annalive 02/2012

stiftungliebenau

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

annalive

Lesenswertes aus der St. Anna-Hilfe

2|2012

In unserer Mitte – Menschen mit Behinderung

DAS THEMA

Ordensfrauen im Alltag der St. Anna-Hilfe Anna Forum

Mit allen Sinnen wahrnehmen Aus Vorarlberg

Wohnen und Arbeiten in Bad Goisern Aus Oberösterreich


2 DAS Inhalt THEMA

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TITEL

Mit einem Lächeln in den Augenwinkeln

Foto: Felix Kästle

EDITORIAL

DAS THEMA

In unserer Mitte – Menschen mit Behinderung

Pflegekompetenz wirkt weiter

Interview: Über Behinderung und Inklusion

Blick in einen barrierefreien Alltag

Von der Villa zur Lebenswelt St. Antonius

ANNA FORUM

Verblisterung: Tablettenration in Tütchen

Besucher erkunden Montafon

Pflegerisiken systematisch erfassen

Ordensfrauen: hilfreich in Worten und Taten

Herbsttermine: „Pflege im Gespräch“

Neue Software für die Dienstplanung

ANNA PRAXIS

AUS VORARLBERG

St. Anna-Hilfe dankt ihren Ehrenamtlichen

Malen im Tschermakgarten

Beate Weinzierl-Bahl verlässt Lebensräume

Lesung: Arno Geiger in Vorarlberg

Barrierefrei qualifizieren

Entspannen für die Forschung

Klein, aber fein: das Haus Innermontafon

Mit allen Sinnen wahrnehmen

Wir gratulieren

Theresia Hirsch feiert 104. Geburtstag

ANNA PRAXIS

AUS OBERÖSTERREICH

70. Hochzeitstag im Haus St. Josef

Ausgezeichnet: beliebteste Praktikumsstelle

Ein Blick in das Anna-Café

Spezialisiert in Sachen Demenz

Leben und Arbeiten in Bad Goisern

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ÜBERSICHT über die St. Anna-Hilfe

Wir fragen, Sie antworten: Rudolf Lerch

Impressum

anna live

Lesenswertes aus der St. Anna-Hilfe

Herausgeber:

St. Anna-Hilfe für ältere Menschen gGmbH

Redaktion:

Wolf-Peter Bischoff (verantwortlich)

Helga Raible, Elke Benicke

Siggenweilerstraße 11

88074 Meckenbeuren

Tel.: 00 49 (7542) 10-11 81

Fax: 00 49 (7542) 10-11 17

E-Mail: helga.raible@stiftung-liebenau.de

Erscheinungsweise: 2 Ausgaben pro Jahr

Auflage: 2500

Druck: Druckerei Thurnher GmbH, Rankweil

www.st.anna-hilfe.at


3 DAS EDITORIAL THEMA

Liebe Leserin, lieber Leser,

„im Anfang war das Wort […]. Alles ist durch das Wort

geworden und ohne das Wort wurde nichts, was

geworden ist.“ – Diese erste Schlussfolgerung aus

dem Prolog des Johannesevangeliums macht deutlich,

welch immense Kraft Worte haben können: Sprache

und Denken bestimmen unsere Handlungen, unsere

Gewohnheiten, unser Leben. Sie verursachen Gewalt

oder helfen, Diskriminierungen zu vermeiden.

Daher sprechen und schreiben wir in der St. Anna-Hilfe

und der „anna live“ nicht von „den Alten“, sondern von

„älteren Menschen“, von „Seniorinnen“ oder „Senioren“.

Wir achten darauf, „Menschen mit geistiger Behinderung“

nicht auf ihr Handicap zu reduzieren, indem

wir sie als „geistig Behinderte“ oder „minderbegabte

Menschen“ bezeichnen. Um körperliche oder geistige

Beeinträchtigungen zu konkretisieren, verwenden wir

„hat das Down-Syndrom“, „gehörlos“, „kognitiv beeinträchtigt“

und andere den Menschen wertschätzende

Formulierungen.

Sprachlich ins Hintertreffen geraten sind dagegen die

Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen unserer Pflegeheime:

Zugunsten einer besseren Lesbarkeit haben

wir insbesondere in der „anna live“ bisher meist nur

die männliche Form für allgemeine Personenbezeichnungen

verwendet – obwohl selbstverständlich beide

Geschlechter angesprochen waren. Immer wieder

haben wir diskutiert, ob die männliche Form nicht

einen falschen Eindruck von der Realität vermittelt,

übersteigt doch die Zahl der Bewohnerinnen die der

Bewohner um das Zwei- bis Dreifache. Auch bei den

Pflegenden dominiert der weibliche Anteil eindeutig:

Er liegt bei rund 80 Prozent.

Beide Genera zu verwenden, wirkt schwerfällig, das

Binnen-I oder der Schrägstrich sind weder ästhetisch

noch entsprechen sie den Regeln der deutschen

Rechtschreibung. Um die sprachliche Benachteiligung

der Frauen aufzuheben und der Realität im Pflegebereich

gerecht zu werden, haben wir uns deshalb

entschieden, in diesem Heft nur die weibliche Form

für allgemeine Personenbezeichnungen zu verwenden,

wobei selbstverständlich beide Geschlechter angesprochen

sind. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre

Meinung dazu mitteilen!

Anlass für unser Schwerpunktthema „In unserer Mitte

– Menschen mit Behinderung“ ist die Eröffnung der Lebenswelt

St. Antonius in Kärnten, eine Einrichtung mit

18 Wohn- und 24 Arbeitsplätzen für junge Erwachsene

mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung.

Auch wenn das Haus bis Redaktionsschluss noch nicht

eröffnet war, erfahren Sie, nach welchem Konzept die

Bewohnerinnen dort ab 1. Juni in ihrem Alltag unterstützt

und betreut werden. Im Interview erläutert

Wolfgang Oppolzer, Geschäftsführer der Liebenauer

Hilfen für Menschen mit Behinderung, wie vielfältig die

Begriffe Behinderung und Inklusion zu verstehen sind,

und was sich die Bewohnerinnen nach seinen Erfahrungen

selbst wünschen. Einen anschaulichen Einblick

in die Praxis vermitteln außerdem gekürzte Beiträge

aus den letzten Ausgaben der „Wir“, dem Magazin der

deutschen St. Gallus-Hilfe.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr

Klaus Müller

Geschäftsführer

Um die sprachliche Benachteiligung der Frauen aufzuheben und der Realität im Pflegebereich

gerecht zu werden, verwenden wir in diesem Heft nur die weibliche Form für

allgemeine Personenbezeichnungen. Dabei sind selbstverständlich beide Geschlechter

angesprochen.


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DAS THEMA

In unserer Mitte – Menschen mit Behinderung

Die Lebenswelt St. Antonius ist eröffnet

Mit der Eröffnung der Lebenswelt St. Antonius in Spittal ist die St. Anna-Hilfe erstmals

in der Hilfe für Menschen mit Behinderung aktiv. Dabei kann sie auf ihre Kompetenz

und Erfahrung in der Pflege und Betreuung für ältere Menschen bauen,

denn hier wie dort stehen die Leitgedanken Alltagsnähe, Normalität und Individualität

im Vordergrund. Darüber hinaus profitiert die österreichische Tochter von den

Erfahrungen der Stiftung Liebenau, die in Süddeutschland vielfältige Ausbildungs-,

Wohn-, Freizeit- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung

bietet. Doch wie kam die St. Anna-Hilfe überhaupt dazu, eine Einrichtung für junge

Erwachsene mit Behinderung zu betreiben? Und wie schaut das Pflege- und Betreuungskonzept

für Menschen mit Behinderung konkret aus? Im Folgenden erläutert

Geschäftsführer Klaus Müller Hintergründe und Absichten im neuen Geschäftsfeld.

Text: Klaus Müller/Fotos: Christian Hass


5

DAS THEMA

In Österreich sind die Anbieter von Einrichtungen für

Menschen mit Behinderung gut aufgestellt. Es gibt

keinen Anlass, sich aufzudrängen und das ist auch

nicht unsere Absicht. Grundsätzlich wird die

St. Anna-Hilfe nur dort aktiv, wo ihr Engagement

ausdrücklich erwünscht und der Bedarf vorhanden

ist. Die Lebenswelt St. Antonius ist ein spezielles

Projekt, das auf privater Ebene entstanden ist,

ganz konkret über den Kontakt, den Doris Kollar,

unsere Regionalleiterin für Oberösterreich, mit Ina

Maria Lerchbaumer pflegt. Letztere wollte ihrem

19-jährigen Sohn, der mit Autismus lebt, ein selbstbestimmtes

Leben in einer jugendlichen Wohngemeinschaft

bieten und hat Gefallen am Pflege- und

Betreuungskonzept der Stiftung Liebenau gefunden.

Eigenverantwortlich und selbstständig leben

Für die Stiftung Liebenau und die St. Anna-Hilfe

steht der einzelne Mensch mit seinen persönlichen

Bedürfnissen, Lebenserfahrungen, Gewohnheiten

und seinem sozialen Umfeld im Zentrum des Handelns.

Unserem Leitsatz „In unserer Mitte – Der

Mensch“ liegt ein christliches Menschenbild zugrunde:

Jede Einzelne ist ein Geschenk Gottes in

jeder Lebenssituation, in Gesundheit und Krankheit,

Jugend und Alter, in der Geburt und im Sterben. Die

Würde des Menschen ist unabhängig von seiner geistigen

Präsenz oder seiner körperlichen Gesundheit.

So gehört zu unserem Konzept ganz grundlegend,

dass die jungen Erwachsenen mit Behinderung

individuell betreut werden, das heißt, in familiären

Wohngruppen leben und von den Fachkräften darin

unterstützt werden, ihren Alltag weitgehend selbst

zu gestalten. Sie sollen öffentliche Verkehrsmittel

benutzen, Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen, ein

eigenes Konto führen oder Mahlzeiten selbst zubereiten

– kurz, ihr Leben möglichst eigenverantwortlich

und selbstständig führen. Ganz nebenbei lernen

sie, dass ein Mehr an Selbstständigkeit und Freiheit

auch ein Mehr an Verantwortung bedeutet.

Beziehungsorientiert den Alltag gestalten

Die Beeinträchtigungen der Bewohnerinnen sind

vielfältig: Sie betreffen kognitive, sprachliche, motorische,

emotionale sowie interaktive Fähigkeiten

und bringen eine verzögerte Persönlichkeitsentwicklung

mit sich. Zur Betreuung braucht es daher

ein multiprofessionales Team, Fachkräfte aus der

Pflege und Betreuung, aber auch aus der Pädagogik.

Die Mitarbeiterinnen entwickeln gemeinsam mit den

jungen Erwachsenen ein für alle gültiges und auf die

Einzelne zugeschnittenes Regelwerk, das die individuellen

Fähigkeiten berücksichtigt. Die pädagogische

Richtung ist beziehungsorientiert, fordert aber die

Einhaltung von Regeln und Strukturen.

Neben der persönlichen Pflege, Betreuung und Förderung

haben die räumlichen Gegebenheiten einen

großen Einfluss auf das Wohlbefinden: Die einzelnen

Zimmer sollen als privater Raum erfahrbar sein, ihre

Gestaltung die Persönlichkeit der jeweiligen Bewohnerin

ausdrücken. Sie sollen einen Gegenpol zum

Arbeitsalltag und dem Leben in der Wohngruppe

darstellen, Rückzugsmöglichkeit und Ruhe bieten. ❑

Den Alltag selbst gestalten:

Das wünschen sich viele Menschen mit Behinderung

– neue Wohnformen machen es möglich.

Die Fotos von Christian Hass auf diesen

und den folgenden Seiten stammen aus einer

betreuten Wohnanlage in Dusslingen (Baden-

Württemberg).


6 DAS THEMA

Interview mit Wolfgang Oppolzer, Geschäftsführer der

Liebenauer Hilfen für Menschen mit Behinderung

Über Behinderung

und Inklusion

Wie wir alle möchten auch pflege- und betreuungsbedürftige

Menschen ihren Alltag so individuell wie

möglich leben. Die St. Anna-Hilfe realisiert diesen

Wunsch bereits seit zwölf Jahren insbesondere

für ältere Menschen, indem sie ihnen ein Leben in

kleinen, familiären Wohngruppen bietet und darauf

achtet, die Autonomie jedes Einzelnen zu fördern.

Was ist dabei und darüber hinaus in der Hilfe für

die jungen Erwachsenen mit Behinderung in der

am 1. Juni eröffneten Lebenswelt St. Antonius

zu beachten? Was heißt es überhaupt, behindert

zu sein? Wie können Menschen mit Behinderung,

die stationär in einer Sondereinrichtung betreut

werden, am öffentlichen Leben teilhaben? Diese

und weitere Fragen beantwortet Wolfgang

Oppolzer, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe und

St. Lukas-Klinik, beides Tochtergesellschaften der

Stiftung Liebenau für Menschen mit Behinderung,

im folgenden Interview.

Text: Elke Benicke

Fotos: Christian Hass, Wolfgang Oppolzer

Herr Oppolzer, was ist Behinderung? Wer ist behindert?

Kurz: Wie definieren Sie Behinderung?

Wolfgang Oppolzer: Da sind wir schon mittendrin

in einer Reihe von Fragen, die nicht so leicht zu beantworten

sind. Wir sprechen von Behinderung und

meinen sehr unterschiedliche Dinge: Es ist etwas

anderes, ob ich mit einem geistig beeinträchtigten

Menschen zu tun habe oder mit einem, dessen Unterschenkel

amputiert ist. Klar ist aber, dass beide

in irgendeiner Form Hilfe brauchen. Es geht darum,

den jeweiligen Hilfebedarf festzustellen, jeden

einzelnen Menschen individuell zu unterstützen und

zwar so, dass er möglichst uneingeschränkt leben

kann. Dabei orientieren wir uns an der Definition der

WHO (World Health Organisation, siehe Infokasten),

aber auch an unseren eigenen handlungsleitenden

Grundsätzen: Wir achten die dem Menschen

innewohnende Würde, seine individuelle Autonomie,

einschließlich der Freiheit, eigene Entscheidungen

zu treffen sowie seine Unabhängigkeit.

Seit wann wird diese personenorientierte Pflege

und Betreuung realisiert?

Wolfgang Oppolzer: Der Übergang von einem rein

fürsorglichen Ansatz in der Begleitung von Menschen

mit Behinderung hin zu einem heute handlungsleitenden,

personenzentrierten Ansatz ist in

seiner praktischen Umsetzung kaum 20 Jahre alt.

Welche Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes

Leben von Menschen mit Behinderung

sind notwendig und wünschenswert?

Wolfgang Oppolzer: Grundsätzlich geht es darum,

die vorhandenen Einschränkungen zu kompensieren

und tragfähige Beziehungen anzubieten. Dies sollte

allerdings nur in subsidiarischer Form geschehen,

das heißt, dass wir Menschen mit Behinderung in ihren

Handlungen unterstützen, nicht die Handlungen

für sie übernehmen. Die jungen Erwachsenen in der

Lebenswelt St. Antonius beispielsweise brauchen

eine stationäre 24-Stunden-Betreuung. Sie brauchen

Wärme und Zuwendung, sollen sich geistig und

körperlich, vor allem auch in sozialer Hinsicht, wohl

fühlen und möglichst selbstständig leben. Natürlich

streben wir eine Inklusion im Sinne der UN-Konvention

an, eine Vernetzung mit der Gemeinde, der

Kirche und den Vereinen. Dafür liegt die Lebenswelt

St. Antonius günstig – mitten in der Stadt.

Inklusion heißt Teilhaben, ein Teil der Gesellschaft

sein. Sind Sondereinrichtungen an sich

dafür nicht das falsche Konzept?

Wolfgang Oppolzer: Nein. Denn die Einrichtung

steht nicht für sich, sondern als Teil des Gemeinwesens.

Und man darf nicht vergessen, wie viele

Facetten der Begriff der Behinderung hat: So, wie

sich jeder Mensch seine individuelle Hilfe dort holt,

wo er sie bekommt, holen sich auch Menschen mit

schweren und schwersten Behinderungen Hilfe in

dafür bestimmten Einrichtungen.

Inwiefern tragen Einrichtungen wie die Lebenswelt

St. Antonius beziehungsweise deren

Fachkräfte zur Inklusion bei?

Wolfgang Oppolzer: Die Fachkräfte in der Betreuung

und Pflege wissen, wie sie auch Menschen mit

einer schweren geistigen Behinderung souverän

im öffentlichen Leben integrieren. Sie unterstüt-


7 DAS THEMA

zen sie dabei, Kontakte zur Familie, Freunden und

Menschen aus der Gemeinde zu halten oder aktiv

am Vereins- oder Kirchenleben teilzuhaben. Auf der

anderen Seite kommt „das Öffentliche“ ja auch ins

Haus.

Die St. Anna-Hilfe als Betreiberin der Lebenswelt

St. Antonius profitiert von den Erfahrungen der

Stiftung Liebenau – was heißt das konkret?

Wolfgang Oppolzer: Dass wir auch in Kärnten unser

Leitbild „In unserer Mitte – Der Mensch“ und einen

personenbezogenen Pflege- und Betreuungsansatz

leben. Das Personal dort hat eine fachspezifische

Ausbildung, nimmt aber auch an Fortbildungen,

Hospitationen und Supervisionen der Stiftung

Liebenau teil. Wir haben vereinbart, dass wir immer

wieder einzelne Mitarbeiterinnen zum Hospitieren

nach Liebenau einladen, aber auch Liebenauer

Mitarbeiterinnen nach Kärnten schicken, so dass ein

kontinuierlicher Austausch stattfindet.

Wir haben bisher darüber geredet, was eine optimale

Pflege und Betreuung von Menschen mit

schweren und schwersten geistigen und körperlichen

Behinderungen ausmacht. Was wünschen

sich die Betroffenen denn selbst?

Wolfgang Oppolzer: Ich denke, da hat jede aufgrund

ihrer persönlichen Entwicklung und Erfahrung ihre

eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Unsere Aufgabe

ist es, zu erspüren, was der einzelne Mensch

wirklich will und braucht. Daneben gibt es aber auch

Wünsche, die alle haben: zum Beispiel geachtet und

anerkannt zu werden, Sicherheit und Struktur im

Alltag zu erfahren, selbstbestimmt entscheiden zu

können, Verantwortung zu übernehmen und Beziehungen

leben zu dürfen oder sich auf Augenhöhe

miteinander zu streiten. Öfter habe ich auch gehört:

„Ich wünsche mir jemanden, der mich aushält!“

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Oppolzer! ❑

Was ist Behinderung?

Laut WHO (World Health Organisation) ist

Behinderung ist kein statisches, unausweichliches

und lebenslanges Schicksal, begründet

in einer individuellen Störung einer Person. Es

handelt sich vielmehr um einen dynamischen

Anpassungsprozess von Person und Umwelt,

dessen Verlauf von vielerlei Faktoren

abhängt, die im Sinn einer Wechselwirkung

zueinander in Beziehung stehen. Es gilt also,

Einfluss zu nehmen auf die Elemente, die es

einem Menschen schwer machen, am Leben

in der Gesellschaft teilzuhaben. Es gilt, Ausgrenzungsprozesse

zu identifizieren, Barrieren

zu beseitigen und fördernde Faktoren in

Person und Umwelt zu stärken.

Es gilt, Lebensverhältnisse für den Menschen

und nicht den Menschen selbst zu verändern.


8 DAS THEMA

Mit Behinderung wohnen, arbeiten, leben:

ein Blick in die deutsche St. Gallus-Hilfe

So normal wie möglich

Noch gibt es keine Erfahrungsberichte aus der

Lebenswelt St. Antonius, wurde sie doch erst nach

Erscheinen des Heftes am 1. Juni eröffnet. Fest

steht aber, dass die jungen Erwachsenen wie in

vergleichbaren Einrichtungen der Stiftung Liebenau

möglichst alltagsnah und selbstbestimmt

wohnen, auch arbeiten und an der Gesellschaft

teilhaben sollen. Anschauliche Einblicke in die Praxis

liefert die schon seit 1995 bestehende Liebenau-

Tochter St. Gallus-Hilfe in ihrem Magazin „Wir“

(www.st.gallus-hilfe.de/medien/wir/) – hier eine

Auswahl, ein Querschnitt an Artikeln aus den letzten

drei Ausgaben.

Text: Elke Benicke

Fotos: Christian Hass, Anne Oschwald

„Lassen wir uns also ein auf ein Miteinander auf

Augenhöhe und lernen wir umzugehen mit Wünschen,

Bedürfnissen und Vorlieben, aber auch mit

Zurückweisung, Differenz und Rückzug“, schreibt

Wolfgang Oppolzer als Geschäftsführer der

St. Gallus-Hilfe im Editorial der „Wir“, Ausgabe

2/2011. Und weist darauf hin, „dass die Menschen,

die zu uns kommen, sehr häufig in bestimmten

Bereichen so stark hilfebedürftig sind, dass wir Verantwortung

für sie übernehmen müssen.“ Daraus

entstehe dann „so etwas wie eine Gratwanderung

zwischen Unterstützung zur Selbstständigkeit und

Übernahme von Handlungen.“

Martin H.: Eigentlich ist alles recht. Wie zu Hause. Ich

habe mein Zimmer. Das habe ich so eingerichtet, wie ich

will. Im Haus haben wir, was wir brauchen, zum Beispiel

eine Waschmaschine.

Wohnen

Eindrücke einer Hospitantin

Isabelle Soares arbeitet in der Epileptologie des

Zentrums für Psychiatrie im deutschen Weißenau

und hatte Gelegenheit, drei Tage im Haus St. Josef

der St. Gallus-Hilfe zu hospitieren. Sie interessierte

sich speziell für den pädagogischen Umgang mit

Menschen, die geistig beeinträchtigt sind – und war

vor allem von der familiären Atmosphäre in den

Wohngruppen und der Nähe zwischen den Bewohnerinnen

und den Betreuungskräften beeindruckt:

„Man spürt, die Menschen fühlen sich wohl, sie

haben hier ihre Heimat. Ich hatte nicht das Gefühl,

beim Arbeiten zu sein, sondern einfach mit anderen


9 DAS THEMA

Menschen in einer großen Wohnung.“ Gut gefallen

hat ihr außerdem, „dass man es lockerer sehen

darf, wenn Patienten auf einen zukommen, dass

man sie auch mal in den Arm nehmen darf, und dass

man bei Konflikten nicht so schnell eingreifen muss,

solange bestimmte Grenzen gewahrt bleiben.“

Arbeiten

Im Auftrag der Wildbienen

Im Rahmen eines Pilotprojektes der Marktgemeinschaft

Bodenseeobst sollen die Wildbienen wieder

in der Landschaft angesiedelt werden. Der Auftrag

lautete, mit einem Wildbienenexperten den idealen

Nistkasten zu entwickeln. Die dafür geeignete

Werkstatt fand Obstbau-Beraterin Katja Röser in

der St. Gallus-Hilfe. In der Schreinerei in Rosenharz

haben Menschen mit Behinderung bereits Serien

von Seifenkisten und Vogelhäusern gefertigt. Für

die Beschäftigten waren die Holzarbeiten eine

willkommene Abwechslung zur Industriearbeit.

Sie meisterten den Auftrag mit Begeisterung und

Geduld. So entstanden pünktlich zur Brutsaison 75

wetterbeständige und wildbienenfreundliche Nistkästen.

Für die Obstbau-Beraterin ist das Pilotprojekt

der Beginn einer verlässlichen Zusammenarbeit

mit der Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Für die Beschäftigten und Fachkräfte sind solche

Kooperationen „eine Chance, zu beweisen, dass wir

gute Arbeit leisten“, sagt Einrichtungsleiter Albert-

Jan Brunzema.

Johannes K.: Wenn man gut schafft, verdient man mehr.


10 DAS THEMA

Künstlerisches Schaffen

Kunst tut gut

Die St. Gallus-Hilfe hat ihre Kreativwerkstatt für

Menschen mit Behinderung im September 2010 offiziell

eingeweiht. „Was du tust, ist gut!“, lautet das

Motto – oder mit den Worten Irmgard Stegmann-

Kesslers, der Kunsttherapeutin vor Ort: „Jegliches

Können verdient Lob, Anerkennung und Achtung.“

Die Künstlerinnen mit Behinderung werden individuell

und intensiv in ihrem künstlerischen Schaffen

begleitet. Das Ergebnis ist eine Vielfalt an Bildern

und Skulpturen; meist sind sie kraftvoll in der Farbe,

zart im Ausdruck. Darüber hinaus ermöglicht das

Schaffen in der Kreativwerkstatt neue Tagesstrukturen:

Die Menschen mit Behinderung arbeiten

hier nicht nur, sondern gestalten auch ihre Pausen

gemeinsam mit Musik, Kochen und Backen „und

natürlich an der frischen Luft“, ergänzt Stegmann-

Kessler. „Wir gehen hier nicht weg, wir wohnen

hier“, bestätigen einige der Künstlerinnen spontan.

Mehr noch: Die Kreativwerkstatt sei der Auftakt für

eine weitergehende Ortsentwicklung in Rosenharz,

die offen ist für neue Begegnungen, sagt Jörg

Munk, der gemeinsam mit Wolfgang Oppozer die

St. Gallus-Hilfe leitet.


11 DAS THEMA

Sozialraumorientierung

Jeder ist Experte seiner Lebenswelt

Isabel K.: Ich geh‘ mit Helga zum Einkehren oder besuche

jemanden oder lade Leute zum Kaffee ein.

„Experte seiner Lebenswelt ist der Bewohner

selbst“, erklärt Bernhard Hösch, Hausleiter einer

Einrichtung der St. Gallus-Hilfe, zum Thema Sozialraumorientierung,

„daher soll er seine Ziele nach

Möglichkeit selbst bestimmen.“ Bei der Umsetzung

sollten möglichst viele private Kontakte und

Angebote von Vereinen, der Kirche, Bibliotheken

oder Fitness-Studios genutzt werden, „um so die

Verantwortung wieder ein Stück weit an die Gesellschaft

zu geben“. Bei der Erstellung solch eines

Netzwerks hilft die Methode des „Eco-Mapping“:

Die individuellen Kontakte werden auf einer Karte

gesammelt und in acht Felder eingetragen, in „familiäre

Beziehungen“, „Arbeitskollegen oder Mitschüler“,

„Nachbarn“, „Freunde“, „Mitglieder in Vereinen

oder Verbänden“ oder „Professionelle“. So hat auch

Christian Ast, ein junger Mann mit erhöhtem Hilfebedarf,

sein persönliches Netzwerk erstellt. „Bei der

Arbeit wurde uns erst bewusst, wie viele Menschen

Christian kennt“, sagt sein Bezugsbetreuer Klaus

Krebs. Obwohl sich Christian Ast nur in Ein-Wort-

Sätzen artikulieren kann, entscheidet er selbst, mit

wem und wie er seinen Feierabend verbringt, wie

ordentlich sein Zimmer sein soll oder dass er gerne

ein Mal pro Woche auf Einkaufstour gehen möchte.

Diese bewusste Sozialraumorientierung, die Christian

Ast seit vier Jahren erlebt, wirkt sich positiv

auf seine Verfassung aus. „Christian ist mittlerweile

wesentlich mehr mit sich im Reinen“, formuliert sein

Betreuer. ❑

Quellennachweis: Die gekürzten Beiträge stammen aus der

„Wir“, der Zeitschrift der St. Gallus-Hilfe, Ausgaben 2/2010,

1/2011 und 2/2011.


12 DAS THEMA

Wohnen, Arbeiten, Leben mit Behinderung

Die Lebenswelt St. Antonius

Die Lebenswelt St. Antonius gliedert sich in eine

barrierefrei gestaltete Wohn- und Arbeitswelt für

Menschen mit geistiger Behinderung. Das 14 000

Quadratmeter große Areal liegt mitten in der Stadt

Spittal an der Drau in Oberkärnten. Namenspatron

für die Lebenswelt ist neben dem Heiligen Antonius

auch Anton, der verstorbene Ehemann der Initiatorin

Ina Maria Lerchbaumer.

Text: Manuela Roscher

In der Wohnwelt leben 18 Menschen mit Behinderung

in drei gemischtgeschlechtlich geführten

Wohnungen. Jeder der jungen Erwachsenen steht

ein eigenes Zimmer mit Bad und Toilette zur Verfügung.

Die Küche, der Wohn- und Essbereich werden

gemeinschaftlich genutzt. Auf jeder der beiden

Etagen gibt es ein modernes Pflegebad, außerdem

großzügige Aufenthaltsräumlichkeiten.

In der Arbeitswelt finden 24 Menschen mit Behinderung

Beschäftigung. Die Arbeitsplätze stehen

vorrangig den jungen Menschen der Wohnwelt zur

Verfügung, darüber hinaus auch Menschen mit Behinderung,

die nicht dort wohnen. Je nach Ressourcen,

Fähigkeiten und Interesse arbeiten sie in der

Gärtnerei, Küche, Hauswirtschaft, dem handwerklichen

Bereich oder der Kreativwerkstatt.

Das multiprofessionelle Team setzt sich zusammen

aus Diplomsozial- und Fachsozialbetreuerinnen,

diplomierten Behinderten-Pädagoginnen und Krankenpflegekräften,

Pflegehelferinnen und weiteren

Mitarbeiterinnen. Abgestimmt auf den individuellen

Hilfe- und Förderbedarf begleiten und fördern sie

die jungen Erwachsenen im täglichen Miteinander.

Sie begegnen den Bewohnerinnen auf Augenhöhe.

Ziel ist es, so viel wie möglich mit dem einzelnen

Menschen zu machen und nur dann stellvertretend

etwas für sie zu tun, wenn dies nötig ist. ❑

Die Hausleiterin: Manuela Roscher

Ab Juni übernimmt Manuela Roscher die Hausleitung der Lebenswelt

St. Antonius. Ziel der 36-Jährigen ist es, individuelle

Rahmenbedingungen für die Menschen mit Behinderung zu

gestalten: „So, dass wir gemeinsam einen möglichst normalen

Alltag leben können – ganz nach dem Motto: Behindert ist, wer

behindert wird!“

Zuvor schon hat sich Manuela Roscher als Assistentin der

Geschäftsführung bei der Organisation „Rettet das Kind –

Kärnten“ für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit

mehrfacher geistiger Behinderung eingesetzt. „Während der elf

Jahre, die ich in dieser Anstellung tätig war, hatte ich das Glück

in allen Bereichen arbeiten und mitgestalten zu dürfen“, sagt sie

rückblickend.

Die gebürtige Spittalerin hat Public Management an der Fachhochschule

studiert, Weiterbildungen in Wirtschaftsmediation

und im Sozialmanagement absolviert und im letzten Jahr ihren

Master im Fachhochschul-Studiengang „Soziale Arbeit, Entwickeln

und Gestalten“ abgeschlossen. Privat kocht Manuela

Roscher gerne, am liebsten für Freundinnen und Bekannte und

hat Freude am Wandern, Schwimmen und Golfen. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: privat


13 DAS THEMA

Von der Villa Lerchbaumer zur Lebenswelt St. Antonius

Die Villa Lerchbaumer wurde zu Beginn der 1970er

Jahre erbaut. Der Schwiegervater der jetzigen

Hausherrin Ina Maria Lerchbaumer hatte das

Gebäude in Auftrag gegeben; Architekt war Otti

Egger. Der Bauherr erlebte die Fertigstellung der

Villa allerdings nicht mehr, seine Frau Resl wohnte

dort bis zum Jahr 2008 meist allein. Im Januar 2010

gab Ina Maria Lerchbaumer den Anstoß für die Lebenswelt

St. Antonius. Sie wollte, dass

ihr Sohn Anton, der mit Autismus lebt,

mit Beginn seiner Großjährigkeit ein

selbstbestimmtes Leben im eigenen

Wohnraum führen kann.

Familie Lerchbaumer war es wichtig, dass die

ursprüngliche Fassade der Villa möglichst erhalten

bleibt. Für den Zubau zur Wohnwelt wurde das

an die Villa grenzende Schwimmbad abgerissen.

Dort, wo früher die Stallungen waren, entstand die

Arbeitswelt. Beeindruckend ist der alte Apfelgarten,

der zum Stammhaus der Familie Lerchbaumer

nebenan gehört.

Der Um- und Neubau der Wohnwelt wurde vorwiegend

aus privaten Mitteln der Stiftung Lerchbaumer

finanziert; die Arbeitswelt von dem gemeinnützigen

Wohnungsbauunternehmen Kärntner

Heimstätte erbaut. Das Land Kärnten beteiligte sich

in Form zinsverbilligter Darlehen. Eigentümer der

Lebenswelt St. Antonius sind die Stiftung Lerchbaumer

und die Kärntner Heimstätte. Die St. Anna-

Hilfe als Betreiberin mietet die Räume an. ❑

Text: Manuela Roscher/Foto: Ina Maria Lerchbaumer


14 14ANNA FORUM

Individuelle Arzneimittelverblisterung in der St. Anna-Hilfe

Tablettenration in Tütchen

Bisher wurden Medikamente manuell zugeteilt und

in Wochendispensern verwahrt. Effizienter ist die

individuelle Verblisterung: Bei dieser Darreichungsform

werden die Medikamente je Bewohnerin und

Einnahmezeit von einem Blisterzentrum in einzelne

Kunststoffhüllen, den Blister, verpackt und als

Blisterstreifen für die gesamte Woche an das Pflegeheim

versandt. Die Mitarbeiterinnen des Seniorenheims

Tschermakgarten in Bregenz wenden als

erste in der St. Anna-Hilfe diese Methode an – und

sind von den Vorteilen bereits überzeugt.

Text/Foto: Dennis Roth

Der größte Vorteil der maschinellen Arzneimittelverblisterung

besteht darin, dass das Pflegepersonal je

nach Größe des Wohnbereichs zwischen einem hal-

ben und ganzen Arbeitstag pro Woche Zeit einspart,

den es sonst für das konventionelle Richten und Bestellen

der Medikamente benötigt. Im Seniorenheim

Tschermakgarten kommt diese Zeit nun unmittelbar

den Bewohnerinnen zu Gute. Außerdem haben sich

die Restbestände und der Ausschuss an Medikamenten

seit der Einführung der Verblisterung im November

vergangenen Jahres dort deutlich reduziert.

Dabei sind den Bewohnerinnen durch die Umstellung

keinerlei Mehrkosten zu ihren üblichen Zuzahlungen

entstanden.

Sicherheitsaspekte, die überzeugen

Die individuelle Verblisterung von Medikamenten

spart nicht nur Arbeitszeit und Kosten, sondern

reduziert auch Fehlerquellen: Sie ersetzt die manuelle

Entnahme und Zuteilung durch eine maschinelle

und videoüberwachte Vorgehensweise. Auch im

weiteren Verlauf der Medikamentenausgabe sinken

die Risiken einer eventuell falschen Zuteilung, denn

auf den einzelnen Tütchen sind alle wichtigen Daten

vermerkt: Unter anderem der Name der Bewohnerin,

das Geburtsdatum, die behandelnde Ärztin, die

Bezeichnung und Beschreibung des Medikaments,

die Einnahmezeit, die Chargennummer und das

Verfallsdatum. Zusätzlich werden Beipackzettel und

Fotos der einzelnen Medikamente zur optischen

Kontrolle mitgeliefert. „Das macht die Vergabe noch

sicherer“, bestätigt Gerhard Hofer, Wohnbereichsleiter

und Projektmitverantwortlicher im Seniorenheim

Tschermakgarten. Ganz nebenbei steigert sich durch

die deutlichere Präsenz der Daten auch das pharmakologische

Wissen des Pflegepersonals.

Nicht verblisterungsfähig: Salben und Tropfen

Die verblisterungsfähigen Medikamente in der

St. Anna-Hilfe machen rund 90 Prozent des Bedarfs

aus. Salben, Tropfen, Betäubungsmittel und Brausetabletten

– die restlichen zehn Prozent – stellt das

Pflegepersonal weiterhin wie gewohnt von Hand zusammen.

Kurzfristige Bestellungen, eine eventuelle

Notfallmedikation oder nicht lagernde Medikamente

werden vom Seniorenheim Tschermakgarten wie

gewohnt bei der Apotheke angefordert. ❑

Individuelle Medikamentenrationen in so genannten Blisterstreifen

gehören im Seniorenheim Tschermakgarten in

Bregenz seit November letzten Jahres zum Alltag.


15 ANNA FORUM

Rundreise durchs Montafon

Anfang März hat der Vorstand der Stiftung Liebenau die

Einrichtungen der St. Anna-Hilfe in Nüziders, Schruns,

Vandans und St. Gallenkirch besucht. Das Gruppenfoto mit

Vertretern der St. Anna-Hilfe sowie den Bürgermeistern der

Standortgemeinden ist vor dem Seniorenheim Bartholomäberg

entstanden.

Vordere Reihe (v. l. n. r.): Die Bürgermeister Ewald Tschanhenz

(St. Gallenkirch) und Karl Hueber (Schruns), die Vorstände

der Stiftung Liebenau Dr. Berthold Broll, Dr. Markus

Nachbaur und Prälat Michael H. F. Brock sowie Bürgermeister

Martin Netzer (Gaschurn). Hintere Reihe (v. l. n. r.): Pfarrer

Celestin Disca Lucaci (Bartholomäberg), Bürgermeister

und Vorsitzender des Standes Montafon Rudolf Lerch

(St. Anton im Montafon), Hausleiterin Jutta Unger (Schruns),

Hausleiter Florian Seher (Nüziders, Vandans, St. Gallenkirch),

Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe Klaus Müller und Bürgermeister

Burkhard Wachter (Vandans). Nicht auf dem Bild,

doch mit von der Partie sind die Bürgermeister Peter Neier

(Nüziders) und Martin Vallaster (Bartholomäberg) sowie

Hausleiter Dieter Muther (Bartholomäberg). ❑

Text: Elke Benicke/Foto: Gemeinde Bartholomäberg

Pflegerisiken systematisch erfassen

Die Lebensqualität der Bewohnerinnen hängt

unmittelbar von der Qualität ihres Pflegeheims

ab. Die Ausstattung, das Essen und das Angebot

an Aktivitäten sind wichtige Faktoren. Besonderes

Augenmerk legen Personal, Träger und Behörden

aber auf die gute Pflege selbst. Deshalb hat die

Vorarlberger Landesregierung ein landesweit gültiges

Prüfraster eingeführt, das Pflegequalität in

zwölf Risikobereichen garantieren soll.

Zu den typischen Risikofaktoren in der Pflege zählen

zum Beispiel Sturz, Dekubitus, Harninkontinenz sowie

chronische und akute Schmerzen. Durch neue Leitlinien

und standardisierte Vorgehensweisen, die von

den einzelnen Einrichtungen auf die jeweils eigene

Situation im Haus angepasst werden, soll diesen

Pflegerisiken präventiv und strukturiert entgegengewirkt

werden. So verbessert sich die Pflegequalität

und wird nachvollziehbarer. Das von der Landesregierung

in Vorarlberg eingeführte Prüfraster orientiert

sich unter anderem an den Expertenstandards des

deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der

Pflege, kurz DNQP.

Bereits im Juni letzten Jahres haben die Wohnbereichsleiterinnen

der St. Anna-Hilfe in Vorarlberg

begonnen, eine Leitlinie zur Sturzprophylaxe und

dem akuten Sturzereignis zu erarbeiten. Nachlassende

Kraft-, Balance-, und Konzentrationsfähigkeit

erhöhen die Sturzgefahr bei älteren Menschen. Die

15-köpfige Projektgruppe entwickelte eine EDVgestützte

Risikofaktorenanalyse, einen Maßnahmenüberblick

zur Minimierung der Risikofaktoren und ein

einheitliches Vorgehen im Falle des akuten Sturzereignisses.

Die Pflegenden bekommen durch das

standardisierte Vorgehen Handlungssicherheit, die

durchdachten Bewegungsangebote sorgen für mehr

Mobilität bei den Bewohnerinnen und ihre Lebensqualität

steigt. ❑

Text: Dennis Roth


16 ANNA FORUM

Ordensschwestern in der St. Anna-Hilfe

Hilfreich in Worten und Taten

In Gaißau sind es die Franziskaner Missionsschwestern,

in Stadl Paura die Borromäerinnen: Ordensschwestern

sind in der St. Anna-Hilfe nach wie

vor aktiv. Sie arbeiten in der Hauswirtschaft und

im Büro, bereiten Gottesdienste vor oder leisten

Sterbebegleitung. „Das Miteinander ist Alltag“, sagt

Markus Schrott, Hausleiter des St. Josefshauses in

Gaißau.

Text: Elke Benicke/Fotos: Carmen Rohner

„Das Einvernehmen zwischen den Mitarbeitern und

Schwestern ist sehr gut“, bestätigt auch Schwester

Maria Larcher, die seit einem Jahr Oberin in Gaißau

ist. „Man spürt die Wertschätzung der Mitarbeiter

gegenüber den Schwestern.“

Vertraglich und organisatorisch handelt es sich um

zwei klar getrennte Institutionen – die der Franziskaner

Missionsschwestern und die der St. Anna-Hilfe,

„doch im Alltag wird zuerst darauf geschaut, wie die

Gegenwart des Hauses aus seiner Geschichte heraus

gemeinsam gut gestaltet werden kann“, erklärt der

Hausleiter.

Ein geschichtsträchtiges Haus

Die „Gaißauer Schwestern“, wie sie über die Gemeindegrenzen

hinaus genannt werden, haben das

St. Josefshaus in Gaißau zu Beginn des 20. Jahrhunderts

als Kloster erbaut. Im Jahr 1960 richteten sie

dort einen Wohnbereich für 20 ältere Menschen ein,

1980 bauten sie das heutige Alters- und Pflegeheim.

Zwar haben die Ordensschwestern 1999 die

Leitung an die St. Anna-Hilfe abgegeben, doch ihre

hilfreichen Taten und Worte sind auch heute noch

spür- und sichtbar.

In den Jahren 2009 und 2010 hat die St. Anna-Hilfe

das geschichtsträchtige Haus umfassend saniert,

um die modernen Ansprüchen an ein Pflegeheim

zu erfüllen. Dabei wurde der heimelige Charakter

bewahrt. ❑

Obere Reihe (v. l. n. r.): Die „Gaißauer Schwestern“ im Alltag des St. Josefshauses: Schwester Marzella empfängt Besucherinnen

in der Pforte, Schwester Hiltrud spielt Rummikub mit Bewohnerinnen, bringt den älteren Menschen jeden

Morgen die Zeitung wie hier Margarete Netzer oder näht in der Pforte Karten, die von Hand mit Kreuzen und anderen

christlichen Motiven bestickt werden. Untere Reihe: Schwester Fides pflegt die St Josefskapelle, gießt die Pflanzen (ganz

links) oder wischt Staub (ganz rechts). Schwester Maria jätet Unkraut (2. Bild v. l.). Schwester Fides (links) und Schwester

Ricarda legen Wäsche zusammen.


17 ANNA FORUM

Die neue Provinzoberin der Franziskaner Missionsschwestern stellt sich vor

„Zeit haben und Zeit schenken“

Provinzoberin

Schwester

Rita Eugster

Seit einem Jahr leitet Schwester Rita

Eugster die Provinz Europa der Franziskaner

Missionsschwestern. Ihr Sitz

ist das Bernardaheim in Frastanz.

Zur Provinz Europa gehören rund

70 Schwestern in Österreich und der

Schweiz, darunter auch die 14 des

St. Josefshauses in Gaißau. Im Folgenden

beschreibt Schwester Rita

selbst ihren Werdegang und wie sie

die Zusammenarbeit mit der

St. Anna-Hilfe sieht.

Text/Foto: Schwester Rita Eugster

Ich bin 1948 in der Schweiz geboren. Meine Eltern

hatten einen Bauernhof, wo mein Bruder und ich

umgeben mit viel Liebe aufwuchsen. Jeder hatte

seine Aufgaben, mit zwölf Kühen und einigem

Kleinvieh wurde es mir nie langweilig. Besonders

geprägt haben mich die ehrliche, saubere, genaue

und hilfsbereite Lebensweise meiner Eltern. Nach

den Pflichtschuljahren absolvierte ich die Bäuerliche

Haushaltungsschule in Wil. Dann arbeitete ich

in einer Großküche und später in einer Familie mit

Bäckerei und sieben Kindern.

Schon früh spürte ich den Ruf Gottes zum Ordensleben

in mir. Mein Wunsch war auch, in die Mission

zu gehen, um dort für die armen Kinder da zu

sein. Doch es kam anders: Das Ordensinserat der

Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf

begeisterte mich, und so bin ich am 15. Mai 1967

in Gaißau in den Orden eingetreten. Nach der Ordensausbildung

war ich in verschiedenen Häusern

des Ordens tätig. Ende der siebziger Jahre absolvierte

ich die Theologische Akademie in Tirol und

arbeitete dann über 30 Jahre als Religionslehrerin

in verschiedenen Pflichtschulen. Auch in den Pfarreien

gab es viel zu tun. Zuletzt war ich gemeinsam

mit einer Mitschwester und einem Priester im

Laternsertal tätig.

Als Provinzoberin unseres Ordens versuche ich,

gemeinsam mit meinen Mitschwestern, den Weg

unserer Berufung aus Liebe zu Gott und den Menschen

zu leben. Vor einigen Jahren war das Pflegen

und Betreuen betagter Menschen eine unserer

Stärken. Da unsere Kräfte nachlassen, betreuen

wir die Menschen heute mehr im geistigen Sinne.

„Zeit haben und Zeit schenken“ ist unser Apostolat

in den eigenen wie auch in anderen Alters- und

Pflegeheimen.

Die Zusammenarbeit mit der St.Anna-Hilfe habe

ich bis jetzt als gut und wohlwollend erfahren. Da

ich noch wenig Kontakt und Erfahrung auf diesem

Gebiet habe, hoffe ich auch weiterhin auf eine

gute Zusammenarbeit im Dienste der betagten und

pflegebedürftigen Menschen. ❑

Die Franziskaner Missionsschwestern

Die Franziskaner Missionsschwestern (Ordenskürzel:

FMMH) sind eine römisch-katholische

Frauenkongregation, die 1892 von der

Heiligen Maria Bernarda Bütler in Ecuador

gegründet wurde. Der Orden ist vor allem in

Lateinamerika missionarisch tätig. Insgesamt

gehören der Kongregation rund 800 Franziskaner

Missionsschwestern an, siehe auch

www.fmmh.org.


18 ANNA FORUM

Vortragsreihe der connexia: „Pflege im Gespräch“

Herbsttermine für Angehörige und Interessierte

Die connexia – Gesellschaft für Gesundheit und

Pflege gGmbH bietet unter anderem ein umfassendes

Bildungsprogramm und arbeitet dabei auch

immer wieder eng mit der St. Anna-Hilfe zusammen.

Ihre Vorarlberger Vortragsreiche „Pflege im

Gespräch“ wendet sich konkret an pflegende Angehörige,

soll ihnen Informationen im Umgang mit

den Pflegebedürftigen, aber auch im Umgang mit

sich selbst bieten. Hier die Herbsttermine, wie sie

bis Redaktionsschluss vorlagen. Wenn nicht anders

vermerkt, finden die Veranstaltungen von 19.30 –

21.30 Uhr statt.

Text: Elke Benicke

Monika Pott:

Die Heilkraft der Märchen

Märchen sind sehr komplex. Wer sie zu

deuten versucht, entdeckt sich selbst,

denn sie sprechen das Kind in uns an –

unsere Seele.

13. Sept., Mäder, J.-J. Ender-Saal

Johannes Staudinger:

Sexualität im Alter

Johannes Staudinger erläutert, welche sexuellen Bedürfnisse

ältere Menschen haben. Er erklärt physisch

und psychisch bedingte Veränderungen im Alter,

thematisiert Intimität und Scham in Betreuung und

Pflege.

18. Sept., Hörbranz, Pfarrsaal, Martinsraum

Rudolf Pfeiffer:

Anti-Aging – Tipps und Tricks

Um körperlich und geistig fit zu

bleiben, gilt es, die optimale Funktionsfähigkeit

unserer Organe

zum Beispiel mit Antioxidantien

herzustellen und zu erhalten.

20. Sept., Thüringen, Büro Mobiler

Hilfsdienst

Elke Maria Riedmann:

Lebenslust statt Altersfrust

28. Sept., Rankweil, Altes Kino

Bruni Schnitzer:

„Marias letzte Reise“ – Film und Gespräch

3. Okt., Lustenau, Seniorenhaus Hasenfeld

Wilfried Feurstein:

Menschen und ihre Biografien verstehen

4. Okt., Lingenau, Kulturraum

Dr. Elisabeth Sorgo:

Darf ich einen freien

Tag machen?

11.Okt., Höchst,

Alte Schule,

23. Okt., Hohenems,

SeneCura Seniorenheim

Dr. Bernhard Schwärzler:

Chronische Schmerzen –

muss das heute noch sein?

16. Okt., 20 - 22 Uhr, Schwarzenberg,

Kleiner Dorfsaal

Melitta Walser:

Der Weg des Abschiednehmens

24. Oktober, Frastanz, Sozialzentrum

14. Nov., Rankweil, Haus Klosterreben

Dr. Dr. Adelheid Gassner-Briem:

Was kränkt, macht krank

30. Okt., Blons, Mittelschule

Monika Madlener:

Tai Chi /Chi Gong

für Pflegende

5. Nov., Lauterach,

SeneCura Sozialzentrum

Birgit Höfert:

Wenn das Durstgefühl fehlt

8. Nov., 20 - 22 Uhr, Bezau, Sozialzentrum

Hemma Tschofen:

Familiäre Konflikte lösen

14. November, Thüringen, Büro Mobiler Hilfsdienst

Martina Gächter:

Jin Shin Jyutsu – Strömen

14. Nov., Lustenau, Seniorenhaus Hasenfeld

Brigitte Pregenzer:

Hildegardmittel für den Hausgebrauch

20. Nov., Hörbranz, Pfarrsaal, Martinsraum ❑

Weitere Infos

connexia – Gesellschaft für Gesundheit und

Pflege, Claudia Längle, Tel. 0664 1237190


19 FORUM / PRAXIS VORARLBERG

Neue Software für die Dienstplanung

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in Nüziders,

wird „Adicom PEP“, eine Software-Lösung für die

Personaleinsatzplanung (PEP), seit Anfang des

Jahres in allen Vorarlberger Häusern der St. Anna-

Hilfe eingesetzt. In Oberösterreich verfügen die

Mitarbeiterinnen bereits seit einigen Jahren über

ein ähnliches Programm.

Nach einer Phase der Umstellung erleichtert

„Adicom PEP“ nicht nur die Dienstplanung, sondern

auch die Abrechnung und macht das Personalmanagement

für die Mitarbeiterinnen transparenter:

Personaldaten und Dienstzeiten können immer

wieder korrigiert und angepasst werden; das

Urlaubskontingent ist ständig abrufbar. Außerdem

lassen sich Wünsche vordefinieren und gesetzliche

Ruhezeiten berücksichtigen. Informationen zur

Abrechnung werden am Monatsende einfach abgerufen.

Ebenso sind auch einzelne Arbeitszeitdaten

jederzeit abrufbar.

Hausleiter

Florian Seher

ist von den

Vorteilen der

neuen Software

überzeugt.

Herr Seher, Sie haben

das Pilotprojekt mit

der „Adicom PEP“ in

Nüziders geleitet. Warum

hat die St. Anna-

Hilfe diese Software

überhaupt eingeführt?

Florian Seher: Zuvor

haben wir mit Excel gearbeitet.

Doch vor allem

die Erstellung einer neuen

Dienstplan-Version

zum Jahresanfang war damit immer sehr aufwändig.

Mitunter wurden auch Formeln versehentlich

gelöscht oder verändert. Das neue Programm läuft

kontinuierlich und für alle Häuser gleich; Auswertungen

sind zentral möglich. Trotzdem lässt es

eine individuelle Dienstzeitengestaltung für jedes

Haus zu.

War die Umstellung schwierig?

Florian Seher: Selbstverständlich dauert es eine

gewisse Zeit, bis alle Daten richtig eingegeben

sind. Die Mitarbeiterinnen in den einzelnen Häusern

sind aber sehr motiviert und die Zusammenarbeit

klappt gut.

Gab es Schulungen zur Handhabung des neuen

Dienstplans?

Florian Seher: Ja, es gab eine Grundschulung und

darüber hinaus viele individuelle Schulungen. Die

Wohnbereichsleiterinnen des Sozialzentrums

St. Vinerius und ich standen und stehen als Paten

für die anderen Häuser zur Verfügung.

Wie ist die Resonanz?

Florian Seher: Die Resonanz in Nüziders ist sehr

gut – das Haus hat ja auch schon einige Monate

Vorsprung. ❑

Text/Foto: Florian Seher

Dank für ehrenamtliche Mitarbeit

Vier von über 60 anwesenden Ehrenamtlichen:

Lydia Galehr, Hannelore

Holzknecht, Otto Stadelmann und Regina

Rümmele (v. l. n. r.).

BREGENZ – Das Haus Tschermakgarten und das Haus I des Sozialzentrums Mariahilf

haben ihre insgesamt rund 100 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zu einem Dankabend

Ende Jänner eingeladen. Klaus Müller, Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe, und

Elisabeth Mathis, Stadträtin für Seniorinnen und Senioren, haben sich während des

festlichen Abendessens im Bregenzer Hotel Messmer bei den über 60 anwesenden

Ehrenamtlichen für ihre „unbezahlbaren“ Dienste im Laufe des vergangenen Jahres

bedankt. Durch das Engagement der Ehrenamtlichen im Miteinander mit den hauptamtlich

Beschäftigten entstehe für die Bewohnerinnen „ein Mehr an Lebensqualität“. ❑

Text/Foto: Markus Schrott


20 PRAXIS VORARLBERG

Veilchenblau, Sonnengelb und Rosenrot

BREGENZ – „Das Wichtigste am Malen und Gestalten

ist der Spaß, die Freude an der Farbe, am Tun, am

entstandenen Bild“ – davon ist Uli Eschbaumer überzeugt.

Die Mal- und Zeichenlehrerin, Maltherapeutin

und Künstlerin begleitet seit Oktober einen Malkurs

im Seniorenheim Tschermakgarten. Bis zu zehn

Bewohnerinnen treffen sich ein Mal wöchentlich vormittags

im Ruheraum des Hauses zum gemeinsamen

Malen in den verschiedensten Techniken, „haben

Freude an Veilchenblau, Sonnengelb und Rosenrot“.

Je nach Temperament der Teilnehmerinnen gibt Uli

Eschbaumer ein Thema vor oder begleitet spontane

Ideen. Manchmal lädt ein duftender Blumenstrauß

zum Malen ein, manchmal bringt eine Geschichte die

entsprechende Inspiration.

„Ich schätze den Mut der älteren Menschen, etwas

Neues zu beginnen oder versteckte Begabungen

wieder aufleben zu lassen“, sagt Uli Eschbaumer. Das

kontinuierliche Malen, schafft Vertrauen in die eigenen

Fähigkeiten und unterstützt die soziale Bindung

unter den Seniorinnen. Freude am Beisammensein,

gemeinsame Erlebnisse und Herzenswärme sind der

Künstlerin aus Lindau sehr wichtig. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: Annelies Rümmele

Abschied von Beate Weinzierl-Bahl

Beate Weinzierl-Bahl (Foto links) verlässt die Lebensräume für Jung und Alt.

Eva und Helmut Riedl haben sich bereit erklärt, zusätzliche Dienste wie zum

Beispiel die Verwaltung verschiedener Schlüssel für die Gemeinschaft zu übernehmen.

BREGENZ – Die bisherige Gemeinwesenarbeiterin der

Lebensräume für Jung und Alt im Sozialzentrum Mariahilf

hat ihre Tätigkeit mit Ende Februar beendet,

um eine neue berufliche Aufgabe zu übernehmen.

Zur Abschiedsfeier fanden sich rund 30 Bewohnerinnen

ein. Viele wünschten ihr persönlich alles Gute

für ihre neue berufliche Tätigkeit und dankten ihr

für ihr Engagement. Im Namen der St. Anna-Hilfe

beschrieb Markus Schrott, Leiter von Haus I im Sozialzentrum

Mariahilf, ihren vielseitigen Einsatz seit

Eröffnung der Lebensräume im Jahr 2003 und die

gute Zusammenarbeit

Bis die Stelle der Gemeinwesenarbeiterin nachbesetzt

ist, rückt das Prinzip der Nachbarschaftshilfe

in den Lebensräumen und dem Stadtteil noch mehr

in den Vordergrund. Insbesondere das Ehepaar Eva

und Helmut Riedl hat sich bereit erklärt, zusätzliche

Dienste für die Gemeinschaft zu übernehmen. ❑

Text: Elke Benicke/Fotos: Markus Schrott, Felix Kästle


21 PRAXIS VORARLBERG

„Die Schatten der Anfänge verfolgen mich

noch immer, obwohl die Jahre einen gewissen

Abstand hergestellt haben. …“, Arno Geiger

beginnt seine Lesung mit dem zweiten Kapitel.

Arno Geiger liest im Sozialzentrum Mariahilf, Haus I

„Der alte König in seinem Exil“

BREGENZ – In einem berührenden autobiografischen

Bericht erzählt der aus Wolfurt stammende

Arno Geiger von seinem an Demenz erkrankten

Vater. Offen, liebevoll und heiter beginnt er ihn

von neuem kennenzulernen, hört auf seine scheinbar

sinnlosen und doch so poetischen Sätze. Rund

130 Gäste hatten sich am 17. Januar zu der vom

Vorarlberger Kirchenblatt initiierten Lesung im

Sozialzentrum Mariahilf eingefunden. Zuvor gab es

eine Podiumsdiskussion mit Arno Geiger, Dietmar

Steinmair, Chefredakteur des Kirchenblatts, und

Klaus Müller, Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe.

Text/Foto: Elke Benicke

„Herr Geiger, Ihr Buch wurde seit seinem Erscheinen

im letzten Jahr bereits 400 000 Mal verkauft und ist

mit fünf Preisen ausgezeichnet worden“, leitete Petra

Baur vom Kirchenblatt die Podiumsdiskussion ein

und fragte, ob denn der Vater auch etwas von dem

Erfolg und Wirbel des letzten Jahres mitbekommen

habe. „Ja, er freut sich immer, wenn er fröhliche

Gesichter sieht. Und er spürt den Respekt, der ihm

entgegengebracht wird“, antwortete Geiger. „Ich

habe mich auch bei ihm bedankt, habe ihm erzählt,

dass sich das Buch über seine Person gut verkauft

und positive Rezensionen bekommen hat. ‚Gern

geschehen!‘, hat der Vater da gesagt.“

Dement, doch mit dem alten Charme und Witz

Auf Baurs Frage, was er als Geschäftsführer der

St. Anna-Hilfe den Angehörigen eines an Demenz

erkrankten Menschen mit auf den Weg gebe, sagte

Klaus Müller: „Ein Tipp wäre: Lesen Sie Herrn Geigers

Buch! Man muss einen Weg finden, den Menschen in

seiner Veränderung anzunehmen, die Beziehung zu

ihm aufrechtzuerhalten und neu zu gestalten, ganz

so, wie Herr Geiger das beschrieben hat.“

Arno Geigers Vater hat Alzheimer. Im Verlauf seiner

Krankheit kommen ihm immer mehr Erinnerungen

abhanden. Auch fällt es ihm zunehmend schwerer,

sich in der Gegenwart zu orientieren. Der Sohn

schließt noch einmal Freundschaft mit seinem Vater,

geht mit ihm durch die Vorarlberger Landschaft um

Wolfurt, wo sie beide ihre Kindheit verbracht haben

und versucht seine eigenwilligen Sätze zu verstehen.

Dabei entdeckt er immer wieder den für seinen

Vater charakteristischen Charme und Witz und das

gewohnte Selbstbewusstsein. „Früher war ich ein

kräftiger Bursche, sagt der Vater zu Katharina und

mir. Nicht solche Geißlein wie ihr!“, zitiert Arno Geiger

den „Alten König“ am Ende seiner Erzählung.

Hommage an den Vater

„Ich wollte nicht von einem erzählen, der Alzheimer

hat und zufällig mein Vater ist, sondern von meinem

Vater selbst, seiner Biografie und seinem Charakter“,

sagt Arno Geiger zwischen den beiden Passagen,

die er für seine Lesung im Sozialzentrum Mariahilf

ausgewählt hat. „Ich bin froh, dass ich das Buch

geschrieben habe, auch dass ich es zu Lebzeiten

meines Vaters geschrieben habe.“

Nach der Lesung signierte der Schriftsteller seine

Bücher. Getränke wurden gereicht; die Gäste ließen

den Abend langsam ausklingen. ❑

Arno Geiger, „Der alte König in seinem Exil“

Carl Hanser Verlag München 2011

192 Seiten, fester Einband

ISBN 978-3-446-23634-9, 17,90 Euro


22 PRAXIS VORARLBERG

Barrierefrei qualifizieren

Stolz auf ihre berufliche Qualifikation

präsentieren Stefan Lorünser, Daniel Hehle

und Johanna Pramstaller (v. l. n. r.) den

Prospekt des Bildungscenters der Arbeiterkammer

Vorarlberg.

NÜZIDERS/VANDANS – Gemeinsam mit dem IfS-Spagat (Institut für Soziales) hat

das Bildungscenter der Arbeiterkammer Vorarlberg einen Lehrgang zur Helferin in

sozialen Einrichtungen ausgearbeitet. Diese halbjährige berufsbegleitende Aus- und

Weiterbildung bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Handicap die Möglichkeit,

sich beruflich zu qualifizieren. Voraussetzung ist, dass sie schon mindestens

ein Jahr im Rahmen eines integrativen Arbeitsplatzes in sozialen Einrichtungen tätig

sind und auch bereit, sich theoretisches Wissen und Fertigkeiten anzueignen.

Johanna Pramstaller, die im Seniorenheim Schmidt in Vandans arbeitet, sowie Stefan

Lorünser und Daniel Hehle, die im Sozialzentrum St. Vinerius in Nüziders beschäftigt

sind, erfüllen diese Voraussetzungen, sind mit viel Fleiß dabei und schließen ihre

Ausbildung im Juli ab. „Unsere drei Lehrlinge sind sehr gefordert, haben aber auch viel

Spaß“, freut sich Hausleiter Florian Seher über den beruflichen Erfolg der drei jungen

Menschen. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: Florian Seher

Entspannen im Namen der Forschung

NÜZIDERS – Rund zehn Bewohnerinnen des Sozialzentrums

St. Vinerius nahmen zu Beginn des Jahres

wie schon im Herbst letzten Jahres an einer empirischen

Studie teil und kamen so in den Genuss eines

Entspannungs- und Gehirntrainings. Im Rahmen

ihrer Dissertation möchte die Klinische und Gesundheitspsychologin

Sabine Hartmann herausfinden,

wie effektiv die Progressive Muskelrelaxation nach

Jacobsen (PMR) für ältere Menschen tatsächlich ist.

Bei der PMR werden verschiedene Muskelpartien

angespannt und nach kurzer Zeit wieder losgelassen.

Durch das bewusste Anspannen nimmt die Teilnehmerin

die darauf folgende Entspannung intensiver

wahr, wird sensibilisiert und kann selbst eine Senkung

ihrer Muskelspannung erreichen.

Das Training fand über einen Zeitraum von zwei

mal sechs Wochen zwei Mal wöchentlich statt und

wurde nach drei Wochen mit kognitiven Übungen

kombiniert. Für ihre Studie hat die Doktorandin noch

andere Pflegeheime in Vorarlberg besucht.

„Ergebnisse liegen erst nach Abschluss der Studie

Mitte nächsten Jahres vor“, sagt Hausleiter Florian

Seher. „Aber eines ist jetzt schon klar: Die Bewohnerinnen

haben diese Abwechslung genossen und

gerne mitgemacht. Die professionelle und wertschätzende

Begleitung durch Frau Hartmann hat

jeder Bewohnerin gut getan.“ ❑

Der Ruhe wegen führte Sabine Hartmann (links) das Entspannungstraining

mit den Bewohnerinnen am liebsten in

der Kapelle des Sozialzentrums St. Vinerius durch. Hier im

Bild: Bewohnerin Roswitha Batlogg.

Text: Elke Benicke/Foto: Florian Seher


23 PRAXIS VORARLBERG

Das Pflegeheim Innermontafon in St. Gallenkirch.

Pflegekraft Andrea Singer mit dem Bewohner Severin Häusle.

Neu in der St. Anna-Hilfe: das Pflegeheim Innermontafon

Klein, aber fein

ST. GALLENKIRCH – Seit Januar betreibt die

St. Anna-Hilfe das Pflegeheim Innermontafon,

das 13 pflegebedürftigen Menschen ein Zuhause

bietet. Die Übernahme verlief ruhig, denn die

Mitarbeiterinnen sind nach wie vor dieselben und

auch baulich bleibt zunächst alles beim Alten. Nach

eigenen Angaben haben die Bewohnerinnen „nichts

gespürt“, freuen sich aber, dass sie ihr Frühstück

nun täglich selbst auswählen können und „der

Abend länger geht“, weil ihnen das Abendessen

später serviert wird.

Text/Fotos: Elke Benicke

„Für die Leute ist das Frühstück jetzt sehr fein, sehr

individuell“, sagt die diplomierte Pflegekraft Andrea

Singer. Sie erklärt: „Die Bewohner können länger

schlafen und selbst wählen, ob sie Marmelade oder

Käse möchten, können nach Tagesgefühl entscheiden.

Außerdem wird der Kaffee nicht mehr unten in

der Küche, sondern oben bei uns auf der Station gemacht

und duftet schon vorab.“ Als positiv empfinden

Bewohnerinnen wie Mitarbeiterinnen auch, dass

die anderen Mahlzeiten zeitlich nach hinten verlagert

wurden: Mittagessen gibt es jetzt um halb zwölf

statt wie früher um viertel vor elf, Abendessen

um halb sechs statt um viertel vor fünf. „Da haben

unsere Bewohner einfach mehr vom Tag“, freut sich

Pflegedienstleiterin Barbara Koburger. In einem zweiten

Schritt sollen die beiden Mahlzeiten nochmals um

eine halbe Stunde nach hinten verlegt werden.

Veränderungen, die gut ankommen

Entsprechend den Essenszeiten haben sich auch

die Dienstzeiten verändert: Der Spätdienst bleibt

länger, der Nachtdienst kommt später. „Das war ein

großer Einschnitt, den aber alle Mitarbeiterinnen gut

mitgetragen haben“, sagt Hausleiter Florian Seher.

Andrea Singer findet, dass die Organisation insgesamt

übersichtlicher und transparenter geworden

ist und nennt spontan das „professionell angeleitete“

Wundmanagement als Beispiel.

Neu ist auch, dass eine ehrenamtliche Mitarbeiterin

des Hospizdienstes regelmäßig ins Pflegeheim

St. Gallenkirch kommt. Seit Mitte März absolviert sie

dort ein Praktikum mit 32 Wochenstunden, weiters

umfasst diese Ausbildung der Hospizbewegung

Vorarlberg auch eine theoretische Ausbildung. Ganz

nebenbei sollen sich aus ihrer Präsenz erstmals so

genannte Bezugsbegleitungen im Pflegeheim

St. Gallenkirch entwickeln.

Neubau für eine zeitgemäße Pflege

„Das Besondere am Pflegeheim Innermontafon ist

seine Kleinheit“, beschreibt Florian Seher den Geist

des Hauses. Insgesamt leben nur neun Frauen und

vier Männer im Haus – so viel, wie sonst zu einer

Hausgemeinschaft oder Wohngruppe zählen. Die

Stimmung ist sehr familiär, da sich die Bewohnerinnen

und Mitarbeiterinnen aus der Region kennen

und die meisten dort aufgewachsen sind. Das Haus

ist heimelig und hell, allerdings auch in die Jahre

gekommen. Um den Ansprüchen einer modernen

Pflege nachzukommen und den Pflegebedarf im

Innermontafon zu decken, soll bis Herbst 2014 direkt

neben dem bestehenden ein neues Pflegeheim mit

rund 30 Plätzen und acht heimgebundenen Wohnungen

entstehen. Die Bewohnerinnen sind darüber

informiert und sehen dem Neubau grundsätzlich

positiv entgegen; ein rüstiger Herr hat sich sogar

schon eine der Wohnungen reserviert. ❑


24 PRAXIS VORARLBERG

Neu: Praxisanleitung für Basale Stimulation ® im Seniorenheim Bartholomäberg

Mit allen Sinnen wahrnehmen

BARTHOLOMÄBERG – Basale Stimulation ® ist ein

Konzept, das heißt, eine gedankliche Annäherung

an die Bedürfnisse wahrnehmungsbeeinträchtigter

Menschen. Primär werden alle Sinne angesprochen

und Körper- und Bewegungserfahrungen ermöglicht.

Seit Tina Wollenberg Ende vergangenen Jahres

ihre Ausbildung als Praxisanleiterin für Basale

Stimulation ® absolviert hat, kann sie ihren Kolleginnen

im Seniorenheim Bartholomäberg professionell

zur Seite stehen, Hintergründe erläutern und

Tipps geben. Im Folgenden beschreibt die 30-Jährige,

wie sie Basale Stimulation ® erleben lässt und

selbst erlebt.

Text: Tina Wollenberg/Foto: Felix Kästle

Ich habe die Basale Stimulation ® im täglichen Umgang

mit unseren Heimbewohnerinnen eigentlich

immer schon gelebt, wollte mich weiterentwickeln,

schauen, was kann ich ihnen noch anbieten oder

ausprobieren, um ihre persönliche Entwicklung zu

fördern und zu unterstützen. Im Jahr 2005 habe

ich daher einen Grundkurs in Basaler Stimulation ®

besucht, zwei Jahre später einen Aufbaukurs und

letztes Jahr nun die berufsbegleitende Ausbildung

zur Praxisanleiterin absolviert. Das Gelernte ließ sich

immer direkt im Arbeitsumfeld anwenden.

Am Frühstückstisch richte ich A. das Frühstück:

Gespannt beobachtet sie, wie sich die Milch in der

Tasse durch den Kakao verfärbt. Während ich ihr ein

Brot mit Butter bestreiche, greift A. in die Marmelade

und erschrickt sich. Ich lache und animiere sie,

ihre Finger abzuschlecken (gustatorische Stimulation).

Das macht sie und beide lachen wir.

Aufgabe einer Praxisbegleiterin ist es, das Konzept

der Basalen Stimulation ® weiterzutragen und auch

weiterzuentwickeln. Derzeit leite ich meine Kolleginnen

in Bartholomäberg in alltäglichen Situationen

an, vor allem durch aktives Vorleben und durch

Besprechung kleinster Einzelsequenzen in der Teamsitzung.

Tina Wollenberg, Praxisanleiterin für Basale Stimulaton®,

im Gespräch mit der Bewohnerin Anna Pfeifer.

Ich klopfe an die Zimmertür und betrete das Zimmer.

Die Vorhänge sind geschlossen, nur durch die Lücken

drängen einige Sonnenstrahlen ins Zimmer. Ich

begrüße die Bewohnerin mit Namen und berühre sie

an der Hand (Initialberührung). A. öffnet die Augen

und schaut mich an, ich öffne die Vorhänge und das

Zimmer erstrahlt hell, A. lächelt. Ich biete ihr meine

Hilfe zum Aufsitzen und setze mich neben sie aufs

Bett (Körpergrenzen spüren). Wir schaukeln ein wenig

vor und zurück (vestibuläre Anregung), stampfen

mit den Füßen auf den Boden zur Mobilisationsvorbereitung

(vibratorisches Angebot). Dann gehen wir

gemeinsam zur morgendlichen Pflege ins Bad. Dort

lasse ich sie das Duschgel spüren und riechen (taktiles

und olfaktorisches Angebot).

Nach der Jause im Speisesaal sitzen A., C., P., S. und

A. beieinander. Ich bringe ihnen pink- und lilafarbenes

Krepppapier, es raschelt. Alle sind aufmerksam. Dann

zeige ich ihnen das Lineal, die Schere und den Kleber.

Die Bewohnerinnen benennen alle Dinge und wir

legen los. C. schneidet eine Handbreit Papier zurecht,

A. schaut gespannt, P. dreht das Papier zu einer

Schleife, ich klebe die Schleife an einen Strohhalm

und zwei weitere dazu, dann wickelt S. einen grünen

Streifen Papier um den Strohhalm. Ich halte unser

Werk hoch, alle strahlen, A. sagt: „Das sieht aus wie

eine Blume!“ und S.: „Ein Krokus, wie schön!“ Und

ich ergänze: „Ja, denn der Frühling kommt ja jetzt.“

(Jahreszeitliche Orientierung schaffen mit selbstgestalteter

Deko).

Nach meinen Erfahrungen sollte die Basale Stimulation

® ein alltägliches Handwerkzeug im Umgang mit

allen Bewohnerinnen sein. Deshalb biete ich meinen

Kolleginnen im Seniorenheim Bartholomäberg derzeit

schon einen Grund- und Aufbaukurs an. ❑


25 WIR GRATULIEREN / PRAXIS OBERÖSTERREICH

Theresia Hirsch feiert 104. Geburtstag

„Die Zeit vergeht wie im Flug. Kaum feiert man

Geburtstag, steht der nächste schon wieder vor

der Tür!“, stellte Theresia Hirsch fest, als sie am

26. Januar ihren 104. Geburtstag im Sozialzentrum

Kloster Nazareth in Stadl Paura feierte. Die

gebürtige Oberösterreicherin lebte lange in Wien

und ist erst nach dem Tod ihres Mannes nach

Stadl Paura gezogen. Seit elf Jahren ist sie nun im

Sozialzentrum Kloster Nazareth zuhause. Gratuliert

haben Bürgermeister Alfred Meisinger (links neben

Theresia Hirsch), Amtsleiter Stefan Anzengruber,

Pflegedienstleiter Arno Buchsbaum (links) und

Hausleiterin Stefanie Freisler (rechts). Die über

Hundertjährige genoss ihren Geburtstag sehr

und freute sich besonders über die vielen Gratulanten.

Als Geburtstagsessen wünschte sie sich ein

Hühnerschnitzel mit Gemüse und das bekam sie

natürlich auch.

Wir gratulieren!

Theresia Hirsch meistert ihren Alltag noch weitgehend

alleine. Sie ist körperlich und geistig fit,

benötigt lediglich hin und wieder Unterstützung.

Die rüstige Dame ist außerdem für jeden Spaß zu

haben, lacht gerne und viel. ❑

Text: Bernadette Peitler/Foto: privat

Gnadenhochzeit für das Ehepaar Gschwandtner

GMUNDEN – Gertrud und Herbert Gschwandtner feierten ihren 70. Hochzeitstag am Valentinstag, Mitte

Februar, in der Zirbenstube des Hauses St. Josef. „Die Zeit mit meinem Mann ist so schnell vergangen, ich

kann es selbst kaum glauben“, sagte Gertrud Gschwandtner über ihr gemeinsames Jubiläum.

Der Gmundner Bürgermeister Heinz Köppl gratulierte bereits am Vormittag. Nachmittags zur Feier kamen

neben der Hausleiterin Stefanie Freisler, der Pflegedienstleiterin Monika Gruber und der Verwaltungsmitarbeiterin

Christa Pührimair auch alle Familienmitglieder und die „Nachbarinnen“ aus der Hausgemeinschaft

Marienweg des Ehepaars Gschwandtner. Die Mitarbeiterinnen des Hauses überreichten dem Jubelpaar eine

dreistöckige Hochzeitstorte von der hauseigenen Konditorin Silvia Lind und einen Blumenstrauß. „So eine

tolle Torte hatte ich nicht einmal zur Hochzeit vor 70 Jahren!“, staunte Gertrud Gschwandtner. ❑

Text: Bernadette Peitler/Foto: Julian Schachinger


26 PRAXIS OBERÖSTERREICH

Die beliebteste Praktikumsstelle Oberösterreichs

GMUNDEN – Die diesjährigen Absolventinnen der

Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Gmunden

haben zum Ende ihrer dreijährigen Ausbildung das

Haus St. Josef zur beliebtesten Praktikumsstelle in

Oberösterreich gewählt. Bei ihrer Diplomfeier am 24.

Februar überreichte die Klassensprecherin und diplomierte

Gesundheits- und Krankenschwester Manuela

Piringer (Mitte) Pflegedienstleiterin Monika Gruber

(links) den „Optimus 2012“. Rechts: Die Schuldirektorin

Dagmar Einschwanger. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: GESPAG

TIPP

Der ORF2 hat einen Beitrag über das Konzept der Hausgemeinschaften im Gmundner Haus

St. Josef gesendet. Der etwa zehnminütige Film wurde Mitte April im Rahmen der Sendung

„Oberösterreich Heute“ ausgestrahlt. In Kürze kann er auf der Website der St. Anna-Hilfe

abgerufen werden, siehe unter www.st.anna-hilfe.at.

Ein Blick in das Anna-Café

STADL PAURA – Das Anna-Café des Klosters Nazareth

hat jeden Montag ab 14 Uhr geöffnet. Für viele

der älteren Menschen im Haus ist der Besuch dort

ein wöchentliches Highlight. Sie treffen sich mit Angehörigen

und Bekannten aus der Gemeinde und alle

genießen die feinen Torten und Kuchen. Silvia Lind,

Konditorin der St. Anna-Service im Kloster Nazareth,

bäckt die Mehlspeisen immer mit viel Liebe.

Das Anna-Café besteht seit sechs Jahren. Es wird

von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Roten

Kreuzes – Inge und Diether Gutmann, Mathilde Gruber,

Hermine Maier und Johanna Schindlauer – mit

viel Geschick und Humor betrieben. Das ehrenamtliche

Team rund um Diether Gutmann organisiert

zur Freude der Kaffeehausgäste auch jahreszeitliche

Feste zu Fasching und zur Adventszeit, die musikalisch

begleitet werden. ❑

Text: Ulrike Hafner/Fotos: Matthias Traub

Feine Torten und Kuchen

serviert von Hermine

Maier.

Diether Gutmann, Hermine Maier und Inge Gutmann

(v.l.n.r.) betreiben das Anna-Café zusammen mit

Mathilde Gruber und Johanna Schindlauer.

Gäste des Anna-Cafés in fröhlicher Runde.


27 PRAXIS OBERÖSTERREICH

Morbus Alzheimer Syndrom (M. A. S.) Trainerausbildung in Oberösterreich

Spezialistinnen in Sachen Demenz

GMUNDEN/STADL PAURA/BAD GOISERN – Im

Anschluss an die Grundschulung „Demenz“ haben

neun Mitarbeiterinnen der St. Anna-Häuser in

Gmunden, Stadl Paura und Bad Goisern zu Beginn

dieses Jahres mit der M. A. S. Trainerausbildung begonnen.

Die Teilnehmerinnen sind begeistert und

setzen ihr neues Wissen im Umgang mit demenzerkrankten

Menschen bereits um.

Text/Foto: Bernadette Peitler

„In der Grundausbildung haben unsere Mitarbeiterinnen

gelernt, dass Menschen mit Demenz über

Fähigkeiten verfügen, die sich nicht immer auf den

ersten Blick offenbaren“, sagt Doris Kollar, Regionalleiterin

der St. Anna-Hilfe Oberösterreich. „In der

Trainerausbildung lernen sie Wege und Übungen kennen,

mit deren Hilfe die Alltagsfähigkeiten der Bewohnerinnen

erhalten oder gefördert werden können.“

Im Mittelpunkt der Trainerausbildung steht die

Theorie der Retrogenese des amerikanischen Arztes

Barry Reisberg. Die stadienspezifische Einteilung der

fortschreitenden Demenzerkrankung unterstützt

die Mitarbeiterinnen in einer dem Krankheitsstadium

angepassten Betreuung und Förderung der älteren

Menschen. „Wichtig ist aber insbesondere, dass die

Bewohnerinnen Spaß am Training haben und freiwillig

daran teilnehmen “, ergänzt Doris Kollar-Plasser.

Auch Altenfachbetreuerin Monika Haupt (rechts) nimmt an

der M.A.S. Trainerausbildung teil. Hier gestaltet sie gemeinsam

mit Bewohnerin Anna Hinterberger…

Immer einen Plan B parat haben

„Man muss die älteren Menschen kennen und schätzen

lernen, um auch erfolgreich mit ihnen arbeiten

zu können“, sagt Pflegedienstleiterin Monika Gruber.

„Wer die Seniorinnen freundlich begrüßt, lächelt, die

Hand reicht und Blickkontakt herstellt, hat schon

viel gewonnen, den Zugang geschafft.“ Außerdem

sollten sich alle Teilnehmerinnen mit dem Thema des

Trainings identifizieren können, sei es Tanz, Musik,

Religion, Brauchtum, Bade- oder Frisurenmode, der

Jahreskreis oder die Werkzeugkiste. „Für die Trainerin

ist eine gute Vorbereitung wichtig, eine gute

Allgemeinbildung von Vorteil. Und man sollte immer

einen Plan B parat haben“, empfiehlt Fachsozialbetreuerin

Jasminka Sprajc.

Unmögliches wird möglich

Die Erfolge der Trainings begeistern Bewohnerinnen

wie Trainerinnen. So hat zum Beispiel eine Bewohnerin,

die aufgrund ihrer starken Demenzerkrankung

nicht mehr verbal kommuniziert, an einem Einzeltraining

teilgenommen. Zunächst ist die Trainerin mit

der älteren Dame spazieren gegangen. Dann hat sie

ihr Gedichte vorgelesen – und war freudig überrascht,

als die Bewohnerin die jeweils letzten Worte

eines Verses wiederholte. ❑

… Liebstattherzen.

M.A.S. Trainerausbildung in Oberösterreich

Zur Trainerausbildung kommen externe

Vortragende ein Mal pro Monat für ein bis

zwei Tage nach Gmunden ins Haus St. Josef.

Die Ausbildung besteht aus insgesamt acht

Modulen. Zusätzlich sind mehrere Praktika nicht

nur im eigenen Haus, sondern auch in anderen

Einrichtungen und Demenzservicestellen zu

absolvieren.


28 PRAXIS OBERÖSTERREICH

Im Haus San Marco in Bad Goisern leben 31 Bewohnerinnen. Zu einigen der Zimmer gehört auch ein Balkon. Das Haus

verfügt über eine eigene Zentralküche, wo die Mahlzeiten täglich frisch zubereitet werden.

Wie es den Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen am Übergangsstandort geht

Leben und Arbeiten in Bad Goisern

BAD ISCHL/BAD GOISERN – Vor drei Jahren sind

rund 30 Bewohnerinnen des Hauses San Marco von

Bad Ischl nach Bad Goisern umgezogen – damals in

der sicheren Hoffnung nach dem Bau eines neuen

Gebäudes bald wieder nach Bad Ischl zurückkehren

zu können. Zwar lässt der Neubau auf sich warten,

doch das Mitarbeiterinnen-Team aus Bad Ischl hält

auch am Übergangsstandort Bad Goisern zusammen

und vermittelt den älteren Menschen Vertrautheit

und Beständigkeit.

Text: Doris Kollar/Fotos: Andrea Sams

„Wir sind in der Gemeinde Bad Goisern herzlich

aufgenommen worden. Bürgermeister Peter Ellmer

findet, das Haus sei eine Bereicherung für die Gemeinde,

und Friseurin Lisi Fellner verwöhnt unsere

an Demenz erkrankten Bewohnerinnen nicht etwa

in einem Badezimmer im Heim, sondern in ihrem

Salon!“, berichtet Haus- und Regionalleiterin Doris

Kollar-Plasser. „Auch die Polizei kümmert sich fürsorglich:

Wenn wir einen Bewohner vermissen, wissen

sie oft schon, dass er beim Wirten oder auf dem

Marktplatz ist, haben ein Auge auf ihn und begleiten

ihn nach Hause, wenn es Zeit ist.“


29 PRAXIS OBERÖSTERREICH

Einige fühlen sich schon wie richtige Goiserer

Dank der freundlichen Aufnahme in Bad Goisern und

der Vertrautheit durch das alte Team fühlen sich die

meisten der 13 Bewohnerinnen aus dem alten Haus

in Bad Ischl bereits wie richtige Goiserer. „Mir gefällt

es hier. Ich bin schon so oft umgezogen und hier gefällt

es mir eindeutig am besten. Die Zimmer sind für

mich in Ordnung, so wie sie sind, und die Schwestern

sind sehr freundlich“, sagt eine Bewohnerin. Gute Argumente

gibt es aus Sicht einer anderen Bewohnerin

aber auch für ein Zurück: „Im Herzen möchte ich wieder

nach Bad Ischl. Hier fehlen mir doch die Besuche

von Angehörigen und Freunden, die jetzt nicht mehr

zu Fuß mal kurz vorbeischauen können!“

Und wenn der Feind anrückt…

Für die Mitarbeiterinnen steht das Wohlergehen der

pflegebedürftigen Menschen an erster Stelle und

ist ihre größte Motivation. „Wir arbeiten alle gerne

bei der St. Anna-Hilfe und vertrauen darauf, dass

wir weiter im bestehenden Team zusammenarbeiten

können“, sagt Pflegedienstleiterin Andrea Sams.

Inhaltlich hat sich das Team im Haus San Marco auch

in Bad Goisern auf die Betreuung von Menschen mit

Demenzerkrankungen spezialisiert. Wie eine Einheit

stehen sie zum Beispiel hinter Herrn M., wenn dieser

wieder einmal meint, der Feind rücke an. Sie helfen

ihm, seine wichtigsten Habseligkeiten auf den

Rollator zu packen und sich dahinter zu verschanzen.

Während einer „Feuerpause“ bringen sie ihn dann

an einen sicheren Ort. Oder sie akzeptieren Frau P.s

Ansicht, im Heim sei nicht sauber genug geputzt.

Frau P., die früher im Reinigungstrupp der Luftwaffe

war, putzt dann einfach mit.

…sind die Spezialistinnen vor Ort

„Im Bezirk Gmunden ist bekannt, dass das Team im

Haus San Marco auf die Unterstützung von Menschen

mit Demenzerkrankungen spezialisiert ist. Die

Sachbearbeiter des SHV (Sozialhilfeverband) sind

froh, dass sie Menschen mit starken dementiellen

Erkrankungen guten Gewissens zu uns schicken

können“, sagt Doris Kollar-Plasser. Das Team würde

den älteren Menschen gerne noch mehr bieten.

„Wir vermissen das großzügige Platzangebot in der

alten Villa San Marco. Dort hatten wir die räumlichen

Möglichkeiten, Menschen mit Demenz individuell und

stadienspezifisch zu fördern“, sagt Mitarbeiterin

Maria Ebser. „Wir hoffen deshalb, dass der Neubau

so bald wie möglich Realität wird.“ ❑

Margarete Barth aus dem

Haus San Marco genießt

die regelmäßigen „Ausflüge“

in Lisi Fellners

Friseursalon. Dort erfährt

sie Neuigkeiten aus Bad

Goisern und hat Freude

daran, sich hin und wieder

auch die Fingernägel

lackieren zu lassen.


30 ÜBERBLICK

Geschäftsführung

Klaus Müller

Geschäftsführer

Vorarlberg

Sozialzentrum Mariahilf, Haus I, Bregenz

Bregenz

Tel.: 05574 42177

E-Mail: info@st.anna-hilfe.at

Zentrale Verwaltung

Winfried Grath

Wirtschaftlicher Leiter, Verwaltungsleiter

Markus Schrott, Hausleiter

Sajda Zivkovic, PDL

Johanna Gnaiger, PDL

Dauerpflege in 60 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Tel.: 05574 79646

E-Mail: mariahilf@st.anna-hilfe.at

Bregenz

Tel.: 05574 42177

Fax: 05574 42177-9

E-Mail: winfried.grath@st.anna-hilfe.at

St. Josefshaus, Gaißau

Lebensräume für Jung und Alt

im Sozialzentrum Mariahilf, Haus II, Bregenz

38 Wohnungen

Tel.: 05574 79646

mariahilf@st.anna-hilfe.at

Markus Schrott, Hausleiter

Sajda Zivkovic, PDL

Dauerpflege in 44 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Tel.: 05578 71116

E-Mail: gaissau@st.anna-hilfe.at

Kärnten – Behindertenhilfe

Lebenswelt St. Antonius, Spittal an der Drau

Manuela Roscher,

Leiterin Lebenswelt

Wohnwelt 18 Wohneinheiten

Arbeitswelt 24 Förderbetreuungsplätze

Tel.: 0676 848144-380

E-Mail: spittal@st.anna-hilfe.at

Seniorenheim Tschermakgarten, Bregenz

Vesna Basagic, Hausleiterin

Dauerpflege in 95 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tel.: 05574 4936

E-Mail: tschermakgarten@st.anna-hilfe.at

Pflegeheim St. Josef, Schruns

im Gesundheits- und Sozialzentrum Montafon

Jutta Unger, Hausleiterin

Dauerpflege in 46 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

10 heimgebundene Wohnungen

Tagesbetreuung

Tel.: 05556 72243-5300

E-Mail: schruns@st.anna-hilfe.at

Sozialzentrum St. Vinerius, Nüziders

Florian Seher, Hausleiter

Dauerpflege in 40 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

8 heimgebundene Wohnungen

Tagesbetreuung

Tel.: 05552 67335

E-Mail: nueziders@st.anna-hilfe.at

www.st.ann


31 ÜBERBLICK

Seniorenheim Bartholomäberg

Dieter Muther, Hausleiter

Dauerpflege in 27 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tel.: 05556 73113

E-Mail: bartholomaeberg@st.anna-hilfe.at

Oberösterreich

Regionalleitung

Doris Kollar-Plasser

Regionalleiterin Oberösterreich, Kärnten

Gmunden

Tel.: 0676 848144330

E-Mail: doris.kollar-plasser@st.anna-hilfe.at

Seniorenheim Schmidt, Vandans

Sozialzentrum Kloster Nazareth, Stadl-Paura

Florian Seher, Hausleiter

Andrea Jochum, PDL

Dauerpflege in 35 Wohneinheiten

Tel.: 05556 73933

E-Mail: vandans@st.anna-hilfe.at

Pflegeheim Innermontafon, St. Gallenkirch

Stefanie Freisler, Hausleiterin

Arno Buchsbaum, PDL

Matthias Traub, AML

Haus St. Josef, Gmunden

Dauerpflege in 80 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Tel.: 07245 28975

E-Mail: stadlpaura@st.anna-hilfe.at

Florian Seher, Hausleiter

Barbara Koburger, PDL

Dauerpflege in 13 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tel.: 05557 6969

E-Mail: st.gallenkirch@st.anna-hilfe.at

Thomas Adler, Hausleiter

Monika Gruber, PDL

Egbert Folkersma, AML

Dauerpflege in 94 Wohneinheiten

8 heimgebundene Wohnungen

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Tel.: 07612 64195

E-Mail: gmunden@st.anna-hilfe.at

Haus San Marco, Bad Goisern/Bad Ischl

Doris Kollar-Plasser,

Hausleiterin

Andrea Sams, PDL

Dauerpflege in 30 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Tel.: 06135 50948

E-Mail: bad-ischl@st.anna-hilfe.at

a-hilfe.at


...Sie antworten!

Rudolf Lerch, 66 Jahre, Bürgermeister von

St. Gallenkirch, geschieden, zwei Kinder,

drei Enkel, macht viel Sport, geht gerne auf

Reisen.

Welchen Kontakt haben Sie zur St. Anna-Hilfe

und warum?

Als Betreiber der Pflegeheime im Montafon

ist die St. Anna-Hilfe für uns ein super

Partner.

Wie geht es Ihnen im Moment?

Danke, gut!

Ihr Traum vom Glück?

Glück bedeutet für mich: Gesundheit,

Freizeit, finanzielle Unabhängigkeit und ein

positives Umfeld.

Wir fragen ...

Worauf möchten Sie im Leben keinesfalls

verzichten?

Auf meinen Wohnort, meine Partnerin und

meine Freunde.

Was hat Ihnen im Leben geholfen?

Meine Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit.

Ich beschäftige mich am liebsten …

…mit den Anliegen der Gemeinde und dem

Planen von künftigen Reisen.

Wie und wo möchten Sie leben, wenn Sie alt

werden?

In Vorarlberg, eventuell auch in Italien, im

Piemont.

Haben Sie eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht?

Nein.

Welches Buch würden Sie mit auf die einsame

Insel nehmen?

Kein bestimmtes. Ich würde Fachzeitschriften

über Reisen, Kulturen und Autos

mitnehmen.

Welche Musik hören Sie am liebsten?

Am liebsten höre ich leichte Unterhaltungsmusik,

gelegentlich auch klassische Musik.

Das Älterwerden ist schön, weil …

… man viele Dinge nicht mehr so ernst sieht

und eine große Lebenserfahrung hat.

Am Älterwerden stört mich …

… die nachlassende körperliche und geistige

Fitness.

Wie möchten Sie sterben?

Möglichst unkompliziert.

Ehrenamtliche Helfer sind gut, weil …

… sie unverzichtbar und ehrlich sind.

Welche Leistung hat Sie besonders beeindruckt?

Grade das Ehrenamt beeindruckt mich in

jeder Form.

Mit wem würden Sie gern einmal im Kaffeehaus

sitzen?

Mit Nelson Mandela.

Ihr Eindruck von der Zeitschrift „anna live“?

Ich finde, sie ist gut aufgemacht. Meist

überfliege ich sie allerdings nur, komme

nicht wirklich zum Lesen.

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