stahlmarkt 4.2018 (April)

stahlmarkt.magazin

Rohre,Profile, Flansche & Co. - wire & Tube 2018, Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung, Qualität, Messen, Prüfen, Inspizieren

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

Postfach 10 51 64, 40042 Düsseldorf

PVSt, Deutsche Post AG

Entgelt bezahlt, 3018, ISSN 0178-6571

Informationen aus Stahlindustrie,

Stahlhandel und Stahlverarbeitung

4

April 2018

Rohre, Profile, Flansche, Draht und mehr – wire & Tube 2018

Additive Fertigung – neue Schlüsseltechnologie

Qualitätssicherung – zunehmend smart und automatisiert


Editorial K 3

Turbulenter April

Für Metereologen ist der April bekanntlich ein herausfordernder

Monat. Extreme Temperaturen von sommerlicher

Wärme bis zu eisiger Kälte sind möglich. Auch

die Stahlbranche hat in diesem Monat eine Reihe von

Veranstaltungen vor sich – zwar nicht so extrem schwankend

wie das Wetter, dafür aber ebenso turbu lent und

vielseitig.

wire & Tube heißt das Messeduo, das vom 16. –

20. April in Düsseldorf stattfindet. »stahlmarkt« berichtet

darüber und ist präsent. Was die Draht-, Kabel-,

Rohr-, Profil- und Flanschenindustrie zu bieten hat, finden

Sie u. a. auch in diesem Heft (Seite 43 bis 62). Die

Stahlrohrindustrie ist weiterhin von den Öl- und Gasmärkten

abhängig. Doch dazu gibt es noch mehr zu

sagen. Lesen Sie das Interview mit Dr. Dirk Bissel, dem

Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre e.V.

und Geschäftsführer der Vallourec Deutschland GmbH

(Seite 46/47).

Fast zeitgleich vom 17. bis 19. April findet in Essen

der Deutsche Schneidkongress zusammen mit dem

Brennschneidtag und der neuen Ausstellung »Cutting

World« statt. »Erstmals erhält die gesamte Wertschöpfungskette

der Schneidbranche eine eigene Fachmesse«,

heißt es beim Veranstalter, der Messe Essen. Auch

die Hannover Messe sollte nicht vergessen werden.

Dr.-Ing. Wiebke Sanders

Chefredakteurin

Tel. +49 211 6707-538

stahlmarkt@stahleisen.de

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch eine ganz

besondere Rubrik im vorderen Teil dieses Heftes ans Herz

legen: »Grüner Stahl« ab Seite 24. Wir zeigen Ihnen

dort, wie einige Stahlkonzerne das Thema auf die Hörner

nehmen. Denn gerade erst hat eine Klimastudie des

Bundesverbands der Deutschen Industrie, BDI, bestätigt,

wie groß die Herausforderungen noch für die Stahlindustrie

sind. »Die Umsetzung der langfristigen Klimaziele

stellt die Stahlindustrie vor massive technische und

wirtschaftliche Herausforderungen«, sagt dazu Hans

Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl. Das erforderliche Investitionsbudget wird immens

hoch ausfallen. Ein Fazit der Studie: Es bedarf noch einer

umfassenden finanziellen Förderung von Forschung,

Entwicklung und Umsetzung im industriellen Maßstab.

Übrigens wird Additive Fertigung für die Unternehmen

immer interessanter. Welche Lösungen hier schon

existieren, welche Herausforderungen es gibt und wo

die Anwendungsfelder liegen, zeigt Ihnen ein Artikel ab

Seite 63. Und Messen, Prüfen, Inspizieren ist ein weiteres

Thema ab Seite 74. Die Control, Messe für die Qualitätssicherung

vom 24. bis 27. April in Stuttgart, widmet

sich ebenfalls diesen Themen.

wire & Tube 2018, Düsseldorf: 16. – 20. April

Cutting World 2018, Essen: 17. – 19. April

Hannover Messe 2018, Hannover: 23. – 27. April

Control 2018, Stuttgart: 24. – 27. April

stahlmarkt 4.2018


4 K

INHALT 4.2018

SEITENBLICK

6 Das lange Warten aufs Geld

STEEL INTERNATIONAL

8 Umstrittene Stahlimportsteuern

10 Die US-Strafzölle helfen der Wirtschaft nicht

12 Die USA in Aufruhr

14 Von Japans Stahlindustrie lernen

Rohstahlproduktion Japan 2008 bis 2017 in Mill. t

119

110 108 107 111 111

105 105 105

87

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

TECHNOLOGIETREND »GRÜNER STAHL«

24 Stahlherstellung der Zukunft

26 HIsarna geht weiter

28 Grünes Licht für Wassertstoffpilotanlage

30 Wandel für den Klimawandel

31 CO 2

als Rohstoff

BRANCHENBERICHT

40 Werkzeugmaschinenindustrie vor neuem Rekord

WIRE & TUBE 2018 / ROHRE, PROFILE, FLANSCHE & CO.

45 Zwei Messe-Giganten öffnen ihre Türen

46 Stahlrohrindustrie im Umbruch?

48 Stahlbauhohlprofile geben rumänischen Stadien Struktur

50 Neue Impulse für die Rohr- und Drahtindustrie

52 Neues Verfahren zur Membranwandbeschichtung

54 Anlagenüberwachung in Echtzeit

SCHNEIDEN, SCHWEISSEN, ADDITIVE FERTIGUNG

63 Herausforderungen und Anwendungsfelder für die additive Fertigung

70 Neues Sägekonzept für die generative Fertigung

72 3-D-Druck von Metallen

73 Interaktive 3-D-Simulation für thermische Blechschneidverfahren

MESSEN, PRÜFEN, INSPIZIEREN

74 Messen, Prüfen, Inspizieren – Teil 1

RUBRIKEN

38, 81 Fachmedien

39 Firmenschriften

82 Veranstaltungen

83 Inserentenverzeichnis

84 StahlTermine

85 VIP

86 Vorschau / Impressum

stahlmarkt 4.2018


worldsteel K 5

Weltrohstahlproduktion 1) im Februar 2018

GRÜNER STAHL Die Umsetzung

der langfristigen Klimaziele stellt

die Stahlindustrie vor massive

technische und wirtschaftliche

Herausforderungen. Die Stahlhersteller

haben unterschiedliche

Konzepte. CO 2

-Reduzierung und

Senken des Energieverbrauchs,

Wasserstoffelektrolyse-Anlage,

Nutzung von Hüttengasen sind

einige Beispiele.

14

STEEL INTERNATIONAL Von

Japans Stahlindustrie kann man

lernen. Dort sei die Branche für

Zeiten rückläufiger Nachfrage

besser gerüstet als manch andere

Nationen. Es existiert eine lückenlose

Lieferkette, die hohen Schutz

gegen Importe liefert. So lautet die

Einschätzung des Wirtschaftsinstituts

POSRI, das zum koreanischen

Stahlerzeuger Posco gehört.

30

46

ROHRE, PROFILE, FLANSCHE

Die beiden Messen wire & Tube

öffnen vom 16. bis 20. April wieder

ihre Pforten. Aus diesem Anlass

berichtet Dr. Dirk Bissel im

Interview über die Lage auf den

Stahlrohrmärkten. Er spricht von

robuster Ökonomie bei handelspolitischem

Gegenwind.

63

ADDITIVE FERTIGUNG,

SCHWEISSEN, SCHNEIDEN Die

Additive Fertigung verändert nicht

nur die Produktionstechnik grundlegend,

sondern auch die gesamte

Prozesskette. On-Demand-Fertigung

ist nur ein Beispiel für mehr

Flexibilität in der Produktion.

Fotos: worldsteel, thyssenkrupp, Vallourec, Trumpf

1)

Die an worldsteel berichtenden Länder

repräsentieren etwa 99 % der Weltrohstahlproduktion

2017 in 1.000 t.

2)

nur HADEED

3)

Teildaten, 75 % des Gesamtbetrages

e – geschätzt

Februar

2018

Februar

2017

% Veränd.

Februar 18/17

2 Monate

2018 2017

Veränderung

in %

Belgien 570 e 643 – 11,4 1.200 1.279 – 6,2

Bulgarien 50 e 55 – 9,1 105 108 – 2,9

Deutschland 3.340 e 3.451 – 3,2 7.040 7.098 – 0,8

Finnland 322 320 0,7 698 682 2,3

Frankreich 1.251 1.239 1,0 2.623 2.571 2,0

Griechenland 115 e 107 7,5 242 192 26,0

Großbritannien 574 595 – 3,6 1.159 1.272 – 8,9

Italien 2.093 2.002 4,5 4.110 3.919 4,9

Kroatien 5 e 0 49.900,0 10 0 64.781,3

Luxemburg 170 e 166 2,1 360 368 – 2,4

Niederlande 554 510 8,7 1.142 1.112 2,7

Österreich 631 640 – 1,3 1.290 1.339 – 3,7

Polen 815 e 796 2,4 1.715 1.648 4,1

Schweden 338 375 – 10,0 782 804 – 2,6

Slowakei 385 e 396 – 2,7 812 824 – 1,5

Slowenien 55 48 14,5 114 101 13,0

Spanien 1.118 1.113 0,4 2.285 2.292 – 0,3

Tschechien 390 e 410 – 4,8 824 847 – 2,6

Ungarn 161 142 13,1 316 274 15,4

Weitere EU-Länder (28) (e) 417 e 447 – 6,8 879 917 – 4,1

Europäische Union (28) 13.354 13.456 – 0,8 27.706 27.645 0,2

Bosnien-Herzegowina 65 e 64 1,4 138 108 27,9

Mazedonien 30 e 21 41,2 65 21 206,0

Norwegen 45 e 51 – 11,7 99 109 – 9,3

Serbien 153 85 79,4 330 174 89,9

Türkei 2.998 2.759 8,7 6.172 5.709 8,1

Europa außer EU 3.290 2.980 10,4 6.804 6.121 11,2

Kasachstan 315 e 316 – 0,3 665 679 – 2,1

Moldawien 45 e 0 – 95 0 –

Russland 5.150 e 5.461 – 5,7 10.850 11.394 – 4,8

Ukraine 1.900 e 1.709 11,2 4.000 3.812 4,9

Usbekistan 55 e 50 10,0 115 101 13,9

Weißrussland 210 e 175 20,0 440 335 31,3

C.I.S. (6) 7.675 7.711 – 0,5 16.165 16.321 – 1,0

El Salvador 5 e 8 – 37,5 13 16 – 17,3

Guatemala 25 e 24 4,2 51 49 3,1

Kanada 1.030 e 1.149 – 10,4 2.170 2.290 – 5,2

Kuba 15 e 17 – 11,8 33 35 – 4,7

Mexiko 1.535 e 1.652 – 7,1 3.235 3.330 – 2,9

USA 6.446 6.423 0,4 13.337 13.398 – 0,5

Nordamerika 9.056 9.274 – 2,3 18.838 19.118 – 1,5

Argentinien 417 305 36,7 761 596 27,6

Brasilien 2.714 2.572 5,5 5.580 5.400 3,3

Chile 85 e 91 – 6,3 177 189 – 6,5

Ecuador 45 e 48 – 6,3 94 95 – 1,2

Kolumbien 90 e 109 – 17,3 188 202 – 7,0

Paraguay 2 e 1 100,0 4 3 36,0

Peru 100 e 93 7,1 211 192 10,0

Uruguay 5 e 3 66,7 11 9 24,8

Venezuela 25 e 37 – 31,5 52 64 – 18,1

Südamerika 3.483 3.259 6,9 7.079 6.751 4,9

Ägypten 583 541 7,6 1.248 1.114 12,1

Libyen 48 e 41 15,0 96 51 88,0

Südafrika 491 e 496 – 0,9 1.068 1.029 3,8

Afrika 1.122 1.078 4,0 2.412 2.194 9,9

Iran 2.120 e 1.426 48,6 4.464 2.999 48,9

Katar 152 223 – 31,8 385 470 – 18,1

Saudi-Arabien 2) 385 480 – 19,8 808 963 – 16,0

Vereinigte Arabische Emirate 202 274 – 26,1 484 591 – 18,2

Mittlerer Osten 2.859 2.403 19,0 6.141 5.023 22,3

China 64.930 e 61.328 5,9 136.817 129.227 5,9

Indien 8.434 8.154 3,4 17.462 16.964 2,9

Japan 8.296 8.340 – 0,5 17.321 17.342 – 0,1

Pakistan 390 e 408 – 4,4 820 788 4,1

Südkorea 5.415 5.529 – 2,1 11.709 11.492 1,9

Taiwan, China 1.810 e 1.848 – 2,0 3.670 3.745 – 2,0

Thailand 375 e 370 1,5 789 739 6,8

Vietnam 3) 825 759 8,6 1.890 1.527 23,8

Asien 90.475 86.736 4,3 190.478 181.824 4,8

Australien 425 392 8,3 918 829 10,7

Neuseeland 52 50 3,4 111 108 2,4

Ozeanien 477 442 7,7 1.029 937 9,8

Gesamt (64 Länder) 131.791 127.338 3,5 276.652 265.935 4,0

stahlmarkt 4.2018


6

SEITENBLICK

Das lange Warten aufs Geld

Wenn die Auftragsbücher voll und die Zinsen niedrig sind, ist es nur selten

bedrohlich für die Liquidität, wenn Schuldner verspätet zahlen. Oft

handhaben Gläubiger dann auch das Forderungsmanagement weniger

konsequent. Doch das kann teuer werden, wenn sich das Umfeld ändert –

vor allem bei Geschäften mit ausländischen Geschäftspartnern.

Unternehmen, die Rechnungen an Ge -

schäftspartner in Italien oder Griechenland

verschicken, benötigen vor allem eins: Ge -

duld. In Italien sind Zahlungsfristen von 60

bis 90 Tagen üblich, in Griechenland sind

sogar 90 bis 180 Tage keine Seltenheit. Zum

Zahlungsziel addieren sich sehr häufig auch

Zahlungsverzögerungen – weil der Ge -

schäftspartner übersehen

hat, die Rechnung zu begleichen,

oder weil er ganz

bewusst noch ein wenig Zeit

verstreichen lässt, um seine

Liquidität zu schonen. So

kann es passieren, dass Un -

ternehmen erst vier, fünf

Monate nachdem sie ihre Leistung erbracht

haben, Geld erhalten. Das ist ärgerlich und

engt den Handlungsspielraum der Gläubiger

ein. Denn auch sie haben Mitarbeiter und

Lieferanten zu bezahlen oder wollen Investitionen

tätigen. Allzu frühzeitige Mahnungen

oder gar die Einschaltung eines Inkassospezialisten

führen auch nicht immer zum

Ziel. Zum einen offenbaren sie Unkenntnis

der landesüblichen Zahlungsgepflogenheiten,

zum anderen verärgern sie möglicherweise

den ausländischen Geschäftspartner

so sehr, dass eine weitere Zusammenarbeit

unmöglich ist.

Von den zehn größten Exportmärkten

Deutschlands weisen nach Beobachtung des

weltweit zweitgrößten Kreditversicherers

Atradius aktuell Polen, Italien und die Niederlande

die schlechteste Zahlungsmoral

aus. Am verlässlichsten werden Rechnungen

dagegen bei Geschäften mit Unternehmen

»

Bei Geschäften mit ausländischen Kunden ist es

nach wie vor wichtig, Auskünfte über deren

Solvenz und deren Zahlungsverhalten einzuholen.

in Belgien und der Schweiz beglichen. Allerdings

weisen viele Branchen individuelle

Zahlungsmodalitäten auf. Auch kann es je

nach Unternehmensgröße oder Rechtsform

zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Atradius warnt davor, sorglos zu werden.

Die gute Exportkonjunktur solle Unternehmen

nicht dazu verleiten, Gefahren für Forderungsausfälle

zu ignorieren und die eigene

Profitabilität aufs Spiel zu setzen.

Es ist ratsam, ein konsequentes Forderungsmanagement

zu betreiben, also den

Zahlungseingang zu kontrollieren, bei Verzögerungen

zu mahnen und unter Umständen

beizeiten einen Inkassospezialisten einzuschalten.

Wie steht es um die Zahlungsmoral in

Deutschland? Erhalten Unternehmen pünktlicher

und verlässlicher ihr Geld, wenn sie für

heimische Auftraggeber tätig werden? Im

Durchschnitt lässt sich sagen: Ja. Allerdings

können die Abweichungen je nach Branche,

Unternehmensgröße und Rechtsform er -

heblich sein. Es beginnt bei den Zahlungszielen,

die deutsche Unternehmen ihren Kunden

gewähren. Der Gesetzgeber schreibt 30

Tage vor. Allerdings zeigen sich die meisten

Unternehmen großzügiger: Nach Angaben

der Auskunftei Creditreform, die im Zeitraum

Juli bis Dezember 2017 rd. 3,45 Millionen

Rechnungsbelege aus dem Creditreform

Debitorenregister Deutschland (DRD)

ausgewertet hat, betrug das durchschnittliche

Zahlungsziel im zweiten Halbjahr 32,57

Tage. Das waren 0,23 Tage mehr als in den

ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres

– nach Ansicht der Experten möglicherweise

eine Reaktion auf die gute Auftragslage

sowie die insgesamt bessere Zahlungsmoral.

Je nach Branche weichen die Zahlungsziele

jedoch erheblich vom mittleren Wert

ab. Am längsten (37,81 Tage) ist das Zahlungsziel,

das Einzelhändler von ihren Lieferanten

erhalten, gefolgt von Metall- und

Elektrobetrieben (37,08 Tage). Dagegen

werden Unternehmen aus den Bereichen

»personenbezogene Dienste« (23,65 Tage)

sowie Grundstoffe (24,37 Tage) vergleichsweise

kurze Zahlungsziele eingeräumt.

Zu den Zahlungszielen kommt die Verzugsdauer.

Sie betrug Creditreform zufolge

im zweiten Halbjahr 10,58 Tage. Das war

spürbar länger als in den ersten sechs Monaten

2017 und auch länger als im vergleichbaren

Zeitraum 2016. »Möglicherweise wird

das Forderungsmanagement bei dem ge -

genwärtigen Auftragsboom weniger konsequent

durchgesetzt«, heißt es zur Begründung.

In dem gegenwärtigen Konjunkturund

Zinsumfeld ist der spätere Rechnungseingang

in vielen Fällen weniger bedrohlich

als in früheren Jahren. In Zeiten knapper

Aufträge hatten Unternehmen häufiger

Rechnungen vorfinanzieren müssen, um

liquide zu bleiben. Hohe Zinsen verteuerten

diese Vorfinanzierung zusätzlich.

Die Verzugsdauer variiert je nach Wirtschaftsbereich.

Zahlungsziel und Verzugsdauer

summieren sich zur Forderungslaufzeit

von im Mittel 43,16 Tage. Unternehmen

müssen sich nach Rechnungsstellung durchschnittlich

gut sechs Wochen gedulden, bis

sie ihr Geld erhalten. Bei Großunternehmen

dauert es noch länger, weil diese oft längere

Zahlungsziele für sich reklamieren. ber

(sm 180406112)

stahlmarkt 4.2018


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8 K Steel International

Umstrittene Stahlimportsteuern

Von Brigitte Lebens-Nacos*

New York. Mitte Februar erhielt Donald Trump den von seinem

Handelsministerium vorgelegten 262-Seiten-Bericht mit dem Titel

»Auswirkungen von Stahleinfuhren auf die Nationale Sicherheit«.

Außerdem eine 10 Seiten lange Zusammenfassung der wichtigsten Punkte,

darunter eine Auswahl von Empfehlungen für harsche Strafzölle auf

Stahlimporte.

Fest jedoch stand vor dem Eingang des

Berichts im Weißen Haus, dass Trump entschlossen

war, neue Zollschranken zu errichten.

Dass es dann sehr rasch zu einer harschen

Entscheidung kam, hatten die

wenigsten er wartet. Was sich dabei zuvor

abspielte ist im Folgenden zu lesen.

Zölle auf Stahlimporte sollten

es richten

»Reziproke Zölle brauchen wir«, sagte er

letzthin immer wieder als Erklärung für seine

Rufe nach Vergeltungsmaßnahmen gegen

unfaires Handelsgebaren. Der unter der

Regie von Handelsminister Wilbur Ross er -

stellte Report unterstützte Trumps Position,

dass Stahlimporte nicht nur die Existenz der

einheimischen Stahlindustrie, sondern auch

die nationale Sicherheit des Landes im Fall

einer Krise gefährden.

Angesichts einer drastischen Schrumpfung

des heimischen Stahlsektors, ansteigender

Importe und potenziell weiterer

Werksschließungen empfahl der Handelsminister

in dem Report eine Reduzierung

von Stahlimporten auf einen Stand, der eine

heimische Kapazitätsauslastung von 80 %

oder höher garantiert. Um dieses Ziel zu

erreichen, offerierte der Bericht drei Alternativ-Lösungen:

(1) Eine allgemein gültige Importquote für

alle Länder, die nur 63 % des Einfuhrvolumens

des Jahres 2017 erreichen darf;

*Brigitte Lebens-Nacos ist Korrespondentin in den USA

(2) Ein 24-%-Zoll auf alle Stahlimporte zu -

sätzlich zu Dumping- und Anti-Subventionszöllen;

(3) Sonderzölle auf Importe aus Brasilien,

Südkorea, Russland, die Türkei, Indien,

Vietnam, China, Thailand, Südafrika,

Ägypten, Malaysia und Costa Rica mit

allen anderen Ländern gebunden an ihr

Importvolumen von 2017.

Die vielzitierte »Provision 232« in einem

mehr als fünfzig Jahre alten Gesetz gibt dem

Präsidenten die Vollmacht, Importschranken

zum Schutz der nationalen Sicherheit zu

verhängen. Handelsminister Ross warnte

denn auch, dass sich Trump nicht unbedingt

für eine der drei Optionen entscheiden

muss, sondern eine völlig andere Lösung

bevorzugen kann.

Die Veröffentlichung des Reports löste

eine heftige Debatte zwischen Protektionisten

und Freihandelsadvokaten aus, in der

beide Seiten versuchten, den Präsidenten zu

beeinflussen. Im Kabinett argumentierte

Handelsminister Ross, der vor Jahren bankrotte

Stahlunternehmen erwarb und schließlich

mit riesigen Gewinnen verkaufte, für

massive Zölle als Allheilmittel für die Stahlindustrie.

Verteidigungsminister James Mattis

dagegen warnte vor weitreichenden Aktionen,

die unter Amerikas Verbündeten auf

Widerstand stoßen würden.

Selbst Parteigenossen Trumps

warnten vor Schutzzöllen

Als der Präsident 15 republikanische und

vier demokratische Kongressabgeordnete zu

einem Meinungsaustausch ins Weiße Haus

einlud, hatte er wohl von seinen Parteifreunden

den gewohnten Konsens erwartet. Vor

laufenden TV-Kameras warnten jedoch die

meisten der Republikaner vor den negativen

Folgen eines Handelskrieges. »Am Ende

würden wir mehr Jobs verlieren als halten«,

sagte ein US-Senator. »Nur 3 % der einheimischen

Stahlproduktion deckt den Bedarf

des Verteidigungssektors«, erklärte ein

anderer Republikaner. Andere erinnerten an

die unter Präsident George W. Bush verhängten

Strafzölle auf Stahlimporte, die zu

unerwartet hohen Preiserhöhungen führten.

Präsident Trump war nicht beeindruckt. »Für

Bush klappte das nicht, aber nichts ging gut

unter Bush...«, sagte er. Die eingeladenen

Demokraten, alle aus traditionellen Stahlhochburgen,

unterstützten Trumps Argumente

für harsche Zölle auf Importstahl.

Der Präsident beendete das Meeting mit

der Prophezeiung: »Wir entscheiden uns

also für eine reziproke Steuer. Ihr werdet

davon in den kommenden Wochen und

Monaten erfahren...« Berater im Weißen

Haus konnten nicht erklären, was mit

»reziproker Steuer« gemeint war. Senator

Don Wyden, der den Bundesstaat Oregon

in Washington vertritt und auf Schutzzölle

drängt, schien dennoch frustriert als er das

Weiße Haus verließ. »Ich glaube nicht, dass

die Entscheidung gefallen ist«, sagte er. Laut

Gesetz hatte der Präsident bis Mitte April

Zeit, seine Entscheidung zu verkünden.

An der Wall Street stieg der Kurswert aller

Stahlaktien, allen voran die von U.S. Steel,

die 16 % zulegten. In den Chefetagen der

integrierten Stahl- und Minihütten-Unternehmen

stiegen die Erwartungen auf einen

effektiven Importschutz. Der Präsident der

Stahlarbeitergewerkschaft Leo Gerard lobte

die Vorschläge des Handelsministeriums als

Medizin gegen »die schlechten Akteure in

der Welt«. Aber Unternehmen, die Stahl für

die Herstellung ihrer Produkte brauchen,

protestierten gegen die drohenden Einfuhrzölle.

In einem Brief an Präsident Trump charakterisierte

Kimberly Korbel, Direktor der

American Wire Producers Association, im

Namen von 15 Stahl einsetzenden Industriegruppen

Importschranken als »potenziell

katastrophal«. Wie andere Kritiker der von

stahlmarkt 4.2018


Steel International K 9

Trump versprochenen Zölle verlangte Korbel

Verhandlungen mit der chinesischen Regierung

mit dem Ziel, Chinas Überkapazität zu

drosseln. Es sei sinnlos, einen Industriesektor

zu schützen und einem anderen zu schaden.

Trotz der chinesischen Überkapazität

stammen nur ca. 2 % aller Stahlimporte aus

China; zusätzliche Stahlprodukte finden laut

US-Stahlindustrie über Drittländer, wie Vietnam,

ihren Weg in die Vereinigten Staaten.

Dennoch kommen größere Stahlmengen

aus anderen Ländern, beispielweise vom

kanadischen Nachbarn mit 17 % der totalen

Stahleinfuhr.

Enttäuschender Infrastrukturplan

Die großen Erwartungen, die nicht nur die

Stahlbranche in den von Präsident Trump im

Wahlkampf versprochenen Infrastrukturplan

setzte, wurden enttäuscht. Obwohl der vom

Weißen Haus vorgelegte Plan eine Finanzierung

in Höhe von 1,5 Billionen USD vorsieht,

niedriger als erwartet, sollen nur

200 Mrd. USD von Seiten der Bundesregierung

aufgebracht werden. Und ein Teil dieser

Bundesmittel kommt aus den regulären

Etats einiger Ministerien. Der größte Teil der

Mittel für die dringend notwendige Erneuerung

von überalterten Brücken, Tunneln,

Straßen, Häfen, Flughäfen, Wasser- und

Abwassersysteme, etc. soll von Kommunen,

Bundesstaaten und insbesondere vom Privatsektor

aufgebracht werden. Kein gutes

Omen für ein massives Infrastrukturprogramm.

bln (sm 180406146)

USA schotten sich massiv gegen Stahlimporte ab

Düsseldorf. US-Präsident Donald Trump hat am 1. März 2018 die Einführung protektionistischer Maßnahmen

gegen Stahlimporte angekündigt, unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit.

Vorgesehen ist ein pauschaler Wertzoll

in Höhe von 25 % auf alle Stahlimporte.

»Die USA bauen eine Zollschranke auf,

mit der sie sich gegen Stahlimporte aus aller

Welt abschotten. Diese Maßnahme verstößt

eindeutig gegen Regeln der Welthandelsorganisation

WTO. Jetzt muss die EU konsequent

mit den Instrumenten dagegen vorgehen,

die die WTO hierfür bereitstellt«,

sagt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der

Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Das Hauptaugenmerk müsse dabei auf

die Bekämpfung von Handelsumlenkungen

gerichtet sein. Denn der gefährlichste Effekt

der US-Maßnahmen sei eine erneute Eskalation

der Importkrise in Europa. Angesichts

der geplanten Zölle in den USA würden

Exporteure ihre Augen auf den offenen EU-

Markt richten, der durch keinerlei Importzölle

oder andere Handelshemmnisse be -

schränkt sei. Die seitens der USA angestrebte

Importreduzierung von 13 Mill. t droht zu

einem erheblichen Teil in den EU-Markt zu

fließen. »Wenn die EU nicht handelt, wird

unsere Stahlindustrie die Rechnung für den

Protektionismus in den USA bezahlen. Europa

wird durch Handelsumlenkungen von

einer neuen Stahlschwemme bedroht, in

einer Situation, in der die Importkrise auf

dem EU-Markt bei Weitem noch nicht überwunden

ist«, macht Kerkhoff klar. Im vergangenen

Jahr sind die Walzstahlimporte in

die EU um 1 % auf einen neuen Höchststand

von 32 Mill. t gestiegen.

Hinzu komme eine direkte Belastung der

deutschen Stahlexporte in Richtung USA.

Die Vereinigten Staaten nahmen 2017

knapp 1 Mill. t Walzstahl ab und sind für die

Stahlindustrie in Deutschland damit der

wichtigste Drittlandmarkt außerhalb der EU.

Darüber hinaus wären auch die deutschen

Lieferungen in andere Länder betroffen, da

die US-Maßnahmen Nachahmungseffekte

und damit einem Anstieg des weltweiten

Protektionismus nach sich ziehen würden.

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stahlmarkt 4.2018


10 K Steel International

Die US-Strafzölle helfen der Wirtschaft nicht

Branchenexperten prognostizieren nur minimale Effekte

Zürich. Die von Donald Trump verhängten Einfuhrzölle auf Stahl und

Aluminium werden die gesamtwirtschaftliche Situation der USA kaum

verbessern. Zu gering sind die Importvolumina verglichen mit dem

Bruttoinlandsprodukt des Landes. Vergeltungsmaßnahmen betroffener

Nationen könnten sich indes negativ auswirken.

Stahl und Aluminium machen gemeinsam

nur 1,6 % aller Einfuhren in die USA

aus. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt be -

trägt lediglich 0,2 %. »Die direkten Effekte

auf die Inflation und die Nachfrage in den

USA sind vernachlässigbar«, prognostizieren

die Branchenexperten der Schweizer Großbank

UBS. Sollten allerdings die betroffenen

Staaten auf die Einfuhrzölle von 25 % auf

Stahl und 10 % auf

Aluminium un -

verhältnis mäßig

reagieren und die

Importe von US-

Produkten stärker

begrenzen, könnte

dies die US-Wirtschaft stärker treffen. Die

Analysten glauben, dass die Stahlimporte in

die USA im Vergleich zum Jahr 2017 um

25 % fallen werden. Einen Teil dieses Rückgangs

dürften die US-Erzeuger ausgleichen.

Einige hätten nicht genutzte Kapazitäten

und könnten diese wieder auslasten. Die

gesamte US-Stahlindustrie sei aber nicht in

der Lage, die Erzeugung kurzfristig signifikant

zu steigern.

Höhere Stahlpreise in den USA

UBS erwartet in den USA zudem negative

Auswirkungen auf die stahlintensiven Branchen.

Dies gelte vor allem für die Metall

verarbeitende Industrie, die sehr viel Stahl

und Aluminium einsetze. Da viele Metalle

aber gegenwärtig im hochmargigen Energiebereich

eingesetzt würden, könnte dieser

möglicherweise Kostensteigerungen auffangen.

Ganz anders sehe es im Wohnungsbau

aus. Auch er setze viel Stahl ein, habe aber

bereits im Vorjahr um das Überleben kämpfen

müssen. Selbst die Fahrzeughersteller

»

Die direkten Effekte auf die

Inflation und die Nachfrage in den

USA sind vernachlässigbar.

würden Probleme bekommen. Viele hätten

keine Chance, die steigenden Kosten für

Stahl und Aluminium aufzufangen beziehungsweise

an die Kunden weiter zu reichen.

Brasilien und die EU werden leiden

Die Einfuhrzölle werden nach weiteren

Angaben der Stahlexperten auch einigen

exportierenden

Ländern schaden

und die dortige

Erzeugung in Mitleidenschaft

ziehen.

Dies gelte vor allem

für Stahlerzeuger in

Brasilien, Europa und Russland. Brasilien sei

als zweitgrößte US-Stahlexporteurin nach

Kanada doppelt belastet. Zum einen würden

die Strafzölle die brasilianischen

Erzeugnisse in die

USA verteuern und

ihre Wettbewerbsfähigkeit

reduzieren.

Zum anderen

würden andere

von den Abschottungen be troffene Stahlexporteure,

wie beispielsweise China und

die Türkei, verstärkt in den brasilianischen

Markt drängen.

Nachteile werden auch für die Europäische

Union erwartet. Da der Binnenmarkt

der Gemeinschaft die geringsten Überkapazitäten

aufweist, ist er in den Augen vieler

Exporteure im Vergleich zu anderen lokalen

Märkten noch aufnahmebereit für weitere

Importvolumina. Für einige Erzeuger in der

Gemeinschaft dürfte dies sinkende Margen

zur Folge haben. Andere könnten Schutzmaßnahmen

ergreifen.

Etwas anders stellt sich die Situation bei Aluminium

dar. Obwohl fast genauso viel Aluminium

wie Stahl in die USA importiert wird,

hat der US-Präsident hier nur Einfuhrzölle

von 10 % verhängt. Die Schweizer Analysten

glauben, dass Trump lediglich eine weitere

Importschwemme verhindern will.

Wegen des geringen Aufschlages rechnen

sie nicht mit einer Reduzierung der Aluminiumerzeugung

im Ausland.

Gegenmaßnahmen in Vorbereitung

Die betroffenen Exporteure werden sich laut

UBS gegen die Importbeschränkungen wehren.

Einige von ihnen würden die Welthandelsorganisation

WTO anrufen und darauf

dringen, dass der US-Präsident die Belastungen

wieder zurücknimmt. Andere dürften

gleich Vergeltungsmaßnahmen beschließen

und die Einfuhr von US-Produkten mit Zöllen

belegen. Die Welthandelsorganisation werde

aber frühestens in sechs Monaten, wahrscheinlicher

aber erst in 18 Monaten eine

Entscheidung fällen. Üblicherweise seien

entsprechende Verfahren immer sehr zäh

und langwierig. Die Banker vermuten, dass

die meisten WTO-Mitglieder trotzdem auf

eine Entscheidung warten und nicht schon

im Vorfeld Schutzzölle erheben. Dies gelte

»

Die Stahlimporte in die USA könnten im Vergleich

zum Jahr 2017 um 25 % fallen.

besonders für die Europäische Gemeinschaft

als leidenschaftliche Befürworterin eines

freien Handels.

Die Branchenexperten gehen aber auch

davon aus, dass der US-Präsident in den

kommenden Monaten weitere Einfuhrzölle

erheben und so den US-Markt noch intensiver

abschotten wird. Bevorzugtes Ziel seien

Erzeugnisse aus der Volksrepublik China.

Aber auch Fragen des Urheberrechtes würden

stärker in den Fokus rücken.

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12 K Steel International

Die USA in Aufruhr

Von Manik Mehta*

Die schrille Reaktion, verursacht durch die angekündigten Zölle auf

ausländische Stahl- und Aluminiumprodukte, hatte US-Präsident Donald

Trump offensichtlich nicht erwartet. Selbst unter den Republikanern war

die Reaktion heftig. Der zur republikanischen Partei gehörende Sprecher

des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, zeigte sich »zutiefst besorgt« über

die Importzölle in Höhe von 25 bzw. 10 %; er warnte davor, dass diese

der amerikanischen Wirtschaft schaden könnten.

»Ich bin mit dieser Maßnahme nicht

einverstanden… und fürchte die daraus folgenden

Konsequenzen«, sagte Ryan in einer

Erklärung über die Stahl- und Aluminiumzölle.

Seine Erklärung repräsentierte die

Position von mindestens 107 republikanischen

Kongressmitgliedern, die Trump in

einem gemeinsamen Brief aufforderten,

»die allgemeinen Zölle zu überdenken, um

unvorsehbare Schäden für die amerikanische

Wirtschaft und für die Arbeitsplätze zu

vermeiden«. Viele Kritiker fürchten einen

Handelskrieg. Ryan schätzt, dass der in seinem

Heimatstaat Wisconsin beheimatete

Motorradhersteller Harley-Davidson mit

Strafzöllen für seine Produkte in Europa –

und besonders in Deutschland – rechnen

muss. Die Angst bei Harley-Davidson hinsichtlich

Um satz- und Jobverlusten ist groß.

Die Stimmung in Ryans Wahlkreis ist

schlecht.

Der Präsident der Europäischen Kommission,

Jean-Claude Juncker, hatte bereits

davor gewarnt, dass die Europäische Union

auch Strafzölle auf amerikanische Produkte

wie Bourbon-Whiskey, Jeans-Hosen und

Harley-Davidson Motorräder im Falle einer

Implementierung der von Trump angekündigten

Zölle verhängen werde. Trump be -

hauptete, dass die USA ein Rekordhandelsdefizit

von ca. 800 Mrd. US-Dollar im Jahr

verzeichnet. Dieser Vorwurf gilt vor allem

* Manik Mehta ist Korrespondent für USA und Asien

und lebt in New York

China. Es sei das »größte Problem«, so

Trump – und das, obwohl die chinesischen

Stahllieferungen weniger als 2 % der Ge -

samtstahlimporte in den USA darstellen.

Kanada, Brasilien, Südkorea und Mexiko

machten fast die Hälfte der Gesamtstahlimporte

2017 aus; andere Produkte trugen

maßgeblich zum gewaltigen Handelsüberschuss

Chinas bei.

Was droht der Automobilindustrie?

Bei einem Auftritt im Bundesstaat Pennsylvania,

der Hochburg der amerikanischen

Stahlindustrie, hat Präsident Trump den

Europäern erneut mit Strafzöllen auf Autos

gedroht. Amerikanische Handelsexperten

meinten, der Präsident habe wahrscheinlich

deutsche Autohersteller wie Mercedes Benz

und andere im Visier. Zuvor hatte die EU-

Handelskommisarin Cecilia Malmstrom nach

Gesprächen mit dem US-Handelsbeauftragten

Robert Lighthizer in Brüssel ihre Enttäuschung

über die Unflexibilität der Amerikaner

kundgetan. Daraufhin postete Trump

per Twitter: Die Europäische Union, wunderbare

Länder, die die USA sehr »schlecht

behandeln«, beschwere sich über die Zölle

auf Stahl und Aluminium. »Wenn sie ihre

schrecklichen Barrieren und Zölle auf eingeführte

US-Produkte fallen lassen, werden wir

umgekehrt unsere aufgeben.« Deutsche

Autobauer haben 2017 fast 500.000 Fahrzeuge

in die USA exportiert.

Bestimmen Ausnahmen die Regel?

Angesichts des wachsenden Widerstandes

in der amerikanischen Industrie (abgesehen

vom Stahl- und Aluminiumsektor sind alle

Industriebereiche gegen die geplanten Strafzölle)

zeigte sich Trump kompromissbereit

manchen Ländern gegenüber. Neben Ka -

nada und Mexiko könnte auch »die große

australische Nation« von Schutzzöllen verschont

bleiben. Natürlich nicht ohne Gegenleistung.

Trump will nach eigenen Angaben Australien

von den geplanten US-Schutzzöllen auf

Aluminium und Stahl ausnehmen. Er habe

mit dem australischen Premierminister Malcolm

Turnbull darüber gesprochen. Turnbull

sei »sehr fairen und beiderseitigen Militärund

Handelsbeziehungen verpflichtet«, so

der US-Präsident in einer Twitter-Ankündigung.

»Wir arbeiten sehr rasch an einem

Sicherheitsabkommen, damit wir unserem

Verbündeten, der großen australischen Na -

tion, keine Stahl- oder Aluminiumzölle aufbürden

müssen!«

Die australische Außenministerin Julie Bi -

shop hatte bei einer Diskussion am 7. März

bei der Asia Society in New York indirekt die

geplanten Stahl- und Aluminiumzölle kritisiert.

Protektionismus werde einen negativen

Einfluss auf den Welthandel haben.

»Wir könnten einen Abwärtstrend beim

Welthandel erleben«, warnte sie. Die US-

Regierung solle Beschwerden über Stahldumping

an die Welthandelsorganisation

richten.

Bislang sind nur Kanada und Mexiko von

den Zöllen ausgenommen. Das machte

Trump allerdings abhängig von den laufenden

Nafta-Verhandlungen. Sollte es dort

zum »Deal« kommen, würden die Zölle

»höchstwahrscheinlich« dauerhaft nicht

gegen sie verhängt, meinte Trump. Der

kanadische Premier Justin Trudeau hatte

zuvor die geplanten Zölle als »absolut unakzeptabel«

zurückgewiesen. Kanada, Mexiko

und die USA gehören der nordamerikanischen

Freihandelsgemeinschaft NAFTA an.

Kanada und Mexiko sind die größten Lieferanten

von Stahl- und Aluminiumprodukten.

Alle anderen Länder lud Washington zu

Einzelfallverhandlungen ein. Sollten sie

nachweisen können, dass sie durch »alternative

Mittel« den negativen Einfluss, den

ihre Stahllieferungen auf die nationale

Sicherheit der USA hätten, ausgleichen,

könnten auch sie Nachlässe erhalten.

Das Weiße Haus begründete die Zölle u. a.

mit dem Verlust von zehntausenden Jobs in

stahlmarkt 4.2018


der Stahl- und Aluminium industrie in den

vergangenen 20 Jahren. Die Zölle werden

nach Absatz 232 des Handelsgesetzes damit

begründet, dass die nationale Sicherheit

gefährdet sei. Aber auch andere Liefernationen

wie die EU, Japan, Südkorea, Brasilien,

usw., hoffen auf ein ähnliches Entgegenkommen

von Washington. Doch wie

kam Trump zu seiner Ausnahme, nachdem

er eine Woche zuvor angekündigt hatte, es

werde nichts davon geben? Eine von einer

ungewöhnlich starken Allianz aus Regierungen,

Lobbyisten und republikanischen Politikern

betriebene Kampagne hatte zu diesem

Sinneswandel geführt. Die Regierung

sah sich im In- und Ausland zunehmend

isoliert.

Warnung vor den Folgen

Wirtschaftsfachleute warnen, dass die Zölle

verheerende Folgen für den amerikanischen

Arbeitsmarkt haben dürften, und zwar so,

wie es unter der Präsidentschaft von George

W. Bush war. Im März 2002 erließ der damalige

Präsident Bush Auf schläge zwischen 8

und 30 % auf Stahl- und Aluminiumimporte,

um den maroden Stahlsektor der U.S.-Industrie

zu schützen. Zwei Drittel der Stahlexporte

aus der EU in die USA waren von

Bushs Schutzzöllen betroffen. Die EU und

andere Staaten reichten umgehend Klage

bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein

und drohten als Gegenmaßnahmen mit

Sanktionen gegen U.S.- Produkte. Der Dollarkurs

sackte ab und die Stahl verarbeitenden

Wirtschaftszweige bekamen rasch

höhere Materialpreise zu spüren. Die WTO

erklärte Bushs Importabgaben anderthalb

Jahre nach ihrer Einführung für unzulässig.

Bush hob daraufhin die meisten Zölle auf

und musste sich von der U.S.-Stahlindustrie

schließlich vorwerfen lassen, vor der »europäischen

Erpressung« kapituliert zu haben.

Kritik an den Stahl- und Aluminiumzöllen

kommt auch von früheren, mit dem Stahlbereich

vertrauten Fachleuten. Wendy Cutler,

die ehemalige stellvertretende Handelsbeauftragte,

die auch die Verhandlung über

die Trans-Pazifische Partnerschaft (TPP) ge -

führt hatte, sprach von »großer Sorge«.

China könnte mit einer schnellen und proportionalen

Vergeltung gegen amerikanische

Exporte reagieren. Dies muss nicht

unbedingt im Stahl- und Aluminiumsektor

sein. Andere werden ihre Beschwerden an

die Welthandelsorganisation richten.

»Die Stahl- und Aluminiumzölle werden

auch in den USA eine starke Reaktion hervorrufen

und möglicherweise einige der

angekündigten Steuererleichterungen zu -

nichte machen. Branchen wie die Automobil-,

die Luftfahrt- sowie die Bootindustrien

werden mehr für Materialien zahlen müssen«,

meinte Cutler in einer Erklärung.

»Wir können damit rechnen, dass die

meisten Handelspartner die Stahl- und Aluminiumzölle

als eine protektionistische Maßnahme

ansehen werden«, so Cutler. Für

manche Handelspartner bedeute diese Ak -

tion grünes Licht, um die eigenen Importe

aus nationalen Sicherheitsgründen einzuschränken,

was wiederum für die US-Exporteure

schädlich sind. Sie erwarte negative

Folgen im Hinblick auf das Interesse der

Verbündeten zu einer weiteren Zusammenarbeit

mit den Vereinigten Staaten.

Die in Arlington, Virginia, ansässige Retail

Industry Leaders’ Association (RILA), Dachverband

der größten Einzelhandelsunternehmen

der Welt mit einem Gesamt-Umsatz

von 1 Billion US-Dollar, äußerte seine

»tiefe Sorge« um die Zölle, die eine »gravierende

Auswirkung« auf die amerikanische

Wirtschaft haben könnten. Dazu sagte Hun

Quach, Vizepräsident für internationalen

Handel bei der RILA: »Wenn sie allgemein

durchführt werden, werden diese Zölle Auswirkung

in jedem nachgelagerten Bereich

haben und werden andere Länder auch

dazu ermutigen, Vergeltungsmaßnahmen

einzuleiten, die für amerikanische Exporteure

schädlich sind.« (sm 180406177)

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Ausnahme für die EU?

Kurz vor Redaktionsschluss wurde kolportiert, dass

Präsident Trump wohl bei der Implementierung der

Strafzölle auf Stahlimporte für die EU-Länder und

einige andere Länder eine besondere Entscheidung

stahlmarkt 4.2018

getroffen habe. Die Zölle sollen zunächst ausgesetzt

werden, hieß es. Entwarnung könne man zu

diesem Zeitpunkt jedoch nicht geben, hieß es bei

der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

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14 K Steel International

Von Japans Stahlindustrie lernen

Erfolgreiche Strategien für den internationalen Wettbewerb

Seoul. Die japanische Stahlindustrie ist für Zeiten rückläufiger Nachfrage

besser gerüstet als andere Nationen. In enger Zusammenarbeit mit der

Regierung, den Händlern und der weiterverarbeitenden Industrie schmiedete

sie eine lückenlose Lieferkette, die hohen Schutz gegen Importe bietet.

Zudem existieren gute Beziehungen zur wichtigen Exportdestination USA.

Von dieser positiven Entwicklung können

nach Einschätzung des Posco Research

Institute andere ostasiatische Stahlerzeuger

profitieren. Sie sehen aufgrund der strukturellen

Stagnation des globalen Stahlmarktes

sehr stürmischen Phasen entgegen.

Die Branchenexperten empfehlen den

Stahlerzeugern einen intensiven Blick auf

die Strategien, die die Japaner seit vielen

Jahren konsequent umsetzen. Obwohl die

aktuelle Situation der internationalen Stahlindustrie

nicht mit den historischen Gegebenheiten

in Japan identisch sei, würden

die zugrundeliegenden Ideen immer noch

passen.

Ostasiens Stahlunternehmen leiden seit

geraumer Zeit unter hohen Überkapazitäten

und einer nachlassenden Nachfrage der

Stahl einsetzenden Industrie. So steigerten

sie die Exporte und stießen vor allem in den

USA und in Europa auf heftige Gegenwehr.

Beide Staatengemeinschaften verhängten

hohe Strafzölle, bevorzugt für chinesische

und südkoreanische Einfuhren.

Trotz kontinuierlich sinkender Nachfrage

hielten die Japaner die Rohstahlerzeugung

mit rd. 100 Mill. t kontinuierlich aufrecht

und suchten neue Absatzmärkte in Übersee.

Vor allem aber knüpften sie enge Bande mit

der Stahl einsetzenden Industrie und den

Stahlhändlern und schufen eine geschlossene

Lieferkette, die auch heute noch eine

natürliche Handelsbarriere darstellt.

Der Zusammenarbeit mit den Stahlhändlern

kommt eine besondere Rolle zu. Sie

sind das Bindeglied zwischen Stahlerzeugern

und Stahlverarbeitern und sorgen für

hohe Transparenz und intensive Kommunikation.

In der Lieferkette herrschen klare Regeln.

Allein aus Kostengründen werden keine

neuen Zulieferer gesucht oder existierende

ausgetauscht. Im Gegenteil: Neue Anbieter

werden so lange wie möglich ausgeschlossen,

um das bestehende Gefüge aufrechtzuerhalten.

Jeder Eindringling wird geächtet.

Damit die Lieferkette international wettbewerbsfähig

bleibt, nehmen viele Stahlerzeuger

vergleichsweise hohe Kosten in

Kauf.

Kein Handelskrieg mit den USA

In den frühen 1980er-Jahren beschwerten

sich US-Stahlerzeuger über hohe Importe

aus Japan. Sie konnten bei Qualität und

Preis nicht mithalten. Die Regierung beugte

sich dem Druck der Gewerkschaften und

forderte eine Beschränkung der Einfuhren

aus Japan auf unter 5,8 %.

Die japanische Regierung, die unter allen

Umständen einen Handelskrieg vermeiden

wollte, willigte ein. Die Stahlerzeuger Nippons

stellten sich geschlossen hinter die

Politiker und unterließen individuelle Aktionen.

Zugunsten der Beibehaltung ihrer

Marktanteile in dem lukrativen US-Markt

verzichteten sie auf eine kurzfristige Steigerung

der Ausfuhren.

Aktuell exportieren Japans Stahlerzeuger

weniger Erzeugnisse in die USA als gestattet.

Japanische Stahlerzeuger

erkannten früh Zeichen der Zeit

Japans Stahlerzeuger sind von den Schutzzöllen

kaum betroffen und leiden auch

weniger als ihre Wettbewerber unter der

nachlassenden Nachfrage. Nach Einschätzung

des Posco Research Institute ein Ergebnis

ihres vor mehr als 40 Jahren eingeleiteten

Strategiewandels. Dieser habe die Stahlindustrie

bereits sicher durch die Ölkrise in

den 1970er-Jahren, die Aufwertung des Yen

in den 1980er-Jahren, die asiatische Finanzkrise

Ende der 1990er-Jahre und die globale

Finanz- und Wirtschaftskrise Ende der

2000er-Jahre gebracht.

Rohstahlproduktion Japan 2008 bis 2017 in Mill. t

119

110 108 107 111 111

105 105 105

87

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

Quelle: worldsteel

stahlmarkt 4.2018


Steel International K 15

Stattdessen liefern sie vermehrt nach Südostasien

und in andere Schwellenmärkte.

In den USA setzen die Japaner auf qualitatives

Wachstum. Außerdem wollen sie

langfristige Kooperationen eingehen, beispielsweise

mit der Automobilindustrie. Sie

intensivieren lokale Netzwerke und festigen

bestehende Verbindungen. Auf der Tagesordnung

stehen Technologietransfers mit

US-Stahlerzeugern sowie Zusammenschlüsse

mit heimischen Unternehmen.

Den Amerikanern gefällt dieses Vorgehen.

Sie bezeichnen die japanischen Stahlimporte

als hochwertig und sind überzeugt, dass

die Einfuhren zur Entwicklung der Stahlindustrie

und der Stahl einsetzenden Industrie

der USA beitragen.

Nachahmung gewünscht

Ostasiatische Stahlunternehmen und Regierungen

könnten nach weiterer Einschätzung

des Posco Research Institute von Japan lernen

und entsprechende Wege einschlagen:

Handelskonflikte vermeiden, öffentlichprivate

Partnerschaften eingehen und den

langfristigen Zugang zum US-Markt sichern.

Auch die Restrukturierung der japanischen

Stahlindustrie eigne sich als Vorbild.

Vor vierzig Jahren modernisierten die Japaner

ihre Anlagen und reduzierten die Zahl

der Beschäftigten. Wichtigste Ziele waren

die Erhöhung der Auslastung und der Produktivität.

Viele Werke wurden geschlossen,

die Mitarbeiter in anderen Bereichen und

Branchen beschäftigt. Außerdem investierten

die Stahlunternehmen in die Entwicklung

höherwertiger Erzeugnisse, beispielsweise

Automobilstähle, Elektrostähle und

Baustähle, und suchten neue Absatzmärkte.

Seit dem Jahr 2000 kennzeichnen Integrationen

und Veränderungen innerhalb der

Unternehmen die Restrukturierung der japanischen

Stahlindustrie. Zur Steigerung der

internationalen Wettbewerbsfähigkeit fusionieren

Stahlerzeuger, bilden enge Kooperationen

und steigern ihre Skaleneffekte.

Die Regierung unterstützt diese kontinuierliche

Transformation.

Laut Posco Research Institute bietet der

stetige Wandel der Gesellschaft Stahlerzeugern

immer neue Absatzmöglichkeiten. Es

gäbe neue Bedürfnisse, die gedeckt werden

wollen. Im Moment stünde die Entwicklung

hochwertiger Stähle für umweltfreundliche

Fahrzeuge und Energieerzeugung sowie

Bau- und Infrastrukturprojekte an. Außerdem

würden sich die Menschen ausreichenden

Schutz gegen Naturkatastrophen wünschen.

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16. - 20. APRIL IN DÜSSELDORF

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Advertorial

Seit 130 Jahren im Dienste der Menschheit

Die internationale Stahlrohrbranche trifft sich vom 16. – 20. April 2018 in Düsseldorf

auf der Tube. Seit vielen Jahren präsentiert sich der Salzgitter-Konzern hier mit seinen

Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in Halle 4. Mit dabei ist der Geschäftsbereich

Mannesmann mit seinen Unternehmen. Im Mittelpunkt des Messe auftritts wird der

Claim „MANNESMANN. Das Rohr.“ stehen.

Mannesmann auf der Tube:

16. bis 20. April 2018

Messe Düsseldorf

Halle 4 / Stand H42

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Mannesmann ist seit mehr als 130

Jahren weltweit der Inbegriff für

Stahlrohre höchster Qualität. So wird

die Wiederkehr des Namens auch

gerade von der internationalen Kundschaft

sehr be grüßt.

Mit Mannesmann steht eine der be -

rühmtesten Marken der Stahlindustrie

wieder ganz vorn. Zwei Jahre

arbeiteten die Marketingabteilungen

in Salzgitter und Mülheim Hand in

Hand, bis 2017 das Konzept und

damit die in ternationale Überarbeitung

der Marke Mannesmann umgesetzt

wurde.

So haben im letzten Jahr alle rohrproduzierenden

100%igen Tochtergesellschaften

des Geschäftsbereichs

Mannesmann im Salzgitter-

Konzern umfirmiert: Die Unternehmen

führen nunmehr alle Mannesmann

an erster Stelle – ganz wie zu

früheren Zeiten. Das bekannte MW-

Zeichen ist für alle Gesellschaften

das zentrale Bildelement im Firmenlogo.

Die Gesellschaften bieten ihren

Kunden ein breites Sortiment an

Stahlrohren. Es umfasst längsnahtund

spiralgeschweißte Großrohre,

nahtlose Edelstahlrohre sowie nahtlose

und geschweißte Präzisrohre

und wird von mittleren, HFI-geschweißten

Leistungsrohren abgerundet.

Der wichtigste Kun densektor

ist die Energieindustrie, gefolgt von

der Automobilindustrie und dem

Maschinenbau.

Für den Salzgitter-Konzern ist die

Tube eine wichtige Kommunikationsplattform

mit Kunden und Partnern.

„Den Dialog mit unseren Zielgruppen

haben wir in den vergangenen Jahren

kontinuierlich ausgebaut“, erläutert

Bernhard Kleinermann, Leiter

Konzern kommunikation der Salzgitter

AG. „So haben wir den Wunsch

von Kunden und Mitarbeitern aufgegriffen,

die Markenwerte wieder mit

dem alten Marken namen zu verknüpfen.

In unserer Kommunikation

war und ist der Name Mannesmann

ein unschätzbarer Wert, den wir verstärkt

nutzen.“

Flankierend zur Tube läuft in Nordrhein-Westfalen

eine große Plakatkampagne.

„Viele unserer Rohre sind

ja praktisch unsichtbar im Einsatz.

Aber sie arbeiten seit über 130

Jahren er folgreich im Dienste der

Menschheit – da lohnt sich ein

genaueres Hinsehen!“, fasst Kleinermann

zusammen.

Auf der Tube ist dazu die nächste

Gelegenheit.

Der Salzgitter-Konzern auf der Tube:

Geschäftsbereich Mannesmann mit Mannesmann Precision Tubes,

Mannesmann Stainless Tubes,

Mannesmann Line Pipe,

Mannesmann Grossrohr sowie

der Beteiligungsgesellschaft

EUROPIPE. Darüber hinaus

Salzgitter Mannesmann Handel,

Salzgitter Hydroforming,

Salzgitter Mannesmann

Grobblech.


18 K Steel International

Wirtschaftliche Stahlproduktion

mit niedrigbewerteter Schrottqualität

Japanische Stahldelegation besichtigt Hellenic Halyvourgia

Düsseldorf. Im Dezember 2017 besichtigte eine Delegation des

japanischen Eisen- und Stahlinstituts den SHARC-Elektrolichtbogenofen

(Shaft Arc – Elektrolichtbogenofen mit Schrottvorwärmung im Schacht) in

der Betriebsstätte von Hellenic Halyvourgia (HLV) in Volos, Griechenland.

Sie überzeugte sich von der Wirtschaftlichkeit des Herstellungsprozesses.

Hellenic Halyvourgia wurde 1938 ge -

gründet und ist einer der größten Elektrostahlhersteller

für Langprodukte des Landes.

Die Delegation bestand aus 19 Teilnehmern

von acht japanischen Elektrostahlherstellern

unter der Leitung von Shigehiro Oi, Director,

Member of the Board, Managing Executive

Officer von Sanyo Special Steel.

Begrüßt wurde die Delegation von

Andreas Metzen, Technischer Direktor von

Hellenic Halyvourgia. Er und sein Ingenieurteam

stellten der Delegation das Elektrostahlwerk

vor.

Grund des Besuchs der Delegation war

der Erfahrungsaustausch zur wirtschaftlichen

und energieeffizienten Produktion von

Stahl mit niedrigbewerteter Schrottqualität

im SHARC-Elektrolichtbogenofen.

Der SHARC bei HLV ist ein 54-MW-Gleichstrom-Elektrolichtbogenofen

mit einem

Abstichgewicht von 100 Tonnen. Er verfügt

über zwei symmetrisch angeordnete Vorwärmschächte

zum Trocknen und Vorwärmen

des Schrotts. Andere Schrottvorwärmverfahren

sind mit nur einem Schacht und

asymmetrisch aufgebaut. Mit dieser Konstruktion

des SHARC-Ofens wird eine vollständig

symmetrische Wärmeverteilung

erzeugt, das heißt, auch der Ofenmantel hat

eine homogene Wärmeverteilung mit ge -

ringster Wärmelast.

Aufgrund des einmaligen Designs mit

einem doppelten Volumen durch zwei

Schächte kann im SHARC ein günstiger

Schrott mit geringer Dichte eingesetzt werden.

Die eingebaute Nachverbrennung in

den Schächten macht den SHARC nicht nur

hochproduktiv und effizient, sondern auch

umweltfreundlich. Mit einem möglichen

Einsatz von bis zu 65 % vorgewärmtem HBI

(Hot Briquetted Iron) in den Schächten kann

der SHARC auch für die Herstellung von

hochqualitativen Lang- und Flachprodukten

eingesetzt werden.

Die Delegation konnte mehrere Chargen

des SHARC-Prozesses mit einer niedrigbewerteten

Schrottqualität von 0,25 t/m 3 verfolgen.

Der SHARC verfügt über die wirtschaftlich

vorteilhafteste Schrottvorwärmung

für einen Elektrolichtbogenofen. Er ist

weltweit der einzige Elektrolichtbogenofen

mit zwei Schächten, daher kann hier mit ca.

15 USD je Tonne der in Griechenland günstigste

Schrott eingesetzt werden. Dieser

Preisvorteil variiert international, in der Türkei

zum Beispiel liegt diese Schrottqualität

bei ca. 30 USD, in chinesischen Regionen bis

zu 40 USD je Tonne.

In Griechenland ist der Markt für Langprodukte

in den letzten zehn Jahren von

2,2 Mill. t/a auf 350.000 t/a gesunken. Mit

der Flüssigstahlproduktion im SHARC konnte

Hellenic Halyvourgia hingegen profitabel

bleiben.

Mit dem SHARC-Elektrolichtbogenofen

werden die höchsten Stromeinsparungen

gegenüber klassischen Elektrolichtbogenöfen

erreicht und das ohne den Einsatz von

Chargierkohle: mit weniger als 280 kWh je

Tonne Flüssigstahl und einem Elektrodenverbrauch

von 0,57 kg je Tonne kann mit dem

SHARC-Prozess wirtschaftlich produziert

werden. Hinzu kommt, dass aufgrund des

symmetrischen Designs des SHARC je Tonne

lediglich neun Kilogramm Einblaskohle für

Schaumschlacke benötigt werden.

Interessierte Kunden können Hellenic

Halyvourgia in Abstimmung mit der SMS

group besuchen.

jan.bader@sms-group.com

/

(sm 180406122)

L STEEL TICKER

US-STRAFZÖLLE: STAHL-

RECYCLINGBRANCHE WARNT

Düsseldorf. Vor unklaren Auswirkungen auf den

weltweiten Absatz von Stahlschrott warnt die Bundesvereinigung

Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen

e.V., BDSV. Beispielsweise ist

die Türkei mit rd. 12 Mill. t (2017) der mit Ab stand

größte Abnehmer von Stahlschrott aus der EU. Dort

produzieren viele Elektrostahlwerke Stahl unter

Verwendung von bis zu 100 % Stahlschrott. Mit

US-Strafzöllen auf Stahl könnte jedoch der Absatzmarkt

der Türkei wegbrechen, weil billiger Importstahl

den Markt überschwemmt. Da es sich beim

Stahlschrott um ein weltweites Handelsgut handelt,

liegen Marktverwerfungen bei unorganisierten Eingriffen

in das Marktgeschehen auf der Hand. In

diesem Zusammenhang mahnt BDSV Präsident

Andreas Schwenter jedoch vor Aktionismus hinsichtlich

möglicher Gegenmaßnahmen: »Zu nächst

müssen die konkreten Handelsbeschränkungen

vorliegen und die Auswirkungen auf die Stahlrecyclingbranche

sorgfältig bewertet werden. Handelskriege

sind jedenfalls für keinen zielführend.«

Die Welthandelsorganisation (WTO) rüstet sich

schon jetzt für eine Gegenwehr. Da die USA u. a.

behaupten, mit den Strafzöllen auf Stahl ihre

»nationale Sicherheit« zu schützen, muss der WTO

der Nachweis gelingen, dass die Vereinigten Staaten

von Amerika lediglich zu allgemeinen Schutzmaßnahmen

für die heimischen Stahlwerke greifen,

die in dieser Form nicht zulässig wären, heißt

es bei der BDSV.

K

WS(jp)/SE/ (sm 180406165)

stahlmarkt 4.2018


Steel International K 19

Flachstahl für Asiens Haushaltsgeräteindustrie

Seoul. Die Produktion von Kühlschränken, Klimaanlagen, Waschmaschinen

und Fernsehern kommt ohne Flachstahlerzeugnisse nicht aus.



Der weltweite Markt für Haushaltsgeräte

ist im Zeitraum von 2016 bis 2017 ge -

wachsen. Der Klimawandel und die Umweltverschmutzung

haben vor allem die Nachfrage

nach sogenannter Weißer Ware, wie

Kühlschränken, Klimaanlagen und Luftreinigern

erhöht. In Asien werden mittlerweile

rd. 40 % aller Geräte hergestellt. Korea ist

der weltweit größte Hersteller von Fernsehern,

China die internationale Nummer 1

bei Weißer Ware.

Viele Jahre haben Japan und Korea den

Ton in der Haushaltsgeräteproduktion angegeben.

Nun lief China ihnen den Rang ab.

Zuvor hatten Hersteller der Volksrepublik

einem saturierten Binnenmarkt gegenübergestanden

und sich Gedanken über weitere

Wachstumsmöglichkeiten gemacht. Sie

blickten ins Ausland, übernahmen Wettbewerber

aus den USA und Japan oder gingen

Kooperationen ein und errangen schließlich

die Marktführerschaft.

Der Absatz von Haushaltsgeräten in China

litt bereits seit dem Jahr 2014 unter den

nicht mehr vorhandenen Fördermaßnahmen

der Regierung. Sie hatte drei verschiedene

Programme beendet, die die Bevölkerung

bei der Anschaffung von neuen und energiesparenden

Haushaltsgeräten finanziell

unterstützt.

Die Experten des Posco Research Institute

gehen davon aus, dass Chinas Haushaltsgeräteerzeuger

auch künftig wachsen werden,

da finanzstarke Unternehmen international

tätige Mitbewerber und Kerntechnologien

kaufen würden.

Großes Interesse an

umweltfreundlichen Produkten

Die Haushaltsgeräteproduktion in Korea

dürfte aufgrund von steigenden Importen

bis zum Jahr 2020 geringfügig sinken. Im

Jahr 2018 erwarten die Branchenexperten

in Korea aber eine steigende Nachfrage

nach umweltfreundlichen und smarten Ge -

räten. Trotz dieser Verbesserung würden die

Produktionszahlen des Jahres 2016 aber

nicht wieder erreicht.

In Japan zeigt sich ein anderes Bild. Dort soll

die Produktion von Haushaltsgeräten bis

zum Jahr 2020 kontinuierlich steigen, dann

aber wieder sinken. In den vergangenen

Jahren war die Erzeugung nicht ausgebaut

worden. Zum einen wegen der schrumpfenden

Bevölkerung des Landes, zum anderen

wegen der Produktionsverlagerung ins Ausland.

Außerdem leidet die Industrie unter

der Übernahmeaktivität aus China. Haushaltsgeräteerzeuger

wie Haier und Midea

hatten die entsprechenden Geschäftsbereiche

der japanischen Unternehmen Sanyo

und Toshiba übernommen. Die Nachfrage

nach Fernsehern dürfte nach dem Abschalten

der analogen Technologie aber wachsen.

Auslandsinvestitionen

verändern Strukturen

Die fünf Asean-Staaten Thailand, Malaysia,

Indonesien, Vietnam und Philippinen entwickeln

sich nach Einschätzung des Posco

Research Institute zu einem Produktionsmittelpunkt.

Schon bald würden sie 10 % aller

weltweit erzeugten Haushaltsgeräte liefern.

Begünstigt wird diese Entwicklung durch

das intensive Werben einiger Regierungen

für ausländische Direktinvestitionen. So verlagert

sich die Erzeugung von Thailand nach

Vietnam und Indonesien. Aber auch das

Freihandelsabkommen der Wirtschaftsgemeinschaft

AEC fördert die Haushaltsgeräteerzeugung

in dieser Region.

Indiens Haushaltsgeräteindustrie dürfte

ebenfalls schnell wachsen. Die Wirtschaft

des Landes boomt, ebenso die Kaufkraft der

Mittelschicht. Außerdem verlassen immer

mehr Menschen die ländlichen Regionen

und ziehen in die Städte. Dort benötigen sie

bestimmte Geräte. Die Branchenexperten

rechnen bis zum Jahr 2027 mit einem durchschnittlichen

Wachstum der Haushaltsgeräteindustrie

von 4 %. (sm 180405958)
















stahlmarkt 4.2018


20 K Steel International

Klöckner darf digitale Plattform für Stahlprodukte starten

Bonn. Das Bundeskartellamt hat mitgeteilt, dass es keine Einwände gegen die von Klöckner & Co SE, Duisburg,

geplante Business-to-Business Internet-Handelsplattform »XOM Metals« zum Vertrieb von Stahlprodukten hat.

Klöckner habe sein ursprüngliches Vorhaben

so modifiziert, dass derzeit keine kartellrechtlichen

Bedenken mehr bestehen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes:

»Das Angebot einer digitalen

Handelsplattform im Business-to-Businessbereich

für Stahlprodukte wird den Bestellvorgang

und das Ordermanagement vereinfachen.

Ein Übermaß an Markttransparenz

kann allerdings Absprachen erleichtern oder

sogar entbehrlich machen, wenn Rückschlüsse

auf künftige Preissetzungen einzelner

Händler möglich sind. Diese Gefahr

stufen wir nach den von Klöckner auf unsere

Initiative vorgenommenen Änderungen

nunmehr als gering ein. In der jetzt geplanten

Ausgestaltung wird durch den von der

Klöckner-Gruppe organisatorisch getrennten

Betrieb der Plattform insbesondere keine

weitere Preistransparenz in dem Markt ge -

schaffen.«

Als Anbieter auf der Plattform sollen so -

wohl Stahlhersteller als auch Stahlhändler

auftreten. Beide stehen zum Teil mit Klöckner

im Wettbewerb. Auch Klöckner selbst

wird mit zwei Tochtergesellschaften als An -

bieter auf der Plattform präsent sein. Daneben

betreibt Klöckner weiterhin einen eigenen

Onlineshop. Das Angebot der Plattform

richtet sich in erster Linie an Bestandskunden

der Anbieter, soll aber auch Neukunden

einen ersten einfachen Zugang über den

Online-Marktplatz verschaffen.

Mit dem Angebot von Stahlprodukten

über eine elektronische Handelsplattform

geht allerdings zugleich eine gesteigerte

Transparenz einher, die Absprachen erleichtern

oder sogar entbehrlich machen kann,

wenn Rückschlüsse auf das künftige Preissetzungsverhalten

möglich sind. Dies gilt

sowohl im Hinblick auf die im Wettbewerb

zueinander stehenden Anbieter als auch im

Hinblick auf den Konzernverbund mit dem

Betreiber, der Klöckner-Gruppe. Nach entsprechenden

Hinweisen des Bundeskartellamts

hat Klöckner die Plattform so ausgestaltet,

dass kein wettbewerbsdämpfender

Informationsaustausch in Bezug auf Preise

oder Verfügbarkeiten über die Plattform

erfolgt. Vor dem Kunden-Login werden auf

der Plattform keine Preise sichtbar sein.

Auch für Neukunden wird der Preis eines

Anbieters erst dann angezeigt, wenn der

Neukunde sich eingeloggt und über seine

Umsatzsteuernummer identifiziert hat.

Zudem hat Klöckner die organisatorische

Trennung zwischen dem Betreiber der Plattform

und der Klöckner-Gruppe verbessert.

Damit ist im Verhältnis zwischen dem Plattformbetreiber

und der restlichen Klöckner-

Gruppe sichergestellt, dass es zu keinem

Austausch potenziell sensibler Markt- und

Unternehmensdaten kommt.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskartellamt

im Rahmen seines Aufgreifermessens

entschieden, keine Einwände gegen

die Inbetriebnahme der Handelsplattform zu

erheben.

www.kloeckner.com (sm 180406157)

/

L STEEL TICKER

EUROFER: USA WOLLEN

WELTWEITEN HANDELSKRIEG

Brüssel. US-Präsident Donald Trump schwört mit

der geplanten Einführung von Strafzöllen für

Stahlimporte internationale Handelskonflikte herauf.

Nach Einschätzung des europäischen Stahlverbands

Eurofer wählte er die schlimmste Variante,

die der Maßnahmenkatalog von Handelsminister

Wilbur Ross enthielt.

Der 25-prozentige Einfuhrzoll gilt für alle Stahlprodukte

aus allen Ländern der Welt. Im Jahr 2017

importierten die USA Eurofer zufolge 35 Mill. t

Stahl mit einem Wert von 30 Mrd. USD.

Ross hatte als Alternative Importquoten vorgeschlagen.

Diese hätten Partner und befreundete

Nationen der USA, zu denen auch die Europäische

Union zählt, in die Lage versetzt, ihre Präsenz in

dem US-Markt aufrechtzuerhalten.

»Von einen Tag auf den anderen werden nun

die europäischen Stahlexporte in die USA, die sich

im Jahr 2017 auf 5 Mill. t beliefen, um 50 % oder

mehr sinken«, sagte Eurofer-Generaldirektor Axel

Eggert. Entsprechendes gelte für alle anderen

Nationen, die Stahl in die USA ausführen. Der

Stahlverband prognostiziert, dass die Strafzölle

die US-Einfuhren um 20 Mill. t bis 25 Mill. t reduzieren.

Das seien mehr als die Hälfte aller EU-Importe

im Jahr 2017 mit 40 Mill. t.

Eurofer begrüßt die von der EU angekündigten

Maßnahmen zum Schutz der heimischen Stahlindustrie.

Außerdem fordert der Verband alle Regierungen

auf, die Ursachen der globalen Stahlüberkapazitäten

zu beseitigen.

SKANDAL SCHADET

KOBE STEEL KAUM

kibi/WS(Jp)/SE/ (sm 180406155)

Tokio. Der japanische Stahlerzeuger Kobe Steel

rechnet im Geschäftsjahr 2017 (Ende: 31. März

2018) mit einem Nettogewinn von 45 Mrd. Yen

(rd. 340 Mill. €). Damit fallen die Auswirkungen

des im Oktober 2017 aufgedeckten Produktdatenskandals

geringer aus als befürchtet. Der

Stahl erzeuger verlässt auch das erste Mal seit drei

Jahren die Verlustzone, erreicht aber im Vergleich

zu seinen Mitbewerbern in einem wachsenden

Markt nur äußerst magere Gewinne.

Kobe Steel bezeichnet die Stahlnachfrage als

robust. Zudem habe das Unternehmen in China

mehr hydraulische Bagger verkauft als erwartet.

So kamen in den ersten neun Monaten 2017 unter

dem Strich 55,8 Mrd. Yen (420 Mill. €) zusammen.

Im Vorjahreszeitraum war ein Verlust von

36,4 Mill. Yen (0,27 Mill. €) angefallen.

Der Produktdatenskandal dürfte das Unternehmen

unverändert mit 10 Mrd. Yen (75 Mill. €)

belasten. Hiervon entfallen 60 % auf den Stahlbereich

und der Rest auf die Aluminium- und

Kupfersparte. Der Stahlerzeuger hatte zugeben

müssen, schon seit vielen Jahren die Produktdaten

seiner Lieferungen zu fälschen.

www.kobelco.co.jp/english

/

kibi/WS(SHN)/SE/ (sm 180306055)

stahlmarkt 4.2018


Steel International K 21

Sinkendes Volumen und steigende Preise

Santiago. Lateinamerika importierte weniger Stahl aus China, musste aber höhere Preise zahlen.

Chinas Stahlerzeuger haben 2017 mit

72,8 Mill. t weltweit 31 % weniger Stahl

ausgeführt als ein Jahr zuvor. Nach Südkorea

und Vietnam blieb Lateinamerika die

drittwichtigste Destination. Ihr Anteil an den

Gesamtausfuhren stieg um 2,4 Prozentpunkte

auf 9,6 %.

Gleichwohl reduzierte Lateinamerika im

vergangenen Jahr die Importe aus China um

8 % auf 7 Mill. t. Ein Fünftel der Einfuhren

entfiel auf Mittelamerika, 19,7 % auf Chile

und 13,8 % auf Peru.

Der Wert der von Lateinamerika aus dem

Reich der Mitte importierten Stähle stieg im

Jahr 2017 auf umgerechnet 4,432 Mrd. USD

beziehungsweise 634 USD/t. Im Vorjahr

waren die Einfuhren noch ein Drittel günstiger

und kosteten nur 478 USD/t. Verglichen

»

China hat 2017 72,8 Mill. t in alle Welt exportiert.

7,0 Mill. davon gingen nach Lateinamerika.

mit dem Durchschnittspreis von 688 USD/t,

den die Importeure in allen anderen Regionen

der Welt bezahlen mussten, erhielten

die Lateinamerikaner die Waren 8 % günstiger.

Innerhalb Lateinamerikas zahlten Importeure

aus Mittelamerika mit durchschnittlich

562 USD/t die geringsten Preise für Stahl aus

China – 18 % weniger als der Rest der Welt.

Auch Costa Rica, Peru und Kolumbien mussten

weniger tief als alle anderen in die

Tasche greifen.

Mehr Flachstahlimporte

für Lateinamerika

China steigerte im Jahr 2017 die Flachstahllieferungen

nach Lateinamerika um 22 %

auf 4,7 Mill. t. Sie nahmen einen Anteil von

68 % an den Ge samteinfuhren aus dem

Reich der Mitte ein. Die

Flachstahlerzeugnisse

kosteten mit durchschnittlich

623 USD/t

ein Viertel mehr als im

Vorjahr. Sie waren aber

9 % günstiger als in den anderen Re gionen

der Welt, wenngleich auch dort die Preise

um ein Drittel ge -

stiegen waren.

China lieferte

innerhalb Lateinamerikas

die meisten

Flachstähle nach

Chile (1,1 Mill. t), Mittelamerika (911.000 t)

und Brasilien (729.000 t). Die Preise lagen

14 %, 15 % beziehungsweise 5 % unter

dem Durchschnittspreis im Rest der Welt.

Hingegen mussten Importeure aus Venezuela,

Argentinien, Kuba, Paraguay und Mexiko

höhere Preise als in den Regionen außerhalb

Lateinamerikas zahlen. Der Löwenanteil der

Flachstahlimporte aus China entfiel im Jahr

2017 auf legierte Stahlfeinbleche und Bänder

sowie feuerverzinkte Coils.

Die Stahlerzeuger aus dem Reich der Mitte

schickten im vergangenen Jahr aber auch

1,3 Mill. t Langprodukte nach Lateinamerika.

Sie nahmen einen Anteil von 18 % an

den Gesamteinfuhren ein. Der Durchschnittspreis

stieg im Vergleich zu 2016 um 56 %

auf 530 USD/t, blieb aber um 2 USD/t unter

dem im Rest der Welt verlangten Preis.

»

Lateinamerika hat gegenwärtig 39 Fälle unfairer

Handelspraktiken gegen China zu beklagen.

Mittelamerikas Importeure, die die meisten

Langprodukte innerhalb Lateinamerikas

orderten, zahlten mit durchschnittlich

433 USD/t 45 % mehr als im Vorjahr, aber

19 % weniger als der Rest der Welt. Die Einfuhr

von Stahlknüppeln sank 2017 auf Jahressicht

um 38 %, der Import von Walzdraht

sogar um 62 %.

Die Volksrepublik China reduzierte im Jahr

2017 die Exporte von nahtlosen Rohren

nach Lateinamerika um 20 % auf 250.000 t.

Sie machten nur noch 4 % aller Ausfuhren

in diese Region aus. Lateinamerikanische

Käufer mussten für diese Erzeugnisse durchschnittlich

956 USD/t zahlen und damit

12 % weniger als alle anderen Importeure

der Welt. (sm 180406098)

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stahlmarkt 4.2018


22 K Steel International

L STEEL TICKER

NORDAMERIKANISCHES STAHL-SCHULUNGS-

ZENTRUM ENTSTEHT

Düsseldorf. Vertreter der SMS group Nordamerika und des Arkansas

Northeastern College haben die Verhandlungen über die Gründung der

Arkansas Steelmaking Academy erfolgreich abgeschlossen und einen entsprechenden

Vertrag unterzeichnet. Die Academy wird 2019 ihre ersten

Schulungen anbieten.

Seit der Inbetriebnahme von Big River Steel ist der Nordosten Arkansas

eine Region mit der dichtesten Ansiedlung von Stahlherstellungskapazi täten

in den USA. 2017 eröffnete die SMS group eine neue Werkstatt in Osceola,

Arkansas. Hierdurch hat die SMS group die Serviceeinrichtungen näher zum

Kunden gebracht, was sich für die Unternehmen in der Region in Form geringerer

Transportkosten auszahlt. Die Werkstatt in Osceola befindet sich in

einer ehemals leer stehenden, recht neuen Gewerbehalle mit einer Fläche

von über 5.000 m 2 . Für zahlreiche Kunden in der Re gion, wie Nucor Steel,

Big River Steel, Tenaris und TMK-IPSCO, aber auch für viele andere Hersteller

in anderen Teilen der USA, führt die SMS group Service-Dienstleistungen aus.

So lag es nahe, sich mit dem Angebot des Arkansas Northeastern College,

Schulungen vor Ort in den USA anzubieten, näher zu beschäftigen.

Der zwischen dem Arkansas Northeastern College und der SMS group

geschlossene Vertrag erspart den Unternehmen den Aufwand für die Reisen

nach Deutschland. Die Arkansas Steel making Academy (ASA) wird im neuen,

aktuell im Bau befindlichen Center for Allied Technology des Colleges untergebracht.

Der neue Komplex wird eine Fläche von knapp 8.500 m 2 erhalten.

Der ASA werden mit modernster Technik ausgestattete Seminarräume und

exzellente Laboreinrichtungen für praktische Schulungen zur Verfügung stehen.

Die Eröffnung des Center for Allied Technology ist für August 2018

geplant. Die ersten ASA-Schulungen sollen 2019 angeboten werden. Das

Arkansas Northeastern College ist eines von wenigen Colleges in den USA,

die Studiengänge im Bereich Stahltechnik anbieten, und das einzige im Bundesstaat

Arkansas.

WS(SHN)/SE/ (sm 180406086)

ROHSTAHLERZEUGUNG KLETTERT

AUCH 2018 WEITER

London. Mehr als 1,7 Mrd. t Rohstahl dürften im laufenden Jahr weltweit

erzeugt werden. China wird an dem erwarteten Wachstum nach Einschätzung

des internationalen Marktforschungsunternehmens MEPS aber nicht

beteiligt sein, sondern verharrt auf dem gegenwärtigen Niveau. Auch die

Stahlerzeuger im Rest der Welt werden das Wachstumstempo des Vorjahres

nicht halten, sondern nur einen Anstieg von rd. 2,6 % erreichen. Die größten

Sprünge seien aufgrund von Investition in den Ausbau der Anlagen in Indien,

im Iran und in Vietnam möglich.

Im Jahr 2019 sehen die Branchenexperten eine Stagnation, auf die in den

beiden kommenden Jahren erneutes Wachstum folgen soll. Die Volksrepu blik

China werde im Jahr 2021 rd. 48 % der globalen Rohstahlerzeugung innehaben

und unter das Rekordniveau des Jahres 2013 von 50 % rutschen.

Indien dürfte Japan als zweitgrößte Erzeugernation überholen. Unverändert

folgen die USA, Russland, Südkorea, Deutschland, die Türkei und Brasilien.

Neu an die zehnte Stelle rutscht der Iran.

kibi/WS(jp)/SE/ (sm 180406065)

ARCELORMITTAL LIEFERT SHELL

KRYOGENISCHEN STAHL

Luxembourg. ArcelorMittal liefert 770 t kryogenische Stahlgrobbleche an

den Energiekonzern Shell. Er baut in der Nähe von Pittsburgh im US-Bundesstaat

Pennsylvania einen schiefergasbasierten Petrochemiekomplex. Aus den

Grob blechen der Sorte CryElso 9Q entstehen Behälter für Flüssiggas.

Die Grobbleche mit Dicken zwischen 5 mm und 30 mm stammen von der

ArcelorMittal-Tochter Industeel Creusot in Frankreich. Sie sind in der Lage,

Temperaturen von bis zu – 160 °C standzuhalten.

Shell Chemical Appalachia errichtet in ihrem neuen Werk am Ufer des Ohio

einen Polyethylen-Cracker und Anlagen zur Herstellung von Polyethylen-

Derivaten. Verarbeitet wird Schiefergas aus den nahegelegenen Feldern

Marcellus und Utica. Pro Jahr sollen 1,6 Mill. t Polyethylen produziert werden.

kibi/WS(Jp)/SE/ (sm 180406113)

BÖHLER-GESELLSCHAFTEN MIT NEUEM NAMEN

Linz. Die steirischen Produktionsgesellschaften der High Performance Metals

Division des voest alpine-Konzerns – bisher BÖHLER Edelstahl GmbH & Co

KG, BÖHLER Schmiedetechnik GmbH & Co KG (beide Kapfenberg) und

BÖHLER Bleche GmbH & Co KG (Mürzzuschlag) – führen ab sofort den Zusatz

voestalpine im Firmennamen. Das meldete die voestalpine AG in einer

Medieninformation. Auch das optische Erscheinungsbild werde in den kommenden

Monaten an den Markenauftritt des Mutterkonzerns angepasst.

Damit tragen die Gesellschaften ihrer inzwischen zehnjährigen Zugehörigkeit

zum voestalpine-Konzern auch nach außen verstärkt Rechnung und unterstreichen

gleichzeitig ihre konsequente Ausrichtung auf Hochtechnologie und

Qualität, hieß es.

WS(SHN)/SE/ (sm 180406079)

stahlmarkt 4.2018


L STEEL TICKER

SCHLUPFLÖCHER FÜR

ROSTFREI-EXPORTEURE

London. In Schwellenländern beheimatete

Erzeuger von nichtrostenden Stahlerzeugnissen

dürften vermehrt lukrative Wege zum Absatz

überschüssiger Volumen finden. Das jüngst angekündigte

Gemeinschaftsunternehmen der chinesischen

Tsingshan Group und des US-Erzeugers

ATI ist eine Möglichkeit, in China hergestellte

Stäbe zum Walzen und Weiterverarbeiten in die

USA zu exportieren und dort anschließend als

heimisches Erzeugnis auf den Markt zu bringen.

Das britische Marktforschungsunternehmen

MEPS rechnet mit zahlreichen Nachahmern,

zunächst aus China und Indien.

Die Volksrepublik China habe die Erzeugung

von nichtrostendem Rohstahl seit dem Jahr 2006

fast verfünffacht und 2016 einen Anteil von knapp

55 % an der globalen Erzeugung gestellt. Außerdem

habe Indien Japan bereits als zweitgrößten

Rostfrei-Erzeuger der Welt überholt und plane im

Jahr 2018 eine Produktionsmenge von 4 Mill. t.

Vor allem die indische Automobil-, Bau- und In -

frastrukturindustrie meldet MEPS zufolge höheren

Bedarf an. Übersteige die Erzeugungskapazität

irgendwann aber die Nachfrage, müssten sich

auch die Inder Exportwege bahnen.

kibi/WS(SHN)/SE/ (sm 180105847)

125 JAHRE STAHLERZEUGUNG IN

BOSNIEN UND HERZEGOWINA

Zenica. Der Stahlerzeuger ArcelorMittal hat in

seinem Werk Zenica 125 Jahre Stahlerzeugung in

der Region Bosnien und Herzegowina gefeiert.

Gemeinsam mit 200 Gästen blickte der Stahlerzeuger

auf die bewegte Geschichte des Werkes

zurück, das seit dem Jahr 2004 zum luxemburgischen

Konzern gehört. Zuvor lagen die Anlagen

jahrelang brach. Um den Betrieb wieder aufzunehmen

und die integrierte Erzeugung auszubauen,

investierte ArcelorMittal bislang 166 Mill. €.

Gegenwärtig fließen die meisten Gelder in Um -

weltschutzmaßnahmen.

kibi/WS(SHN)/SE/ (sm 180105758)

HUBBALKENOFEN FÜR FORJAS

IRAETA HEAVY INDUSTRY

Düsseldorf. Im August 2017 erhielt die SMS

group erneut einen Auftrag von der spanischen

Forjas Iraeta Heavy Industry, S.L. (GRI Group). Dieser

Auftrag umfasst die Lieferung eines neuen

Hubbalkenofens, der in der bestehenden Vorstraße

zum Herstellen von Flanschen eingesetzt werden

soll. Der Ofen wird für einen Durchsatz von

30 t/h ausgelegt. Im Rahmen dieses Projektes

erhält der Kunde eine optimal für die Erwärmung

eines großen Produktspektrums ausgelegte

ofentechnische Anlage. Eingesetzt

werden quadra tische Vorblöcke mit Kantenlängen

von 200 bis 500 mm und Rundblöcke

mit Durchmessern von 300 bis 700 mm in

Längen zwischen 3 und 5 m.

WS(SHN)/SE/ (sm 180105760)

NLMK ERRICHTET IN

LIPETSK EIGENES

SCHULUNGS ZENTRUM

Lipetsk. Die NLMK Group baut am Standort

Lipetsk eine eigene Universität. In den neuen

Räumen sollen Manager aller Werke und Niederlassungen

ausgebildet werden. Die Bauarbeiten

dürften den Planungen zufolge Ende

2018 abgeschlossen sein. Gegenwärtig werden

die Grundmauern gezogen. Die Investitionen

belaufen sich auf rd. 1 Mrd. Rubel.

Am 7. November 2017, dem 83. Geburtstag

des russischen Unternehmens, lud NLMK-

CEO Oleg Bagrin Gäste aus der Region zur

sogenannten Zeitkapsel-Feier. Sie wird nach

dem Ende der Bauarbeiten in den Boden vor

der Universität eingelassen und soll in 50

Jahren geöffnet werden. In der Kapsel befindet

sich eine Botschaft der Gewinner des

diesjährigen Wettbewerbes für den Führungskräftenachwuchs

an ihre Nachfolger.

kibi/WS(SHN)/SE/ (sm 180105731)

SHOUGANG JINGTANG

BESTELLT

FEUERVERZINKUNGSLINIE

Düsseldorf. Shougang Jingtang United

Iron & Steel Co., Ltd., China, hat die SMS

group mit der Lieferung einer kontinuierlichen

Feuerverzinkungslinie für hochfeste

Stahlsorten beauftragt. Die Linie ist bereits

die sechste Bandbehandlungsanlage, die

SMS group in dem Werk auf Caofei dian

Island errichtet, einer künstlich angelegten

Insel vor der Küste der chinesischen Provinz

Hebei. Ab 2019 wird die Linie 360.000 t

feuerver zinktes Stahlband inklusive hochfester

Sorten mit Zugfestigkeiten von bis zu

1.350 MPa herstellen.

WS(SHN)/SE/ (sm 180105825)

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16–20 April 2018

Düsseldorf, Germany

www.wire.de I www.tube.de

International Wire and Cable Trade Fair

Internationale Fachmesse Draht und Kabel

International Tube and Pipe Trade Fair

Internationale Rohr-Fachmesse

stahlmarkt 4.2018


24 K Technologietrend »Grüner Stahl«

Stahlherstellung der Zukunft

SALCOS ® – ein Projekt zur CO 2

-Reduzierung im Salzgitter-Konzern

Salzgitter. Der Salzgitter-Konzern forscht zusammen mit externen

Partnern an neuen Technologien zur Produktion von Stahl mit weniger

CO 2

-Emissionen – zunächst für das konzerneigene Hüttenwerk in Salzgitter,

aber mit der Perspektive grundsätzlicher Anwendbarkeit an jedem Standort

mit gleichartiger, sogenannter »integrierter« Stahlherstellung.

Diese Aktivitäten zur direkten Vermeidung

von CO 2

-Emissionen (Carbon Direct

Avoidance, CDA) bei der Stahlherstellung

der Salzgitter AG werden unter dem Projekttitel

SALzgitter Low CO 2

-Steelmaking -SAL-

COS ® zusammengefasst. Eisenerz wird zurzeit

in Europa nahezu ausschließlich im

Hochofen unter Einsatz von Kohlenstoff im

Wesentlichen in Form von Koks, Kohle und

Kohlenwasserstoffen (Öl, Erdgas) reduziert.

Dabei wird zwangsläufig CO 2

emittiert. In

speziellen Anlagen, sogenannten Direktreduktionsanlagen

(DRP), kann allerdings Kohlenstoff

als Reduktionsmittel bei der Eisenerzreduktion

weitgehend durch Wasserstoff

ersetzt werden. Heute stammt der benötigte

Wasserstoff aus Erdgas (CH 4

). Daher werden

solche Anlagen bisher nur in Ländern

mit preiswerten Erdgasvorkommen eingesetzt

(z. B. Naher Osten, USA, Russland).

Grundsätzlich ist Wasserstoffeinsatz damit

ein möglicher Weg zur direkten CO 2

-Vermeidung

(CDA) in der Stahlindustrie.

SALCOS eröffnet die Möglichkeit, schrittweise

eine signifikante Reduktion der CO 2

-

Emissionen der Salzgitter AG unter möglichst

weitgehender Nutzung bestehender

Produktionsanlagen zu erzielen. Die direkte

CO 2

-Vermeidung bei der Stahlherstellung

ist energetisch vorteilhafter und damit vermutlich

auch wirtschaftlich sinnvoller als die

CO 2

-Abscheidung aus den Kuppelgasen der

Stahlerzeugung und anschließende Verwertung

in chemischen Syntheseprozessen, wie

sie beim Carbon Capture and Usage (CCU)

betrieben werden sollen. Eine Grundvoraussetzung

für alle Strategien zur CO 2

-reduzierten

Stahlproduktion – so auch für SAL-

COS – sind verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen,

die eine wirtschaftliche

Umsetzung ermöglichen. Dies betrifft be -

sonders die energiewirtschaftlichen Regulierungen.

Wie oben beschrieben, wird in den Direktreduktionsaggregaten

zunächst Erdgas als

Reduktionsmittel von Eisenerz eingesetzt.

Das erzeugte Produkt heißt DRI (Direct

Reduced Iron), ein hochmetallisierter, fester

Eisenträger. DRI kann entweder im Hochofen

oder in Elektrolichtbogenöfen (EAFs)

eingeschmolzen werden.

Ziel von SALCOS ist, erhebliche Anteile

des bei der DRI-Produktion eingesetzten

Erdgases durch Wasserstoff zu ersetzen, der

mittels Elektrolyse unter Einsatz von Strom

aus volatilen Erneuerbaren Energien (EE)

gewonnen werden soll. Auch für den Be -

trieb der Elektrolichtbogenöfen soll solche

»grüne« elektrische Energie zum Einsatz

kommen. Je nach Ausbaustufe ließen sich

von 10 % bis über 95 % der CO 2

-Emissionen

der Salzgitter AG einsparen. Als weitere

Option kann die auch bei SALCOS noch

stahlmarkt 4.2018


Technologietrend »Grüner Stahl« K 25

anfallende Restmenge CO 2

effizient in Syntheseprozessen

verwertet werden.

SALCOS stützt sich auf Verfahren, die

heute schon großindustriell im Einsatz sind.

So werden zum Beispiel auf der konventionellen,

erdgasbasierten DRI-EAF-Route jährlich

mehrere Millionen Tonnen Stahl produziert.

Dieser bereits CO 2

-reduzierte Erzeugungsweg

bietet ergänzend die Möglichkeit,

zukünftig das heute eingesetzte Erdgas

durch Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien

zu ersetzen. So kann die Technologie

flexibel auch fluktuierende Mengen EE nutzen.

Eine weitgehende Dekarbonisierung

der Stahlproduktion ist somit rein technologisch

erreichbar.

Gegenüber anderen Ansätzen zeichnet

sich SALCOS auch durch eine höhere Energieeffizienz

pro eingesparter Tonne CO 2

aus.

Zum Beispiel ist der Energieeinsatz im Vergleich

zur Methanolsynthese auf Basis von

Stahlwerks-Kuppelgasen (CCU-Ansatz) um

den Faktor zwei bis fünf geringer. Insgesamt

sind damit bereits heute die technologischen

und energetischen Voraussetzungen

für eine CO 2

-arme Stahlherstellung vorhanden.

Damit SALCOS und ähnliche Verfahren

Wirklichkeit werden können, müssen allerdings

noch geeignete wirtschaftliche und

rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen

werden, damit der Markt die gegenüber

dem heutigen, kohlebasierten Verfahren mit

erwartbar zumindest temporär steigenden

Kosten erzeugten Mengen aufnehmen

kann.

Eine besondere Herausforderung ist, dass

nicht in allen Stahl produzierenden Ländern

Maßnahmen zur Reduzierung der CO 2

-Emissionen

ergriffen werden und deren Stahlexporte

aus diesem Grund günstiger angeboten

werden können.

https://salcos.salzgitter-ag.com

/

(sm 180406184)

BDI-Klimastudie bestätigt

die Herausforderung

Klimaziele für 2050 sind ein Billionenprojekt

Düsseldorf. Der BDI hat eine neue Studie »Klimapfade der Industrie«

vorgestellt, in der mögliche Wege zur Erfüllung einer langfristigen

Treibhausgasminderung volkswirtschaftlich untersucht werden.

»Das Gutachten bestätigt, dass die

Umsetzung der langfristigen Klimaziele die

Stahlindustrie vor massive technische und

wirtschaftliche Herausforderungen stellt

und erhebliche Risiken mit sich trägt«,

erklärt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der

Wirtschaftsvereinigung Stahl. »Weitreichende

Vorkehrungen zum Erhalt der internationalen

Wettbewerbsfähigkeit, wie etwa

eine ausreichende kostenfreie Zuteilung von

Emissionszertifikaten und Belastungsbegrenzungen

bei den Strom- und Energiekosten,

sind unerlässliche Voraussetzungen, um

drastische Verluste der industriellen Wettbewerbsfähigkeit

und Produktionsverlagerungen

zu vermeiden.« Dies sei auch elementarer

Bestandteil der Studie. Nur unter diesen

Annahmen und Voraussetzungen komme

sie zu dem Ergebnis, dass in Deutschland

ein Klimaziel von 80 % erreicht werden

könne, stellt Kerkhoff klar. »Für den Klimaschutz

wäre nichts gewonnen, wenn der

Stahl stattdessen in anderen Ländern mit

höheren Emissionen produziert würde.«

Die heute zur Verfügung stehenden Verfahren

zur Stahlproduktion sind bei den

CO 2

-Emissionen bereits am technischen

Minimum. Laut der Studie kann die Stahlindustrie

in den nächsten Jahrzehnten daher

nur einen sehr begrenzten Beitrag zur Erfüllung

des 80-%-Zieles leisten, der zudem mit

massiven Mehrkosten gegenüber den internationalen

Wettbewerbern verbunden wäre.

Da sich die entsprechenden Maßnahmen

betriebswirtschaftlich nicht rechnen, wäre

ein solches Ziel nur mit erheblichen staatlichen

Investitionsanreizen zu erreichen.

Für eine Treibhausgasminderung um sogar

95 % bis 2050 wird in der Analyse eine

Abscheidung und Speicherung des Kohlendioxids

(CCS) angenommen. Die Vermeidung

der Emissionen auf diesem Weg würde

die Stahlindustrie jedoch 4,5 Mrd. € im

Jahr kosten, was im globalen Wettbewerb

nicht tragbar wäre. Zudem ist unrealistisch,

dass in Deutschland auf absehbare Zeit die

erforderliche Akzeptanz für CCS überhaupt

erlangt werden könnte.

Andere neue Verfahren, mit denen entweder

das Entstehen von CO 2

im Stahlherstellungsprozess

vermieden oder zwangsläufig

anfallendes CO 2

abgetrennt und ge -

nutzt werden kann, sind in der Stahlindustrie

derzeit Gegenstand von Forschung und

Entwicklung. Sie würden laut Studie einen

zusätzlichen Strombedarf von 130 bis

300 TWh im Jahr mit sich bringen. Dies entspräche

einem Drittel bis über die Hälfte

des heutigen gesamten Stromverbrauchs in

Deutschland.

Wenn solche Verfahren die Reife für eine

großtechnische Umsetzung erlangen sollten,

müssten zudem erhebliche Investitionen

erfolgen, die mindestens in der Größenordnung

des heute investierten Anlagenparks

liegen dürften. Aus heutiger Sicht wird

ein derart tiefgreifender Umbruch daher bei

Weitem nicht aus dem betriebswirtschaftlichen

Investitionsbudget der Unternehmen

finanziert werden können. Es bedarf einer

umfassenden finanziellen Förderung von

Forschung, Entwicklung und Umsetzung im

industriellen Maßstab.

(sm 180406185)

stahlmarkt 4.2018


Hier entsteht Stahl nach

der HIsarna-Technologie.

(Foto:Tata Steel)

Hlsarna geht weiter

Finale Testphase für zukunftsweisende Methode

zur Stahlherstellung

London/IJmuiden. Bei Tata Steel hat die finale Testphase der innovativen

HIsarna-Technologie zur Stahlherstellung begonnen. In Kombination mit

der CCS-Technologie zur CO 2

-Abscheidung und -Speicherung kann die

Methode die CO 2

-Emissionen in der Stahlproduktion um 80 % reduzieren.

Der Stahlhersteller testet den wegweisenden

Prozess in seinem Stahlwerk im niederländischen

IJmuiden. Über die EU-Förderung

gibt es einen Artikel in »stahlmarkt«

8.2015 auf S. 10. Inzwischen konnte erfolgreich

nachgewiesen werden, dass HIsarna

sowohl Energieverbrauch als auch CO 2

-

Emissionen bereits bei alleiniger Nutzung

um mindestens 20 % reduzieren kann (siehe

Erläuterungen). Gemeinsam mit der Ab -

scheidung und Speicherung der Abgase ist

es sogar möglich, die CO 2

-Emissionen der

Stahlherstellung um 80 % zu reduzieren.

HIsarna besteht aus einem Reaktor, in den

zunächst von oben Eisenerz gegeben wird.

Dieses Erz wird in einem Hochtemperaturzyklon

geschmolzen und tropft auf den

Boden des Reaktors. Bei Hinzugabe von pulverisierter

Kohle reagiert dieses mit dem

geschmolzenen Erz, sodass Flüssigeisen und

CO 2

entstehen.

Die Technologie wird eine entscheidende

Rolle dabei spielen, die künftigen Recyclingziele

der Kreislaufwirtschaft zu erreichen. So

kann das mit HIsarna gewonnene Flüssigeisen

nach Berechnungen von Tata Steel mit

bis zu 50 % recyceltem Stahlschrott vermischt

werden, wenn es zu Stahl weiterverarbeitet

wird – dies entspricht einer Verdopplung

des aktuell theoretisch möglichen

Maximums bei der Roheisenerzeugung im

Hochofen. Darüber hinaus erlaubt es HIsarna

ebenfalls, wertvolles Zink aus beschichtetem

Stahlschrott wiederzugewinnen.

»Unsere Produktionsanlagen gehören

bereits heute zu den nachhaltigsten weltweit,

indem wir sowohl ihre Emissionen als

auch ihren Energieverbrauch so niedrig wie

möglich halten«, klärt Hans Fischer, CEO

von Tata Steel Europe. »Um beide noch weiter

zu reduzieren, braucht die Stahlindustrie

aber eine bahnbrechende Technologie.

HIsarna kann eine solche industrielle Revolution

einläuten, die ihr Hauptaugenmerk

nicht nur auf CO 2

-Reduktion legt, sondern

auch für eine Kreislaufwirtschaft steht, in

der wir Ressourcen stetig wiederverwenden.«

Tata Steel hat mit dem fünften und letzten

Testlauf der HIsarna-Testanlage begonnen,

um eine Reihe neuer Technologien zu erproben,

die dazu beitragen können, die Emissionen

von Stahl noch weiter zu minimieren.

Der Rohstoff ist schon heute das weltweit

am meisten recycelte Material.

Tata Steels Forscher konnten bereits er -

folgreich zeigen, dass die HIsarna-Technologie

funktioniert. So ließ sich Stahl aus Flüssigeisen

erzeugen, das mit Hilfe des HIsarna-

Prozesses gewonnen werden konnte. Nach

Abschluss des letzten Testlaufs beginnt für

HIsarna die nächste Phase: Planung, Bau

und Test einer HIsarna-Anlage im Industriemaßstab,

die die zehnfache Produktionskapazität

für Flüssigeisen haben wird.

www.tatasteeleurope.com

/

Über den HIsarna-Prozess

(sm 180406058)

Im Rahmen des herkömmlichen Hochofenprozesses

muss Kohle zuerst in Koks umgewandelt werden,

wohingegen Eisenerz vorab den Prozess des

Sinterns durchlaufen muss, bevor beide Materialien

in den Hochofen eingespeist werden. Indem

diese Prozessschritte wegfallen, werden der Energieverbrauch

und der CO 2

-Ausstoß um 20 %

reduziert.

Die HIsarna-Anlage stößt nahezu pures CO 2

aus. Hierbei handelt es sich um ideale Bedingungen,

um das Treibhausgas abzuscheiden und zu

speichern, wodurch kein kostspieliger Veredelungsprozess

nötig ist. Sollten sich Regierungen

zu dieser Strategie entschließen, könnten die

Abscheidung und Speicherung des Treibhausgases

zu 80 % weniger CO 2

bei der Stahlproduktion

führen.

stahlmarkt 4.2018


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28 K Technologietrend »Grüner Stahl«

Grünes Licht für Wasserstoffpilotanlage

voestalpine und Partner setzen H2FUTURE-Projekt fort

Linz. Die voestalpine zählt zu den Konzernen, die Maßstäbe setzen als

Innovationstreiber in den Bereichen Umwelt und Energieeffizienz. Seit

Kurzem kann der Technologie- und Industriegüterkonzern einen weiteren

Schritt in Richtung Realisierung des EU-geförderten Forschungsprojektes

»H2FUTURE« gehen: Das Amt der oberösterreichischen Landesregierung

genehmigte als zuständige UVP-Behörde kürzlich den Bau der weltweit

größten Pilotanlage ihrer Art zur CO 2

-freien Herstellung von Wasserstoff

am Standort Linz.

Damit legt der Konzern gemeinsam mit

fünf Projektpartnern den Grundstein für ein

weiteres richtungsweisendes Forschungsvorhaben

in Bezug auf die Dekarbonisierung

der Stahlerzeugung. Mit dem positiven Be -

hördenbescheid fällt der Startschuss für die

Realisierung der neuen Wasserstoffelektrolyseanlage

am Linzer Werksgelände der

voestalpine. Im Detail handelt es sich dabei

um die derzeit größte und modernste An -

lage zur Erzeugung von »grünem« – sprich

CO 2

-freiem – Wasserstoff. Mit dem EU-geförderten

18-Millionen-Euro-Projekt wird

künftig unter anderem an den Einsatzmöglichkeiten

von Wasserstoff in den einzelnen

Prozessstufen der Stahlherstellung ge -

forscht.

Erforschung von

»Breakthrough-Technologien«

»Sowohl die Industrie als auch die Energieversorger

sind angesichts der EU-Klima- und

Energieziele bis 2030 mit großen energiepolitischen

Herausforderungen konfrontiert,

die grundlegende technologische Veränderungen

erfordern. Die voestalpine geht

schon seit Jahren den Weg der schrittweisen

Dekarbonisierung in der Stahlproduktion

und stellt mit dieser Wasserstoffpilotanlage

endgültig die Weichen in Richtung Erforschung

echter ›Breakthrough‹-Technologien«,

sagt Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender

der voestalpine AG. Langfristiges Ziel

sei es, von Kohle bzw. Koks über nachfolgende

Brückentechnologien mit Erdgas

(z. B. in der Direktreduktionsanlage in Texas)

in den Produktionsprozessen zur Anwendung

von »grünem« Wasserstoff zu gelangen.

Großindustriell einsetzbar werden diese

Prozesse realistischer Weise frühestens in

etwa zwei Jahrzehnten sein. »Zudem kann

eine Technologieumstellung nur unter der

Voraussetzung erfolgen, dass erneuerbare

Energie in ausreichendem Umfang und zu

konkurrenzfähigen Bedingungen als Basis

zur Verfügung steht«, so Eder.

Baubeginn schon in

den nächsten Wochen

Errichtet wird die Pilotanlage in einem neuen

Gebäude in unmittelbarer Nähe des

voestalpine-Kraftwerks am Standort Linz.

»Nach dem Vorliegen der Behördengenehmigungen

kann nun mit der konkreten

Umsetzung und den ersten vorbereitenden

Über »H2FUTURE«

Das Projektkonsortium »H2FUTURE« besteht aus

voestalpine, VERBUND und Siemens sowie Austrian

Power Grid (APG) und den wissenschaftlichen

Partnern K1-MET (Kompetenzzentrum für

metallurgische und umwelttechnische Verfahrensentwicklung)

sowie ECN (Energy research Centre

of the Netherlands). Das Projekt wird im Rahmen

des Horizon 2020-Programmes von der EU-Kommission

(»Joint Undertaking Fuel Cells and Hydrogen«)

bis 2021 finanziell gefördert. Einen Bericht

dazu gab es bereits in »stahlmarkt«, Heft 9.2016,

Seite 20.

(Foto: Siemens)

Für den voestalpine-Konzern fiel der Startschuss zum Bau der Wasserstoffanlage, für die bereits

im Sommer die einzelnen Anlagenkomponenten geliefert werden sollen.

stahlmarkt 4.2018


Technologietrend »Grüner Stahl« K 29

Bauarbeiten begonnen werden. Nicht nur

für die voestalpine, sondern auch für Linz

stellt die Realisierung dieser Forschungseinrichtung

ein technologisches Leuchtturmprojekt

und eine wichtige Investition in die

Zukunft der Region dar«, so Herbert Eibensteiner,

Vorstandsmitglied der voestalpine

AG und Leiter der in Linz beheimateten

Steel Division des Konzerns. Bereits im kommenden

Sommer sollen die einzelnen Anlagenkomponenten

geliefert und noch binnen

Jahresfrist der Testbetrieb gestartet

werden.

Kernstück der neuen Forschungsanlage

wird das weltweit größte PEM (»Proton

Exchange Membrane«)-Elektrolysemodul

mit 6 MW Anschlussleistung sein, womit

1.200 m³ Wasserstoff pro Stunde produziert

werden können. Das vom Projektpartner

Siemens entwickelte Aggregat wird einen

höheren Wirkungsgrad als bisherige vergleichbare

Anlagen erreichen. Beim Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur

wird

Wasser mit Hilfe von elektrischer Energie –

in diesem Fall mit Strom aus erneuerbaren

Quellen des Projektpartners Verbund – in

seine Grundkomponenten Wasserstoff und

Sauerstoff zerlegt. Ziel von »H2FUTURE« ist

es, diese nächste Entwicklungsstufe der

PEM-Technologie im industriellen Maßstab

sowie den Einsatz der Anlage im Rahmen

des Regelenergiemarktes zu testen.

www.voestalpine.com

/

(sm 180406089)

L KURZMELDUNG

EU FÖRDERT PROJEKT VON

DÜSSELDORFER MAX-

PLANCK-WISSENSCHAFTLER

Düsseldorf. Wasserstoff, das erste und

leich teste Element im Periodensystem, ist

Segen und Fluch zugleich: er kann zur

Energiegewinnung genutzt werden, ist

gleichzeitig aber auch in Kontakt mit Sauerstoff

explosiv und schädigt Jahr für Jahr

vor allem höchstfeste Materialien, die in

der Automobil-, Luftfahrt-, Chemie- sowie

Öl- und Gasindustrie eingesetzt werden.

Um diesem Phänomen der Wasserstoffversprödung

auf die Spur zu kommen und

gleichzeitig Wasserstoff für eine saubere

Energiegewinnung nutzbar zu machen,

fördert der Europäische Forschungsrat das

Projekt »SHINE« von Dr. Baptiste Gault,

Leiter der Gruppe Atomsondentomographie

am Düsseldorfer Max- Planck-Institut

für Eisenforschung (MPIE), mit 2 Mill. € für

die nächsten fünf Jahre. Um genau festzustellen

wo sich Wasserstoffatome in einem

Material befinden und wie sie sich fortbewegen

und gespeichert werden oder das

Material schädigen, wird Gault vor allem

die sogenannte Atomsondentomographie

nutzen. Mit dem Wissen darum kann es

möglich werden, Strategien zu entwickeln,

um Wasserstoffversprödung in Kon struktionswerkstoffen

zu verhindern und gleichzeitig

Wasserstoff für die Energiegewinnung

und -speicherung nutzbar zu machen.

Die Förderung des Europäischen Forschungsrates

gilt als eine der renommiertesten

Forschungsförderungen weltweit.

www.mpg.de

/

WS(SHN)/SE/ (sm 180406085)

stahlmarkt 4.2018


30 K Technologietrend »Grüner Stahl«

Wandel für den Klimawandel

ArcelorMittal plädiert für branchenspezifische Einsparziele

Luxemburg. Als größter Stahlerzeuger der Welt emittiert ArcelorMittal

entsprechend viel Kohlendioxid. Das Unternehmen sucht kontinuierlich

nach Einsparmöglichkeiten und wünscht sich einen intensiven Erfahrungsaustausch

mit anderen Industriebereichen. Unterstützung in der Politik

gibt es hierfür aber nicht.

Dr. Alan Knight, General Manager, Corporate

Responsibility, würde gerne die 50

größten CO 2

-Emittenten der Welt zusammenbringen

und mit ihnen über den besten

Weg zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft

diskutieren. Innerhalb der Europäischen

Union findet der bei ArcelorMittal für

die Unternehmensverantwortung

zu -

ständige Manager

aber keine Mitstreiter.

Die Europäer

würden auf ihrem

regionalen Ansatz

beharren und hielten nichts von industriespezifischen

Diskussionen. ArcelorMittal

habe sehr lange mit den EU-Politikern verhandelt,

sei aber auf taube Ohren gestoßen,

sagte Knight.

So spielt die Stahlindustrie in der Klimadiskussion

keine große Rolle. Da ein Leben

ohne Stahl aber nicht vorstellbar sei, müsse

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sich dies ändern. »Die Welt benötigt keine

fossilen Brennstoffe, auf Stahl kann sie aber

nicht verzichten«, prognostiziert der Manager.

Aus diesem Grund müssten die großen

Stahlerzeuger und auch alle anderen großen

CO 2

-Emittenten gehört werden. »Wir brauchen

ein Forum, um unsere Erfahrungen

»

Wir glauben an die Technologie zur Nutzung von

Kohlenstoff als Rohstoff (CCU) und entwerfen gerade

eine Pilotanlage mit LanzaTech.

und Gedanken mitteilen zu können«, forderte

Knight.

ArcelorMittal ist überzeugt, dass Industriebetriebe

schnell Wege finden, um Kohlenstoffemissionen

zu senken. Außerdem

könnten sie ihre Marktmacht nutzen, um die

Klimaziele in sehr ineffizienten Bereichen

durchzusetzen.

Die meisten Anlagen in Europa arbeiten

Knight zufolge bereits sehr effizient. Aus

diesem Grund mache es keinen Sinn, diese

noch weiter zu verbessern. Viel wichtiger sei

es, alle anderen Anlagen auf das europäische

Niveau zu heben. So könnten wesentlich

höhere CO 2

-Einsparungen erreicht werden.

Die europäischen Politiker forderten

allerdings die weitere Optimierung der Anlagen

im Binnenmarkt.

ArcelorMittal kritisiert auch das europäische

Emissionshandelssystem ETS. Es biete

Unternehmen keinen Anreiz, in neue Technologien

zu investieren, da Kunden jederzeit

abwandern und bei außereuropäischen An -

bietern kaufen könnten. Um dies zu verhindern,

müssten zumindest Einfuhrzölle

erhoben werden.

ArcelorMittal hat hohe Sparziele

ArcelorMittal erzeugt knapp 200 Mill. t

Kohlendioxid pro Jahr. Das sind 0,7 % aller

weltweiten CO 2

-Emissionen. Der Stahlerzeuger

will den Ausstoß bis zum Jahr 2020

um 8 % reduzieren. Aktuell sind bereits

15 Mill. t eingespart.

Die Dekarbonisierung der Stahlerzeugung

ist Knight zufolge technisch nicht möglich.

Die höchsten Emissionen entstehen bei der

chemischen Umwandlung von Eisenerz und

Kohle zu Stahl. ArcelorMittal emittiert für

jede Tonne erzeugten Stahls 2,2 t Kohlenstoff

und 2 t Schlacke.

Da die Kohle nicht durch Windkraft er -

setzt werden kann, sucht ArcelorMittal im

gesamten Stahl-Lebenszyklus nach Einsparungen.

Die Voraussetzungen sind gut, da

Stahl unbegrenzt wiederverwertbar ist.

Zudem lassen sich Nebenprodukte in den

Stoffkreislauf einbinden. Zum einen kann

die Zementindustrie die Schlacke zur emissionsfreien

Betonfertigung einsetzen und

muss keinen Kalkstein verarbeiten. Zum an -

deren fertigt ein ArcelorMittal-Werk bereits

aus Beiprodukten das Ausgangsmaterial für

Frontscheiben.

»Wir glauben an die Technologie zur Nutzung

von Kohlenstoff als Rohstoff (CCU)

und entwerfen gerade eine Pilotanlage mit

LanzaTech«, sagte Knight. Diese Anlage soll

das entstehende CO 2

in Ethanol verwandeln,

das dann als Grundlage für die Herstellung

von Kunststoffen und Biokraftstoff

dient. Außerdem können kleine Mengen

Kohle durch Holzabfälle und Kunststoffe

ersetzt werden.

Diese Maßnahmen reichen zwar nicht

aus, die Stahlerzeugung zu dekarbonisieren

und die in Paris beschlossenen Klimaziele zu

erreichen. Es zeige aber, dass ArcelorMittal

innovative Techniken einsetze mit dem Ziel,

umweltfreundliche industrielle Verfahren zu

nutzen, um in der Stahlerzeugung einen

geschlossenen Kohlenstoffkreislauf zu bilden.

Hierfür bedarf es hoher Ausgaben für

Forschung und Entwicklung.

www.arcelormittal.com

/

(sm 180305949)

stahlmarkt 4.2018


Technologietrend »Grüner Stahl« K 31

CO 2

als Rohstoff

thyssenkrupp treibt Carbon2Chem-Projekt voran

Duisburg. Zügig voran schreitet das Projekt Carbon2Chem von

thyssenkrupp. Im März hat der Konzern termingerecht das Technikum

für Carbon2Chem fertiggestellt. Dort werden Ergebnisse aus der

Laborforschung in den großindustriellen Maßstab überführt.

Der Komplex mit mehr als 2.000 m 2

Nutzfläche beherbergt unter anderem eine

neuartige, von thyssenkrupp entwickelte Wasserelektrolyse.

Die 2-MW-Anlage wird den

Wasserstoff erzeugen, den die nachgelagerten

chemischen Synthesen brauchen. Sie produziert

zunächst 440 Normkubik meter Wasserstoff

pro Stunde. Durch gezielte Forschung

und Weiterentwicklung ist ein Anlagentyp

entstanden, der durch elektrochemische Zellen

mit rd. 2,7 m 2 Fläche eine kostengünstige

Wasserstoffproduktion er möglicht.

Ziel von Carbon2Chem ist es, Hüttengase

aus der Stahlproduktion für die Herstellung

von Chemikalien zu nutzen – einschließlich

des darin enthaltenen CO 2

. An dem Projekt

sind weitere 16 Partner aus der Grundlagenund

Anwendungsforschung sowie aus verschiedenen

Industriebranchen beteiligt.

Carbon2Chem wird vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung (BMBF) mit

insgesamt mehr als 60 Mill. € gefördert.

Carbon2Chem stellt Hüttengase an den

Anfang einer chemischen Produktionskette.

Das ist möglich, weil die Gase unter anderem

Wasserstoff, Stickstoff und Kohlenstoff

enthalten, aus denen sich zahlreiche chemische

Produkte herstellen lassen. Zusätzlicher

Wasserstoff wird durch Elektrolyse hergestellt.

Der nötige Strom wird aus erneuerbaren

Quellen stammen. Damit ist der produzierte

Wasserstoff CO 2

-neutral.

Carbon2Chem stellt die Stahlerzeugung

auf eine neue, nachhaltige Grundlage. Das

Projekt wird die CO 2

-Belastung aus der Stahlerzeugung

wesentlich verringern. Gleichzeitig

kann Carbon2Chem durch die Verwendung

von Überschussstrom aus erneuerbaren

Quellen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung

der Energienetze leisten.

Die Erfolgsaussichten für das Projekt sind

gut, denn die grundlegenden chemischen

Abläufe und die benötigten Technologien

sind weitgehend bekannt. Schon jetzt ist die

Umwandlung von Prozessgasen aus der

Hütte in Ammoniak als Vorprodukt für Düngemittel

technisch machbar. Charakteristisch

für Carbon2Chem ist eine breit angelegte

branchenübergreifende Zusammenarbeit.

Dabei entsteht ein neues Netzwerk aus

Stahlherstellung, Stromerzeugung und Chemieproduktion.

www.thyssenkrupp.com

/

(sm 180406202)

Wasserelektrolyse im

Carbon2Chem-Technikum

vor der Inbetriebnahme.

(Foto: thyssenkrupp)

stahlmarkt 4.2018


32 K Technologietrend »Grüner Stahl«

Pilotanlage zur Stahlerzeugung ohne fossile Energieträger

Lulea/Schweden. Der Stahlerzeuger SSAB, der Bergbaukonzern LKAB und der Energieerzeuger Vattenfall

errichten die weltweit erste Pilotanlage zur »fossilfreien« Stahlerzeugung, d. h. die ohne den Einsatz fossiler

Energieträger wie Kohle, Gas, Öl auskommt.

Im nordschwedischen Lulea wollen sie

Eisenerz mithilfe von Wasserstoff zu Eisen

reduzieren und nicht wie üblich mit Kohle

und Koks. Da der Wasserstoff mit Strom aus

fossilfreien schwedischen Quellen erzeugt

wird, entsteht als Restprodukt nur Wasser.

Bei der traditionellen Direktreduktion fällt

indes viel Kohlendioxid an.

Die drei Partner, die sich in der Initiative

HYBRIT zusammengeschlossen haben, ga -

ben vor geraumer Zeit eine Machbarkeitsstudie

in Auftrag. Sie bestätigte nun die

Realisierbarkeit der Pläne. Der erste Spatenstich

soll im Sommer erfolgen. Der Bau der

Anlage dürfte rd. 2 Mill. € kosten. Hiervon

tragen die Partner und die schwedische

Energieagentur jeweils die Hälfte.

Die HYBRIT-Initiative möchte bis 2035

über einen Prozess verfügen, mit dem Stahl

fossilfrei erzeugt werden kann. Dies würde

die gesamten schwedischen CO 2

-Emissionen

um bis zu 10 % senken und die Ziele

des Pariser Klimaabkommens näher bringen.

Die Verfasser der Machbarkeitsstudie er -

rechneten, dass ohne fossile Energien er -

zeugter Stahl aktuell 20 % bis 30 % teurer

wäre als herkömmlich erzeugter Stahl. Sinkende

Kosten für Strom aus fossilfreien

Quellen und steigende Kosten für CO 2

im

Rahmen des Emissionshandelssystems ETS

würden aber für fossilfreien Stahl sprechen.


2016 – 2017

Machbarkeitsstudie

2020

2018 – 2024

Pilotphase

2018 – 2020

Pilotanlage

Entwicklung und Bau

2021 – 2024

Pilotanlage Testläufe

Energieerzeugung frei von fossilen Brennstoffen ersetzt Kohle- und Kokseinsatz

Mill. t/a

Gesamte CO 2

-Emissionen

in Schweden und Finnland

10

8

7

6

5

4

3

2

1

0

Oxelösund

Umstellung

Raahe

Stufe 1

2020 2025 2030 2035 2040 2045

Martin Lindqvist, CEO bei SSAB unterstrich:

»HYBRIT ist ein wichtiger Schritt für SSAB in

Richtung des Ziels, bis 2045 fossil frei zu sein.

Die Machbarkeitsstudie zeigt nicht nur, dass

es möglich ist, sondern auch, dass neue

Chancen und Möglichkeiten für unseren

Konzern entstehen.«

LKAB-CEO Jan Moström erklärte: Fossilfreie

Stahlproduktion beginnt schon in der

Mine. Wir arbeiten momentan intensiv da -

ran, wie die nächste Generation von Pelletwerken

und auch wie eine Mine der Zukunft

2025 2030 2035

2025 – 2035

Demonstrationsanlage

Testphase

Quelle: SSAB

(elektrifiziert und hochautomatisiert) sein

wird.

Die Schweden denken bereits jetzt über

eine Einbeziehung Finnlands in dieses Projekt

nach. Schweden und Finnland haben

die einzigartige Gelegenheit, die Initiative

für fossilfreie Stahlproduktion voranzutreiben,

heißt es in einer Mitteilung von HYBRIT.

Die Länder verfügen über einen günstigen

Zu gang zu klimafreundlicher und fossilfreier

elektrischer Energie, außerdem über Eisenerz

mit der höchsten Qualität in Europa und

eine spezialisierte innovative Stahlindustrie.

Zurzeit werden Kohle und Koks, die zur

Reduktion von Eisenerz benötigt werden,

nach Schweden verschifft. Sie stammen von

weit entfernten Regionen wie aus Australien.

Der Gedanke bei HYBRIT ist, Wasserstoff

einzusetzen, der mit Elektrizität aus

fossilfrei erzeugten schwedischen Energiequellen

hergestellt wird. Die Emissionen sind

dann normales Wasser.

www.hybritdevelopment.com

/

Raahe

Stufe 2

Luleå

30

TWh/a

20

15

10

5

0

Gesamt-Stromverbrauch

Quelle: SSAB

(sm 180306052)

stahlmarkt 4.2018


L KURZMELDUNGEN

Gesagt.

Getan.

VERZINKER FÜR KLIMASCHUTZ AUSGEZEICHNET

Gelsenkirchen. Die deutsche Metallindustrie setzt sich aktiv für die Minderung

von CO 2

-Emissionen ein. Mit innovativen Prozessen und Produkten

spielt die Nichteisen-Metallbranche dabei eine zentrale Rolle. Für ihre vorbildlichen

Leis tungen in der CO 2

-Einsparung wurde die Voigt & Schweitzer-

Gruppe (ZINQ) von der Initiative Metalle pro Klima mit der Verleihung des

Best Practice Awards geehrt.

Die ressourceneffiziente Dünnschicht-Stückverzinkungsoberfläche micro-

ZINQ ® spart, neben dem reduzierten Zinkeinsatz um 80 %, einen signifikanten

Anteil CO 2

ein und zählt damit zu den drei Hauptpreisträger-Beispielen.

Neben der Ressourceneffizienz und einer einhergehenden CO 2

-Minderung

ermöglicht microZINQ einen wesentlichen Beitrag hin zu geschlossenen Prozess-

und Produktkreisläufen. So sind duroZINQ ® und microZINQ die weltweit

ersten Cradle-to-Cradle ® -zertifizierten Oberflächen und erfüllen schon

heute die Anforderungen der EU Circular Economy Richtlinien. »Wir verbinden

in unseren Stückverzinkungsoberflächen die Effi zienz mit der Effektivität.

Der verantwortungsbewusste, effiziente Einsatz von Ressourcen gepaart mit

effektiver Werkstoffauswahl ist der entscheidende Faktor erfolgreichen,

nachhaltigen Wirtschaftens«, entgegnet Lars Baumgürtel, ge schäftsführender

Gesellschafter der ZINQ-Gruppe.

»Die Produkte, die wir in unserer Industrie herstellen, sind wahre Problemlöser

beim Klimaschutz. Um CO 2

in den verschiedensten Sektoren zu

reduzieren, sind sie absolut notwendig«, erklärt Ulrich Becker, stellvertretender

Vorsitzender von Metalle pro Klima. »Denken Sie beispielsweise an den

Energiesektor, in dem eine Energiewende nur mit Nichteisenmetallen zu

verwirk lichen ist.«

Die Best Practice Beispiele der »Metalle pro Klima«-Mitglieder haben für

die gesamte Indus trie Vorbildcharakter. Sie zeigen den aktuellen Stand der

Industrie und machen die Innovationsfähigkeit der Branche deutlich.

www.zinq.com

/

WS(SHN)/SE/ (sm 171205715)

FÖRDERUNG FÜR NEUE TECHNOLOGIE

DER STAHLUMFORMUNG

Berlin. Das Bundesumweltministerium fördert eine neue materialeffiziente

Technologie zur Stahlumformung, bei der zusätzlich die Abwärme effizient

in Strom umgewandelt werden kann. Die Hirschvogel Umformtechnik GmbH

aus Denklingen in Bayern wird durch diese Anlagenmodernisierung jährlich

bis zu 100 MWh Strom für weitere Prozessschritte aus Abwärme erzeugen.

Gleichzeitig werden Effizienzsteigerungen und gerin gerer Ausschuss erwartet,

da die neue Anlage weniger anfällig für Schwingungen ist.

Nach aktuellem Stand der Technik wird bei der Halbwarmumformung von

Stahl sehr viel Energie benötigt. Die bei der induktiven Erwärmung des Rohmaterials

entstehende Abwärme konnte bisher auf Grund der niedrigen

Temperaturen nicht zur Stromerzeugung genutzt werden. Bei der erstmals

zum Einsatz kommenden Anlage werden die Kühlkreisläufe der Leistungselektronik

und der eigentlichen Induktionsspule aufgeteilt. Dadurch erhöht

sich die derzeitig nutzbare Rücklauf temperatur. Es lassen sich nun jährlich

bis zu 100 MWh Strom für weitere Prozessschritte er zeugen. Gleichermaßen

sorgt ein vollkommen neues Antriebskonzept für die Effizienzsteigerungen

und weniger Schwingungen.

Mit dem Vorhaben können zusätzlich zur Strom erzeugung jährlich 150 t

Stahl sowie mehr als 730 MWh Strom eingespart werden. Daraus ergibt sich

eine CO 2

-Minderung von bis zu 446 t/a. Im Vergleich zur konventionellen

Stromerzeugung können darüber hinaus weitere Schadstoffe wie Methan,

Schwefeldioxid und Stickoxide vermieden werden.

www.bmub.bund.de/PM7164

/

stahlmarkt 4.2018

WS(SHN)/SE/ (sm 170805185)

Besuchen Sie uns auf

der Tube 2018

Halle 3 / Stand C03.

Verlassen Sie

sich drauf.

Perfekt auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte

Lösungen kommen nicht von ungefähr. Sondern

von uns. Speziell, wenn´s um Stahlbauhohlprofile

und Rundrohre geht, können Sie sich voll und

ganz auf unser Sortiment verlassen – und auf

unsere insgesamt rund 160 Mitarbeiter, die nicht

nur reden, sondern handeln. Hand drauf.

www.spaeter-oberhausen.de


34 Stahlstandort Deutschland

Jubiläum: 30-millionste Tonne Stahlblech für die Automobilindustrie

Duisburg. Seit dem 26. März 2001 produziert in Duisburg-Beeckerwerth die sogenannte TAKO, das bei der

Inbetriebnahme weltweit modernste Kaltwalzwerk seiner Art: jetzt wurde dort die 30-millionste Tonne Feinblech

gefertigt.

Nach fast 17 Jahren Laufzeit kann die

Stahlsparte von thyssenkrupp mit den rd.

120 Mitarbeitern an der Anlage dieses Jubiläum

feiern.

Das Kürzel TAKO steht für eine Hightech-

Tandemstraße, die mit einer Beize gekoppelt

wurde. Dies ermöglicht einen kontinuierlichen

Produktionsprozess. Rollen aus Flachstahl,

sogenannte Warmbandcoils, werden

zu einem Endlosband verbunden und im

Beizbecken vom Zunder befreit. Danach

erfolgt eine Umlenkung des Bandes um 90°

in die Tandemstraße. Dort wird das Material

unter Einsatz modernster Technologien zu

Feinblech ausgewalzt.

Über die TAKO-Anlage beliefert thyssenkrupp

Steel Europe die Kunden mit extrem

breiten und dünnen kaltgewalzten Feinblechen.

Spezielle Einrichtungen sorgen beim

Walzprozess über die gesamte Breite bis zu

den Kanten für eine gleichmäßige Dicke des

Bandes mit geringsten Toleranzen. Die Banddicke

kann auf ein Tausendstel Millimeter

genau gewalzt werden. Über die Tandemstraße

werden vor allem hochfeste Mehrphasenstähle

für den automobilen Leichtbau

hergestellt.

Stolzes Jubiläum: Das Team freut sich über die 30-millionste Tonne Stahlblech, die von der

TAKO-Anlage bei thyssenkrupp in Duisburg produziert worden ist.

»Durch den kontinuierlichen Prozess erreichen

wir eine sehr hohe Qualität im Hinblick

auf die Oberflächen«, betont Thomas Hülser,

Leiter Beizen und Walzen im Kaltwalzwerk

Beeckerwerth. Die Anlage befindet

sich nach wie vor auf dem neuesten Stand

der Technologie. So werden u. a. künstliche

neuronale Netze eingesetzt, um lernfähige

technische Systeme aufzubauen.

www.thyssenkrupp-steel.com

/

(Foto: thyssenkrupp)

(sm 180406075)

L KURZMELDUNG

KALTUMFORMBARER

HOCHFESTER SPEZIALSTAHL

OPTIMIERT

Emmenbrücke. Steeltec, ein Unternehmen der

Schmolz + Bickenbach-Gruppe, hat die Xtreme

Performance (XTP ® ) Technology erstmals auf

einen seiner Spezialstähle angewendet. Der hochfeste

ETG ® 25 ist ein bewährtes Stahlprodukt des

Blankstahlherstellers, das sich optimal für die

Kaltumformung eignet. Durch die kontrollierte

thermomechanische XTP ® -Behandlung kann die

Zähigkeit extrem gesteigert werden – von ur -

sprünglich 30 J auf über 150 J bei Raumtemperatur.

Die Übergangstemperatur lässt sich bis in den

Bereich von – 80 °C verschieben. Durch den Einsatz

des Spezialstahls erzielen Anwender eine

gesteigerte Qualität und Leistungsfähigkeit insbesondere

bei hochbelasteten Bauteilen.

Mit der XTP ® -Behandlung des ETG ® 25 eröffnet

Steeltec Bauteilherstellern der Verbindungstechnik,

des Automobil- und Maschinenbaus

sowie der Hydraulik neue Handlungs- und Konstruktionsspielräume.

Ist eine vergleichbare

Fes tigkeit wie beim Serienprodukt (900 MPa)

ge wünscht, kann die Zähigkeit auf 150 J gesteigert

werden. Die Übergangstemperatur liegt bei

– 80 °C. Die Kaltumformung der XTP ® -Ausführung

lässt hohe Umformgrade zu, ohne dass sich

Risse am Werkstück bilden. Auch formkomplizierte

Bauteile können so präzise gefertigt werden.

Bei Festigkeitsanforderungen von 650 MPa er -

reicht Steeltec mit ETG 25 XTP ® eine Steigerung

der Zähigkeit auf 200 J. Die Übergangstemperatur

liegt bei – 100 °C. Biegeteile erhalten dadurch

eine hohe Widerstandskraft, selbst unter extremsten

Bedingungen.

Für Anwendungen mit hohen Festigkeitsspezifikationen

bietet Steeltec einen ETG 25 XTP ® mit

über 1.200 MPa Festigkeit im Auslieferungszustand.

Mit 40 J Zähigkeit bei Raumtemperatur ist

die Werkstoffausführung nach wie vor duktil. Die

Kaltzähigkeit ist bis zu – 20 °C gewährleistet. Diese

Variante ist insbesondere für hochbelastete

Komponenten, beispielsweise in der Verbindungstechnik,

ein Fortschritt.

www.steeltec-group.de

/

WS(SHN)/SE/ (sm 180105745)

stahlmarkt 4.2018


Stahlstandort Deutschland 35

Materialkreislauf für Verpackungsstahl funktioniert

Duisburg. In Deutschland verbrauchte Weißblechverpackungen sind 2016 zu 91 % stofflich verwertet worden.

Damit liegt Verpackungsstahl erneut deutlich vor allen anderen Verpackungsmaterialien. Dies ermittelte die

Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (gvm) in ihrer jährlichen Recycling-Bilanz für Verpackungen.

»Gebrauchte Weißblechverpackungen

werden in einem geschlossenen Materialkreislauf

gesammelt, sortiert, gebündelt, aufbereitet

und als Qualitätsschrott einem hochwertigen

Recycling zugeführt«, so Christian

Pürschel, für Kommunikation und Marktentwicklung

verantwortlich bei thyssen krupp in

Andernach. »Nicht überraschend ist dabei die

100-prozentige Übereinstimmung der Ge -

samtverwertungsrate mit der stofflichen Verwertungsrate,

da Stahl nicht brennt und

immer stofflich verwertet wird. Ein deutlicher

Nutzen für die Umwelt und ein Beitrag zur

Schonung wertvoller Ressourcen.«

Jedes Stahlwerk setzt zur Erzeugung von

Rohstahl Stahlschrott ein. Das Ergebnis sind

Stähle, deren Materialeigenschaften auch

nach beliebig vielen Wiederverwendungen

unverändert gut sind. »Im Gegensatz dazu

durchlaufen andere Materialien einen oder

mehrere Recyclingzyklen, bevor sie irgendwann

dann doch entsorgt werden müssen«,

so Pürschel. Durch die verlustfreie Wiederverwendbarkeit

von gebrauchtem Stahl in der

Stahlerzeugung ersetzen Recycling mengen

primäre Einsatzstoffe wie Eisenerz, Kokskohle

und Zuschlagstoffe. Zudem wird dadurch

CO 2

eingespart.

Grund für die nachhaltig hohe Verwertungsleistung

in Deutschland ist auch das

umfassende eigene Engagement von thyssenkrupp

für die Schließung des Wertstoffkreislaufs.

Mit Gründung der DWR (Deutsche

Gesellschaft für Weißblechrecyc ling mbH) und

der maßgeblichen Beteiligung am Nonprofit-

Unternehmen KBS Kreislaufsystem Blechverpackungen

Stahl GmbH trägt thyssen krupp

seit Jahrzehnten aktiv zum Recycling sowohl

privat verbrauchter Weißblechverpackungen

als auch gewerblich anfallender Mengen bei

und stellt eine fachgerechte, zielgenaue Rückführung

in die Stahlproduktion sicher.

www.thyssenkrupp-steel.com

/

(sm 180406121)

60 Jahre Universal – das Original.

Wir danken unseren Partnern für 60 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit.

UNIVERSAL Eisen und Stahl GmbH

Hauptsitz Neuss

Duisburger Straße 26, 41460 Neuss

Tel.: +49 2131 185-0

Fax: +49 2131 185-444

info@universal-stahl.com

Hannover Tel.: +49 511 21996-0

Nürnberg Tel.: +49 911 37751-0

Stuttgart Tel.: +49 711 34215-0

Zwickau Tel.: +49 375 35380-0


36 Stahlstandort Deutschland

Ausgezeichnete Energieeffizienz- und Umweltschutzmaßnahmen

Riesa. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat gemeinsam mit Vertretern des Bundesumweltministeriums

und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) FERALPI STAHL für besondere Leistungen im Klimaschutz

und als Vorreiter bei Energieeinsparungen ausgezeichnet.

Der Riesaer Stahlhersteller wurde in die

branchenübergreifende Exzellenzinitiative

»Klimaschutz-Unternehmen« aufgenommen.

Dr. Matthias Schreiber, im Unternehmen

für Umwelt- und Strahlenschutz verantwortlich,

erhielt die Aufnahme-Urkunde

aus den Händen der Ministerin. Neben dem

Riesaer Stahlhersteller wurden noch drei

weitere Unternehmen für ihre Klimaschutzmaßnahmen

ausgezeichnet. Feralpi ist das

erste sächsische Unternehmen, dem diese

Ehre zuteil wird.

»Verantwortung zu übernehmen für

Mensch und Umwelt und zugleich wirtschaftlich

erfolgreich zu handeln, ist die

Unternehmensphilosophie von FERALPI

STAHL«, erklärt Werksdirektor Frank Jürgen

Schaefer. »Innovative Produktionsverfahren

und intensive Recyclingbemühungen führten

zu enormen Energieeinsparungen und

Emissionsreduzierungen an verschiedensten

Stellen unseres Unternehmens. Unsere Aktivitäten

werden wir auch in Zukunft fortsetzen,

um Ressourcen effizient und energiesparend

einzusetzen, unseren Stromverbrauch

weiterhin und dauerhaft zu reduzieren

und letztlich die als schmutzige Industrie

verpönte Branche durch zukunftsgewandte

und umweltschonende Prozesse zu revolutionieren.«

Konkrete Maßnahmen

bei FERALPI STAHL

Seit vielen Jahren investiert der Riesaer

Stahlhersteller in die beste verfügbare Technik,

um damit die Emissionswerte dauerhaft

(Foto: Elbe Stahlwerke Feralpi/Bildschön/Runge)

Wirtschaftsministerien Brigitte Zypries (Mitte) hat dem Feralpi-Umweltbeauftragten Dr.

Mathias Schreiber (zweiter von links) die Aufnahmeurkunde für die Exzellenzinitiative

»Klimaschutz-Unternehmen« überreicht.

unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen

Grenzwerte zu halten. Dies bestätigen auch

die EMAS-Zertifizierungen der vergangenen

Jahre.

Einen großen Stellenwert besitzt das Thema

Recycling: So wird beispielsweise der

erzeugte Stahl ausschließlich aus bis zu

1,2 Mill. t/a Stahlschrott hergestellt, der

andernfalls kostenintensiv entsorgt werden

müsste. Natürliche Ressourcen werden ge -

schont, denn es müssen keine weiteren

Bodenschätze wie Eisenerz zugeführt werden.

Das eingesetzte Verfahren im Elektrolichtbogenofen

spart im Vergleich zu herkömmlichen

Produktionsprozessen mit

Hochofen und Blasstahlwerk bis zu 40 %

Energie und erzeugt zudem rd. 20 % weniger

CO 2

.

Aus der Abwärme des Schmelzofens werden

bis zu 35 t Sattdampf pro Stunde

erzeugt. Der daraus gewonnene Strom wird

für die Stahlerzeugung genutzt, darüber

hinaus erhält das Riesaer Reifenwerk Heißdampf

für die Reifenproduktion.

Vor seiner Verarbeitung wird der Stahlschrott

noch einmal gereinigt und aufbereitet.

Dadurch wird die Produktion effizienter:

Der Stromverbrauch reduziert sich um

15 %, die Schlackenmenge vermindert sich

um 60 % und der Verbrauch von Legierungselementen

und Graphitelektroden ist jeweils

um 10 % geringer.

Generell hat sich FERALPI STAHL vorgenommen,

bis zum Jahr 2020 die spezifischen

Arten des Stromverbrauchs durch die

bereits umgesetzten und weitere geplante

Effizienzmaßnahmen gegenüber 2008 um

14 % zu senken.

www.feralpi.de

/

(sm 180406123)

stahlmarkt 4.2018


Stahlstandort Deutschland 37

Patent für Stahl-Keramik-Werkstoff

Freiberg. Mit einer ganz besonderen »Hochzeit« ermöglicht die TU Freiberg die Herstellung völlig neuer

Werkstoffe für mechanisch hoch beanspruchte Bauteile, denn eine besondere Kombination aus Stahl und Keramik

könnte künftig insbesondere bei Crashs im Verkehrsbereich Leben retten.

»Es ist geschafft«, freuen sich Prof.

Horst Biermann und Prof. Christos Aneziris

von der TU Bergakademie Freiberg. Gemeinsam

mit ihrem Team ist es den beiden Professoren

gelungen, Werkstoffe mit einem

besonders hohen Energieaufnahmevermögen

herzustellen. »Bei Belastung verändert

sich die Anordnung der Atome innerhalb

des Werkstoffs. Die Abstände zwischen den

Atomen werden größer und der Werkstoff

›dehnt‹ sich. So kann er große Beanspruchungen

aushalten, ohne zu versagen«, er -

klärt Prof. Biermann. Dass ein Werkstoff sein

Volumen im festen Zustand noch derart

verändern kann, ist bisher einzigartig. Das

liegt vor allem an der Mischung: Die Verbundwerkstoffe

bestehend aus Metall und

Zirkondioxid-Keramik. Zur Herstellung verwenden

die Wissenschaftler sogenannte

TRIP-Stähle (TRIP: transformation induced

plasticity). Sie sind im Vergleich zu herkömmlichen

Stahlsorten besonders stabil

und gleichzeitig verformbar. Daher sind sie

be sonders für die Automobilindustrie interessant.

Für das patentierte Verfahren

mischen die Wissenschaftler Pulver beider

Komponenten mit weiteren Zusatzstoffen.

Die Mischung wird dann mithilfe spezieller

Formgebungsverfahren zu verschiedenen

geometrischen Strukturen wie Schaum-,

Waben-, Kugel- oder Spaghettiformen verarbeitet.

Ihre endgültige Festigkeit erhalten

die Werkstoffe durch Sintern. Dabei wird

das Pulver bei Temperaturen unterhalb der

Schmelztemperatur zu kompakten Bauteilen

verdichtet. Eine zweite Variante zur

Herstellung einer formbaren Masse ist das

Befüllen keramischer Formkörper mit Stahlschmelze.

Im Sonderforschungsbereich SFB

799 »TRIP-Matrix-Composite« arbeiten be -

reits seit neun Jahren Freiberger Wissenschaftler

aus drei Fakultäten (Maschinenbau,

Verfahrens- und Energietechnik; Werkstoffwissenschaft

und Werkstofftechnologie;

Wirtschaftswissenschaften) gemeinsam

an der Entwicklung einer neuen Werkstofffamilie

aus Stahl und Keramik. Erst im Mai

2016 wurde die dritte und damit auch letzte

Förderperiode des Forschungsprojektes

von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

bewilligt, das noch bis 2020 läuft.

/

http://tu-freiberg.de/forschung/

sfb799

(sm 180406092)


Made in Hannover


Warmfeste- und rostfreie Stähle

| P420 / P460QH | TSTE460QT | P250GH | P265GH |

| P355QH1 | P355NL1+NL2 | 16Mo3+N / +QT |

| 13CrMo4-5+QT | 11CrMo9-10+QT | 1.6368 |


Jetzt auch mit erweitertem

Rostfreiprogramm

und warmfesten Rohren


Qualitäts- und Edelbaustahl

Warmfester Baustahl

Vergütungsstahl

Brennteile

Rohre

| 1.4901 | 1.4903 | 1.4913 | 1.4571 | 1.4404 |

| ASTM A105 / SA105 | ASTM A350 LF2 | ASTM A350

LF6 | ASTM A370 | ASTM A / SA182 F12 Cl 2 | ASTM

A / SA182 F22 Cl 3 | ASTM A182 F92 / P92 | NACE

MR 0175 | ASTM A182 F91 / P91 | AISI 316Ti | AISI 316L |


Hoselmann Stahl GmbH

Ludwig-Barnay-Str. 8

DE 30175 Hannover

T +49 511 280410

F +49 511 812591

info@hoselmann.de — www.hoselmann.de

stahlmarkt 4.2018


38 K Fachmedien

shop@stahleisen.de

Tel. +49 211 6707-527

Fax +49 211 6707-582

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oder online über

www.stahleisen.de

Dr. Egon Freitag: Lexikon der

Kreativität. Grundlagen – Methoden –

Begriffe

expert Verlag GmbH, Renningen 2018, 259 S.,

ISBN 978-3-8169-3299-4, Preis: 39,80 €

Deutsches Institut für Normung e.V.

DIN (Hrsg.):

Eine bewegliche Ordnung

Beuth Verlag, Berlin 2017, 1. Aufl., 144 S., A4, geb.,

ISBN 978-3-410-28168, Preis E-Book: 24,80 €

Dr. Nima Ghassemi-Tabar et al. (Hrsg.):

Corporate Compliance. Praxisleitfaden

für die Unternehmensführung

Handelsblatt Fachmedien GmbH, Düsseldorf 2017, 600 S.,

ISBN 978-3-942543-52-1, Preis: 89,00 € (auch als eBook und

im Bundle erhältlich)

Kreativität hat im Zuge von Digitalisierung

und Globalisierung deutlich an Bedeutung

gewonnen, insbesondere auch im Hinblick

auf den regionalen, nationalen oder sogar

internationalen Wettbewerb. Manager und

auch übrige Mitarbeiter müssen über ausreichende

Innovationsfähigkeiten verfügen

und kreative Strategien entwickeln, um Po -

tenziale des Unternehmens herauszuarbeiten

und zu präsentieren.

Im Mittelpunkt stehen hier die kreative

Persönlichkeit mitsamt Fragen und Herausforderungen,

der kreative Prozess sowie das

Produkt, Methoden zur Ideenfindung und

zur Problemlösung sowie der angewandten

Kreativität. Zudem werden Kreativwirtschaft

und Selbstverwirklichung, kreatives Denken,

Innovation und Intuition mitsamt Persönlichkeitstypen

der kreativen Intelligenz, intrinsische

und extrinsische sowie Leitungsmotivation

behandelt, definiert und durch Literaturangaben

ergänzt. Dieses Werk dürfte

dabei das erste umfassende aus der angewandten

Kreativitätsforschung sein. Es richtet

sich an Manager, Techniker, Designer,

Marketingfachleute und Ingenieure, aber

auch an einen breiten Interessentenkreis.

(sm 180205901)

Das vorliegende Buch begleitet den Leser

durch die Geschichte der Normung und

zeichnet ihre Fähigkeiten nach, sich immer

wieder neuen Gegebenheiten zu stellen.

Eine bewegliche Einrichtung wünschte sich

Waldemar Hellmich 1917 für die Normung,

aber eine, die eine gewisse Gewähr für Stetigkeit

bietet. DIN ist in seiner 100-jährigen

Geschichte beiden Forderungen gerecht

geworden. Die zunehmende Vernetzung

der Welt stellt DIN vor immer neue Herausforderungen

als Mediator, der für alle Interessensgruppen

den besten Weg berücksichtigt.

(sm 180406095)

Dieser Leitfaden stellt die Compliance-Pflichten

wirksam und rechtssicher dar. Die Organisation

des unternehmensumfassenden

Compliance-Management-Systems zählt zur

Aufgabe der Unternehmensleitung und ist

unverzichtbar, denn Kartellrechtsverletzungen,

Korruptionsvorwürfe oder Steuerhinterziehung

gelangen schnell an die Öffentlichkeit

und schaden dem Unternehmen.

Zudem stehen dabei hohe Strafen im Raum,

und Vorstand, CEO und Geschäftsführung

haften dabei persönlich.

Zunächst werden in diesem Buch die

wichtigsten wirtschaftlichen wie auch rechtlichen

Aspekte des Compliance-Management-Systems

(CMS) erläutert. Dann folgt,

wie CMS in bestehende Prozesse eingebunden

wird und wie dann Tochtergesellschaften,

Geschäftspartner sowie Standorte einbezogen

werden und welche Pflichten delegiert

werden können – und wo hier die

Grenze liegt. Ferner gibt es einen Überblick

über die Aufgaben der nachgeordneten

Management-Ebenen sowie die Option

einer wirksamen Steuerung. Nicht zuletzt

präsentiert das Buch erfolgreiche Umsetzungslösungen

globaler Unternehmen und

gibt konkrete Praxistipps für die Anwendung.

(sm 180205835)

stahlmarkt 4.2018


Firmenschriften K 39

Schütt Stahl

Stahl. Zeitlos stark.

8 Seiten, deutsch

»Innovativ aus Tradition« ist das Motto

von Schütt Stahl. Gegründet 1871 in

Hamburg, präsentiert sich das Unternehmen

konzernunabhängig, vertreten

mit Niederlassungen in Hamburg, wo

das Standardlieferprogramm an Blechen,

Form- und Stabstählen, Rohren

und Stahlbauhohlprofilen erhältlich ist,

außerdem in Gelsenkirchen und Neubrandenburg.

Es existiert ein breites Lieferprogramm

und ein zuverlässiges Lieferantennetzwerk.

Schütt Stahl Heinrich Schütt KG GmbH & Co.

Andreas-Meyer-Straße 43 – 45, 22113 Hamburg

Tel. +49 40 25796-0, Fax +49 40 25039-44 (sm 180406132)

E-Mail: hamburg@heinrich-schuett.de, www.heinrich-schuett.de

Technik Team

... Das schweißt zusammen!

12 Seiten, deutsch

Seit mehr als zehn Jahren

ist dieser inhabergeführte

Dienstleister als Fertiger von

Baugruppen für den Maschinen-

und Anlagenbau sowie

im Rohrleitungs-, Behälterund

Stahlbau tätig. Die

Kernkompetenz des Technikteams umfasst unterschiedliche Schweißverfahren,

auch unter Berücksichtigung modernster Prüfverfahren.

Mit Partnerunternehmen der modernen Blechbearbeitung ist auch die

Herstellung überdimensionaler Bauteile aus vorgefertigten Laser-,

Plasma- und Kantteilen möglich.

Technik Team GmbH

Kruppstraße 7, 48683 Ahaus

Tel. +49 2561 9786700, Fax +49 2561 9786709 (sm 180406135)

E-Mail: info@technikteam-gmbh.de, www.technikteam-gmbh.de

F + K Werkstoffprüfung und Labor GmbH

Wir prüfen für Sie.

12 Seiten, deutsch

Dieses unabhängige Werkstoffprüflabor

ist auf dem Gebiet der zerstörenden

Werkstoffprüfung, der Schadensunfalluntersuchung

und Ähnlichem tätig.

Gegründet 1997 als Dienstleister für

metallverarbeitende und stahlerzeugende

Betriebe in Gelsenkirchen, erfolgte

2008 ein Standortwechsel nach Wetter

an der Ruhr, um in die zentrale Nähe der

Unternehmenskunden zu gelangen. Die

Kernkompetenzen umfassen gewalzte Flachprodukte und die Prüfung

von Verbindungselementen.

F + K Werkstoffprüfung und Labor GmbH

An der Brille 3, 58300 Wetter

Tel. +49 2335 975 65-0, Fax +49 2335 975 65-29

E-Mail: info@fundk.de, www.fundk.de (sm 180406136)

Rosenberger

Stahl ist erst der Anfang...

2 Seiten, deutsch

Vor über 30 Jahren als Stahlhandel und Brennbetrieb

von Siegfried Rosenberger gegründet,

behauptete sich das Unternehmen mit einem

umfangreichen Lagerprogramm von rd.

40.000 t Material. Zum Liefersortiment zählen

u. a. unlegierte Baustähle, Feinkornstähle für

Druckbehälter, Vergütungsstähle, Gegengewichtsbrammen

und Brennzuschnitte. Eine

Anarbeitung gehört zum Service, auch

Schweißen, Grundieren und Wärmebehandlungen.

Gebrannt werden Dicken bis mehr als

750 mm sowie Stückgewichte über 40 t.

Rosenberger GmbH

Duisburger Straße 24, 41460 Neuss

Tel. +49 2131 709-0, Fax +49 2131 709-100 (sm 180406137)

E-Mail: info@rosenberger-gmbh.com, www.rosenberger-gmbh.com

Pfeifer Seil- und Hebetechnik

Mehr als Heben.

Lastaufnahmemittel und Wendegeräte

60 Seiten, deutsch

Auf jahrzehntelange Erfahrung mit dem

Heben und Bewegen von Lasten kann

das Unternehmen Pfeifer zurückblicken.

Zu den Kompetenzen im Gebiet Lastaufnahmemittel

gehören die Beratung,

Entwicklung, Fertigung, Prüfung und

Reparatur. Der Betrieb möchte die Po -

tenziale in Lastaufnahmemitteln wecken

und kombiniert neueste Technik mit Altbewährtem;

sie entwickeln Produkte und binden sie in die innerbetrieblichen

Transportprozesse der Kunden ein.

Pfeifer Seil- und Hebetechnik GmbH

Dr.-Karl-Lenz-Straße 66, 87700 Memmingen

Tel. +49 8331 937 627, Fax +49 8331 937 375

E-Mail: verkauf-lt@pfeifer.de, www.pfeifer.info (sm 180406133)

Stahl & Fittings GmbH

Ihr Partner...

2 Seiten, deutsch

Als Partner für Rohre und Rohrzubehör aus

C-Stahl und Edelstahl stellt sich die Stahl & Fittings

Schäfer GmbH dar. Das Unternehmen

bietet seit 1985 Service, Zuverlässigkeit und

individuelle Betreuung samt Hilfe für Problemlösungen

sowie einem umfangreichen Lagerund

Lieferprogramm für Energie-, Chemie-,

Industrieanlagen- und Rohrleitungsbau im Inund

Ausland. Über die Jahre wurden umfangreiches

Know-how und Erfahrung in der Projektabwicklung

gesammelt.

Stahl & Fittings Schäfer GmbH

Gelleper Straße 20, 47809 Krefeld

Tel. +49 2151 570085, Fax +49 2151 570310

E-Mail: stahl-fittings@t-online.de, www.stahl-fittings.de (sm 180406134)

stahlmarkt 4.2018


40 K Branchenbericht

Werkzeugmaschinenindustrie vor

neuem Rekord

Weiterhin Exportweltmeister vor Japan

Frankfurt/Main. Bei den deutschen Werkzeugmaschinenbauern läuft

die Produktion auf vollen Touren. Beeinträchtigt werden könnte das

mögliche Wachstum indessen durch den Mangel an Fachleuten in der

immer komplizierteren Fertigung.

In den letzten Jahren war die Stimmung

bei den deutschen Herstellern von Werkzeugmaschinen

selten so gut wie in diesen

Wochen und Monaten. Selbst die Spitzenleute

des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW), sonst eher für

Zurückhaltung und vorsichtige Beurteilung

bekannt, üben sich in Superlativen. VDW-

Vorsitzender Dr. Heinz-Jürgen Prokop: »Die

deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ist in

bester Verfassung. Sie stellt einen Produktionsrekord

nach dem andern auf.« Womit

er das Jahr 2018 bereits einbezieht. Und

Dr. Wilfried Schäfer, der Geschäftsführer des

Branchenverbandes,

spricht von einem

»Feuerwerk an In -

landsaufträgen in

der zweiten Jahreshälfte

2017«. Dabei

ist das besonders

Erfreuliche für die

Maschinenbauer,

dass sich auch die Nachfrage aus Deutschland

endlich wieder spürbar gebessert hat.

In den letzten Jahren profitierte die mittelständische

Branche überwiegend vom Auslandsgeschäft.

Es hält inzwischen einen

Anteil an der Produktion von gut 70 %.

Sanken die Bestellungen im ersten Halbjahr

im Inland noch zweistellig, »löste sich

der Knoten im zweiten Halbjahr«, registriert

Prokop: »Die Investitionszurückhaltung der

deutschen Industrie fand ein Ende.« So

zogen die Inlandsauftragseingänge im Ge -

samtjahr um 10 % an. Doch auch die Auslandsbestellungen

(+ 7 %) setzten ihr

Wachstum auf hohem Niveau fort. Insgesamt

stiegen die Bestellungen um 8 % auf

17,2 Mrd. € und lagen damit deutlich über

der Produktion. Die erhöhte sich um 4 %

auf 15,7 Mrd. €. Dabei legten die Ausfuhren

um 8 % auf 8,1 Mrd. € zu. Der Inlandsabsatz

dagegen fiel um 3 % zurück. Mit dem

vorhandenen Auftragspolster sei bereits ein

Großteil der Produktion für das laufende

Jahr abgesichert.

»

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ist in bester

Verfassung. Sie stellt einen Produktionsrekord nach dem

andern auf.

Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW)

Kapazitätsausbau bei den Kunden

»Das seit Mitte 2017 in Gang befindliche

Bestellfeuerwerk ist nicht zuletzt mit der

guten Weltwirtschaftslage zu erklären. Rund

um den Erdball läuft die Wirtschaft auf breiter

Basis bestens. Investitionen der wichtigen

Anwenderbranchen und Werkzeugmaschineneinsatz

steigen in allen Regionen.

Demnach versprechen sich die Kunden gute

Geschäfte und bauen ihre Kapazitäten aus«,

analysiert Schäfer. Davon würden alle Technologien

der Branche profitieren. »Das alles

freut uns natürlich sehr, liegt es doch noch

über den Erwartungen, die wir binnen Jahresfrist

diskutiert haben«, so stellt Prokop

fest.

So kann der VDW-Vorsitzende guten Mu -

tes nach vorn schauen: »Auch für 2018 sind

wir sehr zuversichtlich. Die Aussichten sind

sehr gut.« Der VDW erwartet ein weiteres

Produktionsplus von 5 % auf erstmals über

16 Mrd. €. Nach den bisherigen Prognosen

soll der weltweite Werkzeugmaschinenverbrauch

um 3,6 % zulegen. Das aktuelle

Hoch sei in den USA, der Eurozone, angeführt

von Deutschland, und in der Schweiz

sogar noch ausgeprägter. Prokop, hauptberuflich

Geschäftsführer der Trumpf Werkzeugmaschinen

GmbH + Co. KG, Ditzingen:

»Der von der Industrie vielbeachtete Purchase

Managers Index PMI, der weltweite

Einkaufsmanagerindex des britischen Markit-Instituts,

hat den höchsten Wert seit

2011 erreicht.« Die guten Rahmenbedingungen

beflügeln offenbar auch die Stimmung

in der gesamten deutschen Industrie.

»Die Laune deutscher Top-Manager ist bestens«,

hat Prokop festgestellt. So stand der

Ifo-Geschäftsklimaindex zuletzt auf Rekordniveau.

Grund dafür sei ein prognostizierter

kräftiger Anstieg der deutschen Industrieproduktion

im laufenden Jahr um 3,4 %

nach Stagnation in den Jahren 2015 und

2016. Hinzu komme eine bemerkenswerte

Zunahme der Investitionen um voraussichtlich

6,8 % in den wichtigsten Abnehmerbranchen

von Werkzeugmaschinen.

»Erholung in China befruchtet die

gesamte asiatische Nachfrage«

Was speziell die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen

angehe, so deute sich neben

dem stabilen Wachstum für den Euroraum

in den USA deshalb ein moderater Zuwachs

an, weil die Steuerreform der Trump-Administration

Rückenwind geben könnte, meint

der VDW. Dem stünden allerdings die An -

drohung von Strafzöllen und der starke Euro

wachstumsdämpfend gegenüber. Auch

Brasilien sollte den Turnaround schaffen. »In

China läuft das Projektgeschäft weiter.

Außerdem steht die Nachfrage auf breiter

Front, sodass alle Werkzeugmaschinensektoren

davon profitieren«, nimmt Prokop an.

Allerdings gingen staatliche Ausgabenprogramme

in Bau und Infrastruktur sowie die

Förderung des Autokaufs, die 2017 im Jahr

des Parteikongresses intensiviert wurden,

stahlmarkt 4.2018


zurück. Die Erholung in China befruchte

jedoch die gesamte asiatische Nachfrage.

Die Bestellungen deutscher Werkzeugmaschinen

aus Südkorea, Japan, Taiwan und

Südostasien liefen zweistellig hoch. Prokop:

»Alles in allem ist die Werkzeugmaschinennachfrage

demnach regional so breit aufgestellt

wie selten. Davon können viele Unternehmen

profitieren. Die anziehenden Aufträge

gewährleisten eine Fortsetzung des

deutschen Produktionswachstums.«

Die weltweite Position der heimischen

Anbieter ist weiterhin gut. »Wir sind bestens

positioniert. Deutschland gehört zu den

Top-Anbietern von

Werkzeugmaschinen

in der Welt.

Dies hat sich auch

2017 wieder bestätigt.«

In der Produktion

belegten die

deutschen Hersteller nach vorläufigen Be -

rechnungen Platz zwei nach China und vor

Japan. Hier gelte jedoch »Klasse statt Masse«.

Obwohl der VDW die Zahlen des chinesischen

Statistikamtes bereits um einfache

Maschinen bereinigt habe, um sie vergleichbar

zu machen, sei festzustellen, dass in

China nach wie vor »Low Tech« in großen

Stückzahlen für den heimischen Markt und

für Entwicklungsländer gefertigt werde. Das

belege auch der Durchschnittspreis einer

chinesischen NC-gesteuerten Maschine von

39.000 € im Vergleich zu 322.000 € für eine

deutsche NC-Maschine. Da spiegele sich der

hohe Anteil an Hightech und Speziallösungen

im deutschen Angebot wider, das weltweit

gefragt sei, wenn Kunden produktiver

werden und qualitativ hochwertigere Produkte

herstellen wollen. Genau in dieser

Hinsicht entwickelten die Chinesen aber

auch verstärkt Ehrgeiz.

Kopf-an-Kopf-Rennen mit Japan

Mit der Initiative »China 2025« bringe die

Regierung ihren Willen zum Ausdruck, die

eigenen Hersteller zu stärken und von Im -

porten unabhängiger zu werden, notfalls

auch durch Handelsbarrieren und Behinderung

ausländischer Investitionen. »Für uns

ist es deshalb umso wichtiger, den technischen

Vorsprung auch künftig weiter auszubauen«,

be kräftigt Prokop. Ja pan liege mit

seinem Angebot an Serienmaschinen im

ge hobenen Technologiesegment nur knapp

»

Auch für 2018 sind wir sehr

zuversichtlich. Die Aussichten sind

sehr gut.

hinter den Deutschen, jedoch zu günstigeren

Preisen als »wir sie bieten können«. Das

Kopf-an-Kopf-Rennen beider Länder bleibt

»also weiter spannend«.

»Im Export wetteifern wir ebenfalls Jahr

für Jahr. 2017 blieb Deutschland jedoch mit

Abstand Exportweltmeister vor Japan und

Italien«, freut sich Prokop. Das bestätige,

dass es den Deutschen immer wieder gelinge,

Technologien anzubieten, die international

gefragt sind. Ihre große Stärke sei das

umfassende, fundierte Know-how in der

Maschinentechnik, aber auch die Kreativität

und Fähigkeit, neue Technologien zu adaptieren

und damit

das eigene Angebot

aufzuwerten. Beispiele

dafür seien

derzeit digitale Vernetzungslösungen

im Rahmen von In -

dustrie 4.0 sowie generative Fertigungsverfahren.

Sie ziehen in die Werkzeugmaschinenfabriken

ein und ermöglichen neue

Angebote und Geschäftsmodelle.

Vor allem Mechatroniker und

IT-Kräfte gesucht

Wachstum sei jedoch kein Selbstläufer. Die

florierende Konjunktur und die guten Aussichten

sollten nicht darüber hinwegtäuschen,

dass die Branche vor vielen Herausforderungen

stehe, so der VDW-Vorsitzende.

Um die prognostizierte Produk tion realisieren

zu können, müssten die Unternehmen

alle Kapazitäten mobilisieren. Dem stünden

vielfach Personalengpässe gegenüber. In

einigen Berufen, beispielsweise bei Mechatronikern

und IT-Fachkräften, und vor allem

in ländlichen Regionen sei der Fachkräftemarkt

»leergefegt«. Ursache sei unter anderem

die demografische Entwicklung – nach

Angaben der Bundesagentur für Arbeit stehen

der Zahl der offenen Stellen manchmal

nur noch die Hälfte oder weniger an arbeitssuchenden

Fachkräften gegenüber. »Das

betrifft uns ganz direkt, aber auch unsere

Zulieferer. Die Engpässe, die durch fehlende

Fachkräfte entstehen, treiben nach unseren

Beobachtungen auch die Automatisierung

voran. Viele Werkzeugmaschinenanbieter

denken vermehrt in Richtung autonome

Maschine, die Bearbeitungs prozesse unabhängiger

von der Verfügbarkeit eines Bedieners

durchführt«, sagt Prokop.

Metallbau

Stahlbau

Fahrzeug-/ Landmaschinen-/

Schiffsbau

Maschinenschutzeinrichtung/

Maschinenbau und Anlagenbau

Regalbau und Lagersysteme

Containerbau

Möbel-/ Laden-/ Innenausbau

Klima- und Solartechnik

stahlmarkt 4.2018


42 K Branchenbericht

Tatsächlich gehe es jedoch nicht nur um die

Zahl der Mitarbeiter, sondern vor allem auch

um ihre Qualifikation. »Unsere Branche

muss im Sinne von Industrie 4.0 den Wandel

hin zur Digitalisierung und Vernetzung

bewältigen, neue Geschäftsmodelle entwickeln

und die eigene Produktion um -

stellen. Zulieferer in die Automobilindustrie

müssten Produktionssysteme für neue An -

triebsstränge ent wickeln. Unternehmen, die

ge nerative Fertigungsverfahren anbieten

oder einsetzen wollten, brauchten Konstrukteure

neuen Typs, die den Vorteil der

Verfahren auch in Produkte

umsetzen könnten. Das heißt,

es sind auch anders qualifizierte

Mitarbeiter gefragt«, macht

Prokop deutlich.

Damit sich der Aufschwung

auch in Zu kunft fortschreiben

lasse, müsse die Werkzeugmaschinenindustrie

bei den Kunden aus der

Autoindustrie und der Zulieferbranche »am

Ball bleiben« und sich immer wieder neu

erfinden. Maschinen für die Metallbearbeitung

stünden mitten im industriellen Fertigungsprozess.

Jede Entwicklung bei OEMs

und Zulieferern tangiere sie daher unmittelbar.

»Obwohl sich die öffentliche Debatte

stark um die Automobilindustrie dreht, sind

wir als Ausrüster von potenziellen Änderungen

bei den Fahrzeugantrieben ebenso

betroffen. Für die vielen mittelständischen

Unternehmen, deren größter Kunde die

Automobilisten und ihre Zulieferer sind und

die sich mit ihrem Angebot voll auf sie eingestellt

haben, ist dies eine große Herausforderung«,

betont der VDW-Vorsitzende.

»

Der von der Industrie vielbeachtete Purchase Managers

Index PMI, der weltweite Einkaufsmanagerindex des

britischen Markit-Instituts, hat den höchsten Wert seit

2011 erreicht.

Studie des VDMA zu Elektroautos

Der Verband Deutscher Maschinen- und

Anlagenbau (VDMA) lege dazu in Kürze

eine neue, sehr detaillierte Studie vor, an der

auch der VDW maßgeblich beteiligt sei.

Erarbeitet hat sie die Forschungsgesellschaft

für Energietechnik und Verbrennungsmotoren

FEV in Aachen und dabei untersucht,

wie sich die Marktdurchdringung elektrogetriebener

Fahrzeuge weltweit bis zum Jahr

2030 vollziehen könnte. Sie differenziere

nach den Regionen Europa, USA und China

und betrachtete schließlich die Entwicklung

für Pkw, Nutzfahrzeuge und mobile Arbeitsmaschinen,

wie Landmaschinen, Baumaschinen,

Gabelstapler usw. Ziel sei es, die

Veränderung der Wertschöpfung im Fertigungsprozess

unterschiedlicher Antriebskonzepte

einander gegenüberzustellen.

»Das wichtigste Ergebnis für unsere Branche

ist, dass bis 2030 der Anteil rein elektrogetriebener

Personenkraftfahrzeuge in den

betrachteten Regionen mit etwa einem

Fünftel der Neuzulassungen angesetzt wurde.

Hingegen sollen 60 % der Neuzulassungen

Hybridfahrzeuge in unterschiedlichen

Kombinationen sein, und das mit steigender

Tendenz.«

Der Anteil von Fahrzeugen mit reinen Verbrennungsmotoren

gehe also unaufhaltsam

zurück. Der damit ausgelöste Rückgang des

Zerspanvolumens (etwa beim Drehen, Bohren

oder Fräsen) werde allerdings

einerseits überkompensiert

durch die weltweite Zu -

nahme der Gesamtzulassungen

von Pkw. Zudem schaffe auch

die höhere Komplexität optimierter

Verbrennungstechnik

kombiniert mit elektrischen

Antriebskonzepten vermehrten Bearbeitungsbedarf.

Weiterhin sorgten steigende

Anforderungen an hochpräzise Produktionstechnik

ebenfalls für mehr Bearbeitungsaufwand.

Prokop bleibt deshalb auch für die

Zeit nach den Verbrennungsmotoren zuversichtlich:

»Die Werkzeugmaschine behält

auch künftig ihre hohe Bedeutung im Fertigungsprozess

der Automobilindustrie, wenn

der Wandel hin zu umweltfreundlicherer

Mobilität gelingen soll.« kv (sm 180406145)

Metav bestätigt gute Maschinenkonjunktur

Düsseldorf. Die Ende Februar zu Ende gegangene

Metallbearbeitungsmesse Metav in Düsseldorf

hat die gute Konjunktur der Werkzeugmaschinenindustrie

bestätigt. Rund ein Drittel der Besucher

gaben in der Besucherbefragung an, dass sie

Investitionen planen, vor allem in Werkzeugmaschinen,

Messtechnik, Automatisierung und Präzisionswerkzeuge.

Bemerkenswert sei auch, dass

rund ein Viertel der Besucher mit Investitionsabsichten

seine Kapazitäten mit neuen Maschinen

erweitern will. »Die boomende Konjunktur enthält

allerdings für uns auch einen Wermutstropfen.

Die Unternehmen sind stark ausgelastet.

Deshalb war absehbar, dass viele von ihnen ihre

Mitarbeiter kaum entbehren können. In Folge

kamen 26.500 statt der von uns erwarteten rd.

30.000 Fachbesucher«, sagt Wilfried Schäfer

Geschäftsführer des Veranstalters Verein Deutscher

Werkzeugmaschinenfabriken (VDW).

Eine zentrale Rolle spielte Industrie 4.0. Lösungen

dazu wurden im gleichnamigen Themenpark

präsentiert, aber auch auf vielen Ständen der 560

Aussteller. Der VDW nutzte das Messeumfeld, um

über seine Brancheninitiative zur Entwicklung

einer gemeinsamen, herstellerneutralen Schnittstelle

für die Anbindung von Maschinen an übergeordnete

IT-Systeme zu berichten. »Es liegt noch

viel Arbeit vor uns, trifft aber genau den Nerv

vieler Anbieter und Nutzer in mittelständischen

Unternehmen«, so Schäfer. Über 80 % der Besucher

sagten bereits, dass sie bei der nächsten

Metav im März 2020 wieder dabei sein werden.

kv

stahlmarkt 4.2018


Großes Special wire & Tube 2018

Seite 43 bis 62

45 Zwei Messe-Giganten öffnen die Türen

46 Stahlrohrindustrie im Umbruch?

48 Stahlbauhohlprofile im Stadionbau

50 Digitalisierung und Industrie 4.0

52 Thermisches Laserspritzen

54 Anlagenüberwachung in Echtzeit

56 Umschlagbagger für‘s Rohrhandling

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K 45

(Fotos: Messe Düsseldorf)

Zwei Messe-Giganten öffnen ihre Türen

wire & Tube Düsseldorf präsentieren das Branchenspektrum

Düsseldorf. Seit 30 Jahren prägen die Fachmessen der Draht-, Kabel- und Rohrindustrien, wire und Tube

Düsseldorf das Geschehen in diesen Industrien. Vom 16. bis 20. April 2018 werden sie gemeinsam auf dem

Düsseldorfer Messegelände gehalten und haben inzwischen weltweite Satelliten.

Die wire 2018 findet in den Messehallen

9 bis 16 statt: Gezeigt werden Maschinen

und Anlagen zur Drahtherstellung und

Verarbeitung, Werkzeuge und Hilfsmaterialien

zur Verfahrenstechnik, Werkstoffe,

Glasfasertechnologien, Spezialdrähte und

Kabel sowie Innovationen aus den Bereichen

Mess-, Steuer-, Regeltechnik und

Prüftechnik. Besonders die Präsentation der

großen Gitterschweißmaschinen in Halle

13 stellen Logistik und Technik in dieser

Messehalle vor anspruchsvolle Aufgaben:

dicke Kabel in den Versorgungsschächten

müssen installiert und verbunden werden,

denn Gitterschweißmaschinen benötigen

keinen aufbauenden Strom, sondern Punktstrom.

Draht – etwas Besonderes

Kaum ein Produkt bietet ein derart breites

Anwendungsspektrum wie Draht. Um mit

der weiteren Entwicklung Schritt halten zu

können, sind Draht, die daraus gefertigten

Produkte und die Herstellungsprozesse Ge -

genstand fortlaufender Forschungsarbeit.

Dabei geht es zum einen darum, die physikalischen

Eigenschaften eines Drahtes optimal

auszunutzen. Zum anderen werden die

Prozesse mit Blick auf Produkteigenschaften

und Kosteneinsparpotenziale optimiert.

Rohre und Röhren: die Tube 2018

Die Tube 2018 präsentiert sich in den Messehallen

3 bis 7.0 und in den Hallen 16, 17

und 18. Maschinen und Anlagen zur Rohrherstellung,

Rohrbearbeitung und Rohrverarbeitung

sowie Rohmaterialien, Rohre und

Zubehör, Gebrauchtmaschinen, Werkzeuge

zur Verfahrenstechnik, Hilfsmittel, Mess-,

Steuer-, Regel- und Prüftechnik gehören

zum umfangreichen Angebot.

Pipelines und der Bereich der OCTG-Technologie,

Profile und Plastic Tubes ergänzen

das Angebot.

Erwartet werden auch in diesem Jahr er -

neut 70.000 Besucher aus rd. 130 Ländern.

Rohre gehören zu den vielseitigsten Produkten

und Konstruktionselementen überhaupt

– egal ob im Energiesektor, im Maschinen-,

Kraftwerks- oder Fahrzeugbau, in der Chemie-

und Petrochemie, im Bau sektor und

vielen anderen Bereichen. Ein besonders

breites Spektrum decken dabei die Stahlrohre

ab, die sich nicht zuletzt auch wegen der

Innovationskraft der Hersteller neue Anwendungen

erobern.

Im Energiesektor sind Rohre nicht nur für

den Transport von Öl oder Gas unverzichtbar,

auch als Konstruktionselemente spielen

sie eine bedeutende Rolle. So bestehen die

meisten Fundamente von Offshore-Windkraftanlagen

aus Rohrelementen. Bei der

Offshore-Förderung von Öl- und Gas übernehmen

Rohre ebenfalls wichtige Aufgaben.

www.wire.de

www.Tube.de

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(sm 180406187)

stahlmarkt 4.2018


46 K

Stahlrohrindustrie im Umbruch?

Robuste Ökonomie bei handelspolitischem Gegenwind

Anlässlich der Branchenmesse »Tube« in Düsseldorf erläutert

Dr. Dirk Bissel, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre e.V.

und Geschäftsführer der Vallourec Deutschland GmbH, die Situation der

Stahlrohrbranche.

Die Stahlrohrproduktion ist auch nach

dem Ölpreisschock weiterhin rund zur Hälfte

von den Öl- und Gasmärkten abhängig.

Der Bedarf an Bohrrohren und Leitungsrohren

für Öl und Gas sowie für Leitungen

zur Verarbeitung von Kohlenwasserstoffträgern

in der Chemie sowie für Einsätze in der

konventionellen und nuklearen Energieerzeugung

ist weltweit immer noch bestimmend

für die Stahlrohrindustrie, trotz der

besonders in Europa deutlich spürbaren

Auswirkungen der Energiewende. Zwar ist

zusätzlicher Stahlrohrbedarf in den Wachstumsmärkten

Wind- und So larenergie entstanden,

die Branche hat jedoch mit strukturellen

Problemen und handelspolitischen

Verwerfungen zu kämpfen.

Herr Dr. Bissel, seit fast einem Jahr sind

Sie nun Vorsitzender des Vorstandes der Wirtschaftsvereinigung

Stahlrohre e.V. Wie ha -

ben Sie die Stahlrohrindustrie in dieser Zeit

erlebt?

Sicherlich prägend war die Entwicklung

hin zu einer weiteren Normalisierung der

Nachfragesituation auf dem Energierohrmarkt.

Die Stahlrohrproduktion konnte sich

im Jahr 2017 weiter von den Marktverwerfungen

erholen, die der Einbruch der Rohölpreise

von deutlich über 100 auf kurzzeitig

bis unter 30 USD je Barrel in den Jahren

2014 und 2015 ausgelöst hat. Weltweit lag

die Stahlrohrproduktion im letzten Jahr bei

167 Mill. t. Hersteller in den USA und in

Europa konnten ihre Produktion besonders

deutlich steigern, was nicht überraschen

kann, da auf diesen Märkten die Abhängigkeit

von den Rohölmärkten nach wie vor

sehr groß ist und die Einbrüche hier zuvor

entsprechend massiv ausgefallen sind. Wir

sehen aber vor allem bei der Produktion

nahtloser Stahlrohre weiterhin eine Gegenbewegung

in Richtung einer Normalisierung,

keinen Boom.

Das heißt aber immerhin, die Krise ist

überstanden, die Hersteller sind über den

Berg?

Es waren ja nicht alle Regionen und Produktmärkte

gleichermaßen von der Ölpreisthematik

betroffen und entsprechend unterschiedlich

sind auch noch heute die Lagebeurteilungen.

Das Linepipegeschäft ist schon

immer ein Objektgeschäft gewesen. Hier

gab es Unternehmen, die die Krise deutlich

weniger zu spüren bekommen haben als

andere. Das gilt sowohl für die Großrohrindustrie,

die Rohre mit Durchmessern von

über 16“ herstellt, wie für die Produzenten

mittlerer Leitungsrohre.

Mit dem Anstieg der Rohölpreise bei

gleichzeitig immer effizienter werdenden

Fördertechniken der Frackingindustrie in

den USA sprangen die zuvor fast zum Erliegen

gekommenen Förderaktivitäten der

Energiekonzerne ab Ende 2015 wieder an.

So konnten vor allem die Nahtlosrohrhersteller

die Produktionseinbrüche der letzten

Jahre wenigstens teilweise wieder ausgleichen.

Die Hersteller nahtloser Stahlrohre

haben auf dem Weg über den Berg inzwischen

ein gutes Stück zurückgelegt, aber

oben angekommen sind sie noch nicht. Die

Präzisrohrindustrie hat von der starken konjunkturellen

Entwicklung und der konstanten

Nachfrage aus der Automobilindustrie

und dem Maschinenbau profitiert. Hier

könnte man eher von einer Gratwanderung

auf hohem Niveau sprechen.

Dr. Dirk Bissel

Sie sprechen von einer Gratwanderung

auf hohem Niveau? Wie ist das zu verstehen?

Das Bild der Gratwanderung trifft auf

unsere Industrie insgesamt zu. Die Mengenkonjunktur

hat sich erholt oder befindet sich

weiterhin auf gutem Niveau. Aber sowohl

marktgegebene als auch externe Einflüsse

können die mühsam erreichten Erfolge

schnell wieder zunichte machen. Marktgegeben

ist das Problem der Überkapazitäten.

In unserer Industrie haben in den letzten

Jahren teilweise massive Fehlallokationen

stattgefunden. In fast allen Teilen der Welt

besteht ein Überangebot an Produktionskapazitäten.

Dies führt zu einem mitunter ruinösen

Wettbewerb, der am Ende nicht nur

unsere eigene Industrie bedroht sondern

auch für unsere Kunden keine Vorteile mehr

bringt. Wir wissen, dass unsere Abnehmer

unsere hohe und gleichbleibende Qualität

und Liefertreue zu schätzen wissen. Sie wollen

Planungssicherheit. Und die können nur

wirtschaftlich gesunde Lieferanten bieten.

Teilweise wurden die vom Markt nicht be -

nötigten Kapazitäten inzwischen reduziert,

aber bei Weitem nicht alle Hersteller haben

schon ihren Teil dazu beigetragen, dieses

Problem anzugehen.

Warum ist es so schwer, das Thema Ka -

pazitätsanpassungen anzugehen, und wo

sind die Grenzen der Anpassungsmöglichkeiten?

Die Grenzen der Möglichkeiten zur

Kapazitätsreduzierung sind vor allem in der

stahlmarkt 4.2018


K 47

Konfiguration moderner Anlagen, vor allem

in der Warmfertigung, zu sehen. Wenn die

Durchlaufgeschwindigkeit bereits auf ein

Minimum reduziert ist und der Markt die

produzierten Mengen dennoch nicht aufnimmt,

kann man nur noch abschalten. Das

geht aber nicht so ohne Weiteres und schon

gar nicht beliebig oft oder in kurzen Zeitintervallen.

In vielen Fällen sind Anlagen

quasi »digital«: »An« oder »Aus«. Und

»Aus« heißt in vielen Fällen, dass bestimmte

Abmessungen dann nicht mehr produziert

werden können. Da das Sortiment aber

erhalten bleiben muss, scheidet diese Möglichkeit

aus. Zudem denkt unsere Industrie

vielfach noch in Tonnen. Aus Sicht der Vertriebsabteilungen

ist es offenbar vielfach

immer noch attraktiver, schlechte Ergebnisse

mit niedrigen Marktpreisen zu begründen,

als bessere Margen bei aber niedrigeren

Mengen zu präsentieren. Niedrigere

Mengen werden oft noch als ein Misserfolg,

als Verlust von Marktanteilen gesehen, nicht

als strategisch notwendiges Gesundschrumpfen.

Hier besteht noch viel Handlungsbedarf.

Auf dem Gebiet der Handelspolitik war

ihr Verband schon immer sehr aktiv. Ist das

immer noch so, und wie sehen Sie die aktuellen

Entwicklungen in den USA?

Der deutsche Verband der Stahlrohrhersteller

ist nicht nur im Inland als Interessenvertretung

der Branche aktiv, er ist zudem

eines der größten Mitglieder des europäischen

Dachverbandes. Die zuletzt in den

USA getroffenen handelspolitischen Entscheidungen

beschäftigen uns entsprechend

sehr. Wir sehen mit großer Sorge,

dass eine zunehmend protektionistische

Haltung der USA zum Nachteil aller Handelspartner

führen könnte, nicht nur bei uns,

auch in den USA.

Welche Bedeutung haben die USA für

Ihre Industrie, und welche Handlungsansätze

sehen Sie?

Die USA waren schon immer ein wichtiger

Abnehmer für unsere Produkte, insbesondere

die Automobilindustrie und ihre

Zulieferer, auch Niederlassungen deutscher

Hersteller in den USA. Natürlich zählt auch

die Öl- und Gasindustrie in den USA zu

unseren wichtigen Abnehmern, auch wenn

deutsche und europäische Stahlrohrhersteller

inzwischen Werke in Mittel- und Nordamerika

betreiben. Die Lieferungen von

Stahlrohren aus Deutschland und aus der EU

in die USA haben sich im letzten Jahr kräftig

erholt. Aus der EU bezogen die USA im Jahr

2017 rd. 1 Mill. t Stahlrohre, nach 570.000 t

im Vorjahr. Der Anteil der Lieferungen aus

Deutschland stieg im gleichen Zeitraum von

165 auf 262.000 t.

Mit Hinweis auf eine angebliche Gefährdung

der nationalen Sicherheit drohen die

USA mit Hinweis auf die inzwischen wohl

gut bekannte »Section 232« nun, ihre heimische

Stahl- und Stahl verarbeitende

Industrie mit weiteren massiven Einfuhrbeschränkungen

vor ausländischem Wettbewerb

zu schützen. Es sind ja schon protektionistische

Maßnahmen in Kraft, ich erinnere

nur an die kürzlich erlassenen »Antidumpingzölle«

auf Einfuhren bestimmter

kalt gefertigter Rohre, gerade auch aus

Deutschland und der Schweiz. Die angedachten

Maßnahmen mit Zöllen von 25 %

auf Einfuhren bestimmter Stahlprodukte in

die USA würden zusätzlich zu bereits in

Kraft befindlichen Maßnahmen wirken. Wir

wären im Falle einer Umsetzung sowohl

direkt als auch indirekt betroffen. Für Lieferungen

in die USA aus Drittländern wie z. B.

China würden nach Inkrafttreten zusätzlicher

Handelshemmnisse andere Zielmärkte

gesucht. Europa würde sich hier aufgrund

der relativ offenen Grenzen als Ersatzmarkt

anbieten.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, größeren

Schaden von Ihrer Branche und Ihren

Kunden in den USA abzuwenden?

Wir nutzen alle Mittel und Wege, um die

US-Administration zum Einlenken zu bewegen.

Wir sind über den deutschen Verband

mit den zuständigen nationalen Ministerien

im Gespräch und sind auch direkt in den

USA aktiv. Möglicherweise können wir dazu

beitragen, dass in den USA stärker als bisher

über die negativen Folgen einer dort zunehmend

protektionistisch ausgerichteten Handelspolitik

diskutiert wird. Über den europäischen

Dachverband werden zudem Möglichkeiten

geprüft, im Falle eines Falles zu -

mindest die indirekten Auswirkungen einer

Abschottung des US-Marktes, nämlich die

Flutung des offenen europäischen Marktes

mit den dann überschüssigen Mengen aus

Drittländern, zu verhindern. Große Hoffnung

setzten wir darauf, dass wir unsere

Kunden in den USA dazu bewegen können,

energischer als bisher gegen die aufgrund

von weiteren Einfuhrzöllen steigenden Preise

für Stahl und Stahlrohre zu protestieren.

Das hat bislang zu wenig stattgefunden,

trotz einiger vielversprechender Anfänge.

Die US-Regierung wird sich am ehesten

umstimmen lassen, wenn die öffentliche

Meinung in den USA hier deutlicher artikuliert

wird. Es gibt nur wenige Amerikaner,

die nicht sehen, dass im Falle einer Verhängung

von Strafzöllen auf Einfuhren von

Stahl und Aluminium die vergleichsweise

kleinen Gruppen der entsprechenden Hersteller

zwar profitieren, die viel größeren

und wirtschaftlich bedeutenderen Abnehmerbranchen

wie Bau-, Öl- und Gasindustrie,

Chemie, Maschinenbau- und Automobilindustrie

aber geschädigt werden. Und

dass die Zölle am Ende in den USA deutlich

mehr Jobs kosten würden, als sie sichern

könnten. Je nachdem, wen man fragt, wird

hier von einem Missverhältnis von bis zu

1 : 30 gesprochen – dann würden für einen

neu geschaffenen Job in der Stahl- und Aluminiumindustrie

30 Jobs in der Metallverarbeitung

wegfallen.


« KONTAKT

Wirtschaftsvereinigung

Stahlrohre e.V.

Kaiserswerther Straße 137

40474 Düsseldorf

Tel. +49 211 4564-131

www.wv-stahlrohre.de

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Die Fachvereinigung Stahlflanschen e.V., Düsseldorf,

teilt mit dass der Flanschenkatalog für DINund

EN-Flansche in der aktualisierten Fassung

Ausgabe 2018 vorliegt. Die umfangreichen Aktualisierungen

enthalten zusätzliche Abmessungen

sowie inhaltliche Änderungen wie Korrekturen zu

Massen und Werkstoffen. Im Flanschenkatalog

der Fachvereinigung sind alle gängigen DIN- und

EN-Normen in deutscher Sprache mit englischer

Übersetzung enthalten. Der Katalog für ASME-

Flansche kann weiterhin ebenfalls über die Fachvereinigung

Stahlflanschen e.V. bezogen werden.

stahlmarkt 4.2018


Das neue Stadion im

rumänischen Craiova

Stahlbauhohlprofile geben

rumänischen Stadien Struktur

(Fotos: Laurentiu Nica)

KönigFrankstahl liefert ArcelorMittal-Hohlprofile aus

Sport hat in Rumänien einen sehr hohen Stellenwert,

vor allem der Fußball. ArcelorMittal Tubular Products Europe hat dort

kürzlich an der Errichtung zweier Stadien mitgewirkt: dem Craiova-Stadion,

das im November 2017 eingeweiht wurde, und dem Targu-Jiu-Stadion,

das in diesem Jahr eröffnet wird. In beiden Fällen kam in Rumänien


produziert und aus Coils von ArcelorMittal Galati hergestellt.




Für die beiden Fußballstadien in Craiova und

Targu-Jiu lieferte ArcelorMittal Tubular Products

Europe Stahlbauhohlprofile (gemäß

EN 10219) an KönigFrankstahl. Diese wurden

in beiden Stadien für den Bau der Tribünen

und des Tragwerks eingesetzt. Arcelor-


Arcelor Mittal Tubular Products Europe. Die


Rumäniens und ist Hauptstadt der Moldauregion.

Dort wurden die Stahlbauhohlprofile

produziert, wobei wiederum die von

Arcelor Mittal Europe – Flat Products in Galati

(Westmoldaukreis) hergestellten Coils verwendet

wurden. Die Produktion der Profile

erfolgte mittels Widerstandsschweißen.

Dabei wird Stahlband zu einem Rohr ge -

formt, indem die Kanten erhitzt und dann

zusammengefügt werden. Bei diesem Prozess

wird die für das Schweißen erforderliche

Hitze durch elektrischen Strom erzeugt,

der durch das Stahlband geleitet wird, bevor

die Schweißung erfolgt.



KönigFrankstahl ist einer der wichtigsten Vertriebspartner

von ArcelorMittal Tubular Products

Europe für den rumänischen Markt.

stahlmarkt 4.2018


(Foto: ArcelorMittal)

Die Architekten von Dico & Tiganas architecture and engineering ließen sich vom Kunstwerk

»Mademoiselle Pogany« des rumänischen Bildhauers Constantin Brancusi inspirieren.

Die Struktur des Stadions Targu-Jiu wurde

ausschließlich mit Stahlbauhohlprofilen von


(Foto: Dico & Tiganas architecture and engineering)

Das neue Stadion im rumänischen Targu-Jiu wird in diesem Jahr eingeweiht.

Die Dachstruktur des Craiova-Stadions

Den Stahlhandels- und Logistikspezialisten

verbindet eine langfristige und stabile Partnerschaft

mit einem der größten Bauunternehmen

in Rumänien, CON-A (Generalunternehmer

dieser beiden Projekte). CON-A verlangt

zuverlässige und pünktliche Lieferungen,

damit Projekttermine eingehalten werden

können. ArcelorMittal Tubular Products


Grundlage der Spezifikationen von CON-A in

Bündeln an die Lager von KönigFrankstahl in

Bukarest und Sibiu. Auf diese Weise konnte

KönigFrankstahl das Material in der exakten

Menge, sogar bereits zugeschnitten, zu den

verschiedenen Standorten liefern.

Drei Hauptfaktoren gaben bei König-

Frankstahl den Ausschlag, sich für Produkte

von ArcelorMittal zu entscheiden:

• die zertifizierte Qualität der Produkte

• ArcelorMittals Fähigkeit, Just-in-time-Lieferungen

sicherzustellen

• und die gute Kommunikation mit dem

Stahlproduzenten

Darüber hinaus war die Zusammenarbeit

grund

der umfassenden Unterstützung der

Produktion zur Logistik sehr gut – trotz des

Zeitdrucks.



Das Craiova-Stadion befindet sich in Craiova

und hat eine Kapazität von 30.000 Sitzplätzen.

Es ersetzt das 1967 erbaute Ion-Oblemenco-Stadion.

Das neue Stadion wurde

von Dico & Tiganas architecture and

engineering entworfen, die sich vom Kunstwerk

»Mademoiselle Pogany« des rumänischen

Bildhauers Constantin Brancusi inspirieren

ließen. Das symbolhafte Gebäude ist

ein modernes Wahrzeichen, das die Entwicklung

der Umgebung vorantreiben wird.

Die Gebäudehülle hat eine elliptische

Form. Sie schützt den Sitzplatzbereich vor

den Unbilden des Wetters und stellt gleichzeitig

sicher, dass das Tageslicht auf das Fußballfeld

gelangt und die sekundären Räume

unter der Tribüne geschlossen werden. Die

Innenansicht dieser »Schüssel« wird dank

des halboffenen Dachs und der Tragwerks-

»Rippen« aufgewertet, die mit transparenten

und opaken Materialien verkleidet sind.



Die Arbeiten am neuen Stadion in Targu-Jiu

(im Süden Rumäniens) sind nahezu abgeschlossen;

die Tribünendächer sind zum Teil

montiert, ebenso wie die beiden Anzeigetafeln.

Dieses Projekt umfasst den Umbau

des Targu-Jiu-Stadions, dessen Ziel die

Schaffung eines moderneren Stadions ist,

das die UEFA-Standards erfüllt. Nach der

Fertigstellung wird das Stadion – das dann

offiziell Pandurii Arena heißen wird – über

12.500 Sitzplätze sowie über ein unterirdisches

Parkhaus und ein Hotel mit 40 Zimmern

verfügen. In naher Zukunft soll das

Gebiet um das Stadion ebenfalls modernisiert

werden.


(sm 180406131)

KönigFrankstahl ist auf den Vertrieb von Stahlprodukten

spezialisiert und verfügt über langjährige

Expertise im Bereich Handel und Logistik.

Qualität und Zuverlässigkeit sowie enge Beziehungen

zu Partnern und Kunden sind bei König-

Frankstahl oberstes Gebot. Kennzeichnend für die

Gruppe sind Erfahrung und Kenntnisse über den

rumänischen Markt, gepaart mit Tradition, verlässlichen

Kapazitäten und entsprechender Stabilität

der Mitgliedergesellschaften.

«

KönigFrankstahl SRL

Sos. Berceni 108

041919 Sector 4, Bukarest

Rumänien

Tel. +40 31 805 2383

http://konigfrankstahl.ro/en

ArcelorMittal Tubular Products

Europe

24-26 boulevard d‘Avranches

1160 Luxembourg

Tel. +352 4792-1

http://tubulareurope.

arcelormittal.com

stahlmarkt 4.2018


50 K

Neue Impulse für die Rohrund

Drahtindustrie

Digitalisierung im Mittelpunkt

Die SMS group stellt Digitalisierung und Industrie 4.0 in den

Mittelpunkt ihres Messeauftritts bei der wire & Tube 2018 in Düsseldorf.

Dies wird u. a. am Beispiel eines mithilfe additiver Verfahren gefertigten

Walzgerüsts für ein Kaltpilgerwalzwerk gezeigt.

Der erste Impuls, der von Digitalisierung

und Industrie 4.0 ausgeht, betrifft die Konstruktion

und die Fertigung der Maschinen

und Komponenten zur Rohr- und Drahtherstellung

selbst. Es wird ein Walzgerüst für

ein Kaltpilgerwalzwerk gezeigt, das mithilfe

additiver Verfahren gefertigt wurde. Die

Bauteilgeometrie eines bisher durch Zerspanung

gefertigten Walzgerüsts wurde so

optimiert, dass die Hubzahl und damit die

Produktivität wesentlich erhöht werden

konnte. Weitere Beispiele für Aktivitäten der

SMS group im Wachstumsmarkt Additive

Manufacturing sind das Kompetenzzentrum

für 3-D-Druck, das in Mönchengladbach

entsteht, sowie 3-D-gedruckte Komponenten,

die sich durch eine verbesserte Funktionalität,

geringeres Gewicht oder kürzere

Lieferzeiten auszeichnen.



Der zweite Messeschwerpunkt sind die

Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung

für den Produktionsprozess ergeben.

Das »smarte Walzwerk« setzt darauf, Daten

und dazugehörige Kenngrößen als Basis für

unternehmerische und prozessführungsrelevante

Entscheidungen zu verwenden. Voraussetzung

für verlässliche Prozessdaten ist

die realitätsnahe Abbildung des Prozesses

durch präzise Messungen. Ein solches Messsystem

für Rohr-, Draht-, Stabstahl- und

Profilwalzwerke wird präsentiert. Es misst

während des Walzens mit Laserlichtschnittsensoren

bis zu 5.000 Konturen pro Sekunde.

Auf Basis der aus den hochauflösenden

Querschnittsmessungen erzeugten 3-D-Modelle

können zudem lokale, atypische Anomalitäten

auf der Oberfläche erkannt werden.

Außerdem wird die digitale Plattform

für PQSC-Lochdorne für Nahtlosrohrwalzwerke

gezeigt (PQSC – Premium Quality

Surface Coating), über die Bestellungen

abgewickelt werden und der Status jeder

Bestellung rund um die Uhr einsehbar ist.

Durch die Kommunikation auf Auftragsbasis

ergeben sich eine erhöhte Transparenz, eine

einfachere Nachvollziehbarkeit von Änderungswünschen

sowie die Möglichkeit, eine

Bestellung zu splitten.

(sm 180406080)

« KONTAKT

SMS group GmbH

Eduard-Schloemann-Straße 4

40237 Düsseldorf

Tel. +49 211 881-0

www.sms-group.com

wire & Tube:


(Foto: SMS group)

Die SMS group zeigt auf der

wire & Tube 2018 das digitale

Qualitätsmanagementsystem PQA

(Product Quality Analyzer).

stahlmarkt 4.2018


K 51

Kabellose Schlitzschere für Spiralrohre

Die neue Akku-Schlitzschere TruTool C 200 von

Trumpf wurde für den Einsatz an Spiralrohren entwickelt, trennt

aber auch Bleche bis zu 2 mm.

Der Trend, im Handwerk mit kabellosen

Elektrowerkzeugen zu arbeiten, ist ungebrochen.

Dementsprechend entwickelt Trumpf

seine 18-V-Li-Ion-Akku-Serie weiter. Jüngstes

Mitglied ist die Schlitzschere TruTool C

200. Mit einem 2-Ah-Akku ausgerüstet,

spielt sie insbesondere beim Trennen von

Spiralrohren ihre Stärken aus, da sie Falzdicken

von bis zu 3,6 mm in Baustahl

(400 N/mm 2 ) schneidet. Entscheidend dafür

ist zum einen der aus Stahl gefertigte

Schneidkopf, der für Robustheit und Kraft

sorgt, zum anderen sind es die verzahnten

Schneidleisten, die im Zusammenspiel mit

dem widerstandsfähigen Messer auch ge -

doppelte Bleche zuverlässig

durchtrennen. Die spezielle

Schneidleistengeometrie sorgt

darüber hinaus für einen komfortablen

Eigenvorschub, der

hohe Arbeitsgeschwindigkeiten

von bis zu 10 m/min ohne großen

Kraftaufwand ermöglicht.

Der geringe Energieverbrauch

und die schnellen Ladezeiten

ermöglichen problemlos einen

Dauereinsatz, wenn der standardmäßige

zweite Akku mitgeführt wird. In 15 min sind

2 Ah-Akkus zu 80 % und in 30 min voll aufgeladen.

(Foto: Trumpf)

Die neue Schlitz schere TruTool C 200 mit 18 V-Li-Ion-Akku

ist für den Einsatz an Spiralrohren entwickelt, dennoch

aber vielseitig einsetzbar. Sie schneidet Falzdicken von bis

zu 3,6 mm Baustahl.

/

www.trumpf.com

wire & Tube:


(sm 180406143)

Stahlrohre der Extraklasse

© Messe München

Mannesmann Line Pipe ist einer der weltweit führenden Hersteller von

HFI-längsnahtgeschweißten Stahlrohren für die verschiedensten

Anwendungsbereiche.

16. bis 20. April 2018

Besuchen Sie uns in

Halle 4 / Stand H42

Geradezu spektakulär ist der Einsatz unserer Rohre beim Ausbau

der Messe München: Mit dem Ausbau von Hallen und Conference

Center ist die überdachte Ausstellungsfl äche auf 200.000 m 2 gewachsen.

Für die hoch anspruchsvolle Dachkonstruktion der neuen Hallen lieferten

wir insgesamt 867 Stahlrohre mit einem Gewicht von 424 Tonnen in

höchster Qualität und Güte.

Zahlreiche Konstruktionsbüros, Ingenieure und Stahlbau-Unternehmen

schätzen HFI-geschweißte Stahlrohre als wirtschaftlichere und technisch

überlegenere Lösung. Unsere längsnahtgeschweißten Rohre können mit

engeren Toleranzen, fl exibleren Längen und einer optisch höherwertigeren

Oberfl äche hergestellt werden. Die Rohre ermöglichen eine Leichtbauweise

mit hoher Festigkeit. Dass zusätzlich auch Gewicht gegenüber Nahtlosrohren

eingespart werden kann, macht solch spektakuläre Konstruktionen

oft überhaupt erst möglich!

Mannesmann Line Pipe GmbH

In der Steinwiese 31 · 57074 Siegen, Germany

Tel.: +49 271 691-0 · Fax: +49 271 691-299

info.mlp@mannesmann.com

www.mannesmann-linepipe.com


52 K

Neues Verfahren zur Membranwandbeschichtung

Thermisches Laserspritzen als Alternative zum Auftragschweißen

In den Brennkesseln von Biomasse- und Müllverbrennungsanlagen

werden zur Wärmerückgewinnung Membranwände eingesetzt.

Die Antikorrosionsbeschichtung dieser Rohrwandsysteme stellt jedoch

eine enorme technische Herausforderung dar. Ein innovatives Laserspritzverfahren

ermöglicht eine wirtschaftliche Prozessführung mit überzeugenden

Ergebnissen.

In Biomasse- und Müllverbrennungsanlagen

spielen wasserführende Stahlrohrsysteme

eine Schlüsselrolle. Als Wände der

Brennkessel installiert, nehmen sie die vom

Kesselfeuer erzeugte Wärmeenergie auf und

übertragen sie an einen Wasser- Dampf-

Kreislauf. Der Dampf wird zum Antreiben

stromerzeugender Kraftwerksturbinen ge -

nutzt oder als Prozessdampf bzw. Fernwärmeenergieträger

weitergegeben. Der Aufbau

ist bewährt, hat jedoch einen neuralgischen

Punkt: Die Rohrwandsysteme halten den rauen

Prozessbedingungen nicht dauerhaft

stand (Bild 1). Grund ist insbesondere das

Chlor im Rauchgas der Feuerung: Es reagiert

mit dem Eisenanteil der Rohre und lässt sie

unweigerlich korrodieren. Da im Brennkessel

Rauchgastemperaturen von etwa 1.000 °C

realisiert werden und die Anlagen meist im

Dauerbetrieb laufen, vollzieht sich dieser Zersetzungsprozess

rasant. Unbehandelte Rohre

werden zum Teil schon nach rund einem Jahr

unbrauchbar. Güns tiger sieht es bei Kesselrohrsystemen

mit metallischen oder keramischen

Antikorro sionsbeschichtungen aus –

sie kommen je nach Material und physikalisch-chemischer

Belastung auf die drei- bis

vierfache Lebensdauer. Da sich der Beschichtungsaufwand

schon ab einer Verdopplung

der Einsatzzeit rentiert, setzt der Großteil der

Anlagenbetreiber heute auf entsprechende

Schutzschichten.



Abhängig vom Typus des Rohrwandsystems

sind solche Beschichtungen freilich nicht

immer einfach zu realisieren. Das gilt speziell

auch bei sogenannten Membran- bzw.

Flossenwänden. Bei diesem Rohrwandtypus

sind die einzelnen Kesselrohre durch Metallstege

– die »Flossen« – miteinander verbunden

(Bild 2). Dadurch entsteht eine geschlossene

Wandfläche. Für Anlagenbetreiber hat

das den Vorteil, dass die Rohrwand die Wärme

bestmöglich aufnehmen kann. Die Bauart

ist also sehr energieeffizient. Aus Sicht

des Beschichtungsspezialisten ist diese

Wandgeometrie hingegen anspruchsvoller.

Er hat keine rotationssymmetrischen Einzelrohre

mehr vor sich, sondern muss eine

Oberfläche mit komplexer Detailgeometrie

bearbeiten. Vor allem der Übergang vom

gebogenen Kesselrohr zur geraden Flosse

bereitet erfahrungsgemäß Probleme und

bringt die meisten bekannten Beschichtungsverfahren

an ihre Grenzen (Bild 3). Ein

solider, metallurgisch fest mit dem Grundwerkstoff

verbundener und zugleich wirtschaftlicher

Schichtauftrag gelang bisher

meist nur durch klassisches Auftragschweißen.

Mit seiner Hilfe lassen sich in vertretbaren

Prozesszeiträumen stabile Schichten

realisieren, die auch komplexe Oberflächen

zuverlässig abdecken und schützen. Der

hohe Wärmeeintrag dieses Verfahrens mindert

seine Eignung jedoch ganz erheblich:

Da sich Schicht- und Grundwerkstoff beim

Schweißen stark vermischen, war die Korrosionsbeständigkeit

der Schichten in der Vergangenheit

oft unbefriedigend und musste

durch höhere Mindestdicken ausgeglichen

werden. Darüber hinaus verursacht die Wärmeeinwirkung

nicht selten Verformungen,

die durch aufwendige Nachbearbeitungen

korrigiert werden müssen.

Kesselrohre in Biomasse- und

Müllverbrennungsanlagen sind extremen

Umfeldbedingungen ausgesetzt.

(Fotos: Häuser)

Autor: Dr.-Ing. Thomas Molitor, Technischer Vertrieb,

Laserline GmbH

stahlmarkt 4.2018


K 53

Bei Membran- bzw. Flossenwänden

sind die einzelnen Rohre durch Stege

(sogenannte »Flossen«) miteinander

verbunden.

Angesichts dieser Fakten ist es nur folgerichtig,

dass Spezialisten nach alternativen

Lösungen für die Beschichtung von Membranwänden

forschen. Eine mögliche Stoßrichtung

ist dabei der Versuch, die Pluspunkte

des Auftragschweißens zu bewahren,

zugleich aber den Wärmeeintrag zu mindern.

Diesem Ansatz folgend hat die Duisburger

Häuser & Co. GmbH ein laserbasiertes

Verfahren entwickelt, das klassisches

Auftragschweißen und Elemente des Thermischen

Spritzens verbindet. Von Häuser als

Thermisches Laserspritzen bezeichnet, variiert

es eine patentierte, von den Duisburgern

selbst entwickelte Plasmaspritztechnologie,

die seit vielen Jahren erfolgreich zur

Antikorrosionsbeschichtung von Kesselrohrwänden

eingesetzt wird. Sie verwendet im

ursprünglichen Verfahrensaufbau ein per

Lichtbogen ionisiertes Edelgas (»Plasma«)

als Energiequelle. Die erzeugten Beschichtungen

haften mechanisch auf der Werkstückoberfläche

an, ohne sich mit dieser zu

vermischen, und besitzen dadurch eine ex -

zellente Korrosionsbeständigkeit. Bei Einzelrohren

wird die Schicht durch eine nachfolgende

Wärmebehandlung dann auch metallurgisch

mit dem Rohr verbunden. Bei komplexen

Oberflächen gelingt die Wärmebehandlung

der Schicht hingegen nur mit

unwirtschaftlich langsamer Geschwindigkeit,

sodass dieser Verfahrensaufbau für

Membranwände nicht in Frage kommt.

Die komplexe Oberflächengeometrie

von Membranwänden stellt hohe

Anforderungen an die Beschichtungstechnik.

Laserauftragschweißen. Der Beschichtungswerkstoff

wird in Pulverform verarbeitet und

vom Laser mit der Oberfläche verschmolzen.

Da die Laserstrahlenergie binnen Millisekunden

feinabgestuft reguliert und aus wechselnden

Richtungen auf das Werkstück ge -

richtet werden kann, passt sich die Intensität

der Bestrahlung exakt an alle Oberflächenstrukturen

an – einschließlich der kritischen

Übergangsbereiche zwischen Rohr und Flosse.

Ergebnis sind homogene, fast porenfreie

Schutzschichten, die in kurzen Prozesszeiträumen

realisiert werden können und me -

tallurgisch mit dem Werkstück verbunden

sind. Eine nachgelagerte Wärmebehandlung

ist nicht erforderlich. Da die gleichmäßige

Energieverteilung innerhalb des Diodenlaserstrahls

ein ruhiges Schmelzbad von ge -

ringer Einwirktiefe erzeugt, fällt die Vermischung

von Schicht- und Grundwerkstoff so

gering aus, dass die Schichten weit korrosionsbeständiger

sind als klassisch ge -

schweißte Beschichtungen. Verformungen

kommen bei diesem Verfahren kaum vor,

was Nachbearbeitungen weitgehend verzichtbar

macht.

Mit dem Thermischen Laserspritzen steht

eine innovative Technologie zur Beschichtung

von Membranwänden zur Verfügung,

die eine ernstzunehmende Alternative zum

herkömmlichen Auftragschweißen darstellt.

Sie bewahrt dessen Vorteile, ist jedoch ma -

terialschonender und genauer und ermöglicht

eine wirtschaftliche Prozessführung mit

überzeugenden Resultaten. Das neue Verfahren

kann unter Einsatz zahlreicher be -

kannter Beschichtungswerkstoffe wie Inconel

625, Hastelloy C oder Stellite 21 umgesetzt

werden. Es ist dank der hochpräzisen

Lasersteuerung stets exakt reproduzierbar

und auch in Sachen Prozessgeschwindigkeit

uneingeschränkt konkurrenzfähig. Darüber

hinaus wurde das Thermische Laserspritzen

auch schon erfolgreich zur Beschichtung

industrieller Armaturen und Antriebswellen

sowie zur Reparatur bzw. Wiederaufbereitung

gebrauchter Spindeln, Dichtplatten,

Walzenzapfen und Verschleißbuchsen eingesetzt

(Bilder 4 und 5). Auch für Anwendungen

im maritimen Bereich ist die Häuser

GmbH mittlerweile zertifiziert.

www.laser-line.de

/

(sm 180406081)



Die neue Laserspritztechnologie kennt diese

Probleme nicht mehr. Sie nutzt einen La -

serline-LDF-Diodenlaser mit 100 mm·mrad

Strahlqualität und maximal 6 kW Ausgangsleistung

als Energielieferant und ähnelt dem

Bei der von der Häuser GmbH konzi pierten

Technik des Thermischen Laser spritzens dient ein

Diodenlaser LDF 6000-100 von Laserline als

Energie lieferant. Er verschmilzt die Pulverpartikel

des Beschich tungswerkstoffs mit der

Werkstückoberfläche.

stahlmarkt 4.2018


54 K

Anlagenüberwachung

in Echtzeit

Schuler präsentiert umfassendes System zur

Prozesskontrolle für die Herstellung von Großrohren

Für seine Spiralrohranlagen entwickelt Schuler kontinuierlich

Optimierungen mit der immer gleichen Zielsetzung: ein stabiler und

sicherer Prozessablauf, der hochwertige Großrohre, niedrige Betriebskosten

und einen hohen Automatisierungsgrad bietet. Dies gilt auch für die

neueste Innovation des Unternehmens, Pipe ID 4.0 – ein umfassendes

Echtzeit-Prozessleitsystem für die Herstellung von Großrohren.

Dazu gehören auch die Rückverfolgung

der Rohre (Track&Trace), die Überwachung

der Gesamtanlageneffektivität (Overall

Equipment Efficiency, OEE), Zustandsüberwachung,

intelligente Diagnose und Energiekontrolle.

Schuler hat die Maschinenüberwachung

bereits in anderen Produktionslinien

implementiert, z. B. für die Herstellung

von Eisenbahnrädern. Zu den erfassten Produktionsdaten

zählen alle geplanten und

ungeplanten Stillstände einschließlich ihrer

Ursachen, Fehlermeldungen, Soll-/Ist-Vergleich

und Qualität der Teile. Auf diese Weise

erhalten die Systembetreiber eine Grundlage

für die Berechnung der OEE. Die permanente

Protokollierung der Parameter

ermöglicht auch, wo erforderlich, eine zyklusgenaue

Reaktion in Echtzeit. Durch die

Zustandsüberwachung lässt sich das System

in regelmäßigen Abständen auf Beschädigung

und Verschleiß überprüfen. Dank der

intelligenten Diagnose wird die Fehleranalyse

erheblich beschleunigt.

Bei Großrohren kommt der Produktdatenerfassung

eine besondere Bedeutung zu,

wenn es darum geht, die Rohre mit hochwertigen

Stählen (X100) gemäß der geforderten

Normen – wie API5L – hinsichtlich

Abmessungsqualität oder Schweißqualität

mit Ultraschall, hydrostatischen Tests und

durch Röntgen zu prüfen. Schuler bietet seinen

Kunden die Möglichkeit, analoge Röntgensysteme

auf die neuesten digitalen Standards

umzurüsten, sodass diese problemlos

in Pipe ID 4.0 integriert werden können.

Mithilfe von an das Netzwerk angeschlossenen

Etikettendruckern, Farbmarkierern

und QR- sowie Barcode-Scannern können

alle Rohre in der Anlage überwacht und

zurückverfolgt werden. Auch das Coillager

wird in der Datenbank verwaltet, die Coil-

Daten lassen sich also dem produzierten

Rohr zuordnen. Mobile Endgeräte sind zur

Überwachung und Auswertung einsetzbar.

Die Serverstation bildet das Rückgrat für

das Glasfasernetzwerk, mit dem jede Ma -

schine über Managed Industrial Switches

verbunden ist. Dies ermöglicht einen Überblick

über den Produktionsprozess, schnelle

Statusabfragen einzelner Stationen sowie

eine Übersicht der laufenden und stehenden

Maschinen, der Produktionszeit einzelner

Rohre und der Fehlerberichte. Eine Schnittstelle

zum jeweiligen ERP-Netzwerk des

Kunden ist integriert.

Bis zu 50 über die gesamte Anlage verstreute

Bedienerterminals geben Auskunft

über die realen Produktionszeiten, die An -

zahl der Rohre pro Zeiteinheit, die Produktionsraten,

den Zustand der Anlage und

Fehlermeldungen an den Arbeitsstationen

– wie etwa die Offline-Fertigschweißstände,

die hydrostatische Prüfpresse, die Quernahtschweiß-

und Reparaturstation, die Prüfstände

oder die Rohrenden-Bearbeitungsmaschine.

Dies reduziert den Arbeitsaufwand sowie

die Kosten für Wartung und Instandhaltung.

Darüber hinaus hat Schuler für das Befestigen

und Trennen der Anschweißplatten,

das nachfolgende Schleifen und abschließende

Vermessen und Markieren vollautomatische,

Roboter-gestützte Systeme entwickelt,

die für beide Rohrenden eingesetzt

werden können. Die minimale Zykluszeit für

Durchmesser im Bereich von 20 bis 88 Zoll

beträgt ungefähr 5 min. Kurze Coil- und

Durchmesserwechselzeiten, eine hohe Flexibilität

und geringe Stillstandszeiten erhöhen

den Automatisierungsgrad der Spiralrohranlagen

von Schuler weiter. (sm 180406158)

(Foto: Schuler)

Pipe ID 4.0 von Schuler ist ein umfassendes Echtzeitprozessleitsystem zur Herstellung von

Großrohren. Dazu gehört Track&Trace, Gesamtanlagen-Effektivität (OEE), Zustands- und

Energieüberwachung sowie intelligente Diagnose.

« KONTAKT

Schuler AG

Schuler-Platz 1

73033 Göppingen

Tel. +49 7161 667789

www.schulergroup.com/Large_Pipe

stahlmarkt 4.2018


K 55

3-D-Laserscanner zur Vermessung von Rohren

und Drähten

Hexagon Manufacturing Intelligence hat mit der weiterentwickelten

Softwareplattform Aicon BendingStudio einen neuen Lösungsansatz für die

Rohr- und Drahtmessung geschaffen.

Aicon BendingStudio ermöglicht die

Messung komplexer Rohr- und Drahtgeometrien

mit dem sogenannten Romer Ab -

solute Arm mit integriertem Scanner. Die

Anwender können die schnelle 3-D-Laserscanning-Technologie

als portable Lösung

nahezu überall im Fertigungsprozess einsetzen.

Die Software erleichtert die Arbeit in

der Biegeteilfertigung erheblich. Denn von

der Zeichnung bis zum fertigen Rohr oder

Draht liegen viele Prozessschritte, die mit

unterschiedlichen Daten in der Software

hinterlegt sind. BendingStudio verbindet alle

Daten und Prozesse rund um die Fertigung

von Biegebauteilen von der Konstruktion

und Fertigungsplanung über die Produktion

bis hin zur Qualitätssicherung. Bending-

Studio und Romer Absolute Arm mit Scanner

sind eine Lösung für die Vermessung

von Rohren und Drähten auch mit sehr komplexen

Geometrien – geeignet für Bauteile

mit einem Durchmesser von bis zu 300 mm.

BendingStudio ist bei allen Hexagon-Vertriebsniederlassungen

als eigenständiges

Software paket oder als Komplettlösung

BendingStudio plus Romer Absolute Arm

mit integriertem Scanner erhältlich.

www.hexagon.com

/

(Foto: Hexagon)

Die Software-Komplettlösung BendingStudio

und Romer Absolute Arm mit integriertem

Scanner ist geeignet für Bauteile mit einem

Durchmesser von bis zu 300 mm.

(sm 180406138)

Lagerung und

Sonderverarbeitung von

Coils, Rohlingen und

Blechen aus Edelstahl

www.stainlessband.co.uk

T: +44 (0) 1274 566 831

E: sales@stainlessband.co.uk

Stainless Band ist ein

kundenorientierter, führender

Hersteller von Erzeugnissen

aus Edelstahl-Coils für viele

Fertigungsbetriebe in Europa.

Wir sind Multi-lingual

• Zuschnitte • Kantenversäuberung • Rundkanten • Ablängen

• Aufgewickelte Spulen • Packengewickelte Ringe • Bleche • Rohlinge

• Bandschlösser und Bänder • Polieren

@stainlessband1


56 K

Umschlagbagger für das Rohr-Handling

Optimal in Reichweite, Traglast und feinfühliger Steuerung

Insgesamt sieben Umschlagbagger vom Typ SENNEBOGEN 870

sind mittlerweile als Spezialisten im Rohr-Handling beim Kunden Mülheim

Pipecoatings äußerst erfolgreich im Einsatz. Die Umschlagbagger bewegen

täglich hunderte Rohre mit bis zu 18 m Länge und bis zu 15 t Gewicht.

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt

– schließlich sollen die Rohre später als neue

Pipeline Nord Stream 2 zukünftig noch

mehr Gas unter der Ostsee hindurch nach

Deutschland leiten. Das ist nur einer von

vielen Großaufträgen aus der ganzen Welt

– viel zu tun für die SENNEBOGEN Umschlagbagger.

Mülheim Pipecoatings (MPC) ist Teil der

EUROPIPE Unternehmensgruppe, die als

Weltmarktführer längs- und spiralnahtgeschweißte

Großrohre in nahezu allen ge -

wünschten Abmessungen produziert. Unter

anderem auch für die Nord Stream Pipeline

in der Ostsee. Seit 2011 strömt russisches

Gas über diese Rohrleitung auf einer Ge -

samtlänge von 1.224 km unter der Ostsee

hindurch nach Deutschland. Schon damals

kam ein Großteil der notwendigen Rohre

von MPC aus Mülheim an der Ruhr. Zukünftig

soll mit dem Bau einer parallelen zweiten

Leitung ein Plus von bis zu 55 Mrd. m 3 Gas

transportiert werden. Der Bau der Nord

Stream 2 läuft derzeit auf Hochtouren und

auch hier kommen die Rohre wieder aus

Mülheim – sortiert, gelagert und verladen

von SENNEBOGEN Umschlagbaggern.

Ende 2016 konnte der Vertriebs- und Servicepartner

BRR – Baumaschinen Rhein-Ruhr

zwei weitere SENNEBOGEN 870 Umschlagbagger

für den Einsatz im Rohr-Handling an

MPC ausliefern. Ausgestattet sind die Ma -

schinen der aktuellen E-Serie mit einem

261 kW Dieselmotor und dem bewährten

Green Hybrid Energierückgewinnungssystem.

Mit einer maximalen Reichweite von

20 m lassen sich selbst die bis zu 15 t schweren

und 18 m langen Rohre sicher stapeln

und verladen.

»Vor der Verladung auf Wagons kontrollieren

wir jedes Rohr nochmals genau auf

Beschädigungen und Richtigkeit der Reihenfolge.

Deshalb ist es auch wichtig, dass trotz

der schweren Lasten möglichst vorsichtig

und materialschonend gearbeitet wird. Mit

den SENNEBOGEN 870 haben wir eine ideale

Kombination aus Reichweite, komfortabler

Traglast und feinfühliger Steuerung

gefunden«, erklärt Logistikleiter Alexander

Jähring die Vorteile der grünen Umschlagbagger.

Nicht zuletzt, weil die Kosten pro Rohr bei

bis zu 20.000 € liegen, gilt auch für den Fahrer

höchste Konzentration. Mit einem hängenden

Spreader oder der Vakuumtraverse

werden die Rohre vorsichtig von den Lkws

gehoben, nochmals inspiziert und schließend

auf Wagons zum Abtransport verladen

– immer alles optimal im Blick aus der um

3,0 m hochfahrbaren und um 2,6 m vorfahrbaren

Maxcab Industrie Komfortkabine.

Auch im täglichen Betrieb und bei Wartung

und Service haben die SENNEBOGEN

Maschinen Alexander Jähring überzeugt.

»Mittlerweile haben wir sieben Maschinen

des Typ 870 erfolgreich im Einsatz – größere

Reparaturen sind ausgeblieben und bei kleineren

Sachen können wir uns dank der servicefreundlichen

Struktur der Maschinen

auch selbst helfen – ein Qualitätsmerkmal,

das uns überzeugt.«

(sm 180406120)

« KONTAKT

SENNEBOGEN

Maschinenfabrik GmbH

Hebbelstraße 30

94315 Straubing

Tel. +49 9421 540-0

www.sennebogen.de

(Foto: Sennebogen)

Die beiden neuen SENNEBOGEN 870 E

Umschlagbagger, verladen täglich bis zu

40 Rohre auf Wagons – die schwersten

davon bis zu 18 m lang und 12 t schwer.

stahlmarkt 4.2018


K 57

Messtechnologien zur Online-Qualitätskontrolle

von Stahlrohren

Mit Radartechnologie präzise messen

Die SIKORA AG ist ein Hersteller und Anbieter von Mess-, Regel-,

Inspektions-, Sortier- und Analysetechnologien für die Rohr- und Schlauch-,

Draht- und Kabel-, Glasfaser- und Kunststoffindustrien. Auf der Messe Tube

präsentiert das Unternehmen erstmals ein breites Portfolio an innovativen

Systemen zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung und Prozessoptimierung

bei der Produktion von Stahlrohren.

Seit mehr als zehn Jahren ist Sikora

bereits erfolgreich im Kunststoffrohrmarkt

aktiv. Die eingesetzten Technologien zur

Qualitätskontrolle messen und regeln online

Produktparameter wie den Durchmesser, die

Ovalität, Wanddicke sowie Exzentrizität für

höchste Qualität des Endprodukts und optimale

Prozesseffizienz während der Fertigung.

Die bewährten Technologien wurden

auf den Stahlrohrmarkt übertragen. Das

Sikora Centerwave 6000 M basiert auf fortschrittlicher,

hochauflösender Radartechnologie

und repräsentiert eine innovative

Alternative zur optischen Triangulations-

Technologie. Der Vorteil der Radartechnologie

ist, dass auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen

verlässliche Messwerte

generiert werden. Die Automobilindustrie

setzt im Bereich des autonomen Fahrens

bereits seit Jahren auf Radartechnologie, die

unter allen Witterungsbedingungen zuverlässige

Werte garantiert. Das Centerwave

6000 M misst online und berührungslos,

gleichzeitig aus mehreren Richtungen, den

Durchmesser und die Ovalität von Stahlrohren.

Zudem können schnell rotierende Stahlrohre

auf diese Weise präzise gemessen

werden. Das System bedarf weder Koppelmedien

noch einer Kalibrierung. Die Technologie

eignet sich sowohl für blanke, raue

als auch kalte oder warme Oberflächen.

(Foto: Sikora)

Wanddickenmessung von kunststoffummantelten

Stahlrohren mittels Röntgen-

Technologie




Radartechnologie, basierend auf Millimeterwellen,

überzeugt darüber hinaus bei der

Messung der Dicke von Stahlplatten. Ähnlich

wie bei dem optischen Triangulations-

Verfahren, werden die Abstände zu den

Stahlplatten oben beziehungsweise unten

gemessen. Der Vorteil ist, dass die Radarwellen

über einen Reflektor auf das zu messende

Produkt gelenkt werden, sodass die eigentlichen

Radartransceiver, aus einer geschützten

Position heraus, die Messung durchführen.

Staub, Wasserdampf und selbst abtropfendes

Wasser beeinflussen das Messergebnis

nicht.

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Sikora AG

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28307 Bremen

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stahlmarkt 4.2018


58 K

Rohr-Rohr- oder Rohr-Rohrboden-Schweißen

Hochwertige Schweißungen mit WIG-Orbitalschweißen

Mit der neuesten Generation der Stromquellen P4/P6

gewährleistet das neue Schweißprogramm von Polysoude eine hochwertige

Schweißung durch Automatisierung. Es ist leicht über die grafische

Benutzerschnittstelle zu erstellen, der Schweißzyklus kann so oft wie nötig

mit demselben Ergebnis wiederholt werden.

Polysoude bietet eine breite Standardpalette

an Orbitalschweißeinrichtungen für

das Orbital-WIG-Schweißen (WIG – Wolfram-

Inertgas-Schweißen) sowie automatisierte

Lösungen unter Einbeziehung der

neuesten Techniken an. Die moderne Orbitalschweißeinrichtung

ist für eine Echtzeitüberwachung

der Hauptschweißparameter

ausgelegt, die überprüft und in einem vollständigen

Schweißprotokoll zusammengestellt

werden können. Der Benutzer gibt

Grundinformationen zu Größe und Werkstoff

der zu verbindenden Rohre an. Das

System ruft seine eingebaute Datenbank

auf, um ähnliche Anwendungen zu suchen,

oder schlägt durch progressive Berechnung

ermittelte Schweißparameter vor. Das vorgeschlagene

Schweißverfahren kann schließlich

durch ein Expertenhilfemenü oder einen

Schweißassistenten optimiert werden.




Polysoude stellt eine große Zahl an modularen

und anpassbaren offenen und geschlossenen

Schweißköpfen und Orbitalschweißstromquellen

für unterschiedliche Anwendungen

her, die einen breiten Bereich an

Durchmessern, Wanddicken und Werkstückgeometrien

abdeckt. Weiter sind die Polysoude-Orbitalschweißeinrichtungen

dafür

ausgelegt, die steigenden Qualitätsanforderungen

für Werkstoffe zu erfüllen, die oft

schwierig zu schweißen sind. Da häufig

hoch und speziell legierte Werkstoffe verwendet

werden, kann nur automatisiertes

Orbitalschweißen einen eingeschränkten

Wärmeeintrag während des Schweißens

garantieren und dadurch die Werkstoffeigenschaften

bewahren. Für sehr dickwandige

Rohre erhöht Polysoude zusätzlich

zum Heißdraht-WIG-Verfahren die Produktivität

zusätzlich durch ein Reduzieren der

Schweißfugengestaltung und daher des

durch die Schweißung zu füllenden Volumens.

Die Verwendung eines offenen Fahrwerkschweißkopfes

mit einem Engspaltfugenbrenner

schränkt die Menge des ab -

gelagerten Metalls ein.

(sm 180406010)

Offene oder

geschlossene

Schweißköpfe von

Polysoude decken

einen breiten

Bereich an

Durchmessern

und Anwendungen

ab.

(Foto: Polysoude)

«

Polysoude S.A.S.

2 rue Paul Beaupère

44300 Nantes France

Tel. +33 240681100

www.polysoude.com

Polysoude Deutschland GmbH

Schillerstraße 20

72144 Dußlingen

Tel. +49 7072 60076-0

www.polysoude.com


stahlmarkt 4.2018


®

Internationale Anerkennung

für verantwortungsvolle

Beschaffung

16.-20.04.2018

Gemeinschaftsstand

BDS

Halle 7/C25

Luxembourg. ArcelorMittal Tubular Products Europe

wurde erneut für ihre nachhaltige Beschaffungspolitik

ausgezeichnet und erhielt den Standard BES 6001.

Der europäische Rohrbereich von Arcelor Mittal und die Werke

in Krakau/Po len und Karvina/Tschechische Republik wurden mit

dem international anerkannten Standard BES 6001 des British

Research Establishment (BRE) für verantwortungs volle Beschaffung

ausgezeichnet. Es ist die zweite Anerkennung dieser Art für

den Luxemburger Stahlerzeuger. Im Jahr 2015 hatte bereits die

europäische Langproduktensparte dieses Prädikat erhalten.

Der Standard BES 6001 belegt, dass Arcelor Mittal für die Erzeugung

ihrer Kon struktions- und Leitungsrohre verantwortungsbewusste

und nachhaltige Beschaffungsgrundsätze beachtet. Das

Zertifikat bezieht sich auf warmgefertigte Hohlprofile und Druckrohrleitungen.

BES 6001 wurde von dem britischen Forschungsunternehmen

Building Research Establishment (BRE) entwickelt. Der Standard wird

an Unternehmen für die verantwortungsbewusste Beschaffung von

Bauprodukten vergeben. Überprüft wird dies von einem unabhängigen

Dritten, der ökologische und soziale Merkmale des Unternehmens

sowie Organisations- und Lieferantenmanagementsysteme

intensiv überprüft. Bei ArcelorMittal dauerte dieses Audit acht

Monate. Der Stahlerzeuger ist eines der größten und komplexesten

Unternehmen, die diese begehrte Auszeichnung je erhalten haben.

»Mit dem neuen Zertifikat liefert ArcelorMittal der Baubranche

ein gutes Beispiel für nachhaltig erzeugte Stahlrohre«, sagte Marketingchef

Adrian Alecu. Britische Bauunternehmen würden derzeit

bevorzugt bei Rohrerzeugern kaufen, die ihre nachhaltige

Be schaffung mit anerkannten Standards belegen könnten.

Alecu geht davon aus, dass sich dieser Trend auch in andere

Märkte ausweitet. Alle Glieder der Lieferkette könnten sicher sein,

dass die geschweißten Rohre von ArcelorMittal den geforderten

Nachhaltigkeitskriterien entsprechen.

http://tubulareurope.arcelormittal.com

/

(sm 180406106)

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und die Tool Box bietet mehr:

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Voß 11

L KURZMELDUNG

ANLAGENBAUER FIVES KAUFT ZU

Paris. Der international tätige Anlagenbauer Fives hat den Rohrbereich

der italienischen Imec Engineering erworben. Mit diesem Kauf erweitert

das Unternehmen seine Expertise in den Bereichen Schleifen, Endfertigen,

Verpacken und Transport sowohl für die Stahl- als auch für die Energieindustrie.

Fives kann nun eigenen Angaben zufolge auch Rohrerzeugern

auf der ganzen Welt Komplettlösungen für die Fertigung von naht losen

und geschweißten Rohren und Leitungen anbieten.

www.fivesgroup.com

/

stahlmarkt 4.2018

kibi/WS(SHN)/SE/ (sm 180305923)

Voß/Voss: 11 x vertreten in Europa und darüber

hinaus, unterstützt durch 220 Mitarbeiter

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG

Telefon: +49 0 40 700165-0

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NUR FÜR DEN FACHHANDEL


60 K

XTP-Technologieinnovation für die Massivumformung

Steeltec präsentiert auf der wire 2018 seine Xtreme Performance (XTP ® ) Technology.

XTP-behandelte Standardstähle verfügen

ohne Einsatz teurer Legierungszusätze

über eine anwendungsspezifisch verbesserte

Umformbarkeit, Zähigkeit und Dauerfestigkeit.

Anwender profitieren von einer zeitund

kosteneffizienten Prozesskette sowie

leistungsfähigen Bauteilen. Mit der Xtreme

Performance (XTP) Technology, einer Weiterentwicklung

der thermomechanischen Prozessführung

eröffnet Steeltec, ein Unternehmen

der Schmolz+Bickenbach-Gruppe,

Massivumformern jetzt signifikante Einsparpotenziale.

Im Vergleich zu konventionellen

Stahlprodukten bringen XTP-behandelte

Stähle bereits im Lieferzustand die anwendungsspezifische

Eigenschaftskombination

mit. So sind beispielsweise hohe Kerbschlagwerte

und eine mittlere Festigkeit für die

Kaltumformung oder eine hochfeste Variante

mit sehr guten Zähigkeitseigenschaften

zur nachfolgenden mechanischen Bearbeitung

möglich. Die dynamische Belastbarkeit

von XTP-behandeltem Stahl steigt um mindestens

10 %. Die hohe Zähigkeit des Stabstahls

verhindert, dass er bei schlagartiger

Belastung bricht. Dabei hält das Material je

nach Ausführung auch Tiefsttemperaturen

bis – 101 °C stand. Das bedeutet mehr Flexibilität

im Design und mehr Freiheit in der

Konstruktion. Bauteile werden widerstandsfähiger,

u. a. gegen Rissbildung, oder lassen

sich ohne Kräfteverlust redimensionieren.

Zusätzliche kostenintensive Nachbehandlungen

nach der Massivumformung, wie sie

bei Standardstählen erforderlich sind, entfallen.



Seit 2016 setzt Steeltec die gemeinsam mit

Forschungsinstituten und einem Anlagenhersteller

entwickelte Xtreme Performance

Technology ein. Kontinuierlich erforscht das

Unternehmen, welche bisher verborgenen

Eigenschaften sich damit bei Standardstählen

nutzen lassen. Das Portfolio und die

Zielanwendungen wurden erweitert. Während

der Fokus bisher im Bereich Drehteile

lag, zählen heute auch anspruchsvolle Formteile

dazu.

www.xtp-technology.com

www.steeltec-group.com

/


(sm 180406114)

Vollautomatische Radiusmessung und innovative Steuerung

Die Schweizer PBT AG präsentiert auf der Tube 2018 innovative Lösungen zur vollautomatischen

Radiusmessung und die mobilen Steuerungen Tablet TeachIn und Tablet350.

Am Gemeinschaftsstand mit der deutschen

Niederlassung Indumasch GmbH können

sich die Besucher von den hochpräzisen

Profilbiegemaschinen überzeugen. Mit der

vollautomatischen Radiusmessung unter

den hauseigenen PC400-Steuerungen können

ein oder mehrere unterschiedliche Ra -

diensegmente im gleichen Profil mithilfe der

pneumatischen Messköpfe rechts und links

der Biegerolle gemessen sowie automatisch

korrigiert werden. Auf die Ist-Radius-Vermessung

folgt die automatische Korrektur

bis der Soll-Radius erreicht ist. Die vollautomatische

Radiusmessung spart Zeit, da der

Biegeprozess nicht mehr durch einen Ma -

schinenbediener überwacht werden muss.

Zusätzlich gehören chargenbedingte Abweichungen

der Vergangenheit an. Außerdem

werden die mobilen

Steuerungen Tablet

TeachIn und Tablet350

präsentiert.

Die handelsüblichen

Windows-10-Tablets

werden via

Ethernet-Schnittstelle oder WLAN mit der

Maschine verbunden. An diese lässt sich das

Gerät bei Bedarf mittels eines Gelenk arms

befestigen und bisher manuelle Ma schinen

können problemlos aufgerüstet werden. Die

Tablet350-Steuerung ist eine auf das

Wesentliche reduzierte Software der Highend-Software

PC400, mit der mehrere Biegeradien

und Biegelängen programmiert

werden können. Dadurch sind nicht nur

knickfreie Radienübergänge, sondern auch

das Nachbiegen eines zu groß gebogenen

Radius möglich.

/

www.pbt.ch


(sm 180406011)

(Foto: BPT/Indumasch)

Mit der vollautomatischen Radiusmessung unter den hauseigenen

PC400-Steuerungen können ein oder mehrere unterschiedliche

Radiensegmente im gleichen Profil mit Hilfe der pneumatischen

Messköpfe rechts und links der Biegerolle gemessen sowie

automatisch korrigiert werden.

stahlmarkt 4.2018


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Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung K 63

Herausforderungen und Anwendungsfelder

für die additive Fertigung

Von Annedore Bose-Munde

3-D-Druck setzt sich in der modernen Industrie immer mehr durch.

Maßgefertigte Produkte lassen sich künftig zum Preis von Massenware

herstellen. Doch die additive Fertigung verändert nicht nur die Produktionstechnik

grundlegend, sondern auch die gesamte Prozesskette. Für die

Unternehmen der Stahlbranche ermöglicht die On-Demand-Fertigung mit

3-D-Druck deutlich mehr Flexibilität in der Produktion.

Schon länger sind additive Metallbearbeitungsverfahren

weit mehr als eine

Stand-Alone-Technologie. Und so wachsen

die generativen Fertigungsansätze immer

mehr mit den klassischen Verfahrenswelten,

wie Zerspanen, Urformen und Umformen

zusammen.

Generative Fertigung

hybrid gefertigte Bauteile durch

Metallpulverauftrag

Bereits seit Jahren befasst sich beispielsweise

die Hermle Maschinenbau GmbH mit der

Entwicklung generativer Fertigungs- und

Verfahrenstechniken. Die inzwischen zur

Industriereife gebrachte MPA-Technologie

(MPA = Metall-Pulver-Auftrag) stellt dabei

ein vielseitiges Verfahren zur generativen

Herstellung großvolumiger Bauteile aus

Metall dar, das seine Stärken besonders im

Werkzeug- und Formenbau ausspielen

kann. Von besonderem Vorteil ist dabei die

Möglichkeit, bereits vorgefertigtes Halbzeug

flexibel mit generativ gefertigten Komponenten

zu ergänzen. So entstehen hybridgefertigte

Bauteile mit mehreren hundert

Kilogramm Masse und mehr als 500 mm

Durchmesser.

Mit der Integration der Auftragseinheit in

ein Hermle 5-Achsen-Bearbeitungszentrum

werden Zerspanung und Materialauftrag zu

einem hybriden Fertigungsschema kombiniert.

Mit dem Verfahren können neben

konturnahen Kühlkanälen auch Kupferkerne

integriert und Heizelemente eingebettet

werden. Für Kanäle und andere Hohlräume

wird ein wasserlösliches Füllmaterial verwendet,

das am Ende des Fertigungsprozesses

herausgespült wird.

»Für die im MPA-Verfahren verfügbaren

Materialien kommen hochwertige Metallpulver

unter optimal abgestimmten Auftragsparametern

zum Einsatz. Daraus entstehen

Gefüge mit einer Porosität von weit

unter 1 %. Bei einigen Materialien ist sogar

eine Hochglanzpolitur möglich. Die ge -

wünschte Härte erhalten die Bauteile bei

einer im Anschluss an die Fertigung durchgeführten

Wärmebehandlung«, so Hermle

zum Materialspektrum. Verfügbare Materialien

sind Warmarbeitsstähle 1.2344,

1.2367, Kaltarbeitsstähle 1.2333, 1.2379,

Edelstähle 1.4404, 1.4313 sowie Eisen,

Kupfer und Bronze.

Generative Bauteilherstellung

in Fertigteilqualität

Die Technologiekombination von Laserauftragschweißen

mittels Pulverdüse und Fräsen

hat DMG Mori in der

Lasertec 65 3D vereint (Bild 1).

Damit wird eine schnelle

Herstellung komplexer

Geometrien und indivi-

Bild 1. Die Lasertec 65 3D hybrid kombiniert die Flexibilität der generativen Bauteilfertigung

mit der Präzision der spanenden Bearbeitung und ermöglicht die generative Herstellung

kompletter Bauteile in Fertigteilqualität.

(Foto: DMG Mori)

stahlmarkt 4.2018


64 K Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung

dualisierter Bauteile ermöglicht. Insbesondere

große Bauteile bis 500 mm Durchmesser

lassen sich laut Hersteller mit dieser Hybridlösung

schnell und effizient herstellen.

Der flexible Wechsel zwischen Laser- und

Fräsbearbeitung ermöglicht zudem die di -

rekte Bearbeitung von Bauteilsegmenten,

die am Fertigteil später nicht mehr erreichbar

sind. Bei dem Verfahren wird ein Auftragsprozess

mittels Metallpulverdüse um gesetzt,

der laut DMG Mori bis zu zehnmal schneller

ist als das Generieren im Pulverbett. Störende

Stützgeometrien seinen durch das 5-achsige

Auftragen zudem nicht notwendig.

Anwender können durch die Technik die

komplette Prozesskette abdecken: angefangen

bei der NC-Programmierung im hybriden

CAD/CAM, über Technologieparameter

aus einer Materialdatenbank, bis zur eigentlichen

Bauteilbearbeitung, Prozessüberwachung

und -dokumentation.

Das Verfahren findet immer mehr seinen

Weg in die industrielle Fertigung. So werden

schon heute Bauteile, wie ein Schneidmesser

für die Blechbearbeitung in der Automobilproduktion,

schnell, kostengünstig und in

bester Qualität auf der Lasertec 65 3D hergestellt.

Zum Aufbau des Schneidmessers werden

die 3-D-CAD-Daten in Siemens NX übernommen

und alle additiven und konventionellen

Bearbeitungsstrategien programmiert.

Zudem wird eine 3-D-Simulation zur

Kollisionskontrolle unter Berücksichtigung

des integrierten Laserkopfes gezeigt. Dann

wird das komplette Bearbeitungsprogramm

an die Maschine übermittelt und der Fertigungsprozess

kann sofort gestartet werden.

Auf eine Bodenplatte wird das Schneidmesser

per Laserauftragschweißen aufgebaut

und frästechnisch bearbeitet. Hier werden

zwei verschiedenen Materialien in einem

Prozess aufgebaut: eines für das Hauptvolumen

und ein zweites, hartes Material für

die Schneidkante, z. B. ein HSS 63 HRC. Die

Schneidkante wird dann konventionell bearbeitet

oder zerspannt. »Durch dieses innovative

Verfahren verkürzt sich der Herstellungsprozess

von 60 auf drei Tage«, benennt

DMG Mori einen deutlichen Einspareffekt.

Additive Fertigung in die

zerspanende Prozesskette

einbeziehen

Auch eine Kooperation am Produktionstechnischen

Zentrum Hannover (PZH) der Leibniz

Universität Hannover verdeutlicht, wie sich

Auftragschweißen in die Zerspanung einbinden

lässt. Mit einer Roboterschweißzelle

können mit Hilfe des Wire Arc Additive

Manufacturing (WAAM, deutsch: Lichtbogendrahtauftragschweißen)

komplette

Bauteile aus Stahl oder Aluminium gefertigt

werden (Bild 2). »Anders als etwa das SLM-

Verfahren, bei dem in Pulverschichten einzelne

Punkte aufgeschmolzen werden, eignet

sich dieses WAAM-Verfahren besonders

dazu, auch größere Bauteile schnell über

den Materialauftrag des aufgeschmolzenen

Schweißdrahtes aufzubauen. Ein weiterer

Vorteil der Technologie: Man kann auch auf

vorhandene Rohlinge aufbauen, sodass nicht

grundsätzlich das gesamte Bauteil additiv

hergestellt werden muss«, so das PZH.

Entstanden ist die Roboterschweißzelle als

gemeinsames Projekt des Instituts für Fertigungstechnik

und Werkzeugmaschinen

(IFW) und der Tewiss Technik und Wissen

GmbH. Beide Einrichtungen sind am PZH

ansässig. »Wir wollen die Prozesskette des

traditionellen Zerspanens mit den Vorteilen

der additiven Fertigung verbinden«, erklärt

Professor Berend Denkena, Leiter des IFW.

Tatsächlich betreten die Wissenschaftler

seines Instituts Neuland, wenn sie das Auftragschweißen

in eine ansonsten spanende,

also abtragende Fertigung mit Werkzeugmaschinen

und Fräszentren integrieren. Das

betrifft die Materialkennwerte und Geometrie

der additiv gefertigten Bauteile, die für

die folgenden, spanenden Bearbeitungsschritte

sicher und verlässlich vorliegen müssen,

es betrifft die entsprechende Auslegung

dieser Folgeprozesse, und natürlich

gehört die Frage dazu, auf welche Weise

additive Verfahren insgesamt die Prozesskette

erweitern können.

Anders als pulverbasierte 3-D-Druckverfahren

bietet das WAAM-Verfahren drei entscheidende

wirtschaftliche Vorteile: Es ist

günstiger in der Anschaffung, die komplizierte

pulverbedingte »Infrastruktur« entfällt,

und der Prozess ist skalierbar, heißt: Er

kann auf große Bauräume erweitert werden.

Auch die Roboterschweißzelle selbst ist

etwas Neues: »Natürlich gibt es robotergestützte

3-D-Drucker, und Roboterschweißen

ist auch nicht neu. Unsere Projektingenieure

hatten allerdings die Aufgabe, diese Zelle

aus der Perspektive einer Werkzeugmaschine

aus zu denken und sie mit einer offenen

Steuerung und entsprechenden Programmierschnittstellen

auszustatten«, erklärt

Tewiss-Geschäftsführer Jan Jocker.

Bild 2. Mit einer Roboter schweißzelle können mit Hilfe des Wire Arc Additive Manufacturing

komplette Bauteile aus Stahl oder Aluminium gefertigt werden.

(Foto: PZH)

Cloud-Manufacturing-Konzept

für die additive Fertigung

Auch die O.R. Lasertechnologie GmbH aus

Dieburg entwickelte mit dem Orlas Creator

hybrid eine Anlage, die 3-D-Druck und Fräsarbeiten

in sich vereint. Mit der Neuentwicklung

verfolgt das Unternehmen ebenfalls

einen integrierten Ansatz und kombiniert

stahlmarkt 4.2018


Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung K 65

Bild 3. Die Orlas Creator hybrid ermöglicht 3-D-Metall-Drucken und Fräsen in einer Anlage.

Hier Coater und Fräskopf im Bauraum des Creator hybrid.

den 3-D-Druck mit der Präzision computergesteuerter

industrieller Fräsprozesse. Entsprechend

werden die bei Metallbearbeitern

gewohnte Genauigkeit des Zerspanungsprozesses

und die daraus resultierenden

hochwertigen Oberflächen mit dem Potenzial

des 3-D-Drucks kombiniert (Bild 3).

Mit dem Orlas Cube präsentiert OR Laser

zudem eine Lösung für anspruchsvolle Aufgabenstellungen

für den Pulverauftrag mittels

Pulverdüse (Direct Metal Deposition).

»Dabei handelt sich um eine geschlossene

Anlage der Laserklasse 1, die dank eines

sehr präzisen Achsensystems in Kombination

mit einem stabilen und belastbaren

Granitbearbeitungstisch qualitativ höchsten

Ansprüchen genügt«, so das Unternehmen.

In Richtung Zukunft geht der Blick zudem

mit creator.am, einem Konzept zum Thema

Cloud Manufacturing. Mit der webbasierten

Plattform werden die präventive Wartung

sowie Analyse und das Monitoring einer

Vielzahl von Anlagen von einem Ort aus

möglich.

3-D-Drucker mit Multilaserprinzip

realisiert hohe Geschwindigkeiten

Auch der Maschinenbauer Trumpf aus Ditzingen

baut sein Anlagenprogramm für den

Bereich der additiven Fertigung weiter aus.

Mit der TruPrint 5000 präsentierte das Un -

ternehmen kürzlich die nach eigenen Angaben

»weltweit schnellste und produktivste

(Foto: OR)

3-D-Druck-Anlage im Mittelformat für Me -

tallbauteile« (Bild 4). Sie arbeitet im Multilaserprinzip

und ist nicht nur mit einem,

sondern mit drei scannergeführten und

500- Watt-Faserlasern ausgestattet. »Die

drei Laser sind mit einer speziell konstruierten

Optik so angebracht, dass sie gleichzeitig

überall im gesamten Bauraum der Anlage

arbeiten und so deutlich schneller und

effizienter Bauteile erzeugen können – und

das unabhängig von Anzahl und Geometrie

der Bauteile«, so Trumpf.

Die Anlage basiert auf der Fertigungstechnologie

Laser Metal Fusion (LMF) und

erzeugt komplexe Bauteile per Laser Schicht

für Schicht im Pulverbett. Die Bauteile können

eine Größe von bis zu 300 mm Durchmesser

und 400 mm Höhe haben und aus

allen schweißbaren Werkstoffen bestehen,

beispielsweise aus Stählen, Nickelbasislegierungen,

Titan oder Aluminium, sowie aus

kohlenstoffreichen Warmarbeitsstählen. Die

Vorheizung auf bis zu 500 °C sichert insbesondere

bei Warmarbeitsstählen und Titan

eine hohe Bauteilqualität und sorgt bei allen

Materialien für einen robusten Bauprozess.

Wohin die Reise in Sachen Automatisierung

bei der TruPrint 5000 gehen wird, präsentierte

die Trumpf GmbH + Co. KG ebenfalls:

Mit ihrer flexiblen Automatisierungsschnittstelle

ist die Anlage kompatibel für

unterschiedliche Industrie- und Fertigungsszenarien.

So lässt sich die 3-D-Druck-Anlage

je nach Fabrikkonzept schnell und ein-

Bild 4. Die Mittelformatanlagen von Trumpf

können Bauteile mit einer Größe von bis zu

300 mm Durchmesser und 400 mm Höhe

generieren.

(Foto: Trumpf)

stahlmarkt 4.2018


66 K Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung

fach beispielsweise an einer automatisierten

Roboterlösung, einem Schienensystem oder

einem autonomen Fahrzeug anbinden.

Hybride Fertigung von

Servoventilen für künftige

Serienanwendungen

Dass die additive Fertigung Bauteile optimieren

und neue Designfreiheiten eröffnen

kann, zeigt einmal mehr das jüngste Ge -

meinschaftsprojekt zwischen Bosch Rexroth,

Heraeus Additive Manufacturing und

Trumpf. In enger Zusammenarbeit haben die

drei Unternehmen ein Servoventil neu ge -

staltet, Schwachstellen eliminiert und einen

hybriden Fertigungsprozess entwickelt. Der

Technologiekonzern Heraeus hat hierfür das

am besten geeignete Pulver hinsichtlich

Fließverhalten und Partikelgrößenverteilung

qualifiziert und Trumpf hat das Herstellungsverfahren

entscheidend geprägt.

Im Rahmen des Projektes hat das Projektteam

eine hybride Fertigung von Servoventilen

für künftige Serienanwendungen entwickelt.

Dabei werden konventionell hergestellte

Preforms mit 3-D-gedruckten und

lasergeschnittenen Teilen für eine wirtschaftliche

Fertigung der Ventile ergänzt.

»Die auf der TruPrint 5000 gedruckten Servoventile

sind wesentlich leichter und kompakter,

die optimierten Kanalführungen

verringern die Drosselverluste und steigern

die Energieeffizienz«, lautet das Fazit der

Projektpartner.

Trumpf beschäftigt mittlerweile über 200

Mitarbeiter im Bereich Additive Manufacturing

und bietet neben Laser Metal Fusion

(LMF) auch das zweite für den industriellen

Metall-3-D-Druck relevante Fertigungsverfahren

an – Laser Metal Deposition (LMD).

»Wenn sich der Markt für 3-D-Drucker so

weiterentwickelt, wie es sich derzeit ab -

zeichnet, dann sehen wir hier die Chance

für unser Unternehmen, in fünf bis sieben

Jahren einen zusätzlichen Umsatz von einer

halben Milliarde Euro zu erzielen. Wir wollen

im Markt eine führende Rolle einnehmen

und uns mittelfristig einen Marktanteil von

rund 20 % sichern«, so Peter Leibinger,

Chief Technology Officer des Unternehmens.

Neues 3-D-Druckverfahren sorgt

für bruchfesteren Stahl

Bisher lassen sich Objekte aus Edelstahl zwar

problemlos drucken, sie sind allerdings po -

röser und damit spröder als herkömmlich

hergestellte Edelstahlobjekte. Beim Druck

wird per SLM-Verfahren (Selective Laser

Melting) eine Pulverschicht auf eine Fläche

aufgetragen, die anschließend von einem

Laser zu Edelstahl geschmolzen wird.

Anschließend wird die gegossene Schicht

um eine Schichtebene nach unten bewegt

und wieder Pulver aufgetragen. Dieses wird

wieder geschmolzen. Auf diese Weise entsteht

das fertige Werkstück. Wissenschaftler

des Lawrence Livermore National Labora tory

in Livermore/USA haben jetzt einen Weg

gefunden, in die Mikrostruktur der Schmelze

einzugreifen. Dadurch entsteht beim

Druck eine Zellstruktur, die Frakturen verhindern

soll und so die Flexibilität des Werkstückes

erhöht.

Mit dieser neuen Technik hergestellte

Objekte sollen bis zu dreimal belastbarer

sein als herkömmlich gegossener Stahl.

Damit ließen sich dann auch Werkstücke

drucken, die bisher nicht gefertigt werden

konnten, da sie den Belastungen nicht

standhalten würden.

Die Einsatzgebiete eines festen, aber

gleichzeitig flexiblen gedruckten Stahls sind

vielfältig. Beispielsweise könnten Teile für

die Raumfahrt oder die Automobilindustrie

gedruckt werden. In Deutschland verwendet

unter anderem die Deutsche Bahn das bisherige

SLM-Verfahren, um Ersatzteile herzustellen.

Stützstrukturen beim 3-D-Metalldruck

automatisch generierbar

Um Gegenstände im Pulverbett bis zum

Ende des Druckvorgangs in der gewünschten

Position zu fixieren und Verformungen

zu verhindern, sind im 3D-Metalldruck

Stützstrukturen unumgänglich.

Die Materialise GmbH, Anbieter von

3-D-Druck-Software und 3-D-Druck-Dienstleistungen,

bringt nun eine Software auf

den Markt, die automatisch Stützstrukturen

für additiv gefertigte Metallteile generiert.

(Foto: Materialise)

(Foto: Altair)

Bild 5. Mit e-Stage for Metal ist nun eine automatische Stützstruktur-

Generierung für Teile aus Titan, Aluminium und Edelstahl möglich.

Bild 6. Durch Funktionsintegration und Simulation wurde nicht nur

ein optimierter Vorderwagen eines VW Caddy Youngtimers entwickelt

sondern auch das Potenzial des industriellen 3D-Drucks im

Karosseriebau demonstriert.

stahlmarkt 4.2018


Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung K 67

»Mit der patentierten ›Materialise e-Stage

for Metal‹ können Anwender den Zeitaufwand

beim 3-D-Metalldruck senken – allein

bei der Generierung selbst um bis zu 90 %

– und somit die Kosten deutlich reduzieren«,

so das Unternehmen.

Bereits seit mehr als zehn Jahren bietet

Materialise mit Materialise e-Stage for Stereolithography

and DLP eine Software zur

automatischen Schaffung von Stützstrukturen

an. Da der 3-D-Metalldruck jedoch

zunehmend an Bedeutung gewinnt, dehnt

das Unternehmen die Software auch auf

Metall aus. Somit ist nun eine automatische

Stützstruktur-Generierung für Teile aus

Titan, Aluminium und Edelstahl möglich.

Deutliche Zeit- und Materialeinsparungen

erreicht

Das Metall-Kompetenzzentrum von Materialise

in Bremen erzielte durch den Einsatz

von Materialise e-Stage for Metal erhebliche

Verbesserungen im Vergleich zur manuellen

Generierung von Stützstrukturen (Bild 5). Bei

der Druckvorbereitung können Stützstrukturen

damit um bis zu 90 % schneller erzeugt

werden. Im Rahmen der Nachbearbeitung

wird bis zu 50 % weniger Zeit zum Entfernen

der Stützstrukturen benötigt, dazu

20 % weniger Zeit für die nachfolgende Teileveredelung.

Darüber hinaus kann fast das

gesamte teure Metallpulver, das sich zwischen

den Stützstrukturen sammelt, zurückgewonnen

werden. Der automatisierte Prozess

verringert das Risiko menschlicher Fehler

und damit verbundener Aufbaufehler.

»Die automatisierte Generierung von

Metallstützstrukturen spart viel Zeit und

ermöglicht unseren Ingenieuren, sich auf

andere Aufgaben zu konzentrieren«, erklärt

Ingo Uckelmann, Technischer Leiter 3-D-Metalldruck

bei Materialise Bremen. »Der Wegfall

manueller Arbeit macht den Prozess viel

zuverlässiger und effizienter, sodass wir

wachsende Kundenanforderungen erfüllen

können.«

»Die Verwendung von e-Stage-Stützstrukturen

für die additive Metallfertigung bringt

im Vergleich zu traditionellen Methoden gute

Verbesserungen«, erklärt Airbus Apworks,

Beta-Tester von Materialise e-Stage for Metal:

»Wir sind überzeugt von dem e-Stage-Potenzial,

den Pulververbrauch zu reduzieren, die

Nachbearbeitungszeit zu senken, die Aufbaugeschwindigkeit

zu steigern und gleichzeitig

eine hohe Stabilität zu gewährleisten.

Dies ist ein wichtiger Schritt zur Senkung der

Druckkosten.«

»Mit dem Wachstum der Metal-AM-Branche

wächst auch die Notwendigkeit, automatisierte

Prozesse zu integrieren«, fügt

Stefaan Motte, Vice President Software bei

Materialise hinzu. »Materialise e-Stage for

Metal bringt für Unternehmen, die ihre Me -

tallproduktion steigern möchten, deutliche

Kosten- und Zeiteinsparungen.«

Neue Designprozesse,

Materialien und Software für

den industriellen 3-D-Druck

Das Projekt 3i-PRINT, ein Gemeinschaftsprojekt

der Unternehmen Altair, Apworks,

csi entwicklungstechnik, EOS GmbH, Gerg

GmbH und Heraeus, verdeutlicht, was mit

moderner Simulationssoftware, innovativen

Materialien und der additiven Fertigung als

moderne Fertigungsmethode im Karosseriebau

möglich ist. Als ein Beispiel für den

industriellen 3-D-Druck wurde der additiv

gefertigte Vorderwagen eines VW Caddy

Youngtimers auf der formnext in Frankfurt

im vergangenen Jahr vorgestellt (Bild 6).

»Dank simulationsgeleiteter Konstruktion

und indem die Designfreiheit des 3-D-

Drucks kreativ ausgeschöpft wurde, ist die

Vorderwagenstruktur ein echtes Leichtgewicht

und verfügt über verschiedene

funktionsinte grierte Bauteile, u. a. für die

passive und aktive Kühlung des elektrischen

Antriebsstrangs. Außerdem wurde der Vorderwagen

hinsichtlich Struktur und Crash-

Performance optimiert«, heißt es von Altair

und Apworks.

Simuliert, ausgelegt und optimiert wurde

der Vorderwagen von den Ingenieuren des

Unternehmens csi entwicklungstechnik mit

Altairs HyperWorks Tools. Anschließend fertigte

Apworks den Vorderwagen auf einem

EOS M 400 System mit dem von Heraeus

vertriebenen und von Apworks entwickelten

Material Scalmalloy. Die Experten von Gerg

übernahmen die Endbearbeitung und den

Fügeprozess der 3-D-gedruckten Einzelteile.

Durch Funktionsintegration und Simulation

wurde so nicht nur ein optimierter Vorderwagen

entwickelt sondern auch das Potenzial

des industriellen 3-D-Drucks im Karosseriebau

demonstriert.

Prüfung additiv gefertigter Bauteile

Der 3-D-Metalldruck, beispielsweise nach

der Methode des selektiven Laserschmelzens,

lässt Konstrukteuren gestalterische

Freiheiten wie kaum ein anderes Fertigungs-


68 K Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung

verfahren. Dabei bleibt es gerade bei geringen

Stückzahlen kosteneffizient. Doch die

eingesetzten Materialien müssen oft höchsten

Belastungen standhalten, so in der Luftund

Raumfahrt. Um das Leichtbaupotenzial

der additiven Fertigung auch für solche

Anwendungen zu überprüfen, werden die

3-D-gedruckten Strukturen mit spezieller

Technik überprüft. Zwick Roell aus Ulm bietet

die passgenaue Technik für unterschiedliche

Testaufgaben zur Material- und Bauteilprüfung.

Die Palette der aufgezeigten Lösungsansätze

zeigt, dass additive Verfahren zunehmend

an Bedeutung gewinnen. Ob bei der

Entwicklung von Prototypen oder der Teilfertigung

– das Bemühen um Prozess- und

Bauteiloptimierungen und um Einsparungen

steht für die meisten Unternehmen immer

wieder neu auf der Tagesordnung. Additive

Manufacturing kann hier neue Gestaltungspotenziale

und Flexibilitäten ermöglichen.

Mit zunehmendem Wissen zu den einzelnen

Verfahren, werden perspektivisch nicht

nur ausreichend Daten für eine Prozessanalyse

zur Verfügung stehen, sondern auch ein

Überblick über anfallende Kosten im Hinblick

auf fundierte wirtschaftliche Entscheidungen

zur Verfahrensauswahl.

K

(sm 180405613)

«

IN DIESEM FACHBEITRAG WERDEN

PRODUKTE/LEISTUNGEN

FOLGENDER UNTERNEHMEN

ANGESPROCHEN:

Altair Engineering GmbH

Calwer Straße 7

71034 Böblingen

Tel. +49 7031 6208-0

www. altair.com

DMG Mori AG

Gildemeisterstraße 60

33689 Bielefeld

Tel. +49 5205 74-0

https://ag.dmgmori.com/de

Heraeus Holding GmbH

Heraeusstraße 12 – 14

63450 Hanau

Tel. +49 6181 35-0

www.heraeus.com

Hermle Maschinenbau GmbH

Daimlerstraße 6

85521 Ottobrunn

Tel. +49 89 6735950-0

www.hermle-generativ-fertigen.de

Institut für Fertigungstechnik und

Werkzeugmaschinen (IFW)

PZH – Produktionstechnisches

Zentrum Hannover

An der Universität 2

30823 Garbsen

Tel. +49 511 762-2533

www.ifw.uni-hannover.de

Lawrence Livermore National

Laboratory

7000 East Avenue

Livermore, CA 94550

USA

Tel. 925 422 1100

www.llnl.gov

Materialise GmbH

Friedrichshafener Straße 3

82205 Gilching / München

Tel. +49 8105 778590

www.materialise.com/de

O.R. Lasertechnologie GmbH

Dieselstraße 15

64807 Dieburg

Tel. +49 6071 20989-0

www.or-laser.com/de

Proto Labs GmbH

Kapellenstraße 10

85622 Feldkirchen

Tel. +49 89 90500222

www.protolabs.de

Tewiss Technik und Wissen GmbH

An der Universität 2

30823 Garbsen

Tel. +49 511 76219434

www.tewiss.uni-hannover.de

Trumpf GmbH + Co. KG

Johann-Maus-Straße 2

71254 Ditzingen

Tel. +49 7156 3030

www.trumpf.com

Zwick GmbH & Co KG

August-Nagel-Straße 11

89079 Ulm

Tel. +49 7305 10763

www.zwick.de

L KURZMELDUNG

MIT ABRASIV RECYCLINGKOSTEN

UND RESSOURCEN SPAREN

Eben/Schweinfurt. Das STM-OneClean-System

mit dem Modul zur vollautomatischen Wiederaufbereitung

von Abrasivsand macht Wasserstrahl-Schneidanlagen

jetzt noch rentabler und

zugleich nachhaltiger. Der Abrasivsand ist der

größte variable Kostenfaktor beim Wasserstrahlschneiden

und eine knappe Ressource. Das

Abrasiv-Recycling-Modul des OneClean-Systems

ermöglicht es, mehr als die Hälfte des Granatsandes

für weitere Schneidaufträge zu recyceln.

Das spart Beschaffungs-, Entsorgungs- und Transportkosten,

die bei ca. 50 t Abrasivverbrauch pro

Jahr eine Amortisierung der Anschaffung innerhalb

von ca. 3 bis 5 Jahren möglich machen. Ein

Hydrofilter sondert über ein patentiertes Verfahren

Grob- und Feinteile aus dem gebrauchten

Abrasiv in den Auffangbehälter des Basismoduls

ab, wobei zu grobe und zu feine Bestandteile ausgeschieden

werden. Das Gebrauchtabrasiv wird

getrocknet und mit neuem Abrasiv aus dem Abrasivbehälter

vermischt, um eine stabil hohe Abrasivqualität

zu gewährleisten. Mit dem System sind

je nach Qualität und Schneidgeschwindigkeit bis

zu 55 % des gebrauchten Abrasivs wiederverwendbar.

Der benötigte Energieaufwand für die

Wiederaufbereitung des Abrasivs ist mit 3 bis

6 kW gering.

www.stm.at

www.stm-waterjet.de

/

AS/WS(Jp)/SE/ (sm 180406103)

stahlmarkt 4.2018


Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung K 69

L KURZMELDUNGEN

WIRTSCHAFTSWOCHE ZEICHNET KEMPER AUS

Vreden. Ganz vorne im Bereich Schweißrauchabsaugsysteme und -tische

für die Metall verarbeitende Industrie: Die Wirtschaftswoche hat die KEMPER

GmbH als »Weltmarktführer Future Champion« ausgezeichnet. Hintergrund

der Be wertung durch das renommierte deutsche Wirtschaftsmagazin ist der

durch die Universität St. Gallen in Zusammenarbeit mit der Akademie Deutscher

Weltmarktführer initiierte Weltmarktführerindex, über den es in der

Ausgabe 05/2018 berichtet hat. Darin ist KEMPER als angehender Weltmarktführer

gelistet. Die Wissenschaftler hinter dem Weltmarktführerindex erwarten,

dass die Future Champions aufgrund ihres Unternehmenswachstums

die höchste Kategorie Weltmarktführer Champions mittelfristig erreichen.

www.kemper.eu

/

LANTEK ERHÄLT ZERTIFIZIERUNG

FÜR OMAX-SCHNEIDMASCHINEN

WS(SHN)/SE/ (sm 180406047)

Darmstadt/Vitoria-Gasteiz. Lantek, multinationaler Pionier in der digitalen

Transformation der Metallindustrie, erhielt jetzt die Zertifizierung

»Omax Compatible Partner« des amerikanischen Herstellers Omax Corporation.

Wie das Unternehmen jetzt bekannt gab, gehört Lantek damit zum

exklusiven Kreis der von Omax zertifizierten Unternehmen. Das bedeutet,

Lantek kann künftig seine Softwarelösung Lantek Expert in Omax-

Wasserstrahlschneidmaschinen integrieren, um gemeinsam den Marktanforderungen

an Produktivität und Effektivität gerecht zu werden.

Wasserstrahlschneidmaschinen werden immer dann eingesetzt, wenn es

auf hohe Präzision an kommt, wie in der Luftfahrt, Marmorbearbeitung, auf

Werften oder beim Eisenbahnbau. Die Maschinen bieten hervorragende

Qualität in der Verarbeitung.

Francisco Perez, Direktor des OEM-Kanals von Lantek, erklärt: »Alle unsere

Kunden werden von der Kompatibilität unserer Software mit den Systemen

eines der weltweit führenden Hersteller von Wasserstrahlschneidanlagen

profitieren, da sie die Möglichkeiten der Omax-Maschinen noch weiter optimieren

wird. Wir freuen uns sehr über die vereinbarte Zusammenarbeit.«

Dazu Stephen Bruner, Vizepräsident Marketing bei Omax: »Unser Programm

Compatible Partner bringt Kunden mit externen Anbietern in Kontakt

und bestärkt diese Anbieter auch, Software zu entwickeln, die sowohl die

Produktivität der Kunden als auch der Maschinen von Omax verbessert.«

www.omax.com

www.lanteksms.com

/

WS(Jp)/SE/ (sm 180406128)

50 JAHRE INNOVATION IN DER SCHNEIDTECHNIK

Roosendaal/NL. Hypertherm, Hersteller von Industrie-Schneidanlagen

und Software, feiert 50 Jahre Innovation im Bereich industrielles Schneiden.

Seit seiner Gründung im Jahre 1968 arbeitet Hypertherm ständig daran,

Kundenbedürfnisse zu erfüllen – durch kontinuierliche Innovation für eine

höhere Produktivität und Profitabilität. Gleichzeitig folgt das zu 100 % in

Mitarbeiter besitz befindliche Unternehmen einem Managementansatz, der

nach drei Kriterien bilanziert: Bereicherung für die Gemeinschaft, Nutzen für

die Umwelt und Wachstum des Geschäfts.

»Hypertherm hat schon immer den Schwerpunkt darauf gelegt, seine Kunden

dabei zu unterstützen, die Betriebskosten zu senken und die Schneidleistung

zu erhöhen, um die Profitabilität für den Kunden zu steigern. Und das tun

wir bis heute. Gemeinsam mit unseren Kunden ermitteln wir die für Sie

richtige Lösung zur Erreichung Ihrer Geschäftsziele«, sagte Evan Smith, Präsident

und CEO von Hypertherm. »Wenn wir von ›Shaping Possibility‹ sprechen,

dann heißt das, dass wir unseren Kunden helfen, ihre Visionen zum

Leben zu erwecken. Der Meilenstein, den wir jetzt erreicht haben, inspiriert

uns, dieses Versprechen auf das nächste halbe Jahrhundert auszudehnen und

zu erweitern.

Ich bin sehr stolz auf all das, was wir in den letzten fünf Jahrzehnten

erreicht haben. Von einem Hersteller von Plasmaanlagen haben wir zu einem

weltweiten Anbieter von Schneidlösungen entwickelt«, sagte Unternehmensgründer

Dick Couch.

Dick Couch und Professor Bob Dean arbeiteten noch in einer kleinen Doppelgarage,

als sie entdeckten, dass man durch radiale Wassereinspritzung in

eine Plasmaschneiddüse einen schmaleren Lichtbogen erzeugen konnte.

Durch diese Erfindung wurde es möglich, Metall präziser und schneller zu

schneiden und gleichzeitig die Bartbildung und die Entstehung doppelter

Lichtbögen praktisch auszuschließen. Heute findet man Hypertherm-Produkte

auf der ganzen Welt. Die Schneidanlagen des Unternehmens werden

beim Bau von Schiffen, Zügen, Tiefbaumaschinen, großen Gebäuden, Sta dien,

Brücken und vielen anderen Dingen eingesetzt.

www.hypertherm.com

/

WS(SHN)/SE/ (sm 180406014)

Kompetenz in der

Schleuderrad-Strahltechnik

Wir bieten neue und gebrauchte

Schleuderrad-Strahlanlagen

einschließlich Förder- und

Filtersystem an.

Zum Produktprogramm gehören:

• Verschleiß- und Ersatzteile

• Reparatur und (Fern-)Wartung

• Serviceleistungen

… auch für Strahlmaschinen

anderer Fabrikate.

AGTOS

Gesellschaft für technische

Oberflächensysteme mbH

Gutenbergstraße 14

D-48282 Emsdetten

Tel. +49(0)2572 96026-0

info@agtos.de

www.agtos.de

160-11/13-4c

stahlmarkt 4.2018


70 K Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung

Neues Sägekonzept für die generative

Fertigung

Einzelschnitte an additiv gefertigten Bauteile realisieren

Achern. Ein neuer Hochleistungs-Bandsägeautomat von Kasto wurde

speziell für Einzelschnitte additiv hergestellter Bauteile konzipiert. Eine

180°-Wendevorrichtung und eine serienmäßige Steuerung sorgen für hohe

Produktivität, Effizienz, Präzision und Sicherheit.

Die additive Fertigung gewinnt immer

mehr an Bedeutung. Jetzt hat die Kasto

Maschinenbau GmbH & Co. KG einen Sägeautomaten

vorgestellt, der genau an die

Anforderungen der generativen Fertigung

anknüpft: die Kastowin amc.

Kopfüber sägen schont

das Werkzeug

Der Hochleistungs-Bandsägeautomat wurde

eigens dafür ausgelegt, mit additiven Fertigungsverfahren

hergestellte Bauteile aus

leicht bis schwer zerspanbaren Werkstoffen

von ihrer Grundplatte zu trennen. Die Bandsäge

verfügt dafür über eine Wendevorrichtung,

mit der sich die Werkstücke um 180°

drehen lassen. Die Teile werden damit kopfüber

bearbeitet und das Sägeband wird

wesentlich geringer belastet, weil nur wenige

Späne mit durch den Schnittkanal gezogen

werden. Das Ergebnis ist laut Kasto ein

effizienter, genauer, werkzeugschonender

und kalkulierbarer Sägevorgang.

Über ein Handhabungsgerät oder einen

Kran kann die Grundplatte mit den additiv

gefertigten Teilen leicht auf der Vorrichtung

aufgeschraubt oder alternativ mit einem

optional erhältlichen Schnellspannsystem

befestigt werden. Eine Vorbereitung für den

Anschluss einer Absauganlage ermöglicht

zudem, die Bauteile im Automatikmodus

staubarm zu wenden und zu sägen. Der

Anwender gibt die Stärke der Grundplatte

einfach und übersichtlich über den Auftrags-

Wizard der serienmäßigen Steuerung Smart

Control ein. Das Sägeoberteil, das mit einem

Kugelrollspindelantrieb ausgestattet ist, verfährt

daraufhin auf die exakte Höhe, und die

Säge trennt automatisch die Bauteile im

entsprechenden Aufmaß ab. Nach Erreichen

des Schnittendes schaltet die Maschine

dann automatisch ab.

Kurze Schnitt- und

lange Standzeiten

Der Schnittbereich der Kastowin amc liegt

standardmäßig bei 400 mm x 400 mm, weitere

Größen sind auf Anfrage erhältlich. Die

Säge verfügt über einen stufenlosen einstellbaren

elektromechanischen Vorschub mit

Servomotor und einen frequenzgeregelten

Stirnradantrieb, der Schnittgeschwindigkeiten

von 12 bis 150 m/min ermöglicht. Die

schwere, verwindungssteife Schweißkonstruktion

mit schwingungsoptimierter Verrippung

sorgt für hohe Laufruhe und verringert

Vibrationen.

Per Fernwartung sind Störungen

schnell zu beheben

Um Störungen einfach zu beseitigen und

Prozesse zu optimieren, ist der Bandsägeautomat

außerdem fernwartefähig. Die aus

der Steuerung abrufbaren Informationen

ermöglichen so eine zielgerichtete Hilfe bei

Bedienproblemen sowie eine detaillierte und

schnelle Fehlerdiagnose.

(sm 180406032)

Die Bandsäge Kastowin amc verfügt über eine Wendevorrichtung, mit der sich die Werkstücke

um 180° drehen lassen.

(Foto: Kasto)

« KONTAKT

KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

Industriestraße 14

77855 Achern

Tel. +49 7841 61-0

www.kasto.com

stahlmarkt 4.2018


Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung K 71

Mikrowasserstrahlschneiden mit Winkelfehlerausgleich

Mönchengladbach. OMAX, einer der Technologieführer im Bereich Präzisionswasserstrahlschneiden,

hat an ausgewählten Standorten sein neuestes Modell MicroMAX vorgestellt.

Dieses Kompaktsystem ist besonders

für das Schneiden von Mikroteilen ausgelegt.

Es werden viele Zielgruppen, zum Beispiel

aus dem Bereich der Medizintechnik,

Mikromechanik (z. B. Uhren, Getriebe), Feinelektronik,

Schmuckindustrie und der Prototypenhersteller

vieler Disziplinen angesprochen.

Hochpräzise Mikroschnitte brauchen

speziell bei härteren Materialien ebenfalls

einen speziellen Mehrachsschneidkopf

zur Winkelfehlerkompensation.

Wie bereits bei den klassischen OMAX-

Anwendungen bekannt, kann der Tilt-A-Jet

auch präzise Koniken bei kleinen Winkeln

erzeugen. Über sehr kleine Düsenkombinationen

und mit entsprechend

feinem Abrasiv

werden Schneidgenauigkeiten

von bis zu

± 0,01 mm erreicht.

Wie bei OMAX-Software

üblich, ist die Nutzung

dieser Kompaktanlage MicroMAX sehr

einfach und höchst effizient (Stichwort:

Technologiedatenbanken). Software-Updates

und Mehrfachinstallationen sind bei

OMAX-Anlagen immer ohne Berechnung.

Jeder Anwender kann also durch Aufspielen

der neuesten Software seine Maschine noch

produktiver werden lassen.

Kräfte gebündelt

Im vergangenen Jahr haben sich die beiden

Schneidtechnikanbieter SATO Schneidsysteme

GmbH (Schwerpunkt thermisches

Schneiden) und die INNOMAX AG (Schwerpunkt

Wasserstrahlschneidsysteme) zusammengeschlossen.

Anton Hubert, Gründer

der SATO Schneidsysteme GmbH, hatte eine

Nachfolgeregelung gesucht und sie in den

Gründern und Treibern der INNOMAX AG

gefunden. Dipl.-Ing. Holger Kerkow, Hauptgesellschafter

und Vorstand der INNOMAX

AG, und Dipl.-Betrw. Frank Heesen, ebenfalls

Gesellschafter der INNOMAX AG,

haben zum 1. Mai 2017 die SATO-Unternehmensgruppe

übernommen. Die Bereiche

Vertrieb und Service konnten schon

recht schnell gestärkt werden. Effizienzsteigerung

in der Produktion und Impulse in der

Entwicklung sind weitere Schritte.

/

INNOMAX AG

Marie-Bernays-Ring 7 a

41199 Mönchengladbach

Tel. +49 2166 62186-0

www.innomaxwasserstrahlschneiden.de

(sm 180406090)

(Foto: Innomax)

Hochpräzise Schneidergebnisse liefert die MicroMAX-

Wasserstrahlschneidanlage.

stahlmarkt 4.2018


72 K Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung

3-D-Druck von Metallen

Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren

und zuverlässigen Stahlprodukten

Kassel/Freiberg. Eine neue Legierung ermöglicht jetzt den 3-D-Druck

von sicheren und zuverlässigen Stahlprodukten. Damit werden mittels

additiver Fertigung hergestellte Hochleistungskomponenten für die

Automobiltechnik und die Luft- und Raumfahrt zukünftig eine deutlich

höhere Schadenstoleranz aufweisen.

Stahllegierungen werden bereits für die

additive Fertigung verwendet. Ein neues

Ausgangsmaterial in Kombination mit dem

Elektronenstrahldruckverfahren liefert nun

eine deutlich höhere Qualität und macht

den Einsatz dadurch in vielen Anwendungsbereichen

erstmals sinnvoll. Die durch die

Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderte

Emmy-Noether-Forschungsgruppe um

den Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr.-Ing.

Thomas Niendorf von der Universität Kassel

hat die Legierung und den Prozess zusammen

mit Kollegen der TU Bergakademie

Freiberg entwickelt.

Zur Entwicklung des neuen Materials verwenden

die Forscher als Basis eine sogenannte

TRIP-Stahllegierung (TRIP – Transformation

Induces Plasticity), die aufgrund

besonderer Verformungsmechanismen be -

sonders hohe Festigkeit besitzt. Die im Elektronenstrahl-Druckverfahren

zur Verfügung

stehende Wärme setzten sie dabei so ein,

dass die bisher oft problematische Unberechenbarkeit

der Werkstoffeigenschaften

vermieden wird. Ergebnis ist eine bessere

innere Materialstruktur im Endprodukt. Dies

schützt gegen unerwartete Brüche und

andere mögliche Schäden.

»Anwendungen unter anderem in der Luftund

Raumfahrt sowie der Automobiltechnik

werden hiervon erheblich profitieren. Der

3-D-Metalldruck wird auf dieser Basis neue

Bereiche erschließen«, so der Professor für

metallische Werkstoffe Thomas Niendorf.

Insbesondere für komplexe, kleine Bauteile

sei das additive Verfahren geeignet. Niendorf

sieht im Metall-3-D-Druck ein enormes

Potenzial für die deutsche Wirtschaft:

»Deutsche Hersteller sind führend bei der

Erzeugung von Metallpulvern und dem Bau

von Anlagen zum 3-D-Laserstrahlschmelzen.«

Weltweit dominieren bislang Titanlegierungen

den 3-D-Druck mit Metallen. Im

Unterschied dazu müssen die mit dem neuen

Verfahren gedruckten Bauteile aus Stahl

nicht aufwendig nachbearbeitet werden,

was sie letztendlich in der Herstellung deutlich

billiger macht.

Beim Metall-3-D-Druck werden Produkte

in Mikrometer dünnen Schichten additiv

aufgebaut. Dafür wird Metallpulver durch

einen Elektronenstrahl, Laser oder andere

Hitzequellen aufgeschmolzen. Durch dieses

Verfahren sind sehr filigrane, komplexe und

zugleich belastbare Strukturen möglich.

www.uni-kassel.de

/

(sm 180406027)

(Foto: Andreas Fischer)

Prof. Thomas Niendorf

forscht an der

Universität Kassel im

Bereich der additiven

Fertigung zum

Herstellungsprozess und

der Mikrostruktur, den

mechanischen Eigenschaften

und der

Schädigungsentwicklung

von Gegenständen aus

dem 3-D-Drucker.

stahlmarkt 4.2018


Schneiden, Schweißen, Additive Fertigung K 73

Interaktive 3-D-Simulation für thermische

Blechschneidverfahren

Deutlicher Mehrwert für die Blechbearbeitung

Darmstadt/Vitoria-Gasteiz. Lantek hat in Zusammenarbeit mit der

Stiftung Vicomtech das Technologiezentrum für Visuelle Interaktion und

Kommunikation BeroSim ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes war, ein

3-D-Simulations-Softwaresystem zu entwickeln, mit dem der Nutzer

grafisch und interaktiv berechnen kann, wie Wärmequellen während des

Laser- oder Plasmaschneidvorgangs auf Bleche wirken.

Die Simulation des Blechschneidvorgangs

ist eine Phase der Herstellung, in der

die beste Methode und Schnittreihenfolge

bestimmt und dadurch die Leistungsfähigkeit

deutlich gesteigert werden kann. Denn

bereits in dieser Layout-Phase ist es möglich,

Unregelmäßigkeiten zu erahnen und zu verhindern.

Deshalb ist mit der Software Bero-

Sim kein Probelauf des Programms mit der

Maschine selbst erforderlich, sodass Laufzeiten,

Material und Energie gespart und

gleichzeitig die Risiken von Störungen und

Arbeitsunfällen gesenkt werden können. Ab

sofort kann der Benutzer mit BeroSim an -

hand einer Simulation erkennen, wie sich

Hitze während des Schneidverfahrens im

Blech ausbreitet, verteilt und auf das Material

wirkt, denn Plasma- oder Laserstrahlschneidverfahren

können lokal die Temperatur

des Bleches erhöhen und dadurch die

Materialeigenschaften verändern.

Simulation sorgt für

eine bessere Qualität

Auf diese Weise können auch die Methode

zum Schneiden des Bleches und die Schnittund

Bearbeitungsreihenfolge bestimmt werden,

um mögliche Materialverformungen

bei der Anwendung des Laserschnitts zu

verhindern und eine optimale Qualität des

Blechteils zu gewährleisten. Ebenso kann

der Benutzer Schnittverlauf und Zuführbewegung

der Maschine korrigieren und somit

jederzeit die optimale Qualität des Bleches

sicherstellen. »Mit BeroSim unterstützen wir

diesen Prozess des Wandels und der Modernisierung

in der Blechbearbeitung, Simulation

und Kontrolle und bieten eine Reihe

Funktionen und Fertigkeiten, die Produktionsprozesse

effizienter machen und die

optimale Ausschöpfung von Material, Personal

und Finanzen ermöglichen«, sagt Su -

sana García, Leiterin für CAD-/CAM-Systeme

von Lantek. »Durch die Zusammenarbeit

mit Vicomtech können wir zudem die Einführung

von Produktionsmodellen und

-methoden vorantreiben, mit denen die An -

wender ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern

können.« (sm 180406116)

« KONTAKT

Lantek Systemtechnik GmbH

Schöfferstraße 12

64295 Darmstadt

Tel. +49 6151 39789-0

www.lanteksms.com

(Foto: Lantek)

Mit der Simulation von BeroSim erkennen Blechbearbeiter, wie Hitze beim Schneiden auf das

Material wirkt, und können Schneidmethode und Schnittreihenfolge anpassen.

stahlmarkt 4.2018


74 K Messen, Prüfen, Inspizieren

Messen, Prüfen, Inspizieren – Teil 1

Effektive Werkzeuge zur Qualitätsverbesserung

Von Reinhold Mannel

Die Anforderungen an die Qualität von Stahlprodukten steigen kontinuierlich.

Zudem muss im Zeichen von Industrie 4.0 die Produktion zunehmend

vernetzt sein. Smarte und automatisierte Messlösungen sind daher ein

wichtiges Werkzeug, um die Qualitätssicherung zukünftig noch wirtschaftlicher

zu gestalten.

Zunehmende Integration bei der

Messdatenverarbeitung

Immer mehr Hersteller qualitätssichernder

Messsysteme stellen Möglichkeiten zur vertieften

Integration in einen automatischen

Regelungsprozess bereit: Es werden nicht

länger nur Messdaten geliefert, sondern die

Vernetzung wird mit Produktionssystemen

und Softwareagenten über die gesamte Prozesskette

vorgenommen.

Dazu ist es nützlich, wenn alle einschlägigen

Systeme auf der Hard- und Software-

Seite durchgängig konzipiert sind und das

gleiche Bedienkonzept aufweisen. Denn nur

so lassen sich die Gesamtkosten der Systemeinführung

und -nutzung (Total Cost of

Ownership) für den Anwender deutlich

reduzieren. Dies gilt insbesondere für den

Einsatz mehrerer messtechnischer Lösungen

in Kombination.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen möglichst

frühzeitig im Projekt die Randbedingungen,

konkreten Anforderungen und

Ziele sowie eventuell die gegebene Einbausituation

vor Ort exakt ermittelt, analysiert

und klar definiert werden.

Visuelle Prüfung: Auf das Licht

kommt es an!

In der visuellen Prüfung werden je nach

Lichtart Oberflächenfehler unterschiedlich

wahrgenommen und nicht selten übersehen.

Es ist nicht zielführend, zu viel Licht

einzusetzen, vielmehr muss es das »richtige«

Licht sein. Durch die Ausstattung einschlägiger

Arbeitsplätze mit gleichen Lichtverhältnissen

werden Teile dann unter gleichen

Bedingungen geprüft und Fehler idealerweise

immer gleich gesehen. Am Ende

werden die Fehlererkennung optimiert, die

Fehlerursachen besser erkannt und die Mitarbeiter

durch optimales Sehen entlastet.

Geeignet sind Lichtsysteme mit blendfreiem

und gerichtetem Licht, Lichtquellen mit

Tageslichtqualität und mit der Möglichkeit,

die Lichtintensität per Dimmsystem an die

jeweilige Prüfanwendung anpassen zu können.

Ebenso hilfreich sind gegebenenfalls

Reflektoren mit verschiedenen Reflexionseigenschaften

und die Möglichkeit, Streifenmuster

am Prüfling zu erzeugen. Oft ist es

sinnvoll, Lichtsysteme mit Glanzsensoren zu

kombinieren, um das Licht abhängig vom

jeweiligen Untergrund automatisch dimmen

zu können.

Sichere laseroptische

Dickenmessung

Das laserbasierte Dickenmesssystem VTLG

(Bild 1) der Vollmer Feinmessgerätebau

GmbH, Hagen, ist so kompakt und robust,

dass es auch in kritischen Umgebungen eingebaut

werden kann. Es arbeitet mit einer

internen Messrate von bis zu 80 kHz und ist

so für die hochdynamische Dickenregelung

geeignet. Beispielsweise misst es die Dicke

eines Bandes absolut – jedoch berührungslos

und aus sicherem Abstand. Mit einer


Banddicke erzielt es die gleiche Präzision wie

taktile oder radiometrische Messgeräte.

Mögliche Einsatzgebiete sind Bandanlagen

– beispielsweise in Beizen, in der Adjustage,

an Bandfräsen, Stanzen oder in Scherenlinien.

In einem C-Rahmen ist auf der Ober- und

der Unterseite je ein kompakter Messkopf

angeordnet, der sowohl den Messstrahl sendet

als auch das reflektierte Licht empfängt.

Beide Sensoren messen den Abstand zur

Bandoberfläche. Aus den gemessenen Ab -

ständen und dem Abstand der beiden Sensoren

zueinander errechnet das System die

Dicke des Bandes.

Möglich sind Bandgeschwindigkeiten bis

2.000 m/min und – mit verschiedenen

Banddicken von 0,003 bis 30 mm. Die Restfeuchte

auf der Bandoberfläche kann bis zu

500 mg/m² betragen. Optional sind eine

Datenarchivierung und eine statistische Auswertung

machbar.

Die optischen Systeme werden zudem

auch für die Dickenregelung mit Massenflusskontrolle

eingesetzt. Für solche und

andere Einsatzfälle kommen die Automatisierungstechnik,

die Mess- und Regelungstechnik

einschließlich Montage und Inbetriebnahme

aus einer Hand. Die Komponenten

für die optischen Systeme stellt eine

Tochterfirma von Vollmer her, die ausschließlich

auf optische Techniken fokussiert ist. Sie

hat unter anderem die sogenannten VTLG-

Sensoren entwickelt und produziert sie.

Die berührungslos arbeitenden Laser-

Banddickenmessgeräte haben nicht nur hin-

stahlmarkt 4.2018


Messen, Prüfen, Inspizieren K 75

(Foto: Vollmer)

Bild 1. Das laserbasierte Dickenmesssystem

VTLG misst die Dicke eines Bandes absolut,

berührungslos und aus sicherem Abstand.

sichtlich der Messgenauigkeit Vorteile, sondern

sind insbesondere wegen der Handhabung

den Strahlenmessgeräten deutlich

überlegen. Denn Röntgen- und Isotopenmessgeräte,

in Stahl-Service-Centern noch

oft für die Banddickenmessung in Längsund

Querteilanlagen genutzt, messen zu -

nächst die Dichte des Materials. Über die

genaue Zuordnung der Legierungsanalyse

wird dann die Banddicke errechnet. Die

Legierungsanalyse ist allerdings oft nicht

ausreichend genau, die Zuordnung nicht

immer perfekt, der erforderliche Organisationsaufwand

hoch. Bei einem Lasermessgerät

entfällt dies, da es direkt und absolut

die Dicke misst und das ohne aufwendigen

Strahlenschutz.

(Foto: Micro-Epsilon)

Bild 2. Das induktive Wirbelstrom-Messsystem eddyNCDT 3060 arbeitet auf Wirbelstrombasis

und ermöglicht schnelle, präzise Wegmessungen.

Induktive Wegmessung

in schwierigen Umgebungen

Das induktive Wirbelstrom-Messsystem

eddyNCDT 3060 (Bild 2) der Micro-Epsilon

Messtechnik GmbH & Co. KG, Ortenburg,

arbeitet auf Wirbelstrombasis und ermöglicht

schnelle, präzise Wegmessungen im

industriellen Umfeld. Über 400 Sensormodelle

können mit dem berührungslos arbeitenden

Messsystem kombiniert werden, das

durch einen hohen Bedienkomfort und eine

intelligente Signalverarbeitung gekennzeichnet

ist.

Über die M12-Ethernet-Schnittstelle steht

eine Feldbusanbindung zur Verfügung. Die

kompakte Bauform des Controllers und die

Feldbusanbindung prädestinieren das

Messsystem für die Integration in Maschinen

und Anlagen. In der Controllerausführung

DT3061 stehen erweiterte Funktionen

wie die 5-Punkt-Kalibrierung, die Einstellung

von Schalt- und Temperaturausgängen und

die Mehrfachkennlinienspeicherung zur

Wahl.

Wirbelstrombasierte Wegsensoren zeichnen

sich, im Gegensatz zu herkömmlichen

induktiven Sensoren, durch hohe Genauigkeit,

Bandbreite und Temperaturstabilität

aus. Weiterhin ermöglicht das Prinzip Messungen

auf ferromagnetischen Objekten.

Die Sensoren zeigen sich zudem gegen raue

Industrieumgebungen mit Schmutz, Öl,

Druck oder Temperaturschwankungen un -

empfindlich.

Die Wirbelstromsensoren eddyNCDT

3001 gibt es nun auch mit M18-Gehäuse

und Messbereichen von 6 und 8 mm. Die

Sensoren liefern schnelle und präzise Ergebnisse

auch in schwierigen Umgebungen mit

stahlmarkt 4.2018


76 K Messen, Prüfen, Inspizieren

Druck, Schmutz oder Öl. Auch dort sind

hochgenaue Weg-, Abstands- und Positionsmessungen

möglich. Die Sensoren entsprechen

der Schutzart IP67 und sind temperaturkompensiert

bis 70 °C. Wichtige

Merkmale im Vergleich zu herkömmlichen

induktiven Sensoren sind die hohe Messgenauigkeit

und Linearität und die hohe

Grenzfrequenz von 5 kHz.

Bänder schnell und

zuverlässig messen

Vielfach sind kleine Säbel in einem zu verarbeitenden

Blechband durch reine in Augenscheinnahme

nicht zu erkennen. Doch die

Auswirkungen in den Bearbeitungsprozessen

können zu Ausschuss sowie zu Kosten- und

Zeitbelastungen führen. Mit dem Säbelmesssystem

SMP (Bild 3) der imess Optische Messund

Prüfanlagen GmbH, Witten, erhalten

Blechverarbeiter die Möglichkeit, sich mit

geringem Aufwand schnell und zuverlässig

von der Exaktheit ihrer Bleche zu überzeugen.

Es kann nie ganz ausgeschlossen werden,

dass Blechbänder durch die Walzprozesse

noch gewisse Restspannungen enthalten.

Daher macht es Sinn, die Bleche frühzeitig

einer Qualitätsprüfung zu unterziehen,

denn bei der Qualitätskontrolle des Endprodukts

wäre es zu spät. Dazu werden von

angelieferten Blechtafeln oder Coils Proben

zur Qualitätsprüfung herangezogen.

Das Prüfsystem ist einfach bedienbar,

indem mit dem Anlegen des Bleches unmittelbar

das Messergebnis vorliegt. Ein weiterer

Aspekt besteht darin, dass die Messung

berührungslos erfolgt und sich somit auch

filigrane Blechstreifen überprüfen lassen.

Das Messsystem basiert auf einer eloxierten,

15 mm dicken Aluminiumplatte der

Größe 1.200 mm x 400 mm. Auf dieser

Platte befinden sich zwei im Abstand von

1.000 mm angebrachte Anschlagstifte aus

Stahl. Eine seitlich in der Mitte angeordnete

optische Sensoreinheit mit Digitalanzeige

misst den Säbel mit einer Genauigkeit von

± 0,05 mm. Der mit Infrarot-LED-Technik

ausgestattete Sensor erreicht eine Auflösung

von 0,01 mm und hat einen Messbereich

von ± 10 mm.

Zum Messen wird das zu untersuchende

Blech an die Anschläge angelegt. Anschließend

weist die Digitalanzeige unmittelbar

als Messergebnis einen positiven oder negativen

Wert aus. Nulleinstellung und Kalibrierung

sind einfach möglich. Die Referenzierung

des Messgerätes zur Nulleinstellung

erfolgt durch Anlegen eines Lineals und

Betätigen der Null-Setztaste.

Neben der stationären Ausführung des

Säbelmesssystems SMP steht mit SMP Portable

auch eine mobile Version zur Wahl. Diese

ist anstelle einer stabilen Platte mit einem

leichten Hohlprofil und einem Akku ausgestattet.

SMP Portabel eignet sich daher für

einen Einsatz direkt an der Schneid anlage,

um beim Anschnitt die Säbel zu kontrollieren.

Als weitere Optionen für die stationäre

Gerätevariante SMP sind eine Basislänge von

2 m sowie eine Rechnerschnittstelle möglich.

3-D-Oberflächeninspektion:

Mehr Qualität, weniger Ausschuss

Die automatische optische Inspektion von

Stahlprodukten entwickelt sich immer weiter

weg von einer zweidimensionalen Oberflächenprüfung,

hin zu dreidimensionalen

Aufnahmen. Das erleichtert die präzise

Bewertung der produzierten Qualität. Zu -

dem erlauben aktuelle Inspektionssysteme

(Foto: Isra Vision)

Bild 3. System SMP Portable zur

Säbelmessung von Band und

Spaltband.

(Foto: imess)

die Zusammenführung von Inspektions- und

Produktionsdaten, um Herstellungsprozesse

transparent abzubilden und so einfach optimieren

zu können. Hersteller können diese

Techniken jetzt bereits ab den frühesten

Prozessschritten nutzen, um sich durch eine

höhere Produktqualität abzuheben.

Materialfehler auf Halbzeug wie Brammen

und Grobblechen beeinträchtigen die

Qualität von Stahlprodukten oft noch am

Ende der Produktionskette. Lösungen der

Isra Vision AG, Darmstadt, sichern daher die

Qualität bereits ab den ersten Prozessschritten:

Ein Programm aus 3-D-Inspektions- und

Messtechnik (Bild 4) sowie »Production-

Analytics«-Werkzeugen enthält passende

Lösungen, um Qualitätsmängel in der ge -

samten Prozesskette zu erkennen und durch

intelligente Datenverwendung den Ausschuss

zu vermindern.

Riefen und Risse an der Oberfläche oder

an den Kanten heißer Stahlteile können zu

Dünnstellen oder Löchern sowie zum Bandabriss

führen. Die kontrastbasierte 2-D-In -

spektion oder eine Qualitätssicherung mit

dem menschlichen Auge liefert nicht die

notwendige Präzision, um Fehler auf der

strukturierten Oberfläche heißer Stahlteile

sicher zu identifizieren. Eine frühe Fehlerdetektion

ist daher entscheidend, um die

Herstellungskosten zu vermindern.

Das System Slab Master für die Brammeninspektion

und das System Plate Master

für die Qualitätssicherung von Grobblechen

unterstützen daher bereits zu Beginn der

Wertschöpfungskette eine zuverlässige

Überprüfung der Produkte. Verschiedene

Fehlertypen wie Kratzer, Lufteinschlüsse

oder Löcher werden zuverlässig entdeckt

und klassifiziert. In allen nachfolgenden Herstellungsschritten

wie dem Beizen, Kaltwal-

Bild 4. 3-D-Messung

mit Triangulation

erfasst auch die

Tiefe der Fehler und

klassifiziert damit

eindeutiger als die

kontrastbasierte

2-D-Inspektion.

stahlmarkt 4.2018


78 K Messen, Prüfen, Inspizieren

zen, Glühen oder Dressieren prüft dann das

System Surface Master – abgestimmt auf

den jeweiligen Prozessschritt – die Qualität

der Ergebnisse.

Die dreidimensionale Oberflächeninspektion

und Vermessung verwendet einen Präzisionslaser,

um per Triangulation das Hö -

henprofil der Oberfläche exakt abzubilden.

Ein integrierter Softwarefilter unterdrückt

das Rauschen und sorgt für scharfe und fehlerfreie

Bilder. Mithilfe spezieller Algorithmen

erhalten Anwender exakte Informationen

über detektierte Fehlerarten, um die

produzierte Qualität besser einstufen zu

können. Das minimiert die Kosten für Materialausschuss

und ermöglicht eine zuverlässige

Einschätzung des Reparaturaufwands.

Zudem erlaubt die 3-D-Oberflächenvermessung

die Berechnung von Volumen und

Gewicht, was einen gesonderten Wiegevorgang

überflüssig macht. Zusammen mit den

Informationen aus der Qualitätssicherung

erhalten Nutzer ein umfassendes Bild der

produzierten Materialmenge und Qualität

und wissen so exakt, welchen Anforderungen

ihre Produkte entsprechen.

Generierte Inspektionsdaten lassen sich

gleich mehrfach verwenden: zum einen

dokumentieren sie die produzierte Qualität

für den Nachweis gegenüber Kunden, zum

anderen lassen sie sich mithilfe verschiedener

digitaler Assistenten Expert5i ertragssteigernd

einsetzen. Diese intelligenten Lö -

sungen nutzen alle Qualitätsinformationen

aus der optischen Inspektion und greifen

zudem auf sämtliche verfügbaren Produktdaten

wie etwa Oberflächenstruktur, Dicke,

Breite oder Planheit zu.

Die Qualität fertiger Rollen einstufen,

Coils je nach Bedarf umbinden oder die richtige

Bahngeschwindigkeit im Säurebad zu

ermitteln sind nur einige Aufgaben, die von

Expert5i-Assistenten übernommen werden

können. Selbst eine vorausschauende Rollenwartung

wird mithilfe der digitalen Produktionsunterstützung

möglich. Dazu steigert

die Lösung Advanced Reporting die

Transparenz in Fertigungsabläufen: Die Softwareerweiterung

ermöglicht eine effiziente

Steuerung von Prozess- und Produktqualität.

Neben Inspektionssystemen verschiedene

nutzt sie weitere Datenquellen wie Auftrags-,

Ressourcen- und Planungsdaten

sowie Informationen aus MES-Systemen

und kombiniert je nach Bedarf Parameter

wie Raumtemperatur und Bahngeschwindigkeiten

etwa mit Fehlertypen, -häufigkeiten

oder produzierter Gesamtqualität.

(sm 180406111)

«

IN DIESEM FACHBEITRAG

WERDEN PRODUKTE/LEISTUNGEN

FOLGENDER UNTERNEHMEN

ANGESPROCHEN:

imess Optische Mess- und

Prüfanlagen GmbH

Stockumer Straße 28

58453 Witten

Tel. +49 2302 96888-0

www.imess.com

Isra Vision AG

Industriestraße 14

64297 Darmstadt

Tel. +49 6151 948-453

www.isravision.de

Control: Halle 4, Stand 4106

Micro-Epsilon Messtechnik

GmbH & Co. KG

Königbacher Straße 15

94496 Ortenburg

Tel. +49 8542 168-440

www.micro-epsilon.de

Control: Halle 4, Stand 4314

Friedrich Vollmer

Feinmessgerätebau GmbH

Verbandsstraße 60 b

58093 Hagen

Tel. +49 2334 507-0

www.vollmergmbh.de

Control 2018

Frickenhausen. Industrielle Fertigung sieht sich mit stetigen Veränderungen konfrontiert – die Ansprüche

steigen, auch in der nicht-sichtbaren Mikro- und Nanoebene.

Dies erfordert neue Technologien und

Optimierungen in der Messtechnik und Bildbearbeitung.

Hierzu informiert die Messe

Control, die die Qualitätssicherung fokussiert,

vom 24. bis 27. April 2018 in der Landesmesse

Stuttgart.

Neueste Entwicklungen werden auf der

Sonderschau »Berührungslose Messtechnik«

gezeigt, die die Messeorganisatoren

P.E. Schall GmbH & Co. KG gemeinsam mit

der Fraunhofer-Allianz Vision bereits zum

14. Mal durchführt. Dort präsentiert sich in

Halle 6, Stand 6406 ein breites Spektrum

berührungslos arbeitender Technologien wie

Weißlichtinterferometrie, Holografie, Lichtschnitt,

Streifenprojektion, Time of Flight

oder vieles mehr. Auch Mess- oder Prüftechniken

für das Materialinnere, wie Röntgen

oder Thermografie, werden vorgestellt.

Weiterhin wird ein anderes Fraunhofer-

Institut seine Erkenntnisse präsentieren. Das

Institut für Produktionstechnik und Automatisierung

IPA lädt zum elften Mal zum Eventforum

in Halle 6, Stand 6110, um zukunftsweisende

Technologien auch erlebbar zu

machen. Unter dem Motto »Nachhaltigkeit

durch smarte Qualitätskontrolle – vom Produktdesign

bis zum Recycling« informieren

Referenten aus Industrie und Forschung

über Vorträge, aber auch mittels spezieller

Exponate, über Innovationen und ermöglichen

so den Transfer von der Theorie in die

Praxis.

Die Control-Messe setzt dabei auf eine

übersichtliche und besucherfreundliche Aufteilung

des Exponate-Spektrums in Blöcken.

Messtechnik, Werkstoffprüfung, Analysegeräte,

Optoelektronik, QS-Systeme sowie

Service finden sich in Reihung angelehnt an

die industrielle Praxis.

www.control-messe.de

/

(sm 180406012)

stahlmarkt 4.2018


Messen, Prüfen, Inspizieren K 79

L KURZMELDUNGEN

PROZESS GEGEN CHINESISCHEN FÄLSCHER

GEWONNEN

Roosendaal/NL. Hypertherm, US-amerikanischer Hersteller industrieller

Schneidsysteme und -Software, hat nach eigenen Angaben ein wichtiges

Gerichtsverfahren zu geistigen Eigentumsrechten in China gewonnen.

Ein wiederholt auftretender chinesischer Fälscher wurde wegen Herstellung

und Verkauf ge fälschter Hypertherm-Verschleißteile vor Gericht gestellt.

Nach eingehender Untersuchung entschied das Gericht zugunsten von

Hypertherm und verurteilte den Hauptverdächtigen zu drei Jahren Gefängnis.

Sein Komplize wurde zu einem Jahr verurteilt. Beide müssen Bußgelder in

Höhe von 25.000 USD bzw. 7.500 USD zahlen.

»Wir haben die Interessen unserer Kunden und unser Geschäftsfeld im

Blick haben. Deshalb verfolgen wir diese rechtlichen Schritte«, so Jürgen

Boelaars, EMEA Marketing Manager bei Hyper therm Europe B.V. »Die

gefälschten Verschleißteile bieten nicht die technologisch anspruchsvollen

Merkmale originaler Verschleißteile von Hyper therm. Sie bieten auch nicht

die gleich hohe Leistungsfähigkeit und Standzeit. Es fallen zudem unter

Umständen teure Nachbearbeitungsmaßnahmen an, weil die Qualität der

Schnitte unzureichend ist, und teure Ausrüstung kann irreparable Schäden

erleiden. Im Ergebnis zahlen unsere Kunden mehr für ein minderwertigeres

Produkt. Wir möchten sie davor schützen.«

www.hypertherm.com

/

WS(SHN)/SE/ (sm 180105747)

ABWÄRME DER PROZESSÖFEN

FÜR ÖFFENTLICHE GEBÄUDE

Paderborn/Salzburg. BENTELER Steel/Tube stellt die Abwärme der Prozessöfen

am Standort Schloß Neuhaus öffentlichen Gebäuden zur Verfügung.

Das Unternehmen investiert rd. 325.000 € in die Infrastruktur, um die Wärme

auszukoppeln und in das Fernwärmenetz Paderborn einzuspeisen. Ab September

2018 werden damit Schulen, Sporthallen, ein Verwaltungsgebäude

der Stadt, eine Polizeiwache, das öffentliche Hallenbad sowie das fürstbischöfliche

Schloss in Schloß Neuhaus geheizt.

»Wir verknüpfen wirtschaftliches Handeln mit unternehmerischer Verantwortung.

Schon immer. Daher engagieren wir uns seit vielen Jahren an den

Standorten, an denen wir produzieren«, erklärt Dr. Andreas Hauger, CEO

BENTELER Steel/Tube. Das BENTELER-Werk in Schloß Neuhaus ist mit 1.200

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der größte Produktionsstandort der Division.

Mit diesem Projekt kann bereits ab Herbst die Hälfte des Wärmebedarfs

öffentlicher Einrichtungen abgedeckt werden.

www.benteler.com

/

WS(SHN)JK (sm 180306015)

INTERNET 4.0 IM VDMA

Frankfurt/Main. Spricht man von Industrie 4.0, so liegen die wesentlichen

Grundlagen in der engen Verzahnung von Produktionsprozessen und den

Kommunikationsmöglichkeiten des Internets. In der produzierenden Wirtschaft

sind nicht nur die Wertschöpfungskette und Wege zum Kunden betroffen,

sondern oftmals auch die gesamte Organisation und deren Prozesse.

Eine erfolg reiche Digitalstrategie bietet den Unternehmen Möglichkeiten,

neue digitale Erlösquellen zu finden und verfolgt die digitale Transformation

des bisherigen Geschäfts. Hier setzt der Fachverband Software und Digitalisierung

im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, VDMA, an. Er

hat eine Kompetenzübersicht über Beratungs angebote seiner Mitglieder

zusammengestellt. »Unser Ziel ist, im Schulterschluss von Maschinenbau

und Softwareindustrie ideale Bedingungen für die Umsetzung von Industrie

4.0 zu schaffen«, so Karl Friedrich Schmidt, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes.

Die Übersicht ist in drei Hauptbereiche unterteilt, Prozesse,

Produkt entwicklung und Strategie. Unternehmen finden den passenden

Einstieg für Fragestellungen ihrer Wertschöpfungskette und können diese

Kompetenz nutzen, um den individuellen Pfad zur Digitalisierung und Industrie

4.0 zu finden.

sud.vdma.org

/

AS/WS(SHN)/SE/Jp (sm 171105561)

17.–19. April 2018

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Entgelt bezahlt, 3018 , ISSN 0178-6571

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Fachmedien K 81

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sollen sowohl schneller, flexibler

und vor allem kostengünstig gehandhabt

Dr. Aleaxander Wronna, Eduard Discke

sowie Jakob Przybylo (Hrsg.):

BIM – Rechtsfragen kompakt. Vertragsgestaltung

für das digitale Planen, Bauen

und Betreiben

Beuth Verlag, Berlin 2017, 1. Auflage, 32 S., 21x10,5 cm

geheftet, ISBN: 978-3-410-26905-2, Preis: 9,80 € , Preis Kombi

(Print + digital): 12,74 €

Danieli: Danieli Technologiebuch 2017.

Ideen für eine neue Metallverbrauchszeit

Danieli Headquarters, Buttrio (Italien), 2017, 200 S.

Der Anlagenbauer Danieli präsentiert seine

aktuellen Lösungen und Projekte in einem

handlichen Nachschlagewerk. Das 200 Seiten

umfassende »Danieli Technology Book

2017« entstand anlässlich eines Innovationstages

im Oktober 2017 und spiegelt

den gegenwärtigen Stand der Technik wider.

Die Italiener beschreiben in vielen kleinen

Kapiteln ihre Ideen und Beiträge für eine

wettbewerbsfähige und nachhaltige Metallindustrie.

Sie zeigen erreichte Meilensteine

im kontinuierlichen Gieß- und Walzprozess,

beim optimalen Einsatz von Energie, der

Wiederverwendung von Nutzwasser in der

Industrie und vorausschauender Instandhaltung

& Wartung.

Platz finden auch Berichte über die Transformation

des Unternehmens in das Industriezeitalter

4.0 und die einzelnen Schritte

der Digitalisierung. Außerdem sind die aktuellen

Entwicklungen in der Eisen- und Stahlerzeugung

sowie neue Anlagenkonfigurationen

für die Herstellung von Flachstahl-,

Langstahl- und Nichteisenerzeugnisse verständlich

erklärt.

(sm 180306034)

werden. Allerdings steigen die Kommissionier-

und die Artikelzahlen sowie die Datenqualität.

Damit steht das Lager im Fokus der

bestandsarmen Logistik. Zudem ist entlang

der Prozessorganisation zu erwarten, dass

eine Bedeutung des Lagers wächst: so werden

bereits Arbeitsinhalte aus dem Sektor

der Disposition ins Lager ausgegliedert. Insbesondere

E-Business- und KANBAN-Systeme,

Just-in-Time-Philosophie in Verbindung

mit Wertschöpfungskettenmethoden – weg

von einer bedarfsorientierten Disposition,

stattdessen Ausrichtung auf verbrauchsorientierte

Nachschubautomatik – treiben diese

Entwicklung voran. Neue Arbeitsinhalte

mit steigender Verantwortung lassen jedoch

fundierte Kenntnisse sowohl über betriebswirtschaftliche

wie auch technisch-organisatorische

Zusammenspiele zwingend notwendig

werden. Hinzu kommen Prozesskostenrechnungen,

Controllingsysteme und

Logistikkennzahlen. Dieses stark praxisorientierte

Buch geht daher bewusst in die

Tiefe des gesamten Lagerwesens.

(sm 180306062)

Wer sich einen ersten Überblick über die zu

beachtenden rechtlichen Zusammenhänge

bei der Anwendung der BIM-Planungsmethode

verschaffen möchte, ist mit dem

Pocket »BIM – Rechtsfragen kompakt« bestens

beraten. Die Autoren sind federführend

an der rechtlichen Entwicklung und Umsetzung

von BIM in Deutschland beteiligt und

bringen ihre praktischen Erfahrungen aus der

aktuellen Rechtspraxis in dieses Werk ein. Sie

erläutern leicht verständlich, welche Besonderheiten

bei der vertraglichen Einbindung

von BIM-Leistungen auftreten können und

was aus rechtlicher Sicht zu beachten ist.

Inhaltliche Schwerpunkte sind BIM-Ziele

und Anwendungsfälle, BIM-Leistungen,

BIM-Honorar, Verantwortung und Haftung

der BIM-Projektbeteiligten, Schutz der Rechte

am geistigen Eigentum und Nutzungsrechte

an digitalen Bauwerksmodellen.

(sm 180306072)

stahlmarkt 4.2018


82 K Veranstaltungen

L VERANSTALTUNGEN

STOM 2018

Kielce. Eine Reihe Messen für Metall- und Blechbearbeitung

bietet Targi Kielce vom 10. bis

12. April 2018. Zum einen die STOM-TOOL, Messe

für Metallbearbeitung und Werkzeuge, die

STOM-BLECH für Blechverarbeitung; die STOM-

LASER; die WELDING, Messe für Schweißtechnologie;

die CONTROL-STOM, Messe für Industriemesstechnik;

die EXPO-SURFACE, Messe für

Oberflächenbehandlung; die WIRTOPROCESY,

Messe für virtuelle Steuerungstechnologien; die

TAGE DES 3-D-DRUCKS sowie die PNEUMATI-

CON, Messe für Pneumatik. Neu sind STOM-

ROBOTICS und TEIA für Automatisierung.

www.targikielce.pl

K

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eb/WS(Jp)/SE/ (sm 180406141)

CUTTING WORLD – FACHMESSE

FÜR SCHNEIDTECHNIKEN

Essen. Fachleuten der Trenntechnik sind der

»Deutsche Schneidkongress« und der »Deutsche

Brennschneidtag« wohlbekannt. Organisiert vom

Schneidforum Consulting werden hier Innovationen

an bisher wechselnden Veranstaltungsorten

vermittelt. Nun haben diese beiden Fachkongresse

eine »neue Heimat« in der Messe Essen gefunden.

Ergänzt werden sie durch die neue Cutting

World, die vom 17. bis 19. April 2018 u. a. innovative

Laser-, Plasma-, Wasserstrahlschneidanlagen

sowie autogenes Brennschneiden präsentiert.

www.messe-essen.de

K

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eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705078)

PAINTEXPO 2018

Oberboihingen. Ob Nasslackierung, Pulverbeschichtung

oder Coil Coating, das Ausstellungsspektrum

dieser Messe für industrielle Lackiertechnik,

vom 17. bis 20. April 2018 auf dem

Messegelände Karlsruhe, deckt die Prozesskette

der industriellen Lackiertechnik ab und reicht von

der Vorbehandlung bis zur Qualitätskontrolle und

Verpackung. Organisiert von der FairFair GmbH,

präsentieren sich hier Lösungen, um Qualität,

Produktivität, Flexibilität und Nachhaltigkeit des

Lackierprozesses zu verbessern und gleichzeitig

Kosten zu reduzieren.

www.paintexpo.de

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 180105833)

PAINTEXPO 2018

Oberboihingen. Lösungen für alle Branchen,

alle Materialien und Anwendungen bietet die

Fachmesse für industrielle Lackiertechnik vom

17. bis 20. April 2018 auf dem Messegelände

Karlsruhe, organisiert von der FairFair GmbH. Das

Ausstellungsspektrum umfasst Anlagen für die

Beschichtung in Nass-, Pulver-, UV-, Tauch- und

Coil-Verfahren, Lacke für alle Verfahren, Applikationssysteme,

Spritzpistolen und Zerstäuber,

Reinigung, Trocknung, Recycling, Maskierung,

Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Entlackung,

Lohnbeschichtung und Zubehör.

www.paintexpo.de

K

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eb/WS(Jp)/SE/ (sm 180406144)

INDUSTRIAL SUPPLY

(HANNOVER MESSE)

Hannover. Die Industrial Supply, internationale

Leitmesse für innovative Zulieferlösungen und

Leichtbau, die vom 23. bis 27. April 2018 unter

dem Dach der Hannover Messe ausgerichtet wird,

greift deren Leitthema auf: »Integrated Industry

– Connect & Collaborate«. Dies betrifft den Zulieferbereich

in besonderem Maße. Schwerpunkte in

diesem Jahr sind Smart Supply, also die vernetzte

Zulieferung und der Leichtbau. Die neue Integrated

Lightweight Plaza kombiniert einen Ausstellungsbereich

mit einer Speakers Corner und

einem Bereich zum Networking und umfasst so -

wohl Leichtbauwerkstoffe als auch die Themen

Konstruktion und Fertigungstechnologien. 14

bundesweit tätige Verbände und Institutionen aus

dem Leichtbau haben ihre Unterstützung bereits

zugesichert. Die Industrial Supply bildet alle relevanten

Verfahren und Werkstoffe der Industrie ab,

u. a. Gießen, Massiv- und Blechumformung sowie

Fügetechniken und die Oberflächentechnik. An

Werkstoffen finden sich Stahl und Eisen ebenso

wie NE-Metalle, Kunst- und Verbundwerkstoffe.

Rd. 60 % der industriellen Innovationen kommen

aus dem Zulieferbereich.

www.messe.de

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 180105798)

GEBALLTE ROBOTIK-POWER

Hannover. Mit »Integrated Industry« wartet die

Hannover Messe vom 23. bis 27. April 2018 mit

fünf Leitmessen auf: IAMD – Integrated Automation,

Motion & Drives, Digital Factory, Energy,

Industrial Supply und Research & Technology.

Unter dem Thema »Integrated Industry – Connect

& Collaborate« demonstrieren Roboterfirmen,

Systemintegratoren und Anbieter von Greiftechnik

ihre Lösungen. »Das Spektrum an Lösungen

für die Industrie 4.0 aus der Robotik-Branche ist

enorm«, sagt Arno Reich, Global Director Automation

im Team der Hannover Messe. Zudem wird

der Robotics Award für angewandte Roboterlösungen

verliehen.

www.messe.de

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eb/WS(Jp)/SE/ (sm 180205853)

CONTROL 2018

Frickenhausen/Stuttgart. Messtechnik,

Werkstoffprüfung, Analysegeräte, Optoelektronik,

QS-Systeme und Service – dies präsentiert das

Messeunternehmen P.E. Schall GmbH & Co. KG

auf der internationalen Fachmesse für Qualitätssicherung

vom 24. bis 27. April 2018 in der

Landesmesse Stuttgart zum 32. Mal. Übrigens

wird auch der Kompetenzpreis für Innovation und

Qualität Baden-Württemberg 2018 verliehen.

www.control-messe.de

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 180105801)

AKL‘18

Aachen. Bereits zum 12. Mal lädt das Fraunhofer-Institut

für Lasertechnik (ILT) vom 2. bis

4. Mai 2018 zum AKL – International Laser Technology

Congress ins Eurogress Conference Center

Aachen. Vorträge zur Lasermaterialbearbeitung

und zur Laserstrahlquellenentwicklung vermitteln

einen umfangreichen Überblick zum aktuellen

Stand der Lasertechnik. Fachforen sowie das Einsteiger-Seminar

Lasertechnik runden die Veranstaltung

ab.

www.lasercongress.org

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 171105503)

EUROMETAL SSC REGIONAL

MEETING CENTRAL EUROPE 2018

Wien. Wie sind der Stahl-Vertrieb und Stahl-

Service-Center (SSC) in der Lage, die Wertschöpfungskette

von Flachstahl zu erweitern? – Dies ist

das zentrale Thema, das am 14. und 15.Mai

2018 auf der von European Federation of Steel,

Tube and Metal Distribution and Trading (EURO-

METAL) organisierten Zusammenkunft im Melia

Vienna Hotel erörtert wird. Hierzu ist ein einführender

Vortrag mit anschließender Paneldiskussion

vorgesehen, wobei u. a. Teilnehmer aus

Österreich, dem Baltikum, der tschechischen

Republik, Ungarn, Polen, Rumänien und Slowenien

erwartet werden. Weiterhin werden Trends und

Entwicklungen von Stahlhandelsfällen behandelt,

Perspektiven der Stahlmärkte der EU wie auch

Mitteleuropas beleuchtet und ein Ausblick auf

den mitteleuropäischen Flachstahlsektor vorgenommen.

Die regionale Marktsituation für Stahlbleche,

für Baustähle, Edel- und Betonstähle wie

auch für legierte Stähle runden die Konferenz ab.

www.eurometal.net/eurometalregional-meeting-central-europein-vienna

K

/

eb/WS(Jp)/SE/ (sm 180406126)

stahlmarkt 4.2018


L VERANSTALTUNGEN

WERKSTOFFTAGE 2018

Xanten. Zu dieser Veranstaltung treffen sich

Werkstoff- und Marktexperten aus Industrie und

Handel am 5. und 6. Juni 2018 im Van der Valk

Airporthotel Düsseldorf mit der Zielsetzung, sich

umfassend mit Werkstofftechnik und Werkstoffauswahl

vor dem Hintergrund aktueller Trends

und lokaler wie globaler Rahmenbedingungen

auseinanderzusetzen. Infrastrukturmaßnahmen,

etwa beim Brückenbau, Megatrends in der Automobilbranche

und beim Schiffsbau mit Blick auf

Emissionswerte können relevanten Märkten

starke Impulse verleihen.

www.werkstofftage.de

K

/

Eb/WS(SHN)/SE/ (sm 171205596)

Internationale Fachmesse

INSERENTENVERZEICHNIS

A

AGTOS Ges. für technische

Oberflächensysteme mbH 69

ArcelorMittal Europe – Flat Products 44

B

BEPRO GmbH & Co. KG 43

BOBE Industrie-Elektronik 30

Business Control Software GmbH 73

C

COILTEC Maschinenvertriebs GmbH 36

D

Peter Drösser GmbH 41

G

GIMA e.K. 71

GVI Ges. für Grundstücksvermietung

und Immobilien mbH 85

H

Heitmann Stahlhandel

GmbH & Co. KG 1, 2, 87, 88

Hoselmann Stahl GmbH 37

I

IMS Messsysteme GmbH 9

ISM Ibero Stahl GmbH 15

M

Mannesmann Line Pipe GmbH 51

Messe Düsseldorf GmbH 23

MESSE ESSEN GmbH 79

MicroStep Europa GmbH 67

Montan- und Wirtschaftsverlag

GmbH 62, 80

P

PETIG Edelstahlhandel GmbH 57

R

rff Rohr Flansch Fitting

Handels GmbH 29

S

SALZGITTER AG 16, 17

Schages GmbH & Co. KG 21

P.E. Schall GmbH & Co. KG 83

Schnutz GmbH 13

Schuster & Co. GmbH 58

Sikora AG 27

SMS group GmbH 7

Carl Spaeter GmbH 33

SSB Schienensysteme Brandt GmbH 36

Stahlrohr GmbH 11

Stainless Band Ltd 55

STAROFIT Klose GmbH & Co. KG 61

U

Universal Eisen und Stahl GmbH 35

V

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG 59

W

WALZSTAHLHANDEL ESSEN GmbH 21

Weinmann Aach AG 77

Wilbers Lifting GmbH 22

WOKO Magnet- und

Anlagenbau GmbH 19

Z

Zwick GmbH & Co. KG 79

Beilage

Van Heyghen Staal nv

Verlag Focus Rostfrei GmbH

für Qualitätssicherung

D 24. – 27. 04. 2018

a STUTTGART

Qualität macht

den Unterschied.

Als Weltleitmesse für Qualitätssicherung

führt die 32. Control die internationalen

Marktführer und innovativen Anbieter aller

QS-relevanten Technologien, Produkte,

Subsysteme sowie Komplettlösungen in

Hard- und Software mit den Anwendern

aus aller Welt zusammen.

Messtechnik

Werkstoffprüfung

Analysegeräte

Optoelektronik

QS-Systeme / Service

www.control-messe.de

Veranstalter: P. E. SCHALL GmbH & Co. KG

stahlmarkt 4.2018

+49 (0) 7025 9206-0

control@schall-messen.de


84 K StahlTermine

Termin / Ort Thema Veranstalter Info / Kontakt

9.-13.4.2018

Birmingham

MACH2018

The Manufacturing Technologies

Association (MTA)

+44 20 7298 6400

www.machexhibition.com

10.4.2018

Hannover

10.-12.4.2018

Kielce

16.-20.4.2018

Düsseldorf

17.-19.4.2018

Essen

17.-20.4.2018

Karlsruhe

23.-27.4.2018

Hannover

Kostenoptimierung Schmiedeteile BME-Akademie +49 69 30838-201

www.bme.de/products/

kostenoptimierung- schmiedeteile

STOM 2018 Targi Kielce +48 41 365 12 22

www.targikielce.pl

wire & Tube 2018 Messe Düsseldorf www.wire.de

www.tube.de

Cutting World mit Deutschem

Schneidkongress

Messe Essen GmbH

Schneidforum Consulting

GmbH & Co. KG

+49 201 72440

+49 212 2471047

www.messe-essen.de

PaintExpo 2018 FairFair GmbH +49 7022 60255-0

www.paintexpo.de

Hannover Messe 2018 Deutsche Messe AG www.hannovermesse.de

23.-27.4.2018

Hannover

Industrial Supply

(Hannover Messe)

Deutsche Messe AG +49 511 89-0

www.messe.de

23.-27.4.2018

Hannover

24.-25.4.2018

Duisburg

24.-27.4.2018

Stuttgart

CEMAT 2018 Deutsche Messe AG +49 0511 89-0

www.cemat.de

Stahleinkauf kompakt BME +49 69 30838-201

www.bme-akademie.de

32. Control P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.control-messe.de

2.-4.5.2018

Aachen

AKL‘18

Fraunhofer-Institut für

Lasertechnik (ILT)

+49 241 8906-0

www.lasercongress.org

14.-15.5.2018

Wien

4.-15.6.2018

Mannheim

EUROMETAl SSC Regional Meeting

Central Europe

World of Material Handling

(WoMH)

EUROMETAL +352 621 146 296

www.eurometal.net/eurometalregional-meeting-central-europein-vienna

Linde Material Handling GmbH +49 60 2199-0

www.womh.linde-mh.com

5.-6.6.2018

Düsseldorf

5.-6.6.2018

Düsseldorf

Nichtrostende Stähle –

Eigenschaften und Anwendungen

Stahl-Akademie

Informationsstelle Edelstahl

Rostfrei (ISER)

+49 211 6707-458

www.stahl-akademie.de

Werkstofftage 2018 Verlag Focus Rostfrei GmbH +49 2801 9826-0

www.werkstofftage.de

5.-7.6.2018

Stuttgart

11.-12.6.2018

Barcelona

SurfaceTechnology Germany

(ehemals O & S)

Platts 14. Steel Markets Europe

Conference

Deutsche Messe AG +49 511 89-0

www.messe.de

S&P Global Platts +44 20 7176 6300

www.platts.com/steeleurope

11.-15.6.2018

Hannover

17.-22.6.2018

Berlin

19.-22.6.2018

Augsburg

26.-28.6.2018

Nürnberg

Cebit 2018 Deutsche Messe AG +49 511 89-33155

www.cebit.de

Intergalva 2018

Industrieverband

Feuerverzinken e.V.,

Institut Feuerverzinken GmbH

+ 49 211 6907650

www.intergalva.com/2018

Sawexpo 2018 untitled exhibitions gmbh 49 711 217267 22

www.sawexpo.de

Sensor + Test 2018 AMA Service GmbH +49 5033 9639-0

www.sensor-test.de

28.6.2018

Barcelona

9.-10.7.2018

Stuttgart

4.-5.9.2018

Duisburg

EUROMETAL SSC Regional Meeting

Southern Europe

Strategische Stahl- und Rohstoffbeschaffung

Stahlkauf kompakt

EUROMETAL +352 621 146 296

www.eurometal.net/eurometalregional-

meeting-southern-europein-barcelona

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS AG)

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahl_

rohstoffbeschaffung

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahleinkauf

stahlmarkt 4.2018


Personalien K 85

VIP-Seite

Aditya Mittal ist neuer

Präsident von Arcelor-

Mittal. Der Sohn von

Lakshmi Mittal übernimmt

diese Rolle zusätzlich

zu seinen Funktionen

als Finanzvorstand des

Konzerns und Vorstandsvorsitzender

des europäischen

Geschäftes. Die Er -

nennung spiegele die

wachsende Rolle Adityas

innerhalb der Gruppe

wider, sagte Chairman

und CEO Lakshmi Mittal. Vater und Sohn

werden auch weiterhin gemeinsam die Strategie

des Stahlerzeugers bestimmen. K

(sm 180406156)

Tim Hartmann wurde zum neuen Vorsitzenden

der Geschäftsführung der SHS -

Stahl-Holding-Saar sowie zum Vorsitzenden

des Vorstandes von Dillinger und Saarstahl

laut Beschluss der Aufsichtsratgremien

bestellt. Er ist jeweils auch für die Ressorts

Finanzen zuständig siehe »stahlmarkt«

3.2018, S. 66. K

(sm 180406179)

Satoru Iijima bekleidet seit dem 1. April

2018 die Positionen als CEO und Chairman

des Verwaltungsrates von Primetals Technologies.

Er folgt Yasukuni Yamasaki, der in

dem Gremium künftig als Direktor arbeiten

wird.

K

(sm 180406104)

Das Nickel Institute hat Juerg Schweizer

die Marktentwicklung in Südostasien

anvertraut. Der Manager wird von einem

Büro in Singapur aus Projekte in den schnellwachsenden

Regionen initiieren und Kontakte

zu Partnern knüpfen.

K

(sm 180406105)

Am 14. April wird Cem Erisit, ehemals

Geschäftsführer der Andritz FBB GmbH, 65

Jahre alt.

K

(sm 180406109)

Seinen 75. Geburtstag feiert am 21. April

Henning Gottschalck, früher Geschäftsführer

der Stabziehereien-Vereinigung e.V. K

(sm 180406110)

Sein 75. Lebensjahr vollendet am 30. April

Manfred Topp, Unternehmensgründer der

Topp Stahl GmbH, Hagen.

K

(sm 180406150)

Michael Nisch, Geschäftsführer der

Andritz FBB GmbH, wird am 1. Mai 50 Jahre

alt.

K

(sm 180406180)

Seinen 60. Geburtstag feiert Jürgen

Horsthofer, Geschäftsführer der Dr. Werner

Röhrs GmbH & Co. KG am 3. Mai. K

(sm 180406181)

Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des

Vorstands der Daimler AG wird am 5. Mai

65 Jahre alt. K

(sm 180406182)

Am 8. Mai wird Dr. Georg Kehse, Ge -

schäftsführer, IWP Ingenieurbüro für Wärmeund

Prozesstechnik GmbH, 65 Jahre alt. K

(sm 180406183)

IHR STANDORT IM HERZEN DES RUHRGEBIETS

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stahlmarkt 4.2018


86 K Vorschau / Impressum

VORSCHAU 5.2018

Steel International

• Stahlmarkt USA

• Asiens Automobilmarkt

• Koreas Stahlindustrie

• Neue Seidenstraße aus Stahl

Stahlstandort Deutschland

ArcelorMittal Neuwied investiert

Branchenbericht

• Stahlverarbeitung: Zulieferer unter dem Druck der großen Kunden

• Stahlrecyclingunternehmen fürchten Carbonfasern

Siegerland & Südliches Westfalen

• Zur Konjunktur im Siegerland und südlichen Westfalen

• Leichtbau im Fokus

• Wahre Werte aus dem Siegerland

Stahlhandel, Stahl-Service-Center

• Stabstahl schnell und einfach erhältlich

• Einkaufsverband profitiert von Haustechnik und Stahl

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• Hochqualitative Edelstahl-Oberflächenbehandlung

• Bei der Oberflächenbehandlung Innovationen vorantreiben

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Änderungen vorbehalten

Impressum

Herausgeber und Verlag:

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

Postfach 105164, 40042 Düsseldorf

E-Mail: stahlmarkt@stahleisen.de

Internet: http://www.stahleisen.de

Verlagsleitung / Geschäftsführung:

Frank Toscha

Redaktion: Chefredakteurin Dr.-Ing. Wiebke Sanders

Tel. +49 211 6707-538, Fax +49 211 6707-540

E-Mail: petra.jung@stahleisen.de

Ständige Mitarbeiter in Berlin, Warschau, New York

Anzeigenleitung: Nadine Kopmann

Tel. +49 211 6707-518, Fax +49 211 6707-923518

E-Mail: nadine.kopmann@stahleisen.de

Vertrieb:

Tel. +49 211 6707-527, Fax +49 211 6707-923527

Herstellungsleitung:

Tel. +49 211 6707-500, Fax +49 211 6707-501

Layout-Konzept: KünkelLopka GmbH, Heidelberg

Satz/Layout: digiteam – DigitaleMedienProduction

Joachim Kirsch, Kreuzbergstraße 56, 40489 Düsseldorf

Druck: Kraft Premium GmbH

Industriestraße 5-9

76275 Ettlingen

Erscheinungsweise: jeweils zum Monatsanfang.

Bezugspreise: Einzelheft 15,– €, im Jahresabonnement

(12 Ausgaben) 112,– € einschl. Zustellgebühr und

Mehrwertsteuer. Ausland 126,– € einschl. Porto.

Kündigungsfrist bis zum 15. November zum

31. Dezember des jeweiligen Jahres. Zur Zeit gültige

Anzeigenpreisliste Nr. 67.

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Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung außerhalb der durch das

Urheberrechts gesetz festgelegten Grenzen ist ohne

Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt

insbesondere für Vervielfälti gungen, Übersetzungen,

Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und

Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Haftung: Für Leistungsminderungen durch höhere

Gewalt und andere vom Verlag nicht verschuldete

Umstände (z. B. Streik) können keine Entschädigungsansprüche

von Abonnenten und/oder Inserenten

geltend gemacht werden. Für unverlangt eingesandte

Manuskripte keine Gewähr.

Warenzeichen: Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen,

Handelsnamen oder sonstigen

Kennzeichnungen in dieser Zeitschrift berechtigt nicht

zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt

werden dürfen. Vielmehr handelt es sich häufig um

eingetragene Warenzeichen oder gesetzlich geschützte

Kennzeichen, auch wenn sie als solche nicht eigens

gekennzeichnet sind.

Urheberrecht für Autoren: Mit Annahme des

Manuskripts gehen das Recht zur Veröffentlichung

sowie die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von

Nachdruckrechten, zur elektronischen Speicherung

in Datenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken,

Fotokopien und Mikrokopien an den Verlag über. In

der unaufgeforderten Zusendung von Beiträgen und

Informationen an den Verlag liegt das jederzeit

widerrufliche Einverständnis, die zugesandten Beiträge

bzw. Informationen in Datenbanken einzustellen,

die vom Verlag oder von mit diesem kooperierenden

Dritten geführt werden.

Erfüllungsort Düsseldorf

© 2018 Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH, Düsseldorf

Gedruckt auf vollkommen chlorfrei

gebleichtem Papier (TCP) mit

schwermetallfreien Farben.

Printed in Germany

(Fotos: Coatinc, Schnutz)

ISSN 0178-6571

stahlmarkt 4.2018


stahlmarkt 08.2014

Rubrik K 87

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