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Vergessene Kinos in Bonn

2. Hauptteil 2.1

2. Hauptteil 2.1 Allgemeine Entwicklung der Bonner Kinolandschaft seit 1945 5 So wie für ganz Deutschland, war der Zweite Weltkrieg auch für die Bonner Kinolandschaft ein einschneidendes Ereignis. In keinem Bonner Kino wurden nach Kriegsende noch Filme gezeigt. Viele Kinos wurden nie wiedereröffnet. Insgesamt überlebten nur zehn Kinos den Krieg. Das Wiederaufleben der Bonner Kinokultur begann mit der Beueler Filmbühne, die als erstes Kino im gesamten Bonner Stadtgebiet im Juli 1945 wiedereröffnete. 6 Nach und nach folgten nun auch andere Kinos. Das „Metropol“ am Markt konnte 1946 wieder die ersten Besucher empfangen. Drei Jahre später folgte das, sich ebenfalls am Markt befindende „Stern“. Der Krieg hatte jedoch nicht nur für Schließungen gesorgt, er hatte auch das eine oder andere Kino durch Bombenangriffe zerstört. „Am 28. Dezember 1944 gab es abends Alarm […]. Alle Besucher mussten runter in den Keller. Eine Luftmine traf genau in den Kinosaal, und machte ihn dem Erdboden gleich. […] Doch alle Besucher kamen mit dem Leben davon“ 7 . Durch das Engagement des Besitzers Veith wurde das „Union“ dennoch bis 1949 wiederaufgebaut. Noch härter traf es das „Gangolf“ nahe des Bahnhofs. Es musste nach dem Krieg komplett abgerissen werden und konnte erst nach einem totalen Neubau Anfang der 50er erneut Filme vorführen. „Das Gangolfhaus soll eine Visitenkarte der jungen Bundeshauptstadt werden“, schrieb der General-Anzeiger über das noch zerstörte Gebäude. 8 Ebenfalls überlebten in der Innenstadt das „Moderne Theater“ und das „Scala“. In Beuel zeigten die „Lichtspiele Beuel“, ab 1960 in „Rheingold “umbenannt, wieder Filme. Seit seiner Eröffnung 1923 wechselte das Kino weitere Male den Namen: von Beueler „Tonlichtspiele“ 5 Obwohl Beuel und Bad Godesberg 1945 noch selbstständige Städte waren, wird meine Facharbeit das gesamte heutige Bonner Stadtgebiet behandeln. 6 vgl. Beginn in wirtschaftlich schwerer Zeit, Generalanzeiger 1983 7 vgl. Zwischen Melb und Weiher, Signal, 1986 8 vgl. Demnächst in diesem Theater, General-Anzeiger, 1950 4

zu „Roxy“, von „Regina“ zu „Lichtspiele Beuel“ zu „Rheingold“ . 9 Parallel dazu öffneten in Bad Godesberg die „Kurlichtspiele“ ihre Tore. Die 50er Jahre waren von einem Kinoboom gekennzeichnet. In den Nachkriegsjahren wuchsen insgesamt neun Kinos, angefangen mit den „Apollo-Lichtspielen“ 10 1949 in Gronau, in das Stadtleben hinein. Das „Woki“ in der Innenstadt begann zum Beispiel 1954 damit, Wochenschauen zu zeigen. Auch der „Stern“ konnte mit dem „Filmstudio“, das im Nachbarhaus untergebracht war und zum „Stern“ gehörte, 1959 sein Angebot vergrößern und auf den neuesten technischen Stand bringen. Damals berichtete der General- Anzeiger ausführlich über die moderne Ausstattung: „Ein Druck auf den Knopf füllt die Leinwand mit Bildern“ 11 . Im selben Jahrzehnt, 1951, eröffnete auch das „Odeon“ in Beuel, 1959 das „Kino-Tannenbusch“ 12 und 1952 das heute noch existierende „Rex“ in Endenich. Auch das „City“ 13 in der Bonngasse empfing in diesen Jahren erste Kundschaft. Eine zentrale Rolle für die Bonner Kinogeschichte stellt die Kinokette Krüger 14 dar. Sie begann in diesen Jahren mehrere Kinos zu eröffnen und prägte damit die Kinolandschaft für Jahrzehnte. Die eben benannten Kinos „Scala“ und „Gangolf“ gehörten zu dieser Kette. Ebenso das „Moderne“, es wurde 1954 zu „Atrium“ umbenannt und widmete sich fortan dem Action-Genre. Zusätzlich wurden 1956 das „Universum“ am Bertha-von-Suttner Platz und das riesige „Hansa-Theater“ 15 am Kaiserplatz, das mit 1200 Plätzen größer als die heutige Bonner Oper war, in die Kette eingereiht. Das etwas weiter entfernt liegende Bad Godesberg machte dieselbe Entwicklung durch: Im Jahr 1949 wurden die „Burglichtspiele“ eingeweiht sowie das Vorkriegskino „Kammerspiele“ als „Residenz“ neueröffnet. Sechs Jahre später folgte das „Capitol“. In Mehlem schuf man 1950 das „Meli“. Auch das heutige Theater „Kammerspiele“ wurde 1952 als „Stadttheater“ eröffnet. Schon damals gab es dort Theateraufführungen. Der General- 9 vgl. Schmidt, Besonders die Kirchen lehnten ein Kino als lästige Konkurrenz ab, 1998 10 Schließungsdatum unbekannt; keine weiteren Meldungen im Stadtarchiv nach einem Neubau 1965 11 vgl. e. r.: Neues Kino in Violett, Rot und Grau, General-Anzeiger 1959 12 Keine weiteren Hinweise auf den Fortbestand dieses Kinos 13 Sowohl eine Suche im Stadtarchiv wie im Internet ergaben kein Schließungsdatum, da Rainer Otto das „City“ nicht erwähnte, gehe ich davon aus, dass es nicht vor oder in den 80ern geschlossen wurde 14 Geführt von Münchner Karl Heinz Krüger, Krüger GmbH & Co. KG 15 Das „Hansa“ bestand damals aus einem einzigen, riesigen Saal mit 1200 Plätzen 5

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