Industrielle Automation 2/2018
Industrielle Automation 2/2018
Industrielle Automation 2/2018
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19239<br />
2<br />
www.industrielle-automation.net<br />
April <strong>2018</strong><br />
Durchflussmesstechnik –<br />
12smart, multivariabel und robust<br />
28Hannover Messe <strong>2018</strong>:<br />
INTERVIEW:<br />
Themen, Trends und Highlights<br />
58<br />
Wie Sie neue<br />
Echtzeit-Lösung<br />
Geschäftsmodelle generieren<br />
für Asset<br />
66Tracking und -Lokalisierung
EMVA Business<br />
Conference<br />
<strong>2018</strong><br />
16th European Machine Vision<br />
Business Conference<br />
June 7 th to June 9 th , <strong>2018</strong><br />
Dubrovnik, Croatia<br />
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and business intelligence.<br />
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EDITORIAL<br />
Ich sehe was, was<br />
du nicht siehst ...<br />
Liebe Leserinnen. liebe Leser,<br />
... wer kennt nicht das alte Kinderspiel? Dieser Zeitvertreib war in unserer<br />
Kindheit in der realen Welt angesiedelt. Heute würde man das Spiel<br />
sicherlich völlig anders gestalten: Der Aufgabensteller denkt sich einen<br />
Gegenstand in einer fiktiven Umgebung aus – der Ratende taucht in die<br />
virtuelle Welt ein, um das Rätsel zu lösen. Und damit sind wir auch schon<br />
mittendrin im Zeitalter der Virtualität angekommen. War Virtual Reality<br />
(VR) vor ein paar Jahren noch Spiel für Computer-Cracks, sind beide<br />
schnell zu einer wichtigen Grundlage für Industrie 4.0 und die<br />
umfassende Visualisierung von Maschinen und Anlagen geworden. Die<br />
Qualität von VR-Anwendungen und die Leistungsfähigkeit der Hardware-<br />
Komponenten sind mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau<br />
angekommen. Die Industrie profitiert von deutlich effizienteren Entwicklungszeiten<br />
und von bereits bei der Konstruktion eingeplanten,<br />
optimierten Wartungs- und Reparaturprozessen. Es entstehen so<br />
unzählige Möglichkeiten, Produkte und Fertigunsgprozesse schon vorab<br />
zu prüfen, bevor sie in den Echtzeitbetrieb gehen.<br />
Wie im Kinderspiel, lassen sich in der virtuellen Welt auch ganz neue<br />
Perspektiven erlebbar machen: Ersatzteilkataloge zeigen Produkte in<br />
3D zum Anfassen, Servicetechniker können rund um den Globus<br />
gemeinsam in den digitalen Zwilling der Maschine eintauchen, um<br />
Wartungen effizient und zielgerichtet vorzunehmen und auch<br />
Schulungen werden so zu einem ganz neuen Erlebnis.<br />
Probieren Sie es doch in Ihrem Unternehmen einmal aus. Ich bin sicher,<br />
Sie werden die möglichen Wettbewerbsvorteile schnell für sich nutzen<br />
können. VR ist kein Kinderspiel mehr, sondern hilft der Industrie, in der<br />
virtuellen Welt die realen Abläufe besser zu verstehen.<br />
Dirk Schaar<br />
d.schaar@vfmz.de
INHALT<br />
EDITORIAL<br />
03 Ich sehe was, was du nicht siehst<br />
SZENE<br />
05 News, Aktuelles und Termine<br />
10 INTERVIEW Wie Anwender aus Industrie und Entwicklung intelligente<br />
Lösungen herstellerübergreifend verbinden können<br />
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
12 TITEL Smart, multifunktional, effizient: Wie Sie den Durchfluss von<br />
leitfähigen Medien und gleichzeitig auch deren Prozesstemperatur erfassen<br />
14 Die Bedeutung von Drucksensoren im Internet of Things<br />
16 Vielseitig einsetzbar, langlebig und robust – das sind kapazitive Sensoren<br />
18 REPORTAGE Individuelle Messtechnik sorgt für Prozesssicherheit<br />
bei Viessmann-Kühlmöbeln<br />
Mit der richtigen<br />
Vernetzungsstrategie<br />
10erfolgreich sein<br />
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
28 Energieführungen in Highspeed-Anwendungen der Robotik<br />
30 Ultraschallsensor mit trickreicher Verschraubung hält Reinigungsintervallen<br />
in der Lebensmittelindustrie stand<br />
32 IoT Interface stellt effiziente Klimatisierung von Schaltschränken sicher<br />
34 Präventiver Schutz für Anwendungen der Automatisierungsindustrie<br />
36 Geräteschnittstellen, Elektronikgehäuse und digitale Anwendungen bieten<br />
zukunftsfähige Lösungen für die Industrie 4.0<br />
38 Innovationstreiber für eine zunehmend automatisierte Fertigung von<br />
automobilen Bordnetz-Systemen<br />
MESSE CONTROL <strong>2018</strong><br />
44 Hightech-Roboter mit Wärmebildkamera identifiziert Hotspots an schwer<br />
zugänglichen Stellen<br />
Sensoren als Wegbereiter<br />
14für das Internet of Things<br />
STEUERN UND ANTREIBEN<br />
48 Webbasierte Visualisierung in der Anlagenüberwachung und -steuerung<br />
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />
52 Hydraulikzylinder-Montageanlage - einfach verkabelt und flexibel<br />
in der Produktion<br />
54 Fernwartungsrouter und Industrial-Ethernet-Lösungen gewährleisten<br />
maximale Verfügbarkeit von Industrieöfen<br />
Spürsinn: Hightech-Roboter<br />
44mit Infrarottechnik<br />
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TITELBILD<br />
Endress+Hauser<br />
Messtechnik,<br />
Weil am Rhein<br />
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
58 REPORTAGE PI System eröffnet mit Echtzeit-Datenmanagement neue<br />
Geschäftsmodelle für Unternehmen<br />
60 Rückspeisung von Elektromotoren bei DC 48 V elektronischem Überstromschutz<br />
62 Kabelverschraubungen für Trommelmotoren bieten große Dichtbereiche und<br />
halten hohen Belastungen stand<br />
SPECIAL: KOMMUNIKATION 4.0<br />
66 Menschen, Anlagen, Assets und Systeme sinnvoll und nachhaltig miteinander<br />
vernetzen<br />
68 Safety-to-Cloud – durchgängig kommunizieren vom Sensor bis zur Cloud<br />
70 Reale, effiziente Engineering-Flexibilität mit neuem Cloud- und App-Konzept<br />
72 KOMMENTAR Industrial-Ethernet-Netzwerke sind essentiell für Industrie 4.0<br />
RUBRIKEN<br />
73 SERIE StartING up – Ein Unternehmen mit der Vision für eine flexible Produktion<br />
64 Inserentenverzeichnis<br />
56 Impressum<br />
74 Heftvorschau 3/<strong>2018</strong>
SZENE<br />
AMA Verband präsentiert<br />
Kompetenzzentrum<br />
Kompakte Informationen über neue Produkte und Lösungsansätze<br />
aus dem Bereich der Sensorik und Messtechnik<br />
stehen im Fokus des AMA Zentrum für Sensorik und Messtechnik<br />
auf der diesjährigen Hannover Messe. Das AMA<br />
Zentrum als Kompetenzzentrum für Sensorik und Messtechnik<br />
bietet eine eigene Plattform innerhalb der Fachmesse<br />
‚IAMD – Integrated <strong>Automation</strong>, Motion & Drives‘. Durch<br />
den Charakter einer Messe in der Messe erhalten Interessenten<br />
auf kurzem Weg zielsichere, anwenderorientierte und kundenspezifische<br />
Informationen von Spezialisten für Spezialisten.<br />
Insgesamt 19 ausstellende Firmen und Institute informieren<br />
über Sensorelemente, spezielle Sensoren, komplexe Sensorsysteme,<br />
spezifische Messtechnik sowie System- und Komplettlösungen.<br />
Der AMA Verband ist zudem Partner des Forums<br />
<strong>Automation</strong> in Halle 14. Dort können sich Messebesucher in<br />
Vortragsreihen unter anderem über Messtechnik in der<br />
Automatisierung informieren. Experten stellen Trendthemen<br />
vor und stehen für Diskussionen zur Verfügung.<br />
SCHWINGUNGEN<br />
SICHER ÜBERWACHEN<br />
• Sicherheit für Ihre Maschinen, Anlagen und<br />
Prüfstände durch permanentes Monitoring<br />
• Flexibel für alle Schwingungssensoren geeignet<br />
• Schwingungen und korrelierende Prozessdaten<br />
mit einer Hardware erfassen<br />
• Vielseitige Feldbusanbindungen auch über OPC UA<br />
www.ama-sensorik.de<br />
MSR-Spezialmesse in Leverkusen<br />
Die Meorga veranstaltet am 16. Mai <strong>2018</strong> in der Ostermann-<br />
Arena in Leverkusen eine regionale Spezialmesse für<br />
Prozessleitsysteme, Mess-, Regel- und Steuerungstechnik.<br />
Etwa 130 Fachfirmen<br />
der Mess-, Steuer-,<br />
Regel- und Automatisierungstechnik<br />
zeigen hier von 8:00<br />
bis 16:00 Uhr Geräte<br />
und Systeme, Engineering-<br />
und Serviceleistungen<br />
sowie<br />
neue Trends im Bereich<br />
der Automatisierung. Die Messe wendet sich an<br />
Fachleute und Entscheidungsträger, die in ihren Unternehmen<br />
für die Optimierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse<br />
entlang der gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich<br />
sind. Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen<br />
sind kostenlos.<br />
Besuchen Sie uns!<br />
Hannover Messe<br />
Halle 11/Stand B57<br />
Delphin Technology –Ihr Partner von der<br />
messtechnischen Standardanwendung bis zur<br />
individuellen Komplettlösung.<br />
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Intelligente Messtechnik<br />
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INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2014 5
SZENE<br />
EMVA stellt neuen Standards Manager vor<br />
Die European Machine Vision<br />
Association (EMVA) hat Arnaud<br />
Darmont zu ihrem neuen Standards<br />
Manager ernannt. Er wird die europäischen<br />
Standardisierungsaktivitäten<br />
weltweit vorantreiben und<br />
den Entwicklungsprozess von Bildverarbeitungsstandards<br />
des Verbandes<br />
koordinieren. Ein weiteres Ziel<br />
ist es, in einem sich rasch verändernden<br />
Industrie- und Produktionsumfeld neue Handlungsfelder<br />
für Standardisierung zu identifizieren. Darmont arbeitete<br />
zuvor in verschiedenen Positionen, auch im Führungs- und<br />
Marketingbereich, an CMOS-Bildsensoren, Industriekameras,<br />
der Verbesserung der Bildqualität und Embedded Processing.<br />
Seit fast 15 Jahren betreut der Verband die Entwicklung der<br />
Standards für die Bildverarbeitungsindustrie Genicam und<br />
EMVA1288. An der Entwicklung des EMVA 1288-Standards ist<br />
auch Darmont beteiligt. Bei der Standardisierung von Technologien<br />
und Prozessen kooperiert die EMVA auch mit anderen<br />
Bildverarbeitungsverbänden.<br />
www.emva.org<br />
Alles über Dehnungsmessung<br />
online erfahren<br />
HBM bietet einen Online-Leitfaden für Dehnungsmessungen mit<br />
Informationen zu Auswahl, Installation, Datenerfassung und Analyse<br />
von elektrischen und optischen Dehnungsmessstreifen an.<br />
Experten aus dem Hause des Messtechnik-Spezialisten haben das<br />
Online-Portal entwickelt. Es behandelt sowohl die Arbeit mit klassischen<br />
elektrischen Dehnungsmessstreifen, als auch mit optischen<br />
Dehnungssensoren basierend auf Faser-Bragg-Gittern. Mit dem<br />
Schritt-für-Schritt-Leitfaden wird Anwendern das „Was“, „Wie“ und<br />
„Warum“ der Dehnungsmessung und verwandter Technologien<br />
nahegebracht. Der Leitfaden beginnt mit Grundlagen der Dehnungsmessung:<br />
Von dort aus können Anwender wählen, ob sie die<br />
Welt der Dehnungsmessstreifen oder die der optischen Fasererkennung<br />
kennenlernen möchten. Das Online-Portal findet sich unter:<br />
www.hbm.com/dehnungsmessung. Daneben bietet die HBM Academy<br />
auch Seminare zum Thema Dehnungsmessung in Theorie und<br />
Praxis an.<br />
www.hbm.com<br />
Umsatz, Gewinn, Beschäftigung – 2017 bei Endress+Hauser deutliches Plus<br />
Endress+Hauser meldet für das Geschäftsjahr 2017 ein breit abgestütztes Umsatzwachstum, gute Profitabilität sowie<br />
einen deutlichen Beschäftigungszuwachs laut vorläufiger Geschäftszahlen der Firmengruppe. Der konsolidierte Umsatz<br />
stieg um 4,8 % auf über 2,2 Mrd, EUR. „Die vom Konsum getriebene Konjunktur hat nun auch die Investitionsgüterbranche<br />
erfasst“, sagt Matthias Altendorf, CEO der Gruppe (Bild). Der höheren Nachfrage entsprechend schuf<br />
Endress+Hauser vor allem in der Produktion neue Arbeitsplätze. Ende 2017 zählte das Unternehmen weltweit<br />
13 299 Beschäftigte, 296 mehr als vor Jahresfrist. Das Geschäft zog im 4. Quartal 2017 noch einmal an. Endress+Hauser<br />
ging mit einem erhöhten Auftragsbestand ins neue Jahr. Für <strong>2018</strong> erwartet das Unternehmen Umsatzwachstum im<br />
mittleren einstelligen Prozentbereich. Die geprüften Geschäftszahlen 2017 werden am 8. Mai <strong>2018</strong> in Basel vorgestellt.<br />
www.de.endress.com<br />
E I N L A D U N G<br />
Mittwoch, 16. Mai <strong>2018</strong><br />
8:00 bis 16:00 Uhr<br />
Ostermann-Arena<br />
Bismarckstraße 125<br />
51373 Leverkusen<br />
Messtechnik Steuerungstechnik Regeltechnik Prozessleitsysteme Automatisierung<br />
Führende Fachfirmen der Branche präsentieren ihre Geräte und Systeme und zeigen neue Trends im<br />
Bereich der Automatisierung auf. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger die in ihren<br />
Unternehmen für die Automatisierung verantwortlich sind.<br />
Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen ist für die Besucher kostenlos.<br />
MEORGA GmbH<br />
Sportplatzstraße 27<br />
66809 Nalbach<br />
Tel. 06838 / 8960035<br />
Fax 06838 / 983292<br />
www.meorga.de<br />
info@meorga.de<br />
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6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
€<br />
SZENE<br />
OPC Foundation veröffentlicht OPC UA<br />
Specification für Powerlink<br />
Für Powerlink ist ab sofort eine OPC UA Companion Specification<br />
der OPC Foundation und der Ethernet Powerlink Standardization<br />
Group (EPSG) verfügbar. Die Spezifikation beschreibt,<br />
wie Nutzdaten zwischen Powerlink und beliebigen OPC<br />
UA-Plattformen ausgetauscht werden. Damit ist eine Kommunikation<br />
vom Sensor<br />
bis in die Cloud<br />
möglich. „Powerlink<br />
gehört zu den führenden<br />
Echtzeit-Bussystemen<br />
im Maschinen-<br />
und Anlagenbau.<br />
Nun kann<br />
Powerlink mit OPC<br />
UA durchgängig und<br />
sicher an die IT-<br />
Welt bis in die Cloud<br />
angebunden werden“,<br />
betont Thomas<br />
Burke (im Bild links),<br />
Vorsitzender der OPC<br />
Foundation. Stefan Schönegger, Geschäftsführer der EPSG,<br />
ergänzt: „Die Spezifikation ermöglicht, dass OPC UA und Powerlink<br />
zu einem Netzwerk verschmelzen. So erreichen wir, dass<br />
Geräte unterschiedlicher Hersteller und die verschiedenen<br />
Ebenen der Automatisierungspyramide zu einem Gesamtsystem<br />
werden.“ Das Dokument steht auf der Website der<br />
OPC Foundation für Sie zum Download zur Verfügung:<br />
http://bit.ly/2BLLQNn<br />
www.ethernet-powerlink.org<br />
Alexander Stricker<br />
Technischer Kundensupport<br />
» Zuverlässiger<br />
Maschinenzugriff<br />
per Funk.«<br />
72 % Umsatzplus bei Universal Robots<br />
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 meldet Universal Robots<br />
(UR) einen Rekordumsatz in Höhe von rund 151 Mio. EUR.<br />
Damit hat die gestiegene Nachfrage nach den benutzerfreundlichen<br />
kollaborierenden Robotern (Cobots) ein Umsatzplus von<br />
72 % gegenüber 2016 beschert. „Die außerordentlichen Ergebnisse<br />
des 4. Quartals wie auch des Jahres insgesamt sind vor<br />
allem Früchte der guten Teamarbeit in unserer Universal Robots<br />
Community. Wir alle teilen ein gemeinsames Ziel: es uns durch<br />
die bestmögliche Zusammenarbeit mit all unseren Stakeholdern<br />
gegenseitig zu ermöglichen, auch in Zukunft erfolgreich und<br />
nachhaltig weiter zu wachsen“, sagt Jürgen von Hollen (Bild),<br />
Präsident von Universal Robots.<br />
Mit Blick auf <strong>2018</strong> rechnet von<br />
Hollen für Universal Robots weiterhin<br />
mit einem Umsatzwachstum<br />
von mind. 50 % und fasst<br />
zusammen: „Der Markt für Cobots<br />
soll gemäß Prognosen in den<br />
nächsten Jahren weiterhin einer<br />
der maßgeblichen Wachstumstreiber<br />
des gesamten <strong>Automation</strong>smarkts<br />
bleiben.“<br />
www.universal-robots.com<br />
zum Beispiel:<br />
HMS AWB2000<br />
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50
Börsenstart gelungen<br />
Stemmer Imaging ist am 27. Februar an die Börse gegangen.<br />
Der Emissionspreis pro Aktie betrug 34 EUR, alle angebotenen<br />
2,99 Mio. Aktien wurden platziert. Das Platzierungsvolumen<br />
inkl. der Greenshoe-Option beträgt somit rund 101,7 Mio.<br />
EUR. Der Bruttoemissionserlös in Höhe von 51 Mio. EUR<br />
soll vorrangig zur Realisierung anorganischer Wachstumspotenziale<br />
zur Stärkung der Position im europäischen Markt<br />
genutzt werden. Zum anderen sollen Wachstumspotenziale<br />
im asiatischen Raum genutzt werden. Darüber hinaus sollen<br />
die Erlöse für die Entwicklung von neuen Produkten, Lösungen<br />
und Services in der Bildverarbeitung verwendet werden.<br />
Im Fokus stehen hier die Weiterentwicklung der eigenen<br />
Bildverarbeitungs-Software Common Vision Blox sowie der<br />
Abschluss von Kooperationen bzw. Zukäufe in dem Bereich.<br />
Andererseits zielen Neuentwicklungen auf den zunehmenden<br />
Einsatz von Embedded-Vision-Lösungen sowie die Anbindung<br />
von Bildverarbeitungssystemen an IT-Systeme und<br />
Prozesse ab.<br />
www.stemmer-imaging.de<br />
Milliardenmarke beim Umsatz geknackt<br />
Die Lapp-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2016/2017 erstmals<br />
mehr als 1 Mrd. EUR Umsatz in einem Jahr erzielt. Das<br />
entspricht einem Plus von 13,9 % gegenüber dem Vorjahr. In<br />
diesem Zeitraum stieg die Mitarbeiterzahl um 9,6 % auf<br />
3 770 Beschäftigte. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich<br />
um 29 % auf 55,5 Mio. EUR. Der<br />
Umsatzanstieg wurde auch von<br />
der Kupferpreisentwicklung beeinflusst,<br />
denn der Preis eines<br />
Kabels wird tagesaktuell auf Basis<br />
des Kupferkurses berechnet. Das<br />
dadurch beeinflusste Plus lag bei<br />
rund 5 %. Besonders stark sei der<br />
Anstieg im Hauptmarkt Europa<br />
mit 15,8 % gewesen. Die Steigerungen in Asien betrugen zwar<br />
12,9 %, dennoch erklärte das Unternehmen, vor allem dort<br />
noch stärker wachsen zu wollen. Als wichtigstes Zukunftsthema<br />
wird die digitale Transformation gesehen. Auch für das<br />
Geschäftsjahr 2017/<strong>2018</strong> geht die Gruppe von weiterem<br />
Wachstum in allen Regionen aus, vor allem durch die steigende<br />
Nachfrage nach industriellen Datenübertragungssystemen.<br />
www.lappkabel.de
SZENE<br />
Neue Gerätegeneration für Industrie 4.0<br />
Der Industriekamerahersteller IDS ist mit einem zweistelligen Wachstum beim Auftragseingang ins neue<br />
Jahr gestartet. Besonders stark wachse der Umsatz derzeit in Asien und Nordamerika, berichtet das<br />
Unternehmen. Im Laufe des ersten Halbjahres werde die Auslieferung der millionsten Kamera erwartet.<br />
Der Firmensitz in Obersulm wird bis 2019 mit einem Technologiezentrum weiter ausgebaut. Mit<br />
einer neuen Gerätegeneration von Vision-App-basierten Sensoren und Kameras sollen neue<br />
Geschäftsfelder erschlossen werden. Der IDS NXT vegas ermöglicht und unterstützt vernetzte<br />
Anwendungen der Industrie 4.0. Weitere smarte Produktneuheiten innerhalb der IDS-NXT- Plattform<br />
sind für dieses Jahr geplant. Aber auch für das 3D-Vision-Segment und das Portfolio klassischer Industriekameras<br />
stehen Neuheiten an. Das Unternehmen unterstützt außerdem die Nachhaltigkeitsinitiative Blue<br />
Competence des VDMA und wurde kürzlich als „Familienbewusstes Unternehmen“ ausgezeichnet.<br />
www.ids-imaging.de<br />
Mobile Industrial Robots verdreifacht Umsatz im Jahr 2017<br />
Mobile Industrial Robots (MiR) hat 2017 einen Umsatz von 10 Mio. EUR erwirtschaftet und hat seinen<br />
Umsatz im zum Vorjahr verdreifacht. Das Wachstum im vergangenen Jahr sei vor allem Aufträgen aus<br />
dem Ausland zu verdanken, berichtete Geschäftsführer Thomas Visti. Wichtigste Märkte waren demnach<br />
die USA, aus denen 25 % aller Aufträge erteilt wurden, gefolgt von Deutschland mit 20 % und<br />
China mit 15 %. Der Hauptsitz in Odense wird derzeit auf die doppelte Größe ausgebaut. Die Zahl der<br />
Mitarbeiter wuchs im vergangenen Jahr von 27 auf 60, in diesem Jahr soll es weitere 50 Neueinstellungen<br />
geben, die Eröffnung eines deutschen Büros ist ebenfalls geplant.<br />
www.mir-robots.com<br />
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Mit Herz und Verstand begleiten wir Sie durch die vierte industrielle Revolution. Und bieten Ihnen ganzheitliche innovative<br />
Sensor- und Automatisierungslösungen. Alle Daten vom Sensor bis zur Steuerungsebene durchgängig intelligent zu vernetzen<br />
steigert Ihre Wettbewerbsfähigkeit. Denn Transparenz, Flexibilität und hohe Effizienz sind für Industrie 4.0 entscheidend.<br />
Besuchen Sie uns auf der Hannover Messe, 23. – 27. April <strong>2018</strong>, Halle 9, Stand F53 oder unter www.balluff.com
SZENE I INTERVIEW<br />
In der Welt der<br />
Technik zuhause<br />
Wie Anwender aus Industrie und Entwicklung intelligente<br />
Lösungen herstellerübergreifend verbinden können<br />
Mit über 1,2 Million Artikeln hat<br />
sich die Conrad-Gruppe vom<br />
Spezialversender für Elektronik-<br />
Bauteile zu einem der führenden<br />
Anbieter für Technik und Elektronik<br />
in Europa etabliert. Ein Marktplatz<br />
für Geschäftskunden unter<br />
anderem aus Industrie und<br />
Entwicklung, inkludiert namhafte<br />
Marken und Seller aus ganz Europa.<br />
Ergänzend bietet Conrad mit<br />
Conrad Connect eine Plattform für<br />
das Internet of Things, über die sich<br />
Dienste, Projekte und Geräte aus<br />
allen denkbaren Arbeits- und<br />
Lebensbereichen einbinden und<br />
verknüpfen lassen.<br />
Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke: Stellv. Chefredakteurin,<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />
Mit einem Wachstum im B2B-Segment<br />
von 10 % in Europa (2017 vs. 2016)<br />
und einem Zuwachs von 5 % im Bereich der<br />
B2B-Kunden zählt Conrad Business Supplies<br />
zu den meistbesuchten Internet-Handelsplattformen<br />
in Deutschland. Das Produktportfolio<br />
könnte dabei vielseitiger nicht<br />
sein und reicht von Automatisierungskomponenten<br />
über Bauelemente, Elektromechanik,<br />
Computertechnik & Office bis hin<br />
zu eMobility-Lösungen, Produkte für Büro<br />
und Gebäude sowie Kabel & Leitungen und<br />
Messtechnik. Mit über 1,2 Million Artikeln<br />
für Businesskunden auf dem Marketplace<br />
conrad.biz, rund 750 000 Artikeln für Privatkunden<br />
im Online-Shop www.conrad.de und<br />
16 Millionen End- und Geschäftskunden ist<br />
das Familienunternehmen aus der Oberpfalz<br />
einer der führenden Anbieter für<br />
Technik und Elektronik. Im Bereich der<br />
Automatisierung stehen Systeme, Produkte<br />
und Lösungen aus allen denkbaren Bereichen<br />
zur Verfügung. Dazu zählen Elemente<br />
der Antriebstechnik, Steuerungen, Fernwartungssysteme,<br />
Industrie PCs, Mess- und<br />
Regelungstechnik, SPSen sowie Kabel, Gehäuse<br />
und Steckverbinder von namhaften<br />
Unternehmen und Marken. Viele Automatisierungsanbieter<br />
sind hier zu finden:<br />
Siemens, Phoenix Contact, Flir, Weidmüller,<br />
Rittal, Panasonic, Bernstein u.v.a.m. Die<br />
Entwicklung des Unternehmens hat sich in<br />
den letzten Jahren rasant entwickelt und<br />
damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange<br />
erreicht. Neue Projekte haben in den<br />
letzten Monaten Marktreife erreicht und<br />
eröffnen Unternehmen aus der Industrie<br />
„Mit jedem Gerät<br />
im Internet of Things<br />
steigt die Komplexität“<br />
neue Möglichkeiten in der Beschaffung von<br />
Komponenten und Systemen aus Elektronik<br />
und Technik.<br />
Themen der Zukunft<br />
Im Herbst 2017 präsentierte das Unternehmen<br />
seine Strategien und berichtete über<br />
den Nutzen einer neuen IoT-Plattform, den<br />
Unternehmen u. a. der Automatisierungsbranche<br />
daraus ziehen können. Zu den<br />
Top-Themen zählt hierbei der Marketplace<br />
conrad.biz, den Conrad Business Supplies<br />
weiterhin konsequent mit der Strategie des<br />
One-Stop-Shopping verfolgt. Das heißt mit<br />
einem einzigen Login – zeit- und ortsunabhängig<br />
– erhalten Nutzer einen einfachen<br />
Zugriff auf das gesamte Sortiment aller<br />
10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
INTERVIEW I SZENE<br />
Seller. Weiteres Thema ist E-Commerce.<br />
Hier wird die Online-Plattform kontinuierlich<br />
optimiert, bei Bewahrung der persönlichen<br />
Beziehungen zu Kunden. Im Bereich<br />
der elektronischen Kundenanbindung sorgen<br />
definierte Schnittstellen dafür, dass<br />
Verfügbarkeiten, Lagerbestände, Preise und<br />
Lieferzeiten in Echtzeit angezeigt werden.<br />
Dies eröffnet Kunden viele Erleichterungen<br />
wie Prozesskostenminimierung, Echtzeit-<br />
Datenmanagement, Transparenz und natürlich<br />
Zeitersparnis.<br />
Bauelemente, Elektromechanik,<br />
Kabel und Leitungen<br />
Conrad Business Supplies führt mit “Tru<br />
Components” Anfang September 2017 eine<br />
neue Marke speziell für aktive und passive<br />
Bauelemente sowie für Elektromechanik,<br />
Kabel und Leitungen ein. Dieses Produktspektrum<br />
erfüllt die hohen Anforderungen<br />
von professionellen Anwendern und richtet<br />
sich an Ingenieure, Forscher und Entwickler<br />
in Elektrobetrieben und an Hochschulen<br />
bis hin zu renommierten Unternehmern<br />
und Großeinkäufern aus den Bereichen<br />
Automotive, Anlagen-/Maschinenbau,<br />
Medizin, Informationstechnik<br />
uvm.<br />
Online-Plattform im<br />
Internet der Dinge<br />
Mit Conrad Connect bietet der<br />
Elektronikdistributor Conrad<br />
nun einen Online-Dienst an.<br />
Anwender können darüber<br />
ihre vernetzten Produkte hersteller<br />
übergreifend über eine<br />
Online-Plattform steuern und<br />
miteinander verknüpfen. In den<br />
letzten Monaten hat Conrad<br />
Connect bereits über 50 Systeme<br />
und 50 Hersteller auf der Plattform<br />
integriert. Und das ist eine ganze Menge,<br />
wenn man bedenkt, dass hinter diesen<br />
Herstellern tausende Produkte gelistet sind.<br />
Die Plattform befindet sich auf einer Meta-<br />
Ebene, das heißt der Distributor greift nicht<br />
in bestehende digitale Geschäftsmodelle<br />
der Hersteller ein, sondern verbindet sich<br />
nur mit den Accounts, den Server-Clouds<br />
der Hersteller. Damit findet das Netzwerken<br />
Immer mehr Hersteller beschäftigen<br />
sich mit Fragen zur Automatisierung:<br />
Wo und wie kann ich etwas<br />
automatisieren und in einer Cloud<br />
zur Verfügung stellen? Denn wir<br />
stehen vor der Herausforderung<br />
zunehmend mehr Produkte in ein<br />
Netzwerk einzubinden und die<br />
Komplexität beherrschbar zu<br />
machen.<br />
Stefan Fuchs,<br />
Vice President, Conrad<br />
Business Supplies<br />
in Hirschau<br />
quasi in einer Meta-Cloud statt. Wie Unternehmen<br />
diese Plattform nun nutzen können,<br />
welche Möglichkeiten sie eröffnet und für<br />
wen sie sich eignet – darüber sprechen<br />
wir mit Andreas Bös, Senior Director der<br />
Conrad Connect GmbH.<br />
Fotos: Conrad Business Supplies<br />
www.conrad.biz<br />
„Wir verbinden Anwendungen über die Grenzen der Hersteller hinweg“ –<br />
ein Gespräch mit Andreas Bös über die IoT-Projektplattform Conrad Connect<br />
Herr Bös, mit Conrad Connect stellen<br />
Sie eine Plattform für das Internet of<br />
Things zur Verfügung, die es ermöglicht<br />
herstellerübergreifend Daten<br />
verschiedener Geräte an einem Punkt<br />
zu sammeln. Wie kann Ihre Lösung nun<br />
in der <strong>Automation</strong> eingesetzt werden?<br />
Über die Conrad Connect IoT-Plattform<br />
lassen sich intelligente Geräte und digitale<br />
Services miteinander verknüpfen, um<br />
komplexe Prozesse auf einfache Weise<br />
zu automatisieren. Egal ob Energiemanagement,<br />
Sicherheitstechnik oder<br />
Echtzeit-Asset-Monitoring – es lassen<br />
sich Geräte aus unterschiedlichen<br />
Anwendungsbereichen einbinden und<br />
kausal verknüpfen. Zu dem Portfolio<br />
der kompatiblen Produkte gehören<br />
dabei zahlreiche Marken, die herstellerunabhängig<br />
miteinander verbunden<br />
werden können, beispielsweise<br />
Honeywell, C-Control und LineMetrics.<br />
Welche Aufgaben im Umfeld der<br />
zunehmenden Vernetzung lösen Sie damit?<br />
Die Anzahl der intelligenten, mit dem<br />
Internet verknüpften Geräte steigt konti -<br />
nuierlich an. Um die daraus entstehenden<br />
Vorteile vollumfänglich nutzen zu können,<br />
müssen diese Geräte miteinander in<br />
Verbindung gebracht werden. Genau<br />
das leistet Conrad Connect. Die Plattform<br />
aggregiert die Daten unterschiedlicher<br />
Systeme und stellt komfortable Tools zur<br />
Visualisierung, Auswertung und Automatisierung<br />
zur Verfügung. Die Anwendungsgebiete<br />
sind vielfältig – von der Gebäudetechnik<br />
bis zur Steuerung, Überwachung<br />
und Optimierung aller Arten von Sensordaten<br />
aus dem betrieblichen Umfeld.<br />
An welche Zielgruppe richtet sich Ihre<br />
IoT-Plattform und ist sie für große als<br />
auch kleine Unternehmen sinnvoll?<br />
Conrad Connect ist eine sogenannte<br />
Meta-Cloud, die per API und einer standardisierten,<br />
sicheren Authentifizierung<br />
mit den herstellerspezifischen Clouds<br />
kommuniziert. Sind diese Grundvoraussetzungen<br />
gegeben, können unterschiedlichste<br />
Lösungen erstellt werden – sowohl<br />
für große als auch für kleine Unternehmen.<br />
Letztere profitieren umso mehr von der<br />
einfachen Handhabung, die keine<br />
Programmierung erfordert.<br />
Und hier können sich Interessenten<br />
registrieren und ihr IoT-Projekt starten:<br />
www.conradconnect.de<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 11
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Industrie 4.0-ready<br />
LIVE@<br />
Smart, multifunktional, effizient: Wie Sie den Durchfluss von leitfähigen Medien<br />
und gleichzeitig auch deren Prozesstemperatur erfassen können<br />
Messtechnische Geräte sollen im<br />
heutigen Prozessbetrieb nicht<br />
nur langzeitstabil sein, sondern<br />
auch exakte Ergebnisse liefern.<br />
Zudem müssen sie sich in geringe<br />
Bauräume integrieren lassen und<br />
wirtschaftlich in der Anschaffung<br />
sein. Wir stellen Ihnen ein smartes<br />
Durchflussmessgerät vor, das diesen<br />
Anforderungen gerecht wird und<br />
sich flexibel in alle Feldbus-Systeme<br />
integrieren lässt.<br />
Häufige Einsatzbereiche für magnetischinduktive<br />
Durchflussmessgeräte sind<br />
die Verbrauchsmessungen oder die Überwachung<br />
von Kühl-, Warm-, und Hilfswasserkreisläufen,<br />
aber auch die Steuerung von<br />
Spül- und Reinigungsflüssigkeiten in sogenannten<br />
Prozess-Skids. Während Hilfskreisläufe<br />
lange als messtechnisch weniger<br />
wichtig eingestuft wurden, ist auch in diesen<br />
Bereichen zunehmend der Wunsch nach<br />
Transparenz und Optimierung vorhanden.<br />
Beispielhaft sei hier der Medienverbrauch<br />
einzelner Maschinen und Anlagenteilen<br />
genannt, welche für eine genaue innerbetriebliche<br />
Abrechnung bekannt sein<br />
müssen. Auflagen und gesetzliche Vorschriften<br />
fordern ebenfalls zunehmend<br />
mehr Messpunkte auch in Nebenleitungen.<br />
Aus den beschriebenen Gründen hat in den<br />
letzten Jahren der Bedarf an Right-Tech-<br />
Produkten, also an Geräten die speziell<br />
für diese einfachen Einsatzbereiche<br />
konzipiert sind, stark<br />
zugenommen. Vor allem<br />
der Kostendruck im<br />
Anlagen- und Maschinenbau,<br />
aber auch die<br />
technologischen Möglichkeiten<br />
zur Vereinfachung und Miniaturisierung,<br />
bilden hierfür die Grundlage.<br />
Flexible Integration in alle<br />
gängigen Feldbus-Systeme<br />
Der neue Picomag von Endress+Hauser ist<br />
genau für diese Einsatzbereiche konzipiert.<br />
Er erfasst dabei nicht nur den Durchfluss<br />
von elektrisch leitfähigen Medien, sondern<br />
gleichzeitig auch deren Prozesstemperatur.<br />
Der Durchfluss kann dabei bidirektional,<br />
also in beide Richtungen, erfasst werden.<br />
Mithilfe der kostenlosen SmartBlue App<br />
von Endress+Hauser können Anwender das<br />
Durchflussmessgerät komfortabel via Bluetooth<br />
in Betrieb nehmen. Auch die nahtlose<br />
Systemintegration mittels IO-Link-Technologie<br />
ermöglicht die einfache Übertragung<br />
von Mess- und Diagnosewerten in übergeordnete<br />
Steuerungskomponenten. Damit ist<br />
Picomag voll und ganz Industrie 4.0-ready.<br />
Zu den genannten Möglichkeiten können<br />
Patrick Klank ist Fachverantwortlicher der<br />
Durchflussmesstechnik bei der Endress+Hauser<br />
Messtechnik GmbH+Co. KG in Weil am Rhein
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Die intuitive SmartBlue App ermöglicht ein einfaches und schnelles<br />
Navigieren durch die Geräte- und Diagnosefunktionen<br />
Vorteile im Überblick<br />
• Zeitgleiche Durchfluss- und Temperaturmessung,<br />
sodass weniger Messstellen notwendig sind<br />
• Komfortable Konfiguration selbst an schwer<br />
zugänglichen Stellen via Bluetooth-Verbindung<br />
• Intuitive SmartBlue App macht Anleitung überflüssig<br />
• Messaktivitäten werden übersichtlich visualisiert<br />
• Flexible Integration in alle Feldbus-Systeme (IO-Link)<br />
• Kompakt für beengte Platzverhältnisse, zum Beispiel<br />
Skids – Aufnehmer und Umformer in einem Gehäuse<br />
alternativ auch konventionelle Signaltechniken<br />
wie Stromausgänge (4 - 20 mA), Puls-/<br />
Schaltausgang, Spannungsausgang (2 - 10 V)<br />
sowie Schalteingänge genutzt werden.<br />
Platzsparend im Einsatz, robust<br />
in der Anwendung<br />
Dank seiner Kompaktheit kann Picomag<br />
auch bei engsten Raumverhältnissen problemlos<br />
in alle Rohrleitungen bis 50 mm (2")<br />
Durchmesser eingebaut werden. Die Größen<br />
reichen von Rohrnennweiten DN15 bis zu<br />
DN50. Als Prozessanschluss ist standardmäßig<br />
ein G-Außengewinde vorhanden.<br />
Zusätzlich stehen verschiedene Prozessanschlussadapter<br />
wie Innengewinde (G),<br />
Außengewinde (R, NPT), Tri-Clamp und<br />
Victaulic zur Verfügung. Ebenso sind mittels<br />
Erdungsschellen Einbauten in Kunststoffleitungen<br />
problemlos möglich.<br />
Die hohe Wiederholbarkeit von ± 0,2 % v. E.<br />
bei der Durchflussmessung und von ± 0,5 °C<br />
bei der Temperaturmessung ermöglicht den<br />
Einsatz in Regelungen und Steuerungen,<br />
aber auch den Einsatz in Verbrauchsmessungen<br />
und Monitoring-Anwendungen.<br />
Der Einsatzbereich umfasst Durchflüsse bis<br />
maximal 750 l/min, Prozesstemperaturen<br />
zwischen - 10 bis + 70 °C und Prozessdrücke<br />
bis 16 bar. Das robuste, in rostfreiem Stahl<br />
gefertigte Gehäuse (IP65/67) ist in zwei<br />
Bauformen lieferbar. Links: DN15 (½"),<br />
DN20 (¾"), DN25 (1"); rechts: DN50 (2").<br />
Übersichtlich visualisiert<br />
in jeder Lage<br />
Auf dem großen bedienerfreundlichen<br />
Farbdisplay lassen sich Durchfluss, Temperatur<br />
und Summenzähler schnell und einfach<br />
ablesen. Während des Messbetriebs<br />
auftretende Fehler, zum Beispiel eine Teilrohrfüllung<br />
oder Temperaturüberschreitung,<br />
werden durch Diagnosesymbole gemäß<br />
Namur-Empfehlung NE 107 sofort angezeigt.<br />
Je nach Einbaulage (horizontal,<br />
vertikal) dreht sich das Anzeigenfeld zudem<br />
automatisch, sodass eine optimale Ablesbarkeit<br />
jederzeit gewährleistet ist. Und<br />
nicht zuletzt können durch einfaches Klopfen<br />
auf die Gehäuseoberfläche Konfigurationsparameter<br />
sofort abgerufen und kontrolliert<br />
werden. Sollte der Anwender die<br />
Bluetooth-Schnittstelle beabsichtigt oder<br />
unbeabsichtigt deaktivieren, kann über diese<br />
Klopfsteuerung Bluetooth bei Bedarf schnell<br />
und einfach wieder aktiviert werden, ganz<br />
ohne aufwändige Bedientools.<br />
Intuitives Bedienen im Feld<br />
Der neue Picomag ist speziell für Hilfskreisläufe<br />
mit Wasser oder wasserähnlichen<br />
Medien konzipiert. Versorgungsleitungen<br />
verlaufen häufig an schwer zugänglichen<br />
Stellen unter der Decke oder<br />
tief unten in Kühl- oder Heizkreisläufen<br />
von Behältern. Mit der Bluetooth-Verbindung<br />
ist eine drahtlose Konfiguration oder<br />
Datenabfrage selbst an schwer zugänglichen<br />
Messstellen bis zehn Meter Entfernung<br />
mittels Smartphone oder Tablet möglich.<br />
Die SmartBlue App von Endress+Hauser<br />
erlaubt dem Benutzer dabei ein einfaches<br />
und schnelles Navigieren durch alle Geräteund<br />
Diagnosefunktionen. Mit der Smart<br />
Blue App können neben dem Picomag<br />
Durchflussmessgerät auch die neuen Füllstandsmessgeräte<br />
Micopilot FMR10/20<br />
bedient werden. Damit setzt das Unternehmen<br />
Endress+Hauser weiter auf das<br />
Thema Einheitlichkeit und Einfachheit für<br />
das gesamte Messgeräteportfolio. Verfügbar<br />
ist die SmartBlue App kostenlos zum<br />
Downlod in den jeweiligen App-Stores für<br />
Android und iOS.<br />
Optimale Systemintegration<br />
mithilfe IO-Link<br />
Das Gerät verfügt über zwei flexible Ein-/<br />
Ausgänge die in unterschiedlichen Kombinationen<br />
konfiguriert werden können. Zur<br />
Auswahl stehen Stromausgänge (4 - 20 mA),<br />
Puls-/Schaltausgang, Spannungsausgang<br />
(2 - 10 V), IO-Link und Schalteingänge (beispielsweise<br />
für das Rücksetzen des Summenzählers).<br />
Die flexible Konfiguration ermöglicht<br />
vor allem auch in der Lagerhaltung<br />
im Ersatzteilwesen eine einfache Planung<br />
und einen hohen Standardisierungsgrad.<br />
Die aufwändige Lagerung verschiedenster<br />
Ersatzgeräte mit unterschiedlicher Ausgangskonfiguration<br />
entfällt.<br />
Als weiteres Highlight bietet Picomag<br />
die digitale Datenübertragung zu Prozessleitsystemen<br />
mittels IO-Link-Technologie.<br />
Dieser seit zehn Jahren etablierte Kommunikationsstandard<br />
ist mit allen gängigen<br />
Feldbussystemen kombinierbar und bietet<br />
so höchste Flexibilität bei der Installation in<br />
bestehende Anlageninfrastrukturen. Zum<br />
Dank seiner Kompaktheit findet der Picomag auch<br />
unter engsten Raumverhältnissen seinen Platz.<br />
Beispiel kann der Picomag über die I/O-<br />
Link Schnittstelle und einen entsprechenden<br />
IO-Link Master in ein übergeordnetes<br />
Profinet-Netzwerk eingebunden werden.<br />
Dies erlaubt Benutzern umfassenden Datenzugriff<br />
von der Schaltwarte bis auf den<br />
Sensor.<br />
Weitere Vorteile der IO-Link-Technologie<br />
sind die automatische Übertragung von<br />
Parametern nach einem Gerätetausch sowie<br />
der geringe Verkabelungsaufwand gegenüber<br />
herkömmlicher Verdrahtung. Ein ungeschirmtes<br />
3-adriges Standardkabel zwischen<br />
Sensor und IO-Link Master reicht<br />
aus, und das bei einer Entfernung von bis zu<br />
20 m. Ebenso ist eine Offline-Parametrierung<br />
des Durchflussmessgeräts möglich,<br />
sodass eine Inbetriebnahme schnell und<br />
einfach erfolgen kann.<br />
Fotos: Schmuckbild Fotolia, sonstige Endress+Hauser<br />
www.de.endress.com<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 13
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Smarte Lösungen<br />
LIVE@<br />
Die Bedeutung von Drucksensoren im Internet of Things<br />
Drucksensoren erfassen den<br />
Füllstand in Chemiefässern und<br />
bilden das Bindeglied zu<br />
Anwendungen des Internet of Things<br />
01 Hochgenaue<br />
Niveau-Transmitter<br />
der Serie 36XW 2<br />
erlauben die Messung von<br />
Drücken auch über große<br />
Temperaturbereiche<br />
02 Datenfernübertragungseinheit<br />
und Datenlogger<br />
GSM-2 in einem System<br />
Die Erfassung, Speicherung und<br />
Verarbeitung von Daten zählen zu<br />
den größten Herausforderungen im<br />
Internet of Things (IoT). Eine<br />
wesentliche Rolle hierbei spielen<br />
Sensoren, die in der Lage sind<br />
Zustände zu erfassen und Aktionen<br />
auszuführen. Sie bereiten den Weg<br />
in Richtung intelligente Systeme.<br />
Wir zeigen Ihnen am Beispiel von<br />
Drucksensoren, wie moderne<br />
IoT-Lösungen aussehen können und<br />
worauf es ankommt.<br />
Das Internet der Dinge (IoT) begegnet<br />
uns mittlerweile in unzähligen Bereichen.<br />
Es macht unser Leben komfortabler, egal ob<br />
zuhause oder unterwegs, beim Musik hören<br />
oder in der Vernetzung von Geräten des<br />
täglichen Gebrauchs. Die von Amazon entwickelte<br />
Software Alexa beispielsweise<br />
spielt auf einen Sprachbefehl hin die gewünschte<br />
Musik und stellt Informationen<br />
zum aktuellen Titel bereit. Sind mit dem<br />
Kraftfahrzeug unterwegs, beantwortet uns<br />
die Sprachsteuerung Siri ortungsbezogene<br />
Fragen. Organisiert sich ein Unternehmen<br />
mit automatischen, Personen-unabhängigen<br />
Prozessen ist die Rede von ‚Smart Factory‘<br />
oder ‚Industrie 4.0‘. Weitere verwandte<br />
Begriffe lauten ‚Smart Energy‘, ‚Smart Mobility‘<br />
oder ‚Smart Health‘. Unabhängig vom<br />
Bereich, überall ist der Sensor der wichtigste<br />
Datenlieferant und somit das Herzstück<br />
des IoT-Prozesses. Verschiedene Sensoren,<br />
angebracht an einem Objekt, werden dazu<br />
vernetzt und an lokale und globale Kommunikationsnetze<br />
angeschlossen. Der letzte<br />
Schritt des Prozesses ist die Analyse der<br />
Daten auf vernetzten Computern oder in<br />
einer Cloud.<br />
IoT-Prozesse sind sehr individuell und<br />
entwickeln sich stetig weiter. Keller hat zusammen<br />
mit internationalen Unternehmen<br />
bereits viele „smarte“, kundenspezifische<br />
Gesamtlösungen in diversen Branchen und<br />
Anwendungsgebieten entwickelt. Wir zeigen<br />
im Folgenden zukunftsfähige Beispiele, wie<br />
ein IoT-Prozess gelöst werden kann.<br />
Vernetzte Biertanks<br />
in Gastronomiebetrieben<br />
Eine Pegelmessung mit Fernübertragungseinheit<br />
ist nicht nur für die Gefahrenerkennung<br />
sehr sinnvoll, sondern auch für andere<br />
Pegel- oder Füllstandsanwendungen. Bei-<br />
spielsweise in einer Gastwirtschaft, in der<br />
ein leer werdender Biertank die Gefahrenzone<br />
darstellt. In dieser Anwendung arbeiten<br />
im Herzen der Lösung zwei Drucksensoren,<br />
die den Flüssigkeitsstand im Tank messen<br />
und mit der Fernübertragungseinheit<br />
GSM 2, Mobilfunknetz und Internet eine<br />
Warnmeldung an die Brauerei per E-Mail<br />
senden. Bei der Brauerei wird damit ein<br />
automatischer Bestellvorschlag an den Wirt<br />
ausgelöst, sodass dieser die Nachbestellung<br />
nur noch bestätigen muss. Diese automatisierte,<br />
„smarte“ M2M-Lösung (Machineto-Machine)<br />
reduziert unrentable „Notfallfahrten“<br />
am Wochenende, optimiert<br />
Transporttouren und vermeidet fehlerhafte<br />
Bestellerfassungen.<br />
Automatisierte Füllstandsüberwachung<br />
von Flüssigkeiten<br />
Neben Wasser und Getränken sind Brennstoffe<br />
weitere Flüssigkeiten, die sich ideal<br />
für die Verwaltung mit automatisierten,<br />
„smarten“ Prozessen eignen. Die Fernüberwachung<br />
der Füllstände bei Heizöl-, Dieselund<br />
Benzintanks ist für Mineralölkonzerne<br />
wie auch für Tankstellenbesitzer und Immobilienverwalter<br />
eine große Unterstützung.<br />
Keller entwickelte dazu in Zusammenarbeit<br />
mit einem Schweizer Mineralöllieferanten<br />
das Fernüberwachungssystem ‚EasyOil‘.<br />
14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
Aufsatz mit<br />
Fernübertragungseinheit<br />
Drucksensor 1<br />
im Innenraum<br />
Drucksensor 2<br />
im Innenraum<br />
03 Explosive Medien:<br />
zwei Drucksensoren<br />
ermitteln den Füllstand<br />
über eine Differenzdruck-<br />
Messung zwischen<br />
Fassdeckel und Fassboden<br />
HYGIENIC<br />
DESIGN.<br />
DERPMS<br />
AUSEDEL-<br />
STAHL.<br />
Der Bestellprozess entspricht demselben<br />
wie in oben beschriebenem Beispiel der<br />
Biertanks. Der Druck bzw. der Ölstand wird<br />
an der untersten Stelle des Tanks gemessen,<br />
entsprechend der Tankform der aktuelle<br />
Inhalt in Liter berechnet und die Daten via<br />
GSM übermittelt. Eine Besonderheit dieser<br />
Anwendung ist die kundenspezifische Software.<br />
Sie enthält neben den gängigen Daten<br />
wie Füllstand, Verbrauchs- und Bestellhistorie<br />
zusätzlich Ölpreise, die zweimal<br />
täglich aktualisiert werden. Diese kombinierten<br />
Informationen ermöglichen einen<br />
optimierten Bestellprozess, denn so können<br />
Vorräte dann angelegt werden, wenn der<br />
Ölpreis niedrig oder der Tankwagen gerade<br />
in der Nähe ist.<br />
Da an Tankstellen die Gefahr besteht,<br />
dass ein elektrischer Funke die gashaltige<br />
Atmosphäre explodieren lässt, kommt hier<br />
die Fernübertragungseinheit GSM-3 zum<br />
Einsatz. Der Drucktransmitter ist dementsprechend<br />
eigensicher konzipiert.<br />
Überwachung von explosiven<br />
Inhalten<br />
Explosionsgefahr ist auch ein wichtiges<br />
Thema in der chemischen Industrie. Die zu<br />
lagernden Chemiefässer sind in der Regel<br />
mit unterschiedlichsten explosiven und<br />
gesundheitsschädlichen Inhalten gefüllt.<br />
Dieser Füllstand wird in den meisten Fällen<br />
weder gemessen noch außerhalb des Fasses<br />
optisch angezeigt. Der Einbau medienverträglicher<br />
Schwimmer liefert zwar Informationen,<br />
reicht jedoch nicht aus, um<br />
einen sicheren Transport zu garantieren<br />
und die Tankinhalte während des Transportes<br />
kontinuierlich zu kontrollieren.<br />
Wird zusätzlich zum Füllstand der Innendruck<br />
gemessen, lässt sich kontrollieren,<br />
ob das Fass ordnungsgemäß verschlossen<br />
ist, während des Transportes geöffnet wurde<br />
und ob es übermäßigen Beschleunigungen<br />
ausgesetzt wurde.<br />
Zum Einsatz kommen daher zwei Drucksensoren.<br />
Da das Fass unter Druck steht,<br />
wird der Differenzdruck zwischen dem<br />
Fassdeckel und dem Fassboden ermittelt,<br />
womit der Pegel berechnet werden kann.<br />
Keller hat eine Lösung mitentwickelt, die<br />
den Tank in seiner ursprünglichen Form<br />
belässt. Dazu wurden im Innenbereich des<br />
Fasses zwei kompakte Druckaufnehmer der<br />
Serie 7 LD eingebaut, die neben den oben<br />
genannten Vorteilen zusätzlich eine Information<br />
über die Temperatur im Fass liefern,<br />
die zusätzlich als Parameter hinzugezogen<br />
werden kann. Schließlich übermittelt eine<br />
Fernübertragungseinheit die aufgezeichneten<br />
Daten. Die Anbindung an das Internet<br />
of Things stellt noch weitere Informationen<br />
zur Verfügung, beispielsweise über den<br />
Standort des Fasses.<br />
Diese Beispiele sind nur ein Auszug aus<br />
den unzähligen Möglichkeiten, die uns das<br />
Internet der Dinge bringt. „Smarte“ Lösungen,<br />
die helfen das Leben sicherer und<br />
komfortabler zu machen, Prozesse zu optimieren<br />
sowie Informationen in Echtzeit<br />
bereitzustellen. Die Wege dahin sind sehr<br />
individuell, aber sie beginnen nahezu alle<br />
bei einem Objekt und einem Sensor.<br />
Bilder: Aufmacher Shutterstock, 04 Avia Osterwalder<br />
St. Gallen, sonstige Keller<br />
www.keller-druck.com<br />
Video zum Beitrag<br />
Was haben geflutete Straßen, Bierknappheit<br />
und eine unbefahrbare Brücke gemeinsam?<br />
Wie funktioniert das Internet<br />
der Dinge? Was hat die Keller AG für Druckmesstechnik<br />
damit zu tun? Mehr unter:<br />
https://youtu.be/8k5AHb2f-Ec<br />
PMS<br />
Besuchen<br />
Sie uns auf der<br />
Hannover Messe.<br />
Halle 9,<br />
Stand H34<br />
Der neue Ultraschallsensor pms aus<br />
Edelstahl ist mit seinem intelligenten<br />
Hygienic Design prädestiniert für anspruchsvolle<br />
Aufgaben inder Lebensmittel- und<br />
Pharmaindustrie.<br />
+ 4Tastweiten:<br />
von 20–1.300 mm<br />
+ 3Ausgangsstufen: Push-Pull-Schaltausgang<br />
mit IO-Link oder Analogausgang<br />
+ 2Gehäusevarianten: D12-Adapterschaft<br />
und D12-Bajonettverschluss<br />
microsonic.de/pms<br />
23.–27. April <strong>2018</strong>
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Blick ins Detail<br />
Vielseitig einsetzbar, langlebig und robust –<br />
das sind kapazitive Sensoren<br />
Das Zählen von Gegenständen,<br />
Behältern oder Verpackungen<br />
sind typische Anwendungen<br />
von kapazitiven Sensoren<br />
Kapazitive Sensoren erlauben<br />
hochpräzise Messungen und sind<br />
prädestiniert für die Erkennung<br />
metallischer und nichtmetallischer<br />
Objekte jeglicher Art, selbst<br />
hochtransparente Flüssigkeiten.<br />
Lesen sie, was diese Technologie<br />
so besonders macht, wie vielseitig<br />
sie ist und wie ihre Vorteile<br />
bestmöglich zum Einsatz kommen.<br />
Christian Fiebach ist Geschäftsführer bei der<br />
ipf electronic gmbh in Lüdenscheid<br />
gungskraft bzw. arbeiten berührungslos<br />
und weisen kein Kontaktprellen auf.<br />
Sie sind daher verschleißfrei, müssen<br />
nicht gewartet werden und haben eine von<br />
der Schalthäufigkeit unabhängige Lebensdauer.<br />
Bündiger und nichtbündiger<br />
Einbau kapazitiver Sensoren<br />
Eingeteilt werden kapazitive Sensoren nach<br />
ihrer Einbauart, wobei man zwischen einem<br />
bündigen und nichtbündigen Einbau unterscheidet.<br />
Bei einem bündigen Einbau<br />
kann der Sensor bis zur aktiven Fläche in<br />
ein Metall oder ein anderes potenziell beeinflussendes<br />
Material integriert werden,<br />
ohne dass sich seine Eigenschaften verändern.<br />
Bei nichtbündig einbaubaren Näherungsschaltern<br />
muss eine Freizone um das<br />
Gerät vorgesehen werden, die bei allen<br />
Sensoren auch zum gegenüberliegenden<br />
Material einzuhalten ist. Sowohl bei bündig<br />
als auch nichtbündig einbaubaren kapazitiven<br />
Näherungsschaltern sind die für die<br />
Geräte angegebenen Abstände einzuhalten,<br />
um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten.<br />
Einfluss der Dielektrizitätskonstante<br />
auf die Detektion<br />
Der materialspezifische Reduktionsfaktor<br />
eines kapazitiven Sensors ist abhängig von<br />
der relativen Dielektrizitätskonstante für<br />
01 Die kapazitiven Näherungsschalter sind<br />
auch in speziellen Ausführungen verfügbar,<br />
zum Beispiel mit einem Teflongehäuse (oben)<br />
Die aktive Fläche eines kapazitiven Näherungsschalters<br />
besteht aus zwei konzentrisch<br />
angeordneten metallischen Elektroden<br />
(aufgeklappter Plattenkondensator).<br />
Nähert sich ein metallisches oder nichtmetallisches<br />
Objekt der aktiven Fläche, verändert<br />
es das elektrische Feld vor den Elektroden.<br />
Über eine Auswerteschaltung wird<br />
diese Veränderung in ein Schaltsignal umgesetzt.<br />
Mit solchen Geräten direkt ansteuerbar<br />
sind Elektronik-Schaltungen, SPS,<br />
Relais und Schütze. Durch ihren Aufbau erfordern<br />
kapazitive Sensoren keine Betätiein<br />
bestimmtes Material. Sie beschreibt die<br />
Durchlässigkeit eines Materials für elektrische<br />
Felder. In der Regel erfassen kapazitive<br />
Näherungsschalter Produkte, wenn die<br />
relative Dielektrizitätskonstante > 1,5 ist,<br />
wobei die Konstante von mehreren Faktoren<br />
abhängig ist, z. B. der Temperatur. Daher<br />
sind die Angaben zu bestimmten Produkten<br />
als exemplarisch zu betrachten.<br />
Die größten Schaltabstände erreichen<br />
kapazitive Sensoren bei ferromagnetischen<br />
Materialien (Stahl, Eisen) und Wasser. Bei<br />
anderen Werkstoffen ist der erzielbare<br />
Schaltabstand geringer. Beschrieben wird<br />
der Werkstoffeinfluss auf den Schaltab -<br />
stand durch materialspezifische Reduktions -<br />
fak toren. Hierbei gilt: Materialabhängiger<br />
Schaltabstand = Nennschaltabstand × Reduktionsfaktor<br />
für den jeweiligen Werkstoff.<br />
Der Nennschaltabstand ist eine Kenngröße<br />
zur Eingruppierung der Sensoren und berücksichtigt<br />
keine Exemplarstreuungen sowie<br />
äußere Einflüsse wie Temperatur- oder<br />
16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Spannungsschwankungen. Beim Nennschaltabstand<br />
wird der Abstand angegeben, bei<br />
dem die Normmessplatte, die sich der aktiven<br />
Fläche des Sensors nähert, eine Zustandsänderung<br />
des Schaltausgangs bewirkt. Die<br />
geerdete, quadratische Normmessplatte<br />
besteht aus Stahl FE360, ist 1 mm dick und<br />
verfügt über eine geglättete Oberfläche. Die<br />
Kantenlänge der Platte entspricht dem<br />
Durchmesser der aktiven Fläche eines kapazitiven<br />
Näherungsschalters.<br />
Auswirkungen von Umgebungseinflüssen<br />
und Wahl des Sensors<br />
Die maximale Schaltfrequenz von kapazitiven<br />
Sensoren gibt die höchstzulässige<br />
Anzahl von Impulsen pro Sekunde bei einem<br />
konstanten Impuls-Pausen-Verhältnis von<br />
1:2 und halbem Nennschaltabstand an.<br />
Diese Schaltfrequenz wird ebenfalls mit<br />
einer Standardnormmessplatte bestimmt.<br />
Die maximal möglichen Schaltvorgänge pro<br />
Sekunde setzen der Schaltfrequenz somit<br />
Grenzen. Bei der Wahl des Sensors muss<br />
daher ein Kompromiss zwischen seiner<br />
Größe und der Schaltfrequenz gemacht<br />
werden.<br />
Einstellen lässt sich der Schaltabstand<br />
von kapazitiven Sensoren zumeist über ein<br />
Potentiometer. Sind die Umgebungseinflüsse<br />
konstant, ist eine Einstellung der Reichweite<br />
bzw. Empfindlichkeit bis zum angegebenen<br />
Maximalwert möglich. Dieser Wert darf<br />
jedoch nicht bei schwankenden Umgebungseinflüssen<br />
ausgeschöpft werden, da<br />
sich z. B. Temperatur und Schwankungen<br />
der Versorgungsspannung auf das Ansprechverhalten<br />
auswirken und bei Maximalwerteinstellung<br />
zu Fehlfunktionen des<br />
Gerätes führen können. Die in kapazitiven<br />
Sensoren integrierte Schalthysterese verhindert<br />
ein Hin- und Herkippen des Schaltausgangs,<br />
wenn sich ein Objekt an der<br />
Grenze des Erfassungsbereichs befindet<br />
und mechanischen Vibrationen unterliegt.<br />
02 Kapazitive Sensoren weisen einen Normschaltabstand von 0,8 bis 120 mm auf<br />
Sensoren auf die jeweilige<br />
Anwendung abstimmen<br />
Das Positionieren oder Zählen von Gegenständen,<br />
Behältern oder Verpackungen sind<br />
typische Anwendungen von kapazitiven<br />
Sensoren für den bündigen Einbau. Auch<br />
zur Füllstandabfrage von pastösen, festen<br />
sowie flüssigen Medien lassen sie sich verwenden.<br />
Selbst für die Abfrage von Füllständen<br />
durch Behälterwandungen hindurch<br />
eignen sich Lösungen für den bündigen<br />
Einbau. Allerdings dürfen die Wandungen<br />
nicht zu dick sein und nur aus nichtmetallischen<br />
Materialien bestehen. Hinzu kommt,<br />
dass hierbei die Dielektrizitätskonstante<br />
des zu erfassenden Mediums um zirka<br />
Faktor 5 größer sein muss. Der Einsatz von<br />
kapazitiven Sensoren für den nichtbündigen<br />
Einbau empfiehlt sich dann, wenn<br />
ein Medium mit der aktiven Fläche in Berührung<br />
kommt, z.B. bei der Füllstanderfassung<br />
von Schüttgütern, Pasten oder<br />
Flüssigkeiten. Allgemein formuliert, haben<br />
kapazitive Näherungsschalter den Vorteil,<br />
dass sie auf alle Materialien sehr gut reagieren<br />
und somit sehr vielseitig einsetzbar sind.<br />
Das Angebot an kapazitiven Näherungsschaltern<br />
mit Normschaltabstand (Schaltabstände<br />
von 0,8 bis 120 mm) von IPF<br />
Electronic erstreckt sich über Baugrößen<br />
von 6,5 bis 100 mm. Die Sensoren sind mit<br />
und ohne Gewinde sowie als quaderförmige<br />
Lösungen ausgeführt. Die für den bündigen<br />
wie nichtbündigen Einbau geeigneten Geräte<br />
haben eine aktive Fläche aus Kunststoff und<br />
sind für einen Temperaturbereich von - 25<br />
bis + 70 °C geeignet.<br />
Robust und variantenreich<br />
Gerätelösungen für spezielle Umgebungsbedingungen<br />
verfügen neben einem erweiterten<br />
Temperaturbereich von - 25 bis + 80 °C<br />
beispielsweise über eine hohe Dichtigkeit<br />
und sind laugen- oder säurebeständig.<br />
Die kapazitiven Näherungsschalter sind in<br />
Baugrößen von 4 bis 35 mm sowie mit und<br />
ohne Gewinde erhältlich. Die Schaltabstände<br />
der bündig und nichtbündig einbaubaren<br />
Varianten reichen von 2 bis 40 mm.<br />
Die aktive Fläche besteht aus Kunststoff<br />
oder Teflon. Zudem stehen Ausführungen<br />
mit Teflongehäuse und Entwicklungen für<br />
die Schlauch- oder Rohrmontage zur Verfügung.<br />
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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 17
SENSORIK UND MESSTECHNIK I REPORTAGE<br />
Wurst, Käse, Milch…<br />
LIVE@<br />
Individuelle Messtechnik sorgt für Prozesssicherheit bei Viessmann-Kühlmöbeln<br />
Messtechnik von der Stange ist<br />
nicht in allen Anwendungsfällen<br />
die optimale Lösung. Daher setzt<br />
die Firma Viessmann Kühlsysteme<br />
GmbH aus Hof bei Entwicklungsund<br />
Produkttests für Kühlmöbel<br />
auf individuelle Messschränke<br />
von Delphin Technology – damit<br />
der Verbraucher seine frischen<br />
Lebensmittel in perfekt gekühltem<br />
Zustand bekommt.<br />
Dipl.-Ing. (FH) Dirk Schaar,<br />
Chefredakteur INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />
In den Supermärkten sind die Kühltheken<br />
und -regale voll mit Wurst, Käse und Milch<br />
und anderen frischen Lebensmitteln. Die<br />
Auswahl ist meist riesig – mehrere Kühleinheiten<br />
sind meterweise aneinandergereiht.<br />
Hier findet der Kunde alles, was er<br />
an Frischeprodukten benötigt – schnell,<br />
übersichtlich und im möglichst perfekten<br />
Zustand.<br />
Aber wie wird die Ware eigentlich so<br />
frisch gehalten und wie wird garantiert,<br />
dass die richtigen Temperaturen im Kühlsystem<br />
vorherrschen? Das kann man bei<br />
einem Besuch der Viessmann Kühlsysteme<br />
GmbH im bayrischen Hof erfahren. Das<br />
Unternehmen, das zum 1917 gegründeten<br />
Familienunternehmen Viessmann gehört,<br />
ist heute europäischer Marktführer sowie<br />
Haupthersteller von temperaturkontrollierten<br />
Kühlräumen und Kühlaggregaten für<br />
Handel und Industrie. Über 500 Mitarbeiter<br />
stellen höchst effiziente und innovative<br />
Produkte her, die den hohen Standards in<br />
Gastronomie und Hotellerie sowie der Lebensmittelproduktion<br />
und -verarbeitung<br />
gerecht werden.<br />
Definierte Prüfnormen<br />
„Wir stellen an unseren Standorten in<br />
Deutschland (Hof/Bayern) und Finnland<br />
(Porvoo) qualitativ hochwertige temperaturgesteuerte<br />
Kühlräume und Kühlmöbel<br />
her. Dabei legen wir, neben der optimalen<br />
Warenpräsentation des Kunden, stets den<br />
Fokus auf Energieeffizienz, umweltfreundliches<br />
Handeln und natürlich auf absolute<br />
Prozesssicherheit beim Kühlen“, erklärt Florian<br />
Erfurth, Leiter Labore F&E bei Viessmann<br />
Kühlsysteme in Hof. Um die Kühlmöbel<br />
ständig verbessern und optimieren<br />
zu können wurde im März 2016 damit begonnen,<br />
ein neues Labor zu installieren, in<br />
dem man nun seit Anfang 2017 in der Lage<br />
ist, umfangreiche Messungen durchzuführen.<br />
„Es handelt sich um so genannte Entwicklungs-<br />
oder Produkttests, bei denen eine<br />
Prüfung durchaus mal mehrere Wochen in<br />
Anspruch nehmen kann. Unser Fokus liegt<br />
dabei auf dem Abfahren verschiedener Systemzustände,<br />
bei denen die klimatischen<br />
Bedingungen entsprechend nach einer<br />
definierten Prüfnorm eingehalten werden<br />
18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
REPORTAGE I SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
müssen“, so Florian Erfurth. Die Errichtung der Test-Setups erfolgt<br />
dabei unter Berücksich tigung der gültigen Prüfnormen für Kühlmöbel,<br />
um den Anforderungen der Lebensmittelhygieneverordnung<br />
stets gerecht zu werden. Darin sind verschiedene Waren-Temperaturklassen<br />
definiert. Die Klasse M2 bedeutet zum Beispiel, dass die<br />
Ware überall im Kühlmöbel eine Temperatur zwischen -1°C und<br />
+7°C betragen muss. Andernfalls wäre das Kriterium dieser Klasse<br />
nicht erfüllt.<br />
„Wir messen dazu die Temperaturen an denen in der Norm<br />
definierten Stellen. Ist es dort über den Messzeitraum kalt genug,<br />
sind die hygienischen Bedingungen erfüllt. Wir messen aber auch,<br />
wie viel Kälteenergie das Möbel verbraucht, also wie hoch der<br />
Energieaufwand ist, um die Ware auf Temperatur zu bringen und<br />
ebenfalls die elektrische Leistungsaufnahme des Möbel, also elektrische<br />
Verbraucher wie Lüfter, Regelung, Magnetventile, die mit<br />
zur Gesamtbilanz beitragen“, erklärt York Felix Krause, Prüfingenieur<br />
bei Viessmann, den Vorgang. Aus den Ergebnissen<br />
werden entsprechende Kennwerte berechnet, so dass die Möbel<br />
vergleichbar für den Kunden bleiben.<br />
Alles aus einer Hand<br />
„Natürlich musste für den neuen Prüfstand auch die passende<br />
Messtechnik angeschafft werden. Dazu haben wir uns zunächst im<br />
eigenen Konzern umgeschaut - in Deutschland und bei unserer finnischen<br />
Tochter. Wir haben aber auch einen Blick in den Hauptsitz<br />
der Viessmann-Gruppe im hessischen Allendorf geworfen und sind<br />
dort schließlich fündig geworden. Die Kollegen setzen zur Prüfung<br />
ihrer Wärmepumpen Messtechnik der Firma Delphin Technology<br />
AG ein“, berichtet York Felix Krause über ie damalige Suche. So kam<br />
dann der Kontakt zum Messtechnik-Spezialisten aus Bergisch-<br />
Gladbach und zum Senior Sales Manager Dietmar Scheider zustande,<br />
der heute die gesamte Viessmann-Gruppe für Delphin betreut. Da<br />
Florian Erfurth und sein Team ebenfalls Kontakte zum Institut für<br />
Luft- und Kältetechnik gGmbH (ILK) in Dresden pflegen, hatte man<br />
sich auch dort nach entsprechender Messtechnik umgehört. Und<br />
auch in Dresden setzt man auf Technik aus dem Hause Delphin.<br />
„Nach intensiven und sehr konstruktiven Ge sprächen mit Herrn<br />
Scheider und seinen Kollegen und dem Finden der für uns optimal<br />
passenden Lösung haben wir uns dann schließlich für individuell<br />
auf unsere Bedürfnisse abgestimmte Messschränke entschieden.<br />
Für uns ausschlaggebend war, dass Delphin Technology sehr flexibel<br />
auf unsere Wünsche eingehen konnte. Viele Anbieter können zwar<br />
Messtechnik in Form von festen Modulen liefern, aber zur Gesamtlösung<br />
gehören auch noch ein Schaltschrank und die Verdrahtung<br />
des Gesamtsystems. Das hat uns der Messtechnik- Spezialist als<br />
individuelle Kundenlösung geliefert – alles aus einer Hand“, ist<br />
Florian Erfurth froh über die Entscheidung.<br />
Auf Industrie 4.0 vorbereitet<br />
01 Der Delphin-<br />
Messschrank wurde<br />
individuell auf die<br />
Applikation abgestimmt<br />
Aufgebaut wurden die vier Messschränke auf Basis von Delphin<br />
Expert Loggern mit Er weiterungsmodulen, also Datenloggern der<br />
neuesten Generation, die moderne Kom munikation mit ausgereifter<br />
Messtechnik verbinden. „Das FPGA basierte Expert Logger-Gerät ist<br />
besonders leistungsfähig und ermöglicht die Verarbeitung von bis zu<br />
46 analogen Eingangskanälen, sowohl bei niedrigen als auch bei<br />
hohen Abtastraten. Messwerte können so präzise erfasst, autark<br />
gespeichert und automatisch per USB, LAN, WLAN oder LTE ins<br />
Internet oder zum PC übertragen und ausgewertet werden“, erzählt<br />
Dietmar Scheider. Wegen der zunehmenden Etablierung von OPC<br />
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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 19
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong> I REPORTAGE<br />
02 Blick ins Messbüro –<br />
hier laufen die Daten in der<br />
Software ProfiSignal zusammen<br />
UA bietet sich durch die Geräte auch in der<br />
Messwerterfassung, im Monitoring und in<br />
der Prüfstandsautomatisierung die Möglichkeit<br />
die eigene Anwendung fit für den offenen<br />
Datenaustausch zu machen. Es ist sowohl<br />
ein OPC UA-Server als auch ein Client implementiert.<br />
Ein bar rierefreier und einfacher<br />
Datenaustausch mit Sensoren oder Subsystemen<br />
die auch OPC UA unterstützen kann<br />
dadurch schnell realisiert werden. Die Expert<br />
Logger ver fügen aber neben OPC UA<br />
zusätzlich über Profibus, ModBus, CAN-Bus<br />
sowie serielle Schnittstellen für die Anbindung<br />
an die Sensor- und Feldebene. „Deren<br />
Konfiguration erfolgt mit Software bequem<br />
vom PC. Die Geräte-Konfiguration bleibt<br />
auch im spannungslosen Zustand erhalten.<br />
Konfigurationen können ausgelesen und auf<br />
dem PC gespeichert werden. Eine Änderung<br />
der Konfiguration ist auch ohne verbundenes<br />
Expert-Logger-Gerät offline möglich.<br />
Offline Konfigurationen werden dann einfach<br />
wieder in das Gerät eingespielt. Mit Expert<br />
Logger wird nicht die Konfiguration zur<br />
Hauptaufgabe, sondern die Anwender können<br />
sich voll auf die Messaufgabe konzentrieren“,<br />
erklärt Dietmar Scheider.<br />
Anschluss mit Flexibilität<br />
Die Anzahl der Messstellen in großen Möbeln<br />
(zum Beispiel bei 3,75 m Länge) belaufen<br />
sich auf knapp über 80, so dass auch<br />
entsprechend viele Kanäle vorgesehen<br />
werden mussten. Hier kann Florian Erfurth<br />
und sein Team jeden beliebigen Sensor<br />
direkt anschließen. Über die Kodierung in<br />
der Anschlusstechnik wird bestimmt, um<br />
welchen Sensortyp es sich handelt. Kommt<br />
zum Beispiel ein Zweidrahttransmitter als<br />
Drucksensor zum Einsatz, ist dieser am<br />
Stecker schon so elektrisch verdrahtet,<br />
dass sich der Anwender keine Gedanken<br />
mehr machen muss. Wird aber ein Dreidrahttransmitter<br />
mit einem 0-10-V-Signal<br />
benötigt, ist der Stecker anders kontaktet.<br />
„Einmal gemacht, muss man in der Software<br />
nur noch von Milliampere auf Spannung<br />
umschalten und alles funktioniert<br />
reibungslos. Einfacher geht es nicht“, sagt<br />
Dietmar Scheider stolz. Die individuelle<br />
Anschlusstechnik hilft Viessmann vor<br />
allem, die Flexibilität im neuen Labor zu<br />
erhalten.<br />
Getestet werden bei der Viessmann Kühlsysteme<br />
GmbH in Hof bis zu drei Möbel in<br />
einem Raum – lückenlos über 24 Stunden.<br />
Insgesamt stehen zwei Klimaräume zur<br />
Verfügung, so dass maximal sechs Möbel<br />
parallel getestet werden könnten. Da das<br />
aber äußerst selten vorkommt, hat man sich<br />
in der ersten Ausbaustufe auf vier Messeinheiten<br />
beschränkt. Alle Messschränke verfügen<br />
über einen Netzwerkanschluss, so dass<br />
sie in das interne Viessmann-Firmennetz<br />
eingebunden werden konnten. „Das hat<br />
den Charme, dass wir uns von all unseren<br />
Standorten aus über die Software Profi-<br />
Signal von Delphin die Messdaten anzeigen<br />
lassen können. Selbst ein Netzwerkausfall<br />
würde unserer Arbeit nicht schaden, denn<br />
über die Logger-Funktion speichern wir<br />
die in Gerät berechneten Werte ab und<br />
können jederzeit wieder darauf zu greifen“,<br />
so Florian Erfurth über die Funktionen.<br />
Weitere Anbindung<br />
Beim Prüfstand handelt es sich um eine<br />
komplexe Anlagentechnik, die drei Verbundanlagen,<br />
Wärmepumpen, Pufferspeicher,<br />
Klimageräte, Be- und Entfeuchtung,<br />
03 Chefredakteur Dirk Schaar inspiziert<br />
die Messstellen<br />
Stellklappen und Kühler auf dem Dach steuert.<br />
Diese Funktionen übernimmt die SPS<br />
des Anlagenbauers. Um einen lückenlosen<br />
Austausch mit der Delphin-Software zu ermög<br />
lichen, kommt eine definierte Modbus-<br />
Schnittstelle zum Einsatz, so dass kein zusätzlicher<br />
Hardware-Aufwand nötig ist.<br />
Eine weitere Anbindung der Messtechnik<br />
besteht an die Kältemittel-Stoffdatenbank<br />
des ILK. „Diese haben wir in Lizenz<br />
mit angeboten. Über ein Tool, welches online<br />
auf die Datenbank zugreift, fließen die<br />
benötigten Stoffdaten direkt mit in die<br />
Berechnungen ein. Der konventionelle<br />
Ansatz würde viel mehr Aufwand bedeuten,<br />
weil viele Arbeiten händisch über<br />
Tabellen kalkulationen und zahlreiche Berechnungen<br />
ausgewertet werden müssten.<br />
Das spart Zeit und Geld“, weiß Dietmar<br />
Scheider.<br />
Ebenfalls an Bord der Messtechnik befindet<br />
sich bereits ProfiSignal Klicks. Mit dieser<br />
Version ist es Technikern und Ingenieuren<br />
möglich, unabhängig von Spezialisten, ihre<br />
Anwendungen selbst erstellen zu können<br />
und die Pflege – just in time – selbst ohne<br />
großen Aufwand zu erledigen. „Im Moment<br />
nutzen wir nur die Basis Variante der Software,<br />
aber wir haben, wie auch mit der<br />
gesamten Lösung von Delphin, noch sehr<br />
viel Potenzial für zukünftige Aufgaben.<br />
Daher war es die richtige Entscheidung, uns<br />
für Delphin zu entscheiden“, resümiert<br />
Florian Erfurth.<br />
Der Kunde des Supermarktes kann also<br />
gemütlich und ausgiebig sein Frühstück genießen.<br />
Die Wurst, der Käse oder auch die<br />
Milch, die er eingekauft hat, entsprechen<br />
seinen Vorstellungen von Frische und Hygiene.<br />
Dafür, dass im Kühlregal immer die<br />
notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen<br />
Temperaturen herrschen, dafür sorgt<br />
zum Beispiel die Firma Viessmann in Hof.<br />
Das Traditionsunternehmen liefert dafür<br />
die optimale Kühltechnik und Delphin<br />
Technology die flexible und moderne Messtechnik.<br />
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Industrie 4.0. Die Erfassung der Messdaten und deren Weiterverarbeitung<br />
und Übertragung an übergeordnete Steuerungen, läuft immer schneller ab.<br />
Um den Ansprüchen an „Messtechnik 4.0“ gerecht zu werden, haben<br />
die Hersteller ihre Produkte weiter optimiert:<br />
HBM beispielsweise stellt die ganze Messkette für die<br />
Digitalisierung der Fertigung zur Verfügung. Als neueste<br />
Innovation hat der Messtechnik -Hersteller einen dynamischen<br />
Messverstärker entwickelt, der die Sensorsignale nicht nur<br />
störsicher verstärkt und zur Steuerung transportiert, sondern<br />
Messwerte auch gleich vorverrechnet und zusammenfasst<br />
– und damit die übergeordneten Steuerungen entlastet.<br />
Wie HBM dieser Technologiesprung gelungen ist und mit<br />
welchen Features Anwender überzeugt werden sollen,<br />
lesen Sie auf unserer Homepage.<br />
NEUGIERIG?<br />
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SIE DEN<br />
VOLLSTÄNDIGEN<br />
ARTIKEL:<br />
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net/HBM1/
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Brandfrüherkennung per App<br />
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Dias Infrared hat sein Brandfrüherkennungssystem<br />
Pyroview FDS mit einer App ergänzt. Im Störungsfall<br />
kann über sie aus der Ferne sofort auf das System<br />
zugegriffen werden, und die Verantwortlichen<br />
können sich ein Bild von der Lage machen. Das<br />
Brandfrüh erkennungssystem ist mit hochsensiblen Infrarotkameras<br />
ausgestattet, die Umgebungstemperaturen kontinuierlich<br />
messen und<br />
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melden. Die App<br />
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der Infrarot-Kameras,<br />
Panorama-Ansichten,<br />
Übersichtsbilder<br />
und aktuelle Status-<br />
Informationen<br />
wie Alarme oder<br />
Störungen. Außerdem kann das System mit der App ferngesteuert<br />
werden. Über sie kann etwa der Schwenk-Neige-Kopf, auf dem die<br />
Kamera montiert ist, angesteuert werden, um bestimmte Flächen<br />
näher zu betrachten. Das System kommt zum Beispiel dort zum<br />
Einsatz, wo Papier, Abfälle oder<br />
Brennstoffe gelagert werden,<br />
aber auch in Wäldern oder<br />
Tunneln. Die App gibt es<br />
zurzeit für Android-Geräte,<br />
eine iOS-Variante soll folgen.<br />
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Scherkräften ist der Paceline CSW von HBM. Einsatzgebiete für<br />
den piezoelektrischen Sensor sind die Kraftüberwachung von<br />
spanabhebenden Prozessen wie Schneiden, Fräsen und Drehen.<br />
Zudem kann der Kraftmessring in einen mehrachsigen Sensor<br />
umgebaut werden. Er misst im montierten und eingemessenen<br />
Zustand Scherkräfte in Kabelrichtung. Mit 3 bis 5 mm Bauhöhe<br />
ist er platzsparend und hat die gleichen Abmessungen wie Typ<br />
Paceline CLP zur Messung von Normalkräften. In Kombination<br />
mit den CLP-Kraftmessringen sowie verschiedenen Montagerichtungen<br />
von mindestens zwei CSW-Messringen lassen sich Messsysteme<br />
aufbauen und die Kräfte in verschiedenen Richtungen<br />
gleichzeitig messen. Die Messringe haben ein fest angeschlossenes<br />
Kabel, bestehen aus rostfreien Materialien und erreichen<br />
Schutzart IP65. Sie sind in Nennkräften<br />
von 1 bis 8 kN verfügbar.<br />
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in dicht gepackten Frontplatten oder als Miniatur-Winkelsensor im<br />
Apparatebau. Es bietet eine feine Justierung für drei, fünf oder zehn<br />
Umdrehungen und liefert Auflösungen bis 0,5°. Durch die Wahl des<br />
Drehwinkels wird die Geschwindigkeit der Wertänderung bzw. die<br />
Feinfühligkeit der Drehbewegung beeinflusst. Die Werte werden<br />
wahlweise als Spannungssignal über ein Display oder über einen<br />
Multiturn-Drehknopf mit Skala angezeigt.<br />
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22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong><br />
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Shuttlewechsel im Betrieb<br />
Shuntbasiertes Messsystem für Formel E<br />
Als Technologiepartner der (FIA) hat Isabellenhütte das shuntbasierte<br />
Messsystem IVT-F für die Formel-E-Rennsportserie<br />
entwickelt. Das System ist in den Rennwagen für die Messung des<br />
Lade- und Entladevolumens der Batterieaggregate verantwortlich.<br />
Diese erzielen hohe Energiedichten, bei denen hohe Spannungen<br />
angelegt werden. Das Messsystem hat elementare physische<br />
und technologische Rahmenbedingungen zu erfüllen. Das aus<br />
widerstandsfähigen Spezialmaterialien konstruierte System verfügt<br />
über einen sehr niedrigen Temperaturkoeffizienten, der vor Fehlfunktionen<br />
schützt. Bis + 105 °C Betriebstemperatur gewährleistet<br />
das System exakte Messergebnisse. Um die Sicherheitsanforderungen<br />
zu erfüllen, überwacht ein<br />
Microcontroller den Sensorstatus. Ein<br />
AD-Converter sorgt für eine präzise<br />
Transformation des Spannungsabfalles<br />
in digitale Signale. Von den<br />
Erkenntnissen aus dem Rennsport<br />
sollen zukünftige Serienprodukte<br />
profitieren.<br />
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Druckschalter für große elektrische Lasten<br />
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Wika hat seine Druckschalter-<br />
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für den Maschinenbau erweitert.<br />
Der Typ PSM-520 kann elektrische<br />
Lasten bis zu AC 230 V/10 A<br />
schalten. Das robuste Gerät ist insbesondere<br />
für den Einsatz im Bereich Pumpen und Kompressoren<br />
konzipiert. Der Schaltpunkt lässt sich vor Ort individuell<br />
einstellen, eine Schutzkappe verhindert eine unbeabsichtigte<br />
Änderung. Erhältlich ist der Druckschalter mit Einstellbereichen<br />
von - 0,4…+ 7 bar bis 6…30 bar. Er arbeitet mit einer<br />
Nichtwiederholbarkeit des Schaltpunkts von ≤ 2 % der Spanne.<br />
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OriginLab eine um viele Funktionen und Verbesserungen<br />
erweiterte Software heraus. Über mehr als 75 neue Features,<br />
Apps und Verbesserungen erwarten<br />
den Anwender. Dazu zählen die Zell -<br />
formelunterstützung in Origin-Arbeitsblättern,<br />
neue Diagrammtypen sowie<br />
ein erweiterter Dialog für die Anpassung<br />
von Grafiklegenden, Unterstützung von<br />
Referenzlinien in Diagrammen mit<br />
individuellen Formeln oder statistischen Funktionen. Arbeitserleichternd<br />
sind auch Popup-Bilder beim Mouse-Over von Zellen,<br />
die Bilder oder Diagramme beinhalten, und die Unterstützung von<br />
Bilddarstellungen im zusammenfassendem Bericht bei der Stapelverarbeitung.<br />
Ein Unicode-Support ermöglicht darüber hinaus<br />
einen unkomplizierten Austausch von Origin-Dateien mit Kollegen<br />
weltweit (21-Tage-Testversion unter: http://bit.ly/2GxvFX5).<br />
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im industriellen Umfeld enorm wichtig. Die<br />
Geräte-Serie Pac von Dräger misst deshalb<br />
schnell, präzise und zuverlässig. Verfügbar<br />
sind personenbezogene Eingas-Messgeräte,<br />
die neben den Standard-Gasen Kohlenmonoxid<br />
(CO), Schwefelwasserstoff (H 2<br />
S), Schwefeldioxid<br />
(SO 2<br />
) und Sauerstoff (O 2<br />
) auch Sondergase wie<br />
Ozon und Phosgen detektieren. Insgesamt<br />
stehen Anwendern 18 langlebige Sensoren für bis zu 33 Gase<br />
zur Verfügung. Die Sensoren sind im Temperaturbereich von<br />
- 40 bis + 55 °C einsetzbar. Ein einfach zu wechselnder Membranfilter<br />
schützt den Sensor vor<br />
eindringenden Fremdkörpern<br />
wie Staub oder Flüssigkeiten.<br />
Das stoßfeste, chemikalienbeständige<br />
Gehäuse erfüllt die<br />
Anforderungen gemäß IP68.<br />
www.draeger.com<br />
Kameramodule mit MIPI<br />
CSI-2-Schnittstelle<br />
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LIVE@<br />
Polytec stellt das neue OD iSI 6100 System des US-<br />
Herstellers Luna Innovations vor. Der faseroptische<br />
Interrogator dient der Messung von Temperatur- und<br />
Dehnungsprofilen in Sub-Millimeterauflösung – über<br />
eine einzelne Standard-Glasfaser auf 50 m langen Messstrecken.<br />
Der Temperaturmessbereich reicht von - 40 bis + 300 °C,<br />
mit Spezialfasern auch darüber hinaus. Der Dehnungsmessbereich<br />
beträgt ± 12 000 Microstrain,<br />
die Messauflösung liegt<br />
bei 0,1 °C bzw. ± 1 Microstrain.<br />
Zudem stehen nun maximal<br />
acht Kanäle zur Verfügung, die<br />
hunderttausende Messpunkte<br />
aufnehmen. Das Auslesegerät<br />
ist industrietauglich ausgelegt<br />
und wird im 19"-Rack mit Linux-<br />
Laptop und 50 m robuster Zuleitung zwischen Fasersensor und<br />
Interrogator geliefert. Der modulare Aufbau ermöglicht eine<br />
High-Speed-Option für Ausleseraten bis 250 Hz. Die Einsatzbereiche<br />
reichen von Modell- und Simulationsvalidierung,<br />
Temperatur- und Lastüberwachungssystemen über die Entwicklung<br />
von Composite-Materialien bis hin zu Ermüdungstests und<br />
mechanischen Materialstruktur-Überwachungen.<br />
www.polytec.com<br />
Basler ergänzt die Dart-Kameraserie um Modelle mit BCON for<br />
MIPI-Schnittstelle. Dieses Produktkonzept verbindet die MIPI<br />
CSI-2-Schnittstelle aus der Embedded-Welt mit den Kamera-<br />
Standards und der Langzeitverfügbarkeit der Machine Vision<br />
Industrie. Diese Kameramodule nutzen den ISP ausgewählter<br />
Embedded Plattformen im Qualcomm Snapdragon Extended Life<br />
Produktportfolio voll aus auf einem Linux Open Embedded<br />
Betriebssystem (Linaro). Der Hersteller liefert nicht nur ein<br />
hochwertiges Kameramodul mit 5 Megapixel Auflösung und<br />
60 fps, sondern auch das passende Treiberpaket für die Steuerung<br />
des Sensors und die Bildaufnahme über die MIPI CSI-2-Schnittstelle.<br />
Zusätzlich wird ein Embedded Vision Development Kit,<br />
basierend auf einem DragonBoard von Arrow und einem<br />
96boards.org-kompatiblen Mezzanineboard für<br />
das Kameramodul zur Verfügung stehen,<br />
mit denen Anwender ihren Systemaufbau<br />
starten und testen können.<br />
www.baslerweb.com<br />
Überwachung von bis zu 64<br />
Thermoelementen<br />
Das Temperaturmessgerät TC-32 von Measurement Computing<br />
(MCC) eignet sich für Anwendungen zur Temperaturüberwachung<br />
in Laboratorien, Lager-, Produktions- oder Serverräumen.<br />
An das Gerät können über Mini-Thermobuchsen bis zu<br />
32 Thermoelemente angeschlossen werden, zusammen mit der<br />
Erweiterungseinheit TC-32-EXP sogar bis zu 64. Es bietet eine<br />
24-Bit-Auflösung für präzise Messdaten, digitale Ausgänge für<br />
Temperaturalarme, Anschluss über USB und Ethernet sowie eine<br />
breite Software-Unterstützung. Zudem beinhaltet das zur Installation<br />
im 19"-Rack geeignete Messgerät 32 analoge Differenzeingänge<br />
für die Temperaturerfassung mit einer Abtastrate von bis zu<br />
3 S/s pro Kanal, acht digitale Inputs und 32 digitale Outputs.<br />
www.mccdaq.de<br />
Messverfahren<br />
Festelektrolyt-Potentiometrie<br />
NDIR-Sensoren<br />
Wärmeleitfähigkeit<br />
Elektrochemische Sensoren<br />
Keidel-Zellen<br />
Gasanalytik für die Prozessmesstechnik<br />
www.zirox.de<br />
ZIROX Sensoren und Elektronik GmbH | Am Koppelberg 21 | 17489 Greifswald | Tel.: +49(0)3834-83 09 00 | Fax: +49(0)3834-83 09 29 | E-Mail: info@zirox.de<br />
Zirox.indd 1 22.09.2017 11:05:04<br />
24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Exakt im Hoch -<br />
temperaturbereich<br />
Universell einsetzbare<br />
Temperatur-Sensoren bietet<br />
die Reihe Game Changer, die<br />
Exergen Global in Kooperation<br />
mit Novus <strong>Automation</strong><br />
entwickelt hat. Sie bestehen<br />
aus Infrarot-Sensoren der<br />
Baureihen IRt/c und micro<br />
IRt/c von Exergen und<br />
Temperaturreglern vom Typ<br />
Novus N1030IR. Im Temperaturbereich<br />
zwischen 0 und<br />
200 °C arbeiten sie mit<br />
Genauigkeiten von 1 % bei<br />
einer Wiederholgenauigkeit<br />
von 0,01 %. Sie sind vielseitig<br />
Beleuchtungslösungen mit integrierter Steuerung<br />
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Smart Vision Lights stellt eine Reihe von leistungsstarken LED-Modellen mit integrierter<br />
Multi-Drive-Technologie vor. Mit der neuartigen Funktion lassen sich die Beleuchtungen<br />
direkt von der Kamera aus ansteuern, was den Einsatz einer zusätzlichen Beleuchtungssteuerung<br />
überflüssig macht. Die Beleuchtungen erlauben sowohl Dauerbetrieb als auch<br />
Overdrive-Blitzbetrieb. Für Dauerbetrieb steht eine analoge 0 - 10-V-Steuerleitung zur<br />
Verfügung, die dem Anwender die vollständige Kontrolle der Lichtintensität und damit die optimale<br />
Anpassung an seine Applikation ermöglicht. Ein weiterer Vorteil: Die Steuerung schützt die LEDs vor<br />
vorzeitiger Alterung oder Ausfall durch Überhitzung. Sowohl die Miniatur-Modelle<br />
als auch die LXE300-Beleuchtungsserie sind in verschiedenen Lichtfarben erhältlich.<br />
Dank ihrer M12-Industriestecker und IP65-Schutzgehäuse sind die Beleuchtungen<br />
perfekt für den Einsatz in rauer Industrieumgebung gerüstet.<br />
www.stemmer-imaging.de<br />
einsetzbar, z. B. in der Textiloder<br />
Kunststoffindustrie, in<br />
der Medizin oder in der<br />
Nahrungsmittelproduktion.<br />
Passt immer.<br />
CX-Serie – über 80 Modelle bis 20 Megapixel in 29 × 29mm.<br />
www.exergenglobal.com<br />
Berührungslos und<br />
manipulationssicher<br />
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24. –27.4.18, Halle 3<br />
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Der transpondercodierte<br />
Sicherheitssensor BID R03K<br />
wurde für Überwachungsaufgaben<br />
an Schutztüren oder<br />
-klappen konzipiert. Er identifiziert<br />
den passiven<br />
RFID-Transponder eindeutig<br />
und stellt damit hohe<br />
Codierungsstufen und damit<br />
einen hohen Manipulationsschutz<br />
sicher. Mit seinem<br />
großen Ansprechbereich ist<br />
er unempfindlich gegenüber<br />
Vibrationen und mechanischem<br />
Spiel an der Schutzeinrichtung,<br />
auch wenn Türen sich<br />
setzen oder ungenau geführt<br />
sind. Per standardisierter<br />
M12-Anschlusstechnik lässt<br />
er sich an verschiedene<br />
Sicherheitseinrichtungen<br />
anschließen. Die integrierte<br />
sichere Auswerteelektronik<br />
erlaubt den Einsatz in<br />
Applikationen bis PLe<br />
beziehungsweise SIL 3.<br />
Mit den Kameras der CX-Serie haben Sie für jede Ihrer<br />
Anwendungen immer das passende Werkzeug griffbereit:<br />
von VGA bis 20 Megapixel und 891 Bilder/s<br />
sowie Global oder Rolling Shutter Sensoren.<br />
Welches Modell passt zu Ihrer Anwendung?<br />
www.baumer.com/cameras/CX<br />
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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 25
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Intelligenter testen<br />
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Die aktuelle Systemdesignsoftware Labview von NI,<br />
Labview NXG, bietet Schlüsselfunktionen für die<br />
Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung auto -<br />
matisierter Mess- und<br />
Prüfsysteme. Dazu zählt<br />
WebVI, mit dem sich<br />
webbasierte Benutzeroberflächen<br />
für Geräte<br />
ohne Plugins oder<br />
Installationsprogramme<br />
erstellen lassen. Der<br />
Systemdesigner ermöglicht eine schnellere Hardwarekonfiguration<br />
durch das Erkennen angeschlossener Hardware, die Anzeige<br />
installierter Treiber und die direkte Verknüpfung mit verfügbaren<br />
Messgerätetreibern. Die Hardwareunterstützung wurde auf<br />
tausende Stand-alone-Messgeräte und die modulare PXI-Messgeräteplattform<br />
erweitert. Zudem ist eine objektorientierte<br />
Programmierung möglich und kann mit der Testmanagementsoftware<br />
Teststand integriert<br />
werden. Einige Funktionen, zum<br />
Beispiel das WebVI, lassen sich<br />
mit bestehenden Labview-<br />
Anwendungen nutzen, ohne<br />
umfassender Modifizierung.<br />
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Erweiterung der Schnittstellen für<br />
Motorfeedback-Kits<br />
Posital hat das Schnittstellenangebot für seine Kit-Encoder<br />
erweitert und setzt dabei erneut auf ein nicht-proprietäres<br />
Open-Source-Kommunikationsprotokoll. Die magnetischen<br />
Einbau- und Positionsgeber-Kits mit einer elektronischen<br />
Auflösung von 17 Bit sind mit Biss-Line-Interface verfügbar. Sie<br />
schließen beim Motorfeedback die Lücke zwischen einfachen<br />
Resolvern und aufwändigeren optischen Drehgebern. Sie machen<br />
den Weg frei für die Umsetzung der Einkabeltechnik. Wahlweise<br />
steht eine 4-Draht-basierte Lösung mit getrennter Kommunikation<br />
und Versorgung oder eine kombinierte 2-Draht-basierte<br />
Variante bei gleichem Protokoll zur Verfügung. Vorteilhaft ist<br />
der Einkabel-Ansatz vor allem in kleineren Motoren.<br />
Zu den Besonderheiten der Biss-Line-Schnittstelle<br />
gehört die Implementierung der Forward<br />
Error Correction-Funktion, die<br />
eine hohe Verfügbarkeit<br />
der Datenkommunikation<br />
auch bei gestörten<br />
und minderwertigen<br />
Kabel- und Steckerverbindungen<br />
ermöglicht.<br />
www.posital.de;<br />
www.biss-interface.com<br />
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Die Miniatur-Lasersensoren O300 mit IO-Link von Baumer detektieren kleinste Objekte und Lücken. Mit dem<br />
auf 0,1 mm fokussierten Laserstrahl und einer Wiederholgenauigkeit von 0,1 mm können Objekte präzise positioniert<br />
und Folgeprozesse exakt gesteuert werden. Durch eine Ansprechzeit von weniger als 0,1 ms detektiert der<br />
Sensor eng beieinander liegende Objekte zuverlässig. Durch die exakte Ausrichtung des Laserstrahls per Design<br />
auf die Befestigungslöcher, qTarget, wird eine punktgenaue Detektion über die Serie ermöglicht. Das drucktastenlose<br />
Teachverfahren qTeach sorgt für eine komfortable Inbetriebnahme und Bedienung. Eines der fünf wählbaren<br />
Sensorprinzipien ist Smartreflect. Mit ihm lassen sich spiegelnde Objekte von 0,5 mm Grösse detektieren.<br />
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26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Robuste und genaue Neigungssensoren<br />
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in der Neigungsmessung,<br />
Nivellierung<br />
und Neigungsüberwachung<br />
bietet Althen<br />
Sensoren und Komplettsysteme an.<br />
Die Neigungssensoren NM, NSS und NSZ sind für die<br />
Über wachung und Prüfung vorgesehen, z. B. von Hebebühnen,<br />
Nivellierungsaufgaben, Baumaschinen oder Bauwerken. Die<br />
Messsysteme bestehen aus einem berührungslosen Sensor mit<br />
Auswerteelektronik und messen in Bereichen von ± 3 bis ± 60°<br />
bzw. 0 bis 90° mit einer Genauigkeit bis ± 0,1°. Für Ex-Bereiche<br />
ist der NM1-2L-420-Atex zertifiziert. Dieser wird z. B. in der Abwassertechnik<br />
eingesetzt. Die Jewell-Neigungssensoren Deep<br />
Water und Shallow Water sind ausgelegt für Einsätze in flachen<br />
Süß- und Salzwassergebieten, Offshore und für die Zustandsüberwachung<br />
von Brücken, Dämmen, Ölbohrplattformen oder<br />
Pipelines. Für Brückendurchhänge,<br />
Damm- und Bauüberwachung<br />
und andere geotech<br />
nische Präzisionsmessungen<br />
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Ein kompaktes Vision-System mit optionaler RGB-Beleuchtung<br />
bietet Eckelmann an. Das Kameragehäuse mit Beleuchtung für<br />
das E°SEE GigE Machine-Vision-System wurde von Rex Automatisierungstechnik<br />
entwickelt. Je nach Farbe des erfassten Objekts<br />
oder Elements kann die optimale Lichtfarbe gewählt werden, um<br />
den besten Kontrast zu erzielen und nicht relevante Elemente zu<br />
reduzieren. Farbtemperatur und Wellenlänge des LED-Beleuchtungsrings<br />
sind frei einstellbar. Das Vision-System ist optional<br />
auch mit zweistufiger LED-Beleuchtung erhältlich: mit rotem und<br />
weißem Licht. Für kontrastbasierte Vision-Algorithmen ist das<br />
System mit einer CMOS-Monochromkamera gerüstet. Optional ist<br />
die Kamera ebenfalls mit Farbsensor<br />
verfügbar, z. B. für eine Livebild-<br />
Darstellung in Echtfarben. Die<br />
Software E°SEE bietet einen Werkzeugkasten<br />
für viele Standardaufgaben der<br />
industriellen Bildverarbeitung.<br />
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Sensor-2-Information für das IoT<br />
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Der IoT-Technologie-Stack Thinglyfied 2 von SSV<br />
enthält neben Bausteinen für Sensorsystem und<br />
Gateway sowie Funktechnologien auch Data Science-<br />
Funktionen für die Cloud. Diese basieren auf Statistikverfahren,<br />
die auch bei kleinen Datenbeständen zu<br />
werthaltigen Informationen führen. Ein Schwerpunkt ist dabei<br />
Informationsgewinnung aus Zeitreihendaten. Das neue Release<br />
bietet auch Machine-Learning-Bibliotheken aus der Python-Welt<br />
zur Informationsgewinnung aus Sensordaten. Abgerundet wird es<br />
durch ein systemweites IoT-Sicherheitskonzept.<br />
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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 27<br />
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HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
Bestens<br />
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Energieführungen in Highspeed-<br />
Anwendungen der Robotik<br />
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Pick & Place-Anwendungen, Drucker und Handlingsysteme haben eines<br />
gemeinsam: hohe Taktzahlen und sehr hohe Dynamik. Energieführungs-<br />
Systeme sind daher meist durch Wellrohre geschützt, um Beschädigung<br />
und Ausfall vorzubeugen. Ein schwedischer Roboterhersteller hat sich<br />
hierfür eine besondere Lösung einfallen lassen.<br />
Chancen. Hier wären schnelle Wechsel nur<br />
kontraproduktiv.“ Vor diesem Hintergrund<br />
kam es zu einer regen partnerschaftlichen<br />
Zusammenarbeit für „e-rib“, den Igus-Wellrohrschutz<br />
für Wellschläuche verschiedener<br />
Fabrikate, der nun sein Können unter Beweis<br />
stellt.<br />
Der Maschinenbau hat in Schweden eine<br />
lange Tradition. Besonders gut stehen<br />
die Sterne gegenwärtig für die Automatisierungsbranche,<br />
die auf Erfolgskurs ist. So<br />
weitet die Wemo <strong>Automation</strong> AB aus dem<br />
schwedischen Värnamo und Reinheim in<br />
Deutschland ihr Geschäftsfeld aus. Im Jahr<br />
2015 hatte das Unternehmen den Zusammenschluss<br />
mit der deutschen Hahn <strong>Automation</strong><br />
bekannt gegeben. Wemo und Hahn<br />
expandieren und führen das Robotergeschäft<br />
zusammen. Während Hahn ein<br />
Produktportfolio größerer Roboter mit<br />
Schwerpunkt „Automotive“ anbietet, liegt<br />
bei Wemo die Kernkompetenz im Bereich<br />
kleinerer und mittelgroßer Roboter für die<br />
Kunststoffindustrie. Insgesamt sorgen nunmehr<br />
rund 100 Mitarbeiter für Roboter in<br />
höchstqualitativer Ausführung.<br />
Zu den Highlights des Handlingprogramms<br />
von Wemo zählen zum Beispiel die Linearroboter<br />
der „xDesign“-Baureihe. Sie stellen<br />
nach Herstellerangabe die perfekten Allrounder<br />
für die Entnahme unterschiedlichster<br />
Kunststoffteile dar und erfüllen höchste<br />
Flexibilitätsansprüche. Speziell zum Entnehmen<br />
von Verpackungsteilen dienen<br />
wiederum die sehr schnellen „sDesign“<br />
Roboter“. Diese Highspeed-Handlinggeräte<br />
sind für höchste Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit<br />
optimiert. Sie gewährleisten<br />
eine Zykluszeit von weniger als 2,7 s.<br />
Rundum geschützte Leitungen<br />
Bei derartig hohen Geschwindigkeiten unterliegen<br />
auch die verbauten Zukaufteile<br />
hohen Belastungen. Im Falle der Leitungen<br />
und Leitungsführungen setzt Wemo auf die<br />
Produkte von Igus. Zu dem Kölner Unternehmen<br />
existieren mittlerweile langjährige<br />
Kontakte, so Olof Stahl, Director Technical<br />
Management bei Wemo: „Genau wie bei<br />
unseren internationalen Kunden, setzen<br />
wir auch bei unseren Zulieferern auf<br />
langfris tige Zusammenarbeit. Wenn die<br />
eingebauten Teile nicht stimmen, sprechen<br />
wir später mehr über Probleme als über<br />
Bewegte Anwendungen können<br />
Maschinenausfälle verursachen<br />
In vielen Robotern von Wemo werden die<br />
steckfertigen Igus Chainflex-Leitungen, die<br />
speziell für bewegte Anwendungen entwickelt<br />
wurden, aus Kostengründen in Wellrohren<br />
geführt, die sich preislich unter<br />
Energieführungsketten bewegen. Das Problem:<br />
Bei schnellen lateralen Bewegungen<br />
kommt es zu ungewollten seitlichen Ausschlägen<br />
des vertikal stehenden Wellschlauches.<br />
Im schlimmsten Fall führt dies<br />
dazu, dass der Wellschlauch bricht. Entweder<br />
durch Überdehnung oder dadurch,<br />
dass er sich in Teilen der Maschine verfängt.<br />
In der Folge werden häufig auch die im<br />
Schlauch verlegten Leitungen beschädigt,<br />
wodurch es zum Roboterausfall kommt.<br />
Olof Stahl erinnert sich: „Wir hatten mit<br />
einer Eigenentwicklung versucht, dieses<br />
Schwingen zu unterbinden. Metall am unteren<br />
Ende des Rohrs zusammen mit einem<br />
innenliegenden Glasfaser-Stift sollten hier<br />
helfen. Dies war jedoch sehr aufwändig und<br />
kostenintensiv in der Umsetzung.“<br />
28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
Konkurrenzfähige Hightech-Roboter<br />
Besonders positiv am Rohrschutz von Igus ist dessen unproblematische<br />
Montage: Die „e-rib“ wird einfach auf das Wellrohr geklipst<br />
und lässt sich auch leicht auf bestehende Systeme nachrüsten. Das<br />
Wellrohr ist dann so stabilisiert, dass er sich nur in einer Raumrichtung<br />
bewegen kann – seit liche Ausschläge werden stark minimiert.<br />
Die Führungselemente an den Seiten sorgen für eine größere freitragende<br />
Länge. Die verfügbaren Größen passen für die Rohr-Nennweiten<br />
23, 29, 36 und 48 mm. Mit der „e-rib“ hat Igus daher genau die<br />
richtige Lösung parat, um Wemo punktgenau zu unterstützen.<br />
Gerade die schnelle und unkomplizierte Montage spielt für Olof<br />
Stahl eine entscheidende Rolle für konkurrenzfähige Roboter:<br />
„Wenn es nur ums Geld geht, können wir nicht mit Billiganbietern<br />
aus beispielsweise Asien mithalten. Wir bei Wemo punkten mit<br />
hoher Qualität und großer Flexibilität. Zu unseren internationalen<br />
Kunden zählen viele kleine Firmen, die Hightech-Roboter für ihre<br />
Fertigung benötigen. Standards – sowohl bei unseren Handlingsystemen<br />
als auch bei den verbauten Zukaufteilen – entscheiden<br />
über Effizienz und Wirtschaftlichkeit.“ Vergingen vor rund 30 Jahren<br />
noch vier Monate von der Bestellung bis zur Auslieferung liegt<br />
dieser Zeitraum aktuell bei vier bis sechs Wochen, so Stahl weiter.<br />
Überwachungssystem für Leitungen & Co.<br />
Und auch zukünftig können sich Firmen wie Wemo auf die innovative<br />
Unterstützung von Igus verlassen. Die Fortschritte bei den<br />
Energieführungen gehen beständig weiter, wie Produktexperte Ralf<br />
Kabus ausführt: „Zum Beispiel werden mit „isense“, einem Überwachungssystem<br />
für Leitungen, Energieführungsketten und Linearführungen,<br />
die Anwendungen noch sicherer und wirtschaftlicher.<br />
Denn diese Produkte melden selbstständig, wann ein Austausch<br />
ansteht, was für planbare Sicherheit und vorausschauende Wartung<br />
sorgt.“ Hier fließen die Ergebnisse aus dem 2 750 m² großen Testlabor<br />
in Köln ein, wo jedes Jahr beispielsweise 1,4 Mio. elektrische<br />
Messungen durchgeführt werden, welche zuverlässige Grenzwerte<br />
01 Das Portfolio von Wemo umfasst insgesamt zwölf Roboter, vom<br />
kompakten Angusspicker bis hin zum Großroboter mit Handhabungsgewichten<br />
bis 60 kg (im Detail: Wellrohrschutz e-rib)<br />
für die Lebensdauer von Leitungen liefern. „Unsere Handlingsysteme<br />
befinden sich häufig in warmen Umge bungen, etwa neben Spritzgussmaschinen“,<br />
erklärt Wemo-Director Stahl abschließend. „Hier<br />
darf nichts die verbauten Kunststoffkomponenten aufweichen.<br />
Seitdem wir chainflex Leitungen und Energieführungen von Igus<br />
einsetzen, sind wir auf der sicheren Seite.“ Das chainflex-Sortiment<br />
reicht von Steuerleitungen, Servoleitungen, Motorleitungen und<br />
Roboterleitungen bis zu Busleitungen, Datenleitungen, Geberleitungen<br />
und Lichtwellenleitungen.<br />
Fotos: Aufmacher Wemo <strong>Automation</strong> AB, sonstige igus<br />
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Sicherheitstechnik für den Maschinenbau www.euchner.de<br />
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Ultraschallsensor mit trickreicher Verschraubung hält Reinigungsintervallen<br />
in der Lebensmittelindustrie stand<br />
Um den stetig steigenden Anforderungen<br />
an das Hygienic Design gerecht zu werden,<br />
kommen in der Lebensmittel- und Getränke-<br />
Industrie immer häufiger Ultraschallsensoren<br />
zum Einsatz. Sie erkennen Objekte<br />
berührungslos und verfügen über eine<br />
spezielle Kabelverschraubung. Diese<br />
ermöglicht nicht nur eine einfache Montage<br />
der Sensoren, sondern auch den<br />
hygienegerechten Einsatz.<br />
Melanie Harke, Marketing, microsonic GmbH<br />
in Dortmund; Bernd Müller, freier Journalist für<br />
U. I. Lapp GmbH<br />
In der Getränke- und Lebensmittelindustrie<br />
müssen Gebinde oder Behältnisse gezählt<br />
und positioniert, auf Förderbändern<br />
der Volumenstrom kontrolliert sowie in<br />
Schalen abgefüllte Lebensmittel auf korrekten<br />
Füllstand bzw. das Füllgut auf Vollständigkeit<br />
geprüft werden. Für diese Vorgänge<br />
sind Ultraschallsensoren geeignet, da sie<br />
alle Objekte unabhängig von Farbe und<br />
Transparenz erkennen. Sie arbeiten nach<br />
dem Fledermaus-Prinzip: Die Sensoren<br />
senden zyklisch einen kurzen Schallimpuls<br />
aus und messen die Zeit bis zum Eintreffen<br />
eines Echosignals. Mit der Schallgeschwindigkeit<br />
in Luft können sie aus der gemessenen<br />
Zeit zwischen Aussenden des Schallimpulses<br />
und Empfang des Echosignals die<br />
Entfernung zum Objekt oder die Füllhöhe<br />
berechnen. Bei Schallimpulsen jenseits von<br />
20 kHz spricht man von Ultraschall. Für<br />
Menschen ist es unhörbar.<br />
Sensor-Design und -Material<br />
erfüllen erforderliche Kriterien<br />
Ein Anbieter für Ultraschallsensoren zur<br />
Abstandsmessung ist Microsonic. Die Sensoren<br />
kommen in vielen Industriezweigen<br />
zum Einsatz, z. B. in der Druckindustrie, wo<br />
sie der Füllstandmessung auf Farben und<br />
Lacken oder der Erfassung eines Wickeldurchmessers<br />
einer Papierrolle dienen. Mit<br />
den steigenden hygienischen Anforderungen<br />
der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />
an die eingesetzten Maschinen und ihre<br />
technischen Komponenten sind Standardsensoren<br />
nur noch bedingt im produkt-<br />
berührenden Bereich geeignet. Diese Lücke<br />
schließen die pms Ultraschallsensoren von<br />
Microsonic, die nach den EHEDG-Richtlinien<br />
und aus FDA-geprüften Materialen<br />
konstruiert sind.<br />
Auffällig ist die Form des Edelstahlgehäuses<br />
aus 1.4404. Die Ingenieure haben<br />
eine Geometrie gewählt, bei der der Sensor<br />
in jeder Einbaulage keine seiner Fläche<br />
horizontal ausgerichtet hat. Selbst bei einer<br />
Füllstandmessung in einem Gefäß, bei dem<br />
er senkrecht nach unten misst, weist die<br />
Gehäuserückseite eine Schräge von ≥ 3° auf,<br />
sodass etwaige Reinigungsflüssigkeiten<br />
sicher abfließen können.<br />
Das glatte Sensorgehäuse hat keine Fugen<br />
oder Kanten, in die sich Lebensmittelrückstände<br />
oder Bakterien festsetzen könnten;<br />
der Edelstahl hat eine Rautiefe von Ra < 0,8 µm.<br />
Neben dem Sensordesign ist das Material<br />
ausschlaggebend. Der Ultraschallwandler<br />
30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
ist durch eine PTFE-Folie geschützt und<br />
weist chemisch-aggressive Reinigungs- und<br />
Desinfektionsmittel ab. Der pms hat eine<br />
hohe Beständigkeit und ist Ecolab-zertifiziert.<br />
Mit vier Tastweiten decken die Ultraschallsensoren<br />
einen Messbereich von<br />
20 mm bis 1,3 m ab. Sie sind mit einem<br />
Push-Pull-Schaltausgang und IO-Link in<br />
der Version 1.1 oder mit Analogausgang<br />
0 - 10 V bzw. 4 - 20 mA verfügbar.<br />
Kabelverschraubung bietet<br />
festen Halt<br />
Anders als bei Standardsensoren ist bei<br />
einem hygienegerechten Sensordesign die<br />
Montage des Sensors an Verpackungs- oder<br />
Verarbeitungsmaschinen ebenso elementarer<br />
Bestandteil der Richtlinien des European<br />
Hygienic Engineering and Design Group<br />
(EHEDG). Auf der Suche nach einer hygienegerechten<br />
und einfachen Sensormontage<br />
ist man bei Lapp fündig geworden. Man<br />
habe zur Sensormontage einige Kabelverschraubungen<br />
ausprobiert, erinnert sich<br />
Melanie Harke, Leiterin Marketing bei<br />
Microsonic, „aber erst die Skintop Hygienic<br />
von Lapp hat unsere Anforderungen erfüllt“.<br />
Neuralgischer Punkt der Kombination aus<br />
Sensor und Verschraubung: die Verdrehfestigkeit.<br />
Denn der Sensor muss nach seiner<br />
Montage fest fixiert sein und darf sich bei<br />
Wartungsarbeiten oder automatischen Reinigungsvorgängen<br />
in seiner Befestigung<br />
nicht verdrehen.<br />
Dass die Skintop-Kabelverschraubung<br />
das Verdrehen so gut verhindert, liegt an<br />
der Konstruktion, der Geometrie der<br />
Einzelteile und deren Materialwahl. Herkömmliche<br />
Kabelverschraubungen enthalten<br />
ebenfalls eine Elastomer-Dichtung, bei<br />
Lapp wird aber bereits in der Entwicklungsphase<br />
darauf geachtet, alle zu installierenden<br />
Materialien für Kabel, Leitungen,<br />
Rohre bestmöglich zu fixieren und abzudichten.<br />
Bei der Wahl des Elastomers ist<br />
Know-how in Bezug auf geeignete Designs,<br />
Shore-Härten, Materialverdrängung und<br />
die resultierend erreichbare Haltekraft gefragt.<br />
All dies kann sich positiv auf den<br />
Verdrehschutz auswirken. Wenn sich das<br />
Elastomer um das Kabel bzw. im Fall von<br />
Microsonic um den Sensorschaft von<br />
12 mm legt, verhindert es das Herausziehen<br />
und Verdrehen.<br />
01 Das Edelstahlgehäuse ist so<br />
konstruiert, dass in jeder Einbaulage<br />
keine Fläche des Sensors horizontal<br />
ausgerichtet ist<br />
02 Die Kabelverschraubung weist<br />
keine Ecken und Kanten auf und<br />
darf auch in der Produktzone bei<br />
der Lebensmittelverarbeitung<br />
eingesetzt werden<br />
Trickreich konstruiert<br />
Bei Skintop Hygienic ist die Elastomer-Dichtung<br />
zum Kabel länger, beim Zudrehen der<br />
Mutter wird Volumen entlang der Innenseite<br />
der Hutmutter verdrängt. Die Haltkraft ist<br />
höher, verhindert das Verdrehen und<br />
schließt Toträume zwischen Edelstahlrohr<br />
oder Kabel. Dahinter steckt eine trickreiche<br />
Konstruktion. Unter der Hutmutter verbirgt<br />
sich ein Kunststoffkorb mit biegsamen Lamellen.<br />
Die Hutmutter ist innen bis zum<br />
optimalen Wirkungsgrad abgeschrägt und<br />
drückt beim Zuschrauben diese Lamellen<br />
nach unten und innen, wo sie auf den<br />
Dichtring drücken. Das sorgt für eine gelenkte<br />
Materialverdrängung, hohe Haltekräfte und<br />
verhindert das Herausziehen des Kabels<br />
bzw. Sensors. Damit sich der glatte Kunststoff<br />
des Lamellenkorbs nicht im Edelstahlgehäuse<br />
verdreht, sind im Edelstahlsockel<br />
Vertiefungen, in die entsprechende Zapfen<br />
des Lamellenkorbs greifen. So verdrehen<br />
sich weder Korb noch Kabel oder Sensor.<br />
Einfach abtauchen<br />
Zudem sollen die Dichtungen der Kabelverschraubung<br />
das geschützte Abführen der<br />
elektrischen Anschlussleitung aus der Applikation<br />
und das Eindringen von Flüssigkeiten<br />
verhindern. Skintop Higienic ist nach<br />
IP69 dicht gegen Wasser sowie Partikel und<br />
besteht auch die Anforderungen nach IP68,<br />
wobei Kabel und Verschraubung in Wasser<br />
untergetaucht und unter 10 bar Druck gesetzt<br />
werden, was einer Wassertiefe von<br />
100 m entspricht.<br />
Neben der Dichtung im Inneren besitzt<br />
Skintop Hygienic hierfür zwei weitere Dichtungen:<br />
da, wo die Kabelverschraubung am<br />
Gehäuse aufliegt, und unter der Hutmutter.<br />
Die Dichtung zum Gehäuse ist als Flachdichtung<br />
ausgeführt und nicht wie üblich<br />
als O-Ring, der auf oder in einer Phase des<br />
Gehäuses sitzt. In dieser Vertiefung könnten<br />
sich Lebensmittelreste festsetzen, die sich<br />
auch mit dem Hochdruckreiniger nicht entfernen<br />
lassen. Auch sonst bietet die Kabelverschraubung<br />
keine Angriffspunkte für<br />
Schmutz und Keime. Die Gleitdichtung unter<br />
der Hutmutter verschließt potenzielle<br />
Toträume.<br />
www.microsonic.de<br />
TechnologySpeziell.<br />
Innovative Infrared<br />
Könnte es sein, dass Sie sich auch für besonders schnelle,<br />
robuste, leichte, exakte, individuelle und günstige Gerätevarianten<br />
im Bereich von –50 °C bis +3000 °C interessieren? Oder für<br />
Infrarotkameras? Schauen Sie doch mal rein: www.optris.de<br />
Wie Sie es auch drehen und wenden: Mit<br />
unseren IR-Sensoren für die berührungslose<br />
Temperaturmessung können Sie<br />
sogar auf reflektierenden Flächen messen.<br />
23.–27.04.<strong>2018</strong><br />
Besuchen Sie<br />
uns in Halle 11,<br />
Stand A56.
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
LIVE@<br />
Zukunftsfähig<br />
IoT Interface stellt effiziente Klimatisierung<br />
von Schaltschränken sicher<br />
Um eine optimale Entwärmung von<br />
Schaltanlagen zu gewährleisten,<br />
hat ein Unternehmen ein neues IoT<br />
Interface entwickelt. Mit ihm werden<br />
Kühlgeräte und Chiller zu IoT-fähigen<br />
Geräten. Grundlage dafür ist die<br />
durchgängige Kommunikation vom<br />
Sensor im Kühlgerät bis in cloudbasierte<br />
Systeme. Damit eröffnen sich<br />
neue Möglichkeiten für zukünftige<br />
Industrie-4.0-Anwendungen.<br />
Verena Schneider, Produktmanagement<br />
Klimatisierung; Hans-Robert Koch ist Gruppenleiter<br />
der Produktkommunikation, beide bei der<br />
Rittal GmbH & Co. KG in Herborn<br />
ten, Umgebungsbedingungen und bspw.<br />
Verschmutzungsgrad der Filtermatte Optimierungspotenziale<br />
für Instandhaltung und<br />
Energieeffizienz aufgedeckt werden.<br />
Durchgängige Kommunikation<br />
in alle Systeme bis in die Cloud<br />
Rittal hat seine Klimatisierungslösungen<br />
mit umfangreichen Kommunikationsmöglichkeiten<br />
ausgestattet. Das IoT-Interface,<br />
das auf einer Hutschiene oder direkt am<br />
Kühlgerät oder Chiller befestigt wird, ermöglicht<br />
eine Kommunikation mit übergeordneten<br />
Systemen, z. B. Monitoring- und<br />
Energiedaten-Managementsystemen. Zudem<br />
lässt sich eine Vielzahl an Gerätedaten<br />
überwachen: Temperaturen innerhalb und<br />
außerhalb des Schaltschranks, Verdampferund<br />
Verflüssigertemperatur sowie Messwerte<br />
zusätzlicher im Schaltschrank platzierter<br />
Sensoren. Die Laufzeiten von Kompressor,<br />
Innen- und Außenlüfter werden<br />
getrennt erfasst. Dazu kommen Systemmeldungen,<br />
Daten zur Auslastung sowie die<br />
Bei Industrie 4.0 geht es immer auch um<br />
eine steigende Produktivität und die<br />
Senkung von Kosten durch die Digitalisierung<br />
von Prozessen. Die Kosten, die ein<br />
Schaltschrank-Kühlgerät verursacht, setzen<br />
sich aus Investitionskosten, Energiekosten<br />
und Kosten für Service und Wartung zusammen.<br />
Die Investitionskosten bilden<br />
meistens den kleinsten Anteil. Um die Gesamtkosten<br />
zu senken, lohnt es sich also,<br />
Service und Wartung zu optimieren – bspw.<br />
durch Predictive Maintenance bzw. die bedarfsgerechte<br />
Wartung. Dazu sind jedoch<br />
Informationen über die einzelnen Kühlgeräte<br />
und die äußeren Umgebungsbedingungen<br />
Voraussetzung. Liegen Informationen über<br />
die Laufzeit, die erwarteten und tatsächlichen<br />
Drehzahlen im Vergleich und der<br />
Stromaufnahme des Lüfters vor, können<br />
Rückschlüsse auf einen schleichenden Defekt<br />
bzw. bevorstehenden Ausfall gezogen<br />
werden. Dies ermöglicht einen rechtzeitigen<br />
Austausch kritischer Komponenten und erhöht<br />
die Verfügbarkeit der gesamten Anlage.<br />
Auch können durch Informationen zu Energieaufnahme,<br />
Zuständen von Komponenaktuelle<br />
Parametrierung. Anlagenbetreiber<br />
können anhand dieser Daten frühzeitig<br />
mögliche Fehlfunktionen erkennen und<br />
erhöhen so die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit<br />
ihrer Anlagen. Die Bereitstellung<br />
von aktuellen Betriebsdaten und -zuständen<br />
beschleunigt zudem die Prozesse in der<br />
Instandhaltung. Das IoT-Interface unterstützt<br />
die Protokolle OPC UA, Profinet, SN-<br />
MP, Modbus TCP sowie CANopen und ermöglicht<br />
die durchgängige Kommunikation<br />
Die Klimatisierungslösungen lassen sich in Siemens Mindsphere,<br />
ein cloud-basiertes, offenes IoT-Betriebssystem, einbinden.<br />
in übergeordnete Systeme bis in die Cloud.<br />
Somit lassen sich die Daten auch für Analysen<br />
und smarte Serviceleistungen nutzen.<br />
Datenanalyse leicht gemacht<br />
Industrie-4.0-Anwendungen wie Data Analytics<br />
sind durch diese Kommunikationsfähigkeit<br />
ebenfalls realisierbar. So lassen sich<br />
die Industrie-4.0-fähigen Rittal-Geräte in<br />
Siemens Mindsphere einbinden. Mit dem<br />
cloudbasierten, offenen IoT-Betriebssystem<br />
können Anwender eigene Applikationen<br />
entwickeln. Mit Mindsphere können große<br />
32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
01 02<br />
Datenmengen skalierbar erfasst und analysiert<br />
werden, um Smart-Factory-Applikationen<br />
in den Bereichen vorausschauende<br />
Wartung, Energiedaten-Management oder<br />
Ressourcenoptimierung zu realisieren. Mit<br />
der bedarfsgesteuerten Wartung lassen sich<br />
im Vergleich zur intervallgetriebenen Wartung<br />
Kosten senken und die Verfügbarkeit<br />
erhöhen. Auch eine Routenoptimierung für<br />
die Instandhaltung konnte bereits demonstriert<br />
werden.<br />
Mit lernenden Systemen mehr<br />
Transparenz schaffen<br />
Auch die Analyse der Daten auf der cloudbasierten<br />
Data-Analytics-Anwendung IBM<br />
Watson ist durch die Einbindung der Kühlgeräte<br />
möglich. Die Watson-Architektur ist<br />
darauf ausgelegt, Informationen schnell zu<br />
verarbeiten. Ziel ist es, mit lernenden Systemen<br />
die stetig wachsenden Datenmengen<br />
genauer zu analysieren und bessere Antworten<br />
auf unterschiedlichste Fragestellungen<br />
zu finden. Eine effizientere Instandhaltung<br />
und hohe Ausfallsicherheit lassen<br />
sich über derartige Data-Analytics-Anwendungen<br />
erreichen. Auch neue Geschäftsmodelle<br />
– etwa Smart Maintenance Contracts –<br />
eröffnen sich durch die neuen Technologien.<br />
Diagnose und Parametrierung<br />
Der Anwender kann die Informationen aus<br />
den Kühlgeräten und Chillern nicht nur<br />
über das IoT-Interface übertragen. Die Version<br />
III der Software Ridiag zur Diagnose<br />
und Parametrierung von Kühlgeräten und<br />
Chillern stellt einen wichtigen Schritt in<br />
Richtung transparenter Kommunikation<br />
von Informationen dar. Die Software bietet<br />
Funktionen zum Bedienen und Parametrieren<br />
sowie die Möglichkeit, alle Daten, die in<br />
den Geräten bis zu zwei Jahren rückwirkend<br />
gespeichert werden, zu analysieren<br />
und sich so einen Überblick auch über die<br />
Laufzeithistorie zu verschaffen.<br />
Das Look-and-feel der Software ist an die<br />
Bedienung der Kühlgeräte und Chiller der<br />
Serie Blue e+ angelehnt. Der Nutzer hat<br />
beim Arbeiten mit der Software die gleiche<br />
Bedienphilosophie und Menüstruktur vor<br />
sich und muss sich daher nicht umstellen.<br />
Die Software läuft unter Windows und kann<br />
über USB oder das neue IoT-Interface mit<br />
den Geräten kommunizieren. Ridiag III eignet<br />
sich für alle neuen Kühlgeräte und Chiller<br />
der Serie Blue e+.<br />
Im Service- und Wartungsfall unterstützt<br />
Ridiag III schnell und effizient. Fehlermeldungen<br />
werden in Klartext dargestellt – das<br />
01 Das IoT-Interface wird entweder auf<br />
einer Hutschiene oder direkt am Kühlgerät<br />
oder Chiller befestigt<br />
02 Das Kühlgerät verfügt über ein<br />
Touchdisplay, das sämtliche relevanten<br />
Informationen anzeigt<br />
Suchen nach einer Fehlernummer im<br />
Handbuch entfällt. Zusammen mit der<br />
Status- oder Systemmeldung ist auch eine<br />
Hilfefunktion implementiert. Bewegt der<br />
Anwender die Maus über eine Fehlermeldung,<br />
blendet die Software einen Hilfetext<br />
ein, der erklärt, ob und wie der Fehler zu<br />
beheben ist. Zudem werden wichtige Parameter<br />
dargestellt – z. B. der Zeitpunkt, die<br />
maximale Umgebungstemperatur, die minimale<br />
Schaltschrank-Innentemperatur sowie<br />
die Einschaltdauer und Auslastung des<br />
Kühlgeräts. Damit kann die Ursache einer<br />
Meldung eingegrenzt werden. Neben dem<br />
kältetechnischen Regelschema ist auch eine<br />
Darstellung des Elektroplans hinterlegt. Bei<br />
einem Defekt zeigt die Software an, welche<br />
Komponente defekt ist. Bei Bedarf ist zusätzlich<br />
ein Blick ins Handbuch möglich, das in<br />
der Software auch offline verfügbar ist.<br />
www.rittal.de<br />
TFT EVALUATION KIT<br />
ELECTRONIC ASSEMBLY GmbH · Fon: +49 (0)8105/778090 · vertrieb@lcd-module.de · www.lcd-module.de
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
Die Gefahren der Digitalisierung<br />
LIVE@<br />
Präventiver Schutz für Anwendungen der Automatisierungsindustrie<br />
Immer mehr Funktionen stecken in<br />
Software und Daten. Sie legen fest,<br />
wie eine Maschine, Anlage oder ein<br />
Gerät arbeitet. Geschlossene<br />
Infrastrukturen weichen vernetzten<br />
Systemen. Zudem werden nicht<br />
mehr nur Maschinen, Anlagen oder<br />
Geräte verkauft, sondern auch nur<br />
einzelne Funktionen. Lesen Sie,<br />
welche Gefahren sich hinsichtlich<br />
Daten- und Manipulationssicherheit<br />
dadurch ergeben und wie Sie Ihr<br />
Know-how schützen können.<br />
Damit nun die Digitalisierung von Produkten<br />
und Prozessen funktionieren<br />
kann, sind geeignete Schutzmechanismen<br />
erforderlich. Seit über 15 Jahren entwickelt<br />
Wibu-Systems die Schutztechnologie Code-<br />
Meter als technisch präventiver Schutz weiter,<br />
um die unterschiedlichen Bedürfnisse<br />
der Automatisierungsindustrie zu erfüllen.<br />
Mögliche Maßnahmen sind:<br />
n Mithilfe von Verschlüsselung werden Geräte-know-how<br />
sowie Daten geschützt<br />
n Schutz vor Produktpiraterie durch nichtkopierbare<br />
Schlüssel, dass heiß der sicheren<br />
Hardware CmDongle<br />
n Die Geschäftsprozessintegration mit dem<br />
Tool CodeMeter License Central erlaubt,<br />
ganz flexibel Funktionen freizuschalten.<br />
n Digitale Signaturen<br />
n Ein hoher Level an Sicherheit entsteht,<br />
denn die digitale Identität für alle vernetzten<br />
Systeme, Schutz der Kommunikation<br />
sowie Integritätsschutz für Daten und<br />
Software ist gewahrt<br />
n Viele Hersteller können sich eine Schutzhardware<br />
teilen, wobei jedoch jeder seine<br />
Einträge ändern kann.<br />
n Standardisierte Kommunikationsprotokolle<br />
wie OPC UA erlauben Kommunikationssicherheit<br />
für Cyber Security<br />
n Sowohl die CmDongles als auch die softwarebasierten<br />
Aktivierungsdateien können<br />
einfach nachgerüstet werden, sodass auch<br />
langlebige Maschinenparks mit Knowhow-<br />
Schutz ausgestattet werden können.<br />
Wie funktioniert die Schutztechnologie<br />
CodeMeter?<br />
Das Herzstück von CodeMeter ist die Speicherung<br />
kryptografischer Schlüssel gemeinsam<br />
mit Lizenzbedingungen und Optionen<br />
wie Pay-Per-Use-Zähler, Zeitbegrenzung,<br />
Named-User oder Floating Licenses<br />
und so weiter. Dies erfolgt in CmDongles<br />
oder rein softwarebasiert in Aktivierungsdateien<br />
durch Bindung an einen Fingerabdruck<br />
des Zielsystems. Darüber hinaus bietet<br />
CodeMeter dem Softwarehersteller<br />
Tools und ein API zum Ver- und Entschlüsseln<br />
sowie zum Signieren. Für die Integration<br />
in die Geschäftsprozesse und ERP- oder<br />
01 Die CodeMeter-Technologie kann<br />
einfach nachgerüstet werden und ist in<br />
unterschiedlichen, industrietauglichen<br />
Bauformen verfügbar<br />
E-Commerce-Anwendungen dient die Code-<br />
Meter License Central, die wahlweise in der<br />
Cloud betrieben wird.<br />
Für einen hohen Sicherheitsgrad bei<br />
CodeMeter sorgen moderne und sichere<br />
Verschlüsselungsverfahren wie die symmetrische<br />
Verschlüsselung AES (Advanced Encryption<br />
Standard) und die asymmetrische<br />
Verschlüsselung ECC (Elliptic Curve Cryptography)<br />
oder RSA.<br />
Sicheres Passwort-Management<br />
für das TIA Portal von Siemens<br />
Mit dem TIA Portal können Maschinenund<br />
Anlagenbauer auf ein Software-Komplettpaket<br />
zugreifen, das Funktionen zur<br />
Automatisierung und Digitalisierung effizient<br />
und beherrschbar verknüpft. Im Portal<br />
werden Engineering-Daten gespeichert, die<br />
oft schützenswertes, wertvolles Know-how<br />
enthalten. Ab der Version 14 SP 1 des TIA<br />
02 Wibu-Systems bietet ein sicheres Passwort-<br />
Management für das TIA Portal von Siemens<br />
Oliver Winzenried ist Vorstand der Wibu-Systems<br />
AG und der AG Medizintechnik im VDMA in<br />
Karlsruhe<br />
34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
Portals können die Benutzer den von Wibu-<br />
Systems entwickelten Passwort-Provider,<br />
der mit der Passwort-API von Siemens verknüpft<br />
ist, nutzen. Anstatt die Passwörter<br />
nur geheim zu halten, werden die Passwörter<br />
sicher in CmDongles gespeichert. Die<br />
Zugangskontrolle über Nutzungszeitraum,<br />
Ablaufdatum oder einen Nutzungszähler<br />
legt fest, wie die Benutzer auf Engineering-<br />
Daten zugreifen oder ob sie diese verändern<br />
können. So wird sichergestellt, dass<br />
nur berechtigte Benutzer die Projekte sehen<br />
und bearbeiten können, für die sie volle<br />
Rechte haben.<br />
Konkrete Projekte zeigen die<br />
Integration in Steuerungen<br />
Damit Hersteller im Maschinen- und Anlagenbau<br />
ihren Programmcode schützen<br />
können, haben verschiedene Steuerungsanbieter<br />
die CodeMeter-Technologie bereits<br />
in die Engineering-Werkzeuge ihrer<br />
Steuerung integriert. Analog zu der Funktion<br />
„Drucken“ im Word können die Anwender<br />
mit einer Funktion „Schützen“ in der Steuerung<br />
arbeiten, um wiederum das Ergebnis<br />
ihrer Arbeit zu schützen. Zu den Lösungen<br />
der Steuerungsanbietern zählen u. a. B&R<br />
<strong>Automation</strong> Studio, Codesys, Rockwell<br />
Software Studio 5000 Logix Designer und<br />
Siemens TIA-Portal.<br />
B&R hat CodeMeter in die Entwicklungstools<br />
von <strong>Automation</strong> Studio und in die<br />
Runtime ihrer Automatisierungs-PCs integriert;<br />
jeder Automatisierungs-PC wird mit<br />
einem CmDongle ausgeliefert, der das<br />
Know-how und die dazugehörigen Lizenzen<br />
schützt. 3S-Smart Software Solutions<br />
schützt mit CodeMeter den Quellcode von<br />
Projekten und des Zielsystems im Codesys-<br />
Entwicklungstool und in der Codesys Runtime.<br />
Die Lizenz zur Nutzung wird im Cm-<br />
Dongle gespeichert.<br />
Zusammen mit Rockwell <strong>Automation</strong> hat<br />
Wibu-Systems den lizenzbasierten Schutz<br />
„License-based Protection“ entwickelt. Das<br />
ist eine Security-Suite, die aus drei Komponenten<br />
besteht: dem Schutz des sensiblen<br />
Quellcodes, Schutz bei der Ausführung in<br />
Controllern und es enthält ein Web-Portal<br />
zur Verwaltung von Lizenzen und Berechtigungen.<br />
Die Berechtigungen werden als<br />
Lizenzen sicher in CmDongles gespeichert.<br />
Sicherheit und Lizenzen im<br />
Transportwesen<br />
ABB als globaler Player ist auch im Bereich<br />
industrielle <strong>Automation</strong> aktiv. Im Transportwesen<br />
ist die Software ABB Ability Schifffahrtinformationssystem<br />
Octopus von ABB<br />
Marine & Ports mit dem CmStick ME im<br />
robusten, seetauglichen Metallgehäuse geschützt.<br />
In der nächsten Version der Octopus-Suite<br />
wird zusätzlich zum CmStick ME<br />
03 Klein und unauffällig steckt der<br />
orange-farbene CmStick/C Basic auf<br />
dem Automatisierung-PC von B & R<br />
auch die softwarebasierte Lösung CmAct-<br />
License eingesetzt und das Ausleihen und<br />
die Aktualisierung der Lizenzen erfolgt über<br />
die Cloud. Die Aktivierungsdateien werden<br />
an den digitalen Fingerabdruck des Geräts<br />
oder Computers auf dem Schiff gebunden,<br />
auf dem die berechtigte Lizenz läuft.<br />
Know-how-Schutz in einem<br />
Engineering-Tool<br />
PC Worx Engineer ist eine Engineering-<br />
Plattform passend für das neue Automatisierungssystem<br />
mit PLCnext Technology<br />
von Phoenix Contact. Die Grundversion der<br />
neuen Engineering-Plattform ist kostenfrei.<br />
Angepasst an ihre Applikation können Anwender<br />
jederzeit weitere Funktionen als<br />
Add-ins erwerben. Um das Know-how in<br />
diesem Engineering-Tool zu schützen und<br />
die Nutzung abzurechnen, setzt Phoenix<br />
Contact die CodeMeter-Technologie von<br />
Wibu-Systems ein und verschlüsselt die<br />
komplette Software mit dem Tool AxProtector.<br />
In den softwarebasierten Aktivierungsdateien<br />
von CmActLicense werden die Nutzungsrechte<br />
gespeichert und an die PC-<br />
Hardware gebunden, auf der PC Worx Engineer<br />
installiert ist.<br />
Im Hintergrund des Online-Shops von<br />
Phoenix Contact erzeugt, verwaltet und verteilt<br />
die CodeMeter License Central automatisch<br />
alle Tickets, die anschließend über<br />
einen Internet-Zugriff oder Offline-Prozess<br />
aktiviert werden können. Zusammen mit<br />
dem Installationspaket von PC Worx Engineer<br />
erhält der Anwender eine kostenfreie<br />
Demo-Lizenz mit einer Laufzeit von 30 Tagen.<br />
Permanente Arbeitsplatzlizenzen oder<br />
kostenpflichtige Netzwerklizenzen können<br />
jederzeit mit dem gewünschten Funktionsumfang<br />
über den Online-Shop von Phoenix<br />
Contact konfiguriert und bestellt werden.<br />
Der Anwender erhält dann ein Ticket mit<br />
der Nutzungslizenz per E-Mail und kann<br />
hierüber die Nutzungsrechte organisieren.<br />
Bilder: Wibu-Systems<br />
www.wibu.com<br />
Simultane<br />
Messtechnik<br />
über USB<br />
neu<br />
USB-1808 Serie<br />
Simultane USB-Messmodule<br />
mit hoher Präzision<br />
8 analoge Eingänge (18 Bit)<br />
bis 200 kS/s pro Kanal simultan<br />
analoge Ausgabe bis 500 kS/s<br />
DT9832/DT9836<br />
Simultane<br />
Messdatenerfassung mit<br />
höchsten Abtastraten<br />
bis 12 analoge Eingänge (16 Bit)<br />
bis 2 MS/s pro Kanal simultan<br />
isoliert, BNC-Box oder OEM<br />
USB-1608FS-Plus<br />
USB DAQ Messmodule<br />
mit simultaner Erfassung<br />
8 analoge Eingänge (16 Bit)<br />
bis 100 kS/s pro Kanal simultan<br />
Stromversorgung über USB<br />
nur € 410,-<br />
zzgl. MwSt.<br />
www.mccdaq.de<br />
Tel: +49 7142 9531-40<br />
E-Mail: sales@mccdaq.de<br />
© Measurement Computing GmbH<br />
(vormals Data Translation GmbH)
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
Intelligent geht auch passiv<br />
Geräteschnittstellen, Elektronikgehäuse und digitale Anwendungen<br />
bieten zukunftsfähige Lösungen für die Industrie 4.0<br />
LIVE@<br />
01<br />
Schirmkonzepte und Polbilder etabliert.<br />
Eine große Herausforderung der international<br />
agierenden Initiativen und<br />
Konsortien wird es sein, diese Technologien<br />
zu vereinheitlichen und damit<br />
weltweit flexibel einsetzbare Verbindungslösungen<br />
zu ermöglichen.<br />
Standardisierung schafft<br />
Flexibilität<br />
Auch passive Komponenten können elektronischen Geräten<br />
etwas beibringen. Als Schnittstelle aller zentralen und dezentralen<br />
Kommunikationsteilnehmer bestimmen Elektronikgehäuse und<br />
Leiterplattenanschlüsse maßgeblich, wie funktional ein Gerät ist.<br />
Viel wichtiger ist noch, wie flexibel es in den intelligent vernetzten<br />
Automatisierungsstrukturen von morgen eingesetzt werden kann.<br />
Ob Industrie 4.0, Industrial Internet<br />
Consortium (IIC) oder „Made in China<br />
2025“ – weltweit suchen Lösungsanbieter<br />
aus der Industrie gemeinsam mit Vertretern<br />
aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik<br />
nach Strategien, wie die intelligent vernetzte<br />
Welt von morgen technologisch ausgestaltet<br />
werden kann. Die zentralen Anforderungen<br />
sind bei allen Ansätzen die gleichen: Intelligente<br />
Automatisierungsstrukturen setzen<br />
einfach installierbare Komponenten, anwenderfreundliche<br />
Schnittstellen von Mensch<br />
und Maschine sowie sicher und selbstständig<br />
kommunizierende Teilsysteme voraus.<br />
Der informationstechnische Fortschritt, verbesserte<br />
Herstellungsverfahren und sinkende<br />
Produktionskosten befeuern den Trend zu<br />
dezentraler Intelligenz – ob in der Fertigung,<br />
in der Infrastruktur oder in der<br />
Gebäudeautomatisierung.<br />
Marco Stapelmann, Marketing Communications,<br />
Business Area Device Connectors, bei der Phoenix<br />
Contact GmbH & Co. KG in Blomberg<br />
Proprietäre Lösungen<br />
vereinheitlichen<br />
Mit der Anzahl dezentraler Kommunikations-<br />
und Automatisierungskomponenten<br />
steigt auch die Anzahl der Schnittstellen.<br />
Schließlich müssen alle Geräte mit Leistung<br />
versorgt und kommunikativ in das Gesamtsystem<br />
eingebunden werden. Jeder Privatanwender<br />
kennt Steckverbinder – wie etwa<br />
HDMI zur Signalübertragung, RJ45 zur<br />
Datenübertragung oder Schuko-Stecker zur<br />
Übertragung der Leistung. <strong>Industrielle</strong><br />
Verbindungslösungen müssen aber deutlich<br />
höhere Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen<br />
erfüllen. Letztlich bestimmen<br />
diese passiven Anschlusskomponenten,<br />
wie funktional ein Gerät ist, wie flexibel es<br />
an unterschiedliche Anwendungsbereiche<br />
angepasst werden kann und wie ausfallsicher<br />
es auch unter extremer Beanspruchung<br />
arbeitet.<br />
In der Industrie- und Prozessautomation<br />
haben sich daher in den vergangenen<br />
Jahrzehnten zahlreiche – oft proprietäre –<br />
Anschlussarten, Verriegelungstechnologien,<br />
Ein Beispiel für eine derartige Lösung<br />
ist die Kooperation der marktführenden<br />
Unternehmen Phoenix Contact, Binder,<br />
Molex und Murrelektronik: Auf der Hannover<br />
Messe 2017 haben diese Anbieter<br />
von Rundsteckverbindern die Entwicklung<br />
eines neuen Standards für M12-Push-Pull-<br />
Steckverbinder angekündigt, <strong>2018</strong> stellt<br />
der Blomberger Anschlusstechnikspe zialist<br />
Phoenix Contact die ersten Produkte<br />
vor. Der Vorteil: Einerseits sorgt die werkzeuglose<br />
Schnellverriegelung auch unter<br />
be engten Einbausituationen oder auch im<br />
rauen Industrieumfeld für sichere Verbindungen.<br />
Andererseits können Anwender<br />
künftig ihre Feld- und Geräteverkabelung<br />
mit – untereinander kompatiblen – Push-<br />
Pull-Steckverbindern von vier Herstellern<br />
umsetzen.<br />
Intelligent im Feld verkabelt<br />
Eine intelligente Lösung auf Basis etablierter<br />
Standards bieten auch Hybridsteckverbinder.<br />
Die Steckverbinder erlauben die<br />
gleichzeitige Übertragung von Signalen,<br />
Daten und Leistung über eine einzige Leitung<br />
und mit einer einzigen Schnittstelle.<br />
Die hybride Anschlusstechnik reduziert<br />
nicht nur den Platzbedarf am Gerät oder im<br />
Schaltschrank. Auch die Maschinen- und<br />
Anlagenverkabelung wird übersichtlicher,<br />
da nur noch eine einzige Leitung verlegt<br />
werden muss. Die daraus resultierenden<br />
schlankeren Kabelwege reduzieren wiederum<br />
die Kosten für Trasse und Kabelkanal.<br />
Da bis zu zwei Drittel weniger Kabelverbindungen<br />
verlegt werden müssen,<br />
können Geräte, Maschinen und Anlagenteile<br />
zudem einfacher in Betrieb genommen<br />
und gewartet werden.<br />
36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
02<br />
Direkt auf die Leiterplatte gesteckt<br />
Intelligente Anschlusslösungen sind auch im<br />
Geräteinneren möglich. Hier stehen nicht der<br />
Wartungs- und Bedienkomfort im Feld im Vordergrund,<br />
sondern der Anschlusskomfort und die<br />
Flexibilität im Leiterplatten- und Gerätedesign.<br />
Erstmals direkt steck- und lösbare Anschlüsse an<br />
beliebiger Position erlaubt z. B. die Direktstecktechnik<br />
SKEDD. Die Steckverbinder SDDC 1,5 und<br />
SDC 2,5 von Phoenix Contact benötigen keine<br />
Grundleiste und können direkt von Hand in<br />
verzinnte, durchkontaktierte Bohrlöcher gesteckt<br />
werden. Bisher mussten die Elektronikhersteller<br />
applikationsspezifische Anschluss technik wie Leiterplattenklemmen<br />
oder Grundleisten in einem<br />
irreversiblen Lötprozess mit der Platine verbinden.<br />
Damit war die Funktionalität der Leiterplatte und<br />
des gesamten Gerätes jedoch weitgehend fixiert.<br />
Gehäuse für Embedded Systems<br />
Elektronikgehäuse bieten die passende Verpackung<br />
für die bestückten Leiterplatten und damit<br />
die funktionale Hülle für Geräte wie Steuerungen<br />
oder Bediengeräte. Die universellen Gehäuse UCS<br />
etwa eignen sich besonders für Embedded Systems<br />
– also für den dezentralen Einsatz dedizierter<br />
Informationstechnologie. Die Elektronikgehäuse<br />
bestehen aus zwei identischen Halbschalen in vier<br />
unterschiedlichen Größen. Kombiniert mit den<br />
herausnehmbaren Seitenwänden in zwei Höhen<br />
ergeben sich acht Kombinationsmöglichkeiten zur<br />
Unterbringung von Standard- oder individuellen<br />
Leiterplatten. Der Clou dabei: Das System ist so<br />
konzipiert, dass jeweils die größere der beiden<br />
S eitenwände als kleine Seitenwand der nächstgrößeren<br />
Gehäuse-Variante eingesetzt werden kann.<br />
01Hybrid-Steckverbinder: Signale, Daten und<br />
Leistung werden gleichzeitig über eine einzige<br />
Leitung mit einer einzigen Schnittstelle übertragen<br />
02 Vier Grundflächen, zwei Bauhöhen, individuelle<br />
Anschlusstechnik: Das universelle Elektronikgehäuse<br />
bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten<br />
Die für entsprechende Schnittstellen bearbeiteten<br />
Seitenwände können also ohne Anpassungen in<br />
zwei Gehäusegrößen eingesetzt werden.<br />
Mehrwert Digitalisierung<br />
Intelligente Lösungen für die Industrie 4.0 bietet<br />
aber nicht nur die Automatisierungstechnik<br />
selbst. Die Digitalisierung hat zu einer stärkeren<br />
Vernetzung von Konsumenten, Produzenten und<br />
Produkten geführt. Die Anwender sind nicht mehr<br />
nur Käufer eines Produkts, sie beteiligen sich<br />
immer häufiger auch an der Ausgestaltung ihrer<br />
individuellen Lösung. Dies wird gerade im<br />
Kontext einfach bedien- und adaptierbarer Industrieelektronik<br />
zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil.<br />
Immerhin sind die spezifischen<br />
Anforderungen genauso zahlreich wie die Anwendungsgebiete<br />
industrieelektrischer Geräte.<br />
Phoenix Contact unterstützt diese Kundengruppe<br />
daher mit Online-Anwendungen, die eine hohe<br />
Gestaltungsfreiheit erlauben und so den Weg zu<br />
einer individuellen Lösung deutlich vereinfachen.<br />
Mithilfe Web-basierter Anwendungen wie z. B.<br />
Online-Konfiguratoren, Auswahlhilfen oder umfassender<br />
2-D- und 3-D-Daten können Anwender<br />
sowohl die Elektronikgehäuse als auch die Anschlusstechnik<br />
zur Übertragung von Signalen,<br />
Daten und Leistung selbstständig und in wenigen<br />
Schritten an ihre konkreten Anforderungen<br />
anpassen. So bietet die Digitalisierung aller<br />
Kundenschnittstellen – unabhängig von der<br />
spezifischen Produktlösung – einen Mehrwert,<br />
der sich für den Anwender auszahlt.<br />
Fotos: Phoenix Contact<br />
Kabelverschraubung<br />
teilbar<br />
zertifiziert<br />
robust<br />
KVT-ER sind konsequent teilbare<br />
Kabelverschraubungen zur<br />
Einführung von Leitungen mit und<br />
ohne Stecker.<br />
Hohe zertifizierte Schutzarten<br />
Garantieerhalt konfektionierter<br />
Leitungen<br />
Passend für metrische<br />
Standardausbrüche<br />
Integrierte Zugentlastung nach<br />
DIN EN 62444<br />
Schnelle Montage<br />
Hohe Packungsdichte<br />
IP65<br />
zertifiziert<br />
IP68<br />
zertifiziert<br />
IP66<br />
zertifiziert<br />
in Bearbeitung<br />
IP67<br />
zertifiziert<br />
in Bearbeitung<br />
www.phoenixcontact.de<br />
03 Online-Konfiguration: Web-basierte<br />
Anwendungen unterstützen den Gerätehersteller<br />
bei der Gestaltung ihrer individuellen Lösung<br />
all about automation<br />
Essen | 06.06. – 07.06.18<br />
Stand 320<br />
www.icotek.com
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
Tradition und Moderne<br />
Innovationstreiber für eine zunehmend automatisierte<br />
Fertigung von automobilen Bordnetz-Systemen<br />
LIVE@<br />
Bordnetze gehören zu den<br />
wichtigsten Bauteilen im Fahrzeug.<br />
Im Bereich der Elektromobilität<br />
gewinnt daher die Automatisierung<br />
zunehmend an Bedeutung; der<br />
Trend der Digitalisierung<br />
ermöglicht das autonome Fahren<br />
und bringt damit die Entwicklung<br />
und Fertigung von Bordnetz-<br />
Systemen voran. Vernetzte<br />
Maschinen in Produktionswerken,<br />
virtuelle Realität und Cobots<br />
werden zukünftig das Bild einer<br />
modernen Fertigung prägen.<br />
Produziert werden Kabelsätze bisher<br />
weitgehend händisch – und das seit Beginn<br />
der automobilen Bordnetzproduktion.<br />
Zwar sind die bekannten Nagel- den modernen<br />
Montagebrettern gewichen und<br />
sehen heute auch komplett anders aus. Der<br />
Grundgedanke blieb jedoch erhalten: die<br />
manuelle Montage. Bemühungen, die vorwiegend<br />
manuelle Produktion zu automatisieren,<br />
starteten schon sehr früh, wurden<br />
aber durch die Ost-Erweiterung der EU und<br />
die Verfügbarkeit von günstigen Arbeitskräften<br />
sowie den hohen Kostendruck<br />
wieder verworfen. Bis heute konnte sich<br />
lediglich die automatisierte Montage von<br />
Kontaktteilen in Steckgehäuse durchsetzen.<br />
Besonders schwer zu verarbeiten sind biegeschlaffe<br />
Bauteile – und das nicht nur im<br />
Bordnetzgeschäft. Lösungen, die den Menschen<br />
als Montagearbeiter nachahmen sind<br />
dabei nur bedingt geeignet. Vielmehr ist es<br />
notwendig, den gesamten Fertigungsprozess<br />
neu zu überdenken und moderne technische<br />
Möglichkeiten zum Einsatz zu bringen, die<br />
der steigenden Komplexität des Bordnetzes<br />
gerecht wird. Denn während in seinen frühen<br />
Anfängen nur wenige Leitungen zum<br />
Einsatz kamen, sind in heutigen Fahrzeugen<br />
Leitungslängen von sechs Kilometern und<br />
mehrere tausend Einzelkomponenten verbaut<br />
– insgesamt kann ein Kabelsatz bis zu<br />
60 kg wiegen. Darüber hinaus wird das<br />
Bordnetz als ‚Kundenspezifischer Kabelsatz‘<br />
(KSK) speziell für Fahrzeuge in Losgröße 1 –<br />
also mit hoher Varianz bei großen Stückzahlen<br />
– gefertigt und an OEMs überall auf<br />
der Welt geliefert.<br />
Treiber der Automatisierung<br />
Warentransporte ins Fertigwarenlager werden<br />
schon heute mithilfe eines autonom<br />
fahrenden Transportfahrzeugs abgewickelt.<br />
Lösungen, die in vielen Industrien bereits<br />
01 Mithilfe der Augmented-Reality-Technologie<br />
können Anwender in Echtzeit Textinformationen und<br />
Grafiken direkt an der Maschine oder Anlage einsehen<br />
02 Die Fertigung der Bordnetz-Systeme geschieht weitgehend händisch – und das<br />
seit Beginn der automobilen Bordnetzproduktion (im Jahr 1980, links)<br />
38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />
Stand der Technik sind, sind jedoch bei den<br />
Bordnetzherstellern kaum im Einsatz – die<br />
Gründe dafür liegen mehr in der flexiblen<br />
Fertigungsstruktur als in der Technologie<br />
selbst. Geführte Flurförderfahrzeuge,<br />
die auf einem Induktions-<br />
bzw. Magnetstreifen geführt<br />
werden, haben sich nicht<br />
bewährt, da eine große Anzahl<br />
von Mitarbeitern die Führung<br />
der Fahrzeuge stört. Autonome<br />
Transportfahrzeuge sind hier<br />
viel flexibler, denn sie erkennen<br />
Hindernisse, und gelangen zuverlässig<br />
ans Ziel.<br />
Aber auch in anderen Bereichen<br />
werden die Fertigungsprozesse neu<br />
überdacht – denn veränderte Produktanforderungen<br />
werden die bisherige Fertigung<br />
in Frage stellen. Es wird immer wichtiger,<br />
eine Rückverfolgbarkeit einzelner Fertigungsschritte<br />
zu gewährleisten. Dies erfordert,<br />
kritische Prozesse, zum Beispiel das<br />
manuelle Crimpen und montieren, stärker<br />
zu automatisieren, um zum einen den Fertigungsprozess<br />
zu dokumentieren und zum<br />
anderen der Miniaturisierung Sorge zu<br />
tragen. Besonders das autonome Fahren<br />
erfordert einen höheren Automatisierungsgrad<br />
und ist Treiber der Entwicklung: Das<br />
Bordnetz in diesen Fahrzeugen könnte zumindest<br />
in Teilen als sicherheitsrelevantes<br />
Bauteil eingestuft werden, da es relevante<br />
Funktionen und Systeme mit Energie und<br />
Daten versorgt – nur über eine automatisierte<br />
Produktion ist es dann möglich, den<br />
verschärften Forderungen nach Qualität,<br />
Prozessüberwachung und -dokumentation<br />
nachzukommen. So kann nur eine Maschine<br />
beispielsweise sicherstellen, dass ein Kabel<br />
immer mit derselben Kraft in ein Gehäuse<br />
gesteckt wird.<br />
Neuen Produktspezifikationen<br />
gerecht werden<br />
Die steigende Datenrate bei der Datenübertragung<br />
in künftigen Fahrzeugen stellt<br />
zudem höhere Anforderungen an die Konfektion<br />
der Leitungen: Datenprotokolle und<br />
Sonderleitungen lassen sich nur aufwendig<br />
manuell produzieren. Die Folge: Die automatische<br />
Fertigung von Datenleitungen<br />
wird sich zum Standard entwickeln. Einen<br />
hohen Anteil könnten dabei die Koax- bzw.<br />
Mini-Koax-Verbindungen darstellen. Auch<br />
hier produziert Leoni bereits vollautomatisch<br />
und konfektioniert Fakra-Leitungen,<br />
die speziell für die hohen Anforderungen in<br />
der Automobil-Industrie entwickelt wurden.<br />
Gerade der Ethernet-Standard erfordert eine<br />
weitgehende Automatisierung um die straffen<br />
Produkt spezifikationen einhalten zu können.<br />
Darüber hinaus steigen auch die Sicherheitsanforderungen<br />
an einzelne Produkte:<br />
Neben niedrigen Ausfallraten fordern Automobilhersteller<br />
vermehrt eine Prozessüberwachung,<br />
die neben der Crimp-Kraft<br />
auch weitere Prozessparameter, wie etwa<br />
die Bestückungskraft dokumentiert. Möglich<br />
ist das nach heutigem Stand der Technik<br />
nur durch eine automatisierte Fertigung.<br />
Nur eine automatisierte Produktion wird den hohen Forderungen<br />
nach Produktqualität und Prozessüberwachung gerecht<br />
Die Elektromobilität begünstigt die Automatisierung<br />
ebenfalls. Noch werden die<br />
aufwendigen Hochvolt-Kabelsätze in relativ<br />
geringen Stückzahlen gefertigt, doch für die<br />
sich abzeichnenden, größeren Volumen ist<br />
eine Fertigung mit hohem manuellen Anteil<br />
nicht mehr sinnvoll. Bisher sind die Produkte,<br />
Steckverbinder vor allem für geschirmte<br />
Leitungen, jedoch nicht automatisierungsgerecht<br />
ausgelegt – hier sind die Komponentenhersteller<br />
gefragt. Leoni entwickelt bereits<br />
Komponenten, die sich vor allem für<br />
die automatisierte Montage eignen.<br />
Effizient: kollaborierende Roboter<br />
in der Leitungsvorbereitung<br />
Seit 2014 fertigt Leoni außerdem Teilkabelsätze<br />
vollautomatisch. Hierbei werden Maschinen<br />
eingesetzt, die Leitungen ablängen,<br />
Kontaktteile anschlagen und in die dafür<br />
vorgesehenen Gehäuse einstecken. Auch<br />
Stromverteiler, zum Beispiel Sicherungsund<br />
Relaisboxen, werden automatisiert<br />
produziert: Seit 2015 verfügt Leoni zudem<br />
über eine vollautomatische Fertigung für<br />
03 Hochvolt-Kabelsatz für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben<br />
(links), vollautomatisierte Montage von Stromschienen (oben)<br />
Stromschienen (Busbars), die die herkömmliche<br />
Unterflur-Batterieleitung ersetzen.<br />
Zudem laufen derzeit auch Versuche mit<br />
kollaborierenden Robotern: Dabei wird z. B.<br />
deren Einsatz im Bereich der Leitungsvorbereitung<br />
getestet. Erste Beobachtungen<br />
zeigen, dass die Zusammenarbeit mit einem<br />
Roboter den Mitarbeiter in der Produktion<br />
entlastet und die Effizienz steigert. Virtual<br />
Reality hält ebenfalls Einzug in der Planung<br />
von Produktionsabläufen, die ebenso eine<br />
Erhöhung der Effizienz in der Produktion<br />
unterstützt. Hier arbeitet Leoni aktiv mit<br />
OEMs zusammen, um etwa Prozessabläufe<br />
bei Änderungen oder Qualitätsthemen effizienter<br />
umzusetzen.<br />
Investitionen in die Infrastruktur<br />
Für die Weiterentwicklung der automatisierten<br />
Fertigung ist es nicht nur erforderlich,<br />
in Maschinen zu investieren, sondern<br />
auch in die Infrastruktur der Werke. Hierzu<br />
gehört u. a. die Anbindung an das schnelle<br />
Internet. Wichtig ist aber auch eine Kultur,<br />
in der Technik als Chance begriffen wird.<br />
Bis 2020 plant Leoni die vollautomatisierte<br />
Montage kleinerer Leitungssätze. Die Fertigungszelle<br />
eignet sich dann vor allem für<br />
sog. HaF- oder HaD-Leitungssätze – speziell<br />
für die Anforderungen an das autonome<br />
Fahren, aber auch für die kundenspezifische<br />
Kabelsatzfertigung mit autarken Modulen:<br />
Denn die Nachfrage nach Varianten, z. B. im<br />
Leitungssatz der Tür oder bei bisher standardisierten<br />
Modulen, steigt – und damit<br />
auch die Komplexität.<br />
Bilder: Schmuckbild Fotolia, sonstige Leoni<br />
www.leoni.com<br />
Klaus Hold, Director Advanced Production and<br />
<strong>Automation</strong> Technology bei der LEONI Bordnetz-<br />
Systeme GmbH in Kitzingen<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 39
Hannover Messe <strong>2018</strong><br />
Touch-Panel-Einstiegsklasse nun auch mit 10,1-Zoll-Display<br />
In der Touch-Panel-Einstiegsklasse von Beckhoff gibt es nun auch drei Ausführungen mit einer<br />
10,1"-Bedienoberfläche: den Panel-PC CP6600 mit 1-GHz-ARM-Cortex-A8-CPU, den Panel-PC<br />
CP6700 mit Intel-Atom-Prozessor und das Control-Panel CP6900 mit DVI/USB-Extended-Technologie.<br />
Mit ihnen lässt sich die PC-basierte Steuerungstechnik im kostensensitiven unteren und<br />
mittleren Leistungsbereich genauer auf die Applikation abstimmen. Das TFT-Touch-Display der<br />
neuen Panels eröffnet umfassende Bedien- und Visualisierungsmöglichkeiten.<br />
www.beckhoff.de<br />
Berührungslose Temperaturmessung<br />
in Verbrennungsanlagen<br />
Die von Heitronics entwickelte<br />
Technologie für die berührungslose<br />
Temperaturmessung in Verbrennungsanlagen<br />
ist gesetzlich eignungsgeprüft,<br />
wird weltweit in Brennkammern<br />
großer Verbrennungsanlagen<br />
eingesetzt und bietet Zuverlässigkeit,<br />
Genauigkeit sowie niedrige Betriebskosten.<br />
Die Infrarot-Strahlungsthermometer erfassen die Gastemperatur<br />
schnell und unterliegen keiner Alterung. Bei der Montage<br />
entfallen Ausbiegungen in der Flossenwand. Dieser kompakte<br />
Aufbau erfordert nur sehr geringen Wartungs- und Kalibrieraufwand.<br />
Zudem ist durch den Einsatz einer fokussierten Optik nur<br />
ein Loch mit einem Durchmesser von 10 mm zwischen den<br />
Stegen notwendig. Eine weitere Installationsvoraussetzung ist ein<br />
Flansch DIN 2573 PN6 NW65 im Abstand von 240 mm zum Loch.<br />
www.heitronics.com<br />
Für schnelle Hübe in kleinen Bauräumen<br />
Mit ihrer geringen Steifigkeit eignen sich die Leitungen Chainflex<br />
CFSoft von Igus für schnelle, kurze Hübe bei besonders engen<br />
Radien. Neben dem flexiblen Leiteraufbau werden bei ihnen<br />
hochabriebfeste, sehr weiche Mantelwerkstoffe eingesetzt, um<br />
eine hohe Biegsamkeit der Leitung zu ermöglichen. Die Einzeldrähte<br />
bestehen aus weichem Kupfer und werden bei der Herstellung<br />
einem besonderen Verlitz- und Verseilverfahren unterzogen,<br />
wodurch die Gesamtleitung sehr flexibel<br />
und weich wird. Sie führen Leitungen<br />
bei sehr schnellen, kurzen<br />
Hüben von etwa 0,5 bis 1 m Länge,<br />
beispielsweise an Halbleiterbestückern.<br />
Außerdem erfüllen sie<br />
Reinraumklasse 2. Die Leitungen<br />
sind als Meterware oder fertig konfektioniert<br />
bestellbar. Als Readychain<br />
ist sie außerdem einbaufertig in einem<br />
E-Kettensystem erhältlich.<br />
www.igus.de<br />
Einmaliger<br />
Einführungspreis<br />
990,- €<br />
. April <strong>2018</strong><br />
dann 1.490,-€<br />
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40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
Smarter Sensor schützt Maschinenbediener<br />
Der berührungslose Smart Safety Sensor SRF von Bernstein überwacht beweglich trennende Schutzeinrichtungen<br />
wie Klappen, Türen oder Schutzgitter. Er bewahrt Mitarbeiter vor Verletzungen, indem<br />
er Maschinen und Anlagen abschaltet oder erst gar nicht in Betrieb nimmt, solange die Schutzeinrichtung<br />
nicht ordnungsgemäß geschlossen ist. Das zugehörige Diagnosesystem liest eine Vielzahl<br />
an Daten aus und macht sie zentral verfügbar. Diese werden über I/O-Link in die<br />
Maschinensteuerung eingelesen oder per NFC-Technologie auf dem Smartphone<br />
angezeigt. Für jeden Sensor können 20 unterschiedliche Diagnoseinformationen<br />
abgerufen und zur Verfügung gestellt werden – auch wenn diese in Reihe geschaltet<br />
sind. Bei Verlust der Spannungsversorgung unterstützt ein Fehlerspeicher<br />
via NFC die Fehlersuche. Eine Notlaufeigenschaft ermöglicht es bei einer Fehlererkennung<br />
an einem Sicherheitsausgang, die Maschine kontrolliert herunterzufahren,<br />
bevor die Notabschaltung erfolgt.<br />
CAUTION<br />
HOT<br />
www.bernstein.eu<br />
Robotik schnell integriert<br />
Auf der Hannover Messe zeigt Universal Robots, wie Automatisierungslösungen<br />
mit „Plug-and-Produce“ umgesetzt<br />
werden können. Mit Anwendungsbeispielen wird gezeigt,<br />
wie Unternehmen mit vielseitigen, schnell integrierbaren<br />
Komponenten steigender Variantenvielfalt und flexibleren<br />
Losgrößen begegnen können. Das Zubehör der Applikationen<br />
stammt größtenteils aus dem Online-Ökosystem UR+. Dieses bietet eine stetig wachsende Zahl<br />
an Greifern, Sensoren, Software und weiterem Zubehör. Gezeigt werden z. B. drei UR3-Roboter, die im<br />
Zusammenspiel Taschenlampen zusammenschrauben, eine Batterie einsetzen und die Lampen im<br />
Anschluss per Laser beschriften. Eine weitere Applikation mit einem UR5 und einem ATI-Kraft-<br />
Momenten-Sensor zeigt die „Wahrnehmungsfähigkeit“ des Roboters: Der Roboterarm fährt entlang<br />
einer Linie auf einer Platte mit stark gewellter Oberfläche. Diese kann verschoben werden und der<br />
Roboter folgt immer weiter der vorgegebenen Kontur entlang der unebenen Struktur.<br />
Bild: Shutterstock.de/Can Erdem Satma<br />
www.universal-robots.com<br />
Umfassender Schutz für sensitive Produktionsdaten<br />
Rohde + Schwarz präsentiert ein dreistufiges Sicherheitskonzept für den Netzwerkschutz in der<br />
Industrie 4.0, das IT und OT gerecht wird. Im ersten Schritt steht die Erfassung im Fokus: Die IP-<br />
Probe des R+S Net Sensors klassifiziert 2 000 der am häufigsten genutzten Protokolle und Applikationen<br />
aus verschiedenen Geschäftsfeldern und allen geografischen Regionen. Der Sensor deckt<br />
bei der Klassifizierung bis Layer 7 und darüber ab und ermöglicht damit detaillierte Einblicke in<br />
den Datenverkehr sowie ein durchgängiges Reporting. Im zweiten Schritt werden mit der Analyseplattform<br />
R+S Net Reporter der Netzwerkverkehr und mögliche Anomalien analysiert. Gemeinsam<br />
bilden die beiden Produkte die Lösung R+S Industrial Network Analytics und liefern<br />
in Echtzeit Informationen über den Netzwerkzustand. In der dritten Stufe lassen<br />
sich auf Basis der Analyse mit den Gateprotect Firewalls Schutzmaßnahmen<br />
einrichten und Angreifer sicher abwehren.<br />
Bild: Fotolia<br />
Unsere tragbare<br />
Wärmebildkamera<br />
PYROVIEW<br />
480N portable<br />
www.rohde-schwarz.com<br />
Maschinen mit Sinnen ausstatten<br />
Eine einfache Integration von 3D-Technologie bietet die Intel Realsense-Produktsuite, die Framos<br />
auf der Hannover Messe vorstellt. Roboter und andere Geräte werden mit nahezu menschlichen<br />
Sinnen und der Fähigkeit zu verstehen und zu interagieren ausgestattet und können daraus lernen.<br />
Die Maschine wird in die Lage versetzt, die Umgebung dreidimensional zu erfassen und mit ihr zu<br />
interagieren. Passive oder aktive Steuerungssysteme wie die berührungslose Steuerung über<br />
Eye-Tracking oder Gesten- und Gesichtserkennung ermöglichen so eine neue Klasse von Produkten,<br />
Automatisierungsprozessen, Überwachungsfunktionen sowie Sicherheits- und Industrielösungen.<br />
www.framos.com<br />
Besuchen Sie<br />
uns auf der<br />
Hannovermesse!<br />
23.-27.04.2017<br />
Halle 17, Stand F63<br />
DIAS: Entwicklung,<br />
Fertigung, Vertrieb und<br />
Service aus einer Hand<br />
www.dias-infrared.de
Hannover Messe <strong>2018</strong><br />
Mit Laserpunkt oder Laserlinie an das Objekt<br />
Eine nahezu farbunabhängige Erfassung von<br />
Objekten bei der Abstandmessung oder Positionierung<br />
ermöglichen Laser-Triangulationstaster<br />
der Serie PT64 von IPF Electronic. Die<br />
kompakten Geräte im IP67-Metallgehäuse<br />
integrieren eine Teachtaste zur Bestimmung<br />
des Messbereichs-Anfangs- und Endpunktes,<br />
zwei LED-Statusanzeigen, zwei Digitaleingänge,<br />
zwei Analogausgänge und zwei Digitalausgänge.<br />
Der um 180° drehbare Anschlussstecker ermöglicht die Installation<br />
des Tasters in nahezu jeder Einbaulage. Die Taster gibt es in<br />
zwei Versionen: Mit punktförmiger Laserstrahlauslegung ermöglichen<br />
sie punktgenaue Messungen und eignen sich so z. B. zur<br />
Abstandsmessung und Positionierung von sehr kleinen Objekten<br />
oder für sehr präzise Messungen an spezifischen Positionen von<br />
Bauteilen. Müssen hingegen raue oder inhomogene Objektoberflächen<br />
abgefragt werden, empfiehlt sich die Variante, die eine<br />
Laserlinie erzeugt. Eine kostenfreie Software erweitert das<br />
Einsatzspektrum.<br />
www.ipf.de<br />
Schutztürlösung 4.0<br />
Pilz präsentiert eine neue Variante des Industrie-4.0-fähigen<br />
Schutztürsystems PSENmlock. Das System mit Reihenschaltung<br />
ermöglicht eine günstige Installation aufgrund von reduziertem<br />
Verkabelungsaufwand. Eine<br />
Fluchtentriegelung ist in zwei<br />
Ausführungen als Zubehör<br />
erhältlich. Mit Safety Device<br />
Diagnostics (SDD) kann die<br />
Zuhaltung einzelner Sensoren in<br />
der Kette angesteuert werden.<br />
Das System ist modular, sodass<br />
sich individuelle Lösungen<br />
erstellen lassen. Neben PSENmlock gibt es die Schutztürsensoren<br />
PSENslock. Mit dabei im Lösungspaket ist außerdem die Taster-<br />
Unit-Pitgatebox zur einfachen Bedienung und Ansteuerung von<br />
Schutztürsystemen. Mit ihr lassen sich Befehle wie Aktivieren,<br />
Stopp sowie Quittieren der Anlage steuern. Die vorkonfigurierten<br />
Varianten mit Kombinationen aus Drucktastern, Schlüsselschalter<br />
und Not-Halt-Taster bieten dabei maximale Flexibilität.<br />
www.pilz.com<br />
Explosionsschutz-geeignete Positionssensoren mit SSI Schnittstelle<br />
Die magnetostriktiven linearen Positionssensoren der T-Serie Temposonics wurden um eine SSI-Schnittstelle<br />
erweitert. Dadurch erhöht sich nicht nur die Funktionalität, sondern sie bietet den Vorteil, dass<br />
außer den Positionsdaten, weitere Informationen bis zu 0,5 μm digital übertragen werden können.<br />
So lassen sich Statusinformationen im Betrieb überwachen und im Fehlerfall umfangreiche Diagnosemöglichkeiten<br />
nutzen. Die Sensoren sind druckfest und unempfindlich gegen Vibrationen und Schock.<br />
www.mtssensors.com
Smart Sensor für Temperatur und Luftfeuchte<br />
Der Smart Sensor CSS 014 von Stego unterstützt das Condition Monitoring im Schaltschrankbau.<br />
mit der Messung von Temperatur und Luftfeuchte. Er erfasst elektronisch<br />
Temperatur und Luftfeuchte und wandelt seine Messdaten in ein standardisiertes analoges<br />
4 bis 20-mA-Signal. Dieses kann z. B. an Steuerungs- und Überwachungseinheiten<br />
übertragen und weiterverarbeitet werden. Der Sensor stellt zwei Messkanäle zur<br />
Verfügung. Der Messbereich beträgt - 40 bis + 60 °C und 0 bis 100 % rF.<br />
Teilbar<br />
muss er sein!<br />
www.stego.de<br />
Automatisierungs-Controller für dezentrale und<br />
PC-basierte Anwendungen<br />
Siemens erweitert seine Simatic Automatisierungs-Controller-Familie für PC-basierte Anwendungen.<br />
Bei den dezentralen Controllern gibt es jetzt den leistungsfähigeren Simatic ET 200SP Open Controller<br />
CPU 1515SP PC 2 für Standard- und fehlersichere Applikationen bis Performance Level e. Er verbindet<br />
die Funktionen eines PC-basierten Software-Controllers mit Visualisierung, Windows-Anwendungen<br />
und zentralen I/Os (Input/Output). Auch die neue fehlersichere CPU1516pro-2 PN für die Distributed<br />
Controller Simatic ET 200pro löst Standard- und fehlersichere Automatisierungsaufgaben bis Performance<br />
Level e in einem Gerät. Bei den Simatic S7-1500 Software-Controllern wurden erstmals<br />
Safety-Funktionalitäten integriert. Damit ist die CPU 1507S F laut<br />
Hersteller weltweit der einzige Software-Controller mit fehlersicherer<br />
PC-basierter Steuerung, die autark vom Betriebssystem<br />
betrieben wird. Dies gewährleistet eine hohe Systemverfügbarkeit<br />
und begünstigt den schnellen Steuerungshochlauf. Ferner ist die<br />
Installation von Windows-Updates und ein Reboot bei laufender<br />
Steuerung möglich.<br />
www.siemens.com<br />
Neuer IIoT-Baukasten erzeugt Mehrwert<br />
Der neue Predictive Analytics-Baukasten IIoT/PA-Pac von SSV unterstützt die datenbasierte Vorhersage<br />
von Ereignissen für Maschinen und Anlagen. Mittels der Hardware-Bausteine dieses Retrofit-<br />
Baukastens lassen sich bestehende Maschinen und Anlagen mit den entsprechenden Datenschnittstellen<br />
nachrüsten, um IIoT-geeignete Zustandsdaten zu gewinnen und zu speichern. Der zum<br />
Lieferumfang gehörende Sensor-2-Information-Service erzeugt Predictive Analytics-Informationen<br />
aus den zur Verfügung stehenden Sensordaten. Dabei kommen sowohl statistische Methoden zur<br />
Datenanalyse als auch verschiedene Machine Learning-<br />
Algorithmen zum Einsatz, die sich auch für die auto -<br />
matische Anomalieerkennung eignen. Die mit einem<br />
IIoT/PA-Pac ausgelieferten Sensoren orientieren sich<br />
hinsichtlich Typ und Qualität an der jeweiligen Aufgabenstellung.<br />
Das Angebotsspektrum reicht vom einfachen<br />
Pt100-Industriesensor über IO-Link-basierte<br />
Sensorsysteme bis zum batteriebetriebenen Funksensor.<br />
UNI FLANSCH HD<br />
Der robuste Metallflansch für raue<br />
Umgebungen<br />
www.pflitsch.de<br />
www.ssv-embedded.de<br />
Präzise Temperaturmessung mit SIL-Option<br />
Der Multi-Funktions-Vierdraht-Messumformer DTrans T06 ist für anspruchsvolle Anwendungen im<br />
Anlagenbau konzipiert. Das Tragschienengehäuse mit einer Baubreite von 22,5 mm und kodierten<br />
Steckklemmen ermöglicht den schnellen Schaltschrankeinbau. Das Gerät ist mit Widerstandsthermometern<br />
und Thermoelementen oder WFG/Poti und Spannungs-/Stromsignalen verwendbar<br />
und wandelt diese Eingangssignale in ein 0(2) bis 10 V- oder 0(4) bis 20-mA-Ausgangssignal um.<br />
Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen, z. B. in der chemischen Industrie, ermöglicht der Messumformer<br />
mit der Option SIL nach IEC61508 die Projektierung einer sicheren Temperatur-Messkette.<br />
www.jumo.net
CONTROL <strong>2018</strong> I MESSE<br />
Präziser Spürsinn<br />
Hightech-Roboter mit Wärmebildkamera identifiziert<br />
Hotspots an schwer zugänglichen Stellen<br />
Dipl.-Ing. Manfred Pfadt, Produktmanager<br />
Sensorik, Micro-Epsilon Messtechnik GmbH &<br />
Co.KG, Ortenburg; Péter Fankhauser, Robotics<br />
Software Engineer, ANYbotics AG, Zürich<br />
Sowohl bei der Überwachung von Maschinen und Prozessen als auch bei<br />
Rettungsaktionen von Menschen ist Zeit ein wichtiger Faktor. In beiden Fällen<br />
kommt der autonome Roboter Anymal zum Einsatz. In seinem Inspektionskopf<br />
befindet sich moderne Technologie, die dem Roboter seine Sinne verleiht. Hierzu<br />
zählt eine Wärmebildkamera mit hoher thermischer Empfindlichkeit. Dank ihr<br />
kann der Roboter heiße Stellen aufspüren – und frühzeitig Alarm schlagen.<br />
Anymal ist ein einzigartiger Roboter von<br />
Anybotics, der u. a. der Personensuche<br />
dient. Sein Name ist angelehnt an das englische<br />
Wort „animal“ – und er bewegt sich<br />
auch wie ein Tier. Er hat vier flexible Beine,<br />
auf denen seine Technologie gelagert ist,<br />
zum Beispiel Akkus für zwei bis vier Stunden<br />
lange Operationen oder Sensoren, die ihm<br />
01 Der autonome Roboter kann sich auch<br />
in unwegsamem Gelände sicher fortbewegen<br />
und auf Hotspots aufmerksam machen<br />
Eigenständigkeit verleihen. Die vier Beine<br />
und die Mobilität seiner Gelenke, die um<br />
360° gedreht werden können, ermöglichen<br />
Anymal zu klettern,<br />
springen, rennen,<br />
kriechen oder sogar<br />
zu tanzen. Daher<br />
ist er vor allem für<br />
KERNKOMPETENZ<br />
LED Beleuchtungen<br />
für die Bildverarbeitung<br />
+49 7132 99169 0<br />
www.falcon-illumination.de<br />
den Einsatz in<br />
unweg samem Gelände<br />
geschaffen<br />
und kann nach<br />
Erdbeben eingesetzt<br />
werden, wenn<br />
verstreute Trümmer<br />
den Zugang zu verschütteten<br />
Personen<br />
erschweren. Auch optisch ist er einem<br />
Tier sehr ähnlich. Er gleicht einem Hund<br />
und legt durch seine Vielzahl an Sensoren<br />
einen präzisen Spürsinn an den Tag. Ob<br />
Berg rettung, Bombenentschärfung oder<br />
Erd beben – überall dort, wo Menschen<br />
schnell und gezielt gerettet werden müssen<br />
oder es zu gefährlich ist, Menschen zur Rettung<br />
einzusetzen, sind seine Fähigkeiten<br />
gefragt. Der Hightech-Roboter wiegt ledig<br />
44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong><br />
Falcon.indd 1 06.02.<strong>2018</strong> 14:45:58
lich 30 kg, obwohl er mit innovativer Technologie<br />
ausgestattet ist. Er ist voll autonom<br />
und wurde u. a. mit Lasersensoren versehen,<br />
um sich in seiner Umgebung sicher<br />
fortzubewegen. Hindernisse werden dadurch<br />
erkannt und Bewegungen in schwierigem<br />
Gelände lassen sich planen.<br />
Hotspots zuverlässig aufspüren<br />
Darüber hinaus verfügt Anymal über moderne<br />
Thermografiesysteme von Micro-Epsilon.<br />
Im schwenkbaren Inspektionskopf des Roboters<br />
sitzt „TIM“, die Wärmebildkamera<br />
ThermoImager TIM 160. Sie wird zur berührungslosen<br />
Temperaturmessung eingesetzt.<br />
Dafür muss sie hohe Anforderungen<br />
erfüllen: Sie muss kompakt und leicht sein,<br />
um sie auf dem Roboter montieren zu<br />
können. Zudem wird vorausgesetzt, dass<br />
ihr Aufbau robust und unempfindlich ist<br />
und sie somit vor allem durch Wasser und<br />
Erschütterungen nicht beeinflusst wird. Der<br />
geforderte Temperaturbereich, den die Kamera<br />
sicher detektieren sollte, liegt bei - 20<br />
bis + 350 °C und einer Genauigkeit von rund<br />
2 % vom Messwert. Über die Kamera findet<br />
der Roboter durch Abscannen seiner Umgebung<br />
mit dem Sensor außergewöhnlich<br />
heiße Stellen, sog. Hotspots, und kann frühzeitig<br />
Alarmsignale ausgeben. Dies ist für<br />
Rettungsaktionen erforderlich, aber ebenso<br />
in industrieller Umgebung in der Überwachung<br />
von Maschinen und Prozessen.<br />
Der Inspektionskopf des Anymal verfügt<br />
neben der Wärmebildkamera über eine<br />
RGB Zoom-Kamera, Mikrofone und einen<br />
Gasdetektionssensor. Die Bewegungsfreiheit<br />
des gesamten Systems ermöglicht die gezielte<br />
Untersuchung schwer zugänglicher<br />
Stellen. Péter Fankhauser, Robotics Software<br />
Engineer bei Anybotics, zeigt sich zufrieden<br />
mit der eingesetzten Wärmebildkamera von<br />
Micro-Epsilon: „Der ThermoImager TIM<br />
160 erfüllt unsere Anforderungen und hat<br />
uns mit dem einfachen USB-Anschluss und<br />
der Verfügbarkeit von Linux-Treibern überzeugt.<br />
Die Kamera ist einfach in der Bedienung,<br />
schnell einsatzbereit und zeigte<br />
sehr gute Ergebnisse.“<br />
Exakte Messwerte zu jeder Zeit<br />
02 Im schwenkbaren Inspektionskopf<br />
befindet sich eine Wärmebildkamera,<br />
die robust und unempfindlich gegenüber<br />
Wasser und Erschütterungen ist<br />
Wärmebildkameras erfassen und messen<br />
im Gegensatz zu Pyrometern Temperaturen<br />
nicht an einem Punkt, sondern auf einer<br />
Fläche. Sie arbeiten wie Digitalkameras und<br />
verfügen über ein Gesichtsfeld. Durch die<br />
Wahl eines passenden Objektivs kann dieses<br />
auf die Applikation abgestimmt werden.<br />
Im Infrarotbereich kann die Wärmestrahlung<br />
nur durch Optiken aus Germanium<br />
oder mit Oberflächenspiegeln fokussiert<br />
werden. Solche vergüteten Optiken sind<br />
immer noch ein erheblicher Kostenfaktor<br />
bei Wärmebildkameras. Sie sind als sphärische<br />
3-Linser oder asphärische 2-Linser ausgeführt<br />
und müssen für thermometrisch<br />
korrekte Messungen, gerade bei Kameras<br />
mit Wechselobjektiven, bzgl. ihres Einflusses<br />
auf jedes Einzelpixel kalibriert werden.<br />
Infrarote Strahlung geht von jedem Körper<br />
aus, dessen Temperatur über dem absoluten<br />
Nullpunkt liegt. In einem Detektor wird die<br />
Energie der Infrarotstrahlung in elektrische<br />
Signale umgewandelt, die dann auf Grundlage<br />
der Kalibrierung des Sensors und des<br />
eingestellten Emissionsgrades in Temperaturwerte<br />
umgerechnet werden. Basierend auf<br />
dieser Auswertung kann die gemessene<br />
Temperatur auf einem Display angezeigt, als<br />
analoges Signal ausgegeben oder über einen<br />
digitalen Ausgang auf einem Com puter dargestellt<br />
werden. Die Messung erfolgt berührungslos<br />
und erlaubt damit schnelle und<br />
sichere Temperaturmessungen von bewegten,<br />
heißen oder schwer zugänglichen Objekten.<br />
Vielseitig einsetzbar<br />
Die Wärmebildkameras der Serie TIM 160<br />
sind dank der hohen thermischen Empfindlichkeit<br />
für präzise Messaufgaben in Echtzeit<br />
konzipiert. Weiterhin bietet das System<br />
eine hohe Bildfrequenz von 120 Hz. Der Anschluss<br />
erfolgt über eine USB-Schnittstelle,<br />
über die auch die Versorgung vorgenommen<br />
wird. Der Messbereich erstreckt sich<br />
von - 20 bis + 900 °C, optional bis 1 500 °C.<br />
Infrarotkameras von Micro-Epsilon sind<br />
sehr leicht und robust, sodass sie sich für<br />
den Einsatz in industrieller Umgebung oder<br />
für die Montage auf Robotern, wie dem<br />
Anymal, eignen. Sie prüfen u. a. Wärmedämmungen<br />
an Häusern, Verlustleistung<br />
elektronischer Baugruppen, spüren Glutnester<br />
auf, überwachen Oberflächentemperaturen<br />
oder lassen sich in der Medizin<br />
zur Untersuchung von Entzündungsherden<br />
einsetzen.<br />
www.micro-epsilon.de<br />
Internationale Fachmesse<br />
für Qualitätssicherung<br />
24. – 27. 04. <strong>2018</strong><br />
STUTTGART<br />
Qualität macht<br />
den Unterschied.<br />
Als Weltleitmesse für Qualitätssicherung<br />
führt die 32. Control die internationalen<br />
Marktführer und innovativen Anbieter aller<br />
QS-relevanten Technologien, Produkte,<br />
Subsysteme sowie Komplettlösungen in<br />
Hard- und Software mit den Anwendern<br />
aus aller Welt zusammen.<br />
Messtechnik<br />
Werkstoffprüfung<br />
Analysegeräte<br />
Optoelektronik<br />
QS-Systeme / Service<br />
www.control-messe.de<br />
Veranstalter: P. E. SCHALL GmbH & Co. KG<br />
+49 (0) 7025 9206-0<br />
control@schall-messen.de
Messe Control <strong>2018</strong><br />
STEIGERN SIE<br />
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mit<br />
Control <strong>2018</strong><br />
Neue Erkenntnisse und ihre Anwendung in der QS-Praxis<br />
Die Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – steht in den Startlöchern:<br />
Das Branchentreffen findet vom 24. bis 27. April in Stuttgart statt. Damit sich<br />
Theorie und Praxis optimal verzahnen, bietet der Fachmessenveranstalter P.E. Schall<br />
GmbH & Co. KG nicht nur das Weltangebot an Qualitätssicherung auf erneut mehr<br />
Quadratmetern, sondern auch eine besonders besucherfreundliche und übersichtliche<br />
Aufteilung des Exponate-Spektrums in Blöcken. So sind Messtechnik, Werkstoff-Prüfung,<br />
Analysegeräte, Optoelektronik, QS-Systeme und Service in direkt an<br />
der industriellen Praxis ausgerichteter Reihenfolge angeordnet.Die Sonderschau<br />
„Berührungslose Messtechnik“, die bereits zum 14. Mal in Kooperation zwischen der<br />
Fraunhofer-Allianz Vision und der P.E. Schall GmbH & Co. KG durchgeführt wird,<br />
zeigt neueste Entwicklungen und zukunftsweisende Technologien aus dem Bereich<br />
der berührungslosen Mess- und Prüftechnik. Und noch ein weiteres Fraunhofer<br />
Institut wird auf der Control neueste Erkenntnisse der Wissenschaft für die Praxis<br />
vorstellen: Das Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) lädt bereits<br />
zum 11. Mal zum Eventforum ein, um neue und zukunftsweisende Technologien<br />
für die Messebesucher auf einer Standfläche zu präsentieren und „live“ erlebbar zu<br />
machen. Im Jahr <strong>2018</strong> findet das Eventforum zum Themenschwerpunkt „Nachhaltigkeit<br />
durch Smarte Qualitätskontrolle – vom Produktdesign bis zum Recycling“ statt.<br />
Referenten aus Industrie und Forschung stellen außerdem speziell zu den von ihnen<br />
gehaltenen Vorträgen auch Exponate aus, nämlich auf dem Eventforum-Stand. Auf<br />
diese Weise findet direkt der Transfer von der Theorie in die Praxis statt.<br />
www.control-messe.de<br />
EMVA veranstaltet Vortragsforum „Control Vision Talks“<br />
im Rahmen der Messe Control<br />
Automatisierung ist entscheidend<br />
für die Smart Factory. Deshalb<br />
verlassen sich erfahrene Ingenieure<br />
auf Gocator. Der 3D-Smart-Sensor<br />
für die Automatisierung von<br />
manuellen Aufgaben sowie erhöhte<br />
Effizienz und Produktivität.<br />
Im Rahmen der Control veranstaltet der europäische Bildverarbeitungsverband<br />
EMVA gemeinsam mit dem Messeveranstalter P.E. Schall bereits zum dritten Mal<br />
die „Control Vision Talks – Vortragsforum für Bildverarbeitung und optische Messtechnik“.<br />
Insgesamt werden 30 Vorträge zu verschiedenen Schwerpunktthemen<br />
geboten. Während am ersten Messetag, dem 24. April, das Thema „Bildverarbeitung:<br />
Von 2D bis 3D im Fokus steht, ist das Thema ´Optische Messtechnik: Von Offline bis<br />
Inline“ Mittelpunkt der Vorträge am 25. April. Am 26. April geht es dann um „Spectral<br />
Imaging: Hyperspectral, CT und Infrarot“. Ergänzt werden die Control Vision Talks<br />
durch die Podiumsdiskussion „Inline-Computertomographie: Mythos oder Realität“,<br />
die am 25. April um 12 Uhr auf dem Forum stattfindet. Die Teilnahme an den Vorträgen<br />
ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung nicht nötig.<br />
Entdecken Sie<br />
Automatisierung<br />
www.emva.org<br />
www.lmi3d.com/de
3D-Kamerasystem mit vergrößertem Sichtfeld<br />
IDS erweitert sein Portfolio um eine 5-MP-Variante des modularen 3D-Kamerasystems<br />
Ensenso X. Das Anwendungsspektrum des 3D-Kamerasystems Ensenso X reicht von<br />
Fabrikautomation (z. B. Bin Picking) bis Lager- und Logistikautomation (z. B. Palletten-<br />
Kommissionierung). Nun sind Varianten mit 5 MP Sony Sensoren möglich. Im Vergleich<br />
zu bisherigen 1,3-MP-Varianten kann dank des größeren Sichtfeldes bspw. der Abstand<br />
zwischen Kamerasystem und Objekt verringert werden: Um eine bepackte Euro-Palette<br />
(120 × 80 × 100 cm) komplett zu erfassen, sind statt 1,5 nur noch 1,25 m<br />
notwendig. Die Z-Genauigkeit verbessert sich von 0,43 auf<br />
0,2 mm. Weitere Vorteile sind ein Plus von bis zu 35 %<br />
bei der lateralen Auflösung bei mehr als 30 % geringerem<br />
Rauschen, sodass Details und Tiefeninformationen noch<br />
präziser erfasst werden.<br />
Exakter<br />
Vergleichbares bewerten<br />
www.ids-imaging.de<br />
Funk-Datenlogger für digitale Sensoren<br />
Mit dem wireless data logger Almemo 470 können nicht nur Klima-Messgrößen wie<br />
Temperatur oder Luftfeuchtigkeit drahtlos erfasst werden. Eine flexible Anschlusstechnik<br />
für digitale Sensoren ermöglicht die Adaption einer Vielzahl unterschiedlicher<br />
Sensoren zur Messung der verschiedensten Messgrößen. Derzeit lassen sich bis zu<br />
30 Funksensoren sternförmig über einen<br />
Logger vernetzen. Die Messdaten werden<br />
im Gerät gespeichert und auf einem<br />
großen 5,7"-Touch-Display angezeigt.<br />
Über das übersichtliche, menügeführte<br />
Display werden die Sensoren im Funk -<br />
netz verwaltet sowie Grenzwerte und<br />
Zyklen programmiert. Für eine optimale<br />
Zuordnung an den einzelnen Messorten<br />
können über den Logger sogar Kommentare<br />
im Funksensor hinterlegt werden. Die Funkmodule selbst sind mit verschiedenem<br />
Zubehör variabel installierbar. Das WLAN-basierte Datenloggersystem ist internetfähig<br />
und für unterschiedlichste Applikationen einsetzbar.<br />
Besuchen Sie uns:<br />
Control Stuttgart,<br />
24. –27.04.<strong>2018</strong>,<br />
Halle 4, Stand 4504<br />
www.ahlborn.com<br />
Sonderschau „Berührungslose Messtechnik“<br />
Die Sonderschau »Berührungslose Messtechnik«<br />
im Rahmen der internationalen Leitmesse für<br />
Qualitätssicherung stellt auf konzentrierter Fläche<br />
eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien zur<br />
berührungslosen und zerstörungsfreien Messund<br />
Prüftechnik vor. Sie bietet Interessenten<br />
und potenziellen Anwendern zum einen eine<br />
erste Orientierungshilfe bei der Auswahl einer<br />
geeigneten Technologie zur Bewältigung eigener<br />
Prüfaufgaben. Denn die Performance und Flexibilität<br />
moderner Systeme wächst ständig. Immer<br />
größere Skalenbereiche werden abgedeckt und<br />
neue Anwendungsfelder erschlossen. Darüber<br />
hinaus bieten die Aussteller auch komplette<br />
berührungslose Mess- und Prüfsysteme an,<br />
an denen Besucher mit konkreten Aufgabenstellungen<br />
Lösungsmöglichkeiten vorfinden.<br />
Die Sonderschau findet mit Unterstützung der<br />
Fraunhofer-Allianz Vision und der P. E. Schall GmbH & Co. KG statt. Das Bild zeigt<br />
das hochauflösende 3D-Inline-Inspektionssystem ZFokus für Klein- und Kleinstbauteilen<br />
von Senswork.<br />
www.vision.fraunhofer.de<br />
IndustrieVibrometer<br />
Vibroakustische Qualitätskontrolle<br />
lasergenau<br />
Mit der optischen Schwingungsmessung<br />
des IVS-500 Industrie-Vibrometers<br />
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in der Fertigung durch eindeutige<br />
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IVS-500 prüftberührungslos mithöchster<br />
Flexibilität an sämtlichen Bauteilgeometrienund<br />
bis in denUltraschallbereich.<br />
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Durchlaufzeiten dank 100%iger<br />
Zuverlässigkeit in der Qualitätskontrolle.<br />
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STEUERN UND ANTREIBEN<br />
Den Verpackungsprozess im Blick<br />
Webbasierte Visualisierung in der Anlagenüberwachung und -steuerung<br />
Verpackungsmaschine<br />
für die Pharma- und<br />
Kosmetikindustrie mit<br />
neuen Visualisierungskonzepten<br />
in reinster<br />
Webtechnik (OEE-Panel)<br />
Maschinendaten sind heute<br />
essentiell, um Auslastung und<br />
Produktivität bestmöglich zu<br />
steuern. Ein Spezialist für<br />
Verpackungsmaschinen hat daher<br />
seine Maschinen modernisiert.<br />
Informationen werden nun in<br />
reiner Webtechnik direkt im<br />
Browser zur Verfügung gestellt.<br />
Was das Besondere daran ist,<br />
lesen Sie in folgendem Beitrag.<br />
Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />
stellv. Chef redakteurin,<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />
Produkte der Pharma- und Kosmetikindustrie<br />
müssen nicht nur optisch hohen<br />
Ansprüchen gerecht werden, sondern auch<br />
einwandfrei verpackt sein. Ein Unternehmen,<br />
das sich auf hochwertige Verpackungen<br />
spezialisiert hat, ist Pester Pac <strong>Automation</strong>.<br />
Modernste Maschinenkonzepte erfüllen<br />
jegliche Anforderungen, von der Folienverpackung<br />
über die Kartonverpackung bis<br />
hin zur Palettierung. Dabei bietet das Unternehmen<br />
nicht nur Standardkonzepte,<br />
sondern auch maßgeschneiderte Komplettlösungen.<br />
Zum Kundenkreis zählen multinationale<br />
Konzerne der Pharma- und Kosmetikindustrie,<br />
die von den Anlagen nicht<br />
nur einen einwandfreien Verpackungsprozess<br />
erwarten, sondern auch bestmögliche<br />
Bedienbarkeit und modernste Technik.<br />
Die Wertschöpfung einer Anlage<br />
Maschinen- und Produktionsdaten liefern<br />
wichtige Informationen, ohne die kaum ein<br />
effizienter Betrieb von Anlagen und Maschinen<br />
möglich ist. Dabei geht es nicht nur<br />
um die Datenerfassung, sondern auch um<br />
deren Analyse und Visualisierung. Pester<br />
Pac <strong>Automation</strong> hat daher seine Anlagen<br />
modernisiert. Denn zum einen gab es intern<br />
den Bedarf, eine Logfunktion von Maschinen-<br />
und Betriebsdaten für die Analyse und<br />
Fehlersuche zu implementieren, welche<br />
über einen längeren Zeitraum Signale und<br />
Variablen erfasst, abspeichert und sowohl<br />
in Listen- als auch Diagrammform darstellt.<br />
Zum anderen wollte man Kunden einen<br />
Mehrwert bieten: Produktionskennzahlen<br />
in Form einer OEE (Overall Equipment<br />
Effectiveness) – Auswertung. Diese erlaubt<br />
eine übersichtliche Bilanzierung von Maschinen-<br />
und Produktionsdaten und somit<br />
einen Überblick über die Produktivität bzw.<br />
die Verluste einer Anlage. Auch lässt sich<br />
die Auslastung einer Maschine ortsüber-<br />
48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
greifend darstellen – essentiell<br />
für Unternehmen, die an verschiedenen<br />
Standorten produzieren<br />
und fertigen. Pester Pac wollte<br />
nun diese Funktion nicht nur für<br />
neue Maschinen anbieten, sondern<br />
auch als Nachrüst-Option für<br />
bestehende Maschinen und Anlagen.<br />
Konzept: Plattform- und<br />
Betriebssystem-unabhängig<br />
Um Maschinen und Anlagen bedienen, beobachten<br />
und steuern zu können, kommen<br />
HMI/Scada-Systeme zum Einsatz. Sie bieten<br />
einen umfassenden Zugriff auf Daten, eine<br />
schnelle und flexible Anlagenkonfiguration<br />
sowie die Visualisierung verschiedenster<br />
Informationen. Die sich verändernden Anforderungen<br />
im Betrieb moderner Anlagen<br />
erfordern es heute, alle notwendigen Daten<br />
und Informationen an jedem Ort zur Verfügung<br />
zu stellen. Voraussetzung dafür ist<br />
eine Lösung, die nicht nur über Leitstandsysteme,<br />
sondern auch mobil den vollen<br />
Pester Pac-Maschinen integrierte OPC UA-<br />
Server als Datenquelle. Von dort aus wurden<br />
die Daten in die interne Datenbank von<br />
Atvise Scada geschrieben und anschließend<br />
wieder den Applikationen zur Verfügung<br />
gestellt (OEE-Auswertung).<br />
Das Front-End der Applikation wurde<br />
mittels reiner Webtechnologie, Plattformund<br />
Endgeräte-unabhängig in einem beliebigen<br />
Browser ausgegeben. Somit konnten<br />
die Applikationen nicht nur am Panel an<br />
einer Maschine, sondern auch im Leitstand<br />
sowie auf mobilen Endgeräten wie Smartphones<br />
oder Tablets genutzt werden.<br />
Web-Applikation komfortabel<br />
erstellen<br />
Das Erstellen von Web-Applikationen muss<br />
nicht zwingend kompliziert sein. Eine Möglichkeit<br />
bietet das objektorientierte Engineering<br />
Tool Atvise Builder, das auf Basis<br />
von OPC UA das komfortable Parametrieren<br />
und Konfigurieren von Anlagen und Prozessen<br />
erlaubt. Der notwendige HTML-Code<br />
Informationen und Daten können ohne Client oder Plug-in-<br />
Installation über jeden Standard-Webbrowser abgerufen werden.<br />
chainflex®<br />
hält ...<br />
Ethernet Leitung Linear<br />
76 Test<br />
22 Test<br />
Mio.Hübe<br />
getestet<br />
3089<br />
Ethernet Leitung Robot<br />
Mio.Zyklen<br />
getestet<br />
3486<br />
Zugriff auf HMI/Scada-Funktionen erlaubt.<br />
Zum Einsatz kam bei Pester Pac daher ein<br />
Web-basiertes und plattformunabhängiges<br />
System: Atvise Scada. Diese HMI-Technologie<br />
erweitert jedes webfähige Gerät oder<br />
Softwareprodukt mit dem integrierten Webserver<br />
um ein leistungsstarkes HMI. Damit<br />
stehen Anwendern Daten und Visualisierungen<br />
jederzeit zur Verfügung – auf jedem<br />
Endgerät und über jeden Webbrowser.<br />
Da ältere Maschinen teilweise noch nicht<br />
mit einem Industrie-PC ausgestattet waren,<br />
konnten mit atvise Scada die Verbindung<br />
zur Steuerung aufgebaut und im Web-<br />
Front-End OEE Kennzahlen sowie geloggte<br />
Betriebsdaten visualisiert und analysiert<br />
werden. Tobias Weber, Key Account Manager<br />
der Certec EDV GmbH: „Prozessdaten-<br />
Logging und die Darstellung der Produktivitätskennzahlen<br />
werden für viele Branchen<br />
immer wichtiger – sowohl aus Sicht<br />
der Anlagenbetreiber, als auch aus Sicht<br />
der Maschinenbauer.“<br />
OPC UA-Server als Datenquelle<br />
Eine technische Evaluierung bei Pester Pac<br />
ergab, dass sich das Prozessdaten-Logging<br />
und die Darstellung der Produktivitätskennzahlen<br />
aufgrund der Komplexität<br />
nicht ausschließlich durch Konfiguration<br />
und Parametrierung von Atvise Scada realisieren<br />
lassen. Allerdings konnten die Scadaatypischen<br />
Anforderungen durch applikationsseitige<br />
Entwicklungen erfüllt werden.<br />
In beiden Applikationen diente der in den<br />
wird im Programm automatisch erzeugt.<br />
Typische Scada-Funktionalitäten wie Alarming,<br />
Historisierung, Dynamisierung usw.<br />
stehen anwenderfreundlich per drag & drop<br />
zur Verfügung.<br />
Prozesskenntnisse & Scada-/Web-<br />
Programmierkompetenz<br />
Um nun bei Pester Pac beide Applikationen<br />
– Prozessdaten-Logging und die Darstellung<br />
der Produktivitätskennzahlen –<br />
möglichst schnell umzusetzen, startete<br />
man zwei separate Entwicklungsprojekte:<br />
Pester Pac entwickelte in-house das OEE-<br />
Modul und Certec EDV widmete sich der<br />
Entwicklung der Logging-Funktionalität.<br />
Somit konnten die jeweiligen Kompetenzen<br />
optimal miteinander verbunden werden:<br />
Prozesskenntnisse auf der einen, und Scada-/Web-Programmierkenntnisse<br />
auf der<br />
anderen Seite. Und das nächste Projekt<br />
steht bereits in den Startlöchern. Um ein<br />
Retrofit für Altanlagen ohne Softwareschnittstelle<br />
zu ermöglichen, soll auf Basis<br />
von Standard-Produkten ein Hardware-Konzept<br />
entwickelt werden. Als potenzielle Lösung<br />
hierfür sind Produkte der Certec-Mutter<br />
Bachmann Electronic in der Evaluierung.<br />
Das international tätige High-Tech-Unternehmen<br />
bietet komplette Systemlösungen<br />
im Bereich der Automatisierungstechnik.<br />
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Funktionen für elektronische<br />
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Kreisinterpolation<br />
ausgestattet. Das System<br />
vereint eine kompakte und<br />
obuste SPS mit einem Motion<br />
Controller. Die CPU hat<br />
16 digitale Ein- und Ausgänge und ist zusätzlich mit vier<br />
High-Speed-Eingängen bestückt. Die CPU ist erweiterbar mit den<br />
Panasonic FP0R- und FPX-Modulen. Die FP-XH besitzt einen<br />
Echtzeit-Bus für High-End-Anwendungen, den bewährten RTEX<br />
(Realtime Express). Dieser Hochgeschwindigkeits-Ethernet-Bus<br />
für die Automatisierung eignet sich besonders für hochdynamische<br />
ein- und mehrachsige Positionieraufgaben. Die Kommunikation<br />
zwischen Master und Slaves erfolgt in Echtzeit. Dank<br />
Ringleitung wird eine hohe Ausfallsicherheit gewährleistet. Eine<br />
komfortable Verdrahtung geschieht mit Ethernet-Standardkabeln<br />
CST5e mit bis zu 100 m Abstand zwischen den Modulen. In<br />
Kombination mit der Minas A6N/A5N Antriebs-Serie stellt das<br />
System einen technologischen Upgrade für Applikationen mit bis<br />
zu acht Achsen dar.<br />
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Robotics können Unternehmen, bei denen die Digital<br />
Factory bereits Realität ist, ihre Fertigungsprozesse<br />
weiter automatisieren sowie Produktion- und<br />
Leistungsdaten erfassen, visualisieren und direkt in<br />
ihre Produktions-IT<br />
und Data-Analytics-<br />
Systeme einspeisen.<br />
Der Cobot hat eine<br />
intelligente<br />
Kraftsteuerung, die<br />
einen präzisen und<br />
bedarfsgerechten<br />
Krafteinsatz im<br />
Umgang mit elektronischen<br />
Baugruppen,<br />
zerbrechlichen<br />
Komponenten und hochwertigem Zubehör ermöglicht. So kann<br />
er z. B. bei der Bestückung hochsensibler Platinen oder bei der<br />
Qualitätskontrolle für das Testen von Leiterplatten eingesetzt<br />
werden. Etwa das Unternehmen ASM Assembly Systems setzt in<br />
der Fertigung in München den Cobot ein, um Leiterplatten in<br />
einen Testadapter einzulegen, auf Fehler zu überprüfen und<br />
entsprechend dem Testergebnis zu sortieren. Die sichere<br />
Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ist TÜV-zertifiziert.<br />
www.rethinkrobotics.com/de/<br />
Industrie-4.0-ready durch neuen IoT-Core<br />
LIVE@<br />
Wichtige Informationen intelligenter IO-Link-<br />
Sensoren kann dieser IO-Link-Master von ifm<br />
electronic nicht nur an die SPS, sondern auch parallel<br />
in das IT-Netz senden. Mit einer separaten<br />
IoT-Ethernet-Buchse kann die Automatisierungswelt<br />
völlig getrennt vom IT-Netz aufgebaut werden. Dazu<br />
besitzen die Master volle V1.1-Funktionalität und verfügen über<br />
vier oder acht IO-Link-Ports. Die dezentralen IO-Link-Master-<br />
Module dienen als Gateway zwischen Sensoren und dem Feldbus.<br />
In IT- als auch ERP-Systeme gelangen die Sensor-Informationen<br />
über die etablierte TCP/IP-JSON-Schnittstelle. Um die Anlagenverfügbarkeit<br />
sicher zu stellen, ist das Gerät mit einer separaten<br />
IoT-Ethernet-Buchse ausgestattet. So sind<br />
IT- und Automatisierungsnetz völlig voneinander<br />
getrennt. Der spezielle Gehäusewerkstoff<br />
und die hohe Dichtigkeit (IP67 oder<br />
IP69K) erlauben den Einsatz in Coolant-<br />
Applikationen oder direkt in Nassbereichen<br />
der Lebensmittelindustrie.<br />
www.ifm.com<br />
Antriebstechnik mit „Integrated Safety“<br />
„Integrated Safety“ schafft die Grundlage um Sicherheitsfunktionen<br />
direkt im Antriebs- und Automatisierungssystem zu<br />
LIVE@ realisieren. KEB Combivert S6-A und F6-A sind<br />
Servosysteme bis 5,5 kW und universelle Drive<br />
Controller für Leistungen bis 90 kW. Für beide<br />
Typen wurde vor kurzem die Zertifizierung eines<br />
neuen Sicherheitsmoduls mit umfangreich<br />
erweiterten Funktionen abgeschlossen. Beide Gerätereihen mit<br />
Sicherheitsmodul 3 bieten eine durchgängige sichere Bewegungsfunktionalität<br />
gemäß IEC 61800-5-2, die eine fortschrittliche,<br />
bewegungsbasierte sichere Überwachung direkt im Antrieb<br />
möglich macht. Das Safety-Engineering wird integrierter Teil der<br />
zentralen <strong>Automation</strong>saufgabe im optimal aufeinander<br />
abgestimmten Programmiersystem. Das vereinfacht das Handling<br />
von Variablen, Funktions- und Safety-Logik und verbessert die<br />
Fehlerreaktionszeiten. Sicherheitsfunktionen lassen sich flexibel<br />
zur Laufzeit in bis zu acht Parametersätzen im Sicherheitsmodul 3<br />
umschalten. Weiterer Vorteil ist, dass durch die Reduzierung von<br />
separaten Schutzeinrichtungen Kosten gespart werden können.<br />
www.keb.de<br />
Modular Computing für Box-PC- und HMI-Systeme<br />
Die Embedded-Systeme von Syslogic umfassen moderne<br />
Industrial-Box-PCs- und robuste HMI-Systeme mit projizierend<br />
kapazitiven Touchscreens. Durch Modular Computing lassen<br />
sich die Embedded-Systeme einfach und schnell anpassen.<br />
Erreicht wird dies mit erweiterbaren Standardgeräten, einer<br />
besonderen Komponentenbauweise und selbstentwickelten<br />
Erweiterungskarten. Dazu zählen analoge oder digitale<br />
I/O-Boards oder USB-Seriell-Schnittstellenwandler. Damit lassen<br />
sich Schnittstellen von Box-PC- oder HMI-Systemen fast beliebig<br />
konfigurieren.<br />
www.syslogic.de<br />
50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
STEUERN UND ANTREIBEN<br />
Leistungsfähiger<br />
All-in-One Panel-PC<br />
Zur Realisierung innovativer<br />
Bedien- und Visualisierungskonzepte<br />
bietet Ferrocontrol<br />
den Panel-IPC E°PC C0518 an.<br />
Er beinhaltet einen Intel-<br />
Prozessor der 6. Generation<br />
(Skylake), der in den Varianten<br />
Intel Core i3, i5, i7 oder<br />
Celeron erhältlich ist und sich<br />
so für die Applikation skalieren<br />
lässt. Dies gilt auch für den<br />
Speicherausbau bis 32 GB.<br />
Drehgeber: Robust und leicht zu installieren<br />
Posital ergänzt sein Angebot um inkrementale Hohlwellendrehgeber. Diese<br />
sind so konzipiert, dass sie sich schnell und sicher auf der Maschinenwelle,<br />
die durch das Sensorelement läuft, installieren lassen. Dabei wird der<br />
Drehgeber grundsätzlich von der Welle getragen. Eingesetzt werden die<br />
robusten Durchgangshohlwellengeber zur präzisen Überwachung von<br />
Drehbewegungen in einer Vielzahl von Anwendungen, z. B. in Servomotoren, in der Fördertechnik<br />
oder in Verpackungsmaschinen. Sie ermöglichen einen platzsparenden Einbau am Motor oder<br />
auch dort, wo die freie Motorwelle für weitere Anbauten benötigt wird. Erhältlich sind die<br />
inkrementalen Feedback-Geber für Wellendurchmesser von 9,5 bis 44,5 mm. Die kleineren<br />
Varianten haben einen Außendurchmesser von 58 mm, während die größeren Einheiten mit 77<br />
bzw. 100 mm Außendurchmesser aufwarten. Die verfügbare Auflösung reicht von 360 bis 4 096 PPR.<br />
Alle verfügen über Aluminiumgehäuse und Schutzart IP65.<br />
www.posital.de<br />
Über das 18,5"-Full-HD-<br />
Display können Maschinen<br />
sicher bedient werden−<br />
durch den analog-resistiven<br />
Touchscreen auch mit<br />
Handschuhen. Außerdem<br />
ermöglicht das IoT-Betriebssystem<br />
die Implementierung<br />
von IoT-Lösungen und die<br />
Integration von Cloud-Daten.<br />
Mit IP54-geschützter Front<br />
eignet sich der Panel-IPC auch<br />
in rauen Industrieumgebungen<br />
für den Schaltschrankeinbau.<br />
www.ferrocontrol.de<br />
SPS für kritische<br />
Anwendungen<br />
Eine SPS für kritische und<br />
hochverfügbare Anwendungen<br />
ist die Regul R500. Sie eignet<br />
sich für Anwendungen in<br />
fehlertoleranten Mess-, Steuerund<br />
Regelanlagen sowie für<br />
verteilte Systeme für industrielle<br />
Branchen, die eine hohe<br />
Vorgangsgeschwindigkeit<br />
erfordern. Der redundante,<br />
modulare Controller kontrolliert<br />
Betriebsarten der Anlagen<br />
und verwaltet die technische<br />
Ausrüstung eines Unternehmens<br />
nach bestimmten<br />
Algorithmen. Zum Einsatz<br />
kommt der Controller unter<br />
anderem in Öl- und<br />
Gasanwendungen.<br />
www.gp-systems.com<br />
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Automatisieren mit IO-Link<br />
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Hydraulikzylinder-Montageanlage - einfach verkabelt und flexibel in der Produktion<br />
Vielfältige Installationsvorteile sowie Zeit- und Kostenersparnis<br />
sind Merkmale, mit denen IO-Link bei Erstanwendern Eindruck macht.<br />
Diese Technologie steht aber auch für höchst flexible Parametrierungsund<br />
Produktionskonzepte. Lesen Sie, wie damit eine teilautomatisierte<br />
Anlage realisiert werden konnte, die unterschiedliche Hydraulikzylinder<br />
nonstop und effizient montieren kann.<br />
Die Hydraulik-Lösungen kommen unter<br />
anderem in mobilen Arbeitsmaschinen<br />
und Nutzfahrzeugen zum Einsatz<br />
Eine aus zig Fertigungsstationen, Antrieben<br />
und Zuführeinheiten gespeiste polyphone<br />
Geräuschkulisse erfüllt die Werkshalle.<br />
Noch vor kurzem war bei Weber die<br />
Montage von Hydraulikzylindern in weiten<br />
Teilen Handarbeit. Heute übernimmt eine<br />
U-förmige, rund 10 x 6 und in der Höhe 3 m<br />
messende Anlage diese Aufgabe, unterstützt<br />
von drei Werkern. Vorne werden Zylinderrohr<br />
und Kolbenstange paarweise auf Werkstückträgern<br />
in Position gebracht, hinten<br />
kommen fertig montierte, qualitätsgeprüfte<br />
und gekennzeichnete Hydraulikzylinder<br />
heraus. Weber-Hydraulik hat die Anlage<br />
entwickelt, gebaut und dabei auf den Kommunikationsstandard<br />
IO-Link gesetzt.<br />
Die Weber-Hydraulik GmbH mit Sitz in<br />
Güglingen bei Heilbronn stellt überwiegend<br />
maßgeschneiderte Hydrauliklösungen her.<br />
Seit mehr als 75 Jahren produziert das Fa -<br />
mi lienunternehmen hochwertige Zylinder,<br />
Steuerblöcke, Lenk- und Federungssysteme,<br />
Ventile und Aggregate für mobile Arbeitsmaschinen,<br />
Nutzfahrzeuge, Werkzeugmaschinen<br />
und Rettungsgeräte. Mit rund 2 100 Mitarbeitern<br />
an elf Standorten weltweit realisiert<br />
das Unternehmen innovative und anwendungsspezifische<br />
Systemlösungen.<br />
Herausforderung für die<br />
Anschlusstechnik<br />
Lag der Schwerpunkt bis vor wenigen Jahren<br />
noch vorwiegend im Bereich des Vorrichtungs-<br />
und Betriebsmittelbaus, betrat das<br />
52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />
Zylinderrohr und Kolbenstange<br />
durchlaufen weitestgehend automatisiert<br />
den Montageprozess<br />
Unternehmen mit dem Bau eigener Produktionsanlagen<br />
Neuland. „Im Jahr 2013<br />
haben wir uns das Ziel gesteckt, die Montage<br />
unserer Hydraulikzylinder effizienter zu gestalten.<br />
Wir planten eine teilautomatisierte<br />
Fertigungslinie, auf der wir mit geringen<br />
Umrüstzeiten rund 25 unterschiedliche<br />
Zylindertypen fahren können“, erläutert<br />
Nikolai Wengel, Abteilungsleiter Vorrichtungs-<br />
und Anlagenbau. Dabei wurde deutlich,<br />
dass im Feld eine Vielzahl anzuschließender<br />
Sensorik und Aktorik erforderlich<br />
sein würde, um Zylinderrohr und Kolbenstange<br />
weitestgehend automatisiert durch<br />
den Montageprozess zu schleusen.<br />
Mit Balluff verbindet Weber-Hydraulik<br />
seit langem eine enge Partnerschaft. Es lag<br />
also nahe, hinsichtlich Anbindung der Prozessebene<br />
die Automatisierungsexperten<br />
aus Neuhausen um Rat zu fragen. Herbert<br />
Frank, Area Sales Manager bei Balluff, verstand<br />
sofort, worauf es bei dieser Anlage<br />
ankommt: „Gemeinsam sind wir den Entwurf<br />
durchgegangen, haben offene Punkte<br />
geklärt und Abläufe optimiert. Für mich war<br />
klar: Das ist ein Fall für IO-Link!“<br />
Transparenter Datenaustausch<br />
von und zur Prozessebene<br />
Die nach IEC 61131-9 zertifizierte Kommunikationsschnittstelle<br />
steht für ungehinderten<br />
Datenaustausch und hohe Funktionalität<br />
unterhalb der Busebene. Sämtliche<br />
Aktoren und Sensoren werden über einheitliche<br />
M12-Standardkabel und Sensorhubs<br />
angeschlossen und über einen IO-<br />
Link-Master über Profinet mit der Bus- bzw.<br />
Steuerungsebene verbunden. Fehlerfreies<br />
Stecken statt lästiges Verdrahten, keine<br />
Sonderkabel oder Steckkarten, übersichtliche<br />
Verhältnisse vom Feld bis in den<br />
Schaltschrank. „Die bidirektionale Punktzu-Punkt<br />
Verbindung trägt in modernen<br />
Anlagen ganz wesentlich dazu bei, dass der<br />
Datenaustausch von und zur Prozessebene<br />
unkompliziert, transparent und zuverlässig<br />
funktioniert“, betont Herbert Frank. Im<br />
Maschinen- und Anlagenbau steht IO-Link<br />
seit gut zehn Jahren für schlanke, Zeit und<br />
Kosten-sparende Konzepte – mit positiven<br />
Auswirkungen auf Installation, Parametrierung<br />
und Diagnose.<br />
Zahlreiche Sensoren überwachen<br />
sicher den Montageprozess<br />
In der gesamten Anlage sind fünf verschiedene<br />
magnetostriktive Positionsmesssysteme,<br />
zwei Ultraschall-, acht Drucksensoren,<br />
01 Im Werkstückträger sitzender RFID-<br />
Schreib-/Lesekopf zur Produktionssteuerung<br />
mehrere Induktiv- und Magnetfeldsensoren,<br />
neun IO-Link-Sensor-/Aktorhubs,<br />
zwölf RFID-Schreib-Leseköpfe, sechs Netzwerk-Module<br />
für Profinet und sieben Signalleuchten<br />
vom Typ SmartLight von Balluff<br />
im Einsatz. Diese sind allesamt über IO-<br />
Link angebunden, immer ausnahmslos<br />
über das standardisierte Dreidrahtkabel.<br />
Anhand der im Chip des Werkzeugträgers<br />
gespeicherten Informationen erkennt das<br />
RFID-Lesegerät am Eingang zur Anlage,<br />
welcher Zylindertyp in die Anlage fährt.<br />
Dem entsprechend sind die auszuführenden<br />
Aufgaben und erforderlichen Montageteile<br />
eindeutig definiert. An der ersten Station<br />
werden Gelenklager von Hand auf eine<br />
Zuführschiene gesetzt. Die weithin sichtbare<br />
Signalleuchte signalisiert dem Werker den<br />
aktuellen Status der Station. Das Besondere<br />
an SmartLight: Via IO-Link ist sie frei und<br />
einfach programmierbar, Farben und Zonen<br />
sind nicht fest zugewiesen. Nach Bedarf<br />
lassen sich Segment-, Level-, Lauflicht- sowie<br />
Fleximodi mit einem breiten Farbspektrum<br />
darstellen.<br />
Eine hydraulische Vorrichtung presst die<br />
Gelenklager vollautomatisch in das Auge<br />
von Zylinderrohr und Kolbenstange. Positionssensoren<br />
überwachen die Ausgangslage,<br />
ein Drucksensor den korrekten Einpressdruck,<br />
das Ergebnis wird an die Rechnerebene<br />
übermittelt und dokumentiert.<br />
Über ein Rollenband gelangt das Doppel<br />
aus Zylinderrohr und Kolbenstange zu aufeinander<br />
folgenden Hand- und Montagestationen:<br />
Ein Bediener legt Führungsringe,<br />
Buchsen und Lager ein. Mit einem Magnetgreifer<br />
dreht er das Rohr, eine Kamera kontrolliert,<br />
ob sämtliche Teile korrekt verbaut<br />
sind. Ist alles in Ordnung, werden Zylinderrohr<br />
und Kolbenstange dauerhaft zusammengefügt.<br />
Wegmesssysteme von Balluff<br />
überwachen die korrekte Position des Zylinderrohres<br />
im Montageprozess.<br />
02 Profinet Master und IO Link Hub befinden<br />
sich in einem robusten Metallgehäuse<br />
Die nachfolgende automatisierte Hydraulik-Station<br />
prüft jeden Zylinder mittels einer<br />
Nieder- und Hochdruckmessung bis 275 bar<br />
auf Qualität und Funktionsfähigkeit. Treten<br />
Unregelmäßigkeiten auf, wird dies im RFID-<br />
Chip vermerkt und der Zylinder anschließend<br />
als NIO-Teil aussortiert. Am Ende des<br />
Prozesses bringt ein Laser u. a. aus Gründen<br />
der Rückverfolgbarkeit eine individuelle<br />
Seriennummer auf. Final prüft ein RFID-<br />
Lesekopf, ob der Werkstückträger tatsächlich<br />
ein IO-Teil transportiert.<br />
Alle Aspekte einer intelligenten<br />
Fertigung<br />
Die bei Weber-Hydraulik realisierte Anlage<br />
repräsentiert in weiten Teilen das, was man<br />
unter intelligenter Fertigung versteht: Die<br />
im Werkstückträger sitzenden RFID-Chips<br />
sind mit jenen Informationen ausgestattet,<br />
die an den jeweiligen Montagestationen<br />
benötigt werden: Um welchen Typ von<br />
Hydraulikzylinder handelt es sich? Welche<br />
Arbeitsschritte, welche Teile sind erforderlich?<br />
Welcher Hub ist bei der Endprüfung<br />
entscheidend? Steht ein neuer Zylindertyp<br />
zur Montage an, muss die Anlage nicht erst<br />
komplett leergefahren werden: Über zentral<br />
hinterlegte Parameter-Rezepte ist Sensorik<br />
und Aktorik on-the-fly umgestellt.<br />
„Mit IO-Link haben wir nun einen Standard,<br />
der flexibel und in keinem Punkt oversized<br />
ist. Der Automatisierungsexperte<br />
Balluff hat uns und unsere Belange sehr<br />
ernst genommen und mit uns eine Lösung<br />
bis ins Detail entwickelt, die zukunftsweisend<br />
ist“, fasst Nikolai Wengel zufriedenstellend<br />
zusammen. Eine Basis, auf der<br />
zukünftige Geschäfte gedeihen können.<br />
Fotos: Schmuckbild Fotolia, sonstige Balluff<br />
www.balluff.com<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 53
schon vor einigen Jahren nach einer Möglichkeit,<br />
seinen Kunden noch schneller<br />
helfen zu können. Gelandet ist<br />
Schmetz bei dem Spezialisten<br />
für Prozessautomatisierung<br />
Wachendorff Prozesstechnik<br />
und seinen industriellen<br />
Kommunikationslösungen.<br />
Optimal temperiert<br />
Fernwartungsrouter und Industrial-Ethernet-Lösungen<br />
gewährleisten maximale Verfügbarkeit von Industrieöfen<br />
Temperaturen von bis zu 1 600 °C<br />
bei einer Gleichmäßigkeit von<br />
± 3 °C im Ofen-Raum sind in der<br />
Metallverarbeitung keine Seltenheit.<br />
Je nach Temperaturverlauf sorgt die<br />
erzeugte Wärme dafür, dass<br />
Spannungen aus einem Gefüge<br />
verschwinden oder besondere<br />
Oberflächenhärten entstehen.<br />
Sichergestellt werden diese Prozess-<br />
Abläufe mithilfe einer Vielzahl an<br />
Sensorik sowie einer SPS.<br />
Helmut Halmburger, Produktmanager<br />
<strong>Industrielle</strong> Kommunikation, Wachendorff<br />
Prozesstechnik GmbH & Co. KG in Geisenheim<br />
So groß wie der Bedarf an Industrieöfen in<br />
der Metallverarbeitung ist, so groß ist<br />
auch der Markt der Anbieter. IVA Schmetz<br />
entwickelt und baut seit 1945 Industrieöfen<br />
– vorwiegend Vakuumöfen, deren Atmosphäre<br />
vor dem Heizvorgang evakuiert<br />
wird. Als erster Hersteller baute Schmetz<br />
Öfen mit Überdruck-Gasabschreckung.<br />
Heute finden Öfen des Unternehmens weltweit<br />
Anwendung.<br />
Service ist dabei unumgänglich, denn<br />
Öfen von Schmetz gibt es in unterschiedlichen<br />
Varianten und Größen sowie mit individuell<br />
angepassten Prozessen. Aber mit der<br />
Auslieferung ist noch lange nicht Schluss:<br />
„Unser Kundendienst stellt die Verfügbarkeit<br />
der Anlagen weltweit sicher“, erklärt Torsten<br />
Requardt, technischer Direktor am Standort<br />
Menden. „Vorbeugende Wartung und eine<br />
schnelle Ersatzteilversorgung setzen unsere<br />
Kunden voraus.“ Zusätzlich ist eine Analyse<br />
der Prozessdaten zur stetigen Optimierung<br />
notwendig. So suchte das Unternehmen<br />
01<br />
Aufbau eines anlageninternen<br />
Netzwerks<br />
Wachendorff hat in seinem Portfolio<br />
das, was Schmetz für seine<br />
Endkunden braucht: Eine Vielzahl an<br />
industriellen Kommunikationskomponenten,<br />
z. B. Fernwartungsrouter oder Industrial<br />
Ethernet Switches in diversen Ausführungen,<br />
die für die unterschiedlichen Branchen,<br />
in denen der Ofenspezialist tätig ist,<br />
die passende Lösung beinhalten. Schmetz<br />
setzt dabei vor allem auf die Router-Variante<br />
Ewon Cosy in Verbindung mit einem Switch<br />
des Typs ETHSW500. Diese Kombination<br />
erlaubt es, Anlagendaten einzusehen. Der<br />
unmanaged Switch ermöglicht hierbei den<br />
Aufbau eines kleinen anlageninternen<br />
Netzwerkes, der Ewon-Cosy-Router den<br />
Fernzugriff. Für viele Anwendungsfälle<br />
reicht das schon aus.<br />
Andere Varianten ermöglichen dagegen<br />
den kompletten Zugriff auf die Anlage. Dies<br />
ist wichtig, wenn nachträglich Parameter<br />
geändert werden müssen. Sicherheitsbedenken<br />
kennt Requardt aber auch: „Große<br />
Konzerne haben oft strikte Richtlinien und<br />
erlauben Möglichkeiten der Fernwartung<br />
aus Prinzip nicht. Es gibt aber auch Firmen,<br />
durchaus auch aus sicherheitsrelevanten<br />
Bereichen, die das entspannt sehen.“ So löst<br />
auch jeder die Sicherheitsfrage auf seine<br />
Weise: „Manche Kunden möchten die<br />
Fernwartung nur bei Bedarf über einen<br />
Schlüsselschalter aktivieren. Wieder andere<br />
wollen den Router zwar vorsichtshalber im<br />
01 Die industriellen VPN-Router sind speziell<br />
für die einfache und sichere Fernwartung<br />
von SPS, HMI, IPC und IP-Kamera konzipiert<br />
54 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />
© Andrey Armyagov/Fotolia.com<br />
Schaltschrank haben – sie schließen ihn aber erst<br />
an, wenn es Bedarf gibt, zum Beispiel ein Update<br />
gewünscht wird“, schmunzelt Requardt.<br />
Fernwartung mit maximaler<br />
Sicherheit<br />
Dabei sind Bedenken unbegründet: Die Ewon<br />
Fernwartungsrouter erfüllen mit den verwendeten<br />
Sicherheitstechnologien (SSL, TLS) alle technischen<br />
Richtlinien und Vorgaben des Bundesamtes<br />
für Datensicherheit. Hilfreich dabei ist das zwischengeschaltete<br />
Talk2M-Serviceportal. Es bietet<br />
für die Techniker von Schmetz einen komfortablen<br />
Zugriff auf die Geräte- und Benutzerverwaltung<br />
von Anlagen in der ganzen Welt und für Kunden<br />
maximale Sicherheit. Talk2M stellt mit den weltweit<br />
verteilten 25 Servern nicht nur die Zuverlässigkeit<br />
der VPN-gesicherten Kommunikation<br />
sicher, sondern überwacht auch alle Verbindungen<br />
anhand von Protokollen. So lässt sich jeder<br />
Zugriff auf das anlageninterne lokale Netzwerk<br />
und dessen Teilnehmer nachvollziehen. Requardt<br />
möchte darum auch keine proprietären Lösungen<br />
seiner Kunden einsetzen: „Unsere Mitarbeiter<br />
sind mit der Ewon-Lösung vertraut; sie ist immer<br />
aktuell und kollidiert auch nicht mit anderen IT-<br />
Sicherheitssystemen“, erklärt er. Weiterer Pluspunkt<br />
der Lösung: Sie ist offen für Steuerungen<br />
aller namhaften Hersteller.<br />
Zehn Mitarbeiter stehen am Standort Menden<br />
parat, wenn irgendwo auf der Welt Unterstützung<br />
benötigt wird. „Wir können sofort die Anlagendaten<br />
einsehen und erkennen, wo Bedarf besteht“,<br />
erklärt Requardt. „Wir haben sogar schon eine<br />
Kamera installiert, die dem unerfahrenen Bediener<br />
quasi über die Schulter schaut. So konnten wir<br />
ihn bei Bedarf mithilfe der Fernwartungslösung<br />
durch das gesamte Menü der Steuerung lotsen.“<br />
Aber auch für Änderungswünsche von Kunden ist<br />
der Ewon-Cosy-Router eine gute Lösung. So<br />
lassen sich bei Prozessänderungen Anpassungen<br />
ganz einfach vornehmen.<br />
Störungen frühzeitig vorbeugen<br />
Die vorbeugende Wartung ist eine weitere Herausforderung<br />
im Anlagenbau. Hierfür eignet sich der<br />
modular aufgebaute Router der Serie Ewon Flexy.<br />
02Für jegliche Kommunikation wird ein vollständig<br />
sicherer SSL-basierter VPN-Tunnel verwendet<br />
Mit ihm sind zusätzlich zum Fernzugriff auch<br />
Datenaufzeichnungen und Alarmbenachrichtigungen<br />
möglich. So können Wartungszyklen, Ölwechsel<br />
für Pumpen oder der Austausch von<br />
Verschleißteilen wie Dichtungen automatisch<br />
veranlasst werden, ohne dass jemand vor Ort<br />
C<br />
alle Intervalle überwachen muss. So kann IVA<br />
M<br />
Schmetz in Abhängigkeit bestimmter Werte oder<br />
Betriebsstunden Maßnahmen anstoßen, bevor es Y<br />
zu Störungen kommt.<br />
Robuste Fast Ethernet Switches<br />
Neben den Routern verwenden die Techniker<br />
CMY<br />
auch gerne die industriellen unmanaged Switches<br />
von Wachendorff. Über sie werden die Werte der K<br />
Frequenzumrichter erfasst und weitergeleitet.<br />
„Auch eine Webcam kann zur<br />
Unterstützung einer Fehleranalyse<br />
einfach eingebunden werden.“<br />
Auch die Thyristorsteller für die Trafos werden so<br />
angebunden. Die Ethernet-basierende Kommunikation<br />
erfolgt dabei vor allem über das Modbus-<br />
TCP-Protokoll.<br />
Die robusten Fast Ethernet Switches mit IP30<br />
tolerieren einen sehr breiten Temperaturbereich<br />
von - 40 bis + 75 °C, was gerade an den typischen<br />
Einsatzorten der Schmetz-Öfen unabdingbar ist.<br />
Der Switch verfügt über einen redundanten Spannungseingang<br />
und ein Störmelde-Relais für die<br />
Signalisierung eines Fehlerfalls. Somit kann bei<br />
Ausfall eines Netzteils oder der Spannungsversorgung<br />
der störungsfreie Betrieb und eine direkte<br />
Fehlererkennung gewährleistet werden. Aber<br />
auch die lange Lebensdauer sowie die Vibrationsund<br />
Schockfestigkeit machen diese Komponenten<br />
zur richtigen Lösung für eine industrielle,<br />
Ethernet-basierende Kommunikation.<br />
www.wachendorff-prozesstechnik.de<br />
CM<br />
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Das Rex-System<br />
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Bestehend aus drei Komponenten –<br />
Einspeisung, Überstromschutz und<br />
Stromverteilung – revolutioniert das<br />
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INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />
Signale logisch verteilen<br />
Die M8x1 I/O-Verteiler von Escha haben eine aktive Logikfunktion.<br />
Durch eine fest vorgegebene Logik müssen sie nicht<br />
programmiert werden und sind unmittelbar einsatzbereit. Sie<br />
platzieren Intelligenz nahe an Sensoren und übermitteln<br />
vor verarbeitete Signale an eine zentrale Steuerungseinheit.<br />
Die einzelnen Steckplätze sind dabei über verschiedene fixe<br />
Kombinationen aus Und- und Oder-Logik verknüpft. Logikverteiler<br />
können zur Verbindung zwischen herkömmlichen<br />
Passivverteilern und Steuereinheit auf ein ungeschirmtes 4-<br />
oder 5-poliges Sensorkabel zurückgreifen, das flexibel verlegt<br />
werden kann. Die Verteiler können bei engen Platzverhältnissen<br />
eingesetzt werden, z. B. bei Greifern, Robotern oder kompakten<br />
Handlingseinheiten. Durch<br />
mehrere Befestigungsbohrungen<br />
können sie in unterschiedlichen<br />
Einbausituationen montiert<br />
werden. Bezeichnungsschildträger<br />
an allen Steckplätzen erleichtern<br />
Markierung und Zuordnung. Mit<br />
einem Simulationsstecker lassen<br />
sich freie Ports beschalten.<br />
www.escha.net<br />
Sensoren einfach ins Ethernet einbinden<br />
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Mit dem Ethernet-Adapter<br />
VKSI0297 lassen sich diverse<br />
Sensoren von IPF<br />
Electronic in die industrielle<br />
Kommunikation<br />
einbinden. Der Adapter ist daher<br />
auch für die Nachrüstung von Geräten<br />
im Einsatz geeignet. Die Farb-, Kontrast-<br />
und Zeilensensoren des Herstellers verfügen zur Parametrierung<br />
über eine RS232-Schnittstelle. Der Adapter nutzt diesen<br />
Anschluss, um das serielle Datensignal in ein Ethernet-Signal zu<br />
wandeln. So können viele Geräte unkompliziert in das lokale<br />
Netzwerk oder das Internet eingebunden werden. Durch die<br />
Möglichkeit, die Sensoren ethernetfähig zu machen, lassen sich<br />
von nur einem PC über das Netzwerk beliebig viele Geräte<br />
ansteuern, oder aber ein spezifischer Sensor wird von verschiedenen<br />
PCs über das gesamte lokale Netzwerk angesprochen.<br />
Außerdem kann mithilfe des Ethernet-Adapters die bestehende<br />
Längenbegrenzung der Anschlussleitungen der Sensoren, bedingt<br />
durch die RS232-Schnittstelle, in einem gewissen Rahmen<br />
aufgehoben werden.<br />
www.ipf.de<br />
CAN-FD- und LIN-Programm erweitert<br />
Peak hat sein Angebot für CAN-, CAN-FD- und LIN-Anwendungen erweitert. Eine stapelbare Steckkarte<br />
für PCI/104-Express-Systeme ist die PCAN-PCI/104-Express FD. Zur Anbindung an LIN-Netzwerke gibt es<br />
das PC-USB-Interface PLIN-USB. Es erfüllt LIN-Spezifikationen bis Version 2.2. Das Einsteckmodul<br />
PCAN-MicroMod FD ist für die Entwicklung von Hardware mit CAN-FD-Anschluss und I/O-Funktionalität<br />
konzipiert. Der PCAN-Router Pro FD kann programmiert oder mit Windows-Software konfiguriert werden.<br />
Das PCAN-MiniDiag FD ist ein Diagnosegerät, das u. a. Übertragungsraten erkennt und Buslast misst.<br />
www.peak-system.com<br />
IMPRESSUM<br />
erscheint <strong>2018</strong> im 31. Jahrgang, ISSN: 2194-1157<br />
Redaktion<br />
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Redakteurin: Alexandra Pisek M.A.,<br />
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Redaktionsassistenz: Ulla Winter,<br />
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anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder bereits<br />
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56 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />
Real-Time-Ethernet-Slave-Anschaltung im Briefmarkenformat<br />
LIVE@<br />
Hilscher präsentiert mit NetRapid 51 eine komplette, NetX-basierte Real-Time-<br />
Ethernet-Slave-Anschaltung im kompakten Briefmarkenformat. Der NetX-Chip-<br />
Carrier beinhaltet einen Webserver sowie einen transparenten Ethernet-Kanal,<br />
auf den die Host-Applikation je nach Anforderung per TCP Socket Mode oder RAW<br />
Ethernet Mode zugreifen kann. Im RAW Ethernet Mode erfolgt die Anbindung über<br />
eine separate Mac-Adresse und die Applikation ist als individuelles Gerät im Netzwerk sichtbar.<br />
Zusätzlich steht ab Mitte <strong>2018</strong> eine Erweiterung um einen integrierten OPC UA Server sowie ein<br />
MQTT Client zur Verfügung. Dabei erfolgen die Standard-Ethernet-Kommunikation und die<br />
IoT-Kommunikation parallel zum Real-Time-Ethernet-Verkehr über das gleiche Kabel. NetRapid 51<br />
ist eine fertig lötbare Kommunikationslösung und der einfachste Weg zum eigenen NetX-Design.<br />
Dank führender NetX-Technologie ist sie gut gerüstet für die neusten Anforderungen der verschiedenen<br />
Real-Time-Ethernet-Systeme sowie das Internet der Dinge.<br />
www.hilscher.com<br />
Einfach, schnell und sicher in die Cloud<br />
LIVE@<br />
Das Internet der Dinge schafft neue Möglichkeiten<br />
der vorausschauenden Wartung und Serviceunterstützung<br />
durch Augmented Reality oder Apps. Mit<br />
dem e-F@ctory-Konzept bietet Mitsubishi Electric<br />
hierfür einen Weg, um cybersichere, offene Edge-<br />
Computing-Lösungen für die direkte Anbindung der Produktion<br />
an die Cloud zu entwickeln. Damit ist es möglich, große Mengen<br />
an Produktionsdaten sowohl von hauseigenen Komponenten als<br />
auch den Geräten anderer Anbieter zu erfassen. Die frei skalierbare<br />
Lösung mit dem C-Controller als kleinster Einheit bereitet<br />
die Daten innerhalb der Automatisierungsplattform<br />
so auf, dass die<br />
Verzögerungen der Cloud vermieden<br />
und Echtzeit-Anforderungen der<br />
Produktion erfüllt werden. Die<br />
Lösung gibt die Daten wahlweise<br />
direkt an ERP/MES-Systeme, Cloud-<br />
Lösungen oder eigene Applikationen<br />
weiter. Dafür steht ein Software<br />
Development Kit zur Verfügung. Für<br />
die Nutzung sind laut Hersteller keine<br />
besonderen Programmierkenntnisse<br />
erforderlich.<br />
www.mitsubishielectric.de<br />
Schnellwechselkupplung Quicklock<br />
minimiert Stillstandzeiten<br />
Mit der Schnellwechselkupplung<br />
Quicklock kann bei den Panel PCs<br />
der S-Line von CRE Rösler Electronic<br />
ein Panelwechsel ohne<br />
Werkzeuge und von nur einer<br />
Person in 30 Sekunden durch -<br />
geführt werden. Standfuß- und<br />
Tragarmmontage sind mit<br />
unterschiedlichen Dreh- und Neigewinkeln möglich. Das<br />
Widerstandsmoment der Dreh-Neigeachse ist stufenlos<br />
einstellbar, ebenso wie eine Fixierung. Zudem ist die Adaption<br />
an alle GTN II- und CP60/40-Tragarmsysteme verschiedener<br />
Hersteller mit einem Durchmesser von 48 mm möglich. Alle<br />
Anschlüsse und Schnittstellen des PCs sind leicht zugänglich<br />
und im großräumigen, verschließbaren Anschlussraum<br />
angeordnet – so sind sie vor nichtautorisierten Personen<br />
geschützt. Mit einem Speichermedium, das sich im Anschlussraum<br />
des Tragarmsystems befindet, werden die Geräte-Kennung<br />
und die Konfigurationsdaten der Bedienstation gespeichert. Bei<br />
einem Austausch der Bedieneinheit wird diese bei der Neuinstallation<br />
sofort an die jeweilige Station angemeldet.<br />
www.cre-electronic.de<br />
Feldbusnetze einfach verbinden<br />
Mit dem DP/PN-Coupler von Helmholz ist eine einfache Verbindung<br />
von Profibus- und Profinet-Netzen möglich. Er erlaubt die<br />
Datenübertragung zwischen einem Profibus-Master und einem<br />
Profinet-Controller. Die maximale Größe der übertragenen<br />
Daten beträgt 244 Byte Eingangsdaten und 244 Byte Ausgangsdaten.<br />
Projektiert wird der Coupler über eine GSD-Datei auf der<br />
Profibus-Seite und eine GSDML-Datei auf der Profinet-Seite. Es<br />
ist keine weitere Konfigurationssoftware notwendig. Die Montage<br />
auf der Hutschiene ist dank seiner kompakten Bauform möglich.<br />
Die Spannungsversorgung ist redundant und<br />
die Netzwerke sind galvanisch getrennt.<br />
Beim Ausfall des Bussystems wird die Gegenseite<br />
nicht beeinflusst. Die Profibus-Adressen<br />
können per DIL-Schalter oder über die Software<br />
eingestellt werden.<br />
www.helmholz.de<br />
Ethercat in heterogenen Netzwerken<br />
LIVE@<br />
Die Ethercat Technology Group (ETG) ergänzt<br />
Ethercat um Time-Sensitive-Networking-Technologien<br />
(TSN) und erweitert die Einsatzmöglichkeiten in<br />
heterogenen Netzwerkumgebungen. Mit TSN können<br />
Steuerungen mehrere Ethercat-Segmente echtzeitfähig<br />
über Ethernet-Netze hinweg ansprechen. Änderungen an den<br />
Ethercat-Slave-Geräten sind nicht nötig: Das Device Protocol bleibt<br />
erhalten. Um TSN erweitert wird auch das <strong>Automation</strong> Protocol für<br />
die Kommunikation zwischen Steuerungen, die so deterministischer<br />
wird. Die ETG hat die Technologieerweiterung in Form eines Profils<br />
spezifiziert. Ethercat nutzt die TSN Streams mit beliebigen<br />
Datenraten zur echtzeitfähigen Kommunikation oberhalb von<br />
Ethercat-Segmenten. Die Performance des Ethercat-Protokolls, die<br />
Synchronisation, die Topologieflexibilität, die Diagnosemöglichkeiten<br />
und die vollautomatische Adressierung der Geräte bleiben erhalten.<br />
www.ethercat.org<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 57
KOMPONENTEN UND SOFTWARE I INTERVIEW<br />
Alexandra Pisek, M.A.,<br />
Redakteurin, INDUSTRIELLE<br />
AUTOMATION, Vereinigte<br />
Fachverlage GmbH, Mainz<br />
„Wie eine Einstiegsdroge“<br />
PI System eröffnet mit Echtzeit-Datenmanagement neue Geschäftsmodelle für Unternehmen<br />
Bereits seit 38 Jahren auf dem<br />
Markt konzentriert sich das<br />
Unternehmen Osisoft bis heute<br />
ausschließlich auf ein Produkt:<br />
das PI System. Die Software<br />
schaltet verborgene Daten aus<br />
verschiedenen Systemen frei,<br />
verarbeitet sie zu Informationen<br />
und ermöglicht so die Optimierung<br />
sämtlicher Produktionsprozesse.<br />
Redakteurin Alexandra Pisek sprach<br />
mit Christoph Papenfuss, Regional<br />
Sales Manager – Central Europe bei<br />
Osisoft, über die Voraussetzungen<br />
für eine Implementierung und<br />
welche neuen Geschäftsmodelle<br />
sich daraus erschließen.<br />
Viele Unternehmen wollen heute mit<br />
Sensordaten arbeiten. Ist der Einstieg<br />
leicht oder gibt es Probleme, die<br />
Unternehmen beachten müssen?<br />
Sensordaten sind ein sehr heißes Thema,<br />
das durch Industrie 4.0 und das Internet<br />
of Things nochmal angefacht worden ist.<br />
Der Einstieg ist tatsächlich nicht ganz<br />
leicht. Da gibt es z. B. die Datenakquise.<br />
Unternehmen haben alte und neue<br />
Anlagen. Die Sensordaten sind meistens<br />
in Scada und in den Leitsystemen<br />
vertreten. Da ist es zuweilen schwer,<br />
überhaupt noch an die Daten ranzukommen,<br />
weil bspw. alte oder viele<br />
unterschiedliche Kommunikationsprotokolle<br />
vorhanden sind. Ein weiterer Aspekt<br />
ist die Sicherheit. Daten auszulesen stellt<br />
natürlich auch immer ein Risikoproblem<br />
dar. Der Zugang zu diesen kritischen<br />
Systemen muss dazu geöffnet werden.<br />
Damit besteht dann die Möglichkeit,<br />
gewollt oder ungewollt in den Prozess<br />
einzugreifen. In anderen Worten: Es<br />
kann Schabernack betrieben werden.<br />
Die Sicherheitsrisiken steigen, wenn<br />
man auf Systeme in anderen Ländern<br />
und Regionen zugreifen muss.<br />
Der nächste Punkt ist: Sensordaten sind<br />
Big Data. Folglich ist es nicht unüblich,<br />
dass Daten im Sekundenrhythmus oder<br />
sogar Millisekundentakt anfallen. De m-<br />
entsprechend muss man über Systeme<br />
und Schnittstellen verfügen, die die Daten<br />
in dieser Taktung verarbeiten können.<br />
Wir haben Kunden, die bis zu 5 Millionen<br />
unterschiedliche Signalströme aufweisen.<br />
Von daher klingt es immer sehr verlockend,<br />
wenn man sagt, dass man was mit Sensordaten<br />
machen möchte. Aber zuerst<br />
muss man an sie herankommen und<br />
sie in einem sicheren Umfang verarbeiten.<br />
Das ist gar nicht so leicht. Darüber hinaus<br />
besteht das Problem des Einheitenmanagements:<br />
Handelt es sich bei einem<br />
Temperatursignal um Celsius oder Fahrenheit?<br />
Ferner muss man natürlich dann<br />
auch die richtigen Werkzeuge haben,<br />
um diese großen und auch durchaus<br />
komplexen Datenmengen verarbeiten<br />
zu können.<br />
58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
INTERVIEW I KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
Das PI System optimiert bestehende Fernüberwachungssysteme,<br />
indem es der Leitwarte technologieübergreifend die Anlagendaten<br />
in Echtzeit zur Verfügung stellt und weiterverarbeitet<br />
Wir wollen Sensordaten<br />
für Unternehmen<br />
zugänglicher machen und<br />
so die operativen Abläufe<br />
optimieren. Auf diese Weise<br />
wird die betriebliche Spitzenleistung<br />
erzielt. Das PI System<br />
managt den gesamten<br />
Lebenszyklus.<br />
Christoph Papenfuss<br />
„Betriebliche Spitzenleistung beginnt genau hier“ lautet ein<br />
Slogan zum PI System. Was bietet Osisoft, um dieses Ziel zu<br />
erreichen?<br />
Wie gelingt der Prozess von Big Data zu Smart Data konkret?<br />
Das lässt sich am besten an einem Beispiel erläutern. Ein großes<br />
Chemieunternehmen hat unterschiedliche Anlagen, die durchgängig<br />
überwacht werden. Diese Daten werden akquiriert und im PI<br />
System gespeichert. In einem nächsten Schritt werden Algorithmen<br />
und Zusammenhänge analysiert und mathematisch berechnet.<br />
Der Anwender bekommt Resultate in Echtzeit und kann die Daten<br />
auch sofort online weiter analysieren. Sollten weitergehende<br />
Analysen erforderlich sein, die prädiktive Algorithmen oder<br />
andere Arten von Informationen, z. B. unstrukturierte Daten,<br />
benötigen, können die Sensordaten in Big-Data-Systeme wie SAP<br />
Hana oder Microsoft Cortana weitergeleitet werden. Dort werden<br />
die Algorithmen angewandt, um weitere Zusammenhänge zu<br />
ermitteln. So lässt sich z. B. feststellen und sogar vorhersagen,<br />
ob eine Anlage gewartet werden muss.<br />
Welchen Nutzen hat das PI System für einen Kunden?<br />
Wir wollen Sensordaten für Unternehmen zugänglicher machen<br />
und so die operativen Abläufe optimieren. Auf diese Weise wird<br />
die betriebliche Spitzenleistung erzielt. Das PI System managt den<br />
gesamten Lebenszyklus. Wir haben eine sehr große Bibliothek an<br />
Standardschnittstellen, mit denen man an praktisch alle operationellen<br />
Datenquellen herankommen kann – unabhängig davon,<br />
ob es sich um ein altes oder neues Leitsystem, eine gängige<br />
IoT-Plattform oder Kommunikationsprotokolle wie OPC UA<br />
handelt. Diese Schnittstellen ermöglichen es, Daten verlustfrei<br />
und effizient zu übertragen. Der zweite Aspekt sind die Zeitreihendaten.<br />
Das PI System ist darauf optimiert, diese sehr großen<br />
Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten und zu archivieren,<br />
sodass sie einem Unternehmen immer in Echtzeit zur Verfügung<br />
stehen. Zudem können die Daten in Smart Data umgewandelt<br />
werden, KPIs können errechnet werden und Nutzer werden<br />
alarmiert, wenn etwas Wesentliches in der Unternehmung<br />
passiert. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, die Daten zu<br />
visualisieren. Und last but not least können wir die Daten an<br />
Big-Data-Systeme wie SAP Hana, Microsoft<br />
Azure oder Hadoop weitergeben. Es ist also<br />
ein System, das volle Interaktivität in alle<br />
Richtungen bietet. Genau das ist der<br />
gesamte Lebenszyklus von der Entstehung<br />
der Daten bis hin zur Visualisierung oder<br />
Berechnung diverser Algorithmen.<br />
Link zum Online-Beitrag<br />
Wie gerade besprochen, wird das PI System primär dazu verwendet,<br />
Sensordaten zu managen und bereitzustellen. Richtig spannend<br />
wird es aber, wenn man sich anschaut, was Kunden damit alles<br />
realisieren. Mithilfe unserer Software können sehr viele unterschiedliche<br />
Geschäftsprobleme gelöst werden. Der Nutzen steigt daher<br />
kontinuierlich an. Schauen wir uns mal ein Beispiel aus der<br />
Lebensmittelbranche an: Vor allem in Brauereien kommen häufig<br />
Anlagen von unterschiedlichen Herstellern zum Einsatz, die erst<br />
mal gar nichts miteinander zu tun haben. Veltins schafft mit dem<br />
PI System aber Transparenz und erhält eine Gesamtübersicht<br />
über den Brauprozess. Der Braumeister kann den Prozess somit<br />
über ein Handy oder Tablet überwachen, die Wasserqualität<br />
prüfen sowie die Temperatur des Abwassers und im Kessel im<br />
Blick behalten. Demnach ist allein mit dem PI System Monitoring<br />
über unterschiedliche Systeme hinweg möglich. Aber auch die<br />
Rückverfolgbarkeit ist in der Lebensmittelproduktion ein<br />
wichtiger Aspekt. Unternehmen müssen regelmäßig Produktionsdaten<br />
vorweisen, um z. B. zu belegen, dass keine Chargen<br />
Das gesamte Interview finden<br />
Sie über den folgenden Link:<br />
http://bit.ly/OSISoft<strong>2018</strong><br />
verunreinigt wurden. Hier schafft das<br />
PI-System ebenfalls Trans parenz über<br />
den gesamten Produktionsprozess. Wir<br />
sprechen hier also von Qualität oder<br />
auch Compliance.<br />
www.osisoft.de<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 59
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
Wenn der Strom zurückfließt<br />
Rückspeisung von Elektromotoren bei DC 48 V elektronischem Überstromschutz<br />
LIVE@<br />
In den vergangenen Jahren hat sich<br />
der elektronische Überstromschutz<br />
für DC 24 V kontinuierlich etabliert.<br />
Einerseits spielt dafür die<br />
Verwendung von Schaltnetzteilen<br />
für DC 24 V eine Rolle, um die<br />
Stromversorgung sicherzustellen.<br />
Andererseits ist der elektronische<br />
Überstromschutz aus diesem<br />
Spannungsbereich aufgrund<br />
der Sicherstellung der Selektivität<br />
nicht mehr wegzudenken. Doch<br />
wie verhält es sich mit höheren<br />
Spannungsebenen und mit welchen<br />
Herausforderungen gilt es hier<br />
umzugehen?<br />
Ralf Dietrich ist Leiter der Abteilung Produktund<br />
Marktentwicklung bei der E-T-A Elektrotechnische<br />
Apparate GmbH in Altdorf<br />
Der Einsatz von DC 48 V nimmt immer<br />
weiter zu. Steigende Anforderungen an<br />
Nennstromstärken im Bereich DC 24 V zur<br />
Erhöhung der Leistung in den Lasten bringen<br />
diese Spannungsebene an die Grenzen<br />
ihrer Leistungsfähigkeit. Durch die Erhöhung<br />
der Spannungsebene und damit einer<br />
Steigerung von DC 24 V auf DC 48 V ist es<br />
möglich, den Anforderungen relativ einfach<br />
zu entsprechen. Die Verdoppelung der<br />
Spannung ermöglicht eine Verdoppelung<br />
der Leistung. Gleichzeitig kann sich aber<br />
auch mit der Verdoppelung der Spannung<br />
bei gleichbleibender Abgangsleistung die<br />
Stromstärke halbieren, wodurch sich ein<br />
positiver Effekt auf die Leitungsquerschnitte<br />
ergibt. Parallel ist in der Spannungsebene<br />
DC 48 V der Anwendungsfall prinzipiell<br />
identisch wie im Bereich DC 24 V. Die Verwendung<br />
von Schaltnetzteilen verlangt auch<br />
hier den Einsatz elektronischen Überstromschutzes<br />
zur Sicherstellung der Selektivität.<br />
Überstromschutz im Bereich<br />
von Elektromotoren<br />
Ein spezieller Bereich, in dem der Einsatz<br />
von DC 48 V immer mehr zum Tragen<br />
Das elektronische Überstromschutz-Gerät<br />
ESX10-T ist mit nur 12,5 mm-Baubreite nun<br />
auch für DC 48 V verfügbar und lässt sich<br />
bequem auf einer Hutschiene aufschnappen<br />
kommt, ist die Antriebstechnik. Hier weitet<br />
sich der Trend zur Dezentralität weiter aus.<br />
Er etabliert sich auch zunehmend in der<br />
Spannungsebene DC 48 V. In diesem Segment<br />
gibt es vermehrt kleine, dezentrale<br />
Antriebe, die in unterschiedlichen Anwendungen<br />
zum Einsatz kommen.<br />
Ein Beispiel ist der Betrieb von Elektromotoren<br />
mit eigens dafür ausgelegten Antriebselektroniken,<br />
die direkt an die Spannungsebene<br />
DC 48 V angeschlossen werden.<br />
In diesem Fall stellt die Antriebselektronik<br />
auch das Schutzorgan für den Motor dar,<br />
sodass es keines gesonderten Überstromschutzes<br />
in Form eines zusätzlichen elektronischen<br />
Gerätes bedarf. Es gibt aber<br />
auch Elektromotoren, die direkt an einer<br />
Stromquelle mit DC 48 V angeschlossen<br />
sind. Dann sollte ein elektronischer Überstromschutzschalter<br />
für den Motorschutz<br />
beziehungsweise zur Wahrung der Selektivität<br />
und zur Aufrechterhaltung der Stromquelle<br />
zum Einsatz kommen.<br />
60 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
Schutzmechanismen beim Einsatz<br />
mehrerer Verbraucher<br />
Prinzipiell verfügen Elektromotoren über<br />
eigene Schutzmechanismen – in Form eingebauter<br />
Schutzelemente – die bei Überlastung<br />
eine Abschaltung vornehmen. Dies<br />
funktioniert gut, wenn der Elektromotor als<br />
einziger Verbraucher mit einer Stromquelle<br />
verbunden ist. Sind jedoch mehrere Verbraucher<br />
neben dem Elektromotor vorhanden,<br />
sieht es anders aus. Dann ist im<br />
Fehlerfall dafür zu sorgen, dass die nicht<br />
betroffenen Pfade weiter intakt bleiben und<br />
die Versorgung mit Spannung bzw. Strom<br />
sichergestellt ist.<br />
Hierfür kommen elektronische Überstromschutzgeräte<br />
zum Einsatz. Diese stoßen<br />
innerhalb der Anwendung auf eine<br />
Besonderheit. Im Normalfall ist der Motor<br />
die treibende Kraft. Er zieht Leistung aus<br />
der Stromquelle und stellt den elektronischen<br />
Überstromschutz damit vor keine<br />
großen Herausforderungen. Bei hohen Anlaufströmen<br />
kommen die Überstromkennlinie<br />
und gegebenenfalls auch eine Strombegrenzung<br />
des Gerätes zum Tragen. Dies<br />
stellt den Regelbetrieb für einen Schutzschalter<br />
dar. Verändert sich die Betriebsart<br />
des elektrischen Kleinantriebes jedoch von<br />
motorisch-treibend auf generatorisch-bremsend,<br />
so ändert die Energie ihre Richtung.<br />
In diesem Fall fließt elektrische Energie<br />
zurück zur Quelle. Der Überstromschutz<br />
muss dann mit der überschüssigen Energie<br />
umgehen können. Wenn dieser jedoch<br />
nicht auf diese Betriebsart ausgelegt ist,<br />
kommt es zu einer Fehlermeldung und<br />
schließlich zur Abschaltung.<br />
Rücklaufende Bremsenergie<br />
kann zu Fehlerfall führen<br />
Die Abschaltung stellt zwar im Wesentlichen<br />
die Selektivität auch sicher. Trotzdem<br />
ist die eigentliche Aufgabe nicht erfüllt.<br />
Denn obwohl der Betrieb der Anwendung<br />
korrekt ist, kommt es hier zum Fehlerfall.<br />
Bei entsprechender Auslegung des Schutzgerätes<br />
besteht jedoch die Möglichkeit, dies<br />
zu umgehen. Dafür muss das Gerät in der<br />
Lage sein, diese Betriebsart zu erkennen<br />
und die rücklaufende Energie korrekt zu<br />
verarbeiten. Einfach ist es, diese Energie<br />
durch einen angeschlossenen Bremswiderstand<br />
zu vernichten. Jedoch ist hierfür eine<br />
aufwändigere Beschaltung des Gerätes notwendig.<br />
Sinnvoller ist es, die Rückspeisung<br />
bis hin zur Stromquelle zu zulassen. Denn<br />
damit lässt sich die Möglichkeit nutzen, die<br />
Bremsenergie des Motors anderen Verbrauchern<br />
in diesem Kreis zur Verfügung<br />
zu stellen. Vorausgesetzt die Stromquelle<br />
speist mehrere Verbraucher, darunter auch<br />
direkt angeschlossene Elek tromotoren.<br />
Dann lässt sich mit dieser Beschaltung<br />
die Energie in den DC-48-V-Kreis zurückführen.<br />
Dadurch steht sie zur weiteren<br />
Nutzung zur Verfügung.<br />
Was es hinsichtlich Einschaltströme<br />
und Überlast zu beachten gilt<br />
Beim Einsatz von elektronischem Überstromschutz<br />
in Verbindung mit elektrischen<br />
Antrieben sollte auch das Thema Einschaltströme<br />
und Überlast beachtet werden. Das<br />
heißt, ein hoher Einschaltstrom beim Anlaufen<br />
des Antriebes bedarf entsprechender<br />
Beachtung durch den elektronischen Überstromschutz.<br />
Eine gewisse Toleranz bzw.<br />
Anpassung an höhere Eischaltströme ist<br />
notwendig, um eine unbeabsichtigte Fehlerauslösung<br />
zu vermeiden. Dadurch wird eine<br />
angepasste Kennlinie aufgrund induktiver<br />
Lasten zur Beachtung beider Einsatzfälle an<br />
dieser Stelle notwendig und sinnvoll.<br />
Welche Lösungsansätze gibt es dafür? Eine<br />
Möglichkeit ist die direkte Verdrahtung des<br />
Elektromotors mit beiden Anschlüssen am<br />
Schutzschalter. Dadurch lässt sich die Motorleitung<br />
einfach und praktisch anschlagen.<br />
Gleichermaßen interessant sind auch durchgehende<br />
Verschienungen für die GN- und<br />
Line-Anbindungen. So ist es möglich, eine<br />
einfache Verbindung mit zwei Adern zur<br />
Stromquelle auszuführen. Eingebaute Signalkontakte<br />
sind im Rahmen einer kundengerechten<br />
Lösung ebenfalls relevant. So<br />
lässt sich im Fehlerfall eine direkte Meldemöglichkeit<br />
zur über geordneten Steuerung<br />
erzielen. Die Möglichkeit einer Ein- und<br />
Ausschaltung aus der Ferne rundet einen<br />
nutzenorientierten Ansatz ab.<br />
Fotos: E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH<br />
www.e-t-a.de<br />
Einige Produkte für den Einsatz im Bereich DC 48 V sind bereits am Markt erhältlich.<br />
E-T-A ergänzt das eigene Programm des elektronischen Überstromschutzes.<br />
Dabei erweitert das Unternehmen die bewährte Reihe ESX10-T um Geräte für die<br />
Spannungsebene DC 48 V in unterschiedlichen Stromstärken. Für Anwender eröffnet<br />
dies zusätzliche Möglichkeiten am Markt, das passende Produkt für ihre jeweilige<br />
Anwendung zu finden und optimal darauf abzustimmen.<br />
Achsregelbaugruppen<br />
• digitale Achsenregler für<br />
hydraulische Systeme<br />
• Positions- und Druckregelung<br />
• Zwei-Achs-Module mit<br />
Gleichlaufregelfunktion<br />
• ProfiNet, EtherCAT, Ethernet/IP<br />
oder Profibus Schnittstelle<br />
• optimiert für Proportional-, Regelund<br />
Servoventilanwendungen<br />
• einfachste Bedienung und somit<br />
problemlose Inbetriebnahme<br />
• Industrie 4.0<br />
Elektronik GmbH<br />
Gewerbering 31<br />
D-41372 Niederkrüchten<br />
Telefon: +49 (0)2163 577355-0<br />
Fax: +49 (0)2163 577355-11<br />
E-Mail: info@w-e-st.de<br />
Internet: www.w-e-st.de<br />
Alles für die Hydraulik:<br />
Leistungsverstärker, Druck-,<br />
Positions-, Gleichlauf- und<br />
Pumpenregelungen
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
Zuverlässig abgedichtet<br />
LIVE@<br />
Kabelverschraubungen für Trommelmotoren bieten große Dichtbereiche<br />
und halten hohen Belastungen stand<br />
Die Vielfalt an Anschlusskabeln, die weltweit bei Trommelmotoren zum<br />
Einsatz kommt, stellt viele Motoren-Hersteller vor große Herausforderungen,<br />
denn sie müssen eine lange Betriebssicher heit gewährleisten. Dies gelingt<br />
mit Kabelverschraubungen eines nordrhein-westfälischen Unternehmens.<br />
Sie weisen neben großen Dichtbereichen auch hohe Zugentlastungswerte<br />
sowie eine langlebige Abdichtung auf.<br />
spezifische Lösungen mit einer hohen Fertigungstiefe.<br />
Zur Qualitätssicherung gehört<br />
ein umfangreicher Prüfstand, in dem Produkte<br />
während der Entwicklungsphase und<br />
serienbegleitend getestet werden. Das sei<br />
wichtig, weil die Trommelmotoren enormen<br />
Belastungen ausgesetzt sind: Staub<br />
und Dreck, Frost und Hitze, Chemikalien<br />
und Schmiermittel, starke Vibrationen sowie<br />
Wasser sind im Einsatz tägliche Normalität.<br />
„Daher sind unsere Komponenten zwangsläufig<br />
robust und dicht bis zur Schutzart<br />
IP69 ausgelegt“, so Hünicke.<br />
Anforderung: ein möglichst<br />
großer Dichtbereich<br />
Bei den Trommelmotoren befinden sich Motor,<br />
Getriebe und Lager abgeschlossen in<br />
der Trommel. Dies verringert die Wahr-<br />
Die Rulmeca-Gruppe gehört zu den weltweit<br />
größten Lieferanten von Trommelmotoren,<br />
Tragrollen und Gurttrommeln<br />
für die internationale Schütt- und Stück gut-<br />
Fördertechnik. Seit 2013 bietet das Unternehmen<br />
auch Komponenten für den Stückgut-<br />
Transport in den Bereichen Lebensmittelverarbeitung,<br />
Distribution und Logistik<br />
sowie Maschinenbau an. „Unsere Produkte<br />
finden sich bspw. in Straßenbaumaschinen,<br />
Recycling-Betrieben, in Brech- und Siebanlagen,<br />
in Steinbrüchen, Kraftwerken, Hafenanlagen<br />
sowie im Kohle- und Erz-Abbau“,<br />
erklärt Hans-Hendrik Hünicke, Leiter Engineering/R&D.<br />
Trommelmotoren von 20 W<br />
bis 250 kW Leistung – die großen wiegen bis<br />
zu 5 t – werden hier hergestellt, insgesamt<br />
23 Baureihen und über 660 Leistungs- und<br />
Geschwindigkeitsvarianten. Mit dieser Vielfalt<br />
realisiert das Unternehmen kundenscheinlichkeit<br />
von Ausfällen aufgrund schädlicher<br />
Umwelteinflüsse. Weil sich Antriebseinheit<br />
und Lager im Trommelmantel befinden,<br />
wird weniger Platz beansprucht als<br />
bei einem herkömmlichen Antrieb. Zudem<br />
sind die Trommelmotoren im Betrieb kostengünstiger<br />
als konventionelle Antriebe,<br />
da sie aus weniger Teilen bestehen. Erhältlich<br />
sind sie auch in Edelstahlausführung<br />
u. a. für Hygienebereiche, was sie beständig<br />
macht gegen Wasser, säure- und alkalihaltige<br />
Reinigungsmittel sowie Salzwasser.<br />
„Eine Herausforderung ist für uns die<br />
Menge an unterschiedlichen Anschlusskabeln,<br />
die weltweit eingesetzt wird, und<br />
die sehr verschiedenen Anforderungen vor<br />
Ort“, sagt Thomas Teupel, zuständig für das<br />
Elektrodesign. „Also haben wir den Markt<br />
analysiert und nach Kabelverschraubungen<br />
mit möglichst großen Dichtbereichen und<br />
einer zuverlässig langlebigen Abdichtung<br />
gesucht.“ Fündig wurden die Fachleute bei<br />
Pflitsch und seiner Blueglobe-Baureihe.<br />
Diese metrischen Kabelverschraubungen<br />
verwenden einen kugelförmigen Dichteinsatz<br />
aus modifiziertem TPE-Kunststoff, der<br />
sich beim Anziehen der Druckschraube<br />
großflächig sicher um das durchgeführte<br />
Kabel legt. Die Folge ist eine zuverlässige<br />
Abdichtung bis IP68 bzw. IP69 K bis 30 bar.<br />
Die großflächige Kontaktierung des Dicht-<br />
Dipl.-Ing. Walter Lutz,<br />
freier Fachjournalist, Haiger<br />
62 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
einsatzes zum Kabelmantel sorgt<br />
auch dafür, dass das Kabel nicht irreparabel<br />
eingeschnürt wird. „Damit<br />
ist eine lange Betriebssicherheit sichergestellt“,<br />
weiß Thomas Teupel.<br />
Für die sichere Abdichtung zum<br />
Klemmkasten an den Trommelmotoren<br />
sorgt ein nutgeführter O-Ring,<br />
der beim Eindrehen der Kabelverschraubung<br />
in das Einschraubgewinde<br />
des Klemmkastens zuverlässig<br />
in Position bleibt und nicht un defi -<br />
niert gequetscht wird.<br />
Unterschiedlichste Kabel<br />
sicher führen<br />
Das Dichtprinzip mit dem großflächigen<br />
Dichteinsatz ermöglicht die<br />
geforderten großen Dichtbereiche. In<br />
der Praxis bedeutet das: Mit einer Kabelverschraubung<br />
lassen sich Kabel<br />
mit unterschiedlichen Außendurchmessern<br />
sicher führen. Die gängige<br />
Größe M20 bspw. dichtet Kabel mit<br />
Durchmessern von 5 bis 14 mm ab.<br />
Bei der M85, die Rulmeca als größte<br />
Kabelverschraubung serienmäßig<br />
verbaut, sind 65 bis 77 mm möglich.<br />
Noch ein Vorteil erreicht die Blueglobe<br />
dank der großflächigen Abdichtung:<br />
Diese ergibt eine 100 % bessere<br />
Zugentlastung als nach EN 62444<br />
Klasse B gefordert. Selbst unter starken<br />
Vibrationen oder hohen dynamischen<br />
Kräften ist sichergestellt, dass<br />
das Kabel nicht aus der Kabelverschraubung<br />
rutscht, was Undichtigkeiten<br />
hervorrufen würde. Die weiche<br />
Quetschung sorgt zudem für eine<br />
langlebig sichere Installation, da der<br />
Kabelmantel nicht irreparabel eingeschnürt<br />
wird. Kabelbruch und Undichtigkeiten<br />
sind bei diesem Prinzip<br />
ausgeschlossen.<br />
01 In den Klemmenkästen der Trommelmotoren gelingt die<br />
sichere Einführung von Energiekabel und Steuerleitung über<br />
zwei entsprechend große Kabelverschraubungen<br />
Hans-Hendrik Hünicke. Die Temperatur-Range<br />
der Kabelverschraubung von - 40 bis + 130 °C<br />
entspricht den Einsatzbedingungen der Trommelmotoren<br />
zwischen sibirischer Kälte und<br />
afrikanischer Hitze.<br />
Vermehrt kommt es bei den frequenzgesteuerten<br />
Trommelmotoren zu Kundenanfragen,<br />
die die EMV-Sicherheit betreffen. Auch<br />
hier kommt die Blueglobe zum Einsatz: In der<br />
EMV-Version TRI hat das Unternehmen<br />
Pflitsch eine Triangelfeder inte griert, die sich<br />
beim Anziehen der Druckschraube zuverlässig<br />
02 Der blaue Dichteinsatz aus spezialmodifiziertem<br />
TPE-Kunststoff in der Kabelverschraubung sorgt für<br />
eine großflächige Abdichtung des Kabels<br />
um das Schirmgeflecht des Kabels legt. Diese<br />
360°-Kontaktierung ist montagefreundlich,<br />
weil das Schirmgeflecht nicht abgelängt, aufgeweitet<br />
und aufgelegt werden muss. Gleichzeitig<br />
ergeben sich höhere Dämpfungswerte<br />
von etwa - 90 dB (bei 1 MHz) bisetwa - 70 dB<br />
(bei 1 GHz). Die Blueglobe TRI ist damit sogar<br />
für Cat.-7A-Anwendungen geeignet.<br />
Bilder: Lutz/Pflitsch<br />
www.pflitsch.de<br />
Höhere Dämpfungswerte<br />
dank EMV-Version<br />
Der robuste Verschraubungskörper<br />
aus vernickeltem Messing verkraftet<br />
auch höhere mechanische Belastungen.<br />
„Bei einer Recyc-linganlage oder<br />
einem Braun kohlebagger ist nicht<br />
ausgeschlossen, dass herabfallende<br />
Brocken die Installation treffen. Auch<br />
hier sind wir mit der Pflitsch-Lösung<br />
auf der sicheren Seite“, unterstreicht<br />
Zpas.indd 1 14.03.<strong>2018</strong> 08:15:45<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 63
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
Neue Tools für Predictive Maintenance und Deep Learning<br />
Mathworks hat das Release <strong>2018</strong>a mit neuen Funktionen in Matlab und Simulink herausgebracht.<br />
Es enthält eine Predictive Maintenance Toolbox zum Entwerfen und Testen<br />
von Algorithmen für die Zustandsüberwachung. Mit ihr können Ingenieure Daten kennzeichnen,<br />
Zustandsindikatoren entwerfen und etwaige Störfälle bei Maschinen voraussagen<br />
und vermeiden. Die Neural Network Toolbox stellt nun ein Support-Paket bereit,<br />
mit dem man Deep-Learning-Schichten und –Netze implementieren kann. Optimisierungstechniken<br />
wie Adam, RMSProp und Gradienten-Clipping sorgen für ein besseres<br />
Trainieren von Netzen. Die Computer Vision Toolbox stellt nun die Image-Labeler- App<br />
zur Verfügung, mit der die Pixel-genaue Kennzeichnung für die semantische Segmentierung<br />
automatisiert werden kann. Mit dem GPU-Coder steht ein Tool bereit, das Deep-<br />
Learning-Algorithmen automatisch zu Cuda-Code umwandelt. So können die Algorithmen<br />
direkt auf der GPU ausgeführt werden.<br />
www.mathworks.de<br />
Mischraster-Serien im Power-/Signal-Mix<br />
Mischraster-Serien, die auf Board-to-Board-Steckverbinder<br />
ausgerichtet sind, darunter Stift- und Buchsenleisten für die<br />
Leiterplatte, bietet W+P an. Steckverbinder im Mischraster<br />
übertragen zeitgleich Leistungs- und Steuersignale in nur einem<br />
Steckverbinder. Den Bereich der Stift- und Buchsenleisten decken<br />
die Serien 987/9870 und 397/3970 ab. Sie kombinieren günstige<br />
Leiterplattensteckverbinder mit Stromtragfähigkeiten bis 8,2 A.<br />
Die Power/Signal-Steckverbinder-Serien 454 bis 457 werden<br />
im Mischraster 5/2 mm angeboten, ausgelegt für Ströme bis<br />
24,7 A pro Kontakt. Zum geringen Platzbedarf trägt zusätzlich<br />
die Gehäusegeometrie bei, die der Kühlung dient. Das Kontaktmaterial<br />
für alle ist eine Kupferlegierung mit vergoldeter<br />
Oberfläche über einer Nickelsperrschicht. Die Isolierkörper<br />
bestehen aus thermoplastischem Kunststoff.<br />
Die Komponenten eignen sich zum<br />
Beispiel für die Industrieelektronik, den<br />
Maschinen- und Anlagenbau oder Messund<br />
Steuersysteme.<br />
www.wppro.com<br />
Inserentenverzeichnis Heft 2/<strong>2018</strong><br />
Leistungsstarker Chiller für hohe<br />
Umgebungstemperaturen bis + 50 °C<br />
Der Kaltwassererzeuger PC 2500 von Pfannenberg ist für den<br />
Einsatz in Umgebungen mit Temperaturen bis + 50 °C ausgelegt.<br />
Der luftgekühlte Wasser-/Glykol-Chiller eignet sich für<br />
Anwendungen in Werkzeugmaschinen, Produktionsanlagen,<br />
der Fertigungs- und Labortechnik und der zerstörungsfreien<br />
Werkstoffprüfung wie industrielle Röntgentechnik. Sein<br />
Herzstück ist eine leistungsstarke Pumpe, die im Betrieb<br />
energieeffizient und leise ist. Der Chiller wird mit dem<br />
gängigen Kältemittel R 134a betrieben. Der Chiller ist neben<br />
der Basis variante in drei weiteren Konfigurationen erhältlich.<br />
„Hydraulic Protection“-Geräte haben einen einstellbaren<br />
Strömungswächter und ein Überdruckventil. Konfigurationen<br />
mit „Smart Cooling“ bieten eine erweiterte Erfassung und<br />
Anzeige von Fehlern im System.<br />
Bei der „Precision Cooling“-Variante<br />
kann die Regelgenauigkeit der<br />
Zieltemperatur auf ± 1 K eingestellt<br />
werden, ohne die Gebrauchsdauer<br />
zentraler Komponenten zu verringern.<br />
www.pfannenberg.com<br />
AMA Service, Wunstorf3<br />
<strong>Automation</strong>24, Essen7<br />
B&R Industrie-Elektronik,<br />
Bad Homburg23<br />
Balluff, Neuhausen9<br />
Baumer Optronic, Radeberg25<br />
Conrad Electronic, Hirschau51<br />
Delphin, Bergisch Gladbach5<br />
DIAS, Dresden41<br />
E-T-A, Altdorf55<br />
Electronic Assembly, Gilching33<br />
EMVA, Hemsbach 2. US<br />
Euchner, Leinfelden-Echterdingen29<br />
Falcon Illumination MV,<br />
Untereisesheim44<br />
FuehlerSysteme, Nürnberg19<br />
Icotek, Eschach37<br />
ifm electronic, Essen 4. US<br />
Igus, Köln49<br />
Jumo, Fulda27<br />
LMI Technologies, Teltow46<br />
Mayr, Mauerstetten17<br />
Measurement Computing,<br />
Bietigheim-Bissingen35<br />
Meorga, Nalbach6<br />
Michell, Friedrichsdorf22<br />
microsonic, Dortmund15<br />
Optometron, Ismaning22, 24, 26, 27<br />
Optris, Berlin31<br />
PEAK-System Technik, Darmstadt67<br />
Pepperl+Fuchs, Mannheim42<br />
Pflitsch, Hückeswagen43<br />
Polytec, Waldbronn47<br />
R3 - Reliable Realtime Radio<br />
Communications, Berlin40<br />
Schall, Frickenhausen45<br />
SIKA, Kaufungen26<br />
Turck, Mülheim71<br />
Turkish Machinery Exporters Union,<br />
TR-Istanbul 3. US<br />
TWK, Düsseldorf27<br />
Universal Robots, DK-Odense8<br />
Vision & Control, Suhl22<br />
W.E.St. Elektronik, Niederkrüchten61<br />
WIBU-Systems, Karlsruhe69<br />
Zirox, Greifswald24<br />
ZPAS Group, Leipzig63<br />
Beilagen:<br />
Deutsche Messe, Hannover (Vollbeilage<br />
Meorga, Nalbach (Teilbeilage)<br />
Wachendorff Prozesstechnik,<br />
Geisenheim (Vollbeilage)<br />
Schutz, Diagnose und Kommunikation<br />
in einem Gerät<br />
Das Schutzsystem INT69 YF Diagnose verfügt neben einem<br />
Spannungsmonitor (Überwachung Ausfall, Asymmetrie, Drehfeld,<br />
Unter-/Überspannung) über Eingänge für drei Temperaturen sowie<br />
zwei Eingänge für eine Widerstandsmessung wie Leckage. Das<br />
Extended-Gerät bietet zusätzlich einen analogen Eingang zur<br />
Einbindung weiterer Sensoren und besitzt einen zweiten Wechslerkontakt,<br />
verwendbar z. B. für Warnmeldungen. Das Gerät ist über<br />
die integrierte Schnittstelle frei parametrierbar. Als Tool hierfür und<br />
zur Einsicht der Diagnose-Daten dient das Smartphone, welches<br />
über USB oder Bluetooth-Adapter mit dem Schutzgerät verbunden<br />
ist. Zudem erfolgt im neuen INT69 UY Diagnose erstmalig die<br />
Integration der Diagnose-Erweiterung INTspection Memory. Über<br />
die App INTspector ist damit vor Ort nicht nur der aktuelle Zustand<br />
der Maschine einsehbar, sondern auch eine Meldungsliste mit<br />
Fehlern und Warnungen sowie zugehörigen Historienwerten.<br />
www.kriwan.com<br />
64 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
präsentiert Ihre<br />
INNOVATION<br />
EXCELLENCE <strong>2018</strong><br />
DAS VERNETZTE<br />
MULTIMEDIA PROGRAMM:<br />
LIVE ON TOUR<br />
DIGITAL<br />
SOCIAL MEDIA<br />
WEB-BLOG<br />
PRINT<br />
Zeigen Sie Ihre Excellence <strong>2018</strong> – Sprechen Sie uns an:<br />
Telefon: 06131/992-265<br />
Teilnehmer <strong>2018</strong>:
KOMMUNIKATION 4.0 I SPECIAL<br />
Christian Uhl, Head of Communications<br />
ecom, Pepperl+Fuchs<br />
Digitale Erfolgstreiber<br />
Menschen, Anlagen, Assets und Systeme sinnvoll und nachhaltig miteinander vernetzen<br />
LIVE@<br />
Mithilfe eines vernetzten Asset Managements lassen sich Verfügbarkeit,<br />
Auslastung und Logistik von Anlage, Material, Ausrüstung sowie Personal<br />
nach unterschiedlichen Kriterien organisieren. Grundlage hierfür sind<br />
mobile Lösungen, die es erlauben, Assets nicht nur in Echtzeit effektiver<br />
zu steuern und zu überwachen, sondern auch auf Grundlage der erfassten<br />
Daten auszuwerten. Und das in einer Vielzahl von Einsatzgebieten.<br />
Unternehmen mit weitläufigen Werksgeländen<br />
oder explosionsgefährdeten<br />
Bereichen sind aus Mangel an wirtschaftlichen<br />
Optionen, Kompatibilität oder Zertifizierungen<br />
häufig nicht in den modernen<br />
Informations- und Datenfluss mit eingebunden.<br />
Unternehmenskritische Assets etwa<br />
werden so nur unzureichend verwaltet und<br />
überwacht oder sind nur sehr kostspielig zu<br />
lokalisieren. Die Beacon-Technologie hat<br />
nun das Potenzial, das Asset Management<br />
und Tracking grundlegend zu verbessern.<br />
Als Beacon bezeichnet man kleine Sender<br />
oder Empfänger basierend auf Bluetooth<br />
Low Energy (BLE). In Kombination mit<br />
explosionsgeschützten Smartphones und<br />
Tablets verbinden diese Bluetooth Low<br />
Energy Beacons digitale und physikalische<br />
Daten in einer einzigen, einheitlichen Business-Intelligence-Einheit<br />
für eine bessere<br />
Transparenz, Planung und Organisation<br />
verzweigter Ressourcen.<br />
Mobile Endgeräte, Peripherie<br />
und Applikationen im Verbund<br />
Ziel eines vernetzten Asset Managements<br />
ist eine laufende Prozessoptimierung in<br />
Hinblick auf die Verfügbarkeit,<br />
Auslastung und Logistik<br />
von Anlage, Material, Ausrüstung<br />
sowie Personal. „Den<br />
technischen Fortschritt auf<br />
die Praxis zu übertragen, das<br />
ist die Herausforderung“, sagt<br />
Dr. Holger Schlüter, Associate<br />
Director IoT/Industrie 4.0 bei<br />
Lufthansa Industry Solutions.<br />
„Unternehmen müssen ihre<br />
gesamte Wertschöpfungskette<br />
so gestalten, dass sie Kosten<br />
reduzieren und gleichzeitig die<br />
Produktivität sowie Effizienz<br />
erhöhen. Viele Industrieunter -<br />
nehmen suchen deshalb nach<br />
wirtschaftlich umsetzbaren Antworten und<br />
Lösungen, um Ortsinformationen sowie<br />
Tracking- und Sensordaten zu erfassen,<br />
sagt Dr. Holger Schlüter. Eine weitere Herausforderung<br />
liegt darin, die große Menge<br />
an zusätzlichen Daten aus den Geräten und<br />
Maschinen geeignet aufzubereiten und<br />
Mitarbeitern die passenden Informationen<br />
zur Verfügung zu stellen.<br />
Die IT-Beratung Lufthansa Industry Solutions<br />
beispielsweise setzt für Echtzeit-Lokalisierung<br />
und effizientes Asset Management<br />
auf die explosionsgeschützte BLE-Bea -<br />
con-Technologie der Pepperl+Fuchs Marke<br />
Ecom. Die Loc-Ex 01 – BLE Beacons für<br />
ungefährdete und explosionsgefährdete<br />
Viele Industrieunternehmen<br />
suchen nach wirtschaftlich<br />
umsetzbaren Lösungen, um<br />
Ortsinformationen sowie<br />
Tracking- und Sensordaten<br />
zu erfassen und<br />
anwendungsgerecht<br />
aufzubereiten.<br />
Dr. Holger Schlüter, Associate<br />
Director IoT/Industrie 4.0 bei<br />
Lufthansa Industry Solutions<br />
66 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
Beacons, basierend auf der Bluetooth<br />
Low Energy (BLE) Technologie vernetzen<br />
Menschen, Bereiche, Assets und Systeme<br />
und bieten ein hohes Maß an Präzision<br />
und Genauigkeit in allen drei Achsen<br />
You CAN get it...<br />
Hardware und Software<br />
für CAN-Bus-Anwendungen…<br />
Bereiche bis zu Atex/IECEx sind Teil des<br />
ineinander verzahnten, eigensicheren Mobile-Worker-Konzeptes,<br />
das Smartphones, Tablets,<br />
Peripheriegeräte sowie Software-Applikationen<br />
umfasst. „Die Loc-Ex 01 BLE Beacons<br />
bieten eine Ex-zertifizierte und weitgehend<br />
wartungsfreie Option, Daten von Assets<br />
zu sammeln und mit Backend-Systemen zu<br />
verbinden“, betont Holger Schlüter.<br />
Durchgängiges System für die<br />
Digitalisierungsstrategie<br />
Durch die Befestigung kleiner BLE Beacons<br />
werden Assets zu lokalisierbaren, intelligenten<br />
Objekten, die Informationen wie<br />
Temperatur- oder Füllstand liefern können<br />
und sogar auf Ereignisse wie Tastendruck,<br />
Helligkeit oder Positionsänderung reagieren.<br />
Neben dem Standort übertagen sie zusätzliche<br />
Echtzeit-Daten über lokale Prozessparameter.<br />
Der Bluetooth 4.1 Standard sorgt<br />
dafür, dass die Beacons sowohl mit den derzeit<br />
gängigen als auch speziellen Tablets und<br />
Smartphones für Ex-Bereiche kompatibel<br />
sind und so ein durchgängiges System für die<br />
Digitalisierungsstrategie bilden.<br />
Smartphone und Tablet liefern mit den<br />
passenden Applikationen einen Live-Zugriff<br />
und kompakten Überblick über Daten,<br />
Wissen und Informationen. „Die Bluetooth-<br />
Beacons können Geräte über den eingebauten<br />
Rückkanal ansteuern oder als Signalgerät<br />
fungieren, sodass gesuchte Objekte<br />
leichter identifiziert werden können“, sagt<br />
Paulo Jorge de Almeida, System Engineer<br />
bei ecom. Die Verantwortlichen für Produktion<br />
und Prozesstechnik der Anlagen können<br />
die Daten in Echtzeit auswerten. So erkennen<br />
sie Abweichungen oder Auffälligkeiten<br />
bevor Schaden entsteht.<br />
Echtzeit-Lösung für Asset<br />
Tracking und -Lokalisierung<br />
Ein vernetztes Asset Management mit Mobile-Lösungen<br />
ermöglicht das Auffinden<br />
von Materialien und Maschinen während<br />
des gesamten Produktionsprozesses, das<br />
Tracking von Arbeitsgeräten und Fahrzeugen,<br />
die Navigation und Positionsbestimmung<br />
von Mitarbeitern sowie erweiterte Security-<br />
Maßnahmen. Im Vergleich zu anderen Geo-<br />
Lokalisierungs-Technologien bietet die<br />
Beacon-Technologie ein hohes Maß an<br />
Präzision und Genauigkeit in allen drei<br />
Achsen. Aufgrund der großen Reichweite<br />
von bis zu 200 m im freien Feld können die<br />
Kosten für die Überwachung großer Anlageflächen<br />
niedrig gehalten und die gewünschte<br />
Lokalisierungsgenauigkeit durch die Anzahl<br />
der installierten Beacons variiert werden.<br />
Darüber hinaus lassen sich über Smartphone<br />
oder Tablet Nachbarschaftsbeziehungen<br />
und Alarme definieren, sollte etwa Gefahrgut<br />
kollidieren bzw. nebeneinander gelagert<br />
werden.<br />
Prozesse & Sicherheit optimieren<br />
Durch ein vernetztes Asset Management<br />
können nicht nur Logistikprozesse und die<br />
Kapazitätsauslastung von Anlagen, Maschinen<br />
und Materialien besser gesteuert werden,<br />
sondern auch die Personalplanung sowie<br />
die Sicherheit der Mitarbeiter und der<br />
Anlage. Die gewonnenen Daten bieten Informationen<br />
zu Schwachstellen und unterstützen<br />
das Optimierungsverfahren bei Prozessen<br />
und Technologien, sodass wichtige<br />
Personal- und Ressourceneinsparungen erzielt<br />
werden können. Durch die Analyse<br />
von Bewegungsprofilen wiederum stehen<br />
detaillierte Informationen bereit, anhand<br />
derer sich das Sicherheitskonzept optimieren<br />
lässt. Verlassen Güter, Geräte oder Fahrzeuge<br />
ohne Erlaubnis einen bestimmten<br />
Bereich, kann via Geofencing ein Warnsystem<br />
ausgelöst werden. Ebenso können zum<br />
Beispiel innerhalb eines definierten, geografischen<br />
Bereiches auf dem Werksgelände<br />
Funktionen wie Kamera-Aufnahmen<br />
ausgeschlossen oder individuelle Zugangsberechtigung<br />
festgelegt werden.<br />
Bilder: Pepperl+Fuchs/Ecom<br />
www.pepperl-fuchs.com<br />
Alle Preise verstehen sich zzgl. MwSt., Porto und Verpackung. Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.<br />
PCAN-M.2<br />
CAN-FD-Interface für M.2-Steckplätze.<br />
Erhältlich als Ein- und Zweikanalkarte<br />
inkl. Monitor-Software, APIs und<br />
Treiber für Windows ® und Linux.<br />
PCAN-USB Pro FD<br />
ab 240 €<br />
High-Speed-USB 2.0-Interface<br />
für die Anbindung von bis zu<br />
2 CAN-FD- und 2 LIN-Bussen mit<br />
galvanischer Trennung.<br />
PCAN-Explorer 6<br />
490 €<br />
Software zur Steuerung, Simulation<br />
und Überwachung von CAN-FD- und<br />
CAN-Bussen Aufzeichnung und<br />
Wiedergabe Automatisierung mit<br />
VBScript und Makros Verständliche<br />
Darstellung der ID und Daten<br />
ab 510 €<br />
www.peak-system.com<br />
Otto-Röhm-Str. 69<br />
64293 Darmstadt / Germany<br />
Tel.: +49 6151 8173-20<br />
Fax: +49 6151 8173-29<br />
info@peak-system.com
02<br />
01<br />
03<br />
Schlüsseltechnologie der Industrie 4.0<br />
Safety-to-Cloud – durchgängig kommunizieren vom Sensor bis zur Cloud<br />
Zustands- und Leistungsdaten von<br />
Maschinen und Anlagen liefern<br />
wichtige Informationen für<br />
Prozessoptimierungsmaßnahmen.<br />
Das hohe Datenaufkommen<br />
sowie standort-übergreifende<br />
Produktionsstätten erfordern<br />
cloud-basierte Lösungskonzepte.<br />
Eine neue Safety-to-Cloud-Lösung<br />
zeigt, wie es gelingen kann, auch<br />
Sicherheitstechnologien in derartige<br />
Konzepte einzubeziehen.<br />
Wann müssen Verschleißteile ausgetauscht<br />
werden, bevor sie in einer<br />
Anlage oder Maschine zu Ausfällen führen?<br />
Wie ist die Auslastung einer Maschine? In<br />
welchen Produktionslinien sind noch Kapazitäten<br />
verfügbar? Ein umfassendes Monitoring<br />
der Maschinen und Prozesse liefert auf derartige<br />
Fragen die entscheidenden Antworten<br />
und Informationen. Dazu müssen kontinuierlich<br />
umfangreiche Maschinendaten erfasst,<br />
gespeichert und analysiert werden. Hinzu<br />
kommt, dass „intelligente Fabriken“ zumeist<br />
aus dezentralen, vernetzten Produktionseinheiten<br />
bestehen, mit unterschiedlichen<br />
Komponenten und jeweils eigenen Datenquellen.<br />
Im Zuge der zunehmenden Globalisierung<br />
verteilen sich Produktionsstandorte<br />
zudem überregional Mithilfe des sogenannten<br />
Cloud Computing können Unternehmen<br />
die wachsenden Datenmengen aus<br />
verschiedenen Quellen zusammenführen<br />
und verarbeiten.<br />
Die Auswertung von Monitoring-Informationen<br />
in der Cloud wird heute bereits<br />
vielfach erfolgreich praktiziert. Jetzt können<br />
Monitoring-Informationen auch von Sicherheitskomponenten<br />
geliefert und in einer<br />
Cloud-Umgebung ausgewertet werden. Im<br />
Kontext von Industrie 4.0 gewährleistet die<br />
Sicherheitstechnologie damit nicht nur die<br />
Einhaltung von Sicherheitsstandards, sondern<br />
trägt gleichzeitig zur Erhöhung der<br />
Anlagenverfügbarkeit bei.<br />
Herstellerunabhängig: freie<br />
Wahl der Cloud<br />
Eine solche Lösung bietet die Smart Safety<br />
Solution von Schmersal, die das Unternehmen<br />
erstmals auf der SPS IPC Drives 2017<br />
vorstellte: Alle Sicherheitszuhaltungen und<br />
Sicherheitssensoren sowie einige Sicherheitslichtgitter<br />
von Schmersal, die mit einem<br />
SD-Interface ausgestattet sind, können<br />
über die Sicherheitssteuerung PSC1 oder<br />
ein SD-Gateway sowie über ein separates<br />
Edge-Gateway zyklischen Daten in eine<br />
beliebige Cloud übertragen. Eine Verknüpfung<br />
dieser zyklischen SD- Daten innerhalb<br />
der Cloud bietet dem Anwender umfangreiche<br />
Diagnosemöglichkeiten, dazu zählen<br />
z. B. Schaltzyklen, die Zustandssituation der<br />
Sicherheit, Grenzbereichswarnungen, Abstandswarnungen<br />
und vieles mehr. Diese<br />
neue Lösung von Schmersal ist herstellerund<br />
systemunabhängig. Sie lässt dem Anwender<br />
die freie Wahl bei der Entscheidung,<br />
welche Cloud er nutzen möchte.<br />
Für die Übertragung von Monitoringund<br />
Zustandsdaten an die Cloud zur kundenindividuellen<br />
Auswertung bieten sich<br />
systemunabhängige Formate wie OPC UA,<br />
MQTT oder AMQP an. Bei der Smart Safety<br />
Lösung leitet das Edge-Gateway die Daten<br />
im MQTT-Format weiter. Es handelt sich<br />
dabei um ein offenes Kommunikationsprotokoll,<br />
das sich inzwischen zu einem<br />
populären IoT-Standards entwickelt hat. Es<br />
ist zudem eine schlanke, kosteneffiziente<br />
Lösung, die einfach zu implementieren ist.<br />
Prinzipiell sind jedoch auch Safety-to-Cloud-<br />
Lösungen möglich, bei denen OPC UA<br />
genutzt wird.<br />
Bei Open Platform Communications –<br />
Unified Architecture (OPC UA) handelt es<br />
sich um ein offenes, plattformunabhängiges,<br />
industrielles Kommunikationsprotokoll<br />
zum Datenaustausch zwischen Komponenten,<br />
Maschinen und Betriebs- und Informationssystemen<br />
und der Cloud. Dabei werden<br />
Maschinendaten nicht nur transportiert,<br />
sondern auch maschinenlesbar semantisch<br />
beschrieben. OPC UA erfüllt viele Voraussetzungen<br />
einer Industrie-4.0-konformen<br />
Siegfried Rüttger, Projektleiter Industrie 4.0 bei<br />
der Schmersal Gruppe in Wuppertal<br />
68 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
SPECIAL I KOMMUNIKATION 4.0<br />
01 Bei der Smart Safety Solution können<br />
Monitoring-Informationen auch von<br />
Sicherheitskomponenten geliefert und in<br />
einer Cloud-Umgebung analysiert werden<br />
02 Das SD-Gateway stellt eine bewährte<br />
proprietäre Lösung zur Umsetzung serieller<br />
Diagnosesignale dar<br />
03 Die Sicherheitssteuerung gewährleistet<br />
schnelle Reaktionszeiten<br />
Kommunikation, u. a. die Hersteller- und<br />
Plattformunabhängigkeit, die sich aus der<br />
offenen Standardisierung (IEC 62541) ergibt.<br />
OPC UA ist weder an eine Programmiersprache<br />
noch an ein Betriebssystem gebunden.<br />
So lassen sich Anwendungen auf<br />
Windows oder Linux ebenso realisieren,<br />
wie auf Android oder Apple Smartphones.<br />
Visualisierung und Dashboards<br />
Prinzipiell kann der Anwender der Smart<br />
Safety Solution von Schmersal jede beliebige<br />
Cloud-Plattform nutzen. Die Diagnoseinformationen<br />
können auf Bildschirmen visualisiert<br />
werden. Dashboards bieten eine Vielzahl<br />
von nützlichen Funktionalitäten für die Darstellung<br />
der Daten, z. B. in Form von Tabellen,<br />
Diagrammen oder Grafiken. Der Anwender<br />
kann damit ganz einfach per Drag & Drop<br />
diejenigen Daten auswählen, die er für die<br />
Analyse seiner individuellen Prozesse benötigt.<br />
Er kann sich z. B. anzeigen lassen, wie<br />
häufig eine Maschine angelaufen ist und die<br />
Anzahl der Betriebsstunden und den voraussichtlichen<br />
Verschleiß von Komponenten errechnen.<br />
An den Daten über die Betriebsspannung<br />
lässt sich zum Beispiel erkennen,<br />
ob ein Netzteil ausgefallen ist, und auch<br />
anhand von Informationen über die Häufigkeit<br />
des Öffnens und Schließens einer Schutztür<br />
können Rückschlüsse auf mögliche Probleme<br />
an einer Maschine gezogen werden.<br />
Diese Diagnoseinformationen können auch<br />
über mobile Endgeräte wie Tablets abgerufen<br />
werden. Damit wird eine standortunabhängige<br />
Kontrolle von Fertigungsprozessen<br />
ermöglicht und darüber hinaus der<br />
proaktive Einsatz von Servicekräften.<br />
Sicherheitssteuerung wertet<br />
sichere Signale aus<br />
Ein weitere Vorteil der Smart Safety Solution<br />
ist, dass die Diagnoseinformation parallel<br />
zu den Sicherheitsfunktionen an die Cloud<br />
weitergeleitet werden. Die sicheren Signale<br />
werden in der Sicherheitssteuerung PSC1<br />
ausgewertet, sodass damit auch die erforderlichen<br />
schnellen Reaktionszeiten<br />
gewährleistet sind und die Sicherheitsfunktionen<br />
bei Fehlern in der Maschine<br />
zu verlässig ausgeführt werden. Die nichtsicheren<br />
Diagnoseinformationen werden<br />
dagegen nicht über die Steuerung, sondern<br />
Wissenstransfer sicherstellen<br />
über das SD-Gateway sowie das Edge-<br />
Gateway direkt an die Cloud übermittelt.<br />
Das bedeutet, dass ein zusätzlicher Entwicklungsaufwand<br />
für die Steuerung nicht<br />
erforderlich ist.<br />
Bei dem SD-Gateway von Schmersal<br />
handelt es sich um eine bewährte proprietäre<br />
Lösung, mit der umfangreiche<br />
Status- und Diagnosedaten von Sicherheitsschaltgeräten<br />
mit SD-Interface übertragen<br />
werden können. Ein großer Pluspunkt der<br />
SD-Lösung ist, dass bis zu Sicherheitssensoren<br />
und Sicherheitszuhaltungen in Reihe<br />
geschaltet werden können. Auf diese Weise<br />
können auch komplexe Anlagen mit einem<br />
erheblich reduzierten Verdrahtungsaufwand<br />
abgesichert werden. Auch Alt- und<br />
Bestandsmaschinen (Braunfield), die mit<br />
einer SD-Lösung abgesichert sind, können<br />
nachgerüstet und bestehende Anlagen<br />
nachträglich mit der Safety-to-Cloud-<br />
Lösung von Schmersal ausgestattet werden.<br />
Fotos: Schmuckbild Fotolia, sonstige Schmersal<br />
www.schmersal.com<br />
Die Smart Safety Solution zeigt, dass auch unter den Bedingungen der Industrie 4.0<br />
der Schutz der Mitarbeiter in der Produktion nicht im Gegensatz zur Produktivität<br />
der Anlagen stehen muss. In jedem Fall ist im Hinblick auf das Thema Maschinensicherheit<br />
und Industrie 4.0 ein verstärkter Wissenstransfer notwendig. Dieser<br />
Entwicklung hat die Schmersal Gruppe mit der Gründung ihres Geschäftsbereichs<br />
für Dienstleistungen Rechnung getragen: das Tec.nicum bietet für Maschinenbauer<br />
und -betreiber nicht nur Schulung und herstellerneutrale Beratung, sondern auch die<br />
Programmierung von Sicherheitssoftware und viele weitere Safety Services – bis hin<br />
zur Konzeption individueller Systemlösungen.<br />
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KOMMUNIKATION 4.0 I SPECIAL<br />
Kein Wolkenkuckucksheim<br />
Reale, effiziente Engineering-Flexibilität mit neuem Cloud- und App-Konzept<br />
Das Stichwort Cloud ist nicht<br />
neu, Apps sind es auch nicht.<br />
Im Zusammenhang mit realem<br />
Engineering jedoch schon. Ein<br />
kooperatives Planungs-System<br />
verbindet diese Elemente und<br />
erlaubt es, Maschinen, Anlagen<br />
und mobile Systeme ohne eigene<br />
Server-Hardware und mit<br />
beliebiger Skalierbarkeit in der<br />
Cloud zu planen. Zugriff und<br />
Nutzung sind sogar an jedem<br />
Endgerät verfügbar.<br />
LIVE@<br />
Johanna Kiesel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,<br />
Aucotec AG in Hannover<br />
Für wen ist Engineering in der Cloud eigentlich<br />
von Nutzen und warum? Und<br />
was ist mit der Sicherheit? Diese Fragen stellt<br />
sich jeder, der seinen Daten den hohen Wert<br />
beimisst, den sie heute längst haben. „Den<br />
meisten Mehrwert hat, wer global agiert und<br />
komplexe Engineering-Herausforderungen<br />
meistern muss“, sagt Reinhard Knapp, Leiter<br />
„Global Strategies“ bei der Aucotec AG. „Je<br />
differenzierter die Prozesse und je ausgefeilter<br />
oder komplexer die Arbeitsteiligkeit,<br />
desto interessanter werden Cloud- und App-<br />
Einsatz.“ z. B., um Engineering Base (EB) per<br />
Cloud weltweit flexibel verfügbar zu machen:<br />
So lassen sich jederzeit virtuelle Teams mit<br />
Fachleuten verschiedener Standorte zusammenstellen,<br />
je nach Bedarf an Ressourcen<br />
und Know-how. Dabei sind den verantwortlichen<br />
Ingenieuren der Zugriff und die reale<br />
Bearbeitung von allen Aspekten des Anlagendesigns<br />
möglich. Genau wie seit jeher<br />
mit der umfangreichen Frontend-Oberfläche<br />
des datenbankbasierten Systems, nur<br />
noch flexibler.<br />
Daneben erlauben Apps ganz individuell<br />
auf die einzelnen Rollen im Prozess zugeschnittene<br />
Anwendungen. Zum Beispiel für<br />
Projektleiter, die eine Übersicht über die<br />
Engineering-Fortschritte brauchen. Sie können<br />
jederzeit mit ihrem Gerät ihre App aufrufen,<br />
mit persönlichem Dashboard, das<br />
gezielt die benötigten Informationen aufzeigt.<br />
Ob Materialdaten oder Detaildokumente,<br />
ob Engineering-Status oder eine<br />
Verbraucher-Auswertung. Möglichkeiten<br />
gibt es viele; mit EB bleiben sie kein unerfüllbares<br />
„Wolkenkuckucksheim“, sondern<br />
sind praxisnah umsetzbar.<br />
Die Frage nach der Datensicherheit hat<br />
Aucotec über die Microsoft-Cloud Azure<br />
Deutschland gelöst. Da sie von T-Systems<br />
gehostet wird, bietet sie Sicherheit nach<br />
deutschen Standards und Gesetzen, die in<br />
diesem Bereich zu den strengsten weltweit<br />
zählen.<br />
Von Natur aus IoT-fähig<br />
Dass der mobile Zugriff auf die Engineeringdaten<br />
so unkompliziert möglich ist, hat<br />
EB seiner Dreischicht-Architektur zu verdanken.<br />
Der Application-Server zwischen<br />
Datenbank und Client erlaubt auch die<br />
Client-unabhängige Bereitstellung von Informationen<br />
über Webservices. „Für ein<br />
File-basiertes System müsste so ein Web-<br />
Zugriff vollkommen neu entwickelt und<br />
außerdem separat gepflegt werden. EB<br />
trägt dagegen die notwendige Flexibilität<br />
‚von Natur aus‘ in sich“, erklärt der Chefstratege<br />
Knapp.<br />
Der passend zum Konzept entwickelte<br />
Web Communication Server (WCS) vervollständigt<br />
EBs Offenheit mit der Zugriffsmöglichkeit<br />
über Webtechnologie. Er basiert auf<br />
global gültigen Standards wie WSDL, SOAP,<br />
RESTful API, JSON und WCF, sodass die<br />
IT-Abteilung keinen zusätzlichen Aufwand<br />
hat. Über den WCS ist EBs Business-Logik<br />
direkt erreichbar.<br />
70 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
SPECIAL I KOMMUNIKATION 4.0<br />
Das Mehrschicht-Grundprinzip hat EB zunächst<br />
geöffnet für die Kommunikation mit<br />
anderen Servern, zum Beispiel von ERPoder<br />
EDM/PDM-Systemen. Damit war EB<br />
auch offen in Richtung anderer Front-<br />
End-Anwendungen, wie eben mobile<br />
Apps – und das bereits lange vor der Idee zu<br />
Indus trie 4.0! Heute ist das Internet of<br />
Things (IoT) ohne M2M-Kommunikation,<br />
wie EB und WCS sie bieten, gar nicht denkbar,<br />
denn die unabdingbare Vernetzung<br />
braucht Webtechnologie.<br />
Individuell, mobil, flexibel<br />
Der Einsatz von Apps ist für Aucotec ein integraler<br />
Bestandteil des Cloud-Konzepts.<br />
Sie erleichtern den Zugang zum Engineering<br />
und erlauben mobile Datennutzung<br />
und eine Datenerstellung, die sich auf<br />
unterschiedlichste Aufgaben zuschneiden<br />
lassen. Da solche Aufgaben in jedem Unternehmen<br />
anders aussehen, bietet Aucotec<br />
an, Apps individuell für die Bedürfnisse der<br />
Kunden zu entwickeln. Sollte eine App-Idee<br />
viele Kunden interessieren, so kann sie<br />
natürlich allen zugutekommen. Alle Apps<br />
basieren auf HTML 5, passen sich jedem<br />
Display an (responsive) und sind mit Android,<br />
Windows, IOS oder im Browser nutzbar.<br />
Da Engineering-Aufgaben in jedem Unternehmen anders aussehen,<br />
entwickelt Aucotec Apps individuell für die Bedürfnisse der Kunden.<br />
Beispiele aus der Praxis<br />
Erste Apps sind bereits entstanden. Eine ist<br />
z. B. speziell auf den Informationsbedarf bei<br />
Wartungsaufgaben in Anlagen zugeschnitten.<br />
Sie ermöglicht jederzeit den Zugang<br />
von mobilen Geräten zu den aktuellen Engineering-Daten.<br />
Das beschleunigt geplante<br />
Services ebenso wie das Agieren im Notfall.<br />
Denn der Wartungs-Mitarbeiter kann so<br />
auch ohne Vorbereitung und ohne einen<br />
Koffer voller Ordner vor Ort mit Tablet,<br />
Smartphone oder Laptop in die Anlagendaten<br />
gehen und sich die relevanten Asbuilt-Informationen<br />
online über die Cloud<br />
holen. Ob Details zu einem angeschlossenen<br />
Kabel samt Ziel, der nächste Wartungstermin<br />
eines Gerätes oder eine Montageanleitung.<br />
Die Suchfunktion der App beschleunigt<br />
das Finden in jedem Fall.<br />
Eine weitere App dient der mobilen Aufnahme<br />
des Ist-Zustands einer Anlage und<br />
der Übertragung dieser Daten an EB per<br />
Smartphone. Am System lässt sich daraus<br />
ableiten, an welcher Stelle Optimierungen<br />
durch Dienstleistungen oder Anlagener-<br />
weiterungen möglich wären. Das Sales-<br />
Team macht daraus ein Angebot für den<br />
Betreiber der Anlage, fix und fertig kalkuliert<br />
auf Basis realer Engineering-Daten.<br />
Entwickelt wurde diese App für einen<br />
EB-Anwender, der seinen Kunden nicht nur<br />
Anlagen verkauft, sondern mit seinem Wartungskonzept<br />
gleichzeitig die gesicherte<br />
Funktionalität über den gesamten Lebenszyklus<br />
anbietet. Mit der EB-App konnte der<br />
Nutzer sein Angebot noch verbreitern – sehr<br />
real und effizient.<br />
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KOMMUNIKATION 4.0 I KOMMENTAR<br />
Warum Industrial-Ethernet-Netzwerke<br />
essentiell sind für Industrie 4.0<br />
LIVE@<br />
Ein Kommentar von Horst Kalla über Kommunikationswege von morgen<br />
Horst Kalla ist<br />
Technikexperte<br />
bei der Weidmüller<br />
GmbH & Co. KG<br />
in Detmold<br />
Mit der<br />
webbasierten<br />
Fernwartungslösung<br />
„u-link“ können<br />
Maschinen effizient<br />
und sicher<br />
überwacht werden<br />
Das Internet bildet als Kommunikationsplattform die<br />
Basis von „Industrie 4.0“ sowie der „Smart Factory“.<br />
In diesen Fabriken sind Maschinen zu einem intelligent<br />
vernetzten Fertigungsprozess zusammengeschlossen<br />
und kommunizieren untereinander, sowie mit den zu<br />
produzierenden Produkten autonom. Doch worauf<br />
kommt es dabei und welche Herausforderungen steht<br />
die Industrie gegenüber?<br />
„Industrie 4.0“ stellt eine komplette Neuausrichtung der Industrie<br />
dar. Aus starren, unflexiblen Fertigungsanlagen werden modulare,<br />
effiziente und ressourcenschonende „smarte Fabriken“. Eine<br />
besondere Herausforderung hierbei ist die Absicherung des<br />
Industrie-4.0-Netzwerks gegen unbefugte Eingriffe jeglicher Art.<br />
Denn die neuen Automatisierungskonzepte sind gekennzeichnet<br />
durch signifikant mehr Interaktionen, also durch eine deutlich<br />
stärkere autonome Steuerung der Produktionseinrichtungen und<br />
des Datenaustauschs. Die durchgängige Ethernet-Kommunikation<br />
vereinfacht und beschleunigt Prozesse, schafft Transparenz und<br />
reduziert Kosten. In diesem Szenario ist das Thema Datentransfer<br />
und Datenschutz hoch aktuell.<br />
Weidmüller zählt zu einem der Wegbereiter für Lösungen und<br />
Konzepte im Umfeld von Industrie-4.0-Anwendungen und bietet<br />
bereits heute konkrete Lösungen, mit denen produzierende<br />
Unternehmen sich auf das Internet der Dinge und die sichere<br />
Steuerung der Produktion aus der Cloud vorbereiten können.<br />
Eine der Komponenten sind Security Router, die autarke Systeme<br />
im Industrial Ethernet Feld vor unnötigem Traffic und unbefugter<br />
Nutzung von außen schützen. Die Gigabit Security Router<br />
verfügen über diverse Sicherheitsmechanismen. Dazu gehören<br />
unter anderem eine intelligente Firewall sowie ein sicherer<br />
Fernzugriff über eine VPN-Verbindung. Die Router sind<br />
eigens für Industrienetzwerke entwickelt worden und<br />
bieten eine sichere, zuverlässige Kommunikation zwischen<br />
Ethernet basierten Maschinen und Anlagen sowie übergeordneten<br />
Netzwerken. Aus Sicherheitsgründen sowie um ein<br />
effizientes Management des Datenverkehrs zu gewährleisten,<br />
werden Maschinennetzwerke vermehrt segmentiert und<br />
für den Netzwerkübergang industrielle Router eingesetzt.<br />
Auch das Thema Fernwartung wird um Umfeld von Industrie-4.0-<br />
Anwendungen eine große Rolle spielen. Sie ermöglichen<br />
Anlagenherstellern ihren Kunden individuelle Services<br />
anzubieten, die auf den gesamten Lebenszyklus einer Maschine<br />
abzielen – und das unabhängig vom globalen Standort. Ein<br />
zukunftsfähiges Konzept für das Predictive Maintenance ist die<br />
Systemlösung u-link, bestehend aus Netzwerkkomponenten<br />
wie Industrial Security Router und Ethernet Switche, das Remote<br />
I/O-System u-remote inklusive integriertem Webserver für<br />
detaillierte Systemdiagnosen, zusätzliche kommunikationsfähige<br />
Automatisierungskomponenten und webbasierte Fernwartungs-<br />
Lösung u-link.<br />
Mein Fazit: Industrie 4.0 eröffnet mit dem Einzug von Internettechnologien<br />
und der durchgängigen, transparenten Vernetzung<br />
in die Produktion eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten. Eine<br />
sichere Kommunikation, sowie der Schutz vor einem Zugriff von<br />
nicht autorisierten Nutzer gilt es zu gewährleisten. Als Spezialist<br />
für nachhaltige Lösungen im Bereich der Industrial Connectivity<br />
bieten wir Unternehmen zukunftsfähige Konzepte für eine<br />
zuverlässige, sichere „Kommunikationen 4.0“.<br />
Bilder: Weidmüller<br />
www.weidmueller.com<br />
72 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>
RUBRIZIERUNGSEBEBE 2 I RUBRIZIERUNGSEBENE<br />
Ein Unternehmen mit<br />
der Vision für eine<br />
flexible Produktion<br />
Statisch vorprogrammierte Arbeitsschritte in der<br />
automatisierten Fertigung werden vollautomatisch<br />
und selbstständig agierenden Robotern und Cobots<br />
weichen. Diese neuartigen Fertigungsweisen stellen<br />
große Herausforderungen an optische Sensoren,<br />
über die Maschinen ihre Umgebung erkennen und<br />
Werkstücke und Abläufe prüfen. Dies sind Aufgaben,<br />
an denen heutige Sensoren scheitern, sodass komplexe<br />
Mehrsensorsysteme eingesetzt werden müssen.<br />
Die Bin-Picking-Lösung mit dem Robotvisionsensor LumiScan+<br />
ist auf einem kollaborierenden Roboter UR5 (Universal Robots)<br />
montiert und gibt diesem die Lage metallischer Objekte für<br />
den Griff an<br />
Das junge Unternehmen HD Vision Systems wurde im Januar 2017<br />
gegründet und konnte seither Erfolge wie den ersten Platz der Zeiss<br />
Robotic Challenge und die Umsetzung diverser Pilotprojekte feiern. So<br />
wird lichtfeldbasierte Sensorik und Algorithmik einer breiten Anwenderschicht<br />
zugänglich gemacht und bietet Kunden des Start-ups signifikante<br />
Vorteile einhergehend mit einer Kostenreduktion.<br />
Das Gründerteam ist aus der Arbeitsgruppe von PD Dr. Garbe am<br />
Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der<br />
Uni Heidelberg hervorgegangen. Während der Promotion von Dr. Wanner<br />
wurde klar, dass mit dem Abtasten des Lichtfelds Sensoren deutlich<br />
einfacher und vielfältiger eingesetzt werden können als<br />
bisher. Seit März 2016 arbeitet das Team, durch das Bundesministerium für<br />
Wirtschaft und Energie gefördert, eng mit Partnern aus der Industrie zusammen.<br />
Durch dieses Ohr am Kunden konnte schnell ein belastbares<br />
Businessmodell entwickelt und bereits 2017 ein sechsstelliger Umsatz<br />
erwirtschaftet werden. HD Vision Systems baut ihr Geschäft auf drei<br />
Säulen auf: der Lizensierung der Algorithmik an OEMs, der Entwicklung<br />
und Vermarktung des Robotvisionsensors Lumiscan+ sowie dem Projektgeschäft<br />
für Bildverarbeitungslösungen in der Industrie. Inzwischen<br />
ist das Unternehmen auf sechs Mitarbeiter angewachsen und steht kurz<br />
davor, Lumiscan+ in Serie herzustellen.<br />
Weit verbreitet in der heutigen Sensortechnologie ist nach wie vor das<br />
Triangulationsprinzip, z. B. bei passiven Stereo-Sensoren oder aktiven<br />
Systemen mit strukturierter Beleuchtung. Diese Systeme haben häufig<br />
Schwierigkeiten mit komplexen Objekten, bedingt durch<br />
Abschattungseffekte oder bei metallisch glänzenden Oberflächen. Um<br />
derartige Fehler zu vermeiden, sind diese Verfahren oft aufwändig in der<br />
Einrichtung oder Parametrisierung.<br />
Das Lichtfeld beinhaltet die komplette optische Information einer Szene.<br />
Durch die Abtastung des Lichtfeldes ist die genaue Rekons truktion<br />
von Objektform und -position, aber auch Oberflächenfarbe und -glanz<br />
möglich. Dafür wird keine spezielle Beleuchtung benötigt. Bedingt<br />
durch diese Vorteile ist der konsequente Einsatz der Lichtfeldbildgebung<br />
als Lösungsansatz prädestiniert, um die fortschreitenden Anforderungen<br />
an die optische Sensorik auch langfristig bedienen zu können.<br />
Das patentierte Verfahren von HD Vision Systems gibt Maschinen die<br />
Fähigkeit menschenähnlichen Sehens. Dies wird erstmals mit dem System<br />
Lumiscan+ umgesetzt. Nimmt ein Mensch in der Fertigung ein Bauteil<br />
in die Hand, überprüft er normalerweise, ob das Bauteil der gewünschten<br />
Qualität entspricht: Stimmen Form, Größe und Farbe? Ist die<br />
richtige Seriennummer vorhanden oder sind Schäden zu sehen? Dies alles<br />
sind Fragen, die beim Menschen während des Sichtungsprozesses größtenteils<br />
unbewusst ablaufen.<br />
Lumiscan+ erlaubt es, mit nur einem Sensor selbst auf komplexen und<br />
glänzenden Oberflächen, die Objektgeometrie, die Objektfarbe und die<br />
Glanzeigenschaften zu vermessen. Gleichzeitig können Ansätze der künstlichen<br />
Intelligenz auf 2D- und 3D-Daten angewendet werden. Diese hohe<br />
Flexibilität und Genauigkeit löst die Aufgaben der Automatisierung im<br />
Zeichen von Industrie 4.0 mit nur einem Sensor.<br />
www.hdvisionsystems.com<br />
INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2015 2/<strong>2018</strong> 73
VORSCHAU<br />
IM NÄCHSTEN HEFT: 3/<strong>2018</strong><br />
ERSCHEINUNGSTERMIN: 07. 06. <strong>2018</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 22. 05. <strong>2018</strong><br />
01<br />
02<br />
03<br />
04<br />
01 Kompakte HMI/PLC-Systeme und robuste I/O-Lösungen mit<br />
Codesys-Steuerung bringen die Intelligenz direkt zur Maschine<br />
02 Messe Sensor+Test <strong>2018</strong>: Neuheiten und Trends rund um<br />
Sensoren, Mess- und Prüfsysteme, Digitalisierung und Vernetzung<br />
03 Messe automatica: Marktplatz für intelligente <strong>Automation</strong> und<br />
Robotik, Bildverarbeitungssysteme und Komponenten<br />
Der direkte Weg<br />
Internet:<br />
www.industrielle-automation.net<br />
E-Paper:<br />
www.engineering-news.net<br />
Redaktion:<br />
Redaktion@industrielle-automation.net<br />
AUTOMATION TECHNOLOGIES:<br />
www.en.engineering-news.net<br />
04 Wandlungsfähig und offen für neue Applikationen: neuartige<br />
Generation von Vision App-basierten Kameras und Sensoren<br />
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />
74 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>