem NRW-Wirtschaftsminister

Prof. Dr.Andreas Pinkwart und Hauptgeschäftsführer

des Deutschen Industrieund

Handelskammertags (DIHK), Dr.

Martin Wansleben, gekommen waren,

wurde Schulte-Uebbing immer wieder

als engagierter Verfechter der betrieblichen

Aus- und Weiterbildung charakterisiert.

Wenige Tage vordem Wechselinden Ruhestand

sprach Norbert Tiemann mit

dem scheidenden IHK-Hauptgeschäftsführer

über die Chancen des Münsterlandes,

über Infrastruktur-Projekteund über

eine Herzensangelegenheit –den „New

Park“ imnördlichen Ruhrgebiet.

Im Münsterland läuft aktuell ein

Markenbildungsprozess, an dessen

Ende ein Slogan für unsere Region

stehen soll. Welche Aussichten geben

Sie diesem Unterfangen eigentlich?

Schulte-Uebbing: Es ist wichtig, dass

jetzt alle an einem Strang ziehen, um

endlich eine gemeinsame Marke zu

schaffen, die auffällig signalisiert: Seht

her, das sind wir, dafür steht das Münsterland.

Die Politik hat eingesehen, dass

sich hier dringend etwas tun muss, damit

das Münsterland im Wettbewerb der Regionen

wahrnehmbar bleibt.

Was macht denn in Ihren Augen die

Region so attraktiv für Menschen?

Schulte-Uebbing: Es ist diese Gleichzeitigkeit

vonhoher Lebensqualität und hoher

Wirtschaftskraft. Sie spiegelt sich in

der Kultiviertheit der Landschaft wider,

in den gepfl

egten Gebäuden –von den

Schlössern über die Bauernhöfe und die

Wohnhäuser bis zu den Industriebauten.

Dazu gehört aber auch dieses ausgewogene

Nebeneinander und Ineinanderübergehen

von Stadt und Land. Oder –

wie es im Markenbildungsprozess heißt:

kultivierteste Landlust und ländlichste

Urbanität. Hinter Wallhecken sitzen Hunderte

industrielle Weltmarktführer, Familienunternehmen,

die mit der Region

noch fest verwurzelt sind.

Apropos hohe Lebensqualität und

Weltmarktführer. Als Sie 2006 als

Hauptgeschäftsführer nach Münster

gekommen sind, lautete eine Ihrer

ersten zentralen Botschaften: „Das

Münsterland ist eine Industrieregion.“

Haben die Menschen das

inzwischen akzeptiert?

Schulte-Uebbing: Grundsätzlich ja. Es

arbeitet ja hier mittlerweile auch ein größerer

Anteil der Bevölkerung in der Industrie

als etwa imRuhrgebiet. Und die

meisten haben es mitbekommen, dass

wir vorzehnJahren nur so gut durch die

Finanzkrise gekommen sind, weil wir

enorm wettbewerbsfähige Industrieunternehmen

haben. Dennoch ist das

Imageder Industrie noch nicht so, wie es

aufgrund ihrer Rolle als Motor der Wirtschaft

sein sollte; daher seit 2011 die Industrie-Akzeptanzoffensive.

Volles Haus: Über 600 Gäste kamen Mitte März zum Jahresempfang der IHK Nord Westfalen, indessen Mittelpunkt

die Verabschiedung von IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing stand.

Fotos: Gunnar A. Pier

Große Gelassenheit strahlte der scheidende IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing (hier im

Gespräch mit Moderator Dr. Norbert Tiemann) beim Jahresempfang aus.

Wiebeurteilen Sie eigentlichdie Zusammenarbeit

zwischen dem Oberzentrum

Münster und den Landkreisen?

Ist da nicht doch noch

deutlich Luft nach oben?

Schulte-Uebbing: Für mich ist auch

nach außen der feste Wille spürbar, als

Einheit unter einer Marke Münsterland

aufzutreten. Im Wettbewerb nämlich

kommt es nicht auf einzelne Städte und

Kreise, es kommt auf die Region an.

Münster braucht das Umland genauso,

wie die Kreise Münster brauchen, das ist

es ja gerade. Da sehe ich unsere führenden

Kommunalpolitiker aber auf einem

guten Weg.

Leider dauert die Umsetzung von

Infrastrukturvorhaben elendig lange

...

Schulte-Uebbing: Seit rund 50Jahren

reden wir im Münsterlandvon einer Verbesserung

der West-Ost-Verbindungen,

also über die B67n zwischen Bocholt und

der A43bei Dülmen und über die B64n

zwischen Münster und damit dem Münsterland

und der Region Bielefeld/Ostwestfalen.

Endlich besteht bei der B67n

Baurecht für den letzten Lückenschluss

zwischen Reken und Dülmen. Aber bei

der ebenso wichtigen B64n kommen wir

in den letzten 50 Jahren über Variantenuntersuchungen

nicht hinaus. Das ist einfach

zulange. Eine frühzeitigere Bürgerbeteiligung

oder Einsparungen auf dem

gerichtlichen Instanzenweg –das alles

könnte ein Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz

leisten. Aber auch in den

Fachverwaltungen selbst könnten Fristen

vorgegeben werden. Einzelne Planungsschritte

würden so zeitlich verbindlicher

und zuverlässiger anstelle eines offenen

Endes.

Was würden Sie, auf vier Berufsjahrzehnte

zurückblickend,als große

Enttäuschung und auch als großen

Erfolg Ihrer Arbeit verbuchen?

Schulte-Uebbing: Es wird Siewundern,

aber bei Erfolg undMisserfolg handelt es

sich um ein und dasselbe Projekt: der

New Park. Schon in den neunziger Jahren

hatte ich angesichts der hohen

Arbeitslosigkeit im nördlichen Ruhrgebiet

für den Bereich Datteln/Waltrop ein

modernes neues Industriegebiet in die

Diskussion gebracht. Allerdings steht auf

dieser Flächebis heutenochkeinBagger.

Das fällt also in die Rubrik „Hat bisher

nicht geklappt“. Allerdings: Das Projekt

hat nach dem zwischenzeitlich drohenden

endgültigen Aus neuen Rückenwind

bekommen. Die beteiligten Kommunen

und die Landesregierung tun alles dafür,

den inzwischen angepassten Plan für den

New Park umzusetzen. Es ist also inzwischen

bei den politischen Entscheidern

unstrittig, dass das Ruhrgebiet und NRW

den New Park brauchen. Leider hat das

fast 22Jahre gedauert.

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4 MACHER &

Ein neuer „Harry Potter“ täte all

Der stationäre Buchhandel im Münsterland steckt mitten im Wandel, behauptet sich aber mit einer

Fülle von kreativen Ideen. Unsere Autorin Maike Harhues hat sich auf Spurensuche begeben.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlen:

Der tobt zumindest im stationären

inhabergeführten Buchhandel im

ländlichen Bereich des Münsterlandes.

„Die Bedingungen sind einfach

zu unfair: Amazon spart sich die

Steuern und behandelt und bezahlt

seine Mitarbeiter schlecht“, klagt

Franz-Josef Janning in Havixbeck.

Der Buchhändler hört sich vielleicht

frustriert an, doch der 61-Jährige

liebt seinen Beruf. Und setzt dem Versende-Riesen

seine persönliche,

fachlich fundierte Beratungskompetenz

entgegen: „Wie soll ein Unternehmen,

dessen meistverkaufter Artikel

ein HDMI-Kabel ist, eine dezidierte

Buchempfehlung geben können?“,

fragt sich der Fan skandinavischer

Krimis.

Janning ist nicht nur seit 33 Jahren

Buchhändler, sondern

nimmt auch seinen Kulturauftragsehr

ernst. So fördert er besonders

Autoren der Region:

„Bei einer Lesung von Stefan Holtkötter

aus einemseinerMünsterland-Krimis haben

wir ihm Dreiviertel seiner Aufl

ageabverkauft“,

schildert Janning, dessen

Buchhandlung mit seinem dreiköpfigen

Team oft zum Kulturort wird. Besucht

hauptsächlich vonder Generation 40plus.

„Die Kunden werden schon älter, einer

unserer meistverkauften Titel inden vergangenen

zwölf Monaten ist eine umfassende

Vorsorgemappe für den Krankenhausaufenthalt“,

berichtet Janning. Unter

den 13 000 im Havixbecker Ladenlokal

vorgehaltenen Titeln nicht gerade der,

mit dem der Buchhändlerdie Generation

Kulturort inHavixbeck: Buchhändler Franz-Josef Janning mit Mitarbeiterin Ruth Alfert

(l.) und Buchhändlerin Michaela Holtkötter fördern regionale Autoren. Foto: Stefan Treiling

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WhatsApp in den Laden lockt. „Selbst zu

den klassischen Anlässen Kommunion

und Firmung werden kaum noch Bücher

verschenkt –vor zehn bis15Jahren wurden

wir zu solchen Anlässen praktisch

überrannt“, erinnert sich Janning. Das

Phänomen „Harry Potter“ hätte sich bedauerlicherweise

nicht wiederholt. Und

auch die Fachbuchsortimente hätten an

Relevanz eingebüßt, sagt einer, der sein

Rüstzeug in der ehemaligen Regensbergschen

Buchhandlung in Münster zusammen

mit 20 anderen Azubis in einem

Paradies von Fachliteratur erlernt hat:

„Eine bahnbrechende Operation in Japan

steht eine Stunde später als Video im

Netz. Früher hätte esein Jahr gedauert,

darüber das Fachbuch zu verfassen“, erläutert

der Buchhändler, der bis vor einigen

Jahren auch in der Fachklasse für

Buchhändler an der Berufsschule in

Münster unterrichtet hat, als es diese dort

noch gab.

Dabeiist es nicht so, dass seineBuchhandlung

von der digital-nerdigen Jugend

nicht zu erreichen wäre, denn Janningbetreibt

sogar einen eigenen Online-Handel:

„Da guckt doch keiner drauf. Amazon

ist in den Köpfen zu sehr verankert.“ Und

dem eBook bescheingt Janning eher abnehmenden

Erfolg, obwohl es beispielsweise

für die Reise ganz praktisch sei.

Aber: „Wer will dennschon 600 Seiten auf

so einem Silberling lesen?“, lautet die rhetorische

Frage des Fachmanns.

Nein, das haptische Buch sei bei der ohnehin

hauptsächlichweiblichen Kundschaft

weiterhingefragt, erst recht, wenn dieLeseempfehlung

von Michaela Holtkötter

kommt. Die 31-Jährigeist Jannings designierte

Nachfolgerin und ein echter Lesejunkie:

„Sie schafft zwei, drei Bücher pro

Woche und kann dann sehr qualifiziert

beraten.“

Weniger die buchhändlerische Beratung,

sondern das Kulturereignis selbst haben

die „Skulpturen Gebrauchsanweisung“

vonAutor und WN-Redakteur GerdHeinrich

Kock aus dem Aschendorff Verlag

nicht nur in Havixbeck mit 150, sondern

auch bei Poertgen-Herder in Münster mit

3600 verkauften Exemplaren zu einem

echten regionalen Bestseller gemacht.

Ein absoluter Ausnahmefall, denn: „Unsere

Bestseller werden von unseren Buchhändlern

gemacht“, ist Andrea Geiger,

Bereichsleiterin der Buchhandelskette

Thalia, zu der seit 1996 auch die Traditionsbuchhandlung

Poertgen-Herder gehört,

sich sicher. „Dieses Buch hat mich

berührt, es hat mich zum Weinen gebracht,

es war sospannend, ich musste

die ganze Nacht durchlesen –das sind

Empfehlungen, nach denen unsere Kunden

kaufen.“ Wenn Buchhändlerin Annett

Ziegler –„Ich mag Spannung zwischen

den Seiten“ –aus der Krimi-Abteilung

von Poertgen-Herder ein Buch mit

fünf Sternen prämiert, dann ist es ein Hit,

weiß ihr Chef Paul Deppen.Und nutzt die

Buchempfehlung seiner Angestellten für

neue Wege zum Kunden: Omni Channel

heißt unter anderemdie Verknüpfungder

Buchempfehlung auf die Thalia-APP des

Kunden. „Schwört ein Kunde auf die

Buchempfehlungen von Frau Ziegler,

kann er sich jedes Mal, wenn ein neuer

Tipp seiner Buchhändlerin des Vertrauens

erscheint, eine Nachricht auf sein

Smartphone pushen lassen, wenn er denn

möchte. Und ich sageIhnen:FrauZiegler

liest viel“, erklärt der Filialleiter.

Das Unternehmen Thalia betreibt in

Deutschland, Österreich und der Schweiz

290 Buchhandlungen und beschäftigt

5000 Mitarbeiter –davon allein 250 am

E-Commerce-Standort und im Serv

ice-

Center in der Speicherstadt in Münster-

Coerde und 120 inden fünf Thalia-Filialen

der Region in Münster,Rheine, Ibbenbüren

und Coesfeld.

Die Popularität und Finanzstärke des

Unternehmens tragen starkdazubei, dass

es leicht gelingt, große Autorennamenfür

Echte Schätze: Peter Seiler und Andrea Scheidemann wurden 2017 mit ihrer

vom Bundeskultusministerium schon zum zweiten Mal inFolge als „hervorra

handlung“ ausgezeichnet.

Lesungen nach Münster zu locken: „Die

Lesung vonMartin Walker warein Event,

zum Schluss ging es sogar noch um seine

persönlichen Lieblingsrezepte“, erinnert

sich Deppen. Überhaupt büße die klassische

Lesung stark an Popularität ein:

„Food-Events rund umvegetarisches Essen,

Pralinen, Gin und Bier mit entsprechender

Literatur sind Erfolgsgaranten“,

erläutert Deppen, dessen Haus auch Partnerbuchhandlung

des Deutschen Katholikentages

im Mai ist.

Trotz der Thalia-Unternehmensgröße

setzt die Firmenphilosophie sehr auf die

Kompetenz des einzelnen Buchhändlers;

und das ist nicht nur vonoben oktroyiert.

Einer der Miteigentümer,Verleger Manuel

Herder, proklamierte angesichts der

Übernahme von

Thalia aus den

Händen von Finanzinvestor

Advent

International

im Juli 2016,sein

Unternehmen stehe

„wie kaum ein

anderes für den

Erhalt der innerstädtischen

Lesekultur,

die den Menschen in den Mittelpunkt

stellt“. Und diesesKonzept ist gerade

in der im Kulturleben der Westfalenmetropole

stark verankerten Buchhandlung,

die im vergangenen Jahr ihr 125-

jähriges Jubiläum feierte, an der Salzstraße

zwischen den 100000 vorgehaltenen

Titeln deutlich zu spüren. „Wir bekommen

nur ein ganz geringes festes Sortiment

–etwa zehn Prozent der Bücher –

von der Zentrale, jeder unserer Abteilungsbuchhändler

bestellt seine Bücher

selbst. Die, die er sehr schätzt und nach

dem Vertiefen ins Leseexemplar für gut

befundenhat, aber natürlich auch die, die

sich gut verkaufen lassen“, erläutert Deppen.

Buchhändlersei ebenauch ein kaufmännischer

Beruf, das vergesse so mancher

Träumer,dessen Bewerbung Deppen

auf den Tisch bekomme und der glaube,

der Beruf bestehe hauptsächlich aus Bücherlesen.

Nachwuchssorgen habe er

nicht, aber: „Früher hatte ich 50 Bewerbungen

für eine Azubi-Stell

es 20, immer wichtiger für de

Sozialkompetenz.“ Zudem se

rade für die junge Generatio

händler-Job wieder zu einem

nenden Beruf geworden: „M

nikaffinität verknüpfen vor

jungen Mitarbeiter die Le

Twitter und Instagram –ich

ja eher so die Generation

räumt Deppen ein, der Poe

seit 25 Jahren leitet.

Ebenfalls in ihren Auszubil

die Eigentümer der Kinderbuchhandlung

Schatzinsel,

und Andrea Scheidemann,

das Kulturgut Buchmit der d

zu verknüpfen. Und die We

turbl

te d

inseleinen

Even

an.

vom

lag,

kann

große

rezen

Netz in der Generation Z, für

talen Medien eben nicht nur

sondern auchLebensraum si

und im Verlag extra eine

Schnittstelle zur Bloggerwe

hat. Im Rahmen ihrer Ausbi

Schatzinsel sollte die angeh

händlerin Johanna Deseniß

staltung planen –ein Blog

den Räumen der Schatzins

Annäherungfür beideSeiten

ler Peter Seiler, der seit 200

mit Kollegin Andrea Sche

sechsköpfigen Team die Sch

treibt, erklärte Buch- und V

und ließ die Bloggerinnen –

ren nur als Begleitung dabe

Kulissen der Buchhandlung

erfolgreiche Buchbloggerin

für den Carlsen-Verlag au

Frankfurt als Messebloggeri

war, erklärte,was in ihrem J

belohnt wird. „Wir beobach

„Wir beobachten die Blogger-Szene

sehr genau, denn mit ihren Buchbesprechungen

ist sie ein wichtiger

Impulsgeber für unsere Kunden.“

Buchhändler Peter Seiler

Bestseller werden von Buchhändlern gemacht: Poertgen-Herder-Filialleiter P

und Andrea Geiger (Thalia-Bereichsleiterin) setzen stark auf individuelle Bera

tenz ihrer Abteilungsbuchhändler

Fot


MÄRKTE 5

en gut

Schatzinsel

gende Buch-

Foto: Schatzinsel

, heute sind

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denen sehen

und Jugend-

Peter Seiler

die Chance,

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lt der Literagger

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die die digi-

Arbeitswelt,

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ldung in der

ende Bucheine

Veranger-Event

in

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3zusammen

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nunterwegs

ob mit Erfolg

ten die Blog-

aul Deppen

tungskompeo:

Maike Harhues

ger-Szene sehr genau, denn mit ihren

Buchbesprechungen ist sie ein wichtiger

Impulsgeber für unsere Kunden“, betont

Seiler. Trotzdem zieht der auch ehrenamtlichstarkinder

SacheBuch Engagierte

seine echten Schätze nicht im digitalen

Netz an Land. „Wir beschäftigen uns sehr

intensiv mit den Publikationen kleinerIndie-Verlage.

Und so habe ich auch mein

derzeitiges Kinderlieblingsbuch über das

Schneeseekleerehfeedrehzehweh von

Franz Fühmannentdeckt–ich bekomme

unglaublich viel Feedback vonKindern,

die sich kaputtlachen, wenn

die Eltern sich beim Vorlesen

die Zunge verknoten

bei diesem Wort mit den unzähligen

E-Buchstaben“, so

Seiler über ein Kleinod kinderliterarischer

Sprachkultur.

Die Förderung kleiner unabhängiger

Verlage ist nicht nur eine

Herzensangelegenheit der beiden

Schatzinsel-Inhaber, sondern Teil des

besonderen Konzeptes, für

das das kleineHaus im Herzen

Münsters schon zum

zweiten Mal in Folgeals „hervorragende

Buchhandlung“

ausgezeichnet wurde und den

Deutschen Buchhandlungspreis

des Kultusministeriums erhielt.

Das Preisgeld verschafft den

Buchhändlern ein wenig Luft

für ihr ambitioniertes Lesungsund

Kulturprogramm, auch mit

prominenten Autoren. Die Kontakte

zu den Verlagen zur

Terminierung solcher Lesungen

knüpften und intensivierten

die Buchhändler

aus Münster auch in diesem

Jahrwieder auf der Leipziger

Buchmesse. „Für die Lesungmit

AndreasSteinhöfel

aus ,Rico, Oskar und das

Vomhimmelhoch‘ haben wir

mit dem Schloßtheater kooperiert“,

berichtet Seidel. Weiteres

Engagement fl

ießt in die

Leseförderung. „Es ist schon

sehr berührend, wenn wir zum

Welttag des Buches viele Schulklassen

durch unsere Räume

führen und merken, dass einige

Kinder hier zum ersten Mal mit

,Ich schenk Dir eine Geschichte‘ ein eigenes

Buch bekommen“, erzählt Seidel,

der seit einigen Jahren als Jurymitglied

den münsterischen Vorlesewettbewerb

mitprägt.

Doch wirtschaftlich profitiert

die Schatzinsel hauptsächlich

vom Bildungsbürgertum, das

samstags als ganze Familie

während des Shoppingtrips

ganz in Ruhe Zeit in der

Buchhandlung verbringt

und für jedes Familienmitgliedein

Buch

ersteht – eine ausgesuchte

Belletristikabteilungfür

dieErwachsenen

ist nämlich das Steckenpferd

von Andrea Scheidemann.

Und dieses aufgeklärte

Kundenklientel

kommt nicht

nur in die Buchhandlung,

weil es die

freundliche Beratung

schätzt, sondern weil

es ausdrücklich den

stationären Buchhandel

und die Innenstädte stärken

will. „Diese Kundenintention beim Bücherkauf

hören wir natürlich auch oft und

immer wieder gern“, pfl

ichtet Paul Deppen

von Poertgen-Herder bei. „Aber ich

glaube, die anderen Kunden, die zu Amazon

abgewandert sind, von denen hören

und sehen wir eben einfach gar nichts

mehr.“

Maike Harhues








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Es geht um die Existenz

Die Geschichte des Buchhandels gewinnt selbst romanhafte

Züge: In die Idylle von scheinbar immerwährender

Leselust und in Stein gemeißelter Preisbindung brechen

mit Online-Handel und schwindendem Spaß am Schmökern

dunkle Mächte ein. Sie rütteln an nichts Geringerem als an

den Säulen einer Branche, die, einer Kathedrale gleich, für

hohe Kultur und einen tiefen Fall stehen kann. Neue Helden,

die diese Bedrohung einzudämmen vermögen, müssten

mindestens in Drachenblut gebadet haben. Oder es verlangt

erneut nach einem Zauberlehrling, der dem Handel mehrere

Buch-Folgen lang wieder magische Momente mit brillanten

Bilanzen verschafft.

Wem diese Story zuschwülstig oder hypothetisch ist, kann

ins Sachbuch wechseln: Doch auch dort türmen sich Fakten

auf, die manchen Buchhändlern wache Nächte bescheren

dürften. Denn sie spüren es längst –die Handelsware Buch

macht es einem Logistik-Riesen, der alles verkauft, was in

Kartons passt, besonders einfach. Der Frust darüber, dass

Amazon dann auch noch das Gemeinwesen erheblich um

Steuern prellt, ist gerade bei Buchhändlern verständlich,

denn für sie geht es um die nackte Existenz.

Der Tragödie letztes Kapitel wird für die stationären Händler,

trotz aller Umbrüche, aber wohl nicht eingeläutet. An

guten Standorten, wie der Bildungs-Metropole Münster,

brummt die Branche. Wenn das Profil geschärft, das Portfolio

um Produkte erweitert wird, die zum lokalen Umfeld

passen, findet der Kunde auch noch in den Laden. Dies ist

ebenso der Fall, wenn das Buch in eine Inszenierung eingewickelt

wird, die von der Autorenlesung bis zur Gin-Degustation

reichen kann und das bedruckte Papier in ein gesamtsinnliches

Erlebnis verwandelt.

Für die Einzelkämpfer-Buchhändler auf dem platten Land

dürfte jedoch auch die Umsatzkurve fl

acher werden. Dass

die Geschäfte selbst einen Online-Shop mit Top-Service bereithalten,

ändert aber kaum etwas daran, dass beim Online-Kaufen

die Maus wie von magischen Händen bei einem

Marktführer landet.

Um das zu ändern, bräuchte eswirklich jemanden des Kalibers

von Harry Potter. Der könnte gleich das größte Problem

der gesamten Branche mit „disapparieren“ lassen: dass

eine Generation droht, in der die Leselust der Muggel vom

dunklen Lord der Digitalisierung weggezaubert worden ist.

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6 MACHER &MÄRKTE

„Preisbindung ist ein Segen“

Anja Bergmann, Regionaldirektorin NRW beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, ist überzeugt

davon, dass individuelle Konzepte und Kundenansprache vor der zunehmenden Konzentration schützen.

„Da ist die Branche nun inder

Pflicht, spannende Angebote zu

machen.“

Anja Bergmann

Wenn die Buchhandlungen,

ob inhabergeführtoder

Filialstandort,

ihre Zielgruppe

im Blick behalten und

über Beratung hinaus das Buch zum Erlebnis

machen, haben sie gute Chancen,

sich in Zeiten wachsenden Online-Handels

zu behaupten. Davon ist Anja Bergmann,

Regionaldirektorin NRW beim

Börsenverein des Deutschen Buchhandels,

überzeugt. Im Gespräch mit unserer

Autorin Maike Harhues bricht die Branchenvertreterin

zugleich eine Lanze für

die Buchpreisbindung, die wichtiger

denn je sei.

Was fürchtet Ihre Branche mehr:

die Herausforderungen durch Online-Versender

wie Amazon und die

fortschreitende Konzentration

auch im stationären Handel oder

die Tatsache, dass mit den Digital

Natives eine Generation heranwächst,

deren Konzentration beim

Lesen womöglich schon mit der Länge

einer Twitter-Nachricht endet?

Anja Bergmann: Große wie kleine

Buchhandlungen haben bereits eigene

Online-Shops, da ist die Buchbranche

einen Schritt weiter als andere Einzelhandelsbereiche.

Möglich macht das

unter anderem die vergleichsweise einfache

Anbindung

an eingeführte

Systeme wie Warenwirtschaftund

die White-Label-

Shops der Barsortimente

(das sind

die Großhändler

im Buchhandel).

Individuelle Konzepte

und Kundenansprache schützen

vor der zunehmenden Konzentration;

das heißt, wenn mein Laden vor Ort gut

vernetzt ist, die Zielgruppe passgenau

anspricht, gute Beratung und vielleicht

noch Zusatzangebote wie Veranstaltungen

oder Nonbooks im Programm hat,

dann ist weder die Konkurrenz vor Ort

noch online zu fürchten. Klar, die Texte

sind kürzer,man vermutet eine Abnahme

der Konzentrationsfähigkeit. Waswir beobachten,

ist vorallem eine Verschiebung

der Mediennutzungszeit. Das Vertiefen

in Geschichten wird schwieriger, weil

mehr Ablenkung durch Smartphone und

Co. da ist. Da ist die Branche nun in der

Pfl

icht, spannende Angebotezumachen.

Wo genau liegen die Chancen der

stationären Buchhandlungen

gegenüber dem Online-Riesen Amazon?

Bergmann: Buchhandlungen müssen

ihreZielgruppe kennen, das gilt für inhabergeführte

wie für Filialunternehmen.

Auf diese Zielgruppe hin muss ich mein

Sortiment und mein Zusatzangebot gestalten.

Große Häuser haben vielleicht

mehr Schlagkraft im Marketing, kleine

dafür die individuellere Ansprache. Lesen

ist eine Kompetenz, die besonders im

Zusammenhang mit den neuen Medien

wichtig ist.

Bilden Münster und das Münsterland

eine Region, in der Verlageund

Händler ein günstiges Umfeld finden?

Bergmann: Die Haushalte imMünsterland

haben eine deutlich höhere Kaufkraft

als der Durchschnitt des Bundeslandes.

Ein Grund hierfür ist die niedrige

Arbeitslosigkeit in der Region. Lediglich

die Stadt Münster befindet sich leicht darunter.ZweiFaktoren

können dies erklären:

Zum einen leben in der Stadt viele

Studenten, die tendenziell ein geringes

Einkommen beziehen. Zudem weist die

Stadt Münster einen hohen Anteil an Ein-

Personen-Haushalten auf, wodurch die

Kaufk

raft je Haushalt niedriger ist als in

anderen Regionen. Vergleicht man das

wiederum mit der Kaufk

raft für Bücher,

überrascht, dass die doch hoch ist. Das

liegt am Uni-Standort, ganz klar.ImUmfeld

vonHochschulen finden Verlageund

Buchhandlungen immer günstige Bedingungen.

In den kleineren Orten tragen

Buchhandlungen oft viel zum kulturellen

Leben bei, sind manchmal einziger Veranstalter

vor Ort –auch günstige Bedingungen.

Wie viel Prozent der Buchhändler

lassen sich durch Sie vertreten und

wobei hilft diesen Ihr Verband konkret?

Bergmann: Im Buchhandelist der Organisationsgrad

hoch, ich schätze bei 90

Prozent. In NRW sind rund 800 Buchhandlungen

bei uns Mitglied und 300

Verlage. Sie erhalten bei uns Unterstützung

im Alltagsgeschäftdurch Beratung,

Merkblätter oder Fortbildung zubranchenspezifischenThemen,

wir kümmern

uns um die Nachwuchsgewinnung und

-qualifikation, vermitteln Nachfolger und

andere Partner. Das Netzwerk, das wir

bieten, schafft Anregungen und Synergien.

Wir sind außerdem die Lobbyvertretung

derBranche in Richtung Politik,

und durch das besondere Gebilde,

dass wir alle Partner vereinen, das heißt

Hersteller/V

erlag, Zwischenhandel und

Händler/Buchhandel, besonders schlagkräftig.

Anja Bergmann ist Regionaldirektorin NRW beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Wiegroßsind die Nachwuchssorgen

in der Branche? Ist Buchhändler angesichts

zunehmender Digitalisierung

ein Job mit Nostalgiecharakter?Was

ist in Ihren Augen diewichtigste

Fähigkeit eines guten Buchhändlers

Bergmann: Das Berufsbild wurde 2011

aktualisiert und an die neuen Gegebenheiten

angepasst. Man lernt in der Ausbildung

mehr als Bücher abstauben und einsortieren,

wenn Sie das meinen. Beratungskompetenz,

Marketing, E-Commerce,

Projektarbeit, Veranstaltungsmanagement,

das sind nur einige Aspekte,

die ich hier herausstellen möchte. In meine

Augenmuss ein Buchhändler offen für

Neues sein, ein Gespür für Trends besitzen.

Aber zuallererst ist es natürlich ein

kaufmännischer Beruf mit all seinen Facetten.

Mit welchem Rezept kann die Branche

die Leselust wieder ankurbeln,

wie dem Leser das Kulturgut Buch,

das er gedruckt in Händen hält und

in dem er als sinnliches Erlebnis

blättern kann, wieder schmackhaft

machen? Ist Tolino eine echte Alternative

zum gedruckten Produkt?

Bergmann: „Ich lese so gerne“ oder „Bücher

riechen so gut „– darauf kann sich

der Buchhandel sicher nicht mehr berufen.

Man muss das Lesen zum Erlebnis

machen, sei es durch die Ladengestaltung,

durch Veranstaltungsangebote, wie

kreative DIY-Nachmittage, Kino zum

Buch, Buchpartys, „Einschließen und Genießen“.

Sicher ist es schwierig, Jugendliche

in den Laden zu holen. Aber da bieten

wir vom Verband auch Unterstützung,

etwa inForm des Vorlesewettbewerbs

oder des Welttags desBuches. Und

ob auf Papier oder elektronisch gelesen

wird, muss ja der Kunde entscheiden, das

Kulturgut Buch verstehe ich medienunabhängig.

Lesegeräte wie der Tolino, beziehungsweise

eben elektronische Bücher

haben mittlerweile die gleiche Käuferstruktur

wie der klassische Leser.Oder

sollte ich sagen: Leserin, denn es ist vor

allem die Frau mittleren Alters, die Bücher

kauft, sei es gedruckt oder digital.

Sehen Sie die Buchpreisbindung

mehr als Segen oder als Fluch?

Bergmann: Die Buchpreisbindung ist

wichtiger und aktueller denn je. Sie ist

wesentliche Grundlage für kulturelle

Vielfalt, hochkarätige Bildung und Wissenschaft

und ein breites Meinungsspektrum

in unserer Gesellschaft. Gebundene

Preise schützen das Kulturgut Buch und

sind Garant für Qualität und Vielfalt auf

dem Buchmarkt. Die Preisbindung gewährleistet

nicht nur einfachen Zugang

der Menschen zu Büchern und Medien

durch ein weltweit vorbildliches Netz an

Buchhandlungen. Sie fördert auch ein

breites und vielfältiges Angebot an Büchern

durch eine Vielzahl von Verlagen.

Die Buchpreisbindung garantiert auch,

dass Bücher in Deutschland im Durchschnitt

günstiger sind: Es ist erwiesen,

dass in Ländern ohne Preisbindung Bücher

im Schnitt teurer sind alsinLändern,

in denen Bücher preisgebunden sind. Damit

ist die Preisbindung eindeutig Segen

statt Fluch!

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MACHER &MÄRKTE 7

Betriebliche Prozesse

werden „schlank und grün“

Die Handwerkskammer Münster überzeugt immer mehr Betriebe, einen „Green &Lean-Check“ zu

machen. Wer Prozesse effizienter gestaltet, hat einen Wettbewerbsvorteil.

„Lean &Green“ –schlank und grün.

Das hört sich ein bisschen nach Öko

an. Nicht nur, denn es handelt sich

um einen Check, der Betriebe dabei

unterstützt, Potenziale für Verbesserungen

zuerkennen, diese umzusetzenund

nachhaltig –auch unter ökologischen

Aspekten – zu produzieren.Mithilfe

des Checks werden

vier Bereiche

untersucht: Lean (Verschlankung),

Green

(effizienter Einsatz von

Ressourcen), Smart Factory/4.0 (Digitalisierung)

und ChangeManagement (Organisationsstruktur)

–Zukunftsthemen,

die heute schon aktuell sind. „In diesen

Bereichen wollen wir Betriebe dafür sensibilisieren,

Prozesse effizienter zu gestalten

und Wettbewerbsvorteile zu erzielen,“

sagt Thomas Melchert, stellvertretender

Geschäftsführer der Handwerkskammer

Münster und Projektleiter.

Das Ziel: 140Checks bis zum Projektende

in 2019.

Den Schwerpunkt der Beratung sieht

Melchert darin, Abläufe schlanker und

die Produktion insgesamt nachhaltiger

zu gestalten. Das könnten schon Dinge

sein, von denen man annimmt, dass sie

ganz einfach zu ändern sind. Zum Beispiel

Material-Optimierung durch Reduzierung

vonHolzverschnitt in Tischlereien.

Oder ganz allgemein die Einsparung

von Energie durch entsprechende Konzepte.

Oder mehr Teamarbeit durch Veränderung

in der Organisationsstruktur.

„Die Betriebe wissen das und wollen auch

etwas ändern,“ sagt Melchert. Oft sei einfach

ein kleiner Anstoß notwendig, um

einen Veränderungsprozess in Gang zu

setzen. Dann kommen unabhängige Berater

mit dem Check „zum Einsatz“.

Die meisten Betriebe, die sich für den

Check entscheiden, nutzen bereits Service-

und Beratungsleistungen der Kam-

Die Borkener Tischlerei Gesing Objekteinrichtung ist der 50. Betrieb, der den Lean &Green-Check des Netzwerks GEP mitgemacht hat. Tischlermeister Ulrich

Gesing (3.v.l.) nimmt die Urkunde von Thomas Melchert, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer (3.v.r.), entgegen. Zur erfolgreichen Teilnahme

gratulieren jetzt bei einem Treffen in Borken (v.l.) die „Check-Partner“ Bert Heijenk und Jeroen Rouwhof (Stodt Toekomsttechniek), Burchard Kneilmann und

Björn Tweesmann (Unity AG).

Foto: HWK/ Teamfoto Marquardt

mer. Sohörte die Firma „Metalltechnik

dkon“ auf der Hannover-Messe Industrie

von dem „Lean &Green“-Angebot. Das

Unternehmen aus Lengerich ist Spezialist

für Maschinenverkleidungen (sogenannte

Schutz-Einhausungen oder Maschinenkarosserien)

und wolltedie Produktionsabläufe

verbessern. „Wichtige

Baustellen bei uns warendie Arbeitswege

und die Ordnung am Arbeitsplatz“,

sagt Firmenchef Ralf Miethe. Der Check

brachte wertvolle Verbesserungsvorschläge,

„Einiges wurde schon umgesetzt.

Es sei entscheidend,die Mitarbeiter

in die Prozesse einzubeziehen, Klar ist:

Wir wollen niemanden ersetzbar machen,

sondern allen ihre Arbeit erleichtern.“

Das bestätigt Thomas Huesmann, geschäftsführender

Gesellschafter der Firma

Upmann Verpackungsmaschinen in

Rheine. Das Unternehmen sah Handlungsbedarf

in der Organisation, der

durch den Checkbestätigt wurde. Mithilfe

des Umsetzungsprojekts wurden Verantwortlichkeiten

neu festgelegt und die

„Wichtige Baustellen bei uns

waren die Arbeitswege und die

Ordnung am Arbeitsplatz.“

Ralf Miethe

Teamarbeit verbessert. „Wir haben alle

Mitarbeiter aufgefordert, sich einzubringen

und Vorschläge zu machen,“ sagt

Huesmann, und er freut sich sehr über

die große Resonanz.

„Green“ ist der weltweit exportierende

Handwerksbetrieb mit seinen 110 Mitarbeitern

seit einiger Zeit verstärkt unterwegs.

Bei Verpackungen sei ein Wandel

von Plastik zu Papier zubeobachten, der

Kunststoffanteil werde geringer, erläutert

Thomas Huesmann. Eine Herausforderung,

für die das Unternehmen, das

Verpackungsmaschinen hauptsächlich

für den Agrarbereich herstellt, sehr gut

aufgestellt ist.

Im Gespräch mit einem Unternehmensberater

der Handwerkskammer wurde

Tischlermeister Ulrich Gesing aus Borken

auf den „Lean &Green-Check“ aufmerksam

und zugleich „neugierig auf die

Informationen und Verbesserungen, die

durch diesen Checkmöglicherweise aufgezeigt

werden“.

Gesing Objekteinrichtung ist der 50. Betrieb,

der den Check mitgemacht hat.

Jetzt wird das Unternehmen die Auftragsbearbeitung

optimieren, ein Organigramm

erstellen, die Druckluftanlage

den tatsächlichen Bedürfnissen anpassen

und in der Arbeitsvorbereitung einen

einheitlichen 3D-CAD-Standard nutzen.

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8 MACHER &MÄRKTE

Netzwerk im

Grenzraum

GEP bedeutet: grenzenlos, effizient und produktiv.

Der „Lean & Green-Check“ ist Teil

desNetzwerks„GEP Grenzenlos –Effizient

–Produktiv“ .Zielgruppe sind

kleine und mittlere Betriebe aus den

Bereichen Metall, Holz und Kunststoff

im deutsch-niederländischen

Grenzraum des Münsterlandes und

derProvinzenOverijsselund Gelderland,

die ihre Produktivität verbessern

wollen – auch im Sinne von

schlank und nachhaltig.

Bei dem Check werden mit

Hilfe externer Berater und

unter Beteiligung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

Potenziale für Verbesserungen

identifiziert und bewertet. Konkrete

Handlungsempfehlungen, die sich

aus dem Check ergeben, können mit Hilfe

von Experten aus einem speziell dafür

aufgebauten Beraterpool konkret und

zeitnah umgesetzt werden. Der Check

umfasst vier Beratungstage und kostet

4000 Euro. Die Hälfte der Summe erhält

der Betrieb alsFörderung. Ein mögliches

Umsetzungsprojekt wirdebenfalls gefördert

–mit 2000 Euro.

Das GEP-Netzwerk besteht aus deutschen

und niederländischenBetrieben, die sich

für eine grenzüberschreitende („grenzenlose“)

Zusammenarbeit interessieren.

Beispiele sind die Bereiche Wissenstransfer,

Produktentwicklung und der Aufb

au

gemeinsamer Geschäftsmodelle und -felder.Kontaktewerden

u.a. aufInfo-Veranstaltungen,

Workshops und Schulungen

geknüpft und vertieft. Unterstützung gibt

es auch bei der Teilnahme an Messen.

In der Zusammenarbeit mit den Niederlanden

hat die Handwerkskammer langjährige

Erfahrung. „Grenzenlose Zulieferkompetenz“

heißt der Gemeinschaftsstand

des Handwerks auf der Hannover-

Messe Industrie, der seit vielen Jahren

von der Kammer gemanagt wird. Diese

Kompetenz hat sich entwickelt. Dazu

wurde das deutsch-niederländische

Netzwerk „GMA –grenzenloser Maschinen–

und Anlagenbau“ aufgebaut. Die

Kontakte, die sich zwischen den Betrieben

entwickelt haben, werden nach Ablauf

der erfolgreichen Förderphase des

Projekts (durch die Euregio) von der

Handwerkskammer und dem niederländischen

Innovationszentrum Stodt weiterbegleitet,

ebenso die Kooperationen,

die im GMA-Netzwerk entstanden sind.

Das noch relativ neue GEP-Netzwerk

wird durch das Interreg-Programm

Deutschland-Niederlande der Europäischen

Union gefördert. Projektpartner

sind die Handwerkskammer Münster,

der Landkreis Grafschaft Bentheim und

das Innovationszentrum Stodt. hko

Kontakt: thomas-melchert@hwk-muenster.de;

annette-averesch@hwk-muenster.de;

ww

w w.netzwerkgep.de

++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE ++

4. April 2018: Info-Nachmittag für Existenzgründung in

Münster, 15–18Uhr, Handwerkskammer Münster, Bismarckallee

1,Münster

9. April 2018: NRW-Batterietag, ab 10 Uhr, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

10. April 2018: Management-Werkstatt in Münster: Mobilitätskosten

senken durch Routenplanung und Telematik, 17

–19Uhr, Handwerkskammer Bildungszentrum, Echelmeyerstraße

1-2, Münster

12. April 2018: Gründung-Kompakt Modul 4: „Social Media

Marketing“, 17Uhr, Gründer- und Innovationspark Steinfurt

III (GRIPS III), Am Campus 2, Steinfurt

16. April 2018: „USA: Jüngste Entwicklungen –Chancen

und Risiken für den Mittelstand“, 14 –17Uhr, IHK Nord

Westfalen, Sentmaringer Weg 61, Münster

18. April 2018: push|con, Treffen für Vordenker, Kreative,

Innovationsbegeisterte und Macher, Tobit-Campus, Parallelstraße

41, Ahaus

18. April 2018: Cloud-Lösungen –Chancen und Herausforderungen,

15.30 –18Uhr, LBBusiness Development

GmbH, Am Gut Baarking 21, Bocholt

19. April 2018: Digital Hub Accelerator –Demotag, 15 –18

Uhr, IHK Nord Westfalen, Sentmaringer Weg 61, Münster

19. April 2018: 5. Netzwerkabend für Unternehmerinnen,

Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis

Borken, 18 Uhr, Hotel Residenz, Kaiser-Wilhelm Straße

32, Bocholt

27. April 2018: Auftaktveranstaltung „Heimat shoppen“,

10 –12Uhr, IHK Nord Westfalen, Sentmaringer Weg 61,

Münster

28./29. April 2018: KREATIVfrühling, Sa. 10 –17Uhr, So.

11 –16Uhr, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland,

Münster

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BRANCHEN &BETRIEBE 9

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Für Frank Rohmann von Beeline Solutions stecken in der fortschreitenden Digitalisierung große

Chancen und die Möglichkeit, analoge Prozesse deutlich komfortabler zu gestalten.

Das Thema Digitalisierung beschäftigt

zunehmend die Unternehmen.

So gut wie jede Branche ist betroffen.

Digitalisierung löst Veränderungen

aus, die über die bloße Einführung

einerneuen Softwareweit hinausgehen.

Die Veränderung von Arbeitsabläufen

und die Beschleunigung von

Prozessen stehen im Mittelpunkt der

Digitalisierung. Die Nutzung und der

Einsatz von digitalen Geräten wie

Smartphone und Tablet sind mit im

Spiel.

„Für alle Prozesse versuchen wir,

einen digitalen Assistenten einzurichten.“

Frank Rohmann

Frank Rohmann aus Münster

ist ein Vorreiter der Digitalisierung.

Firmen gründen ist

sein Beruf. Ohne Digitalisierung,

sagt er, funktioniere

heute kein Unternehmen mehr.

Nirgendwo liegt ein Papier auf dem

Schreibtisch. Das Büroinder dritten Etage

im Whyit-Campus an der Wienburgstraße

in Münster sieht aus wie leer gefegt

–trotzdem passiert hier eine Menge.

Frank Rohmannund sein Team vonzwölf

Mitarbeitern kümmern sich um die Geschäfte

der Beeline Solutions GmbH &

Co. KG. Der 49-Jährige ist geschäftsführender

Gesellschafter und beschäftigt

sich mit dem Thema Digitalisierung.

Das Wort Digitalisierung ist für Rohmann

der Inbegriff des

Büros der Zukunft,

abschreckende

Wirkung

zeigt es bei ihm

nicht. Eigentlich,

so erzählt er,habe

er seit Anfang der

Frank Rohmann beschäftigt sich schon seit langer Zeit mit der Digitalisierung.

Foto: gh

Roboter arbeiten im Volkswagen-Werk in Emden gemeinsam an einer Fahrzeugkarosserie. In der Kfz-Branche hat die Digitalisierung bereits einen sehr hohen

Grad erreicht.

Foto: dpa

1990er Jahre mit

der Digitalisierung

zu tun.

Damals gründete Rohmann ein Unternehmen,

das unter anderem Westernstiefel

verkaufte. Produziert wurde in Mexiko

und Spanien, verkauft bundesweit.

Damals benutzte Frank Rohmann auf

Messen schon mobile Drucker, umAufträge

zubestätigen. Damit fing alles an.

Ausder Schuhbranche hat sich Rohmann

zurückgezogen, aber zwei Paar bekommt

er immer noch jedes Jahr als kleines Salär.

Inzwischen bewegt sich Rohmann mit

seinem Unternehmergeist inder digitalen

Branche. Er gründet Firmen wie

Beeline. Mit diesem Unternehmenhat er

nach eigenen Angaben innerhalb eines

halben Jahres schon über 130 Unternehmen

als Kunden gewonnen –die Kundschaft

reicht vonder Bäckerei bis zum Industriebetrieb.

Beeline ist im Bereich von

Banken und Versicherungen unterwegs.

Die Beeline Solutions ermöglicht zum

Beispiel Unternehmen und ihren Mitarbeitern,

attraktive Gehaltsextras über

eine professionelle Onlinelösung einfach,

komfortabel und wirtschaftlich zu

managen. Verwaltungs- und Abrechnungsprozesse

werden automatisiert,

Personalabteilungen und Buchhaltung

entlastet. „Für alle Prozesse versuchen

wir, einen digitalen Assistenten einzurichten.“

Rohmann erklärt die Digitalisierungheuteso:

„Wir versuchen, die Wertschöpfung

auf direktem Wege zu erreichen.“

Kostenträger wie beispielsweise

Vermittlungsgebühren, Provisionen oder

Verwaltungskosten könnten seiner Meinung

nach ausgeschlossen werden. Der

49-Jährige spricht von einer „smarten

und transparenten Abwicklung“.

Das Thema Gehaltsextras ist für Rohmann

interessant. Über 20 Bausteine

stünden bereit, die Arbeitgeber ihren

Arbeitnehmern zur Verfügung stellen

könnten. Dabei geht es um Tankgutscheine

undumSachleistungen. Wenn Firmen

keine Kantinevor Orthaben, könnten sie

ihrem Mitarbeiter zum Bespiel via App

ein Budget für das Mittagessen zur Verfügung

stellen. Oder sie geben eigene Kreditkarten

aus, über die der Arbeitnehmer

Sachmittel beziehen kann.

DerBeeline-Chef ist überzeugt, dass heute

mit der Digitalisierung ein ganzheitliches

Management für den Kunden in

einer analogen Welt möglich ist. IhreAufgabe

bei Beeline sei es, eben für eine Digitalisierung

entsprechend Prozesse zur

Verfügung zu stellen.

Firmen wie Friseursalons oder Reinigungsunternehmen

zeigten Interesse an

dieser Form der Sachleistungen. Wo BeschäftigteimNiedriglohnsektor

tätig seien,

werde umjede Kraft geworben. Hier

spielten Sachleistungen zunehmendeine

Rolle. ►Fortsetzung auf Seite 10

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

„IT ist das Herz

des Unternehmens“

Rohmann plädiert für schnellere Veränderungen.

Frank Rohmann von Beeline

Solutions in Münster ist überzeugt,

dass seine Stadt ein

Top-Standort für die Digitalisierung

sei. Jedes Unternehmen

muss seiner Meinung nach digitalisiert

werden. „IT ist dabei nicht Mittel

zum Zweck, sondern das Herz eines

Unternehmens.“

Der 49-Jährigeist sicher,dass in Deutschland

viel mehr eigene DiensteimInternet

entwickelt werden müssten: „Es sollte

nicht alles den amerikanischen Konzernen

überlassen werden.“ Für ihn ist aber

auch die Schnelligkeit entscheidend:

„Wir müssen voran und uns qualifizieren.“

Skandinavien oder Estland seien

beim Thema Digitalisierung Deutschland

weit voraus. Auch in Jordanien, berichtet

der Unternehmer, seien viele Schüler

längst mit Laptops ausgerüstet und extrem

gut ausgebildet.

Die Vollbeschäftigung in Deutschland

empfindet der Chef von Beeline Solutions

dagegen als Fluch und Segen zugleich:

„Veränderungen werden nicht so

schnell angestoßen.“ Frank Rohmann

wünscht sich darum, dass in den Schulen

neben einer Fremdsprache auch die Softwaresprache

schon unterrichtet wird.

„Damit Kinder lernen, dass sie nicht nur

als Konsumenten etwas selber gestalten

können.“

Er selbst macht sich immer wieder auf

den Weg: „Firmen gründen ist mein Beruf.“

Der Münsteraner ist nach eigenen

Angaben seit dem 19. Lebensjahr damit

beschäftigt. „Ich glaube auch, dass die

Welt nie mehr so langsam sein wird wie

heute.“ Anfang der 1990er Jahre sei für

ihn klar gewesen, dass ein digitales

Unternehmen anders funktioniert als ein

analoges Unternehmen. Frank Rohmann

kritisiert nur die seiner Meinungnach zunehmende

Regulatorik in vielen Unternehmen

als ein Riesenhemmnis für weitere

Entwicklungen in den digitalen Prozessen.

Gabriele Hillmoth

Offen sein für

die Digitalisierung

Dorothea Linnenbrink ist Geschäftsführerin des Unternehmens Jalall D´or in Münster.

Die Firma hat ihr erfolgreiches Marktgeschäft um einen Onlineshop erweitert.

Vom Marktstand

zum Onlineshop

Jalall D´or macht Erfahrungen mit der Digitalisierung.

IHK-Experte sieht nahezu alle Wirtschaftszweige gefordert.

Die Digitalisierung nimmt schnell

Fahrt auf. Wer sich heute verschließt,

der kann auch schnell weg

vom Fenster sein, warnt Jens von

Lengerke, Abteilungsleiter für die

Bereiche Handel und Dienstleistungen

in der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen und

Experte für Digitalisierung.

Digitalisierung bedeutet,

dass jeder Unternehmer

fragen muss: Welche Bereiche

sind betroffen? Welche

Prozesse lassen sich

beschleunigen? Welche Prozesse brauchen

wir nicht mehr?

Die Reisebranche hat nach Angaben des

IHK-Experten lange vor dem Einzelhandel

die Digitalisierung eingeführt. Letztendlich

aber sei heute jeder Wirtschaftszweig

in unterschiedlicher Ausprägung

betroffen, Handwerker ebenso wie Optiker

oder Dienstleister. Auch ein Friseur

kann nach Meinung vonJens vonLengerke

seine Termine oder vielleicht eine Typberatung

entsprechend digitalisieren.

Handelsexperte Jens von Lengerke von der

IHK Nord Westfalen Foto: Oliver Werner

„Man sollteimmer wissen, mit wemman

im Wettbewerb liegt“, rät er den Unternehmern,

sich nicht zu verschließen.

Dorothea Linnebrink und Jalalledin

Eshaghi sind Markthändler. Sie verkaufen

seit dem Jahr 2005 auf dem

Domplatz in Münster an ihrem Stand

Trockenfrüchte und Nüsse. Das ist

dasKerngeschäftdes Ehepaares. Dorothea

Linnebink wundert sich aber

auch, dass ihr „Online-Handel heute

schon umsatzmäßig auf einer Höhe

mit dem Marktgeschäft liegt“. Dabei

war der Start des Onlinegeschäftes

holprig, aber verzichten möchte die

Firma Jalall D´or auf dieses zweite

und wichtige Standbein darauf nicht

mehr.

Es hängt so viel daran“, sagt

die Unternehmerin, die von

zahlreichen Hürden in der digitalen

Welt berichten kann,

die sie sich im Laufe der Zeit

selbst erschlossen hat.

Dorothea Linnenbrink machte sich vor

acht Jahren auf den Weg und vertiefte

sich in die Materie. „Ich habe viel gelernt“,

sagt sie zurückblickend. Aber sie

habe auch Lehrgeld bezahlt.

Der Familienbetrieb „Jalall D’or“ blieb

trotz der Hürden und Umwege hartnäckig.

Dorothea Linnenbrink setztesich intensiv

mit dem Online-Handel auseinander:

Homepage, Shop, gesetzliche Regeln

und der Verkauf über einenVersandhändler.

Die Unternehmerin ließ nicht locker:

„Wir sind spät angefangen“, sagt sie. Aber

für die Rente und den weiteren Geschäftsausbau

blieb ihnen nur der Weg

über ein zweites Standbein, so Linnenbrink.

Die Händlerin schrieb einen Businessplan,

landete bei einem Gründerwettbewerb

unter 150 Teams auf dem zweiten

Platz. „Eine tolle Wertschätzung“, meint

die Münsteranerin heute. Sie erlebte

nach eigenen Angaben Höhen und Tiefen.

In diesem Jahr nun plant sie, den Umsatz

zu verdoppeln. Sie hat die Sprache des

Online-Marketings gelernt. Ganz ohne

Investitionen und professionelle Hilfe

geht es aber nicht. „Die Themen ändern

sich so schnell“, stellt die Markthändlerin

fest. „Ohne Hilfe würde man schnell

untergehen.“

Jetzt träumt sie von einer Bürokraft und

schwört auf den Ausbau ihres individuellen

Services für die wachsende Zahl der

Online-Kunden.

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BRANCHEN &BETRIEBE 11

Handwerk stellt Innovationen

bewusst ins Schaufenster

Auf der Internationalen Handwerksmesse inMünchen stellte die Firma Haking aus Ladbergen auf einer

Sonderschau eine patentierte Markisenlösung vor –und die könnte bald in Katar vor Sonne schützen.

Die Sonderschau „Innovation gewinnt“

auf der Internationalen

Handwerksmesse (IHM) in München

ist stets ein Schaufenster für den Erfindergeist

des Handwerks. In diesem

Jahr wurde der Metallbaubetrieb

Haking aus Ladbergen für eine

Teilnahme ausgewählt – als einer

von elf besonders innovativen Handwerksbetrieben

in Deutschland, die

dort technische Neuheiten präsentierten.

Mit der Fertigung von Sondermarkisen

beschäftigt sich Hubertus

Haking seit 17 Jahren. Die jüngste

Erfindung des Handwerksmeisters

ist eine „Rundbogenmarkise mit

intelligenter Seilführung“. Die Innovation

findet Interesse –aktuell gibt

es sogar eine Anfrage aus Katar.

Die Anregung zu seiner speziellen

Markise erhielt Hubertus

Haking durch eine

Anfrage des Klosters Tutzing,

wo die Missions-

Benediktinerinnen leben, arbeiten und

beten. Dort waren die Verantwortlichen

aufden Betrieb im Münsterland aufmerksam

geworden. Die Aufgabe für den Metallbauer:

Rundbogenfenster im Kloster

sollten einen möglichst unauffälligen

Sonnenschutz erhalten –ohne störende

Seile und Schienen, die das Gesamtbild

des Gebäudes beeinträchtigen.

Das gabesnicht,abermit Sonnenschutz-

Systemen kennt sich der Metallbaumeisterund

Maschinenbautechniker aus. Sein

Betrieb fertigt Sondermarkisen in vielen

Varianten. In der Anfangsphase hat die

kleine Firma Standardmarkisen gekauft

und bearbeitet. Dann kam die Erkenntnis:

„Die Arbeit ist da. Wir haben Potenzial.

Also können wir die Markisen auch

selbst machen.“ „Wir“ –das sind fünf

Fachkräfte und der Chef. Die im Betrieb

gefertigten individuellen Markisen werdenüber

Händler verkauft, die sich dann

nach der Kundenberatung vor Ort auch

um die fachliche Anbringung kümmern.

Bei Aufträgen aus dem Münsterlandbauen

Haking-Mitarbeiter die Markisen bei

den Kunden selbst ein.

Die Anfrage aus Tutzing war eine besondere

Herausforderung für den Münsterländer.Hubertus

Haking „tüftelte“ einige

Monate „immer mal wieder, auch schon

mal nachts“ und hatte dann die Lösung

gefunden: eine Markise,bei der in eingefahrenem

Zustand keine Seile und keine

Schienen zu sehen sind. „Dadurch können

Segment- und Rundbogenfenster ohne

Beeinträchtigung der Fassadenansicht

beschattet werden“, heißt es in der Be-

Innovation aus dem Münsterland: Hubertus Haking (l.) präsentierte im März seine Segment- und Rundbogenmarkise auf der Internationalen Handwerksmesse

in München. Auch Kammerpräsident Hans Hund informierte sich am Stand.

Foto: Hubertus Kost

schreibung in einem Prospekt. Hört sich

einfach an, „aber man muss erst einmal

darauf kommen“, sagt der Handwerksmeister,

der den Eindruck vermittelt,

dass ihn bei der Umsetzung einer Idee

nichts aus der Ruhe bringen kann.

Die Besonderheit der Markiseist die spezielle

Führung des Zugseils, die Haking

als „intelligenteSeilführung“ bezeichnet.

Die reißfesten Bänder „laufen“ bei einund

ausgefahrener Markise nur in den

äußeren Führungsschienen und sind bei

eingefahrener Markise nicht sichtbar.

Gleitstücke haben dabei eine wichtige

Funktion, sie positionieren das Seil in den

äußeren Führungsschienen.

Einsatzmöglichkeiten für die Segmentund

Rundbogenmarkise sieht Haking in

historischen und denkmalgeschützten

Gebäuden, aber auch allgemein im privaten,

öffentlichen und gewerblichen Bereich.

Aufträge und Anfragen für die inzwischen

patentierte Entwicklung –

deutsches und europäisches Patent –

kommen aus Deutschland und anderen

europäischen Ländern, vor kurzer Zeit

meldetesich sogar ein Händleraus Katar.

Viel Sonnenschein gibt es in dem arabischen

Land am Persischen Golf auf jeden

Fall –und deshalb auch großen Bedarf

für Sonnenschutz. Vielleicht bald auch

aus Ladbergen. Hubertus Kost

„Die Arbeit ist da. Wir haben

Potenzial. Also können wir die

Markisen auch selbst machen.“

Hubertus Haking

SONDERSCHAU „INNOVATION GEWINNT“

Seit zehn Jahren gehört die Sonderschau „Innovation gewinnt“ zu den besonderen

Anziehungspunkten der Internationalen Handwerksmesse. Handwerksbetriebe

stellen dort ihre hohe Leistungskraft und Innovationsfähigkeit unter Beweis.

Anfang März präsentierten sich dort elf Betriebe aus zehn Handwerksbereichen

und neun Bundesländern mit technischen Neuheiten, darunter die Firma

Metallbau Haking aus Ladbergen, die zum ersten Mal an einer großen Messe

teilnahm. Die Sonderschau wird von „Gruber-Kommunikationspartner“ organisiert.

Bei den Vorbereitungen für den Messeauftritt unterstützte Dieter Weniger,

Beauftragter für Innovation und Technologie der Handwerkskammer Münster,

den Betrieb aus dem Münsterland.

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12 BRANCHEN

Ab Ende August wollen Schulleiter Dr. Wolfgang Hinners (l.) und Geschäftsführer Detlef Ernst die internationale Privatschule Schloss Crassenstein öffnen.

Aus Schloss Crassenstein in Waderloh-Diestedde soll ein

Leiter Dr. Wolfgang Hinners und Geschäftsführer Detlef E

Die Zimmer im Pavillon sowie im Obergeschoss des Schlosses sind bereits fertig eingerichtet.

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Wasihre Geduld betrifft, sind sie wie

gute Langstreckenläufer: Schulleiter

Dr.Wolfgang Hinnersund Geschäftsführer

Detlef Ernst bleiben trotz Verzögerungen

von einem Jahr weiterhin

optimistisch. So soll der Unterricht

an der neuen Privatschule

Schloss Crassenstein in Diestedde

jetzt Ende August 2018 starten. Bis

dahinmüssensie noch einige„Hausaufgaben“

erledigen. Anmelden können

sich Schüler aber bereits jetzt

schon. Aus der ganzen Welt.

ImStil der Lippe-Renaissance,umrahmt

voneiner Gräfteund majestätischen

Eichenbäumen, sorgt

das ockergelbe Wasserschloss

Crassenstein auch in der dunklen

Jahreszeit für reichlich Farbe am geographischen

Rand des Kreises Warendorf. In

historischer Kulisse entsteht ein internationaler

Lern- und Lebensort: die Privatschule

Schloss Crassenstein in Wadersloh-Diestedde.

Geschäftsführer Detlef

Ernst hat einen größeren Millionenbetrag,

den er nicht in Zahlen beziffern

möchte, in die Hand genommen und das

Schloss aus den Händen der Vorbesitzerin

Marga Drewserworben.Ernst steht in

guter Tradition. Bereits 1951 richteteder

Erzieher BernhardHürfeld im Schloss ein

Realschulinternat ein. Und jetzt wird

Crassenstein fit gemacht für die Zukunft,

um junge Menschen fit zu machen für

ihre Zukunft.

Eigentlich sollte schon längst der Schulbetrieb

laufen, doch das wird nun erst

Mitte August 2018 passieren, so Geschäftsführer

Ernst im Gespräch mit unsrer

Zeitung. Derzeit wieseln noch die

letzten Handwerker durchs Schloss.

Zahlreiche Gewerke wurden hier in den

letzten Monaten auf dem weitläufigen

Anwesen auf Vordermann gebracht. „Die

Firmen stammen alle aus der Region“,

betont Ernst. Die 56 Zimmer sind fastalle

fertig, auch der moderne Naturwissenschaftsraum.

Die Treppenhäuser haben

begleitende Sicherheitsgeländer bekommen,

und überall im Schloss mussten

Brandschutzvorrichtungen (Anlage mit

Wassernebel; 13 000-Liter-Tank im Keller)

und beleuchtete Hinweise auf Notausgängeangebracht

werden. Das sind –

neben dem Denkmalschutz – wichtige

Aufl

agen.

Wenn diese erfüllt sind, steht einer Bauabnahme

durch den Kreis Warendorf

nichts mehr im Wege. Damit rechnet Investor

Ernst für den Zeitraum Ende März.

„Die Restarbeiten für den wichtigen und

nicht ganz einfachen Brandschutz laufen

derzeit“, erläutert er.Ist die Bauabnahme

durch, können die Bezirksregierung und

das Landesschulamt die Schule und das

Internat genehmigen und das Ausländeramt

des Kreises Visa für die internationalen

Schüler erteilen. Es liegen bereits Anmeldungen

vor. „Nachfragen gibt es bereitsaus

Russland, Mexiko, Bolivien, Korea,

Taiwan undChina“, freut sich Detlef

Ernst.

Obwohl er ein Jahr in seiner Planung verloren

hat, seinen Tatendrang hat Detlef

Ernst, der auch Vorstandsvorsitzender

des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen

ist, nicht verloren. WieDr. Wolfgang

Hinners, Leiter der Privatschule,

brennt er für das Projekt. Hinners kennt

sich gut aus, hat acht JahreinJakarta und

sieben Jahre in Singapur Schulen geleitet.

„Unsere ein- bis zweizügige Schule

wird die Klassen 10 bis 12 abdecken“,

sagt Hinners, während er durch die lichtdurchfl

uteten Unterrichtsräume mit farbenfrohen

Deckengemälden, deckenhohen

Sprossenfenstern und digitalen Tafeln

(E-Learning)und etwas später durch

die schon gut eingerichtete Bibliothek

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wartet


BETRIEBE 13

Gräfte sowie alte und seltene Baumbestände umgeben

Schloss Crassenstein.

Fotos: Peter Sauer

hinter alten Mauern

internationaler Lern- und Lebensort werden.

rnst wollen die Privatschule abAugust eröffnen.

Die moderne Bibliothek bietet schicke Leseinseln.

dernen Leseinseln führt.

eHolz des Fußbodens knarrt und

tbei jedem Schritt. „Pro Klasse

Schüler geplant. Wirunterrichten

hüler auf Englisch und Deutsch.

ten Chinesisch als zweite Fremdean.“Schulziele

sind das Interna-

Baccalaureate-Diploma und das

he Abitur in Kooperation mit dem

sium Johanneum imnahen Wa-

. Entsprechende Gespräche mit

eum-Schulleiter Hans-Jürgen

haben bereits stattgefunden.

s Crassenstein will langfristig,

ls anerkannte Ergänzungsschule,

eilstipendien anbieten.

herweise startet die Privatschule

it der Eingangsklasse neun. Mögzugleich,

dass die Schüler die Anzahl

ihrer Jahre imSchloss selbst festlegen.

Gemütlich sind die kleinen Wohngruppen

im Schloss und Gartenpavillon nebst

adligem Ausblick und garantiert ruhiger

Lage. Das alte historische Biedermeierbett

des Schlosses wird künftig übrigens

im Museum Abtei Liesborn stehen. Im

Schloss Crassenstein gibt es nur noch moderne

Betten. Zeitgemäß sind auch die

Sanitäranlagen.

Die Privatschüler werden ausschließlich

im Schloss leben. Frühstück, Mittag- und

Abendessen werden im historischen Rittersaal

eingenommen.„DasEssen kommt

zunächst vomCaterer“, sagt Detlef Ernst,

„wir haben da schon guteKontakteaufgenommen.“

Möglicherweise könne zu

einem späteren Zeitpunkt auch eine

hauseigene Küche in Betrieb genommen

werden. Abgeschlossen werden konnte

die Sanierung der beiden Gräften-Brücken

und der weitläufigen Treppen.

Stellenausschreibungen für Lehrer laufen

bereits, einige wurden schon in Malaysia

angeworben. „Insgesamt werden

hier zu Beginn rund zwölf Menschen

einen Arbeitsplatz finden“, sagt Geschäftsführer

Detlef Ernst, der auch mit

den örtlichen Vereinen kooperieren will.

Aus Holland kommt die künftige Oberstufenkoordinatorin

Minka Peeters

Weem. „Sie bringt bereits guteErfahrungen

aus Pakistan und dem Mittleren Osten

mit.“

Wer einfach nur mal kurz reinschnuppern

möchte, kann das vom 15. Juli bis

20. August im Sprach- und Outdoor-

eiter Dr. Wolfgang Hinners wird inder Privatschule auch selbst unterrichten, gemeinsam mit einigen Native-Speakern, denn erwerden

Schüler aus allen Teilen der Welt.

Sommerlager machen. „Schüler aus der

ganzen Welt im Alter von14bis 18 Jahren

können ihre Sprachkenntnisse, ob Englisch

oder Deutsch, dann bei uns erweitern“,

erläutert Detlef Ernst. Dieses Programm

bietet eine Kombination aus

Sprachunterricht und Outdoor-Abenteuer.

„Wir akzeptieren alle Sprachniveaus,

vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen.“

Die Teilnehmer können

zwischen einem Zwei- oder Drei-Wochenprogramm

mit intensivem Unterricht

auswählen. Unter Ausnutzung der

nahen Sportanlagen und der Wälder soll

es auch ein Abenteuerprogramm mit Reiten,

Wassersport und Tennis gebensowie

Ausfl

ügen in historische Städte in der

Umgebung und gesellschaftliche Veranstaltungen.

Das versteht sich als kleiner

Vorgeschmack auf das kulturelle Angebot

der Region, aus welchem die künftigenPrivatschüler

des Schlosses dann regelmäßig

schöpfen sollen. Das zweioder

dreiwöchige Schnupper-Programm

des Sommercamps aus akademischen

und außerschulischen Aktivitäten soll, so

Ernst und Hinners, „unsere Schulwerte

verkörpern und der Charakterbildung

dienen“. AufWunsch gibt es auch ein einwöchiges

Praktikum in einem der multinationalen

Unternehmen inder Nähe.

Nach einem Besuch der Fachmesse „didacta“

in Hannoverversuchen Geschäftsführer

Ernst und Schulleiter Dr. Hinners

nun auch, vor allem international agierende

Wirtschaftsplayer inder Region

davon zu überzeugen, mit der Privatschule

Schloss Crassenstein zu kooperieren

–auch als frühe Investition in den

Nachwuchs von morgen und gegen den

drohenden Fachkräftemangel. „Wir werdendie

Region nachhaltig stärken“, kündigt

Detlef Ernst an, „schließlich ist die

nächste Schule dieser Art erst in Düsseldorf“.

Peter Sauer

SCHLOSS CRASSENSTEIN

Urkundlich erstmals erwähnt wurde

Crassenstein 1177. Offenbar wollte

Erbauer Burggraf von Stromberg

mit der ursprünglichen Burg seine

Besitzungen in Wadersloh-Diestedde

sowie das Kloster in Liesborn schützen.

1419 kaufte die Familie von

Wendt den Besitz. Franz III. vollendete

1636 den Neubau des

Schlosses als ein Spätwerk der Lippe-Renaissance.

In der Erbfolge fiel

das Schloss anFriedrich Wilhelm

von Wendt. 1840 bis 1845 wurde es

nach klassizistischen Plänen umgebaut.

Die ehemaligen Obst- und Gemüsegärten

passten dazu nicht, ein

Englischer Garten musste her. Noch

heute erinnern seltene alte Baumgruppen

und Statuen daran. Graf

Wladimir verpachtete das Schloss

1951 an den Internatsverein Lüdinghausen,

der hier und in den angrenzenden

modernen Gebäuden das

Realschulinternat St. Marien einrichtete.

Im Juli 1982 wurde das Internat

geschlossen. 1983 kaufte die

„Priesterbruderschaft des heiligen

Pius X“ das Anwesen. Die Don-Bosco-Schule

hielt sich bis 1999. Dann

kaufte Prof. Paul Drews das Schloss

und richtete eine Forschungseinrichtung

für Mechatronik ein. Bis zu

seinem Tod2012 öffnete erCrassenstein

immer wieder für Kunstausstellungen

und Konzerte. pesa


14 BRANCHEN &BETRIEBE

Räume mit

Wow-Effekt

Guido Erben aus Ascheberg schafft mit seinem

Team immer wieder neue audiovisuelle Erlebnisse.

Im Hotel „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg konnte dank der Kreativität der Erben-Ingenieure aus einem schlichten

Raum ein neuer beeindruckender Festsaal mit künstlichen Fenstern entstehen.

Foto: Guido Leifhelm

Kopf der audiovisuellen Tüftler: Guido Erben hat schon drei Jahrzehnte Erfahrungen mit

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Sie sind Spezialisten für Bild und

Ton. Guido Erben und die Mitarbeiter

seines Ingenieurbüros in Ascheberg

im Kreis Coesfeld schmieden

Pläne für Hörsaalgebäude, Landtagsbesuchersäle,

Konferenzräume

und mehr.Die Liste der Referenzprojekte

ist faszinierend.

Hören und sehen ist nicht

allein eine Frage der Augen

und Ohren. Genauso

wichtig sind Bilder und

Töne. Damit beschäftigt

sich das Ingenieurbüro Erben Engineering,

das seit August 2017 im INCA-Zentrum

ein neues Zuhause gefunden hat.

Wer einen Blick auf die audiovisuellen

Referenz-Projekte der Multimedia-Fachleutewirft,

reist in eine fremde Welt, mitten

hinein ins Kanzleramt, den NRW-

Landtag oder ein HamburgerNobelhotel.

Als die Rheinisch-Westfälische Technische

Hochschule Aachen ein neues Hörsaalgebäude

erstellte, machte der Zweck

schon klar, wofür elf Hörsäle und 20 Seminarräume

geschaffen wurden. Professoren

und ihre Mitarbeiter präsentieren

im C.A.R.L. bis zu 1000 Studenten gleichzeitig

den Lernstoff in Wort und Bild. Genauso

wichtig wie das Mauern der Wände

war die eingebaute Technik. Mit

einem Lautsprecher und einem Beamer

ist es nicht mehr getan. Die vielen technischen

Hilfen für die Vortragenden wurden

vom Ingenieurbüro Erben zusammengestellt.

„Am Ende stand eine Ausschreibung,

die rund 600 Seiten umfasste“,

berichtet Firmengründer Guido

Erben. Die schiereMengeanGeräten für

zwei Technikzentralen, für den guten Ton

auf jedem Hörsaalplatz und die Projektion

vonInhaltenauf große Wände erfordert

ein umfangreiches Spezialwissen,

das Erben und seine sechs Mitarbeiter

vonProjekt zu Projekt gesammelt haben.

„Ich habe mit 16 Jahren meinen ersten Ü-

Wagen gebaut“, geht der Chef zurück in

seine Jugendzeit, in der er auch Fernsehstudios

baute, Fernseh- und Videoproduktionenerstellteund

nachbearbeitete.

Der elterliche Betrieb im Sauerland war

dieTür zum späteren Ingenieurbüro. Von

der Pike auf hat der Experte den Einsatz

audiovisueller Geräte gelernt.

Übermittlerweile 34 Jahre hat Erben sich

mit dem Fortschritt der Technik befasst.

Und das ist für die meisten Projekte ein

wichtiger Aspekt. „Eine Frage ist immer,

welche Qualität es sein muss. Da stellen

Auftraggeber die Frage, ob der Beamer

für 5000 Euro nötig ist, wenn es im Media-Markt

doch Produkte für 2000 Euro

gibt“, macht Erben die Gerätewahl an

einem Beispiel fest. Die Lösung liegt

meistens in der Präsentation beider Geräte

und dem Aufzeigen der Unterschiede.

Kunden wollen überzeugt und nicht

überredet werden. Schließlich soll die

eingebauteTechnik viele Jahrestörungsfrei

laufen. Deswegen weiß der Experte

auch, welche schillernden Messeneuheiten

einem Projekt guttun und wo er und

seine Kunden besser auf eine upgedatete

zweite Generation warten sollten. Das

Wissen um die Möglichkeiten, die Grenzen

der Machbarkeit und das Vermeiden

vonRisiken sind genauso wichtig wie das

technische Know-how. Die beste Technik

hilft nicht, wenn sie streikt. Und ein Kunde

oder Architekt, der mit dem immer

wichtiger werdenden Rädchen Technik

unzufrieden ist, sucht beim nächsten Mal

andere Lösungen.

In der Spezialdisziplin, die im Büro an

derHansalinie zu Hause ist, dauert es für

neueMitarbeiter einigeZeit, bissie selbst

alle Facetten der Gebäude- und Veranstaltungstechnik

kennengelernt haben.

Ein Blick auf Referenzprojekte unterstreicht

den Erfahrungsschatz des unabhängigen

Ingenieurbüros. Im NRW-

Landtag werden Besucher in einem runden

Raum empfangen. Das Parlament

wird auf die runden Wände projiziert.

Vonder Idee bis zum störungsfreien Lauf

der Technik haben die Ingenieure das

Projekt betreut. Der Raum besitzt einen

Wow-Effekt. Das gilt auch fürs Vier-Jahreszeiten-Hotel

in Hamburg. Die Erben-

Ingenieuresorgten dafür,dassder größte

Festsaal mitten in dem Gebäude plötzlich

„Fenster“ hatte. Im Lanxxess Tower in

Köln waren 120 Konferenz- und Besprechungsräume

auszustatten. Wenn sich

der BASF-Aufsichtsrat trifft, findet jedes

Mitglied vor sich einen Bildschirm, jeder

Platz hat ein Mikrofon, aber auch der Eingangsbereich

hat eine besondere Note.

Wie für den Veranstaltungssaal haben

Erben und Mitarbeiter das Konzept für

die Technik erarbeitet, ausgeschrieben

und den Einbau durch Fachleutegeleitet.

Das Bundeskanzleramt in Berlin ist natürlich

ein Hochsicherheitstrakt mit geschützter

Technik in unterschiedlichen

Bereichen. Bis 2008 war es fast nicht

möglich, den Überblick über die Funktionsfähigkeit

zu wahren. Dann konzipierte

Erben ein IT-Monitoring-System,

eine Lagewand, auf der alle Technik und

damit auch Fehler gleich angezeigt werden.

Durch seine Arbeitsergebnisse ist das

Unternehmen bundesweit bekannt und

gefragt. Es werden aber auch Projekteim

benachbarten Ausland abgewickelt.

Die Frage, warum das Unternehmen in

Ascheberg gelandet ist, wird übrigens

privat beantwortet. Als Student wohnte

derSauerländer in Ascheberg–und lernte

eine junge Frau aus der Osterbauer

kennen. Deswegen ist hier ein Unternehmen

zu Hause, das Betrachtern seiner Referenzobjekte

nur noch staunen lässt.

Theo Heitbaum

NORDRHEIN-

WESTFALEN

Einbeck

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Ohne Streuverluste ·Überregional ·Vorteilhafte Konditionen

Da kommen Besucher ins Staunen: Im NRW-Landtag inDüsseldorf werden Gäste auf beeindruckende Weise an

einer 240-Grad-Leinwand informiert.

Foto: Markus Hermann


NACHHALTIGKEIT 15

„Wir stecken im Umbruch“

Am 24. April findet inMünster die Auftaktveranstaltung des CSR-Kompetenzzentrums statt. Für

Zukunftsforscher Klaus Burmeister ist Nachhaltigkeit ein Gebot der Vernunft.

Plötzlich reden alle über Nachhaltigkeit.

Kann man als Unternehmen diesem

Trend überhaupt noch ausweichen?

„Warum sollte man? Nachhaltigkeit

ist auch aus unternehmerischerSicht

rational und vernünftig“,

sagt Klaus Burmeister.Der Zukunftsforscher,

Gründer des Beratungsunternehmens

„Z_punkt“ und Geschäftsführer

des Foresightlab in

Berlin, spricht Ende April auf der

Auftaktveranstaltung des CSR-

Kompetenzzentrums Münsterland.

Seine Botschaft: die Zeit des Umbruchs

nicht als Bedrohung ansehen,

sondern als Chance begreifen,Zukunft

zu gestalten und Visionen

zuverwirklichen.

„Wir haben aktuell die gigantische

Chance, zum Beispiel Energieversorgungssysteme

oder auch Mobilitätsformen

inihrer ganzen Breite

neu zu entwickeln.“

Klaus Burmeister

Seit 30 Jahren befasst sich

Burmeister mit Zukunftsfragen

,forscht, analysiert und

bündelt verfügbare Informationen.

Indiesen Tagen

erscheint das Buch „Deutschland neu

denken“ zu dessen Autoren auch der 64-

Jährigegehört. „Geht es um Zukunftsfragen,

hat sich unsere Gesellschaft einem

pragmatischen ,Weiter so‘ verschrieben.

Die Politik steuert auf Sicht, und Unternehmen

drohen im digitalen Wettbewerb

ihre Gestaltungschancen zu verspielen.

Was uns fehlt, sind Visionen möglicher

und lebenswerter Zukünfte“, heißt es in

einem Beitrag zu diesem Buch.

Burmeister ist überzeugt davon, dass vor

allem der seit jeher innovative Mittelstand

zu den wesentlichen Treibern gehören

wird. Erforderlich seien Mut, eine

bessere Verzahnung einzelner Projekte

und der Wille, jetzt die Weichen zu stellen.

„Wir haben aktuell die gigantische

Chance, zum Beispiel Energieversorgungssysteme

oder auch Mobilitätsformen

in ihrer ganzen Breiteneu zu entwickeln.“

Für das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland

besteht die Herausforderung für

Unternehmer heutedarin, den ökonomischen

Erfolg sowie ökologische und soziale

Verträglichkeit in Einklang zu bringen.

Bei der für den 24. April (Dienstag)

geplanten Auftaktveranstaltung soll es

die Gelegenheit geben, viel über praxisnahe

Möglichkeiten und den Nutzen von

CorporateSocial Responsibility (CSR) zu

sprechen. Beginn ist um 15 Uhr in der Aula

des Freiherr-vom-Stein-Hauses am

Schlossplatz 34 in Münster.Inder vonDr.

Norbert Tiemann, Chefredakteur der Zeitungsgruppe

Münsterland/Westfälische

Nachrichten &Partner, moderierten Veranstaltung

werden zum Beispiel Dr. Udo

Gibt Denkanstöße: Klaus Burmeister, Zukunftsforscher, Mitbegründer

des Beratungsunternehmens „Z_punkt“, Buchautor und Geschäftsführer

von Foresightlab in Berlin, spricht Ende April in

Münster.

Westermann und Anne Stührenberg von

Futuree.V.CSR als Erfolgsfaktor vorstellen

und Beispiele aus dem Mittelstand erläutern.

Future e.V. ist im Münsterland

Träger des Kompetenzzentrums.

In sogenannten Speakers Corners wird

rund eine Stunde lang über folgende Themen

informiert:

Betriebsplus 5.0, Top-Arbeitgeber im

Kreis Steinfurt 2018: Interessierte können

hier erfahren, wie sie ihr Unternehmen

mitarbeiterorientiert aufstellen

und dies als Vorteil im Kampf umdie

besten Köpfe und Fachkräfte nutzen

können.

Arbeitskreis Leitbild: Hier können Interessierte

erkunden, wie sie gelebte

Unternehmenswerte sichtbar machen

und für ihrestrategische Entwicklungsund

Personalarbeit nutzen können.

Netzwerk Pfl

ege und Betrieblicher

Pfl

egekoffer: Wenn ein Elternteil, ein

naher Verwandter oder der Partnerzum

Pfl

egefall wird, kommen auf berufstätige

Angehörige große Belastungen und

Herausforderungen zu. Was das für den

Arbeitsalltag bedeutet, was Unternehmen

tun können und welche Unterstützungsmöglichkeiten

es gibt, erfahren Interessierte

hier.

Ökoprofit –Gewinn für Unternehmen

und Umwelt: Das Beratungsprogramm

zum betrieblichen Umweltschutz zeigt,

wie Unternehmen ökologische mit ökonomischen

Verbesserungen verbinden

können.

CSR-Kompetenzzentrum Münsterland,

Future e.V.: Im Rahmen eines intensiven

Erfahrungsaustauschs in CSR-

Gruppenworkshops, die gezielt für kleine

und mittlere Unternehmen entwickelt

wurden, können Unternehmen ihre zukunftsweisende

Nachhaltigkeitsstrategie

entwickeln und sich vernetzen. wk

Attraktiver

Arbeitgeber

Wettbewerb im Kreis Steinfurt geht indie nächste Runde.

DieGewinnung von Fachkräften und

die Bindung von Mitarbeitern ist vor

dem Hintergrund des Fachkräftemangels

in vielen Unternehmen ein

zentrales Thema. Um die zahlreichen

Aktivitäten und guten Beispiele

der Unternehmen in der Region in

den Vordergrund zu rücken, veranstaltet

die Wirtschaftsförderung des

Kreises Steinfurt (WESt)den Wettbewerb

„Betriebsplus 5.0“.

Die Unternehmen mit

Standorten im Kreis Steinfurt

haben die Chance, ihre

Strategien und Maßnahmen

vorzustellen, die sie

zu einem attraktiven

Arbeitgeber in der

Region machen,

heißt es in einer Mitteilung

der Wirtschaftsförderung.

Der Wettbewerb geht in diesem Jahr bereits

in die fünfte Runde. In der Vergangenheit

stand die Vereinbarkeit vonBeruf

und Familie im Fokus. Der diesjährige

Wettbewerb geht einen Schritt weiter

und befasst sich mit allen mitarbeiterbezogenen

Angeboten, wie zum Beispiel

betriebliches Gesundheitsmanagement,

Personalentwicklung und Kommunikation.

Die Teilnahme erfolgt durch eine

einfache und schnelle Online-Bewerbung.

„Eine Teilnahme bietet den Unternehmen

die Chance, sich intensiver mit ihren

eigenen mitarbeiterfreundlichen Themen

zu beschäftigen, in Austausch mit

anderen Unternehmen zu treten sowie

weitere gute Beispiele kennenzulernen“,

so Birgit Neyer, Geschäftsführerin der

Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt.

„Eine Teilnahme und erst rechteine

Auszeichnung steigert zudem den Bekanntheitsgrad

und fördert die Arbeitgeberattraktivität“,

betont Neyer.

Die Bewertung übernimmt eine unabhängige

Jury, die aus folgenden Mitgliedern

besteht: Dr.Norbert Tiemann (Chefredakteur

der Zeitungsgruppe Münsterland/Westfälische

Nachrichten & Partner),

Erwin Weßling (Inhaber der Wessling

Gruppe), Birgit Saborowski (Steuerbüro

Döcker, Wigger und Lührmann),

Prof. Dr. Frank Striewe (Fachhochschule

Münster), Christina Rählmann (Bürgermeisterin

der Gemeinde Mettingen) und

Landrat Dr.Klaus Effing (Kreis Steinfurt).

Ausgelobt sind Preise in zwei Kategorien

– unter 50 Beschäftigte und ab 50 Beschäftigte:

1.500 €Euro für den 1. Platz,

1000 Eurofür den 2. Platz und 500 Euro

für den 3. Platz. In einer feierlichen Veranstaltung

vor den Sommerferien findet

die Preisverleihung statt. Teilnahmeschluss

ist am 30. April 2018.

Die Durchführung des Wettbewerbs erfolgt

in enger Zusammenarbeit mit dem

CSR-Kompetenzzentrum Münsterland.

Weitere Partner sind die IHK Nord Westfalen,

die Handwerkskammer Münster,

die Wirtschaftsvereinigung Steinfurt, die

Westfälischen Nachrichtenund die Kreishandwerkerschaft

Steinfurt-Warendorf.

Weitere Informationen zum Wettbewerb

sind im Netz unter www w.westmbh.de erhältlich.

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16 BRANCHEN &BETRIEBE

Von dem Musterschuh in der Mitte nimmt diese Maschine die korrekte Form für die Innenausbohrung der beiden Rohlinge ab, die

rechts und links eingespannt wurden.

Auch die Leder-Riemchen für den besseren Halt im Schuh werden

vom 68-jährigen Werner Uhling per Hand angebracht.

Aus gutem Holz

Werner Uhling in Ahaus-Wessum fertigt noch heute die westfälischen Klompen-Paare an–als einer

der letzten Vertreter einer mehrere Jahrhunderte sehr gefragten Zunft.

Egal, obanPferdefüßen, als Fußbekleidung

bei der Hochzeit, zur Gartenarbeit

oder als trickreiches

Schmuggler-„Werkzeug“: „Holzschuhe

sind einfach universell einsetzbar“,

stellt Werner Uhling, einer

der letzten Produzenten dieser robusten,

klobig anmutenden, aber

dennoch unglaublich bequemen

Klompen, mit einem Grinsen fest.

1964 als letzter Lehrling im Kreis

Borken „noch schnell in diese Ausbildung

reingerutscht“, übt der inzwischen

68-Jährige einen fast ausgestorbenen

Berufszweig aus. In Wessum

gibt es neben ihm nur noch den

bereits über 80-jährigen Ewald Berning,

der sich dieser Fertigung widmet.

„Wir sind hier vor Ort die beidenletzten

unsererZunft“,bedauert

Werner Uhling.

Erhat das Unternehmen in der

dritten Generation vom Opa

undvon VaterHeinrich übernommen.

„Damals wurde

nicht groß gefragt, was ich

werden wollte“, erinnert sich der Senior.

„Da bin ich wohl oder übel in diese Zunft

reingewachsen.“ Teils mit zwei, drei Angestellten

hat er über JahrzehnteTausende

von Holzschuhpaaren hergestellt. Inzwischen

sind es noch rund 6000 pro

Jahr,sonach und nach soll aber auch die

Anzahl verringert werden. „Wir werden

das Geschäft langsam reduzieren und zukünftig

in kleinerem Rahmen weiterführen“,

sagt er.

Dabei reicht die Nachfrage noch bis hin

nach Düsseldorf und Ostfriesland. Es

Klompen für fast alle Gelegenheiten. Schmugglern, Bräuten und

sogar Pferden wurden sie einst vom Fachmann angepasst.

kommen Aufträge von Privatkunden

ebenso wie von grünen Märkten oder

auch aus der Industrie. „Klompen sind

beispielsweise in Verzinkereien oder

Glashüttenwerken als Sicherheitsschuhe

zugelassen. Sie sind bis zu 400 Grad Celsius

hitzebeständig und halten einen

Druck von rund 1000 Kilogramm aus“,

unterstreicht der Fachmann die Vorteile.

Dazu kommen das ausgeformte Fußbett

„und der angenehme Tragekomfort.

Schweißfüße wie in Gummistiefeln oder

-schuhen gibt es hierbei nicht.“

Werner Uhling selbst trägt seine Klompen

rund um die Uhr: „Da verschleiße ich pro

Jahr so drei bis vier Paar.Der Normalbürgerkommt

mit einem Satz Holzschuhe sicherlich

zwei, drei oder mehrere Jahre

aus.“

Bei der Fertigung setzt der Wessumer in

erster Linie auf heimische Weichhölzer:

Erle, Pappel oder Weidesinddie gängigsten

Arten. Früher wurden die Stämme

per Holzkarren ausder Umgebung angeliefert,

heute kommen sie per Lkw.

Die Werkstatt Uhlings mutet ein wenig

altmodisch-traditionell an. Keine computergesteuerten

Maschinen, kein Hightech.

Pneumatik – also ein Antrieb mit

Luft- beziehungsweise Öldruck – lautet

hier das Zauberwort. Handarbeit pur.

Auf den imposanten Holzblock werden

per Hand und mithilfe einer Schablone

die Außenumrisse des Schuhs im Querschnitt

aufgezeichnet. Fünf Paare können

aus dem ausgewählten Stammteil

entstehen. Grob wirdder Rohling mit der

Bandsäge inHolzblöcke zugeschnitten.

Die Abfälle landen in einer Schubkarre,

werden später als Kaminholz zum Heizen

der Werkstatt benutzt. Schuhgrößenzwischen

25 und 49 sind Standard. „Aber natürlich

kann ich auch Sondermaße fertigen“,

sagt der Holzschuhmacher.

Mit einer Kopiermaschine wird anschließend

die äußere Form im Detail hergestellt.

Von einem Musterschuh fühlt ein

eisernes Rad die Umrisse ab und überträgt

sie auf die bislang noch rohenKlötze.

Nach und nach kann man das Ergebnis

erahnen. Im nächsten Schritt werden

die Aushöhlungen für die Füße geschaffen.

Erst grob, dann fein wird auch hier

maschinell gebohrt. Die Arbeitsgänge

dauern allesamt nur wenige Minuten, in

denen allerdings die Späne reichlich

durch die Umgebung fl

iegen. 20 bis 25

Paare schafft Werner Uhling, der inzwischen

alsEin-Mann-Betrieb agiert, in der

Stunde.„Das reicht.Mehrere1000 Paare

habe ich ja noch auf Lager“, sagt er. Der

Tausende Paar Holzschuhe stapeln sich im Lager. Der Handwerker kann in der Stunde bis zu 25 Klompen-Paare

anfertigen.

Fotos: Susanne Menzel

Vorrat ist auch deshalb in größerer Zahl

erforderlich, weil die Endprodukte immerhin

eine mehrwöchige Trockenzeit

erfordern. Im Sommer drei bis vier Wochen,

in der kälteren Jahreszeit dauert es

mitunter wesentlich länger.

Dass der Berufszweig des Holzschuhmachers

bald gänzlich der Vergangenheit

angehören dürfte, stimmt Werner Uhling

traurig. „Als ich mit meiner Lehrefast fertig

war, wurde ich damals inder Berufsschule

schon bei den Tischlern untergebracht,

weil mannicht einen Lehrer alleine

nur für mich vorhalten wollte. Und

dieser Pädagoge hat mir erzählt, dass er

einst in seinen Anfangsjahrenmehr Holzschuhmacher

als Tischler in der Ausbildung

hatte.“

Auch im Ahauser Ortsteil Wessum existierte

bis vor einigen Jahren mit der inzwischen

geschlossenen Firma Dues die

größte Holzschuhproduktion Deutschlands.

Mittlerweile gibt es nach Kenntnis

vonWerner Uhling „nur noch ganze fünf

Betriebe in Deutschland überhaupt“. Europaweit

spielen daneben noch die Niederlande,

Belgien, Dänemark und Frankreich

in der Holzschuh-Ligamit und bringen

es gemeinsam auf rund 300 000

Klompen-Paare pro Jahr.

Damit auch die nachfolgenden Generationen

noch erfahren, wie die hölzernen

Schuhe gefertigt werden, will der 68-Jährige

die Werkstatt verkleinert weiterführen,

unterstützt von seinen beiden Söhnen,

die „ebenfalls beide berufl

ich mit

Holz zu tun haben und hier hobbymäßig

mit einsteigen“. Vor allem Schulklassen

oder Kindergärten sind gern gesehene

Gäste bei dem Mann vom Fach.

Denen erklärt er dann den Unterschied

zwischen den holländischen (pur, ohne

Riemchen und Lederbesatz) und den

westfälischen (mit Leder und/oder Riemchen)

Klompen-Exemplaren. Oder er erzählt

ihnen, dass

im letzten Jahrhundert

jede

zweite Familie in

Wessum von diesem

Handwerk Werner Uhling

lebte. Oder aber

er verdeutlicht

grinsend den Einsatz

des hölzernen Werks an Pferdefüßen

(„Damit die Tiere inden Moorgebieten

im Emsland bei ihren Arbeitseinsätzen

nicht im weichen Untergrund versanken.“).

Und bei den Schmugglern: „Die

hatten die Schuhform andersrum gestaltet.

Beim Schmuggeln von Tabak oder

Kaffee besonders hier in der Grenzregion

führten sie die Zöllner somit auf eine falsche

Fährte. Hofften sie zumindest.“

Es gibt also noch reichlich zu tun für Werner

Uhling. Die Erinnerungen wach zu

halten, aber auch als letzteKoryphäe seiner

Zunft für einen zwar bequemen, aber

sicherlich auch lautstarken Auf-Tritt zu

sorgen.

Susanne Menzel

„Damals wurde nicht groß gefragt,

was ich werden wollte.“


GELD &GESCHÄFT 17

Glücksspiel mit Devisen

Immer mehr Privatanleger streben durch die Spekulation mit Währungen hohe Renditen an –doch

der Markt birgt große Risiken. Gute Beratung ist unumgänglich.

Wer inunterschiedliche Währungen investiert, geht ein großes Risiko ein. Die Kursausschläge sind enorm.

Foto: colourbox.de

OFFEN GESAGT

Viel Mut gefragt

Die Aussicht auf üppige Renditen ist

immer wieder verlockend. Dass

manche Versprechen sich aber schnell

in Wohlgefallen aufl

ösen, hat insbesondere

die Finanzkrise infolge der Lehman-Pleite

vor einigen Jahren gezeigt.

Aktuell verleitet die Null-Zins-Politik

der Europäischen Zentralbank dazu,

eine Alternative zum unverzinsten Guthaben

auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten

zu suchen.

Ein Engagement am Devisenmarkt

scheint da auf den ersten Blick äußerst

attraktiv zu sein: Die Gewinnchancen

sind zweifelsohne üppig –aber die Verlustmöglichkeiten

eben auch. Nur wer

besonders viel Mut hat und bereit ist,

im schlimmsten Fall auch große Teile

des angelegten Vermögens abzuschreiben,

sollte sich anWährungsspekulationen

herantrauen.

Auf jeden Fall sollte vor dem Einstieg

in den Devisenmarkt eine intensive –

und vor allem unabhängige –Beratung

stehen. Nur wer sich des Risikos dann

voll bewusst ist und ausreichend

Zocker-Mentalität mitbringt, sollte sein

Geld in fremden Währungen anlegen.

Und kann dann auf das große Geld

hoffen.

Jürgen Stilling

Am Devisenmarkt wird so viel Geld

bewegt wie an keinem anderen der

globalen Finanzmärkte. Da lohnt es

sich auch für Kleinanleger, über ein

Engagement in diesem Segment

nachzudenken.Haben nur Profis auf

diesem Spekulationsfeld eine Gewinnchance

oder können auch Privatanleger

partizipieren?

Das Interesse am Devisenmarkt

ist in den vergangenen

Jahren gewachsen.

Waren solche Geschäfte

vor längerer Zeit fast ausschließlich

den Profis bekannt und den

meisten Teilen der Bevölkerung nicht

wirklich ein Begriff, hat inzwischen ein

Umdenkeneingesetzt. „Wir stellen wachsendes

Interesse an unseren Angeboten

fest, unsereKunden kommen zudem aus

immer mehr verschiedenen Bevölkerungsgruppen“,

berichtet der Deutschland-Chef

des Brokerhauses GKFX, ArkadiusMaterla.

Ein wichtiger Grund für die

steigende Beliebtheit des Handels mit

Devisen –Forex-Handel genannt –ist das

Ende der sogenannten „Nachschusspfl

icht“ des Anlegers. Im vergangenen

Jahruntersagtedie Bundesanstaltfür Finanzdienstleistungsaufsicht

(Bafin) eine

solche für den Vertrieb von CFDs (Contracts

for Difference), also Devisengeschäften,

an Privatkunden.

Der Devisenhandel ist ein enorm großes

Finanzmarkt-Segment: Schätzungen zufolge

liegt das Volumen global bei rund

fünf Milliarden Dollar proTag. Diese Zahl

übertrifft den Wert des gesamten weltweiten

Aktienhandels deutlich.

Prinzipiell ist Devisenhandel simpel: Privatanleger

könnten bei einer Bank Devisen

tauschen, diese zu Hause einlagern

und zu einem späteren Zeitpunkt wieder

umtauschen. Wegen hoher Kursauf- und

abschläge ist diese Vorgehensweise allerdings

ist der Praxis ungeeignet, um Spekulationsgewinne

zu erzielen. Notwendig

ist vielmehr ein Broker, über den

schnell und zu niedrigen Kosten und mit

wenig Eigenkapital gehandelt werden

kann. Kosten können als Transaktionsentgelte

anfallen, aber auch in den Kursen

enthalten sein. Währungshandel ist

immer sehr spekulativ. Selbst Experten

können die Kursentwicklungen nicht ansatzweise

mit Sicherheit voraussagen.

Einfacher Einstieg inden Devisenhandel

kann daher ein Fremdwährungskonto

sein. Üblicherweise ist ein solches Konto

ein Tages- oder Festgeldkonto. Der Kunde

erhält für seine Anlage üblicherweise

einen besserenZins, als er mit einerEuro-

Anlage inDeutschland erzielen könnte,

trägt aber ein zum Teil beträchtliches

Währungsrisiko.

Doch worin investiert man eigentlich,

wenn man sein Geld in Devisen steckt?

Wie entstehen denn die Devisenkurse?

Wichtig für Wechselkurse sind immer die

realwirtschaftlichen Bedingungen. Allerdings

kommt es dabei weniger auf den

tatsächlichen Zustand der Volkswirtschaft

an als vielmehr auf die Erwartungen,

die am Markt herrschen. Viele Devisenspezialisten

schauen bei ihren Analysen

vorallem auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts,

die Leistungsbilanz

und die Frühindikatoren. Je robuster die

Wirtschaftsaussichten eines Landes, desto

wertvoller sollte die Währung im Vergleich

zu anderen sein –theoretisch. In

der Theorie sollte auch das gleiche Produkt

auf der ganzen Welt den gleichen

Preis haben. So müsste beispielsweise

der „Big Mac“von McDonalds in London

genauso viel kosten wie in NewYork oder

Münster. Unterschiedliche Preise gleicht

der Wechselkursaus,zumindest langfristig.

Allerdings ist diese sogenannte

„Kaufk

raftparität“ für die Kursbestimmung

am Finanzmarkt kaum nutzbar,

weil sie zu statisch ist. Entscheidender

ist die Überlegung, dass der Wechselkurs

die Zinsdifferenz zwischen Ländern ausgleicht.Wenn

die RenditeimAusland höher

ist, dann fl

ießt das Kapital dorthin

und die höhere Nachfrage nach der ausländischen

Währung treibtden Wechselkurs

hoch. So gleicht die Wechselkursdifferenz

den Renditevorteil aus. Doch diese

Idee funktioniert auch nur eingeschränkt.

Folge: Die Kurseverhalten sich

unberechenbar. Genau deshalb ist die

Geldanlage amDevisenmarkt so riskant.

Jürgen Stilling

Hubertus Altenau,

Landwirtschaftsbetrieb Altenau,

Drensteinfurt.

Sven Dittrich,

Leiter Firmenkunden Ahlen,

Sparkasse Münsterland Ost.

Einfach

gewachsen.

sparkasse-mslo.de

Wenn’s um Geld geht


18 GELD &GESCHÄFT

Das „neue Geld“

fließt nicht immer

Bei Paypal müssen Handelssanktionen des US-Amtes für die Kontrolle von Auslandsvermögen (OFAC)

strikt beachtet werden. Überweisung aus Münster wurde wegen eines „Sicherheitsrisikos“ gestoppt.

„Paypal ist das neue Geld“ –soverheißt

esdie aktuelle Werbung, mit

welcher der Internet-Bezahldienst

seine Kundenlockt. Nurzahlen kann

man damit nicht immer. Die Erfahrung

machte auch Georg Schaaf aus

Münster, als er eine Überweisung

über Paypal tätigen wollte. Als

Schaaf den geringen Betrag von 20

Euro an einen Empfänger in Griechenland

senden wollte,liefergegen

eine virtuelle Mauer. Die für ihn verblüffende

Begründung des Unternehmens

lautete: „Sicherheitsrisiko“.Was

war passiert?

Schaaf hatte in der

Betreffzeile das Wort

„Syrien“ auf Englisch

(Syria) eingegeben –

das reichte für eine Stornierung. „Offenbar

hat Paypals Software ‚Stoppworte’

eingebaut, die bei Eingabe Alarm geben

und einen Abbruch des Zahlvorgangs

Der Online-Bezahldienst Paypal hat nach eigenen Angaben weltweit

über 190 Millionen aktive Nutzer.

Foto: dpa

auslösen“, sagt Georg Schaaf, der als

freier Lektor in Münster arbeitet.

Seit einiger Zeit treibt ihn auch das Thema

„Flucht und Erinnerung“ um, zu welchem

er bereits Lesungen organisierte.

Für einen solchen Abend, der in Gießen

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Georg Schaaf hat ganz eigene Erfahrungen mit Paypal gemacht. Als ereine Überweisung von 20Euro aneinen

Empfänger in Griechenland senden wollte, lief er gegen eine virtuelle Mauer.

Foto: privat

stattfinden soll, beabsichtigt Schaaf,

einen Kurzfilm des Lyrikers und Übersetzers

Jazra Khaleed zu zeigen (der auch

Elfriede Jelinek ins Griechische übersetzt

hat). Dieser Kurzfilm –imvergangenen

Jahr auch in Münster beim „Zebra Poetry“-Filmfestival

zu sehen –beruht auf

Khaleeds Gedicht „Gone is Syria, gone“.

Diesen TitelhatteSchaaf arglos in die Betreffzeile

getippt, als er Khaleeddie erbetene

„Anerkennungs-Spende“ für dessen

Sieben-Minuten-Film überweisen wollte.

Die virtuellen Warnleuchten gingen

prompt an.

„Wortesind eben schärferals Waffen“, lächelt

Schaaf –der den Beginn des Antikriegs-Gedichts

so ins Deutsche übersetzt

hat: „Fort ist Syrien, fort. Sie hat Ihre

Kopftücher,ihreStraßen und Ruinen genommen,

hat ihre Toten auf den Rücken

gebunden und ging fort.“

Der Münsteraner verweist auf einen ähnlichen

Fall, der im Vorjahr von der FAZ

berichtet wurde. Damals setzte die Betreffzeile

„Damascus“ Paypals Warn-Algorithmen

in Gang. Es handeltesich aber

nur um die „virtuelle“ Waffe eines Computerspielers

–einen Dolch, den er für

das Spiel „Counter Strike, Global Offensive“

online kaufen wollte. Und dieser

„Internet-Dolch“ bestand aus „Damascus

Steel“.

Bei diesem Vorgehen hält sich Paypal als

amerikanisches Unternehmen allerdings

nur an die Gesetze, wie Pressesprecherin

Sabrina Winter (Head of Communications

für den deutschsprachigen Raum)

telefonisch bestätigt: „Ja, wir verwenden

Wortfilter –aber nicht nur. Das ist ein

ganz komplexes System aus Mensch,Maschine

und Algorithmen.“

Das amerikanische Amt für Kontrolle für

Auslandsvermögen (OFAC) verhängt

Handelssanktionen, die auch für Paypal

bindend sind. Ganz gleich, in welchem

Land eine Zahlung getätigt wird, muss sie

bei verdächtigen Wörtern genauer geprüft

werden. Auch „Nordkorea“ oder

„Kuba“ sind als Betreff nicht anzuraten.

„In diesem Fall kann Paypal vorübergehend

das Konto des Kunden einschränken,

während parallel zusätzliche Informationen

eingeholt werden. Diese Einschränkung

erfolgt, um mögliche zusätzliche

Zahlungen zu verhindern, die ebenfalls

einen Verstoß darstellen könnten.

FallsimRahmen der Überprüfung weitere

Fragen aufk

ommen und Paypal nicht

in der Lageist, auf Basis der vorliegenden

Informationendie Zahlung abzuwickeln,

wird der Kunde direkt von uns kontaktiert.“

Die Stopp-Wörter vergleicht Sabrina

Winter mit einem „Boxenstopp“ für

Rennwagen oder einer Weiche, mit der

ein Zug aufs Nebengleis geleitet wird.

Dort nehme sich dann ein Spezialist des

Themas an, der den ganzen Tagmit dergleichen

befasst ist –und dann meist feststellt:

„Ach, das warjanur ein Computerspieler!“

Wie im Falle des „Damascus

Steel“.

Und wie oft geschieht so etwas? Dazu gebe

es keine genauen Zahlen, es sei aber

sehr selten. Schließlich habe Paypal im

letzten Jahr weltweit 7,6Milliarden Zahlungen

abgewickelt, etwa 20Millionen

proTag. Das Unternehmen ist in 202 Ländern

beziehungsweise „Märkten“ aktiv.

In vielen davon kann man nur Geld senden,

aber nicht als Händleraktiv werden,

in Marokko oder Tunesien etwa.

Auch außerhalb des amerikanischen

„Mutterlandes“ seien für Paypal die Vorgaben

der OFAC eben verbindlich. Die

sanktionierten Länder können auf der

Internetseite der OFAC eingesehen werden:

ww

w w.treasury.gov/resource-cen-

ter/sanctions/Pages/default.aspx.

Da kann es durchaus mal ernst werden:

Alsein zunächst gestoppter Zahlvorgang

in einem Fall freigegeben wurde, der in

ein sanktioniertes Empfängerland ging,

musstePaypal eine „dickeStrafe“ zahlen.

Das habe die Wachsamkeit des Unternehmens

natürlich nochmals sensibilisiert.

Sabrina Winter nennt als typisches Beispiel

das Kuba-Embargo. Es gebe aber

auch sanktionierte Personen –Waffenhändler

oder in den USAgesuchteTerroristen.

Zu den gebanntenLändern zählen

Nordkorea, der Iran und eben auch Syrien.

Dann gebe es außerdem noch jene,

die sich mit den USAnicht gut verstehen,

zu denen die EU aber eine etwas andere

Einstellung habe. „Da entsteht dann ein

quasi klassischer Rechtskonfl

ikt.“

Um es nochmals auf den Punkt zu bringen:

„Wenn man Händler werden will

und sagt: ‚Ich bin ein in Nordkoreasitzender

Händler von kubanischem Rum’,

kommt man mit uns nicht nicht ins Geschäft!“,

verdeutlicht die Pressesprecherin

lachend.

Der Zahlungsverkehr verlaufe jedoch in

den allermeisten Fällen völlig problemlos.

So war imFalle des in der FAZ erwähnten

„Counter Strike“-Spielers das

gesperrte Konto anderntags wieder freigegeben.

Und auch der Münsteraner

Georg Schaaf konnte Paypal von der

Harmlosigkeit seiner Überweisung überzeugen,

die kurz daraufanJazra Khaleed

(ein Künstlername) gegangen ist. Was

die Zukunft des „neuen Geldes“ angeht,

so werden derlei Probleme sicher noch

zunehmen. Vom Thema des „gläsernen

Bürgers“ gar nicht zu reden…

Arndt Zinkant


GELD &GESCHÄFT 19

Gemeinsam durchs Paragrafendickicht

DIE WIRTSCHAFT lud zueinem Expertenabend ein, bei dem es um das wichtige Thema Unternehmensnachfolge ging.

Prof. Dr. Norbert Tonner drückte es

plastisch aus: „Wenn der Seniorchef

sagt: ,ImnächstenJahr höre ich auf‘,

dann ist eszuspät.“ –Tatsächlich

braucht es Zeit, Ausdauer undfachlichen

Rat, eine Unternehmensnachfolge

inall ihrer Komplexität vorzubereiten

und erfolgreich umzusetzen.

Tonner, Steuerberater in der

Kanzlei Klöcker Knipper &Partner,

und André Schulze Forsthövel, Neuinhaber

des Brandschutzzentrums

Brinck, hielten bei einem Expertenabend

unserer Zeitung in Münster

viele Hinweise bereit und standen

für Fragen zur Verfügung.

Prof. Tonner, Experte für

Steuerrecht und Wirtschaftsprivatrecht,

führte die Zuhörereingehend

durch die Welt

der Paragrafen. Denn die

Übergabe eines Betriebes kann zwar

nach unterschiedlichen,ganz individuellen

Modellen erfolgen, doch stets spielen

erb- und steuerrechtliche Aspekte mit,

die der Laie kaum noch überschauen

kann. Der Experte spannte den Bogen

von der Betriebsübergabe in der Familie

über Management-Buy-out bis hin zur

Stiftungsgründung. Unterschiede zwischen

Asset-Deal und Share-Deal kamen

ebenso zur Sprache wie eine Verpachtung

als „Zwischenlösung“ vor einer

kompletten Betriebsübergabe.

Allein im Jahr 2016,soTonner, gab es in

Deutschland Erbschaftenund Schenkungen

mit einem Gesamtvolumen von 108

Milliarden Euro, wobei der Anteil der

Zum Expertenvortrag lud „DIE WIRTSCHAFT Münster-Münsterland“ ein (v.l.): André Schulze Forsthövel (Brandschutzzentrum Brinck), Prof. Dr. Norbert Tonner

(Kanzlei Knöcker Knippenberg &Partner) sowie Lars Normann (DIE WIRTSCHAFT Münster-Münsterland).

Foto: wk

Schenkungen nicht nur den Großteil

(über 65 Milliarden Euro) ausmachte,

sondern diese Schenkungen in der Regel

auch steueroptimiert waren. Tonner:

„Nur 16 Prozent der 6,8 Milliarden Euro

Steuereinnahmen auf diesem Feld entfallen

auf die Schenkungen.“ Bei der Betriebsvermögensübertragung

gebe es

eine hohe Zahl vonVerschonungsregeln.

Tonner riet dazu, früh mit den Vorbereitungen

der Nachfolge zubeginnen.

André Schulze Forsthövel hat als neuer

Inhaber des Brandschutzzentrums

Brinck in Münster (seit Januar 2017)

noch gut inErinnerung, welche Phasen

er vor und nach der Betriebsübernahme

erlebte. Mit dem Erwerb des 1966 gegründeten

Spezialunternehmens ist

nicht nur sein lang gehegten Traum von

der Selbstständigkeit und der eigenen

Firma in Erfüllung gegangen, Schulze

Forsthövel hat offensichtlich auch den

passenden Betrieb gefunden. Denn der

neue Chef ist selbst Hauptbrandmeister.

Kontakt zur FirmaHorst Brinck bekam er

über den IHK-Nachfolgeclub. „Ich kann

diesen Weg nur jedem empfehlen“, so

André Schulze Forsthövel. Er erhielt als

registriertes Mitglied vondort ab 2010 regelmäßig

anonymisierte Unternehmensbeschreibungen.

Die Angaben zur Firma

Brinck weckten seine Aufmerksamkeit.

„Fangen Sie früh mit den Vorbereitungen

an –und machen Sie sich auf hoch emotionale

Gespräche gefasst“, erklärte

Schulze Forsthövel. Sein Credo nach der

Übernahme lautete: „Ich bin der Neue,

ich muss mich vorstellen –bei Mitarbeitern,

Kunden und Lieferanten.“ wk


20 LEBEN &

Ein lichterloh brennender Triump

Beim Osterräderlauf im kleinen westfälischen Örtchen Lügde wird ein uralter Brauch gepflegt. Das

Traditionsspektakel hat eine lange Geschichte –und wird von den „Dechen“ akribisch vorbereitet.

„Wir wollen die Räder seh‘n, wir wollen

die Räder, Räder seh‘n!“ Stimmgewaltig

artikuliert der Laienchor

seine Forderung. Es ist naheliegend,

jetzt an eine Sportveranstaltung

oder gar ein krawalliges Event zu

denken. Bei einerBrauchtumsveranstaltung

sind solche Stimmungsgesänge

dagegen eher ungewöhnlich.

Im ostwestfälischen Fachwerk-

Städtchen Lügde, das auf halber

Strecke zwischen Detmold und

Hameln liegt, wird ein uralter

Brauch gepfl

egt. Der Osterräderlauf

ist ein in dieser Größenordnung einmaliges

Traditionsspektakel mit langer

Geschichte. Dass der Brauch lebendig

bleibt, dafür sorgendie engagierten Mitglieder

des Dechenvereins. „Der Begriff

des Dechen taucht in einer Kirchenchronik

von1410auf“, erzählt Dieter Stumpe,

der seit ewigen Zeiten im Verein mitarbeitet.

Die Dechen hätten die Aufgabe

gehabt, Riten und Gebräuche zu überwachen,

waren somit Brauchtumswächter.

„Dieser Tradition sind unsere über 600

Mitglieder verpfl

ichtet“, so der Lügder

Senior stolz. Viel für einen kleinen Ort

fernab der Metropolen.

Bevor die sechs brennenden Holzräder

nach Einbruch der Dunkelheit am Ostersonntag

den Osterberg herunterrollen

können, braucht es tatsächlich sehr viele

Hände, die anpacken –nicht nur am Tag

selbst. „Irrsinnig viel Arbeit steckt hinter

so einem Osterräderlauf.“ Dieter Stumpe

spricht aus Erfahrung. „Aber dieser

Brauch gehört eben zu Lügde.“ Und das

wohl schon seit weit über tausend Jahren.

„Der Eintrag in die Listedes immateriellen,

deutschen Kulturerbes ist denn

auch unser Ziel“, hofft der Deche.

Als Karl derGroße in der Gegend weilte,

soll er von dem germanischen Brauch,

mit Feuerrädern

„Der Eintrag in die Liste des

immateriellen deutschen Kulturerbes

ist unser Ziel.“

Dieter Stumpe

den Frühling zu

begrüßen, erfahrenhaben.

Da der

Herrscher den

Kult nicht gegen

den Willen der

Bevölkerung verbieten

wollte,

setzteereinekleine,

aber weitreichende Änderung durch.

Die Speichen der Räder sollten ein Kreuzsymbol

aufw

eisen. Das tun sie bis heute.

Aus einem heidnischen war ein christlicher

Brauch geworden, der einst auch in

anderen Orten Mitteleuropas gepfl

egt

wurde.

WeramOstersamstag durch den Ort spaziert,

wird sechs große festgekettete

Holzräder im Flüsschen Emmer liegen

sehen. „Schon seit Montag werden die

hier gewässert“, informiert Dieter Stumpe.

Das feucht gewordene Holz schütze

davor, dass die Räder in Flammen aufgingen.

Stattdessen werde das in die Räder

gestopfte Roggenstroh angezündet.

„Und das wird vom Dechenverein noch

selbst nach traditioneller Art angebaut

und geerntet.“

Doch zunächst mal müssen die Osterräder

mit Hilfe eines alten Treckers aus

dem Wasser gezogen werden. Nun kann

man ihre Inschriften lesen. „Meine Ahnen

sind die Keltenund Germanen, jetzt

laufe ich in Christi Namen“, steht etwa

auf dem Rad aus dem Jahr 1985.

„Deutschland einig Vaterland“ lautet die

Inschrift von

1990. Jedes Rad,

das neu gefertigt

werden muss, erhält

auch ein neues

Motto. Nach

der mühsamen

Fleißige Strohmänner: Die Dechen –freiwillige Helfer, die sich für den Erha

den es mit Haselnussruten.

Verladeaktion

werden die rund

270 Kilogramm

schweren und 1,70 Meter hohen Räder

zum Marktplatz transportiert. Hier harren

sie ihres großen Auftritts am nächsten

Tag.

Bevoresauf den knapp 300 Meter hohen

Osterberg geht, werden die Räder –und

das Roggenstroh – mit einem Umzug

durch die historische Altstadt Lügdes

dem Publikum präsentiert. Aufdem Weg

zum Gipfel spaziert man an den Wiesen

vorbei, über die die Räder später rollen

werden. „Wir müssen immer noch an

einen Pächter sogenanntes Überlaufgeld

bezahlen, wegen vermeintlicher Ernteausfälle“,

ärgert sich Dieter Stumpe.Aber

auch die Verwaltung habe immer so einige

Hürden aufgebaut. „Ich besitze Ordner

voll mit Genehmigungen.“

Oben angekommen werden die Osterräder

von Böllerschüssen begrüßt, die bis

weit ins Talzuhören sind. Dann beginnen

die Dechen, nur gelegentlich von

einem stärkenden Schluck unterbrochen,

mit dem Vorbereitender Räder.Zuerst

wird ein Holzstock durch die Nabe

geführt, die Balancierstange, und mit

Holzplättchen fixiert. Danach werden

die langen Strohbüschel zwischen die

Speichen gestopft und mit Haselnussruten

umwickelt. Mit geschickten Handgriffen

gehen die Männer in den grünen

Overalls ans Werk. Man sieht, sie machen

das nicht zum ersten Mal. „Vor ein paar

Tagen haben unsere Leute etwa 500 Ruten

geschnitten und sopräpariert, dass

sie als Bindematerial zum Einfl

echten

des Roggenstrohs benutzt werden können“,

erläutert Experte Stumpe.

Während sich unten die Ränge, sprich die

Wege und Wiesen, füllen, wird auf dem

Osterberg das Hereinbrechen der Dämmerung

erwartet. Erst dann kann der

Lauf starten. Denn die archaische Bedeutung

der Osterräder liegt im Triumphdes

Lichtes, hier durch das Feuer symbolisiert,

über die Dunkelheit. Schlichter ausgedrückt:

Dem Winter soll der Garaus gemacht

werden.

Endlich ist es so weit. Das Osterfeuer

wirdangesteckt, aufmerksam beäugt von

der Feuerwehr. Und am 35 Meter hohen

Osterkreuz geht das Licht an. Das Kreuz

erinnert an ein bedeutendes Kapitel der

Lügder Geschichte. 1935 wa

rerVorläufer aus Protest geg

nalsozialisten, die sich den

logisch zunutze gemacht ha

Nacht- und Nebelaktion er

den.

Unten werden nun die Ge

stimmt und bald wirddas er

Startplatz gerollt. Das Lich

kreuzes erlischt. Wieder

Schuss aus der Kanone. Dan

Dechen das Rad oder genau

Beeindruckendes Feuerwerk: Die lichterloh brennenden Osterräder machen sich auf den Weg bergab –beobachtet von der

Links im Hintergrund leuchtet das Osterfeuer. ImTal werden die Räder von freiwilligen Helfern empfangen und schnell gel

sie keinen großen Schaden anrichten.


WISSEN 21

hüber die Dunkelheit

Brandschutz: Fest angekettet werden die sechs Osterräder knapp eine Woche im Flüsschen Emmer gewässert.

Erst dann kommen sie zum Einsatz.

lt des Brauchtums einsetzen –stopfen Roggenstroh als Brennmaterial indie Speichen des Rades und bin-

Fotos: Ulrich Traub

Mühsames Brauchtum: Im Schritttempo wird die schwere Fracht zum Osterberg (im Hintergrund ist das

Kreuz zu erkennen) gebracht.

rein kleineen

die Natiorauch

ideotten,

in einer

richtet worsänge

angesteRad

zum

tdes Osterertönt

ein

nstecken die

er das Stroh

mit Fackeln in Brand. Ein beidseitiger

Schubs mit der Balancierstange und das

lichterloh brennende Osterrad macht

sich auf seinen 600 Meter langen Weg.

Ein geheimnisvoll faszinierender Anblick.

Das Feuerrad scheint auf der mit roten

Leuchten markierten Piste auf das Dorf

im Tal zuzurasen. Es springt über Unebenheiten

hinweg, und das herausfallende

Stroh hinterlässt eine lodernde

Spur. Schließlich prallt es in einen der

Fangzäune, die jährlich aufw

endig ausgebessert

würden, wie Dieter Stumpe berichtet.

Sofort sind Dechen zur Stelle, um

zu löschen. Mit langen Spießen zerren sie

das brennende Stroh aus dem Rad. Glockengeläut

ertönt und das Osterkreuz

leuchtet wieder. Kurze Zeit später wird

das zweiteRad startklar gemachtund die

Zeremonie beginnt erneut. Wenn alle Räder

bis ins Tal rollen und nicht vorher

straucheln,solldie kommende Erntegut

ausfallen, hieß es früher.

Das abschließende Höhenfeuerwerk ist

ein Tribut an die neue Zeit. Ansonsten,

das betont Dieter Stumpe, sei alles, soweit

erlaubt, nach den Überlieferungen

organisiert. „Brandbeschleuniger oder

eine künstliche Rampe wie in Orten, die

den Brauch nachahmen, gibt es bei uns

nicht.“ Traditionell gepfl

egtes Brauchtum

und Handwerk –auch wenn es mit

viel Arbeit verbundenist –sindbeim Osterräderlauf

in Lügde zwei Seiten einer

Medaille.

Ulrich Traub

„Wir müssen immer noch an einen

Pächter sogenanntes Überlaufgeld

bezahlen, wegen vermeintlicher

Ernteausfälle.“

Dieter Stumpe

Feuerwehr.

öscht, damit

Dämmerung über Lügde: Die Piste für das Spektakel ist bereits präpariert –immer mehr Menschen finden sich ein, die die Räder sehen wollen. Bevor die sechs brennenden Holzräder

nach Einbruch der Dunkelheit am Ostersonntag den Osterberg herunterrasen können, braucht es tatsächlich sehr viele Hände, die anpacken –nicht nur am Tagselbst, sondern

schon in der langen Vorbereitungszeit.


22 LEBEN &WISSEN

Für mehr IT-Kompetenz

Eine Initiative der lokalen Wirtschaft in Telgte will die Schulen vor Ort in die digitale Zukunft führen.

In einem ersten Schritt soll ein Zentrum mit modernster Ausstattung entstehen.

Die Tür indie digitale Zukunft steht

für alle Telgter Schüler ganz weit offen:

Denn eine Initiative der lokalen

Wirtschaft, federführend sind hier

Magdalena Münstermann vom

gleichnamigen Maschinenbaubetrieb

aus Westbevern, Christian Bleser

von Hygi.de und Olaf Hartmann

von der Sparkasse Münsterland-Ost,

will in mehreren Projektschritten

dafür sorgen, dass Telgte im Kreis

Warendorf sowohl im Hinblick auf

die IT-Ausstattung der Schulen als

auch beim Einsatz entsprechender

Techniken im Unterricht eine Schlüsselrolle

einnimmt und damit alle

Schüler, egal welcher Schulform, fit

für die Zukunft gemacht werden.

„Wir müssen dringend etwas tun,

sonst sind wir abgehängt“, sagt

Christian Bleser.

Eines ist den drei Initiatoren

dabei besonders wichtig. Das

Großprojekt soll nicht nur in

enger Abstimmung zwischen

Wirtschaft, Schulen und Verwaltung

erfolgen, sondern es soll bei diesem

Schritt in die digitale Zukunft jeder

mitgenommen werden. Auch dieVHS ist

mit im Boot. ObLehrer, Schüler, die gesamteTelgter

Wirtschaft, Eltern, Politiker

oder andere Gruppen: „Wir müssen alle

gemeinsam und ohne Vorbehalte an

einem Strang ziehen, dann wird das gelingen“,

ist Magdalena Münstermann

überzeugt.

Einige Vorgespräche haben bereits stattgefunden,

und

dabei wurde eine

Art roter Faden

ermittelt. Um das

„Im Vergleich zu dem, was Unternehmen

teilweise bereits jetzt,

aber auf jeden Fall inZukunft

ausgeben müssen, um gute Fachkräfte

zugewinnen, relativiert sich

diese Summe schnell.“

Christian Bleser

Großprojekt zu

konkretisieren,

sind zudem Ralf

Große Westerloh,

er ist der verantwortliche

Lehrer

für diese Phase,

und die Verwaltung

derzeit damit

beschäftigt,

die Bedarfe zu ermitteln.

In einemerstenSchritt soll ein „Digitales

Kompetenzzentrum“ für alle Telgter

Schüler –von der Grund- bis zur weiterführenden

Schule –entstehen, aller Voraussicht

nachamSchulzentrum. Die geplanteAusstattung

dieses Zentrums lässt

nicht nur die Herzen vonIT-Experten höherschlagen.

iPads, dazu passende

schnelle Rechner, Robotertechnik, 3D-

Drucker, Kameras, Soundsysteme und

vielesmehr sollen dafür sorgen, dass alle

denkbaren Aufgaben und Anforderungen

im Unterricht mit dieser digitalen Ausstattung

erfolgen können. Dazu gehören

auch eine entsprechende Software und

Das Tablet soll inTelgter Schulen künftig zur Standardausstattung der Schülerinnen und Schüler gehören.

Schulung derPädagogen. „Wir haben die

Vision, dass dieses Zentrum möglicherweise

schon im ersten Quartal 2018 konkretisiertwerden

könnte“, ließ Olaf Hartmann

kürzlich keinen Zweifel daran,

dass beim Thema digitaler Fortschritt

keine Zeit verschenkt werden darf.

Wichtig ist den Unternehmen, dass die

Schüler in diesem Kompetenzzentrum

einerseits ihre IT-Kenntnisse vertiefen,

andererseits in enger Abstimmung mit

der lokalen Wirtschaft möglichst praxisnahe

Aufgaben umsetzen und damit

frühzeitig an das spätereBerufsleben herangeführt

werden. „Das ist quasi die Veredelung

des ,Telgter Modells‘“, sagt

Christian Bleser.

Das Kompetenzzentrum istaber lediglich

der Anfang. Zudem schwebt den Initiatoren

vor, zumindest alle Schüler der weiterführenden

Schulen, möglicherweise

auch die höheren Jahrgänge der Grundschulen,

mit iPads auszustatten.

Die Finanzierung des Ganzen soll über

Spenden und andere Zuwendungen erfolgen.

Ein Verein oder eine ähnliche

rechtliche Konstruktion, die die Gemeinnützigkeit

sicherstellt, soll sich nicht nur

um die Finanzen kümmern, sondern

auch den Betrieb des Kompetenzzentrums

und alle weiteren Schritte sicherstellen.

Näheres wirdderzeit intensiv geprüft,

genauso wie die Frage, wie hoch

die monatlichen Kosten sein werden.

Dass diese nicht gerade gering ausfallen,

ist Christian Bleser bewusst. „Im Vergleich

zu dem, wasUnternehmen teilweise

bereits jetzt, aber auf jeden Fall in Zukunft

ausgeben müssen, um gute Fachkräftezugewinnen,

relativiert sich diese

Summe schnell“, ist er überzeugt.

Das Großprojekt soll eine Win-win-Situation

für alle erbringen. „Wir müssen die

Schüler frühzeitig an uns binden“, sagt

Christian Bleser,denn sie seien die Fachkräfteder

Zukunft, die die gesamteTelgter

Wirtschaft benötige.

Andreas Große Hüttmann

STIMMEN ZUM TELGTER PROJEKT

Bürgermeister Wolfgang Pieper: „Die Stadt begrüßt die Initiative für ein Kompetenzzentrum

und wird den Prozess selbstverständlich unterstützen. Um die Realisierung

erfolgreich und in einem strukturierten Verfahren abarbeiten zu können,

müssen die erforderlichen räumlichen, sächlichen und personellen Voraussetzungen

und deren Finanzierung zuvor geklärt und unter Beteiligung der

Politik entschieden werden. Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die Schulen

den Einsatz der digitalen Instrumente eigenverantwortlich in ihre Konzepte einbinden

können.“

Schulkoordinator Ralf Große Westerloh: „Der richtige und gewinnbringendere

Weg ist der, dass Bedarfe an (digitaler) Technik aus dem Unterricht heraus entstehen,

die dann gedeckt werden müssten. Grundlage ist das jeweilige Medienkonzept.

In dieser Hinsicht sind alle Telgter Schulen sehr gut aufgestellt. Inder

Arbeitsgruppe ,Digitales Kompetenzzentrum‘ ist daher der Leitspruch ,Denken

first, Digital second‘ allgegenwärtig, wissen doch alle, dass nur eine kluge Projektplanung

und niederschwellige Umsetzung dazu führen kann, dass eine Winwin-Situation

für alle entsteht.“

Foto: dpa

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LEBEN &WISSEN 23

Teile der Berliner Mauer und ein Auto der Marke Trabant sind im Haus der Geschichte inBonn in der wiedereröffneten Dauerausstellung zu sehen

Fotos: dpa

Das kollektive Gedächtnis

Mythen sind entscheidend für das Zusammengehörigkeitsgefühl von Nationen. Das Haus der

Geschichte inBonn nimmt gemeinsame Erinnerungen der Deutschen unter die Lupe.

„Tooor, Tooor, Tooor, Tooor!“,

schallt es durchs Haus der Geschichte.

Die Aufnahme des Radio-Reporters

Herbert Zimmermann ist über

60 Jahre alt. Dennoch dürften auch

Jüngere sofort wissen, worum es

geht. Denn die Reportage über das

Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft

1954 hat sich in das Gedächtnis

der Deutschen eingebrannt.

Die übergroße Nachbildung des Fifa-WM-

Pokals 2014 von Raik Zenger.

Wie diese und andere

identitätsstiftende nationale

Erinnerungen

entstehen, zeigt das

Bonner Haus der Geschichte

bis zum 14. Oktober in der Ausstellung

„Deutsche Mythen seit 1945“.

Dabei unterscheidet die Schau immer

wieder zwischen Dichtung und Wahrheit.

Bei nationalen Mythen handele es sich

nicht um erfundene Sagen, sondern um

„Erzählungen der kollektiven Erinnerung“,

erklärt Kurator Daniel Kosthorst.

Viele Länder hätten Mythen, die weit in

die Vergangenheit zurückreichten. Anders

die Deutschen: Helden wie Hermann,

der „Befreier Germaniens“, oder

Kaiser Barbarossa taugten nach 1945

nicht mehr als gemeinschaftsstiftende

Mythen. „Nach dem Missbrauch durch

die Nationalsozialisten brach die deutsche

Mythentradition weitgehend ab.“

Doch es entstanden neue Legenden, wie

die Ausstellung anhand von900 Exponatenzeigt.

Die Fußball-WM von1954 etwa

prägte das Selbstbild der Deutschen als

siegreiche Fußballnation. Höhepunkte

erfuhr dieserMythos 2003 mit dem Film

„Das Wunder vonBern“ und mit der Fußball-Weltmeisterschaft

2006, die als

„Sommermärchen“ in die Geschichteeinging.

Die Ausstellung präsentiert unter

anderem das Kostüm des jugendlichen

Filmhelden Matthias Lubanski und den

berühmten Spickzettel vonTorhüter Jens

Lehmann bei der WM 2006.

Schon unmittelbar nach Kriegsende legten

die Frauen, die in den zerstörten

Großstädten teils mit bloßen Händen den

Schutt wegräumten, die Grundlageeines

neuen Mythos: Aufdie Erinnerung an die

„Trümmerfrauen“ und den erfolgreichen

Wiederaufb

au griffen Politiker immer

wieder zurück, um den nationalen Zusammenhalt

zu beschwören. Das dokumentiert

etwa die Rede des damaligen

Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU), der

1990 „blühende Landschaften“ in Ostdeutschland

nach dem Vorbild des westdeutschen

Wiederaufb

aus versprach.

Zugleich zeigt die Ausstellung, dass der

Beitrag zum Wiederaufb

au, den die

Trümmerfrauen zweifelsohne leisteten,

in der Erinnerung überhöht wurde. Denn

wie Bilder belegen, wurde der Großteil

der Trümmer mithilfe von Maschinen

weggeräumt. Auch dieWirtschaftspolitik

der Nachkriegszeit, die im Nachhinein als

geradliniger Weg zum deutschen Wirtschaftswunder

gilt, warnicht so unangefochten,

wie es heute erscheint. So löste

die Einführung der D-Mark im November

1948 zunächst heftigeProtesteaus, die in

einem Generalstreik gipfelten.

Während der Mythos vom Wirtschaftswunder

Westdeutschland prägte, verfolgte

die DDR andere nationale Erzählstränge.

Der Arbeiter- und Bauernstaat

stellte sich indie Tradition der Antifa-

Zigarren der Marke „Ludwig Erhard“ sind in der Ausstellung

„Deutsche Mythen seit 1945“ zu sehen.

schisten. Dieser Mythos wurde zahlreich

in Stein gemeißelt, wie die Ausstellung

anhand von Entwürfen für das Buchenwald-Denkmal

oder das in Berlin-Treptow

aufgestellte sowjetische Ehrenmal

„Der Befreier“ dokumentiert.

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es an die Dachplatten

Die LVM-Versicherungen starten mit den Abrissarbeiten der alten Lager- und Produktionshallen. Auch

in die Planungen für die Neubebauung kommt jetzt Bewegung.

Viel hat sich getan in den vergangenen

Jahren anMünsters Stadthafen.

Doch das auffällige „Wahrzeichen“,

die einstigen Osmo-Hallen,

rotteten weiterhin

ungenutzt vor sich

hin. Aber jetzt gibt es Bewegung

auf einem Teil des Areals: Seit

Anfang März hat der Abriss der alten Lager-

undProduktionshallen direkt an der

Hafenkante begonnen. Ineinem ersten

Schritt lassen die LVM-Versicherungen

als Investor auf den Gebäuden zwischen

Wasser und Hafenweg die alten Dachplatten

per Hand abtragen. Eine aufw

endige

Arbeit, die voraussichtlich drei Monate

dauern wird. Erst dann kommt

schweres Gerät zum Einsatz, werden

Mauerwerk, Stützen und Bodenplatten

Die Baugrube für das Hafencenter nimmt bereits Formen an. Auf dem ehemaligen Postgelände entstehen Einzelhandel,

Büros, Wohnungen und ein Quartiersparkhaus.

Foto: Peter Imkamp

der alten Bebauung abgebrochen. „Das

kann sich bis weit in den Sommer ziehen“,

sagt Rafaela Kiepe von der Pressestelle

der LVM-Versicherungen.

Ganz verschwinden werden die markanten

Dächer der Osmo-Hallen übrigens

aus der Hafensilhouette nicht. In Anlehnung

an die alteBebauung plant der LVM

im Rahmen des hier neu entstehenden

Gebäudekomplexes eine Markthalle mit

überdachter Freifl

äche zum Hafenbecken

hin. Das Dach soll wie bisher über

die Wasserkanteragen und so die Erinnerung

an die einstige Nutzung wachhalten.

Wie und wann es nach dem Abriss eines

Teils der alten Hallen weitergeht, ist dabei

aktuell nicht endgültig geklärt. Doch

kommt auch in die Planungen neue Bewegung,

nachdem im Januar diesen Jahresein

erster Entwurffür einen neuenBebauungsplan

im Ratder Stadt vorgestellt

wurde. Der sieht statt der ehemals ausschließlich

gewerblichen Nutzung neue

Möglichkeiten für das Areal vor. AufweitenTeilen

ist nun Wohnbebauung vorgesehen,

teilweise in Kombination mit Büronutzung.

Bis zu 450 Wohnungen, Büros,

Cafés und Geschäfte könnten auf

dem Gebiet zwischen Hafenbecken und

Schillerstraße entstehen. Vier- bis sechsgeschossig

soll die Bebauung des lebenswerten

Quartiers imwesentlichen sein.

Einzelne höhere Gebäude setzen Akzente.

Umkein reines Nobelviertel amWasser

entstehen zu lassen, soll auch „bezahlbarer

und geförderter Wohnraum

entstehen“, wie Münsters Stadtbaurat

Robin Dernstorff bei der Präsentation des

städtebaulichen Entwurfs für das Areal

anmerkte. Eine Quoteist mit den Investorennoch

nicht vereinbart, jedoch soll die

bei 30 Prozent vertraglichfestgelegt werden.

Wann jedoch der Bebauungsplan verabschiedet

wirdund mit dem Baubegonnen

werden kann, ist allerdings noch offen.

Erfreulich aber ist auf jeden Fall, dass

nach fastsechs Jahren, in denen sich nur

wenig in puncto Planung getan hat, nun

wieder Bewegung in einlangefestgefahrenes

Planungsverfahren gekommen ist.

Dazu tragen auch die Projektentwickler

und Investoren bei, die in den vergangenen

Monaten damit begonnen haben,

ihre Pläne aufeinander abzustimmen.

Die LVM-Versicherungen, Josef Kuhr Immobilien

sowie die Projektentwickler

Rainer M. Kresing und Andreas Deilmann

mit jeweils eigenen Projekten haben

so bereits über Formen, Struktur und

Höhe der möglichen Gebäude beraten,

um dem Projekt ein harmonisches Erscheinungsbild

zu geben, am Hafen eine

hohe gestalterische Qualität zu sichern.

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Die Planungen für das Gelände der ehemaligen Osmo-Hallen nehmen neue Fahrt auf. Derzeit werden die Planungen

der unterschiedlichen Projektentwickler und Investoren aufeinander abgestimmt. Foto: Christ/Stadt Münster


MÜNSTERS BUSINESS –DER HAFEN 3

gestellten Gebäude entstehen“, sagte

Architekt Rainer M. Kresing Ende des vergangenen

Jahres.

Der Bereich zwischen dem Hafenweg

und der Schillerstraße –bis dato durch

die Hallenmauern vom benachbarten

„Klein Muffi“ getrennt –soll in Zukunft

den Bewohnern des Herz-Jesu-Viertels

dank vielfältiger Wegeverbindungen den

direkten Zugang zum Hafenkai ermöglichen.

Für dieses Areal wird derzeit noch

an konkreten Planungen gearbeitet.

Weiter sind da die LVM-Versicherungen,

die mit dem Beginn der Abrissarbeiten

nun auch den Startschuss für die Neugestaltung

des Areals gaben.

Sieverwirklichen auf einer 10 500Quadratmeter

großen Fläche zwischen Wasserkanteund

Hafenweg einen modernen

Wohn- und Gewerbekomplex zur Vermietung.

Hinguckerist ein Turm, in dem

ein Hotel oder Boardinghouse geplant ist.

Daneben entstehen Bürogebäude in deren

Obergeschossen auch Wohnungen

vorgesehen sind. Auch einRestaurant ist

vorgesehen. Ein Food-Court mit verschiedenen

eigenständigen Restaurants und

Imbissen rund um einen gemeinsamSitzbereich

soll seine Heimat in der an die altenOsmo-Bebauungerinnernden

Markthalle

finden.

Am östlichen Ende erweitert Josef Kuhr

seinen Speicher um ein neues Gebäudeensemble.

Das „Hafentor“ besteht aus

drei Bauwerken, die die Strukturen des

Areals im Stile einer klassischen Hafenarchitektur

in moderner und zeitloser

Gestaltung aufgreifen. Ein Turm wird

den Komplex abschließen –als markanter

Punkt am Fuße der neuen Kanalbrücke

über die Schillerstraße. Insgesamt

werden rund 10 000Quadratmeter Bürofl

äche und 7000 Quadratmeter Wohnfl

ä-

che entstehen. Um der Fahrradstadt

Münster gerecht zu werden, ist im Sockelgeschoss

ein Fahrradparkhaus mit

370 Stellplätzen vorgesehen. Eine Tiefgarage

bietet 276 Pkw-Stellplätze.

Bald Geschichte: Aktuell starten die Abrissarbeiten

der ehemaligen Osmo-Hallen

mit dem Abtragen der Dachplatten.

Fotos: LVMVersicherung

Kräftig am Werk sind die Bagger in einem

anderen Bereich des Hafengebietes. Das

alte Postgebäude zwischen Hansaring

und Hafenweg ist bereits Geschichte, die

Ausschachtungsarbeiten für das Hafencenter

mit Einzelhandel für den täglichen

Bedarf, Büros und einigen Wohnungen

laufen bereits. Zudem wird dort ein

Quartiersparkhaus mit 220 öffentlichen

Stellplätzen gebaut.

Münsters Hafen wird sich also in den

kommenden Monaten weiter kräftig verändern.

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Das Tanklager der Westfalen AG nahe Gelmer ist einer von drei heute noch im münsterischen Stadtgebiet genutzten

Häfen.

Foto: Westfalen AG

Als Frachthafen

ohne Bedeutung

Dipl.-Kfm.

Paul-Peter Groten

Geschäftsführer

Reinhard Lezgus

Geschäftsführer

Noch Alternativen im Stadtgebiet

Als Warenumschlagplatz ist Münsters

Stadthafen bereits seit vielen

Jahren ohne Bedeutung.

Dabei wurden hier einst

Kohlen, Holz oder auch

landwirtschaftliche Produktevon

Bordzahlreicher

Schiffe gelöscht. Doch

sank der Umschlag von noch 1,3 Millionen

Tonnen im Jahre 1962 auf lediglich

65000 Tonnen 2008 deutlich.Heutewerden

nur noch sehr selten WareninMünsters

Hafen verladen. Stattdessen wirdder

Kai von Ausfl

ugsschiffen und privaten

Bootseignern für kürzere Aufenthalte

gern genutzt.

Für die Frachtkähne stehen immer noch

mehrere Alternativen im münsterischen

Stadtgebiet zur Verfügung. So feierteder

Öl-Hafen der Westfalen AG in Gelmer

erst kürzlich das 50-jährige Bestehen,

können Waren weiterhin im Agrarhafen

oder auch im Industriehafen am neuen

Hansa Business Park in Amelsbüren angelandet

werden.

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Grundlegend ge

4 MÜNSTERS BUSIN

Münsters Stadthafen hat in den vergangenen Jahrzehnt

zum beliebten Standort für Gastronomen, Händler und

Vom Güterumschlagplatz zu einer gefragten

Adresse für Gastronomen,

Händler und Dienstleister.

Münsters Stadthafen hat

sich in nur wenigen Jahrzehnten

grundlegend gewandelt.

Wurden an den

Kais einst Kohlen, Holz

und landwirtschaftliche Produkte umgeschlagen

und noch körperlich hart gearbeitet,

so finden sich heute überwiegend Büro-

Jobs in diesem attraktiven Kiez.

Erst 1989 setzte der Veränderungsprozess

rund um Münsters Hafen ein. Heute bestimmen

Bürohäuser, Kunst, Kultur, Restaurants

und Szeneclubs das Bild des Kreativkais auf

der Nordseite des Hafenbeckens. Gegenüber,

an der so genannten B-Side, und im

Umfeld sind weitere hochwertige Flächen

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„Wir haben eine sehr

hohe Trefferquote“

MünsterlandManager.de vermittelt erfolgreich Fach- und Führungskräfte

Die Gründe für die Suche sind vielfältig.

Doch ganz gleich, ob Nachfolger gesucht,

Stellen neu besetzt oder neu geschaffen

werden sollen: Ohne eine Personalvermittlung

kann das gerade im

Bereich der Fach- und Führungskräfte

heutedauern. „Früher haben die Firmen

das noch selbst gemacht“, sagt Reinhard

Lezgus, gemeinsam mit Paul-Peter Groten

Geschäftsführer von Münsterland-

Manager.de, einem Unternehmen, das

sich auf die Fach- und Führungskräftevermittlung

aus der Region für die Region

spezialisiert hat. Doch angesichts

der aktuell guten wirtschaftlichen Lage

erweist sich die Suche derzeit als sehr

aufwendig. „Es ist schwieriger geworden,

die richtigen Anreizezufinden,um

offene Positionen wunschgemäß besetzenzukönnen“,

ergänzt Paul-Peter Groten.

Der gründete MünsterlandManager.de

einst in Ahaus. Mit einem Konzept das

ankommt –heuteist das Unternehmen

mit Niederlassungen in Ahaus, Bocholt

und Münster zu Hause. Denn Groten

und Lezgus legen Wert auf die passgenaue

Vermittlung von Fach- und Führungskräften.

Dafür machen sie sich mit

den Wünschen und Anforderungen beider

Seiten vertraut, kennen Firmen

ebenso gut wie Bewerber. Zudem kennen

die Experten aufgrund ihrer langjährigen

Erfahrung den heimischen

Stellenmarkt gut, können Firmen so

kompetent bei der Suche nach Fachund

Führungskräftenvon Beginn an intensiv

begleiten.

Daskommt an in der Region. Rund 3500

Unternehmen aus dem Münsterland

abonnieren aktuell den regelmäßig erscheinenden

Newsletter von MünsterlandManager.de.

Darin stellen die Personalexperten

stets eine Auswahl aktueller

„Top-Kandidaten aus dem Münsterland

vor“. Eine umfassende Palette

vonFach- und Führungskräften für den

Einsatz in verschiedensten Unternehmensbereichen.

Und dennoch nur ein kleiner Ausschnitt

aus dem umfangreichen Potenzial, aus

dem Groten und Lezgus mit ihrem Team

schöpfen können. Mehr als1000Bewerber

aus der Region umfasst die Datenbank

von MünsterlandManager.de aktuell.

Und alle haben die erfahrenen

Personalexperten inpersönlichen Gesprächen

kennengelernt, sich intensiv

mit Lebensläufen, Fähigkeiten, Vorstellungen

und Entwicklungsmöglichkeiten

auseinander gesetzt. So konnten sie ein

genaues Bild der Fach- und Führungskräfte

gewinnen und bei Firmenanfragen

zumeist kurzfristig Vorschläge machen,

die passen.

Die passgenaue Vermittlung und die

nachhaltige Stellenbesetzung haben für

Paul-Peter Groten und ReinhardLezgus

absolutePriorität. „Wir haben eine sehr

hohe Trefferquote“, freuen sich die Inhaber

des MünsterlandManager.

Viele Unternehmen aus der Region

konnten sie mit ihrer schnellen, zuverlässigen

und seriösen Arbeit bereits

überraschen und überzeugen. „Ihr hört

ja wirklich zu!“ zeigte sich schon mancher

Personalererstaunt, wenn vakante

Positionen bereits nach kurzer Zeit mit

einem Wunschkandidaten besetzt werden

konnten.

Das Spektrum reicht dabei vom kleinen

Mittelständler mit 50 Mitarbeitern bis

hin zum großen Konzern mit 15000 Beschäftigten

und umfasst beinahe alle

Branchen.

Aus der Region für die Region: Paul-Peter Groten (r.) und Reinhard Lezgus

vermitteln erfolgreich Fach- und Führungskräfte.

Foto: WK


ESS –DER HAFEN

5

wandelt

en eine rasante Entwicklung genommen. Der einstige Güterumschlagplatz hat sich

Dienstleister verändert.

für Dienstleister entstanden, im Bau oder

geplant. Auch Flächen für Gewerbe sind hier

noch vorgesehen und Erweiterungsmöglichkeiten

für die Stadtwerke Münster.

Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht.

Das Potenzial des Hafens für weitere moderne,

stadtbildprägende und werthaltige Projekte

– ganz gleich, ob auf dem ehemaligen

Gelände der Osmo-Hallen oder den noch anders

oder wenig genutzten Flächen auf der

B-Side – ruft bei Investoren großes Interesse

hervor.

Damit dürfte sich die Attraktivität des Hafenbereichs

auch in den kommenden Jahren

weiter erheblich steigern. Obwohl sich die

Bedeutung dieses Quartiers für Münster in

jüngster Vergangenheit deutlich gewandelt

hat, ist es weiterhin wichtig für die Stadt geblieben.

Denn als Bürostandort und Vergnügungsmeile

bietet das Hafengebiet noch immer

großes Beschäftigungspotenzial. Weit

mehr als 3000 Arbeitsplätze in unterschiedlichsten

Bereichen gibt es dort bereits heute.

Und angesichts der umfangreichen Pläne für

die nahe und fernere Zukunft dürfte sich

diese Zahl noch weiter steigern. Und mit der

Verwirklichung der Neubauprojekte auf

dem ehemaligen Osmo-Gelände wird Münsters

Hafengebiet sicherlich bald auch zu

einem beliebten Wohngebiet werden.

Foto: Münster Marketing

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6 MÜNSTERS BUSINESS –DER HAFEN

Ungewöhnliche Perspektiven auf die Hafenkante ermöglichte Ayse Erkmens für die Skulptur Projekte 2017 errichteter Steg.

Foto: Matthias Ahlke

Besuchermagnet

Münsters Hafen ist heute ein beliebter

Wirtschafts- und Veranstaltungsstandort

Das Hafenfest wird indiesem Jahr vom 1.bis 3. Juni sicherlich

wieder zu einem Zuschauermagneten.

Foto: Matthias Ahlke

Münsters Hafen hat sich im Laufe der

vergangenen Jahrzehnte nicht nur

zu einem gewichtigen Wirtschaftsstandort

entwickelt. Dank abwechslungsreicher

Gastronomie und fast

mediterranem Flair in der Sommerzeit

mausertesich der Kaizudem zur

beliebten Flanier- und Genussmeile.

Und nicht nur das. So bildete

der Hafen mit seinem besonderen

Flair bereits

mehrfach die Kulisse für

Film- und Fernsehaufnahmen.

Auch zahlreiche Veranstaltungen

haben sich im und rund um das Hafenbecken

etabliert und ziehen schon seit vielen

Jahrendie Massen an. Hafenfest und

Triathlon sind mittlerweile feste Größen

im Veranstaltungskalender und haben

sich zu Besuchermagneten entwickelt.

Und Ayse Erkmens „Steg“ erlaubte im

Rahmen der Skulptur Projekte imvergangenen

Sommer ganz besonderePerspektiven

und Ausblickeauf das Hafenpanorama.

Zahllose Besucher überquerten

auf ihm das Hafenbecken auf außergewöhnliche

Weise.

Eine ideale Ergänzung. Denn der „Steg“

wurde in unmittelbarer Nähe zum Speicher

II errichtet –einem alten Industriegebäude,

das die Stadt Münster gemeinsam

mit dem Land Nordrhein Westfalen

und dem Verleger Wolfgang Hölker zu

einer mehrstöckigen Drehscheibe für

zeitgenössische Kunst umgebaut hat. 32

Ateliers auf vier Etagen bieten ideale

Arbeitsbedingungen. In der fünften Etage

zeigt die „Ausstellungshalle zeitgenössische

KunstMünster“ auf 1000 Quadratmeter

Projektfl

äche ihr Programm.

Viele Jahre residiert auch das Wolfgang

Borchert Theater bereits am münsterischen

Stadthafen. Seit 2014 im aufw

endigen

renovierten Gebäude des Flechtheim-/Rhenus-Speichers.

Und das macht

in diesem Jahr das Hafenbecken buchstäblich

zur Bühne. Intendant Meinhard

Zanger inszeniert Shakespeares Romanze

„Der Sturm“ mitzauberhaften Bildern

und viel Humor als Open-Air-Theaterspektakel

für die ganze Familie. Spielort

ist das Hafenbecken direkt an der Rückseite

des Wolfgang Borchert Theaters.

Die Bühne wird ins Wasser gebaut. Die

Schwimmer im Hafenbecken: Beim Sparda Münster City Triathlon

geht es im Wasser richtig rund –zum elften Mal am22. Juli diesen

Jahres.

Foto: Jürgen Peperhowe

Tribüne an Land fasst 430 Zuschauerplätze.

Es dürfteein ähnlich begeisterndes Event

werden wie der legendär gewordenen

„Sommertraum“, den das Ensemble im

Jahre 2012 imtotal ausverkauften Gasometer

an der Umgehungsstraße inszenierte.

Und sicherlich nicht die einzige

spektakuläre Inszenierung am münsterischen

Stadthafen. Dort, auf dem Hafenplatz,

sorgte auch das Theater Titanick –

zuletzt mit dem Spektakel „Alice on the

Run“ –für furiose Theatererlebnisse.

Die zogen die Zuschauer inScharen an.

Ähnlich dürfteesfür die Aufführung von

„Der Sturm“ sein. Das Stück feiert Premiere

amSamstag, 16. Juni, um 20.30

Uhr. Weitere Vorstellungen sind täglich

außer montags bis einschließlich 15.Juli,

jeweilsum20.30 Uhr und vom21. August

bis 16.September jeweils um 20 Uhr geplant.

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DASIDEALEWERBEMEDIUM2018. JETZT B

Imposant wird die Bühne für die Inszenierung des Shakespeare-Stücks „Der Sturm“ in Münsters Hafenbecken

wirken.

Grafik: Darko Petrovic


Ein neues

Heaven

Der Umzug der Location und

ihre Übergangslösung

MÜNSTERS BUSINESS –DER HAFEN 7

Nach zwölfJahren war Anfang Januar

Schluss. Das Heaven und der Coconut

Beach am Kreativkai sind Geschichte.

Aber nur kurz, denn an der

Südseite des Hafens wird bald ein

neuesKapitel aufgeschlagen: Für die

Event-Location entsteht das neue

Dockland-Haus. Und bis das fertig

ist, gibt es am Stadthafen 2das temporäre

Projekt Heaven/Coconut

Beach.

Die vorübergehende Lösung

istweit mehr als ein Provisorium.

Dieses Projekt sei

eine „echteWeiterentwicklung

des bisherigenStandortes“,

so Thomas Pieper, Christof Bernard

und Pitti Duyster als Geschäftsführer

der Dockland GmbH, die das „Heaven“

betreibt.

Auf rund 6000 Quadratmetern ist das

Ganze „auf sportliche drei Jahre“ angelegt.

Zunächst ist für den 30. April die Eröffnung

des Coconut Beach angekündigt.

Hier sollen laut Betreiber „alle Veranstaltungen

stattfinden, die die Münsteraner

schon in der Vergangenheit schätzen gelernt

haben“. Dazu zählen die Takatuka-

Events, kleinere Konzerte und die Open-

Air-Sessions am Wochenende.

Ins Auge fälltauf dem Areal neben einem

Zirkuszelt mit zwei Masten natürlich das

in Holzoptik gehaltene Heaven Beach

House, das am 12. Mai eröffnet werden

soll und dessen Fensterfronten sich komplett

zum Wasser hin öffnen lassen. Insgesamt,

so die Bettreiber, stehen dann

1000 Quadratmeter überdachte Fläche

zur Verfügung, die so für wetterunabhängigePlanungssicherheit

für künftigeAuftritte

sorgt.

Was die Entstehung dieser Übergangslösung

erleichterte, war die Bauweise der

bisherigen Ausstattung. „Glücklicherweise

haben wir sowohl im Heaven als auch

auf dem Beach vieles mobil errichtet, sodass

wir ganze Elemente nur rüberbringen

müssen“, so die Betreiber.

Das Ende dieses temporären Projektes

wird 2020 kommen, wenn voraussichtlich

im Frühjahr/Sommer das neue Dockland-House

bezugsfertig sein wird. Das

markante Gebäude nach dem Entwurf

des münsterischen Architekten Andreas

Heupel wirdmit sieben Etagen Höhe und

außergewöhnlicher Optik eine neue

Landmarke amWasser setzen.

Die ersten zwei Stockwerke haben eine

eher rustikal anmutende Außenhaut, die

sich an der Wasserseitemit einer großen

Glasfront über Eck zum Außengelände

am Ufer öffnet. Hier unten wirddas Heavenseine

endgültigeneue Heimat finden

und Platz für 800 bis 900 Personen bieten.

In die Etagen darüber sollen Unternehmen

als Mieter einziehen, die „zu uns

passen“, so Pitti Duyster.Sie werden von

einer besonderen Fassade umhüllt sein.

Tagsüber strahlt sie wohl meist weiß, ansonsten

kann sie ihre Farbe verändern

und auch Animationen zeigen. So ergebensich

enorme Gestaltungsmöglichkeiten

für den Außenbereich.

Und ganz oben aufdem Dach ist als Krönung

des Ganzen ein Swimmingpool geplant.

Den können tagsüber die Mieter

des Hauses nutzen und abends eröffnet

dort die „Sky-Lounge“ mit einem prima

Blick aufs Wasser und darüber hinaus.

Das Dockland-Haus mit seiner außergewöhnlichen Optik wird ander Südseite des Hafens nicht nur neue Heimat des Heaven. Auch Büroetagen

und eine Dachterrasse mit Pool sind vorgesehen.

Grafik: Andreas Heupel Architekten

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Sabine Baumann-Duvenbeck und ihr Kraftpaket –

unterstützt durch die Fördermittel der NRW.BANK.

Das temporäre Projekt Heaven/Coconut Beach ist für rund drei Jahre angesetzt und ist die schmucke Übergangslösung,

bis die neue Bleibe, das Dockland-Haus, steht.

Grafik: Dockland GmbH

Die Stärke mittelständischer Unternehmen ist ein wichtiger Motor der Wirtschaft in unserer Region.

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Die Nachfolge

erfolgreich regeln

Unternehmensübergabe bereits frühzeitig in

Angriff nehmen.

Eine der Stärken der Region könnte

schon bald zu einem großen Problem

werden. Denn insbesondere Kleinst- und

Kleinunternehmen ebenso wie mittelständische

Betriebe bilden das Rückgrat

der heimischen Wirtschaft.

Die ist damit breit aufgestellt und wenig

anfällig für Krisen. Ein Problem wird aber

auch die hiesigen Unternehmensleiter so

hart treffen wie die in anderen Regionen:

Die Suche nach geeigneten Nachfolgern.

Die ist aktuell bereits nicht einfach und

dürfte sich in den kommenden Jahren

aufgrund vieler Faktoren noch weiter

verschärfen, wie Ruven Klöcker, Experte

für das Thema Unternehmensnachfolge

bei der Kanzlei Klöcker, Knippenberg &

Partner in Ladbergen und Münster, sagt.

„Deshalb heißt es frühzeitig handeln“,

mahnt Klöcker, umdas unternehmerische

Erbe erfolgreich zu regeln. Sieben bis

acht Jahre vor einem möglichen Übergabedatum

sollten idealerweise bereits

erste Überlegungen angegangen werden.

Ratsam ist dabei stets auch die Begleitung

durch externe Fachleute. Die kennen

sich nicht nur mit den rechtlichen

und steuerlichen Aspekten aus, sondern

beleuchten Unternehmen und anstehende

Aufgaben aus einer anderen Perspektive.

„Wir sehen uns nicht nur als Berater

in steuerlichen Dingen sondern unterstützen

in allen betriebswirtschaftlichen

Fragen“, erläutert Ruven Klöcker.

Ein wichtiger Punkt sollte dabei berücksichtigt

werden, auch wenn sich die

Nachfolgeregelung noch gar nicht stellt:

Ein Unternehmen sollte stets auf dem

aktuellen Stand gehalten und konstant

weiterentwickelt werden. „Auch dann,

wenn die Übernahme ansteht“, mahnt

Finanzexperte Klöcker. Denn gerade dann

muss man attraktiv für potenzielle

Nachfolger bleiben.

Auftakt für alle Überlegungen ist Frage

nach dem Wie der Unternehmensübergabe.

Steht möglicherweise ein Nachfolger

aus der Familie oder der Firma bereits

in den Startlöchern? Oder soll eventuell

an einen Mitbewerber oder Konzern

verkauft werden?

Nicht immer stehen geeignete Interessenten

aus der Familie oder dem Unternehmen

selbst bereit. Doch, so Ruven

Dienächste

Generation

sichern.

Die Rechtsanwälte und Steuerberater Klöcker Knippenberg &Partner mbB vertreten

überwiegend klein- und mittelständische Unternehmen.

Klöcker, gilt es oftmals nur, potenzielle

Kandidaten zu ermuntern, den Schritt in

die Selbstständigkeit zu wagen. Zudem

gebe es auch noch zu wenige Plattformen,

auf denen beide Seiten miteinander

in Kontakt treten können. Dinge, die es

aus Sicht des Experten ebenso zu verbessern

gilt, wie den zumeist eher „schlechten

Ruf des Unternehmertums“.

Bei einer externen Übernahme stellen

sich Fragen nach den beruflichen Fähigkeiten

des Nachfolgers und seiner finanziellen

Situation. Dabei heißt es heute

ein geändertes Werteverständnis zu

berücksichtigen. Denn für viele jüngere

Anwärter besitzt Zeit mit der Familie und

für das Hobby eine immer größere Bedeutung.

„Dafür heißt es bei vielen

älteren Unternehmern Verständnis wecken“,

weiß Ruven Klöcker. Somit müssen

betriebswirtschaftliche, finanzielle und

menschliche Faktoren bei der Nachfolgeplanung

berücksichtigt werden.

Und auch steuerliche Faktoren, wie die

verschiedenen Formen einer Übernahme,

die Rechtsform des Unternehmens und

die Übernahmestruktur spielen eine

Rolle. Bei einer teilentgeldlichen Übertragung

oder der Zahlung von Abstandsund

Gleichstellungsgeldern etwa sind

steuerliche Auswirkungen zu berücksichtigen.

Ein komplexes Unterfangen also,

dass mit kompetenter Beratung erfolgreich

gemeistert werden kann. Dabei

sollte, so Ruven Klöcker, aber stets der

unternehmerische Anlass im Mittelpunkt

stehen und nie „nur steuerliche

Gründe!“

Von Gründen bis Generationswechsel.

Immer kompetentberaten.

lcker nippenber artner mb

Am Mittelhafen 10 | 48145 Münster

Telefon: 0251 26 509-0 | www.k-k-partner.com

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