Aufrufe
vor 2 Wochen

Vergessene Kinos in Bonn

zwischen 1957 und 1962,

zwischen 1957 und 1962, parallel zu einem Rückgang an Kinobesuchern von einer Million auf ungefähr 440.000. 29 Bis in die 80er zog sich der Prozess hin, am Ende schloss auch das letzte Godesberger Kino. Auch in Beuel kam es in dieser Zeit zu mehreren Schließungen. In der Bonner Innenstadt war die Lage jedoch ganz anders. „Ich wüsste jetzt kein Kino, dass [wegen des Fernsehens] pleite gegangen ist“ 30 , erklärt Rainer Otto über die Krüger- Kette. Sie hatte in dieser Zeit als einziges Kinounternehmen Schließungen in der Innenstadt zu verzeichnen. Keine davon hängt direkt mit sinkenden Besucherzahlen zusammen, die Kinos mussten äußeren Umständen weichen. Zum Beispiel dem Stadthaus. Als es in den 70ern gebaut wurde, wurden ganze Straßenabschnitte abgerissen, so auch das „Scala“. Die Stadt Bonn ist neben diesem Kino auch für eine weitere Schließung verantwortlich. Das Poppelsdorfer „Union“ wurde abgerissen, um Platz für einen Autobahnzubringer zu schaffen. Einen ganz anderen Fall stellt die Schließung des „Atrium“ dar. Seit vielen Jahren war es ein fester Bestandteil der Bonner Kinokultur, bis der Besitzer des Gebäudes entschied, die Sternpassage zu bauen. Das Kino musste dem profitversprechenden Unterfangen weichen. Das „Hansa“ dieser Kette wurde mit dem nahezu gleichen Problem konfrontiert. Es stand an der Stelle der heutigen Kaiserpassage. Auch hier versprach eine Einkaufspassage höhere Pachteinnahmen. Der riesige Saal wurde abgerissen. Jedoch wurden an der Stelle das ehemaligen Balkons des Kinos zwei kleine Säle erbaut, „[…] die furchtbar waren, weil sie die ganz unglücklich reingeschnitten haben“ 31 . Diese Art des Kinosterbens durch Kündigung der Pachtverträge vonseiten der Vermieter zieht sich durch die ganze Bonner Kinogeschichte. Ein weiteres Beispiel ist das „Woki“ in der Gangolfstraße. Bis zu seiner Schließung lief es immer noch gut, es gehörte zu Bestzeiten sogar zu den vier meistbesuchten Kinos Deutschlands. 32 Dann beschloss die Volksbank, die Räume selber nutzen zu wollen, um ihre Eingangshalle zu erweitern. 29 vgl. Im letzten Bad Godesberger Kino geht bald das Licht aus, Bonner Rundschau 1987 30 vgl. Interview mit Rainer Otto, S.4 31 vgl. ebda., S. 3 32 vgl. Schmitz, Programmkino, General-Anzeiger 1970 10

Die „Digitalisierung“ stellt einen der wichtigsten Meilensteine der Kinogeschichte dar. Gemeint ist damit die Umstellung von analog auf digital, also von Filmrolle auf Speicherkarte. Abgesehen von den immensen Vorteilen, welche die Digitalisierung mit sich brachte, hatte die Kinolandschaft stellenweise darunter zu leiden. Kleine Kinos, besonders in Kleinstädten und in den äußeren Stadtbezirken, konnten das nötige Geld (etwa 70000 Euro) für die Umstellung nicht aufbringen, weswegen sie nicht mit dem neuen Standard mithalten konnten. 33 Als Folge kam es zu Schließungen. Alle Bonner Kinos meisterten jedoch diese Herausforderung. Sogar das Multiplex „Kinopolis“ verdrängte mit seiner Größe und neuesten Technik 34 anders, als man es vermuten könnte, keine Konkurrenten. Vielmehr schloss es eine große kulturelle Lücke in Bad Godesberg. Heutzutage bereitet vor allem das Streamen von Filmen durch Internet-Plattformen wie „Netflix“ oder „Amazon Prime“ dem Kino Probleme. Die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren deutlich gesunken, was zu einem Ansteigen der Preise führte. Dadurch konnten sich alle betroffenen Bonner Kinos bis jetzt halten. Trotz der vielen Schließungen – von 22 Lichtspielhäusern im Jahr 1960 bis zu sieben heute - stellt sich die Frage: Verkleinert sich die Bonner Kinolandschaft wirklich? Um das zu beantworten lohnt sich ein Blick auf das „Kinopolis“. Mit elf Sälen und 2435 Plätzen ist es ist so groß wie mehrere der Nachkriegskinos zusammen. 35 Vergleicht man weiter die Anzahl der Bonner Kinosäle 1960 und heute, stellt man fest: Die Veränderung ist nicht annähernd so extrem wie befürchtet. Auch wenn vielleicht die Anzahl der Sitze insgesamt geschrumpft ist, macht sich in der angebotenen Vielfalt an Vorstellungen kaum eine Veränderung bemerkbar. Zwar ist der Zuschauer durch Fernsehen, Streaming und die gestiegenen Kinopreise wählerischer geworden und geht seltener ins Kino, doch eben das führte zur Errichtung nahezu ebenso vieler Säle wie in der Hochzeit des Bonner Nachkriegskinos, damit ein möglichst großes Angebot von Filmen 36 und Vorführungen bestehen kann. 33 vgl. Interview mit Rainer Otto, S. 7 34 vgl. M.W., Nicht nur interessant für Kinogänger, Haus & Grund 1998 35 vgl. kinopolis.de 36 wobei die meisten Kinos Erstaufführungen zeigen 11

3_Workshop_13.03.2001 [ PDF , 7317 KB ] - Bonn
INTERNATIONAL IN BESTIMMTEN KINOS - unlimited-films.net
4. Schul KinoWochen Hessen Region Süd + Nord ... - Kinos Darmstadt
Das Vergessene Tal - in den Hallen der Freiheit.
Zwischen Casablanca und Babylon: Kino ohne Grenzen Zwei Kinos ...
Mehr Schiene für Bonn - VCD
Strahlentherapie Bonn-Rhein-Sieg - Tumorzentrum Bonn eV
BONN UND SIEBENGEBIRGSRAUM - Baukultur Bonn
Vergessene und verkannte österreichische Autoren - narr-shop.de
Jesus Die vergessenen Jahre - Jesus The Book
Das Bonner Bürger-Buch; Ausgabe 2016
Deutsches Sportabzeichen - Stadtsportbund Bonn eV
Forts. - Bonner Stadtsoldaten-Corps von 1872 eV
1.11 LG - Auf Sen - Bezirk 10 Bonn
Gesundheitssport - Verein für Behindertensport Bonn/Rhein-Sieg e.V.