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Arabische Pferde IN THE FOCUS 1/2018 (Vol. 13) - Leseprobe

Glücksbringer. Said ox

Glücksbringer. Said ox *1999 v. Pamir ox HLP 70-TT: D 95 / S 117 / G 106 Frischsamenversand | EU-Besamungsstation Offenhausen Weil-Marbacher Vollblutaraber seit 1817 Haupt- und Landgestüt Marbach mit Landesreit- und Landesfahrschule – das älteste staatliche Gestüt Deutschlands – 72532 Gomadingen-Marbach | Tel. (073 85) 96 95-0 | www.gestuet-marbach.de

Die Verantwortung des Züchters Editorial The responsibility of the Breeder Seit etlichen Jahren gibt es nun Gentests für die Erbkrankheiten Cerebellare Abiotrophie (CA) und den schweren kombinierten Immundefekt (SCID). Vielerlei Aufklärungsarbeit wurde unternommen, um den Züchtern den Erbgang nahezubringen, und ihnen zu erklären, wie man vermeiden kann, daß erkrankte Fohlen zur Welt kommen. Dank dieser Gentests hat auch endlich die Hexenjagd auf Trägertiere aufgehört, denn heute kann jeder den Status eines potentiellen Zuchttieres ermitteln lassen, und mit dieser Information gezielt auf Partnersuche gehen. Und rückt ein Hengsthalter nicht damit heraus, so ist man gut beraten, die Hände von diesem Hengst - und seinem Besitzer - zu lassen. Doch trotz dieser Anstrengungen gibt es tatsächlich Leute (ich möchte sie nicht "Züchter" nennen, denn das sie sind ganz offensichtlich nicht), die aus Fahrlässigkeit oder ganz bewußt zwei Trägertiere miteinander anpaaren und damit mit einer 25 %-igen Wahrscheinlichkeit ein betroffenes, d.h. erkranktes Fohlen in Kauf nehmen. Schlimmer noch, im Fall von CA wurde sogar ein CA/CA-Tier zur Zucht verwendet und mit einem CA-Träger angepaart, was die Wahrscheinlichkeit auf 50% erhöht! Der Verband sieht sich derzeit nicht in der Lage, derartige Verstöße gegen Ethik und Moral, gegen den gesunden Menschenverstand und gegen das Tierschutzgesetz zu ahnden, weil in der Zuchtbuchordnung nichts dergleichen vorgesehen ist. Dies nachzuholen ist dringend geboten. Was aber nicht nachvollziehbar ist, ist die Verharmlosung, mit der der Verband auf die Aufdeckung von insgesamt 27 Fohlen in sechs Zuchtjahren reagiert, die aus "Träger x Träger"-Anpaarungen entstanden sind. Derartige "Risiko-Anpaarungen" hätte man aufs Schärfste verurteilen müssen, wenn schon rechtlich betrachtet keine Sanktionen ausgesprochen werden können. Stattdessen heißt es "Die Anpaarung von Anlageträgern nimmt über die Jahre ab." Im Klartext heißt das, von acht Fohlen in 2010, waren es noch sechs in 2016, insgesamt aber blieb die Anzahl dieser Anpaarungen seit 2012 nahezu konstant, und eine Züchterin hebt sich sogar durch 13 Anpaarungen in sechs Zuchtjahren besonders negativ hervor. Mit der Zucht eines Fohlens übernimmt der Züchter die Verantwortung für ein Lebewesen. Diese Verantwortung beginnt bereits mit der Zuchtplanung und dabei ist es die verdammte Pflicht eines jeden Züchters, sich wissenschaftlich auf dem neuesten Stand zu halten und Testergebnisse in der Zuchtplanung zu berücksichtigen, damit Krankheiten wie CA oder SCID nicht unnötige Opfer fordern. For quite some years, genetic tests for congenital diseases such as Cerebellar Abiotrophy (CA) and Severe Combined Immunodeficiency (SCID) are available. Much educational work was undertaken, to explain the inheritance of this trait to the breeders and to give advise on how to avoid an affected foal. Also thanks to these genetic tests, the witch hunt of carriers has stopped, because today, everybody can test any potential breeding animal for its carrier status, and with this information can search for the right partner. And in case a stallion owner does not give this information, you are well advised to keep your hands off this stallion - or rather his owner. However, despite all these efforts, there are still people (and I don't want to call them "breeders", as they are quite obviously don't deserve that name), who by negligence or quite consciously mate two carrier animals with each other, taking the risk that with a probability of 25% the foal may be affected. Even worse, there is a case where an affected CA-mare, with a genetic status of CA/CA, was used for breeding and was mated with a CA-carrier stallion, increasing the probability for the foal to be affected to 50%! The Arab Horse Society of Germany does not see any way, at present, to punish such violations of ethics and morality, common sense and the Animal Welfare Act, because their rules and regulations do not provide for it. A change of these rules is therefore urgently needed. What is incomprehensible, however, is the trivialization with which the association reacts to the detection of a total of 27 foals in six breeding years, that were born form matings of "Carrier x Carrier". Such "risk matings" would have to be condemned in the strongest terms, if legally no sanctions can be pronounced. Instead it has been said that "The mating of carriers has been reduced over the years." In clear numbers that means, of eight foals born in 2010, the numbers went down to six in 2016, but all in all the numbers of such matings remained more or less the same since 2012, and one breeder stands out particularly negative with 13 risk matings in six breeding years. By breeding a faol, the breeder takes the responsibility for a life. This responsibility starts already when planning the mating, and therefore, it is the damn duty of every breeder to be scientifically up to date, to consider test results in his breeding plan, so that diseases like CA or SCID do not claim unnecessary victims. Editorial 1/2018 - www.in-the-focus.com Gudrun Waiditschka Chefredakteurin / Chief Editor 3