sPositive 03/2018

onexmagazin

AUSGABE 3 MÄRZ 2018

Hockey-

Traum

Heinz Krähenbühl

Der Unternehmer zügelt

seinen EHC Brandis nach

Huttwil – und plant

Grosses.

NESSELN

Unkraut oder Heilpflanze?

Es kommt

auf die Optik an.

SKANDALE

Wann ist etwas ein

Skandal? Und wie

kommt es soweit?

ZURÜCK AUF FELD 1

Dominique Aegerter

muss in dieser Saison

ganz neu anfangen.


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EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

4

Es tut sich Grosses in der Oberaargauer

Sportszene. Sportförderer Heinz Krähenbühl

zügelt seinen EHC Brandis nach Huttwil.

Sein Ziel: eine Nachwuchs-Akkademie.

Lesen Sie dazu das grosse Interview in dieser

Ausgabe.

Gut möglich, dass dieser Umzug vom

einen oder anderen Anhänger des EHC

Brandis als nicht so gut empfunden wird.

Hat da vielleicht jemand sogar «Skandal»

gerufen? Wir erkennen, dass Heinz Krähenbühl

gute Gründe für diesen Umzug

hat. Dies führt uns zu der Erkenntnis, dass

heute oft etwas vorschnell und geradezu

inflationär «Skandal» gerufen wird. Skandal

hier, Skandal da, Skandal überall.

Skandale bringen Auflage, Skandale bringen

Klicks, fast will es scheinen, dass der

Skandal dem Sex den Rang abläuft. Doch

zu viel Skandal stumpft ab. Wird Skandal

gerufen, schauen wir kurz hin und dann

geht es weiter zum nächsten Ort, wo Skandal

gerufen wird. Wir schauen deshalb in

dieser Ausgabe den Skandalforschern auf

die Finger und stellen fest, wie sich einer

wie Donald Trump seine vielen Skandale

leisten kann, offenbar ganz ohne sich dabei

in die Nesseln zu setzen. Die Nessel ist

übrigens eine unterschätzte Pflanze, wie

uns der Artikel von Klaus Zaugg zeigt.

Sich hineinzusetzen ist trotzdem nicht

empfehlenswert. Dies sagt sich sicher auch

Dominique Aegerter. Der setzt sich nämlich

nach erfolgreicher Sammelaktion auch

diese Saison wieder auf den Töff.

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: s’Positive AG,

St. Urbanstrasse 31, 4914 Roggwil

Tel. 062 929 24 25

info@spositive.ch

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Geschäftsleitung:

Sebastian Wüthrich

Layout: tnt-graphics AG, 8305 Dietlikon

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 75 000 Exemplare

Erscheinung: monatlich

Druck: Swissprinters AG,

4800 Zofingen

Versand: Die Post

4 HEINZ KRÄHENBÜHL

Der Oberaargauer

Unternehmer zügelt

den EHC Brandis nach

Huttwil und will in der

MySports-League Talente

ausbilden.

12 HORNUSSEN-LEXIKON

In jedem s’Positive erklären

wir Ihnen einen Hornusser-

Begriff.

14 SKANDALE

Wann wird etwas zu einem

Skandal? Und warum erleben

wir in unserer Gesellschaft

immer häufiger

Skandale? Erklärungen zu

einem weit verbreiteten

Phänomen.

28

20 WUSSTEN SIE SCHON

Von untreuen Männern,

einem prominenten Hornusser

und Bewerbungen.

22 NESSELN

Mehr als ein Unkraut: eine

faszinierende Pflanze.

28 DOMINIQUE AEGERTER

Der Oberaargauer Töff-

Profi muss nochmals

zurück auf Feld 1.

34 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe und Veranstaltungshinweise.

22

20

14

s’Positive 3 / 2018 3


HEINZ KRÄHENBÜHL

Träumer

Macher

Eishockeyfan

Vor der Realisierung einer guten Sache steht

meistens ein Traum. Heinz Krähenbühl träumt

von einem Hockey-Ausbildungsclub. Soeben hat

er das MySports-League-Team EHC Brandis

nach Huttwil gezügelt.

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH

FOTOS: MARCEL BIERI

Die Idee ist nicht neu. Bereits als

Heinz Schlatter noch Geschäftsführer

der SCL Tigers war (2007–

2009), wurden Gespräche geführt,

die Huttwil Falcons in der

NLB zu einem Farmteam der Langnauer zu

machen. Damals war Heinz Krähenbühl Präsident

der Falken. Auch heute werden wieder

Gespräche geführt. Wieder geht es um die

SCL Tigers und wieder heisst der Gesprächspartner

Heinz Krähenbühl. Und wieder geht

es um Huttwil. Doch diesmal geht es um den

EHC Brandis und die Bezeichnung «Farmteam»

will irgendwie nicht so recht gefallen.

s’Positive: Sie sind erfolgreicher Unternehmer.

Warum tun Sie sich dieses arbeitsintensive

Engagement im Lokalsport an?

Heinz Krähenbühl: Es ist wie ein Virus. Es

hat mich gepackt und lässt mich nicht mehr

los.

Aber Eishockey gespielt haben Sie nie?

Nein, nie!

4 s’Positive 3 / 2018


Heinz

Krähenbühl,

CEO des EHC

Brandis.

s’Positive 3 / 2018 5


HEINZ KRÄHENBÜHL

Zur Person

Heinz Krähenbühl (53) ist gelernter Mechaniker

und ist mit seiner 1995 gegründeten

Firma PRO-CAM CNC AG in Huttwil europaweit

tätig. Die Firma befasst sich mit CNC-

Grossteilbearbeitung im Maschinenbau.

Krähenbühl war einst Präsident des EHC

Napf, den er nach dessen Aufstieg in die 1.

Liga übernahm und als Huttwil Falcons vor

die Tore der NLB führte. Sein aktuelles Engagement

im Eishockey ist beim EHC Brandis,

bei dem er als CEO «amtet». In dieser

Eigenschaft hat er dessen 1. Mannschaft

soeben an die ehemalige Wirkungsstätte

der Huttwil Falcons gezügelt: in den Campus

Perspektiven (ehem. Sportzentrum

Huttwil). Heinz Krähenbühl ist verheiratet

mit Sandra und lebt in Ufhusen.

Aber Sie waren ein hitzköpfiger Verteidiger

beim SC Wyssachen in der 3. und

4. Liga.

Nicht hitzköpfig. Ich hatte einfach eine klare

Strategie.

Wie hat sich die gezeigt?

Ich war ein Raubein und wenn ich den taktischen

Auftrag hatte, den gegnerischen Mittelstürmer

zu neutralisieren, dann erledigte

ich das. Ich war technisch limitiert, aber

läuferisch gut. Einmal sah ich gegen Blau-

Weiss Oberburg schon nach zwei Minuten

die rote Karte.

Eine Strategie konsequent umsetzen – so

halten Sie es auch heute noch als Unternehmer

und CEO des EHC Brandis.

Da haben Sie recht.

Aber was bringt ein so intensives Engagement

im lokalen Sport?

Ich kann mein Engagement nicht als Werbung

für meine Firma umsetzen wie eine

Bank oder eine Versicherung. Bis der EHC

Napf in die 1. Liga aufgestiegen war, hatte

ich kein einziges Eishockeyspiel gesehen. Mit

dem damaligen Sportchef Rudolf Minder

besuchte ich eine Maschinen-Fachmesse.

Beim Mittagessen redeten wir über diesen

Verein und er sagte mir, dass er nicht einmal

mehr Geld für acht Helme habe. Da fragte

ich ihn, was denn die Helme kosten würden.

Im Gegenzug durfte ich dann auf den Helmen

Werbung machen.

Damit schufen Sie eine klassische Win-

Win-Situation.

Nun ja – auf dem Aufkleber befand sich nicht

nur der Name meiner Firma, sondern auch

noch gleich sämtliche Angaben. Nur lesen

konnte man dies nicht. Noch war es also

ziemlich weit entfernt von einer Win-Win-

Situation. Das musste sich ändern.

Wie lautete die Lösung?

Wir hatten eine Sitzung in meinem Büro.

Auch Präsident Jürg Schürch und Finanzchef

Samuel Lanz waren dabei. Ich erklärte ihnen,

dass mir Werbung nur etwas bringt,

wenn man sie auch lesen kann. Die drei erklärten

mir, dass ich direkt auf dem Eis, in

den Bullykreisen werben könne.

Darauf sind Sie dann eingestiegen?

So ist es.

Wir stellen uns dies wesentlich teurer vor

und fragen uns, ob sich so etwas kommerziell

lohnt. War das nicht eher ein emotionaler

denn ein rationaler Entscheid?

Sie vermuten richtig. Aber ich wollte ein Zeichen

setzen. Ich hatte mich soeben selbständig

gemacht und eine eigene Firma gegründet.

In den Beizen in Huttwil liefen schon

Wetten, dass ich nach maximal drei Monaten

am Ende sei. Mein Stolz war verletzt. Ich

wollte Präsenz markieren.

Und jetzt sitzen wir in Ihrem Büro, von wo

aus wir die ganze Firma überblicken können.

Wenn die Prognosen so schlecht waren,

fragen wir uns, wie Sie es trotzdem

schaffen konnten.

6 s’Positive 3 / 2018


Heinz Krähenbühl (links) und Lukas Zürcher, Geschäftsführer Campus Perspektiven.

Ich habe jeden Tag bis tief in die Nacht gearbeitet

– auch an Sonntagen. Damit ich

alle Aufträge so perfekt wie möglich erledigen

und meine Kunden zufriedenstellen

konnte, war es mir egal, wie lange ich arbeiten

musste.

Die Legende geht, Sie hätten damals mit

einem 50 000-Franken-Auftrag Ihres ehemaligen

Arbeitgebers angefangen.

Das ist richtig. Der Grund war, weil damals

angenommen wurde, dass es diesen Auftrag

höchstens noch ein bis zwei Jahre geben

würde. Doch wissen Sie was? Diesen Auftrag

gibt es noch heute, wenn auch in etwas reduzierter

Form.

Nochmals zum Sponsoring...

Da muss ich noch etwas präzisieren. Mein

Engagement beim EHC Napf war nicht mein

erstes Sponsoring. Urs May, ein Fussballkollege,

hatte mich schon vorher zu einem

Sponsoring bei der Hornussergesellschaft

Kleindietwil überredet.

Wie gross war das Vermögen, das Sie dafür

ausgeben mussten?

Ein paar hundert Franken

Beim EHC Napf werden Sie über die Jahre

nicht mit dreistelligen Beträgen ausgekommen

sein.

Da bewegen wir uns bei einer Summe im

fünfstelligen Bereich. Aber der Betrag ist

weniger hoch als heute beim EHC Brandis.

Hier im Büro hängt immer noch das Logo

der Huttwiler Falken. 2011 hatten Sie

sportlich den Aufstieg in die NLB erreicht.

Aber Verband und Liga verweigerten die

Lizenz. Jetzt mal Hand aufs Herz: Was war

damals?

Es hat wohl so kommen müssen. Um aufsteigen

zu können, mussten wir zuvor fristgerecht

ein umfangreiches, detailliertes Ge-

«In den Beizen in Huttwil liefen

schon Wetten, dass ich nach maximal

drei Monaten am Ende sei.»

such bei der Liga einreichen. Dieses Gesuch

hatte zudem ein Budget zu enthalten. Wir

hatten diese Unterlagen bereits in den vorangegangenen

zwei Saisons eingereicht.

Aber diesmal entschieden wir uns, das Budget

erst nachträglich einzureichen. Dies war

der Formfehler, an dem man uns aufhängte.

Oder haben Sie dieses Budget nicht eingereicht

und die Ablehnung provoziert,

weil die NLB dann wohl doch eine Nummer

zu gross geworden wäre?

Nein, so war es nicht. Mit einem guten Konzept

und mit den richtigen Rahmenbedingungen

ist es möglich, in Huttwil in der

zweithöchsten Liga zu spielen.

Heisst das, dass Sie nach dem Umzug des

EHC Brandis nach Huttwil erneut den

Aufstieg in die zweithöchste Liga anstreben?

Der Aufstieg ist eines der möglichen Szenarien.

Wieviel vom Szenario Aufstieg haben Sie

bereits im Kopf?

Es ist präsent, aber es ist, wie gesagt, nur ein

mögliches Szenario. Ich bin ein Fan der My-

Sports League. Es ist die perfekte Liga, um

junge Spieler auszubilden. Joel Scheidegger

ist dafür in gutes Beispiel. Er ist in der vergangenen

Saison mit dem Ziel zu uns gekommen,

sich fürs Profihockey zu empfehlen.

Jetzt hat er einen Vertrag in Langenthal bekommen.

Sie haben die erste Mannschaft des EHC

Brandis von Hasle nach Huttwil gezügelt.

Das ist fast so, wie den EHC Olten nach

Langenthal zu verpflanzen. Wie haben Sie

die Zustimmung zu dieser «Entwurzelung»

bekommen?

s’Positive 3 / 2018 7


HEINZ KRÄHENBÜHL

Ich habe einfach niemanden gefragt.

Es war also ganz allein ihre Entscheidung?

Ja, der Entscheid fiel ohne Vorstandssitzung.

Wie kam es dazu?

Die Infrastruktur in der Eishalle Brünnli in

Hasle ist schon seit längerer Zeit ungenügend.

Ich hatte Ideen, wie wir die Anlage ein

wenig aufmotzen könnten. Wir offerierten,

das Stadionrestaurant und die sanitären Anlagen

zu erneuern. Aber dies wurde abgelehnt,

obwohl den Betreibern daraus keine

Kosten erwachsen wären.

Hatte man Angst, dass Sie dann auch bei

der Eisbahn zu viel zu sagen hätten?

Die Begründung war, man wolle kein zweites

Huttwil.

Das heisst?

Die Interpretation überlasse ich Ihnen.

Was ist, wenn es in Huttwil einmal wieder

kein Eis gibt? Das war ja bereits 2011 der

Fall.

Es gibt für diesen Fall einen Plan B.

Sieht dieser Plan B vor, dass Sie in einem

solchen Fall die gesamte Eisproduktion

selber übernehmen?

Nehmen Sie einfach zur Kenntnis, dass es

einen Plan B gibt.

Und dieser Plan B ist sicher nicht die Rückkehr

nach Hasle?

Davon können Sie ausgehen.

Wieviel Zeit investieren Sie ins Hockey?

20 bis 25 Stunden pro Woche.

Das dürfte etwa dem Pensum eines Präsidiums

einer Oberaargauer Gemeinde

entsprechen. Mit dem Unterschied, dass

Sie einen Entscheid nicht von der Gemeindeversammlung

absegnen lassen

müssen.

Ganz so ist es nicht. Ich bin bei meinem

Hockey-Engagement auf sehr gute Mitarbeiter

angewiesen. Auf meine Frau als Finanzchefin

und auch auf Christian Baumgartner

als Sportchef. Aber wir brauchen tatsächlich

keine Versammlung zu fragen.

Sie haben in Huttwil mit grossem Erfolg

eine Firma aufgebaut. Also ist das Umfeld

besser, wirtschaftsfreundlicher, als immer

wieder erzählt wird.

Das stimmt. In Huttwil hat man mir sehr

geholfen. Aber nicht mit Steuererleichterungen.

Sondern durch das unkomplizierte,

zügige Umsetzen der administrativen Verfahren

beim Bau des Firmengebäudes.

Sie kommen also mit Behörden und Politikern

gut zurecht.

Ich habe mit den Behörden wenig zu tun.

Das ist immer ein Vorteil.

Warum steigen Sie eigentlich nicht in die

Politik ein? Sie haben ja gegenüber einer

Zeitung einmal erwähnt, dass dies eine

Option wäre für den Fall, dass Sie sich

nicht im Sport engagieren würden.

Ich bin oft angefragt worden. Aber so lange

ich im Sport bin, habe ich keine Zeit für die

Politik.

Welche Art von Politiker wären Sie?

«Ich machte aus

dem Hobby-Verein

EHC Brandis

ein KMU»..

8 s’Positive 3 / 2018


Schwierig zu sagen. Mein Stil wäre wohl

nicht gefragt.

Und wie ist dieser Stil?

Geradeaus, aber mit offenen Ohren. Ich

gehe nicht mehr auf meine Vorhaben los wie

der Muni in den Chrishaufen. Ich habe mich

geändert. Spätestens seit dem seinerzeitigen

Engagement mit Markus Bösiger bei den

Falken habe ich gelernt, zuzuhören…

…das 2011 mit der Ablehnung des Aufstiegs

und der Einstellung der Eisproduktion

beendet worden ist.

So ist es.

Wieviel Ihrer Philosophie als Unternehmer

können Sie im Hockey umsetzen?

Sehr viel. Ein Hockeyklub mit rund 20 Leuten

entspricht etwa einem KMU. Wir haben

in unserer Firma auch etwa 20 Mitarbeiter.

Es ist im Sport wie in der Firma: Wir brauchen

nicht 20 Freunde. Aber 20, die zusammenstehen

und das gleiche wollen. Das ist

die grosse Parallele.

Wie ist es bei der Führung?

Ein Hockeyclub muss heute wie ein KMU

geführt werden. Früher war es möglich, die

Vereinsgeschäfte am Abend zu erledigen.

Das ist inzwischen schwierig geworden.

Auch das Hockeygeschäft wird heute zu den

normalen Bürozeiten geführt. Am Abend

sind die meisten zuständigen Stellen gar

nicht mehr erreichbar.

Sie führen mit Brandis und Ihrer Firma

zwei KMU. Wie schaffen Sie das?

Bei mir ist der Arbeitstag halt ein wenig länger.

Wie lang?

Ich arbeite um die 80 Stunden in der Woche.

Man sagt, Sie hätten den EHC Brandis gerettet.

Ohne Sie gäbe es diesen Verein

nicht mehr. Ist das so?

Der EHC Brandis war finanziell am Ende.

Das war für mich einer der Gründe, einzusteigen.

Als erste Amtshandlung hatte ich

eine hübsche Summe einzuschiessen.

HUTTWIL FALCONS

Die Geschichte

1996 entstand im Hinblick

auf die Eröffnung des

Sportzentrums in Huttwil

der EHC Napf aus der Fusion

der drei Klubs EHC Wasen-Sumiswald,

EHC Huttwil

und EHC Rohrbach.

Der neu gegründete Klub

begann in der 3. Liga und

stand bereits vier Jahre

später, im Frühjahr 2000,

in der 1. Liga.

Um die Voraussetzungen

für einen Aufstieg in die

NLA zu schaffen, wurde

die erste Mannschaft

2009 in eine AG mit den

Hauptaktionären Heinz

Krähenbühl (Präsident)

und Markus Bösiger überführt

und in «Huttwil Falcons»

umbenannt.

Heinz Krähenbühl (3. v. l.) gibt gemeinsam mit Mitstreitern an einer Pressekonferenz

bekannt, dass er den EHC Brandis nach Huttwil zügelt.

Was heisst eine hübsche Summe? Ein

sechsstelliger Betrag?

Ja. Eine sechsstellige Summe. Die Rechnungen

für den Ausrüster und das Carunternehmen

waren seit Jahren nicht mehr bezahlt

worden. Da war es schwierig, neue Hockeyausrüstungen

zu bestellen und die Carfahrten

zu den Auswärtsspielen zu organisieren.

Es hiess, wir sollten erst einmal die Rechnungen

bezahlen.

Wie hoch sind diese Schulden?

Ein paar hunderttausend Franken...

...mit denen Sie den Verein gerettet haben

und die Ihnen der Verein jetzt schuldet.

Kein Wunder, dass niemand widerspricht,

wenn Sie entscheiden, nach Huttwil zu

zügeln.

Ich ging und gehe tatsächlich davon aus, dass

diesem Umzug keine Steine in den Weg gelegt

werden.

Wo liegen die Unterschiede zwischen den

ehemaligen Huttwil Falcons und dem EHC

Brandis?

Als wir mit Falken 2011 aufhörten, habe ich

Daniel Bieri in Brandis platziert und finanziert.

Die hätten sich diesen Spieler gar nicht

Der Hockey-Raubvogel

flog hoch, gewann im

Frühjahr 2011 die Meisterschaft

der 1. Liga und

hatte damit sportlich den

Aufstieg in die NLB erkämpft.

Die Liga verweigerte

jedoch aus formaljuristischen

Gründen (nicht

vollständig ausgefülltes

Gesuch) den Aufstieg.

Die AG wurde aufgelöst,

die Huttwil Falcons zogen

sich aus der Meisterschaft

zurück und die Eisproduktion

im Sportzentrum

Huttwil wurde aufgegeben.

Die Falcons sind heute

ein juristisches Gebilde

in Form eines Vereins.

leisten können. Ich entschied mich dann für

ein Engagement bei Brandis, weil ich dort

mit verhältnismässig wenig Aufwand sehr

viel erreichen konnte. Ich kam in einen Hobby-Verein

und habe daraus ein KMU gemacht.

Aber der finanzielle Aufwand ist bei

Brandis geringer. Das jährliche Budget beträgt

rund eine halbe Million. Bei den Falken

waren wir nahe bei einer Million.

Weshalb waren die Falken damals so teuer?

Wir wollten in die NLB aufsteigen. Und das

ging nicht mit eigenen Spielern. Wir waren

auf Spieler angewiesen, die einen finanziellen

Anreiz brauchten, um nach Huttwil zu

kommen.

Wie hohe Löhne zahlten Sie damals?

Oh, das ist eine heisse Frage.

Ja, klar, darum stellen wir sie.

Für rund zehn Spieler über zehntausend Franken

pro Saison, ungefähr 30 Prozent des Lohnes

eines Maschinenmechanikers. Der Walter

Ulrich (Präsident vom 1.-Liga-Team Zuchwil

– die Red.) und ich haben die Preise hochgetrieben.

Weil er oft hinter einem Spieler her

war, den wir auch unbedingt wollten.

Und Sie haben dann Ulrich Walters Offerte

überboten?

Ja, sonst hätten wir den Spieler ja nicht bekommen.

Und wieviel zahlen Sie heute bei Brandis?

Keiner verdient mehr als 10 000 Franken pro

Saison.

Ist das so?

Ja, das ist so. Auch wenn mir das keiner

glaubt.

Sie sehen Brandis in der MySports League

als Ausbildungsklub. Werden Sie ein

Farmteam der SCL Tigers?

Ich mag den Ausdruck Farmteam nicht. Das

tönt nach Abhängigkeit. Farmteams werden

nicht von Regionen getragen und haben keine

Fanbasis. Sie müssen finanziell künstlich

am Leben erhalten werden wie die Beispiele

in Zürich und Zug zeigen (die GCL Lions und

die EVZ Academy – die Red.) Wir wollen

s’Positive 3 / 2018 9


HEINZ KRÄHENBÜHL

HINTERGRUND

EHC Brandis

Der EHC Brandis, so benannt nach einer

Burg in der Nähe von Hasle, ist aus einem

Zusammenschluss des EHC Hasle-

Rüegsau und des EHC Lützelflüh hervorgegangen.

Seit November 1982

spielt die Mannschaft auf der Kunsteisbahn

Brünnli in Hasle. 2005 ist die Anlage

überdacht worden. Der EHC Brandis

gehört seit dem Wiederaufstieg im

Frühjahr 2002 ununterbrochen der

höchsten Amateurliga des Landes an (1.

Liga). Auf diese Saison hin ist die «MySports

League» neu eingeführt worden.

Diese Liga ist der Zusammenschluss der

schweizweit besten zwölf 1. Liga-

Mannschaften in einer nationalen Liga.

Der EHC Brandis gehört neben Basel,

Bülach, Chur, Dübendorf, Düdingen,

Seewen, Sion, Morges, Thun, Neuenburg

und Wiki-Münsigen dieser dritthöchsten

Liga des Landes an. Ab nächster Saison

spielt Brandis, konstituiert als eine vom

Verein unabhängige Aktiengesellschaft

unter neuem Namen in Huttwil. Der

Verein, die zweite Mannschaft, die Juniorenabteilung

und das Frauen-Team

bleiben in Hasle.

ein Farmteam schaffen, das auf eigenen Beinen

stehen kann. Das muss das Ziel sein.

Also keine Zusammenarbeit mit den SCL

Tigers?

Doch, doch. Eine Zusammenarbeit mit Langnau

liegt auf der Hand. Wir führten auch

schon Gespräche. Aber wir dürfen uns keine

Illusionen machen. Der höherklassige Klub

schaut immer für sich und setzt seine Interessen

durch.

Sie möchten also unabhängig bleiben.

Ja. So wie ich das gerade ausgeführt habe.

Wir wollen in der MySports League ein Ausbildungsklub

mit nationaler Ausstrahlung

werden. Aber das geht nicht mehr als Einmann-Show.

Es gibt Investoren, die sich für

dieses Projekt interessieren.

Investoren aus dem Oberaargau?

Ja.

Wer sind diese Investoren?

Gleichgesinnte. Unternehmer wie ich.

Ist Markus Bösiger dabei?

Nein.

Wie sieht dieses Projekt eines unabhängigen

Farmteams in der MySports League

konkret aus?

Wir korrigieren bereits auf nächste Saison die

Zielsetzung nach unten. Es geht nicht mehr

darum, die Meisterschaft zu gewinnen. Es

geht darum, die Spieler weiterzuentwickeln

und mit einer massiv verjüngten Mannschaft

in die Playoffs zu kommen. Es bringt einen

jungen Spieler nicht weiter, wenn er nur ab

und zu bei uns spielt und daneben noch irgendwo

bei den Elitejunioren oder ab und zu

in einer ersten Mannschaft. Eine persönliche

und sportliche Entwicklung gibt es nur, wenn

einer in ein Team integriert ist und volle Verantwortung

trägt. Das Ziel ist es, dass einer

die ganze Saison bei uns spielt, sich weiterentwickelt

und dann den Einstieg ins Profihockey

schafft. So bleiben wir unabhängig.

«Der EHC Brandis wird in der

My Sports League ein Ausbildungsklub

mit nationaler Ausstrahlung.»

Und so wird sich auch Ihr Verhältnis zum

SC Langenthal entspannen. Sie sind nicht

mehr ein Konkurrent.

Sie sagen es.

Wie viel beträgt das Budget eines solchen

unabhängigen Farmteams?

Zwischen einer und anderthalb Millionen.

Aber so ein Team kann nicht EHC Brandis

heissen.

Das ist mir bewusst.

Welcher Name wird es sein?

Das ist noch offen.

Es sollte ein Name mit einem Bezug zu

Huttwil sein.

Ja. Es muss ein Bezug her. Das ist wichtig.

Markus Bösiger sagte damals, als er beim

damaligen EHC Napf einstieg, dass der Name

Napf nicht geht, weil er sich nicht vermarkten

lässt. Er hatte recht.

Warum nicht «Huttwil Tigers»? Oder

«Huttwil Lions»?

Wir werden sehen.

Oder Huttwil Mammuts

Warten wir es ab.

Blicken wir etwas weiter nach vorne. Wo

möchten Sie mit dem ehemaligen EHC

Brandis in fünf Jahren stehen?

Wir möchten in der gesamten Hockey-

Schweiz als Ausbildungsclub anerkannt sein.

Es geht also wieder etwas in Huttwil?

Ja, sonst wäre ich der falsche Mann.

10 s’Positive 3 / 2018


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HORNUSSER LEXIKON

BEGRIFF

HORNUSSEN

Der Wettkampf besteht für die schlagende Mannschaft

darin, den Nouss mit einem Schlag so weit

wie möglich in das gegnerische Spielfeld hinein

(oder gar darüber hinaus) zu treiben. Für die abtuende

Mannschaft geht es darum, den anfliegenden

Nouss so früh wie möglich, spätestens jedoch

vor dem Auftreffen am Boden des Spielfeldes,

mit der Schindel zu stoppen.

Das

s’Positive

Hornusser-

Lexikon für

Laien

s’Positive ist offizieller

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der nächsten 40 Ausgaben

erklären wir Ihnen

deshalb einen Begriff

aus dieser vor allem in

unserer Gegend äusserst

beliebten Sportart.

12 s’Positive 3 / 2018


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WISSEN

14 s’Positive 3 / 2018


DIE INFLATION DER

SKANDALE

Sexskandal, Wettskandal, Spendenskandal. Skandale

haben Inflation und bestimmen unsere Schlagzeilen. Aber

wann wird eigentlich ein Ereignis skandalös?

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Fotos: shutterstock.com/Brazhyk/mark reinstein

Kennen Sie Jonas Fricker? Da war

doch mal was? Jonas Fricker sass

für die Grünen im Nationalrat.

Bis zu diesem verhängnisvollen

Moment als er sagte, dass ihn

Schweinetransporte an die Massendeportationen

von Juden erinnerten. Mit diesem

einen Satz war Frickers politische Karriere

beendet. Zwar folgte seine Entschuldigung

auf dem Fuss, und in seiner Stellungnahme

verurteilte der Schweizerische Israelitische

Gemeindebund (SIG) Frickers Aussagen. Er

schrieb aber auch: «Wenn dieser Fehltritt

nun trotz Frickers Entschuldigung skandalisiert

wird, bringt das niemandem etwas. Für

uns ist die Angelegenheit erledigt.» Dennoch

wurde der Druck zu gross: Fricker trat als

Nationalrat zurück.

ZUSATZINFOS

Der echte Skandal

In den USA sorgte ab 1972 ein echter,

grosser Skandal für Aufruhr. Ein Einbruch

ins Hauptquartier des politischen

Gegners, die Behinderung von

Ermittlungen der Justiz, illegale Parteispenden

und heimlich abgehörte Gespräche

mit Besuchern im Weissen

Haus zwangen den damaligen US-Präsidenten

Richard Nixon 1974 nach

einer langen Zeit des Leugnens zum

Rücktritt. Aufgedeckt wurde der Skandal

von zwei Journalisten der «Washington

Post». Wir sprechen – Sie

wissen es längst – von Watergate.

Doch war dieser Schritt tatsächlich unvermeidlich?

Der Rücktritt von Nationalrat

Jonas Fricker sei ein typischer Fall von

Skandalisierung, sagt Mark Eisenegger.

«Für mich ist der Rücktritt unbegreiflich

und übertrieben», sagte der Kommunikationsexperte

in einem Interview mit der Basler

Zeitung. Es sei ein Einknicken vor den

Medien, ausgelöst durch die Angst vor der

Skandalisierung. Jonas Fricker habe sich

für seine deplatzierten Aussagen sofort entschuldigt,

und vor allem hätten die Betroffenen

die Entschuldigung angenommen.

«Fraglos hat Fricker einen grossen Fehler

gemacht. Aber wenn jemand nach einem

solchen Fehler hinsteht, ehrliches Bedauern

äussert und dies bei der betroffenen

Partei auch angenommen wird, müssen wir

das annehmen können. Klappt das nicht

mehr, ist das für unsere Gesellschaft ein

Armutszeugnis.»

ANGST VOR SKANDALISIERUNG

Zweifellos hatte die Aussage eine Krise ausgelöst.

Von einer Krise reden wir dann, wenn

durch ein internes oder externes Ereignis

Mensch oder Tier, die Umwelt, die Reputation

oder Vermögenswerte in Mitleidenschaft gezogen

werden. Zu vermuten ist, dass die Angst

der eigenen Partei, die Skandalisierung könnte

auf sie überschwappen, ausschlaggebend

war für den Druck aus den eigenen Reihen.

Denn nicht nur der «Blick» fuhr eine Kampagne

gegen den grünen Nationalrat. Auch Alt-

Nationalrat Jo Lang hielt Fricker die Verbindung

von «Juden und Schweinen» vor. Dies

sei «ein Klassiker des Antisemitismus». Eisenegger

macht das gleiche Phänomen auch bei

der deutschen Kanzlerin Angela Merkel aus.

«Sie distanzierte sich vom Plagiat ihres Verteidigungsministers

von Guttenberg. Wenige

Stunden später musste er zurücktreten.»

Das Wort «Skandal» ergibt weit über 70

Millionen Treffer auf Google. Im Buch «Der

entfesselte Skandal – Das Ende der Kontrolle

im digitalen Zeitalter» geben die Medienwissenschaftler

Bernhard Pörksen und Hanne

Detel Einblick in diese neue Dimension

der Skandale. Sie beschreiben, wie ein Student

und Blogger aus Tübingen ein Leitmedium

wie Spiegel Online dazu bringt, ein

Interview des deutschen Bundespräsidenten

Horst Köhler genauer zu beleuchten. Die

darauf einsetzende Kritik und der Druck

s’Positive 3 / 2018 15


WISSEN

Das Skandal-

Medium Twitter

wird auch von

Donald Trump

genutzt.

zwingen Köhler alsdann zum Rücktritt. Oder

wie die junge Monica Lewinsky in Washington

einer Freundin von ihren Sexabenteuern

im Oval Office berichtet, ihre Berichte öffentlich

werden und sich rasend vervielfältigen.

Oder wie ein sehr alter Fernsehauftritt von

Daniel Cohn-Bendit im Internet kursiert und

dazu führt, dass der Politiker sich in einer

Endlosschleife der Empörung mit dem Vorwurf

der Pädophilie konfrontiert sieht.

Gemäss der zentralen These der beiden

Autoren bildet sich ein neues Schema der

Skandalisierung heraus. Früher fand der

ZUR PERSON

Mark Eisenegger

Der 1965 geborene Eisenegger studierte

an der UZH Soziologie, Publizistikwissenschaft

und Informatik. 2005

erlangte er selbenorts die Promotion.

Ab 2004 war er als Lehrbeauftragter

an den Universitäten Zürich, Fribourg

und Lugano tätig, an der Universität

Fribourg hatte er zudem auch Vertretungsprofessuren

inne. 2013/2014 leitete

Eisenegger das Forschungsinstitut

Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög).

Heute ist er Präsident des Fög und Mitherausgeber

des «Jahrbuchs Qualität

der Medien». Seit 2015 ist er ordentlicher

Professor für Kommunikationswissenschaft

mit Schwerpunkt Organisationskommunikation

an der Paris-

Lodron-Universität Salzburg.

Mark Eisenegger wurde auf den 1. Februar

2018 zum Professor ad personam

für Publizistikwissenschaft mit

dem Schwerpunkt «Öffentlichkeit und

Gesellschaft» ernannt.

Skandal in einer linearen Medienwelt statt.

Heute habe er sich davon entkoppelt. Der

Skandal habe sich räumlich und zeitlich gelöst

und damit eine neue Eskalationsstufe

erreicht. Die Betroffenen erleben dies als

totalen Kontrollverlust.

Längst sind es nicht mehr nur Journalisten,

die über Geschichten, Ereignisse, Krisen

und Skandale berichten. Das Publikum ist

selbst zum Akteur geworden und tritt in

Scharen als Enthüller auf. Überall wird alles

mit Mobilgeräten aufgenommen. Dabei existieren

keine herkömmlichen Auswahlkriterien

mehr. Die gesellschaftliche Bedeutung

ist nicht mehr entscheidend. Entscheidend

ist nur, was interessiert, Beachtung findet

und Klicks generiert.

Gegenüber der Zeitschrift PM erklärt

Bernhard Pörksen, das Wort Skandal werde

inflationär verwendet, daraus ergebe sich

eine Entleerung und Entwertung des Begriffs.

«Jeder kann Opfer einer Skandalisierung

werden – zu Recht oder zu Unrecht.»

Noch nie sei es so leicht gewesen wie heute,

einen Skandal zu entfachen. «Wer eine peinliche

Videoaufnahme von einem Nachbarn

macht, wer ein belastendes Foto schiesst oder

ein Plagiat in der Doktorarbeit eines Politikers

entdeckt, der muss für sein Enthüllungsund

Empörungsangebot nur noch ein Publikum

finden.» Das gehe über das Internet und

die sozialen Medien ganz einfach. «So kann

der Skandal seinen Lauf nehmen.»

KAMPF UM AUFMERKSAMKEIT

Der inflationär verwendete Skandalschrei ist

ein Indiz für einen sich verschärfenden

Kampf um Aufmerksamkeit. Wer «Skandal»

ruft, will, dass seine Nachricht, seine Infor-

mation wahrgenommen, gelesen und verbreitet

wird. Um die Gunst des Publikums

wetteifert der klassische Journalismus mit

Bloggern und YouTubern. Es treffen also

alte und neue Medienakteure aufeinander.

Darunter befinden sich auch dubiose Plattformen,

die zwischen Journalismus und Erregungsindustrie

schwanken.

DAS PUBLIKUM WIRKT MIT

Gemäss Bernhard Pörksen kann sich jeder

in die Erregungskreisläufe einschalten und

die Aufregung mit Kommentaren, seinen

Likes auf Facebook oder allein mit seinen

Klicks verstärken. Das Enthüllungs- und Empörungsgeschäft

habe sich drastisch demokratisiert.

Erregung werde längst auf eigenen

Plattformen komerzialisiert. Als Beispiele

nennt Pörksen die Portale heftig.de und

BuzzFeed. Letzteres habe durchaus Ausläufer

in den seriösen Journalismus, bringe

aber primär Spektakelnews. «Solche Medien

setzen auf schiere und nackte Emotionalisierung,

um den nächsten viralen Hype zu

landen.»

Diese Plattformen betteln förmlich um

Aufmerksamkeit, indem sie ständig «Skandal»

schreien, weil sie damit ihre Quote steigern

und Geld verdienen. Sie bringen ihre

Inhalte nicht mehr in gebündelter Form wie

klassische Zeitungen, sondern als einzelne

Postings im Internet. Dabei ist die Verknüpfung

der einzelnen News mit dem Skandalschrei

ein Mittel, um das Interesse von

Usern im Internet zu wecken. Das funktioniert,

weil solche Anbieter immer wieder ein

Publikum finden, das die Skandalgeschichten

nicht nur annimmt, sondern auch weiter

verbreitet.

Foto: shutterstock.com/Evan El-Amin

16 s’Positive 3 / 2018


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Wichtig ist dabei auch der «Curiosity

Gap». Das ist die Neugierslücke im Titel. Auf

heftig.de tauchte der Titel auf: «Dieser Typ

macht ein Selfie mit einer Leiche. Aber das

ist noch gar nichts...». Damit wird ein mentaler

Juckreiz ausgelöst, der reflexartig Aufmerksamkeit

bindet. Viele User können dann

gar nicht mehr anders, als diesen Link anzuklicken.

Doch dahinter versteckt sich meistens

etwas völlig Banales.

ECHTE UND FINGIERTE SKANDALE

Pörksen macht auf die scheinbare Gleichsetzung

von echten und fingierten bzw. behaupteten

Skandalen aufmerksam. «Für eine demokratische

Gesellschaft kann durch eine

solche Vermischung eine ernsthafte Krise

entstehen. Dabei ist die Skandalisierung ein

legitimes Mittel, um auf Missstände aufmerksam

zu machen, oder um Netzwerke der

Macht, die auf illegitime Weise Einfluss ausüben,

blosszustellen. Oder um Despoten oder

gefährliche Charismatiker zu Fall zu bringen.»

Doch wenn bereits bei nichtigen Themen immer

wieder «Skandal» gerufen wird, dringt

die berechtigte Empörung nicht mehr durch.

Das Publikum stumpft ab. Davon profitieren

dann Personen wie Donald Trump, die womöglich

in wirklich relevante Skandale verwickelt

sind. Hinzu kommt ein zunehmendes

Misstrauen gegenüber den Medien. Auch

davon profitieren Populisten wie Trump, Marine

LePen oder in Deutschland die AfD.

Wenn aber das Gefühl entsteht, dass die

Medien sowieso übertreiben, schwächt dies

die vierte Gewalt, also die kritische Presse.

Sie hat zudem die Aufgabe des Wächters in

der Demokratie längst nicht mehr exklusiv.

Sie trifft ja bereits auf die fünfte Gewalt.

Das sind die vielen Vernetzten im Web 2.0.

Auch diejenigen, die auf Facebook, Twitter

& Co. ihre Nachrichten posten, wollen

wahrgenommen werden. Sie machen teilweise

durchaus ernsthafte Informationsangebote.

mung in den USA hinsichtlich ihres Präsidenten

entwickelt hat, erkennen wir an

folgendem Beispiel. Noch vor wenigen Jahren

wäre einer wie Italiens ehemaliger Ministerpräsident

Silvio Berlusconi in der USA

ZUR PERSON

Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen (Jg 69) studierte

Germanistik, Journalistik und Biologie

in Hamburg und absolvierte auf Einladung

von Ivan Illich Forschungsaufenthalte

an der Pennsylvania State University.

Von 1996 bis 1997 volontierte

er beim Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt.

Er publizierte Essays, Kommentare

und Debattenbeiträge in diversen

renommierten Tageszeitungen

(Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Die Tageszeitung,

Hamburger Abendblatt,

Frankfurter Rundschau), Wochenzeitungen

(Die Zeit, der Freitag, Die Weltwoche),

Magazinen (Der Spiegel, Cicero,

Wiener, Gehirn & Geist, Journalist) und

Onlinemedien (Telepolis, Meedia).

Bernhard Pörksen ist der Sohn des

Freiburger Sprachwissenschaftlers

Uwe Pörksen.

Auch Harvey

Weinstein sorgte

für einen grossen

Skandal.

SKANDALRESISTENZ

Donald Trump hat 35 Millionen Follower,

die er direkt mit seinen Tweets erreichen

kann. Viele von ihnen peitscht er mit seinen

Nachrichten auf und manipuliert sie. Auch

die etablierten Medien profitieren von

Trump. Die Quoten mancher Fernsehsender

steigen um bis zu 170 Prozent, wenn Berichte

über ihn gebracht werden. Seine Allianz

bedient die Medienressentiments, indem sie

anderen permanent vorwirft, Fake News zu

verbreiten. Donald Trump erhält dadurch

eine gewisse Skandalresistenz. Dabei sprechen

wir bei ihm von einem Politiker, der

sich tatsächlich skandalös verhält.

Wie skandalresistent Donald Trump inzwischen

ist und wie sehr sich die Wahrnehabsolut

unwählbar gewesen. Vor allem auch

deshalb, weil Sexskandale in den USA stets

auf fruchtbaren Boden stiessen. Doch mit

Donald Trump änderte sich dies und wir können

heute nicht mehr ausschliessen, dass

auch einer wie Berlusconi beim amerikanischen

Wahlvolk punkten könnte.

Stellt sich noch die Frage, inwieweit ein

Politiker und Präsident wie Donald Trump

dem Ansehen seines Landes schadet. Denn

dass ein Skandal um eine einzelne Person

einem ganzen Land schaden kann, steht

ausser Frage: Der Kinderschänder Marc

Dutroux hat Belgien den Ruf eingebracht,

ein Land von Pädophilen zu sein.

UNTERSCHIEDLICHE WAHRNEHMUNG

Interessant ist aber, dass all seine Skandale

einen Mann wie Donald Trump noch nicht

aus seinem Amt gespült haben, aber einer

wie Jonas Fricker wegen eines einzigen Satzes,

der zwar ein Fehler war, zu dem er aber

stand und für den er sich umgehend entschuldigt

hat, zurücktreten musste. Skandale

werden eben in jedem Kulturkreis anders

wahrgenommen. In den USA ist normalerweise

mit Sexskandalen ganz anders Furore

zu machen als in Mitteleuropa.

Foto: shutterstock.com/Kathy Hutchins

18 s’Positive 3 / 2018


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WUSSTEN SIE SCHON

VERRATEN ES DIE GESICHTSZÜGE?

Frauen erkennen untreue Männer

1

Forscher der University of Western Australia

machten die Probe aufs Exempel. Sie untersuchten,

ob sich eine Neigung zu Monogamie

oder Polygamie anhand der Gesichtszüge

erkennen lässt. Insgesamt 101 Männer und

88 Frauen machten an der Studie mit. Alle

wurden sie intensiv zu ihrer Einstellung zu

Beziehung und Treue befragt. Wie nicht anders

zu erwarten, gaben die einen an, stets

treu gewesen zu sein, während andere mindestens

einen Seitensprung hinter sich hatten.

Anschliessend wurden die Portraits der

Männer den Frauen und die Portraits der

Frauen den Männern vorgelegt.

Das Ergebnis verblüfft: Offenbar steht den

Männern der Hang zur Polygamie ins Gesicht

geschrieben, und Frauen können dies erkennen.

Sie stuften besonders maskuline Gesichtszüge

(kantiges Kinn, relativ kleine

Augen, kräftige Nase) als Anzeichen für eine

eher polygame Einstellung der abgebildeten

Person. Damit lagen sie in 62 Prozent der

Fälle richtig.

Ganz anders die Männer. Nur 23 Prozent

beurteilten die Vorgeschichte und die Einstellung

zu Beziehungen der gezeigten Frauen

richtig. Sie hatten beim Bewerten der

Portraitbilder meist die besonders attraktiven,

femininen Frauen für untreu gehalten,

und lagen damit fast immer falsch.

WUSSTEN

SIE SCHON?

20 s’Positive 3 / 2018


AUFSCHWUNG FÜR TRADITIONELLE SPORTART?

Arno Del Curto wird… Hornusser

2

Arno Del Curto (61), der Kulttrainer des HC

Davos, steigt in eine neue Sportart ein. Er

hat die Lizenz bei der HG Lotzwil gelöst. Der

berühmteste Hockeytrainer im Land erholt

sich gerne in der Anonymität des Oberaargaus.

«Bei einem Spaziergang beobachtete

ich das Training der Hornusser in Lotzwil.

Dieser Sport hat mich gleich interessiert und

ich probierte ein paar Streiche. Dabei schlug

ich zweimal eine Acht und einmal eine Null.»

Das sei natürlich keine Meisterleistung.

«Aber es waren die ersten Streiche meines

Lebens und für einen Anfänger nicht so

schlecht. Ich habe eine Passion für Golf und

denke, dass ich mich verbessern kann.» Er

plant, in einem Spiel für die HG Lotzwil anzutreten

und hat deshalb die Lizenz gelöst.

«Aber vorher will ich im Training herausfinden,

ob ich Talent fürs Hornussen habe. Nur

dann spiele ich auch eine Partie mit.»

Eishockey und Hornussen kann durchaus

zusammenpassen. Simon Rytz, Torhüter bei

Olten und sein Bruder Philippe Rytz, Verteidiger

bei Langenthal, sind sogar Spitzenhornusser

und haben mit Lyss die Schweizer

Meisterschaft gewonnen.

Fotos: shutterstock.com/Elnur/Africa Studio/Attribution-Share Alike 4.0 International license

NACH JOB-BEWERBUNGEN

Lieber Absagen oder keine Antwort?

Die meisten von uns kennen die Situation.

Man bewirbt sich, zeigt sich von der besten

Seite, und am Ende folgt die Enttäuschung.

Doch was ist Ihnen lieber: keine Antwort zu

erhalten oder eine Standard-Absage? Wählen

Sie für sich die Antwort:

A) Zu wissen, dass den Job ein anderer bekommt,

ist schlimm genug. Es spielt keine

Rolle, ob man eine Reaktion erhält oder nicht.

B) Eine Absage, und sei sie noch so unpersönlich,

ist besser als gar kein Feedback.

C) Den Job nicht bekommen, dafür aber

einen dämlichen Floskel-Brief. Da fühlt man

sich doch verspottet. Dann lieber nichts.

Die Lösung: Der Mensch ist ein soziales Wesen

und will, dass man ihn wahrnimmt. Für

die meisten Menschen ist nichts schlimmer,

als ignoriert oder ausgegrenzt zu werden.

Psychologen haben in verschiedenen Experimenten

herausgefunden, dass Nichtbeachtung

sogar schmerzhafter ist als unverblümte,

harte Kritik. Deshalb ist Antwort B in den

meisten Fällen richtig. Das Bedürfnis, Teil

einer Gemeinschaft zu sein, ist als evolutionäres

Erbe tief in uns verwurzelt.

3

s’Positive 3 / 2018 21


GARSTIG

ODER

NÜTZLICH?

Sie ist ein wehr- und nahrhaftes

Gewächs, verwünschtes Unkraut und

Nutzpflanze. Brennnesseln begegnen

uns überall. Die Geschichte einer nach

wie vor rätselhaften Pflanze.

22 s’Positive 3 / 2018


DIE BRENNNESSEL

TEXT: KLAUS ZAUGG

Foto: shutterstock.com/flaviano fabrizi

Seit über 30 000 Jahren nutzen die

Menschen die Brennnesseln als

Faserlieferanten, Speise- und Heilpflanze,

als Aphrodisiakum, als

Zaubermittel, Ritualgewächs,

Symbolträger und zur Herstellung von Jauche.

Die Brennnessel ist neben der Rose wohl

die bekannteste Pflanze.

Am Anfang steht eine Verfluchung. Im

alten Testament steht die Dreieinigkeit von

Dornen, Disteln und Nesseln für eine Strafe

Gottes. Nesseln kommen in düsteren Prophezeiungen

vor. Jesaia kündigt ein Gottesgericht

über das heidnische Edom so an:

«...und werden Dornen wachsen in seinen

Palästen, Nesseln und Disteln in seinen

Schlössern» (Jesaia 34/13). Noch drastischer

formuliert es der Prophet Zefanja: «Wohlan,

so wahr ich lebe! spricht der Herr Zebaoth,

der Gott Israels. Moab soll wie Sodom und

die Kinder Ammon wie Gomorra werden, ja

wie ein Nesselstrauch und eine Salzgrube

und eine ewige Wüste» (Zefanja. 2,9).

Brennnesseln sind also eine Plage. Sie

stehen für die Verwilderung der «im Schweisse

des Angesichts» bestellten Äcker und die

Überwucherung verlassener Wohnstätten.

Die Nessel ist nicht nur in der Bibel unbeliebt.

Bei uns hassen die meisten Gärtner

diese Pflanze. Sie merzen sie aus. In der

Landwirtschaft wird sie beseitigt wo immer

es geht. Auf Sportplätzen, an Bahndämmen

und in Parks wird sie gemäht, beseitigt und

mit Spritzmittel bekämpft.

AUCH EINE HEILIGE PFLANZE

Nur in wenigen Kulturkreisen haben die

Brennnesseln einen guten Ruf. Am Kailash,

dem heiligen Berg der Buddhisten im Westen

des tibetischen Himalaja wachsen riesige,

grossflächige Nesselbestände, wahrscheinlich

die grössten der Erde. Den Berg

darf man nicht besteigen. Aber wenn man

ihn 108 mal umrundet, erlangt man Erleuchtung.

Der Legende nach soll einer der bedeutendsten

Dichter in der Geschichte Tibets,

der Yogi Milarepa (1052 – 1135) jahrelang

einsam am Fusse dieses Berges gehaust

und sich von nichts anderem als

Brennnesseln ernährt haben. Er sei davon

ganz grün geworden. Man kann sich natürlich

nicht längere Zeit ausschliesslich von

Nesseln ernähren. Aber mit der Legende

erhalten die Nesseln im tibetischen Buddhismus

eine tiefe religiöse Weihe. Sie sind «heilige

Speise». Auch heute noch für die vielen

Pilger am Berg. Wir sehen also: Die Nessel

ist beides. Verfluchtes Unkraut und heiliges

«WAS ZUR

NESSEL

WERDEN

WILL, BRENNT

BEIZEITEN»

REDENSART

Kraut. Nur geraucht wird es, so viel der

Chronist weiss, nicht.

Im deutschen Sprachraum greifen nahezu

alle Sprichwörter und Redensarten auf

eine elementare Lebenserfahrung zurück.

«Nesseln brennen Freund und Feind.» – «Der

muss sehr müde sein, der auf Nesseln

schläft.» – «Was zur Nessel werden will,

brennt beizeiten.» – «Kluge Hühner legen

auch in Nesseln.» – «Wenn man die Nessel

auch nicht sieht, man fühlt sie wohl.». Nur

dem Teufel, der höllisches Feuer gewöhnt

ist, macht das Nesselgift nichts. Er sagte angeblich:

«Die Nessel ist ein sauberes Kraut.

Es wischt sich niemand den Arsch daran.»

Sprichwörter geben aber auch eine grundlegende

Erfahrung über ihre Natur wieder.

«Nesseln wachsen auch ohne Saaten, Pflug

und Spaten.» – «Wer die Nessel nicht an der

Wurzel fasst, jätet umsonst.»

Fast alle Sprichwörter mahnen uns zur

Vorsicht und zur Klugheit im Umgang mit

dieser seltsamen Pflanze. Einige geben uns

sogar praktische Ratschläge. «Je fester man

eine Nessel anfasst, desto weniger brennt

sie.» – «Wen die Nessel nicht brennen soll,

der muss sie derb anfassen.» Und da kann es

natürlich nicht ausbleiben, dass über die

Nessel Lehren fürs tägliche Leben formuliert

werden: «Nesseln und Rosen wachsen nicht

aus einem Stock.» – «Wer Nesseln pflanzt,

kann keine Lilien finden.» – «Auch unter

Nesseln wächst zuweilen ein Veilchen.» –

«Wer nicht eine Nessel ausreissen kann,

muss auch nicht an einer Eiche rütteln.»

AUF DER GANZEN ERDE VERBREITET

Was aber ist die Brennnessel? Wer kein Botaniker

und nur Chronist ist, darf einfach von

der «Brennnessel» fabulieren. Von einer

ziemlich hohen Wildstaude mit zugespitzt

herzförmigen Blättern, die, sobald man sie

berührt, einen heftigen, stechenden und

brennenden Schmerz auf der Haut verur-

s’Positive 3 / 2018 23


DIE BRENNNESSEL

sacht. Wer hingegen Botaniker ist, sieht die

Sache detaillierter. Die Familie der Nesselgewächse

umfasst etwa 55 Gattungen und

über 2500 Arten. Selbst auf Grönland wachsen

Nesseln und ausser in arktischen Gebieten

mit ewigem Eis und tiefen Wüsten ohne

Wasser kommen sie in allen Klimazonen und

Landschaftstypen vor.

Mit Brennhaaren «bewaffnet» sind jedoch

«nur» etwa 60 Arten, 13 davon kommen in

Europa vor. Bei uns wächst vor allem die

grosse und die kleine Brennnessel. Die Kleine

kommt auf nicht mehr als 40 Zentimeter

Höhe. Die Grosse kann bei günstigen Bedingungen

bis zu 2,50 Meter hoch aufschiessen.

Die Blätter der kleinen Brennnessel weisen

vergleichsweise wenige Brennhaare auf,

aber das Gift wirkt intensiver als bei der

grossen Artgenossin. Beide Arten brauchen

stickstoffhaltigen, eher feuchten Boden und

Sonne bis Halbschatten. Aus der kleinen

Brennnessel lässt sich keine verwendbare

Faser gewinnen und insgesamt ist die grosse

Brennnessel die wichtigere, häufigere und

bekanntere Art.

KLEIDER AUS BRENNNESSELN

Das Wort Nessel weist auf eine Bedeutung

dieser Pflanze hin, die wir heute fast vergessen

haben. Der Ursprung des Wortes bedeutet

«knüpfen» und «zusammendrehen»

(«nesteln»). Die Fasern der grossen Brennnessel

haben eine hohe Zugfestigkeit. Man

stellte Taue und Fischernetze, später Zelte

und Segel aus ihnen her. Zugleich sind die

cremfarbigen, feinen Nesselfasern weich und

gut zu verspinnen. Das heisst: Der Name ist

mit dem Zusammendrehen und Verknüpfen

der Bastfasern verbunden. Wir wissen nicht,

wie die Menschen der Frühzeit die Bastfasern

aus den Stängeln gelöst haben. Aber

der Aufwand hat sich gelohnt. Die Bastfaser

der Nessel ist geschmeidig, relativ lang (50

bis 75 Millimeter) und sehr reissfest. Es gibt

noch eine weitere nützliche Verwendung.

Mit dem Sud aus den Blättern und Wurzeln

kann man Garne und Stoffe färben, vor allem

Wolle. Der graugrüne Farbton ist im anspruchsvollen

Textil-Design wieder in Mode

gekommen.

Es kann auch ein edles, geschmeidiges

Tuch aus Nesselgarnen gewebt werden, das

einen seidigen Glanz besitzt. Es wird mit

Rohseide verglichen und war einst etwas

Wertvolles, das sich nicht jeder leisten konnte.

Die Textil-Archäologie hat winzige Reste

von Nesseltuch bereits in bronzezeitlichen

Gräbern gefunden. Inzwischen wird vermutet,

dass sich noch so mancher Stoff, dessen

Reste man in früheren Gräbern entdeckt hat,

bei näheren Analysen als Nesseltuch und

nicht, wie leichthin angenommen, als Leinen-

oder Hanfgewese erweisen würde. Vor

ZUSATZINFOS

Warum brennen Nesseln?

Unter dem Mikroskop zeigt sich, dass

ein Brennhaar aus einer einzigen,

spitz zulaufenden Zelle besteht. Die

Spitze der zahllosen Brennhaare ist

zu einem winzigen Köpfchen ausgeformt.

Bei der leisesten Berührung

bricht das Köpfchen ab, und es entsteht

eine scharfe Injektionsnadel. Sie

dringt mit Leichtigkeit in die obersten

Zellschichten der menschlichen Haut

ein und setzt das Nesselgift frei, das

Brennen und im schlimmsten Fall sogar

eine heftige allergische Reaktion

verursachen kann.

Wie das Nesselgift chemisch genau

zusammengesetzt ist, hat die Forschung

immer noch nicht völlig geklärt.

Früher nahm man an, Ameisensäure

sei der wirksamste Bestandteil

dieser in kleinsten Mengen hochwirksamen

Flüssigkeit. Es reicht schon

weit weniger als ein Tausendstel

eines Milligramms, um die brennende

allem in den bäuerlichen Gesellschaften in

Mitteleuropa, auch im Oberaargau, sind Nesselstoffe

über sehr lange Zeiträume bis in die

Phasen der beginnenden Industrialisierung

in Heimarbeit angefertigt worden.

BEKANNTE HEILPFLANZE

Der Stellenwert des Nesselstoffs hat sich im

Laufe der Jahrhunderte verändert. Wahrscheinlich

ging die Bedeutung schon im Mittelalter

zurück. Das Nesselhemd konnte sich

gesellschaftlich nie ganz durchsetzen. Einerseits

wurde es den schlechten Ruf dieser

Pflanze nie ganz los. Es hielt sich der Aberglaube,

das Tragen eines Nesselhemdes

Die Raupe des

Tagpfauenauges

ernährt sich von

Brennnesseln.

Wirkung zu erzeugen. Inzwischen

weiss man, dass in der Giftmischung

Histamin und Acetylcholin enthalten

sind. Es handelt sich also um einen

«Giftcocktail», dessen Zusammensetzung

noch immer ein Geheimnis ist.

Nach wie vor ist es auch ein Rätsel,

wie die Raupen der vielen Schmetterlingsarten,

die von der Brennnessel

leben, mit den Brennhaaren und dem

Gift umgehen, wenn sie die Nesselblätter

verspeisen. Sind sie vielleicht

immun gegen den Giftcocktail in den

Härchen? Niemand weiss es. 36

Schmetterlinge sind von Brennnesseln

abhängig. Bei einigen Arten können

sich die Raupen nur von Brennnesselblättern

ernähren. Dazu gehören

u. a. der kleine Fuchs, der Admiral

und das Tagpfauenauge. Weitere 29

Arten, die meisten von ihnen Nachtfalter,

sind nicht ausschliesslich auf

Brennnesseln angewiesen.

«KLUGE

HÜHNER

LEGEN

AUCH IN

NESSELN»

REDENSART

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DIE BRENNNESSEL

Brennnesseln

sind Wunderpflanzen

mit

heilender

Wirkung.

jucke. Während der dunklen Zeit der Inquisition

(13. bis 18. Jahrhundert) sind Hexen

oft in einem Nesselhemd auf den Scheiterhaufen

geführt und verbrannt worden. Und

anders als bei Lein oder Hanf ist die Brennnessel

immer eine Wildpflanze geblieben

und nicht in Kultur genommen worden. Der

Stoff verschwand ganz, als sich die Tuchherstellung

und der Tuchhandel in ein kapitalisiertes,

überregional organisiertes Warengeschäft

verwandelten.

Die Nessel ist auch eine Heilpflanze. Ja,

nur wenige andere Heilpflanzen sind so intensiv

untersucht und analysiert worden, wie

die grosse Brennnessel. Ihre vielfältige heilende

Wirkung ist schon im alten Ägypten

entdeckt worden. Dabei gilt es zwischen

Hokuspokus und tatsächlicher Heilwirkung

zu unterscheiden.

Der Geheimtipp, bei Haustieren, wenn

die Lust zum kopulieren nachlässt, die Genitalien

mit Brennnesseln kräftig einzureiben,

dürfte Hokuspokus sein. Hingegen ist

eine Steigerung der Libido beim Menschen

wahrscheinlich. Die moderne Pharmakologie

hat herausgefunden, dass die männliche

wie die weiblichen Keimdrüsen durch den

erstaunlichen Mix an Vitalitätsstoffen der

Brennnesselsamen angeregt werden. Ja, den

Brennnesselsamen wird eine gleichwertige

Wirkung zugeschrieben wie der teuren ostasiatischen

Ginseng-Wurzel.

«DER GROSSE HEILER»

Brennnesselanwendungen werden von Heilkundlern

zur Behandlung einer ganzen Reihe

von Erkrankungen und Beschwerden

ZUSATZINFOS

Brennnesselblätter – das Superkraut

Brennnesselblätter lassen sich nicht

nur zu einem wohlschmeckenden Tee

verarbeiten. Sie sind überdies extrem

calcium-, eisen- und eiweissreich und

können pulverisiert in viele Gerichte

integriert werden – z. B. in grüne

Smoothies, aber auch als würzige Zutat

in Dressings, Dips, Frischkäse,

Brot und vieles andere mehr. Gleichzeitig

ist die Brennnessel eine grossartige

Heilpflanze.

aufgeführt. So bei Verbrennungen, Wunden,

Geschwüren, Zahnfleischentzündungen,

milde Diabetes, Menstruationsbeschwerden,

Rheuma, Arthrose, Bluthochdruck, Verdauungsstörungen,

verschiedene Hauterkrankungen

und sogar Milzleiden. Die Schulmedizin

stuft zwar die Wirkung der verschiedenen

Brennnesselanwendungen als wenig

überzeugend ein und sagt, es gebe keine

klinisch ausgetesteten Erfolge. Dass aber

Brennnesselblätter und -tinkturen leicht entzündungshemmend

und schmerzstillend

wirken, dass sie bei Wunden, Ekzemen und

Entschlackung Die Brennnessel ist die

hervorragende Begleiterin einer jeden

Entschlackung, Entsäuerung oder

Darmreinigung. Es profitiert nahezu

jedes Organ von der Brennnessel:

Entzündungen im Darm und den Gelenken

gehen zurück, das Blut wird

gereinigt, das Immunsystem auf Vordermann

gebracht und die Leber entlastet.

Garten und Landwirtschaft: Brennnessel-Bschütti

(frisch geschnittene

Brennnesseln einige Tage in Wasser

vergärt) soll das Wachstum und den

Ertrag bei Gemüse und Kräutern fördern,

das Blühen der Blumen anregen

und Weinstöcke, Beerensträucher und

Obstbäume stärken. Winzer setzten

vor allem in Frankreich auf die stärkende

Wirkung dieser Brennnessel-

Jauche auf Rebstöcke nach Hagelschlag

und bei Pilz-, Zikaden-, Rostviren-

und Blattlausbefall.

Ausschlägen die Immunabwehr stärken können,

dass sie – innerlich angewendet – bei

entzündlichen Prozessen zu helfen vermögen

und regulierend auf Stoffwechselprozesse

und hormonelle Schwankungen wirken,

ist nicht abzustreiten. Der grosse Ethnobotaniker,

Ethnomediziner und Kulturökologe

Wolf-Dieter Storl nennt die Brennnessel

schlicht: «den grossen Heiler.» Das lassen wir

so stehen.

Literatur: Brennnesseln – ein Portrait

von Ludwig Fischer.

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26 s’Positive 3 / 2018


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DOMINIQUE AEGERTER

Zurück

auf

FELD 1

Die finanzielle Rettung ist

gelungen. Aber ein Augenschein

beim Saisonauftakt

in Katar zeigt: Sportlich

muss Dominique Aegerter

wieder ganz von vorne

beginnen. Für ihn heisst

es: zurück auf Feld eins.

TEXT: KLAUS ZAUGG; FOTOS: WALDEMAR DA RIN

A

uf den ersten Blick ist es so, wie es immer

war, seit Dominique Aegerter 2010 in die

Moto2-Klasse aufgestiegen ist. Ja, optisch

präsentiert er sich auffälliger, bunter, cooler

als je zuvor. Er ist von weitem sichtbar.

Wenn er durchs Fahrerlager stiefelt und wenn er im Rennen

hinten im Feld eingeklemmt wird. Was diese Saison

häufig der Fall sein wird.

Die äussere Wahrnehmung ist sowieso seine ganz grosse

Stärke. Darin gemahnt er durchaus ein wenig an Superstar

Valentino Rossi, den grössten Fahrer aller Zeiten

und Ehrendoktor der Kommunikation. Auch der «Rohrbach-Rossi»

kommuniziert virtuos über alle Kanäle. Über

die sozialen (Facebook etc.) und richtigen Me dien (TV,

Zeitungen). Dieser Kontakt mit dem Fussvolk zahlt sich

aus und ist mit ein Grund für den phänomenalen Erfolg

bei der Geldsammlung über die Internetplattform «I believe

in you». Nie zuvor hat ein Schweizer Sportler durch

«Crowdfunding» so viel Geld eingenommen. 1497 Personen

haben kürzlich 253418 Franken bezahlt.

VOM FAHRER ZUM UNTERNEHMER

Item, auf den ersten Blick scheint beim Saisonstart 2018

also alles so zu sein, wie es sein sollte. Aber auf den

zweiten Blick wird schnell klar, dass vieles anders ge-

28 s’Positive 3 / 2018


Der mässige

Auftakt zeigt:

Aegerter ist ins

Mittelmass

abgerutscht.

Die Starts von

Dominique Aegerter

in die Moto2-Saisons

2013

4. Rennen

(5. Training)

2016

5. Rennen

(14. Training)

2010

11. Rennen

(20. Training)

2014

2017

2011

13. Rennen

(15. Training)

2012

11. Training

(Defekt im Rennen)

2015

15. Rennen

(25. Training)

11. Rennen

(7. Training)

2018

15. Rennen

(21. Training)

18. Rennen

(16. Training)


DOMINIQUE AEGERTER

worden ist. Auf und neben der Piste. Seit sein Team (Kiefer

Racing) den Hauptsponsor verloren hat, ist Dominique

Aegerter nicht mehr «nur» Pilot. Er ist nun auch

Unternehmer. Zusammen mit seinem Manager Dr. Robert

Siegrist hat er etwas mehr als 700 000 Franken

Sponsorengelder organisiert. Mehr als die Hälfte des

gesamten Team-Budgets. Und die Zahlungen der persönlichen

Sponsoren, die bisher die Grundlage des Einkommens

waren und ihm Einnahmen von rund einer

halben Million pro Saison sicherten, sind Teil dieser

700 000 Franken. Lohnzahlungen vom Team gibt es auch

keine mehr. Es kann deshalb sein, dass er am Ende der

Saison nichts verdient hat.

Diese Ausgangslage verändert die Sicht der Dinge und

erhöht die Belastung. Dominique Aegerter trägt ein doppeltes

Risiko: jenes der wirtschaftlichen Existenz und

jenes draussen auf der Rennpiste. Aus dem Töffpiloten,

der sich nur um sein sportliches Fortkommen zu kümmern

hatte, ist ein Unternehmer geworden, der an vieles

denken muss. An zu vieles. Um alles stemmen zu können,

hat er seinen Bruder Kevin für die Dauer der Saison angestellt

– und der muss nun die Einsätze an der familiären

«Rennfront» mit seinem Engagement als Fussballtrainer

in der 5. Liga in Huttwil koordinieren.

NATIONALMANNSCHAFT OBERAARGAU

Auch wenn das Geld aus der ganzen Schweiz kommt

– es sind letztlich die Oberaargauer, die in den letzten

Monaten die finanzielle Rettung der Karriere erst möglich

gemacht haben. Firmen wie «Motorex» oder die

Lanz-Anliker AG in Rohrbach, die ihr bisheriges Engagement

verstärkt haben. Es ist eine grossartige Geschichte,

wie die Oberaargauer zusammenhalten, um

ihrem wohl charismatischsten Sportler aller Zeiten die

Karrierefortsetzung zu ermöglichen. Das Rennteam von

Dominique Aegerter ist auch so etwas wie eine «Nationalmannschaft

Oberaargau.»

Dazu passt, dass die Sigwa AG aus Sumiswald hilft.

Wir können ja Sumiswald auch noch zum Einzugsgebiet

des Oberaargaus zählen. Diese Firma ist auf Bearbeitungen

von Metall spezialisiert und hat die Auspuffrohre

von Dominique Aegerters Höllen maschine nachbearbeitet.

In der Moto2-Klasse haben zwar alle die gleichen

Motoren und Reifen. Nur die Fahrwerke sind unterschiedlich.

Aber eine «Veredelung» der Auspuffrohre ist

nicht verboten. Stark vereinfacht gesagt: Mit einer besonderen

Bearbeitung wird erreicht, dass der Wärmeabfluss

(der die Motorenleistung befeuert) besser wird.

Auch dazu eine Episode. Weil die präparierten Auspuffrohre

nicht vor der Abreise nach Katar fertig geworden

sind, musste improvisiert werden. Ein Bekannter aus dem

Oberaargau, der zum Saisonstart nach Katar geflogen

ist, hat die speziell bearbeiteten Auspuffrohre noch am

Mittwoch vor dem Rennen im Fluggepäck ins Morgenland

geschmuggelt.

JETZT SIND RESULTATE GEFRAGT

Aber nun sind die Resultate gefragt. Und wieder gilt: Auf

den ersten Blick unterscheidet sich der Saisonstart 2018

nicht sehr stark von früheren Jahren (siehe Statistik).

Und doch ist auf den zweiten Blick wieder vieles anders.

Soeben hat Dominique Aegerter mit dem 21. Platz (7.

Startreihe) im Training und dem 15. Rang im Rennen in

Ein bunter

Hund: Dominique

Aegerter im

farbenfrohen

Renndress.

Rund 700 000 Franken organisierte Aegerter für sein Team.

Katar das zweitschlechteste Saisonstart-Resultat eingefahren.

Kein Weltuntergang. Aber der mässige Auftakt

bestätigt, was sich bereits während allen Tests abgezeichnet

hatte: Er ist vorerst ins Mittelmass gerutscht. Der 15.

Platz bringt ihm einen WM-Punkt ein. Aber es ist ein

Punkt ohne Glanz und Gloria. Nach acht Jahren in der

Moto2-WM heisst es für ihn: zurück auf Feld eins! Er hat

diesen 15. Platz nicht tollkühn, wagemutig, spektakulär

herausgefahren. Er hat ihn mit dem «Messer zwischen

den Zähnen» mühselig erkämpft, erlitten, erduldet. Runde

um Runde musste er den Rückstand auf den letzten

WM-Punkt abtragen. Früher waren die Anstrengungen

für Podestplätze kleiner. Es gab in Katar auch keinen

elektrisierenden Blitzstart mit dem schlagartigen Gewinn

von sechs, sieben Plätzen auf dem ersten Kilometer wie

früher so oft nach einem mässigen Training. Und es gab

gar nie eine Chance, in die Top Ten zu kommen.

Dabei müsste er jetzt ganz vorne fahren und die Konkurrenz

rocken. Er müsste aufgrund seines Talentes

30 s’Positive 3 / 2018


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DOMINIQUE AEGERTER

Es wartet viel Arbeit aufs Team, bis Aegerter wieder

ganz vorn mitfahren kann.

und seiner Routine (Katar war sein 130. Moto2-Renen)

ein Titelanwärter sein. Und ist es bei weitem nicht. Vielmehr

beginnt er sportlich diese Saison praktisch auf dem

gleichen Level wie im März 2010, als er mit einem 20.

Platz im Training und einem 11. Rang im Rennen in Katar

sein Moto2-Abenteuer begonnen hat.

Er gibt zu bedenken, dass dieser Vergleich nicht ganz

fair und die WM von heute nicht mit jener von 2010

vergleichbar sei. «Das Fahrerfeld ist inzwischen viel ausgeglichener

und das fahrerische Niveau höher. Die Fahrer

sind auch im Mittelfeld so gut, dass es mir nicht mehr

gelingt, wie früher mit einem Blitzstart gleich mehrere

Plätze gutzumachen.»

Nachdem alles vorbei war, ist ihm die Frage gestellt

worden, ob dieser WM-Zähler ein guter oder enttäuschender

Punkt sei und ob er jetzt enttäuscht oder erfreut

heimfliege. Er musste nachdenken, ehe er beinahe

kleinlaut sagte: «Wir müssen optimistisch sein.»

Kann man Optimismus müssen? Er kapierte diesen

Einwand und sagt das Verslein auf, das alle in seiner

Situation sagen: «Wir müssen weiterarbeiten.» Er weiss,

dass er optimistisch sein muss, aber es im Herzen eigentlich

nicht ist. Auch für ihn gilt wie für Tom Lüthi:

2018 werden wir WM-Punkte, nicht Siege und Podestplätze

feiern.

Der mässige Saisonstart hat bereits zu konkreten

Massnahmen geführt. Ab dem ersten Europa-GP in Jerez

arbeitet der spanische «Fahrlehrer» Alvaro Molina (mit

dem gleichnamigen einstigen legendären Hockey-Torhüter

Alfio Molina nicht verwandt) für Dominique Aegerter.

Der Spanier war zwischen 1996 und 2007 ein

Hinterherfahrer in der 125er- und 250er-Klasse.

DER FAHRLEHRER SOLLS RICHTEN

Die meisten Töffstars (auch Valentino Rossi) arbeiten mit

Fahrlehrern (sog. Riding Coaches), die am Streckenrand

stehen, TV-Aufnahmen analysieren, den Fahrern helfen,

die Ideallinie, die Bremspunkte und die richtige Sitzposition

auf dem Motorrad zu finden und als Gesprächspartner

und Mentaltrainer auch das Selbstvertrauen

stärken. Legendär war etwa der Brite Andy Ibbott, der

als Fahrlehrer in Tom Lüthis Weltmeister-Saison 2005

eine wichtige Rolle spielte.

Manager Robert Siegrist sagt dazu: «Dominique Aegerter

bezahlt ihn aus eigener Tasche. Das gehört zur

Investition in seine Karriere. Er muss an seinem Fahrstil

arbeiten. Es ist nicht möglich, die Maschine so an seinen

Stil anzupassen, dass er sich wohl fühlt. Er muss lernen,

seinen Stil der Maschine anzupassen.» Er räumt auch

mit der verbreiteten Entschuldigung auf, KTM liefere

«nur» letztjährige Maschinen und nicht die 2018er-Version.

«Die Abänderungen für die 2018er Version sind

völlig unerheblich und in erster Linie auf KTM-Werkspilot

Brad Binder zugeschnitten. Wir bekommen von KTM

alle technischen Neuerungen und wir

haben auch die neue Verschalung bereits

erhalten. Wir können sie nur in Katar

noch nicht einsetzen, weil wir die Werbung

noch nicht aufgeklebt haben.»

Was können wir also in dieser Saison

erwarten? Dominique Aegerter ist über

die Wintermonate um ein paar Jahre älter

geworden. Er wirkt nachdenklicher und

ernsthafter. Die finanziellen Schwierigkeiten

rund um sein Team haben ihm die

«Ernsthaftigkeit des Seins» dramatisch

vor Augen geführt. Er hat sein Charisma keineswegs verloren,

aber ist sich bewusst geworden, wie zerbrechlich

seine Karriere im finanziellen Bereich ist. Die neue Ernsthaftigkeit

hat vorerst einmal die sportliche Leistungsfähigkeit

eher gehemmt als gefördert. Wer an zu vieles

denken muss, dem gelingt es nicht mehr, alle Energie

und Konzentration auf die Hauptsache zu konzentrieren.

Alles auszublenden, was sonst noch ist, wenn Training

und Rennen beginnen, gehört zu den besonderen Qualitäten

eines Rennfahrers.

Aber diese neue Erfahrung wird ihn schliesslich besser

machen. «Reculer pour mieux sauter» sagen die Welschen.

Also ein paar Schritte zurück um dann umso

weiter springen zu können. Genau das gilt für Doninique

Aegerter nach dem enttäuschenden Start zur Saison

2018.

ZUSATZINFOS

Rennkalender 2018

8. April

GP Argentinien

(Rio Hondo)

22. April

GP Amerika

(Austin)

6. Mai

GP Spanien

(Jerez)

20. Mai

GP Frankreich

(Le Mans)

3. Juni

GP Italien

(Mugello)

17. Juni

GP Katalonien

(Barcelona)

1. Juli

GP Holland

(Assen)

15. Juli

GP Deutschland

(Sachsenring)

5. August

GP Tschechien

(Brünn)

12. August

GP Österreich

(Spielberg)

Es ist nicht möglich,

die Maschine an

seinen Fahrstil

anzupassen. Er

muss seinen Stil der

Maschine anpassen.

26. August

GP England

(Silverstone)

9. September

GP San Marino

(Misano)

23. September

GP Aragon

(Aragon)

7. Oktober

GP Thailand

(Buriram)

21. Oktober

GP Japan

(Motegi)

28. Oktober

GP Australien

(Philip Island)

4. November

GP Malaysia

(Sepang)

18. November

GP Valencia

(Valencia)

Zwei Schweizer

am Start: Tom

Lüthi (MotoGP)

und Dominique

Aegerter

(Moto2).

32 s’Positive 3 / 2018


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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe & Veranstaltungen

Hut ab

Normalerweise äussere ich mich nicht,

doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme.

Als ehemaliger Chefredaktor eines Musikermagazins

weiss ich, was es heisst, ein

Printmedium zu schaffen und herauszugeben.

Hut ab! Texte: Hervorragend. Themen:

aussergewöhnlich interessant. Aufmachung/Präsentation:

Vorbildlich.

Zur Papierfrage: Nun etwas angenehmer,

doch spielt es eigentlich keine Rolle, wenn

der Inhalt so gut ist. Die Lesbarkeit hat

sich möglicherweise etwas verbessert.

Christian Hunziker

Bravo

Ein grosses Kompliment an die Redaktoren

des s’Positive. Wie immer von zuvorderst

bis zuhinterst eine tolle, äusserst interessante

Lektüre. Ich frage mich jeweils, wie

sie auf so spannende Geschichten kommen,

wie z. B. die vom Mord im Bären. Einfach

super! Der Druck auf Hochglanzpapier

ist schön. Mich hat der Zeitungsdruck

nicht gestört. War ev. umweltfreundlicher

und günstiger. S’Positive in Hochglanzdruck

wird wahrscheinlich besser zur

Kenntnis genommen.

Heidi Zimmermann

Kleine Schrift

Ich freue mich immer, wenn s’Positive da

ist. Interessante Beiträge hat’s allemal.

Bloss ist für mich die Schrift zu klein,

ich habe Mühe mit Lesen. Aber generell:

Chapeau!

Dora Dambach

Daumen hoch

Wir möchten Ihnen mitteilen, dass uns das

s’Positive sehr gut gefällt. Immer wieder

sind überraschende, interessante und

spannende Artikel zu lesen. Daumen hoch!

H.P. Und Véronique Glatthard, Roggwil

Farbenfrohe Frau

Den Artikel über Regula Farner habe ich

mit Freude gelesen. Was für eine farbenfrohe

Frau! Schade, dass sie nicht meine

Nachbarin ist. Wir könnten viel voneinander

lernen.

Ch. Schweizer, Herzogenbuchsee

VERANSTALTUNGEN

Chœur par Cœur

Gemischter Chor Attiswil

Datum: Freitag 20. April,

Samstag, 21. April und

Mittwoch, 25. April 2018

Theater und Lieder in der Mehrzweckhalle

Attiswil.

Verchachelet…

Kunst im Tierlihus Aarwangen

Datum: 28. und 29. April 2018

Zeit: 11.00–16.00 Uhr

Nathalie Cormann, Riehen, Yvonne Mauchle,

Sursee, Kurt Riegel, Zimmerwald,

Marcel Bärlin, Founex, Manfred Bur,

Lotzwil, Henri Lehmann, Lützelflüh-

Goldbach, Ursi Lysser, Aarwangen.

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34 s’Positive 3 / 2018


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ENERGIEEFFIZIENTE KOMFORTLÜFTUNG

UND HEIZUNGEN?

DER SCHWEIZER HAUSTECHNIKLEADER

HAT DIE LÖSUNGEN

Energieeffiziente, nachhaltige Haustechniklösungen sind im Trend. Tobler bietet als Fachpartner Ihres

Haustechnik-Installateurs hierzu nicht nur ein breites Programm an Produkten führender Marken. Unser

kompetentes Beratungsteam steht auch bei der Planung und Installation gern zur Seite. Und dank

unserer starken Serviceorganisation können wir Ihnen jederzeit einen reibungslosen Betrieb garantieren.

Tobler Haustechnik AG, Moosrainweg 15, 3053 Münchenbuchsee

T +41 31 868 56 00, F +41 31 868 56 10, tobler@toblergroup.ch, www.haustechnik.ch


Montag

& Dienstag

Ruhetag

100% WIR

PREISE

bis 19.00 Uhr: CHF. 7.–

ab 19.00 Uhr: CHF. 9.–

bis 16 Jahre: CHF. 6.–

Schuhmiete

einmalig: CHF 2.–

ÖFFNUNGSZEITEN

Februar bis Oktober:

Mi & Do: 14.00–23.00 Uhr

Freitag: 14.00–24.00 Uhr

Samstag: 14:00–24.00 Uhr

Sonntag: 10.00–20.00 Uhr

November bis Januar:

Mi & Do: 14.00–23.00 Uhr

Freitag: 14.00–02.00 Uhr

Samstag: 14.00–02.00 Uhr

Sonntag: 10.00–20.00 Uhr

Bowlingcenter AG Langenthal | Lotzwilstrasse 66 | 4900 Langenthal | Tel. Bowlingreservation 062 919 01 14

Tel. Eventanfrage 062 919 01 15 | events@gastro-elemaent.ch | www.bowling-langenthal.ch

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