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kunst:stück Magazin | Osnabrück & Münsterland | issue 73

Ausgabe für April + Mai 2018 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Osnabrück + Münsterland

. gernheim Le forme del

. gernheim Le forme del vetro Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano 08. April bis 07. Oktober 2018 LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de Die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gelten als erfolgreichste und innovativste Phase der Glasproduktion Muranos. Die Gläser aus den Hütten der venezianischen Inselgruppe sind heute Klassiker und werden auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt vom 08. April bis 07. Oktober 2018 in seinem Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) einen repräsentativen Querschnitt von Gläsern dieser prägenden Phase. Mit der Ausstellung knüpft die Glashütte Gernheim an die 2014 gezeigte Schau zum venezianischen Glas des 19. Jahrhunderts an. Diesmal steht die Formgebung im Mittelpunkt – daher auch der Titel „Le forme del vetro“ (Die Formen des Glases). Kurator der Ausstellung ist der Italienische Kunsthistoriker Aldo Bova. Museumsleiterin Dr. Katrin Holthaus erklärt die Bedeutung der der Epoche: „Die Glashütten Muranos lösten sich Anfang des 20. Jahrhunderts von den überlieferten Gestaltungen des vorhergehenden Jahrhunderts und entwickelten eine aus heutiger Sicht moderne Formensprache. An die Stelle üppiger Dekore und detailreicher Applikationen trat nun eine reduzierte Gestaltung mit klaren Konturen und oft monochromen Glasmassen.“ 44 kunst:stück

. gernheim Abb. links: Vase „Herbst“, Ercole Barovier, 1936. Foto: Luca Maserà / Abb. rechts oben: Teller mit dem Wappen Muranos, 1924, Giuseppe Barovier. Foto: Luca Maserà Abb. rechts unten: Geblümte Vase, Fratelli Toso, 1915. Foto: Luca Maserà Zu den bekanntesten Gestaltern der Epoche gehören Vittorio Zecchin oder Napoleone Martinuzzi. Beide Entwerfer schöpften aus der Tradition, orientierten sich aber an den klar konturierten Gläsern des 16. und 17. Jahrhunderts und an antiken Glastypen. „Sie stilisierten diese historischen Vorbilder zu räumlich geometrischen Hohlkörpern und passten sie so dem neuen Stil ein“, so die Museumsleiterin. Die in der Ausstellung gezeigten Gläser zeigen das spannungsreiche Verhältnis zwischen Tradition und Neuschöpfung, wie sie sich in jener Zeit auch andernorts entwickelte. So verbindet die besondere Formgebung und die Materialität die Muraneser Produktion mit den zeitgenössischen Formen des „Neuen Stils“ in Österreich und Deutschland oder des Art Déco, wie er ein Jahrzehnt später in Frankreich aktuell wurde. – – – Zum Begleitprogramm der Ausstellungen gehören Führungen und Schauvorführungen, darunter der „Thementag Battuto“ am 15. Juli. Vor den Augen der Besucher werden am Ofen die gläsernen Rohlinge dieser venezianischen Technik hergestellt, die an einem zweiten Thementag im September in der Schleiferei bearbeitet werden. – – – Öffnungszeiten: Di–So, 10–18 Uhr LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim Gernheim 12, 32469 Petershagen kunst:stück 45

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