Erfolg Magazin, Ausgabe 2-2018

erfolgmagazin

Bülent Ceylan im Interview. Außerdem Martin Rütter, Gary Vaynerchuk, Arnold Schwarzenegger, Beate Uhse, Veit Lindau, Will Smith und viele mehr

ERFOLG

DAS IST DER SYMPATHIEFAKTOR VON ARNOLD SCHWARZENEGGER

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E

magazin

2 / 2018

BÜLENT

CEYLAN

IM INTERVIEW

BEATE

UHSE

ERFOLGSSTORY

GOOGLE

GRÜNDER

SERGEY BRIN &

LARRY PAGE

Verleger Julien

Backhaus über

das Warum

MARTIN RÜTTER

VON HUNDEN LERNEN

GARY VAYNERCHUK

MITTELMASS

VEIT LINDAU

BEZIEHUNG

WILL SMITH

STORY

Manuel

Gonzalez

Online-Erfolg

Javid

Niazi-Hoffmann

Coaching-Business

Sergej

Heck

Mehr vom

Leben

BACKHAUS VERLAG 5 EUR

BILDER: GAUDENZ DANUSER, ISMAIL GÖK, PRIVAT (3)


Editorial

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Bild: Ismail Gök

Das nächste Heft

erscheint am

28. Juni 2018

Was soll das eigentlich alles?

Fragen Sie sich immer erst, warum

Ich bezweifle, dass Sie zu denjenigen gehören, die einfach nur mitschwimmen.

Sie wollen wahrscheinlich mehr vom Leben. Im besten

Falle wollen Sie alles rausholen, was geht. Womit wir beim Thema

sind: Was soll das eigentlich alles? Ich will Ihnen einleitend sagen,

dass ich ein Anhänger der These bin, dass wir Menschen unseren

Lebenszweck erfüllt haben, wenn wir einfach unserer Leidenschaft

nachgehen. Damit leisten wir meist auch automatisch einen Beitrag

für andere.

Aber zurück zur Frage: Warum? Simon Sinek fordert uns auf, immer

erst nach dem Warum zu fragen. Besonders wichtig wird das,

wenn wir Dinge anpacken, die einen großen Einfluss auf unser Leben

haben. Wir alle folgen unseren Mustern. Denen voran geht allerdings

immer die Frage, was das eigentlich soll? Immer wenn Sie

sich dabei erwischen, bei gewissen Tätigkeiten die Frage nach dem

Warum nicht beantworten zu können, tun Sie wahrscheinlich das

Falsche. Jeder von uns sollte seine eigenen Werte im Schlaf aufsagen

können. Was ist Ihnen wichtig? Ich rede nicht von Schokopudding,

sondern von fundamentalen persönlichen Werten. Bei welchen

Dingen flippen Sie aus, wenn Sie sie nicht haben können? Gerechtigkeit?

Gesellschaft? Sicherheit? Unterhaltung? Kreativität? Wir

Menschen funktionieren eigentlich nach rudimentären Mustern,

die wir kennen sollten. Und wir können sie stets als Kompass für

unsere Ziele und Handlungen nutzen. Wir fühlen uns immer dann

unwohl, wenn wir gegen unseren eigenen Wertehaushalt verstoßen

oder andere Menschen es tun.

Erfolgreiche Menschen unterscheiden sich von erfolglosen Menschen

besonders in einem Punkt: Die Erfolgreichen laufen ihrem

Traumleben bewusst entgegen. Sie wissen, was ihnen wichtig ist

und sind egoistisch genug, das auch anzupacken. Ihnen ist egal, ob

andere das gut finden. Schließlich müssen es die anderen gar nicht

gut finden - denen sind vielleicht andere Dinge wichtig. Sie müssen

Ihrem eigenen Lebensentwurf folgen, nur so funktioniert es. Sie

werden der unglücklichste Mensch auf Erden, wenn Sie versuchen,

es anderen recht zu machen. Sobald Sie anfangen, sich auf Ihre eigenen

Ziele zu konzentrieren und nicht auf die der anderen, werden

Sie ein permanentes Glücksgefühl erleben. Ihre Grenzen im Leben

bestimmen Sie selbst. Für jede Ausrede, die Sie vorbringen, zeige ich

Ihnen einen Menschen auf der Welt, der es trotzdem geschafft hat.

Sie müssen sich nur die grundlegende Frage stellen: Warum? Oder

besser: Warum denn eigentlich nicht?

Viel Erfolg wünscht

Ihr Julien Backhaus

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Erfolg Magazin ISSN 25057342

Redaktion/Verlag Backhaus Verlag

EMail: info@backhausverlag.de

Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redakteurin und Satz Martina Schäfer

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Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

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Anschrift:

Waffensener Dorfstr. 54, 27356 Rotenburg

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INHALT 2/2018

Bilder: Jessica Wilkens, Timo Lüth, Lado Alexi, Katja Kuhl Depositphotos/S_Bukley

Erfolg

Will Smith: Vom Rapper zum Hollywoodstar.6

Arnold Schwarzenegger Sympathiefaktor .... 8

Bülent Ceylan: Interview ............................12

Rolf Schmiel: Eigentor!................................16

Die Krypto Boys..........................................18

Die Google Gründer....................................20

Story

Optimist oder Pessimist?.............................22

Javid Niazi-Hoffmann: Coaching Business....24

Beate Uhse: Mit Mut gegen den Strom.......26

Sergej Heck: Raus aus dem Hamsterrad.......29

Gary Vaynerchuk:

Das Mittelfeld ist zum kotzen!....................30

Torben Platzer: Branding.............................33

Einstellung

Jonny Depp: Pleitegeier...............................34

Jutta Speidel: Ich bin als Rebell geboren......36

Veit Lindau: Lebendige Beziehungen...........38

Gier ist gut..................................................42

Leben

Die Gonzalez-Story.....................................44

Reichtum ist Frauensache............................52

Frag immer erst warum.............................. 54

Martin Rütter Interview: Was Menschen

von Hunden lernen können.........................52

Sephanie Ziegler:

Karriere nach bitterem Start....................... 61

Wissen

Bin ich emotional und mental

stark genug für Erfolg?...............................50

Komm auf den Punkt, Frau!........................64

26

Beate Uhse

Mit Mut gegen

den Strom

52

Martin Rütter

Interview: Was

können wir von

Hunden lernen?

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Sonstiges

Die neuen Erfolg Dossiers:

André May & Manuel Gonzalez..................41

Best of Web: Schauen Sie doch mal

online rein..................................................62

Partnerevents:

Bülent

Ceylan

Interview

12

Founders Summit mit Mike Tyson...............66

World Business Progress Forum...................67

Fashiontv Modelnight: Rückblick.................68

Marketingfest: Rückblick............................70

8

Arnold Schwarzenegger

Das macht ihn sympathisch

Gary

Vaynerchuk

Mittelmaß ist zum

kotzen

30

Will Smith

sein Weg

6

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5


Erfolg

WILL SMITH

Vom Rapper zum

Hollywood Superstar

Noch bevor er 18 war, wurde Smith Millionär

und stand kurz darauf vor dem Bankrott.

Schauspieler, Filmproduzent

und Popstar. Will Smith hat

Erfolg in Musik, Fernsehen und

Film genossen. Im April 2007

wurde er der mächtigste Schauspieler

auf dem Planeten genannt. Seine

Karriere verlief aber alles andere als gewöhnlich.

Will Smith kam am 25. September 1969

als Willard Christopher „Will" Smith Jr.

in Philadelphia auf die Welt. Sein Vater

war Inhaber einer Firma für Kältetechnik

und seine Mutter arbeitete als Lehrerin

im Schulausschuss. Im Alter von 12 Jahren

fing Smith an zu rappen und erhielt

den Spitznamen „Prince“. In seinen Anfangszeiten

als Rapper nahm er sich ein

Vorbild an erfolgreichen Musikern wie

Grandmaster Flash. Das besondere an

seinen Texten waren die witzigen Elemente,

die später zu seinem Markenzeichen

wurden. Mit 16 Jahren traf er

auf den DJ Jeff Townes, die zusammen

das Duo DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince

bildeten. Smith und Townes rappten

in einem familienfreundlichen Stil über

die Probleme der Teenager und begeisterten

damit die breite Maße. Die erste Single

„Girls Ain't Nothing But Trouble" wurde

ein Hit im Jahr 1986. Ihr Debüt-Album

von 1987 „Rock the House“ schlug sofort

in die Top 200 ein und machte Smith vor

dem 18. Lebensjahr zum Millionär. Der

große Erfolg zerschlug alle Pläne, die

Smith im Bezug auf seine schulische Laufbahn

hatte.

Dass man in diesen jungen Jahren noch

immer unreif sein kann, wurde Smith

nicht viel später bewusst. Er fiel dem plötzlichen

Ruhm zum Opfer, verschleuderte

sein Geld und fand sich am Rande des

Bankrotts wieder. Glücklicherweise sollte

das Fernsehen sein Leben und seine Karriere

für immer verändern. 1989 lernte er

Benny Medina kennen, der eine Idee für

eine Sitcom hatte, die auf seinem Leben

in Beverly Hills basierte. Die Fernsehshow

„Fresh Prince of Bel Air“ wurde geboren,

die sechs Jahre lief und Smith zwei Golden

Globe Award Nominierungen und zwei

Image Award Nominierungen einbrachte.

Für Smith, der noch nie zuvor gespielt hatte,

war die Show eine ziemliche Herausforderung.

"Ich war ein nervöses Wrack.

Meine ersten Folgen waren schrecklich."

Smith war vielleicht nicht mit seiner Arbeit

zufrieden, dafür aber das Publikum

und die Kritiker.

Zwei Jahre später bewies Smith, dass er

auch auf der großen Leinwand Erfolg haben

kann. Die Actionkomödie „Bad Boys“

»Es gibt keinen Grund,

einen Plan B zu haben.

Er lenkt nur

von Plan A ab.«

wurde 1995 zum Kassenschlager. Der Film

musste mit einem bescheidenen Budget

auskommen, spielte aber 65 Millionen

Dollar ein. Der rappende Schauspieler

erlangte dadurch ein Vermögen von über

fünf Millionen Dollar. Im Jahr 1996 spielte

er die Hauptrolle in „Independence Day“

und landete wieder einen Erfolg. Mit der

Science-Fiction-Komödie „Men in Black“

gelang ihm auch im nächsten Jahr wieder

ein Hit in den Kinos, für den er sogar den

Grammy-prämierten Titelsong produzierte.

Mit dem darauffolgenden Film „Wild Wild

West“ konnte Smith das Publikum nicht

überzeugen. Die Filmbiographie „Ali“ aus

dem Jahr 2001, basierend auf der Boxlegende

Muhammad Ali, gab ihm dann aber

die langersehnte Gelegenheit, seinen Status

als Superstar in den Kinos wiederzuerlangen.

Der Film hatte zwar Schwierigkeiten

kommerziellen Erfolg zu finden, Smiths

Leistung wurde jedoch hoch gelobt und

er erhielt seine erste Oscar-Nominierung.

Aufs und Abs gehören zum Geschäft, das

war Smith immer bewusst: „Es gibt keinen

Grund, einen Plan B zu haben. Er lenkt

nur von Plan A ab.“

Es folgten Fortsetzungen zu „Men in

Black“ im Jahr 2002 und „Bad Boys“ im

Jahr 2003. Wie zu erwarten, waren beide

Filme ein Erfolg. Im Jahr 2005 bewies er

in der romantischen Komödie „Hitch“,

dass er nicht nur in Actionfilmen eine gute

Figur abgibt. In dem Film spielte er einen

Dating-Berater, der Männern dabei half,

die Frauen ihrer Träume kennenzulernen.

Der Film wurde zu einem internationalen

Hit. Im nächsten Jahr erhielt Smith Oscar-,

Golden Globe- und SAG-Nominierungen

für das inspirierende Drama „Das Streben

nach Glück“, in dem er als Vater mit seinem

Sohn Jaden einen Handelsvertreter

mit Geldproblemen spielt. Der Film erwies

sich als einer seiner größten kommerziellen

Hits.

Nach einer Pause kehrte Smith 2012 mit

„Men in Black 3“ auf die große Leinwand

zurück, gefolgt von einer Rolle

als Militärkommandant in dem Science-Fiction-Film

"After Earth“. Im Jahr

2016 spielte Smith in dem DC Comics

Blockbuster „Suicide Squad“ mit, der sein

erfolgreichster Film seit 1996 wurde.

Mittlerweile ist Will Smith einer der führenden

Männer Hollywoods. Er wurde

durchgängig in der "Richest 40"- Liste des

Fortune Magazine aufgeführt. Smith war

zweimal verheiratet. Seine erste Ehe mit

Sheree Zampino dauerte nur drei Jahre,

aber brachte einen Sohn hervor, Willard

Smith III, auch bekannt als Trey. Er ist seit

1997 mit der Schauspielerin Jada Pinkett

Smith verheiratet. Der Sohn des Paares, Jaden,

wurde 1998 und ihre Tochter Willow

wurde 2000 geboren. Sein Nettovermögen

wurde im Jahr 2015 auf 250 Millionen

US-Dollar geschätzt. Zum Thema Geld hat

Smith eine gesunde Einstellung: „Geld und

Erfolg verändern die Menschen nicht - Sie

verstärken lediglich das, was bereits da ist.“

Bild: Depositphotos/s_bukley

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

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Erfolg

Nahbar, mit beiden Beinen auf

der Erde und niemals ein Blatt

vor dem Mund nehmend - so

lieben ihn Fans und achten

in politische Gegner. Arnold

Schwarzenegger, hier 2000, bei

der Premiere von "The 6th day".

Was den

Terminator

wirklich

sympathisch

macht

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Erfolg

Arnold

Schwarzenegger

Bild: Depositphotos/s_bukley

Ein Mann wie ein Baum macht

Karriere in Hollywood. Die

steirische Eiche – Arnold

Schwarzenegger – erarbeitete

sich nicht nur als Schauspieler

Spitzenpositionen, wobei er in dieser Sparte

natürlich viel Aufmerksamkeit auf sich

lenkte. Ende der 80er und Anfang der 90er

war er einer der bestbezahlten Schauspieler

weltweit. Arnold war zusätzlich

überaus erfolgreich als Sportler,

Fitness-Autor, Immobilieninvestor

und Politiker. Was er anfasste, wurde

in der Regel zu Gold. Doch weshalb

eigentlich?

Ich habe mir dazu Arnold´s Kommunikationsstrategie

angesehen.

Denn, wenn man seine Biographie:

„Total Recall – Die wahre Geschichte

meines Lebens“, liest, erkennt

man, dass er maßgeblich von der

Fähigkeit lebte, mit anderen Menschen

leicht in Kontakt zu treten

und ihr Vertrauen zu gewinnen.

The six rules of sympathy

Eine meiner Lieblingsreden ist jene

von Arnold Schwarzenegger anlässlich

seiner verliehenen Doktorwürde

von der Universität Kaliforniens

im Jahr 2009. Ein Mann, der

alles erreicht hat in seinem Leben,

betritt die Bühne und hält die berühmte

Rede: „The six rules of success!“

Unbedingt ansehen! Sie gilt als DIE

Motivationsrede schlechthin.

Anfänglich inspirierten mich seine Botschaften,

doch je öfter ich das Video ansah,

desto mehr rückte für mich Arnolds

Persönlichkeitspositionierung in den Vordergrund.

Tatsächlich war auch diese Rede

der Grund dafür, weshalb ich das Buch:

„Der Sympathie-Code. Wie Sie andere für

sich gewinnen“ geschrieben habe.

Arnold Schwarzenegger befand sich Zeit

seines Lebens in der Weltspitze in den unterschiedlichsten

Bereichen und könnte

sich selbst über den grünen Klee loben –

tut er aber nicht. Im Gegenteil, er beginnt

seine Rede mit diesen Worten: „Vielen

Dank für diesen wunderbaren Empfang.

Ich habe solchen Applaus das letzte Mal

gehört, als ich verlautbart habe, nie mehr

einen Film zu drehen…“ So geht Sympathiegewinnung

in einem Satz!

Das Medium ist die Botschaft

NICHT der Inhalt der Worte ist dafür verantwortlich,

WIE etwas wirkt, sondern die

Arnold Schwarzeneggers

sechs Botschaften:

1. Vertrau dir selbst!

2. Brich manche Regeln!

3. Hab keine Angst

zu scheitern!

4. Ignoriere die Nörgler!

5. Arbeite bis zum Umfallen!

6. Gib etwas zurück!

Art und Weise, wie es dargebracht wird.

Marshall McLuhan, ein bekannter Medienphilosoph,

hat dies sehr schön zum

Ausdruck gebracht mit folgenden Worten:

„Das Medium ist die Botschaft!“ DU bist

die Botschaft, deine Positionierung im Gespräch

ist die Botschaft, nicht unbedingt

was du sagst. Wirst du als angenehmer

Mensch wahrgenommen, wird die Botschaft

ganz anders wirken als wenn du unsympathisch

bist. Achte daher auf die Art

und Weise, wie du dich selbst darstellst.

Ganz so einfach ist es natürlich auch nicht:

Selbstverständlich musst du wissen, worüber

du sprichst. Im Gegensatz zu vielen anderen

Trainern vertrete ich die Meinung,

dass Persönlichkeitspositionierung und

Körpersprache NICHT alles ist. Dennoch

können sie genau den Tropfen darstellen,

der dein Sympathiefass zum Überlaufen

bringt. Die Kirsche auf der Sahnetorte.

Persönlichkeitspositionierung deluxe

Was macht Arnold in den ersten Sekunden

seines Vortrages? Er bricht mit dem Kommunikationsmuster.

Was meine ich

damit? Zuerst wird er von den Direktoren

über den grünen Klee gelobt

für sein Engagement in den unterschiedlichsten

Bereichen. Sogar

das Wort Philanthrop wird benutzt.

So weit war das auch zu erwarten.

Doch was dann? Man erwartet, dass

es in dieser Art und Weise weitergeht.

Doch Arnold macht da nicht

mit. Im Gegenteil, er liefert Scherze

auf seine Kosten und schafft dadurch

Nähe zum Publikum. Durch diese

selbstironische Herangehensweise

platziert er seine Persönlichkeit als

angenehm und seine Botschaften

werden dadurch nachhaltig beeinflusst.

Man kann es gar nicht oft genug

sagen: Das WIE ist mindestens

genauso entscheidend, wie das WAS!

Positioniere dich so, dass du sympathisch

wirkst. Das kannst du am besten

erreichen, wenn du dich nicht

zu ernst nimmst.

Weitere Sympathiebeispiele

Arnold bekam den Titel: „Doctor of Humane

Letters“. Was sagt Arnold dazu?

„Natürlich bemerkte ich, dass es keine

Promotion in Film, in Kino oder für

Schauspielerei war. Ich wundere mich warum?“.

Er scherzte auch über seine politischen

Erfolge: „Wie auch immer. Das ist OK.

Ich nehme was ich bekommen kann. Aber

jetzt, da ich nun Doktor bin, könnte ich

wieder zurück nach Sacramento und vielleicht

wird der Gesetzgeber nun endlich

auf mich hören.“

An diesem Punkt greift er seine Ehe zu Maria

Shriver auf: „Nun, natürlich, die Leute

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Erfolg

fragen mich die ganze Zeit: „Was ist

das Geheimnis des Erfolges?“ Und

ich gebe ihnen immer die kurze Version.

Ich sage: „Nummer eins ist:

Komm nach Amerika. Nummer zwei

ist: Arbeite dir deinen Hintern ab.

Und Nummer drei ist: Heirate eine

Kennedy.“

Jetzt meine Frage: Wenn du dich so

positionieren kannst, wer soll dich

noch angreifen?

»Was ist das Geheimnis

des Erfolges?

Nummer eins ist: Komm

nach Amerika. Nummer

zwei ist: Arbeite dir

deinen Hintern ab.

Und Nummer drei ist:

Heirate eine Kennedy.«

Die Schwäche der Stärke

Bereits in frühester Kindheit beginnt

die Erziehung und somit die

Tradierung der Werte. Bewusst und

unbewusst. Dagegen können wir gar

nichts machen. Kinder lernen einfach

von unserem Tun und unseren

Worten. Am Spielplatz, wo ich übrigens

sehr gerne meine Zeit verbringe

mit meinen Kindern, findet man

tolle Praxisbeispiele. Eltern bringen

ihren Kindern sehr früh bei, stark zu

sein und Schwächen zu verbergen.

Fällt ein Kind hin, wird automatisch

vom Vater oder der Mutter folgender

Satz gesagt: „Aufstehen! Es ist schon

nichts passiert. Bis du heiratest, ist alles

wieder gut“. Du kennst solche Sätze.

Eigentlich möchte man das Kind

nur vom Schmerz ablenken –indirekt

und unabsichtlich wird jedoch vermittelt,

dass das Kind seine Schmerzen

verleugnen und verbergen soll.

Michael Jagersbacher

ist Kommunikationstrainer, Unternehmer

und Buchautor. Auf seinem Blog unter

www.michael-jagersbacher.at gibt er Tipps,

wie man sympathischer wird und mehr

Profil erhält.

»Vielen Dank für

diesen wunderbaren

Empfang. Ich habe

solchen Applaus das

letzte Mal gehört,

als ich verlautbart

habe, nie mehr einen

Film zu drehen…«

Nach außen hin soll Stärke demonstriert

und Emotionen verborgen werden.

Es wird uns sehr früh indoktriniert,

Unverwundbarkeit als oberstes

Prinzip zu leben. Ein fataler Fehler.

Öffne dein Visier

Der unumstößliche Glaube an die

Stärke der Stärke ist trügerisch. Unangreifbarkeit

lädt dazu ein, nach einer

Schwachstelle zu suchen. Außerdem

wird es immer jemanden geben, der

mehr Stärke vorzuweisen hat. Doch

im kommunikativen Austausch mit

dem Gegenüber zählt ab sofort nicht

mehr das Gesetz des Stärkeren. Es

zählt die Art und Weise, wie du dich

positionierst. Doch die Vorgehensweise

ist eine gänzlich andere. Versuche

es mit ein wenig Selbstironie.

Nicht zu viel davon, sonst wirst du

schnell unglaubwürdig. Aber ein oder

zwei Seitenhiebe auf dich persönlich

verunsichern dein Gegenüber. Durch

unsere Erziehung haben wir kein Gegenmittel

gegen diese Strategie.

Paradoxerweise ist es so, dass, je

mehr Angriffsfläche du selbst bietest,

desto unwahrscheinlicher ist es, dass

jemand dies ausnützt. Öffne dein

Visier, um nicht mehr einstecken zu

müssen.

Bild: Depositphotos/s_bukley, Jagersbacher

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Erfolg

Bild: Scibetta

LEAD LIKE A

ROCKSTAR

Lange führte Lorenzo Scibetta seine Mitarbeiter

durch Angst. Heute zeigt der erfolgreiche

Trainer, wie man sinnorientiert führt.

Der Gastarbeitersohn Lorenzo

Scibetta wuchs als einer

von vier Brüdern in der

Nähe von Frankfurt auf.

Geld war knapp. Die Familie

teilte sich zu sechst ein 25 m²-Zimmer.

Als seine Eltern sich mit einem Laden

selbständig machten, sammelte der kleine

Lorenzo seine ersten Erfahrungen als Verkäufer.

Schon als kleiner Junge galt er als

unkontrollierbarer Rebell, stellte die Autorität

seiner Eltern in Frage und machte es

seinem Umfeld nicht leicht. Mit 18 Jahren

suchte er das Weite. Als frisch gebackener

Informatiker legte er sich die erste Wohnung

und ein Auto zu. Als dazu noch eine

Freundin kam, war Scibettas Traumleben

komplett. Leider blieb es nur vier Jahre bestehen,

bis er innerhalb einer einzigen

Woche alles verlor: Job weg, Frau weg

und das Auto schrottreif. Wie ein geprügelter

Hund kehrte er zurück in

sein Elternhaus und begann von vorn,

denn dauerhaft unterkriegen ließ sich

der zielstrebige Italiener nicht.

In seinem neuen Job als Verkäufer gab

er alles und wurde bald zum Area-Salesmanager

befördert. Dabei musste er plötzlich

Verantwortung für über 120 Mitarbeiter

tragen. Der Druck auf den 31-jährigen

war immens. Bei seinen Untergebenen

verdiente er sich den Spitznamen „Terminator“

nicht umsonst: Für Scibetta waren

sie bloß Nummern, die Ziele zu erfüllen

hatten. „Führen durch Angst konnte ich

sehr gut. Ich dachte gar nicht daran, diesen

Stil zu ändern. Es lief ja – dachte ich.“

Dass dies eine fatale Fehleinschätzung war,

spürte er schnell. Es wurde immer schwieriger,

die Unternehmensziele zu erreichen.

Je mehr Druck er auf seine Mitarbeiter

ausübte, desto häufiger kam es zu Krankmeldungen

und Kündigungen. Der Stress

brachte ihn ins Krankenhaus – Burnout.

Mit der Unterstützung seiner Familie

schaffte er es zurück ins Berufsleben. Eine

»Ich hab jeden

nur angebrüllt«

Umstrukturierung im Unternehmen gab

ihm die Chance, eine neue Abteilung zu

führen, doch mit dem Versuch, dort seinen

alten Führungsstil wiederaufzunehmen,

biss er sich die Zähne aus. Seine neuen

Mitarbeiter stellten seine Anweisungen

in Frage und ließen sich nicht von ihm

beeindrucken. „Um meinem neuen Vorgesetzten

zu imponieren, schrieb ich meinen

Storemanagern eine böse Email und

nahm ihn in CC.“ Nur wenige Minuten

später bekam er von seinem Vorgesetzten

eine Antwort, mit der er nicht gerechnet

hatte: „Wie würde es sich für Sie anfühlen,

wenn ich Ihnen täglich eine solche Email

senden würde, Lorenzo?“ Diesen Moment

beschreibt Scibetta als den Wendepunkt

in seiner Karriere. Er begann, sich in seine

Mitarbeiter hinein zu versetzen und

erkannte, warum seine Methoden keine

Wirkung hatten, ja, kontraproduktiv wa-

ren. „Jeder Mensch hat seine eigene Agenda,

seine eigenen Wertvorstellungen im

Leben. Als Führungskraft musst du diese

erkennen und in den Motivationsprozess

einfließen lassen. Das Unternehmen muss

sich bemühen, dass der Mitarbeiter seine

eigenen Ziele erreichen kann, in dem er

an den Unternehmenszielen mitarbeitet“.

Scibetta begann ein Konzept zu entwickeln,

das auf Augenhöhe sinn- und werteorientiert

funktioniert. Er erkannte, dass

dieser Führungsstil nicht nur zu besserer

Leistung, sondern auch zu glücklicheren

Mitarbeitern führt.

Diese Erkenntnis beflügelte ihn, von

Top-Unternehmern und Persönlichkeiten

zu lernen, die mit sinnorientierten Konzepten

enorme Erfolge aufgebaut hatten. Seine

Freizeit verbrachte er damit herauszufinden,

mit welchen Methoden es die ganz Großen

dieser Welt geschafft hatten. Gleichzeitig

setze er die neuen Erfahrungen in seiner

Firma um – was sich mehr als auszahlte. Er

erreichte nicht nur die geringste Mitarbeiterfluktuation

in ganz Deutschland, sondern

gewann gleichzeitig Freiraum für sich

und seine eigene Familie. Scibetta ist davon

überzeugt, dass Unternehmer und Führungskräfte

auf Dauer nur erfolgreich sein

können, wenn sie sinn- und werteorientiert

führen und Erfolge mit ihren Mitarbeitern

gemeinsam feiern.

Während der schwierigen und schmerzhaften

Zeiten seines Lebens gab es neben

seiner Familie eine Sache, die ihm Mut und

Hoffnung gab: Die Musik. „Ich vergesse die

Zeit und werde nie müde, wenn ich auf der

Bühne spreche oder mit meinen Jungs und

Mädels Musik mache.“ Durch seine Liebe

zur Musik konnte er vieles für seine berufliche

Karriere lernen. Die Gitarre ist

inzwischen sein ständiger Begleiter.

Heute ist Lorenzo Scibetta zertifizierter

Management-Trainer, Leadership-Speaker

und Life-Rockstar. Tausende besuchen

mittlerweile seine Vorträge zu

Self-Leadership sowie sinn- und werteorientierter

Führung. Als Coach und Trainer

zählen zu seinen Kunden Größen aus der

Telekommunikations- und Energiebranche

sowie zahlreiche Wirtschaftsverbände.

In seinen Seminaren „Vom Solokünstler

zum Bandleader - Highly effektive Leadership“

und der „Win’Em All Masterclass

- Die Kunst zu begeistern“ zeigt er,

wie Nachwuchsführungskräfte und Erfolgshungrige

echte Business-Rockstars

werden können.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

»FRÜHER WAR ICH

AUSSENSEITER«

Bülent Ceylan im Interview über Talent,

Erfolg und Sicherheitsdenken

Am Anfang, als du noch kein

Komiker warst und noch

nicht die Entscheidung hattest,

wie sah dein Plan aus?

Erinnerst du dich noch daran,

was du eigentlich vorhattest?

Mein Abi habe ich noch gemacht, aber das

Politik- und Philosophie-Studium habe

ich abgebrochen. Eigentlich wollte ich in

die Medien gehen. Ganz früher, in der

Schulzeit, wollte ich noch Sonderpädagoge

werden oder Psychologie studieren. In

meinem Fall war es vielleicht besser, dass

ich auf der Bühne gelandet bin und nicht

in der Anstalt.

Wann kam die Entscheidung zur Comedy?

Hast du schon immer die Leidenschaft

gehabt, andere zu unterhalten?

Das kam später in der Oberstufe. Vorher

war ich eher der Außenseiter - sehr zurückhaltend.

Mein erster Fan war wahrscheinlich

meine Mutter, die habe ich

als Kind schon zum Lachen gebracht.

Und dann später, auf dem Schulfest in

der elften Klasse, habe ich Boris Becker

imitiert. Becker oder Helmut Kohl zu

imitieren, war damals total in. Das kam

auch ziemlich gut an bei den Lehrern und

den Schülern. Alle meinten, dass ich dazu

Talent habe und mehr machen sollte. So

kam ich zum Radio und habe hier und da

mal ein Praktikum gemacht. Dort konnte

ich dann Stimmen imitieren. Mit 23 Jahren

ging es für mich zum ersten Mal auf

die Bühne. Ich hatte zwar noch kein Soloprogramm,

aber fast.

Du hast gerade gesagt, dass du dein Studium

abgebrochen hast. Ich höre oft von

Studenten, die mitten im Studium merken,

dass es doch nichts für sie ist, sich

aber nicht trauen, abzubrechen. Was

sagst du solchen Leuten? Zieh durch und

bleib vorsichtig oder brich ab und mach

dein Ding?

Das kommt darauf an. Eigentlich bin ich

als Steinbock ein Sicherheitsmensch. Ich

habe zwar an das geglaubt, was ich mache,

aber es hat trotzdem zehn Jahre gedauert,

um den Durchbruch zu schaffen. Der Weg

war lang und ich musste viel Geduld haben.

Ich habe das aber immer gespürt, dass

es das richtige ist. Wenn ich aber die Leute

bei DSDS oder dergleichen sehe, die denken,

sie könnten singen und jahrelang fest

daran glauben, dann ist das etwas anderes.

Man braucht ein gutes Umfeld, das einem

»In meinem Fall

war es vielleicht besser,

dass ich auf der Bühne

gelandet bin und

nicht in der Anstalt.«

nicht nur sagt: „Ja ja, du bist gut.“ Sondern

auch wirkliche Freunde, die einem ein ehrliches

Feedback geben. Selbst dann muss

man abwägen, wenn es zum Beispiel mal

finanziell nicht so läuft. Man braucht zumindest

eine sichere Sache. Wenn es doch

klappt, ist es schön. Manchmal denke ich

mir: „Hättest du dein Studium doch mal

durchgezogen.“ Im Nachhinein bin ich natürlich

froh, dass alles gut gelaufen ist. In

den letzten zehn Jahren gab es aber auch

Zeiten, wo es nicht vorwärts ging und ich

nur vor 20 oder 30 Leuten gespielt habe.

Dann muss man gucken, wie man das

überlebt. Die Momente gab es, in denen

ich mich gefragt habe, ob es die richtige

Entscheidung war oder nicht. In den allermeisten

Fällen ist es besser, erstmal etwas

Sicheres zu haben - ob das eine Ausbildung

ist oder ein Studium. Es wäre fatal von mir

zu sagen, dass alle abbrechen müssen, nur

weil ich es geschafft habe. Guck dir mal an,

wie viel Prozent es wirklich schaffen. Ich

habe das große Glück gehabt. Ich will gar

nicht sagen, dass es nur an meinem Talent

lag, es gab auch die richtigen Leute um

mich herum. Es gibt viele Komponenten,

die da mitspielen. Man muss realistisch

bleiben. Ich habe es geschafft. Glaube daran,

wenn du das Talent hast. Aber ich

denke immer noch, dass die gewisse Sicherheit

wichtig ist. Deswegen kann ich

nur raten, wenn einer studiert, dann soll

er studieren und es durchziehen.

Viele sagen, für Erfolg braucht man

eine unbedingte Leidenschaft - von der

man nachts sogar träumt. Bist du eher

ein Professional, der sein Handwerk

gut beherrscht oder könntest du ohne

Comedy nicht leben?

Ich liebe das, was ich mache. Ob ich ohne

das nicht leben könnte, ist eine schwierige

Frage. Auch deswegen, weil ich Familienvater

bin. Ich würde erstmal sagen, ohne

meine Familie könnte ich nicht leben.

Mein Beruf erfüllt mich, er gleicht mich

aus und gibt mir gute Laune. Ich habe

auch eine Stiftung für Kinder gegründet.

Wenn ich nicht mehr auf der Bühne stehen

könnte, würde ich mich da noch mehr

engagieren, wobei das natürlich ehrenamtlich

ist. Aber das mache ich sehr gerne und

investiere gerne meine Zeit. Kinder sind

Bild: Gaudenz Danuser

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

asd

BÜLENT

CEYLAN

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

13


Erfolg

unsere Zukunft, da will man auch was zurückgeben.

Ich habe bisher sehr viel Erfolg gehabt und

es läuft Gott sei Dank immer noch super.

Es ist zwar nicht mehr der Hype wie 2012,

aber ich bin 20 Jahre dabei und es ist super.

Ich bin sehr dankbar, dass es läuft, wie

es läuft. Im Fernsehen kommen bald neue

Shows und der Kinofilm "Verpiss Dich,

Schneewittchen" kommt jetzt raus, ich

kann mich nicht beschweren.

Ich bin ein Perfektionist und ehrgeizig,

ich will alles super machen. Meine Familie

sagt immer, wenn es mal ein paar

Zuschauer weniger sind: „Sei froh, dass

überhaupt noch

welche kommen.“

(lacht)

Das ist auch das

Schöne, ich habe

ein sehr bodenständiges

Umfeld

- von Familie bis

Freunde. Die sagen

mir immer,

ich soll mit dem zufrieden sein, was ich

bisher erreicht habe. Zufrieden sein ist für

einen ehrgeizigen Menschen aber schwierig,

ich bin sehr selbstkritisch. Aber man

muss glücklich sein, denn es geht nicht

darum, ob du jetzt 500 Zuschauer mehr

oder weniger hast. Als Künstler willst du

natürlich immer das volle Programm.

Aber es ist so wie es ist. Ich bin mittlerweile

20 Jahre unterwegs und Michael Mittermeier

hat mal zu mir gesagt: „Auch wenn’s

mal nicht mehr so viele Zuschauer sind,

»Man braucht

wirkliche Freunde,

die einem ein ehrliches

Feedback geben«

dann machst du es ja, weil

du es gerne machst.“ Daran

erinnere ich mich immer.

Als ich angefangen habe,

war ich froh, dass ich überhaupt

100 Leute gekriegt

habe, dass muss man sich

mal vorstellen.

Du hast als einer der erfolgreichsten

deutschen

Comedians ganz viel richtig

gemacht und kennst

dich selbst am besten.

Kannst du einen

Faktor bei

dir ausmachen,

wegen dem die

Leute in deine

Show kommen?

Ich glaube, weil

ich so bin wie ich

bin. Wenn mir etwas nicht gefällt,

dann sage ich das auch auf

der Bühne. Vielleicht auch mal was Kritisches,

das passt auch nicht jedem. Ich bin

zwar Komiker und will die Leute entertainen

und unterhalten, will aber auch mal

gegen Erdogan, Nazis oder die AfD schießen.

Man muss aber nicht unter die Gürtellinie

gehen, das ist auch kein Niveau.

Aber man kann ja zumindest sagen, dass

es in der Türkei bald weniger Kritiker gibt

als Schweineschnitzel. Mein Gott, man

muss auch mal ein paar Sachen loswerden.

Auch wenn ich sage, dass die AfD für viele

eine Protestwahl

war, aber nicht

gegen Merkel,

sondern gegen

den gesunden

Menschenverstand.

Das darf

man doch mal

sagen. Man muss

aber auch eine

Alternative bringen, deswegen sage ich

immer aus Spaß, dass ich bei der nächsten

Wahl selber antrete. Dann lachen die Leute

wieder und so fange ich das ins Lachen auf.

Aber dann kommt auch mal so ein Satz,

dass jedes Kind ein Recht auf einen Kindergartenplatz

hat. Das ist gar kein Lacher,

sondern ein Statement. Man darf da kein

Moralapostel sein, sondern immer gucken,

dass es authentisch bleibt.

Als Comedian authentisch zu sein ist

schwer oder? Du hast mal gesagt, du bist

spontan auf der Bühne, was für die meisten

Comedians ein No-Go ist. Die lernen

jedes Wort auswendig.

Ich habe mein Programm, das ist klar. Du

brauchst dafür eine Struktur. Aber ich bin

jemand, der für neue Gags offen ist, auch

gerne ins Publikum geht und improvisiert.

Einige Gags sind sogar durch Improvisation

entstanden. Manche kannst du dann

wiederverwenden und manche sind nur

für eine Stadt. Manchmal passiert irgendwas

und darauf gehst du dann ein. Ich bin

so jemand, der das Interaktive mit dem

»Selbst als ich noch nicht

diese Karriere hatte, wollte

ich nicht alles machen, nur

um berühmt zu werden.«

Publikum liebt. Bei der Show heute (LASS-

MALACHE) gibt es zum Beispiel vor der

Pause eine Nummer, in der ich jemanden

anrufe. Einen Freund oder ein Familienmitglied

von jemandem aus dem Publikum.

Und da weißt du nicht, was passiert.

Da geht einer ran und entweder ist er sauer

oder er freut sich. Da wird das Handy ans

Mikrophon gehalten und daraus wird eine

Improvisation. Ich weiß nie was passiert,

aber es hat bisher immer gut funktioniert.

Die Leute finden das schon cool, dass ich

überhaupt anrufe und ich habe meine

Gags, die ich da spontan einbaue. Zum

Beispiel wenn jemand rangeht und ich ihn

mit: „Ja hallo, hier ist Kaya Yanar!“ begrüße.

Das ist bei den Zuschauern immer ein

Lacher.

Du bist jetzt an einem Punkt angekommen,

an dem du in verschiedenen Bereichen

extrem erfolgreich bist. Egal ob

mit Fernsehen, Liveshows etc. Das heißt,

Comedy ist auch zu einem Geschäft und

einem Unternehmen geworden. Du hast

etwas großes aufgebaut. Wie fühlt sich

denn der Unternehmer Bülent Ceylan?

Ich bin schon ein Sicherheitsfreak. Ich

gucke, dass gewisse Sachen abgesichert

sind, wie meine Familie zum Beispiel.

Auch, dass man etwas beiseite legt und

eben nicht nur die wilden Partys macht.

Das ist mir persönlich wichtig. Ich bin ein

absoluter Familienmensch und ich liebe

Bilder: Jessika Wilkens

14 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

es, nach Hause zu kommen. Manche geben

ihr Geld vielleicht für dies und das aus,

ich gebe meines für ein schönes Zuhause

aus, in dem man sich geborgen und sicher

fühlt. Man ist eh oft in Hotels, da sollte sich

das Zuhause dann schon unterscheiden.

Wie zielstrebig bist du? Bist du jemand,

der jeden Tag neue Ideen hat?

Es gibt natürlich viele Sachen, wo ich, beziehungsweise

die Produktionsfirma Ideen

haben, zum Beispiel was TV angeht. Ich

gucke dann, ob das passt oder ob man

das noch anders verbinden kann. Ich bin

auch sehr kritisch und will nicht alles machen.

Selbst als ich noch nicht diese Karriere

hatte, wollte ich nicht alles machen,

nur um berühmt zu

werden. Vielleicht

hat es deswegen so

lange gedauert. Man

sollte schon immer

nur das machen, was

einem gefällt. Man

muss natürlich auch

mal Sachen machen,

um einen Fuß reinzukriegen.

Ich weiß noch, wie ich die Autoball-WM

bei Stefan Raab gemacht habe,

auch wenn ich es nicht konnte. Das habe

ich damals gemacht, um einfach dabei zu

sein und mir ein bisschen einen Namen

zu machen und präsent zu sein. Auch

Turmspringen würde ich wahrscheinlich

heute nicht mehr machen. Ich musste dafür

richtig trainieren und durch das Aufprallen

mit dem Kopf hatte ich danach

Schwindelgefühle. Das habe ich alles gemacht,

um einfach in der Sendung zu sein

und dafür bin ich auch dankbar. Das gibt

es aber in jeder Branche. Auch wenn man

Kameramann ist, muss man manchmal

Kabel tragen. Ich glaube, dass gehört einfach

dazu. Insgesamt

muss ich sagen, dass

ich auf das stolz bin,

was ich so gemacht

habe. Meine alleinige

Leistung war

das aber nie, das war

Teamarbeit. Es gab

immer Leute, die an

mich glaubten und

die mich auffingen.

Leute mit einem

speziellen Talent wie

du, haben in der Regel

auch die Fähigkeit entwickelt, andere

Dinge zu delegieren. Ohne das könnten

Künstler kaum erfolgreich sein, oder?

Ja, das stimmt, Autoren zum Beispiel. Ich

kenne einen super Autor namens Rainer

Bender, mit dem ich viel gearbeitet habe.

Er ist eigentlich ein ruhiger Kerl, aber in

seinem Kopf schwirrt es voller Gedanken.

Der wäre kein Bühnenmensch, das will er

auch gar nicht. Aber der hat sein Talent

»Wenn Künstler sich

auf etwas verlassen,

dann darf da auch nichts

schief gehen. «

richtig eingesetzt, indem er für verschiedene

TV-Formate schreibt, sozusagen als

Ghostwriter. Er schreibt viel und hat viele

Ideen, so hat jeder sein Talent. Ist doch

auch schön, dass es so ist. Jemand anders

ist vielleicht Steuerberater, das wäre für

mich zum Beispiel der Horror, Steuern zu

machen. Dafür habe ich Gott sei Dank jemanden,

der das gut kann und das ist auch

wichtig. Wenn Künstler sich auf etwas

verlassen, dann darf da auch nichts schief

gehen.

Du sagtest, richtig zufrieden bist du nie.

Du suchst immer nach der perfekten

Möglichkeit. Worauf hast du noch Bock?

Ich habe Bock drauf, Filme zu machen.

Ich habe auch Bock drauf, eine Sitcom zu

machen und mein derzeitiges Programm

„LASSMALACHE“ weiterzuführen, weil

es mir sehr viel Spaß macht. Auch weil es

politischer geworden ist. Aber nicht so,

dass es schwer ist, sondern aktuell. Ich

habe natürlich auch noch meine Stiftung.

Ich will noch viele Sachen machen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

15


Erfolg

Eigentor!

Warum wir uns unser Leben immer

wieder selbst versauen

Jochen ist erfolgreicher Unternehmensberater.

Er verdient gutes

Geld, fährt einen tollen Sportwagen

und wohnt in einem coolen Loft.

Alle halten ihn für einen echten

Erfolgsmenschen, doch was kaum

einer weiß: Jochen steht kurz vor der Privat-Insolvenz.

In eine ähnliche Lebensfalle

tappt Ina. Nach außen wirkt sie sportlich

und fit. Letzten Sommer ist sie noch zwei

Marathons gelaufen, doch ihre Blutwerte

zeigen: Sie ist schwer krank! Dann gibt es

da noch das glückliche Ehepaar Judith und

Ralf, mit ihren süßen Zwillingen. Judith

und Ralf sagen von sich, sie sind Seelenverwandte

und stehen alles gemeinsam

durch. Umso überraschender war es, als

letzte Woche der Umzugswagen vor ihrem

Häuschen stand und Judith mit den Kindern

auszog. Sie hatte Ralf in flagranti mit

einer anderen erwischt.

Wieso gibt es so viele, ähnliche Geschichten

von Menschen, die sich ihr eigenes

Glück zerstören? Nach außen ist scheinbar

alles perfekt, doch hinter den Kulissen

spielen sich dramatische Szenen ab!

Warum laufen wir sehenden Auges auf

Lebenskatastrophen zu und tun nichts gegen

die beizeiten, unabwendbaren Bedrohungen?

In allen drei obigen Fällen gab es ausreichend

Warnzeichen, bevor das Schlimmste

eintrat. Jochen wusste, dass demnächst

das Finanzamt mit einer hohen Forderung

auf ihn zu kommen würde. Geld, das er

nicht hatte. Denn sein mondäner Lebensstil

fraß seine ganze Liquidität auf. Ina

merkte schon länger, dass etwas nicht mit

ihr stimmte. Doch anstatt zum Arzt zu gehen,

machte sie einfach mehr Sport. Denn

Sport ist ja gesund. Und bei Judith und

Ralf war das eheliche Wasserbett schon

lange zum Toten Meer geworden. Statt sich

dieser Realität zu stellen, machte man lieber

auf glückliche Familie.

Welche Leichen modern in Ihrem Keller?

Vor welcher Realität flüchten Sie? Warum

fällt ein ehrlicher Blick in den Spiegel so

schwer?

Wir leben in einer Zeit der Selbstinszenierung.

Für viele ist Image alles. Und das

Motto „Fake it until you make it!“ ist für einige

zum persönlichen Mantra geworden.

Eine sozialpsychologische Studie von Jeff

Greenberg ergab, dass es selbst erfahrenen

Managern wichtiger ist, fair zu erscheinen

„Fake it until

you make it!“

ist zum Mantra

geworden.

als es tatsächlich zu sein. Doch das Streben

nach einer guten Außendarstellung führt

zum Verlust der echten Identität. Umso

mehr wir uns von unserem wahren Selbst

entfernen, desto anfälliger werden wir für

gefährliche Eigentore. Die einzige Chance

um der Abwärtsspirale des Selbstbetrugs

zu entkommen, ist radikale Realitäts-Akzeptanz!

Rolf Schmiel

ist Dipl. Psychologe, Autor und Redner

Im RTL-Klassiker „Raus aus den Schulden“

mit Peter Zwegat war eine entscheidende

Schlüssel-Szene immer der Moment,

wenn der Schuldenberater an einer

Flipchart den ernüchternden Kassen-Sturz

durchführte und aufzeigte, wie sehr sich

die Betroffenen selbst belogen und wie

dringend eine Änderung des Verhaltens

notwendig war. Doch viele flüchten

vor diesen Wahrheiten und verstecken

Rechnungsschreiben und Mahnbriefe im

Schuhkarton – bis der Deckel nicht mehr

zugeht. Und unglückliche Paare ertränken

ihre eheliche Frustration lieber in Prosecco

oder Bier, statt sich mit den Problemen

bewusst auseinanderzusetzen.

Die Wahrheit tut oft weh, deshalb schauen

wir lieber nicht. Wir verhalten uns wie

kleine Kinder, die sich die Augen zuhalten

und in dem Moment glauben, sie sind

unsichtbar. Wir rennen so lange vor der

Wahrheit weg, bis sie uns doch einholt und

dann geben wir den anderen die Schuld:

Das böse Finanzamt, die schlechten Ärzte

oder die sexy Nachbarin, die alte Hexe!

Wer verhindern möchte, dass er irgendwann

vor einem Scherbenhaufen steht,

muss sich den Realitäten des Lebens stellen.

Die Entscheidung, mit dem Selbstbetrug

aufzuhören, ist ein befreiender

Schritt. Denn wir müssen nicht mehr eine

Fassade angestrengt aufrechterhalten. Wir

alle unterschätzen die Kraft und Schönheit

der Wahrheit.

Meine Empfehlung: Stellen Sie sich dem

Leben, so wie es ist! Nehmen Sie sich selbst

an, so wie Sie sind! Denn Sie sind wundervoll!

Wahrscheinlich hat Ihnen das schon

länger niemand mehr gesagt. Tun Sie es

selbst! Gucken Sie gleich in den Spiegel

und sagen Sie sich: Ich bin liebenswert,

so wie ich bin! Nur wer sich selbst wertschätzt,

kann anderen authentische Wertschätzung

entgegenbringen. Wer gelernt

hat, sich selbst anzunehmen, braucht keine

glitzernde Verpackung, sondern strahlt

von innen heraus. Mit diesem ehrlichen

Strahlen werden Sie zu einem unwiderstehlichen

Erfolgsmagneten.

Bilder: Wikimedia/Valentin Groß, Jagersbacher

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

Brangelina - so wurden

Brad Pitt und

Angelina Jolie lange

genannt. Sie galten als

das perfekt funktionierende

Traumpaar

schlechthin - bis die

Fassade und die Ehe

zerbrachen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

17


Erfolg

Die Krypto-Boys

Drei Jungs mischen die Cryptoszene auf. Statt den

schnellen Reibach zu machen, wollen sie insbesondere

junge Leute aufklären – denn die sind anfällig

für „Werde schnell reich“.

Wer sind Nicky Taschew, Momo Karasu und

Andreas Vezonik?

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

Bild: World Economic Forum/swiss-image.ch/Moritz Hager, Dunsch

Dass der Markt der Kryptowährungen

derzeit einen

Boom erlebt, dürfte

jedem spätestens dann

einleuchten, wenn er seine

Facebook-App öffnet. Bitcoin und Co sind

mittlerweile überall ein großes Thema.

Gerade in der Zielgruppe der jungen Leute

spricht man jetzt von einem Hype, der

auch seine negativen Seiten hat. Es werden

Coins aufgelegt, die Geld einsammeln, jedoch

niemals abliefern. Der Geldofen lodert

– befeuert von ahnungslosen Greenhorns.

Nicky Taschew, Momo Karasu und

Andreas Vezonik gehörten selbst zur jungen

Garde, die auf gute Versprechungen hereinfielen.

Durch ihren Reifeprozess haben sie

nicht nur immenses Wissen, sondern auch

ein großes Krypto-Vermögen aufgebaut.

Mit ihrem YouTube-Kanal „KapitalExote“

räumen sie in der Branche auf und werden

damit zum Mittelpunkt des Interesses. Wer

sind also diese Krypto-Boys?

Nicky Taschew war der

extrovertierte Leistungssportler

mit bulgarischen

Wurzeln. Seine Eltern

gaben in der Heimat alles

auf, um sich in Deutschland

etwas

aufzubauen. Fleiß und Disziplin

waren die Tugenden, die

Taschew eingebrannt wurden.

Weil der schüchterne

Schüler oft gehänselt wurde,

flüchtete er sich in den Tischtennis-Leistungssport

und

gehörte bald zu den Besten.

Hier merkte er, dass er mehr wollte als den

Durchschnitt. So stellte er auch die vorgesehene

akademische Laufbahn in Frage. Im

„normalen“ System wollte er nie landen.

Das spätere Studium brach er ab, um sich

noch stärker auf seine Leidenschaft Sport

zu konzentrieren. Um seinen Lebensunterhalt

zu bestreiten, fuhr er Essen auf dem

Roller aus. Als ihm in einer eisigen Novembernacht

fast die Hände am Lenkrad

abfroren, schwor sich der junge Münchner,

das Mittelmaß so schnell wie möglich

hinter sich zu lassen und nie wieder zurückzukehren.

Durch einen Zufall erfuhr

Teschew Ende 2015 vom Thema Bitcoin

und fand sich in einem dreistündigen Webinar

wieder. Es sollte nicht nur seine Karriere,

sondern auch sein junges Leben für

immer verändern. Um sich vollkommen

auf seinen Traum, unabhängig zu werden,

konzentrieren zu können, gab er alles auf.

DER GELDOFEN

LODERT, ANGE-

FEUERT VON

AHNUNGSLOSEN

GREENHORNS

Seine Liebe zum Sport, Urlaub, Freizeit,

Frauen, Alkohol. Mit seinen Teamkameraden

feierte er seid dem große Erfolge

und bereiste die Welt. Von Bali nach Dubai,

von Barcelona auf die Kanaren. Nun

steht Miami auf dem Plan. „Die Freiheit,

jederzeit entscheiden zu können, was nun

passiert, ist für mich das Größte. Wenn ich

morgen nach Tansania möchte, kaufe ich

das Ticket und fliege los.“

Momo Karasu wuchs in

der sozialen Unterschicht

auf. In seinem österreichischen

Heimatdorf war

er der einzige Schüler

mit türkischen Wurzeln.

So lernte er Rassismus

kennen. Er verstand, sich durchzubeißen.

Zuhause gab es nicht viel, die Mutter

musste vier Kinder allein großziehen. Der

Wunsch nach finanziellem Erfolg war bei

Karasu schon mit 11 erkennbar, als

er seinen ersten Job annahm. „Noch

heute habe ich kein Problem, über

Wochen meine 16 Stunden-Tage abzureißen.

Meine Arbeitseinstellung

verdanke ich meiner Kindheit.“ Er

wurde Restaurantfachmann und

arbeitete mit 19 in drei Jobs gleichzeitig.

Zwei Jahre später arbeitete der

Österreicher als Restaurantleiter 260

Stunden im Monat. Doch die Anerkennung

im Job fehlte, was ihm den

Ausstieg erleichterte. Auch er lernte

die Network-Branche

kennen und verliebte

sich in das Modell.

Im ersten Jahr fuhr er

80.000 Kilometer, verdiente

aber kein Geld. Aufgeben war

für ihn jedoch keine Option,

denn sein Job als Restaurantleiter

machte ihn unglücklich.

Sein anfänglicher Weg war gepflastert von

Misserfolgen, aber „Misserfolg ist nicht

das Gegenteil von Erfolg, sondern ein Bestandteil

dessen. Daher wusste ich, dass

ich nur so lange weitermachen musste, bis

sich der Erfolg einstellt. Und das tat er.“

Die Belohnung für sein Durchhaltevermögen

spürte er nach der Geburt seiner Tochter.

Ihr würde er nun alles bieten können,

was er nie hatte.

Andreas Vezonik war

stets angepasst in seiner

Kindheit. Der Österreicher

mit slowenischen

Wurzeln wurde bodenständig

in dem Bewusstsein

erzogen, dankbar zu

sein. Sein Engagement im Fußball sollte

eigentlich zum Profi-Fußball führen. Er

lernte mit Leistungsdruck umzugehen und

gleichzeitig Teamplayer zu sein. Das hilft

ihm heute, auch wenn es mit der Profi-Karriere

nichts wurde. Nach der Matura (Abitur)

sollte das Projektmanagement-Studium

folgen. Doch es sollte anders kommen.

Beim Ausfüllen des Uni-Formulars kam

ausgerechnet seine Mutter zur Türe herein

und überzeugte ihren Sohn von einem

neuen Produkt, dessen Vertrieb sich lohnen

würde. An diesem Tag entschied sich

Vezonik gegen das Studium und für ein

eigenes Business. Und eine Erkenntnis

zog er aus diesem Erlebnis: „Es sind die

kleinen Entscheidungen, die den großen

Unterschied im Leben bewirken.“ Einfach

sollte es aber auch für Vezonik nicht werden.

Fünf Mal musste er von Null beginnen

und musste sich mehr Ablehnungen gefallen

lassen als die meisten anderen. Sein bis

dato größter Erfolg zerfiel zu Staub. Durch

Fehlentscheidungen eines Unternehmens

wurde sein Netzwerk von 500 Partnern

Wer noch tiefer einsteigen und

hinter die Kulissen blicken will,

besucht die HARDCORE ACADEMY.

Dort werden in Onlinekursen und

Treffen die Strategien der oberen

ein Prozent erklärt.

über Nacht wertlos. „Es war keine einfache

Zeit. Immer wieder habe ich Inspiration

bei meinen Vorbildern Gary Vaynerchuk

und Arnold Schwarzenegger gesucht. Zum

Glück habe ich 2016 begonnen, die Blockchain-Technologie

zu studieren und in der

Branche Erfolg zu bauen. Sie wird in den

nächsten Jahren die Welt umkrempeln

und wir sind vorne mit dabei.“

Heute verbringen er und seine Teamkollegen

Zeit mit einflussreichen Persönlichkeiten

wie Massiv, Mischa Janiec und

Patrick Reiser. Für die Jungunternehmer

hat die Reise erst begonnen wie sie sagen.

Denn die Technologie und viele der Anbieter

stecken noch in den Kinderschuhen.

So wie einmal der Buchdruck und die sozialen

Medien ein neues Feld waren, müssen

sich die Menschen nun an neue Währungen

gewöhnen – Kryptowährungen.

Einsteigerwissen vermittelt der beliebte

YouTube-Channel der Jungs www.youtube.com/c/Kapitalexote

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

19


Erfolg

Die

Gründer

Larry Page &

Sergey Brin

Bild: Wikimedia_Ehud Kenan_ Creative Commons Attribution 2.0 Generic, Depositphotos/wolterke, Zitelmann, Cover: Redline

Von Dr. Dr. Rainer Zitelmann

Larry Page, zusammen mit Sergey Brin Erfinder

von Google, sagte, man dürfe sich

„nie vom Unmöglichen einschüchtern

lassen“. Seine Philosophie: „Man sollte unbedingt

Dinge versuchen, vor denen die

meisten zurückschrecken würden.“

Page und Brin stehen auf Platz 12 und 13

der Anfang März 2018 veröffentlichten

Forbes-Liste der reichsten Menschen der

Welt – mit 48,8 Mrd. bzw. 47,5 Mrd. Dollar.

Zusammen besitzen sie sogar mehr als

Microsoft-Gründer Bill Gates, der mit 90

Mrd. Dollar hinter Jeff Bezos auf Platz 2

der Liste steht.

Die beiden 1973 geborenen Google-Gründer

hatten eine zündende Idee – sie wollten

die beste Suchmaschine der Welt erfinden.

Mit den Ergebnissen der damals domi-

»Versuche unbedingt

Dinge,

vor denen an

dere zurückschrecken«

nierenden Suchmaschinen wie Alta Vista

waren sie nicht zufrieden. Sie bedienten

sich zunächst selbst dieser Suchmaschine,

machten jedoch die Entdeckung, dass

neben einem Verzeichnis von Websites

die Resultate von Alta Vista auch scheinbar

nebensächliche Informationen über

Links zeigten. Durch die Einbeziehung des

Faktors der sogenannten Linkpopularität

ließen sich die Suchergebnisse im Web erheblich

verbessern, so ihre Entdeckung.

Businessplan? Zunächst einmal überflüssig

Die beiden Studenten waren von der Idee

besessen, die beste und fortschrittlichste

Suchmaschine der Welt zu schaffen. Zunächst

hatten sie gar nicht vorgehabt, eine

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

eigene Firma zu gründen, aber sie brauchten

viel Geld, um Hunderte PCs zu kaufen,

die sie miteinander verknüpften und für

die Durchsuchung des World Wide Web

benötigten. Es gelang ihnen dann auch,

Risikokapitalgeber zu finden. Aber eine

klare Geschäftsidee hatten sie nicht. David

A. Vise und Mark Malseed schreiben

in ihrem Buch Die Google Story: „Keiner

der beiden wusste, wie das Unternehmen

Geld erwirtschaften würde, aber wenn sie

die beste Suchmaschine besaßen, würden

manche Organisationen dieses Instrument

bestimmt einsetzen.“ Entgegen den Empfehlungen,

die Studenten der Betriebswirtschaftslehre

bekommen, verzichteten

sie auch darauf, einen Businessplan zu

entwerfen. Die Frage, wie Google eigentlich

Geld verdienen würde, blieb zunächst

unbeantwortet.

Ursprünglich hatten sie die Idee, anderen

Internet-Firmen Lizenzen für die Suchmaschinen-Technologie

zu verkaufen. Dies

erwies sich jedoch als sehr schwierig. Michael

Moritz von der Firma Sequoia, die

zu den beiden ersten Risikokapitalgebern

für Google gehörte, erinnert sich: „Im ersten

Jahr fürchteten wir, dass der Markt

schwieriger und widerspenstiger sei, als

wir erwartet hatten. Die Gespräche

und Verhandlungen mit potenziellen

Kunden zogen sich in die

Länge. Es gab etliche Konkurrenten

und wir hatten kein Personal für

den Direktverkauf.“

Page und Brin ließen sich dadurch

aber nicht entmutigen. Anzeigenwerbung

lehnten sie zunächst ab,

weil sie befürchteten, damit werde

die Objektivität der Suchergebnisse

negativ beeinträchtigt. Andere Firmen,

die sich über Anzeigenwerbung zu

finanzieren suchten, waren ein negatives

Beispiel. Zudem zeigte sich, dass die damals

übliche Banner-Werbung nicht besonders

effektiv war.

Schließlich entdeckten sie jedoch ein Unternehmen,

das den Verkauf von Anzeigen

in Verbindung mit Suchergebnissen recht

erfolgreich bewerkstelligte. Mit Suchanfragen

gekoppelte Werbung schien ein

funktionierendes Konzept zu sein. Page

und Brin entschlossen sich, das Konzept

zu modifizieren und zur Grundlage ihres

Geschäftsmodells zu machen. Die Strategie

war einfach: Google sollte kostenlose

Suchergebnisse erzielen und Geld durch

den Anzeigenverkauf verdienen.

In den ersten Jahren machte die Firma

Verluste. Im Jahr 2000 betrug das Minus

14,7 Millionen Dollar. Doch bereits im

Jahr 2001 wurde ein erster Gewinn von 7

Millionen Dollar verbucht. Im folgenden

Jahr erwirtschaftete Google schon fast 100

Millionen, 2004 waren es fast 400 Millionen

und im Jahr darauf 1,5 Milliarden

Dollar. Im Jahr 2017 machte Google (heute:

Alphabet) einen Umsatz von 110 Milliarden

Dollar.

Niemand wollte Google für 1 Million

Dollar kaufen

Im Jahr 1998, als sie die technische Basis

für das spätere Google-System geschaffen

hatten und die Lizenz dafür an Firmen

wie Yahoo! verkaufen wollten, waren Page

und Brin überall abgeblitzt. Die

eine Million Dollar, die sie für

das System haben wollten, war

allen, denen sie ihre Suchmaschine

anboten, viel zu teuer. Dieser

„Misserfolg“ stellte sich später für

die Google-Gründer als das größte

Glück heraus, denn sie hätten dieses

Unternehmen wohl nie gegründet,

wenn sie damals einen Käufer

gefunden hätten. Dies ist übrigens

ein weiteres Beispiel dafür, dass in jedem

Misserfolg auf der anderen Seite der Keim

für einen unerwartet großen Erfolg steckt.

Google ist ein gutes Beispiel dafür, dass

nicht perfekte Pläne, sondern die schnelle

Lernfähigkeit entscheidend für den Erfolg

einer Unternehmensgründung ist. Manch

Dr. Dr. Rainer Zitelmann

ist ein erfolgreicher Immobilieninvestor und

mehrfacher Buchautor.

Der Artikel ist eine leicht aktualisierte

Fassung aus seinem Buch „Setze dir größere

Ziele!“, das inzwischen in neun Sprachen

erschienen ist.

einer würde den Kopf über Firmengründer

schütteln, die keinen Businessplan haben

und nicht wissen, wie sie genau Geld

mit ihrer Firma verdienen wollen. Keine

Bank der Welt hätte Existenzgründern wie

Page und Brin einen Kredit gegeben. Aber

eine große Vision, verbunden mit einem

hohen Maß an Experimentierfreudigkeit,

Pragmatismus und Lernfähigkeit, ist mehr

wert als das geduldige Papier, auf dem ausgefeilte

Businesspläne verfasst werden, die

allenfalls BWL-Professoren in Verzückung

versetzen können.

Die pragmatische und experimentierfreudige

Einstellung behielten die Google-Gründer

bis heute bei. Eine neue

Dienstleistung von Google wird oft mit

dem Zusatz Beta versehen, um damit anzuzeigen,

dass sie noch nicht ausgereift

sei. Google ist durch die Experimentierfreudigkeit

seiner Gründer entstanden –

und zu einem der profitabelsten und am

schnellsten wachsenden Unternehmen der

Welt geworden. Die Lehre: Es ist nicht so

entscheidend, was Sie wissen, wenn Sie

ein neues Unternehmen gründen, sondern

es kommt alles darauf an, wie schnell Sie

lernen, nachdem Sie das Unternehmen gegründet

haben.

»Nie vom Unmöglichen

einschüchtern lassen«

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

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Story

Regisseur Woody Allen

ist bekannt für seine eher

pessimistische Weltsicht,

auf der einige seiner

besten Filmwerke ihren

Erfolg begründen.

OPTIMIST

ODER

PESSIMIST?

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Story

Bilder: Privat, Depositphotos/

Es waren einmal Zwillinge, die glichen sich

äußerlich wie ein Ei dem anderen. Ansonsten

waren sie aber vollkommen verschieden.

Wenn es dem einen zu heiß war, war es

dem anderen zu kalt. Wenn der eine sagte:

“Die Musik ist zu laut”, wollte der andere

die Musik noch lauter. Und der auffälligste

Unterschied zwischen den beiden war der,

dass der eine von ihnen zu jeder Stunde optimistisch

und zuversichtlich war, während

sich der andere immer schlecht gelaunt und

pessimistisch gab.

Als sie nun eines Tages Geburtstag hatten,

wagte der Vater der Zwillinge ein Experiment:

Er wartete am Vorabend des Geburtstages

so lange, bis seine Söhne eingeschlafen

waren, und machte sich dann heimlich ans

Werk. Er füllte das Zimmer des Pessimisten

bis unter die Decke voll mit den schönsten

Geschenken: Spielzeug, Sportgeräte, technische

Geräte und vieles mehr. Dem Optimisten

aber legte er nur einen stinkenden Haufen

Pferdeäpfel ins Zimmer – sonst nichts.

Nun war er gespannt, was passieren würde.

Am nächsten Morgen schaute der Vater zuerst

ins Zimmer des Pessimisten. Er fand ihn

laut klagend am Boden sitzen, inmitten der

ganzen wundervollen Geschenke.

“Warum weinst du denn?” fragte der Vater.

“Erstens, weil meine Freunde neidisch sein

werden, zweitens, weil ich die ganzen Gebrauchsanleitungen

lesen muss, bevor ich

mit den Geschenken etwas anfangen kann,

drittens, weil ich für die meisten dieser

Spielsachen ständig neue Batterien brauchen

werde und viertens, weil im Lauf der

Zeit bestimmt ein paar von den Spielsachen

kaputtgehen werden!”

Darauf ging der Vater in das Zimmer des

optimistischen Zwillings. Dieser hüpfte vor

Freude um die Pferdeäpfel herum. “Warum

bist du denn so fröhlich?” fragte der Vater.

“Ganz einfach”, antwortete dieser “weil

irgendwo im Haus ein Pony sein muss!”

(Verfasser unbekannt)

Jede Grundsatzdiskussion über Optimismus

und Pessimismus beginnt mit der

klassischen Streitfrage: “Ist das Glas halb

voll, oder halb leer?”

Für die Optimisten ist das Glas halb voll,

für die Pessimisten ist das Glas halb leer.

Und beide haben Recht und doch unterscheiden

sie sich in einem Punkt. Schon

die Definition der Pessimisten im Duden

klingt traurig. "Lebensauffassung von

Menschen, die alles von der schlechten

Seite betrachten", heißt es dort unter dem

Stichwort Pessimismus. Optimisten richten

demnach ihr Augenmerk auf die positiven

Aspekte die ihnen das Leben oder

eine Situation bietet und die Pessimisten

richten ihren Blick auf die negativen Aspekte

und Hürden.

Die Mischung

macht's!

»Das reale Leben ist ein Ponyhof: Überall

Mist und jeder erzählt dir was vom Pferd.«

Das Leben positiv sehen? Einspruch,

Euer Ehren!

Kein Mensch kommt als Optimist oder

Pessimist zur Welt. Weder Optimismus

noch Pessimismus wird uns in die Wiege

gelegt. In der Kindheit erscheint uns die

Welt, als ein Ort unbegrenzter Möglichkeiten,

ein Ort ohne Grenzen, ein Ort wo

alle Träume in Erfüllung gehen können.

Kinder zweifeln nie. Sie sind felsenfest davon

überzeugt, dass sie “wenn ich einmal

groß bin” Astronaut, Feuerwehrmann,

Pilot, Arzt oder Superheld werden. Doch

mit dem Älterwerden durchleben sie einen

Wandel. Pessimismus wird erlernt –

oft durch die Erfahrung der Hilflosigkeit.

Plötzlich wird die bunte Welt grau. Denn

das reale Leben ist ein Ponyhof: Überall

Mist und jeder erzählt dir was vom Pferd.

Ist das Leben also ein harter Kampf in dem

Träume keinen Platz haben oder müssen

wir einfach reiten lernen, um auf dem

Pony hof zurecht zu kommen?

Eine echte Optimistin, die auch reiten

kann ist: Hanne Brenner, Dressurreite-

Daniela A. Ben Said

ist Rednerin, und Autorin. Sie studierte

Psychologie, ist Heilpraktikerin für

Psychotherapie und beschäftigt sich

mit den Bereichen NLP, Transaktionsanalyse

und Business Consulting.

rin im Behindertenreitsport, die von sich

selbst sagt: „Mein Optimismus ist ziemlich

unerschütterlich…“

Woody Allen hingegen ist ein bekennender

Pessimist und Neurotiker. Sagte

er doch einst: „In einer Ehe kann man zu

zweit Probleme lösen, die man alleine nie

gehabt hätte.“

Ein, den Pessimisten zugeordneter Denkfehler,

ist der „negative Bias“ – die negative

Voreingenommenheit. Das bedeutet, dass

manche Gehirne eine Vorliebe für schlechte

Nachrichten haben. Es speichert Negatives,

Missglücktes besser ab und kramt es

auch schneller wieder hervor als neutrale

oder positive Erlebnisse. Menschen, die

auf den negative Bias „reinfallen“ begründen

das mit Argumenten wie: Wenn ich

nicht viel erwarte, werde ich auch nicht

enttäuscht und bin dann positiv überrascht,

wenn es doch gut wird. Wird dieser

Realismus als Vorwand genommen? Als

ein Versteck vor den Möglichkeiten?

Das Zauberwort lautet: Bewusste Entscheidung

Meine Empfehlung lautet: Pessimistischer

Optimismus! Entscheiden Sie sich bewusst

für eine optimistische Lebenseinstellung.

Suchen sie neue Chancen, Lösungen und

halten Sie den Pessimisten als Partner an

Ihrer Seite, da er Ihnen Hürden aufzeigt,

die Sie bewältigen müssen. So laufen sie

nicht „optimistisch verstrahlt“ durch das

Leben, sondern realistisch-positiv.

Letztlich gilt nur eine Prämisse. Sind Sie

glücklich mit Ihrer Art des Lebens?

Woody Allen hat aus seinem Pessimismus

seine Kreativität gezogen, tolle Filme gemacht

und Satiriker hätten wohl ohne die

negative Sicht der Dinge wenig Möglichkeiten

für Humor.

Hanne Brenner sagt von sich, sie sei eine

unerschütterliche Optimistin. Meiner

Analyse zur Folge lebt sie sehr erfolgreich

den „pessimistischen Optimismus“, indem

sie selbst sagt: „Ich habe mir immer realistische

Ziele gesetzt und dann alles gegeben,

um sie zu erreichen. Deshalb war ich

nur ganz selten enttäuscht, sondern viel

öfter überrascht, etwas Tolles geschafft zu

haben.“

Ihre innere Einstellung und Ihre Sichtweise

bezüglich des Lebens entscheiden, ob

Sie zu den glücklichen „pessimistischen

Optimisten“ oder zu den unglücklichen

Pessimisten zählen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

23


Story

Der

Coaching

Business

Macher

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Story

Er hat das Coaching Business neu definiert.

Europas Business Mentor Nummer eins

zeigt heute anderen Coaches und Experten,

wie sie ihre Freiheit zurückgewinnen.

Bilder: Reimann, privat

Javid Niazi-Hoffmann galt schon

als Jugendlicher als grenzenloser

Optimist. „Ich hatte immer den

Traum von Wohlstand und Freiheit,

denn das ist das Geburtsrecht eines

jeden Menschen. Ich wollte nicht den

vorgegeben gesellschaftlichen Konventionen

folgen, die mir vorschreiben, wie ich

mein Leben zu gestalten habe. Mein Leben

sollte in meinen Händen liegen. Ich wollte

selbstbestimmt leben. Ich habe schnell

gelernt, dass jeder Mensch für sich selbst

verantwortlich ist. Schon als kleines Kind

hat mir mein Taschengeld nicht gereicht,

deshalb habe ich bereits in jungen Jahren

meinen Geschäftssinn entdeckt. Ich konnte

nicht verstehen, warum die Natur mit

Pflanzen, Ozeanen und Tieren in Hülle

und Fülle lebt und wir Menschen uns so

derart begrenzen.“

Mit zwei Abschlüssen in

Wirtschaftsinformatik und

MBA Entrepreneurship

begann Niazi-Hoffmann,

als Managementberater

zu arbeiten. Wer die Armut kennengelernt

hat, weiß den Überfluss zu schätzen.

So ging es auch dem jungen Berater,

der in den folgenden 15 Jahren nur zwei

Dinge kannte: Arbeiten und Schlafen.

Was zunächst in überschaubaren Beratungsprojekten

begann, wurde schnell zu

einer großen Nummer. Zuletzt coachte er

Konzernvorstände und Manager großer

Dax-Unternehmen und reiste pausenlos

durch die Welt. Was ihm dabei wieder

abhanden kam, war seine Freiheit. „Die

Gesellschaft hat mich als super erfolgreich

abgestempelt. Ich hatte einen angesehenen

Beruf, einen sündhaft teuren Wagen und

ein großes Haus. Aber ich fühlte mich wie

ein Hamster im goldenen Käfig. Ich war

todunglücklich.“

Zu diesem Zeitpunkt wurde dem erfolgreichen

Berater von einem Konzern eine

Spitzenposition angeboten. Noch mehr

Prestige, noch mehr Geld, noch weniger

»Ich habe Armut, Kriminalität und Verzweiflung

gesehen und verstanden, dass Wohlstand nicht

nur die Lösung ist, sondern unser Geburtsrecht.«

Einen Einblick in Javid Niazi-Hofmanns

Arbeit gewinnt man unter

www.wohlstand.club/webinar

Zeit für sich und die Familie. Niazi-Hoffmann

wurde klar, dass er all seine Prinzipien

verraten hatte. Er genoss keine Freiheit

und keine Selbstbestimmung mehr. Er

tat das für ihn einzig richtige: Er stieg aus.

Frei nach Napoleon Hills „Denke nach

und werde reich“ überlegte der talentierte

Mittdreißiger, wie er aus seiner Situation

Kapital schlagen könnte. Bald fiel ihm

auf, dass es noch vielen anderen Beratern

und Coaches erging wie ihm. Die einkommenstechnische

Abhängigkeit vom

persönlichen Zeiteinsatz war der Rubikon,

den es zu überwinden galt. Berater verdienen

immer nur dann Geld, wenn sie zum

Kunden fliegen und Zeit gegen Honorar

verkaufen. Genau da setzte er an. Er entwickelte

eine Methode, wie Berater und Coaches

durch die Möglichkeiten des Internets

ein Geschäftsmodell aufbauen können, das

ohne ihren ständigen Zeiteinsatz Profite

abwirft.

Die Zauberformel heißt

„Premium Coaching“.

Niazi- Hoffmann hat eine

Strategie entwickelt, die

er heute anderen Coaches zugänglich

macht. Diese können sich dadurch ein

sechsstelliges Einkommen über digitale

Coaching-Programme aufbauen und

damit ihr Wissen effizienter versilbern.

Damit gehören die Tage im Flieger und

Hotel der Vergangenheit an – zumindest

fast. Denn „es ist immer die gesunde Mischung

aus digitaler Vermarktung und

persönlicher Unterstützung. Aber der

Anteil des persönlichen Einsatzes sinkt

auf 10-15 Prozent. Damit gehören dir wieder

90 Prozent deiner Zeit – bei höherem

Einkommen. Denn die Möglichkeiten des

Internets skalieren deine Ergebnisse durch

automatisierte Kundengewinnung“, gibt

Niazi-Hoffmann zu bedenken. Unzählige

Klienten bestätigen den Erfolg seiner Strategie.

In den sozialen Medien gilt der Revoluzzer

mittlerweile als Europas Business

Mentor Nummer eins. Was er jedoch auf

jeden Fall getan hat: Er brachte den Coaches

ihre Freiheit zurück. Chapeau.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

25


Story

Beate Uhse

Vom Mut, gegen den Strom zu

Von Dr. Dr. Rainer Zitelmann

Vielleicht können Sie – so wie ich und viele

andere Menschen auch – nichts mit Beate

Uhse und ihren Produkten anfangen, doch

ich bin sicher, Sie werden diese Frau bewundern,

wenn Sie erfahren, wie sie aus

dem Nichts heraus den größten Erotikkonzern

der Welt aufbaute.

Als Pilotin allein in einer Männerwelt

Beate Uhse war schon immer ehrgeizig.

Mit 15 Jahren wurde sie hessische Meisterin

im Speerwerfen. Mit 16 Jahren ging

sie von der Schule ab, weil sie Fliegerin

werden wollte. Für ein Mädchen in der

damaligen Zeit war das sicherlich ein sehr

ungewöhnlicher Wunsch.

Mit 17 Jahren saß sie das

erste Mal als Flugschülerin

in einer Maschine. In ihrer

Klasse waren 59 Männer,

sie war die einzige Frau.

„Nach 213 Starts und

Landungen, den Zielanflügen,

dem Höhenflug

und dem 300-Kilometer-Überlandflug

hatte

ich im Oktober 1937 den

A2-Schein. Er lag an meinem 18. Geburtstag

als Einschreibebrief daheim in Wargenau

auf dem Tisch.“

Im August 1938 legte sie die Kunstflugprüfung

ab, schon einen Monat vorher wurde

sie beim 1. Zuverlässigkeitsflug für Sportfliegerinnen

Zweite. Drei Wochen später

wurde sie beim Luftrennen in Belgien in

ihrer Klasse Erste und in der Gesamtwertung

Zweite. Als sie eine Praktikantenstelle

bei den Bücker-Flugzeugwerken bekam,

war ihr Vater „richtig entsetzt“: „Seine

Tochter unter 2000 Arbeitern und Monteuren.

Außer mir kein weibliches Wesen

in den Produktionshallen. Das fand er gar

nicht gut.“

Die Filmfirma UFA fragte bei den Flugzeugwerken

wegen Piloten als Doubles

an, die Stunts fliegen sollten. Eines Tages

durfte sie ihr Idol doubeln, den berühmten

Schauspieler Hans Albers in einem seiner

Hoppla-jetzt-komm-ich-Filme. Am Ende

des Krieges überführte sie Flugzeuge für

die Luftwaffe. Beim Einmarsch der Roten

Armee konnte sie am 22. April als letzte

Frau aus Berlin fliegen. „Morgens um 5

Uhr 55 versuchten wir unser Glück. Die

Maschine war total überladen.“ Ihr Flugzeug

wurde beschossen, aber zum Glück

nur an der Verkleidung des Fahrwerks

getroffen. „Wir gewannen nur langsam

Höhe, quälend langsam. Aber wir schafften

es, wir entkamen aus dem eingekesselten

Berlin. Wir waren die Letzten, die es

noch mit einem Flugzeug schafften.“

Nach dem Krieg geriet sie in Kriegsgefangenschaft,

zusammen mit ihrem Sohn, den

sie 1943 im Alter

von 24 Jahren bekommen

hatte. Ihr

Mann war kurz

nach der Geburt

bei einem Flugzeugunglück

gestorben. Sie selbst wurde

bei einem Unfall in der Kriegsgefangenschaft

schwer verwundet. „Keine Arbeit,

kein Geld, keine Eltern, keinen Mann, keine

Heimat mehr – und jetzt vielleicht für

immer ein Krüppel. Den Krieg überlebt,

nach drei Tagen Frieden nun dies. Meine

private Bilanz: eine Katastrophe.“ Wie,

so fragte sie sich, sollte sie bloß ihr Kind

durchbringen?

Dr. Dr. Rainer Zitelmann

ist ein erfolgreicher Immobilieninvestor und

mehrfacher Buchautor.

Die Schrift X

Kurz nacheinander kamen drei Freundinnen

zu ihr, die alle kurz nach Kriegsende

– ihre Männer waren zurückgekehrt

– schwanger geworden waren. In

den schwierigen Monaten nach dem Krieg,

wo jeder ums Überleben kämpfte, wollten

die meisten Paare kein Kind. Sie wollten

wissen, wie sie sich besser schützen konnten.

Kondome gab es damals keine und die

Pille war noch lange nicht erfunden.

Beate Uhse setzte sich an die Schreibmaschine

und entwarf eine Broschüre, die sie

die Schrift X nannte, weil ihr kein anderer

Name einfiel. Sie beschrieb darin die Verhütungsmethode

von Knaus-Ogino, die

Lehre von den empfängnisfreien Tagen der

Frau. Gegen fünf Pfund Butter (Geld war

damals nichts

wert) erklärte

sich ein Drucker

bereit, 2000

Stück davon und

10.000 Postwurfsendungen

zu drucken. Die Sache funktionierte.

Es gab genügend Bestellungen

– nach der Währungsreform kostete die

Broschüre 1 Mark. Im Jahr 1947 verkaufte

sie schon 37.000 Exemplare ihrer Schrift.

„Schriftlich fragten immer mehr Kunden

an, ob ich ihnen nicht auch Artikel besorgen

könne, die es vor dem Krieg einmal

gegeben hatte, also Kondome und Aufklärungsbücher

wie van de Veldes Die vollkommene

Ehe oder Liebe ohne Furcht ...

Wie die Jungfrau zum Kinde war ich zu

meinem Gewerbe gekommen.“

Sie nahm denn auch Aufklärungsbücher

und Kondome in das Sortiment ihrer neu

gegründeten Firma auf. „Ich existierte von

der Hand in den Mund. Immer dann, wenn

ein bisschen Geld in der Kasse war, ließ ich

neues Werbematerial drucken, schrieb aus

Telefonbüchern, die ich besorgte, Adressen

ab und verschickte meine Werbebriefe. Bei

Großhändlern bestellte ich, was die Kunden

bei mir anforderten.“ Ihr neuer Partner

half kräftig mit: „Er erzählte mir von

der schrecklichen Zeit seiner russischen

Gefangenschaft. Um nicht verrückt zu

werden, hatte er all seine Gedanken auf ein

einziges Thema konzentriert: In seinem

Kopf hatte er ein Versandgeschäft gegründet

und geführt.“ Zwar hatte er keinen

»Ich existierte von der

Hand in den Mund«

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Story

schwimmen

Beate Uhse 1938 als frischgebackene

Kunstflug-Pilotin

und 2009 vor ihrem Jet.

Der Beitrag ist eine –

leicht aktualisierte –

Fassung aus dem Buch

„Setze dir größere

Ziele!“ von Dr. Dr. Rainer

Zitelmann. Das Buch

ist inzwischen in neun

Sprachen erschienen.

Bilder: Beate Uhse AG

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

27


Story

Erotikversand geplant, sondern einen für

Haarwasser, aber die Pläne kamen jetzt der

neuen Firma zugute.

Der Professor und die Broschüre mit

„schweinischem Inhalt“

Damals war alles, was mit Sexualität zu tun

hatte, freilich noch hochgradig tabuisiert.

Sie hatte schon bald ihre erste Vorladung

bei der Polizei: „Sie haben am 25. Mai dem

Professor Sowieso unaufgefordert eine

Broschüre mit schweinischem Inhalt zugeschickt.

Warum?“ Eines Tages standen drei

Polizisten vor ihrer Tür und notierten die

Adressen von 72 Kunden, die Kondome

bestellt hatten. Prompt erfolgte die Anklage.

Die Begründung: Die 72 Kondome

seien möglicherweise an Unverheiratete

verschickt worden. Und da Geschlechtsverkehr

zwischen unverheirateten Paaren

damals nach dem Gesetz als „unzüchtig“

galt, wurde die Lieferung von Kondomen

an Unverheiratete als Beihilfe zur Unzucht

bewertet. Zum Glück konnte sie beweisen,

dass alle 72 Kondomkäufer verheiratet waren.

Die Staatsanwaltschaft überzog sie mit immer

neuen Prozessen. Der Vorwurf: Das

Sexualgefühl werde „künstlich überreizt“.

Ein Staatsanwalt, der sie besonders ins

Visier genommen hatte, erklärte: „Es ist

eine für die Reklamepsychologie bekannte

Erscheinung, dass man Bedürfnisse, also

die Empfindung eines Mangels, erzeugen

kann. Der Durchschnittsamerikaner ist

überzeugt davon, dass er ohne Kaugummi

nicht leistungsfähig ist. Die Mode ist eine

Auswirkung derselben Erscheinung. Darin

besteht die größte Gefahr des erotischen

Schrifttums: Das Gefühlsleben wird verzerrt

und die Wertmaßstäbe verschieben

sich.“ Damals war eine andere Zeit. Beate

Uhse bekam Tausende Briefe, mit denen

sich die Menschen an sie als Ratgeberin in

Sachen Sex wandten. Darunter waren Fragen

wie beispielsweise: „Ich möchte, dass

meine Frau mal oben liegt, sie weigert sich

aber, weil sie glaubt, das wäre unnatürlich.

Stimmt das?“ Beate Uhse hatte offenbar

mit ihrer Geschäftsidee ins Schwarze getroffen.

1953 hatte die Firma schon 14

Mitarbeiter und der Umsatz belief sich

auf 365.000

»Lockendes Lächeln«

war strafbar als

»Aufforderung zur

Unzucht«

Willen kann ich im Gesichtsausdruck der

Damen keine Unterschiede erkennen, tut

mir leid, Herr Staatsanwalt.“

Auch die katholische Kirche wetterte gegen

Beate Uhse. Die Diözese Köln legte

Formulare aus, mit denen die Kirchgänger

Strafanzeige gegen sie wegen unverlangter

Zusendung von unzüchtigem Material

erstatten konnten. Ein Kläger führte vor

Gericht aus: „Als ich nach Hause kam, lag

im Flur ein Brief. Und als ich den angefasst

habe, fühlte ich schon das Böse.“ Wie sich

das denn anfühle, wollte

der Richter wissen. „Ja,

also, das spürt man eben

... Als ich den Brief öffnete,

sah ich schon den

Schmutz. Ich warf alles

sofort in den Abfall.“

Der Richter argumentierte

jedoch, wenn der

Kläger nicht einmal in

der Broschüre geblättert

habe, könne er sich auch nicht durch den

Inhalt beleidigt fühlen. Beate Uhse wurde

in allen 82 Fällen freigesprochen.

Bilder: Beate Uhse AG

Mark. Im folgenden Jahr stieg er bereits

auf über eine halbe Million und 1955 auf

822.000 Mark. 1956 überstieg er erstmals

die Millionengrenze – sie setzte 1,3 Millionen

Mark um. Ein Jahr später waren es

bereits 2 Millionen Mark und wieder ein

Jahr später stieg der Umsatz sogar um fast

64 Prozent. Jetzt hatte sie bereits mehr als

600.000 Kunden und 59 Mitarbeiter.

Der Staatsanwalt beanstandet das „lockende

Lächeln“

Der Staatsanwalt ließ jedoch nicht locker.

Beate Uhse hatte auch Aktfotos in ihr

Sortiment aufgenommen – aus heutiger

Sicht ganz harmlose Aufnahmen. Minutiös

nahm der Staatsanwalt die Fotos unter

die Lupe und untersuchte, ob die Nackte

vielleicht jenen Appeal hatte, den er als

„lockendes Lächeln“ entlarvte. Lockendes

Lächeln war – im Unterschied zu einem

eher ausdruckslosen Gesicht – strafbar,

weil es den Tatbestand der „Aufforderung

zur Unzucht“ erfüllte. Diesmal hatte Beate

Uhse jedoch Glück, denn der Richter befand,

nachdem auch er die Fotos in Augenschein

genommen hatte: „Beim besten

Der Gang an die Börse

1962 eröffnete Beate Uhse dann in Flensburg

ihr „Fachgeschäft für Ehehygiene“,

den ersten Erotikshop der Welt. Da sie

befürchtete, empörte Bürger könnten dagegen

randalieren, eröffnete sie ihn kurz

vor Weihnachten – da seien die Menschen

friedlicher. In den folgenden Jahren

machte sie Abermillionen Umsätze und

expandierte in viele Länder der Welt. Im

Mai 1999 ging ihr Unternehmen an die

Börse. Der Ansturm der Anleger war so

gewaltig, dass die federführende Commerzbank

die Zeichnungsfrist um vier

Tage verkürzen musste. Dennoch war die

Aktie 63-fach überzeichnet und erreichte

am ersten Tag ein Plus von 80 Prozent.

Doch in den folgenden Jahren merkte

man zwei Dinge: Nach dem Tod von Beate

Uhse im Jahr 2001 fehlte ihr unternehmerisches

Genie. Und die Konkurrenz durch

das Internet stelle das Geschäftsmodell infrage.

Das Unternehmen geriet in massive

Schwierigkeiten und musste Ende 2017 Insolvenz

anmelden.

In der ZEIT hieß es: „In den letzten Jahren

litt der 1946 gegründete Konzern wie

viele andere Firmen in der Erotikbranche

vor allem unter der Konkurrenz aus dem

Netz. Seit Jahren sind die Umsätze rückläufig.

Versuche, die Läden und Shops für

eine jüngere und weiblichere Zielgruppe

attraktiver zu machen, brachten nicht die

erhofften Zuwächse. Und so musste der

Erotikhändler immer mehr Filialen schließen

– bundesweit gibt es nur noch 43 Läden.

Auch ein verstärkter Ausbau des Onlineangebots

konnte den Rückgang nicht

kompensieren.“

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Story

Sergej Heck

Trotz Niederlagen

an die Spitze

Raus aus dem Hamsterrad!

Bild: Heck

Sergejs Eltern verließen Kasachstan

in jungen Jahren, um ihm

und seiner Schwester ein besseres

Leben zu ermöglichen. Doch

ganz so, wie sie es sich vorgestellt

hatten, kam es nicht. In den ersten

drei Jahren waren die Lebensumstände

der Familie schlimmer als in der Heimat.

Hatten sie in Kasachstan noch ein großes

Haus mit Bauernhof, musste sich Sergej

in Deutschland eine Einzimmerwohnung

mit seiner Familie teilen und mehrmals

von einem Wohnheim ins andere umziehen.

Im Nachhinein ist er für diese Jahre

sehr dankbar, weil Sie ihm gezeigt haben,

dass viele Menschen heutzutage im Überfluss

leben und das für selbstverständlich

halten. Die Erfahrungen gaben ihm eine

völlig neue Perspektive auf das Leben.

Nach dem Abitur entschied er sich für die

Ausbildung zum Mechatroniker. Zufriedenheit

fand er in diesem Beruf nicht, er

wollte mehr aus seinem Leben rausholen.

Ein Fernstudium zum Diplom-Ingenieur

erschien ihm das Ticket in die weite Welt

zu sein. Nach Abschluss seines Studiums

und zwei Jahren harter Arbeit als Angestellter

eines großen Konzerns entwickelte

sich in ihm die immer lauter werdende

Frage nach dem „Warum?“. Er fühlte sich

gefangen in seiner Arbeit und wusste,

Sergej gründete mit Freunden sein erstes

eigenes Unternehmen, ein Modeportal.

Erfolg konnte er damit jedoch nicht verbuchen.

Es mangelte nicht nur an Marketing-

und Verkaufswissen, sondern auch

an unterstützungswilligen Investoren.

Nach zwei Jahren und einem fünfstelligen

Das Leben hat noch

viel mehr zu bieten!

selbst wenn er sich zu einer Führungskraft

in diesem Unternehmen hocharbeiten

würde, wäre er immer noch orts- und zeitgebunden

- für ihn der Inbegriff eines Lebens

im Hamsterrad. Er wollte mehr vom

Leben.

Verlust musste das Unternehmen liquidiert

werden. Geführt von dem Wunsch

unabhängig zu sein und seine Eltern stolz

zu machen, kam er durch einen Freund auf

das Network Marketing. Aber auch dieser

Versuch endete durch Managementfehler

in einer finanziellen Katastrophe, die zur

Schließung des Unternehmens führte. Alle

Provisionen waren auf einen Schlag weg.

Sein Fazit daraus: Nie wieder von einem

Network-Unternehmen abhängig machen!

Infolge dessen positionierte er sich als Networker

neu und suchte über Online-Kanäle

seine Partner. Es folgte die Gründung

einer eigenen Website und der Aufbau

einer großen Network Community, indem

er große Mengen Mehrwert kostenfrei

veröffentlichte. Sorgfältig erweiterte er

sein Wissen und investierte über 10.000

Euro in Fortbildung. Der Erfolg ließ nicht

lange auf sich warten: Als er sein Network

auf über 113.000 Partner ausgebaut hatte,

konnte er seinen Hauptjob kündigen.

Sein Traum, orts- und zeitunabhängig zu

sein, und ein Vermögen aufzubauen, das

ein sorgenfreies Leben ermöglicht, war

erreicht.

Heute verfolgt Sergej Heck das Ziel, sein

Wissen mit anderen Menschen zu teilen.

Sein Wunsch ist es, dass dadurch mehr

Menschen das im deutschsprachigen

Raum noch mit Imageproblemen behaftete

Network Marketing richtig verstehen

und kennenlernen.

In diesem Zuge veröffentlichte

er das Buch „Network

Marketing Imperium“,

in dem er die Top

5-Schritte erklärt, die er

nutzte, um in den letzten

24 Monaten über 220.000

Partner aufzubauen. Da

passt es ganz zu seinem

Motto, Mehrwerte zu verschenken,

um gute Partner

zu generieren, wenn er

unter https://buch.sergejheck.de/

sein Buch zur

Gratisbestellung anbietet.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

29


Story

DAS MITTELFELD IST

ZUM KOTZEN!

Über Priorisierung, den Sauerstoff,

den Ihr Unternehmen zum Leben braucht.

Auszug aus Gary Vaynerchuk "#ASKGERYVEE"

Ich verbringe meine gesamte Zeit

zwischen Staub und Wolken. Die

Wolken stehen für die hochfliegende

Philosophie und die Überzeugungen,

die den Kern meiner

Persönlichkeit und meiner beruflichen

Tätigkeit ausmachen.

Die persönliche Seite ist total simpel: An

erster Stelle steht meine Familie. Alles andere

ist nicht wirklich wichtig.

Beruflich ist es nicht viel anders.

Aus diesem Grund sage ich meinen

Mitarbeitern von Vayner-

Media oft, dass 99 Prozent der

Dinge, die wir in unserer tagtäglichen

Arbeit verrichten,

unwichtig sind. Damit handle

ich mir von meinen Spitzenführungskräften

oder Mitarbeitern,

die das zum ersten Mal hören, üblicherweise

Blicke ein, in denen sich Verwirrung,

Neugier und bisweilen Geringschätzung

mischen, weil sie natürlich glauben, um

einen guten Job zu machen, müsse man alles

als wichtig einstufen. Das stimmt aber

nicht. Wenn Sie sich darauf beschränken,

die wenigen geschäftlichen Kernüberzeugungen

zu befolgen, an die Sie wirklich

glauben, und Ihre gesamte Zeit auf diese

Aspekte verwenden, ergibt sich alles andere

von alleine. Meine Philosophie ist extrem

simpel und klingt für diejenigen, die

schon eine Weile mit mir zusammenarbeiten,

vermutlich bereits vertraut:

Das sind meine Glaubenssätze:

• Schaffen Sie Wert für Ihre Kunden.

• Liefern Sie 51 Prozent des Wertes einer

Beziehung, egal ob es sich um Mitarbeiterbeziehungen,

Kundenbeziehungen oder die

Beziehung zu einem Fremden handelt.

• Denken und planen Sie langfristig und

bieten Sie Wert über die gesamte Lebensdauer.

Versuchen Sie

jeden Tag,

sich selbst aus

dem Markt

zu drängen.

• Intelligente Arbeit kann harte Arbeit nie

ersetzen; sie ist lediglich ihre Ergänzung.

• Menschen sind Ihre wichtigsten Vermögenswerte.

• Geduld ist wichtig.

• Romantisieren Sie niemals die Antwort

auf die Frage, wie Sie Ihr Geld verdienen

wollen.

• Versuchen Sie jeden Tag, sich selbst aus

dem Markt zu drängen.

Sie sehen also, meine Wolken

stehen nicht nur für das große

Ganze, sondern für das riesengroße

Ganze – einfach alles.

Das sind keine Ziele. Ziele lassen

sich erreichen und abhaken

oder ändern. »Ich werde die

New York Jets kaufen«, ist ein

Ziel. Auch das ist einer meiner

inneren Antriebe, aber er bestimmt nicht

die Art und Weise, wie ich mein Geschäft

betreibe.

Der Staub bedeutet, ein Praktiker zu sein

und seine Ziele entsprechend der eigenen

Philosophien – den

Wolken – umzusetzen.

Das ist die harte,

bodenständige

Arbeit. Auf persönlicher

Ebene bedeutet

der Staub für

mich, dafür zu sorgen,

dass ich gut mit

den Menschen kommuniziere,

die mir

wichtig sind; dass ich

da bin und da bleibe;

dass ich mich entschuldige, wenn ich einen

Fehler mache, und dass ich darauf achte,

dass das nicht zu oft passiert. Sie wissen

schon, die ganze Thematik rund um die

Frage, wie man ein guter Ehepartner, Vater,

Sohn, Bruder und Freund ist. Beruflich

bedeutet der Staub für mich, dass ich mein

Handwerk verstehe – etwa zu wissen, dass

an einem Instagram- Chat nicht mehr als

15 Kontakte teilnehmen können und dass

Pinterest der Ort für Infografiken ist; über

die Mechaniken von Facebook-Anzeigen

und den Return on Invest (ROI) von Vine

Bescheid zu wissen; Veränderungen und

Trends zu erkennen und herauszufinden,

wie ich sie mir zunutze machen kann, bevor

es andere tun.

Die überwältigende Mehrheit der Menschen

tummelt sich gerne im Mittelfeld.

Aus diesem Grund stößt ihr Erfolg irgendwann

an eine Grenze und stagniert. Entweder

verlieren sie sich in den Wolken oder

sie bleiben im Staub stecken: Sie verstricken

sich so im täglichen Kleinkram oder

politischen Dingen, dass sie ihre Überzeugungen

aus dem Blick verlieren. Oder sie

verlieren sich so in ihren hochfliegenden

Philosophien, dass sie keine Lust mehr haben

oder einfach nicht darauf achten, sich

die praktischen Fertigkeiten anzueignen,

die sie für eine erfolgreiche Umsetzung ihrer

Ziele brauchen.

Ideen sind wertlos,

wenn sie nicht umgesetzt

werden und

die Umsetzung ist

sinnlos, wenn dahinter

keine Idee

steht. Sie müssen

lernen, Ihre Prioritäten

richtig zu

setzen und schnell

zu bestimmen, was

Sie wirklich weiterbringt

und was in eine Sackgasse führt.

Schon früh in meiner Laufbahn im Weingeschäft

erkannte ich, wie sich diese Neigungen

bemerkbar machen. Ich traf eine

Menge erstaunlicher Weinexperten mit

Bilder: Gök, Vaynermedia

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Story

Bilder: Adelmo Raymann

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

31


Story

einem exzellenten Gaumen, deren Geschäft

überhaupt nicht lief, weil sie schlichtweg

keine guten Geschäftsleute waren. Umgekehrt

habe ich einige der besten Weineinzelhändler

des Landes kennengelernt

und war schockiert, als ich

feststellte, wie wenig sie tatsächlich

über Wein wussten. Natürlich

muss ein herausragender Weinkaufmann

in erster Linie ein herausragender

Geschäftsmann und

erst in zweiter Linie ein Weinexperte

sein, aber das Fachwissen ist

wirklich wichtig. Ich hatte immer

den Eindruck, der Grund für den

rasanten Erfolg meines kleinen Weinunternehmens

Wine Library war der Umstand,

dass ich beides sehr ernst genommen habe.

Ich kannte mein Geschäft, aber auch mein

Handwerk, und die praktische Ausübung –

Wein zu lieben, so viele Weine zu degustieren,

wie ich nur konnte, und genau über die

Anbauregionen und Winzer Bescheid zu

wissen – schaffte für meine Kunden einen

enormen Wert und bescherte mir einen beeindruckenden

ROI.

In der heutigen Marketingwelt stelle ich ein

ähnliches Phänomen fest. Zum gegenwärtigen

Zeitpunkt meiner Karriere habe ich

x-Mal mit Leuten zusammengesessen, die

von sich behaupteten, »Experten in sozialen

Medien« zu sein, nur um dann festzustellen,

dass sie hinsichtlich der verschiedenen

Plattformen gewaltige Wissenslücken und

auch kaum Ahnung davon hatten, wie sehr

sich diese Plattformen im Lauf der Zeit

verändert haben. Aus diesem Grund halte

ich es für vollkommen gerechtfertigt, dass

ich potenziellen Kunden sage, dass eine

Zusammenarbeit mit mir bedeutet, dass

sie mit dem besten praktischen Experten

in sozialen Medien der besten Social-Media-Agentur

des Landes zusammenarbeiten.

Denn bei VaynerMedia sind nur zwei

Dinge wichtig: Wolken und Staub.

Es gibt viel zu viele Menschen, die nur einen

mittelmäßigen Job machen und dann über

ihre mittelmäßigen Ergebnisse überrascht

sind. Jeder hat seine eigene Definition von

Wolken und Staub, aber es gibt einen Rat,

den ich Ihnen geben kann, der den Verlauf

Ihrer gesamten Karriere beeinflussen kann.

Er lautet: Machen Sie an beiden Enden

Druck. Formulieren Sie eine anspruchsvollere

Geschäftsphilosophie und achten

Sie darauf, dass Sie Ihr praktisches Handwerk

beherrschen. Sie wollen als Architekt

genauso gut sein wie als Zimmermann.

Sie müssen in der Lage sein, sich hochfliegende,

ausgefeilte Gedanken zu machen

und diese auch in die Tat umzusetzen.

Warum ist Mittelfeld zum Kotzen?

Mittelfeld bedeutet, im breiten Strom mitzuschwimmen

und so zu sein wie alle anderen.

Das ist ein Start-up, das versucht,

mich mit dem folgenden Satz zu

überzeugen: »Wir wollen irgendwas

im Bereich Foto-Apps machen.«

Wie jetzt? So wie alle es in

den vergangenen fünf Jahren getan

haben? Das ist austauschbar,

das übt keinen Einfluss aus, das

ist nichts Besonderes. Es ist kein

Wagnis.

Jeden Tag höre ich mir vier oder

fünf Verkaufspräsentationen an.

Welche gefällt mir wohl? Natürlich die,

bei der die Beteiligten tatsächlich etwas

tun. Sie arbeiten an der Front. Sie hängen

nicht einfach irgendwelchen großartigen,

ganzheitlichen Denkgebäuden oder Markengespinsten

nach, sondern sie machen.

Sie sind total enthusiastisch und experimentieren

auf Plattformen und probieren

Dinge aus, mit denen sie riskieren,

Gary Vaynerchuk

ist ein Medienunternehmer

aus New

York und wurde

durch seinen Vlog

"DailyVee" weltberühmt.

Außerdem ist

er mehrfacher New

York Times Bestseller.

von der Branche verspottet zu werden. Es

gibt nicht viele Leute, die auf diese Weise

hart praktisch arbeiten. Es gibt auch

nicht viele Leute, die über den unmittelbaren

Tellerrand in die Zukunft blicken.

Ich spreche hier von 2025 und 2030. Alle

bewegen sich irgendwie im Mittelfeld und

versuchen, kurzfristig so viel wie möglich

aus ihrer neuen App herauszuholen, anstatt

zu versuchen etwas aufzubauen, das

längerfristig Bestand und Erfolg haben

kann.

Ich will es so ausdrücken: Wenn Sie seitenweise

Notizen haben, aber kein Produkt,

dann haben Sie gar nichts. Wenn Sie mir

nicht sagen können, wie Sie Ihr Produkt

aufbauen wollen, haben Sie gar nichts. Und

wenn Sie nur über einen Zeitraum von

heute bis in drei Jahren denken, sind Sie

höchst verwundbar. All das machen Leute,

die im breiten Strom mitschwimmen. Das

Mittelfeld bewahrt den Status quo – Staub

und Wolken stellen ihn auf den Kopf.

Die besten Apps, Unternehmen und Produkte

haben die Art und Weise, wie wir

leben, verändert, unsere Kommunikation

revolutioniert und unseren Alltag transformiert.

Gute Produkte entwickeln uns

weiter. Doch zu 99,9 Prozent des Lebens

sind Sie von Mittelmaß umgeben. Die meisten

Dinge sind irgendwie austauschbar.

Ich möchte, dass Sie sich in den Wolken

und im Staub tummeln und herausfinden,

was Sie tun können, um die Spielregeln

umzukrempeln.

Unspezifische, vage Vorstellungen sind das

Letzte. Fehlender Antrieb ist das Letzte.

Jede Form von Halbherzigkeit ist das Letzte.

Und das gilt auch für das Mittelfeld.

Bild: Vaynermedia

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Story

Bilder: Platzer

Branding-Experte

Torben Platzer

Er wird in Deutschland als Branding-Experte gefeiert.

Nun hat er eine Medienagentur gegründet und hilft

internationalen Persönlichkeiten beim Markenaufbau.

In den letzten Jahren war es laut um

Torben Platzer. Millionen-Unternehmer,

Influencer und Erfolgsvorbild

(ERFOLG Magazin berichtete).

Zehntausende verfolgen täglich

seinen Business-Alltag in den sozialen Medien.

Bei ihm ist selten etwas normal. Den

einen Tag jettet er für ein Meeting nach

Dubai, den anderen meldet er sich aus

Las Vegas mit Tai Lopez und Grant Cardone

am Tisch. Zu Platzers Erfolgsrezept

gehört die konsequente Vermarktung der

eigenen Person. Er hat früh gelernt, wie

man sich selbst zur Marke macht. Durch

seine Marke TP.ATTITUDE erreicht der

Münchner Menschen auf der ganzen Welt.

„Sich konsequent selbst zu branden bedeutet,

einem roten Faden zu folgen. Die

Zuschauer müssen eine authentische Marke

wahrnehmen und das durchgängig“,

sagt Platzer. Er selbst ist dafür das beste

Beispiel. Zerrissene Jeans, rotes Cap und

Branding Workshop in Dubai

trash polka Tattoo mit seinem Lebensmotto

„My Attitude brought me here“.

In exklusiven Workshops begann der

Branding-Profi gemeinsam mit Geschäftspartner

und Marketingprofi Matthias

Schuldt Klienten zu coachen. Auch hier

läuft wieder alles anders: Die Workshops

finden nicht im kahlen Konferenzraum

statt, sondern an den schönsten Plätzen

der Welt. Und die Klienten werden von

weltweit bekannten Influencer-Persönlichkeiten

gecoacht. Diese prominenten

Namen werden der Öffentlichkeit gegenüber

grundsätzlich verschwiegen. „Es ist

nicht normal, dass solche Promis für Coachings

zur Verfügung stehen. Wir haben

besondere Vereinbarungen mit diesen

Menschen treffen können, deswegen bleibt

es vertraulich. Für die Klienten wollen wir

eben das Beste bieten, was für Geld zu haben

ist“, sagt Torben Platzer. Das spiegelt

sich zwar auch in den Preisen wieder, man

wolle aber auch nur eine bestimmte Zielgruppe

ansprechen. Der nächste Workshop

steht bereits an.

Tatsächlich haben schon bekannte deutsche

und internationale Namen unterzeichnet

und wollen sich im Branding

von Platzers Agentur vertreten lassen. Ein

aus den Medien bekannter Klient, der namentlich

nicht genannt werden möchte,

gibt zu: „Die meisten sogenannten Brandingexperten

haben zwar viel zu erzählen,

aber wenig vorzuweisen. Deren eigene

Marke ist oft wenig bekannt. In dieser

Branche macht es keinen Sinn, als Schuster

selbst die schlechtesten Schuhe zu haben.“

Anders lief es bei Torben Platzer. Er wandte

seine Strategien zuerst auf seinen eigenen

Erfolg an, erlangte große Bekanntheit

und vervielfachte seine Umsätze. Erst jetzt

macht er die bewährten Strategien auch

für andere zugänglich. Auch das ist ein

Erfolgsgeheimnis. Wenn du deine Thesen

nicht belegen kannst, halt lieber die Fresse.

„Mir war Eigenverantwortung immer am

wichtigsten. Lieber sterbe ich am eigenen

Schwert statt durch die Klinge eines anderen.“

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

33


Einstellung

Haben Sie Vorbilder?

Sind das etwa Promis,

die Ihnen Einblick

in ihr Leben

gewähren? Bewundern

Sie vielleicht die Familie Geiss,

die auf RTL2 ihr Luxusleben zur

Schau stellt oder Reality Shows, bei

denen sich Menschen zu aberwitzigen

Aktionen hinreißen lassen,

um am Ende etwas Geld mit nach

Hause zu nehmen? Fragen Sie sich

doch einmal, was Ihre Vorbilder in

Ihnen auslösen. Sie werden unbewusst

daraus Ihr persönliches Weltbild

entwickeln. Wer sich davon einlullen

lässt, kann schnell sein eigenes

Leben aus den Augen verlieren. Vor

allem in finanzieller Hinsicht.

Und da üben einige

Promis nicht wirklich

Vorbildwirkung aus.

JONNY DEPP

Nehmen Sie sich daran

besser (k)ein Beispiel

Prominente Beispiele für

finanzielle Eskapaden

sind zahlreich. Zuletzt

war es Boris Becker, der

mit Meldungen seiner

angeblichen Insolvenz einen medialen

Sturm entfachte. Oder nehmen

wir den Fall Johnny Depp. Der Star

aus „Fluch der Karibik“ ist ebenfalls

aus finanziellen Gründen in die

Schlagzeilen geraten. Medienberichten

zufolge soll er deutlich über seine

Verhältnisse leben und im Monat

zwei Millionen Euro ausgeben. Was

tatsächlich den Tatsachen entspricht,

wissen wir als Öffentlichkeit nicht.

Es spielt auch eine untergeordnete

Rolle, ob er wirklich pleite ist, denn

Pleitegeier im

Schlaraffenland

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder: Depositphotos/PopularImages, Brell

es gibt immer wieder derartige Geschichten.

Bei bekannten Personen werden diese

aber intensiver ausgeschlachtet und sind

somit ein vielbeachtetes Spiegelbild der

Gesellschaft. Dann wird es für Personen,

die sich davon beeindrucken lassen, gefährlich.

Sie könnten leicht in die Falle geraten,

ähnlich großzügig zu leben und damit

ihr Geld nicht mehr im Griff zu haben.

Die Fatalität der Ratenkäufe

Sie kennen das vielleicht auch von ihren

Nachbarn. Sie wollen haben, was die schon

besitzen. Und umgekehrt. Man schaukelt

sich an den diversen Bedürfnissen des Seins

und Habens gegenseitig

hoch. Und Geld ist dabei

scheinbar kein Problem,

denn was nicht

da ist, kann man ja auf

Pump besorgen. Wenn

Sie auf Raten kaufen,

machen Sie sich etwas

vor. Nämlich, dass Sie

sich die neue Küche

leisten können. Und

das stimmt eben nicht, sonst würden Sie

bar bezahlen. Ein fataler Kreislauf beginnt!

Wer finanziell erfolgreich sein will, muss

neu denken

Finanzielles Erfolgsdenken bedeutet, sich

an finanziellen Promi-Eskapaden oder

dem überzogenen Konsumverhalten der

lieben Nachbarn kein Bespiel zu nehmen,

jeden Gedanken einer Prüfung zu unterziehen

und ihn nicht ungefiltert in Ihr

privates Schubladensystem im Gehirn aufzunehmen.

Wenn Sie finanziell erfolgreich

werden wollen, ist es vielmehr der richtige

Weg, sich intensiv mit der mentalen Seite

des Geldes zu beschäftigen. Suchen Sie sich

positive Geld-Vorbilder, denn nicht jeder

erliegt dem Konsumrausch. Es gibt viele

Menschen, die finanziell erfolgreich sind

und verantwortlich mit Geld umgehen.

Übernehmen auch Sie die Verantwortung

für Ihre Finanzen und Ihr Leben! Bevor

Sie sich um Ihren avisierten Kontostand

und wie Sie dorthin gelangen kümmern,

sollten Sie Ihre Einstellung prüfen. Wenn

Geld Ihr Leben scheinbar sabotiert und Sie

gar nicht so viel verdienen können, wie Sie

dann gleich wieder ausgeben oder sogar

neue Schulden daraus machen, dann liegt

es sicher nicht an den vielen Angeboten

mit der verlockenden Aufschrift SALE. Es

liegt an Ihrem mentalen Umgang mit Geld

und mit sich selbst! Wenn Sie sich wirklich

bewusst über sich werden, dann treffen Sie

andere Entscheidungen als bisher.

Geld als Spiegel Ihres Lebens

Geld ist wie ein Spiegel, in den Sie blicken.

Wenn Sie dem Geld nur nachlaufen, weil

es Sie glücklich machen soll, ist Scheitern

Was Sie nicht bar

bezahlen können,

können Sie sich

nicht leisten.

vorprogrammiert. Wenn Sie den Erfolg,

vor allem bei Geld, „da draußen“ suchen,

werden Sie am Ende enttäuscht sein. Sie

haben den Schatz Ihres Lebens in sich

selbst zu finden! Die schwierigste Aufgabe

ist dabei, die persönliche, zumeist negative

Haltung zu Geld zu überprüfen. So wie

Sie mit Ihrem Geld umgehen, so gehen

Sie auch mit Ihrem Leben um. Stopfen

Sie es unachtsam in die Hosentasche, hat

Ihr Geld Knicke, Ecken und Falten oder

bewahren Sie es in einer edlen Geldbörse

auf? Das neue Denken und Tun beginnt

mit kleinen Dingen, die Ihre neue Wertschätzung

für Geld ausdrücken.

Ein Konzept für Kopf

und Konto

Finanzieller Erfolg beginnt

bei Klarheit. Es

reicht nicht, zu sagen:

Ich möchte mehr Geld

oder ich will reich werden.

Sie brauchen ein

kraftvolles Motiv. Wie

Sie dieses identifizieren

und dann darauf hinarbeiten, beschreibe

ich in meinem Buch „More than Money“.

Sie erfahren darin die Geheimnisse meines

selbst erlebten und bewährten Konzepts

„Für Kopf und Konto“. Sie lernen dadurch

unter anderem: Wenn Sie mit 2.000 € monatlich

nicht auskommen, dann werden

auch 20.000 € nicht reichen, solange Sie

Ihr Denken über Geld nicht ändern! Die

Andreas Enrico Brell

ist Geldtrainer, Autor, Redner und Mitbegründer

der Online Plattform „LEBEN

leben“.

von mir in den letzten zwei Jahrzehnten

geführten mehr als 10.000 Gespräche über

Geld beweisen: Ob Sie wenig, kaum oder

sehr viel Geld haben ist nicht wichtig, sondern

wie Sie damit umgehen und welche

Beziehung und Einstellung zu Geld Sie

haben. Und das können Sie lernen und

ändern.

Worum es wirklich geht

Es geht um LEBEN leben- und zwar jetzt.

Ohne Kompromisse. Das Fundament dafür

ist finanzieller Erfolg. Dazu brauchen

Sie kein Milliardär, Fußballstar oder Promi

zu sein. Sie können sich einfach dazu entschließen.

Jetzt!

Auf mehr Geld UND mehr Leben.

Ihr Andreas Enrico Brell

20 Gründe, warum Sie finanziell nicht erfolgreich werden

1. Weil Sie nicht für Geld arbeiten, sondern wegen des Geldes.

2. Weil Sie falschen Vorbildern folgen

3. Weil Sie Geld zu viel Macht und Kraft geben

4. Weil Sie auch mit genügend Cash dem Geld nachlaufen wie der Esel der Karotte

5. Weil Sie glauben, dass noch mehr Geld Sie endlich glücklich machen wird

6. Weil Sie verlernt haben, Ihr Leben wirklich zu leben

7. Weil Sie materiell reich sein wollen oder sind, aber immer noch arm denken

8. Weil Sie glauben, dass Geld Ihr Problem ist

9. Weil Sie nur Ihren Kontostand ändern wollen und

Ihren Gedankenstand vergessen

10. Weil Sie nicht die Kontrolle über Ihre Gedanken und Gefühle haben

11. Weil Sie auf andere schauen, statt Ihren eigenen Weg zu gehen

12. Weil Sie nur an Ihren Vorteil denken und Ihre Mitmenschen missachten

13. Weil Sie verlernt haben, was Vorfreude ist und alles immer sofort haben wollen

14. Weil Sie nicht tun, was Sie wollen, sondern was man von Ihnen erwartet

15. Weil Sie keine Klarheit und keinen Überblick haben,

wo Sie stehen und wohin Sie wirklich wollen

16. Weil Sie glauben, dass Sie noch genug Zeit haben

17. Weil Sie schlecht über andere Menschen reden

18. Weil Sie unbewusst negativ über Geld denken

19. Weil Sie nicht bereit sind, den Preis für Ihr neues Leben zu zahlen

und sich zu wandeln

20. Weil Sie zulassen, dass Ihre Ausreden, Ausflüchte und Jammern

Ihr Leben beherrschen!

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

35


Einstellung

Jutta Speidel

»ICH BIN ALS

REBELL GEBOREN«

Katastrophen. Was für ein unglaubliches

Geschenk. Umso mehr müssen wir dankbar

sein und einfach hinschauen. Ich finde

jeder Bürger kann was tun. Ich finde diese

ehrenamtliche Hilfe von Menschen wahnsinnig

wertvoll.

Das sehe ich wie Sie und Engagement ist

immer eine gute Sache. Wir selbst unterstützen

die "Sozialhelden" von Raul

immer so gemacht. Wenn ich zum Beispiel

ein Filmprojekt beginne und ich mich entschieden

habe, dass ich diesen Film mache

und dann vielleicht die Partner nicht so

sind oder die Regie nicht so gut funktioniert

oder dieses Drehbuch „verschlimmbessert“

wurde, dann ziehe ich das trotzdem

durch, dann rudere ich über den See.

Bei Horizont versuchen wir in solchen Situationen

Lösungen zu finden. Wir finden

immer wieder tolle Leute, die an unserer

Seite sind, und die sagen: Okay, ich steige

mit in das Boot ein. Wir haben eine gute

Basis und wir können richtig kräftig weiterrudern.

Und das machen wir mit großer

Freude.

Jutta Speidel ist Schauspielerin und nutzt Ihre Popularität um

sich mit ihrer Initiative Horizont e. V. für obdachlose Kinder und deren

Mütter einzusetzen. 2005 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Carmen Uth (rechts) von Chancemotion traf sich mit ihr im Münchner

Le Meridien auf einen EmoTalk © .

Carmen Uth: Sie haben mit

Ihrem Projekt Horizont

in den vielen Jahren ganz

schön was auf die Beine gestellt,

das hat bestimmt mit

Emotionen zu tun.

Jutta Speidel: Ja, es hat mit sehr viel Emotion

zu tun. Horizont ist ein vom mir vor 21

Jahren gegründeter Verein. Da ich selbst

Mutter von zwei Töchtern und Großmutter

bin, weiß ich sehr genau, wie wichtig

die Stärke einer Mutter ist, um ihre Kinder

groß zu ziehen, damit sie wirklich eine

Chance im Leben haben. Durch meinen

Beruf musste ich oft umziehen oder ich

bin ständig nach Hause gependelt. Wenn

man schwach, müde und abgekämpft ist,

kann man nicht wirklich Kindern gerecht

werden. Als ich dann durch Recherche

erfuhr, was mit obdachlosen Kindern passiert

– Traumatisierungen durch Gewalt

und sexuelle Übergriffe – da habe ich einfach

gehandelt.

Ich finde es generell sehr wichtig, dass

sich der Mensch kümmert wie früher.

Wir haben so viel schlimme Zeiten erlebt.

Seit siebzig Jahren haben wir dieses wirklich

andere Leben in Deutschland. Ohne

Krieg. Ohne Hungersnöte oder großartige

Krauthausen und das Projekt Nacht der

Magie, Entertainment mit sozialem Charakter.

Natürlich setzt es auch voraus,

dass man selbst gut gefestigt in seinem

Leben ist. Viele Menschen sind so intensiv

mit ihrem eigenen Leben beschäftigt,

dass es manchmal an Kraft fehlt, um

über den Horizont schauen zu können.

Deshalb finde ich auch

den Namen Ihres Projektes

sehr stimmig.

Ihr Projekt Horizont

läuft schon viele Jahre.

Da gibt es Höhen und Tiefen. Wie schaffen

Sie es in Situationen, in denen es mal

nicht so gut läuft, raus zu kommen?

Ich bin so gestrickt, dass ich Boote, die ich

besteige, über den See rudere. Egal, was für

Wellen und welche Untiefen auch immer

auf mich zukommen. Ich habe das schon

»Wenn ich komme,

geht die Sonne auf.«

Das ist ja eine Gabe, andere Menschen

mit ins Boot zu bekommen. Sie haben

ein Schlagwort genannt: Freude. Was

glauben Sie, was ist es, was die anderen

so anzieht, dass sie sagen: Ja! Da rudern

wir mit?

Viele Leute, die mit mir zusammen arbeiten,

sagen, Sie machen es für mich, weil,

wenn ich komme, geht die Sonne auf. Und

ich freue mich auch wirklich drüber. Ich

selbst kann das für mich gar nicht beurteilen.

Weil ich auch meine Grummelzeiten

und meine Schattenseiten kenne. Ich will

ja auch positiv sein und ermuntern. Und

ich sorge mich auch um sie. Ich bin da.

Einerseits schonen sie mich - weil sie sagen,

das ist jetzt nicht wichtig und muss

Sie nicht unbedingt belasten. Aber wenn

es wirklich notwendig ist, dass sie meine

Meinung haben wollen, da haben sie auch

erlebt, wie ich mich reinschmeiße. Sie halten

mich für authentisch und ehrlich und

es ist ihnen ein Bedürfnis, mich zu unterstützen.

Und damit sind wir

beim ganz wichtigen

Thema. Viele Menschen

haben Ziele, aber sie kennen nicht die

Bedürfnisse hinter dem Ziel. Aber das

Bedürfnis ist der eigentliche Magnet,

weil dahinter ja die Emotion steckt. Was

ist denn Ihr persönliches Bedürfnis, diesen

„See“ von Horizont noch mehr zu

erweitern?

36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

»Boote, die ich besteige, rudere

ich über den See. Egal, was für

Wellen und welche Untiefen auch

immer auf mich zukommen.«

Ich glaube, ich bin als Rebell geboren.

Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann

sind es Unzulänglichkeiten und Ungerechtigkeiten.

Wenn ich das spüre, dann reizt

es mich geradezu zu zeigen, wie man es

besser macht. Ich habe jetzt gerade im Ministerium

im Maximilianeum die Festrede

zur Verleihung des Verfassungs ordens,

den ich auch schon mal bekommen habe,

gehalten. Und ich dachte nur, was sage ich

da nur. Dann hat mir mein Team den Tipp

gegeben einfach mal Artikel 3 zu lesen.

Und den habe ich gelesen. Und ich habe es

auch im Vortrag gesagt.

Ich denke, dass ist das, was einen Menschen

ausmacht: Das er über seine Überzeugungen

authentisch, offen und klar

spricht. Und es gehört einfach zum Leben

dazu, dass wir Fans und Kritiker haben

und ich glaube, das ist auch die innere

Stärke, dass wir mit beidem souverän

umgehen können.

Dass wir unabhängig sind. Dass wir uns

die Freiheit nehmen. Wir leben in einer

Demokratie. Was für ein großes Geschenk.

Genau. Wir haben die Chance unsere

Meinung zu äußern. Wir haben die

Chance den Horizont zu erweitern. Wir

haben die Chance mit unseren Emotionen

clever umzugehen. Sie dafür einzusetzen,

wo wir gut vorankommen.

Deshalb heißt ja meine Unternehmung

chancemotion. Ein ganz bedeutsames

Thema letztendlich auch zu begreifen,

wo mein Gegenüber emotional steckt, wo

stehe ich, ob ich muss mich drauf einlasse

oder gesund abgrenze, kann ich mein

Gegenüber dann wieder ins Boot holen,

können wir gemeinsam was bewegen.

Letztendlich geht es immer wieder um

das kleinste gemeinsame Teilchen. Und

die meisten Menschen schauen leider, wo

unsere Unterschiede sind und da verbeißen

sie sich und das macht dann die Gemeinsamkeit

so schwer.

Ja, weil sie sich selbst auch in den Mittelpunkt

stellen. Ich denke, dass da hart dran

gearbeitet werden muss. Da man sagt, dass

es das eigene ICH ist.

Ein herzliches Dankeschön an Jutta Speidel

für den EmoTalk © .

Bilder: Dirk Schiff, Chancemotion

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

37


Einstellung

Veit Lindau

Lebendige

Beziehungen

Das Fruchtwasser für

Glück und Erfolg

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

»Eine wahrhaftig lebendige

Beziehung ist ein Fluss. Sie

passt sich den Gegebenheiten

immer wieder neu an.«

Ich habe lange Zeit einen wahrscheinlich

ziemlich männertypischen

Fehler begangen und die

Pflege von Beziehungen als Domäne

der Frauen angesehen. Bis es mir

irgendwann wie Schuppen von den Augen

fiel: Wirklich alles, was wir in diesem Leben

erreichen möchten, ist von der Qualität

unserer Beziehungen abhängig. Unsere

auf Leistung orientierte Gesellschaft hat

uns beigebracht, uns selbst und andere

Menschen wie Objekte zu behandeln und

zu nutzen. Dies hält die Begegnung auf der

Ebene der Ressourcenausbeutung fest und

verschließt uns die Erfahrung der nächsten

Ebene – einer wahrhaft ko-kreativen

Partnerschaft.

Lebendige Beziehungen sind Felder, in

denen alle Beteiligten erblühen.

In unserer 25jährigen Arbeit mit Paaren

und Teams haben meine Frau und ich die

folgenden sieben klassischen Irrtümer und

im Gegenzug sieben essentiellen Elemente

einer lebendigen Beziehung herauskristallisiert.

Irrtum 1: Mangelnder Respekt für den

Wert einer Beziehung

Wie viele Jahre unseres Lebens investieren

wir völlig selbstverständlich

in unsere berufliche Aus- und

Weiterbildung? Wie wenige

Stunden pro Woche nehmen

sich die meisten Zeit, ihre bestehenden

Beziehungen aktiv

zu pflegen?

Sei smart und pflege deine Beziehungen

täglich. Sie werden es dir auf vielen Ebenen

„zurückzahlen“.

Irrtum 2: Beziehungen dem Wildwuchs

überlassen

Hast du ein Schulfach in der Kunst der lebendigen

Beziehung gehabt? Ich nicht. Was

machst du, wenn du ein Instrument spielen

willst? Du lernst es.

Wenn du eine neue

Sportart meistern

willst? Du lernst sie.

Element 2: Erlerne

die Kunst erfolgreicher

Kommunikation

Auch unsere Beziehungen sind eine Kunst,

die wir stetig erforschen und verfeinern

können. Andrea und ich beobachten so

viele „Wunder“, wenn Paare oder Teams

beginnen, erfolgreiche Kommunikation

und Potentialentfaltung zu verstehen und

zu praktizieren. Jeder kann das und du

wirst verblüfft sein, wie schnell sich neue

zwischenmenschliche Räume öffnen, von

denen wir vorher nicht einmal wussten,

dass sie existieren.

Eine gemeinsame Vision

wird eure Verschiedenheit

in eine Stärke verwandeln.

»Was brauchst du,

um dich von mir

gesehen zu fühlen?«

DER mit Abstand mächtigste Katalysator,

um das wahre Potential eurer Begegnung

zu entfachen, ist eine gemeinsame Vision,

größer als euer Eigeninteresse. Sie wird

eure Verschiedenheit in eine Stärke verwandeln

und aus eurer Begegnung etwas

Neues gebären, das euch transformiert

und allen zugutekommt.

Irrtum 4: Im Autopilot

einschlafen

Ist es nicht erstaunlich?

Für jeden Selbstständigen

und jede

Unternehmerin ist es

natürlich, jeden Tag

das Beste für ihre

Kunden zu geben. Doch die Menschen,

die uns ohne Geld jeden Tag ihre kostbare

Lebenszeit schenken – unsere Familie zum

Beispiel – erleben uns häufig nur auf mittelmäßigen

Autopilot eingeschlafen.

Element 5: Fordert euch gesund heraus

Zwei gute Bekannte, die sich aktuell in einer

Liebesbeziehung befinden, bewerten

sich gerade jeden Abend auf einer Skala

von 1-10: "Wie zufrieden bin ich mit dir

als mein*e Liebhaber*in?"

Vielleicht denkst du: "Das ist aber unromantisch!

Liebe darf doch nicht an Bedingungen

geknüpft werden." Da gebe ich dir

Recht. Es ist unromantisch und dafür klar

und echt. Langfristige Beziehungen bauen

nicht auf Romantik, sondern Realität.

Bild: Depositphotos/Igormakarov, Lindau

Element 1: Lebendige Beziehungen sind

die intelligenteste Investition in ein gutes

Leben.

In den letzten zwanzig Minuten unseres

Lebens wird nicht zählen, wieviel Geld

wir angehäuft oder was für große Wolkenkratzer

wir errichtet haben. Unser Herz

wird friedvoll und erfüllt zurückschauen,

wenn wir möglichst viele intensive und

liebevolle Momente mit unseren Liebsten,

Partnern und Kunden erfahren konnten.

Irrtum 3: Im Kleingeist einschlafen

Jeder lediglich eigennützige Zweck einer

Beziehung (Sex, Kinder, Haushalt, Karriere)

wird irgendwann entweder erfüllt oder

abgenutzt sein. Eine Beziehung ohne eine

gemeinsame, erhebende Vision wird sich

immer wieder in den Befindlichkeiten der

beteiligten Egos verstricken.

Element 3: Eine gemeinsame, inspirierende

Vision

Veit Lindau

ist Teacher, Speaker

und Autor. Er

versteht sich als

Experte für eine

integrale Selbstverwirklichung

des

Menschen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

39


Der neue Stern am Opernhimmel

Charitiy Lady Karin Bauer und weitere

interessante Frauen im Portrait

die

geWINnerin

W.I.N WOMEN IN NETWORK ®

usgabe 1 – 2017

Einstellung

»Lebendige Beziehungen

sind Felder, in denen alle

Beteiligten erblühen.«

MICHELLE BRADLEY MÜNCHEN HAUPTSTADTGEFLÜSTER

gibt Einblicke in ihr aufregendes

Leben.

Die Weltstadt mit Herz.

HAUPTSTADTGEFLÜSTER

DAS MAGAZIN,

DAS AUS JEDER

LESERIN EINE

GEWINNERIN

MACHT.

Liebe sollte nicht an Bedingungen geknüpft

sein. Aber die Frage, ob und warum

wir mit jemandem zusammenleben,

schon. Eine starke Beziehung erblüht,

wenn ihr euch gegenseitig konstruktiv herausfordert.

Randbemerkung: Den beiden tut die gegenseitige

Bewertung sehr gut. Sie empfinden

sie als stimulierend. Und noch eine erstaunliche

Beobachtung: Die Frau litt seit

einiger Zeit an einer Augenentzündung.

Die Ärzte vermuteten eine Allergie.

Eine Stunde, nachdem

sie sich entschlossen

hatte, ihren Mann

herauszufordern,

war die Entzündung

komplett

zurückgegangen.

Irrtum 5: Der

falsche Kanal

Wir tendieren

dazu, von uns

auszugehen. Wir

versuchen, den Anderen

über den Kanal

zu lieben bzw. zu motivieren,

der bei uns am besten

funktioniert. Das Ergebnis:

Frustration und Missverständnisse.

Element 5: Erforsche das andere Ufer

Es ist im Grunde genommen so einfach

und befriedigend. Menschen sind allgemein

extrem dankbar und kooperationsbereit,

wenn sie sich gesehen fühlen. Erforsche

dein Gegenüber. Frag ganz offen:

„Was brauchst du, um dich von mir gesehen

zu fühlen? Was brauchst du, um voller

Lust mitspielen zu wollen?“

Irrtum 6: Die Verwechslung von Form

und Qualität

Ist es nicht absurd, dass wir den Jahrestag

einer Ehe feiern, ohne die Beteiligten

zu fragen: „Waren es denn wirklich gute

Jahre?“ Wir fördern die Form einer Beziehung,

anstatt die Qualität. Darum fühlen

sich Menschen als Versager, wenn sie sich

scheiden lassen. Doch sie geben damit

nicht wirklich die Beziehung auf. Sie lassen

eine Form hinter sich, in die sie beide

offensichtlich nicht mehr passen.

Element 6: Lasst euch frei

Eine wahrhaftig lebendige Beziehung ist

ein Fluss. Sie passt sich den Gegebenheiten

immer wieder neu an. Wenn du deinen

Partner achtest, sperrst du ihn nicht in ein

starres Flussbett ein. Du erfreust dich an

seinen und deinen Reifungs- und Wandlungsprozessen.

Ihr hinterfragt immer

wieder ehrlich und wach: „Was

ist heute die optimale Form

für unsere Beziehung?“

Irrtum 7:

Der Holly wood-

Mythos

Echte Beziehungen

fangen

da an, wo im

Kino die Filme

aufhören. Wenn

das Verliebtsein

nachlässt, die

kranken Kinder

schreien. Wenn

der Andere deinen

Schmerzkörper triggert.

Wenn ihr euch nicht

versteht, obwohl ihr so viel

miteinander redet. Wenn du an Märchen

glaubst, wirst du dann denken, irgendetwas

läuft schief. Nein, es fängt gerade erst

an, spannend zu werden.

Element 7: Bejaht die Krisen

Ist dies wirklich dein Partner, dann werdet

ihr nicht nur jedes Feuer überstehen. Ihr

werdet wie ein Phönix gestärkt daraus hervorgehen.

Die schönsten, weil tiefsten und

intensivsten Beziehungen führen Menschen,

die in der Hitze der Krise im Kontakt

geblieben sind. Die meisten zwischenmenschlichen

Phänomene, die wir als

unangenehm oder falsch bewerten, sind

wertvolle Meilensteine und Symptome auf

dem Weg in den nächsten Raum der Liebe.

Gebt nicht zu schnell auf, sondern fragt

euch: „Was ist das Geschenk? Wie kann jeder

von uns und wir gemeinsam gestärkt

aus diesem Test hervorgehen?“

Bild: Depositphotos/Verkovetskiy

WWW.WIN-MEDIEN.COM

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg Dossier

GRATIS

ERFOLG MAGAZIN DOSSIER

Top-Mitarbeiter Recruiting

Wie Sie garantiert die besten Mitarbeiter, Verkäufer

und Talente für Ihr Unternehmen finden

André May

Der Mangel an Fach- und

Führungskräften, Verkäufern

und Talenten beherrscht

schon seit Jahren

den deutschen Arbeitsmarkt.

Die Demografische Entwicklung

und die fortschreitende Digitalisierung

gewinnen immer

weiter an Brisanz.

Während große Markenkonzerne

wie Bayer,

Daimler oder Apple noch viele Talente

anziehen, müssen weniger bekannte Firmen

schnellstens umdenken.

Eine Spezies die in den letzten Jahren immer

knapper geworden ist sind gute Verkäufer.

Klar ist, wenn man es versteht gute

Verkäufer für sich und sein Unternehmen

zu gewinnen, kann man dieses Wissen auf

Das komplette E-Dossier finden Sie

online unter www.Erfolg-Magazin.de

jeden anderen Bereich in einem Unternehmen

und Branche übertragen und mit Erfolg

anwenden. Ihre Kunden haben mehr

Möglichkeiten als je zuvor, sich online zu

informieren und eigenständig einen Kauf

abzuwickeln. Es gibt Vergleichsseiten, Erfahrungsberichte,

Rezensionen und Online-Influencer,

die

Kundenmeinungen

prägen. Man könnte

also vermuten, dass

die Bedeutung des klassischen Vertriebshandwerks

sinke. In Wirklichkeit ist jedoch

genau das Gegenteil der Fall. Richtig

gute Verkäufer werden immer wichtiger

(und seltener). Warum? Statt nur mit Algorithmen,

Automatisierung und „Artificial

Intelligence“ zu werben, sollten

Sie zudem etwas bieten, von dem jeder

Kunde sich angesprochen

fühlt:

Persönlichkeit,

Menschlichkeit

und exzellenten

Service. Dafür

brauchen Sie

wirklich gute Verkäufer in Ihrem

Team, die in ihrem Beruf aufgehen

und sich mit Leib und Seele für Ihre Kunden

und Ihr Unternehmen einsetzen.

Doch gute Verkäufer sind Raritäten. Das

habe ich bereits in meiner Zeit als Vertriebsführungskraft

einer deutschen

Großbank festgestellt. Menschen priorisieren

ihre Work-Life-Balance und wollen

innerhalb ihrer Komfortzone bleiben.

Vertrieb geschieht jedoch außerhalb der

Komfortzone . . .

Digital: Vom Traum zum eigenen

Online-Unternehmen

Manuel Gonzalez

Ohne Idee wird das mit dem eigenen Unternehmen

kompliziert. Und Ideen fallen

leider nicht vom

Himmel. Es braucht

schon etwas Brainstorming

und Fingerspitzengefühl

wenn es darum geht eine

Geschäftsidee zu finden und die falschen

Ideen auszufiltern.

Du willst schließlich nicht irgendeine

Idee… Ich meine: Hier hast du 3 Ideen von

denen ich ziemlich überzeugt bin:

• Mach einen Online Kurs zum Thema wie

man seinen ersten Ted Talk hält

• Eröffne ein gesundes Restaurant

• Bau ein Smartphone das für Rentner geeignet

ist

Keinen Bock drauf? Dann suchst du wahrscheinlich

nach einer Idee die diese beiden

Das komplette E-Dossier finden Sie

online unter www.Erfolg-Magazin.de

Kriterien erfüllt:

• Die Idee ist profitabel. Sie verschwendet

deine Zeit nicht.

• Du liebst es und es

macht dir Spaß.

Klingt gut? Dann bist

du hier richtig. Wir haben dir eines unserer

„Rezepte“ mitgebracht was du nutzen

kannst um eine profitable Idee zu finden

die zu dir passt. Also los geht’s:

Geschäftsidee finden Schritt 1:

Brainstorming – die ersten 20

Bevor wir uns für eine Idee entscheiden

brauchen wir ein bisschen Auswahl. Vielleicht

hast du bereits einen Kopf voller

Ideen. Oder du hast noch gar keine Idee.

Oder du hast eine ganz bestimmte Idee

im Hinterkopf – ganz egal. Zuerst geht’s

darum „breit“ zu

denken.

Wir suchen nach

Dingen die du

bereits kannst

und die dir Spaß

machen. Also

verschaffen wir

uns erst mal einen Überblick über deine

Fähigkeiten, dein Wissen, etc. – hier sind

4 Brainstorming Fragen die dich ins Grübeln

bringen sollten:

Brainstorming: Die 4 Fragen

Was sind Fähigkeiten die du dir angeeignet

hast? (z.B. Blogartikel schreiben,

Zeichnen, oder Emails verfassen)

Frag deine Freunde: Was sind Dinge die

du gut kannst? . . .

Bilder: May, Gonzalez

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

41


Einstellung

Michael Douglas

wurde in seiner

Rolle als Gordon

Gekko berühmt

und prägte den

Ausspruch "Gier

ist gut."

GIER

IST GUT

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Zufriedenheit ist

eine Lüge

Von Dr. Adel Abdel-Latif, MBA

Bilder: Adel Abdel-Latif, Depositphotos/

Soll ich Ihnen sagen, was ich persönlich

vom „edlen“ Begriff der

Zufriedenheit halte? Gar nichts!

Meiner Meinung nach ist Zufriedenheit

nur ein anderes Wort für

Faulheit und Gleichgültigkeit. Wir richten

uns im vermeintlich Guten ein und glauben

dann, Zufriedenheit sei etwas Positives.

Tatsächlich ist Zufriedenheit aber

Stillstand. Und aus Stillstand kann nichts

entstehen. Menschen, die sich als absolut

zufrieden bezeichnen, möchten in Wahrheit

keine Verantwortung für sich und ihr

Leben übernehmen und sie scheuen Risiken.

Damit berauben sie sich der Möglichkeit,

sich weiterzuentwickeln. Wissen

Sie, was erfolgreiche Menschen gemeinsam

haben? Ihr Antrieb ist die Veränderung.

Erfolgreiche Menschen haben in

ihrem Leben einen Punkt erreicht, an dem

sie unzufrieden waren. Und sie haben diesen

Punkt als Weckruf verstanden. Unzufriedenheit

ist eine Chance auf den Erfolg.

Auch ich, Gründer und alleiniger Inhaber

zweier global sehr erfolgreicher Unternehmen,

würde mich auch heute nicht als

zufrieden bezeichnen. Ich bin nicht satt

vom Erfolg oder träge geworden, sondern

hungrig! Hungrig zu sein, bedeutet, nach

vorne zu blicken und bereit zu sein, Dinge

zu ändern, denen man kritisch gegenübersteht.

Es ist vielmehr so, dass ich Dankbarkeit

für das empfinde, was ich habe und

was ich bisher erreichen konnte: Gesundheit,

Familie, finanzielle Unabhängigkeit,

Selbstbestimmung und beruflichen Erfolg.

Dankbarkeit ist für mich der eigentliche

Schlüssel zum Glück. Zufriedenheit halte

ich als Begriff für irreführend, fast schon

gefährlich. Während meiner Tätigkeit als

weltweit agierender Top Executive Coach

und Verhandlungstrainer, bin ich mit vielen

Menschen zusammengekommen, die

bis zu einem bestimmten Grad hungrig

waren und kontinuierlich nach vorne gingen.

Als es einigen von ihnen dann gut zu

gehen schien, begingen sie den größten

Fehler, den Erfolgsmenschen überhaupt

begehen können: Sie haben sich zurückgelehnt,

sind faul geworden, haben sich nicht

mehr weiterentwickelt. Sie sind stehengeblieben

... und letztlich allesamt „zufrieden“

eingegangen.

Erfolgs-Merkpunkte

• Gier ist der Motor für Ihren Erfolg!

• Dankbarkeit ist die Grundlage für

Glück!

• Zufriedenheit lähmt und verhindert

das Streben nach Erfolg. Schützen

Sie sich konsequent davor!

• Vermeiden Sie es unbedingt, mit zufriedenen

Menschen näher in Kontakt

zu kommen!

• Suchen Sie nach anderen Gierigen,

lernen Sie von ihnen und lassen Sie

sich von ihnen inspirieren!

• Ruhen Sie sich niemals, wirklich niemals

auf Ihren Erfolgen aus!

Warum Gier gut ist

Für mich ist Gier eine Steigerungsform

von Hunger. Gier lässt uns nach vorne

blicken. Sie treibt uns zum Handeln an,

sowohl im Business als auch in der Liebe,

im Sport oder wenn wir etwas Neues lernen.

Gier bringt uns dazu, Entbehrungen

auf uns nehmen, Rückschläge zu

verkraften, unsere letzten Energiereserven

freizusetzen.

Gier ist unser Motor. Sie treibt uns

an, stetig an uns zu arbeiten, um

immer besser zu werden und das

scheinbar Unmögliche irgendwann

doch möglich zu machen.

Gier ist die Feindin der Zufriedenheit.

Sie schützt uns davor, dass

wir uns zurücklehnen, die Augen

schliessen und in selbstherrlicher

Trägheit verwelken.

Gier macht süchtig. Wenn Sie einmal

wie ich erlebt haben, wie sich

Erfolg anfühlt, den Sie durch Gier

geschaffen haben, können Sie sich

nicht mehr vorstellen, in der Bedeutungslosigkeit

unterzugehen.

Aber: Gier allein macht uns kaputt. Koppeln

Sie Ihre Gier UNBEDINGT mit

Dankbarkeit. Als Erfolgsmensch geht es

Ihnen nicht darum, auf Kosten anderer

voranzukommen. Es geht Ihnen darum,

aus sich das Beste herauszuholen!

Gier ist ansteckend!

Halte dich von zufriedenen Menschen

fern. Tu dich stattdessen mit anderen

Gierigen zusammen! Überlegen Sie: Wie

können Sie sich weiterentwickeln, wenn

Sie unter lauter zufriedenen, oder satten

Menschen leben? Wie können Sie mehr

leisten und Spass an Ihrer Arbeit haben,

wenn Ihre Kollegen nach der Devise arbeiten

„Das reicht mir so. Ich mache so

weiter“? Und schlimmer noch: Wenn Sie

selbst erfolgreich sind, was treibt Sie an

unter lauter Zufriedenen? Ich verrate es

Ihnen: Gar nichts! Eher bringen Sie einem

Baum das Sprechen bei als dass es Ihnen

gelingt, faule, selbstgefällige – also zufriedene

– Menschen anzutreiben. Halten

Sie sich von Zufriedenen fern! Ich meine

das genau so, denn die Zufriedenen werden

immer versuchen, Sie auszubremsen,

denn Sie stören deren Ruhe. Wenn Sie

nicht ausgegrenzt, diskreditiert und in

manchen Fällen sogar regelrecht gemobbt

werden möchten, dann schliessen Sie sich

mit den Menschen zusammen, die wie Sie

vorwärtskommen möchten – mit anderen

Gierigen eben.

Dr. med. Adel Abdel-Latif,

SPIEGEL-Bestsellerautor („Die Karrieresau“),

gehört weltweit zu den führenden Verhandlungsstrategen

und Top Executive Coaches.

Sein Motivations-Podcast „ERFOLG IST KEIN

ZUFALL“ erreicht wöchentlich unzählige Hörer

und geniesst Kultstatus.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

43


Leben

Wie ein junger Rebell mit 28 Jahren zu einem

der erfolgreichsten Online-Unternehmer in

Deutschland wurde, verrät die Story von

Manuel Gonzalez

Vom Problemschüler

zum Erfolgsunternehmer

Schon in der Schule wurde Manuel

Gonzalez bewusst, dass er

nicht wie die anderen war. Als

extrovertierter und lauter Schüler

fiel er häufig negativ auf und

war bei Lehrern gefürchtet. Er war kein

guter Schüler, obwohl er sehr intelligent

war. Für ihn war Schule schlicht langweilig.

Freiheit war ihm wichtiger als immer

still zu sitzen und zu schweigen. Die

Konsequenzen haben nicht lange auf sich

warten lassen. Regelmäßig hagelte es Abmahnungen.

Das änderte den rebellischen

Gonzalez aber nicht. „Warum sollte ich

Hausaufgaben machen oder für Klausuren

lernen?“ Ohne einen Abschluss gemacht

zu haben, flog Gonzalez von der Realschule.

Seine Zukunft sah düster aus. In dieser

Zeit wusste nur seine Mutter, wie mit ihm

umzugehen war und schaffte es schließlich,

ihm eine neue Perspektive zu geben.

„Meine Mutter hat mir den Arsch geret-

tet.“ Er holte auf der Berufsschule seinen

Hauptschulabschluss nach, was ihn weniger

befriedigte als gedacht. Sein Ehrgeiz

wurde geweckt, plötzlich wollte Gonzalez

mehr. Erst hat er seine mittlere Reife mit

dem Schwerpunkt Wirtschaft nachgeholt

und um zu studieren, blieb ihm nichts anderes

übrig, als dann auch noch das Abitur

hintendran zu hängen. Doch erneut kam

er mit den Anforderungen der Schule nicht

zurecht: Er begann exzessiv das Online-

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Leben

spiel „World of Warcraft“ zu spielen und

verlor seine Ziele wieder aus den Augen.

Die Fehlzeiten nahmen Überhand, sodass

er genauso oft fehlte, wie er in der Schule

anwesend war. Mit Mühe und Not schaffte

er ein unterdurchschnittliches Abi. Nun

stellte sich für Gonzalez die Frage nach der

Studienrichtung. „Für mich war klar, dass

ich etwas mit Sprachen oder Kommunikation

machen wollte, da ich ein sprachbegabter

Mensch bin.“ Er meldete sich bei

der Hochschule für Medien und Kommunikation

in Köln für den Eignungstest

an und bestand ihn mit Bravur. Um sein

Studium finanzieren zu können nahm er

einen Studienkredit auf, beantragte BAföG

und arbeitete neben dem Studium.

Im Studium kam dem jungen Studenten

die Idee zu seinem ersten eigenen Unternehmen.

In der Cafeteria hatte er zwei

Studenten belauscht, die sich über Dating

unterhielten – also wie man Frauen kennenlernt.

Weil seine eigene Beziehung

gerade in die Brüche gegangen war, las er

sich in die Materie ein und zog los, um

charmante Wege zu entwickeln, Frauen

kennenzulernen. „Zwar sammelte ich zunächst

nur Abfuhren, aber nach einiger

Zeit hatte ich mehr und mehr Erfolg.

Andere Männer suchten meinen Rat. Daraus

machte ich

»Meinen Aufstieg

habe ich harter

Arbeit und meiner

zielstrebigen Art

zu verdanken.«

ein Geschäft.“

Die ersten Veranstaltungen

ließen

nicht lange auf

sich warten, bei

denen er als Speaker

eingeladen

wurde. Er fing an

Männer darin zu

trainieren sich zu öffnen, sozialer und

kommunikativer zu werden. So entstand

sein erstes erfolgreiches Unternehmen:

Die Alltagsflirt Coaching GmbH mit ihrer

Marke „Flirtprofis“. Hier erwirtschaftete

er schnell zehntausende Euro pro Monat,

mit Coachings die mehrere Tausend Euro

pro Person kosteten und Videokursen, die

er jeden Monat hundertfach über das Internet

verkaufte. „Meine Leidenschaft für

das Unternehmertum war geweckt. Meilensteine

erreichen und das Unternehmen

aufzubauen waren meine Motivation. Ich

habe mir geschworen, niemals wieder

einen Job zu haben den ich nicht mag!“

Ganz alleine konnte er das Unternehmen

jedoch nicht führen. Er suchte Experten

und Coaches, die viele Jahre Erfahrung

vorweisen konnten. Mit ihnen expandierte

er die Flirtschule bis hin über die

deutschen Grenzen hinaus. Er baute über

50.000 Follower allein auf seinem damals

ersten YouTube-Kanal auf und setzte jeden

Monat mehr Geld um.

Mittlerweile gibt Manuel Gonzalez keine

Flirt-Trainings mehr und hat sich auch aus

dem Unternehmen zurückgezogen. Er hat

sich weiterentwickelt und ist Geschäftsführer

von 3 Unternehmen

und Mitinhaber von mehreren

weiteren. Viel lieber als ein

großes und unbewegliches Unternehmen

betreibt er nämlich

mehrere kleine und schlanke

Unternehmen. Jedes dieser Unternehmen

konzentriert sich

auf das Kerngeschäft. „Außerdem

besteht die Möglichkeit,

die Unternehmen untereinander zu verbinden“,

sagt er. „Ich baue mir ein eigenes

Ökosystem zwischen den Unternehmen

auf.“

Aber das ist nicht das einzige Geheimnis

für seinen Erfolg. Seine Mitarbeiter und

die Strukturen im Unternehmen sind

ausschlaggebend. Ihm ist es wichtig, die

Teams so zusammenzustellen, dass jeder

Mitarbeiter Spaß an seiner Tätigkeit hat.

Nur so könne ein Gemeinschaftsgefühl

entstehen. Er selbst beschäftigt sich mit

Manuel Gonzalez auf der

Bühne bei seiner jährlichen

Veranstaltung Marketingfest.

dem Ausbau seiner Geschäfte. Unter anderem

stellt er aktuell Geschäftsführer ein,

um „am Unternehmen“ zu arbeiten, statt

„im Unternehmen“, wie er es nennt. Zwar

fühlt er sich mit 28 Jahren noch am Anfang

seiner Reise, aber er ist auch stolz auf das,

was er bereits erreichen konnte obwohl er

in der Schule so große Probleme hatte.

Beteiligt an mehreren Unternehmen im

europäischen Raum, liegt sein Fokus heute

ganz besonders auf seiner Marketingagentur

„Kundenfabrik“ mit insgesamt drei

Büros in Düsseldorf und Berlin. Er vertritt

mit der Agentur Internet-Prominente,

kümmert sich aber auch um das Marketing

für kleine und mittelständische Unternehmen,

die über das Internet mehr Kunden

gewinnen wollen. Wie man als Unternehmer

oder Selbstständiger seinen Internetauftritt

ausbaut und im Online Marketing

der heutigen Zeit erfolgreich wird, verrät

Gonzalez außerdem auf seinem neuen

YouTube-Kanal mit weit über 32.000 Followern.

Neben

seinen Videokursen

betreut

er erfolgreiche

Unternehmer

sogar persönlich

in Coachings:

„Wenn

jemand etwas

kann oder Experte

auf einem Gebiet ist, kann ich ihm

zeigen, wie man über das Internet Kunden

gewinnt und damit jeden Monat zehntausende

Euro Umsatz machen kann.“ Der

eine oder andere mag jetzt denken: „Noch

so ein Coach“, aber die Zahlen sprechen

für sich: Obwohl er so jung ist – oder sogar

gerade deswegen – wird er einer der ganz

Großen in Deutschland oder sogar Weltweit.

Ein unvergleichlicher Beleg dafür ist

seine Transparenz: Während andere Trainer

keine Beweise liefern, macht Manuel

Gonzalez um seine Umsätze und Gewinne

in seinen Unternehmen mittlerweile kein

Geheimnis mehr. Mehrere hunderttausend

Euro erwirtschaftet er monatlich mit

seinen Unternehmen und das zeigt er auch

ganz offen auf seinen Social Media Kanälen.

So, deckt er seine Monatsumsätze auf

indem er öffentlich seine Konten zeigt und

erklärt sympathisch, womit er Erfolg hatte

und womit er gescheitert ist. Transparent,

ehrlich und vielleicht sogar ein Bisschen

ungestüm, aber auf jeden Fall vorbildlich

und vertrauenswürdig. „Mein Erfolg war

kein Einzelfall oder Glück. Das was ich

geschafft habe, haben auch viele andere

geschafft. Alles was ich habe, verdanke ich

harter Arbeit und meiner zielstrebigen Art.

Und jetzt ist es Zeit etwas zurückzugeben,

indem ich anderen Menschen auf YouTube

oder auch in persönlichen Betreuungen

beibringe, wie sie das Gleiche schaffen.“ In

diesem Sinne: Daumen nach oben!

»Ich habe mir

geschworen,

nie wieder

Angestellter

zu sein.«

Bilder: Patrick Reymann

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

45


Leben

DENKE

NACH

UND

WERDE

REICH

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Leben

DER MANN, DER NACHDACHTE

UND ZUM PARTNER VON

THOMAS A. EDISON WURDE.

»

Gedanken sind gegenständlich«.

Das ist so. Und das gilt

ganz besonders, wenn sie

mit Zielstrebigkeit, Ausdauer

und einem dringenden

Anliegen einhergehen, in Reichtum oder

andere materielle Werte umgesetzt zu

werden. Denke nach und werde reich –

vor gut 30 Jahren begriff Edwin C. Barnes,

dass das wirklich möglich ist. Zu dieser

Erkenntnis gelangte er aber nicht unvermittelt,

sondern nach und nach. Angefangen

hatte alles mit seinem dringenden

Anliegen, Geschäftspartner des großen

Edison zu werden. Barnes’ großer,

dringender Wunsch zeichnete

sich vor allem dadurch aus, dass

er sehr konkret war. Barnes wollte

mit Edison arbeiten, nicht für ihn.

Verfolgen Sie nun aufmerksam,

wie es ihm gelang, sein Anliegen

in die Tat umzusetzen. Dann werden

Ihnen die dreizehn Grundsätze

klarer, die zu finanziellem Erfolg

führen. Als Barnes dieser Wunsch

oder Impuls erstmals durch den Kopf

schoss, war er nicht in der Position, ihm

nachzugeben. Zwei Dinge standen ihm

im Weg: Erstens kannte er Thomas Edison

gar nicht und zweitens hatte er nicht genug

Geld für eine Zugfahrkarte nach Orange,

New Jersey.*

* Dort befand sich Edisons Labor.

Bilder: Depositphotos/alancrosthwaite, niku, Mr.Smithpoto

Diese Probleme hätten die meisten Menschen

von dem Versuch abgehalten, diesen

Wunsch zu verwirklichen. Doch im Falle

von Barnes handelte es sich eben nicht nur

um einen Wunsch! Er war so entschlossen,

eine Möglichkeit zu finden, sein Anliegen

in die Tat umzusetzen, dass er am Ende

lieber als »blindes Gepäck« reisen wollte,

als sich geschlagen zu geben. (Für die Unbedarften:

Das bedeutet, er fuhr in einem

Güterzug nach East Orange.) Unvermittelt

tauchte er in Thomas Edisons Labor auf

und verkündete, er wolle mit dem Erfinder

ins Geschäft kommen. Über die erste

Begegnung von Barnes und Edison sollte

Edison Jahre später sagen: »Da stand er

vor mir und sah aus wie ein hergelaufener

Landstreicher, doch aus seinem Gesicht las

ich, dass er fest entschlossen war, ans Ziel

Auszug aus

"Denke nach und

werde reich"

von Napoleon Hill.

Es wurde bis heute

mehr als 60 Mio.

mal verkauft.

zu kommen. Aus meiner jahrelangen Erfahrung

im Umgang mit Menschen wusste

ich: Wenn jemand ein so dringendes Anliegen

hat, dass er dafür alles aufs Spiel

setzt, dann wird er es schaffen. Ich gab

ihm die Chance, um die er mich bat, weil

ich erkannte, dass er entschlossen war,

durchzuhalten, bis er Erfolg hatte. Und

wie sich zeigen sollte, war das kein Fehler.«

Ungleich wichtiger als das, was der

junge Barnes damals zu Edison sagte, war

also, was er dachte. Das hat Edison selbst

bestätigt! Es war sicher nicht sein Erscheinungsbild,

das dem jungen Mann Zutritt

zu Edisons Büro verschaffte, denn

das sprach definitiv gegen ihn. Was

zählte, waren seine Gedanken. Würde

jeder, der das liest, die Tragweite

dieser Aussage begreifen, könnten

wir uns den Rest des Buches sparen.

Barnes wurde wohlgemerkt nicht

gleich nach diesem ersten Gespräch

Edisons Partner. Er bekam aber die

Chance, in Edisons Büro zu arbeiten,

mehr oder minder zu einem Pro-forma-Lohn.

Er erledigte Arbeiten, die

Edison nicht wichtig waren – Barnes

aber dafür umso mehr, denn so hatte er

Gelegenheit, seinem »Traumpartner« zu

zeigen, was er konnte. Mehrere Monate

vergingen. Es geschah nichts, was Barnes

seinem erklärten Hauptziel näher gebracht

hätte. Doch in seinem Kopf ging etwas Bedeutsames

vor sich. Er konzentrierte sich

immer stärker auf sein Anliegen, Edisons

Geschäftspartner zu werden. Psychologen

sagen zu Recht: »Wenn jemand die

richtige innere Einstellung hat, kommt

alles andere von selbst.« Barnes hatte die

richtige Einstellung für eine geschäftliche

Partnerschaft mit Edison. Und er war fest

entschlossen, nicht aufzugeben, bis er erreicht

hatte, was er wollte. Er hätte sich

auch einreden können: »Ach, das bringt ja

doch alles nichts. Ich suche mir lieber einen

Job als Vertreter.« Stattdessen sagte er

sich: »Ich bin hierhergekommen, um Edisons

Geschäftspartner zu werden, und das

werde ich auch schaffen, und wenn es bis

ans Ende meiner Tage dauert.« Und das

hat er wirklich so gemeint. Wie anders sich

die Lebensgeschichten vieler Menschen

wohl anhören würden, wenn sie sich ein

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

47


Leben

FÜR

ERFOLG

BRAUCHEN

SIE EIN

KLARES

ZIEL.

Edison vor, und er bekam seine Chance.

Er verkaufte das Gerät – sogar so erfolgreich,

dass ihm Edison einen Vertrag für

den Vertrieb und die Vermarktung im

ganzen Land anbot. Aus dieser Geschäftsbeziehung

entstand der Slogan: »Made

by Edison and installed by Barnes.« Die

Geschäftsverbindung hielt über 30 Jahre.

Durch sie gelangte Barnes zu erheblichem

Wohlstand. In Wirklichkeit hat er aber

noch viel mehr erreicht: Er hat bewiesen,

dass man sich tatsächlich reich denken

kann. Wie viel Geld Barnes sein ursprüngliches

Anliegen eingebracht hat, kann ich

nicht sagen – zwei oder drei Millionen

Dollar vielleicht, doch wie viel es auch war,

es ist absolut bedeutungslos im Vergleich

zu dem Wert der sicheren Erkenntnis, dass

ein vager gedanklicher Impuls in konkrete

Fakten verwandelt werden kann, wenn

man sich nach bestimmten Grundsätzen

richtet. Barnes hat sich seine Partnerschaft

mit dem großen Edison regelrecht ausgedacht.

Er hat nachgedacht und ist dadurch

reich geworden. Am Anfang stand er mit

leeren Händen da. Die einzige Voraussetzung,

die er mitbrachte: Er wusste, was

er wollte, und er war entschlossen, nicht

nachzulassen, bis er es hatte. Er verfügte

über kein Geld, nur wenig Bildung und

nicht den geringsten Einfluss. Doch er

besaß Initiative, Vertrauen und den Willen

zum Erfolg. Mithilfe dieser immateriellen

Kräfte machte er sich zum Mann

der Stunde für den größten Erfinder aller

Zeiten. Befassen wir uns nun mit einem

anderen Fall und einem Mann, der schon

auf dem besten Weg zum Reichtum war,

doch am Ende alles verlor, weil er kurz

vor dem angestrebten Ziel aufgab.

erklärtes Ziel gesetzt und so lange daran

festgehalten hätten, bis es zur absoluten

Obsession geworden wäre! Dem jungen

Barnes war das damals womöglich nicht

klar, doch seine fanatische Entschlossenheit,

seine Hartnäckigkeit, mit der er

ein einziges Anliegen verfolgte, sollte alle

Widerstände überwinden und ihm genau

die Chance eröffnen, die er suchte. Diese

Chance kam schließlich in anderer Form

und aus einer ganz anderen Richtung,

als es Barnes erwartet hatte. Das ist ganz

typisch. Chancen kommen gewöhnlich

verstohlen durch die Hintertür. Häufig

verbergen sie sich sogar in einem Unglück

oder Rückschlag. Vielleicht bleiben sie deshalb

so oft unerkannt. Edison hatte gerade

eine neue Büromaschine perfektioniert,

das Diktiergerät, das spätere Ediphone.

Seine Handelsvertreter waren von dem

Gerät nicht besonders angetan. Sie hielten

es für schwer verkäuflich. Barnes erkannte

seine Chance. Sie hatte sich still und leise

herangepirscht, in Gestalt eines merkwürdigen

Geräts, für das sich niemand begeisterte

außer Barnes und seinem Erfinder.

Barnes wusste, dass er Edisons Diktiergerät

verkaufen konnte. Genau das schlug er

Napoleon Hill

war ein USamerikanischer

Schriftsteller.

Hier ist er 1938

mit seinem Buch

abgelichtet.

Bilder:FBV, wikipeia


Das Event für mehr Motivation und Erfolg in Verkauf, Marketing & Führung

17. STUTTGARTER

WISSENS

FORUM

FREITAG, 19. OKTOBER 2018 · Porsche-Arena Stuttgart

Foto: Bernd Eidenmüller

Erleben Sie einen eindrucksvollen Tag voller neuer Kontakte, Ideen und Impulse –

hochkarätige Spitzenreferenten vermitteln ihr Expertenwissen und machen

die Veranstaltung zum Top Bildungsevent der Region.

Urs Meier • Kay-Sölve Richter • Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen • Walter Riester • Dirk Müller • Lukas-Pierre Bessis • Daniela A. Ben Said

Christian Lindemann • Thomas Baschab • William Wanker • Gabriel Schandl CSP, CMC • Thorsten Schulte • Holger Kracke

Moderation: Aljoscha Höhn • Patricia Küll • Judith Bogner

PROGRAMM & TICKETS:

WWW.STUTTGARTER-WISSENSFORUM.DE

+49 711 75 85 84 0


Wissen

Bin ich emotional und

mental stark genug für

den Erfolg?

Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und eine optimistische, positive innere Haltung

zeichnen erfolgreiche Menschen aus. Sie können in schwierigen Situationen

und unter Druck und Stress ihr volles Leistungsvermögen abrufen und

souverän handeln. Niederlagen und Fehler sehen sie als Chancen zur Weiterentwicklung

und als Impuls für Veränderungen.

Der hier vorgestellte Test, ist in Anlehnung an einen eigens entwickelten Test für mentale

und emotionale Stärke für den Reitsport entwickelt worden. Die Testfragen sollen helfen,

die eigene Situation und den derzeitigen Standort zu klären. Tipps aus dem Mentaltraining

helfen dabei, die mentale und emotionale Stärke auf- und auszubauen.

Ziele

• Habe ich für ein Ziel oder eine Vision,

das mich motiviert, begeistert und

nach vorne treibt?

• Setze ich meine Ziele um, bin dabei

aber flexibel falls eine Anpassung nötig

wird?

• Sehe, erkenne und feiere ich meine

Erfolge? Wenn ja wie?

• Vergesse ich die Zeit und nehme die

Umgebung nicht mehr wahr, wenn

ich mich beruflich, privat oder persönlich

mit einer Sache beschäftige?

Empathie und

Hilfsbereitschaft

• Kann ich dankbar auf schöne und

positive Erlebnisse in meinem Leben

schauen und diese ins Gedächtnis rufen?

• Freue ich mich über die Erfolge meiner

Mitmenschen?

• Helfe, tröste und unterstütze ich meine

Mitmenschen in schwierigen Situationen?

• Ist meine gute Laune und mein Lächeln

ansteckend und ich kann angespannte

Situationen dadurch auflockern?

Persönlichkeit

• Sehe ich einen Sinn in meiner Arbeit?

Welchen?

• Kann ich meine Werte und Lebenseinstellungen

in meinem Beruf und

meinem Umfeld ausleben?

• Bin ich positiv gestimmt/ gut gelaunt,

wenn ich von der Arbeit nach Hause

fahre?

• Kann ich mich auf meine Aufgabe

und mein Gegenüber konzentrieren,

wenn ich mit jemandem im Kontakt

stehe. Oder fühle ich mich gestresst,

unter Druck, beobachtet, bewertet?

• Kann ich mich als ganzen Menschen

wertschätzen, auch wenn es beruflich,

persönlich oder privat im Moment

nicht so klappt?

Leistungsorientierung

• Kann ich Fehler akzeptieren, als

Chancen begreifen und nach Lösungen

suchen?

• Gelingt mir schnell ein Perspektivwechsel

und ich kann die positiven

Aspekte der Situation erfassen?

50 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Wissen

Lösung

vorwiegend

Super! Du kannst schnell

den Fokus von den negativen

zu den positiven Seiten der Dinge

wechseln. Deine gute Laune und Freundlichkeit

sind ansteckend und eine Bereicherung

für die Gemeinschaft. Durch deine

Fähigkeit lösungsorientiert zu denken

und neue Wege auszuprobieren, stärkst du

deine Selbstwirksamkeit. Das führt dazu,

dass du deine gesteckten Ziele erfolgreich

erreichst. Dein Gegenüber (Kollegen, Familie,

Freunde) fühlen sich in deiner Gegenwart

wohl und entspannt, da du mit

deiner positiven Art und deinem planvollen

Handeln für einen guten Vorwärtsimpuls

sorgst.

Lösung

vorwiegend

In vielen Situationen gelingt

es dir schon souverän

mit Fehlern umzugehen. Du hast dir

Ziele gesetzt, doch manchmal verlierst du

dein Ziel aus den Augen. Du solltest deine

Zielformulierung noch einmal überarbeiten

(sind sie gemäß den SMART-Kriterien

erfüllt? Ist mein Ziel wirklich realistisch?).

Ein (Trainings-) Plan hilft dir dabei, auf

Kurs zu bleiben und in kleinen Schritten

deinem Ziel näher zu kommen. Aber

baue dabei nicht zusätzlichen Druck auf.

Wichtig ist es, Abwechslung und Spaß in

deine Aktivitäten einzubauen. Dazu gehören

auch Entspannungs- und Ruhepausen!

Was kannst du richtig gut und macht dir

richtig Spaß? Versuche mal neue Wege zu

gehen! Wie wäre es, wenn du in Theater

statt ins Kino gehst, mal Schwimmen statt

Laufen, mal ein schönes und lehrreiches

Buch lesen statt fernsehen.

Eine Übung aus dem Mentaltraining ist das

Erfolgstagebuch. In einem kleinen hübschen

Buch wird jeden Tag drei und mehr

Dinge notiert, die heute schön waren, gut

funktioniert haben und die für deine gute

Laune verantwortlich waren. Dies verhilft

den Fokus auf die positiven Aspekte

des Lebens zu legen. Ergänzt durch Fotos

von dir, deinem Umfeld und deinen Aktivitäten

wird dieses Buch zur Quelle guter

Laune und positiver Bestärkung.

Lösung

vorwiegend

Im Moment ist dir der

Blick auf die vielen positiven

Dinge im Leben verstellt. Aber mit

ein paar einfachen Tipps und Übungen

aus dem Mentaltraining kannst du deine

Sichtweise schnell verändern.

Anfangen solltest du mit einer IST/

SOLL-Analyse. Wo stehst du? Wo willst du

hin? Warum bist du noch nicht am Ziel?

Was konkret hindert dich daran? Hast du

Ursachen gefunden, dann mache dich auf

den Weg, Lösungen zu suchen. Wer kann

dir dabei wie helfen?

Oder hast du gar kein Ziel? Dann ist der

erste Schritt ein SMART-Ziel zu formulieren.

SMART steht für Spezifisch, Messbar,

Attraktiv, Realistisch und Terminiert. Hier

sind nicht nur Erfolge, Karriereschritte,

etc. gemeint, sondern ein mögliches Ziel

wäre: Jeden Morgen die Bäckersfrau nett

anlächeln, dem nervigen Kollegen helfen,

einem wichtigen Menschen sagen, wie

wertvoll er für einen ist, der Liebsten einen

Strauß Blumen oder ein kleine Überraschung

mitbringen. Der beste Weg sich

selbst eine Freude zu machen, ist jemand

anderen eine Freude zu bereiten. Das stärkt

das Selbstbewusstsein und die positive

Ausstrahlung sieht an von außen! Erfolg

ist immer das Erreichen seiner Ziele!

Ein (Trainings-)Plan hilft dabei, ein großes Ziel in kleine Zwischenziele zu zerteilen. Diese

Zwischen etappen können dann Schritt-für-Schritt erfolgreich absolviert werden. So

stärkt man sein Selbstvertrauen und kann sich gut gegenüber dem Druck und dem Anspruch

von außen (Kollegen, Freunde, Vorgesetzte etc.) abgrenzen. Die erreichten (Zwischen-)Ziele

sollten gefeiert, honoriert und im Erfolgstagebuch dokumentiert werden.

So kann die eigene Weiterentwicklung verfolgt und bei Bedarf wieder ins Gedächtnis

gerufen werden.

Eine weitere wertvolle Übung ist die Dankbarkeitsliste. Wenn alles nur noch dunkelgrau

bis schwarz erscheint, dann nimm ein großes Blatt Papier und schreibe eine Liste von

mindestens 20 Dinge auf, für die du heute dankbar bist. Die Gesundheit? Die finanzielle

Unabhängigkeit? Das Leben in Frieden und Sicherheit? Die Möglichkeit sich weiterzubilden,

Hobby auszuüben, einen sinnvollen Job zu haben arbeiten….

Macht man sich wieder einmal bewusst, was wir schon alles erreicht und bekommen haben,

dann gelingt der Perspektivwechsel und es nicht mehr so dramatisch, dass z. B. der

nächste Karriereschritt noch auf sich warten lässt.

Dr. Birgit Harenberg

ist Expertin für persönliche und reiterliche

Weiterentwicklung. Als (Sport-)Mental Coach

hilft sie in Ihrem Coachingzentrum ridersmind

Menschen dabei, ihre Leistung punktgenau

abrufen zu können. www.ridersmind.de

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

51


Leben

REichtum istn

Frauen sache i

52 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Leben

Oprah Winfrey ist eine der reichsten

Frauen der USA und hat ihr Firmenimperium

von Null aufgebaut.

Buchauszug aus

"Reichtum ist Frauensache"

von Katja Eckardt

Bilder: Depositphotos/s_bukley, Eckhardt, FBV

Dies ist ein Aufruf an alle

Frauen: Werdet endlich

reich! Männer haben es

bereits probiert, aber scheitern

am Versuch, reich

zu bleiben. Mal ehrlich: Welcher Mann

kann schon wirklich mit Geld umgehen?

Ich kenne jedenfalls keinen. Männer sind

viel zu kreativ und gierig, ihr Verlangen

ist groß, ihr Hunger nach heißen Verlockungen

unstillbar. Geld macht es möglich

und kauft alles, was ihnen noch mehr

Lust bereitet. Zuerst eine Yacht, die Yacht

wird mit sexy Frauen geschmückt. Man

lädt sich Vorzeige-Freunde und Bekannte

ein und feiert die Nächte durch mit

Champagner, Hummer, Kaviar und Steaks

vom Kobe-Rind – Hauptsache exklusiv!

Geld ausgeben macht richtig Spaß! Sobald

man(n) viel davon hat, vergisst man(n)

schnell, dass es Grenzen gibt. Eine Yacht

muss betankt werden. Die Ladys sind

nicht ganz billig, und sobald es finanziell

eng wird, suchen sie sich schnell einen anderen

reichen Playboy. Aber keine Sorge!

Die Yacht kann man bei E-Bay zu Geld

machen, um noch ein paar Kröten zusammenzukratzen.

Ein großer Philosoph behauptet, dass Geld

zu haben, nicht alles bedeutet, sondern es

nicht zu haben. Ihr möchtet wissen, wer

das gesagt hat? Kein anderer als Kanye

West! Ihr dachtet jetzt bestimmt an Konfuzius

oder an einen coolen Griechen wie

Aristoteles. Ich wollte gezielt einen Neureichen

zitieren, da er in der heutigen Zeit

lebt und weiß, wovon er spricht: »Having

money isn‘t everything. Not having it is.«

Kanye ist verdammt reich. Er versucht, es

auch zu bleiben, indem er sich von Drogen

und Alkohol fernhält. Na ja, wer‘s

glaubt! Vielleicht möchte er auch nur sein

Image aufpolieren, um endlich in einem

Buch wie diesem zitiert zu werden. Als

ich recherchierte, wie man schnell reich

werden kann, fiel mir auf, dass es verschiedene

Möglichkeiten gibt. Man muss nicht

einmal studiert haben! Kaum einer der

reichsten Menschen der Welt besitzt einen

Studienabschluss. Das Forbes-Magazin

listet sie alle gnadenlos auf. Ein Studium

bedeutet demnach nicht nur Zeitverlust,

sondern auch viele verpasste Chancen auf

wahren Reichtum. Man muss also keinen

überdurchschnittlichen IQ besitzen, um es

zu schaffen. Was zählt, sind Ideen, das nötige

Kleingeld, Optimismus, ein eiserner

Wille, Zeit, Mut, Selbstvertrauen, Geduld

und etwas Glück. Das wahre Problem

kommt erst mit dem Reichtum. Die meisten

reichen Leute sind schneller wieder

arm, als sie das Wort »Reichtum « aussprechen

können.

»Having money

isn‘t everything.

Not having it is.«

Kanye West

Es gibt zahlreiche ehemalige Multimillionäre

und Milliardäre, die nach kurzer

glamouröser Bling-Bling-Zeit wieder

bettelarm sind. MC Hammers‘ Besitztümer

kamen beispielsweise alle unter den

Hammer. Er besaß mehrere 100 Millionen

Dollar und hatte es dadurch nicht leicht.

Zunächst kaufte er sich einen Helikopter,

denn auch er muss einkaufen und andere

Dinge besorgen. Das Problem war, dass

seine Freundin auch einen wollte. Ich verstehe

jetzt, was er mit seinem Song »You

can‘t touch this« sagen wollte! Tja, dumm

gelaufen. Liebe macht wirklich blind. Zwei

Helis waren erst der Anfang. Ein Album

brachte ihm ca. 33 Millionen US-Dollar

ein. Seine Karriere endete allerdings, als

er in die Jahre kam und auf die 30 zuging.

Das war 1990. Er schuldet dem Finanzamt

aktuell noch etwas Geld, im Jahr 2011 waren

es noch 800.000 US-Dollar. Ich bin mir

sicher, dass er endlich einen Ausweg aus

dem Schuldensumpf finden wird, nachdem

er dieses Buch gelesen hat. Hoffentlich

wird er dann bald wieder reich. Dazu

muss er sich allerdings eine neue Freundin

suchen. Das Buch richtet sich jedoch nicht

Katja Eckardt

ist Bestsellerautorin und erklärt Frauen

die Finanzwelt.

an MC Hammer, sondern an Ladys.

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen einfach

das bessere Händchen für den Umgang

mit Geld haben. Sie wissen das aber

noch nicht. Bisher hat ihnen das noch

niemand gesagt und ihnen Mut gemacht.

Den Beweis für die bessere Frauen-Performance

im Umgang mit Geld zeigen die

Pleite-Top-10. Sie bestehen ausschließlich

aus Männern. Unter ihnen befindet sich

neben MC Hammer auch Jordan Belfort,

der wahre »Wolf der Wallstreet«. Auch

Jordan muss noch Schulden in Millionenhöhe

abstottern.

Der Ärmste! Dabei war er gestern noch ein

reicher, großkotziger Gierschlund. Heute

ist er allerdings bettelarm. Er sollte sich

endlich eine Finanz-Diva suchen, die ihm

dabei hilft, finanziell wieder auf die Beine

zu kommen. Falls ein Mann diesen Ratgeber

lesen sollte, bitte ich an dieser Stelle

um Verständnis. Nicht

jede von uns kann sich

als Finanz-Diva outen.

Habt ihr Lust auf ein

finanzielles Abenteuer?

Dann lasst euch

überraschen, was

euch in den folgenden

Kapiteln erwartet.

Damit euer Weg in

die finanzielle Unabhängigkeit

nicht

mehr lang ist, stelle

ich euch verschiedene

Varianten zum

Vermögensaufbau vor. Es geht um Fondssparen,

die Anlage in Aktien, die Vermietung

von Wohnungen und die Möglichkeit

einer Unternehmensgründung. Grundsätzlich

gilt beim Investieren: Finger weg

von Dingen, die ihr nicht versteht.

Hand aufs Herz: Habt ihr das Zeug zur

Finanz-Diva?

Wer denkt, Reichtum sei Zufall, irrt gewaltig.

Reichtum ist das Ergebnis aus

Disziplin, einem eisernen Willen, Selbstbewusstsein,

Leidenschaft und außergewöhnlicher

Hartnäckigkeit, alles Eigenschaften

von euch oder zumindest von

euren Vorfahren. Das notwendige Quäntchen

Glück spielt natürlich auch eine

große Rolle. Kombiniert man alles im optimalen

Verhältnis, steht eurer finanziellen

Zukunft nichts mehr im Wege!

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

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Leben

Martin Luther King

inspirierte die Menschen

zum friedlichen Protest

und läutete damit das

Ende der Rassentrennung

in den USA ein.

FRAG IMMER ERST

WARUM

54 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Leben

GROSSE FÜHRER SIND DAZU IN

DER LAGE, ANDERE MENSCHEN

ZUM HANDELN ZU INSPIRIEREN.

Es um eine natürliche Veranlagung,

um eine Art zu denken,

zu handeln und zu kommunizieren,

die einige wenige Führer

dazu befähigt, ihre Umgebung

zu inspirieren. Doch selbst wenn es

solche »geborenen Führer« gibt, die bereits

mit der Anlage zu inspirieren auf die

Welt gekommen sind, bedeutet das nicht,

dass diese Fähigkeit nur ihnen vorbehalten

bleibt. Wir alle können inspirierendes

Verhalten erlernen. Mit etwas Disziplin

können Führer oder Organisationen andere

innerhalb, aber auch außerhalb von

Organisationen inspirieren, und so ihre

Ideen und Visionen durchsetzen. Wir alle

können Führen lernen.

Es nicht einfach um die Reparatur von

etwas, das schiefgelaufen ist. Ich habe das

Buch vielmehr als eine Anleitung dafür geschrieben,

wie man sich auf das, was funktioniert,

konzentriert und es verstärkt. Ich

will die Lösungen anderer nicht verwerfen.

Ihre Antworten sind, sofern sie auf

soliden Fakten beruhen, in den meisten

Fällen völlig stichhaltig. Wenn wir freilich

mit der falschen Frage beginnen, wenn wir

nicht verstehen, um was es geht, dann werden

uns letztlich auch richtige Antworten

in die falsche Richtung führen … möglicherweise.

Denn die Wahrheit kommt am

Ende immer ans Tageslicht.

In den folgenden Beispielen geht es um

Persönlichkeiten und um Organisationen,

die inspirierendes Verhalten auf ganz

selbstverständliche Weise verinnerlicht

haben. Es sind diejenigen, die immer erst

fragen: »Warum?«.

1

Es war ein ehrgeiziges Ziel. Das

öffentliche Interesse war groß.

Die Fachleute brannten darauf zu

helfen. Geld war ausreichend vorhanden.

Samuel Pierpont Langley hatte alles, was

man zum Erfolg braucht, als er sich im

anbrechenden 20. Jahrhundert aufmachte,

als erster Mensch mit einem Flugzeug zu

fliegen. Als Mathematikprofessor, der in

Harvard gelehrt hatte, und als Leiter der

Smithsonian Institution war er weithin geschätzt.

Zu seinen Freunden zählten einige

der mächtigsten Männer in Regierung und

Wirtschaft, unter ihnen Andrew Carnegie

und Alexander Graham Bell. Langley

wurde vom Kriegsministerium die für die

damalige Zeit gewaltige Summe von 50

000 Dollar für sein Projekt zur Verfügung

gestellt. Er vereinte die besten Köpfe seiner

Zeit, ein wahres »Dream-Team« des

Wissens und des technischen Know-hows.

Langley und sein Team konnten auf das

beste Material zurückgreifen, die Presse

folgte ihm auf Schritt und Tritt. Menschen

aus ganz Amerika waren von seiner Geschichte

gefesselt und warteten mit Spannung

darauf, dass er sein Ziel erreichte.

Angesichts des Teams, das er versammelt

hatte und der Ressourcen, auf die er zurückgreifen

konnte, war der Erfolg garantiert.

War er das wirklich?

Einige Hundert Kilometer entfernt arbeiteten

die Brüder Wilbur und Orville

Wright an ihrer eigenen Flugmaschine.

Ihre große Leidenschaft für das Fliegen

weckte Enthusiasmus und Einsatzbereitschaft

bei einer kleinen, engagierten

Schar von Menschen in ihrer Heimatstadt

Dayton, Ohio. Es gab keine Finanzierung

für ihr Unternehmen. Keine Ressourcen

der Regierung. Keine einflussreichen

Verbindungen. Nicht einer im Team hatte

einen Uni-Abschluss, ja nicht einmal

einen College-Abschluss vorzuweisen,

auch nicht Wilbur und Orville. Aber dieses

Team, das sich in einer bescheidenen

Fahrradwerkstatt versammelte, realisierte

seine Vision. Eine kleine Gruppe von

Männern wurde am 17. Dezember 1903

Zeuge des ersten Fluges in der Menschheitsgeschichte.

Warum aber hatten die Brüder Wright

Erfolg, während ein besser ausgerüstetes,

besser finanziertes und besser ausgebildetes

Team scheiterte?

Es war kein Glück. Sowohl die Brüder

Wright als auch Langley waren hoch motiviert.

Sie alle hatten einen starken Glauben.

Alle verfügten über einen scharfen

Verstand und sie verfolgten das gleiche

Ziel. Aber nur den Brüdern Wright gelang

es, ihr Team wahrhaft zu inspirieren und

zur Entwicklung einer Technologie zu führen,

die die Welt verändern sollte. Nur die

Brüder Wright fragten immer erst: »Warum?«.

2Studenten der Universität von

Kalifornien verbrannten als

Erste im Jahr 1965 auf dem

Campus-Gelände öffentlich

ihre Stellungsbefehle, um damit

gegen die Verwicklung der USA in den

Vietnamkrieg zu protestieren. Nord-Kalifornien

war Nährboden für die Opposition

gegen die Regierung und gegen das

Establishment; die Bilder von den Zusammenstößen

und Unruhen in Berkeley und

Oakland gingen um die Welt und waren

die Initialzündung für die Entstehung von

Sympathisanten-Bewegungen in den USA

und in Europa. Dort hatte dann auch 1976,

fast drei Jahre nach dem Ende des militärischen

Engagements der USA im Vietnamkrieg,

eine Revolution anderer Art

ihren Ausgangspunkt.

Sie wollten Einfluss, großen Einfluss haben,

sie wollten sogar die Vorstellung der

Menschen davon, wie die Welt funktioniert,

infrage stellen. Aber diese jungen

Revolutionäre warfen keine Steine und

griffen auch nicht zur Waffe gegen ein autoritäres

Regime. Für Steve Wozniak und

Steve Jobs, die Gründer von Apple Computers,

war das Schlachtfeld die Wirtschaft

und die Waffe ihrer Wahl der Heimcomputer.

Als Wozniak den Apple I baute, befand

sich die Revolution der Personal Computer

(PC) im Anfangsstadium. Die Computer-Technologie,

die damals gerade begann

Aufmerksamkeit zu erregen, wurde vor

allem als Business-Instrument gesehen.

Computer waren zu kompliziert und zu

teuer für den Durchschnittsbürger. Aber

Wozniak, ein Mann, für den Geld keine

Motivation war, hatte die Vision, die neue

Technologie für ein nobleres Ziel einzusetzen.

Er sah im PC ein Mittel, das dem

kleinen Mann die Möglichkeit gab, sein

eigenes Unternehmen zu gründen. Könnte

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

55


Leben

er ihn dem Einzelnen zugänglich machen,

dann, so dachte er, könnte die Mehrheit

annähernd das Gleiche bewältigen wie

eine Firma, die mit weitaus größeren Ressourcen

ausgestattet war. Der PC könnte

Chancengleichheit herstellen und die Art,

wie die Welt funktionierte, verändern.

Woz konzipierte den Apple I und verbesserte

die Technologie mit dem Apple II,

um ihn billiger und einfacher in der Anwendung

zu machen.

Es nutzt nichts, wenn ein Produkt visionär

oder brillant ist, aber niemand es kauft.

Der 21-jährige Steve Jobs, damals Wozniaks

bester Freund, wusste genau, was zu

tun war. Obwohl er Verkaufserfahrung mit

gebrauchten Elektronikteilen gesammelt

hatte, war er viel mehr als nur ein guter

Verkäufer. Er wollte etwas Bedeutendes in

dieser Welt tun, und er wollte es durch die

Gründung einer Firma erreichen. Apple

war sein Werkzeug, um seine Revolution

zu machen.

Im ersten Geschäftsjahr, mit einem einzigen

Produkt, erzielte Apple Einnahmen

von einer Million Dollar. Nach zwei Jahren

erreichten die Verkäufe zehn Millionen

Dollar. Im vierten Jahr verkauften

sie Computer im Wert von 100 Millionen

Dollar. Schon im sechsten Jahr war Apple

Computer eine Milliarde Dollar wert und

hatte über 3 000 Angestellte.

Jobs und Woz waren nicht die einzigen

Teilnehmer an der Revolution der PCs.

Sie waren nicht die einzigen smarten Burschen

im Geschäft; tatsächlich wussten sie

so gut wie nichts darüber. Das, was Apple

zu etwas Besonderem machte, war nicht

ihre Fähigkeit eine derart rasant wachsende

Firma aufzubauen. Es war nicht ihre

Fähigkeit, das Neue an den PCs zu sehen.

Das, was Apple zu etwas Besonderem

machte, war die Fähigkeit der Firma, das

gleiche Verhaltensmuster wieder und wieder

anzuwenden. Im Gegensatz zu allen

an-deren Konkurrenten stellte Apple konventionelles

Denken in der Computerindustrie,

in der Elektronikbauteilindustrie,

in der Musikindustrie, der Handyindustrie

und in der Unterhaltungsindustrie allgemein

infrage. Der Grund ist einfach. Apple

inspiriert. Apple fragt immer erst nach

dem Warum.

3Er war nicht perfekt. Er hatte

seine Schwächen. Er war nicht

der Einzige, der im Amerika vor

der Bürgerrechtsbewegung gelitten

hatte, und es gab eine Reihe

anderer charismatischer Redner. Aber

Martin Luther King Jr. verfügte über eine

besondere Gabe. Er wusste, wie man Menschen

inspiriert.

Dr. King wusste, dass es, um die Bürgerrechtsbewegung

zum Erfolg zu führen,

um realen, dauerhaften Wandel herbeizuführen,

mehr Menschen als ihn und

seine engsten Verbündeten brauchte. Mitreißende

Worte und schöne Reden allein

würden nicht ausreichen. Man brauchte

Menschen, Zehntausende Durchschnittsbürger,

vereint durch eine einzige Vision:

das Land zu verändern. Am 28. August

1963 um 11:00 Uhr am Morgen sandten

sie die Botschaft nach Washington, dass es

Zeit sei für Amerika, den Kurs zu ändern.

Weder verschickten die Organisatoren der

Bürgerrechtsbewegung Tausende Einladungen,

noch gab es eine Website, um an

den Termin zu erinnern. Aber die Menschen

kamen. Sie strömten herbei. Insgesamt

fand sich im Zentrum der Hauptstadt

der Nation eine Viertelmillion Menschen

rechtzeitig ein, um die Worte zu hören, die

in die Geschichte eingingen, ausgesprochen

von dem Mann, der eine Bewegung

anführte, die Amerika für immer verändern

würde: »Ich habe einen Traum.«

Die Fähigkeit, so viele Menschen aller Farben

und Rassen aus dem ganzen Land zu

motivieren, sich am richtigen Tag und zur

richtigen Zeit zu versammeln, war etwas

Besonderes. Obwohl auch andere wussten,

was sich in Amerika ändern musste, um

Bürgerrechte für alle durchzusetzen, war

nur Martin Luther King in der Lage, ein

ganzes Land dazu zu inspirieren sich zu

verändern, nicht bloß für das Wohl einer

kleinen Minderheit, sondern für das Wohl

von allen. Martin Luther King fragte immer

erst warum.

Es gibt Führer, und es gibt Menschen, die

führen. Mit nur sechs Prozent Marktanteil

in den USA und drei Prozent weltweit, ist

Apple nicht Marktführer unter den Heimcomputer-Produzenten.

Und doch ist die

Firma führend in der Computerindustrie,

und nun auch führend in anderen Industrien.

Martin Luther Kings Erfahrungen

waren nicht einmalig, und doch brachte er

eine Nation dazu, sich zu verändern. Die

56 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Leben

Brüder Wright waren nicht die potentesten

Teilnehmer im Rennen um die Realisierung

des ersten bemannten, motorisierten

Fluges, aber sie waren es, die uns in die

neue Ära der Fliegerei führten, und auf

diese Art die Welt, in der wir leben, vollständig

veränderten.

Die Ziele waren nicht verschieden von denen

anderer, und auch ihre Systeme und

Prozessabläufe wurden mit Leichtigkeit

wiederholt. Aber die Brüder Wright, Apple

und Martin Luther King unterschieden

sich von ihren Rivalen. Sie selbst hoben

sich ab von der Norm und ihre Wirkung

auf Menschen konnte nicht einfach kopiert

werden. Sie gehören zu einer exklusiven

Gruppe von Führern, die etwas sehr,

sehr Spezielles tun: Sie inspirieren uns.

Nahezu alle Menschen oder Organisationen

müssen andere zum Handeln motivieren.

Einige wollen zu einem Kauf motivieren.

Andere suchen Unterstützung

oder Wählerstimmen. Andere bemühen

sich, die Menschen in ihrer Umgebung

zu motivieren, härter oder besser zu arbeiten

oder einfach den Regeln zu folgen.

Die Fähigkeit andere zu motivieren, ist an

sich nicht schwierig zu erlangen. Sie ist

im Normalfall mit einem externen Faktor

verbunden. Lockende Angebote oder

die Androhung einer Strafe löst in vielen

Fällen das Verhalten aus, das wir anstreben.

General Motors beispielsweise hat

die Menschen derart erfolgreich zum Kauf

von Autos motiviert, dass die Firma über

75 Jahre lang mehr Autos als jeder andere

Autohersteller verkaufte. Aber obwohl sie

Marktführer war in ihrer Industrie, führte

sie nicht.

Große Führer sind im Gegensatz dazu in

der Lage, andere Menschen zum Handeln

zu inspirieren. Diejenigen, die inspirieren

können, geben den Menschen ein Gefühl

der Sinnhaftigkeit oder der Zugehörigkeit,

das wenig mit äußeren Anreizen oder zu

erwartenden Vorteilen zu tun hat. Wer

wirklich führt, ist in der Lage eine Gefolgschaft

aus Menschen zu bilden, die nicht

handeln, weil sie überredet, sondern weil

sie inspiriert wurden. Für diejenigen, die

inspiriert sind, ist die Motivation zum

Handeln sehr persönlich. Es ist weniger

wahrscheinlich, dass sie durch Anreize

beeinflusst werden können. Diejenigen,

die inspiriert sind, sind bereit mehr zu

bezahlen, Unannehmlichkeiten oder gar

persönliches Leid auf sich zu nehmen.

Wer inspiriert, wird eine Gefolgschaft von

Menschen bilden – Anhänger, Wähler,

Kunden, Arbeiter –, die nicht zum Wohl

des Ganzen handeln, weil sie es müssen,

sondern weil sie es wollen.

Obwohl die Zahl der Organisationen und

Führer, mit der natürlichen Fähigkeit uns

zu inspirieren, relativ klein ist, begegnen

sie uns in allen möglichen Formen und

Größen. Man findet sie im privaten und

im öffentlichen Sektor. Es gibt sie in jeder

Branche – im Kundenverkauf ebenso wie

im Großhandel. Unabhängig davon, wo

sie sich befinden, üben sie alle überdurchschnittlich

großen Einfluss in ihrer Branche

aus. Sie haben die treuesten Kunden

und die treuesten Angestellten. Oft sind sie

in ihrer Branche rentabler als andere. Sie

sind innovativer, und – am wichtigsten –

sie sind in der Lage, all das auf lange Sicht

zu halten. Viele von ihnen verändern ihre

Branchen. Einige von ihnen verändern die

Welt.

Die Brüder Wright, Apple und Dr. King

sind nur drei Beispiele. Harley-Davidson,

Disney und Southwest Airlines sind drei

andere. Auch John F. Kennedy und Ronald

Reagan konnten inspirieren. Gleichgültig,

woher sie kommen, sie alle haben eines

gemeinsam: Alle diese Führer und Firmen

denken, handeln und kommunizieren, unabhängig

von ihrer Größe und Branche,

exakt auf die gleiche Art und Weise.

Und das ist genau das Gegenteil von

dem, was alle andern machen.

Was wäre, wenn wir alle lernen könnten

zu denken, zu handeln und zu kommunizieren

wie diejenigen, die inspirieren? Ich

stelle mir eine Welt vor, in der nicht nur

eine kleine Schar Auserwählter die Fähigkeit

hat zu inspirieren, sondern die Mehrheit.

Studien zeigen, dass 80 Prozent der

Amerikaner nicht ihren Traumjob haben.

Wenn es mehr Menschen geben würde, die

wissen, wie man eine Organisation aufbaut,

die inspiriert, könnten wir in einer

Simon Sinek

ist ein New Yorker

Bestsellerautor,

Journalist und

Unternehmensberater.

Auszug aus "Frag

immer erst warum"

von Simon Sinek

Welt leben, in der die Statistik sich umkehren

würde – eine Welt in der 80 Prozent ihren

Job lieben würden. Menschen, die gerne

zur Arbeit gehen, sind produktiver und

kreativer. Sie gehen zufriedener nach Hause

und sie haben glücklichere Familien.

Sie behandeln ihre Kollegen, ihre Klienten

und ihre Kunden besser. Inspirierte Angestellte

produzieren stärkere Firmen und

stärkere Wirtschaften. Das ist der Grund,

warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Ich hoffe, dass ich andere dazu inspirieren

kann, Dinge zu tun, die sie inspirieren,

und dass wir zusammen die Firmen, die

Wirtschaft und die Welt schaffen, in der

Vertrauen und Loyalität die Norm sind

und nicht die Ausnahme. Dieses Buch ist

nicht dafür bestimmt, Ihnen zu sagen, was

Sie und wie Sie es tun sollen. Mein Ziel ist

es nicht, eine Anleitung zum Handeln zu

liefern. Mein Ziel ist es, eine Begründung

für das Handeln zu liefern.

Ich fordere alle heraus, die offen für das

Neue sind, die auf der Suche nach langfristigem

Erfolg sind und glauben, dass der

Erfolg die Hilfe der anderen erfordert. Von

jetzt an frage immer erst nach dem Warum.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

57


Leben

Was Menschen von

Hunden lernen können

Starhundetrainer Martin Rütter sprach mit Verleger

Julien Backhaus über Hunde, Herrchen und was wir

Menschen von den Vierbeinern lernen können.

Martin, du bist Deutschlands

bekanntester

Hundetrainer, wobei

das eher ein Tarnbegriff

ist, weil du doch

viel eher Menschen trainierst.

Das stimmt, der Begriff wäre nur zu

lang gewesen für eine Fernsehsendung.

Eigentlich müsste man sagen „Profi im

Erklären von Hunden für Menschen“,

aber das wäre zu lang gewesen. Aber

du hast recht. Der Begriff Hundeschule

ist schon falsch, weil ich

Menschen erkläre, wie ein

Hund funktioniert oder worauf

man achten muss.

Bilder: Guido Engels

Bis heute haben über 1,5

Millionen Menschen deine

Liveshows besucht. Ein

Großdenker bist du schon

immer oder?

Absolut, ich kenne nur „vorne

rechts ist Gas“. So ein Mittelding

ist nicht meins und das ist tatsächlich

in allen Lebenslagen so. Auch privat

muss immer Dampf drinnen sein, sonst

funktioniert das bei mir nicht. Ich habe

ursprünglich mal Sportjournalismus studiert

und schon immer alles mit Vollgas

gemacht. Ich weiß noch, als wir Studenten

angehende Fußballlehrer rhetorisch geschult

haben, indem wir Interviews mit ihnen

gemacht haben. Das waren die Leute,

die später Trainer werden. Dann bekamen

wir eine Liste und wir Studenten durften

uns jemanden aussuchen. Bei mir war eben

der prominenteste dabei, Bernd Schuster.

Und alle meinten; „Oh, der Schuster, lieber

nicht. Der gilt als schwierig“. Aber ich fand

das gerade geil und es war ein super Erlebnis,

dem eine Dreiviertelstunde Fragen zu

stellen und hinterher zu zeigen, wie er sich

58 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Leben

verhalten hat. Das fand ich spannend - ich

habe schon immer Bock auf groß.

Gibt es noch Dinge, die du verändern

möchtest?

Eigentlich nicht. Seit zehn Jahren antworte

ich auf die Frage, was noch kommt: „So

bleiben wäre schon geil“. Es ist alles sehr

schön und luxuriös und macht einen irrsinnigen

Spaß. Seit vielen Jahren kommen

immer wieder welche und schlagen vor,

dass ich mal im Stadion spielen soll. Ich

muss aber dazu sagen, dass ich eigentlich

alle Wortkünstler, die ich in einem Stadion

gesehen habe, ziemlich langweilig

fand. Da denke ich mir jedes Mal: „Wow,

ich kenne die Person aus einer Halle und

da ist viel mehr Druck hinter“. Im Stadion

ist das ganz anders, da verpufft das alles.

Es funktioniert natürlich, weil ein Event

drumherum gebaut wird, aber inhaltlich

ist das sehr dünn. Wir haben Kontakt

zur Schalke Arena, die das gerne machen

möchten und alle reden seit einem Jahr auf

mich ein. Aber bisher war noch kein gutes

Argument dabei.

Aus Martin Rütter ist ein richtig großer

Laden geworden: 16 Bücher, Platin Alben,

seit 15 Jahren TV-Shows, Liveshows

(die aktuelle Tour heißt FREISPRUCH!)

und 100 Hundeschulen. Dadurch schafft

man es, sich ein Stück weit zu verewigen

und ist doch auch stolz darauf oder?

Ja total, auch wenn ich viel Gas gebe, bin

ich jemand, der sehr nah am Wasser gebaut

ist. Bei Tourneen gibt es ein Ritual, den

sogenannten „Fools Day“. Das ist immer

die letzte Show

Dominanz darf

man nicht mit

Aggression

verwechseln.

auf einer Tour

und da darf

die Crew jeden

Blödsinn machen,

den man

sich ausdenken

kann. Bei mir

ist es aber immer

so, dass ich

bei der letzten Veranstaltung sehr melancholisch

bin. Deswegen sage ich der Crew:

„Pass auf, wenn wir 200 Termine spielen,

könnt ihr ruhig 199 davon „Fools Day“

machen, aber nicht am letzten Tag“. Beim

letzten Mal war es ganz schlimm. Mir ist

wirklich eine Träne rausgerutscht auf der

Bühne. Ich freue mich zwar auf die neuen

Projekte, aber es ist, als ob eine Klassenfahrt,

die drei Jahre dauerte, zu Ende

geht. Ich bin stolz auf das, was passiert. Es

wirkt immer so, als wäre ich ein Einzelkämpfer,

aber das ist überhaupt nicht der

Fall. Ich mag Kontinuität, deswegen ist die

Crew mit Sicherheit schon seit zehn Jahren

die selbe. Und bei mir im Büro haben

wir glaube ich 40 Leute und einige davon

kenne ich seit 35 Jahren. Das mag ich sehr,

weshalb ich auch nicht von Sender zu Sender

springe und meine Bücher schon seit

Ewigkeiten vom gleichen Verlag rausbringen

lasse. Wenn das Buch erfolgreich ist,

dann kommt natürlich jedes Jahr ein neuer

Verlag und bietet mehr Geld, aber ich

mag diese Kontinuität einfach. Auch weil

ich glaube, dass die Leute, bei denen das so

schnell geht, auch schnell vergessen, wer

dazu beigetragen hat. Nächstes Jahr haben

wir zum Beispiel zehnjähriges Jubiläum

bei Vox und gerade in der Fernsehbranche

kommt jedes Jahr ein neuer Sender mit

einem großen Koffer voller Geld an. Aber

ich finde es geil bei Vox, da redet mir keiner

mehr rein und ich kann meine Arbeit

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

59


Leben

machen. Um auf deine Frage wieder zurückzukommen:

Verewigen ja, aber immer

als Gemeinschaftsproduktion.

Wir Menschen können uns scheinbar

auch bei Hunden etwas abgucken. Zum

Beispiel habe ich gelesen, dass nicht immer

der Aggressivste automatisch der

Chef im Rudel ist.

Überhaupt nicht. Es ist übrigens bei den

Menschen genauso, denn wir verwechseln

Dominanz mit Aggression. Im Rudel

kann man sagen, angenommen es gibt fünf

Hunde in diesem Rudel, dass die Nummer

zwei in der Rangordnung der aggressivste

ist, weil der es am schwersten hat. Die

Nummer eins nimmt die zwei nicht für voll

und drei, vier und fünf sehen, dass die zwei

gar nicht für voll genommen wird. Das

ist ein bisschen das Phänomen von dem

Abteilungsleiter, der seine Truppe zwar

zusammenhalten muss, aber alle merken:

Wenn der Chef kommt, dann ist schon

wieder die Luft raus. Bei Hunden ist es tatsächlich

so, dass Intelligenz und eine souveräne

Entscheidung zu treffen viel mehr

zählen. Was bei Menschen exakt genauso

ist. Ich habe wahrscheinlich 180 verschiedene

Referenten gehört und diejenigen,

die immer schnell aus der Hose springen,

wenn eine kritische Frage kommt, waren

immer die Pfeifen. Bei Hunden kann man

sagen, dass statistisch die Ranghöchsten

auch die am wenigsten aggressiven Tiere

sind. Wenn die dann aber Gas geben, dann

geben die richtig Gas.

Was sollten sich

Menschen von Hunden

abgucken?

Gelassen zu bleiben!

erste Hündin, die ich hatte, Mina, wurde

mit vier Monaten von einer Boxerhündin

schwer angegangen. Mina war 13 Jahre

ohne Pause schlecht zu sprechen auf diesen

Hund, da war nichts vergessen. Natürlich

leben Hunde mehr im Hier und Jetzt, aber

die vergessen nicht, wenn sie zum Beispiel

zehn Stunden alleine waren oder jemand

blöd zu ihnen war. Es gab in Australien

einen interessanten Versuch, da hat man

zehn Welpen, die vier Wochen alt waren,

für einen ganzen Tag zehn verschiedenen

Menschen zugeteilt, die positive Erlebnisse

erzeugen sollten. Dann sechs Jahre

keinen Kontakt mehr zu diesen Menschen

und alle zehn Hunde haben ganz eindeutige

Wiedererkennungsmerkmale gezeigt,

als sie diesen Menschen erneut begegnet

Hundeflüsterer Martin Rütter und

Verleger Julien Backhaus im Gespräch über

Hunde, Menschen und alles dazwischen.

sind. Genau wie das Phänomen des Züchters,

der Jahre später seine Welpen wieder

sieht und die Hunde sind

immer noch auf 180 vor

Freude.

Gibt es irgendeinen

Nummer eins Tipp,

was sich Menschen

von Hunden abgucken

sollten?

Ja, gelassen zu bleiben.

Ich habe fünf Kinder und hatte mich schon

vorher sehr intensiv mit Hunden beschäftigt.

Das hat mir geholfen zu sehen, dass 95

Prozent der Maßregelungen von Hund zu

Hund ignorierendes Verhalten ist. Also du

siehst, dass eine Mutter genervt von ihren

Welpen ist und die steht auf und geht. Die

fährt da nicht dreimal am Tag voll drüber.

Und wir Menschen glauben sehr schnell,

dass wir eine Konfrontation suchen müssen.

Hunde können Sachen gut aushalten.

Ich habe einige Videos, wie erwachsene

Hunde im Sand liegen und dösen und

Welpen rennen bellend drumherum. Das

ist glaube ich auch der Grund, warum

ich sehr gut die Pubertät meiner Kinder

aushalten kann. Ich finde das wahnsinnig

cool, wenn die jetzt flügge werden. Der

Große ist 18, der ist eh schon ausgezogen

und reist durch die Welt. Aber der Kleine

ist jetzt 14 und wenn du dem sagst, dass

er mal den Müll runterbringen soll und er

sagt: „Chill mal Papa“, dann tangiert mich

das emotional nicht. Ich fühle mich dann

nicht persönlich angegriffen, weil ich weiß,

dass es vorbeigeht und wenn ich jetzt einen

Streit anfange, gibt es nur Verlierer.

Und Hunde können Sachen gut aussitzen.

Ich glaube, das kann man von ihnen lernen.

Danke für das Gespräch, Martin.

Bilder: Wilkens

Hunde sind schnell im Vergessen, oder?

Das kann ich so nicht bestätigen. Die

60 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Leben

KARRIERE NACH

BITTEREM START

Als junge Mutter ohne Startkapital baute Stephanie Ziegler

ihr Schokoladen-Unternehmen auf.

Bilder: Stephanies Schokowelt

Heute hat Stephanie Ziegler gut

lachen, das war nicht immer so.

Stephanie Ziegler war als Kind

zweier Vollzeit arbeitender Eltern

oft bis abends allein und

lernte dadurch früh selbständig

zu sein. Schon während ihrer

Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation

war klar, dass ihr Unternehmen

sie nicht würde übernehmen können,

was an sich kein Problem darstellte. Dass

sie allerdings während der Abschlussprüfungen

feststellte, dass sie schwanger war,

dagegen sehr. Denn jung, schwanger, ohne

Berufserfahrung ist es fast unmöglich, eine

neue Anstellung zu finden. In der Not fing

sie bei einer Versicherung als Selbständige

an, kündigte allerdings bald wieder, da das

Arbeitsklima ihr nicht entsprach. Auch

andere Stellen im Büro, Verkauf oder im

Home-Office als Telefonistin überzeugten

sie nicht wirklich. Überall fehlte der gewisse

Wohlfühlfaktor. Dass sie durch ihren

Nachwuchs zeitlich eingeschränkt

war, und nur mit zwei Jahren Abstand das

zweite Kind folgte, erschwerte die Arbeitssituation

zusätzlich. So jobbte sie, um sich

über Wasser zu halten und war sich auch

als Putzfee und Bügelkraft nicht zu schade.

Bis sie eines Abends

darüber nachdachte,

was sie wirklich wollte.

Nur einen Tag später

meldete sie ihr eigenes

Unternehmen an:

Stephanies Schokowelt

war geboren.

Dem spontanen Entschluss

folgten harte

Jahre. Ohne Startkapital,

ohne Mentor, ohne

eine fachkundige Hilfe

gaben sich die Probleme

die Klinke in

die Hand. Zweieinhalb

Jahre kämpfte sie um

jeden Cent, die Schuldenberge

riefen die

Gerichtsvollzieherin

auf den Plan. Selbst ein Haftbefehl wegen

einer nicht rechtzeitig bezahlten lächerlichen

180 Euro-Rechnung flatterte ins

Haus. Die Angst, den Briefkasten zu öffnen

und wieder gelbe Briefe, Mahnungen und

Rechtsanwaltsschreiben zu finden wurde

für einige Jahre zum Alptraum. Missgünstige

Menschen nutzten die Lage, um

noch kräftig nachzutreten. "Der Umgang

mit solchen Problemen muss gelernt werden,

sonst gehst du unter", sagt Stephanie

Ziegler heute. Sie biss sich durch, machte

weiter, glaubte an sich. In der tiefsten Krise

fand sie: "Ich hatte mehr Kraft denn je und

erreichte unglaubliche Dinge."

Den Durchbruch schaffte sie, als sie anfing,

die größten Unternehmen und berühmte

Persönlichkeiten zu kontaktieren. So durfte

sie bereits Angela Merkel ganz offiziell

ihre feinen Pralinen persönlich überreichen

und bekam einen Brief von Queen

Elizabeth. 2017 wurde sie vertraglich in die

größte deutsche Autohaus-Kooperation als

Giveaway-Lieferantin aufgenommen und

darf nun 1800 Autohäuser beliefern. Auch

für eins der größten Versicherungsunternehmen

steht sie unter Vertrag und beliefert

mehr als 14.000 selbständige Vermögensberater

mit individuell bedruckten,

personalisierten Schokotäfelchen. Selbst

auf dem Echo 2018 waren es ihre Pralines,

die den VIP-Gästen vorgesetzt wurden.

Inzwischen hat sie Kunden in Österreich,

Dubai, Slowenien, der Schweiz und den

USA, die sie mit Kundenpräsenten aus

Fruchtgummis, Bonbons, Müsli-Riegeln,

Chips, Osterhasen, Adventskalendern,

und Schokoladen beliefert.

"Meine Ziele sind gesetzt: weiter expandieren

und mein Unternehmen dieses Jahr

nochmal um das Doppelte an Mitarbeitern

und Umsatz vergrößern", sagt sie und lächelt

dazu süß.

Stephanie Zieglers Schokoladen sind in

aller Munde: Auch Bundeskanzlerin Angela

Merkel und Starkoch Stephan Marquart

lassen sie sich gern auf der Zunge zergehen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

61


Einstellung

Best of Web

BEST OF WEB

Bild Depositphotos/Iko-Images/Petrichuk

Was Frauen

vom Erfolg

abhält

In meiner täglichen Arbeit mit Unternehmerinnen

komme ich sehr oft zu

dem Schluss, dass viele Frauen in ihrem

Business viel weiter sein könnten, wenn

da nicht einige Dinge wären, die sie immer

wieder vom eigenen Erfolg abhalten.

Die folgende Auflistung sind die am meisten

erwähnten Ängste und Zweifel aus

meinem Coachingalltag:

Von

Daniela Kreißig

asd

• das hab ich noch nie gemacht

• was ist, wenn das jemand blöd findet

• das schaffe ich nicht

• das kann ich später mal machen

• dafür bin ich noch nicht gut genug

Und dann gibt es noch Verhaltensweisen,

welche auch nicht förderlich sind um erfolgreich

zu werden:

• keinen Focus haben

• auf andere hören

• sich verzetteln

• fehlende Disziplin

• kein netzwerken

Die gute Nachricht ist, an allen 10 Punkten

kann man arbeiten. Das ist nicht von

heute auf morgen gelöst, sondern ein

Prozess. Ein Prozess der Persönlichkeitsentwicklung,

der unendlich ist. Denn mit

steigenden Herausforderungen kommen

immer wieder auch die Hemmnisse.

Nehmen wir als Beispiel, dass du Vorträge

halten möchtest. Wenn du noch

nie einen Vortrag vor fremden Personen

gehalten hast, wird es dich einige Überwindung

kosten, vor neue Personen

zu treten. Hast du das ein paar Mal gemacht,

wird es irgendwann zur Routine

und es macht dir gar nichts mehr aus, vor

ein paar Leuten zu sprechen. Du merkst

aber bald, dass du nicht weiter kommst,

wenn du immer nur vor wenigen Menschen

sprichst. Also wirst du als nächstes

vor 100 Personen sprechen wollen. Auch

das wird am Anfang etwas Überwindung

kosten . . .

Weiterlesen auf www.erfolg-magazin.de

Guinness Rekordversuch in Dortmund

Über 10.000 Verkäufer trainieren in der Westfalenhalle

Vertriebstrainer Dirk Kreuter will zusammen

mit Stefan Verra (Körpersprache)

und Christian Bischoff (Motivation)

am 16. und 17. Juni 2018 einen neuen

Weltrekord im Wettbewerb „Largest

sales lesson“ (Guinness World Records)

aufstellen.

Jeder Mensch ist Verkäufer

Produkte oder Dienstleistungen können

noch so gut sein. Wenn es nicht gelingt,

sie erfolgreich an den Mann oder die

Frau zu bringen, sind sie nichts wert!

Der Vertriebs-Experte, Redner und

Trainer Dirk Kreuter hat sich daher das

Ziel gesetzt den Motor der deutschen

Wirtschaft – den Vertrieb – mit seinen

Seminaren anzukurbeln. Diese richten

sich jedoch ausdrücklich nicht nur an die

gut fünf Millionen vertrieblich Tätigen

im deutschsprachigen Raum. „Jeder ist

Verkäufer – der Bewerber, der sich beim

neuen Arbeitgeber vorstellt; die Ehefrau,

die ihrem Partner den Urlaub in Mailand

verkaufen möchte; der Arzt, der seinen

Patienten von einer gesünderen Lebensweise

überzeugen muss; der Architekt,

der die Vorzüge seines Entwurfs kommuniziert

usw. Letztlich verkaufen wir

uns und unsere Ideen mehrfach an jedem

Tag“, so Dirk Kreuter.

Schneiden um zu wachsen

In den 28 Jahren seiner Tätigkeit als Verkaufstrainer

hat er bereits . . .

Weiterlesen auf www.erfolg-magazin.de

62 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Best of Web

Beliebte Artikel auf www.erfolg-magazin.de

Kolumne

Die Bühne gehört

Ihnen – 7 Tricks für

mehr Sicherheit

Es kommt selten vor, dass ein Redner

textlich unerprobt ist, denn damit verbringen

tatsächlich die meisten 90 % ihrer

Vorbereitungszeit. Stattdessen stelle

ich häufig fest, dass die eigene Wirkung

vernachlässigt wird, obwohl von ihr abhängt,

ob der Redeinhalt erfolgreich

transportiert wurde. Ihr Auftreten können

Sie ganz leicht überprüfen, indem

Sie sich einfach mal während einer Redeprobe

filmen. Sehen Sie sich die Aufnahme

an und beachten Sie dabei folgende

sieben Punkte:

Wohin geht Ihr Blick? – Falls Sie Notizkarten

verwenden, sollten Sie unbedingt

regelmäßigen Blickkontakt mit Ihrem

(imaginären) Publikum herstellen. Gucken

Sie bitte nicht nur eine Person

an, sondern versuchen Sie Ihren Blick

gleichmäßig von links nach rechts und

wieder zurück schweifen zu lassen.

Wie ist Ihre Haltung? – Aufrecht stehen

Von

Michael Ehlers

macht einen unfassbaren Unterschied für

die rednerische Wirkung. Eine gute Haltung

erreichen Sie übrigens ganz automatisch,

indem Sie sich eine solide Körperspannung

antrainieren.

Sind Sie Herr Ihrer Beinmotorik? – Versuchen

Sie über Ihre Körperspannung auch

Ihre Beine und Füße zu kontrollieren. Ein

fester Stand wirkt nicht nur selbstbewusst

aufs Publikum, sondern gibt Ihnen auch

mehr Selbstsicherheit.

…Und wie sieht es mit Ihren Händen

aus? – Positionieren Sie Arme und Hände

knapp über den Hüftknochen. Achten

Sie darauf, dass Ihre Hände nicht schlaff

runterhängen. Sie sich vor, Sie würden

eine Unterhaltung führen und bauen Sie

ruhig alltägliche Handbewegungen in

Ihre Rede ein. Sie wirken so viel authentischer!

Was sagt Ihr Gesicht? – Stellen Sie sich

Ihr Publikum wie eine Schranke vor, die

Sie öffnen können, indem Sie Positivität

transportieren und Sympathie wecken.

Versuchen Sie, mehr zu lächeln und glauben

Sie 200 %tig an das, was Sie sagen!

Ist Ihre Rede leicht fürs Ohr? – Viele

Redner sprechen zu leise und zu monoton.

Die Dynamik Ihrer Rede lebt von . . .

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Bild: Kreuter, Depositphotos/Michaeljung, Ehlers, Flickr/TechCrunch

Dieser 28-Jährige verdient

637,8 Mio. Dollar in einem Jahr

Da muss eine Oma lange für Stricken.

Der Gründer von Snapchat, Evan Spiegel,

hat für das vergangene Jahr eine Gesamtvergütung

von fast 638 Millionen Dollar

erhalten. Das ist die dritthöchste Vergütung

die jemals ein Firmenboss überhaupt

erhalten hat. Sein tatsächliches

Gehalt lag allerdings nur bei 98.000 Dollar.

Den Rest hat er durch aktienbasierte

Vergütungskomponenten eingefahren.

Snap war im vergangenen Jahr zu einem

Ausgabekurs von 17 Dollar an die Börse

gegangen und war lange Zeit ein Flop.

Erst Anfang Februar machte das Papier

einen Sprung nach oben und kletterte

wieder über den Ausgabekurs. Snap fährt

seit Jahren gigantische Verluste ein. Zuletzt

waren es 350 Millionen Dollar.

Mehr interssante News unter

www.erfolg-magazin.de

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

63


Wissen

KOMM AUF DEN

PUNKT, FRAU!

marketing

vertrieb

NETZ-

WERKEN

kommunikation

Was Frauen beim Netzwerken

von Männern lernen können

Petra Polk

ist Rednerin, Netzwerk- und Social Media

Expertin. Die Unternehmensberaterin

gründete das W.I.N Women in Network®

Frauen sind die geborenen Netzwerkerinnen,

doch viele klüngeln

nur rum und nutzen Netzwerken

nicht strategisch. Bei

meinem letzten Gespräch mit

dem Herausgeber des Erfolg Magazins

sagte Julien: „Frauen klüngeln mit Frauen

und netzwerken nicht mit Männern.“ Ja

Julien, da gebe ich dir recht. Natürlich, wie

immer gilt das Pareto Prinzip 20 zu 80,

doch oft ist es so.

Für mich geht es bei Frauennetzwerken

auch nicht darum Frauen zu separieren,

sondern eine Möglichkeit zu geben, sich

gegenseitig zu unterstützen und zu empfehlen.

Doch es geht immer um das ganz persönliche

Netzwerk und dort sollten auch auf

jeden Fall Männer dabei sein.

Frauen netzwerken sicher anders als Männer,

da auch die Kommunikation von

Frauen anders ist. Doch in Zukunft ist

Diversity gefragt, denn nur Frauen selbst

können es ändern, dass mehr Frauen in

Führung und an „Schaltzentralen“ kommen.

Und aus meinen ganz persönlichen

Erfahrungen sind Männer durchaus bereit

Frauen zu fördern.

Bild und Grafik: Polk, Depositphotos_TarasMalarevich

64 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Wissen

Was können wir Frauen

von Männern lernen?

Männer reden nicht „um den heißen

Brei rum“, sondern machen „Butter bei

die Fische“. Sie sind in ihrer Kommunikation

klarer, mutiger und nennen direkt

„das Kind“ beim Namen.

Männer netzwerken nicht des Netzwerkens

wegen, sondern aus strategischen

Gründen. Sie haben ganz klar ihr WA-

RUM und ihr Ziel vor Augen.

Männer sind bereit zu investieren und in

Vorleistung zu gehen. Was auch mit Geld

zu tun hat, aber nicht nur. Sie sind bereit

Geld in Vorleistung für ihre Karriere, ihr

Business zu investieren, und sie sind bereit,

Zeit in den Aufbau und in die Pflege

von Kontakten zu investieren.

Männer haben den Weitblick, denken

groß und quer, und schauen über den

Tellerrand. Da Netzwerkaktivitäten oft

erst langfristig fruchten, ist es eine wichtige

Voraussetzung. Sie verlassen ihre

Komfortzone und setzen sich nicht selbst

Grenzen.

Männer machen die Geschäfte beim letzten

Glas Bier, Wein oder Whisky, da sind

Frauen oft schon weg. Männer haben immer

ihr Ziel vor Augen, egal ob an der

Bar oder am Feiertag.

Männer zicken nicht rum und neiden

dem Anderen nicht den Erfolg, sondern

denken eher, wie kann ich davon profitieren.

Männer fördern Frauen und Männer.

Wobei Frauen sehr ungern die andere

mit auf ihre Karriereleiter nehmen.

Männer machen einfach und trödeln

nicht rum. Verlieren keine Zeit auf dem

Weg, wo Frauen sich noch fragen, ob sie

schon Expertin genug sind, und ob es so

perfekt ist.

Ich empfehle Ihnen:

• Trauen Sie sich, seien Sie mutig, offen,

flexibel und nicht perfektionistisch.

• Netzwerken Sie professionell, seien Sie

zuverlässig und verbindlich.

• Sprechen Sie Empfehlungen aus, egal

ob an Männer oder Frauen.

• „Fischen Sie mal in einem anderen

Teich“ und verlassen Sie Ihre Komfortzone!

• Investieren Sie Zeit und Geld in Ihre

Netzwerkaktivitäten, und planen Sie feste

Zeitfenster dafür ein.

• Kennen Sie Ihr WARUM und bleiben

Sie dran.

Es sei noch erwähnt, es ist nicht nur ein

Frauen Männer Thema, sondern auch eine

Frage des Persönlichkeitstyps. Was heißt,

es wird auch Männer geben, die hier den

einen oder anderen Tipp finden, und es

wird Frauen geben, die sagen, mach ich

genau so. Eins steht fest, als Netzwerker/

in wird man nicht geboren, es ist eine

Frage der Einstellung. Leben und lieben

Sie Networking, dann wird es Ihr größter

Erfolgsturbo werden. Es macht „fast“ alles

möglich, denn Kontakte sind Gold wert

und Empfehlungen haben immer Vorschusslorbeeren

für Sie.

Was heißt das jetzt für uns Frauen?

Auf keinen Fall, dass Sie jetzt männlich

agieren sollen, sondern schauen Sie, was

können Sie für Ihren Erfolgsweg nutzen,

um auch mutiger, offener und flexibler

beim Netzwerken und bei Ihren Businessaktivitäten

zu werden oder um die Karriereleiter

zu erklimmen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

65


Erfolg Magazin Partnerevents

Mike Tyson: Die Story des

Headline-Speaker beim

Founders Summit

Der jüngste Boxweltmeister im Schwergewicht der Geschichte

und der inspirierendste Champion seit Muhammad Ali

Michael Gerard Tyson war

ein kleines und ruhiges

Kind. Er wurde schon in

jungen Jahren das Opfer

von Mobbing und musste

Wege finden, sich zu wehren. Im Alter

von zwölf Jahren wurde er Mitglied in

einer Straßenbande und verbachte einige

Zeit im Jugendgericht. Nachdem er 1978

wegen eines bewaffneten Raubüberfalls

verurteilt wurde, schicke man ihn in eine

der strengsten Besserungsanstalten im

Land. Dort lernte er den Sportlehrer Bobby

Stewart kennen, welcher sein Potenzial

als Boxer entdeckte.

Sein erstes professionelles Debüt feierte

Tyson am 6. März 1985 in Albany, New

York, gegen Hector Mercedes. Der Kampf

dauerte nicht lange, Tyson gewann in der

ersten Runde aufgrund eines Knockouts.

Tysons Stärke und schnelle Fäuste waren

bei seinen Gegnern gefürchtet. Sie waren

durch seine außergewöhnlichen Abwehrfähigkeiten

so eingeschüchtert, dass

sie Angst davor hatten, ihn überhaupt zu

treffen. Dies gab Tyson die Fähigkeit, seine

Gegner in nur einer Runde K.O. zu schlagen

und brachte ihm den Spitznamen "Iron

Mike" ein. Am 22. November 1986 wurde

er der jüngste Schwergewichts-Champion

in der Geschichte, nachdem er Trevor

Berbick in der zweiten Runde ausknockte

und so die Krone des World Boxing

Council (WBC) in Anspruch nahm. Nicht

mal ein Jahr später, gewann er den Gürtel

der World Boxing Association (WBA). Es

fehlte nur noch der Titel der International

Boxing Federation, um als unangefochtener

Champion in die Geschichtsbücher

einzugehen. Im August 1987 erfüllte sich

sein langersehnter Traum, nachdem er

Tony Tucker besiegte und er von allen drei

Boxverbänden einstimmig als Champion

anerkannt wurde.

Bild: Depositphotos/kobbydagan

66 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg Magazin Partnerevents

Nachdem Tyson 1995 im Gefängnis war, plante sein Comeback

und nahm das Boxen wieder auf. Angetrieben seine Titel zurückzuerlangen,

gewann er im Jahr 1996 zwei wichtige Kämpfe.

Im November des gleichen Jahres, stand der lang erwartete

Kampf mit dem zweimaligen Schwergewichts-Champion

Evander Holyfield an. Tyson verlor zum zweiten Mal in seiner

professionellen Karriere. In einem Rückkampf gegen Holyfield

wurde er disqualifiziert, nachdem er zweimal in die Ohren seines

Gegners gebissen hatte. Er verlor seine Boxlizenz und für

viele seiner Fans schien es das Ende seiner Karriere zu werden.

Doch Tyson konnte seine Lizenz zurückerlangen und kehrte

1999 in den Ring zurück, als er Franz Botha in der fünften

Runde besiegte. Tyson hatte seinen letzten Profi-Sieg im Jahr

2003, in dem er seinen Gegner nach 49 Sekunden in der ersten

Runde K.O. schlug.

World

Business

Progress

Forum

4. Okt. 2018

Düsseldorf

BUILDING

THE FUTURE

Die Karriere von Mike Tyson wurde unter anderem in einem

Dokumentarfilm verfilmt und in einer Show in Las Vegas aufgeführt.

Er selbst spielte in einer Reihe von Fernsehshows und

Filmen mit, darunter die Blockbuster-Komödie „The Hangover“

und dessen Fortsetzung. Tyson kehrte einige Jahre später

als Promoter zum Boxen zurück und versuchte die nächste Generation

der Newcomer unter seinem Werbebanner "Iron Mike

Productions" an die Spitze zu führen. Auch wenn er nicht mehr

boxen sollte, wird sein Vermächtnis als jüngster Boxweltmeister

im Schwergewicht aller Zeiten und sein Einfluss auf den

Sport bleiben. Im Jahr 2011 wurde Tyson in die International

Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Founders Summit

Tyson spricht neben vielen anderen auf dem Founders Summit

in Darmstadt. Verteilt auf 18.000 Quadratmetern werden

Besucher in die Welt des Unternehmertums eingeladen. 40

weitere Speaker wie Tobias Beck, Kris Stelljes, Gerald Hörhan,

Calvin Hollywood, Karl Ess, Lenke Steiner, Saygin Yalcin und

viele mehr werden auf einer Hauptbühne und sechs Themenbühnen

den 2.500 Besuchern ihr Wissen vermitteln. Die Network-Party

am Samstag wird dem ganzen die Krone aufsetzen.

Work hard, play hard!

www.Entrepreneur-University.de

Am 4. Oktober 2018 findet in

Düsseldorf das World Business

Progress Forum statt. Es ist die

erste Veranstaltung dieser Art in

Deutschland, mit einer umfangreichen

Auswahl an aktuellen

Themen rund um Business und

Innovationen. Diese werden von

weltbekannten Rednern und Business-Leadern

auf einer Bühne

präsentiert. Bei der Veranstaltungspremiere

werden rund 2.000

Unternehmer, Manager und Vertriebler

aus Deutschland und dem

europäischen Ausland erwartet.

Die Kernthemen des Business

Forums unter der Headline "Building

the Future" sind Strategy,

Leadership, Digitalisierung,

Künstliche Intelligenz und Peak

Performance. International renommierte

Speaker und Business-Leader

wie Brian Tracy,

Randi Zuckerberg, Reiner Calmund,

Hermann Scherer und

viele mehr werden das Publikum

sowohl informieren als auch inspirieren.

Das ERFOLG Magazin präsentiert

das World Business Progress

Forum als Medienpartner. Karten

gibt es auf

www.bproforum.com

Reiner Calmund

Fußballmanager

Randi Zuckerberg

Autorin, Unternehmerin

Brian Tracy

Erfolgstrainer

Hermann Scherer

Businessexperte

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

67


Erfolg Magazin Partnerevents

Michael Ammer und JC Wagner luden als

Gastgeber zur fulminanten Party ein.

Cathy Lugner

verteilt Küsschen.

Berlin Fashion Week 2018

fashiontv Model

68 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg Magazin Partnerevents

Frank und Leila Kessler

stellten sich den Kameras

ebenso wie Verleger

Julien Backhaus (unten).

Bilder: JonnyWEN

nacht

Da hat Weather Girl Dynelle

Rhodes (2. v. r.) gut lachen:

im Arm von Lars Koehl

und links flankiert von

Nestor Perez und Sandra

Brunner lässt sich Party machen.

Anlässlich der Berlin Fashion Week luden

Michael Ammer Events & JCW Marketing

zum großen Red Carpet Event mit dem

weltweit größten Fashion-Medium „Fashion

TV“ in den In-Club „The Pearl“ ein

– präsentiert vom ERFOLG Magazin.

Rund 1.000 Gäste folgten der Einladung,

darunter jede Menge Fashion Victims, Prominente,

Models und Medien. Die VIP`s

kamen im luxuriösen Maybach-Shuttle

der AP Group Amackia. Eine Fashion-Performance

des Münchner Labels

Charmite sorgte schon an der Pressewand

im Eingang für Stimmung. RTL, SAT 1,

Promiflash und Co. nutzen die Chance für

Interviews am Carpet. Danach wurde auf

dem Dancefloor und den coolen Sitzecken

des Pearl-Clubs bei Housemusik und eisgekühlten

Drinks der Partner Scavi & Ray

und X-Vodka bis in die frühen Morgenstunden

fröhlich gefeiert.

Das Fest war wie jedes Jahr eines der Highlight-Events

während der Berlin Fashion

Week. Schauspieler Karsten Speck und

Jürgen Vogel amüsierten sich ebenso wie

Designerin Doris Hartwich. Star-Pianistin

Elena Nuzman, Boxweltmeisterin Nicky

Adler sowie Cathy Lugner, Model und

Ex-Ehefrau von Richard Lugner wurden

ebenfalls in der ausgelassenen Menge gesichtet.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2018 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg Magazin Partnerevents

Manuel Gonzalez mit

Tobias Beck (rechts)

Aufbruchstimmung beim

Marketingfest

Immer mehr - insbesondere junge

Menschen - suchen den Weg in die

Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit.

An die richtigen Informationen

zu gelangen, die wichtig

für einen erfolgreichen Weg sind, ist allerdings

noch immer nicht leicht. Abgesehen

von den Informationen, fehlt vielen ein

nützliches Netzwerk von Unternehmern

und Selbstständigen. Beide Komponenten

fanden sich Anfang des Jahres bei einem

Event nahe Frankfurt.

Anfang Februar fand erneut das Marketingfest

von Online-Unternehmer Manuel

Gonzalez statt. Diesmal im ehrwürdigen

Capitol in Offenbach. Die Veranstaltung

stand nicht nur im Zeichen von Vermarktungsstrategien

und Umsatzsteigerung,

sondern auch von Erfolg und Mindset.

Das Programm hätte kaum bunter sein

können. Online-Marketingstrategen wie

Andreas Baulig waren genau so vertreten

wie Erfolgstrainer Tobias Beck. Auch Verleger

Julien Backhaus stand als Vortragsredner

auf der Bühne und zeigte sich beeindruckt:

„Ich war positiv überrascht, wie

unterschiedlich das Publikum gemischt

war. Natürlich waren viele Online-Profis

dabei, die sich weiterbilden wollten. Aber

eben nicht nur. Ich habe viele Leute persönlich

getroffen, die aus dem Mittelmaß

ihres Jobs ausbrechen wollten und nach

neuen Möglichkeiten suchen. Diese Aufbruchstimmung

dort hat mich sehr inspiriert.

Deshalb sollten auch Menschen das

Event besuchen, die im Allgemeinen nach

Erfolgsimpulsen suchen.“

Auch Veranstalter Manuel Gonzalez zeigte

sich zufrieden. „Wir haben 700 Leute ins

Capitol bekommen. Aber der Platz wurde

der Nachfrage nicht mehr gerecht. Darum

wird im September ein weiteres Marketingfest

in der viel größeren Stadthalle Offenbach

stattfinden. Speaker wie Christian

Bischoff und Kris Stelljes werden dort über

ihre Erfolgsgeheimnisse sprechen.“

Mehr auf marketingfest.de

Bilder: Erfolgsdenker, Havener: Jennifer Braun

70 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2018 . ERFOLG magazin

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