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Arabische Pferde IN THE FOCUS 1/2018 (Vol. 13) - Leseprobe

Aus meinem Buchregal

Aus meinem Buchregal Bücher Jaime Jackson - Paddock Paradise (übersetzt von Gudrun Buchhofer) Eine Anleitung zur natürlichen Pferdehaltung Das Originalwerk von Jaime Jackson beinhaltet Beobachtungen und Lektionen aus der Wildnis, die der Experte in eine der Natur nachgeahmten Umgebung überträgt: Das Paddock Paradise. Begonnen bei grenzenlosen Weidegebieten und dem dynamischen Verhalten der Wildpferde wird der Leser schrittweise an das Modell artgerechter Pferdehaltung herangeführt. Er lernt, warum Platz alleine nicht ausreicht und wie die vielfältigen Grundbedürfnisse der Tiere sich mit Ideenreichtum erfüllen lassen. Englische Originalausgabe (29,95$ + Versand), 122 Seiten, www.jaimejackson.com Deutsche Übersetzung (35 € + Versand), 122 Seiten, www.naturhufpflege.com Aus meinem Buchregal Bücher zum Paddock Trail Jörg Weber, Angela Axtheim, Tanja Romanazzi, Christiane Urban – Paddock Trail Anleitung zu naturnaher und gesunder Pferdehaltung Das Fachbuch der Autorengemeinschaft baut auf die Erkenntnisse von Jaime Jackson auf. Zu Beginn wird auf konventionelle Haltungsformen eingegangen und das Verhalten von Boxen- und Offenstallpferden gegenüber wild lebenden Camargue-Pferden analysiert. Danach wird es konkret: Wie baut man einen Paddock Trail? Welche Anforderungen werden an Raufutterstationen und Zäune gestellt? Welche Bedingungen muss der Wetterschutz erfüllen? Es folgen physiologische Fakten, beispielsweise zum Haarkleid und dem Huf des Pferdes, sowie jede Menge Praxisbeispiele und Erfahrungen. ISBN 978 3 89432 267 0, Verlags KG Wolf, 223 Seiten, 32,95 € Dr. Tanja Romanazzi – Offenstall-Variationen Aussergewöhnliches aus aller Welt Enrichment leicht gemacht. Anstelle langer Texte und ausführlicher Erläuterungen zu den Gründen einer vielseitigen Lebensraum-Gestaltung für Pferde, punktet Offenstall-Expertin Tanja Romanazzi in diesem Buch mit Bildern, die oft mehr sagen als viele Worte. Das Werk ist eine umfassende Ideensammlung, um beim Bau von Offenställen und Paddock Trails kreativ zu werden: Wasserstellen, Unterstände mit flexiblen Raumteilern, Heudepots, Kletterhügel, Salz- und Kratzstationen, viele davon aus privaten Pferdedomizilen. Ein weiteres Kapitel zeigt Lösungen aus größeren Pferdebetrieben. ISBN 978-3-934441-39-2, Radionik Verlag, 110 Seiten, 29,90 € 32 © ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2018

Books "Was lange währt, wird endlich gut" - so könnte man dieses Werk von Kirsten und Bernd Radtke über die Tahawy Beduinen in Ägypten überschreiben. Begonnen wurden die Recherchen zu diesem Buch From My Bookshelf Die Tahawy Beduinen bereits 1980, als die Autoren Sheikh Soliman von den Tahawys kennenlernten. Das sollte nicht ohne Wirkung bleiben. Die Tahawy-Beduinen sind ein pferdezüchtender Beduinenstamm, der einst mit Mohammed Ali gegen Napoleon gekämpft hat. Aus Dank erhielten sie fruchtbares Land im östlichen Nil-Delta, wo sie fortan ihre "Wüstenpferde" züchteten. Als die EAO das erste ägyptische Stutbuch veröffentlichte, waren darin nur die Pferde des ägyptischen Staatsgestüts El Zahraa enthalten, sowie drei Tahawy-Pferde, die einflußreichen Besitzern gehörten. Die restlichen Tahawy-Pferde, und das waren zu dieser Zeit noch einige Hundert, wurden "vergessen". Als die Radtkes den Tawahy-Stamm besuchten, wurden sie von Sheikh Soliman gebeten, die Pedigrees und Details ihrer Pferde stutbuchmäßig zu erfassen. Das taten diese auch mit den 50 wichtigsten Zuchtpferden, nach WAHO-Vorgaben. Dennoch fand ihr Gesuch, dass diese Pferde von der EAO anerkannt und in das offizielle ägyptische Stutbuch aufgenommen werden sollten, kein Gehör. In der Zwischenzeit ist die Gruppe der Tahawy-Pferde auf einige wenige Individuen zusammengeschmolzen, aber noch nicht gänzlich verloren. In dem Buch geht es nicht nur um Pferde, auch das Leben und die Kultur der Tahawy-Beduinen, die Jagd mit Pferden, Falken und Salukis, die Art und Weise der Pferdezucht, die Pedigrees der Tahawy-Pferde aber auch die Geschichte einzelner Pferde, die den Weg nach Europa fanden, bilden einen wichtigen Bestandteil des Buches. Die Fotos sind eine kulturhistorische Quelle von großem Wert. Sie stammen mehrheitlich aus dem Archiv Sheikh Solimans und wurden eigens für dieses Buch gescannt und aufbereitet. Wer nun glaubt, dass diese Pferde keinen Einfluß auf die heutige weltweite Zucht hatten, und daher ruhig in Vergessenheit geraten können, der irrt. Denn im letzten Kapitel legt Joe Ferris dar, welche zeitgenössischen Pferde Tahawy-Blut führen. Dies reicht von Nazeer, über die Pferde von Hamdan Stables, bis hin zu Nasr Mareis Weltchampionesse Gelgelah Albadeia, aber auch Marwan Al Shaqab geht 34 mal auf die Tahawi-Stute Maanagia Hadragia zurück. Sicher, diese einzelnen Pferde, die in den Pedigrees heutiger Pferde stecken, sind WAHO-anerkannt. Umso bedauerlicher, dass politische Gründe eine Anerkennung der übrigen Tahawy-Pferde bis heute verhindert haben. Inhaltlich ist das Buch ein "Muß" für jeden, der sich mit der Geschichte des arabischen Pferdes auseinandersetzt. Ein Wermutstropfen bleibt, denn die graphische Aufarbeitung, das Layout, hätte mehr Professionalität verdient. Das Buch ist in englischer Sprache. Kirsten und Bernd Radtke: "The Tahawy Bedouin", 204 Seiten; scholz-Verlag Hamburg, 2017, ISBN 978-3-95648-119-2, Preis: Softcover 39,95 €, Hardcover 69,50 € 1/2018 - www.in-the-focus.com The Tahawy Bedouin 33 "It was worth, waiting for" - could be the headline for this book by Kirsten and Bernd Radtke about the Tahawy Bedouin of Egypt. They started their research for this book back in 1980, when they met with Sheikh Soliman of the Tahawys. That should not be without effect. The Tahawy Bedouin are a horsebreeding Bedouin tribe, who once fought side by side with Mohammed Ali against Napoleon. Out of gratitude, they received some fertile land in the Eastern Nile delta, where from then on they bred their desert horses. When the EAO published their first Egyptian studbook, it contained only horses bred at the Egyptian State Stud El Zahraa, as well as three Tahawy horses of notable owners - the rest of the Tahawy horses were "forgotten". When the Radtkes visited the Tahawy tribe, Sheikh Soliman asked them to register their horses in a studbook with all their pedigrees and details. That they did according to WAHO principles with the 50 most important horses. Nevertheless, their request to the EAO to recognize these horses did not find any hearing. In the meantime, the group of Tahawy horses melted down to a few individuals, but is not yet entirely lost. But this book is not only about horses, it also features the life and culture of the Tahawy Bedouin, their hunt with horses, falcons and Salukis, the way to breed and raise horses, the pedigrees of their horses and the story of few individual horses who found their way to Europe. The photos are of great cultural and historical value, as they are mostly from the archives of Sheikh Soliman and were scanned and edited especially for this book. For those, who think that these horses did not have any lasting influence on today's worldwide breeding, and therefore may remain into oblivion, is wrong. The last chapter by Joe Ferris deals with the question which contemporary horses carry Tahawy blood. This includes Nazeer as well as the horses of Hamdan Stables, Nasr Mareis World Champion Mare Gelgelah Albadeia as well as Marwan Al Shaqab, who traces back 34 times to the Tahawy mare Maanagia Hadragia. Sure, these individual horses that appear in the pedigrees of today's Arabians are WAHO accepted. All the more regrettable that political reasons have prevented recognition of the remaining Tahawy horses until today. The book is a "must" for anybody, who is interested in the history of the Arabian breed. A downer remains, because the graphic processing, the layout, would have deserved more professionalism. The book is published in English language. Kirsten and Bernd Radtke: "The Tahawy Bedouin", 204 pages; scholz-Verlag Hamburg, 2017, ISBN 978-3-95648-119-2, Price: Softcover 39,95 €, Hardcover 69,50 € From my booksehlf