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Arabische Pferde IN THE FOCUS 1/2018 (Vol. 13) - Leseprobe

Zucht Padrons Das Erbe

Zucht Padrons Das Erbe von Psyche Zuchtlegenden Padrons Psyche hatte auch im hohen Alter nichts von seiner Austrahlung und Vitalität verloren. Padrons Psyche did not lose any of his charisma and vitality even in old age. Foto: Annette Mattsson © ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2018 6

Sein Name ist im Pedigree eines erfolgreichen Schaupferdes kaum mehr wegzudenken: Padrons Psyche. Anfangs der 1990er-Jahre trat er seinen Siegeszug rund um die Welt an – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn sein Blut ist auf allen Kontinenten vertreten. Als am 9. September letzten Jahres Padrons Psyche starb, hat die Araberwelt ihren Atem angehalten, denn es war allen bewußt, mit ihm ist eine Legende gestorben. Aber sein Erbe lebt weiter, hat er doch zu Lebzeiten rund 1300 Fohlen gezeugt – und in Zeiten von Gefriersamen ist das noch nicht das Ende. Seine Popularität als Vererber verdankte er der Tatsache, dass seine Nachkommen außergewöhnlich erfolgreich im Schauring sind – egal ob erste, zweite, dritte oder weitere Generationen, der Name Padrons Psyche im Pedigree garantiert schon fast einen Schausieg. Die Anfänge Padrons Psyche wurde nur in den Jahren 1990-91 im US-amerikanischen Schauring gezeigt – und auch da reichte es "nur" zum US National Reserve Champion. Es waren also keineswegs seine eigenen Schauerfolge, die seinen Ruhm begründeten. Vielmehr war er der Vater, Großvater, Urgroßvater von einer Reihe von Schaupferden, wie man kaum seinesgleichen findet – mit einer Ausnahme: Die Deutschland verkauft wurde und dort auch ansehnliche Schauerfolge feiern konnte, wurde Psynergy nach England verkauft, wo er Padrons Psyches Farben vertrat. Bevor er verkauft wurde, hinterließ er der deutschen Zucht noch den dunkelbraunen Excalibur, der wiederum der Vater des HLP-geprüften Elite-Hengstes El Mariachi aus der Zucht der Schauspielerin Nadeshda Brennicke ist. Wir erinnern uns – El Mariachi überlebte einen LKW-Unfall und entstieg wie durch ein Wunder seinem Hänger fast ohne Kratzer, starb dann aber leider bereits ein Jahr später. Zum Glück hinterließ er eine Reihe schöner Töchter, die sein Blut weiterführen. Der Thronfolger 1995 wurde Padrons Psyches bekanntester Sohn in den USA geboren, Magnum Psyche. Er stammt aus der rein spanischen A Fancy Miracle und stellt damit einen vollkommenen Outcross dar. Er war zweifacher US National Champion Stallion (1998 und 2004) sowie Zucht Die Vorfahren Doch woher kommt seine Erbkraft? Padrons Psyche wurde 1988 von Padron aus der Kilika geboren. Mütterlicherseits geht er über Kilika – Kilifa auf Kapelka (von Aswan) zurück. Kapelka war im Besitz von Silvia Garde-Ehlert und wurde mit ihrem Starvererber Kilimandscharo (von Aswan) angepaart. Diese Verbindung brachte Kilifa, die somit ingezogen auf den Typbringer Aswan war. Kilifa wurde dann in die USA exportiert, wo sie mit dem Russen Tamerlan angepaart wurde, ein Hengst, der eher wenig typvoll war, aber Solidität und – über seinen Großvater Pomeranets – Reitpferdepoints mitbrachte. Daraus entstand Padrons Psyches Mutter Kilika. Auch auf der väterlichen Seite war über Padron – Patron ebenfalls Aswan zu finden. Auf der großmütterlichen Seite dann englische Zucht. Wenn man nun bedenkt, dass auch die russischen Linien zu einem Großteil auf englische Stammpferde zurückgehen, so ist der Blutanschluß für Padron gegeben. Padron wurde zusammen mit seiner Mutter Odessa ebenfalls in die USA exportiert. Dort wurde Padron mit der rein russischen Kilika angepaart, was also letztendlich die Verbindung von soliden englischen Linien mit den russischen Leistungslinien und einem Schuß "Typ" über die Inzucht auf Aswan war. Ganz seinem Pedigree entsprechend war Padrons Psyche dann auch "russisch" geprägt – von den Gängen angefangen, über seinen Rahmen bis hin zu seiner Größe – immerhin soll er rund 1,60 m groß gewesen sein – und doch hatte er genügend Typ, um als Araber auf den ersten Blick erkennbar zu sein. Und er hatte, vielleicht noch wichtiger, Präsenz – er war eine Persönlichkeit, wie man sie eben nur bei wahren Beschälern findet. 1/2018 - www.in-the-focus.com 7 Wo immer er auftritt, IM Bayard Cathare (Padrons Immage / Shamilah Bagheera), *2004, ist der Publikumsliebling. Leider blieb ihm bislang der Sieg am Welt-Championat verwehrt. Wherever, whenever IM Bayard Cathare has a public appearance, he is the spectators darling. Unfortunately, he has been denied the victory at the World Championships so far. Foto: G. Waiditschka / IN THE FOCUS Gazal Al Shaqab-Dynastie, auf die wir in einer späteren Ausgabe eingehen wollen. Es waren also vor allem seine schau-erfolgreichen Nachkommen, die für Padrons Psyche die Werbetrommel rührten. Bereits 1991 fiel Padrons Psyches erster Fohlenjahrgang. Und während seine ersten Nachkommen im Schauring mit Erfolg auftraten, beobachtete ein österreichischer Züchter die Szene aus der Ferne und entschied sich, Padrons Psyche zu verwenden: Dieser Zücher war Hans Trummer, und bei ihm wurden Psyches Ambassador und Psynergy geboren, beide aus überwiegend russischen Stuten. Während Psyches Ambassador nach Canadian und Argentinian National Champion. Traurige Berühmtheit aber erlangte er eher dadurch, dass sein Trainer David Boggs beschuldigt wurde, dass er an einer Reihe von Pferden kosmetische Operationen habe durchführen lassen. Wenngleich bei Magnum Psyche ein medizinischer Grund angegeben wurde – er war Kopper -, so wurde David Boggs in anderen Fällen schuldig gesprochen und fünf Jahre lang gesperrt. Nach der Aufhebung der Sperre kam er mit Magnum Psyche zurück in den Schauring – und gewann die US Nationals zum zweiten Mal. Magnum Psyche kann sicherlich als Thronfolger von Padrons Psyche angesehen werden.