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f+h fördern und heben 4/2018

f+h fördern und heben 4/2018

MENSCHEN UND MÄRKTE

MENSCHEN UND MÄRKTE AUGE IN AUGE Das Interview mit Stefan Brenner (r. im Bild) führte f+h-Chefredakteur Winfried Bauer Foto: f+h „INTRALOGISTIK UND E-COMMERCE BILDEN MEHR ALS NUR EINE ZWECKGEMEINSCHAFT“ Der stetig wachsende E-Commerce-Markt verlangt eine Intralogistik, die diese Entwicklung mit hocheffizienten Systemen und Anlagen begleitet. Über die dahinter stehenden Anforderungen sprach f+h-Chefredakteur Winfried Bauer mit Stefan Brenner, Geschäftsführer der AMI Förder- und Lagertechnik GmbH. 30 f+h 2018/04 www.foerdern-und-heben.de

AUGE IN AUGE MENSCHEN UND MÄRKTE Herr Brenner, welche Bedeutung hat aus der Sicht Ihres Unternehmens AMI die Intralogistik für einen funktionierenden E-Commerce? Brenner: Lassen Sie mich das auf den Punkt gebracht beantworten: Ohne Intralogistik und deren Komponenten und Systeme sind die Anforderungen, die der Online- Kunde an die Lieferung seiner Bestellung hat, kaum zu erfüllen. Die Anlagen der Intra logistik – von den entsprechenden Fördersystemen über die Lagertechnik und Kommissionierung bis hin zur Versandbereitstellung – schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die jeweiligen Logistikdienstleister die bestellte Ware möglichst schnell, am besten noch am gleichen Tag, ausliefern können. Ein gutes Beispiel übrigens für die Möglichkeiten einer durchgehenden Vernetzung aller an der Wertschöpfungskette beteiligten technischen Systeme und den letztlich ausführenden Lieferservice. Sie nannten soeben die Kommissionierung, eine überaus wichtige Funktion und ein Teilsystem mit großem Potenzial innerhalb der Intralogistik für den E-Commerce. Wo sehen Sie die generellen Ansprüche an die Kommissionierung, um deren Potenziale ausschöpfen zu können? Brenner: Nicht selten geht es in E-Commerce und Online-Handel um einzelne Artikel, zum Beispiel ein Buch oder auch um Produkte aus dem wachsenden Online- Handelssegmenten Lebensmittel und Pharmazie. Dies macht deutlich, dass die Kommissionierung quasi Voraussetzung für eine schnelle Lieferung ist, zum Beispiel für den Same-Day-Delivery-Service. Je nach Anforderung des Online-Handelsunternehmens hat dies wiederum Auswirkungen auf die Art sowie technische Konzeption und Gestaltung der jeweiligen Kommissionierung. Eine flexible Reaktion auf die Bestellwünsche steht hier ebenso im Mittelpunkt wie eine gegen Null gehende Fehlerquote bei der Bildung der zu kommissionierenden Waren. Neben der jeweiligen Kommissionierstrategie, spielen in diesem Zusammenhang natürlich auch der Grad der Automatisierung und die Bereitstellung über die Fördersysteme eine wichtige Rolle. Wir erarbeiten hier, gemeinsam mit unseren Kunden, die für die entsprechende Anforderung passende technische Lösung für die Kommissionierung mit dem notwendigen Automatisierungsgrad. Der richtige Automatisierungsgrad ist aber nicht nur ein wichtiger Aspekt in der Kommissionierung, sondern betrifft auch das komplette Logistikzentrum und damit dessen Konzeption. Wie viel Automatisierung braucht ein Logistikzentrum beziehungsweise braucht die Intralogistik für den E-Commerce? Brenner: Das ist eine durchaus spezifische Angelegenheit. Generell sorgt eine hohe Anpassungsfähigkeit der Intralogistik dafür, dass der Händler letztlich auch flexibel auf die Wünsche der Online-Kundschaft reagieren kann. Das macht klar, dass es ohne den richtigen Automatisierungsgrad nicht geht, um letztlich eine hohe Systemleistung zu generieren. Ich denke hier zum Beispiel an den Einsatz robotergestützter Systeme in der Kommissionierung oder von automatischen Kartonaufrichtern und in die Versandlinien integrierte automatische Verpackungssysteme. Allesamt Komponenten und Systeme, die sich im Portfolio von AMI befinden. Über alles betrachtet aber gilt: die Anforderung bestimmt den jeweiligen Automatisierungsgrad in einem Logistikzentrum für den E-Commerce; aber nicht nur dort. In diesem Kontext werden auch die Vernetzung einzelner Intralogistiksysteme und der damit einhergehende Datentransfer in die Supply Chain zunehmend wichtiger. Heißt das, die Zukunft der Intralogistik ist digital? Vielen Dank für das Gespräch Brenner: Die Zukunft hat bereits begonnen. Schauen Sie, in den vergangenen etwa drei bis fünf Jahren, haben wir uns eher theoretisch mit dem Thema Industrie 4.0, Digitalisierung und für uns in der Logistik mit Logistik 4.0 auseinander gesetzt. Jetzt, so formuliere ich es einmal ganz pragmatisch, wissen alle worum es geht. Und eines ist uns allen bewusst: an der Digitalisierung führt kein Weg vorbei. Wir bei AMI legen bei der Planung und Realisierung intralogistischer Systeme und Anlagen großen Wert auf die Vernetzungsfähigkeit der einzelnen Anlagenbestandteile. Softwareseitig unterstützen wir dies mit unserer neuen skalierbaren Warehouse-Logistics-Solution-Software AMI WLS-4.0, die wir eigens zu diesem Zweck entwickelt haben. Einsetzbar ist diese Software, die vielzählige Möglichkeiten zur Steigerung der Anlageneffizienz bietet, für nahezu alle Anwendungsbereiche in der teil- und vollautomatisierten Intralogistik. So entsprechen wir den Anforderungen der Digitalisierung in der Intralogistik auch für den E-Commerce, der auf diese Weise seine Effizienz einmal mehr untermauern kann. INTRALOGISTIK UND DIGITALISIERUNG VERSCHMELZEN ZU EINER EINHEIT Stefan Brenner www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/04 31