28.03.2018 Aufrufe

Musiker Magazin 1/2018

STORIES–– Seite 09: Deutscher Rock & Pop Preis 2018 STORIES • Seite 15: Mut zur deutschen Sprache – Interview mit Miss Allie • Seite 18: THE CONTINENTALS – So klassisch wie Cadillac – so modern wie Batman • Seite 20: STINGER – Hardrock mit einem Hauch Blues, der über alles erhaben ist! • Seite 23: Interview mit GHOSTTOWN COMPANY • Seite 25: Manila Muffin – Tanz der Kontraste • Seite 28 Tokunbo – Leise ist das neue Laut • Seite 34: LEBENDIG – Wer deutsche Musik liebt, wird auch diese coolen Jungs lieben • Seite 37:  Interview mit A SCAR FOR AMY • Seite 38:  IRON HORSES – Kick-Ass Heavy Metal from Germany! 
• Seite 40: Interview mit Jennifer Loosemore • Seite 44: Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 10: Der zeitlose Klassiker – CREAM • ––MUSIKBUSINESS–– Seite 50: Mitgliedschaft im Deutschen Rock und Pop Musikerverband e.V. • Seite 54: Gründungskosten einer Unternehmergesellschaft mit beschränkter Haftung • ––MUSIK & RECHT–– Seite 52: Streit um zwei Sekunden geht in die nächste Runde • RUBRIKEN –– Seite 04: Musiker-News • Seite 55: Produkt-News • Seite 60: CD-Rezensionen • Seite 64: Titelschutzanzeigen • Seite 65: Kleinanzeigen • Seite 66: Impressum

STORIES––
Seite 09: Deutscher Rock & Pop Preis 2018 STORIES •
Seite 15: Mut zur deutschen Sprache – Interview mit Miss Allie •
Seite 18: THE CONTINENTALS – So klassisch wie Cadillac – so modern wie Batman •
Seite 20: STINGER – Hardrock mit einem Hauch Blues, der über alles erhaben ist! •
Seite 23: Interview mit GHOSTTOWN COMPANY •
Seite 25: Manila Muffin – Tanz der Kontraste •
Seite 28 Tokunbo – Leise ist das neue Laut •
Seite 34: LEBENDIG – Wer deutsche Musik liebt, wird auch diese coolen Jungs lieben •
Seite 37:  Interview mit A SCAR FOR AMY •
Seite 38:  IRON HORSES – Kick-Ass Heavy Metal from Germany! 
•
Seite 40: Interview mit Jennifer Loosemore •
Seite 44: Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 10: Der zeitlose Klassiker – CREAM •
––MUSIKBUSINESS––
Seite 50: Mitgliedschaft im Deutschen Rock und Pop Musikerverband e.V. •
Seite 54: Gründungskosten einer Unternehmergesellschaft mit beschränkter Haftung •
––MUSIK & RECHT––
Seite 52: Streit um zwei Sekunden geht in die nächste Runde •
RUBRIKEN –– Seite 04: Musiker-News • Seite 55: Produkt-News • Seite 60: CD-Rezensionen • Seite 64: Titelschutzanzeigen • Seite 65: Kleinanzeigen • Seite 66: Impressum

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

C 10973 F | N o 1/2018 | 3,00 Euro

Kulturzeitschrift für Rock & Pop Musiker

www.musiker-online.tv

Miss Allie

Mut zur deutschen

Sprache

LEBENDIG

Ehrlicher, bodenständiger

Deutsch-Pop

Die Historie

der Rock- & Popmusik:

CREAM

Der zeitlose Klassiker

LEISE

IST DAS NEUE LAUT

36. Deutscher

Rock & Pop

Preis 2018

Am 8. Dezember

in der Siegerlandhalle,

Siegen

TOKUNBO


Angebot

❶ Studiosendung

Zur CD-Veröffentlichung oder einfach so – wir

produzieren mit euch eine komplette Studiosendung

wie in den goldenen Zeiten des Musik -

fernsehens. Mit Auftritt zu Playback (unplugged

und live auch möglich) und Interview.

(30 – 40 Minuten Videoclip)

➜ 500 Euro

+ Eine Seite Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 1 000 Euro

+ Zwei Seiten Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 1 500 Euro

Die Vorteile im Überblick:

❷ CD-Hearing /

Interview für

Promozwecke in

einem unserer

Filmstudios

Wir reden mit euch über euer Album, hören hinein

und stellen es vor!

Oder es geht einfach um euch als Band / Einzel -

künstler und euer musikalisches Schaffen.

(30 Minuten)

+ Halbe Seite Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 500 Euro

• voll ausgestattetes Filmstudio mit Live-Charakter

• aufgezeichnet wird mit bis zu vier professionellen Kameras

• ihr bestimmt die Inhalte, wir setzen sie in Szene

• bei Bedarf inklusive Visagistin, die dafür sorgt, dass ihr gut ausseht

• Interview mit professioneller Moderatorin (Angebot 1 + 2)

• Konzertbühne (8 m x 4 m) mit Licht, PA und Backline vorhanden*

• ein großer Bildschirm (2 m x 1 m) im Studio steht euch als eure persönliche Werbefläche zur

Verfügung – hier können wir euer Logo, das Albumcover, Werbung von Firmen oder sonstige Grafiken

einbauen

• ein gut eingespieltes Team vor Ort kümmert sich um alle Belange

• ihr bekommt eine geschnittene Sendung von RockTV inklusive Intro, animierten Bauchbinden und

Abspann

• auf Wunsch stellen wir das Video on-demand auf unserem YouTube-Kanal und sozialen Netzwerken

zur Verfügung für noch mehr Reichweite

❸ Aufzeichnung

Live-Konzert

Ihr braucht ein professionelles Live-Video, um

euch für Konzerte zu bewerben?

Kommt in unser Rock-TV-Studio!

(30 Minuten Videoclip)

➜ 1 000 Euro

★ Unser

Film-Team ist

auch mobil!

Ob Festivalmitschnitt oder Proberaumdreh,

drinnen oder draußen.

Wir kommen mit dem Ü-Wagen vorbei, um

mit bis zu vier festen (!) Kameras aufzuzeichnen.

Auf Anfrage machen wir euch gern ein

© KZENON/FOTOLIA

* Für einen perfekten und professionellen Sound empfehlen wir einen Auftritt mit Vollplayback (Liveund

auch Unplugged-Auftritte sind aber möglich und der Ton kann gegen einen geringen Aufpreis

nachträglich von uns abgemischt werden).

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V. – RockTV | Kolberger Str. 30 | 21339 Lüneburg

Web. www.musiker-online.tv | Mail. info@musikermagazin.de | Fon. +49(0)4131-233030 | Fax. +49(0)4131-2330315


EDITORIAL 03

ANGLEICHUNG DER MITGLIEDERBEITRÄGE UND

SONDERLEISTUNGSGEBÜHREN DES

DEUTSCHEN ROCK & POP MUSIKERVERBANDES E.V.

Außerordentliche Mitgliederversammlung des DRMV e. V.

am Montag, den 28. März 2018 um 14.00 Uhr in der Geschäftsstelle des DRMV

Liebe Mitglieder im Deutschen Rock & Pop Musikerverband e. V.

Seit nunmehr 18 Jahren, also seit dem Jahre 2000 bis heute 2018,

haben wir ständig und umfangreich unsere Leistungen für unsere

Mitglieder massiv erweitert. So haben wir ab 2009 einen täglichen abendlichen

Telefonberatungsdienst (Mailanmeldung) von 18:30 Uhr bis

21:30 Uhr eingerichtet, in dem wir umfangreiche Rechts- und Fachberatungen

für alle Themen wie GEMA, GVL, KSK, Public Relations, Selbst-Mana -

gement von Musikgruppen und Interpreten, Produzenten- und Studio -

arbeit, Mail-Marketing, Booking, Gründung und Aufbau eines Labels,

eines Musik verlages, einer Konzertdirektion und Konzertagentur, digitaler

Vertrieb von Musik, GEMA-Gesamtverträge, CD-Produktion,

Copyright-Bibliothek, Titel- und Namensschutz u. v. m. anbieten.

Diese umfangreichen Beratungsangebote durch einen Musiker ver -

band sind in Deutschland nicht nur einmalig, sondern im Vergleich zu

kommerziellen Angeboten auch äußerst preiswert.

In den 36 Jahren unseres Bestehens haben wir so gut es irgend ging sparsam

und schuldenfrei gewirtschaftet und unsere Mitarbeiter mit bescheidenen

Gehältern bezahlt. Die Mitgliedsbeiträge wurden seit 2000 bis heute in

2018 nicht erhöht, obwohl seitdem – bedingt durch die jährliche Inflations -

rate –der Verbraucherpreisindex bis heute um ca. 23 % gestiegen ist.

Das stellt in diesen 18 Jahren für uns einen enormen Wertverlust und eine

enorme Teuerungsrate dar, da sich seit 2000 fast sämtliche Kosten und

Aus gaben um bis zu 25 % erhöht haben.

Es geht bei dieser Anhebung der Beiträge also ausdrücklich nur um den

Ausgleich der Inflationsrate seit 2000. Diese Angleichungen, die wir sehr

genau berechnet haben, würden dann, wenn die Mitglieder des Deutschen

Rock & Pop Musikerverbandes e. V. mit Mehrheit diesem Antrag zustimmen,

zu folgenden angeglichenen Mitgliedsbeiträgen führen:

A: JAHRES-MITGLIEDSCHAFT:






Einzelmitglieder: 100 Euro statt bisher 76 Euro

Komplette Musikgruppen: 130 Euro statt bisher 100 Euro

Vereine/Initiativen: 170 Euro statt bisher 130 Euro

Firmen (Labels, Musikverlage, Konzertagenturen etc.): 250 Euro statt

bisher 200 Euro

Fördernde Mitglieder: 70 Euro statt bisher 55 Euro

(keine Leistungen, nur Zusendung von allgemeinen Informationen und

des Musiker Magazins)

B: JAHRES-PREMIUM-MITGLIEDSCHAFT:





Premium-Mitgliedschaft Einzelmitglieder: 200 Euro statt 150 Euro

Premium-Mitgliedschaft Musikgruppe: 250 Euro statt 200 Euro

Premium-Mitgliedschaft Vereine/Initiativen: 300 Euro statt 250 Euro

Premium-Mitgliedschaft Firmen (Labels, Musikverlage, Konzert agenturen

etc.): 300 Euro

Um auch in Zukunft ohne Schulden und Überschuldung existieren zu

können, müssen wir eine außerordentliche Mitgliederversammlung

ein berufen mit dem Antrag, über eine Inflations-Angleichung (nicht Ver -

teue rung) unserer Mitgliedsbeiträge zu diskutierten und darüber abzustimmen.

Wie bisher in den 36 Jahren unserer Existenz können all die Mit -

glieder, die nicht nach Lüneburg zur angesetzten Mitgliederversammlung

kommen können, auf dem Wege einer Mitglieder-Urabstimmung auch

schriftlich abstimmen.

Auf Antrag mit Nachweisen können Hartz-IV-Empfänger auf die Bei -

träge einen Nachlass von 30 % beantragen.

Eine Übersicht der zukünftigen Mitgliederleistungen findet ihr online unter:

www.musiker-online.com/angleichung-der-mitgliederbeitraege-undsonderleistungsgebuehren-des-drmv

TEXT: OLE SEELENEMYER

1/2018 musiker MAGAZIN


10 FESTIVAL

35. DEUTSCHER

ROCK & POP PREIS 2017

Vor 35 Jahren begann alles mit einer kleinen Idee, kombiniert mit einem großen Traum:

Der Traum, Musiker aus ganz Deutschland für ihre wunderbare Musik zu ehren – wie

unterschiedlich sie auch sein mochte. Und zwar nicht, wie üblich, die Großen,

Berühmten, zu denen alle aufsehen und die mit Preisen und Anerkennung nur so überschüttet

werden. Nein – vielmehr diejenigen, die bloß aus purer Leidenschaft spielen –

denen nicht so viele zuhören – obwohl sie es ohne Frage mehr als verdient hätten …

Und so entwickelte sich der Deutsche Rock

& Pop Preis, der am 09.12.2017 in der Sieger -

landhalle in Siegen sein 35. Jubiläum feiern

durfte – und auch so einige Rekorde. Trotz des

tiefen Winters, der sich beinahe unerwartet über

Deutschland legte, schafften es über 1 000 zu -

meist Musikerinnen und Musiker aus allen Teilen

Deutschlands durch das Schneetreiben in die

Siegerlandhalle. Auch die 16 Juroren waren

mehr als bereit, endlich die insgesamt 90 Acts

und Solokünstler anzuhören.

Von diesen 90 schafften es immerhin 88, mehr

oder weniger pünktlich einzutreffen, um ihren

Auf tritt zu machen – und der ein oder andere

auch, um sich verschiedene Preise abzuholen.

Von ein bisschen Schnee ließen die Teilnehmer

sich diesen besonderen Tag also nicht so schnell

vermiesen.

Das große Festival wurde eröffnet durch den

Sprecher des Deutschen Rock & Pop Musiker -

verbandes e.V., Ole Seelenmeyer, der die Ver -

an staltung, bei der übrigens auch schon Künst ler

wie Pur, Juli, Luxuslärm und KLIMA ihre mu -

sikalische Karriere begannen, vor 35 Jahren ins

Leben gerufen hatte.

„Genau wie die große Grammyverleihung in

den USA – nur eben kleiner.“ – So sollte der

Deutsche Rock & Pop Preis sein und ist es

auch geworden.

Insgesamt werden Preise in über 125 Mu sik -

genres verliehen, wobei nicht nur Musik grup pen,

Musikerinnen und Musiker, Komponisten und

Texter, sondern auch Produzenten, CD-Cover -

gestalter, Instrumentalisten, Filmmusiker usw.

in die Preisverleihungen einbezogen werden.

Die Veranstaltung begann dieses Jahr schon

um 12:30 Uhr, nicht wie gewohnt um 14 Uhr, da

es, wie schon erwähnt, 90 Live-Acts gab, die in

den Hauptkategorien antraten, d. h. im Laufe des

Tages alle noch auf der Bühne stehen sollten.

Bürgermeister der Stadt Siegen, Herr Mues,

sprach vor Beginn der Kulturveranstaltung ein

Grußwort, mit dem er dieses Festival feierlich


11

eröffnete. Dabei teilte er den Künstlerinnen und

Künstlern mit, dass er diese Veranstaltung

deutsch landweit für einzigartig halte, da jedes

Jahr Hunderte Musikerinnen und Musiker aus

ganz Deutschland ins Siegerland reisten, um ihre

gemeinsame Leidenschaft zu teilen und sich den

ganzen Tag mit den unterschiedlichsten Mu sik -

stilen zu befassen. Die Siegerlandhalle der

Stadt Siegen ist nun übrigens in 2018 schon

zum 5. Mal Veranstaltungsort und Gastgeber des

Deutschen Rock & Pop Preises.

Nach der Eröffnung ging es gleich los mit der

ersten Kategorie: Pop.

Es ist immer noch schwer vorzustellen, dass

es tatsächlich funktioniert. Aber dank der top

organisierten Tontechniker von bst und natürlich

auch der Musiker selbst standen die Bands

und Künstler im 5-Minuten-Takt auf der Bühne.

Während der kurzen Umbauzeiten gab es immer

wieder ein paar interessante Infor ma tio nen über

den Act, der da gerade auf die Bühne kam,

durch die Festival-Moderatoren Steff Heinken,

John Silver und Alina Sebastian.

Dann konnte es losgehen. Die Künstler leben

und sterben auf der Bühne mit oft weiter Ent -

fer nung von ihrem Ruhepuls. Sie befinden sich

in einem Adrenalin-Rausch und wollen am

Lieb sten gar nicht mehr von der großen Bühne

herunter.

„Das ist es.“ Ein Satz, den man als Mo de rator

oft zu hören bekommt. Seine eigene Musik auf

einer riesigen Bühne präsentieren und ein großes

Publikum, dass alle Augen und Ohren nur

auf dich gerichtet hat. Wie unterschiedlich die

Musik und die Musiker auch sein mögen – in

diesem Punkt sind sich viele doch sehr ähnlich.

Wie große Künstler schon in ihren Hits

sangen, z. B. Lady Gaga: „I live of the applause“,

DIE HAUPTGEWINNER:

• DAREMO

FACEBOOK.COM/DAREMOMUSIC

• DI MARI

WWW.DIMARI-MUSIK.DE

• SCHRAUBENYETI

SCHRAUBENYETI.DE

• STEFANIE BLACK

WWW.STEFANIEBLACK.DE

• PASSWORD MONKEY

PASSWORDMONKEY.DE

• A SCAR FOR AMY

FACEBOOK.COM/A-SCAR-FOR-AMY

• DANNY WUENSCHEL

DANNYWUENSCHEL.COM

• JAYWALK

WWW.JAYWALK.DE

genau so ist es auch bei den „kleinen“ Künst lern,

von denen jeder einzelne in der Sieger landhalle

ganz groß ist.

Zwischen den insgesamt 7 Hauptka te gorien

gab es immer kurze Pausen, in denen auch die

Fachjury Zeit hatte, sich noch mal zu sortieren.

Und so klang die Musik aus der Halle von 13

bis fast 22 Uhr. Dann war es aber noch lange nicht

vorbei. Denn dann kam das große Finale! Alle

anwesenden Künstler wurden mit den unterschiedlichsten

Preisen ausgezeichnet. Die Preis -

ver leihung war ein besonderer und aufregender

Moment. Zunächst wurden alle ca. 250 Nominierten

der Neben- und Sonder kate gorien auf die

große Bühne gerufen. Von dort aus traten sie

nach vorne und holten sich feierlich ihre Ur kun -

den ab. Ein wirklich außergewöhnliches Bild.

Anschließend folgte die Preisverleihung für die

Hauptkategorien, also die Acts, die an diesem

Samstag auch auf der Bühne standen. Viele hatten

ihre Fans mitgebracht, die schon den ganzen

Tag die Daumen drückten, dass ihre Lieb lings -

band unter den ersten Dreien war. Und dann wurden

sie vergeben: die Urkunden und Rock -

Oscars für die großen Stars an diesem Abend.

Aber fest steht: Jeder ist hier ein Gewinner.

Die Liste aller Preisträger findet ihr online:

WWW.MUSIKER-ONLINE.COM/DEUTSCHER-

ROCK-POP-PREIS-2017-GEWINNER/


12

Diese Kulturveranstaltung bietet den Men -

schen aus der Musikbranche die Möglichkeit,

sich auszutauschen, neue Erfahrungen zu ge -

winnen und sich inspirieren zu lassen. Der Er -

folg des Festivals und seine bundesweit große

Medienresonanz in den dortigen regionalen

Tages zeitungen ist immer wieder aufs Neue

über raschend. Die Auszeichnungen haben unter

den Musikern einen großen Stellenwert und

viele nehmen auch im Folgejahr teil.

Abschließend kann man sagen, dass der 35.

Deutsche Rock & Pop Preis 2017 außergewöhnlich

war. Es war eine Veranstaltung der

Superlative. Die Leidenschaft zur Musik lag den

ganzen Tag in der Luft und verlieh einen be -

sonderen Flair. Rückblickend beinahe perfekt.

DANKSAGUNG

Der Deutsche Rock & Pop Musikerverband e.V. und die Deut sche Popstiftung

möchten sich als Veranstalter des 35. Deutschen Rock & Pop Preises 2017 bei dem

Bürgermeister der Stadt Siegen, Herrn Steffen Mues, beim gesamten Team der Sieger -

landhalle, bei Herrn Matthias Becker und der Firma „bst – für Veranstaltungen“, bei allen

Helfern und Juroren, bei allen Technikern und Mode ra toren, bei den Musikgruppen und

Sänger/-innen für ihren ehrenamtlichen Einsatz an diesem Kultur festival sowie bei allen

Spon soren und unterstützenden Firmen bedanken.

Dieses Kulturfestival wurde wie in den Jahren zuvor durch die beteiligten Teil nehme -

rinnen und Teilnehmer an diesem Festival, durch die Mitglieder des Deutschen Rock &

Pop Musiker ver ban des und die Deutsche Popstiftung finanziert. Damit handelt es sich

bei dieser großen Kulturveranstaltung im jugend kulturellen Bereich der Rock- und Pop musik

um das einzige bundesweite Festi val, das von Musikern, Kompo nisten, Tex tern für junge,

kreative Nachwuchs musiker aus ideellen Gründen und ohne irgendeinen kommerziellen

Hintergrund getragen und or ga nisiert wurde.

JURY

Rogelio Azcarate Fernandez, Franziska Bub,

Prof. Dr. Bernd Giezek, Joachim Griebe,

Dr. Nicole Hirschmann, Linda Jäger, Carsten Kaiser,

Peter Kalff, Lothar Krell, Julia Neigel,

Johannes Nolden, André Scherzer, Thorsten Schmidt,

Lutz Sommer und Mike van Summeren

MODERATION

Steff Heinken, John Silver, Alina Sebastian und Alex Jeanne (Backstagemoderation)

Das Team des Deutschen Rock & Pop Preises

bedankt sich von ganzem Herzen bei allen, die

das Event so möglich gemacht haben !

Jetzt kann man sich übrigens wieder für den

nächsten 36. Deutschen Rock & Pop Preis

2018 bewerben.

ANMELDEFORMULARE: IM HEFT (S.13/14)

ONLINE: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV

TEXT: ALINA SEBASTIAN

FOTOS: LUDWIG CZAPLA – FOTOKNIPS.DE

TECHNIK

VIDEOAUFZEICHNUNG: Ronja Rabe, Thomas Eggers, Philipp Netzlaff,

Victor Schlinke, Evita Fechner, Marie Sophie Koop, Sven König, Timo Ritter, Nico Rüter

LEINWANDPRODUKTION: Sandra „Joey“ Peters, Pascal Ritter

VERANSTALTUNGSTECHNIK: bst – für Veranstaltungen – bst.de

FOTOS: Ludwig Czapla – www.fotoknips.de

MITARBEITER UND HELFER

Katja Rake, Ronja Rabe, Hinrich Vogt, Ana Seelenmeyer, Jana Nawroth, Jan Bockelmann,

Yogarajah Garthigeyan, Thanushanth Anandarajah, Alex Bähnk, Niklas Bähnk,

Florian Eggers, Daniel Gebauer, Jan Kalus, Jesse Kalus, Michaela Kompalla, Nadja Mai-Reis,

Jana Moysich, Heike Müller, Till Münster, Hendrik Pain, Franziska Schulz, Kerstin Schulz,

Florian Stachowski, Erik Teichmann, Jana Wagner, Jonas Wilcken, Ole Seelenmeyer u.v.a.


ANMELDUNG

36. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2018

Hiermit melde ich mich/uns für den Deutschen Rock & Pop Preis 2018 an.

FESTIVAL 13

Band/Künstler/-in: .........................................................

Ansprechpartner/-in: ......................................................

Straße: ..........................................................................

PLZ Ort: ........................................................................

Bundesland: ..................................................................

Tel.: ...............................................................................

Mobil: ............................................................................

Fax: ....................................................................................

E-Mail: ................................................................................

Internet: ..............................................................................

DRMV-Mitgl.-Nr.: ................................................................

GEMA-Mitglied?: ❑ nein ❑ ja:

❑ angeschl. ❑ außerord. ❑ ordentlich

Anmeldungen in mehreren Sparten sind möglich.

Anmeldegebühr pro Musiksparte: EUR 20,– DRMV-Mitglieder /EUR 30,– DRMV-Nichtmitglieder

Die Anmeldegebühren in Höhe von EUR ............ ❑ in bar beigelegt ❑ als Scheck beigelegt ❑ per Überweisung

Bankverbindung: Deutsche Popstiftung, Postbank Hamburg, IBAN: DE08 2001 0020 0964 2792 08, BIC: PBNKDEFF

Dieses Anmeldeformular, CD und Bewerbungsgebühr bitte spätestens bis 15. Juli 2018 an:

Deutsche Popstiftung, Bewerbung 2018, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg

Teilnahmegebühr: EUR 150,– je Sparte bei Auswahl durch die Bundesjury.

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von EUR 1.000,– für eigene Gäste/Fans)

36. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2018: HAUPTKATEGORIEN

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

❑ 1

❑ 2

❑ 3

❑ 4

❑ 5

❑ 6

❑ 7

❑ 8

Deutscher Rock Preis (beste Rock-Band)

Deutscher Pop Preis (beste Pop-Band)

Deutscher Hard Rock Preis (beste Hard’n’Heavy-Band)

Deutscher Funk & Soul Preis (beste Funk/Soul-Band)

Deutscher Alternative Preis (beste Alternative-Band)

Deutscher Singer-Songwriter Preis (beste(r) Solosänger(in) – Wertung: Eigenkomposition und Stimme)

Deutscher Singer Preis (beste(r) Solosänger(in) – Wertung: Stimme)

Deutscher Country Preis (beste Country-Band)

Die durch die Jury ausgewählten Teilnehmer der Hauptkategorien präsentieren sich am 8. Dezember 2018

im Finale auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen mit jeweils einem Song (maximale Länge: 4 Minuten).

36. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2018: SONDERKATEGORIEN

❑ 9

Beste Filmmusik

❑ 18

Beste Tranceband

❑ 26

Beste A-Capella-Band

❑ 10 Bestes Kinderlieder-Album

❑ 11 Beste Experimentalband

❑ 12 Beste Fusionband

❑ 13 Beste Hardcoreband

❑ 14 Beste Industrialband

❑ 15 Beste Progressivband

❑ 16 Beste Skaband

❑ 19

❑ 20

❑ 21

❑ 22

❑ 23

❑ 24

Beste Electronic-Band

Bester Electronic-Interpret

Bestes Dancehall-Album

Beste Elektropopband

Bestes traditionelles Blues-Album

Beste Rock’n’Roll/Rockabillyband

❑ 27

❑ 28

❑ 29

❑ 30

❑ 31

❑ 32

Beste Fusion-Jazz-Rockband

Beste Punkband

Beste Gothic/Wave-Band

Beste Schlagersängerin

Bester Schlagersänger

Bestes Weltmusikalbum

❑ 17

Beste New-Metal-Band

❑ 25

Beste Cover/Revivalband

❑ 33

Bestes Hip-Hop-Album



1/2018 musiker MAGAZIN


14 FESTIVAL

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

BEREICH ROCK:

❑ 34 Beste Rocksängerin

❑ 35 Bester Rocksänger

❑ 36 Bester Rocksong

❑ 37 Bestes Rockalbum

BEREICH POP:

❑ 38 Beste Popsängerin

❑ 39 Bester Popsänger

❑ 40 Bester Popsong

❑ 41 Bestes Popalbum

BEREICH FUNK & SOUL:

❑ 42 Beste Funk-&-Soul-Sängerin

❑ 43 Bester Funk-&-Soul-Sänger

❑ 44 Bester Funk-&-Soul-Song

❑ 45 Bestes Funk-&-Soul-Album

BEREICH HARD ROCK:

❑ 46 Beste Hard-Rock-Sängerin

❑ 47 Bester Hard-Rock-Sänger

❑ 48 Bester Hard-Rock-Song

❑ 49 Bestes Hard-Rock-Album

BEREICH METAL:

❑ 50 Beste Metal-Sängerin

❑ 51 Bester Metal-Sänger

❑ 52 Beste Metal-Band

❑ 53 Bester Metal-Song

❑ 54 Bestes Metal-Album

BEREICH JAZZ-ROCK:

❑ 55 Beste Jazz-Rock-Sängerin

❑ 56 Bester Jazz-Rock-Sänger

❑ 57 Beste Jazz-Rock-Band

❑ 58 Bester Jazz-Rock-Song

❑ 59 Bestes Jazz-Rock-Album

BEREICH ALTERNATIV:

❑ 60 Beste Alternativ-Sängerin

❑ 61 Bester Alternativ-Sänger

❑ 62 Bester Alternativ-Song

❑ 63 Bestes Alternativ-Album

BEREICH NEW AGE:

❑ 64 Beste New-Age-Band

❑ 65 Bester New-Age-Song

❑ 66 Bestes New-Age-Album

BEREICH RHYTHM & BLUES:

❑ 67 Beste Rhythm-&-Blues-Sängerin

❑ 68 Bester Rhythm-&-Blues-Sänger

❑ 69 Beste Rhythm-&-Blues-Band

❑ 70 Bester Rhythm-&-Blues-Song

❑ 71 Bestes Rhythm-&-Blues-Album

BEREICH REGGAE:

❑ 72 Beste Reggae-Sängerin

❑ 73 Bester Reggae-Sänger

❑ 74 Beste Reggae-Band

❑ 75 Bestes Reggae-Album

BEREICH LATIN-POP:

❑ 76 Beste Latin-Pop-Sängerin

❑ 77 Bester Latin-Pop-Sänger

❑ 78 Beste Latin-Pop-Band

❑ 79 Bester Latin-Pop-Song

❑ 80 Bestes Latin-Pop-Album

BEREICH FOLKROCK:

❑ 81 Beste Folkrocksängerin

❑ 82 Bester Folkrocksänger

❑ 83 Beste Folkrockband

❑ 84 Bester Folkrocksong

❑ 85 Bestes Folkrockalbum

BEREICH COUNTRY:

❑ 86 Beste Country-Sängerin

❑ 87 Bester Country-Sänger

❑ 88 Bester Country-Song

❑ 89 Bestes Country-Album

BEREICH GOSPEL:

❑ 90 Beste Gospel-Sängerin

❑ 91 Bester Gospel-Sänger

❑ 92 Beste Gospelgruppe

❑ 93 Bester Gospel-Song

❑ 94 Bestes Gospel-Album

BEREICH MUSICAL:

❑ 95 Beste Musicalsängerin

❑ 96 Bester Musicalsänger

❑ 97 Bestes Musicalalbum

Die durch die Jury nominierten Preisträger aller Sonderkategorien werden am 8. Dezember 2018

auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen bekanntgegeben.

Die Anmeldeformulare können auch unter www.musiker-online.tv heruntergeladen werden.

MUSIKBUSINESS:

❑ 98 Bestes Rock-/Pop-Tonstudio (Preis-Leistungs-Verhältnis)

Bew.: CD, Studioausstattung, Mietpreis etc.

❑ 99 Bestes kreatives Independent-Label (Rock & Pop)

Bew.: Produktionsübersicht (CD), Vertriebswege etc.

❑ 100 Bester Independent Musikverlag (Rock & Pop)

Bew.: Künstlerübersicht, Vermarktungsstrategie etc.

❑ 101 Beste Booking-Agentur (Rock & Pop)

Bew.: Künstler-, Konzert- und Tourneeübersicht

❑ 102 Erfolgreicher Musikmanager (Rock & Pop)

Bew.: Künstler- und Vermarktungsunterlagen

❑ 103 Erfolgreicher Musikproduzent (Rock & Pop)

Bew.: Künstler- und Produktionsangaben, CD

❑ 104 Kulturpreis für die Förderung der Rock- & Popmusik

in Deutschland

Bew.: Auf Empfehlung – keine Gebühren fällig!

MUSIKPRODUKTION:

❑ 105 Bester neuer Rock- und Popkünstler des Jahres

❑ 106 Bestes CD-Album des Jahres (deutschsprachig)

❑ 107

❑ 108

❑ 109

❑ 110

❑ 111

❑ 112

❑ 113

❑ 114

❑ 115

❑ 116

❑ 117

Bestes CD-Album des Jahres (englischsprachig)

Bester Song des Jahres (deutschsprachig)

Bester Song des Jahres (englischsprachig)

Beste Studioaufnahme des Jahres

Beste Single des Jahres

Bestes Musikvideo

Beste Komposition

Bester deutscher Text

Bestes Booklet und Inlaycard

Beste Instrumentalband

Bestes Instrumentalalbum

INSTRUMENTALISTEN:

Bester Instrumentalsolist

Bester Gitarrist

Bester Keyboarder

Bester Schlagzeuger

Bester Bassist

Bester Percussionist

Bestes Arrangement

Bestes Blasinstrument

❑ 118

❑ 119

❑ 120

❑ 121

❑ 122

❑ 123

❑ 124

❑ 125

musiker MAGAZIN 1/2018

EINSENDESCHLUSS: 15. JULI 2018


STORIES 15

MM: Dein Album heißt „Mein Herz und die

Toilette“. Verrate uns doch erst einmal die

Ge schichte hinter diesem ungewöhnlichen

Namen.

MISS ALLIE: Mein Herz entschied sich eines Tages,

mir den Mittelfinger zu zeigen und ins Klo zu sprin -

gen. Ich denke, es hatte meine dummen Gefühls -

verwirrungen im Bezug auf einfach nicht so nette

Männer satt. Ich sprang hinterher, um es wieder

herauszuholen, doch die Weiten der Kanalisation

sind sehr verwirrend. So irrte ich in dunklen

Schäch ten und durch stinkende Gegenden, bis

ein gelbes Pferd mit lila Punkten mich an seiner

Mähne aus Musik aus der Scheiße fischte. Seit -

dem reiten wir beide durch die Welt und erleben

Abenteuer. Das Herz sitzt derweil immer noch in

der Toilette und schmollt.

MUT ZUR DEUTSCHEN

SPRACHE

MM: Deine Songs sind sehr persönlich, gleich -

zeitig aber mit viel Witz gespickt. Ist das

Selbst schutz oder rein dem Unterhaltungs -

wert zuzuschreiben?

MISS ALLIE: Auf meinem ersten Album „This Is

Why!“ habe ich über sehr schwierige Themen,

wie häusliche Gewalt, Tod, Parentifizierung, Angst

und andere Dinge, die mich sehr beschäftigen

und be rühren, auf Englisch geschrieben. Die

Sprache half mir, diese Themen zu schönen

Songs zu verarbeiten, da sie nicht jeder hier in

Deutschland sofort und ganz versteht. Ich konnte

mir jedoch nicht vorstellen, diese Themen auf

Deutsch zu singen. Das wäre zu herzzerreißend,

leidend und direkt. Ich hätte mich irgendwie

schutzlos und nackt gefühlt. So entwickelte ich

meinen ganz eigenen Stil, die Themen, die mich

beschäftigen, in meiner Muttersprache zu singen,

und das geht oft einher mit einer ordentlichen

Portion Humor. Ich hatte schon sehr früh den

Hang – in meinen Tagebüchern zum Bei spiel –,

alles Schwierige und Ernste in meinem Kopf

umzudrehen und es aus einem selbstironischen

Blickwinkel zu betrachten.

MM: Auch Sexismus wird in einem Song zum

Thema. Auch wenn dein Song sich mit All -

tags situationen beschäftigt, fehlt eine Sexis -

mus-Debatte in der Musikindustrie?

MISS ALLIE: Fehlen ist das falsche Wort. Es gibt

eine Sexismus-Debatte, jedoch ist sie nicht sehr

laut. Aus meinem ganz persönlichen Gefühl heraus

gibt es ca. 90 % Männer und 10 % Frauen,

die aktiv in der Musikindustrie agieren. Wir Frauen

sind in jedem Fall deutlich in der Unterzahl.

MM: Hast du diskriminierende Erfahrungen

schon selbst erlebt?

Vor ein paar Jahren ist Miss Allie in australischen

Pubs mit Coversongs aufgetreten.

Heute singt sie vor allem auf Deutsch und nimmt

alltäglich Situationen mit viel Humor aufs Korn.

Warum sich manche Themen trotzdem

besser auf Englisch besingen lassen, hat sie uns

im Interview erzählt. Außerdem berichtet die

27-jährige Sängerin, wie es ist, sich als Frau den

Weg in die Musikbranche zu erarbeiten.


1/2018 musiker MAGAZIN


16 STORIES

»Die Sprache ist wie ein

Schutzschild, hinter dem

sich die sensiblen

Botschaften, Geschichten

und Gefühle verstecken.«

anknipsten als die Englischen. Und das Gefühl,

dass die Leute mir ihre volle Aufmerksamkeit

schenken, überrascht, belustigt und fröhlich sind,

war und ist einfach toll. So traute ich mich immer

öfter, die deutschen Songs zu singen. Und nun

ist also mein zweites Album ein deutsches Satire-

Pop-Album geworden und ich bin megahappy

mit dem Ergebnis.

MISS ALLIE: Ich habe eine gewisse Zeit ge braucht,

um so selbstbewusst und mit Stolz ge schwellter

Brust wie heute durch diese Männer domäne zu

wandern. Damals im Musikkurs meines Studiums

wurde ich häufig ausgelacht. Heute stehe ich

mit meiner Musik regelmäßig auf der Bühne, be -

geistere Menschen und verdiene damit Geld. Zu

mir wurden schon ziemlich unnötig dumme Dinge

gesagt. „Weißt du überhaupt, wo man das Kabel

reinsteckt?!“, „Videoschnitt, Musikproduktion, Kon -

zerte geben ... Mensch, du könntest auch ein

Junge sein!“, „Du kleine Süße! Und jetzt zeigt dir

Papa mal, wie das geht!“

Das Schlimme ist, dass Männer oft nicht merken,

was für einen sexistischen Scheiß sie von

sich geben. Ich hab oft ne große Klappe, kloppe

dumme Scheiß-Sprüche zurück und lasse das

heute nicht mehr so nah an mich ran. Das hilft

auf jeden Fall, um als Frau nicht durchzudrehen

und sich durchzusetzen in der Branche.

MM: Deine beiden Alben unterscheiden sich

nicht nur durch die Sprache, sondern auch

in Stil und Klang. Wie erklärst du diese ge -

waltige Entwicklung?

MISS ALLIE: Mit englischen Songs habe ich

angefangen. Ich fand den Klang der Sprache

schon immer unglaublich schön. Ich schreibe

heute immer noch englische Songs – hier kann

ich mich einfach anders ausdrücken als im Deut -

schen. Die Sprache ist wie ein Schutzschild, hinter

dem sich die sensiblen Botschaften, Geschichten

und Gefühle verstecken.

Auf Deutsch fiel es mir immer äußerst schwer,

mein Herz so sehr zu öffnen wie im Englischen.

Mir fällt es schwer, mich auf der Bühne den

oben genannten Themen, hinzugeben in meiner

Mutter sprache – der Sprache, die hier jeder direkt

versteht. Daher entwickelte ich über die Jahre

meine ganz eigene Art, Themen die mich be schäf -

tigten, niederzuschreiben und auf der Bühne zu

präsentieren. Da steckt in fast jedem Song eine

ordentliche Portion Humor drin, dadurch verändert

sich meine Bühnenpräsenz und mein Gitarren -

spiel.

Ich merkte mit der Zeit, dass diese Songs die

Aufmerksamkeit des deutschen Publikums mehr

MM: In Australien bist du regelmäßig in

einem Pub aufgetreten. Wie eignen sich an -

getrunkene Aussies als Publikum?

MISS ALLIE: Ich hatte 2012 meinen ersten be -

zahlten Auftritt in einem Tasmanischen Pub. Ich

konnte nur eine Hand voll Songs spielen zu dem

Zeitpunkt und war total nervös. Ich probte, bis

meine Finger bluteten, um dann vor grölenden

Australiern in einem überfüllten Pub zu spielen.

Schnell merkte ich, dass in diesem Umfeld eigene,

unbekannte Songs nicht funktionieren. Also

lernte ich in der Zeit über 70 Cover-Songs und

wurde mit jedem Auftritt sicherer. Irgendwann

hatte ich den Dreh raus und feuerte die Leute so

sehr an, dass sie oft vor lauter Ausgelassenheit

mir das Mikrofon klauten, um lauthals mitzusingen.

Ein feierwütiges Völkchen.

MM: Durch soziale Netzwerke und günstige

Software sind die Einstiegsbarrieren in die

Musikbranche deutlich gesunken. Dafür ist

die Konkurrenz enorm groß. Wie nimmst du

das wahr?

MISS ALLIE: Die Veränderungen der Musik bran -

che waren zum Teil Thema in meiner Master -

arbeit und ich finde diese Entwicklung gut. Es ist

schön, dass so viele Menschen Musik machen

und mit der Welt teilen können. Nur so konnte

auch ich in dieser Branche Fuß fassen. Im Gegen -

satz zu früher hat jeder heute eine faire Chance.

Ich finde nur den Ansatz „Musik wie Leitungs -

wasser“ sehr fragwürdig. Leider gibt es so viele

Streaming- und Downloadportale, die einen Scheiß

an die Musiker bezahlen. Das finde ich nicht sonderlich

fair.

Und das mit der Konkurrenz sehe ich etwas

anders. Klar gibt es mehr Angebot und mehr

Musiker da draußen, die ein Business aus ihrer

Musik machen – aber hey – das sind zumeist

sehr coole Menschen, die ganz ähnliche Dinge

wollen wie man selbst. Ich finde, man sollte sich

von diesem Konkurrenz-Gedanken lösen und

sich eher darauf konzentrieren, dass das, was

man tut, einen selbst glücklich macht und dass

andere, die das Ähnliche machen, einen eher

beflügeln und helfen können auf dem eigenen

Weg.

»Es ist schön, dass so

viele Menschen

Musik machen und

mit der Welt teilen

können.

Ich finde nur den

Ansatz „Musik

wie Leitungs wasser“

sehr fragwürdig.

Leider gibt es so viele

Streaming- und

Downloadportale, die

einen Scheiß an

die Musiker bezahlen.

Das finde ich

nicht sonderlich fair.«

MM: Nun ist dein Album gerade veröffentlicht

und du spielst fleißig Konzerte. Feilst

du schon an deinen nächsten Plänen?

MISS ALLIE: Oh ja! Es hat sich einiges getan! Ich

werde dieses Jahr das erste Mal im Fernsehen

zu sehen sein. Ich bin stolz wie Bolle! Der WDR

hat mich in die Ladies Night eingeladen nach Köln.

Im September findet das Ganze statt. Gleich zeitig

stehe ich in Kontakt mit der TV-Produktionsfirma

BRAINPOOL und habe bei der Nightwash-Reihe

einen Kurzauftritt am 26.02. in Köln – daraus kann

sich noch viel entwickeln, wenn ich mich nicht

total blöd anstelle.

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 17

MISS ALLIE

„Mein Herz und die Toilette“

VÖ: 14.02.2018

Debütalbum – „This Is Why!“

VÖ: 22.12.2016

WWW.MISSALLIEMUSIC.COM

WWW.FACEBOOK.COM/MISSALLIEMUSIC

Ich werde dieses Jahr mal kein Album veröffentlichen

und die Zeit nutzen, um mein Pro -

gramm „Mein Herz und die Toilette“ noch weiter

auszubauen, neue Songs zu schreiben und mein

Auftrittsgebiet vom Norden in den Süden Deutsch -

lands auszuweiten. Ich werde auf vielen Theater-

und Kulturbühnen kleinerer Orte spielen und hoffe,

dass ich dort gut ankomme. Wenn ich dieses

Jahr hart arbeite und all die Auftritte (v.a. die im

Fern sehen) gut verlaufen, dann kann 2019 ein echt

krasses Jahr werden. Ich freu mich auf jeden Fall

sehr drauf.

Ich versuche, dieses Jahr ein Team zusammen -

zustellen, das mir auf meinem weiteren Weg hilft.

Unterstützung beim Booking und der GEMA-Ab -

rechnung habe ich momentan schon ein bisschen.

Es fehlt noch ein lieber und guter Manager,

der mir einfach mit Rat und Tat zur Seite steht.

Das wäre so so so toll. Aber wir werden sehen,

was passiert. Buddha bei die Fische.

WEB: WWW.MISSALLIEMUSIC.COM

WWW.FACEBOOK.COM/MISSALLIEMUSIC

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOS: © WERBUNG UND DRUCK;

© MATHIAS SCHNEIDER

1/2018 musiker MAGAZIN


18 STORIES

SO KLASSISCH WIE CADILLAC –

SO MODERN WIE BATMAN

KURZPROFIL

BAND THE CONTINENTALS

GEBURTSJAHR 1980

HEIMATSTADT MÜNCHEN

Sie sorgen dafür, dass der Rock ’n’ Roll nicht ausstirbt:

Seit den frühen 80er-Jahren spielen The Continentals

Songs im Rockabilly-Sound und streuen auch eine

Prise Surf- und Country-Rock hinein. Sie finden: Früher

war nicht alles besser. Aber sie selbst jünger.

MM: Ihr seid ja schon alte Hasen im Rock -

geschäft. Viele meckern darüber, dass sich

der Musikmarkt negativ verändert. Wie seht

ihr das? Welche Neuerungen waren positiv,

welche eher schwierig?

THE CONTINENTALS: Besonders in unserer

Home base München konnten wir im Laufe der

Jahre ein intensives Club-Sterben mit all seinen

Folgen für die Live-Musik beobachten. Dafür gibt

es heute viel mehr Festivals in unserem Genre.

Wir haben Segen und Fluch der Digitalisierung

erlebt. Der CD-Verkauf ist nahezu komplett weggebrochen

– durch Streaming- und Download -

dienste bleiben bei der Band nur noch Null -

komma null-Beträge hängen. Auf der anderen

Seite erreichen Bands durch digitale Medien den

internationalen Markt und können mit sozialen

Medien ihren Fankreis besser aufbauen und be -

treuen. Auch bei der Studio- und Aufnahme tech nik

hat sich viel getan. So haben wir die letzten drei

CDs mit eigenem Equipment in unserem Probe -

raum aufgenommen und konnten kräftig bei den

Produktionskosten sparen. In der Videoproduk -

tion sieht es ähnlich aus – sie bleibt aufgrund der

technischen Entwicklungen nicht mehr nur den

großen Top Acts vorbehalten. Unser Fazit: Früher

war nicht alles besser – wir waren nur jünger.

MUSIKSTIL ROCK ’N’ ROLL & ROCKABILLY

WITH A TOUCH OF COUNTRY

DISKOGRAFIE 11 ALBEN PLUS DIVERSE

SINGLES UND

SAMPLERAUSKOPPLUNGEN

AKT. ALBUM THE CONTINENTALS „35“

VÖ. MAI 2017

SHOWS WEIT MEHR ALS 1000 GIGS IN

10 EUROPÄISCHEN LÄNDERN

EINSATZGEBIETE PARTIES, FESTE, CLUBS,

HALLEN, ARENEN, FESTIVALS,

OPEN AIRS, CAR & BIKE

MEETINGS ETC.

BANDMITGLIEDER

MIKE ROTH GESANG

ROLF PRÖPPER GITARRE

CHRIS STEPKEN PIANO, ORGEL & AKKORDEON

ANTON CURTHS BASS

THE CONTINENTALS

„35“

VÖ: 2017

WWW.FACEBOOK.COM/

THECONTINENTALS1980

musiker MAGAZIN 1/2018


MM: Mit eurem Rockabilly-Rock’n’Roll-Ge -

misch seid ihr seit mehr als 35 Jahren erfolg -

reich. Warum begeistern solche Rhythmen

nach wie vor die Leute?

THE CONTINENTALS: Diese Art von Musik ist Vor -

läufer der heutigen Rockmusik. Für unser Cross -

over-Gebräu aus Rock ’n’ Roll, Rockabilly, Country

und anderen Einflüssen wird es immer ein Plätz -

chen geben. Wir präsentieren unsere Songs mit

Herz, Härte und Leidenschaft. Egal, ob das gerade

zum Mainstream passt. Die Leute respektieren

das und haben Spaß dabei.

MM: Ihr habt auch Songs neuerer Hits z. B.

von Billy Idol oder Depeche Mode im 50er-

Jahre-Stil gecovert. Wolltet ihr so jüngeres

Publikum erreichen?

THE CONTINENTALS: Nein, es ist eher so, dass

manche dieser Songs unsere Jugend begleitet

haben und wir sie immer noch gut finden. So

picken wir uns von Zeit zu Zeit den einen oder

anderen Hit heraus und präsentieren ihn im

„neuen“ Old School Rock ’n’ Roll oder Rockabilly

Style. Das haben wir schon lange vor Sasha alias

Dick Brave oder den Baseballs getan.

MM: Euer Motto lautet „So klassisch wie

Cadillac – so modern wie Batman“. Nun ist

Batman ja auch nicht unbedingt modern.

Oder wie meint ihr das?

STORIES 19

Band in der Nacht von seinem Hotelbalkon direkt

auf unsere darunterliegende Terrasse kotzte.

MM: Nach mehr als 1 000 Gigs: Gibt es ein

bestes (oder auch schlimmstes) Konzert?

Was war daran das Tolle/Katastrophale?

THE CONTINENTALS: Eine Katastrophe war, als

uns das Publikum während eines Open-Air-Kon -

zerts bei einem unserer ersten Auftritte im Münch -

ner Theatron mit aus der Erde gerissenen Gras -

büscheln bewarf und den Auftritt der folgenden

Hippie-Band Guru Guru forderte. Toll dagegen war

der einwöchige Aufenthalt in Moskau, als wir zwei -

mal beim Interchance Festival vor 20 000 Russen

auftraten und während des gesamten Aufenthalts

von freundlichen Escort-Damen betreut wurden.

Es gäbe Bände zu schreiben, aber die meisten

Erlebnisse verliefen positiv.

MM: Andere Bands bringen zu Jubiläen Best-

Of-Sampler heraus; ihr hingegen habt ein

Al bum mit 13 neuen Songs rausgehauen

(Titel: „35“). Wieso?

THE CONTINENTALS: Das Rock’n’Roll-Publikum

liebt eigentlich Songs, die es bereits kennt. Trotz -

dem hatten wir seit den Anfängen in den 80er-

Jahren auch eigene Songs geschrieben und veröffentlicht.

Mit dem Jubiläumsalbum wollten wir

den aktuellen Stand der Dinge abbilden und nicht

auf Archivmaterial zurückgreifen.

Buch&DVD

€ 23,95

NEUERSCHEINUNG

ISBN 978-3-943638-37-0

MAKE

MUSIC

NEW BASS BOOKS

Bass Ensemble

von Eddi Andreas

Garantiert Bass

mit Christoph Herder

Buch&CD

€ 21,95

NEUERSCHEINUNG

ISBN 978-3-943638-29-5

BLUESGITARRE

Andi Saitenhieb zeigt, wie’s geht!

THE CONTINENTALS: Die ersten Batman-Filme

kamen 1943 heraus. Der aktuellste Auftritt des

„schwarzen Ritters“ war aber gerade erst 2017.

Wir sind also auf der Höhe der Zeit. Unser Motto

steht für Tradition, Spirit und Treue zu dem, was

wir uns auf die Fahnen geschrieben haben.

MM: Im Laufe der Jahre wart ihr mit allerlei

Musikgrößen unterwegs, u. a. mit Wanda

Jackson und Bill Haley’s Comets. Plaudert

mal aus dem Nähkästchen: Könnt ihr ein

oder zwei lustige/denkwürdige Begeben hei -

ten erzählen?

THE CONTINENTALS: Mit Wanda Jackson verband

uns eine enge Beziehung. Dazu gehörte,

dass wir ihr heimlich Zigaretten besorgten, was

ihr Ehemann und Manager Wendell nie erfahren

durfte. Johnny Grande, der Pianist von Bill Haley’s

Comets, schwärmte begeistert von der Ge -

schichte, dass er als Beifahrer mit uns auf der

deutschen Autobahn bei Tempo 220 ein Polizei -

auto überholt hatte – unvorstellbar in seinem

Heimatland USA. Unvergessen auch, als wir in

Forli (Italien) spielten und uns ein schwer angetrunkenes

Mitglied einer britischen Rockabilly-

MM: Wird nach so langer Zeit Songschreiben

einfacher oder schwieriger? Inwiefern?

THE CONTINENTALS: Viele unserer Songideen

entstehen durch zufällige Eingebungen unter der

Dusche, beim Autofahren oder wenn Sänger Mike

Roth zu Hause auf der Ukulele schrammelt. Da

wir keinen Druck haben, erarbeiten wir die endgültigen

Arrangements gemeinsam in aller Ruhe.

Die Ergebnisse testen wir live und nehmen sie

irgendwann auf. Unsere Songs handeln überwiegend

von Autos, Motorrädern, Pferden und

Tattoos. Und natürlich von Frauen – aber nur,

wenn sie ein Auto, Motorrad, Pferd oder Tattoo

haben. Von daher sind die Themen gesetzt.

MM: Was habt ihr für die nächsten 35 Jahre

geplant?

THE CONTINENTALS: Wir machen genauso weiter

– es gibt keinen Plan B.

WEB: THE-CONTINENTALS-GERMANY.COM

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTO: ANDREAS GEBERT

HINTERGRUND: ©MARIUSZ BLACH/FOTOLIA

Buch&CD

€ 21,95

STEADY BESTSELLER

ISBN 978-3-943638-85-1

Buch&CD

€ 21,95

TOPSELLER

ISBN 978-3-943638-05-9

SINGER/SONGWRITER

Das Songbook Band 2 ist da!

Songbuch

€ 18,95

NEUERSCHEINUNG

ISBN 978-3-943638-86-8

Songbuch

€ 18,95

STEADY BESTSELLER

ISBN 978-3-933136-93-0

alfredverlag.de | alfredmusic.de


20 STORIES

HARDROCK MIT EINEM

HAUCH BLUES, DER ÜBER ALLES

ERHABEN IST!

MM: Euer großes Vorbild ist AC/DC. Was liebt

ihr an den Hardrock-Legenden?

STINGER: AC/DC haben sehr geprägt, aber auch

Status Quo, Rose Tattoo und die Stones haben

beeinflusst. An Bands, die so grooven, kommt

man nicht vorbei. Bei AC/DC lieben wir den

Minimalismus: Jeder Musiker wusste, wann er zu

spielen hat und wann nicht. Sie waren eine Band,

die sich nie verbogen hat. AC/DC sind für uns ein

Lebens gefühl: minimalistisch, exakt, schnörkellos,

brutal, direkt.

MM: Nun sind AC/DC ja ein großer Vergleich.

Warum seht ihr euch dennoch in den Fuß -

stapfen von Angus Young und Co.?

STINGER: Wir wollen uns nicht verbiegen, gehen

unseren Weg ohne Rücksicht auf Modeerschei -

nun gen. Das verbindet uns mit AC/DC.

MM: Warum habt ihr sogar Instrumente und

Equipment aus den 70ern? Bzw. Was macht

den 70er-Jahre-Sound für euch aus?

STINGER: Wir sind da nicht festgelegt, aber

immer laut. Das Vintage-Equipment aus den

60ern, 70ern und 80ern hat seinen Reiz. Das

sind In stru mente, mit denen ein Konzert-Abend

wirklich anstrengend ist. Eine alte Gretsch ist ein

absolutes Arbeitstier – so muss man sie behandeln.

Es gibt keine Kompromisse, sie verzeiht keinen

Fehler.

Früher wurden Instrumente anders ge baut:

mit Leidenschaft, Liebe und Fehlern. Fehler, die

dafür sorgen, dass ein Instrument einmalig klingt.

Das hat Charme.

MM: Beim Deutschen Rock & Pop Preis habt

ihr den ersten Platz in der Kategorie Hard -

rock belegt. Was war das für ein Ge fühl?

»AC/DC sind für uns ein

Lebensgefühl:

minimalistisch, exakt,

schnörkellos, brutal,

direkt.«

STINGER: Super, einfach der Wahnsinn. Es zeigt,

dass wir viel richtig gemacht haben und hat uns

angespornt. Jeder Einzelne ist wichtig in unserer

Band. Der Sieg beim Deutschen Rock & Pop Preis

war der gerechte Lohn für uns verrückten Haufen

voller Leidenschaft und Rock ’n’ Roll.

MM: Angeblich kam der Vorsitzende der

Deut schen Popstiftung, Ole Seelenmeyer,

nach eurem Auftritt zu euch. Was hat er ge -

sagt?

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 21

STINGER machen satten Hardrock

a la AC/DC. Dass sie sich so wie ihre

Vorbilder anhören, kommt nicht

von ungefähr. Denn bei ihrem

aktuellen Album haben einige „echte“

Musiker der australischen

Hardrock-Legenden mitgemischt.

11. – 14. 4. 2018

Frankfurt am Main

Online-Tickets sichern,

bis zu 25 % sparen:

musikmesse.com

Let’s jam! Wenn Musik

den Augenblick zum

perfekten Moment macht.

STINGER: Er kam nach unserer Performance direkt zu uns und hat uns

gelobt. Ole ist vom alten Schlag, sagt, wenn etwas Mist war. „Ihr habt

ge spielt wie eine Maschine, ein wahnsinniger Drive war das.“ – Das ist

Balsam für die Seele, wenn das von einem Musiker kommt, der schon

lange im Geschäft ist und weiß, worauf es an kommt.

MM: Euer Album „Disadvantaged“ klingt, als hätten AC/DC es mit

euch zusammen auf genommen.

STINGER: Wir haben mit Simon Wright, Mark Evans und Tony Currenti

drei ehemalige AC/DC-Mitglieder für das Album gewinnen können. Es

haben noch andere super Künstler mitgemacht, etwa Dai Pritchard von

Rose Tattoo und Luca Priciotta von Doro, die unser Projekt mitgetragen

haben.

MM: Erzählt mal ein oder zwei Anekdoten, die beim Einspielen

des Albums geschehen sind.

+++ Internationale Top-Acts im Guitar & Drum Camp

+++ Piano Salon Europe mit Präsentations- und Vortragsbühne

+++ NEU: Audio, DJ & Recording- Plattform

in Halle 4.1 +++ Acoustic Stage: Live-Musik von Klassik

über Jazz bis Pop +++ Street Food Trucks & Festivalatmosphäre

+++ und vieles mehr +++

Vier Tage

Musikmesse Festival

ganz Frankfurt.

STINGER: Der Kontakt mit ehemaligen AC/DC-Mitgliedern führt zwangs -

läufig dazu, dass man lustige Geschichten aus vergangenen Tagen


22 STORIES

erfährt. Das waren für uns besondere Momente.

Nebenbei gab es rauchende Recording-PCs,

Fehl drucke beim Album-Cover, eine gelöschte

Recording-Festplatte. Also viele Sachen, die man

nicht braucht. Ein ganz besonderer Moment mit

Tony Currenti war, als wir uns mit Tränen in den

Augen am Flughafen in München wieder voneinander

verabschiedet haben.

MM: Den Erlös aus dem Verkauf des Albums

lasst ihr einem guten Zweck zukommen.

Warum habt ihr schon als junge Band ein

Charity-Projekt gestartet?

»Eine alte Gretsch ist ein absolutes Arbeitstier –

so muss man sie behandeln.

Es gibt keine Kompromisse, sie verzeiht keinen Fehler.

Früher wurden Instrumente anders ge baut:

mit Leidenschaft, Liebe und Fehlern.

Fehler, die dafür sorgen, dass ein Instrument einmalig

klingt. Das hat Charme.«

STINGER: Der Verlust meines Vaters 2016 hat zu

einem Umdenken geführt. Vieles wurde nichtig.

Ich dachte, wir sollten alle Kräfte bündeln, uns

coole Leute an die Hand nehmen und etwas

Gutes tun. Denn in einer Zeit, in der Neid, Hass,

Respektlosigkeit und Leid sich ausgeprägt an -

fühlen, ist es wichtig, voranzugehen. Es gibt viele

schwere Schicksale in unserem Land, z. B. kranke

Kinder, die in eine Lebenssituation kommen,

aus der sie sich nicht befreien können. Deshalb

spenden wir den kompletten Erlös an die Eltern -

initiative für krebskranke Kinder in Nürnberg. Die

Einrichtung beeindruckt mich: so viele Menschen,

die Gutes tun. Ehrenamtlich, selbstlos, mit Hin -

gabe.

STINGER

„Mosquito“ – EP

VÖ: 20.04.2017

„Disadvantaged“

VÖ: 19.07.2017

WWW.STINGERROCKS.COM

WWW.FACEBOOK.COM/STINGERROCKS.DE

MM: Wie soll es für STINGER weitergehen?

STINGER: Wir wollen nach oben. Gerade arbeiten

wir an unserem zweiten Studioalbum. Wir

sind Musiker aus Leidenschaft und wollen weiter

rocken.

WEB: WWW.STINGERROCKS.COM

BOOKING: BOOKING@STINGERROCKS.COM

+49(0) 163 7 78 78 70

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: STINGER

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 23

GHOSTTOWN COMPANY

Wer die Musik von GHOSTTOWN COMPANY

hört, bekommt Lust auf ein Bier.

Das kommt nicht von ungefähr, denn ihr

Folkrock klingt, als sei er in einem irischen Pub

entstanden.

MM: Ihr macht Folkrock mit reichlich irischen

Einflüssen, aber auch einer Prise American

Country à la Bob Dylan. Wie kam es zu dieser

Mischung?

GHOSTTOWN COMPANY: Von Anfang an haben

wir alle unsere Einflüsse zusammengeworfen und

geschaut, was dabei herauskommt. Unser Sänger

Christian hat schon vor Gründung der Band Songs

geschrieben. Deshalb sind viele unserer Stücke

von seinen Einflüssen gefärbt.

MM: Mit eurer Musik schlagt ihr eine Brücke

zwischen traditioneller Musik und modernerem

Rock. Warum dieser Brückenschlag?

GHOSTTOWN COMPANY: Das hatten wir schon

im Hinterkopf, als wir die Band gegründet haben.

Wir wollten keine x-beliebige Kopie von Bands

sein, die es schon gibt. Wir bewegen uns zwischen

den Stilen. Das scheint bei den Leuten gut

anzukommen. Wir sind weder eine traditionelle

Irish-Folk- noch eine Folkpunk-Band.

MM: Ihr spielt sowohl Cover von Klassikern

wie „Whiskey In The Jar“ als auch Eigen kom -

positionen. Was macht euch mehr Spaß? Be -

zieh ungsweise: Was macht jeweils den Reiz

aus?

GHOSTTOWN COMPANY: Wir würden es eher

Be arbeitungen als Cover nennen. Wir wollen keine

Coverband sein. Die traditionellen Stücke haben

aber alle schöne Geschichten zu erzählen und

stammen aus einer uralten Tradition. Die eigenen

Stücke machen unsere Identität als Band aus –

das ist uns wichtig. Denn diese Stücke erzählen

unsere Geschichte.

MM: Eure Songs klingen so, als seien sie in

einem Pub entstanden. Wie schafft ihr es

als Deutsche, so irisch zu klingen?

GHOSTTOWN COMPANY: Das ist wohl dem Um -

stand geschuldet, dass unser Sänger Christian

den Großteil der eigenen Stücke geschrieben hat.

Er hat viel Zeit in Irland verbracht und sich eingängig

mit der dortigen Musikszene und Kultur

des Landes beschäftigt. Diese Einflüsse haben ihn

geprägt.

MM: Was fasziniert euch an der „grünen

Insel“?

GHOSTTOWN COMPANY: Die Kultur und die tief

verwurzelte Geschichte dieses Landes. Irland

wurde in den letzten Jahrhunderten immer wieder

von Krisen erschüttert, seien es Hungerkrisen

1/2018 musiker MAGAZIN


24 STORIES

»Die eigenen Stücke

machen unsere Identität

als Band aus – das ist uns

wichtig. Denn diese

Stücke erzählen unsere

Geschichte.«

HINTERGRUND: © ALEXANDER RATHS/FOTOLIA.COM

oder Ausbeutung durch die britische Krone. Aber

die Iren haben sich nie unterkriegen lassen und

ihrem Land immer wieder zu neuer Blüte verholfen.

Sie sind ein ehrliches, bodenständiges Volk und

stolz. Sie wissen um ihre Geschichte. Nicht zuletzt

fasziniert die raue Landschaft. Wer sich dort länger

aufhält und alles bewusst auf sich wirken lässt,

wird davon geprägt.

MM: Könnt ihr ein oder zwei typisch irische

Geschichten/Begegnungen erzählen?

GHOSTTOWN COMPANY: Da gäbe es viel zu

er zählen. Aber Gastfreundlichkeit und Hilfsbereit -

schaft sind dort unglaublich. Iren haben immer

ein offenes Ohr. Sie sind interessiert an allem, was

man aus seinem Herkunftsland erzählen kann.

Musik ist ein präsentes Thema. Eine kleine Anek -

dote: Zu später Stunde wollte ich mit einer Freun -

din gerade einen Pub in Galway verlassen. Der

Pub war ziemlich voll und ich bin aus Ver sehen

einem Mann vor mir ziemlich unsanft auf die Ferse

getreten. Nun dachte ich, er dreht sich um und

will sich beschweren. Aber genau das Gegenteil

war der Fall: Er drehte sich um, lächelte und entschuldigte

sich mehrfach bei mir! Ich war überrascht,

aber so etwas passiert dort. Die Men schen

pflegen einen respektvollen Umgang miteinander.

MM: Musikalisch klingen eure Lieder nach

guter Laune. Macht ihr keine Musik, wenn ihr

mies gelaunt seid?

GHOSTTOWN COMPANY: Sicher sind wir nicht

vor jeder Probe oder jedem Auftritt gleich gut ge -

launt. Man muss aber im Hinterkopf haben, dass

die Leute für eine gute Show bezahlen. Wir sind

unseren Zuhörern schuldig, dass sie eine top

Leis tung bekommen. Die schlechte Laune tragen

wir lieber untereinander, in unseren Familien oder

zu Hause auf der Couch aus.

MM: Beim Deutschen Rock & Pop Preis habt

ihr im Dezember in fünf Kategorien Preise

bekommen. Was war das für ein Gefühl?

GHOSTTOWN COMPANY: Das war bzw. ist un -

glaublich schön. Wir haben zwei Jahre hart dafür

gearbeitet. Keiner von uns hat ernsthaft mit fünf

Auszeichnungen gerechnet, aber wir sind stolz

darauf.

MM: Was sind eure Ziele für 2018?

GHOSTTOWN COMPANY: Wir werden viel unterwegs

sein und zunächst unsere Platte live promoten.

Im Februar werden wir ins Studio gehen,

einen neuen Song aufnehmen und ein Video dazu

drehen. Ab Herbst werden wir vermehrt neue

Songs schreiben. Denn es soll zeitnah einen

Nachfolger zu unserer Platte „FolkRock“ geben.

WEB: WWW.GHOSTTOWN-COMPANY.DE

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: GHOSTTOWN COMPANY

GHOSTTOWN-COMPANY

„FolkRock“

VÖ: 20.04.2017

GHOSTTOWN-COMPANY.DE

WWW.FACEBOOK.COM/

GHOSTTOWNCOMPANY

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 25

TANZ

DER KONTRASTE

Manila Muffin spielt

nicht nur mit

Kontrasten, sie lebt sie.

Ob in stetiger

Zerrissenheit zwischen

deutscher Heimat

und philippinischen

Wurzeln oder

der Balance zwischen

klassischer und

populärer Musik.

Unter ihrem

Künstlernamen Manila

Muffin nutzt sie diese

Gegensätze für sich, um

ein Gefühl von

Melancholie und

Aufbruch zu erzeugen.

Überzeugt hat sie

damit unter anderem die

Jury des Deutschen

Rock & Pop Preises 2017

und konnte sich

den zweiten Platz in

der Kategorie „Singer“

sichern.

MM: Wie hast du dich im Vorfeld auf deinen

Auftritt beim Deutschen Rock & Pop Preis

vor bereitet?

MANILA MUFFIN: In erster Linie bekam ich die

Gelegenheit, mich mit meinem Song „Sleeping

Beauty“ von einem neuen Standpunkt aus zu

nähern. Beim Üben probierte ich neue Melodien

aus, Zweitstimmen und Variationen, um ein neues

Gespür für den Song zu bekommen. Die größte

Herausforderung, die sich mir bei diesem Wett -

bewerb stellte, lag darin, in den fünf Minuten, die

jedem Teilnehmer zur Verfügung standen, mein

Gesamtkonzept, das aus meiner Musik, der äußeren

Erscheinung und der daraus resultierenden

At mosphäre besteht, zu präsentieren. In einer

Form, die das Publikum für einen Moment in

meine Welt hineinzieht.

MM: In deiner Musik und im Auftreten spielst

du mit Kontrasten. Woher kommt deine Be -

geisterung für Gegensätze?

MANILA MUFFIN: Kontraste finden sich in unserer

Gesellschaft, in der Natur, in Kulturen und in

uns selbst. Das Aufeinanderprallen der deutschen

und der philippinischen Kultur konfrontierte mich

schon sehr früh mit Gegensätzen und den Kon -

flikten, die daraus entstehen können.

Kontraste erschaffen einen Raum mit Ecken

und Kanten, mit Spannung und Reibungen, mit

Konfliktpotenzial und Authentizität. Aus der allgemeinen

Ordnung, dem „Schwarz-Weiß-Denken“

auszubrechen und die Vielfalt der Farben entdecken

zu können, Farben einer Persönlichkeit,

von Emotionen, Musik und Kunst – das ist es,

was mich fasziniert.

Kontraste zeichnen ein viel stärkeres Bild – sei

es beim Schreiben oder im musikalischen Kon text.

„Eine Blume, die im Schnee erblüht“ ist nicht einfach

die Zusammenführung der Worte Schnee

und Blume. Jeder hat zu dieser Formulierung ein

individuelles Bild im Kopf, was aber bei den meisten

wahrscheinlich mit einem Gefühl von Stärke,

Zartheit, Willensstärke und Schönheit einhergeht.

Eine Blume, die auf einer Wiese im Frühling aufgeht,

ist genauso schön – es würde aber wohl

kaum jemand an beispielsweise Stärke dabei denken.

Meine Musik lebt von Kontrasten – dunkle


1/2018 musiker MAGAZIN


26

Klänge, die mit einer hellen Stimmfarbe kombiniert

werden oder auch umgekehrt. Sie zeichnet ein Bild

von einer Einheit innerer Zerrissenheit – Kälte –

Wärme, Dunkelheit – Helligkeit. Meine Per sön lich -

keit und dadurch meine Musik sind stark von den

Jahreszeiten und den Lichtverhältnissen meiner

beiden Heimatländer geprägt. Sie lösen innere

Konflikte aus, die ich mit meiner Musik dar stelle

und zu lösen versuche. Was dabei das Dunkle,

was das Helle ist, ist jedem selbst überlassen.

MM: Wie beeinflussen deine philippinischen

Wurzeln deine Musik?

MANILA MUFFIN: Die Beeinflussung findet vor

allem unterbewusst statt. Es sind vorrangig die

Melodien, die sich an typisch philippinischen

Melodien orientieren. Für mich steckt in dieser

Musik immer ein Gefühl von Sehnsucht, Roman -

tik und Wehmut. Das ist etwas, was auf jeden

Fall in meinen Songs und in den Texten steckt.

Auch die Rhythmik hat traditionelle Anteile. Es sind

vor allem kleine Stücke von Harmonik, Rhyth mik,

Sounds und Melodien, die wie eine Erin ne rung

auf blitzen. Ich möchte aber auch traditionelle

In strumente verstärkt einsetzen und ein paar exotische

Blüten zwischen die dunklen Klänge säen.

MM: Musik begleitet dich schon seit deiner

Kindheit? Was waren deine ersten Schritte in

die Welt der Musik?

MANILA MUFFIN: Die ersten Schritte sind hier

wörtlich zu nehmen. Die Musikschule meines

Vaters war praktisch Teil meines Kinder zimmers.

Meine Schwester und ich spielten mit den Instru -

menten, sangen unsere gespielten Ge schichten

mit Puppen und Kuscheltieren und be wegten

uns frei und selbstverständlich in einem Garten

aus Klängen und Noten. Unsere Eltern sangen

und spielten mit uns von Anfang an sehr viel. Ich

lernte viel durch Zuhören, Nachspielen und Wieder -

holen – freies Spielen und Improvisieren. Ich weiß

noch, dass wir einmal die Beatles nachgestellt

haben. Da war ich gerade zwei oder drei Jahre

alt – übrigens natürlich auch mit stylischen Kla -

motten. Mein Unterricht begann dann traditionell

mit musikalischer Früherziehung – rhythmisches

Spielen, Singen und Klanggeschichten. Mit vier

Jahren begann ich mit dem Klavierspielen. Ab da

folgten dann andere Instrumente wie die Sopran -

blockflöte, Gitarre und so weiter und natürlich der

langersehnte Gesangsunterricht an meinem neunten

Geburtstag.

MM: Erinnerst du dich an die ersten Songs

und Musiker, die dich begeistert haben?

MANILA MUFFIN: Bei uns zu Hause wurde sehr,

sehr viel Musik gehört aus den unter schiedlichsten

Genres und Sparten. Es ist sehr schwierig, mich

für einige wenige zu entscheiden. Die Vier Jahres -

zeiten, vor allem der Sommer und der Frühling,

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 27

von Vivaldi, sowie „Le Sacre du Printemps“ von

Stravinsky haben mich für die Weiten und die

Schönheit der klassischen Musik begeistert –

später kam hier noch der Liederzyklus „Die

Winterreise“ von Schubert hinzu, der mich durch

die Texte und die musikalische Um setzung regelrecht

gefangen nahm und immer noch nimmt.

Klassische Musik hat mich seit meiner Kindheit

auf einer tiefen, höchst emotionalen Ebene be -

rührt, verstört, getröstet und herausgefordert.

Im popular musikalischen Bereich gab es in

meiner Kindheit weniger konkrete Songs und

Mu siker. Songs aus Filmen gehörten dazu wie

zum Beispiel das Lied des kleinen Mädchens

aus der Siedlung in Disneys „The Junglebook“ –

wegen der traurigen Melodie, „If We Hold On

Together“ von Diana Ross aus dem Film „Ein

Land vor unserer Zeit“, „The Power Of Love“ von

Huey Lewis and the News. Beeindruckt und ge -

prägt haben mich aber auch Whitney Houston

»Kontraste erschaffen

einen Raum mit Ecken

und Kanten, mit Spannung

und Reibungen,

mit Konfliktpotenzial

und Authentizität.

Aus der allgemeinen

Ordnung, dem

„Schwarz-Weiß-Denken“

auszubrechen und die

Vielfalt der Farben

entdecken zu können,

Farben einer

Persönlichkeit,

von Emotionen, Musik

und Kunst – das ist es,

was mich fasziniert.«

und Mariah Carey – vor allem durch Karaoke –

Peter Gabriel (sowohl solo als auch mit Genesis),

Prince und David Bowie. Als ich ihn im Film „Das

Laby rinth“ gesehen hatte, war ich sehr fasziniert

von seiner Rolle, seiner Ausstrahlung und Stimme.

Und auch ein bisschen verliebt.

MM: Ursprünglich wolltest du Opern sän gerin

werden. Woran ist das gescheitert?

MANILA MUFFIN: Scheitern würde ich es nicht

nennen, eher umorientieren. Ich singe immer noch

sehr gerne klassische Stücke und Arien und trete

damit auch auf, aber je mehr sich mein Kopf mit

Texten und Melodien füllte, desto mehr wurde

mir klar, dass dieser Weg mich auf der kreativen

Ebene einschränkt. Ich wollte Rollen wie Líu aus

Turandot oder Pamina aus der Zauber flöte darstellen.

Solch eine Rolle zu bekommen – gerade

als Sopranistin – ist sehr unwahrscheinlich, weil

der Konkurrenzdruck unglaublich hoch ist. Und

meine Karriere dauerhaft auf einen Chor zu

beschränken, reichte mir nicht. Ich wollte und

musste – mit einer inneren Zwanghaftigkeit –

selbst aus mir heraus erschaffen. Meine Ge -

danken und Gefühle, meine Sicht der Dinge auf

die Welt, das, was ich teilen kann und möchte,

ließ sich nicht in einer Mappe voller Arien unterbringen.

Popularmusik bot und bietet mir die

Frei heit, die ich für meine Musikalität und Kreati -

vität brauche und einfordere.

MM: Auch nach deiner Jugend bist du in

einem kreativen Umfeld geblieben und hast

das Music College Hannover besucht. Auf

welche Fähigkeiten hast du dich dort konzentriert?

MANILA MUFFIN: Ich profitierte sehr stark von

der großen Bandbreite an Fächern, die am Music

College Hannover den Stundenplan formen. Die

Möglichkeit, in die verschiedenen popular-musikalischen

Sparten hineinzuschnuppern, bot mir

immer wieder eine Herausforderung. Da ich vor

der Ausbildung nur klassisch gesungen habe,

musste ich mich komplett neu orientieren und

habe gefühlt fast von vorne angefangen. Im

ersten Semester habe ich beim Abschluss kon -

zert den Song „I don’t Like The Drugs (But The

Drugs Like Me)“ von Marilyn Manson gesungen –

etwas, das vorher niemals möglich gewesen wäre.

MM: Deine Musik klingt teils sehr schwer und

melancholisch. Wie hat sich dieser Stil entwickelt?

MANILA MUFFIN: Die Geschichte, das Leben

zeigt einmal mehr, dass Tragödien die Menschen

schon immer mehr gefesselt und berührt haben

als Bilderbuchgeschichten. Jeder hat sein eigenes

kleines Drama, das des Nachbarn, vom Kind

aus der Schule, das der besten Freundin, des

Bruders oder Arbeitskollegen mitzutragen. Tra -

gö dien geschehen jeden Tag, vor und hinter

unserer Haustür. Das Gemisch an Gedanken

und Ge fühlen bietet einen unerschöpflichen, un -

vorhersehbaren Pool an Geschichten.

In meiner Musik bekommen die Protagonisten

solcher Geschichten ihre Bühne, ihren Moment,

sich zu zeigen. Der dunkle Teil der menschlichen

Seele präsentiert sich in so farbenfrohen Gewän -

dern, dass ich mich der Faszination noch nie ent -

ziehen konnte.

MM: Wie lauten deine Pläne für 2018?

MANILA MUFFIN: 2018 wird viel passieren. Jetzt

im Februar kommt der Song „Sleeping Beauty“

als Singleauskopplung heraus – das Video dazu

ist auch schon fertig und wird wenig später zu

sehen sein. Momentan arbeite ich noch an dem

letzten Feinschliff meines Albums, das ich im

Sommer/Herbst auf einer kleinen Tour vorstellen

werde. Außerdem möchte ich versuchen, auf dem

ein oder anderen Festival zu spielen.

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/

MANILA-MUFFIN-661586330556646

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOS: JAN HOLDORF

1/2018 musiker MAGAZIN


28 STORIES

LEISE

IST DAS NEUE

LAUT

Nachdem Tokunbos erstes Album „Queendome Come“

von Kritikern und Fans geliebt und gelobt wurde,

steht sie drei Jahre später mit dem Nachfolger „The Swan“

wieder auf der Bühne.

Ihr unaufgeregter, atmosphärischer Sound

setzt sich hier fort und zelebriert Langsamkeit in einer Welt,

die in Chaos unterzugehen scheint.

MM: Gerade ist dein zweites Soloalbum „The

Swan“ erschienen. Wie hat sich dein Sound

seit dem Debüt weiterentwickelt?

TOKUNBO: „The Swan“ ist in vielerlei Hinsicht ein

konsequentes Weiterspinnen dessen, was mit

meinem Solo-Debüt „Queendom Come“ begonnen

hat. Nach wie vor sind filigrane Akustik gi tar -

ren parts ein tragendes Element des Sounds. Die

teils reduzierten Arrangements mit Vintage-

Sounds, die auf dem Vorgänger zu hören sind,

haben jedoch auf „The Swan“ einer feingliedrigen,

dichteren Gesamtklangwelt Platz gemacht. Wie

das Vorgänger-Album ist „The Swan“ geprägt

von einem handgemachten Sound, insgesamt

ist das Album jedoch graziler und schwebender.

Textlich hat im Songwriting auch eine Weiter ent -

wicklung stattgefunden: die Stimme der Geschich -

ten hat sich verändert. Ich habe eine assoziative

poetische Sprache gesucht, die eine neue Di men -

sion in die persönlichen Texte bringt, ohne das

Storytelling zu verlieren.

MM: In der heutigen Schnelllebigkeit wirkt

dein Album entschleunigend. Das findet sich

auch in deinem Video zu „White Noise“ wieder.

Sehnst du dich selbst nach mehr Lang -

sam keit?

TOKUNBO: Was für ein schönes Kompliment!

„Quiet Is The New Loud“, ein Album-Titel einer

meiner liebsten Singer-Songwriter-Bands, Kings of

Convenience, drückt sehr treffend aus, wonach

ich mich sowohl in der Musik als auch persönlich

sehne. Musikalisch waren es schon immer die

leisen Töne, die eine Anziehungskraft auf mich

ausgeübt haben. In Lagos, Nigerias ehemaliger

Haupt stadt, wo ich meine Kindheit verbracht habe,

war unser Haus in der Nähe einer Lagune eine

Oase der Stille im lauten Chaos der Stadt. Mein

Vater hat dort mit seinem Folk-Duo mit einer

Sän gerin aus den Niederlanden geprobt, eine

meiner ersten musikalischen Erinnerungen. Im

Plattenschrank meines Großvaters mütterlicherseits

entdeckte ich die Werke von Satie, Ravel

und Débussy. Das hat meine Vorliebe für melancholische

Klänge ge prägt. Später entdeckte ich

dann den Jazz mit seinen vielen Zwischentönen.

Und so haben wir schon mit Tok Tok Tok die

Kunst des Leisen zelebriert.

Mein neues Album ist unter dem Eindruck

eines neuen Lebensabschnitts entstanden: Mit

der Ge burt meines Kindes war gefühlt der Stecker

gezogen und ich habe mich voll und ganz einer

Zeit hingegeben mit langsamer tickenden Uhren.

In dieser Phase entstanden auch die Vision und

die ersten Songskizzen.

„White Noise“ vom neuen Album spricht genau

von der Sehnsucht nach einem Innehalten im allgegenwärtigen

Weißrauschen und nach einer

hoffnungsvollen Antwort auf die zum Teil verstörenden

politischen Geschehnisse unserer Zeit.

Über die Plattform Demotapes.org, die Songs

mit politischem Inhalt präsentiert und auf der groß -

artige Künstler wie BAP, Pohlmann und Christina

musiker MAGAZIN 1/2018


TOKUNBO


30 STORIES

Lux vertreten sind, haben wir die Produktions firma

HMG MOODMOOD kennengelernt, die diesen

Spirit in dem in Zeitlupe gehaltenen Video zum

Song eingefangen hat.

MM: Dein erstes Album „Queendome Come“

erschien vor rund drei Jahren. Mit dem gleichen

Team hast nun am Nachfolger gearbeitet.

Was ist für dich die Basis einer erfolgreichen

Zusammenarbeit?

TOKUNBO: Für mich erfüllt sich mit der erneuten

Zusammenarbeit in derselben Besetzung wie für

mein Solo-Debüt ein großer Traum. Meine beiden

Produzenten, der Gitarrist Ulrich Rode und

der Schlagzeuger Matthias „Maze“ Meusel,

haben neben ihrer langjährigen Freundschaft

eine lange Geschichte gemeinsamer Produktio -

nen. Zudem kennen wir uns seit dem Musik stu -

dium. Eine ebenso lange Geschichte verbindet

mich mit dem Bassisten Christian Flohr, der mich

schon mit Tok Tok Tok um die Welt begleitet hat.

Die Geigerin und Multiinstrumentalistin Anne de

Wolff lernte ich einige Jahre später kennen. Sie

betreibt mit Ulrich Rode gemeinsam das Blu -

House Studio in Hamburg, die beiden haben einige

der letzten BAP-Alben produziert.

Neben der Produktion meines Debüts haben

wir gemeinsam viele Konzerte gespielt, unter

anderem in Portugal und Frankreich. Durch die

tiefe Verbundenheit und Familiarität ist ein grundsätzliches

Verständnis für eine gemeinsame

musikalische Sprache da und als Künstlerin kann

ich mich vertrauensvoll in die Zusammenarbeit

hineinfallen lassen und fühle mich in meiner

künstlerischen Persönlichkeit erkannt und in meiner

Kreativität bestärkt.

Auch mit Marc Ebermann, der für Mix und Mas -

tering verantwortlich zeichnet, arbeite ich bereits

zum zweiten Mal zusammen. Mit viel Fein gefühl

und fast telepathisch hat er unsere Sound vor stel -

lung für das Album umgesetzt.

MM: Wie entwickelt ihr zusammen aus einer

Idee einen ausgereiften Song?

TOKUNBO: Der Schlüssel liegt für mich darin,

dass wir den Songs und dem Album Zeit gegeben

haben zu reifen. Am Anfang standen meine

Songskizzen, die ich im stillen Kämmerlein an der

Gitarre geschrieben habe – und bei diesem

Album hatte ich im Schreibprozess zum ersten

Mal überwiegend Textfragmente, die ich vertont

habe. Die Songskizzen habe ich dann mit ins

BluHouse Studio nach Hamburg mitgenommen,

wo ein Großteil der Produktion dann stattgefunden

hat. Dort setzte sich zum einen der Song -

writing-Prozess zunächst mit Ulrich Rode, dessen

Gabe für farbenreiche Arrangements, harmo -

nische Finessen und feine Klangtexturen ins Co-

Writing floss, und später mit Maze, seines Zei -

chens großer Liebhaber melodischer Schönheit,

fort. Mit den ersten Entwürfen für die musikalische

Rich tung der weiteren Produktion haben wir im

engen Dialog miteinander schließlich die klangliche

Vision des Albums ausgelotet.

Nach der intensiven Arbeit des Arrangierens

und Instrumentierens der Songs mit viel Liebe zum

Detail – sei es in den filigranen lyrischen Gitarren -

welten Ulrich Rodes, den melodiösen Posaunen -

chören und zauberhaften Streicherparts von

Anne de Wolff, in Christian Flohrs erdigem Bass

als Fundament sowie der fantasievollen Drumund

Percussion-Klangwelt Maze, bei der das

herkömmliche Drumset nur selten zu hören ist –

wurde schließlich im Mix und Mastering von Marc

Ebermann die gesamte Farbpalette der Songs

und die Soundwelt des Albums räumlich herausgearbeitet.

Über allem stand unsere Idee, ein

Album zu kreieren zwischen Jazzpop und Folk,

zwischen Kammermusik und weiten Sound land -

schaften.

TOKUNBO

„Rebecca“ – Single

VÖ: 02.02.2018

„The Swan“

VÖ: 16.02.2018

SWAN.TOKUNBO.DE

WWW.FACEBOOK.COM/TOKUNBOMUSIC

MM: Dein Album wurde durch die „Initiative

Musik“ unterstützt. Wie kamst du an diese

Förderung?

TOKUNBO: Zwei meiner Auslandstouren sind in

der Vergangenheit bereits von der Initiative Musik

mit einer Kurztourförderung unterstützt worden.

Darüber erfuhr ich von der Künstlerförderung, die

an größer und länger angelegte Projekte wie eine

Album-Produktion oder eine Tournee gekoppelt

ist. Ich habe mich schließlich mit meinem Vor -

haben für „The Swan“ beworben.

Ich bin sehr dankbar über die Unterstützung,

weil sie eine gewisse Größenordnung in der Pro -

duktion und die Zusammenarbeit mit meinem

absoluten Wunschteam im Musik-, Artwork-, und

PR-Bereich ermöglicht hat. Dazu der Luxus, uns

in der Produktion Zeit zu lassen ohne auferlegte

Deadlines.

MM: Zusätzlich hast du dieses Album – wie

auch dein Debüt – durch Crowdfunding fi -

nan ziert. Welche Erfahrungen hast du damit

gemacht?


musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 31

»„White Noise“ vom neuen Album

spricht genau von der Sehnsucht nach einem Innehalten

im allgegenwärtigen Weißrauschen und nach

einer hoffnungsvollen Antwort auf die zum Teil verstörenden

politischen Geschehnisse unserer Zeit.«

1/2018 musiker MAGAZIN


32 STORIES

BEVORSTEHENDE KONZERTE

13 APRIL 2018 • BERLIN

➜ A-TRANE

BLEIBTREUSTR. 1, 10625 BERLIN

14 APRIL 2018 • BERLIN

➜ A-TRANE

BLEIBTREUSTR.1, 10625 BERLIN

04 MAI 2018 • HANNOVER

➜ KULTURZENTRUM PAVILLON

LISTER MEILE 4, 30161 HANNOVER

11 MAI 2018 • KARLSRUHE

➜ TEMPEL – SCENARIO HALLE

HARDTSTR. 37A, 76185 KARLSRUHE

12 MAI 2018 • FREIBURG

➜ JAZZHAUS FREIBURG

SCHNEWLINSTR. 1, 79098 FREIBURG

19 MAI 2018 • STUTTGART

➜ BIX JAZZCLUB

LEONHARDSPLATZ 28, 70182 STUTTGART


WEITERE TERMINE ONLINE:

SWAN.TOKUNBO.DE

TOKUNBO: Ich war sehr gespannt, wie es laufen

würde, weil ich im Vorhinein nicht einschätzen

konnte, wie Crowdfunding inzwischen angenommen

wird. Über die große Resonanz war ich dann

natürlich hoch erfreut.

Toll war dabei insbesondere festzustellen, dass

Unterstützer, die schon mein letztes Album mitgefundet

hatten, wieder dabei waren, ebenso

Fans der allerersten Stunde aus Tok-Tok-Tok-

Zeiten, und sogar langjährige Medienpartner sind

mit eingestiegen. Dass die künstlerische Lauf -

bahn in dieser Form begleitet wird, ist sehr an -

rührend. Und natürlich ist es großartig, dass ein

immenses Interesse am physischen Tonträger

und an meiner Vinyl-Edition zu beobachten war.

Es ist jedoch eine zeitintensive und anstrengende

Arbeit, bei der es viel Kommunikation mit den

potenziellen Unterstützern bedarf, um das Pro -

jekt interessant zu halten. Nicht jeder Künstler

möchte oder kann das, aber ich denke, diese Art

der Musikproduktion und des Vertriebs, bei dem

das eigene Publikum stark eingebunden wird, wird

in Zukunft noch salonfähiger werden. Es liegt eine

großartige Möglichkeit darin, als Künstler unabhängig

von Vorgaben einer verängstigten Platten -

industrie zu arbeiten.

MM: Heute sind Musiker/-innen unabhängiger

von den großen Playern der Musikindustrie.

Gibt es trotzdem Momente, in denen du dir die

Manpower eines großen Labels wünschst?

musiker MAGAZIN 1/2018


»Mein neues Album ist unter dem Eindruck eines neuen Lebensabschnitts

entstanden: Mit der Ge burt meines Kindes

war gefühlt der Stecker gezogen und ich habe mich voll und ganz

einer Zeit hingegeben mit langsamer tickenden Uhren.

In dieser Phase entstanden auch die Vision und die ersten Songskizzen.«

STORIES 33

TOKUNBO: Der Major-Deal, dem viele hinterherträumen, ist leider fast ein

Relikt aus einem goldenen Zeitalter. Natürlich ist es großartig, wenn dir ein

großes kompetentes Team mit einem fähigen und engagierten Produkt -

manager zur Seite steht, dir viele Entscheidungen abgenommen werden und

du Verantwortung abgeben kannst, aber leider bedeutet ein Major-Deal nicht

automatisch, dass effizient und vor allem im Sinne des Künst lers gearbeitet

wird. Das haben wir mit Tok Tok Tok selbst schmerzlich in der Zusammen -

arbeit mit einem Major-Label erfahren.

Nicht umsonst haben viele Künstler von Madonna über Janelle Monae

bis Grönemeyer ihre eigenen Labels gegründet und lizenzieren zum Teil zu

ihren Konditionen mit an gebrachten Gewinnmargen weiter, und Björk geht

ganz neue Wege, was den Vertrieb ihrer Musik angeht.

Wichtiger ist meines Erachtens ein Ma na ger, der über ein gutes Netz -

werk verfügt, in Kon zep tionsfragen kreativ ist und gute Stra tegien für den

Künstler entwickelt. Aber auch eine zu verlässige und selbstständig arbeitende

Assis tenz person, die mit relevanten Aufgaben betraut werden kann,

kann auch schon eine immense Entlas tung sein. Für mich ist das selbst -

bestimmte Arbeiten so essentiell, sowohl auf musikalischer Ebene als

auch, was die gesamte Künstlerkonzeption angeht, dass ich es genieße,

autark und mit einem inzwischen gar nicht mal so kleinen Team von ca. 25

Leuten hinter mir zu arbeiten. Angefangen mit meiner Band, den Engi -

neers im Studio und live, über das Foto-, Artwork-, Web-, Video- und

PR-Team bis hin zu Musik anwälten, Booking-Agentur und den Vertriebs -

partnern im In- und Ausland. DIY heißt nicht zwangsläufig „do it alone“.

MM: Das Album ist seit Februar draußen. Auf welches Highlight

freust du dich jetzt?

TOKUNBO: Von den ersten zarten Anfängen der Songs bis zur fertigen

Pro duktion des Albums haben wir einen so schönen intensiven Weg be -

schritten, und nun freue ich mich riesig auf unsere Tour, die uns durch ganz

Deutschland führen wird. Gerade liegt eine inspirierende Probenphase hinter

uns, in der wir die Live-Arrangements der Songs gemeinsam erarbeitet

haben und die Vorfreude wächst, das Programm mit der gesamten Band

auf der Bühne live dem Publikum zu präsentieren. Mit großem Instru men -

tarium (unter anderem mit Geige, Posaune, Akkordeon) und trotzdem

re duziert auf die Essenz der Songs möchten wir die Arrangements des

Albums aufleben lassen und mit dem Publikum unseren Live-Wohn zimmer-

Hi-Fi-Sound zelebrieren.

WEB: SWAN.TOKUNBO.DE | FACEBOOK.COM/TOKUNBOMUSIC

INTERVIEW: JANA MOYSICH | FOTOS: © ANNE DE WOLFF

Celebrating 30 Years!

MM: Bis 2013 warst du in der Jazzformation Tok Tok Tok als Sän gerin

aktiv. Wie betrachtest du heute den Schritt von der Band zur Solo -

künstlerin?

TOKUNBO: Nach dieser wunderschönen Karriere mit Tok Tok Tok mit so

großartigen Auszeichnungen wie dem German Jazz Award und dem französischen

Grand Prix SACEM, mit den Tourneen durch die ganze Welt und

Highlights wie dem Auftritt bei „Zimmer Frei“ im WDR – oder auch die Kon -

zerte mit der NDR Radio Philharmonie und dem Filmorchester Babels berg

war es natürlich ein großer Schritt und ein Wagnis, als Solokünstlerin noch

mal zu neuen Ufern aufzubrechen. Besonders in der heutigen Zeit, in der

die Musikindustrie sich im Wandel befindet und generell die Bereit schaft

abnimmt, Künstler organisch aufzubauen.

Dass mein Solo-Debüt „Queendom Come“ in der Presse dann so flächendeckend

lobend rezensiert wurde und in den Radiofeuilletons präsent war,

hat mich in der Situation überwältigt. Insbesondere da ich überhaupt nicht

einschätzen konnte, wie das Album aufgenommen werden würde und mit

der Reso nanz nicht gerechnet hatte. Das hat vieles erleichtert. Gleich zeitig

gab es aber auch immer wieder Begegnungen mit potenziellen Partnern,

die wenig Risikobereitschaft zeigen wollten und mich eher als Newcomerin

wahrgenommen haben.

OUT NOW!

WHO’S WHO IN A&R

IN GERMANY 2018

Order today!

Contact:

Ellie Weinert

Wilhelm-Düll-Str. 10

80638 München

+49(0)89-157 32 50

ellie@songswanted.com

www.songswanted.com

1/2018 musiker MAGAZIN


34 STORIES

Fünf coole Typen,

die nicht nur richtig

gute Freunde sind,

sondern

auch zusammen

musizieren:

LEBENDIG machen

ehrlichen,

bodenständigen

Deutsch-Pop.

LEBENDIG

„Wir“

WWW.LEBENDIG-MUSIK.DE

WWW.FACEBOOK.COM/

LEBENDIGMUSIK

LEBENDIG

MM: Es heißt, dass euer Sänger Paddi keine

einzige Gesangsstunde hatte. Wieso ist er

trotzdem Sänger und Frontmann eurer Band

geworden?

LEBENDIG: Paddi ist ein Naturtalent. Live ist der

Kontakt zum Publikum ein wichtiger Bestandteil

unserer Show und das hat Paddi perfekt drauf.

Er ist der geborene Frontmann. Mit seiner markanten

Stimme ist das ein perfektes Paket.

MM: Du, Paddi, warst bei DSDS dabei, bist

aber irgendwann rausgeflogen. Wie war das

dort für dich? Was hat dir genützt, was eher

nicht?

LEBENDIG: Es war eine tolle Erfahrung, ich habe

Musiker kennengelernt, mit denen ich immer noch

Kontakt habe. Castingshows, insbesondere DSDS,

werden immer schlecht dargestellt (Knebel ver -

träge, Marionetten usw.). Man muss sich bewusst

sein, dass man bei einem Privatsender ist, der von

der Quote lebt. Es ist ein gutes Sprungbrett, um

kurzfristig in die Öffentlichkeit zu gelangen. Uns als

Band hat es viel gebracht, da wir in kurzer Zeit

viele Fans dazugewonnen haben. Aus ganz

Deutsch land kommen Leute zu unseren Kon -

zerten, weil sie mich im Fernsehen gesehen haben.

MM: Du hast gesagt, Menschlichkeit spiele

in der Show dort keine Rolle. Aber mal ehrlich

– hattest du das erwartet? Bzw. Was

hattest du erwartet?

LEBENDIG: Diese Aussage stimmt. Ich habe nicht

viel erwartet, weil ich noch nie bei so einem Format

mitgemacht habe. Vor Ort herrscht ein unglaublicher

Druck für jeden Kandidaten. Jeder will zeigen,

was er kann. Das Team von DSDS ist offen

und herzlich, kommunikativ.

Das Hauptproblem ist: Das, was am Ende ge -

zeigt wird, entspricht nicht immer der Wahrheit.

Klar weiß man so etwas, aber wenn man selbst

dabei ist und am Ende merkt, wie heftig das ist,

kommt eine gewisse Enttäuschung zustande.

musiker MAGAZIN 1/2018


35

Wer deutsche Musik liebt,

wird auch diese

coolen Jungs lieben

MM: Nun aber zu LEBENDIG: Gemeinsam habt ihr den Hessi schen

Rock & Pop Preis gewonnen sowie den dritten Platz beim DRPP

belegt. Wie war das (besonders auch in Abgrenzung zu DSDS)?

LEBENDIG: Die beiden Contests waren eine coole Erfahrung. Beim

Hessischen Rock & Pop Preis in Langen war eine coole Stimmung. Die

Bands hatten bessere Möglichkeiten, sich zu präsentieren, da sie immerhin

15 Minuten spielen durften. In Siegen beim Deutschen Rock & Pop

Preis war es nur auf einen Song beschränkt. Obwohl es eng getaktet

war, verlief alles gut. Mit dem dritten Platz sind wir voll zufrieden.

Der größte Gewinn sind unsere Fans, die uns unterstützen und mitgefahren

sind. Mit DSDS hat es nichts zu tun, auch wenn es ein Wett bewerb ist.

Der Deutsche Rock & Pop Preis ist kein Casting, sondern eine Plattform,

um sich zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und Spaß zu haben.


36 STORIES

FREI SEIN – TOUR 2018

01. MAI 2018 • MÜCKE – AQUARIOHM

MERLAUER STR. 38, 35325 MÜCKE

05. MAI 2018 • SCHOTTEN – INTEGRATIONSFEST

63679 SCHOTTEN

08. MAI 2018 • GIESSEN – GIESSENER FIRMENLAUF

KIRCHPLATZ GIESSEN, 35390 GIESSEN

03. JUNI 2018 • DARMSTADT – SCHLOSSGRABENFEST

ECHO-BÜHNE (17:30 UHR)

64289 DARMSTADT

22. JUNI 2018 • GIESSEN – LAHNUFERFEST

LAHNSTRASSE, 35398 GIESSEN

29. JULI 201 • POTSDAM – MITTSOMMER-FESTIVAL

14467 POTSDAM

07. JULI 2018 • HOMBERG/OHM – SCHLOSSFEST

AN DER SCHLOSSMAUER, 35315 HOMBERG (OHM)

21. JULI 2018 • NEU-ISENBURG – OPEN DOORS FESTIVAL,

FRAPORT BÜHNE (15:30 UHR)

FRIEDRICHSTRASSE, 63263 NEU-ISENBURG

WEITERE TERMINE ONLINE: WWW.LEBENDIG-MUSIK.DE

MM: Ihr habt ja noch ein Leben – Familie

und Beruf – neben der Band. Wie schafft ihr

es, trotz dem rund 40 Konzerte pro Jahr zu

ge ben?

LEBENDIG: Es ist wie mit jedem Hobby oder Job:

Sobald es zum Muss wird, wird es stressig und

macht keinen Spaß mehr. Wir sind in der glücklichen

Lage, die Musik mit Spaß zu machen. Man

darf nicht vergessen, dass Familie und Arbeit ge -

ber mitspielen müssen. Es bedarf einer gehörigen

Portion Organisationstalent, Überblick und Zeit -

management, um die Termine zu organisieren.

Bis jetzt klappt das noch ganz gut. Wir managen

uns selbst. Eine kurze Nachricht in die Gruppe

„… können wir am fünften spielen ...“ und jeder

checkt seine Termine und gibt ein kurzes Feed -

back. Mit einem externen Management sieht das

sicherlich anders aus.

»Wir machen lebendige

Musik für alle!

Und starten weiterhin

voll durch!«

MM: Warum singt ihr deutsche Lieder?

LEBENDIG: Wir waren fasziniert von Künstlern wie

Johannes Oerding, Gregor Meyle, Bendzko oder

Forster. Daher rührte der Wille, selbst solche Musik

zu schaffen. Sie trifft den Nerv der Zeit und macht

Spaß. Und um es mit unserem Running-Gag zu

sagen: Warum nur deutsche Musik ? – Wir können

kein Englisch. (lacht)

WEB: WWW.LEBENDIG-MUSIK.DE

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOS: MEDIENZAUBEREI

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 37

Gerade erst gegründet spielten A SCAR FOR AMY ihr

zweites Konzert bereits auf großer Bühne beim

Deutschen Rock & Pop Preis – und gewannen gleich

in der Kategorie Alternative. Ihre Songs behandeln

ein ungewöhnliches Thema: Psychische Krankheiten.

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/ASCARFORAMY | INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

MM: Euer Bandname klingt etwas brutal.

Was hat es damit auf sich?

A SCAR FOR AMY: Unser Bandname bezieht

sich auf die fiktive Person Amy. Sie ist die Pro -

tagonistin unserer Songs. Die Texte handeln von

psychischen Erkrankungen, an denen Amy leidet.

Mit ihr kann sich jeder identifizieren, wenn

wir ihre Geschichte erzählen. Abgesehen von

den negativen Effekten der Krankheiten hat der

Name für uns etwas Positives an sich. Denn

Wunden können zu Narben verheilen.

MM: Ihr habt 2017 beim Deutschen Rock &

Pop Preis in der Ka te gorie Alternative den

Haupt preis be kommen. Beschreibt eure Ein -

drücke.

A SCAR FOR AMY: Es hat uns Spaß gemacht,

obwohl wir sehr aufgeregt waren. Es war

schließ lich erst unser zweiter Auftritt. Es ist ein

gutes Gefühl, auf einer großen Bühne zu spielen.

An den begeisterten Publikumsreaktionen

haben wir gemerkt, dass sich die Proben auszahlen.

Allerdings war der Auftritt etwas hektisch

weil wir unseren Song „Fucked Up Me“ stark

kürzen mussten, um den zeitlichen Rah men von

fünf Minuten einzuhalten. Deshalb haben wir

nicht damit gerechnet, dass wir den Alternative-

Preis gewinnen.

MM: Ihr seid in der „BlueBox“ entstanden.

Was ist das und wie habt ihr zueinander

gefunden?

A SCAR FOR AMY: Conor und Karo haben 2014

mit einem Duo-Projekt angefangen. Sie haben

schnell gemerkt, dass sie eine Band brauchen.

Wir lernten Ohli (Jannik) kennen und fingen an,

in der BlueBox zu proben. Die BlueBox ist ein

Siegener Jugendzentrum, das Jugendlichen und

jungen Erwachsenen unterschiedliche Freizeit -

aktivitäten anbietet, unter anderem eine Musik -

werkstatt und Proberäume. Dort trafen wir Robin,

der unser Schlagzeuger wurde.

MM: Wie kam es, dass ihr gleich beim DRPP

mitgemacht habt?

A SCAR FOR AMY: Wir hatten unser erstes Kon -

zert in der BlueBox auf einer Party. Und obwohl

wir aufgeregt waren, wurde unser Auf tritt po si tiv

aufgenommen. Der Leiter der Musik werk statt

schlug uns vor, beim DRPP mit zuspielen. Denn

die BlueBox hat die Mög lich keit, eine Band im

Namen der Stadt Siegen zum Finale des DRPP

zu schicken.

MM: Den Gesang von Karo bezeichnet ihr als

„Wunderwaffe“. Was findet ihr Jungs daran

so genial?

A SCAR FOR AMY: Karos Gesang ist vielseitig;

sie weiß, wie sie ihre Stimme einsetzen muss.

Sie beherrscht sowohl die Clean-Parts der

Songs als auch die extremen Scream- und

Shout-Parts, die man auf den ersten Blick von

ihr nicht erwarten würde. Dieses Phänomen

nennen wir den „ Karo-Effekt“.

MM: Was wollt ihr mit euren Songs erreichen?

Und wie?

A SCAR FOR AMY: Psychische Krankheiten

werden oft verschwiegen und verleumdet. Wir

wollen unseren Zuhörern zeigen, dass sie nicht

alleine sind und wir sie verstehen, wenn sie an

psychischen Krankheiten leiden.

MM: Warum ist euch dieses Thema wichtig?

A SCAR FOR AMY: Weil wir Menschen sind, die

alle Erfahrungen damit gemacht haben.

MM: Zurzeit nehmt ihr neue Songs auf. Was

erwartet uns?

A SCAR FOR AMY: Wir arbeiten an mehreren

Songs, die wir im Laufe des Jahres präsentieren

werden. Der Metal bleibt, etwas Punk

kommt hinzu, auf leise folgt laut. Wir bleiben

anders.

1/2018 musiker MAGAZIN


38 STORIES

KICK-ASS

HEAVY METAL

FROM

GERMANY!

Als eine der wenigen

Metalbands haben sie sich

zum Deutschen Rock &

Pop Preis getraut –

und gleich den dritten Platz

in der Kategorie Hard Rock

abgesahnt. Aber auch

sonst sind IRON HORSES

coole Rocker, die mit ihrem

„Kick-Ass-Rock-’n’-Roll“

ordentlich Stimmung

machen.

WEB: WWW.IRON-HORSES.COM | WWW. FACEBOOK.COM/IRONHORSESBAND | INTERVIEW: JANINA HEINEMANN | FOTO- & GRAFIKQUELLE: IRON HORSES

MM: Ihr macht richtig heftigen Heavy Metal,

der schön Old School klingt, habt das Beste

von Motörhead, Alice Cooper und ZZ Top

gemischt. Was begeistert euch an den alten

Rockgrößen?

IRON HORSES: Die Ehrlichkeit und Spielfreude!

Die Musik ist zeitlos. Wer sie hört, ist vor Eupho rie

gefesselt. Sie ist wie eine Droge, die einem per -

manent einen Kick gibt, der nie endet. Genera -

tio nen treffen sich, um zusammen abzuhängen

und abzurocken. Das verbindet und ist Lebens -

inhalt. Dieses Gefühl wollen wir nicht missen.

MM: Ist euer Bandname eine Hommage an

Motörhead, die einen Song namens „Iron

Horse“ geschrieben haben? Oder wofür steht

er für euch?

IRON HORSES: Unser Bandname ist keine Hom -

mage, auch wenn wir Motörhead sehr gerne

hören. Er ist vielmehr der Schrei nach Freiheit

und Zielstrebigkeit und steht für die alten eisernen

Pferde, die Dampfrösser im Wilden Westen,

die sich stetig und unbeirrbar ihren Weg bahnten.

Unser Bandname ist eine Lebensphilo so phie: Wir

lieben und leben unsere Musik. Wir genießen die

Freiheit, das zu tun, worauf wir Lust haben und

was uns glücklich macht.

MM: Euch gibt es seit knapp 18 Jahren. Wie

ist es, als Metalband am deutschen Musik -

markt zu bestehen?

IRON HORSES: Schwierig. Da wir aus einer länd -

lichen, strukturschwachen Region kommen, ist es

umso schwerer. Man trifft auf wenig Unter stüt zer

und Befürworter. Man muss als Band zusammenhalten

und mit dem zufrieden sein, was man hat. In

einer Großstadt sieht das wesentlich anders aus.

Dort ist die Szene vertreten und man kann sich vor

einer größeren Masse präsentieren. Außerdem gibt

es dort eine höhere Medien präsenz. Dennoch lassen

wir uns nicht beirren und spielen unseren ge -

liebten Kick-Ass-Rock-’n’-Roll.

MM: Was ist heutzutage für eine Band wich -

tiger: Regelmäßig Studioalben rauszuhauen

oder möglichst oft live zu spielen? Warum?

Was davon macht ihr lieber?

IRON HORSES: Studioalben sind enorm wichtig,

sonst versinkt man schnell im Nirgendwo. Den -

noch zählt für uns Klasse statt Masse. Ein eigenständig

gut produziertes Produkt hat höchste

musiker MAGAZIN 1/2018


»Unser Bandname ist

der Schrei nach Freiheit

und Zielstrebigkeit

und steht für die

alten eisernen Pferde,

die Dampfrösser

im Wilden Westen,

die sich stetig

und unbeirrbar ihren

Weg bahnten.«

Priorität. Aber zum Erfolg einer Band gehört auch,

viele gute Gigs zu spielen. Für uns ist es immer

ein Highlight, live zu spielen. Wenn wir mit den

Fans auf einer Wellenlänge sind, ist das eine

Bestätigung unserer harten Arbeit.

MM: Beim Deutschen Rock & Pop Preis seid

ihr Dritter in der Kategorie Hard Rock ge -

wor den. Wie war dieses Event für euch als

Metalband?

IRON HORSES: Der Deutsche Rock & Pop Preis

ist eine super Sache. Die Rahmen bedin gun gen

sind fantastisch und die Organisation perfekt.

Wir konnten uns einem breiten Publi kum präsentieren

und nette Leute kennenlernen. Das Beste

sind der zwischenmenschliche Austausch und

die tollen Momente.

MM: Wenn ihr mal groß träumt: Wo würdet

ihr gern mal auftreten oder als wessen Vor -

band? Warum?

IRON HORSES: Im europäischen Ausland waren

wir schon oft und sind dort immer gern. Ost -

europa ist top, aber auch Schweizer und Engländer

sind gute Rocker. Ein Traum wären für

uns Nord- und Südamerika. Die breite Masse in

diesen Ländern ist für Rock ’n’ Roll zu haben.

Wir wären gern Vorband bei Judas Priest, Air -

bourne, Alice Cooper – das wäre der Hammer!

NEU

GLX-D ® ADVANCED DIGITAL WIRELESS

MEHRKANAL-SETUP

SO EINFACH WIE NIE.

Die digitalen GLX-D Advanced Systeme bieten einen Empfänger

für die Rack-Montage sowie den Shure Frequency Manager und

liefern einen erstklassigen Klang, intelligente Akkutechnologie

und sichere Drahtlosperformance, auch bei der Nutzung mit

mehreren Systemen.

MM: Wann gibt es wieder etwas Neues von

euch? Arbeitet ihr schon an neuen Songs?

IRON HORSES: Derzeit sind wir im Studio und

nehmen unser neues Album auf. Die Aufnah -

men laufen gut, die Songs sind voller Energie und

der Spaßfaktor am Anschlag. Wenn alles gut

läuft, sind wir bis zum Sommer fertig und starten

dann voll durch.

www.shure.de

© 2017 Shure Incorporated


40 STORIES

»ICH

WUSSTE,

DASS ICH

GENAU

DAS WILL!«

Das erste Mal im

Tonstudio war Jennifer

Loosemore mit 14 Jahren.

Damals sang sie den

90er-Jahre-Hit „Nothing

Compares To You“.

Wenn sie heute auf der

Bühne steht, singt sie

ihre eigenen Lieder.

Zusätzlich coacht sie

Musiker in Gesang und

Performance.

Im Interview wirft sie

einen Blick auf ihre eigene

Karriere und gibt Tipps,

um am eigenen Auftreten

zu arbeiten.

MM: Du machst seit über 20 Jahren Musik.

Welche Stationen waren für dich in dieser

Zeit wegweisend?

JENNIFER LOOSEMORE: Ich denke, meine Fa -

milie in London war ausschlaggebend, die schon

immer getanzt und gesungen hat und wo der Jazz

in unserer Familie wirklich gelebt wurde. Außerdem

mein erstes Vorsingen in den 90ern in einem

Tonstudio, als ein Produzent meinte, ich hätte

Musi kalität und Talent. Ich weiß noch, dass ich

an diesem Tag zu meinen Eltern gesagt habe:

„Ich fahre jetzt zu einem Produzenten und nehme

ein Demo auf. Macht euch keine Sorgen, ich bin

bald wieder da.“ Mein erster Song war von Sinead

O`Connor „Nothing Compares To You“. Ich wusste,

dass ich genau das will.

Dann der Produzent Heribert Mündörfer mit

dem ich einige CDs produziert hatte und der

meine Texte brauchen konnte. Ich wusste immer,

ich will singen, tanzen und performen!

MM: Neben deiner eigenen Karriere als Sän -

gerin bist du auch Coach. Wie ist es dazu

gekommen?

JENNIFER: Ich wusste, ich wollte alleine mit Auf -

tritten kein Geld verdienen, da ich auch ein Sicher -

heitsmensch bin und kein Vagabunden-Gen in

mir habe. Also sagte mein damaliger Produzent:

„Jenny, unterrichte doch mal das, was du gelernt

has!t“ Also habe ich das versucht, und irgendwie

habe ich gemerkt, dass Coachen mir wohl auch

im Blut liegt. Dann kamen alle Ausbildungen, Stu -

dien gänge dazu. Mit der Zeit ist das wie ein

Fächer aufgegangen. Zum Gesang kamen Tan -

zen, Moderieren, Coachen, Fitnessdance – meiner

Meinung nach gehört das alles zusammen.

MM: Beim Coaching arbeitest du nicht nur

am Gesang, sondern auch an der Bühnen -

performance. Was ist wichtig für eine gute

Ausstrahlung?

musiker MAGAZIN 1/2018


JENNIFER: Keine Angst vor dem Publikum, eher

an Geben denken als Nehmen, einfach das tun,

was Spaß macht, und keine Angst vor Fehlern

haben. Das Publikum will einen Menschen sehen,

mit dem er sich identifizieren kann und keine Ma -

schine – das ist meine Erfahrung. Charisma kommt

durch Gelassenheit und inneres Strahlen über

das, was du tust.

Last but not least: Glaube, was du sagst, und

stell dich gerade hin und offen, mach die Augen

auf und den Mund beim Sprechen oder Singen.

MM: Hast du einen ultimativen Tipp für deine

Klienten?

JENNIFER: Relax, sei fleissig und der Rest steht

bereits in der Frage davor.

»Ich zeige mich, wie

ich bin, ob auf der Bühne

oder privat. Mit jedem

Plus und Minus meines

Charakters.«

MM: Zurück zu deiner Musik: Du wusstest

bereits seit deiner Kindheit, dass du mal Sän -

gerin werden möchtest. Gab es auch Mo -

mente, in denen du diesen Berufs wunsch

angezweifelt hast?

JENNIFER: Eigentlich nicht, nur manchmal war

ich unsicher, ob das gut genug ist, weil die Latte

in diesem Business sehr hoch ist, aber der Drang

zu schreiben und meine Stimme zu erheben

war dann immer stärker, deswegen hat das nie

lange gedauert. Maximal ein paar Stun den Zweifel,

das war’s dann. Das bin einfach ich.

MM: Musikalisch orientierst du dich an Mu -

sikern wie Jamie Cullum oder Adele. Was be -

geistert dich an britischer Popmusik?

JENNIFER: Ich denke, es ist diese britische Ge -

lassenheit, Tiefe und Kraft, die in dieser Musik liegt,

plus die Fähigkeit, sich selbst nicht so ernst zu neh -

men. Ich denke, wenn jemand sich nicht ernst

nimmt und über sich selber lachen kann, dann

bin ich das. Mein Vater kennt, was Humor angeht,

keinen Schmerz – wie sollte ich da anders sein.

MM: Den Text zu „New Day“ hast du in nur

wenigen Minuten geschrieben. Was reißt

dich in solchen Momenten mit?


42 STORIES

JENNIFER: Das kann man nicht beschreiben. Es

ist ein Gefühl, dass wenn ich das jetzt nicht aufschreibe,

dann platze ich, das muss dann raus,

und wenn diese Momente kommen, musst du

dich echt dransetzen, denn diese Stimmung ist

kostbar und sehr wertvoll, da kommen die besten

Sachen raus, das, was absolut authentisch ist.

Und das ist mein erklärtes Lebensziel, immer ich

zu sein. Ich war zwar immer ich selbst, kenne aber

auch diese „Verstellmechanismen“ aus meiner

frühen Jugend, wo ich dachte, mich reifer und

sicherer geben zu müssen, um in dieser Gesell -

schaft zu bestehen.

Das ist, Hallelujah, fast völlig weg. Ich zeige

mich, wie ich bin, ob auf der Bühne oder privat.

Mit jedem Plus und Minus meines Charakters.

»Wenn du für Musik unterwegs bist, dann siehst

du ganz anders und nimmst es viel bewusster

wahr. Geräusche, Menschen, Ge bäude, Wege –

alles einfach.«

MM: An deinem ersten Album mit Eigen kom -

positionen hast du insgesamt drei Jahre lang

gearbeitet. Was fiel dir in dieser Zeit leicht,

was war schwer?

JENNIFER: Ich denke, leicht war die Arbeit mit

Dennis Jenne, der das Album produziert hat, da

er eine große Begabung hat, Musik zu fühlen und

das umzusetzen, was ich in meinem Kopf gemeint

habe, als ich ihm den Hintergrund des Liedes

nahegebracht hatte. Das war perfekt!

Schwer war manchmal, meinem eigenen An -

spruch gerecht zu werden. Aber auch die Zeit gut

zu koordinieren. Meine Tochter war damals ein

Jahr alt und ich hatte viele schlaflose Nächte.

MM: Deine Texte sind autobiografisch und

aus deinem Leben gegriffen. Hast du keine

Angst, dich damit angreifbar zu machen?

JENNIFER: Ich habe nichts zu verstecken. Je älter

ich werde, desto besser kenne ich mich und gehe

offen mit mir um, was sollte mir Angst machen. Je

älter, umso cooler. Früher war ich wesentlich

ängstlicher und hatte Angst vor Ablehnung, aber

mit dem Alter wird das echt besser. Toll, oder?

MM: Für das Album warst du auch unterwegs

und hast auf Reisen Eindrücke sammeln können.

Was hat dich am meisten beeinflusst?

JENNIFER: Wie klein wir doch eigentlich sind und

wie schön die Welt ist, so naiv das klingen mag.

Mein Bewusstsein, ebenso wie nahe arm und

reich nebeneinander leben und wie unterschiedlich

die Nationalitäten sind, das ist für mich sehr

spannend.

Wenn du für Musik unterwegs bist, dann siehst

du ganz anders und nimmst es viel bewusster

wahr. Geräusche, Menschen, Ge bäude, Wege –

alles einfach.

Das ist so cool! Außerdem liebe ich es, Kaffee

zu testen. Ich liebe meinen Cappuccino, dann

kannst du fast alles von mir haben!

MM: Du trittst nicht nur in Deutschland, sondern

auch in vielen europäischen Städten auf.

Wie schaffst du es, individuell auf diese unter -

schiedlichen Publika einzugehen?

JENNIFER: Als ich vor elf Jahren damit anfing,

in ternational zu werden, habe ich mich das auch

gefragt. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass

eigentlich alle das Gleiche möchten. Sie möchten

eine gute Zeit haben, wenn du performst. Und du

musst ehrlich sein. Sie merken, ob du spielst oder

ihnen wirklich liebevoll begegnest.

Ich sehe den Leuten meist direkt ins Gesicht

und gehe auf sie zu. Ich gehe runter von der

Bühne, damit wir uns als Gemeinschaft fühlen.

Für mich ist wichtig, dass das keine Egoshow ist,

sondern eine gemeinsame.

Natürlich bin ich wie die meisten Künstler ein

Narzisst, aber letztendlich weiß ich für mich, was

zählt. Die Menschen wollen eine gute Zeit und

jemanden, der ihnen ein gutes Gefühl gibt, und

das versuche ich mit aller Entschiedenheit.

WEB: WWW.JENNIFER-LOOSEMORE.COM

WWW.SYNN-UND-ZWECK.DE

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTO: THOMAS REBEL

musiker MAGAZIN 1/2018


Bühne frei!

Planen Sie den Sommer 2018

© Fotos 1 – 5: Markus Kohz, cross-effect, 6: SWR, Ben Pachalski

… mit der b-stage 120 HD. Lässt Künstler- und Veranstalterherzen höher schlagen.


44 STORIES

TEIL 10:

Der zeitlose Klassiker – CREAM

CREAM waren die erste Supergroup der Rockgeschichte.

Ob dieses Phänomen ohne die bahnbrechenden phantastischen

Erfolge der Beatles denkbar gewesen wäre, mag dahinstehen.

Musikalisch liegen Welten zwischen den Bands, die beide bewiesen,

weitaus mehr als die Summe ihrer Mitglieder zu sein.

musiker MAGAZIN 1/2018


Im Sommer 1966 gegründet schienen CREAM

ein weiterer versierter Vertreter des britischen

Blues Booms zu sein. Rasch erweiterte die Band

ihr musikalisches Spektrum und revolutionierte

die Rockmusik durch musikalischen Er findungs -

reichtum und Virtuosität. Neben Blues rock und

Ausflügen in den Hard Rock gesellten sich Jazz -

elemente, psychedelisch gefärbtes Lyri sches bis

hin zu Klassik-Verwandtem dazu – alles miteinander

rhythmisch exquisit verbunden, was die Band -

mitglieder besonders mit ihren frenetisch gefeierten

filigranen und wuchtigen Impro visa tionen unter

Beweis stellte. Fremde Songs wurden höchst individuell

interpretiert, und eigene Songs wie „White

Room“, „Sunshine Of Your Love“ und „Politician“

wurden zu Klassikern der Rock musik und setzten

neue Standards. Diese Stücke konnten zudem

mit den Textdichtungen des 1940 geborenen

Pete Brown glänzen.

einen 45-Watt-Verstärker Marshall mit zwei je zwölf

Inch großen Lautsprechern anschloss, war das

Ergebnis eine Sensation: Claptons Phra sie rungen

und Vibrato auf der Gitarre kamen in einer bis

dahin nicht gehörten Kraft zur Geltung, besonders

eindrucksvoll bei den Stücken „All Your Love“,

„Hideaway“ und „Stepping Out“.

STORIES 45

Organisation. Die neue Band verband Jazz,

Rock und Rhythm and Blues miteinander. Einen

guten Einblick bieten die CD-Box „The Graham

Bond Organization: Wade In the Water –

Classics, Origins & Oddities“ von 2012 und die

Doppel-CD „Live at the BBC & Other Stories“

(2015).

Gitarrist dieser Supergroup war der 1945 ge -

borene Eric Clapton, der heute eine absolute

Größe des Musikbusiness ist und in Groß -

britannien schon vor CREAM Gitarren-Gott ge -

nannt wurde, weil seine Gitarrenkünste sich in

Riesen schritten entwickelt hatten. Er hatte im

Herbst 1962 seine ersten Schritte als Berufs -

musiker getan. Nach Stationen bei The Roosters

und Casey Jones & the Engineers im Herbst

1963 schloss er sich den erfolgreichen Yardbirds

an. Er verließ sie im Frühjahr 1965 und schloss

sich John Mayall, dem „Godfather of British Blues“,

an, um sich dem Blues zu widmen. Bei Mayall

entwickelte Clapton den Sound seiner Gitarre,

was ihm zentrale Bedeutung unter den Rock -

gitarristen sicherte. Blues-Aufnahmen aus der

ersten Hälfte der 1960er-Jahre klangen technisch

meistens flach. Claptons Aufnahmen mit Mayall

von 1965 und 1966 waren dagegen wie ein

Quanten sprung und übten eine enorme emotionale

Wirkung auf die Zuhörer aus. Erste An -

zeichen dafür bietet die Clapton-Mayall-Single

„Telephone Blues“ und „I’m Your Witchdoctor“. Auf

Mayalls sogenanntem Beano-Album „Blues-

breakers With Eric Clapton“ wurde Claptons spielerischer

und soundtechnischer Beitrag jedoch

offenbar. Das im April 1966 aufgenommene Album

ist ein musikalischer Meilenstein. Hatte Clapton

bei den Yardbirds eine rote Fender Tele caster

über einen Vox-Verstärker gespielt, deren Sound

der Produzent Mike Vernon als „pissy“ bezeichnete,

verwendete er nun eine Ende der 1950er-

Jahre gebaute Sunburst Gibson Les Paul

Standard, die er in London für kleines Geld erworben

hatte. Ihre Tonabnehmer konnten einen Ver -

stärker mit Verzerrungen und langanhaltender

Dauer eines angeschlagenen Tones an seine

Grenzen bringen und dadurch einen neuen Sound

erzeugen. Als Clapton im Studio diese Gitarre an

»Im Sommer 1966 gegründet schienen CREAM

ein weiterer versierter Vertreter des britischen Blues

Booms zu sein. Rasch erweiterte die Band

ihr musikalisches Spektrum und revolutionierte die

Rockmusik durch musikalischen

Erfindungsreichtum und Virtuosität.«

Initiator von CREAM aber war der 1939 geborene

Drummer Peter Edward Baker, der hoffte,

mit einer neuen Band rasch große Erfolge feiern

zu können. Wegen seiner rötlichen Haare Ginger

genannt, war er seit Mitte der 1950er-Jahre in

der britischen Musikszene heimisch geworden

und verstand sich grundsätzlich als Jazz-

Drum mer, der sich von afrikanischer Rhythmik

an gezogen fühlt und sich sein Schlagzeug

zunächst selbst baute. Nach Stationen unter

anderem bei Mr. Acker Bilk stieß er 1962 zu

Alexis Korner, in dessen Band er den künftigen

Rolling-Stones-Drummer Charlie Watts ersetzte.

Bei Korner spielten Baker, der 1943 geborene

schottische Bassist Jack Bruce, der Saxo pho -

nist Dick Heckstall-Smith, der vor allem durch

seine Mitgliedschaft in der Jazzrock-Formation

Colosseum eine prägende Größe in der britischen

Musikszene wurde, sowie der Keyboarder

und Saxophonist Graham Bond. Bond, Baker,

Bruce und Heckstall-Smith verließen bald

Korners Band und gründeten die Graham Bond

Jack Bruce schrieb hier seine ersten Stücke

bei der Graham Bond Organisation und wechselte

vom akustischen Bass zum elektrischen

Bass, den er wie eine Gitarre spielen wollte. Nach

dem Ausscheiden des zeitweiligen Gitarristen

John McLaughlin, der durch das Mahavishnu

Orchestra große Bekanntheit erlangte, wählte

Bruce den sechssaitigen Fender VI Bass (den er

1967 bei CREAM gegen den Gibson-Bass EB 3

austauschte). Baker und Bruce schätzten einander

als außergewöhnliche Musiker. Beide waren

allerdings eigenwillige Individualisten, die schon

zu dieser Zeit einander vorwarfen, zu laut zu spielen.

Ihre Hassliebe führte sie im Laufe der Jahr -

zehnte zusammen, wie sie sie auseinandertrieb.

Als Bruce bei der Graham Bond Organisation

ausschied und sich unter anderem John Mayalls

Bluesbreakers und Manfred Mann anschloss,

musste Baker überlegen, wie es für ihn musikalisch

weitergehen würde. Mitte Mai 1966 fragte

er Clapton, ob dieser sich an einer Dreier-Blues -

rock-Formation mit Gitarre, Bass und Schlag -


1/2018 musiker MAGAZIN


46 STORIES

spielte bei Robert Johnsons „Crossroads“ ein

energiegeladenes Solo, das er noch einmal An -

fang März 1968 übertraf.

»Hatten Baker, Bruce und Clapton zunächst

ihre Songs live ähnlich wie im Studio aufgenommen

gespielt, verlagerte die Band den Schwerpunkt

ihrer Konzerte auf jam-artige Improvisationen.

Mitunter war es keine Seltenheit, wenn CREAM in

einer Stunde nur drei Stücke spielten.«

zeug beteiligen würde. Sie übten dann gemeinsam

und nannten ihre neue Band klingend CREAM.

Bruce war der Auf fas sung, sie könnten sich selbst

managen. Jedoch setzte Baker sich mit seinem

Vorschlag durch, Robert Stigwood als Manager

zu engagieren. Im Endeffekt war das mit Verdruss

verbunden. Die Bandmitglieder beklagten nicht

nur, von Stigwood finanziell übervorteilt worden

zu sein; Bruce machte ihn auch dafür verantwortlich,

CREAM von Auftritt zu Auftritt gehetzt

und nicht die notwendigen längeren Entspan -

nungs phasen gegönnt zu haben, um in Ruhe

neue Songs schreiben zu können.

Ab Ende August tourte die Band in Groß -

britannien. Zunächst war die Band mit 45 britischen

Pfund pro Auftritt noch sehr preiswert zu

haben. Die A-Seite der ersten CREAM-Single

„Wrapping Paper“ hatte mit Bluesrock kaum etwas

gemein, dafür aber die B-Seite „Cat’s Squirrel“

mit Bakers Schlagzeugsolo. Rück blickend be -

zeich nete Baker „Wrapping Paper“ als den

„größten Mist“, an dem er beteiligt war. Auf ihrer

im Dezember 1966 in Groß britannien erschienenen

LP „Fresh Cream“ war die Blues rock-Aus rich -

tung jedoch eindeutig: sechs Cover von Blues -

stücken (darunter so ausgezeichnete Versionen

wie „I’m So Glad“, „Sleepy Time Time“ und

„Spoon ful“) und fünf überwiegend von Bruce

stammende Eigen kom po sitionen wie der mitreißende

Song „N.S.U.“. Das Album hat eine solche

Qualität, dass man Bruce-Stücke wie „Weird

of Hermiston“ und „Hey Now Prin cess“ ausklammern

konnte, die er Jahre später für Solo-Alben

neu einspielte. Auf der 1992 inoffiziell herausgebrachten

CD „Fresh Cream. The Alter native Album“

sind weitere bemerkenswerte Facetten der Band

enthalten.

Der Erfolg des nicht nur „frisch“ heißenden,

sondern auch ebenso klingenden Albums in

Großbritannien zog im Januar 1967 die US-Aus -

gabe der LP nach sich. Dabei wurde der Blues

„Spoonful“ gegen „I Feel Free“, die A-Seite der

zweiten CREAM-Single und der erste Hit der

Band, ausgetauscht. Bald waren CREAM damit

beim Bremer Beat-Club zu Gast, leider nur mit

einem Playback-Auftritt, was sich einige Monate

später auch mit dem Song „Strange Brew“ wiederholte.

Bereits im November 1966 waren

CREAM zweimal Gast in BBC-Radioprogrammen,

was auf der 2003 erschienenen CD „Cream.

BBC Sessions“ verewigt wurde. Bemerkenswert

ist dabei der zweite November-Auftritt. Clapton

Nach Gigs in Großbritannien spielten CREAM

unter anderem am 3. März 1967 im Stockholmer

Konzerthus. Dieser Auftritt wurde in einer Dauer

von etwa 25 Minuten mitgeschnitten und 2005

im DVD-Set „Cream. Their Fully Authorized Story“

als CD veröffentlicht. Er zeigt die bei den Stücken

„N.S.U.“, „Stepping Out“, „Traintime“, „Cat’s

Squirrel“ und „I’m So Glad“ präzise, frisch und

energiereich spielende Band in ihrer Phase vor

den langen Improvisationen. Um die LP „Fresh

Cream“ in den USA zu promoten, organisierte

Manager Stigwood dort Auftritte. Ab Ende März

konnte die da noch unbekannte Band in der TV-

Show von Murray the K nur wenige Songs spielen.

Bei den letzten Auftritten mussten CREAM

sich sogar auf nur ein Stück beschränken. Eine

US-Tour war dies also nicht.

Anfang Mai 1967 startete die Band in den

New Yorker Studios ihres US-Labels Atlantic die

Aufnahmen für ihr zweites Studio-Album, die für

einige Tage für Auftritte in Großbritannien unterbrochen

wurden. Die Schallplatten-Aufnahmen

wurden Ende Mai abgeschlossen. CREAMs Hoff -

nung, in Großbritannien als Die Supergroup punk -

ten zu können, zerschlugen sich allerdings. Denn

mittlerweile war Jimi Hendrix dort nach einem

kometenhaften Aufstieg zum Superstar ge worden,

der die Musikszene beherrschte. CREAMs einzigartige

Erfolgsgeschichte begann daher mit ihrer

ersten US-Tour, die Ende August 1967 in Bill

Grahams Fillmore-Auditorium in San Francisco

begann und den Ruhm der Band begründete.

Hatten Baker, Bruce und Clapton zunächst ihre

Songs live ähnlich wie im Studio aufgenommen

gespielt, verlagerte die Band den Schwerpunkt

ihrer Konzerte auf jam-artige Improvisationen.

Mitunter war es keine Seltenheit, wenn CREAM

in einer Stunde nur drei Stücke spielten. Als die

US-Tour am 15. Oktober 1967 im Detroiter Grande

Ballroom beendet wurde, waren sich alle einig,

dass die Band sich auf dem Höhepunkt ihrer

Kreativität befand und den Bluessong „Spoonful“

in all seinen Facetten ausgelotet hatte; dieser Auf -

tritt ist Anfang Februar 2018 als Radiomitschnitt

veröffentlicht worden. Manager Stigwood erhielt

freilich aus den USA die Nachricht, dass die

CREAM-Tour „außergewöhnlich unökonomisch“

gewesen sei.

Eine Ruhepause gab es für die Band nicht.

Denn bevor sie von der Torunee zu weiteren Kon -

zert- und Radio-Auftritten nach Großbritannien

auf brach, startete sie in New York die Aufnah men

für die dritte Studio-LP. Am 10. November 1967

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 47

kam in Großbritannien endlich die langerwartete,

von Felix Papalardi produzierte zweite CREAM-LP

„Disraeli Gears“ mit den Highlights „Sunshine Of

Your Love“ und „Tales Of Brave Ulysses“ auf den

Markt. Sie ist in jeder Hinsicht ein musikalischer

Meilenstein, der außerdem auf den damaligen

Pfaden des Psychedelic-Rock sicher wandelte.

Der Londoner Melody Maker war überwältigt:

„Claptons Gitarre wirkt manchmal bedrohlich wie

ein Maschinengewehr, manchmal auch geradezu

unheimlich und überwältigend in ihrer Überzeugungskraft.

Schlangenartig erreicht sie eine

bislang unerreichte Tiefe in CREAMs variationsreichen

und hypnotischen musikalischen Reisen.“

So dekoriert brach die Band einen Tag später zu

einer Skandinavien-Tournee auf, wo sie bereits im

März aufgetreten war. Auch hier wurden CREAM

mit Lob überschüttet: „Sie sind gegenüber dem

vergangenen Frühjahr noch besser und pointierter

geworden. Claptons Fähigkeiten an der Gitarre

können einen beinahe schon erschrecken, wenn

er wie entfesselt seine 15-minütigen Soli abspult.“

Das hohe Lob hatte jedoch seinen Preis, den

CREAM durch ständige Präsenz in der Öffentlichkeit

zahlen mussten. Nach der Rückkehr aus

Skandinavien und vor der Fortsetzung von Studio -

aufnahmen für das dritte Album in New York vom

12. bis 15. Dezember 1967 mussten erneut Auf -

tritte in Großbritannien absolviert werden, dabei

wieder bei der BBC. Und nach dem Ende der

New Yorker Studio-Aufnahmen spielten CREAM

abermals Konzerte in den USA. Ende Dezember

kehrten die müden Krieger in die Heimat zurück.

Und wieder kehrte keine Ruhe ein, die die Band

zum Ausspannen und zur Entwicklung neuer

Songs benötigt hätte. Denn schon ab Jahres -

beginn 1968 waren Gigs in Großbritannien vereinbart

worden. Am 10. Januar wurde die Band

in ihrem zeittypisch wilden Outfit im Londoner

Revolution Club ohne Publikum für eine französische

TV-Sendung gefilmt – eines der überraschend

wenigen filmischen Dokumente aus CREAMS

damaligen Tagen. Trotz der sterilen Atmosphäre

spielte die Band gute Versionen von „Tales of

Brave Ulysses“, „Sunshine Of Your Love“ und

„Spoonful“. Erst 1993 war diese Aufzeichnung

auf der DVD „Fresh Live Cream“ erhältlich. Am

23. Februar 1968 startete CREAMs zweite US-

Tour, die vier Monate dauern sollte. Obwohl es


Idee + Foto: Christian Raith · Agentur: www.milk-and-honey.de

Jahre

Erfahrung in

Musikerversicherung

Versicherungen

®

für alle Eventualitäten®

Eberhard, Raith & Partner GmbH · Assekuranz Makler

Berger Straße 8 · 82319 Starnberg

info@erpam.com · www.erpam.com


48 STORIES

vor allem in der frühen Phase der Tournee heraus -

ragende Improvisationen zu bewundern gab,

geriet das vertraglich vereinbarte Programm zu

CREAMs Sargnagel. Die nicht enden wollenden

Auftritte kosteten Kraft und Nerven der Musiker,

die zudem Drogen konsumierten. Bakers und

Bruces Streit über die Lautstärke ihrer In stru -

mente wurde immer unerquicklicher. Außerdem

hatten Bruce und Clapton ihre Verstärker-An -

lagen weiter aufgerüstet. Später beklagte Baker,

dass die Lautstärke von Bass und Gitarre bei

den Auftritten sein Gehör ruiniert habe. Clapton

hatte derlei Streitereien schließlich satt. Der desillusionierte

Clapton brachte es auf den Punkt:

„CREAM haben die Richtung verloren.“ Um Juni

des Jahres wünschten sich alle drei Bandmitglieder,

CREAM aufzulösen, was rasch publik wurde. Zum

Glück fanden CREAMS Auftritte in Grahams

Fillmore West (2 000 Plätze) am 7. März und seinem

5 000 Zuschauer fassenden Winterland

Auditorium vom 8. bis zum 10. März 1968 zum

Tournee-Beginn statt, als die Auflösung der Super -

group noch nicht beschlossene Sache war.

Sämtliche CREAM-Konzerte aus der Zeit vom 7.

bis zum 10. März wurden professionell aufgezeichnet.

Sie sind die hauptsächliche Quelle

CREAMs offiziell auf den Markt gebrachter Live-

Aufnahmen. Zwei Aufnahmen, die Produzent

Papalardi in das am 9. August 1968 in Groß -

britannien herausgekommene Doppel album

„Wheels Of Fire“ aufnahm, ragen neben den

musikalisch exquisiten und makellos produzierten

Studioaufnahmen heraus. „Crossroads“ glänzt

mit einem unerreichten Gitarrensolo von Clapton,

der bei diesem Auftritt eine geradezu magische

Eingebung gehabt zu haben schien, und die

spannungsgeladene 16-minütige Ver sion von

„Spoonful“, die keinen toten Moment hat, sucht

ihresgleichen – eine wahre Sternstunde der Rock -

musik! Für die BBC war Regisseur Tony Palmer

nach San Francisco angereist und filmte unter

anderem Interviews mit den Musikern, die dabei

unter Drogeneinfluss zu stehen schienen. Ein Film

über ein zusammenhängendes Set aus diesen

vier Tagen in Grahams Häusern scheint allerdings

nie geplant gewesen zu sein.

Während dieser Tournee wurde der Zusam men -

halt der Bandmitglieder aufgebraucht, CREAM

spielten aber immer wieder auch gute Konzerte,

so zum Beispiel am 15. Mai 1968 im Ak-Sar-Ben

Coliseum von Omaha. Herausragend soll die 20-

Minuten-Fassung des eher belang loseren Single-

Titels „Anyone For Tennis“ gewesen sein, die an -

geblich für Atlantic Records aufgezeichnet worden

sein soll, bis heute aber nicht auf Ton trägern

aufgetaucht ist. Im selben Monat gaben Baker,

Bruce und Clapton bekannt, CREAM auflösen zu

wollen. Man dachte darüber nach, entweder

Graham Bond oder Steve Winwood aufzunehmen

und mit einem anderen Konzept fortzufahren,

nach Bruces Vorstellungen vielleicht auch mit

Bläsern. Nichts davon wurde realisert. Nachdem

CREAM Mitte Juni in New York die Auf nahmen für

ihr drittes Album abgeschlossen hatten, gingen

die Bandmitglieder bis auf Weiteres eigene Wege.

Die Atmosphäre in den Atlantic Studios war nach

der Erinnerung des Tonige nieurs Tom Dowd

äußerst angespannt: „Manchmal schien es, dass

die Bandmitglieder aufeinander los gehen und

einander umbringen würden.“ Folgt man Bakers

Interview für die DVD „Cream. Their Fully Autho -

rized Story“, gab es außerdem wegen der

Autoren schaft an den Songs „Sunshine Of Your

Love“ und „White Room“ Streit. Baker rekla mierte,

dass seine rhythmischen Beiträge diese Stücke

erst zu Erfolgen gemacht hätten, ihm aber keinerlei

Autorenrechte und Tantiemen eingeräumt

worden seien.

Als Baker, Bruce und Clapton Anfang Oktober

1968 zur CREAM-Abschiedstour in die USA aufbrachen,

hatte zwischen ihnen seit Mitte Juni

mehr oder weniger Funkstille geherrscht. Finanziell

war die Tournee ein voller Erfolg. Denn nun erhielt

die Band pro Auftritt bis zu 60 000 US-Dollar. Der

Start in Oakland war noch vielversprechend und

wurde wie einige andere nachfolgende Auftritte

professionell mitgeschnitten. Der hörenswerte

Oak land-Auftritt erschien 1999 als Bootleg,

nachdem die Songs „White Room“, „Politician“

und „Deserted Cities Of The Hearts“ davor schon

1972 auf „Live Cream, Volume II“ veröffentlicht

worden waren. CREAM hatten aber ihren Zenith

überschritten. Davon zeugen Konzerte im Ingle -

wood-Forum von Los Angeles am 18. und 19.

Oktober, aus denen zwei Titel ebenfalls auf „Live

Cream, Volume II“ enthalten sind. Der 2008

erhältliche umfassendere CD-Mitschnitt von diesen

Auftritten offenbarte, dass der Band immer

wieder Präzision abhanden kam, denn nicht

immer stimmten die Einsätze. Die Band harmonierte

nur noch mehr schlecht als recht. Bis dahin

war in Großbritannien am 8. August 1968 das

Doppelalbum „Wheels Of Fire“ herausgekommen.

Es war das erste Doppelalbum, das aus einer

Studio- und einer Live-LP bestand. Das neue Werk

bekam überschwängliche Kritiken und erzielte

Platin-Status. Kurz nach der Veröffentlichung

in Deutschland wurde die Studio-LP komplett im

Samstagsabend-Programm des Club von NDR 2

vorgestellt.

Am 4. November 1968 endete zur Erleich te rung

der Bandmitglieder diese US-Abschieds(tor)tour.

US-Kritiker Christgau merkte später an, dass

Baker, Bruce und Clapton durch ihre Konzerte

bekannt geworden und zu Geld gekommen

seien, auf diesem Weg aber auch ihre Musik und

ihre Kameradschaft ruiniert hätten. Einen Tag

nach Tournee-Ende begannen CREAM in Los

Angeles mit den Studioaufnahmen für ihr letztes

vertraglich noch ausstehendes Album, die am

21. November des Jahres in London mit dem

Produzenten Felix Papalardi abgeschlossen wurden.

Heraus kamen drei Stücke, von jedem

Bandmitglied eines. Bakers „What A Bringdown“

und Bruces „Doing That Scrapyard Thing“ sind

schon vom Titel her bezeichnende Kommentare

zur Desintegration der Band. Besondere Be kannt -

heit hat „Badge“ erlangt , das Clapton ge mein sam

mit seinem Freund George Harrison schrieb und

einspielte; der Beatle wirkte unter dem Pseudo -

nym L’Angelo Misterioso mit. Die zweite Hälfte

des Albums, das Anfang Februar 1969 unter

dem Titel „Goodbye“ veröffentlicht wurde, füllte

Papalardi eigenständig mit drei Live-Aufnahmen

vom 19. Oktober 1968 aus dem Inglewood-

Forum in Los Angeles.

musiker MAGAZIN 1/2018


STORIES 49

»CREAM haben unter anderem mit hartem

Rock künftigen Top Acts wie Led Zeppelin den Weg

geebnet. Die Einnahmen aus den zahllosen

Auftritten und die Tantiemen

aus den enorm erfolgreichen Schallplatten der Band

hatten die Musiker reich gemacht.

Bis zum Ende des vorigen Jahrtausends waren

35 Millionen CREAM-Tonträger über die Ladentische

gegangen. Diese sind auch das jederzeit

abrufbare Vermächtnis der ersten Supergroup der

Rockgeschichte.«

CREAMs Abschied von der Konzertbühne stand

allerdings noch bevor. Die Band war für zwei

Abschiedskonzerte in der Londoner Royal Albert

Hall am 26. November 1968 gebucht worden.

Trotz der schlechten Vorzeichen gerieten CREAMs

letzten beiden öffentlichen Auftritte nicht zu einem

Fiasko. Die Band spielte solide, mehr aber auch

nicht. Die beiden Londoner Konzerte filmte Tony

Palmer. Zum Missfallen der Band schnitt er die

Auftritte zusammen, sodass nicht alles zusammenpasste.

Außerdem fügte er Interviews mit

Baker, Bruce und Clapton vom März des Jahres

in San Francisco ein. Diese Melange, die kein zu -

treffendes Bild von CREAMs außergewöhnlichem

Potential vermittelt, wurde von der BBC ausgestrahlt

und bis heute unter diversen Titeln auf den

Markt geworfen. Bedauerlich ist, dass es von

CREAM keine so umfassenden Aufzeichnungen

von Live-Auftritten gibt wie zum Beispiel von den

Beatles, den Doors und Jimi Hendrix.

CREAM wurden zur Legende, und Gerüchte,

die Band werde wieder zusammenfinden, verstummten

nicht. Unmittelbar nach den Konzer ten

in der Royal Albert Hall hieß es, CREAM würden

weitermachen. Da das Publikum die Band dabei

so frenetisch gefeiert hatte, waren Baker, Bruce

und Clapton so überwältigt, dass sie kurzzeitig

bereit waren, die Trennung zu überdenken. Erst

recht glaubte man an eine Reunion, als Baker und

Clapton mit Ric Grech und Steve Winwood die

neue Supergroup Blind Faith gründeten, die sich

als noch kurzlebiger erwies. CREAMs Labels

brachten 1970 und 1972 die LPs „Live Cream“

und „Live Cream, Volume II“ heraus, die Felix

Papalardi ohne Beteiligung der Bandmitglieder

aus US-Konzerten in San Francisco und Los

Angeles von Anfang März und Oktober 1968

zusammengestellt hatte. Überwiegend hinterlassen

diese Aufnahmen einen sehr guten Eindruck.

Besonders überzeugend wirkt die lange Impro -

visation über Bakers „Sweet Wine“ aus CREAMs

erster LP „Fresh Cream“.

Clapton sprach sich in den kommenden Jahren

wiederholt gegen eine Wiedervereinigung von

CREAM aus. Als die Band jedoch am 12. Januar

1993 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen

wurde, spielten Baker, Bruce und Clapton

wie in besten Tagen zur allgemeinen Be gei -

sterung live die Stücke „Sunshine Of Your Love“,

„Born Under A Bad Sign“ und „Crossroads“, die

erst 2011 verstreut in der 9-DVD-Box „Rock and

Roll Hall of Fame Museum“ veröffentlicht wurden.

Die Bandmitglieder selbst waren mit ihrem

Auftritt nicht vollständig zufrieden, hatten aber die

Proben dafür als magische Momente angesehen,

was Clapton in seiner Dankesrede vor den

Gästen sagte. Die Tickets für die Veranstaltung

sollen bis zu 1 000 US-Dollar pro Person gekostet

haben. Durch dieses Ereignis wurden Hoff -

nun gen auf eine baldige CREAM-Tournee genährt.

Fast wären die drei Musiker im November 1993

tatsächlich gemeinsam bei den Rockpalast-Kon -

zerten zu Bruces 50. Geburtstag im Kölner E-

Werk aufgetreten. Angeblich soll Clapton Interesse

an einem gemeinsamen Auftritt bekundet haben

und lediglich durch andere Verpflich tun gen verhindert

gewesen sein. So spielten Baker, Bruce

und Gary Moore ein überzeugendes CREAM-Set.

Diese Kon zerte waren ein herausragendes musikalisches

Ereignis und sind nach Bruces Tod um -

fassend auf DVD und CD dokumentiert worden.

Als Baker und Bruce nicht mehr bei bester

Gesundheit waren, ließ Clapton sich schließlich

zu einer CREAM-Reunion an vier Tagen Anfang

Mai 2005 in der Londoner Royal Albert Hall bewegen.

Im Handumdrehen waren die Konzerte ausverkauft,

Schwarzmarktpreise erreichten fantastische

Höhen. Die herbei gepilgerten Besucher

müssen sich wie im siebenten Himmel gefühlt

haben, die alten Herren musikalisch wieder reibungslos

miteinander harmonierend zu erleben.

Das wurde natürlich auf DVD und CD festgehalten.

Der Erfolg dieser Londoner Konzerte veranlasste

die Band, Ende Oktober 2005 auch den

New Yorker Madison Square Garden für Auftritte

an drei Tagen zu mieten. Auch diese Auftritte

waren im Nu ausgebucht. Aber die alten Ani mo -

sitäten zwischen Baker und Bruce waren auch

nach rund dreißig Jahren nicht ausgeräumt und

bedeuteten unwiderruflich das Aus von CREAM.

CREAM haben unter anderem mit hartem Rock

künftigen Top Acts wie Led Zeppelin den Weg

geebnet. Wie vor ihnen die Beatles konnte die

Band 1968 Stadien füllen. Die Einnahmen aus

den zahllosen Auftritten und die Tantiemen aus

den enorm erfolgreichen Schallplatten der Band

hatten die Musiker reich gemacht. Bis zum Ende

des vorigen Jahrtausends waren 35 Millionen

CREAM-Tonträger über die Ladentische gegangen.

Diese sind auch das jederzeit abrufbare

Vermächtnis der ersten Supergroup der Rock -

geschichte, das mit zusätzlichen Aufnahmen ver -

sehen 1997 zur 4-CD-Box „Those Were the Days“

zusammengetragen wurde. Wie schon erwähnt,

sind nach der Auf lösung der Band weitere CDs

und DVDs erhältlich gewesen. Und natürlich

gab es auch in den 1960er-Jahren Boot legs mit

Aufnahmen aus dem Publikum heraus. Mit

denen tut man sich in aller Regel schon rein akustisch

keinen Gefallen. Nach der jüngsten Ver -

öffentlichung des Radiomitschnit tes vom 15.

Oktober 1967 ist nun für März 2018 die CREAM-

CD „The Winterland Concert“ von 1968 angekündigt.

Man darf gespannt sein, ob die Auf -

zeichnungen vom 8. bis 10. März 1968 in Bill

Grahams Auditorium noch Überraschungen parat

haben.

NÄCHSTE FOLGE:

RAY DAVIES UND DIE KINKS

TEXT: NORBERT APING

FOTO (S. 39): ZORAN VESELINOVIC

FOTO (S. 40): HEINRICH KLAFFS

FOTO (S. 41): MATT GIBBONS

FOTO (S. 42): GENERAL ARTISTS

CORPORATION / ATCO RECORDS

GRAFIK: © FOTOALI / FOTOLIA.COM

DR. NORBERT APING

Geboren 1952, Buchautor

und Leiter des Amtsgerichts

in Buxtehude.

1/2018 musiker MAGAZIN


50 MUSIKBUSINESS

Mitgliedschaft im

DEUTSCHEN ROCK UND POP

MUSIKERVERBAND E. V.

Warum lohnt es sich,

im Deutschen Rock & Pop Musikerverband

Mitglied zu werden?

Wer erfolgreich, berühmt oder bekannt werden will,

muss, wenn er keinen professionellen versierten Manager hat,

alles alleine und selbst managen und organisieren.

Dafür gibt es dann nur einen einzigen Weg:

Er muss auf allen Gebieten der Rock- und Popmusik

und des Musikbusiness, der Finanzen und des Bookings

enorm viel wissen.

musiker MAGAZIN 1/2018


MUSIKBUSINESS 51

❶ ERSTAUSWERTUNG:

Hierunter versteht man die Aufnahme einer

Dar bie tung auf Schallplatte, CD, Hörfunk-Übertragung

oder Fernsehsendung einer Live-Dar bie -

tung sowie die Mitwirkung an einer Video pro duk -

tion oder an einem Film.

❷ ZWEITAUSWERTUNG:

Diese setzt die erste Auswertung voraus und

bedeutet die Nutzung einer bereits fixierten oder

gesendeten Darbietung, also zum Beispiel die

Sen dung, öffentliche Wiedergabe oder private

Überspielung von Schallplatten, die öffentliche

Wiedergabe oder private Überspielung von Funkund

Fernsehsendungen.

Genau dieses umfangreiche Wissen wird allen

Mitgliedern des DRMV über persönliche

telefonische Beratungen durch diesen Ver band

ver mittelt, und zwar Schritt für Schritt differenziert

in allen Einzelheiten.

Hier in einem ersten Schritt

zwei bedeutende Urheberrechts-

Inkassogesellschaften:

GEMA

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungsund

mechanische Vervielfältigungsrechte nimmt

nach Paragraph 2 ihrer Satzung die Rechte der

Urheber wahr. Es handelt sich um einen rechtsfähigen

Verein kraft staatlicher Verleihung gemäß

Paragraph 22 BGB. So verwaltet die GEMA treu -

händerisch die Rechte der Komponisten, Text -

dichter und Musikverleger. Hierzu schließt sie

Wahr nehmungsverträge bezüglich der kleinen

Rech te. Die sogenannten großen Rechte, d. h.

die Rechte für Aufführungen und Sendungen dra -

matisch musikalischer Werke (Musicals, Operetten

etc.), werden in der Regel durch den Urheber

selbst oder einen Verlag, d. h. also nicht kollektiv,

wahrgenommen.

Wie man mit der GEMA regelmäßig Geld verdienen

kann, wie man dafür sorgen kann, dass

die GEMA regelmäßig Tantiemen für die ihr ange-

schlossenen Urheber ausschüttet, wie man Musik -

folgebögen bei der GEMA einreicht, wie man seine

Songtitel bei der GEMA registrieren lässt, das

alles und noch viel mehr erfahrt ihr in den regelmäßigen

persönlichen Telefonberatungen durch

den Deutschen Rock & Pop Musikerverband dann,

wenn ihr in diesem Verband der Musi ker innen und

Musiker, der Komponisten und Texter Mit glied

werdet.

GVL

Diese von der Deutschen Orchester Vereini gung

und dem Verband der Tonträgerfirmen ge gründete

Verwertungsgesellschaft nimmt die Leistungs -

schutz rechte der ausübenden Künstler, Bild- und

Tonträgerhersteller sowie der Veran stalter wahr. Die

im Urheberrechtsgesetz anerkannten Leis tungs -

schutz rechte schützen nicht nur das Persönlich -

keits recht der ausübenden Künstler, sondern

ge ben auch die Möglichkeit, bestimmte Nutzun -

gen und Leistungen zu verbieten. So muss der

Nachschaffende (Interpret) gegen Entstellung seiner

Leistung geschützt sein, auch wenn ihm nicht

wie dem Schaffenden (Kom po nist, Texter) ein um -

fassendes Verbotsrecht gegen jegliche Än de rung

oder Bearbeitung zusteht.

Bei der Nutzung von Urheberrechten und verwandten

Schutzrechten unterscheidet man drei

Auswertungen:

❸ DRITTEAUSWERTUNG:

Dies sind die öffentliche Wiedergabe von gesendeten

Schallplatten oder gesendeten Filmen, die

private Vervielfältigung von gesendeten Schall -

plat ten oder Filmen, die Weitersendung gesendeter

Schallplatten oder Filme durch Kabel un ter -

nehmen.

Für die erste Auswertung ist die GEMA zu -

stän dig. Auf der Stufe der ersten Auswertung

stehen dem Musiker absolute Rechte zu. Er entscheidet

selbst, ob und unter welchen Bedin gun -

gen er Schall platten produziert oder in Funk und

Film mitwirkt. Die Vergütungen in diesem Bereich

werden durch Individualverträge geregelt. Für

den Bereich der zweiten und dritten Auswertung

stehen dem ausübenden Künstler keine Verbots -

rechte zu. Er hat lediglich einen Anspruch auf

angemessene Vergütung, also eine Ausschüttung

seiner Leis tungs rechts tan tiemen. Diese Vergü -

tungen werden von der Ver wertungsgesellschaft

GVL geltend gemacht.

Wer also mithilfe der GVL Geld verdienen möchte,

sollte genau wissen, wie man seine Meldun gen

im Internet vornimmt, was man meldet und wie

man eine Lizenz-Ausschüttung beantragt. Auch

das wird in den persönlichen Telefonberatungen

des Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes

ge nauestens erklärt.

Sowohl die GEMA wie auch die GVL spielen

im Leben eines professionellen Rock- und Pop -

mu sikers eine außerordentlich bedeutende Rolle,

weil durch sie gewährleistet werden kann, dass

jährlich regelmäßige Einnahmen erwirtschaftet

werden können – wenn man alles richtig macht.

Allein schon aus diesen vielen Gründen ist eine

Mit gliedschaft im Deutschen Rock & Pop Mu -

si ker verband sinnvoll …

TEXT: OLE SEELENMEYER

FOTOS: © NEJRON PHOTO/FOTOLIA

1/2018 musiker MAGAZIN


52 MUSIK & RECHT

BGH legt Sampling dem EuGH vor

STREIT UM ZWEI SEKUNDEN GEHT IN

DIE NÄCHSTE RUNDE

Verletzt Sampling die

Rechte eines

Tonträgerherstellers?

Kraftwerk und

Moses Pelham streiten

seit 20 Jahren. Nun soll der

EuGH entscheiden.

Ein Schutz schon kleinster

Tonfetzen ist nicht

überzeugend, meint Sven

Schonhofen.

Sampling ist ein musikalisches Gestaltungs -

mittel. Die Musiker verarbeiten Klänge aus

unterschiedlichen Tonquellen in einem neuen

Musik stück. Durch den technischen Fortschritt

und den Einsatz von digitalen Samplern, die ein

kostengünstiges Sampeln ermöglichen, gewann

das Gestaltungsmittel, insbesondere in der Musik -

rich tung Hip-Hop, erheblich an Bedeutung. Die

Sampleverwender wollen dabei häufig gerade,

dass das Original erkennbar ist.

Die Zulässigkeit von Sampling ist in Deutschland

noch immer ungeklärt. Das ist auch deshalb

bemerkenswert, weil es in dem „Metall auf Metall“-

Rechtsstreit, über den der Bundesgerichtshof

(BGH) erneut entschied, mittlerweile schon sechs

gerichtliche Entscheidungen gibt. Es geht um den

gleichnamigen Song der Band Kraftwerk aus dem

Jahr 1977. Beklagte sind die Kom ponisten und

die Musikproduktionsgesellschaft des Hip-Hop-

Titels „Nur mir“, den die Sängerin Sabrina Setlur

im Jahr 1997 eingespielt hat. Zur Herstellung des

Titels entnahm Produzent Moses Pelham eine

zwei Sekunden lange Rhythmus sequenz aus

dem Song „Metall auf Metall“ und unterlegte den

Titel „Nur mir“ damit. Die Sequenz wird in einer um

5 Prozent verlangsamten Gesch windigkeit wiederholt

(„Loop“).

Kraftwerk sehen ihre Rechte als Tonträger her -

steller aus § 85 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz (UrhG)

verletzt. Demnach steht Tonträgerherstellern das

ausschließliche Recht zu, den Tonträger zu vervielfältigen,

zu verbreiten und öffentlich zugänglich

zu machen. Das Leistungsschutzrecht der

Tonträgerhersteller schützt die im Tonträger verkörperte

technische und wirtschaftliche Her stel ler -

lei stung.

Zunächst sah es danach aus, als ob Kraftwerk

den Rechtsstreit gewinnen würden. Das Land -

gericht (LG) Hamburg (Urt. v. 8.10.2004, Az.308

O 90/99) und das Oberlandesgericht (OLG)

Hamburg (Urt. v. 07.06.2006, Az. 5 U 48/05)

gaben ihrer Klage statt.

Der BGH bestätigte dann in „Metall auf Metall

I“ (Urt. v. 20.11. 2008, Az. I ZR 112/06), dass ein

Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht vorliege. Ein

solcher sei bereits dann gegeben, wenn einem

Ton träger kleinste Tonfetzen entnommen würden.

Der I. Zivilsenat verwies die Sache aber an

das OLG Hamburg zurück. Das Berufungs gericht

habe nicht geprüft, ob der Eingriff vorliegend durch

das Recht zur freien Benutzung nach § 24 Abs.

1 UrhG gerechtfertigt sei. Das OLG Hamburg

verneinte das (mit Urt. v. 17.08.2011, Az. 5 U

48/05) im wiedereröffneten Berufungsverfahren.

Pelham und Co. hätten die übernommene Se -

quenz vielmehr selbstständig in gleichwertiger

Weise einspielen können.

Der BGH wies die hiergegen eingelegte Re -

vision der Beklagten in „Metall auf Metall II“ (Urt.

v. 13.12.2012, Az. I ZR 182/11) zurück. Der Zweck

von § 24 Abs, 1 UrhG, eine Fortentwicklung des

Kulturschaffens zu ermöglichen, rechtfertige nicht

den Eingriff in die unternehmerische Leis tung des

Tonträgerherstellers. Aus der Kunstfreiheit lasse

sich kein Recht ableiten, die Tonaufnahme ohne

Einwilligung des Tonträgerherstellers zu nutzen.

Eine Kehrtwende in dem Verfahren gab es auf

die von den Beklagten hiergegen eingelegte Ver -

fassungsbeschwerde wegen Verletzung der Kunst -

freiheit. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG)

stärkte die Rechte der Sample ver wender. Karls -

ruhe bestätigte, dass die Entscheidungen in das

Grundrecht der Produzenten auf künstlerische

Betätigung eingriffen (BVerfG, Urt. v. 31.05.2016,

Az. 1 BvR 1585/13). Der Eingriff in die Kunst freiheit

(Art. 5 Abs. 3. S. 1 Grundgesetz ) sei auch nicht

gerechtfertigt. Die Hersteller bei der lizenzfreien

Übernahme kleinster Rhythmussequenzen erlitten

keine erheblichen wirtschaftlichen Nach teile,

in ihr grundrechtlich geschütztes Eigentum werde

nur geringfügig eingegriffen. Das BVerfG hat die

Sache an den BGH zurückverwiesen. Und deutete

bereits an, dass möglicherweise eine Vor -

lage an den EuGH notwendig sei.

Fragen an den EuGH:

freie Benutzung

und die Zuständigkeit des BVerfG

Die Beklagten verfolgten danach ihren Klage -

ab weisungsantrag vor dem BGH weiter. Der hat

nun das Verfahren ausgesetzt und dem EuGH

einen Fragenkatalog vorgelegt (Beschluss v.

01.06.2017, Az. I ZR 115/16, „Metall auf Metall

III“). Er fragt zunächst, ob ein Eingriff in das Ton -

musiker MAGAZIN 1/2018


MUSIK & RECHT 53

träger her stellerrecht zur Vervielfältigung (Art. 2 c)

Richtlinie 2011/29/EG) und Verbreitung (Art. 9 I b)

Richtlinie 2011/29/EG) vorliege, wenn seinem

Tonträger kleinste Tonfetzen entnommen und auf

einen anderen Tonträger übertragen werden.

Außerdem will der BGH wissen, ob eine Vor -

schrift wie § 24 Abs. 1 UrhG das Verviel fälti gungsund

Verbreitungsrecht in der Weise beschränken

kann, dass ein selbstständiges Werk in freier

Benutzung des Tonträgers ohne Zustimmung des

Herstellers verwertet werden darf. Zudem fragt der

BGH, ob der Eingriff möglicherweise durch das

Zitatrecht (Art. 5 Abs. 3 d) Richtlinie 2011/29/EG)

gerechtfertigt sei, auch wenn nicht erkennbar ist,

dass ein fremdes Werk genutzt wird. Der BGH

gibt hier aber schon eine klare Tendenz vor. Es

gebe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass ein Hörer

annehme, dass die Rhyth mussequenz, die dem

Song „Nur mir“ unterliegt, einem fremden Werk

oder Tonträger entnommen worden sei.

Daneben wirft der BGH die spannende Frage

auf, ob das BVerfG in dem Fall überhaupt etwas

zu sagen hatte. Innerstaatliche Rechtsvor schriften,

die eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umsetzen,

seien grundsätzlich nicht am Maßstab des

Grundgesetzes, sondern allein am Unionsrecht

zu messen, wenn die Richtlinie den Mitglied -

staaten keinen Umsetzungsspielraum lasse. Daher

stelle sich die Frage, ob die europarechtlichen

Vorschriften zum Vervielfältigungsrecht und Ver -

breitungsrecht des Tonträgerherstellers Umset -

zungs spielräume im nationalen Recht zulassen.

In einem weiteren Schritt fragt der BGH, inwieweit

bei der Bestimmung des Schutzumfangs des

Vervielfältigungs- und Verbreitungsrechts des Ton -

trägerherstellers die Grundrechte der EU-Grund -

rechtecharta zu berücksichtigen sind. Der EuGH

könnte sich in diesem Verfahren somit zur spannenden

Grundsatzfrage des Verhältnisses zwischen

Kunstfreiheit und geistigem Eigentum

äußern.

Der nun schon über 13 Jahre andauernde

Rechtsstreit geht also in die Verlängerung. Es wird

noch zwei weitere Urteile, und zwar des EuGH

und des BGH, geben. Es bleibt abzuwarten, wie

weit der EuGH den Schutzbereich des Leis tungs -

schutzrechts der Tonträgerhersteller zieht. Überzeugend

wäre hier, dass er nicht schon kleinste

Tonfetzen umfassen kann. Dem Tonträger her -

steller sollte kein größerer Schutz zugesprochen

werden als einem Urheber. Urheberrechtlicher

Schutz ist nur gegeben, wenn der übernommene

Teil eine persönliche geistige Schöpfung darstellt.

Die Zulässigkeit des Samplings ist derzeit nicht

nur in Deutschland ungeklärt, sondern auch in

anderen Jurisdiktionen, z. B. in den USA. Hier

gab es im vergangenen Jahr eine Abkehr von dem

bisherigen Grundsatz des Court of Appeals for

the Sixth Circuit „Get a license or do not copy“

(Urt. v. 07.09.2004, Az. 383 F. 3d 390).

Der Court of Appeal for the Ninth Circuit (Urt.

v. 02.06.2016, Az. 14-55837) hatte über den

Song „Vogue“ von Madonna zu entscheiden. Dort

wurde eine 0,23 Sekunden lange Sequenz aus

einem Song namens „Love Break“ übernommen.

Die Übernahme sei zulässig gewesen. Der

durchschnittliche Hörer könne wegen der Kürze

des Samples nicht erkennen, dass die Sequenz

aus einem anderen Werk übernommen wurde.

Da es jetzt einen „Circuit Split“ gibt, wird das Pro -

blem des Samplings möglicherweise auch bald

das höchste Gericht der USA, den Supreme

Court, beschäftigen.

TEXT: SVEN SCHONHOFEN, LL.M

TEXTQUELLE: WWW.LTO.DE

FOTO: © CARLOSCASTILLA/FOTOLIA.COM

Sichern Sie sich jetzt die Innovation

unter den einfachen DMX-Lichtpulten!

Tutorial on

• Scheinwerfer anlegen und steuern war noch nie so einfach

• Entwickelt für farbige Scheinwerfer, einfache Effekte und 4er-

Lightsets wie die KLS

• Für bis zu 8 Geräte mit jeweils bis zu 4 Scheinwerfern

• Farbeffekte bereits programmiert

• So viele Möglichkeiten für so wenig Geld, das gab es noch nie!

BESUCHEN SIE UNS

Halle 5.0

Stand B38/40/42

10. - 13. April

www.eurolite.de


54 MUSIKBUSINESS

GRÜNDUNGSKOSTEN

EINER UNTERNEHMERGESELLSCHAFT

MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG

GRÜNDUNGSKOSTEN 3:

➲ ELEKTRONISCHER

BUNDESANZEIGER

Die Eintragung muss auch bekannt gemacht

werden. Das örtlich zuständige Amtsgericht entscheidet,

ob dies im elektronischen Bundes an zei -

ger oder bestimmten Tageszeitungen stattfindet.

Je nach Medium belaufen sich die Kosten auf

etwa 100 bis 250 Euro.

GRÜNDUNGSKOSTEN 1:

➲ DIE NOTARKOSTEN

Es fallen Notarkosten an. Diese bestehen

grund sätzlich aus:




Sinvoll auch für die Gründung

einer Konzertagentur, eines Labels,

eines Musikverlages

oder einer Studioproduktionsfirma etc.

Beurkundung des Gesellschaftsvertrages

(auch Satzung genannt)

Beurkundung der

Gesellschafterversammlung

Entwurfsanfertigung sowie Beglaubigung

der Anmeldung zum Handelsregister

Verwendet man das Gründungs-Set und konkret

die Mustersatzung der Unternehmergesell -

schaft lassen sich dadurch die Kosten für den

Notar reduzieren. Denn dann schreibt die Kosten -

ordnung reduzierte Gebühren vor.

Dies sollte aber nicht dazu führen, am fundamentalen

Beratungs bedarf zu sparen. Wer hier

spart, spart am falschen Ende.

Die exakten Notarkosten hängen auch vom

Stammkapital ab, das bei der Unternehmer ge sell -

schaft bereits ab einem Euro beginnt.

Bei einer aktuellen Minimalgründung und damit

einer Mindesteinlage von 1 Euro betragen die

Kos ten für den Gesellschaftsvertrag bei einer Ein-

Personen-GmbH 84 Euro netto, ansonsten 168

Euro netto.

Die Beurkundung der Gesellschafter versamm -

lung kostet 168 Euro. Der Entwurf wie die be -

glaubigte Anmeldung ins Handelsregister kostet

42 Euro netto.

GRÜNDUNGSKOSTEN 2:

➲ DIE REGISTERKOSTEN

Die Eintragung in das Handelsregister kostet

aktuell 100 Euro. Achten Sie hier vor allem darauf,

ob die Rechnung wirklich vom offiziellen Re -

gistergericht kommt. Dubiose Adressbücher versuchen

die Hektik und Unerfahrenheit nach einer

solchen Gründung auszunutzen und stellen

unberechtigte Forderungen, deren Schreiben den

offiziellen Rechnungen ähnlich sehen.

ACHTUNG: Lassen Sie sich nicht von ähnlich

klingenden Verzeichnissen per offiziell aussehender

Rechnung abzocken. Achten Sie genau, wer

wofür Geld von Ihnen will. Denn diese Firmen

können das offizielle Register ebenfalls einsehen

und versenden ungerechtfertigte Rechnung an

die neueingetragenen Firmen.

STAATLICHE

GENEHMIGUNGSURKUNDE

Künftig ist zur Eintragung in das Handels re gister

keine verwaltungsrechtliche Geneh migungs ur -

kunde erforderlich. Damit wird auch eine Gleich -

stellung zu Einzelkaufleuten und Personen gesell -

schaften erreicht.

Bislang ist das problematisch, da diese Ge neh -

migung bei genehmigungspflichtigen Gegen stän -

den nur der Gesellschaft (als juristischer Per son)

erteilt werden können, diese Gesellschaft aber

mangels Eintragung noch nicht besteht. Mit Vor -

bescheiden versucht man dies zu lösen.

GRÜNDUNGSPAKETE

Professionelle Dienstleister bieten speziell zu -

sammengestellte Gründungspakete, welche eine

gut geführte Gründung mit günstigen Grün dungs -

kosten ermöglichen. Mehr zu den UG-Grün dungs -

paketen.

ZUSCHUSS ZU

DEN GRÜNDUNGSKOSTEN

Bei der Unternehmensgründung bestehen einige

Zuschuss-Möglichkeiten, die man vor Grün -

dung prüfen (lassen) sollte.

TEXTQUELLE: WWW.UG-LTD.DE

FOTO: © DENISISMAGILOV/FOTOLIA

musiker MAGAZIN 1/2018


PRODUKT-NEWS 55

Christoph Herder

GARANTIERT BASS LERNEN

Für Vier- und Fünfsaiter

Ganz ohne Vorkenntnisse können Anfänger mit „Garantiert

Bass lernen“ das E-Bass-Spiel erlernen. Von Grund auf werden

hier mit Hilfe von Noten, Tabulatur und Griffdia grammen

die Grundlagen für das Bassspiel gelegt. Für ein erfolgreiches

Lernen sind vor allem klare Strukturen und kleine, logisch

aufeinander aufbauende Lernschritte notwendig. Dies leistet

Autor Christoph Herder, der E-Bass und Komposition an

der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in

Mannheim/Heidelberg studiert hat, vorzüglich.

Zunächst werden – neben Tipps zu Basskauf und Equip -

ment – die technischen Grundlagen des E-Bass-Spiels

(Haltung, Anschlag, Saitenwechsel, Greifen) gelegt. Später

behandelt Christoph auch die spezielleren Spieltechniken

wie Dead Notes, Hammer On, Pull Off und Slides. Auf der

rhythmischen Ebene geht es von Viertelnoten über Achtel

bis Sechzehntelnoten und später dann um Triolen, ternäre

Rhythmik und das Spiel in verschiedenen Taktarten.

Im Vordergrund steht aber vor allem der Erwerb eines

grund legenden, harmonischen Handlungswissens, das notwendig

ist, um eigene Basslinien zu bilden. Das reicht von

den reinen Grundtönen, über die Verwendung von Akkord -

tönen und Skalen bis hin zu diatonischen und chromatischen

Durchgängen.

Zu jedem Kapitel stellt Christoph mindestens ein Spielstück

und ein CD-Play-Along zum Mitspielen zur Verfügung, mit

dem der Lernende seine eigenen Ideen entwickeln kann.

Zusätzliche Groove-Analysen beleuchten das Zusammen spiel

von Bass und Schlagzeug. Stilistisch reichen die Spiel stücke

von Rock, Pop, Funk, Soul über Blues, Rhythm & Blues, Jazz

bis hin zu Hip-Hop, Ska, Reggae, Surf und Country.

Ein gelungener Einstieg in das Bassspiel, der den Ler nen -

den in die Lage versetzt, seine eigenen Basslinien zu entwickeln.

BUCH & CD | DIN A4 | 200 Seiten | 21,95 Euro

20198G | ISBN-13: 78-3-943638-29-5

www.alfredmusic.de

LET IT SHINE:

KÖNIG & MEYER PRÄSENTIERT NEUE LED-LEUCHTEN

König & Meyer präsentiert eine umfassende Serie an flexibel

einsetzbaren, energieeffizienten LED-Leuchten. Die neueste

LED-Technologie garantiert eine helle Lichtquelle bei langer

Lebensdauer (bis zu 100 000 Stunden) und minimalem

Energieverbrauch.

Der Lichtkegel der Leuchten ist dank der flexiblen Schwanen -

hälse variabel einstellbar. Alle Leuchten haben einen praktischen

Clip, der die Befestigung an Notenpulten, Tisch platten

etc. (bis 25 mm) ermöglicht. Im Lieferumfang aller Leuchten

sind 3 Batterien (1,5 V AAA) enthalten.

Die Notenpultleuchte 12241 »LED FlexLight« ist der Ein -

stieg in die neue Leuchtenserie. Sie ist ausgestattet mit

einer LED. Baugleich, jedoch mit zwei LEDs ausgestattet,

ist die 12242 »2 LED FlexLight«. Die 12243 »Double LED

FlexLight« besitzt zwei Leuchtköpfe, die jeweils mit einer

LED ausgestattet sind.

Ebenfalls mit zwei Leuchtköpfen, die aber mit jeweils 2

LEDs ausgestattet sind, punktet die 12244 »Double2 LED

FlexLight«. Auch die Notenpultleuchte 12246 »Double4 LED

FlexLight« besitzt zwei Leuchtköpfe. Sie bietet jedoch pro

Leuchtkopf 4 LEDs, die sich in zwei Helligkeitsstufen schalten

lassen.

Die 12245 »Double4 LED FlexLight« ist baugleich zur

12246, aber mit einem zusätzlichen Netzeil ausgestattet.

Das leistungsstarke »T-Model LED FlexLight«12247 bietet

8 nebeneinander liegende superhelle LEDs. Die Helligkeit

der 12247 ist in zwei Stufen schaltbar.

Weitere Informationen unter: www.k-m.de

1/2018 musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS

ten Nachfahren aufbewahrt. Es hat eine äquidistante Stim -

mung mit 7 Tönen pro Oktave. Diese ist ähnlich der westlichen

Diatonik und klingt herrlich schwebend. Die Me -

lodien sind auch 1 : 1 auf C- oder F-Balafone übertragbar,

ohne sie zu vergewaltigen. So können sie mit der Kora oder

mit westlichen Instrumenten gespielt werden. Sie sind ebenso

kurz und repetitiv wie die Koramelodien, dazu kommen

wunderschöne Gesänge und komplexe Impro visationen.

Pentatonische Balafone wurden vom Ur-Balafon abgeleitet

und sind in anderen Regionen zu finden.

DIE MUSIK IN WESTAFRIKA

Die Musik in Afrika hat so ein breites Spektrum, dass kaum ein Merkmal auf alle Traditionen

des riesigen Kontinents zutrifft. Eins ist jedoch das Repetitive: Die Rhythmen und Melodien sind

meist kurze Phrasen, die wiederholt werden. Sie bilden den rhythmischen/harmonischen

Teppich. Darüber wird gesungen und meist polyrhythmisch improvisiert.

Je nach Region herrschen verschiedene Tonsysteme vor.

• DIE DJEMBÉ

Bei vielen Volksgruppen wird die Oktave in vier, fünf oder

Die Malinké ließen sich

sechs Schritte unterteilt. Diese haben aber nicht einen

vom rhythmischen Hirse-

Abstand von Halb- und Ganztonschritten wie in der Diatonik,

Stampfen inspirieren und

sondern gleiche Abstände (sie sind äquidistant). So ist z. B.

entwickelten im 11. / 12.

eine äquidistante Pentatonik mit unserem System nicht zur

Jh. aus dem Mörser die

Deckung zu bringen. Mit der Folge, dass diese Musik für

Djembé. Sie wird mit den

unsere Ohren schief klingt.

Händen gespielt und diente

zunächst dem Versammeln

Die Popmusik vieler Regionen basiert auf traditionellen

der Leute („versammeln“

Melo dien und Instrumenten, wurde aber meist diatonisch = „Djela beng“). Durch das Schlagen des Fells wird die Luft -

„umgebogen“, damit sie auf westlichen Instrumenten spielbar

ist und für Weiße gut klingt. Hört sich jemand, der von nung wird die Luft geballt unten herausgepresst, was den

säule im Kelch nach unten bewegt. Durch die kleine Öff-

Kindheit an auf das diatonische System geprägt ist, traditionelle

Musik quer durch Afrika an – vom Jodelgesang der abgestoppte Schlagweise ist der Klang obertonreich, lässt

druckvollen Klang verursacht. Durch die offene, nicht

Pygmäen über Trompeten im Tschad, Fiedeln der Tuareg sich aber gut in diversen Musikstilen einsetzen, zumal Ton

bis zum Kehlkopf gesang der Xhosa in Südafrika –, fährt es und Slap differenzierter sind als z. B. beim Cajon. Die Handto-Hand-Spielweise

liefert einen angenehm durchlaufenden

ihm durch Mark und Bein.

Teppich.

Doch kommt man im westlichen Westafrika an, mag man

seinen Ohren kaum trauen: zarte Harfenklänge, perlende

Xylophonlinien und wunderschöner Gesang!

• DIE KORA

Die Manding entwickelten im 18. Jh. in Kabou (heute

Gambia/Südsenegal) aus 4- bis 6-saitigen Jäger-Harfen

der Malinké die komplexere Kora. Diese hat 21 Saiten. Die

Stimmung ist F-Dur, in manchen Regionen auch F lydisch.

Links befinden sich 4 Basssaiten (F, C, D, E), dann geht es

abwechselnd weiter mit der normalen F-Dur-Tonleiter. Die

zwei Daumen spielen Bass-Figuren, die zwei Zeigefinger

Melodie-Linien. Die Stücke sind kurz und repetitiv. Die Ge -

sänge sind länger und ziehen sich quer über die Melodie-

Linie.

Kora- und Balafonspieler schöpfen aus dem gleichen musikalischen

Fundus, weil sie gemeinsame Wurzeln haben.

In Westafrika sind die Gesellschaften noch teilweise am

Kasten system orientiert. Traditionelle Melodie-Instrumente

werden daher nur von Angehörigen der Kaste der Musiker

und Geschichtenerzähler gespielt (Griots/Griottes). Auch die

Lieder sind ihnen vorbehalten (von wenigen Ausnahmen

abgesehen wie Salif Kéita). Das Trommeln ist frei und nicht

mehr an die Kaste der Schmiede gebunden.

Kombiniert man Kora oder Balafon mit modernen Instru -

menten, lässt man in aller Regel Kora bzw. Balafon beginnen,

denn sie sind ja durch ihre eine Skala in C- oder F-Dur

eingeschränkt. Gitarre oder Keyboard können dann Har -

monien darunterlegen (leitereigene Akkorde von C bzw. F).

Ursula Branscheid-Kouyaté, geb. 1968 in Köln, seit 1987 in

Tübingen, 1996 – 2000 Jazz-Studium in Bern und in

München. Instrumente: Schlagzeug, Djembé, Kora, Balafon,

Gesang.

Was ist hier passiert?

Vermutlich legten schon die alten Ägypter den Grundstein

für unser Tonsystem. Sie kolonisierten das antike Griechen -

land und brachten ihre Musik ein. Die Griechen führten die

Bezeichnungen „ionisch, dorisch“ etc. für die Skalen des

diatonischen Systems ein, die wir bis heute verwenden. Über

das antike Rom kam die Musik dann nach Mitteleuropa.

Auf einem anderen Weg kam die ägyptische Musik nach

Westafrika: Der Pharaonensohn Dinga gründete am Niger

das Reich Gana, aus dem später Mali hervorging. Die Musik-

Tradition dieser Mande-Völker gilt als die komplexeste

Afrikas. Und sie hat erstaunliche Ähnlichkeit zu westlicher

Musik. Deren wichtigste Instrumente:

• DAS BALAFON

1205 bekam der im Mande-Land herrschende Soumaoro

Kanté von Waldgeistern ein riesiges Balafon. Als er vom

rechtmäßigen Thronerben Soundjata Kéita gestürzt wurde,

ging das Instrument an dessen Hofmusiker Balla Fasséké

Kouyaté. Das Ur-Balafon wird bis heute von seinen direk-

Autorin von 4 Djembé-Lehrbüchern (über 30 000 verk.

Exemplare), 2 DVDs (Leu-Verlag).

Über 30 Afrika-Reisen mit Djembé-Unterricht bei Famoudou

Konaté, Mamady Kéita und div. Trommlern der National -

balletts, Kora- und Balafonspielern und Tänzern in Mali,

Guinea, Senegal.

Seit 1996 Dozentin an div. Volkshochschulen. Seit 2005

Schlagzeug-Lehrerin in den Musikschulen Bempflingen bzw.

Neckartenzlingen, musikalische Früherziehung.

Fotos: Ursula Branscheid-Kouyaté

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de

musiker MAGAZIN 1/2018


PRODUKT-NEWS 57

NORD ELECTRO 6

EIN RAFFINIERTER MODERNER KLASSIKER

IBANEZ PRESTIGE AZ2402-ICM

ICE BLUE METALLIC

Das Clavia Nord Electro 6 HP Stage key -

board kombiniert die Emulationen von klassischen

elektromechanischen und akustischen

Instrumenten in einem ultra-portablen

Gehäuse. Mit 3 unabhängigen Sound-

Sektionen, einer optimierten Benutzer ober -

fläche und der Ergänzung durch Seamless

Transitions präsentiert der schwedische Her -

steller ein leistungsstarkes und flexibles

Instrument. Das Nord Electro 6 HP verwendet

eine Tastatur mit 73 Tasten mit einer ge -

wichteten Hammermechanik, die sich perfekt

für elektronische und akustische Klavier -

klänge, aber auch hervorragend für Orgel -

spiel eignet. Ausgestattet ist das Nord Electro

6HP mit 3 unabhängigen Klanger zeugungs -

sektionen.

ORGAN SECTION

Das Clavia Nord Electro 6HP enthält die

Nord C2D Orgelsimulation von B3 Tone weel,

B3 Bass und Vintage Transistor Orgel sowie

zwei Pipe Organ Sounds. Ein Dual-Orgel-

Modus bietet schnellen Zugriff auf zwei

manuelle Setups und eine hervorragende

Übersicht und Kontrolle über die drawbar

settings sowohl für das untere als auch für

das obere Manual. Das Nord Electro 6HP 73

verfügt über digitale Zugriegel, die eine hervorragende

Übersicht über die ak tuellen

Einstellungen bieten.

VINTAGE ROTARY SPEAKER

Das Nord Electro 6HP Stagekeyboard verfügt

über die neueste Generation der Vintage

122 Rotary Speaker-Simulation, die einen

wesentlichen Charakter für eine Live-Organ-

Performance liefert und über Slow-, Fastund

Stop-Modus sowie eine Drive-Steue -

rung verfügt.

SAMPLE SYNTH SECTION

Die Sample Synth Section enthält eine große

Auswahl an hochwertigen Sounds aus der

Nord Sample Library 3.0, einschließlich

der exklusiv lizenzierten Sounds des legendären

Mellotron und Chamberlin. Der Synth

ist mit wesentlichen Reglern für Attack,

Decay/Release und Dynamik ausgestattet.

PIANO SECTION

Die Piano Section bietet eine große Aus wahl

an akustischen, elektrischen und digitalen

Pianos aus der Nord Piano Library, erweiterte

Stimmenpolyphonie und kreative Piano-Filter.

Zusätzlich findet man die Ka tegorie „Layer“

mit reichhaltigen dynamischen Patches.

AUSTAUSCHBARE SOUNDS

Mit dem Nord Sound Manager können Sie

ganz einfach neue Sounds hinzufügen oder

ersetzen. Dabei wird die Piano Library ständig

erweitert mit neuen exklusiven Sounds

und ist immer kostenlos.

EFFECT SECTION

Die leistungsstarke Effekt-Sektion des Clavia

Nord Electro 6HP bietet eine große Auswahl

an sofort anpassbaren, hochwertigen Effek -

ten, die den klassichen Stomp-Boxen nachempfunden

sind. Alle Effekte sind stereo

und können frei den Bereichen Orgel, Piano

oder Synth zugeordnet werden.

Erhältlich unter www.musicstore.de

Die Ibanez Prestige AZ2402-ICM Ice Blue

Metallic ist das perfekte Werkzeug für den

modernen Gitarristen, der auf der Suche nach

einer erstklassigen E-Gitarre für die Um set -

zung virtuosester Spieltechniken im Rock-,

Fusion- oder Jazz-Kontext ist. Hierbei bieten

der ergonomisch gestaltete Erle-Korpus

mit eleganter Riegelahorn-Decke und der

geschraubte S-Tech-Wood-Hals eine ungehinderte

Bespielbarkeit, während speziell ent -

wickelte Seymour Duncan Hyperion Pick ups

mit dyna-MIX10-Schaltung für vielseitige

Sounds mit lebendiger Artikulation sorgen.

Außerdem verfügt die Ibanez AZ2402 über

ein hochwertiges Gotoh-T1802-Tremolo mit

Saitenreitern aus Titan sowie Gotoh-H.A.P.-

Locking-Mechaniken.

ERSTKLASSIGE HÖLZER UND

UNGEHINDERTER SPIELKOMFORT

Für den ergonomisch geschwungenen Kor -

pus der Ibanez AZ2402 wählt Ibanez das

klassische Erlenholz aus, wobei weit ge -

schnit tene Cutaways und der „Super All

Access Neck Joint“ auch die höchsten Lagen

problemlos erreichbar machen. Absolutes

Highlight der Ibanez AZ2402 ist jedoch

zweifelsohne der geschraubte Hals aus S-

Tech Wood Roasted Maple. Dieses Ahorn-

Holz wird in einer reinen Stickstoff-At mos -

phäre thermisch behandelt, wodurch es un -

empfindlich gegen Klimaänderungen wird

und eine ausgezeichnete Resonanz ge winnt.

Das mittelkräftige „AZ Oval C“-Profil liegt

bequem in der Hand, sodass zwischen den

24 Edelstahlbünden im Jumbo-Format jeder

noch so komplexe Song bequem aus den

Fingern geht. Hierbei gestatten fluoreszierende

Side Dots auch auf den dunkelsten

Bühnen eine optimale Orientierung.

SEYMOUR DUNCAN HYPERION PICKUPS

MIT DYNA-MIX10 SCHALTUNG

Für eine optimale Tonwandlung steuert niemand

Geringeres als Seymour Duncan die

Pickups der Ibanez AZ2402 bei. Hierbei über -

zeugen die in Hals- und Mittelposition verbauten

Seymour Duncan Hyperion Hum -

bucker mit einem moderat er höh ten Output

und einer ausgewogenen Wieder gabe aller

Frequenzen, sodass in Verbindung mit der

lebendigen Dynamik ausdrucksstarkes E-

Gitarre-Spielen bestens unterstützt wird.

Ausgewählt werden die Spulen der Tonabnehmer

unterschiedlichen Kombinationen mithilfe

des 5-Wege-Klingenschalters, wobei dank

dyna-MIX10-Schaltung zusätzliche Optionen

abgerufen werden können. So wird nach Be -

tätigung des „Alter“-Switches jeweils eine

Spule jedes Humbuckers mit verminderter

Wicklungszahl „angezapft“, sodass ausgedünnte,

fein aufgelöste Klangfarben zur Ver -

fügung stehen.

HOCHWERTIGE HARDWARE VON GOTOH

Nicht zuletzt überzeugt die Ibanez Prestige

AZ2402-ICM Ice Blue Metallic mit einer erst -

klassigen Hardware-Ausstattung. Als Brücke

kommt das speziell für die Ibanez AZ-Serie

entwickelte Gotoh-T1802-Tremolo zum Ein -

satz, das mit Saitenreitern aus Titan und

einem massiven Stahlblock klangfördernd

ausgestattet ist. Mit Saitenabständen von

10,5 mm unterstützt es außerdem die optimale

An schlagstechnik. An der Kopfplatte

werden die Saiten außerdem über einen

Knochen sattel zu den Gotoh-Magnum-Lock-

H.A.P.-Mechaniken geführt, deren höhenverstellbare

Wickelachsen einen optimalen

Saitendruck garantieren.

Auch erhältlich in anderen Farben unter

www.musicstore.de

1/2018 musiker MAGAZIN


58 PRODUKT-NEWS

CD-P1260MKII – PREISWERTER, LEISTUNGSSTARKER CD-PLAYER MIT MP3/WMA-WIEDERGABE

Der CD-P1260MKII ist ein kostengünstiger und dennoch

leistungsstarker CD-Player für Festinstallation und Tournee -

betrieb. Neben Standard-Audio-CDs kann er MP3- und

WMA-kodierte Audiodateien wiedergeben und erlaubt

dadurch stundenlange Musikeinspielungen – ideal für die

Hinter grund beschallung in Bars, Restaurants, Geschäften und

Freizeitparks.

Das neu entwickelte CD-Laufwerk befindet sich in der Mitte

des Geräts. Dadurch ist sein Gewicht gleichmäßig verteilt

und Vibrationen und Resonanzen während der Wiedergabe

werden minimiert. Das Laufwerk ist in der Lage, Daten mit

deutlich höherer Geschwindigkeit zu lesen als herkömmliche

CD-Laufwerke mit elektronischem Schutz vor Stößen,

und ein D/A-Wandler von Wolfson beherrscht 8-faches

Over sampling und sorgt damit für ein farbenreiches Klan g -

bild.

Mit den Tasten auf der Gerätefront lassen sich auch Unter -

ordner einfach ansteuern, um die gewünschte Musik zu

finden. Zudem ist eine Infrarot-Fernbedienung mit großem

Funktionsumfang im Lieferumfang enthalten. Für hervorragend

klingende, zuverlässige und dennoch erschwingliche

CD-Wiedergabe ist der Tascam CD-P1260MKII die erste

Wahl.

AUSSTATTUNGSMERKMALE:

• Erschwinglicher und dennoch leistungsstarker

CD-Player

• Unterstützte Medien: CD, CD-R und CD-RW

• Wiedergabe von Audio-CDs sowie Daten-CDs

mit MP3- und WMA-Dateien

• Wahl eines bestimmten Ordners auf einer

MP3- oder WMA-CD

• Neu entwickeltes CD-Laufwerk unterstützt

das Einlesen von Daten mit hoher Geschwindigkeit

• Mittig montiertes Laufwerk zur Minimierung

von Vibrationen und Resonanzen

• Digitalfilter mit 8-fachem Oversampling sorgt für

farbenreiches Klangbild

• Wiederholte Wiedergabe

(ein Titel, alle Titel, Programm, A–B)

• Programmierte Wiedergabe (bis zu 64 Titel)

• Zufallswiedergabe

• Intro-Check-Funktion (die ersten 10 Sekunden eines

jeden Titels werden wiedergegeben)

• Anzeige von Künstler-, Album- und Titelnamen

bei MP3- und WMA-Wiedergabe

(nur alphanumerische Zeichen sind darstellbar)

• Großes, gut ablesbares LC-Display

• Kopfhörerausgang mit eigenem Pegelregler

(6,3-mm-Klinkenbuchse)

• Infrarot-Fernbedienung im Lieferumfang enthalten

• 19-Zoll-Einbaugehäuse mit 2 Höheneinheiten

Weitere Informationen unter: www.tascam.eu/de

GESANGS- UND INSTRUMENTENAUFNAHMEN

IN HERAUSRAGENDER QUALITÄT

USB-AUDIO-INTERFACE

Das US-1x2 ist das ideale USB-Audiointerface für Ein stei -

ger. Es ist klein, preiswert, aber dennoch mit hochwertigen

Komponenten ausgestattet und hat einen Mikrofon- und

einen Line-/Instrumenteneingang sowie einen unsymmetrischen

Stereo-Analogeingang über Cinchbuchsen sowie einen

ebensolchen Ausgang. Damit können Sie Gesang und ein

einzelnes Instrument oder eine Stereoquelle aufnehmen oder

ins Internet streamen, oder Ihre Kassettensammlung archivieren

– mit bis zu 96 kHz / 24 Bit über eine der gängigen

DAW-Anwendungen oder Aufnahme-Apps unter Windows,

macOS oder iOS.

Das US-1x2 enthält einen von Tascam selbst entwickelten

Ultra-HDDA-Mikrofonvorverstärker, der sich durch sehr ge -

ringes Rauschen auszeichnet und über einen großen Ver -

stärkungsbereich von 57 dB für dynamische Mikrofone sowie

Phantomspeisung für Kondensatormikrofone verfügt. Die

weiteren Merkmale umfassen eine latenzfreie Direkt ab hör -

funktion, einen Kopfhörerausgang mit Pegel regler, die Mög -

lich keit, das Eingangssignal in Mono oder Stereo abzuhören,

und die wahlweise Stummschaltung über das Soft ware-

Einstellungsfeld.

Eine Lizenz für Cubase LE einschließlich Cubasis LE ist ebenfalls

enthalten.

Und nicht zuletzt kann man das Interface beispielsweise für

Proben auch eigenständig ohne Computer nutzen, sofern

es mit einem optionalen Netzadapter betrieben wird.

Eine Aufnahmeumgebung mit geringem Rauschen und guter

Verarbeitungsleistung ist eine wichtige Voraus setzung für die

Aufnahme von Gesang und, ganz besonders, Blas in stru -

men ten. Das US-1x2 verfügt über einen Ultra-HDDA-Mikro -

fon vorverstärker mit einem EIN-Wert (Äquivalentes Ein -

gangs rauschen) von –127 dBu. Dank dieses sehr niedrigen

Rausch pegels eignet sich das Interface besonders für die

Aufnahme mit Kondensatormikrofonen. Über den Line-/

Instrumenteneingang können Sie auch eine E-Gitarre oder

einen Bass direkt anschließen und mit Plugin-Effekten Ihrer

Computer-Recordingsoftware bearbeiten und verfeinern.

Oder schließen Sie den Line-Ausgang eines Instrumenten -

verstärkers an den Line-Eingang des US-1x2 an.

Das US-1x2 ist auch ein super Werkzeug, um unterwegs zu

komponieren. Kombiniert mit einem iPad können Sie Ihre

Ideen in hoher Qualität aufzeichnen, wo immer Sie gerade

sind. Selbst wenn Sie sich mit Aufnahmegeräten nicht so

gut auskennen – der benutzerfreundliche Charakter des

US-1x2 hilft Ihnen dabei, sich sofort zurechtzufinden.

Weitere Informationen unter: www.tascam.eu/de

musiker MAGAZIN 1/2018


PRODUKT-NEWS 59

SHURE PRÄSENTIERT ERWEITERTES OHRHÖRER-PORTFOLIO

FÜR CONSUMER UND MUSIKER AUF DER CES 2018

SE Sound IsolatingTM Ohrhörer jetzt mit umfangreicher Auswahl an Anschlussoptionen in

überarbeitetem Produktportfolio

NEUE PODCAST-SERIE

„SHURE SIGNAL PATH“

Führender Audio-Hersteller spricht mit

Toningenieuren, Künstlern und Musik-Profis

weltweit über seine Praxiserfahrungen

Auf der diesjahrigen CES in Las Vegas stellt Shure ein er -

weitertes drahtloses Ohrhörer-Portfolio vor, das sich über

die gesamte SE-Sound-Isolating-Ohrhörer-Serie erstreckt.

Die neuen Modelle bieten dabei dedizierte Android- und

Apple-iOS-Funktionalität zu verschiedensten Preispunkten.

Die kompakten Modelle verfügen über drahtlose Kommuni -

kations-Features fur Audio-Enthusiasten sowie Monitoring-

Versionen für professionelle Anwender. Ob auf der Bühne

oder unterwegs – das neue Portfolio ermöglicht allen Usern

ein einzigartiges Sounderlebnis und Ohrhörer-Designs mit

mehreren Treibern und abnehmbaren Kabeln in Shure-typischer

Qualität.

„Seit Jahrzehnten steht Shure für die Entwicklung von Audio -

lösungen, die sowohl die Live-Sound-Industrie als auch die

Musikperformance geprägt haben. Gleichzeitig haben wir

uns schon immer darauf konzentriert, auch Musikl ieb habern

sowie den echten Audiophilen entsprechende Lösungen zu

bieten“, so Matt Engstrom, Senior Category Director bei

Shure. „Nach der erfolgreichen Einführung unserer ersten

Bluetooth-Ohrhörer im Herbst haben wir diese Lösung mit

einer größeren Auswahl an Anschlüssen in die komplette

SE-Serie integriert. Damit ist Wireless nun eine Option bei

allen Preispunkten. Aber natürlich können Anwender, die

doch eher Ohrhörer mit einem Standard-Audiokabel bevorzugen,

diese Versionen nach wie vor bei den Modellen SE112

bis SE535 finden.“

RMCE-USB

RMCE-UNI

Die neue Ohrhörer-Linie basiert auf dem einzigartigen Shure-

Sound-Isolating-Design, das störende Umgebungsge räu sche

um bis zu 37 dB ausblendet und damit ein beeindruckendes,

immersives Klangerlebnis ermöglicht. Die SE-Ohr hörer

sind ergonomisch designt und beinhalten eine um fang -

reiche Auswahl an verschiedenen Ohrpassstücken für die

individuelle Anpassung. Die Consumer-Linie ist mit unterschiedlichen

abnehmbaren Kabeloptionen für den einfachen

Anschluss an modernste mobile Endgeräte ausgestattet. Das

neue universelle 3,5-mm-Ohrhörer-Kommunikationskabel

(RMCE-UNI) verfügt dabei über ein integriertes Mikrofon

sowie eine Drei-Tasten-Fernbedienung, mit der User jederzeit

Anrufe entgegennehmen, ihre Musik steuern, Sprach -

befehle aktivieren und bequem zwischen Apple iOS oder

Android/USB wechseln können. Ein weiteres Kabel, das in

Kürze separat für Android-Nutzer verfügbar sein wird, ist das

USB-C-Ohrhörer-Kommunikationskabel (RMCE-USB). Dieses

Kabel mit integriertem DAC, Mikrofon und Kontroll funk tio -

nen ist mit allen Shure-SE-Sound-Isolating-Ohrhörern mit

abnehmbaren Kabeln kompatibel. Es erlaubt den direkten

Anschluss an die neuesten Android-Geräte für qualitativ

hochwertigen Sound (24 bit/96 kHz) sowie die komfortable

Steuerung der Kommunikation. Alle SE-Varianten, un ab -

hängig vom Preis, bieten großartigen Klang und Sound-

Isolation in einem robusten, langlebigen Design, das ur -

sprüng lich für die Bühne konzipiert wurde.

Der SE846 ist in vier Farboptionen erhältlich (Transparent,

Bronze, Schwarz, Blau) und bietet mit vier Treibern überragende

Audiowiedergabe. Anwender bekommen nun gleich

zwei Anschlussoptionen – ein Bluetooth-Kabel für kabellosen

Hörgenuss sowie das universelle Kommunikations kabel

(kom patibel mit Apple und Android).

Die Modelle SE425 (Dual MicroDriver) und SE535 (Triple

MicroDriver) beinhalten jetzt ebenfalls diese abnehmbaren

Kabellösungen und liefern damit mehr Anschluss- und Kom -

munikations-Features.

Die neuen Bluetooth-Optionen sind voraussichtlich im Früh -

jahr 2018 erhaltlich.

Weitere Informationen gibt es unter www.shure.de.

Shure ging ab Mitte Februar mit der neuen Podcast-Serie

„Shure Signal Path“ auf Sendung. In diesem neuen Podcast-

Format sind in zweiwöchentlichem Rhythmus Musik-Ex -

perten, vom Tontechniker hinter den Kulissen bis hin zu be -

rühmten Künstlern, dazu eingeladen, von ihren ganz eigenen

Erfahrungen zu berichten und die Zuhörer vielleicht sogar

in das eine oder andere Geheimnis der Live-Musik einzuweihen.

In der ersten Folge, die zum Download bereitsteht,

behandelt die britische Künstlerin Lianne Le Havas im Inter -

view so ziemlich alles: vom Essen, Songwriting und Jammen

bis hin zu der Frage, was eine vielbeschäftigte Künstlerin

an einem arbeitsfreien Tag so anstellt.

„Wir bei Shure sind in ständigem Kontakt mit so vielen faszinierenden

Persönlichkeiten der Musik- und Audiowelt,

von Künstlern und Produzenten bis hin zu Tontechnikern

und Studiobetreibern, dass es beinahe sträflich wäre, diese

Geschichten nicht mit der Welt zu teilen“, sagt Paul Crognale,

Manager of Global Marketing, Musician and Consumer Audio

bei Shure Incorporated. „Der Podcast zielt weniger darauf

ab, allzu tiefschürfend in die Technologie hinter der Musik

einzusteigen – obwohl es mit Sicherheit an mancher Stelle

auch technisch ordentlich zur Sache gehen wird –, vielmehr

soll der unglaublich vielschichtige Kosmos beleuchtet

werden, den die Akteure der Musikindustrie tagtäglich mitgestalten.“

Neben der Erstausgabe mit Lianne Le Havas stehen Shure

zahlreiche Branchenprofis Rede und Antwort, darunter die

Tontechnik-Legende Roger Lindsay sowie Bryan Grone und

William Garrett von den Spotify Studios, der vielfach ausgezeichnete

Mastering-Engineer Matt Colton, die aus Chicago

stammende Band Poster Children, Chris Jojo von Code -

master Games und viele andere.

Direkt in die aktuelle Folge reinhören und „Shure Signal

Path“ abonnieren können die Hörer auf ihren bevorzugten

Podcast-Plattformen wie z. B. iTunes, Stitcher und Google

Play. Eine neue Podcast-Folge erscheint an jedem zweiten

Dienstag um 8 Uhr CST, also 15 Uhr MEZ.

Weitere Informationen unter: www.shure.de

1/2018 musiker MAGAZIN


60 CD-REZENSIONEN

CD DES MONATS

KAT FRANKIE

»Bad Behaviour«

Dass Popmusik kein 08/15-Einheitsbrei sein muss, ist

für aufmerksame Hörer, deren Radius sich über die

großen Radio stationen hinaus bewegt, längst kein

Geheimnis mehr. Und dass diese oft als oberflächlich

und banal geschmähte Stilrichtung viel Tiefgang und An -

spruch entfalten kann, ist ebenso bekannt.

KAT FRANKIE liefert mit „Bad Behaviour“ den aktuellen

Be weis für diese Thesen. Die in Berlin beheimatete Aus -

tra lierin hat sich von ihren Singer-Songwriter-Wurzeln

entfernt und in Eigenregie ein vielschichtiges Album

geschaffen, das vor der Geschichte der Popmusik entlehnten

Zitaten nur so strotzt. Im Titelsong gibt es mo -

derne, eingängige und vielseitige Gesangsar range ments,

die musikalisch von Indie- und The Police-Anleihen getragen

werden. Sehr schöner Song. „Swallow You Hole“

legt an Verspieltheit und Kom plexität ein Stück zu und

braucht daher ein paar Anläufe, um voll zu zünden –

dann aber mit Nachhaltigkeit. „Home“ agiert nach dem

Motto „Wie viele scheinbar konträre Stile können wir in

einem Song verweben?“ Die Antwort lautet: mindestens

drei – hier trifft Wave auf Funk auf Surf Rock.

„Forgive ness“ nimmt erst einmal Luft raus und weckt ge -

lungene Assoziationen an aktuelle Veröffent lichun gen aus

dem Bereich des Sad Pop. In eine ähnliche Kerbe schlägt

„Versailles“. Dieser Song könnte mit seinem atmosphärischen

Ar rangement für Gänsehautmomente auf und vor

der Bühne sorgen. Das Tempo nimmt „Headed For The

Reaper“ wieder auf. „Back To Life“ ergänzt die abgedeckte

Stilpalette um modernen R ’n’ B, bevor „Spill“

den Hörer mit abermals ruhigen und sphärischen, im

Albumkontext aber stimmigen Ein drücken entlässt.

Was ist nun also das Fazit? Um „Bad Behaviour” wirklich

beurteilen zu können, wird es wohl noch einiger

Anläufe brauchen – zu verschachtelt und vielschichtig

sind die Kompositionen von KAT FRANKIE. Dass Pop kein

Einheitsbrei sein muss, beweist sie hier eindrucksvoll.

Um das Album als Werk abzurunden, wäre allerdings

ein deutlicherer roter Faden wünschenswert, der die

Stücke verbindet. So scheint es erst mal wie eine An -

sammlung sehr guter, aber in sich abgeschlossener

Stücke. Wobei gerade das konsequente Weglassen eines

einheitlichen Motivs ja auch schon wieder der rote

Faden sein kann …

www.katfrankie.com

P.S.

TOKUNBO

»The Swan«

Sängerin Tokunbo zaubert auf ihrem nunmehr zweiten Solo-

Album „The Swan“ feine Klangwelten. Mit einer warmen,

souligen Stimme und subtiler Bildsprache beschwört sie

Emotionen herauf und verleiht ihren Gedanken einen poetischen

Anstrich. Negative Themen scheut die ehemalige

Sängerin von Tok Tok Tok nicht, jedoch schimmert ihre

positive Grundeinstellung immer durch: Songs wie „Somer-

sault“, „Rebecca“ oder „New June“ vermitteln eine mitreißende

Leichtigkeit und Gelassenheit. Ausgewogen und ge -

konnt instrumentiert, verschmelzen Musik und Text zu

einem homogenen Ganzen. Tokunbo hat ihren eigenen Stil

gefunden, in dem sie brilliert und überzeugt, und präsentiert

mit „The Swan“ ein facettenreiches Gesamtkunstwerk.

swan.tokunbo.de

L.K.

BRAINGATE

»Standing Tall«

Mit ihrem Album „Standing Tall“ haben die Rocker von

BRAINGATE eine richtig gute Mischung aus Old-School- und

Hard-Rock veröffentlicht. „The Biker“ hätte in den 70ern

entstehen können, nimmt die Zuhörer auf eine Motorrad -

tour und macht mit seinem geradlinigen Rhythmus und der

leichten Melodie, die nach Freiheit klingt, Lust, in den Westen

zu cruisen. Der Titeltrack hingegen weist Pop-Elemente auf,

ist insgesamt ruhiger, erinnert an so manche Hymne der

Scorpions. Bei allen Titeln wird die Spielfreude der Musiker

deutlich. So wechseln sich eingängige Riffs mit Melodie -

läufen ab, die sofort im Kopf bleiben. „Love Hot“ ist mit seinem

treibenden Rhythmus eine richtige Gute-Laune-Nummer

– obwohl der Text etwas anderes erzählt. Manche Tracks

wie „Please“ und „Silence Is Killing Me” weisen Hard-Rock-

Elemente auf, sodass das Album insgesamt ziemlich rockt.

Fans der härteren Musik werden ihre Freude haben.

www.braingate-rock.com

J.H.

HERTZSCHLAG

»Reaktion«

Aus Hannover kommen HERTZSCHLAG mit ihrem dritten

Release „Reaktion“, das im vergangenen Jahr veröffentlicht

wurde. Der Bandname verspricht bereits deutschsprachigen

Rock – und den bekommt der geneigte Hörer dann auch.

Der Fünfer, der auch schon seit 1994 dabei ist, beschreibt

seinen Sound entsprechend als „Neue Deutsche Härte“.

Und so geht die Band ihre zwölf Stücke denn auch größtenteils

munter groovend mit rhythmischen Gitarren, Drums im

Midtempo und schönen Hammondorgel-Einlagen an. Die

Arrangements sind grundsolide, das Augenmerk wird auf

klassisch-poppige, eingängige Strukturen von drei bis vier

Minuten gelegt. Die Vocals sind kraftvoll, die Texte befassen

sich mit individuell und gesellschaftlich relevanten Themen.

Gute Ohrwürmer sind insbesondere die Songs „Halte mich“

oder „Nie im Leben“.

Ein insgesamt durchaus unterhaltsames, deutschsprachiges

Rock-Album! Fans der Stilistik sollten ein Ohr riskieren.

www.band-hertzschlag.de

P.S.

GOLDSMITH

»Fire!«

Eine amtliche Vita hat Michael Goldschmidt – seines Zeichens

Bandleader, Frontmann und Mastermind von GOLDSMITH

– vorzuweisen. Jugend und musikalische Geschichte sind

durchtränkt von Blues, Rock und Heavy Metal klassischer

amerikanischer Prägung. Um das zu bemerken, muss man

nicht mal die Musik hören: Das Cover und das Wortspiel

beim Bandnamen deuten an, wo die Reise auf Album Num -

mer drei stilistisch hingeht.

Die ersten Assoziationen bestätigen sich – und das durchaus

im positiven Sinne. „59 Seconds To Midnight“ eröffnet

das Album ganz im Stile der großen 70er-Jahre, aber mit

modern-verspielter Schlagseite. Bass und Schlagzeug grooven

um die Wette, vielseitige Gitarrenarbeit erstickt Lange -

weile im Keim, die Vocals überzeugen durch Leidenschaft, die

Hammond-Orgel wabert locker vor sich hin und ein wirklich

gekonntes Solo setzt den Höhepunkt. Damit ist dann nicht nur

der Song erläutert, sondern eigentlich auch schon fast das

gesamte Album, das mehr oder weniger auf diesem Rezept

aufgebaut ist.

Interessanterweise hat „Fire!“ seine stärksten Momente

jedoch in den langsamen, hymnischen Songs wie „No Way

Outta Here“ (Black Sabbath, anyone?). Hier entfernt sich

Goldschmidt von seinem Standardrezept der 4/4tel-Hüft -

wackler-Grooves und lässt Atmosphäre entstehen, die sowohl

musiker MAGAZIN 1/2018


CD-REZENSIONEN 61

seinen Gesang als auch die wirklich guten Soli sehr schön

zur Geltung kommen lässt. Gleiches gilt für die beiden weiteren

Highlights „I See ‘Em Coming“ und den epischen

Rausschmeißer „What Is Our Victory?“.

Alles in allem ist „Fire!“ ein gutes, unterhaltsames Rock-’n’-

Roll-Album, an dem insbesondere Freunde der guten, alten

Rockmusik ihre Freude haben dürften. Die Instrumen talisten

agieren über jeden Zweifel erhaben, beim nächsten Mal

gerne noch ein bisschen mehr Mut und Tiefgang – dann

gibt’s nicht nur ein Album, das Spaß macht, sondern eines,

das auch durch Langlebigkeit überzeugt.

goldsmithrocks.de

P.S.

HENRIK FREISCHLADER

»Night Train To Budapest«

Mit „Night Train To Budapest“ hat Henrik Freischlader ein

weiteres Solo-Album veröffentlicht, das sein musikalisches

Können unter Beweis stellt. Der Multi-Instrumentalist hat nicht

nur Gitarre, Bass und Schlagzeug eingespielt, sondern alle

elf Stücke in Eigenregie produziert und über sein Label Cable

Car Records herausgebracht. Musikalische Unterstützung

erhält das Allroundtalent lediglich von Moritz Fuhrhop an

Hammond-Orgel und Keyboards.

Das Album versammelt sowohl energische Rocksongs als

auch leichtgängigere Stücke, die schnell ins Ohr gehen. Mit

„Caroline“, „Thinking About You“ und „My Woman“ schlägt

Freischlader sanftere Töne an, während „Point Of View“,

„Gimme All You Got“ oder „A Better Man“ frech und kraftvoll

daherkommen. Durchgehend hervorzuheben sind

Freischladers Gitarrenriffs und -soli, die die Gesangsparts

perfekt ergänzen und technische Virtuosität sowie musikalisches

Einfühlungsvermögen erkennen lassen. So wird „Night

Train To Budapest“ trotz einiger ruhiger Balladen zu einem

groovigen Blues- und Rock-Album.

www.henrikfreischlader.de

L.K.

CAPELLASTREET

»In My House«

Ein Pop-Album, das nach den Discos der 90er klingt:

CAPELLA STREET unterlegen auf ihrem aktuellen Album „In

My House“ Synthesizer-Klänge mit tanzbaren Rhythmen.

„Goodnight, Doreen!” und „Orange Day” sind poppig, schnell,

während „Fields” nachdenklicher klingt, einer trägeren Me -

lo die folgt. Der Titeltrack erinnert an 80er-Pop. Leider sticht

kein Song wirklich hervor, das Album hat zu wenig Abwechs -

lung, langweilt dadurch schnell. Wer aber mal eine Sound -

reise in die Elektro-Zeit des vergangenen Jahr tausends

machen will, wird in der Scheibe einen guten Begleiter finden.

www.capellastreet.com

J.H.

RAINER MARKUS WIMMER

»Ihm ging es um die Kunst«

Schriftsteller Michael Ende steht im Mittelpunkt von Rainer

Markus Wimmers CD „Ihm ging es um die Kunst“. Der Lieder -

macher hat Texte und Geschichte von und über Michael

Ende zusammengetragen und einfühlsam vertont. Endes

Texte zeichnen sich durch Wortwitz und fantasievolle Ge -

danken aus. Die Musik dazu ist von schönen Melodien

durchdrungen und doch unaufdringlich gestaltet, wodurch

die Ge schichten genug Raum zur Entfaltung erhalten. Mal

begleiten allein Gitarrenklänge den klaren Gesang Wimmers,

mal kommen Bass, Percussion und Schlagzeug hinzu,

gelegentlich unterstützt von Klarinette und Saxophon. Als

be sonders wirkungsvoll erweist sich die Klangnote der

Königslyra, eines individuell gefertigten Instruments für den

Spieler Klaus Wuckelt.

wimmerx.de

L.K.

JAMES KRÜSS / RAINER BAY

»tierisch menschlich«

Den Schriftsteller James Krüss kennen die meisten vermutlich

als Autor des Kinderbuch-Klassikers Timm Thaler. Dass

er literarisch noch weit mehr geschaffen hat und sich seine

Gedichte und Reimgeschichten auch fantastisch vertonen

lassen, zeigt Komponist und Lehrer Reinold Bay auf seiner

CD „tierisch menschlich“. Interpretiert werden die siebzehn

Lieder, die fast alle von tierischen Protagonisten er zählen,

von vier Nachwuchstalenten und den bereits erfahrenen

Sängern Charlotte Dellion und Horst Friedrich. Mit ihren frischen

und unverbrauchten Stimmen setzen die jungen

Talente die mal lustigen, mal besinnlichen Texte ge konnt in

Szene, während die Stimmen Friedrichs und Dellions ganz im

Stile James Krüss‘ eine tolle Atmosphäre des Ge schich ten -

erzählens schaffen.

www.bay-music.de

L.K.

ADDI M.

»Luther Reloaded«

2017 war Luther-Jahr, denn 500 Jahre vorher schlug er

seine 95 Thesen gegen Ablasshandel an die Kirchentür der

Schlosskirche in Wittenberg. Dies inspirierte Musiker Addi

M. dazu, sein Album „Luther Reloaded“ zu produzieren. Ziel:

Luthers Sola-Lehre sola gratia (allein aus Gnade), sola fide

(allein durch Glauben), sola scriptura (allein die Bibel), solus

Christus (allein Christus) ins Heute übersetzen. „Allein aus

Gnade“ ist ein richtig schöner Pop-Song mit Aussage, war

offizieller Reformationssong der Evangelischen Kirche in

Bayern. „Countless The Years“ ist da schon ruhiger, aber mit

ebenso schöner Aussage: „You Still Love Your Child“. Wer

Luthers Lehre mal näher kennenlernen und sie musikalisch

tief im Innern verstehen will, sollte sich das Album in Ruhe

anhören und die Texte im Booklet lesen.

www.addi-m.de

J.H.

C. G. KORN

»Family Style«

Das Album „Family Style” vom Skiffle-König Claus-Günther

Korn ist genau das: ein erweitertes Familienprojekt. Zu seinem

70. Geburtstag schenkten seine Zwillinge dem Musiker

eine CD-Produktion – mit ihnen und vielen anderen musikalischen

Weggefährten ihres Vaters. Herausgekommen ist

eine geniale Skiffle-Platte, die Laune macht. Mit Banjo,

Pedal Steel, Mandoline, Saxofon und Mundharmonika be -

kommen Alltime-Favourites wie „Call Me The Breeze“ von

John W. Cale, „It’s All Over Now, Baby Blue“ von Bob Dylan

und „Route 66” von Bobby Troup ein neues Soundgewand.

Besonders schön: „Me And Bobby McGee“ als minimalistischer

Country-Skiffle und „Good Night Irene“ als Boogie.

Wer handgemachte Musik mag, sollte sich „Family Style“

auf jeden Fall ins Plattenregal stellen.

www.78twins.com

J.H.

ANJA LERCH

»Hommage«

„Willkommen im Leben – ja, es ist schön“ – mit diesem po -

sitiven Statement beginnt Anja Lerch ihr Doppelalbum „Hom-

mage“. Perfekt swingt ihre schöne Soul-Stimme dazu, drückt

1/2018 musiker MAGAZIN


62 CD-REZENSIONEN

Lebensfreude aus. Wenn man ihren Erzählungen glaubt,

konnte sie singen, bevor sie sprechen konnte. Ob das stimmt,

weiß man nicht. Vorstellbar ist es aber, so sehr steigert sie

sich in ihre Songs hinein. Musik ist ihr Ausdruck, ihre Spra -

che. Obwohl es ein Studioalbum ist, fühlt man sich beim

Hören, als sei man live dabei. „Heat Up“ groovt richtig schön,

mit „Like You Love” folgt eine sehr ruhige Träum nummer.

Egal ob „Just Say No” oder „Fun With Myself” – Anja Lerch

überzeugt mit ihrer rockigen Stimme und den bluesigen

Rhythmen. Wer unkonventionellen Blues und Soul mag, wird

auch bei „Hommage“ mitgrooven.

www.anjalerch.de

J.H.

SUSEMIHL

»Elevation«

In seiner langen Karriere hat sich Sänger und Gitarrist Andy

Susemihl die Bühne bereits mit Rock-Größen wie Guns ’n’

Roses, Deep Purple und Ozzy Osbourne geteilt. Das im

Februar 2018 frisch veröffentlichte Album „Elevation“ zeigt,

wie berechtigt sie musikalischen Adelsschläge sind. In den

zwölf Songs fokussiert sich Susemihl voll auf seine Stärken

– und baut diese sogar noch aus. So trifft melodische Rock -

musik mit Pop- und Blues-Einschlägen auf Lyrics, die die

Lebenserfahrung und Gedankenwelt des Musikers widerspiegeln.

Dass alle Bandmitglieder ihr Handwerk auf höchstem

Niveau beherrschen, versteht sich von selbst: ist die

Gruppe doch international besetzt und vereint erfahrene

Musiker aus den USA und Deutschland.

www.andysusemihl.com

L.K.

REIDAR JENSEN

»Life Songs«

Intime Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt gibt

Folk-Sänger Reidar Jensen auf seiner EP „Life Songs“. In

den ersten zwei Stücken zelebriert er die Beziehung zu sei-

ner Frau, verarbeitet aber auch Schmerz und Trauer über

ihren Verlust. „What You Are“ ist eine herzerwärmende Liebes -

erklärung („you will always be / my friend, my love, my wife /

my destiny, my life“), untermalt von stimmungsvollen Gi -

tarren akkorden. In „Cold Separation“ singt Jensen über die

Leere, die seine Frau hinterlassen hat, fasst jedoch auch

Hoffnung, dass die beiden letztendlich wieder vereint sein

werden.

„Ways To Lighten Up“ und „Pick Up My Hat“ greifen philosophische

Gedanken über die individuelle Lebensgestaltung

auf und transportieren diese in einem charmant-poetischen

Gewand. Mit einer stimmig eingesetzten Gitarrenbegleitung

und den intimen, durchdachten Texten bietet „Life Songs“

einen spannenden Einblick in das Schaffen Reidar Jensens.

www.reidarjensen.com

L.K.

BANKERT & KAFRUSE

»BK«

Solider Bluesrock mit deutschen Texten – Dirk Beiersdörfer

und Alexander Günther alias Bankert & Kafruse experimentieren,

wie gut man Bluesrock mit Pop und Psychedelic

mischen kann. Die Antwort: erstaunlich gut. „Er hat es ge -

sehen“ ist eine schnieke Groove-Nummer mit Blues-Riffs

und Reibeisenstimme; „Das Auge“ und „Sehnsucht“ kommen

dagegen deutlich poppiger daher, aber trotzdem mit

bluesig-groovenden Beats. „Freischwinger“ und „Das Boot“

leben von satten Riffs, langsamem Goove und Gitarrensoli.

So ist das Kurzalbum, obwohl es nur fünf Titel aufweist, ab -

wechslungsreich und eine kleine Entdeckungsreise, wie cool

deutschsprachiger Blues klingen kann.

www.facebook.com/Bankert-Kafruse-931103080305455

MANUELA SIEBER

»Unauffällig schön«

J.H.

„Die wirklich schönen Dinge sind unauffällig schön“, sagt

Sängerin Manuela Sieber. „Genauso wie die Geschichten,

die das Leben schreibt.“ Und so ist ihre EP „Unauffällig

schön“ eine kleine Sammlung hübscher Songs mit sanften

Melodien und Situationen, die direkt aus dem Alltag kommen.

So nennt Sieber „1000 Gründe“, etwas zu tun, und hat

einen guten Draht zum „Elektriker“, denn der ist ja be kannt -

lich kein Hektiker. Jeder Song hat einen eigenen Charakter.

Ihre EP ist deshalb wie ein ganz normaler Tag: abwechslungsreich.

Wer anspruchsvolleren Deutsch-Pop mit Wort -

witz mag, dem wird „Unauffällig schön“ gefallen.

www.manuela-sieber.de

J.H.

NIEDECKEN

»Das Familienalbum –

Reinrassije Strooßekööter«

Der BAP-Frontmann und Kölsch-Rock-Gott hat ein neues

Solo-Album am Start: „Reinrassije Strooßekööter“ nennt

Wolfgang Niedecken sein „Familienalbum“. Darin geht der

Sänger zurück zu seinen Wurzeln, die Songs gleichen verblichenen

Fotos, die seine Familiengeschichte erzählen. Der

Titeltrack ist dementsprechend nachdenklich und auch in

„Weisste noch“ denkt Niedecken schwermütig an allerlei

Situationen und Menschen zurück. Natürlich alles in perfektem

Kölsch. Opa im Sonntagsanzug, Eva im Kom munions -

kleid und ein Chippendale-Tisch – wer auf die Texte achtet,

sieht Niedeckens Familie und seine Kindheit vor sich. Das

Album ist eine schöne Zeitreise und macht wegen der ge -

tragenen Melodien melancholisch. Nicht nur was für Leute,

die Kölsch verstehen.

J.H.

www.bap.de

ACHIM AMME

»Streng vertraulich! (Kellerlieder)«

Wenn ein Autor und Joachim-Ringelnatz-Preisträger Lieder

schreibt, lohnt es sich, auf die Texte zu achten. So wimmeln

die Texte von Achim Amme auf seinem Album „Streng vertraulich!

(Kellerlieder)“ von Wortbildern. Und weil sie auf

Deutsch sind und eingängige Melodien haben, entpuppen

sich manche als regelrechte Ohrwürmer – zum Beispiel

„Zeit für Veränderung“, das ein beschwingtes Stück nach

bester Liedermacher-Manier ist. „Nichts und niemand“ mischt

mit seinen Sounds und dem tiefen, abgehackten Sprech -

gesang Elemente der Neuen Deutsche Welle mit Singer-

Songwritertum. Wer auf Musik von Liedermachern wie Götz

Widmann, Reinhard Mey oder Manfred Maurenbrecher steht

und gern nicht nur gute, seichte Musik, sondern auch Ge -

schichtchen hören will, macht mit Achim Ammes Album

keinen Fehler.

www.achim-amme.de

J.H.

musiker MAGAZIN 1/2018


CD-REZENSIONEN 63

BLOCK

»Hitparade«

COLONEL FROZEN

»Eye Contact«

JAYWALK

»The Journey«

Mit bissigen Texten zu aktuellen Themen gepaart mit fetten

Riffs haben BLOCK ein beachtenswertes Debütalbum produziert.

„Salon-Punk“ nennen sie ihren Mix aus Punk, Rock und

Pop, wobei „Niemandsland“ eine richtig schöne Ska-Punk-

Nummer ist. Die Erkenntnis, dass wir mit all den Lügen, falschen

Tönen und Vertrauensbrüchen auf „Dünnem Eis“ stehen,

verpacken die fünf Rocker in eine Mitsing-Hymne, die ins

Ohr geht. Bei Songs wie „Stahlblauer Panzer“ und „Alleine“

scheinen BLOCK ihren Frust wegzuschreien, „Lust oder Last“

bietet da eine ruhige Verschnaufpause. Mit „Danke“ endet

das Album mit einem wunderschönen Punk-Liebeslied, das

auch von den späten Toten Hosen hätte sein können.

www.block-band.de

J.H.

Mit dem Emblem „Handmade Music since 1963“ wirbt

Colonel Frozen auf seiner Webseite für sich und seine

Musik. Die langjährige Erfahrung macht sich bemerkbar:

Die 15 Songs auf „Eye Contact“ überschreiten gekonnt

Genre grenzen und klingen dabei immer souverän. So wird

die rockige Grundessenz mit Blues, Reggae und Pop angereichert

und mit authentischen Singer-Songwriter-Ge -

schich ten koloriert. Colonel „Col“ Frozens Stimme wechselt

dabei je nach Song-Atmosphäre mühelos zwischen hell

und un beschwert sowie rau und kraftvoll. Freunde handgemachter

Musik kommen bei „Eye Contact“ voll auf ihre

Kosten.

www.colonelfrozen.com

L.K.

Auf ihrer EP „The Journey“ unternehmen JAYWALK eine kleine

Reise mit positivem, schnellem Indie-Rock. Die Berchtes -

gadener waren bereits Vorband von Liquido und J.B.O.,

dementsprechend haben sie Erfahrung, wissen, wie man

eingängige Songs schreibt. So gehen denn auch „The

Journey“ und „It’s You“ direkt ins Ohr, klingen nach Auf bruch,

Sommer und guter Laune. So, als würde man mit einem

Cabrio eine Küstenstraße entlangfahren. „Sugarchair“ und

„Talk To You“ sind deutlich rockiger angelegt. Als Vor bilder

nennen die Musiker unter anderem Jimmy Eat World. Auch

wenn „The Journey“ nicht ganz so rockig ist, werden Fans

ebenjener Band auch die Musik von JAYWALK mögen.

www.jaywalk.de

J.H.

REZENSENTEN: J.H. – JANINA HEINEMANN | L.K. – LINDA KNAUER | P.S. – PHILIPP STRUNK

BEMUSTERUNG: MUSIKER MAGAZIN „CD-REZENSION“ | KOLBERGER STR. 30 | 21339 LÜNEBURG | INFO@MUSIKERMAGAZIN.DE


64 TITELSCHUTZANZEIGEN

Titelschutzanzeigen müssen uns fertig layoutet

zugesandt weden.

Sie können nur noch gegen Bargeld

veröffentlicht werden

Anzeige 45 x 20 mm

(fertig layoutet):

20,– € für Mitglieder

30,– € für Nichtmitglieder

BERGVAGABUNDEN

„Sonnenjodler“

VÖ: 10.03.2017

www.wiesenmueller.de

KARIN DEVAKI & PETER

PANDURA BAYREUTHER

„Paradies auf Erden“

VÖ: 19.08.2016

www.peterbayreuther.com

ALBERT NERINI

„Heute wird gefeiert“

VÖ: 02.03.2018

www.walter-strom.com

PURZEL PI!IPER

Olaf Maureschat | Birkenweg 42 | 22885 Barsbüttel

olafmaureschat@aol.com | 040-6 70 03 08

SANESCERE

„Sanescere“

VÖ: 10.02.2017

www.svenhamerskomponist.com

PETER PANDURA

BAYREUTHER

„Healing Nurturing Loving“

VÖ: 19.08.2016

www.peterbayreuther.com

MANUELA SIEBER & BAND

„Unauffällig schön“

VÖ: 05.01.2018

www.manuela-sieber.de

Hiermit beanspruche ich den Titelschutz gemäß § 5 Abs. 3 Markengesetz

für die drei Namen

BURNOUT LAUT | BURNOUT SOLO | BURNOUT COMEDY

in allen Schreibweisen, Schriftarten, Abkürzungen, Variationen,

und Darstellungsformen für öffentlich dargebotene Musik, Bühnen- oder sonstige

Werke sowie Musikprojekt, Band-, Künstler-, Label-, Verlags- und Produktnamen

in allen in- und ausländischen Print-, Bild-, Ton-, Daten- und Video und

Nachfolgemedien jeglicher Art, sowie in Software und Multimedia-Produktionen,

Fernsehen, Film, Rundfunk, Bühnen, Off- und Onlinediensten,

Merchandising und sonstigen vergleichbaren Werken.

Sean Warwick, Hitzelerstraße 53, 50968 Köln

AUBAAH

„Urnenwahl“

(Live)

VÖ: 10.02.2017

aubaah2005@email.de

LIONCEAU

„Noble Earth“

VÖ: 19.08.2016

www.lionceau.de

ANJA LERCH

„Hommage“

VÖ: 01.12.2017

www.anja.lerch.de













AUBAAH

„Das Korn Januar 2014“

(Live)

VÖ: 10.02.2017

aubaah2005@email.de

MICK ZIMMER

„Ich bleibe nicht stehen“

VÖ: 05.08.2016

www.mick-zimmer.com

BRAINGATE

„Standing Tall“

VÖ: 10.11.2017

www.braingate-rock.com

SOMEONE

„Das Musikprojekt“

VÖ: 23.12.2016

info@die-songschmiede.de

FARYNA

„Musik, die Kinder in

Bewegung bringt“

VÖ: 22.07.2016

www.faryna-musik.de

CAPELLASTREET

„In My House“

VÖ: 30.10.2017

thiboe@gmx.de

THE TRAFFIC JAMS

„New York City Lights“

VÖ: 16.12.2016

stefan.lauterbach@arcor.de

REIDAR JENSEN FEAT.

DETLEF BLANKE

„Covered by shame“

VÖ: 15.07.2016

www.reidarjensen.com

DANNY JUNE SMITH

„Phoenix“

VÖ: 23.10.2017

www.danny-june-smith.de

CD-Veröffentlichungen in den weltweiten

digitalen Downloadportalen

über

– MUSIKER ONLINE –

Infos: info@musikermagazin.de

LINDA LOUIS

„Heute hier, morgen dort“

VÖ: 16.12.2016

www.lindalouis.de

REINHARD MARKOWSKY

„Wie der Wind“

VÖ: 08.07.2016

bilgin.oktay@t-online.de

DAYAMI GRASSO

„The taste of Havana“

VÖ: 26.05.2017

www.dayami.de

DIE BALLERMÄNNER

„Blau wie Sau“

09.03.2018

PARTYMASCHINE XXL

„VfB – Jetzt erst recht“

VÖ: 25.11.2016

www.partymaschine-xxl.de

JÖRG KUHFUSS

„Analog Sound“

VÖ: 09.03.2018

CASSROLL

„Lady Biene“

VÖ: 12.05.2017

okyo2004@t-online.de

DORIAN BLACK

„Lady Violet“

DIE PLANK

„Wildes Herz“

Aubaah

„Urnenwahl live 01.11.2017“

CIRCUS GENARD

„A circus world“

24.03.2017

dorian-black.de

21.10.2016

www.julia-plank.de

VÖ: 09.03.2018

www.facebook.com/Aubaah

VÖ: 28.04.2017

www.circus-genard.de

DORIAN BLACK

„Harmony“

24.03.2017

dorian-black.de

NIMA LINDNER

„Colours passing by“

VÖ: 21.10.2016

www.nima-lindner.de

ANDURIL

„Atlanterra“

VÖ: 05.03.2018

www.anduril-rock.de

CASSROLL

„Hexe“

VÖ: 21.04.2017

okyo2004@t-online.de

DORIAN BLACK

„Blau und Gelb“

24.03.2017

dorian-black.de

CASSROLL

„Alkohol“

– Video –

14.10.2016

bilgin.oktay@t-online.de

ROBERT OBERBECK

„Soul Bullet“

VÖ: 02.03.2018

www.robertoberbeck.de

HAGGEFUGG

„Metgefühl“

VÖ: 07.04.2017

www.haggefugg.de

BERGVAGABUNDEN

„Lehn di an mi“

VÖ: 10.03.2017

www.wiesenmueller.de

FÄHRHAUS

„Wir können auch anders“

VÖ: 30.09.2016

www.faehrhaus-musik.de

DORIAN BLACK

„Share My Desire“

VÖ: 02.03.2018

www.dorian-black.de

EDGAR WEILER

„Ich ge’ gradaus“

VÖ: 07.04.2017

www.edgarweiler.de

musiker MAGAZIN 1/2018


KLEINANZEIGEN 65

MUSIKER SUCHT

MUSIKER

Beatles-Cover-Band sucht Paul

McCartney:

Beatles-Cover-Band mit

bundesweiten Auftritten sucht ab

Anfang 2018 eine Neubesetzung

der Rolle des Paul McCartney.

Gesucht wird ein professionell

arbeitender Musiker (25-45 Jahre)

mit optischen Ähnlichkeiten zum

Vorbild.

Anforderungsprofil des Bewerbers:

Gesang: Solo und Chor

Instrumente: E-Bass, Klavier

(Nebeninstrument)

Equipment und Bühnengarderobe

können gestellt werden.

Hauptsitz der Produktion:

Rhein-Main-Gebiet, Deutschland

Chiffre: MM41701

VERKAUFE

DIVERSE

Wer hat Erfahrung im Erstellen von

midifiles beim Samplitude Music

Studio MX?

Kontaktaufnahme bitte unter

mignoli@gmx.de

SONGTEXTE WANTED?

Beachte meine Formatanzeige auf

dieser Seite!

Andreas Sutter

0171-49 66 11 7 * sutter@was.de

www.bandcoach24.de

Das Portal für alle angehenden

Semiprofis und Profis.

Fehler vermeiden +

Mittel sinnvoll einsetzen +

Insiderinfos = Schneller am Ziel!

Ihre Songs

überall verfügbar!

CD Pressung, Label und Vertrieb:

Inklusive aller Codes

(Labelcode, Barcode, ISRCs)

CD-Vertrieb über Amazon.de

Digital über Spotify, iTunes etc.

medienservice gmbh

Doppelauszeichnung

Deutscher Rock & Pop

Preis 2017: Platz 1 & 2

Kategorie: Bester

deutscher Songtext

Jetzt buchen!

www.abc-roxxon.de

www.abc-roxxon.de

Für Songtext-Verwerter fertige ich unverbindlich

Auftragsarbeiten an! Mein Fundus an fertigen

Texten bietet zudem eine große Auswahl!

für jedes Genre by Andreas A. Sutter

+49-(0)171 - 49 66 11 7, sutter@was.de, www.was.de/songtexte (online stets aktuell!)


Verkaufe PA:

4 große

PA-Boxen –

3-Weg mit

JBL-Hörnern

und JBL-Lautsprechern;

4 große Monitore; Endstufe 5000

Watt im Case plus Equalizer;

32-Kanal-Mischpult Soundcraft.

Gesamtpreis: 3000,– Euro

(alles funktionsfähig!)

Kontakt: os@musiker-online.com

+++ MUSIKER +++ KLEINANZEIGENMARKT +++ MUSIKER +++ KLEINANZEIGENMARKT +++

Mein Text soll unter folgender

Rubrik erscheinen:

❑ Verkaufe

❑ Diverses

❑ Stars & Stripes

Musiker sucht Musiker

❑ Suche

❑ privat ❑ gewerblich

Die ersten 4 Zeilen sind gratis, jede

weitere angefangene Zeile kostet:

✐ für DRMV-Mitglieder: 1,50 €/

gewerblich 2,50 €/Zeile

✐ für Nichtmitglieder: 2,50 €/

gewerblich 5,– €/Zeile

✐ Chiffre-Anzeigen: 2,50 € extra!

Bitte nur noch per Barzahlung

(Scheck oder Bargeld)!

Mitglieder

Nichtmitglieder

1,5/2,5 2,5/5,-

3,-/5,- 5,-/10,-

4,5/7,5 7,5/15,-

6,-/10,- 10,-/20,-

SUCHE

Verlag für Gospel / Pop gesucht.

Bedingung: Sie verfügen über

Verbindungen zu Sängern/-innen

und Instrumentalisten/-innen zum

Covern anspruchsvoller

Kompositionen.

bernhard_heuser@t-online.de

www.ursache-unbekannt.de sucht

Auftritte!

Coupon einsenden an:

Redaktion Musiker Magazin

Betr. Kleinanzeigen

Kolberger Straße 30 • 21339 Lüneburg

Name:

Straße:

PLZ/Ort:

Bankverbindung:

E-Mail-Adresse:

Mitglieds-Nr.:

Telefon:

4/2007 musiker MAGAZIN


66 KLEINANZEIGEN

Das neue Musikerbuch!

ERFOLGREICH IN DER‰

ROCK & POP MUSIK

#‰$ ‰%‰& °" ‰%‰&+ ' ‰ ‰Ā‰#‰( ‰* ‰$+ ' ‰Ȁ‰* ‰) ‰ ‰‰" ‰( ‰*+ ' ‰! ‰* ‰) ‰( ‰) ‰ ‰ ‰*

OLE SEELENMEYER

VERLAG MUSIKER PRESS

ERFOLGREICH IN DER ROCK & POP MUSIK

OLE SEELENMEYER

DAS MUSIK- UND MEDIENBUCH

FÜR ROCK & POPMUSIKER,

KONZERTVERANSTALTER, KONZERTVERMITTLER,

MANAGER, PRODUZENTEN, STUDIOS, LABELS,

MUSIKVERLAGE UND MUSIKERINITIATIVEN

ERFOLGREICH

IN DER

ROCK & POP

MUSIK

KNOW HOW - FAKTEN - BERICHTE - VERTRÄGE - KULTUR

VERLAG MUSIKER PRESS

936 Seiten

€ 50,–

FÜR DRMV°

MITGLIEDER € 25,–

Der professionelle Ratgeber für Rockund

Popmusiker

aller musikstilistischen Bereiche!

Über 270 verschiedene Themen über

die gesamte Musikbranche!

Über 170 verschiedene Musterverträge

aus der Musikbranche!

BESTELLCOUPON:

Hiermit bestelle ich das Buch „Erfolgreich in der Rock & Pop Musik“ für:

€ 50,– € 25,– (DRMV°Mitglieder) Vorauskasse Nachnahme

Vorauskasse - Scheck/Bar/Überweisung (zzgl. € 4,29 Versandgebühren), Nachnahme (zzgl. € 11,90 Versand- und Nachnahmegebühren)

Vorname:

Firma:

Straße:

Name:

PLZ, Ort:

Telefon:

E-Mail:

Zu bestellen über: Musiker Press, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg, Telefon: (0 41 31) 23 30 30, info@drmv.de

musiker

MAGAZIN

Herausgeber:

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V.

Kolberger Straße 30, 21339 Lüneburg

Telefon: 0 41 31/2 33 03-0

Telefax: 0 41 31/2 33 03 15

www.musiker-online.tv

www.musikermagazin.de

Kontoinhaber: K.J.B.W.

IBAN: DE25200100200571988204

Kreditinstitut: Postbank Hamburg

BIC: PBNKDEFF

Redaktion

Kolberger Str. 30

21339 Lüneburg

Telefon: 0 41 31/2 33 03-0

Fax: 0 41 31/2 33 03 15

Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):

Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com

Freie Mitarbeiter und Gastautoren:

Norbert Aping, Janina Heinemann,

Linda Knauer, Jana Moysich, Jana Navrot,

Ronja Rabe, Katja Rake, Sven Schonhofen,

Alina Sebastian, Philipp Strunk

Anzeigenleitung:

Ole Seelenmeyer

Anzeigenassistenz:

Katja Rake

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 32

vom 1. Januar 2018 gültig.

Layout:

Ana Seelenmeyer

Lektorat:

Heike Funke

Druck:

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG

DruckMedien

Musiker Magazin erscheint 4 x jährlich

Copyright und Copyrightnachweis für alle

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,

sowie Vervielfältigungen jeder Art

nur mit schriftlicher Genehmigung des

Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

stellen nicht unbedingt die Meinung der

Redaktion dar.

ISSN 1618-386X

Gründung eines prof.

BEATLES-ORCHESTERS

für deutschlandweite Konzerte

Gesucht werden:

• Lead-Gitarristen

• Bassisten

• Drummer

• Keyboarder/Pianisten

• Bläser (Trompeter, Saxophonisten,

Posaunisten)

•Streicher (Violinisten, Cellisten etc.)

Vollausgestattetes

Trainings-/Probezentrum in Lüneburg

Interessenten:

UAM, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg

os@musiker-online.com

+++ANZEIGENINDEX+++

123CD.de............................................................................................63

ABC Roxxon...........………......…..........................................…….....65

Alfred Music Publishing...........…...........................................…….....19

bst GmbH...........…...........................................….....................….....43

Eberhard, Raith & Partner.....…...........................................................47

Erfolgreich in der Rock & Pop Musik...................................................66

König & Meyer………………......................................................…….35

RA Wolfgang Krüger........….....................................................……..08

Leu Verlag.............………….....................................................…...…41

Messe Frankfurt..........……...…......................................................…21

Music Store..........……...…........................................….................…4U

Pro Music..........……….............................................................….....65

Rock TV..........………...............................................................….....2U

Shure.............……….................................................….................….39

Songswanted.............................................................….................….33

Steinigke Showtechnic GmbH..................................….................….53

T-Shirt Drucker.............…..................................................…..........55

Tascam..............….....................................................…....….............3U

WAS – Andreas Sutter........……........................................................65

+++ANZEIGENINDEX+++

musiker MAGAZIN 1/2018

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!