annalive 02/2013

stiftungliebenau

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

annalive

lesenswertes aus der St. Anna-Hilfe

2|2013

Sich bewegen bringt Segen DAS THEMA

St. Anna-Hilfe feiert ihr 15-jähriges mit Poesie AnnA ForuM

Im Interview: Ein Diakon, der Mut macht AuS VorArlbErg

Regelmäßig außergewöhnliche Gäste AuS obEröSTErrEicH

Die ersten Selbstvertreter sind gewählt AuS KÄrnTEn


2 DAS InHAlT THEMA

4

14

21

25

1

3

4

7

8

11

12

13

14

16

17

18

18

19

20

20

21

22

22

23

23

24

24

25

25

26

28

TITEl

Verschmitzt und halb versteckt

dem Fotografen ein lächeln geschenkt

Foto: Felix Kästle

EDITORIAl

DAS THEMA

Sich bewegen bringt Kraft, Spaß und Selbstvertrauen

Mehr bewegung – mehr lebensqualität

interview: Sport auf der Pflegestation?

bewohnerinnen trainieren

Zumba – und alle machen mit

gesundes für Mitarbeiterinnen

gold und Silber für sportliche leistung

AnnA FORUM

Mit Poesie gefeiert: 15 Jahre St. Anna-Hilfe

Qualifiziert im Aufbau lebendiger Wohnquartiere

St. Anna-Hilfe eröffnet ihre erste Pension

Mädchen für alles – in der Jungsversion

Termine für pflegende Angehörige

AnnA PRAXIS

AUS VORARlBERG

Pflegeschülerinnen lernen in Mariahilf

Ehrenamtliche planen besuchsdienst

neue Wohnbereichsleiterin in Mariahilf

interview: Ein Diakon, der Mut macht

gaißau: Spielenachmittage mit Schulkindern

Hospizausbildung zur bezugsbegleiterin

AnnA PRAXIS

AUS OBERÖSTERREICH

regelmäßiger besuch von rotariern

Soroptimistinnen spenden großzügig

novizin macht Praktikum in Stadl Paura

Vergnügliche Kinonachmittage

AnnA PRAXIS

AUS KÄRnTEn

Die ersten Selbstvertreter sind gewählt

osterbasar in der lebenswelt St. Antonius

ÜBERSICHT ÜBER DIE ST. AnnA-HIlFE

Wir fragen, Sie antworten:

Monsignore DDr. Michael landau

Impressum

anna live

lesenswertes aus der St. Anna-Hilfe

Herausgeber:

St. Anna-Hilfe für ältere Menschen gGmbH

Redaktion:

liebenau Teamwork

Kommunikation GmbH

Helga Raible (verantwortlich)

Elke Benicke

Siggenweilerstraße 11

88074 Meckenbeuren

Tel.: 00 49 (7542) 10-11 81

Fax: 00 49 (7542) 10-11 17

E-Mail: helga.raible@stiftung-liebenau.de

Erscheinungsweise: 2 Ausgaben pro Jahr

Auflage: 1800

Druck: Druckerei Thurnher GmbH, Rankweil

www.st.anna-hilfe.at


3 DAS EDITORIAl THEMA

liebe leserin, lieber leser,

Aufstehen, Essen, Gehen – diese für die meisten

Menschen selbstverständlichen, zum Teil unbewussten

Bewegungsabläufe werden im Alter nicht selten zur

Herausforderung. Zunehmende Gebrechlichkeit, Auswirkungen

eines Schlaganfalls, Demenz oder Kreislaufprobleme

schränken die Mobilität ein. Hinzu kommt die

Angst vor einem Sturz. Neben einer speziellen Physiotherapie

sind es gerade die alltäglichen, selbstständig

ausgeführten Bewegungen, die zum Erhalt der Mobilität

und in der Folge zu mehr Selbstständigkeit und

einem positiven Selbstwertgefühl beitragen.

Ein unfreiwillig gutes Beispiel dafür bietet die Situation

im Seniorenheim Bartholomäberg, das aufgrund seines

älteren Baudatums als einziges Haus der St. Anna-

Hilfe nicht mit einem Aufzug ausgestattet ist: Durch

das tägliche Treppensteigen sind die Bewohnerinnen

trotz hoher Pflegestufen auffallend gut „beianand“.

Hausleiter Dieter Muther hat dieses Phänomen schon

länger beobachtet und schließlich zum Anlass für das

Thema seiner Abschlussarbeit zum „Master of Business

Administration (MBA) im Gesundheitsmanagement“

an der Donau-Universität Krems genommen. Anhand

bestehender Studien und eigener Umfragen belegt er,

warum und wie unterschiedliche Bewegungstherapien

die körperliche, geistige und soziale Mobilität von pflegebedürftigen

Seniorinnen erhalten und verbessern.

Einen Überblick über seine wichtigsten Erkenntnisse

finden Sie auf den folgenden Seiten. Im anstehenden

Neubau des Seniorenheims Bartholomäberg sollen

übrigens Räumlichkeiten für vielfältige Bewegungstherapien

entstehen – als Ersatz für das Treppensteigen.

Wir legen großen Wert auf eine rehabilitierende, aktivierende

Pflege und Betreuung. Denn Bewegung ist die

beste Medizin – nicht nur für den Körper, sondern auch

für den Geist und vor allem: für das allgemeine Wohlbefinden.

Unsere Fotostrecke zeigt Bewohnerinnen

aus verschiedenen Häusern, die bei bewegungsreichen

Themennachmittagen, beim gemeinsamen Kegeln oder

auf dem Trainingsgerät „Motomed“ vor allem viel Spaß

haben. Auch die wöchentliche Zumba-Stunde in der

Lebenswelt St. Antonius sei mehr eine Party denn ein

Fitnesstraining, berichten die Teilnehmerinnen. Wir sind

stolz auf eine Bewohnerin und eine Mitarbeiterin, die

Gold und Silber bei den Special Olympics, der Olympiade

für Menschen mit mentaler Behinderung, holten.

Aber auch auf die Bewegung, die auf der Pflegestation

des Seniorenheims Tschermakgarten stattfindet: Im

Interview erklärt Martin Steiner, Leiter einer Bregenzer

Physiotherapiepraxis, wie sein Team die bettlägerigen

Bewohnerinnen dort bewegt und welche Erfolge daraus

erwachsen können.

Damit auch unsere Mitarbeiterinnen in Bewegung

bleiben hat die St. Anna-Hilfe ein umfassendes Gesundheitsprogramm

ins Leben gerufen. Ganzheitlich und

kontinuierlich bietet es nicht nur sportliche Angebote

und Aktionen, sondern auch Betriebsfeiern, familienfreundliche

Projekte und Weiterbildungen, die den

wertschätzenden Umgang untereinander fördern –

mehr Infos dazu finden Sie ebenfalls im Thementeil.

Ein Heft zum Thema Bewegung, das Sie am besten

beim gemütlichen Treten auf einem Hometrainer lesen.

Viel Spaß dabei wünscht Ihnen

Ihr

Klaus Müller

Geschäftsführer

um die sprachliche benachteiligung der Frauen aufzuheben und der realität im Pflegebereich

gerecht zu werden, verwenden wir in diesem Heft nur die weibliche Form für

allgemeine Personenbezeichnungen. Dabei sind selbstverständlich beide geschlechter

angesprochen.


4

DAS THEMA

Belegt: Sport fördert die Mobilität auch bei älteren Menschen

Mehr Bewegung – mehr lebensqualität

„Ach, was soll ich denn in meinem Alter noch mit Sport anfangen? Das lohnt doch

nicht und ist mir auch viel zu anstrengend!“ – wer so denkt oder redet, beschneidet

sich in seinem eigenen Aktionsradius. Denn besonders im Alter können schon kleine

körperliche Aktivitäten dazu beitragen, die eigene Handlungsfähigkeit zu erhalten.

Wichtig ist vor allem das regelmäßige Training, ganz egal, ob dies im Alltag, mit

einem Sportgerät, beim Spiel oder in einem Gymnastikkurs realisiert wird. Dass,

warum und wie unterschiedliche Bewegungstherapien die körperliche, geistige und

soziale Mobilität von pflegebedürftigen Seniorinnen erhalten und verbessern, hat

Dieter Muther, Hausleiter des Seniorenheims Bartholomäberg, im Rahmen seines

letztjährigen Lehrgangs an der Donau-Universität Krems anhand schon bestehender

Studien, aber auch praxisnah untersucht und in einem Fachbuch veröffentlicht –

hier ein Einblick.

Text: Elke Benicke/Foto: Felix Kästle, Dieter Muther


5

DAS THEMA

„Bewegung ist Leben. Leben ist ein Prozess. Verbessere die

Qualität des Prozesses und du verbesserst die Qualität des

Lebens selbst.“ (Moshé Feldenkrais, Physiker, Neurophysiologe

und Judolehrer)

„Der Einzug ins Heim sollte nicht bedeuten, dass

sich der ältere Mensch nun im Alltag noch weniger

bewegen und von jeglicher sportlichen Betätigung

Abstand nehmen sollte, sondern genau das Gegenteil“,

betont Dieter Muther. Im Seniorenheim Bartholomäberg

gibt es keinen Aufzug, und so ist es für

die Bewohnerinnen besonders wichtig, so lange wie

möglich mobil zu bleiben. „Das tägliche Treppensteigen

selbst ist ein gutes Training“, sagt er, „deshalb

gibt es bei uns im Haus trotz hoher Pflegestufen

kaum bettlägerige Bewohnerinnen.“

Krafttraining zur Sturzprophylaxe

Es ist erwiesen, dass körperliche Aktivität einen

gesundheitlichen Nutzen bringt, die Morbidität

verringert und sich lebensverlängernd auswirken

kann. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert

die Kondition, fördert ein stabiles Herz- und Kreislaufsystem,

beugt Osteoporose (Knochenschwund),

Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) vor, senkt

den Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinspiegel

und stabilisiert das Immunsystem. Aber auch psychische

Funktionen und die psychosoziale Gesundheit

werden durch Krafttraining aufrechterhalten

oder sogar verbessert. Dieter Muther hat in seiner

Masterarbeit dazu verschiedene Studien verglichen

und selbst eine leitfadengestützte Umfrage im

eigenen sowie in einem Tiroler Heim durchgeführt.

Er betont, dass älteren Menschen vor allem auch

ein regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining

zugutekommt, da es die Knochendichte erhält, die

Muskelmasse erhöht und die Muskelkraft fördert

und so die Risikofaktoren für Stürze vermindert.

„Im anstehenden Neubau des Seniorenheims Bartholomäberg

bieten wir zu diesem Zweck Trainingsmöglichkeiten

an Kraft- und Bewegungsgeräten“, kündigt

Dieter Muther an.

Selbstständig durch verknüpfte Übungen

In seiner Anschlussarbeit verweist der Bartholomäberger

Hausleiter insbesondere auch auf die Studie

„Selbstständig im Alter für Pflegeheimbewohnerinnen“,

kurz SimA-P ® , die kognitive, psychomotorische

und entspannende Übungen miteinander

verknüpft. Das Konzept zu SimA-P ® entwickelte Prof.

Dr. Wolf D. Oswald am Institut für Psychogerontologie

der Universität Nürnberg-Erlangen. Im Jahr

2006 belegte er, dass sich die psychomotorische

Leistungsfähigkeit eines Großteils seiner 300 älteren

Probanden bereits nach sechs Monaten signifikant

verbessert hatte und Altersstürze um 50 Prozent

unter dem Durchschnittswert lagen. Konkret geht

es darum, dass sich die Seniorinnen nach aufwärmenden

Bewegungsübungen anhand mitgebrachter

Gegenstände oder Naturmaterialien mit einem

bestimmten Thema beschäftigen und zum Ende der

Stunde bei einem Gedicht oder einem Lied entspannen.

Derzeit findet SimA-P ® bereits regelmäßig im

Seniorenheim Bartholomäberg statt (siehe dazu auch

den Beitrag in der „anna live“ 1/2013, Seite 22) und

soll im neuen Heim noch öfter angeboten werden.


6 DAS THEMA

Koordinationstraining für mehr Konzentration

Zu den Auswirkungen unterschiedlicher Sportarten

auf die Hirnleistungen zieht Dieter Muther Untersuchungen

einer Forschergruppe um Arthur F.

Kramer im Beckman-Institut der Universität Illinois

heran. Die Mediziner teilten 91 Teilnehmerinnen im

Alter zwischen 65 und 75 Jahren in drei verschiedene

Trainingsgruppen: Ein Drittel machte Nordic

Walking als Ausdauertraining, ein Drittel absolvierte

ein allgemeines Koordinations- und Gleichgewichtstraining

und das letzte Drittel ein Stretching- und

Entspannungsprogramm. Jede Gruppe trainierte

ein Jahr lang dreimal die Woche. Das Ergebnis: Die

Nordic Walkerinnen und die Konditionstrainierenden

zeigten am Ende der Studie eine bessere Leistung

in der Aufmerksamkeit als jene Seniorinnen, die sich

Stretching- und Entspannungsübungen hingaben.

Durch Gehirnaktivierungsmuster wurde belegt, dass

sie weniger Gehirnkapazitäten für eine schnellere

und genauere Lösung von Konzentrationsaufgaben

benötigten. Die Nordic Walking Gruppe löste die

Testaufgaben schneller, die Gruppe, die Koordinationstraining

absolvierte, qualitativ besser. Die

Probanden des Entspannungs- und Stretching-Programmes

zeigten keine Verbesserung der geistigen

Leistungsfähigkeit, fühlten sich aber wohler und

beweglicher.

Sich einfach wohlfühlen – auch psychisch

Dass Bewegung im Alter nicht nur körperliche und

geistige Vorteile bringt, sondern auch Spaß macht,

dunkle Gedanken oder sogar leichte Depressionen

vertreibt und gegen das Einsam-Sein wirkt – das

haben Dieter Muther viele ältere Menschen im

Fachbuch

Dieter Muther, „Bewegungstherapie im

stationären Langzeitpflegebereich“, 2013,

erschienen im AV Akademikerverlag Saarbrücken

in der Reihe Humanwissenschaften,

ISBN 978-3-639-46248-7.

Heimalltag und speziell auch im Rahmen seiner Umfrage

bestätigt. Der Grund dafür sind körpereigene

Botenstoffe wie das Glückshormon Serotonin, Beta

Endorphine oder Nor-Adrenalin, die der Organismus

beim Sport verstärkt ausschüttet. Auch die soziale

Interaktion, das Gemeinschaftsgefühl, das bei vielen

Sportarten zum Tragen komme, hebe die Stimmung.

„Das Wahrnehmen der eigenen Leistungsfähigkeit

wirkt sich positiv auf das Selbstbewusstsein aus“,

sagt Dieter Muther. ❑


7 DAS THEMA

Interview mit Martin Steiner, Leiter der Bregenzer Physiotherapiepraxis kreispunkt

Sport auf der Pflegestation?

Auf der Pflegestation Tschermakgarten leben

18 pflegebedürftige Menschen, die nach einem

Schlaganfall, einem Unfall oder durch eine stark

fortgeschrittene Demenz bewegungsunfähig und

bettlägerig sind oder sich im Wachkoma befinden.

Im folgenden Interview erklärt Martin Steiner,

Leiter der Physiotherapiepraxis kreispunkt, wie

vier seiner Mitarbeiterinnen die bettlägerigen

Menschen dort in Bewegung bringen und welche

Erfolge daraus erwachsen können.

Die Fragen stellte: Elke Benicke/Foto: privat

guten Tag Herr Steiner! Sie bieten Sport auf der

Pflegestation?

Martin Steiner: Naja, von Sport im eigentlichen

Sinne kann man nicht wirklich sprechen. Für die

Heimbewohnerinnen ist ihre jeweils individuelle

Bewegungstherapie aber doch zum Teil echter

Spitzensport. Denn bettlägerige Patientinnen und

Patientinnen, die sich selbst nicht mehr mit dem

Nötigsten versorgen können, empfinden schon die

kleinsten Bewegungen als große Anstrengung. Um

einen Erfolg zu erzielen, braucht es vor allem ein

immer wiederkehrendes, auf die Patientin zugeschnittenes

Training – ganz egal, wie dieser Erfolg

dann aussehen mag.

Was heißt das?

Martin Steiner: Das heißt, dass Erfolg nicht immer

die Rückkehr in das normale Leben bedeutet. Es kann

auch ein großer Erfolg sein, wenn Patientinnen wieder

in der Lage sind, sich selbst vom Liegen in den

Sitz zu transferieren oder selbstständig zu atmen.

Erfolg hat viele Facetten.

Wie bewegen Sie bettlägerige Menschen?

Martin Steiner: Meist eben gar nicht mehr oder

wirklich nur sehr geringfügig. Wir bringen die Patientinnen

einfach in eine andere Lage in ihrem Dasein,

geben ihnen eine andere Perspektive, einfach, indem

wir sie zum Beispiel an die Bettkante setzen. Dazu

gehört auch, dass wir die Betreffenden motivieren,

denn die Motivation spielt bei jeder Form von Bewegung

eine ganz wesentliche Rolle.

Welche physiotherapeutischen Techniken kommen

zum Tragen?

Martin Steiner: Bei diesen Patientinnen wenden wir

vor allem neurologische Techniken wie mobilisierende

Massagen, das Herbeiführen von Entlastungsstellungen,

Druck und Zug an Gelenken oder die passive

Dehnung von Muskeln an. Zur Sturzprophylaxe

trainieren wir das Gleichgewicht.

inwiefern beziehen Sie die Pflegekräfte in ihre

Arbeit ein?

Martin Steiner: Das geht in zweierlei Richtungen:

Wenn die Therapeutin auf die Station kommt, hält

sie zunächst Rücksprache mit den Pflegekräften und

erfährt, wie es der jeweiligen Bewohnerin geht. Auf

der anderen Seite bieten wir Fortbildungskurse für

Pflegekräfte zur Mobilisation, Sturz- und Kontrakturprophylaxe

bettlägeriger Patientinnen an. Im

Tschermakgarten werden diese fortlaufenden Kurse

absolut gut angenommen. Wir haben dort eine

ausgezeichnete Zusammenarbeit mit allen Mitarbeiterinnen

und insbesondere mit Bettina Pitschneider,

der Stationsleiterin.

Können auch die Angehörigen etwas zur Mobilität

der bettlägerigen bewohnerinnen beitragen?

Martin Steiner: Die Angehörigen sollten dazu

Rücksprache mit dem Pflegepersonal halten und

die jeweilige Bewohnerin nach Anleitung so oft wie

möglich bewegen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Steiner! ❑


8 DAS THEMA

Bewohnerinnen trainieren

Beweglichkeit, Kraft, Koordination –

und Selbstvertrauen

Regelmäßige körperliche Betätigung stärkt die

Muskulatur, fördert die Beweglichkeit, senkt das

Risiko von Stürzen, beugt Übergewicht, Osteoporose,

Depressionen oder Demenz vor. Wichtiger ist

den Bewohnerinnen der St. Anna-Hilfe allerdings,

dass sie durch eine regelmäßige Bewegung ihre

Selbstständigkeit bewahren, Spaß haben und an

Selbstvertrauen gewinnen. Ein Blick nach Bregenz,

Schruns, Nüziders und Bad Goisern zeigt Seniorinnen

beim Kegeln, an Trainingsgeräten oder

auch aktiv im Alltag möglichst viele Chancen auf

Bewegung nutzen; begeistert berichten Mitarbeiterinnen

aus den betreffenden Häusern.

Text: Elke Benicke/Fotos: Barbara Koburger, Stefanie

Freisler, Maria Ebser, Jutta Unger, Gudrun Penias

nach dem Training alle neune treffen

Zwei bis drei Mal pro Woche bewegen sich einige Bewohner im Sozialzentrum St. Vinerius gemeinsam mit der

Physiotherapeutin Petra Frei. „Beides – die Regelmäßigkeit und die Anleitung – sind wichtig, da so die Beweglichkeit

ohne Risiko trainiert wird und sich Muskeln aufbauen können“, sagt Hausleiter Florian Seher. „Daneben

gibt es bei uns im Haus aber auch ganz ungezwungene Möglichkeiten, sich zu bewegen wie etwa beim Kegeln“,

ergänzt Seher, „der Spaßfaktor steht dabei an oberster Stelle. Unsere Bewohnerinnen genießen die Geselligkeit

und entwickeln Ehrgeiz. ,Diesmal treffe ich aber alle Neune!‘, versichert zum Beispiel Frau S. jedes Mal,

bevor sie die Kugel ins Rollen bringt.“

Mit Spaß dabei sein

Auch in Stadl Paura wird regelmäßig gekegelt: „Die

Stimmung beim gemeinsamen Kegeln ist meist

ausgelassen, hinzu kommt die Spannung: ′‚Wie

viele schaffe ich diesmal?‘ Egal, wie viele Kegel

getroffen werden, bietet dieser Sport immer auch

eine gute Ausgangsbasis für neue Freundschaften

und nette Gespräche im Sozialzentrum Kloster

Nazareth“, berichtet Betreuungs- und Pflegeleiter

Arno Buchsbaum.


9 DAS THEMA

bewegte

brücken bauen

Kochlöffel, Zeitungspapier, Geschirrtücher, Bürsten, oder Nähspulen: „Ausgehend von der für diese Gegenstände

tatsächlichen Gebrauchsbewegung wagen wir uns in lustige Bewegungsabenteuer, die zum Beispiel

auf dem Hintergrund eines imaginären Herbstspaziergangs oder einer Schneeballschlacht die Teilnehmerinnen

zu eigenen Ideen anregen“, erklärt Maria Ebser, Pflegekraft und M.A.S-Trainerin (Morbus Alzheimer Syndrom)

im Haus San Marco, Bad Goisern. „Die Seniorinnen bewegen sich – körperlich, geistig und sozial. So bauen wir

Brücken, so genannte bewegte Brücken nach dem Konzept der Motogeragogik. Dabei beobachten wir, dass

die aufgeschlosseneren Charaktere unter unseren Seniorinnen die etwas gehemmteren Teilnehmerinnen

animieren und unterstützen, sodass durch das gemeinsame In-Bewegung-Kommen tatsächlich Unglaubliches

bewegt wird.“

Sich im Alltag bewegen

Jutta Unger, Hausleiterin von St. Josef in Schruns, steht vor allem für Bewegung im Alltag ein: „Klar, mit dem

Rollstuhl lässt sich der Weg vom Zimmer in die Wohnküche bequemer und schneller bewältigen. Umso toller

finde ich es, wenn einige unserer Bewohnerinnen sich jeden Tag aufs Neue überwinden und den Weg zu Fuß

gemeinsam mit einer Pflegekraft zurücklegen. Andere wie Frau V. brauchen den Rollstuhl für den Weg, legen

aber großen Wert darauf, sich am Tisch in einen Sessel umzusetzen. Ihre Betreuerinnen, geschult in Kinästhetik,

achten dabei auf bewusste Bewegungen: Einfühlsam und körpergerecht stützen sie Frau V. beim Aufstehen,

geben ihr Halt und klare Anweisungen, wenn sie versucht, einen Schritt nach vorn zu gehen, und Zeit, um

sich schießlich kontrolliert auf den bereit stehenden Sessel niederzulassen.“


10 DAS THEMA

Aktiv und passiv trainieren

„Bei uns in Haus I des Sozialzentrums Mariahilf in Bregenz ist der Motomed sehr beliebt“, sagt Wohnbereichsleiterin

Gudrun Penias. „Dieses Gerät trainiert Arme und Beine ein- oder beidseitig auch passiv, fördert so die

aktive Beweglichkeit und den Muskelaufbau. Durch das passive Training am Armtrainer hat Frau Wolkan zum

Beispiel nach rund zwei Monaten so viel Kraft im Arm erlangt, dass sie auf die Gabel aufgespießte Stücke wieder

selbstständig essen kann. Der Erfolg gibt ihr Selbstvertrauen und ist die beste Motivation für das weitere

Training. Ähnlich geht es Herrn Birkner, dessen Wunsch es war, wieder selbstständig gehen zu können. Er

trainiert seit wir das Gerät haben, seit 2009. Damals war er zur Fortbewegung fast ausschließlich auf einen

Rollstuhl angewiesen, konnte zwei bis drei Schritte mit dem Drei-Punkt-Stock gehen. Auch bei ihm zeigten

sich die ersten Erfolge bereits nach zwei bis drei Wochen. Durch sein tägliches zwanzigminütiges Training am

Motomed ist er heute in der Lage, mit dem Dreipunkt-Stock von seinem Zimmer in den Speisesaal zu gehen.

Außerdem hat er Freude und einen gewissen Ehrgeiz, ja Lebensantrieb entwickelt, sich zu bewegen.“ ❑


11 DAS THEMA

Let’s dance! Bewegung in der Lebenswelt St. Antonius

Zumba – und alle machen mit

Zumba! Mit lateinamerikanischer Musik und eingängigen,

kurzen Choreografien bringt Trainerin

Claudia Meier jeden Donnerstagabend Bewegung in

die Lebenswelt St. Antonius. Zumba heißt das neue

Fitnessprogramm, an dem alle 18 Bewohnerinnen

seit Januar begeistert teilnehmen. Inzwischen haben

sich auch Angehörige und Gäste vom Zumba-

Fieber anstecken lassen.

Text: Elke Benicke/Foto: Manuela Roscher

„Alle machen mit und sind begeistert!“, freut sich

Regionalleiterin Doris Kollar-Plasser, „inklusive unserer

Rollstuhlfahrerinnen! Denn alle Tanzeinheiten

können genauso rhythmisch in abgewandelter Form

auch mit den Armen und dem Oberkörper im Sitzen

nachvollzogen werden. Die Begeisterung unserer

Tänzerinnen bestätigt, dass mit diesem Angebot der

Geschmack aller getroffen wurde.“

Einfach, rhythmisch und gesund

Um Zumba tanzen zu können, braucht frau weder

eine Ausbildung noch einen Tanzpartner, sondern

vor allem Spaß am lateinamerikanischen Rhythmus

und eingängigen, vereinfachten Tanzformen des

Samba, Salsa, Merengue oder auch des Hip Hop.

Ganz nebenbei ist der neue Modesport auch gesund,

denn Zumba verbessert die Ausdauer, Beweglichkeit

und Koordination, stärkt die Muskulatur und das

Herz-Kreislauf-System. „Ist eh lustig, aber sehr anstrengend.

Ich mache dann halt zwischendurch mal

Pause“, kommentiert Martin Gasser, Bewohner der

Lebenswelt St. Antonius.

Freude an der bewegung ausleben

Begeistert sind auch die Begleiterinnen, zum Beispiel

Regina Egger: „Ich finde es toll, dass wir eine Form

des Tanzens gefunden haben, an der wirklich alle

teilnehmen können. Mich fasziniert, wie gern die

Bewohnerinnen mitmachen und so ihre Freude

an der Bewegung ausleben.“ Immer wieder seien

auch Angehörige und Gäste mit von der Partie, die

Zumba-Stunde vergehe jedes Mal wie im Flug, sei

mehr eine Party denn ein Fitnesstraining. „Mir macht

das Tanzen Spaß“, sagt Bewohnerin Regina Penker,

„auch wenn der Rhythmus manches Mal sehr schnell

ist und ich aus dem Takt komme.“

Ermöglicht hat die Zumba-Stunden übrigens Ina Maria

Lerchbaumer, Initiatorin der Lebenswelt St. Antonius,

mit ihrem finanziellen Weihnachtsgeschenk. ❑


12 DAS THEMA

Das Gesundheitsprogramm der St. Anna-Hilfe

Gestärkte, unterstützte – bewegte Mitarbeiterinnen

Nomen est Omen und so hat die St. Anna-Hilfe

ihre immer vielfältigeren, vor allem aber regelmäßigeren

gesundheitsfördernden Angebote für ihre

Mitarbeiterinnen im Jahr 2011 gebündelt und mit

dem Namen ‚tuat guat‘ versehen. Darüber hinaus

stärkt sie ihre Mitarbeiterinnen auch durch Fortund

Weiterbildungen oder die Möglichkeit, Kinder

im Rahmen von Job & Kids mit zur Arbeit zu bringen

– eine Rundum-Förderung, für die sie im März

das Vorarlberger Gesundheits-Gütesiegel „salvus“ in

Silber erhalten hat.

Text: Elke Benicke/Fotos: Stefan Schwertfirm

„Unsere

Mitarbeiterinnen

sollen

körperlich

wie geistig

gestärkt

werden und sozialen

Rückhalt durch die

St. Anna-Hilfe erfahren“,

erklärt Winfried Grath

in seiner Funktion als Gesundheitsbeauftragter

der

St. Anna-Hilfe. Das Gesundheitsprogramm

der

St. Anna-Hilfe umfasst

daher nicht nur die ‚tuat

guat‘-Aktivitäten wie

regelmäßiges Zumba,

Nordic Walking und

den alljährlichen

Fahrradwettbewerb,

sondern

auch

Schulungskonzepte

wie Bewohnerorientiertes

Arbeiten (BOA)

oder die Wertschätzende Unternehmenskultur

(WUK), an der alle Mitarbeiterinnen – vom Hausmeister

bis zur Hausleiterin – teilnehmen. „So

soll der wertschätzende und damit konstruktive

Umgang miteinander gepflegt und weiterentwickelt

werden“, sagt Grath.

ganzheitlich und kontinuierlich

Ganz nach dem Motto „eine gesunde Wirtschaft

braucht gesunde Unternehmen“ verleiht das

Land Vorarlberg in Zusammenarbeit mit der Gebietskrankenkasse

und der Wirtschaftskammer

alle zwei Jahre das Gütesiegel „salvus“. Im März

sind 17 Vorarlberger Unternehmen, darunter

auch die St. Anna-Hilfe, mit dem silbernen „salvus“

für 2013 und 2014 ausgezeichnet worden,

da sie ihre Mitarbeiterinnen einbinden, einen

Ansprechpartner für Gesundheitsfragen haben

und sich kontinuierlich um umfassende gesundheitsunterstützende

Maßnahmen kümmern.

„Wir sind sehr stolz auf unseren „salvus“ und

wollen diesen ganzheitlichen Weg weiter gehen“,

sagt Winfried Grath. „So könnte eine dauerhafte

Projektgruppe zum Thema Gesundheit ein

wichtiger Schritt sein, um den goldenen „salvus“

zu erhalten. Sie müsste regelmäßig die Gesundheitsthemen

besprechen und unter anderem

auch Prozess- und Endevaluationen durchführen.“


gesundheitsaktivitäten im Überblick

- Regelmäßige, sportliche Aktivitäten

(wie Zumba, Linedance, Radwettbewerb)

- Konzept zur Betreuung von Kindern am Arbeitsplatz

(Job & Kids)

- Schulungskonzepte zum wertschätzenden

Umgang mit Bewohnerinnen wie auch Mitarbeiterinnen

(BOA, WUK)

- Sensibilisierung der Führungskräfte durch

Klausuren mit dem Themen Mitarbeiterinnenbindung

und -zufriedenheit

- Gezieltes und umfangreiches Fortbildungsprogramm

(Kinästhetik, Rückenschule, richtiges

Führen und andere)

- Regelmäßige Fördergespräche mit allen Mitarbeiterinnen

- Einsatz eines internen Gesundheitsbeauftragten,

einer fachmedizinischen Ansprechperson

und einer Sicherheitsfachkraft

- Regelmäßige Mitarbeiterinnenbefragungen

zum Themenschwerpunkt Gesundheit

- Arbeitgeberdarlehen für Mitarbeiterinnen


13 DAS THEMA

Zwei Goldmedaillen für Bewohnerin der lebenswelt

Isabella Jost, Bewohnerin der Lebenswelt St. Antonius,

hat Ende Januar an den Special Olympics (Olympiade

für Menschen mit mentaler Behinderung) World

Winter Games 2013 im südkoreanischen Pyeong

Chang teilgenommen. Insgesamt waren Teilnehmerinnen

aus 106 Ländern aller Kontinente dabei.

Isabella Jost war über 50 und 100 Meter Langlauf

nicht zu schlagen und hat gleich zwei Goldmedaillen

gewonnen. „Hat echt Spaß gemacht! Der Flug war

zwar anstrengend, doch wir haben viel gesehen!“,

berichtet die 22-Jährige von ihrer Reise. Wieder zuhause

in Kärnten gab es ein Fest für die Olympionikin.

Rund 50 Gäste feierten mit ihr die gute Leistung,

darunter die Vizebürgermeister der Stadtgemeinde

Spittal an der Drau. Gratulieren wollte auch Bundespräsident

Heinz Fischer und lud Isabella Jost noch im

Februar zum Empfang.

Isabella Jost ist im September in die Lebenswelt

St. Antonius eingezogen. Bis die Schneelage ein spezielles

Langlauftraining zuließ, bereitete sie Ausdauer

und Muskeln durch intensives Nordic Walking und

Tanzstunden vor. Auch das Schwimmen zählt zu

ihren Leidenschaften. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: Doris Kollar-Plasser

Mitarbeiterin holt Silber auf den Special Olympics

Auch Johanna Pramstaller (vorne, 2.v.l.), Halbtageskraft

im Pflegeheim Innermontafon, hat

an den World Winter Games 2013 der Special

Olympics (Olympiade für Menschen mit mentaler

Behinderung) im südkoreanischen Pyeong Chang

teilgenommen. Im Floorball (auch Unihockey:

ein Stockballspiel), hat sie gemeinsam mit ihrem

Team die Silbermedaille gewonnen; der erste Platz

ging an die Schweizer. „Johanna ist sehr stolz auf

diesen Sieg, da sie die einzige Frau in ihrer Gruppe

ist und diese Sportart auch noch nicht so lange

spielt‘, sagt ihre Mentorin Margit Karg. In anderen

sportlichen Disziplinen wie Schwimmen, Skifahren,

Leichtathletik, Handball und Golf hat die 26-Jährige

bei den Special Olympics schon früher teilgenommen

und regelmäßig die ersten Plätze belegt. Die

Rückkehr der Vorarlberger Floorball-Gruppe wurde

auf einem von der Caritas organisierten Empfang

in Bludenz gemeinsam mit Familienmitgliedern,

Mentorinnen und Veranstalterinnen gefeiert. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: Caritas Vorarlberg


14 14AnnA FORUM

St. Anna-Hilfe feiert 15-jähriges Jubiläum mit dem Dichter Lars Ruppel

Poesie für alle

BREGENZ – „Ein Gedicht sollte so vorgetragen

werden, dass es das Publikum überzeugt, egal ob

es sich dabei um die Jury eines Dichterwettbewerbs,

um Menschen mit Demenz oder Doktoren

der Raketenwissenschaften handelt“, erklärte Lars

Ruppel zum Auftakt seines Auftritts Anfang Mai

im Sozialzentrum Mariahilf. Überzeugt hat er zur

15-Jahr-Feier der St. Anna-Hilfe nicht nur die rund

80 Gäste des Abends, darunter Vorarlberger Vertreterinnen

aus Politik und Kirche und der Stiftung

Liebenau, sondern auch die Mitarbeiterinnen und

Bewohnerinnen, die am Nachmittag an seinem

Projekt „Weckworte“ – Poesie für Menschen mit

Demenz, teilnahmen, und die rund 50 Ehrenamtlichen

und Angehörigen, die am folgenden Tag zum

Frühstücksbuffet kamen.

Text/Fotos: Elke Benicke

„Es tut gut, wenn Menschen für Menschen das

Menschsein erleichtern, wie der Schnee, der eins aus

vielen Flocken wird, und jede einzelne Flocke wird

eigener Teil einer großen Idee vom Schnee“, lautet

eine Strophe des Gedichts, das Lars Ruppel „ganz

spontan als Geschenk für die St. Anna-Hilfe“ vortrug.

„Es tut gut, wenn Worte wie ‚gemeinsam‘ und

‚Inklusion‘ wirklich wahr werden und Milchzähne und

Prothesen und der Zahn der Zeit in einem Raum am

Mittagessen nagen“ – in insgesamt acht Strophen

brachte der 28-Jährige mit verspielter Leichtigkeit,

mimisch und gestisch zum Ausdruck, welche Eindrücke

er im Laufe des Tages aus seinen Begegnungen

in der St. Anna-Hilfe und den vorangegangenen

Reden gewonnen hatte.

gemeinsamer Erfolg im sozialen Miteinander

Kurz zuvor hatte Elisabeth Mathis, die Stadträtin für

Seniorinnen, unterstrichen, dass die St. Anna-Hilfe

als Partnerin der Stadt Bregenz mit ihrem Know-

How wesentlich dazu beigetragen habe, die Lebensqualität

der älteren Bürgerinnen zu verbessern.

Landesrätin Dr. Greti Schmid formulierte: „Soziales

Engagement gelingt wie hier in Bregenz, wenn alle

beteiligten Institutionen gemeinsam daran arbeiten.“

Auf der anderen Seite sprach Dr. Berthold Broll,

Vorstand der Stiftung Liebenau, der Stadt Bregenz

selbst seinen Dank aus: „Die Arbeit, die Sie in Vorarlberg

leisten, ist vorbildlich!“

innovative Entwicklungen in der betreuung

Nicht zuletzt bedankte sich auch Klaus Müller,

Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe, bei allen Partnerinnen

und skizzierte kurz die Geschichte der

St. Anna-Hilfe: „Vor 15 Jahren übernahm die deutsche

Stiftung Liebenau drei Bregenzer Altenheime

und gründete für diese Auslandstätigkeit eine neue

Gesellschaft – die St. Anna-Hilfe Österreich. Inzwischen

betreiben wir elf Pflegeheime, eine Wohnanlage

‚Lebensräume für Jung und Alt‘ und eine

Einrichtung für Menschen mit Behinderung.“ Seit

der Gründung gehe es jedoch weniger um die Zahl

der Häuser, sondern vielmehr um eine qualitativ

hochwertige Pflege und individuelle Betreuung der

Bewohnerinnen, die heute überwiegend in familiären

Hausgemeinschaften oder Wohngruppen

realisiert werde. Stolz auf die Entwicklungen hat

Geschäftsführer Klaus Müller alle am gemeinsamen

Erfolg beteiligten Gruppen zu einem zweitägigen

Fest geladen – Vertreterinnen des Landes und


15 AnnA FORUM

der Stiftung Liebenau ebenso wie Bewohnerinnen,

Mitarbeiterinnen, Ehrenamtliche und Angehörige. Die

verschiedenen Gruppen feierten zum Teil getrennt

– den Bogen spannte Lars Ruppel, indem er Gedichte

für alle erfahrbar machte, auch für Bewohnerinnen,

die an Demenz erkrankt sind.

Menschen erreichen, zum beispiel durch Poesie

Schon am Nachmittag hatten sich 13 Mitarbeiterinnen

aus fünf von sechs Vorarlberger Häusern der

St. Anna-Hilfe im Gedichte-Vortragen geübt. Der

junge Poet zeigte ihnen, wie sie Rhythmik, lautes

und deutliches Sprechen, Augenkontakt, Gesten und

Berührungen einsetzen können, um auch Menschen

mit Demenz Verse, Reime und Lieder nahe zu bringen

– „Weckworte“ heißt sein Projekt. „Welche Gedichte

eignen sich denn überhaupt für Menschen mit

Demenz“, wollte ein Mitarbeiter wissen. „Eigentlich

jedes!“, sagte Lars Ruppel. „Wir müssen nur schauen,

dass wir es richtig aufbereiten und Beistand leisten,

wenn es traurig ist.“ In der nächsten Runde waren 14

Bewohnerinnen mit dabei und auch Geschäftsführer

Klaus Müller gesellte sich in die Runde.

Sich erinnern an alt bekannte Zeilen

Lars Ruppel rezitierte Gedichte wie Schillers „Glocke“

oder die „Mondnacht“ von Eichendorff. Spontan

bewegten sich die Lippen einiger Bewohnerinnen,

andere haben laut und begeistert mitgesprochen.

Dann waren die Mitarbeiterinnen an der Reihe, fünf

haben sich zur Verfügung gestellt. Beherzt klopfte

sich zum Beispiel Josefa Pfanner aus dem Seniorenheim

Tschermakgarten zur „Morgenwonne“ von

Ringelnatz auf die Hüften und Inge Gehrer aus dem

St. Josefshaus in Gaißau atmete gemeinsam mit den

älteren Menschen ein und aus zur letzten Strophe

aus Goethes „Talismane“.

„Was ist das Schönste für Sie?“, fragte Lars Ruppel

jede Bewohnerin gegen Ende der Stunde, sammelte

und sang die Antworten: „Es ist schön, dass ich gesund

bin. Es ist schön, zu singen. Die Liebe ist schön

und es ist schön, die Familie da zu haben.“ Als Refrain

diente ein Ohrwurm, den auch die meisten Bewohner

sangen, sprachen oder murmelten: „Oh, wie ist das

schön. Oh, wie ist das schön. So was hat man lange

nicht gesehn. So schön, so schön!“ Auch der Geschäftsführer

hat mitgesungen und war begeistert:

„Das ist ja wie beim Spiel Bayern München gegen den

FC Barcelona, das gleiche Lied, dasselbe Gefühl!“

gedichte auch für Ehrenamtliche und Angehörige

Am Tag darauf konnten sich schließlich auch die rund

70 Ehrenamtlichen und Angehörigen von Poesie

begeistern lassen. Ähnlich wie am Vorabend rezitierte

Lars Ruppel eigene und fremde Gedichte und stellte

die „Weckworte“ vor. Im Anschluss gab es ein reichhaltiges

Frühstück, das wie das Abendessen von der

St. Anna-Service lievevoll zubereitet wurde. Abends

begleitete Stephan Hladik das Essen auf seiner Elektroorgel

musikalisch; zum Frühstück freuten sich die

Gäste über das heitere Wetter. ❑

„Weckworte“

Lars Ruppels deutsches Poesie-Projekt für Menschen

mit Demenz, hieß anfangs noch „Alzpoetry“

und stammt aus den USA. Der New Yorker Poetry-

Slammer Gary Glazner konzipierte die Methode

und praktiziert sie bereits seit 2004. Vor vier Jahren

nahm Lars Ruppel erstmals an einem Workshop

seines Kollegen teil und leitet seitdem selbst

rund 150 Workshops jährlich, schult Schülerinnen,

Studentinnen und Pflegepersonal.

www.larsruppel.de

www.alzpoetry.de


16 AnnA FORUM

Stiftung Liebenau qualifiziert Führungskräfte für den Auf- und Ausbau von Netzwerken

Als netzwerkmanagerin die Zukunft gestalten

Neun Führungskräfte, darunter auch Markus

Schrott, Hausleiter in Bregenz und Gaißau, haben

sich in den vergangenen eineinhalb Jahren berufsbegleitend

zu Dienstleistungs- und Netzwerkmanagerinnen

weitergebildet. Nach 400 Theoriestunden

und einem Praxisprojekt feierten sie im

November ihren Abschluss in Köln. Künftig sollen

sie gemeinwesenorientierte Konzepte und innovative

Netzwerke aufbauen – Markus Schrott kann

das Gelernte konkret in der geplanten Bregenzer

Wohnanlage „Broßwaldengasse“ in die Praxis umsetzen.

Text: Elke Benicke/Foto: privat

„Diese von der Stiftung Liebenau und ihren Partnern

des Netzwerks SONG (Soziales neu gestalten)

neu konzipierte Weiterbildung ist wichtig, weil sie

zukunftsorientiert ist“, sagt Sonja Gröner von der

Abteilung Qualitätsmanagement der Stiftung Liebenau

und erklärt: „In unserer alternden Gesellschaft

gewinnen generationenübergreifende Wohnmodelle

wie die Lebensräume für Jung und Alt, wohnortnahe

Pflegeangebote und die organisierte Nachbarschaftshilfe

mehr und mehr an Bedeutung.“ Außerdem

lasse sich der Wunsch nach Selbstbestimmung

und Teilhabe am besten erfüllen, wenn Angehörige,

Nachbarn, bürgerschaftlich Engagierte und Fachkräfte

gemeinsam die Verantwortung für Menschen

mit Hilfebedarf übernehmen. Dementsprechend

heißt das Modellprojekt, zu dem unter anderen die

Weiterbildung zur Dienstleistungs- und Netzwerkmanagerin

gehört, „LoVe: Lokale Verantwortungsgemeinschaften

in kleinen Lebenskreisen – Mitarbeitende

in neuer Verantwortung für das Gemeinwesen“.

Pläne für ein gelingendes Miteinander

„Wir haben erfahren, wie Heime besser in ein

Wohnquartier integriert, Netzwerke erschlossen

oder ausgebaut und individuelle Versorgungskonzepte

für Menschen mit Hilfebedarf erstellt werden

können“, berichtet Markus Schrott. Es sei vor allem

auch darum gegangen, exemplarische Einzelfallhilfen

zu gestalten, die professionelle Dienstleistungen

mit ehrenamtlichem Engagement verknüpfen. Im

Rahmen seiner Projektarbeit beschäftigte sich

Markus Schrott konkret mit dem künftigen Leben in

der Wohnanlage „Broßwaldengasse“. Der Erstbezug

der rund 30 betreubaren Wohnungen und einer

Wohngemeinschaft mit 16 Einzimmerwohnungen ist

zu Beginn des Jahres 2015 geplant. Als Netzwerkmanager

in spe erstellte er unter anderem einen

Bedarfsplan für Pflege- und Servicepersonal, einen

Leistungskatalog, vielfältige Kooperationsformen

sowie Konzepte zur Nutzung der Gemeinschaftsräume.

„Aufgabe des Netzwerkmanagers ist es, gemeinsam

mit den Dienstleisterinnen und Bewohnerinnen

des Quartiers, ein Netzwerk und ein Miteinander zu

schaffen, an dem alle teilhaben können“, fasst Markus

Schrott zusammen. ❑

Qualifiziert im Aus- und Aufbau lebendiger Wohnquartiere:

Ulrich Kuhn (Geschäftsführer SOnG, links)

und Gerhard Schiele (Geschäftsführer St. Anna-Hilfe

Deutschland, 4.v.l.) zusammen mit den frischgebackenen

Dienstleistungs- und netzwerkmanagerinnen (v.l.):

Sibylle Arana, norbert Schuster, Elisabeth Anders (alle

St. Anna-Hilfe Deutschland), Bernhard Eckstein, Carla

Gitschier, Stefanie Dreher (alle St. Gallus-Hilfe), Markus

Schrott (St. Anna-Hilfe Österreich) und Petra Trunk

(St. Anna-Hilfe Deutschland). nicht abgebildet: Martin

Beha (liebenau - leben im Alter).


17 AnnA FORUM

Die St. Anna-Hilfe eröffnet ihre erste Pension – das Gästehaus St. Anna

Übernachten in stilvollen Räumen und

freundlichem Ambiente

STADL PAURA – Nach einer detailgetreuen Restaurierung

eröffnet die St. Anna-Hilfe im Juli das

Gästehaus St. Anna in einem denkmalgeschützten

Nebengebäude des Sozialzentrums Kloster Nazareth.

Dort finden rund 30 Reisende Ruhe und Entspannung.

Im selben Gebäude wurden außerdem

13 heimgebundene Wohnungen und eine Krabbelstube

eingerichtet.

Text: Elke Benicke/Fotos: Inge Streif

„Gewölbedecken, Rundbogenfenster und Stuckelemente

erinnern an die Klosterzeit und verleihen

unserem Gästehaus einen ganz besonderen Charme“,

schwärmt Doris Kollar-Plasser, Regionalleiterin der

St. Anna-Hilfe Oberösterreich. „Wir haben das Haus

außerdem mit hochwertigen Möbeln und in freundlichen

Farben ausgestattet.“ Zwölf Doppel- und ein

Einzelzimmer, eine geräumige Suite für zwei bis

vier Personen sowie zwei Aufenthaltsräume befinden

sich im ersten Stock des im vergangenen Jahr

restaurierten Gebäudes, im Erdgeschoss ein weiteres

barrierefrei ausgestattetes Doppelbettzimmer. Drei

der Doppelbettzimmer eignen sich speziell für Gäste

mit Hunden. Das Frühstücksbuffet aus frischen

regionalen Zutaten wird im Erdgeschoss angerichtet.

„Unser Frühstücksraum führt über eine Terrasse auf

einen ruhigen Innenhof. Hier oder dort können unsere

Gäste genießen und verweilen“, freut sich Doris

Kollar-Plasser. Der Seminarraum mit seiner beeindruckenden

Gewölbedecke bietet Raum für Seminare

oder Lehrgänge mit rund 20 Geschäftspartnern;

auch eignet sich der Raum gut für Nachbesprechungen

von Turnierreitern, die dort ihre Trainings-

Filme zeigen können. „Auf Wunsch serviert unser

Team um Niklaus Imgrüth den Teilnehmerinnen auch

gerne kleine Snacks und Getränke.“ Der 45-Jährige

ist Küchenchef im Sozialzentrum Kloster Nazareth

und ab Juli Gastgeber im Gästehaus.

naturnah eingebunden die region erkunden

„Das 5000-Einwohner-Städtchen Stadl Paura ist zwar

keine Touristenhochburg wie Gmunden oder Bad

Ischl, hat aber auch seine ganz besonderen, etwas

ruhigeren Reize. Und es gibt hier viel zu sehen!“,

betont die Regionalleiterin. Sie empfiehlt ihren

Gästen auf alle Fälle einen Besuch des Pferdesportzentrums,

der barocken Dreifaltigkeitskirche

oder des Schiffleutmuseums im Ort selbst. Auf dem

Jakobsweg, der an Stadl Paura vorbei durch die

umliegenden Wälder führt, lässt sich die Landschaft

erwandern, auf dem Traunradweg von Gmunden bis

zur Stadt Traun erradeln. Und wer es sich am Abend

gemütlich machen möchte, kann den Tag mit einem

exklusiven Essen in einem Restaurant in Stadl Paura

oder in der Umgebung ausklingen lassen.

Teil des gemeinwesens

Im Zuge der Restaurierung erstellte die St. Anna-

Hilfe auf der zweiten Etage des Gebäudes außerdem

acht heimgebundene Wohnungen. Diese

werden ab August an rüstige Seniorinnen vermietet.

Im Erdgeschoss hat eine von der Caritas geleitete

Krabbelgruppe bereits seit Dezember ihre Räume

bezogen. Untergebracht im Gebäudekomplex des

Sozialzentrums Kloster Nazareth, ist das Gästehaus

St. Anna auch Teil des Gemeinwesens, zu dem neben

den neuen heimgebundenen Wohnungen und der

Krabbelstube ein Altenpflegeheim und eine Schule

gehören. Insgesamt ist das Kloster Nazareth noch

heute geprägt durch die Anwesenheit der Borromäerinnen,

die das Alten- und Pflegeheim vor 140

Jahren gründeten. ❑

Weitere infos

www.gaestehaus-st-anna.at


18 AnnA FORUM

Unentbehrlich: Zivildiener in der St. Anna-Hilfe

Mädchen für alles – in der Jungsversion

In Deutschland ist die Wehrpflicht Vergangenheit;

die Zivildienstleistenden wurden zum Teil von

Freiwilligen abgelöst. In Österreich hingegen haben

sich in einer Volksbefragung Anfang des Jahres

60 Prozent für die Beibehaltung des Wehrdienstes

und damit auch des Zivildienstes ausgesprochen.

„Aus den Häusern der St. Anna-Hilfe sind die jungen

Männer jedenfalls nicht wegzudenken“, sagt

Doris Kollar-Plasser, Regionalleiterin für die

St. Anna-Hilfe Oberösterreich.

Text: Elke Benicke/Foto: Arno Buchsbaum

Zivildiener

Dominic Hofer

unterstützt den

Bewohner Franz

Gleixner beim

Mittagessen.

„Unsere Zivildiener sind eine wertvolle Unterstützung

bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten“, bestätigt

Arno Buchsbaum, Betreuungs- und Pflegedienstleiter

im Sozialzentrum Kloster Nazareth, „außerdem

eine erfrischende Abwechslung für unsere Bewohnerinnen.“

Einerseits unterstützen die Zivildiener in den

Häusern der St. Anna-Hilfe den Hausmeister und die

Reinigungskräfte, mähen den Rasen, räumen Schnee,

pressen Müll, reinigen Rollstühle, Rollatoren und den

Dienstwagen, erledigen Botengänge oder bringen

das „Essen auf Rädern“ zu den Seniorinnen nach

Hause. Andererseits entlasten sie die Pflegekräfte

und kommen so auch regelmäßig in Kontakt mit

den älteren Menschen, zum Beispiel, wenn sie diese

beim Mittagstisch unterstützen oder auch mal eine

Runde Mensch-ärgere-dich-nicht mit ihnen spielen.

„Ich bin froh, diese Art des Präsenzdienstes gewählt

zu haben“, sagt Dominic Hofer schon nach seinen

ersten drei von insgesamt neun Monaten Zivildienst

im Sozialzentrum Kloster Nazareth. Er habe sich „das

alles einfach ganz anders vorgestellt“, sei positiv

überrascht vom Alltag in einem Pflegeheim und habe

im Umgang mit den Seniorinnen dazugelernt. Immer

wieder aufs Neue freut ihn ein „Danke!“ seitens der

Bewohnerinnen. ❑

Vortragsreihe der connexia: „Pflege im Gespräch“

Termine für pflegende Angehörige

Die connexia – Gesellschaft für Gesundheit und

Pflege bietet unter anderem ein umfassendes

Bildungsprogramm und arbeitet dabei auch immer

wieder eng mit der St. Anna-Hlfe zusammen. Ihre

Vorarlberger Vortragsreihe „Pflege im Gespräch“

soll pflegenden Angehörigen Informationen im

Umgang mit den Pflegebedürftigen, aber auch im

Umgang mit sich selbst bieten. Hier die Termine im

Herbst, wie sie bis Redaktionsschluss feststanden.

Sie finden von 19.30 – 21.30 Uhr statt.

Text: Elke Benicke

Kornelia rümmele

„Wie kann ich demenzkranke Angehörige

begleiten?“

17. September, Altes Schulhüsle, Lochau

brigitte Pregenzer

„Hildegardmittel für den Hausgebrauch“

18. September, Hofsteiger, Schwarzach

und:

„Kraft und Energie durch Hildegardernährung“

25. September, Gemeindesaal, Wald am Arlberg

Anita ohneberg

„Hand im Hand im niemandsland – Validation“

19. September, Seniorenhaus Schützengarten,

Lustenau

christof Fuchs

„gewaltprävention in der Pflege“

25. September, Gemeindezentrum, Koblach

Weitere infos

connexia, Claudia Längle, Tel. 0664 1237190


19 PRAXIS VORARlBERG

Pilotprojekt: Pflegeschülerinnen üben die moderne Pflegebedarfserhebung

Vor Ort mit Menschen lernen

BREGENZ – Seit das Pflegesystem BESA* im Jahr

2010 in Vorarlberg eingeführt wurde, stehen bei

der Erhebung des Pflegebedarfs nicht mehr die

Defizite, sondern die Ressourcen im Vordergrund.

Detaillierte Fragebögen und eine spezielle Software

unterstützen die Pflegekräfte bei der Umsetzung

von Pflegezielen. In einem Pilotprojekt sollen nun

auch Schülerinnen der Krankenpflegeschule Bregenz

mit dem neuen System umgehen lernen. „Mich

hat es sehr gefreut, dass Schuldirektorin Simone

Chukwuma-Lutz unser Haus für das Pilotprojekt

ausgewählt hat“, sagt Sajda Zivkovic, Pflegedienstleiterin

in Haus I des Sozialzentrums Mariahilf.

Text: Elke Benicke/Foto: Markus Schrott

„Norma Hutle war unsere erste Schülerin. Sie kam

im April und blieb einen Monat, um sich mit BESA

vertraut zu machen“, berichtet Pflegedienstleiterin

Johanna Maria Gnaiger, die Norma Hutle während

dieser Zeit begleitete. „Es ist gut gelaufen. Frau

Hutle hat das System in der Praxis erproben können

und neue Erfahrungen gesammelt. Im Juni und Juli

kommen zwei weitere Krankenpflegeschülerinnen zu

uns ins Haus.“

Während ihres einmonatigen Praktikums durchlief die

Krankenpflegeschülerin alle Arbeitsschritte des BESA-

Systems: vom Erstgespräch über das Assessment,

bei dem die Ressourcen anhand eines Fragenkatalogs

detailliert erfasst werden, bis zur nachfolgenden Beobachtung,

der Zielvereinbarung und dem Auswerten

der erreichten Ziele.

Erfassen und beobachten

Da die Bewohnerin, die Norma Hutle beobachten

sollte, bettlägerig ist und so stark an Demenz erkrankt,

dass sie ihre Möglichkeiten und Beeinträchtigungen

nicht mehr selbst formulieren konnte,

auch die Angehörigen nicht zur Verfügung standen,

erfasste die Praktikantin den Status quo gemeinsam

mit Johanna Maria Gnaiger. Daraufhin beobachtete

sie die Bewohnerin für eine Woche und dokumentierte

ihre Erkenntnisse im BESA-Programm am PC.

Die darauffolgende Zielvereinbarung fand anlässlich

des Pilotprojekts und für die Praktikantin in großem

Rahmen statt: Neben den beiden Pflegedienstleiterinnen,

Johanna Maria Gnaiger und Sajda Zivkovic, kamen

auch Waltraud Gollner, die Amtssachverständige

für Gesundheits- und Krankenpflege, Britta Arendt,

die die BESA-Einführung im Haus begleitet, und Sonja

Rupp, Lehrerin an der Pflegeschule Bregenz. Auf

Grundlage des Assessments und ihrer Beobachtungen

machte Norma Huttle Vorschläge für mögliche Ziele,

die gemeinsam diskutiert wurden.

Ziele festlegen

So habe sie festgestellt, dass die Bewohnerin noch

Hände und Finger benutze und trotz Bettlägerigkeit

auch alle großen Gelenke beweglich seien. Vorgeschlagen

und beschlossen wurde daher, dass die Bewohnerin

im Rahmen der Grundpflege durchbewegt

wird und Handmassagen bekommt. Ein weiteres von

insgesamt vier Zielen ergab sich aus der Biografie der

Bewohnerin, der zufolge sie immer elegant gekleidet

gewesen sei und Parfum verwendet habe – diesen

Stil soll sie auch im Pflegeheim so weit als möglich

leben dürfen und dazu motiviert werden. „Mir hat das

Projekt sehr gut gefallen“, resümiert Norma Hutle.

„Spannend fand ich vor allem das vernetzte Denken,

das sich durch das Erfassen der Ressourcen, das Beobachten,

das Definieren der Ziele und das anschließende

Auswerten ergibt.“ ❑

*BESA: Bewohnerinnen-Einstufungs- und Abrechnungssystem

Bei der Zielvereinbarung (v.l.n.r.):

Sonja Rupp, lehrerin an der

Pflegeschule Bregenz, Praktikantin

norma Hutle, Britta Arendt, die

die BESA-Einführung im Haus begleitet,

und Waltraud Gollner, die

Amtssachverständige für Gesundheits-

und Krankenpflege. Mit dem

Rücken zur Kamera sitzen vorne

links die beiden Pflegedienstleiterinnen

Sajda Zivkovic und Johanna

Maria Gnaiger.


20 PRAXIS VORARlBERG

Neue ehrenamtliche Gruppe verpflichtet sich zum Besuchsdienst

Sich regelmäßig auf ältere Menschen einlassen

GAISSAU – „Entenbad“ – so heißt die Gruppe Ehrenamtlicher,

die ab Herbst einen Besuchsdienst

im St. Josefshaus übernimmt und ältere Menschen

auch zu Hause besucht. Dieser für Gaißau neue

ehrenamtliche Dienst wird von der Gemeinde, der

Pfarrgemeinde sowie der St. Anna-Hilfe gemeinsam

getragen und finanziert. Bei einem ersten Treffen

Mitte März haben die 13 Interessierten erfahren,

was von ihnen erwartet wird und was sie im Gegenzug

erhalten.

Text: Elke Benicke/Foto: Markus Schrott

„Bereichernde Erfahrungen machen, sich selbst

erkennen oder wiederfinden und Teil einer Gruppe

sein, die menschliche Anliegen reflektiert und auch

gesellig ist, sind gute Gründe einer ehrenamtlichen

Tätigkeit nachzugehen“, fasst Moderatorin Annelies

Bleil die Motivation der Anwesenden in Worte. Elf

Frauen und zwei Männer aus Gaißau haben sich mit

Hausleiter Markus Schrott, Wohnbereichsleiterin

Ulrike Klocker und Wohnbereichsleiter Arno Schedler

im St. Josefshaus zu einer ersten Informationsveranstaltung

getroffen; als Koordinator der Gruppe fungiert

Rainer Schneider. Annelies Bleil, selbstständige

Supervisorin und seit 17 Jahren leitende Mitarbeiterin

bei der Vorarlberger Hospizbewegung, moderierte

das Treffen, stellte Leitlinien und Schulungen vor.

gelerntes anwenden, da und dabei sein

Bleils Ausführungen zufolge wird von den Ehrenamtlichen

erwartet, dass sie sich zwei Stunden Zeit pro

Informiert und guter Dinge: Einige der Ehrenamtlichen,

die sich in der Gruppe „Entenbad“ ab Herbst dem Besuchsdienst

widmen wollen.

Monat nehmen, um ältere Menschen zu besuchen

und sich diesbezüglich für zwei Jahre verpflichten.

Außerdem, dass sie sich einlassen auf die älteren

Menschen, auch auf deren Gebrechlichkeit, ihre

Krankheiten und seelischen Nöte. Die Ehrenamtlichen

sollten darüber hinaus bereit sein, ihre Erfahrungen

bei den halbjährlich stattfindenden Gruppentreffen

zu reflektieren und ansonsten eine absolute

Schweigepflicht einhalten können. Zur Vorbereitung

erhalten die Interessierten Schulungen zu den

Themen Kommunikation, Familiensysteme, Demenz

und Struktur von Pflegeheimen, die sie im Laufe des

Sommers absolvieren. ❑

neue Wohnbereichsleiterin

BREGENZ – Seit Januar

leitet Gudrun Penias

den Wohnbereich 2 im

Haus I des Sozialzentrums

Mariahilf. Erst

im vergangenen Juni

schloss die 32-Jährige

den Lehrgang „Case

und Care Management

mit integriertem mittlerem

Pflegemanagement“,

den die connexia in Zusammenarbeit mit der

Universität Graz veranstaltet, erfolgreich ab.

Als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester

ist sie bereits seit Oktober 2007 im Haus beschäftigt.

In ihrer Funktion als Wohnbereichsleiterin hat

Gudrun Penias Johanna Maria Gnaiger abgelöst, die

sich seitdem intensiver, das heißt hausübergreifend,

der Pflegedienst- und Projektleitung widmet. „Diese

neue Gewichtung und Verteilung der Aufgaben dient

einem aktiv gestalteten und guten Übergang in die

Pension von Frau Gnaiger, deren Antritt im Laufe

des kommenden Jahres geplant ist“, sagt Hausleiter

Markus Schrott. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: privat


21 PRAXIS VORARlBERG

In der hauseigenen Kapelle: Diakon Peter Vierhauser sucht auch im

Gottesdienst den Dialog.

Diakon Peter Vierhauser im Gespräch mit Bewohnerinnen.

Interview mit Diakon Peter Vierhauser

„Ich möchte Mut machen“

NÜZIDERS – Nachdem Peter Vierhauser über 20

Jahre lang in der Vorarlberger Industrie gearbeitet

hatte, absolvierte er ein Theologiestudium und ließ

sich 1995 zum Diakon weihen. Daraufhin war er vor

allem in der Pfarre Heilig Kreuz in Bludenz tätig.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 2011 hat Peter

Vierhauser den Kontakt zum Sozialzentrum

St. Vinerius intensiviert, feiert Gottesdienste im

Haus und kommt zur Seelsorge. Im Interview erklärt

er, inwiefern er Mut machen möchte und warum

ihn die Menschen in St. Vinerius beeindrucken.

Die Fragen stellte: Elke Benicke/Fotos: Florian Seher

Herr Diakon Vierhauser, Sie waren früher vor

allem in bludenz tätig. Wie kommt es, dass Sie

nun regelmäßig gottesdienste im Sozialzentrum

St. Vinerius in nüziders abhalten?

Diakon Peter Vierhauser: Die Weihe zum Diakon ist

eine Weihe auf Lebenszeit und daher auch mit 65

Jahren nicht beendet. Ich mache zwar keine Krankenhaus-

und Heimseelsorge in Bludenz mehr, bin aber

nach wie vor in meiner früheren Pfarre Heilig Kreuz

auch in Bludenz tätig. Zu meinen Aufgaben im Sozialzentrum

St. Vinerius kam ich, als meine Schwiegereltern

hier lebten. Damals, gleich nach der Eröffnung

des Hauses im Jahr 2005, fragte mich Herr Seher

(Hausleiter, Anm. d. Red.), ob ich nicht die Festtagsgottesdienste

halten möchte. Das habe ich beibehalten.

Zudem entlaste ich nun den Pfarrer, indem ich

donnerstags im Wechsel mit ihm Gottesdienste im

Sozialzentrum St. Vinerius gestalte.

Welche botschaft liegt ihnen, zum beispiel im

rahmen ihrer Predigten, besonders am Herzen?

Diakon Peter Vierhauser: Sehr, sehr wichtig ist mir,

den Menschen nahe zu bringen, dass der Tod nicht

das Ende, sondern den Übergang in ein neues Leben

darstellt. Außerdem möchte ich dieser Generation

älterer Menschen, die ja noch mit einem strafenden

Gott aufgewachsen sind, ein bejahendes, positives

Gottesbild vermitteln, möchte Mut machen. Deshalb

suche ich auch im Gottesdienst den Dialog, lasse

Besucherinnen Fürbitten frei formulieren, habe zum

Beispiel auch einen Faschingsgottesdienst zum Thema

Lebensfreude gestaltet.

Kommen Sie auch sonst in Kontakt mit den bewohnerinnen?

Diakon Peter Vierhauser: Ja, natürlich. Ich bin oft

schon eine Stunde vor meinen Gottesdiensten im

Haus, gehe durch die Stationen, frage, wer die Kommunion

im Bett erhalten möchte. Daher kenne ich die

Menschen, habe zu vielen eine Verbindung aufgebaut,

rede und lache mit ihnen und begleite sie im

Sterben. Leider ist es mir als Diakon nicht gestattet,

die Krankensalbung zu spenden; dazu muss ich dann

einen Priester rufen.

gibt es Erlebnisse oder Menschen im Sozialzentrum

St. Vinerius, die Sie besonders beeindruckt

haben? berichten Sie!

Diakon Peter Vierhauser: Spontan fällt mir eine

Frau um die 60 mit Multipler Sklerose ein: Sie kämpft

jeden Tag, hat ihren Glauben und ihren Humor

nicht verloren – das bewundere ich sehr. Oder ein

Mann, den ich seit Jahrzehnten kenne: Er hat den

Alkohol besiegt und ist ein treuer Besucher meiner

Gottesdienste geworden. Auch unsere Organistin

beeindruckt mich: Sie ist 82 Jahre alt und an Demenz

erkrankt. Früher hat sie in der Kirche Orgel gespielt.

Seit einem Jahr kommt sie ins Sozialzentrum

St. Vinerius zum Spielen. Ihre Themen sind dieselben

wie die der Menschen hier; durch ihr Orgelspiel setzt

sie ein Zeichen.

Wie lange möchten Sie als Diakon aktiv tätig sein?

Diakon Peter Vierhauser: Noch so lange wie möglich!

Ich habe große Freude daran.

Vielen Dank, Herr Diakon Vierhauser! ❑


22 PRAXIS VORARlBERG

Spielenachmittage im St. Josefshaus

GAISSAU – Nach vorheriger Vereinbarung besuchen Kinder der Volksschule Gaißau die Bewohnerinnen des

St. Josefs-hauses – mal kommt nur eine Klasse, mal zwei und zu größeren Anlässen auch alle vier. Mit großer

Freude spielen die Jüngeren mit den Älteren „Mensch ärgere Dich nicht“, „Bingo“ oder musizieren. Auch die

Feste im Jahreslauf sind immer wieder Anlass für Besuch: Vor Ostern werden Ostereier bemalt, am Muttertag

Gedichte vorgetragen, an Nikolaus Lieder gesungen. Der Kontakt mit den Volksschulkindern ist eine

willkommene Abwechslung für die älteren Menschen. Im Gegenzug gehen auch einige Bewohnerinnen in die

Schulklassen, um vor staunenden Kinderaugen aus ihrer eigenen Kindheit zu berichten, zum Beispiel von der

Erstkommunion. ❑

Text/Fotos: Carmen Bayer

Eine offizielle Begleiterin

ST. GALLENKIRCH / VANDANS – Seit Ilga Hassanieh

im Herbst ihre Hospizausbildung bei der Caritas

absolviert hat, ist sie offizielle Bezugsbegleiterin.

Alle zwei Wochen kommt sie für einen Nachmittag

ins Pflegeheim Innermontafon, ein Mal pro Woche

ins Seniorenheim Schmidt, um einige der älteren

Menschen dort zu begleiten. Unter Begleitung versteht

die Hospizbewegung Vorarlberg vor allem die

aufmerksame Präsenz bei Bewohnerinnen. Je nach

Bewohnerin, deren Tagesstimmung und Wünsche

spricht Ilga Hassanieh mit der Betreffenden, hört zu,

singt auch, betet oder geht mit ihr spazieren. „Ich

möchte den älteren Menschen Zeit schenken. Das

erscheint mir sinnvoll, denn Alter und Tod sind Teil

des Lebens“, sagt die 59-Jährige und meint, dass sie

einfach eine soziale Ader habe und viel Freude beim

Zusammensein mit den Seniorinnen. ❑

Text: Elke Benicke/Foto: privat


23 PRAXIS OBERÖSTERREICH

Regelmäßiger Besuch außergewöhnlicher Gäste

Stammtisch mit dem Rotarier Thomas Krapfenbauer, Honorarkonsul der

Republik Madagaskar für Österreich (4. v.l.). links von ihm sitzen: Bewohnerin

Cäcilia Mayer, Hausleiter Thomas Adler und Bewohnerin Friederike Heindl

(v.l.n.r.), rechts von ihm: die Bewohnerinnen Stefanie Grafeneder, Theresia

Stockhammer und Katharina Pichler (v.l.n.r.).

GMUNDEN – Seit Januar besuchen Mitglieder des

Rotary Clubs Gmunden Traunsee jeden Donnerstagabend

Bewohnerinnen im Haus St. Josef. Dieser

ungewöhnliche Besuchsdienst spricht Bewohnerinnen

an, die „am Abend noch etwas erleben möchten“, wie

eine von ihnen es formuliert. Die aus den unterschiedlichsten

Berufen stammenden Mitglieder des

Rotary Club Gmunden haben sich unabhängig von

politischen und religiösen Orientierungen zusammengeschlossen,

um sich unter anderem humanitären

Diensten, auch der Förderung von Freundschaft und

gutem Willen zu widmen. Da sich die Mitglieder im Besuchsdienst

abwechseln, können die Bewohnerinnen

die verschiedensten Professionen kennenlernen, was

an sich schon für Gesprächsstoff sorgt. So war zum

Beispiel auch der Honorarkonsul der Republik Madagaskar

für den Amtsbereich Österreich zu Gast im

Haus St. Josef. ❑

Text: Thomas Adler/Foto: Doris Kollar-Plasser

Großzügige Spende

(rechts), Regionalleiterin der St. Anna-Hilfe Oberösterreich

und selbst Soroptimistin, Hausleiter Thomas

Adler (links) und Johanna Mitterbauer (2.v.l.), Pressesprecherin

des Clubs, anwesend waren, fand in einer

Hausgemeinschaft des Hauses St. Josef statt. „Diese

4.000 Euro verwenden wir für ein kunsttherapeutisches

Projekt im Haus St. Josef“, freut sich Doris

Kollar-Plasser.

Gesammelt wurde das Geld im November vergangenen

Jahres bei einem Konzert des Benjamin Schmid

Jazz Quartetts in Gmunden, das von den Soroptimistinnen

des Clubs Traunsee veranstaltet wurde. ❑

Text/Foto: Bernadette Peitler

GMUNDEN – Der Soroptimistinnen Club Traunsee hat

dem Haus St. Josef eine Spende in Höhe von 4.000

Euro zukommen lassen. Die Präsidentin des Clubs,

Gabriele Rastinger (3.v.l.), überreichte Mitte März

dem Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe, Klaus Müller

(2.v.r.), symbolisch einen Scheck in entsprechender

Höhe. Die Übergabe, bei der auch Doris Kollar-Plasser

Der Soroptimistinnen club

Die Mitglieder dieser internationalen Organisation

sind Frauen in verantwortlichen beruflichen

Positionen, die sich weltweit insbesondere für

eine bessere Stellung von Frauen in der Gesellschaft

einsetzen.


24 PRAXIS OBERÖSTERREICH

Novizin macht Praktikum im Sozialzentrum Kloster Nazareth

Von Schneemännern und Singstunden

Musizieren mit novizin Edith (2.v.l.): Schwester Judith, Maria Hollensteiner und Anna Mitter (v.l.n.r.).

STADL PAURA – Schwester Edith, Novizin bei den

Borromäerinnen, hat von Januar bis März ein

Praktikum im Sozialzentrum Kloster Nazareth absolviert.

Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester,

die in einem Wiener Pflegeheim bereits

als Wohnbereichsleiterin gearbeitet hatte, wollte

sich im Kreis ihrer vier Mitschwestern nicht nur

über das Ablegen ihres Gelübdes klar werden, sondern

auch das Konzept der Hausgemeinschaften

kennenlernen und aktiv daran teilhaben.

Text: Schwester Edith/Foto: Arno Buchsbaum

Schwester Edith berichtet: „In der Gemeinschaft

mit den anderen Schwestern fühlte ich mich bald

zu Hause und auch die Mitarbeiterinnen haben

mich herzlich aufgenommen. Wichtig war mir, Zeit

für die Bewohnerinnen zu haben, woraus sich viele

Begegnungen und Aktivitäten ergaben. Besonders

beeindruckt hat mich zum Beispiel unsere Schneemannaktion:

Einige Bewohnerinnen kommen nur

noch selten in die Natur hinaus, haben daher keinen

Bezug mehr zu Schnee, Eis oder Kälte. Deshalb habe

ich etwas Schnee in die Wohngruppe gebracht und

die Bewohnerinnen fühlen lassen. Manche haben

vorsichtig getastet und sind erschrocken, als sie die

Kälte spürten. Andere formten selbst einen kleinen

Schneeball und wieder andere wollten ihn nicht

berühren. Auf einem kleinen Tablett bauten wir

gemeinsam einige kleine Schneemänner. Mit klein

geschnittenen Karotten markierten wir das Gesicht,

ein Blumentopf war der Hut. Gemeinsam beobachteten

wir, wie unsere Schneemänner in der Wärme zu

schwitzen begannen.

Auch unsere Singrunde hat mich begeistert: In Gesprächen

mit Bewohnerinnen merkte ich, wie gerne

sie singen. Also, eine Singrunde musste her. Gesagt,

getan! Wir erarbeiteten Liedermappen in Großdruck

und planten für jede zweite Woche eine Singstunde,

an der meist rund 20 Bewohnerinnen, zum Teil mit

ihren Angehörigen teilnahmen. Welche Freude war

es, zu sehen, wie Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung

auf einmal langsam die Lippen bewegten

oder wie Bewohnerinnen, die sonst meist die Augen

geschlossen hatten, diese plötzlich öffneten.“ ❑

Kino im Sozialzentrum Kloster nazareth

STADL PAURA – Die Vorhänge sind zugezogen, der

Beamer projiziert ein helles, scharfes Standbild an

die aus der Decke heruntergelassene Leinwand.

Voller Vorfreude betreten die ersten Kinogängerinnen

den Raum. Die Lieblingsplätze sind schnell

eingenommen, die Gehhilfen in sichtbarer Nähe

verstaut. Ein guter Zeitpunkt, die Kino-Fans mit

Chips und Salzletten auf den Film einzustimmen.

Kurz vor Filmstart wirft der Vorführer noch einen

prüfenden Blick in die Runde und weist darauf hin,

dass alle Zuschauer unter 18 Jahren bitte den Raum

verlassen sollen. Viele lachen und alle bleiben sitzen.

„Das Beste kommt zum Schluss“ heißt der heutige

Film, eine tragische Komödie mit Jack Nicholson und

Morgan Freeman aus dem Jahre 2008. Seit dem ersten

Kino-Event im Januar 2011 hat sich eine treue

Fan-Gemeinschaft von Filmliebhabern herauskristallisiert,

Kinonachmittage gibt es seitdem regelmäßig

einmal pro Monat. Neben früheren Kassenschlagern

nehmen die Bewohnerinnen auch zeitgemäße Filme

wie „Keinohrhasen“ und „Wer früher stirbt ist, länger

tot“ begeistert an. ❑

Text/Foto: Arno Buchsbaum


25 PRAXIS AUS KÄRnTEn

Die ersten Selbstvertreter sind gewählt

Ansprechpartner für Wünsche und Kritik

SPITTAL/DRAU – In der Lebenswelt St. Antonius

sind die ersten beiden Selbstvertreter aus insgesamt

neun Kandidatinnen gewählt worden – Klemens

Schützinger und Lukas Hofer. Seit März und

für die folgenden beiden Jahre sind sie neben den

Begleiterinnen die ersten Ansprechpartner für

Wünsche, Anregungen und Beschwerden der in der

Lebenswelt St. Antonius lebenden und arbeitenden

Menschen.

Text: Elke Benicke/Fotos: Manuela Roscher

Als Selbstvertreter möchte der 20-jährige Klemens

Schützinger im heurigen Sommer ein Fußballturnier

realisieren, bei dem Begleiterinnen gegen Beschäftigte

der Arbeitswelt antreten. Er hat sich außerdem

Gedanken gemacht, ob und wie sich das Frühstücksangebot

erweitern ließe. Nach Rücksprache mit den

Bewohnerinnen gab er die Wünsche an Küchenchefin

Nicole Oberrainer weiter, die dem bestehenden Angebot

eine Auswahl an Müsli und Wurst hinzugefügt

hat.

Klemens Schützinger.

lukas Hofer.

Der 24-jährige Lukas Hofer will vor allem zuhören

und ist offen für die Probleme seiner Kolleginnen.

Es stört ihn sehr, wenn Menschen mit Behinderung

ausgegrenzt werden. Deshalb möchte er aktiv daran

mitarbeiten, dass in Spittal noch mehr für die Barrierefreiheit

getan wird. ❑

Frühlings- und Osterbasar in der lebenswelt

SPITTAL/DRAU – In der Kreativ-, Kunst- und Gartengruppe

der Lebenswelt St. Antonius haben die

jungen Erwachsenen mit Behinderung während

der ersten Monate des Jahres vor allem zahlreiche

Produkte für den Osterbasar gefertigt. Ende März

konnten sie Ostergeschenke, Schmuck und Deko-

Artikel, Produkte aus Natur- und Recyclingmaterial

und hausgemachte Backwaren für das anstehende

Osterfest anbieten. Die Hauswirtschaftsgruppe

sorgte mit selbstgebackenen Kärntner Reindling und

Schmankerln für das leibliche Wohl der rund 100 Besucherinnen.

Unterstützt durch ihre Begleiterinnen

sorgten die Menschen mit Behinderung für einen

reibungslosen Verkauf der Waren. Der Verkaufserlös

wird für Freizeitaktivitäten der in der Lebenswelt

St. Antonius lebenden und arbeitenden Menschen

verwendet. ❑

Begeistert vom Angebot des Osterbasars in der lebenswelt St. Antonius lassen

sich diese vier Besucherinnen (1.-4.v.l.) gerne fotografieren. Stolz zeigen sich

Bewohnerin Isabella Jost (2.v.r.) und Begleiterin Caroline Gasser (rechts).

Text/Foto: Doris Kollar-Plasser


26 ÜBERBlICK

überblick

Geschäftsführung

Klaus Müller

Geschäftsführer

Vorarlberg

Sozialzentrum Mariahilf, Haus I, I, Bregenz

Bregenz

Telefon: 05574 42177

Bregenz E-Mail: info@st.anna-hilfe.at

Tel.: 05574 42177

E-Mail: info@st.anna-hilfe.at

Zentrale Verwaltung

Winfried Grath

Wirtschaftlicher

Winfried Grath

leiter, Verwaltungsleiter

Wirtschaftlicher Leiter,

Verwaltungsleiter

Bregenz

Tel.: Bregenz05574 42177

Fax: Telefon: 055742177-9

E-Mail: Fax: 05574 winfried.grath@st.anna-hilfe.at

42177-9

E-Mail: winfried.grath@st.anna-hilfe.at

Markus Schrott Sajda Zivkovic Johanna Gnaiger

Markus Schrott, Hausleiter Dauerpflege in 60 Wohneinheiten

Hausleiter PDL

PDL

Sajda Zivkovic, PDl

Urlaubs-/Übergangspflege

Johanna Gnaiger, PDl Tagesbetreuung

Dauerpflege in 60 Wohneinheiten

Tel.: 05574 79646

Urlaubs-/Übergangspflege

E-Mail: mariahilf@st.anna-hilfe.at

Tagesbetreuung

Telefon: 05574 79646

E-Mail: mariahilf@st.anna-hilfe.at

St. Josefshaus, Gaißau

St. Josefshaus, Gaißau

Lebensräume für für Jung Jung und und Alt Alt

im Sozialzentrum Mariahilf, Mariahilf, Haus Haus II, Bregenz II, Bregenz

38 Wohnungen

Tel.:

Günther

0043

Willi

5574 410-1660

mariahilf@st.anna-hilfe.at

Gemeinwesenarbeiter

38 Wohnungen

Telefon: 05574 410-1660

E-Mail: mariahilf@st.anna-hilfe.at

Kärnten – Behindertenhilfe

Lebenswelt St. Antonius, Spittal an der Drau

Holger Trebitscher,

leiter lebenswelt

Kärnten – Behindertenhilfe

Lebenswelt St. Antonius, Spittal an der Drau

Gästehaus

Gästehaus St. Anna, Stadl Paura

Wohnwelt 18 Wohneinheiten

Arbeitswelt 24 Förderbetreuungsplätze

Tel.:

Holger Trebitscher

0676 848144-380

E-Mail:

Leiter der

spittal@st.anna-hilfe.at

Lebenswelt

Wohnwelt 18 Wohneinheiten

Arbeitswelt 24 Förderbetreuungsplätze

Telefon: 0676 848144-380

E-Mail: spittal@st.anna-hilfe.at

Telefon: 07245 21126

Fax: 07245 21126-400

E-Mail: info@gaestehaus-st-anna.at

www.gaestehaus-st-anna.at

Markus Schrott, Hausleiter

Sajda Zivkovic, PDl

Dauerpflege in 44 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Markus Schrott Sajda Zivkovic Tagesbetreuung

Hausleiter

PDL Tel.: 05578 71116

E-Mail: gaissau@st.anna-hilfe.at

Dauerpflege in 44 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Telefon: 05578 71116

E-Mail: gaissau@st.anna-hilfe.at Vesna Basagic, Hausleiterin

Seniorenheim Tschermakgarten, Bregenz

Dauerpflege in 95 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tel.: 05574 4936

E-Mail: tschermakgarten@st.anna-hilfe.at

Vesna Basagic

Hausleiterin

Seniorenheim Tschermakgarten, Bregenz

Pflegeheim St. Josef, Dauerpflege Schruns in 95 Wohneinheiten

im Gesundheits- und Urlaubs-/Übergangspflege

Sozialzentrum Montafon

Telefon: 05574 4936

Jutta Unger, Hausleiterin

E-Mail: tschermakgarten@st.anna-hilfe.at

Dauerpflege in 46 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

10 heimgebundene Wohnungen

Tagesbetreuung

Tel.: 05556 72243-5300

E-Mail: schruns@st.anna-hilfe.at

Jutta Unger

Hausleiterin

Pflegeheim St. Josef, Schruns

im Gesundheits- und Sozialzentrum Montafon

Sozialzentrum St. Vinerius, Nüziders

Dauerpflege in 46 Wohneinheiten

Florian Urlaubs-/Übergangspflege

Seher, Hausleiter

10 heimgebundene Wohnungen

Dauerpflege in 40 Wohneinheiten

Tagesbetreuung

Urlaubs-/Übergangspflege

Telefon: 05556 72243-5300

8 heimgebundene Wohnungen

E-Mail: schruns@st.anna-hilfe.at

Tagesbetreuung

Tel.: 05552 67335

E-Mail: nueziders@st.anna-hilfe.at


27 ÜBERBlICK

überblick

Sozialzentrum Seniorenheim St. Bartholomäberg

Vinerius, Nüziders

Dieter Muther, Hausleiter

Florian Seher

Hausleiter

Dauerpflege Dauerpflege in in 27 40 Wohneinheiten

Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Urlaubs-/Übergangspflege

8 Tel.: heimgebundene 05556 73113 Wohnungen

Tagesbetreuung

Telefon: 05552 67335

E-Mail: nueziders@st.anna-hilfe.at

Seniorenheim Schmidt, Vandans

E-Mail: bartholomaeberg@st.anna-hilfe.at

Oberösterreich

Regionalleitung

Doris Kollar-Plasser

Regionalleiterin Oberösterreich, Kärnten

Gmunden

Telefon: Tel.: 0676 848144330

E-Mail: doris.kollar-plasser@st.anna-hilfe.at

Sozialzentrum Kloster Nazareth, Stadl-Paura

Seniorenheim Bartholomäberg

Dieter Muther

Hausleiter

Dauerpflege in 27 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Florian Seher, HausleiterTelefon: Dauerpflege 05556 73113 in 35 Wohneinheiten

Andrea Jochum, PDl E-Mail: bartholomaeberg@st.anna-hilfe.at

Tel.: 05556 73933

E-Mail: vandans@st.anna-hilfe.at

Pflegeheim Seniorenheim Innermontafon, Schmidt, Vandans St. Gallenkirch

Stefanie

Stefanie

Freisler,

Freisler

Hausleiterin

Arno Buchsbaum

Dauerpflege in 80 Wohneinheiten

Arno

Hausleiterin

Buchsbaum, PDl

PDL

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Dauerpflege in 80 Wohneinheiten Tel.: 07245 28975

Urlaubs-/Übergangspflege E-Mail: stadlpaura@st.anna-hilfe.at

Tagesbetreuung

Telefon: 07245 28975

E-Mail: stadlpaura@st.anna-hilfe.at

Haus St. Josef, Gmunden

Haus St. Josef, Gmunden

Florian Seher Andrea Jochum

Florian Hausleiter Seher, HausleiterPDL

Barbara Koburger, PDl

Dauerpflege in 13 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Dauerpflege in 35 Wohneinheiten Tel.: 05557 6969

Telefon: 05556 73933 E-Mail: st.gallenkirch@st.anna-hilfe.at

E-Mail: vandans@st.anna-hilfe.at

Pflegeheim

Gästehaus

Innermontafon, St. Gallenkirch

Gästehaus St. Anna, Stadl Paura

Am Bräuberg 3

4651 Stadl Paura

Info@gaestehaus-st-anna.at

www.gaestehaus-st-anna.at

Thomas Adler, Hausleiter

Monika Gruber, PDl

Thomas Egbert Folkersma, Adler AMl

Hausleiter

AML

Dauerpflege in 94 Wohneinheiten

8 heimgebundene Wohnungen

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Tel.: 07612 64195

Egbert Folkersma

Dauerpflege in 94 Wohneinheiten E-Mail: gmunden@st.anna-hilfe.at

8 heimgebundene Wohnungen

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Telefon: 07612 64195

E-Mail: gmunden@st.anna-hilfe.at

Haus San Marco, Bad Goisern/Bad Ischl

Haus San Marco, Bad Goisern/Bad Ischl

Florian Seher

Hausleiter

Barbara Koburger

PDL

Dauerpflege in 13 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Telefon: 05557 6969

E-Mail: st.gallenkirch@st.anna-hilfe.at

Doris Kollar-Plasser,

Hausleiterin

Andrea Sams, PDl

Doris Kollar-Plasser

Hausleiterin

Dauerpflege in 30 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Tel.: 06135 50948

E-Mail: bad-ischl@st.anna-hilfe.at

Andrea Sams

PDL

Dauerpflege in 30 Wohneinheiten

Urlaubs-/Übergangspflege

Tagesbetreuung

Telefon: 06135 50948

E-Mail: bad-ischl@st.anna-hilfe.at


...Sie antworten!

Wir fragen ...

Monsignore DDr. Michael landau, 52, ist seit

Dezember 1995 caritasdirektor der Erzdiözese

Wien. Er studierte biochemie und

katholische Theologie, trat 1988 ins Priesterseminar

ein.

Welchen Kontakt haben Sie zur St. Anna-Hilfe

und warum?

Mit der caSa – leben im Alter teilen die caritas

der Erzdiözese Wien und die St. Anna-Hilfe

eine gemeinsame initiative für pflegebedürftige

ältere Menschen. gesundheit und

Pflege sind ganz zentrale Zukunftsthemen.

Wie geht es Ihnen im Moment?

gut.

Ihr Traum vom Glück?

ich bin mit dem, was ich im Moment tue,

glücklich. Das ist ein großes Privileg.

Welches Buch würden Sie mit auf die einsame

Insel nehmen?

Die bibel.

Welche Musik hören Sie am liebsten?

Das hängt vom Anlass ab. Manchmal Mozart,

aber auch gerne zeitgenössische Musik.

Das Älterwerden ist schön, weil …

… man viele Dinge ein Stück weit entspannter

und gelassener sieht.

Am Älterwerden stört mich …

.. das Aufkommen kleiner Wehwechen –

und die erste lesebrille.

Worauf möchten Sie im Leben keinesfalls verzichten?

… auf liebe Menschen.

Was hat Ihnen im Leben geholfen?

Die liebe meiner Eltern. Das grundvertrauen

in die befreiende gegenwart gottes. Die

gewissheit, dass man sich vor nichts und

niemandem fürchten soll.

Ich beschäftige mich am liebsten …

… mit der Aufgabe, die jetzt gerade zu

erledigen ist.

Wie und wo möchten Sie leben, wenn Sie alt

werden?

ich bin Mitglied des Domkapitels und

schätze dieses Stück lebens- und gebetsgemeinschaft.

Es ist gut, seine nachbarn

zu kennen und ein wenig Alltag und leben

zu teilen.

Haben Sie eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht?

nein, aber das ist ein Thema, mit dem ich

mich noch beschäftigen werde.

Wie möchten Sie sterben?

ich möchte gerne intensiv leben, aber

dann auch in ruhe sterben.

Ehrenamtliche Helferinnen sind gut, weil …

…sie neue blickwinkel einbringen und weil

sie Hilfe und begleitung ermöglichen, die

sonst vielleicht nicht möglich wäre. Auch,

weil sie in den Häusern eine gute öffnung

nach außen bewirken.

Welche Leistung hat Sie besonders beeindruckt?

ich bin selbst Seelsorger in einem unserer

Häuser. großen respekt habe ich etwa vor

Mitarbeiterinnen in der Pflege, vor ihrem

geduldigen und liebevollen umgang mit

Menschen, die an Demenz erkrankt sind.

Mit wem würden Sie gern einmal im Kaffeehaus

sitzen?

Mit einem der großen befreiungstheologen,

weil sie klargemacht haben, dass

glaube und leben zusammengehören.

Ihr Eindruck von der Zeitschrift „anna live“?

Die Zeitschrift ist sehr informativ aufbereitet,

ich blättere gerne darin.

Weitere Magazine dieses Users