Aufrufe
vor 2 Monaten

kunst:stück Magazin | Osnabrück & Münsterland | issue 73

Ausgabe für April + Mai 2018 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Osnabrück + Münsterland

. osnabrück European

. osnabrück European Media Art Festival No. 31 Report – Notizen aus der Wirklichkeit Festival: 18 – 22 April 2018 | Ausstellung: 18. April – 21. Mai 2018 Osnabrück | www.emaf.de — Das 31. European Media Art Festival beschäftigt sich unter anderem mit der Frage nach der Verbindung zwischen Medienkunst und Journalismus. Es findet in diesem Jahr vom 18. bis zum 22. April statt. Die Ausstellung ist darüber hinaus bis zum 21. Mai zu sehen. — Das EMAF umfasst in diesem Jahr wieder fünf internationale Sektionen: das Filmund Videoprogramm, die Ausstellung, eine Konferenz, den Media Campus INIT und den Bereich Performance. Mehr als 2000 Künstlerinnen und Künstler haben ihre Arbeiten aus den verschiedenen Sparten beim EMAF eingereicht. Auch in diesem Jahr beschäftigt sich das Festival wieder mit einem aktuellen Thema, das in allen Sektionen und in spartenüberschreitenden Projekten zu finden sein wird: „Report – Notizen aus der Wirklichkeit“. — Hintergrund ist das wachsende Interesse von Künstlerinnen und Künstlern an dokumentarischen und journalistischen Arbeitsweisen. Welche neuen Perspektiven eröffnen sich, wenn die Neuigkeiten von gestern noch einmal aus künstlerischer Sicht betrachtet werden? Wie lässt sich von der Wirklichkeit erzählen, wenn die Bilder dazu fehlen? Und wie kann Medienkunst im Fall von politischen Krisen aktiv intervenieren oder sogar neue Kräfteverhältnisse herstellen? — Künstlerinnen und Künstler untersuchen dazu komplexe aktuelle oder historische Ereignisse und erarbeiten so ein eigenständiges Bild von Geschichte(n). Dabei entlarven sie Berichte oder Geschichtsschreibungen als unvollständig, konstruiert oder sogar falsch, und relativieren so politisch, gesellschaftlich und journalistisch vorgezeichnete Ansichten. — Zwei Phänomene scheinen dieser Entwicklung in der künstlerischen Arbeit zugrunde zu liegen: zum einen der als krisenhaft und unübersichtlich empfundene gesellschaftliche und politische Status quo, und zum anderen der prekäre Status journalistischer Bilder. 8 kunst:stück

. osnabrück auch Affekte angesprochen werden, um eine Alternative zu diesem Status Quo zu entwerfen. Damit bewegt sich sein Film an jener Schnittstelle zwischen Arbeitsweisen des (investigativen) Journalismus einerseits und den Bild- und Erzähltraditionen der Film- und Medienkunst anderseits. Anahita Razmi Breaking CRT TV sculptures, D 2016 – 2017 – – – Die Installation nutzt einen Fehler-Effekt, der auf Röhrenmonitoren entsteht, wenn ein einziges Bild für längere Zeit gezeigt wird. Es bleibt als stumpfe Kopie auf der Röhre sichtbar, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Die zwölf Monate lang mit dem Wort 'NEWS' bespielten TV-Röhren zeigen nun eine Reihe von mehr oder weniger intensiven Nachbildern der News. — Ein Beispiel ist der Film „Shadow World“ des international renommierten Medienkünstlers Johan Grimonprez. In enger Zusammenarbeit mit dem Autor Andrew Feinstein und basierend auf dessen investigativem Buch „The Shadow World: Inside the Global Arms Trade“ legt Grimonprez in seinem Film die Verstrickungen des internationalen Waffenhandels offen. In einer Verbindung aus Archivmaterial und Interviews mit Expert/innen beschreibt „Shadow World“ eindringlich jenes System der Korruption, das die treibende Kraft hinter einer Industrie ist, die uns und unseren Politiker/innen eine Welt im dauernden Ausnahmezustand verkaufen will, um ihre eigenen Gewinne zu maximieren. Grimonprez wählt dazu eine vielstimmige Form des Erzählens, in der nicht nur Fakten dargelegt, sondern — Ein anderes Thema beleuchtet Ben Russell in seinem auf Super 16 mm gedrehten Langfilm „Good Luck“. Russel portraitiert darin die Arbeit in zwei Schürfminen: die eine eine staatsbetriebene Kupfermine in Serbien, die andere eine illegale Goldmine im Dschungel von Surinam. Er erschafft damit einen eindringlichen, erdverbundenen Film über den Zusammenhalt und die Befindlichkeit von Gemeinschaften, die unweigerlich entsteht, wenn unter menschenunwürdigen Verhältnissen das eigene Leben gemeistert werden muss. Ben Russell hinterfragt die Konventionen dokumentarischer Repräsentation von innen und lädt den Zuschauer zu einer intensiven, hypnotischen und teils halluzinativen Seherfahrung ein. „Good Luck“ wurde als mehrkanalige Videoinstallation auf der documenta 14 uraufgeführt. — Das EMAF fragt also, wie künstlerische Berichte und Bilder neue Zugänge zur Wirklichkeit eröffnen und inwiefern sie dabei journalistische Formen übernehmen, überschreiten oder widerlegen können. Dazu werden die in der Ausstellung gezeigten aktuellen Projekte interdisziplinär erweitert und mit thematisch bezogenen installativen Arbeiten, kuratierten Filmprogrammen und Lectures verknüpft. — Das European Media Art Festival gilt seit seiner Gründung in den Achtziger Jahren als Pionier in der internationalen Medienkunstszene. Es versteht sich als Labor für außergewöhnliche Arbeiten und Projekte aus den Bereichen Film, Installation und Expanded Media. Als Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und andere Fachbesucher prägt das EMAF die Thematik, Ästhetik und Zukunft der medialen Kunst entscheidend mit. Jedes Jahr bietet das Festival einen aktuellen und historischen Überblick mit einem Programm aus Experimentalfilmen, Installationen, Performances, digitalen Formaten und hybriden Formen. – – – Weitere Informationen und Akkreditierungen unter: www.emaf.de kunst:stück 9

kunst:stück Magazin | Osnabrück & Münsterland | issue 72
kunst:stück magazin c/o Bremen/Oldenburg + Hannover, issue 33
kunst:stück Magazin c/o Bremen/Oldenburg Ausgabe 32, März + April 2018
mosquito Magazin Osnabrück, issue 127, Mai 2018
Mai 07 - Das Magazin für Kunst, Architektur und Design
HAMBURG - Das Magazin für Kunst, Architektur und Design
Download als .pdf - KUNST Magazin
Hört! - Das Magazin für Kunst, Architektur und Design
April . Mai . Juni 2013 - Bildende Kunst in Dortmund
wasistlos Bad Füssing Magazin April 2018
April bis Juni 2012 - c/o Kunst in und aus Mönchengladbach
arsmondo_digital
wasistlos badfüssing magazin April 2017
Hamburger - Das Magazin für Kunst, Architektur und Design
Julia Horstmann - Das Magazin für Kunst, Architektur und Design
Neuerwerbungen der Bibliothek April – Juni ... - Akademie der Künste
stadtMAGAZIN köln-süd | Ausgabe April/Mai 2013
stadtMAGAZIN köln-süd | Ausgabe April/Mai 2014
wasistlos Bad Füssing Magazin Mai 2018