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nDIES UND DAS 36

nDIES UND DAS 36 Uneingeschränkt an der Seite der A 20-Gegner Von Britta Lübbers | Detlev Schulz-Hendel machte sich beim Treffen mit Mitgliedern der Bürgerinitiative gegen die A 20 ein Bild vor Ort. Der neue verkehrspolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion besuchte Ende März prägnante Schnittstellen im geplanten Trassenbereich. Auf Gut Hahn wurde er von seinem Parteiund Landtagskollegen Hans- Joachim Janßen sowie Wim Deekens und Stephan Selle empfangen. Deekens und Selle wohnen auf dem historischen Gut, das massiv von der Streckenführung betroffen wäre. Rund sieben Hektar Wald- und Landwirtschaftsflächen sollen hier weichen. „Die Autobahn soll knapp 300 Meter an unserem Haus vorbeiführen“, erzählt Wim Deekens. Er macht sich keine Illusionen darüber, dass sein Alltag durch den Bau erheblich beeinträchtigt würde. Zugleich betonen er und Selle, dass individuelle Betroffenheit allein nicht reiche, um ein solches Infrastrukturprojekt zu Fall zu bringen. „Es tut weh, aber als Betroffener muss man zuweilen damit leben, dass Gemeinschaftsprojekte höher gewichtet werden als Einzelinteressen“, weiß auch Hans-Joachim Janßen. Was die A 20-Gegner aber umtreibt ist, dass diese Autobahn vollkommen unsinnig sei. Sie zerstöre wertvolle Moorlandschaft, zerschneide Naturräume und mindere den Wert von Immobilien entlang der Trasse. Sie verfehle die Klimaschutzziele, basiere auf falschen Berechnungen und geschönten Zahlen und erfülle keinen realen Bedarf, so die Hauptkritikpunkte. Genau diese Punkte listet auch ein Gutachten der Verkehrsplanungsexperten der Regio Consult auf, das die Landtagsgrünen in Auftrag gegeben hatten. Die Flächenanbindung, mit der die Befürworter argumentieren, sei im Lauf der jahrzehntelangen Planung bereits durch andere Infrastrukturmaßnahmen erfolgt, fügen Deekens und Selle hinzu. Auch die beschworenen Arbeitsplätze im Planbereich seien längst entstanden. „Das sind Argumente aus den 1980er Jahren, die gelten heute nicht mehr“, betont Stephan Selle. Hinzu kämen die Kosten. Allein für den zweiten Streckenabschnitt, der von der A 29 bei Jaderberg bis zur B 437 bei Schwei quer durch das Ammerland und die Wesermarsch verläuft, werden rund 440 bis 800 Millionen Euro veranschlagt. Zugleich seien diese Zahlen zu niedrig angesetzt, erklärt Hans-Joachim Janßen, da z.B. der Wertverlust von Gebäuden und die Kostensteigerung im Straßenbau nicht eingerechnet wurden. „Wir Grünen halten es für unverantwortlich, dass die rot- 12. April 2018 Beim Ortstermin auf Gut Hahn sicherte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Detlev Schulz-Hendel, den Autobahngegnern volle Unterstützung zu Sie wollen die Autobahn verhindern: (v.l.) Detlev Schulz-Hendel, Wim Deekens, Stephan Selle und Hans-Joachim Janßen | Foto: Lübbers schwarze Landesregierung nicht nur am Bau der A 20 festhält, sondern zusätzlich Landesgeld in die beschleunigte Planung dieses zweifelhaften Projekts pumpt“, erklärt Detlev Schulz-Hendel. Wie bei der Ostsee-Autobahn in Mecklenburg- Vorpommern, wo ein Teil der Fahrbahn um bis zu vier Meter absackte, bestehe die Gefahr, dass auch die Küstenautobahn in Niedersachsen im Moor versinkt. „Immerhin führen sieben Abschnitte des Bauprojekts über Moor, das bis zu 17 Meter Tiefe erreicht.“ Schulz-Hendel hatte eine entsprechende Anfrage an die Landesregierung gestellt und ist mit der Antwort gar nicht zufrieden. „Ein Desaster wie im Nachbarland wurde nicht ausgeschlossen“, berichtet er. „Die Landesregierung konnte lediglich eine Lebensdauer von zehn Jahren einräumen, üblich wären 20 bis 25 Jahre.“ Für den Grünen-Politiker ist absehbar, dass auf die Steuerzahler Folgekosten in Millionenhöhe zukommen. Er kündigte an, seine Fraktion werde einen Antrag auf sofortigen Planungsstopp stellen. „Wir stehen uneingeschränkt an der Seite der A 20-Gegner“, fügte er hinzu. Die werden nach dem Planfeststellungsbeschluss Klage gegen die Autobahn einreichen. n Auch die Partei Die Linke im Landkreis Ammerland unterstützt den Widerstand gegen die A 20. „Das Autobahnprojekt ist umweltpolitisch eine Katastrophe und macht verkehrspolitisch keinen Sinn“, sagt René Schönwälder, vom Kreisvorstand der Partei und Ratsherr in Wiefelstede. Die Linke stelle sich hinter die Forderungen der Bürgerinitiativen, die es entlang der A 20-Trasse gibt. n

12. April 2018 DIES UND DAS n 37 Markanter Hindernis-Wall abgetragen Der Rasteder Turnierplatz verändert sein vertrautes Aussehen. Ende März wurde der „Flottbeker Wall“ abgebaut. Von Uwe Harms | Der „Flottbeker Wall“, einst Prunkstück des im Schlosspark Rastede gelegenen Turnierplatzes, wurde abgetragen. Der 3,5 Meter hohe, ca. zehn Meter lange und sieben Meter breite Wall wurde 1947 und 1948 angelegt, in den Jahren danach aber nur sporadisch als Hindernis genutzt. Erst mit dem 47. Landesturnier im Jahr 1995 kam der künstliche Wall beim Pferdespringen als Hindernis „Gräben und Wälle“ zum Einsatz. Dieser Spring-Wettbewerb der Klasse S wurde zum letzten Mal 1998 beim 50. Landesturnier ausgetragen. Danach gab es keine weiteren Springen dieser Art. Neuer Anblick Jetzt ist der Wall verschwunden, und der Turnierplatz hat damit sein seit sieben Jahrzehnten vertrautes Ansehen erheblich verändert. Als Vorbild für die Rasteder Turnieranlage, die am 23. Juli 1949 mit einem großen Einweihungsturnier in Betrieb genommen worden war, diente seinem Erbauer, dem Rasteder Friedrich von Essen, die Derby-Anlage in Hamburg Klein-Flottbek. Später wurde der Turnierplatz wegen seiner exzellenten Gestaltung und der Einbeziehung zahlreicher Naturhindernisse Ende März rückten die Bagger an, der Flottbeker Wall, von Erosion stark in Mitleidenschaft gezogen, musste weichen | Foto: Harms wie „Pulvermanns Grab“, „Holsteiner Wegesprung“ und eben „Flottbeker Wall“ auch „Klein- Flottbek“ genannt. Kein Bedarf Auf Vorschlag der Turnierplatz-Nutzer (Oldenburger Landesturnier, Musiktage, Ellernfest und Oldtimer-Treffen) hat die Gemeinde im Zuge vorgesehener Sanierungsmaßnahmen für das Haushaltsjahr 2018 beschlossen, den durch Erosion stark in Mitleidenschaft gezogenen und kostenträchtigen Erdwall zu entfernen. Für den Vielseitigkeitswall bestehe seit Jahren kein Bedarf mehr, so die Begründung. Die gewonnene Fläche soll mehr Raum für Großveranstaltungen schaffen und die Platzbeanspruchung – auf die Quadratmeter bezogen – insgesamt senken. Die Kosten für die Beseitigung des Walls beziffert die Gemeinde auf 10 000 Euro. Noch in diesem Jahr sind weitere Maßnahmen auf dem Turniergelände vorgesehen, u.a. eine Verbesserung der Untergrundsituation in den Bereichen Ellernteich- und Schlosskurve, die Kostenschätzung liegt bei 21 000 Euro. Die Erweiterung des Wegesystems, die Neuprofilierung der Tribünenwiese sowie die Verbesserung der Drainageabflüsse sind für die Folgejahre geplant. n Henning Spille Umsatz eingebrochen? Qualifizierte Mitarbeiter fehlen? Oder müssen Sie einfach nur mal wieder mit einer Anzeige auf sich aufmerksam machen? Dann sind Sie bei uns genau richtig! Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne! 04402-9110-11/13 rasteder rundschau Hannelore Kaiser Ihr Partner vor Ort, wenn es um Fenster und Türen geht! Lieferung von • Fenstern und Türen • Fliegengittern • Rollläden • Markisen Jetzt Ausprobieren - Gestalten Sie Ihre Haustür online: Haustürkonfigurator auf www.haustuerstudio.de Gerne beraten wir Sie auch bei uns im Hause! Am Nordkreuz 1 · 26180 Rastede/Wahnbek · Tel. 04402 / 81622 haustuerstudio@web.de · www.haustuerstudio.de Fred Janßen rastede oldenBurger str. 242 26180 rastede tel.: 0 44 02 / 73 28 moBil: 0171 / 215 50 39 Bestattungshaus hahn-lehmden wilhelmshavener str. 224 26180 hahn-lehmden www.Bestattungshaus-janssen.de inFo@Bestattungshaus-janssen.de FeuerBestattungen seeBestattungen FriedwaldBestattung erdBestattungen