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2018_04

EDITORIAL Liebe

EDITORIAL Liebe Leserinnen und Leser, P. Bernhard Gerstle FSSP, Distriktsoberer für den deutschsprachigen Raum Stellen wir uns einmal hypothetisch die Frage: Wenn Christus nicht von den Toten auferstanden wäre, was würde das bedeuten? Nichts anderes, als nur ein Toter mehr! Die Geschichte Jesu, sein Leben, wäre mit dem Karfreitag vor ca. 2000 Jahren zu Ende gewesen. Kein Mensch – so unsere begründete Vermutung – würde sich dann heute noch für Jesus von Nazareth interessieren. Die Weltgeschichte wäre über ihn hinweggegangen, wie über viele andere auch. Vielleicht wäre er in ein paar jüdischen Quellen erwähnt: als scheinbarer Wundertäter und Messias, der aber als Hochstapler und Betrüger entlarvt wurde und eines schimpflichen Todes gestorben ist. Es gäbe heute keine Christen und zugleich auch keine echte Hoffnung auf ein ewiges Leben. Es bliebe nur die Flucht in esoterische und heidnische Träumereien einer Wiedergeburt, die heutzutage in außerchristlichen Kreisen und bei getauften Neuheiden hoch im Kurs stehen. Es gäbe keine wirkliche Erlösung, keine endgültige Heimat bei einem persönlichen Gott, der uns kennt und liebt. „Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann ist unsere ganze Predigt nichtig, und nichts wert auch euer Glauben. Dann stehen wir als falsche Zeugen Gottes da“ (1 Kor 15), schreibt der heilige Paulus. Menschen, die nicht an ein ewiges Leben glauben, die ohne Ziel ihrem Lebensende entgegengehen, versuchen oft verzweifelt, aus ihrem zeitlich begrenzten Leben so viel wie möglich noch herauszuholen. Dieser Versuch endet stets in neuen Enttäuschungen, da keine irdische Freude das Herz wirklich ausfüllen kann. Der gläubige Christ hingegen, der an die Auferstehung von den Toten und damit an das ewige Leben glaubt, kann aus einer gewissen Gelassenheit seinem Lebensende entgegenschauen. Er weiß, dass der Tod nur ein Durchgangstor zum ewigen Leben ist und uns dort ein unendliches Glück in der Liebe des dreifaltigen Gottes und in der Gemeinschaft der Heiligen erwartet. Das relativiert nicht nur persönliche Leiden und Enttäuschungen, sondern wird auch verstanden als Nachfolge Christi. Seien wir überzeugt, dass es auch heute noch viele Menschen gibt, die zwar den Glauben nicht praktizieren, aber die dennoch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Sie haben sich im Innersten ihrer Seele noch nicht damit abgefunden, dass mit dem Tod alles aus sein soll. Es ist so wichtig, dass wir diesen Mitmenschen eine von innen her kommende Hoffnung und Freude vermitteln, von der sie auch ohne viele Worte spüren, dass sie von einer anderen Welt kommt. Die Osterfreude leben, das darf nicht nur auf die Osterzeit beschränkt sein. Ebenso nicht auf Zeiten, in denen es uns gut geht. Gerade in Leid und Prüfungen soll sich unser Glaube bewähren und haben wir die große Chance, für ihn Zeugnis abzulegen. Impressum · Herausgeber: Priesterbruderschaft St. Petrus e.V., Kirchstraße 16, 88145 Wigratzbad · Verantwortlicher Redakteur: P. Bernhard Gerstle FSSP · Erscheinungsweise: monatlich · Internet: www.petrusbruderschaft.de, www.fssp.org Kontakt für Adressänderungen und Serviceanfragen: Tel. +49 (0)83 85 92 21 0, E-Mail Spendenkonten · Distrikt: Volksbank Allgäu West eG, IBAN DE24 6509 2010 0043 2050 03, BIC/SWIFT GENODES1WAN Priesterseminar: Volksbank Allgäu West eG, IBAN DE13 6509 2010 0038 1900 10, BIC/SWIFT GENODES1WAN Bildnachweis · FSSP (S. 2, 4, 9 oben, 16) · Notre-Dame de Chrétienté (S. 3) · iStockphoto.com: SBTheGreenMan (S. 6+7) Shutterstock.com: SebastianDuda (S. 5), drakonaz (S. 10 oben), Rawpixel.com (S. 10+11 Mitte) · nuttakit (S. 16 oben) Public Domain (Titelseite, S. 8+9 Hintergrund) 2 INFORMATIONSBLATT 04/2018

RUBRIKTITEL Von Dom zu Dom mit Zwischenstation P. WALTHARD ZIMMER FSSP Die Chartres-Wallfahrt ist ein begeisterndes Erlebnis. Für „Fußmarode“ gibt es in diesem Jahr eine Alternative. P. WALTHARD ZIMMER FSSP Fußwallfahrt der Tradition von Paris nach Chartres, vom 18. bis 21. Mai 2018. Anmeldung sowie Infos zu Kosten und Busfahrplänen: www.paris-chartres.info „Wir sind nur Gast auf Erden und pilgern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.“ Das Leben eines Menschen – eine Pilgerreise in den Himmel! Eine Pilgerreise hier auf Erden – ein Abbild des Lebens! Das oben zitierte Kirchenlied meint den Lebensweg des Menschen, deutet aber auch die Fußwallfahrt von Paris nach Chartres. Zu Pfingsten 2018 werden zum 35. Mal Pilger vom Dom in Paris zum Schleier der Muttergottes im Dom zu Chartres wallfahren. „Mit mancherlei Beschwerden“, denn die Wallfahrer legen eine rund 100 km lange Strecke zu Fuß zurück: bei Hitze und Regen, mit Müdigkeit, schmerzenden Beinen und Blasen an den Füßen. Etwa 10.000 Pilger mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren aus allen Ländern Europas und selbst aus den USA und Australien beweisen, dass diese Wallfahrt begeistert. Trotz der großen Menschenmenge bewahrt diese Pilgerreise einen geistlichen Charakter, verkommt nie zu einem Massenevent. Viele Pilger kommen seit Jahren immer wieder, um bei dieser Fußwallfahrt mitzugehen; auch solche, die nicht gut zu Fuß sind, denn auch für sie wird gesorgt. Wer nicht mehr weiter kann, wird eine Strecke mit dem Bus gefahren. So wie in den letzten Jahren werden auch dieses Mal von der Priesterbruderschaft St. Petrus Busse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz organisiert, um die marschfesten Pilger zur Wallfahrt zu bringen. Ehemalige Pilger denken gerne, aber oft auch mit Wehmut an vergangene Chartres-Wallfahrten zurück, getrauen sich nun nicht mehr mitzugehen, weil ihnen der Weg zu anstrengend ist. Für sie – und alle anderen Interessierten – gibt es dieses Jahr eine Alternative: Die Möglichkeit, am Pfingstsamstag die Fußwallfahrer in Paris zu verabschieden, Samstag und Sonntag mit einem geistlichen Programm Paris zu besichtigen und am Pfingstmontag dann wieder bei der Abschlussmesse der Wallfahrt Anmeldung und Infos zur alternativen Wallfahrt: P. Walthard Zimmer FSSP Wiener Str. 262a, A-4030 Linz Tel. +43 (0)669 19943472 in Chartres dabei zu sein. Von Linz in Österreich wird ein Bus über Salzburg, München, Augsburg, Stuttgart und Karlsruhe fahren. Es besteht die Möglichkeit, unterwegs zuzusteigen. Geplant sind ein Besuch in der Rue du Bac, am Montmartre und beim hl. Vinzenz von Paul, verbunden mit geistlichen Vorträgen, aber auch eine Stadtrundfahrt durch Paris. Die Kosten belaufen sich inklusive Hotel auf 395 Euro. Es wird eine Wallfahrt von Dom zu Dom mit Zwischenstation. INFORMATIONSBLATT 04/2018 3