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AUSGABE 1 | 2018

DAS IN F O M A GAZIN F Ü R DIE W IENER VERSICHER UNGSA G ENTEN / INNE N

Cybercrime & Co: Karl Mahrer im Interview

25. Mai: DSGVO tritt in Kraft

SICHER

IM NETZ


H IER WOHN T

AUCH DIE

MIETER

VEREINIGUNG!!

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JETZT MITGLIED WERDEN.

ZUM STUDENTiNNENTARIF.

Alle Infos auf www.mietervereinigung.at oder unter: 050 195

GARANTIERT GUT BERATEN

UND GUT VERTRETEN


EDITORIAL

KARL WEISZ

ANDREAS GURGHIANU

04

INHALTSVERZEICHNIS

Alles rund um die IDD ................................................ 04

Neuer Supportpartner ................................................ 06

Unser Jahresabschluss .............................................. 08

Alles über die DSGV .................................................... 10

Interview mit Karl Mahrer .............................................. 12

Versichern für den Krankheitsfall.............................. 16

Handelsvertretergesetz Teil 3..................................... 18

08

LIEBE KOLLEGINNEN,

LIEBE KOLLEGEN.

Wir dürfen Sie hier herzlich

anläßlich der ersten Ausgabe 2018

der AgentNews begrüßen.

Spannend wie 2017 geendet hat, so ereignisreich

geht es 2018 weiter.

IDD wurde in den Herbst verschoben

und die Datenschutzgrundverordnung

nähert sich mit großen Schritten.

Wir als Standesvertretung werden Sie

per Mail sowie in unserem Heft auf

dem Laufenden halten und Sie mit allen

notwendigen Informationen versorgen.

Bitte nehmen Sie die Themen ernst

und richten Sie Ihren Betrieb nach den

gesetzlichen Vorgaben aus.

Ich darf Ihnen auch ein

„ Save the Date“ ans Herz legen.

Die Wiener Versicherungsagenten

werden sich zum Frühjahrsauftakt wieder

im Schweizerhaus treffen.

Eine Einladung dazu liegt diesem

Magazin bei. An dieser Stelle

möchte ich mich bei unseren

Unterstützern aus der Versicherungswirtschaft

und branchenfremden

Supportpartnern bedanken. Wichtige

Informationen und Rückblicke auf unsere

Infoveranstaltungen finden Sie unter

www.wienerversicherungsagenten.at

ICH WÜNSCHE IHNEN GUTE GESCHÄFTE

UND BLEIBEN SIE GESUND!

12

Karl Weisz

Obmann

Andreas Gurghianu

Geschäftsführer

IMPRESSUM:

Medieninhaber und Herausgeber: Wirtschaftskammer Wien – Sparte Handel, Landesgremium Wien der Versicherungsagenten, 1040 Wien,

Schwarzenbergplatz 14, Redaktion & Layout: Chapter2 Medien GmbH, Herstellungsort: Wien

AGENT NEWS | 2018 | AUSGABE 1 | 3


WEITERBILDUNG

MUSS SEIN

Weiterbildung ist nicht nur wichtig, sondern künftig auch

gesetzlich vorgeschrieben. Die gesetzliche Weiterbildungs -

verpflichtung (IDD) kommt! Was heißt das für Sie?

Die Umsetzungsverpflichtung

für die IDD= Insurance Distribution

Directive (Versicherungs-Vermittlerrichtlinie),

die ursprünglich mit 23.2.2018 festgesetzt

war, wurde, auf den 1.10.2018 verschoben.

Neben verschärftem Mindeststandard in

der Betreuung von Kunden und Wettbewerbsbedingung

für alle Vertriebskanäle

sieht die neue Versicherungs-Vermittlerrichtlinie

eine Weiterbildungsverpflichtung

von 15 Stundensätzen im Jahr vor.

Diese Weiterbildungsverpflichtung betrifft

alle beratenden Berufe im Finanzdienstleistungsbereich,

somit auch Versicherungsgesellschaften,

deren Angestellte

mit Vertriebsaufgaben und freie Versicherungsvermittler

– also jeder, der am Vertrieb

beteiligt oder verantwortlich ist. Die

Wohlverhaltensregel „Ehrlich, redlich und

professionell im Sinne des Kunden“ steht

dabei ganz klar im Vordergrund.

Somit sind Sie als VersicherungsagentIn

von der Weiterbildungsverpflichtung betroffen,

aber auch Ihre MitarbeiterInnen.

„Wir als Ihre Interessensgruppenvertreter,

insbesondere ich als Bildungsverantwortlicher

von Wien, sind somit aufgefordert

Ihnen bei der Umsetzung dieser

IDD-Richtlinien zu helfen und entsprechende

Weiterbildungsangebote anzubieten“,

erlärt Heinz Neumayer.

Eine Plattform am Markt, nämlich

„meine-weiterbildung.at“ wurde in Kooperation

mit dem Fachverband der Finanzdienstleister

in der WKÖ und des

Sachverständigen Mag. Oliver Lintner ins

Leben gerufen, um absolvierte Lehrund

Weiterbildungsveranstaltungen zu

„sammeln“, das individuelle SOLL/IST

für Lehrpläne zu ermitteln und die benötigten,

zukünftigen Seminare zu finden.

Seit dem offiziellen Start im Jänner 2017

wurden mehr als 3000 Teilnehmer erfasst,

1700 Veranstaltungen angelegt und über

80.000 Weiterbildungen zugeordnet.

Heinz Neumayer hat sich dazu mit Oliver

Lintner getroffen.

HEINZ NEUMAYER: Hallo Oliver, wie kam

es zur Gründung von meine-weiterbildung.

at?

OLIVER LINTNER: Die Finanzdienstleister

haben seit Herbst 2013 die Möglichkeit

freiwillig den „Standes- und Ausübungsregeln“

beizutreten. Die TeilnehmerInnen

verpflichten sich zur Einhaltung der Berufsrecht-

und regeln sowie einen Lehrplan,

der 60 Stunden Weiterbildung innerhalb

von drei Jahren vorgibt. Im Sommer

CHAPTER2, NEUMAYER, THINKSTOCK

4 | AUSGABE 1 | 2018 | AGENT NEWS


2016 sind wir im Bildungsausschuss der

Fachgruppe Wien zusammengesessen

und haben festgestellt, dass es unerwartet

schwierig für jeden einzelnen war die

Anzahl der absolvierten Stunden (nach

einzelnen Modulen) zu erfassen bzw. die

fehlenden Einheiten zu kennen. Das war

der Startschuss für meine-weiterbildung.

Heinz Neumayer

im

Gespräch

mit Oliver

Lintner von

der Plattform

meine-weiterbildung.at

HEINZ NEUMAYER: Was macht meine-weiterbildung.at?

OLIVER LINTNER: Die Plattform bringt

Gewerbetreibende, Veranstalter und Konzessionsträger

(Versicherungen, Banken,

Wertpapierfirmen, etc.) zusammen. Immer

mehr Veranstalter spielen automatisch

ihre Seminare, TeilnehmerInnen und

Bestätigungen ein, sodass ein Nutzer von

meine-weiterbildung regelmäßig die absolvierten

Veranstaltungen sieht und die

Diplome herunterladen kann.

HEINZ NEUMAYER: Gibt es für die Nutzer

Verpflichtungen oder Kosten?

OLIVER LINTNER: Die Plattform ist kostenlos

und ohne Verpflichtungen für die

Gewerbetreibenden. Die Registrierung

dauert weniger als eine Minute und jeder

Teilnehmer / jede Teilnehmerin kann sich

selber seine Lehrpläne auswählen bzw. zuordnen.

HEINZ NEUMAYER: Welchen Stellenwert

hat Weiterbildung heute?

OLIVER LINTNER: Weiterbildung hatte

schon immer einen hohen Stellenwert

für Versicherungsvermittler und Vermögensberater.

Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen

(IDD, MiFID II, etc.)

konkretisieren das Bemühen um Weiterbildung

indem konkrete Stunden vorgeschrieben

werden. Selbst fleißige MarktteilnehmerInnen

müssen vermehrt auf

die Dokumentation ihrer Weiterbildung

achten und die relevanten bzw. geforderten

Stunden im Auge behalten.

HEINZ NEUMAYER: Was werden Versicherungsagenten

in Hinblick auf die IDD leisten

müssen?

OLIVER LINTNER: In der IDD (siehe Art.

2 Abs. 1 Nr. 1 IDD) sind 15 Stunden Weiterbildung

u.a. für alle Personen, die Beratung

oder Vorschläge zum Abschluss von

Versicherungsverträgen erbringen, vorgeschrieben.

Nach aktuellem Wissensstand

werden ab Oktober 2018 auch Versicherungsagenten

verpflichtet sein regelmäßig

IDD-Punkte bzw. -Stunden zu sammeln

und zu dokumentieren.

HEINZ NEUMAYER: Wie steht es um den

Datenschutz?

OLIVER LINTNER: Datenschutz steht an

erster Stelle und der Nutzer ist stets Herr

seiner Daten. Die Daten werden bei einem

nach DIN ISO/IEC 27001:2013 zertifizierten

Betreiber betrieben, der Zugriff ist

über Virtual Private Network (VPN) und

Secure Shell (SSH) gesichert, die Daten

werden alle verschlüsselt.

HEINZ NEUMAYER: Welche Empfehlung

hast du für uns Versicherungsagenten?

OLIVER LINTNER: Aus meiner Sicht sollte

sich jeder überlegen, ob er eine Plattform

nutzen möchte, um besuchte Veranstaltungen

einsehen bzw. erfassen zu können.

Es ist wichtig alle besuchten Veranstaltungen

griffbereit an einem Ort zur Verfügung

zu haben. In einem nächsten Schritt

könnte ein Lehrplan (zB Weiterbildungszertifikat)

ausgewählt und erfüllt werden.

HEINZ NEUMAYER: Vielen Dank Oliver

für die interessanten Informationen!

Die Wiener Versicherungsagenten nehmen

die Weiterbildung ihrer Mitglieder sehr

ernst und setzen auf Qualität.

Heinz Neumayer | Trainer

INFO

LIEBE KOLLEGINNEN

UND KOLLEGEN,

wir empfehlen Ihnen, Weiterbildungsdatenbanken

zu nutzen. Der

Fachausschuss „Aus- und Weiterbildung“

steht Ihnen unterstützend

zur Seite. Nicht alle Weiterbildungen

und Anbieter sind anerkannt.

Neue Veranstaltungen wurden

vom Aus- und Weiterbildungsausschuss

der Versicherungsagenten

auf ihre Anerkennung im Rahmen

der IDD-Vermittlerrichtlinie

geprüft und bestätigt (innerhalb

von zwei Tagen ab Beantragung).

Durch die Nutzung einer Plattform

haben Sie stets mit einem Klick

einen Überblick Ihrer aktuellen

Weiterbildungsdatenbank und

haben diese im Fall einer Prüfung

sofort zur Hand.

Über die genauen Vorgaben und

Inhalte Ihrer Weiterbildungsverpflichtung

halten wir Sie am

Laufenden, sobald die endgültigen

Entscheidungen darüber gefallen

sind.

Für Fragen steht Ihnen

Heinz Neumayer unter

versicherungsagenten@wkw.at

gerne zur Verfügung.

AGENT NEWS | 2018 | AUSGABE 1 | 5


ANSPRECHPARTNER FÜR

IHRE GESUNDHEIT

Mit der Apotheke im Stadioncenter hat die Fachgruppe der

Wiener Versicherungsagenten einen neuen Supportpartner der

Ihnen in Bezug auf Wohlbefinden kompetent zur Seite steht.

Gerade in unserer wirtschaftlich

schwierigen Zeit, in der

keiner seinen Arbeitsplatz unnötig

gefährden möchte, hat

Krankheit keinen Platz. Klingt gefährlich,

ist es auch! Immer mehr Menschen mit

Gesundheitsproblemen suchen immer

häufiger Rat in der Apotheke. So sind die

Pharmazeuten zum ersten Ansprechpartner

in Gesundheitsfragen geworden. Egal

ob Schnupfen, Husten, Heiserkeit oder

Nahrungsergänzungsmittel, der Apotheker

hat den richtigen Rat parat. In der

Apotheke gibt es viel mehr als nur Medikamente.

„Wir verstehen uns immer mehr

als Ansprechpartner für alle Fragen rund

um die Themen gesund bleiben, gesund

werden und wohlfühlen“, so Mag. Dr.

Alexander Hartl aus der Apotheke im Stadioncenter

im Gespräch mit den Agent-

News.

Gesunde Agenten

Gemeinsam mit seinem engagierten Team

wird er ab sofort auch für die Wiener

Versicherungsagenten kompetenter Ansprechpartner

rund ums Wohlfühlen sein.

Nutzen Sie die Gelegenheit und informieren

Sie sich über verschiedene Gesundheitsthemen

und lassen Sie sich von den

erfahrenen Mitarbeitern Tipps zu Ihrer

Gesundheitsvorsorge geben. Das Team

der Apotheke im Stadioncenter freut sich

über Ihr Interesse und auf Ihr Kommen.

Sie erhalten bei Ihrem ersten Besuch

gleich Ihre personalisierte Kundenkarte.

Damit bekommen Sie exklusiv ein Willkommenspaket

und bei jedem Besuch

einen individuellen Tipp für Ihr persönliches

Wohlbefinden.

„Scheuen Sie nicht uns mit Ihren Anliegen

und Fragen rund um Ihre Gesundheit

und Wohlbefinden zu kontaktieren. Wir

beraten Sie gerne ausführlich und spezifisch“,

so Apotheker Alexander Hartl von

der Apotheke im Stadioncenter gegenüber

den AgentNews.

Obmann Karl Weisz,

mit Alexander Müllner

(l.) und Supportpartner

Apotheker

Alexander Hartl.

INFO

In der Apotheke im Stadion center erwartet Sie eine ausführ liche und

kompetente Beratung. Zubereitung arzneilicher und hauseigener

Spezialitäten. Von der individuellen Zubereitung und Anfertigung von

Cremen und anderen medizinischen Produkten über Blutdruck- /

Blutzuckermessen bis hin zu Nahrungsmittelergänzung und

Paulinas Kosmetikclub.

Apotheke im Stadioncenter, 2., Olympiaplatz 2

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 19 Uhr, Samstag 8 bis 18 Uhr

www.stadionapo.at

CHAPTER2, THINKSTOCK

6 | AUSGABE 1 | 2018 | AGENT NEWS


Aqua Lupus

Gas-, Wasser-, Heizungs-, Solar-,

Lüftungs- und Haustechnik

Thermen Service Pauschal 90.-

Thermenservice und Abgasmessung 130.-

mit inkludierter Wegzeit

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www.aqua-lupus.at

Akkonplatz 10, 1150 Wien

Tel: +43 676 601 77 56 Fax: +43 1 2533 033 78 35

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen Ihr

Rat & Tat-Steuerberater, Kanzlei Jupiter

unter

01 / 278 12 95 sowie

office@jupiter.co.at

gern zur Verfügung.

www.jupiter.co.at


2017 SAGTE ADIEU

DIE WIENER VERSICHERUNGSAGENTEN SIND FLEISSIG WENN ES UM DIE ARBEIT GEHT UND EBEN-

SO FLEISSIG, WENN ES UM DAS NETZWERKEN GEHT. BEI IHNEN GIBT ES KEINE HALBEN SACHEN.

SO AUCH BEIM JAHRESAUSKLANG IM ANGKOR CLUB IN DER MILLENIUM CITY. MEHR ALS HUN-

DERT WIENER AGENTEN SIND DER EINLADUNG DES LANDESGREMIUMS GEFOLGT UND HABEN

DAS EREIGNISREICHE JAHR 2017 BEI INTERESSANTEN GESPRÄCHEN REVUE PASSIEREN LASSEN.

CHAPTER2,

8 | AUSGABE 1 | 2018 | AGENT NEWS


AGENT NEWS | 2018 | AUSGABE 1 | 9


DATENSCHUTZ

ALLES NEU

Mit 25.5.2018 treten neue Datenschutzbestimmungen

in Kraft. Vergessen sie nicht, sich rechtzeitig darauf

vorzubereiten. Wir informieren Sie gerne.

Unter „Datenverarbeitung“

versteht man das Ermitteln,

Erfassen, Speichern, Aufbewahren,

Ordnen, Vergleichen,

Vervielfältigen, Verknüpfen, Abfragen,

Benutzen, Sperren, Vernichten und dergleichen

von Daten.

Unternehmer, die Daten verarbeiten,

müssen überlegen:

• welche Daten

• von welchen Personengruppen und

• für welchen Zweck

verarbeitet werden sollen. Denn nach

den Bestimmungen des Datenschutzgesetzes

dürfen Daten nur für festgelegte

und eindeutige Zwecke ermittelt werden.

Auch darf die Datenverarbeitung

nicht ausufern. Das bedeutet konkret,

sie muss von den rechtlichen Befugnissen

des Unternehmers, das ist in erster

Linie die Gewerbeberechtigung, gedeckt

sein. Zum Beispiel dürfen Schneeräumer

all jene Kundendaten ermitteln, die sie

benötigen, damit im Winter eine rasche

und ordnungsgemäße Schneeräumung

möglich ist.

ZUSTIMMUNGSERKLÄRUNG

Der Betroffene, dessen Daten ermittelt

werden, muss dazu seine Zustimmungserklärung

geben. Er muss genau wissen,

welche Daten für welche Zwecke verarbeitet

werden und muss sich durch

eine bewusst abgegebene Erklärung mit

der Verarbeitung einverstanden erklären.

Zum Beispiel: „Ich stimme zu, dass

folgende meiner persönlichen Daten,

wie z.B. Name, Adresse, etc. zum Zwecke

… verarbeitet werden“. Soll auch

eine Übermittlung von Daten an Dritte

von der Zustimmungserklärung (z.B.

Generalunternehmer gibt Aufträge zur

Schneeräumung an Subunternehmer

weiter) umfasst sein müssen zusätzlich

die zu übermittelnden Datenarten (z.B.

der Name und die Adresse), die Übermittlungsempfänger

(Schneeräumunternehmen

XY, Name, Adresse) sowie der

Übermittlungszweck

„Schneeräumung Saison 2017/2018“

konkret angeführt sein!

WICHTIG: Es muss auf die Möglichkeit,

die Zustimmung jederzeit zu widerru-

10 | AUSGABE 1 | 2018 | AGENT NEWS


AKTUELL

SICHERHEIT

IM NETZ

fen, hingewiesen werden! Ab 25.5.2018

sind Verzeichnisse über die Verarbeitung

von Daten zu führen.

Das Verzeichnis ist schriftlich zu führen,

es kann auch in einem elektronischen

Format (z.B. Excel Liste) geführt

werden. Es sind dann keine Meldungen

mehr an das Datenverarbeitungsregister

zu erstatten, auch eine DVR Nummer

wird dann nicht mehr benötigt. Sind

schon Datenverarbeitungen im DVR registriert,

können diese als Anhaltspunkt

für die Dokumentation dienen. Die

Datenschutzbehörde kann die Vorlage

der Verzeichnisse verlangen und die betreffenden

Datenverarbeitungsvorgänge

kontrollieren.

Betroffene haben das Recht Auskunft

z.B. über die Herkunft ihrer Daten, die

Speicherdauer etc. zu erhalten. Diese

Auskunft ist sofort, längstens aber innerhalb

eines Monats, schriftlich zu erteilen.

Weiters haben Betroffene das Recht, dass

ihre Daten wieder gelöscht werden. Daten

sind unter anderem dann zu löschen,

Der Betroffene,

dessen Daten

er mittelt werden,

muss dazu

seine Zustimmungs -

erklärung geben.

Er muss genau wissen,

welche Daten für

welche Zwecke

verarbeitet werden.

Wolf-Georg Schärf | Rechtsanwalt

wenn die personenbezogenen Daten für

die Zwecke, für die sie erhoben wurden,

nicht mehr notwendig sind oder der Betroffene

seine Einwilligung zur Datenverarbeitung

widerrufen hat. Dem Antrag

auf Löschung ist sofort, längstens

aber innerhalb eines Monats zu entsprechen.

Die betroffene Person ist anschließend

schriftlich von der Löschung ihrer

Daten zu verständigen.

Weiterführende Informationen speziell

für Versicherungsagenten: www.wko.at/

branchen/handel/versicherungsagenten/

start.html

TIPP

Der Schutz unserer Daten im

Netz und Analog wird immer

wichtiger. Daher wird auch der

korrekte Umgang mit unseren

Daten im Zuge

elekronischer Verarbeitung

immer penibler geregelt.

IT-SICHERHEIT IST HEUTE

FÜR JEDES UNTERNEHMEN

ÜBERLEBENSWICHTIG

Die Sicherheit der IT-Systeme,

aber auch die Kompetenz

im Umgang damit, ist

wesentlich für die moderne,

digitale Wirtschaft. Mit der

Aktion „it-safe.at“ bietet die

Bundessparte Information

und Consulting (BSIC) in

der WKO vor allem kleinen

und mittleren Unternehmen

(KMU) sowie Ein-Personen-Unternehmen

(EPU)

Hilfestellung.

Angeboten werden Präsentationen,

Videos, Leitfäden,

Checklisten, Links

und Online-Ratgeber zur

Cyber-Security sowie zum

Datenschutz. Dies bietet

Unternehmen wertvolle

Informationen und Unterstützung.

So lässt sich IT-Sicherheit

und der richtige Umgang

mit Daten im Unternehmen

sicherstellen:

• Online-Ratgeber it-safe

• Online-Ratgeber

Datensicherung

• EPU-Checkliste

• Sicherheits-Handbücher

• News und Tipps im it-safe

Blog

Detaillierte Informationen

für jedes Thema erhalten

Sie auf www.it-safe.

AGENT NEWS | 2018 | AUSGABE 1 | 11


IM DIENSTE DER

SICHERHEIT

Karl Mahrer, Abgeordneter zum Nationalrat und Polizeisprecher im

Gespräch zum Thema neue und alte Formen der Kriminalität und wie

Sie sich sowie Ihre Kunden bestmöglichst dagegen schützen können.

Karl Mahrer hat in über vier

Jahrzehnten Polizeidienst in

Wien die innere Sicherheit

aktiv mitgestaltet. Als Landespolizeivizepräsident

war er an allen

maßgeblichen Projekten in der Kriminalitätsbekämpfung

beteiligt. Als Abgeordneter

zum Nationalrat und neu gewählter

Sicherheitssprecher der ÖVP wird er

all seine Erfahrungen und Kompetenzen

für eine zukunftsorientierte Sicherheitspolitik

einbringen, die sich den neuen

Herausforderungen stellt und notwenige

Maßnahmen zügig umsetzt.

Von vielen Seiten wird betont, dass

Wien eine sichere Stadt ist. Jedoch nehmen

die Ängste der Menschen eher zu

als ab. Was kann die Politik auch aus

Ihrer Erfahrung als Sicherheitsexperte

– unternehmen, um das individuelle

Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern?

In der Tat haben Maßnahmen in der Vergangenheit

bereits einen positiven Trend

bewirkt. Der Rückgang von Einbrüchen,

Diebstahl und Raubüberfällen und eine

steigende Aufklärungsrate sind durchaus

erfreuliche Entwicklungen. Dennoch

stehen wir vor einigen großen Herausforderungen.

Das Sicherheitsgefühl der Menschen orientiert

sich nicht an Kriminalitätsstatistiken,

dazu kommen noch negative Entwicklungen,

wie z.B. in den Bereichen

Cybercrime und Gewaltdelikten. Hier

müssen wir gegensteuern. Einerseits

mit sicherheitspolizeilichen Maßnahmen,

wie zum Beispiel einer verstärkten

Polizeipräsenz auf der Straße, aber auch

einer gut ausgestatteten Polizei, die mit

entsprechendem Expertenwissen und

modernen Mitteln auch neue Ausformungen

der Kriminalität wirksam entgegnen

kann.

Welche konkreten Maßnahmen haben

Sie im Sinn, um den Bürgern mehr Sicherheit

geben zu können?

Besonders wichtig ist mir die Einbindung

der Menschen „vor Ort“, denn Sicherheit

kann meines Erachtens nur gemeinsam

gestaltet werden.

Hier möchte ich ein konkretes Projekt

nennen, nämlich die Initiative Gemeinsam.Sicher,

die den Dialog zwischen

Polizei, den Menschen und Sicherheitspartnern

fördert. Meiner Erfahrung

nach, kann man oft mit unbürokratischen,

‚kleinen‘ Lösungen auf regionaler

Ebene viel bewirken und das Vertrauen

der Menschen in das Funktionieren der

staatlichen Systeme fördern. Darüber hinaus

ist Prävention ein wichtiges Thema

und ich kann nur allen Menschen raten,

sich damit auseinanderzusetzen, bevor

der Anlassfall eintritt.

Was raten Sie also unseren Unternehmern

und Kunden, wo kann man sich

informieren, wie kann man Vorkehrungen

treffen?

Je besser Sie über die Methoden bei Betrügereien

und Verbrechen Bescheid

wissen, desto schwieriger wird es für die

Täter. Nutzen Sie die doch die kostenlose

kriminalpolizeiliche Beratung, um zu erfahren,

wie Sie sich am wirkungsvollsten

absichern können. (siehe Infokasten).

Darüber hinaus empfehle ich Ihnen und

Ihren Kunden, ein Eigentumsverzeichnis

anzulegen. Das gibt es in jeder Polizeiinspektion

oder auch als Download (siehe

Info).

12 | AUSGABE 1 | 2018 | AGENT NEWS


CHAPTER2,

„Wien ist definitiv eine sichere Stadt, aber wir stehen trotzdem

vor großen Herausforderungen. Negativen Entwicklungen

wie die Zunahme von Cybercrime und Gewaltdelikten können

wir nur gemeinsam als Gesellschaft des Hinsehens mit aktiven,

verantwortungsvollen Handeln begegnen.“

Karl Mahrer | Polizeisprecher

Und abschließend noch eine Frage zu

den von Ihnen angesprochenen neuen

Herausforderungen. Sind unsere Gesetze

ausreichend oder muss der Gesetzgeber

neue rechtliche Rahmenbedingungen

schaffen?

Um den Entwicklungen in unserem Land

und den erwähnten neuen Herausforderungen

wirklich sinnvoll begegnen zu

können bedarf es auch einer modernen

und zielgerichteten Gesetzgebung, daher

setze ich mich massiv für eine wichtige

Gesetzesinitiative, nämlich das neue

Sicherheitspaket ein. Damit wird zum

Beispiel eine Überwachung der internetbasierten

Kommunikation (z.B. WhatsApp,

Skype) bei begründetem Verdacht

ermöglicht und vor allem im Bereich der

Bandenkriminalitätsbekämpfung und

der Terrorismusbekämpfung einiges ermöglicht,

um strafbare Handlungen zu

verhindern und die Aufklärungsquoten

zu heben. Eines ist offenkundig: Die

Kommunikation über WhatsApp steigt

und die Kommunikation über Telefon

und SMS geht zurück, daher ist es dringend

notwendig, die Möglichkeiten einer

Überwachung der internetbasierten

Kommunikation gleichzustellen. Ich betone

noch einmal „bei begründetem Verdacht“!

Dafür und für viele andere notwendige

Maßnahmen werde ich mich

als Parlamentarier stark machen, denn

mir liegt die Sicherheit der Österreicherinnen

und Österreicher besonders am

Herzen.

INFO

KRIMINALPOLIZEILICHER

BERATUNGSDIENST FÜR WIEN

1070 Wien, Andreasgasse 4

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag, 10–18 Uhr

Jeden 1. Samstag im

Monat: 10– 16 Uhr

Hotline: Tel: 0800-216346

AGENT NEWS | 2018 | AUSGABE 1 | 13


URLAUB VOM ALLTAG.

Entfliehen Sie dem Alltag in Wiens einzigem Hotel direkt an der Donau

und lassen Sie sich auf der sonnigen Terrasse der Waterfront Kitchen

kulinarisch verwöhnen.

In den Sommermonaten wird die Terrasse zum Paradies für Liebhaber von Grill

und Smoker Spezialitäten. Ab 21. Juli werden die Wochenenden mit dem

Smokin’ Friday begonnen und Sonntags kann beim Grill & Chill BBQ Brunch

ausgiebig geschlemmt und entspannt werden.

Bis dahin bietet der sonntägliche Fish Brunch reloaded ein reichhaltiges Büffet

mit heimischen und internationalen Spezialitäten aus Fluss und Meer, California

Rolls, Austernbar, Lachsforelle, Rinder Hochrippe von der Tranchierstation

und vielem mehr.

Keep Calm

and

Eat Fish!


Hier ist der richtige Platz um bei einem Cocktail den Tag ausklingen zu lassen.

Genießen Sie dazu österreichische Spezialitäten aus den Genussregionen und

entdecken Sie die größte Auswahl an heimischen Bier– und Weinspezialitäten.

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WACHSTUMSSPARTE

KRANKENVERSICHERUNG

Dalibor Miceski, Verkaufsleiter der Wiener Städtischen

Maklerdirektion, im Interview mit den AgentNews über

das Wachstum der Krankenversicherung.

Die Krankenversicherung ist

laut FMA-Zahlen zuletzt am

stärksten gewachsen. Wo sehen

Sie die Gründe?

Die Diskussion rund um längere Wartezeiten

bei Kassenärzten und Spitalsambulanzen,

rückläufige Zahlen bei Kassenärzten,

Gangbetten und die insgesamt steigenden

Ausgaben im Gesundheitswesen sensibilisieren

Kundinnen und Kunden. Die

Gesundheitsvorsorge tritt immer mehr in

den Mittelpunkt und man setzt sich bewusst

mit dem Thema auseinander. Die

private Krankenversicherung ist daher

generell weiterhin ein Wachstumsmarkt -

der Trend zur privaten Zusatzversicherung

hält an.

Österreich hat ein gutes Gesundheitswesen,

braucht man da noch zusätzlich eine

private Krankenversicherung?

Immer mehr Kundinnen und Kunden erfüllen

sich der Wunsch nach individueller

Behandlung und optimierten Terminen

und schätzen den Zugang zum Wahlarztnetz.

Immer mehr Ärzte entscheiden sich

mittlerweile für eine Wahlarztpraxis und

streben keinen Kassenvertrag mehr an.

(Privat)patienten sind immer besser über

Behandlungsoptionen informiert und

wollen selbst (mit)bestimmen. Hier bemerken

wir einen Trend zur individuell

Alexander Müllner im Gespräch mit Dalibor Miceski (links).

besten Behandlung und den Wunsch, dass

diese nicht durch den Kostenrahmen des

staatlichen Gesundheitswesens beschränkt

ist. Vor allem wünschen sich die Patienten,

dass der Arzt sich Zeit nimmt. Grundsätzlich

sind die KV-Produkte der Wiener

Städtischen eine sehr gute Ergänzung und

werden immer wichtiger. Wir decken damit

die Lücken im Sozialversicherungsnetz

ab, zB für Sehbehelfe, Medikamente und

Zahnleistungen, aber auch bei Homöopathie

und Akupunktur, um auch Beispiele

aus der Komplementärmedizin zu nennen.

Wie entwickelt sich die Sparte bei der

Wiener Städtischen?

Die Wiener Städtische verzeichnet konstante

Zuwächse. In Wien ist die Nachfrage

nach ambulanten Versicherungen in den

letzten Jahren gestiegen, auch Sonderklassedeckungen

werden weiterhin nachgefragt.

Hier kommt es einerseits auf den

persönlichen Bedarf an, andererseits verlagern

sich auch Behandlungen aus dem

stationären Bereich in Arztpraxen und

Ambulanzen.

Konsumentenvereinigungen empfehlen

vor Abschluss einer PVK mehrere Angebote

einzuholen. Wer kann den Konsumenten

am besten dabei unterstützen?

Langfristige und auch hochpreisige Produkte

können nachhaltig nur mit guter

und individueller Beratung verkauft werden.

Bei der Erfassung der Bedürfnisse des

Kunden und der Abstimmung auf dessen

Budget ist ein kompetenter Vermittler sehr

wichtig. Eine spätere Vertragsänderung ist

nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes

des Kunden nicht mehr

oder nicht mehr zur Normalprämie möglich.

Daher hat der Berater oder Makler

eine wichtige Vertrauensstellung.

Die Wiener Städtische macht immer wieder

mit innovativen Services von sich reden.

Was bieten Sie hier im Gesundheitsbereich?

Praktische Online-Services machen es

leicht: Privatarzt-Kunden können via Online-Formular

Apothekenrechnungen,

16 | AUSGABE 1 | 2018 | AGENT NEWS


Unser Ziel ist es, unsere Partner mit unseren Produkten und

unserem Vertriebsservice so zu unterstützen, dass sie perfekt

für ihre Vermittlertätigkeit gerüstet sind und erfolgreich

Geschäfte machen können. Ausbildung, Argumente,

Vertriebsansätze und Marketing spielen hier eine große Rolle.

Wir laden auch neue Vermittler ein, uns zu testen.

Dalibor Miceski | Wiener Städtische

Arzt honorare und andere Rechnungen

von medizinischen Behandlungen hochladen

und einreichen. Ebenso können Krankengeld-,

Taggeld- sowie Zahnkosten-Formulare

ohne großen Aufwand online

eingereicht werden. Die Gesundheits-Videoserie

informiert regelmäßig jeden ersten

Dienstag im Monat mit „Mehr Leben“

aktuell rund um das Thema Gesundheit.

Weiters bieten wir unseren Vertriebspartnerinnen

und Vertriebspartner laufend

interessante Schulungs-maßnahmen und

Workshops zu dieser Sparte an. Nicht nur

in fachlicher Hinsicht. Vergangenes Jahr

z.B. haben wir für unsere Vermittler Führungen

in Privatkliniken organisiert mit

spannenden Vorträgen von Mediziner, die

aus ihrer Sicht die Notwendigkeit einer privaten

Vorsorge berichten.

INFO

Wer denkt schon gerne an einen Krankenhaus-Aufenthalt? Die private

Krankenversicherung MEDplus bei der Wiener Städtischen ist eine gute

Vorsorge. So wählen Sie zum Beispiel die Ärztin/den Arzt Ihres Vertrauens.

Sie entscheiden, welche Klinik Sie bevorzugen – ob regional, in Österreich oder

in ganz Europa. Und weil so ein Tag im Krankenbett oftmals ganz schön lang

sein kann, bietet Ihr Zimmer auch mehr Komfort. Und ganz wichtig für Ihre

Genesung: Mit Besuch, wann immer Sie gerne Gäste empfangen möchten

BASIC FLEX: Besonders günstige Einstiegsmöglichkeit mit

bundeslandabhängigem Selbstbehalt.

CLASSIC FIX: Sonderklasse mit österreichweit einheitlichem Selbstbehalt.

PREMIUM: Unserer Top-Variante ganz ohne Selbstbehalt.

Zusätzlich bieten wir Ihnen in allen drei Varianten alle zwei Jahre

einen Gesundheits-Check zur Vorsorge.

AGENT NEWS | 2018 | AUSGABE 1 | 17


THINKSTOCK


AUSGLEICHSANSPRUCH

HANDELSVERTRETER(3)

Die erste der drei Voraussetzungen des § 24 Abs. 1 Handelsvertretergesetz

war bereits Gegenstand der letzten Abhandlung

in den Agentnews. Hier folgt der dritte Teil der Serie.

In dieser Ausgabe widmen wir uns

der zweiten Voraussetzung des § 24

Abs. 1 Handelsvertretergesetz, nämlich

der Zif. 2. Diese normiert, dass

sich für den Unternehmer aus dem überlassenen

Kundenstock ein über das Vertragsverhältnis

hinaus zu erwartender,

erheblicher Vorteil ergeben muss, damit

es zu einem Ausgleichsanspruch kommt.

Was zur Erfüllung dieser Voraussetzungen

gegeben sein muss bzw. zu beachten

ist wird im Folgenden dargelegt.

Aus der Anspruchsvoraussetzung, dass

dem Unternehmer auch nach der Beendigung

des Handelsvertreterverhältnisses

„erhebliche Vorteile“ erwachsen

müssen, folgt, dass mit den neu zugeführten

Kunden eine Geschäftsverbindung

entstanden sein muss, wobei

Geschäftsverbindung die Aussicht auf

weitere Geschäftsabschlüsse innerhalb

eines überschaubaren Zeitraums bedeutet

. Bei dieser Prognose sind einerseits

die Umstände des Einzelfalles zu beachten

und andererseits die branchenüblichen

Nachbestellungsintervalle. Bei

langlebigen Wirtschaftsgütern wird daher

auf eine längere Nachbestellungsfrist

abzustellen sein, als bei Konsumgütern

des täglichen Bedarfs.

Aus den in § 24 Abs 1 Z 2 HVertrG gebrauchten

Worten „erzielen kann“ ergibt

sich, dass es nicht nur auf tatsächlich erzielte,

sondern auch auf potentiell erzielbare

Vorteile des Unternehmers aus den

vom Handelsvertreter akquirierten oder

erweiterten Geschäftsverbindungen ankommt.

Zu beachten ist, dass das Gesetz betreffend

der zu erwartenden Vorteile auch

eine qualitative Bedingung bzw. Voraussetzung

normiert. Die dem Unternehmer

nach Auflösung des Vertragsverhältnisses

verbleibenden Vorteile

müssen erheblich sein; die mit den neuen

Stammkunden und ebenso mit den

intensivierten Altkunden zu erwartenden

Geschäfte müssen daher auch einen

gewissen Umfang und eine gewisse Beständigkeit

aufweisen.

Diese Erheblichkeit bemißt sich nach

objektiven und absoluten Kriterien - insbesondere

nach der Zahl der im Unternehmen

verbleibenden Neukunden und

der absoluten Höhe des zu erwartenden

Umsatzes. Die vom Unternehmer zu tätigenden

Aufwendungen um die Vorteile

zu erhalten stehen einem Ausgleichsanspruch

in keinster Weise entgegen und

finden in diesem Zusammenhang daher

auch keine Anrechnung.

Strategische Änderung

Dem Unternehmer bleibt es aber unbenommen,

seine Geschäftstätigkeit strategischen

Änderungen zu unterziehen.

Allfällige Misserfolge von Neuausrichtungen

nach Vertragsbeendigung können

aber nicht automatisch zu Lasten des

Ausgleichsanspruchs des Handelsvertreters

gehen; ob sie bei der Ausmittlung

des Ausgleichsanspruchs eine Rolle spielen,

hängt von den Umständen des Einzelfalls

ab . Dieses Entscheidungsrecht

des Unternehmers - die Nutzung der

aufgebauten Geschäftsbeziehungen aus

wirtschaftlich vertretbaren Gründen abzulehnen

- kann dazu führen, dass damit

der Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters

zum Erlöschen gebracht wird.

Erfolgt dieser Verzicht aus reiner Willkür

oder sogar mißbräuchlich nur zum

Zweck der Minderung oder Vermeidung

des Ausgleichsanspruches, behält

der Handelsvertreter natürlich seinen

Ausgleichsanspruch, da eine derartige

Rechtsausübung als schikanös und damit

als sittenwidrig zu qualifizieren ist.

Keine über das Vertragsverhältnis hinaus

bestehende Vorteile für den Unternehmer

liegen tatsächlich dann vor, wenn

er zum Zeitpunkt der Beendigung des

Handelsvertreterverhältnisses gar keine

vernünftige Möglichkeit mehr hat, die

von ihm bisher vertriebenen Waren zu

beschaffen, etwa weil die Geschäftstätigkeit

schon Monate vorher eingestellt und

offene Aufträge an ein anderes Unternehmen

verkauft wurden . Hier würde

der Ausgleichsanspruch trotz des Vorliegens

der verbleibenden Vorteile ersatzlos

erlöschen. Ebenso verhält es sich

bei einer Betriebseinstellung oder einer

Betriebseinschränkung; hier mangelt es

betreffend des Ausgleichsanspruches an

den, zu erwartenden Vorteilen aus den

vermittelten Geschäftsbeziehungen. Der

Ausgleichsanspruch erlischt aber dann

nicht, wenn dem Unternehmer Stilllegungsprämie

zufliessen oder wenn die

Betriebsorganisation ohne unternehmenspolitisch

gerechtfertigten Grund

INFO

AUSGLEICHSANSPRÜCHE FÜR

DIE HANDELSVERTRETER

Nach Beendigung des Vertragsverhältnisses

gebührt dem Handelsvertreter

sobald er gewisse

dienstliche Kriterien erfüllt ein

angemessener Ausgleichsanspruch.

Der Ausgleichsanspruch

erlischt, wenn er dem Unternehmer

nicht innerhalb eines Jahres

nach Beendigung des Vertragsverhältnisses

mitgeteilt hat, dass

er seine Rechte geltend macht.

AGENT NEWS | 2018 | AUSGABE 1 | 19


geändert wurde . Hierin würde wieder

eine schikanöse und damit sittenwidrige

Rechtsausübung liegen, welche keinen

Entfall des Ausgleichsanspruches zur

Konsequenz haben kann.

Nun gilt es zu erörtern, welcher Natur

die Vorteile sein müssen bzw. können,

welche der Unternehmer aus den aufgebauten

Geschäftsbeziehungen über das

Vertragsverhältnis hinaus zieht bzw. ziehen

können muss. Ohne das es für den

Ausgleichsanspruch schädlich ist können

diese durchaus anderer Natur sein,

als während dem aufrechten Vertragsverhältnis.

Wolf-Georg Schärf | Rechtsanwalt

Einbringung Kundenstock

Nach der derzeit geltenden Rechtssprechung

ist beispielsweise der vollständige

Entfall einer Ausgleichszahlung bei einer

Reorganisation des Händlernetzes durch

die Importeurin unter dem Gesichtspunkt

des § 879 (Sittenwidrigkeit) unzulässig

. Werden beispielsweise die vom

Handelsvertreter aufgebauten Geschäftsverbindungen

nunmehr durch Vertragshändler

beliefert, so verbleibt dennoch

ein Vorteil aus eben diesen Geschäftsverbindungen

beim Unternehmer, auch

wenn diese nur mittelbar sind.

Ebensowenig wirkt sich eine Änderung

der Rechtsform auf den Ausgleichsanspruch

des Handelsvertreters aus, dies

beispielsweise, wenn der vormals als

Einzelunternehmer tätige Unternehmer

eine juristische Person gründet und in

diese den aufgebauten Kundenstock in

Form einer Sacheinlage einbringt. Auch

eine Veräusserung oder Verpachtung des

Betriebes ändert nichts am Bestehen des

Ausgleichsanspruches gegenüber dem

Unternehmer. In beiden Fällen zieht

der Unternehmer einen Vorteil aus den

übertragenen Geschäftsverbindungen

- beim ersten Beispiel: die Zuwendung

von (mehr) Gesellschaftsrechten; beim

zweiten Beispiel: einen erhöhten Erlös

aus der Veräusserung / Verpachtung.

Erfolgreiches Abwerben

Eine konkurrierende Tätigkeit des Handelsvertreters

nach Beendigung des

Vertragsverhältnisses kann sich auf den

zustehenden Ausgleichsanspruch problematisch

auswirken. Auch wenn hierdurch

der Ausgleichsanspruch nicht dem

Grunde nach betroffen ist, so kann durch

ein gezieltes und erfolgreiches Abwerben

von vormals vermittelten Kunden

die Situation entstehen, dass tatsächlich

kein Kundenstock überlassen wird, aus

dem künftig erhebliche Vorteile gezogen

werden können; jedenfalls vermindern

sich hierdurch die zu erwartenden, erheblichen

Vorteile und kann sich dies

im Rahmen einer abschliessenden Billigkeitsabwägung

negativ auf den Ausgleichsanspruch

des Handelsvertreters

aus wirken.

Bei Beurteilung Ihres Ausgleichsanspruches

sind daher vermeintliche Betriebseinschränkungen

und Umstrukturierun-

gen kritisch zu bewerten, da sie zumeist

keine Auswirkung auf den Ausgleichsanspruch

an sich haben; dies schon gar

nicht wenn sie nur dazu dienen sollen

diesen zu vermindern oder gar vollständig

zum Erlöschen zu Bringen. Bei

Aufnahme eine neuen Tätigkeit sollten

Sie beachten, dass das erfolgreiche Abwerben

von vormals vermittelten bzw.

ausgebauten Kunden dem Ausgleichsanspruch

schaden könnte, vor allem wenn

sie im selben Geschäftsfeld wie zuvor

einer Vermittlungstätigkeit im Sinne des

Handelsvertretergesetzes nachgehen.

Dies kann aber nicht soweit gehen, dass

sie ihrer angestammten Tätigkeit nicht

mehr nachgehen können, da dies einem

Berufsverbot gleichkommen würde,

welches das Handelsvertretergesetz ausschliesst.

THINKSTOCK, CHAPTER2

Zu beachten ist, dass das Gesetz

betreffend der zu erwartenden

Vorteile für die Handelsvertreter

auch eine qualitative Bedingung

bzw. Voraussetzung normiert.

Karl Weisz | Obmann


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