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Industrielle Automation 2/2018

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19239<br />

2<br />

www.industrielle-automation.net<br />

April <strong>2018</strong><br />

Durchflussmesstechnik –<br />

12smart, multivariabel und robust<br />

28Hannover Messe <strong>2018</strong>:<br />

INTERVIEW:<br />

Themen, Trends und Highlights<br />

58<br />

Wie Sie neue<br />

Echtzeit-Lösung<br />

Geschäftsmodelle generieren<br />

für Asset<br />

66Tracking und -Lokalisierung


EMVA Business<br />

Conference<br />

<strong>2018</strong><br />

16th European Machine Vision<br />

Business Conference<br />

June 7 th to June 9 th , <strong>2018</strong><br />

Dubrovnik, Croatia<br />

International platform<br />

for networking<br />

and business intelligence.<br />

Where machine<br />

vision business leaders meet.<br />

www.emva.org<br />

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EDITORIAL<br />

Ich sehe was, was<br />

du nicht siehst ...<br />

Liebe Leserinnen. liebe Leser,<br />

... wer kennt nicht das alte Kinderspiel? Dieser Zeitvertreib war in unserer<br />

Kindheit in der realen Welt angesiedelt. Heute würde man das Spiel<br />

sicherlich völlig anders gestalten: Der Aufgabensteller denkt sich einen<br />

Gegenstand in einer fiktiven Umgebung aus – der Ratende taucht in die<br />

virtuelle Welt ein, um das Rätsel zu lösen. Und damit sind wir auch schon<br />

mittendrin im Zeitalter der Virtualität angekommen. War Virtual Reality<br />

(VR) vor ein paar Jahren noch Spiel für Computer-Cracks, sind beide<br />

schnell zu einer wichtigen Grundlage für Industrie 4.0 und die<br />

umfassende Visualisierung von Maschinen und Anlagen geworden. Die<br />

Qualität von VR-Anwendungen und die Leistungsfähigkeit der Hardware-<br />

Komponenten sind mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau<br />

angekommen. Die Industrie profitiert von deutlich effizienteren Entwicklungszeiten<br />

und von bereits bei der Konstruktion eingeplanten,<br />

optimierten Wartungs- und Reparaturprozessen. Es entstehen so<br />

unzählige Möglichkeiten, Produkte und Fertigunsgprozesse schon vorab<br />

zu prüfen, bevor sie in den Echtzeitbetrieb gehen.<br />

Wie im Kinderspiel, lassen sich in der virtuellen Welt auch ganz neue<br />

Perspektiven erlebbar machen: Ersatzteilkataloge zeigen Produkte in<br />

3D zum Anfassen, Servicetechniker können rund um den Globus<br />

gemeinsam in den digitalen Zwilling der Maschine eintauchen, um<br />

Wartungen effizient und zielgerichtet vorzunehmen und auch<br />

Schulungen werden so zu einem ganz neuen Erlebnis.<br />

Probieren Sie es doch in Ihrem Unternehmen einmal aus. Ich bin sicher,<br />

Sie werden die möglichen Wettbewerbsvorteile schnell für sich nutzen<br />

können. VR ist kein Kinderspiel mehr, sondern hilft der Industrie, in der<br />

virtuellen Welt die realen Abläufe besser zu verstehen.<br />

Dirk Schaar<br />

d.schaar@vfmz.de


INHALT<br />

EDITORIAL<br />

03 Ich sehe was, was du nicht siehst<br />

SZENE<br />

05 News, Aktuelles und Termine<br />

10 INTERVIEW Wie Anwender aus Industrie und Entwicklung intelligente<br />

Lösungen herstellerübergreifend verbinden können<br />

SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

12 TITEL Smart, multifunktional, effizient: Wie Sie den Durchfluss von<br />

leitfähigen Medien und gleichzeitig auch deren Prozesstemperatur erfassen<br />

14 Die Bedeutung von Drucksensoren im Internet of Things<br />

16 Vielseitig einsetzbar, langlebig und robust – das sind kapazitive Sensoren<br />

18 REPORTAGE Individuelle Messtechnik sorgt für Prozesssicherheit<br />

bei Viessmann-Kühlmöbeln<br />

Mit der richtigen<br />

Vernetzungsstrategie<br />

10erfolgreich sein<br />

HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

28 Energieführungen in Highspeed-Anwendungen der Robotik<br />

30 Ultraschallsensor mit trickreicher Verschraubung hält Reinigungsintervallen<br />

in der Lebensmittelindustrie stand<br />

32 IoT Interface stellt effiziente Klimatisierung von Schaltschränken sicher<br />

34 Präventiver Schutz für Anwendungen der Automatisierungsindustrie<br />

36 Geräteschnittstellen, Elektronikgehäuse und digitale Anwendungen bieten<br />

zukunftsfähige Lösungen für die Industrie 4.0<br />

38 Innovationstreiber für eine zunehmend automatisierte Fertigung von<br />

automobilen Bordnetz-Systemen<br />

MESSE CONTROL <strong>2018</strong><br />

44 Hightech-Roboter mit Wärmebildkamera identifiziert Hotspots an schwer<br />

zugänglichen Stellen<br />

Sensoren als Wegbereiter<br />

14für das Internet of Things<br />

STEUERN UND ANTREIBEN<br />

48 Webbasierte Visualisierung in der Anlagenüberwachung und -steuerung<br />

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

52 Hydraulikzylinder-Montageanlage - einfach verkabelt und flexibel<br />

in der Produktion<br />

54 Fernwartungsrouter und Industrial-Ethernet-Lösungen gewährleisten<br />

maximale Verfügbarkeit von Industrieöfen<br />

Spürsinn: Hightech-Roboter<br />

44mit Infrarottechnik<br />

ANZEIGE<br />

TITELBILD<br />

Endress+Hauser<br />

Messtechnik,<br />

Weil am Rhein<br />

KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

58 REPORTAGE PI System eröffnet mit Echtzeit-Datenmanagement neue<br />

Geschäftsmodelle für Unternehmen<br />

60 Rückspeisung von Elektromotoren bei DC 48 V elektronischem Überstromschutz<br />

62 Kabelverschraubungen für Trommelmotoren bieten große Dichtbereiche und<br />

halten hohen Belastungen stand<br />

SPECIAL: KOMMUNIKATION 4.0<br />

66 Menschen, Anlagen, Assets und Systeme sinnvoll und nachhaltig miteinander<br />

vernetzen<br />

68 Safety-to-Cloud – durchgängig kommunizieren vom Sensor bis zur Cloud<br />

70 Reale, effiziente Engineering-Flexibilität mit neuem Cloud- und App-Konzept<br />

72 KOMMENTAR Industrial-Ethernet-Netzwerke sind essentiell für Industrie 4.0<br />

RUBRIKEN<br />

73 SERIE StartING up – Ein Unternehmen mit der Vision für eine flexible Produktion<br />

64 Inserentenverzeichnis<br />

56 Impressum<br />

74 Heftvorschau 3/<strong>2018</strong>


SZENE<br />

AMA Verband präsentiert<br />

Kompetenzzentrum<br />

Kompakte Informationen über neue Produkte und Lösungsansätze<br />

aus dem Bereich der Sensorik und Messtechnik<br />

stehen im Fokus des AMA Zentrum für Sensorik und Messtechnik<br />

auf der diesjährigen Hannover Messe. Das AMA<br />

Zentrum als Kompetenzzentrum für Sensorik und Messtechnik<br />

bietet eine eigene Plattform innerhalb der Fachmesse<br />

‚IAMD – Integrated <strong>Automation</strong>, Motion & Drives‘. Durch<br />

den Charakter einer Messe in der Messe erhalten Interessenten<br />

auf kurzem Weg zielsichere, anwenderorientierte und kundenspezifische<br />

Informationen von Spezialisten für Spezialisten.<br />

Insgesamt 19 ausstellende Firmen und Institute informieren<br />

über Sensorelemente, spezielle Sensoren, komplexe Sensorsysteme,<br />

spezifische Messtechnik sowie System- und Komplettlösungen.<br />

Der AMA Verband ist zudem Partner des Forums<br />

<strong>Automation</strong> in Halle 14. Dort können sich Messebesucher in<br />

Vortragsreihen unter anderem über Messtechnik in der<br />

Automatisierung informieren. Experten stellen Trendthemen<br />

vor und stehen für Diskussionen zur Verfügung.<br />

SCHWINGUNGEN<br />

SICHER ÜBERWACHEN<br />

• Sicherheit für Ihre Maschinen, Anlagen und<br />

Prüfstände durch permanentes Monitoring<br />

• Flexibel für alle Schwingungssensoren geeignet<br />

• Schwingungen und korrelierende Prozessdaten<br />

mit einer Hardware erfassen<br />

• Vielseitige Feldbusanbindungen auch über OPC UA<br />

www.ama-sensorik.de<br />

MSR-Spezialmesse in Leverkusen<br />

Die Meorga veranstaltet am 16. Mai <strong>2018</strong> in der Ostermann-<br />

Arena in Leverkusen eine regionale Spezialmesse für<br />

Prozessleitsysteme, Mess-, Regel- und Steuerungstechnik.<br />

Etwa 130 Fachfirmen<br />

der Mess-, Steuer-,<br />

Regel- und Automatisierungstechnik<br />

zeigen hier von 8:00<br />

bis 16:00 Uhr Geräte<br />

und Systeme, Engineering-<br />

und Serviceleistungen<br />

sowie<br />

neue Trends im Bereich<br />

der Automatisierung. Die Messe wendet sich an<br />

Fachleute und Entscheidungsträger, die in ihren Unternehmen<br />

für die Optimierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich<br />

sind. Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen<br />

sind kostenlos.<br />

Besuchen Sie uns!<br />

Hannover Messe<br />

Halle 11/Stand B57<br />

Delphin Technology –Ihr Partner von der<br />

messtechnischen Standardanwendung bis zur<br />

individuellen Komplettlösung.<br />

www.meorga.de<br />

Intelligente Messtechnik<br />

www.delphin.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2014 5


SZENE<br />

EMVA stellt neuen Standards Manager vor<br />

Die European Machine Vision<br />

Association (EMVA) hat Arnaud<br />

Darmont zu ihrem neuen Standards<br />

Manager ernannt. Er wird die europäischen<br />

Standardisierungsaktivitäten<br />

weltweit vorantreiben und<br />

den Entwicklungsprozess von Bildverarbeitungsstandards<br />

des Verbandes<br />

koordinieren. Ein weiteres Ziel<br />

ist es, in einem sich rasch verändernden<br />

Industrie- und Produktionsumfeld neue Handlungsfelder<br />

für Standardisierung zu identifizieren. Darmont arbeitete<br />

zuvor in verschiedenen Positionen, auch im Führungs- und<br />

Marketingbereich, an CMOS-Bildsensoren, Industriekameras,<br />

der Verbesserung der Bildqualität und Embedded Processing.<br />

Seit fast 15 Jahren betreut der Verband die Entwicklung der<br />

Standards für die Bildverarbeitungsindustrie Genicam und<br />

EMVA1288. An der Entwicklung des EMVA 1288-Standards ist<br />

auch Darmont beteiligt. Bei der Standardisierung von Technologien<br />

und Prozessen kooperiert die EMVA auch mit anderen<br />

Bildverarbeitungsverbänden.<br />

www.emva.org<br />

Alles über Dehnungsmessung<br />

online erfahren<br />

HBM bietet einen Online-Leitfaden für Dehnungsmessungen mit<br />

Informationen zu Auswahl, Installation, Datenerfassung und Analyse<br />

von elektrischen und optischen Dehnungsmessstreifen an.<br />

Experten aus dem Hause des Messtechnik-Spezialisten haben das<br />

Online-Portal entwickelt. Es behandelt sowohl die Arbeit mit klassischen<br />

elektrischen Dehnungsmessstreifen, als auch mit optischen<br />

Dehnungssensoren basierend auf Faser-Bragg-Gittern. Mit dem<br />

Schritt-für-Schritt-Leitfaden wird Anwendern das „Was“, „Wie“ und<br />

„Warum“ der Dehnungsmessung und verwandter Technologien<br />

nahegebracht. Der Leitfaden beginnt mit Grundlagen der Dehnungsmessung:<br />

Von dort aus können Anwender wählen, ob sie die<br />

Welt der Dehnungsmessstreifen oder die der optischen Fasererkennung<br />

kennenlernen möchten. Das Online-Portal findet sich unter:<br />

www.hbm.com/dehnungsmessung. Daneben bietet die HBM Academy<br />

auch Seminare zum Thema Dehnungsmessung in Theorie und<br />

Praxis an.<br />

www.hbm.com<br />

Umsatz, Gewinn, Beschäftigung – 2017 bei Endress+Hauser deutliches Plus<br />

Endress+Hauser meldet für das Geschäftsjahr 2017 ein breit abgestütztes Umsatzwachstum, gute Profitabilität sowie<br />

einen deutlichen Beschäftigungszuwachs laut vorläufiger Geschäftszahlen der Firmengruppe. Der konsolidierte Umsatz<br />

stieg um 4,8 % auf über 2,2 Mrd, EUR. „Die vom Konsum getriebene Konjunktur hat nun auch die Investitionsgüterbranche<br />

erfasst“, sagt Matthias Altendorf, CEO der Gruppe (Bild). Der höheren Nachfrage entsprechend schuf<br />

Endress+Hauser vor allem in der Produktion neue Arbeitsplätze. Ende 2017 zählte das Unternehmen weltweit<br />

13 299 Beschäftigte, 296 mehr als vor Jahresfrist. Das Geschäft zog im 4. Quartal 2017 noch einmal an. Endress+Hauser<br />

ging mit einem erhöhten Auftragsbestand ins neue Jahr. Für <strong>2018</strong> erwartet das Unternehmen Umsatzwachstum im<br />

mittleren einstelligen Prozentbereich. Die geprüften Geschäftszahlen 2017 werden am 8. Mai <strong>2018</strong> in Basel vorgestellt.<br />

www.de.endress.com<br />

E I N L A D U N G<br />

Mittwoch, 16. Mai <strong>2018</strong><br />

8:00 bis 16:00 Uhr<br />

Ostermann-Arena<br />

Bismarckstraße 125<br />

51373 Leverkusen<br />

Messtechnik Steuerungstechnik Regeltechnik Prozessleitsysteme Automatisierung<br />

Führende Fachfirmen der Branche präsentieren ihre Geräte und Systeme und zeigen neue Trends im<br />

Bereich der Automatisierung auf. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger die in ihren<br />

Unternehmen für die Automatisierung verantwortlich sind.<br />

Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen ist für die Besucher kostenlos.<br />

MEORGA GmbH<br />

Sportplatzstraße 27<br />

66809 Nalbach<br />

Tel. 06838 / 8960035<br />

Fax 06838 / 983292<br />

www.meorga.de<br />

info@meorga.de<br />

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6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


€<br />

SZENE<br />

OPC Foundation veröffentlicht OPC UA<br />

Specification für Powerlink<br />

Für Powerlink ist ab sofort eine OPC UA Companion Specification<br />

der OPC Foundation und der Ethernet Powerlink Standardization<br />

Group (EPSG) verfügbar. Die Spezifikation beschreibt,<br />

wie Nutzdaten zwischen Powerlink und beliebigen OPC­<br />

UA-Plattformen ausgetauscht werden. Damit ist eine Kommunikation<br />

vom Sensor<br />

bis in die Cloud<br />

möglich. „Powerlink<br />

gehört zu den führenden<br />

Echtzeit-Bussystemen<br />

im Maschinen-<br />

und Anlagenbau.<br />

Nun kann<br />

Powerlink mit OPC<br />

UA durchgängig und<br />

sicher an die IT-<br />

Welt bis in die Cloud<br />

angebunden werden“,<br />

betont Thomas<br />

Burke (im Bild links),<br />

Vorsitzender der OPC<br />

Foundation. Stefan Schönegger, Geschäftsführer der EPSG,<br />

ergänzt: „Die Spezifikation ermöglicht, dass OPC UA und Powerlink<br />

zu einem Netzwerk verschmelzen. So erreichen wir, dass<br />

Geräte unterschiedlicher Hersteller und die verschiedenen<br />

Ebenen der Automatisierungspyramide zu einem Gesamtsystem<br />

werden.“ Das Dokument steht auf der Website der<br />

OPC Foundation für Sie zum Download zur Verfügung:<br />

http://bit.ly/2BLLQNn<br />

www.ethernet-powerlink.org<br />

Alexander Stricker<br />

Technischer Kundensupport<br />

» Zuverlässiger<br />

Maschinenzugriff<br />

per Funk.«<br />

72 % Umsatzplus bei Universal Robots<br />

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 meldet Universal Robots<br />

(UR) einen Rekordumsatz in Höhe von rund 151 Mio. EUR.<br />

Damit hat die gestiegene Nachfrage nach den benutzerfreundlichen<br />

kollaborierenden Robotern (Cobots) ein Umsatzplus von<br />

72 % gegenüber 2016 beschert. „Die außerordentlichen Ergebnisse<br />

des 4. Quartals wie auch des Jahres insgesamt sind vor<br />

allem Früchte der guten Teamarbeit in unserer Universal Robots<br />

Community. Wir alle teilen ein gemeinsames Ziel: es uns durch<br />

die bestmögliche Zusammenarbeit mit all unseren Stakeholdern<br />

gegenseitig zu ermöglichen, auch in Zukunft erfolgreich und<br />

nachhaltig weiter zu wachsen“, sagt Jürgen von Hollen (Bild),<br />

Präsident von Universal Robots.<br />

Mit Blick auf <strong>2018</strong> rechnet von<br />

Hollen für Universal Robots weiterhin<br />

mit einem Umsatzwachstum<br />

von mind. 50 % und fasst<br />

zusammen: „Der Markt für Cobots<br />

soll gemäß Prognosen in den<br />

nächsten Jahren weiterhin einer<br />

der maßgeblichen Wachstumstreiber<br />

des gesamten <strong>Automation</strong>smarkts<br />

bleiben.“<br />

www.universal-robots.com<br />

zum Beispiel:<br />

HMS AWB2000<br />

Anybus Wireless Bolt WLAN<br />

Artikel-Nr. 103798<br />

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zzgl. MwSt.<br />

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von HMS<br />

9 Einfache Verbindung der Steuerung<br />

mit dem wireless Netzwerk dank<br />

Anybus Wireless Bolt<br />

9 Große Reichweite bis 100 m<br />

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9 Inklusive Steckverbinder<br />

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50


Börsenstart gelungen<br />

Stemmer Imaging ist am 27. Februar an die Börse gegangen.<br />

Der Emissionspreis pro Aktie betrug 34 EUR, alle angebotenen<br />

2,99 Mio. Aktien wurden platziert. Das Platzierungsvolumen<br />

inkl. der Greenshoe-Option beträgt somit rund 101,7 Mio.<br />

EUR. Der Bruttoemissionserlös in Höhe von 51 Mio. EUR<br />

soll vorrangig zur Realisierung anorganischer Wachstumspotenziale<br />

zur Stärkung der Position im europäischen Markt<br />

genutzt werden. Zum anderen sollen Wachstumspotenziale<br />

im asiatischen Raum genutzt werden. Darüber hinaus sollen<br />

die Erlöse für die Entwicklung von neuen Produkten, Lösungen<br />

und Services in der Bildverarbeitung verwendet werden.<br />

Im Fokus stehen hier die Weiterentwicklung der eigenen<br />

Bildverarbeitungs-Software Common Vision Blox sowie der<br />

Abschluss von Kooperationen bzw. Zukäufe in dem Bereich.<br />

Andererseits zielen Neuentwicklungen auf den zunehmenden<br />

Einsatz von Embedded-Vision-Lösungen sowie die Anbindung<br />

von Bildverarbeitungssystemen an IT-Systeme und<br />

Prozesse ab.<br />

www.stemmer-imaging.de<br />

Milliardenmarke beim Umsatz geknackt<br />

Die Lapp-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2016/2017 erstmals<br />

mehr als 1 Mrd. EUR Umsatz in einem Jahr erzielt. Das<br />

entspricht einem Plus von 13,9 % gegenüber dem Vorjahr. In<br />

diesem Zeitraum stieg die Mitarbeiterzahl um 9,6 % auf<br />

3 770 Beschäftigte. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich<br />

um 29 % auf 55,5 Mio. EUR. Der<br />

Umsatzanstieg wurde auch von<br />

der Kupferpreisentwicklung beeinflusst,<br />

denn der Preis eines<br />

Kabels wird tagesaktuell auf Basis<br />

des Kupferkurses berechnet. Das<br />

dadurch beeinflusste Plus lag bei<br />

rund 5 %. Besonders stark sei der<br />

Anstieg im Hauptmarkt Europa<br />

mit 15,8 % gewesen. Die Steigerungen in Asien betrugen zwar<br />

12,9 %, dennoch erklärte das Unternehmen, vor allem dort<br />

noch stärker wachsen zu wollen. Als wichtigstes Zukunftsthema<br />

wird die digitale Transformation gesehen. Auch für das<br />

Geschäftsjahr 2017/<strong>2018</strong> geht die Gruppe von weiterem<br />

Wachstum in allen Regionen aus, vor allem durch die steigende<br />

Nachfrage nach industriellen Datenübertragungssystemen.<br />

www.lappkabel.de


SZENE<br />

Neue Gerätegeneration für Industrie 4.0<br />

Der Industriekamerahersteller IDS ist mit einem zweistelligen Wachstum beim Auftragseingang ins neue<br />

Jahr gestartet. Besonders stark wachse der Umsatz derzeit in Asien und Nordamerika, berichtet das<br />

Unternehmen. Im Laufe des ersten Halbjahres werde die Auslieferung der millionsten Kamera erwartet.<br />

Der Firmensitz in Obersulm wird bis 2019 mit einem Technologiezentrum weiter ausgebaut. Mit<br />

einer neuen Gerätegeneration von Vision-App-basierten Sensoren und Kameras sollen neue<br />

Geschäftsfelder erschlossen werden. Der IDS NXT vegas ermöglicht und unterstützt vernetzte<br />

Anwendungen der Industrie 4.0. Weitere smarte Produktneuheiten innerhalb der IDS-NXT- Plattform<br />

sind für dieses Jahr geplant. Aber auch für das 3D-Vision-Segment und das Portfolio klassischer Industriekameras<br />

stehen Neuheiten an. Das Unternehmen unterstützt außerdem die Nachhaltigkeitsinitiative Blue<br />

Competence des VDMA und wurde kürzlich als „Familienbewusstes Unternehmen“ ausgezeichnet.<br />

www.ids-imaging.de<br />

Mobile Industrial Robots verdreifacht Umsatz im Jahr 2017<br />

Mobile Industrial Robots (MiR) hat 2017 einen Umsatz von 10 Mio. EUR erwirtschaftet und hat seinen<br />

Umsatz im zum Vorjahr verdreifacht. Das Wachstum im vergangenen Jahr sei vor allem Aufträgen aus<br />

dem Ausland zu verdanken, berichtete Geschäftsführer Thomas Visti. Wichtigste Märkte waren demnach<br />

die USA, aus denen 25 % aller Aufträge erteilt wurden, gefolgt von Deutschland mit 20 % und<br />

China mit 15 %. Der Hauptsitz in Odense wird derzeit auf die doppelte Größe ausgebaut. Die Zahl der<br />

Mitarbeiter wuchs im vergangenen Jahr von 27 auf 60, in diesem Jahr soll es weitere 50 Neueinstellungen<br />

geben, die Eröffnung eines deutschen Büros ist ebenfalls geplant.<br />

www.mir-robots.com<br />

THE SMART<br />

CONNECTION<br />

ORDER<br />

PROCESSING<br />

PACKAGING<br />

PRODUCTION<br />

QUALITY<br />

ASSURANCE<br />

TRACEABILITY<br />

Mit Herz und Verstand begleiten wir Sie durch die vierte industrielle Revolution. Und bieten Ihnen ganzheitliche innovative<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen. Alle Daten vom Sensor bis zur Steuerungsebene durchgängig intelligent zu vernetzen<br />

steigert Ihre Wettbewerbsfähigkeit. Denn Transparenz, Flexibilität und hohe Effizienz sind für Industrie 4.0 entscheidend.<br />

Besuchen Sie uns auf der Hannover Messe, 23. – 27. April <strong>2018</strong>, Halle 9, Stand F53 oder unter www.balluff.com


SZENE I INTERVIEW<br />

In der Welt der<br />

Technik zuhause<br />

Wie Anwender aus Industrie und Entwicklung intelligente<br />

Lösungen herstellerübergreifend verbinden können<br />

Mit über 1,2 Million Artikeln hat<br />

sich die Conrad-Gruppe vom<br />

Spezialversender für Elektronik-<br />

Bauteile zu einem der führenden<br />

Anbieter für Technik und Elektronik<br />

in Europa etabliert. Ein Marktplatz<br />

für Geschäftskunden unter<br />

anderem aus Industrie und<br />

Entwicklung, inkludiert namhafte<br />

Marken und Seller aus ganz Europa.<br />

Ergänzend bietet Conrad mit<br />

Conrad Connect eine Plattform für<br />

das Internet of Things, über die sich<br />

Dienste, Projekte und Geräte aus<br />

allen denkbaren Arbeits- und<br />

Lebensbereichen einbinden und<br />

verknüpfen lassen.<br />

Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke: Stellv. Chefredakteurin,<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

Mit einem Wachstum im B2B-Segment<br />

von 10 % in Europa (2017 vs. 2016)<br />

und einem Zuwachs von 5 % im Bereich der<br />

B2B-Kunden zählt Conrad Business Supplies<br />

zu den meistbesuchten Internet-Handelsplattformen<br />

in Deutschland. Das Produktportfolio<br />

könnte dabei vielseitiger nicht<br />

sein und reicht von Automatisierungskomponenten<br />

über Bauelemente, Elektromechanik,<br />

Computertechnik & Office bis hin<br />

zu eMobility-Lösungen, Produkte für Büro<br />

und Gebäude sowie Kabel & Leitungen und<br />

Messtechnik. Mit über 1,2 Million Artikeln<br />

für Businesskunden auf dem Marketplace<br />

conrad.biz, rund 750 000 Artikeln für Privatkunden<br />

im Online-Shop www.conrad.de und<br />

16 Millionen End- und Geschäftskunden ist<br />

das Familienunternehmen aus der Oberpfalz<br />

einer der führenden Anbieter für<br />

Technik und Elektronik. Im Bereich der<br />

Automatisierung stehen Systeme, Produkte<br />

und Lösungen aus allen denkbaren Bereichen<br />

zur Verfügung. Dazu zählen Elemente<br />

der Antriebstechnik, Steuerungen, Fernwartungssysteme,<br />

Industrie PCs, Mess- und<br />

Regelungstechnik, SPSen sowie Kabel, Gehäuse<br />

und Steckverbinder von namhaften<br />

Unternehmen und Marken. Viele Automatisierungsanbieter<br />

sind hier zu finden:<br />

Siemens, Phoenix Contact, Flir, Weidmüller,<br />

Rittal, Panasonic, Bernstein u.v.a.m. Die<br />

Entwicklung des Unternehmens hat sich in<br />

den letzten Jahren rasant entwickelt und<br />

damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange<br />

erreicht. Neue Projekte haben in den<br />

letzten Monaten Marktreife erreicht und<br />

eröffnen Unternehmen aus der Industrie<br />

„Mit jedem Gerät<br />

im Internet of Things<br />

steigt die Komplexität“<br />

neue Möglichkeiten in der Beschaffung von<br />

Komponenten und Systemen aus Elektronik<br />

und Technik.<br />

Themen der Zukunft<br />

Im Herbst 2017 präsentierte das Unternehmen<br />

seine Strategien und berichtete über<br />

den Nutzen einer neuen IoT-Plattform, den<br />

Unternehmen u. a. der Automatisierungsbranche<br />

daraus ziehen können. Zu den<br />

Top-Themen zählt hierbei der Marketplace<br />

conrad.biz, den Conrad Business Supplies<br />

weiterhin konsequent mit der Strategie des<br />

One-Stop-Shopping verfolgt. Das heißt mit<br />

einem einzigen Login – zeit- und ortsunabhängig<br />

– erhalten Nutzer einen einfachen<br />

Zugriff auf das gesamte Sortiment aller<br />

10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


INTERVIEW I SZENE<br />

Seller. Weiteres Thema ist E-Commerce.<br />

Hier wird die Online-Plattform kontinuierlich<br />

optimiert, bei Bewahrung der persönlichen<br />

Beziehungen zu Kunden. Im Bereich<br />

der elektronischen Kundenanbindung sorgen<br />

definierte Schnittstellen dafür, dass<br />

Verfügbarkeiten, Lagerbestände, Preise und<br />

Lieferzeiten in Echtzeit angezeigt werden.<br />

Dies eröffnet Kunden viele Erleichterungen<br />

wie Prozesskostenminimierung, Echtzeit-<br />

Datenmanagement, Transparenz und natürlich<br />

Zeitersparnis.<br />

Bauelemente, Elektromechanik,<br />

Kabel und Leitungen<br />

Conrad Business Supplies führt mit “Tru<br />

Components” Anfang September 2017 eine<br />

neue Marke speziell für aktive und passive<br />

Bauelemente sowie für Elektromechanik,<br />

Kabel und Leitungen ein. Dieses Produktspektrum<br />

erfüllt die hohen Anforderungen<br />

von professionellen Anwendern und richtet<br />

sich an Ingenieure, Forscher und Entwickler<br />

in Elektrobetrieben und an Hochschulen<br />

bis hin zu renommierten Unternehmern<br />

und Großeinkäufern aus den Bereichen<br />

Automotive, Anlagen-/Maschinenbau,<br />

Medizin, Informationstechnik<br />

uvm.<br />

Online-Plattform im<br />

Internet der Dinge<br />

Mit Conrad Connect bietet der<br />

Elektronikdistributor Conrad<br />

nun einen Online-Dienst an.<br />

Anwender können darüber<br />

ihre vernetzten Produkte hersteller<br />

übergreifend über eine<br />

Online-Plattform steuern und<br />

miteinander verknüpfen. In den<br />

letzten Monaten hat Conrad<br />

Connect bereits über 50 Systeme<br />

und 50 Hersteller auf der Plattform<br />

integriert. Und das ist eine ganze Menge,<br />

wenn man bedenkt, dass hinter diesen<br />

Herstellern tausende Produkte gelistet sind.<br />

Die Plattform befindet sich auf einer Meta-<br />

Ebene, das heißt der Distributor greift nicht<br />

in bestehende digitale Geschäftsmodelle<br />

der Hersteller ein, sondern verbindet sich<br />

nur mit den Accounts, den Server-Clouds<br />

der Hersteller. Damit findet das Netzwerken<br />

Immer mehr Hersteller beschäftigen<br />

sich mit Fragen zur Automatisierung:<br />

Wo und wie kann ich etwas<br />

automatisieren und in einer Cloud<br />

zur Verfügung stellen? Denn wir<br />

stehen vor der Herausforderung<br />

zunehmend mehr Produkte in ein<br />

Netzwerk einzubinden und die<br />

Komplexität beherrschbar zu<br />

machen.<br />

Stefan Fuchs,<br />

Vice President, Conrad<br />

Business Supplies<br />

in Hirschau<br />

quasi in einer Meta-Cloud statt. Wie Unternehmen<br />

diese Plattform nun nutzen können,<br />

welche Möglichkeiten sie eröffnet und für<br />

wen sie sich eignet – darüber sprechen<br />

wir mit Andreas Bös, Senior Director der<br />

Conrad Connect GmbH.<br />

Fotos: Conrad Business Supplies<br />

www.conrad.biz<br />

„Wir verbinden Anwendungen über die Grenzen der Hersteller hinweg“ –<br />

ein Gespräch mit Andreas Bös über die IoT-Projektplattform Conrad Connect<br />

Herr Bös, mit Conrad Connect stellen<br />

Sie eine Plattform für das Internet of<br />

Things zur Verfügung, die es ermöglicht<br />

herstellerübergreifend Daten<br />

verschiedener Geräte an einem Punkt<br />

zu sammeln. Wie kann Ihre Lösung nun<br />

in der <strong>Automation</strong> eingesetzt werden?<br />

Über die Conrad Connect IoT-Plattform<br />

lassen sich intelligente Geräte und digitale<br />

Services miteinander verknüpfen, um<br />

komplexe Prozesse auf einfache Weise<br />

zu automatisieren. Egal ob Energiemanagement,<br />

Sicherheitstechnik oder<br />

Echtzeit-Asset-Monitoring – es lassen<br />

sich Geräte aus unterschiedlichen<br />

Anwendungsbereichen einbinden und<br />

kausal verknüpfen. Zu dem Portfolio<br />

der kompatiblen Produkte gehören<br />

dabei zahlreiche Marken, die herstellerunabhängig<br />

miteinander verbunden<br />

werden können, beispielsweise<br />

Honeywell, C-Control und LineMetrics.<br />

Welche Aufgaben im Umfeld der<br />

zunehmenden Vernetzung lösen Sie damit?<br />

Die Anzahl der intelligenten, mit dem<br />

Internet verknüpften Geräte steigt konti -<br />

nuierlich an. Um die daraus entstehenden<br />

Vorteile vollumfänglich nutzen zu können,<br />

müssen diese Geräte miteinander in<br />

Verbindung gebracht werden. Genau<br />

das leistet Conrad Connect. Die Plattform<br />

aggregiert die Daten unterschiedlicher<br />

Systeme und stellt komfortable Tools zur<br />

Visualisierung, Auswertung und Automatisierung<br />

zur Verfügung. Die Anwendungsgebiete<br />

sind vielfältig – von der Gebäudetechnik<br />

bis zur Steuerung, Überwachung<br />

und Optimierung aller Arten von Sensordaten<br />

aus dem betrieblichen Umfeld.<br />

An welche Zielgruppe richtet sich Ihre<br />

IoT-Plattform und ist sie für große als<br />

auch kleine Unternehmen sinnvoll?<br />

Conrad Connect ist eine sogenannte<br />

Meta-Cloud, die per API und einer standardisierten,<br />

sicheren Authentifizierung<br />

mit den herstellerspezifischen Clouds<br />

kommuniziert. Sind diese Grundvoraussetzungen<br />

gegeben, können unterschiedlichste<br />

Lösungen erstellt werden – sowohl<br />

für große als auch für kleine Unternehmen.<br />

Letztere profitieren umso mehr von der<br />

einfachen Handhabung, die keine<br />

Programmierung erfordert.<br />

Und hier können sich Interessenten<br />

registrieren und ihr IoT-Projekt starten:<br />

www.conradconnect.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 11


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Industrie 4.0-ready<br />

LIVE@<br />

Smart, multifunktional, effizient: Wie Sie den Durchfluss von leitfähigen Medien<br />

und gleichzeitig auch deren Prozesstemperatur erfassen können<br />

Messtechnische Geräte sollen im<br />

heutigen Prozessbetrieb nicht<br />

nur langzeitstabil sein, sondern<br />

auch exakte Ergebnisse liefern.<br />

Zudem müssen sie sich in geringe<br />

Bauräume integrieren lassen und<br />

wirtschaftlich in der Anschaffung<br />

sein. Wir stellen Ihnen ein smartes<br />

Durchflussmessgerät vor, das diesen<br />

Anforderungen gerecht wird und<br />

sich flexibel in alle Feldbus-Systeme<br />

integrieren lässt.<br />

Häufige Einsatzbereiche für magnetischinduktive<br />

Durchflussmessgeräte sind<br />

die Verbrauchsmessungen oder die Überwachung<br />

von Kühl-, Warm-, und Hilfswasserkreisläufen,<br />

aber auch die Steuerung von<br />

Spül- und Reinigungsflüssigkeiten in sogenannten<br />

Prozess-Skids. Während Hilfskreisläufe<br />

lange als messtechnisch weniger<br />

wichtig eingestuft wurden, ist auch in diesen<br />

Bereichen zunehmend der Wunsch nach<br />

Transparenz und Optimierung vorhanden.<br />

Beispielhaft sei hier der Medienverbrauch<br />

einzelner Maschinen und Anlagenteilen<br />

genannt, welche für eine genaue innerbetriebliche<br />

Abrechnung bekannt sein<br />

müssen. Auflagen und gesetzliche Vorschriften<br />

fordern ebenfalls zunehmend<br />

mehr Messpunkte auch in Nebenleitungen.<br />

Aus den beschriebenen Gründen hat in den<br />

letzten Jahren der Bedarf an Right-Tech-<br />

Produkten, also an Geräten die speziell<br />

für diese einfachen Einsatzbereiche<br />

konzipiert sind, stark<br />

zugenommen. Vor allem<br />

der Kostendruck im<br />

Anlagen- und Maschinenbau,<br />

aber auch die<br />

technologischen Möglichkeiten<br />

zur Vereinfachung und Miniaturisierung,<br />

bilden hierfür die Grundlage.<br />

Flexible Integration in alle<br />

gängigen Feldbus-Systeme<br />

Der neue Picomag von Endress+Hauser ist<br />

genau für diese Einsatzbereiche konzipiert.<br />

Er erfasst dabei nicht nur den Durchfluss<br />

von elektrisch leitfähigen Medien, sondern<br />

gleichzeitig auch deren Prozesstemperatur.<br />

Der Durchfluss kann dabei bidirektional,<br />

also in beide Richtungen, erfasst werden.<br />

Mithilfe der kostenlosen SmartBlue App<br />

von Endress+Hauser können Anwender das<br />

Durchflussmessgerät komfortabel via Bluetooth<br />

in Betrieb nehmen. Auch die nahtlose<br />

Systemintegration mittels IO-Link-Technologie<br />

ermöglicht die einfache Übertragung<br />

von Mess- und Diagnosewerten in übergeordnete<br />

Steuerungskomponenten. Damit ist<br />

Picomag voll und ganz Industrie 4.0-ready.<br />

Zu den genannten Möglichkeiten können<br />

Patrick Klank ist Fachverantwortlicher der<br />

Durchflussmesstechnik bei der Endress+Hauser<br />

Messtechnik GmbH+Co. KG in Weil am Rhein


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Die intuitive SmartBlue App ermöglicht ein einfaches und schnelles<br />

Navigieren durch die Geräte- und Diagnosefunktionen<br />

Vorteile im Überblick<br />

• Zeitgleiche Durchfluss- und Temperaturmessung,<br />

sodass weniger Messstellen notwendig sind<br />

• Komfortable Konfiguration selbst an schwer<br />

zugänglichen Stellen via Bluetooth-Verbindung<br />

• Intuitive SmartBlue App macht Anleitung überflüssig<br />

• Messaktivitäten werden übersichtlich visualisiert<br />

• Flexible Integration in alle Feldbus-Systeme (IO-Link)<br />

• Kompakt für beengte Platzverhältnisse, zum Beispiel<br />

Skids – Aufnehmer und Umformer in einem Gehäuse<br />

alternativ auch konventionelle Signaltechniken<br />

wie Stromausgänge (4 - 20 mA), Puls-/<br />

Schaltausgang, Spannungsausgang (2 - 10 V)<br />

sowie Schalteingänge genutzt werden.<br />

Platzsparend im Einsatz, robust<br />

in der Anwendung<br />

Dank seiner Kompaktheit kann Picomag<br />

auch bei engsten Raumverhältnissen problemlos<br />

in alle Rohrleitungen bis 50 mm (2")<br />

Durchmesser eingebaut werden. Die Größen<br />

reichen von Rohrnennweiten DN15 bis zu<br />

DN50. Als Prozessanschluss ist standardmäßig<br />

ein G-Außengewinde vorhanden.<br />

Zusätzlich stehen verschiedene Prozessanschlussadapter<br />

wie Innengewinde (G),<br />

Außengewinde (R, NPT), Tri-Clamp und<br />

Victaulic zur Verfügung. Ebenso sind mittels<br />

Erdungsschellen Einbauten in Kunststoffleitungen<br />

problemlos möglich.<br />

Die hohe Wiederholbarkeit von ± 0,2 % v. E.<br />

bei der Durchflussmessung und von ± 0,5 °C<br />

bei der Temperaturmessung ermöglicht den<br />

Einsatz in Regelungen und Steuerungen,<br />

aber auch den Einsatz in Verbrauchsmessungen<br />

und Monitoring-Anwendungen.<br />

Der Einsatzbereich umfasst Durchflüsse bis<br />

maximal 750 l/min, Prozesstemperaturen<br />

zwischen - 10 bis + 70 °C und Prozessdrücke<br />

bis 16 bar. Das robuste, in rostfreiem Stahl<br />

gefertigte Gehäuse (IP65/67) ist in zwei<br />

Bauformen lieferbar. Links: DN15 (½"),<br />

DN20 (¾"), DN25 (1"); rechts: DN50 (2").<br />

Übersichtlich visualisiert<br />

in jeder Lage<br />

Auf dem großen bedienerfreundlichen<br />

Farbdisplay lassen sich Durchfluss, Temperatur<br />

und Summenzähler schnell und einfach<br />

ablesen. Während des Messbetriebs<br />

auftretende Fehler, zum Beispiel eine Teilrohrfüllung<br />

oder Temperaturüberschreitung,<br />

werden durch Diagnosesymbole gemäß<br />

Namur-Empfehlung NE 107 sofort angezeigt.<br />

Je nach Einbaulage (horizontal,<br />

vertikal) dreht sich das Anzeigenfeld zudem<br />

automatisch, sodass eine optimale Ablesbarkeit<br />

jederzeit gewährleistet ist. Und<br />

nicht zuletzt können durch einfaches Klopfen<br />

auf die Gehäuseoberfläche Konfigurationsparameter<br />

sofort abgerufen und kontrolliert<br />

werden. Sollte der Anwender die<br />

Bluetooth-Schnittstelle beabsichtigt oder<br />

unbeabsichtigt deaktivieren, kann über diese<br />

Klopfsteuerung Bluetooth bei Bedarf schnell<br />

und einfach wieder aktiviert werden, ganz<br />

ohne aufwändige Bedientools.<br />

Intuitives Bedienen im Feld<br />

Der neue Picomag ist speziell für Hilfskreisläufe<br />

mit Wasser oder wasserähnlichen<br />

Medien konzipiert. Versorgungsleitungen<br />

verlaufen häufig an schwer zugänglichen<br />

Stellen unter der Decke oder<br />

tief unten in Kühl- oder Heizkreisläufen<br />

von Behältern. Mit der Bluetooth-Verbindung<br />

ist eine drahtlose Konfiguration oder<br />

Datenabfrage selbst an schwer zugänglichen<br />

Messstellen bis zehn Meter Entfernung<br />

mittels Smartphone oder Tablet möglich.<br />

Die SmartBlue App von Endress+Hauser<br />

erlaubt dem Benutzer dabei ein einfaches<br />

und schnelles Navigieren durch alle Geräteund<br />

Diagnosefunktionen. Mit der Smart<br />

Blue App können neben dem Picomag<br />

Durchflussmessgerät auch die neuen Füllstandsmessgeräte<br />

Micopilot FMR10/20<br />

bedient werden. Damit setzt das Unternehmen<br />

Endress+Hauser weiter auf das<br />

Thema Einheitlichkeit und Einfachheit für<br />

das gesamte Messgeräteportfolio. Verfügbar<br />

ist die SmartBlue App kostenlos zum<br />

Downlod in den jeweiligen App-Stores für<br />

Android und iOS.<br />

Optimale Systemintegration<br />

mithilfe IO-Link<br />

Das Gerät verfügt über zwei flexible Ein-/<br />

Ausgänge die in unterschiedlichen Kombinationen<br />

konfiguriert werden können. Zur<br />

Auswahl stehen Stromausgänge (4 - 20 mA),<br />

Puls-/Schaltausgang, Spannungsausgang<br />

(2 - 10 V), IO-Link und Schalteingänge (beispielsweise<br />

für das Rücksetzen des Summenzählers).<br />

Die flexible Konfiguration ermöglicht<br />

vor allem auch in der Lagerhaltung<br />

im Ersatzteilwesen eine einfache Planung<br />

und einen hohen Standardisierungsgrad.<br />

Die aufwändige Lagerung verschiedenster<br />

Ersatzgeräte mit unterschiedlicher Ausgangskonfiguration<br />

entfällt.<br />

Als weiteres Highlight bietet Picomag<br />

die digitale Datenübertragung zu Prozessleitsystemen<br />

mittels IO-Link-Technologie.<br />

Dieser seit zehn Jahren etablierte Kommunikationsstandard<br />

ist mit allen gängigen<br />

Feldbussystemen kombinierbar und bietet<br />

so höchste Flexibilität bei der Installation in<br />

bestehende Anlageninfrastrukturen. Zum<br />

Dank seiner Kompaktheit findet der Picomag auch<br />

unter engsten Raumverhältnissen seinen Platz.<br />

Beispiel kann der Picomag über die I/O-<br />

Link Schnittstelle und einen entsprechenden<br />

IO-Link Master in ein übergeordnetes<br />

Profinet-Netzwerk eingebunden werden.<br />

Dies erlaubt Benutzern umfassenden Datenzugriff<br />

von der Schaltwarte bis auf den<br />

Sensor.<br />

Weitere Vorteile der IO-Link-Technologie<br />

sind die automatische Übertragung von<br />

Parametern nach einem Gerätetausch sowie<br />

der geringe Verkabelungsaufwand gegenüber<br />

herkömmlicher Verdrahtung. Ein ungeschirmtes<br />

3-adriges Standardkabel zwischen<br />

Sensor und IO-Link Master reicht<br />

aus, und das bei einer Entfernung von bis zu<br />

20 m. Ebenso ist eine Offline-Parametrierung<br />

des Durchflussmessgeräts möglich,<br />

sodass eine Inbetriebnahme schnell und<br />

einfach erfolgen kann.<br />

Fotos: Schmuckbild Fotolia, sonstige Endress+Hauser<br />

www.de.endress.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 13


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Smarte Lösungen<br />

LIVE@<br />

Die Bedeutung von Drucksensoren im Internet of Things<br />

Drucksensoren erfassen den<br />

Füllstand in Chemiefässern und<br />

bilden das Bindeglied zu<br />

Anwendungen des Internet of Things<br />

01 Hochgenaue<br />

Niveau-Transmitter<br />

der Serie 36XW 2<br />

erlauben die Messung von<br />

Drücken auch über große<br />

Temperaturbereiche<br />

02 Datenfernübertragungseinheit<br />

und Datenlogger<br />

GSM-2 in einem System<br />

Die Erfassung, Speicherung und<br />

Verarbeitung von Daten zählen zu<br />

den größten Herausforderungen im<br />

Internet of Things (IoT). Eine<br />

wesentliche Rolle hierbei spielen<br />

Sensoren, die in der Lage sind<br />

Zustände zu erfassen und Aktionen<br />

auszuführen. Sie bereiten den Weg<br />

in Richtung intelligente Systeme.<br />

Wir zeigen Ihnen am Beispiel von<br />

Drucksensoren, wie moderne<br />

IoT-Lösungen aussehen können und<br />

worauf es ankommt.<br />

Das Internet der Dinge (IoT) begegnet<br />

uns mittlerweile in unzähligen Bereichen.<br />

Es macht unser Leben komfortabler, egal ob<br />

zuhause oder unterwegs, beim Musik hören<br />

oder in der Vernetzung von Geräten des<br />

täglichen Gebrauchs. Die von Amazon entwickelte<br />

Software Alexa beispielsweise<br />

spielt auf einen Sprachbefehl hin die gewünschte<br />

Musik und stellt Informationen<br />

zum aktuellen Titel bereit. Sind mit dem<br />

Kraftfahrzeug unterwegs, beantwortet uns<br />

die Sprachsteuerung Siri ortungsbezogene<br />

Fragen. Organisiert sich ein Unternehmen<br />

mit automatischen, Personen-unabhängigen<br />

Prozessen ist die Rede von ‚Smart Factory‘<br />

oder ‚Industrie 4.0‘. Weitere verwandte<br />

Begriffe lauten ‚Smart Energy‘, ‚Smart Mobility‘<br />

oder ‚Smart Health‘. Unabhängig vom<br />

Bereich, überall ist der Sensor der wichtigste<br />

Datenlieferant und somit das Herzstück<br />

des IoT-Prozesses. Verschiedene Sensoren,<br />

angebracht an einem Objekt, werden dazu<br />

vernetzt und an lokale und globale Kommunikationsnetze<br />

angeschlossen. Der letzte<br />

Schritt des Prozesses ist die Analyse der<br />

Daten auf vernetzten Computern oder in<br />

einer Cloud.<br />

IoT-Prozesse sind sehr individuell und<br />

entwickeln sich stetig weiter. Keller hat zusammen<br />

mit internationalen Unternehmen<br />

bereits viele „smarte“, kundenspezifische<br />

Gesamtlösungen in diversen Branchen und<br />

Anwendungsgebieten entwickelt. Wir zeigen<br />

im Folgenden zukunftsfähige Beispiele, wie<br />

ein IoT-Prozess gelöst werden kann.<br />

Vernetzte Biertanks<br />

in Gastronomiebetrieben<br />

Eine Pegelmessung mit Fernübertragungseinheit<br />

ist nicht nur für die Gefahrenerkennung<br />

sehr sinnvoll, sondern auch für andere<br />

Pegel- oder Füllstandsanwendungen. Bei-<br />

spielsweise in einer Gastwirtschaft, in der<br />

ein leer werdender Biertank die Gefahrenzone<br />

darstellt. In dieser Anwendung arbeiten<br />

im Herzen der Lösung zwei Drucksensoren,<br />

die den Flüssigkeitsstand im Tank messen<br />

und mit der Fernübertragungseinheit<br />

GSM 2, Mobilfunknetz und Internet eine<br />

Warnmeldung an die Brauerei per E-Mail<br />

senden. Bei der Brauerei wird damit ein<br />

automatischer Bestellvorschlag an den Wirt<br />

ausgelöst, sodass dieser die Nachbestellung<br />

nur noch bestätigen muss. Diese automatisierte,<br />

„smarte“ M2M-Lösung (Machineto-Machine)<br />

reduziert unrentable „Notfallfahrten“<br />

am Wochenende, optimiert<br />

Transporttouren und vermeidet fehlerhafte<br />

Bestellerfassungen.<br />

Automatisierte Füllstandsüberwachung<br />

von Flüssigkeiten<br />

Neben Wasser und Getränken sind Brennstoffe<br />

weitere Flüssigkeiten, die sich ideal<br />

für die Verwaltung mit automatisierten,<br />

„smarten“ Prozessen eignen. Die Fernüberwachung<br />

der Füllstände bei Heizöl-, Dieselund<br />

Benzintanks ist für Mineralölkonzerne<br />

wie auch für Tankstellenbesitzer und Immobilienverwalter<br />

eine große Unterstützung.<br />

Keller entwickelte dazu in Zusammenarbeit<br />

mit einem Schweizer Mineralöllieferanten<br />

das Fernüberwachungssystem ‚EasyOil‘.<br />

14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


Aufsatz mit<br />

Fernübertragungseinheit<br />

Drucksensor 1<br />

im Innenraum<br />

Drucksensor 2<br />

im Innenraum<br />

03 Explosive Medien:<br />

zwei Drucksensoren<br />

ermitteln den Füllstand<br />

über eine Differenzdruck-<br />

Messung zwischen<br />

Fassdeckel und Fassboden<br />

HYGIENIC<br />

DESIGN.<br />

DERPMS<br />

AUSEDEL-<br />

STAHL.<br />

Der Bestellprozess entspricht demselben<br />

wie in oben beschriebenem Beispiel der<br />

Biertanks. Der Druck bzw. der Ölstand wird<br />

an der untersten Stelle des Tanks gemessen,<br />

entsprechend der Tankform der aktuelle<br />

Inhalt in Liter berechnet und die Daten via<br />

GSM übermittelt. Eine Besonderheit dieser<br />

Anwendung ist die kundenspezifische Software.<br />

Sie enthält neben den gängigen Daten<br />

wie Füllstand, Verbrauchs- und Bestellhistorie<br />

zusätzlich Ölpreise, die zweimal<br />

täglich aktualisiert werden. Diese kombinierten<br />

Informationen ermöglichen einen<br />

optimierten Bestellprozess, denn so können<br />

Vorräte dann angelegt werden, wenn der<br />

Ölpreis niedrig oder der Tankwagen gerade<br />

in der Nähe ist.<br />

Da an Tankstellen die Gefahr besteht,<br />

dass ein elektrischer Funke die gashaltige<br />

Atmosphäre explodieren lässt, kommt hier<br />

die Fernübertragungseinheit GSM-3 zum<br />

Einsatz. Der Drucktransmitter ist dementsprechend<br />

eigensicher konzipiert.<br />

Überwachung von explosiven<br />

Inhalten<br />

Explosionsgefahr ist auch ein wichtiges<br />

Thema in der chemischen Industrie. Die zu<br />

lagernden Chemiefässer sind in der Regel<br />

mit unterschiedlichsten explosiven und<br />

gesundheitsschädlichen Inhalten gefüllt.<br />

Dieser Füllstand wird in den meisten Fällen<br />

weder gemessen noch außerhalb des Fasses<br />

optisch angezeigt. Der Einbau medienverträglicher<br />

Schwimmer liefert zwar Informationen,<br />

reicht jedoch nicht aus, um<br />

einen sicheren Transport zu garantieren<br />

und die Tankinhalte während des Transportes<br />

kontinuierlich zu kontrollieren.<br />

Wird zusätzlich zum Füllstand der Innendruck<br />

gemessen, lässt sich kontrollieren,<br />

ob das Fass ordnungsgemäß verschlossen<br />

ist, während des Transportes geöffnet wurde<br />

und ob es übermäßigen Beschleunigungen<br />

ausgesetzt wurde.<br />

Zum Einsatz kommen daher zwei Drucksensoren.<br />

Da das Fass unter Druck steht,<br />

wird der Differenzdruck zwischen dem<br />

Fassdeckel und dem Fassboden ermittelt,<br />

womit der Pegel berechnet werden kann.<br />

Keller hat eine Lösung mitentwickelt, die<br />

den Tank in seiner ursprünglichen Form<br />

belässt. Dazu wurden im Innenbereich des<br />

Fasses zwei kompakte Druckaufnehmer der<br />

Serie 7 LD eingebaut, die neben den oben<br />

genannten Vorteilen zusätzlich eine Information<br />

über die Temperatur im Fass liefern,<br />

die zusätzlich als Parameter hinzugezogen<br />

werden kann. Schließlich übermittelt eine<br />

Fernübertragungseinheit die aufgezeichneten<br />

Daten. Die Anbindung an das Internet<br />

of Things stellt noch weitere Informationen<br />

zur Verfügung, beispielsweise über den<br />

Standort des Fasses.<br />

Diese Beispiele sind nur ein Auszug aus<br />

den unzähligen Möglichkeiten, die uns das<br />

Internet der Dinge bringt. „Smarte“ Lösungen,<br />

die helfen das Leben sicherer und<br />

komfortabler zu machen, Prozesse zu optimieren<br />

sowie Informationen in Echtzeit<br />

bereitzustellen. Die Wege dahin sind sehr<br />

individuell, aber sie beginnen nahezu alle<br />

bei einem Objekt und einem Sensor.<br />

Bilder: Aufmacher Shutterstock, 04 Avia Osterwalder<br />

St. Gallen, sonstige Keller<br />

www.keller-druck.com<br />

Video zum Beitrag<br />

Was haben geflutete Straßen, Bierknappheit<br />

und eine unbefahrbare Brücke gemeinsam?<br />

Wie funktioniert das Internet<br />

der Dinge? Was hat die Keller AG für Druckmesstechnik<br />

damit zu tun? Mehr unter:<br />

https://youtu.be/8k5AHb2f-Ec<br />

PMS<br />

Besuchen<br />

Sie uns auf der<br />

Hannover Messe.<br />

Halle 9,<br />

Stand H34<br />

Der neue Ultraschallsensor pms aus<br />

Edelstahl ist mit seinem intelligenten<br />

Hygienic Design prädestiniert für anspruchsvolle<br />

Aufgaben inder Lebensmittel- und<br />

Pharmaindustrie.<br />

+ 4Tastweiten:<br />

von 20–1.300 mm<br />

+ 3Ausgangsstufen: Push-Pull-Schaltausgang<br />

mit IO-Link oder Analogausgang<br />

+ 2Gehäusevarianten: D12-Adapterschaft<br />

und D12-Bajonettverschluss<br />

microsonic.de/pms<br />

23.–27. April <strong>2018</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Blick ins Detail<br />

Vielseitig einsetzbar, langlebig und robust –<br />

das sind kapazitive Sensoren<br />

Das Zählen von Gegenständen,<br />

Behältern oder Verpackungen<br />

sind typische Anwendungen<br />

von kapazitiven Sensoren<br />

Kapazitive Sensoren erlauben<br />

hochpräzise Messungen und sind<br />

prädestiniert für die Erkennung<br />

metallischer und nichtmetallischer<br />

Objekte jeglicher Art, selbst<br />

hochtransparente Flüssigkeiten.<br />

Lesen sie, was diese Technologie<br />

so besonders macht, wie vielseitig<br />

sie ist und wie ihre Vorteile<br />

bestmöglich zum Einsatz kommen.<br />

Christian Fiebach ist Geschäftsführer bei der<br />

ipf electronic gmbh in Lüdenscheid<br />

gungskraft bzw. arbeiten berührungslos<br />

und weisen kein Kontaktprellen auf.<br />

Sie sind daher verschleißfrei, müssen<br />

nicht gewartet werden und haben eine von<br />

der Schalthäufigkeit unabhängige Lebensdauer.<br />

Bündiger und nichtbündiger<br />

Einbau kapazitiver Sensoren<br />

Eingeteilt werden kapazitive Sensoren nach<br />

ihrer Einbauart, wobei man zwischen einem<br />

bündigen und nichtbündigen Einbau unterscheidet.<br />

Bei einem bündigen Einbau<br />

kann der Sensor bis zur aktiven Fläche in<br />

ein Metall oder ein anderes potenziell beeinflussendes<br />

Material integriert werden,<br />

ohne dass sich seine Eigenschaften verändern.<br />

Bei nichtbündig einbaubaren Näherungsschaltern<br />

muss eine Freizone um das<br />

Gerät vorgesehen werden, die bei allen<br />

Sensoren auch zum gegenüberliegenden<br />

Material einzuhalten ist. Sowohl bei bündig<br />

als auch nichtbündig einbaubaren kapazitiven<br />

Näherungsschaltern sind die für die<br />

Geräte angegebenen Abstände einzuhalten,<br />

um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten.<br />

Einfluss der Dielektrizitätskonstante<br />

auf die Detektion<br />

Der materialspezifische Reduktionsfaktor<br />

eines kapazitiven Sensors ist abhängig von<br />

der relativen Dielektrizitätskonstante für<br />

01 Die kapazitiven Näherungsschalter sind<br />

auch in speziellen Ausführungen verfügbar,<br />

zum Beispiel mit einem Teflongehäuse (oben)<br />

Die aktive Fläche eines kapazitiven Näherungsschalters<br />

besteht aus zwei konzentrisch<br />

angeordneten metallischen Elektroden<br />

(aufgeklappter Plattenkondensator).<br />

Nähert sich ein metallisches oder nichtmetallisches<br />

Objekt der aktiven Fläche, verändert<br />

es das elektrische Feld vor den Elektroden.<br />

Über eine Auswerteschaltung wird<br />

diese Veränderung in ein Schaltsignal umgesetzt.<br />

Mit solchen Geräten direkt ansteuerbar<br />

sind Elektronik-Schaltungen, SPS,<br />

Relais und Schütze. Durch ihren Aufbau erfordern<br />

kapazitive Sensoren keine Betätiein<br />

bestimmtes Material. Sie beschreibt die<br />

Durchlässigkeit eines Materials für elektrische<br />

Felder. In der Regel erfassen kapazitive<br />

Näherungsschalter Produkte, wenn die<br />

relative Dielektrizitätskonstante > 1,5 ist,<br />

wobei die Konstante von mehreren Faktoren<br />

abhängig ist, z. B. der Temperatur. Daher<br />

sind die Angaben zu bestimmten Produkten<br />

als exemplarisch zu betrachten.<br />

Die größten Schaltabstände erreichen<br />

kapazitive Sensoren bei ferromagnetischen<br />

Materialien (Stahl, Eisen) und Wasser. Bei<br />

anderen Werkstoffen ist der erzielbare<br />

Schaltabstand geringer. Beschrieben wird<br />

der Werkstoffeinfluss auf den Schaltab -<br />

stand durch materialspezifische Reduktions -<br />

fak toren. Hierbei gilt: Materialabhängiger<br />

Schaltabstand = Nennschaltabstand × Reduktionsfaktor<br />

für den jeweiligen Werkstoff.<br />

Der Nennschaltabstand ist eine Kenngröße<br />

zur Eingruppierung der Sensoren und berücksichtigt<br />

keine Exemplarstreuungen sowie<br />

äußere Einflüsse wie Temperatur- oder<br />

16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Spannungsschwankungen. Beim Nennschaltabstand<br />

wird der Abstand angegeben, bei<br />

dem die Normmessplatte, die sich der aktiven<br />

Fläche des Sensors nähert, eine Zustandsänderung<br />

des Schaltausgangs bewirkt. Die<br />

geerdete, quadratische Normmessplatte<br />

besteht aus Stahl FE360, ist 1 mm dick und<br />

verfügt über eine geglättete Oberfläche. Die<br />

Kantenlänge der Platte entspricht dem<br />

Durchmesser der aktiven Fläche eines kapazitiven<br />

Näherungsschalters.<br />

Auswirkungen von Umgebungseinflüssen<br />

und Wahl des Sensors<br />

Die maximale Schaltfrequenz von kapazitiven<br />

Sensoren gibt die höchstzulässige<br />

Anzahl von Impulsen pro Sekunde bei einem<br />

konstanten Impuls-Pausen-Verhältnis von<br />

1:2 und halbem Nennschaltabstand an.<br />

Diese Schaltfrequenz wird ebenfalls mit<br />

einer Standardnormmessplatte bestimmt.<br />

Die maximal möglichen Schaltvorgänge pro<br />

Sekunde setzen der Schaltfrequenz somit<br />

Grenzen. Bei der Wahl des Sensors muss<br />

daher ein Kompromiss zwischen seiner<br />

Größe und der Schaltfrequenz gemacht<br />

werden.<br />

Einstellen lässt sich der Schaltabstand<br />

von kapazitiven Sensoren zumeist über ein<br />

Potentiometer. Sind die Umgebungseinflüsse<br />

konstant, ist eine Einstellung der Reichweite<br />

bzw. Empfindlichkeit bis zum angegebenen<br />

Maximalwert möglich. Dieser Wert darf<br />

jedoch nicht bei schwankenden Umgebungseinflüssen<br />

ausgeschöpft werden, da<br />

sich z. B. Temperatur und Schwankungen<br />

der Versorgungsspannung auf das Ansprechverhalten<br />

auswirken und bei Maximalwerteinstellung<br />

zu Fehlfunktionen des<br />

Gerätes führen können. Die in kapazitiven<br />

Sensoren integrierte Schalthysterese verhindert<br />

ein Hin- und Herkippen des Schaltausgangs,<br />

wenn sich ein Objekt an der<br />

Grenze des Erfassungsbereichs befindet<br />

und mechanischen Vibrationen unterliegt.<br />

02 Kapazitive Sensoren weisen einen Normschaltabstand von 0,8 bis 120 mm auf<br />

Sensoren auf die jeweilige<br />

Anwendung abstimmen<br />

Das Positionieren oder Zählen von Gegenständen,<br />

Behältern oder Verpackungen sind<br />

typische Anwendungen von kapazitiven<br />

Sensoren für den bündigen Einbau. Auch<br />

zur Füllstandabfrage von pastösen, festen<br />

sowie flüssigen Medien lassen sie sich verwenden.<br />

Selbst für die Abfrage von Füllständen<br />

durch Behälterwandungen hindurch<br />

eignen sich Lösungen für den bündigen<br />

Einbau. Allerdings dürfen die Wandungen<br />

nicht zu dick sein und nur aus nichtmetallischen<br />

Materialien bestehen. Hinzu kommt,<br />

dass hierbei die Dielektrizitätskonstante<br />

des zu erfassenden Mediums um zirka<br />

Faktor 5 größer sein muss. Der Einsatz von<br />

kapazitiven Sensoren für den nichtbündigen<br />

Einbau empfiehlt sich dann, wenn<br />

ein Medium mit der aktiven Fläche in Berührung<br />

kommt, z.B. bei der Füllstanderfassung<br />

von Schüttgütern, Pasten oder<br />

Flüssigkeiten. Allgemein formuliert, haben<br />

kapazitive Näherungsschalter den Vorteil,<br />

dass sie auf alle Materialien sehr gut reagieren<br />

und somit sehr vielseitig einsetzbar sind.<br />

Das Angebot an kapazitiven Näherungsschaltern<br />

mit Normschaltabstand (Schaltabstände<br />

von 0,8 bis 120 mm) von IPF­<br />

Electronic erstreckt sich über Baugrößen<br />

von 6,5 bis 100 mm. Die Sensoren sind mit<br />

und ohne Gewinde sowie als quaderförmige<br />

Lösungen ausgeführt. Die für den bündigen<br />

wie nichtbündigen Einbau geeigneten Geräte<br />

haben eine aktive Fläche aus Kunststoff und<br />

sind für einen Temperaturbereich von - 25<br />

bis + 70 °C geeignet.<br />

Robust und variantenreich<br />

Gerätelösungen für spezielle Umgebungsbedingungen<br />

verfügen neben einem erweiterten<br />

Temperaturbereich von - 25 bis + 80 °C<br />

beispielsweise über eine hohe Dichtigkeit<br />

und sind laugen- oder säurebeständig.<br />

Die kapazitiven Näherungsschalter sind in<br />

Baugrößen von 4 bis 35 mm sowie mit und<br />

ohne Gewinde erhältlich. Die Schaltabstände<br />

der bündig und nichtbündig einbaubaren<br />

Varianten reichen von 2 bis 40 mm.<br />

Die aktive Fläche besteht aus Kunststoff<br />

oder Teflon. Zudem stehen Ausführungen<br />

mit Teflongehäuse und Entwicklungen für<br />

die Schlauch- oder Rohrmontage zur Verfügung.<br />

Fotos: Schmuckbild Fotolia, sonstige ipf electronic<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 17


SENSORIK UND MESSTECHNIK I REPORTAGE<br />

Wurst, Käse, Milch…<br />

LIVE@<br />

Individuelle Messtechnik sorgt für Prozesssicherheit bei Viessmann-Kühlmöbeln<br />

Messtechnik von der Stange ist<br />

nicht in allen Anwendungsfällen<br />

die optimale Lösung. Daher setzt<br />

die Firma Viessmann Kühlsysteme<br />

GmbH aus Hof bei Entwicklungsund<br />

Produkttests für Kühlmöbel<br />

auf individuelle Messschränke<br />

von Delphin Technology – damit<br />

der Verbraucher seine frischen<br />

Lebensmittel in perfekt gekühltem<br />

Zustand bekommt.<br />

Dipl.-Ing. (FH) Dirk Schaar,<br />

Chefredakteur INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

In den Supermärkten sind die Kühltheken<br />

und -regale voll mit Wurst, Käse und Milch<br />

und anderen frischen Lebensmitteln. Die<br />

Auswahl ist meist riesig – mehrere Kühleinheiten<br />

sind meterweise aneinandergereiht.<br />

Hier findet der Kunde alles, was er<br />

an Frischeprodukten benötigt – schnell,<br />

übersichtlich und im möglichst perfekten<br />

Zustand.<br />

Aber wie wird die Ware eigentlich so<br />

frisch gehalten und wie wird garantiert,<br />

dass die richtigen Temperaturen im Kühlsystem<br />

vorherrschen? Das kann man bei<br />

einem Besuch der Viessmann Kühlsysteme<br />

GmbH im bayrischen Hof erfahren. Das<br />

Unternehmen, das zum 1917 gegründeten<br />

Familienunternehmen Viessmann gehört,<br />

ist heute europäischer Marktführer sowie<br />

Haupthersteller von temperaturkontrollierten<br />

Kühlräumen und Kühlaggregaten für<br />

Handel und Industrie. Über 500 Mitarbeiter<br />

stellen höchst effiziente und innovative<br />

Produkte her, die den hohen Standards in<br />

Gastronomie und Hotellerie sowie der Lebensmittelproduktion<br />

und -verarbeitung<br />

gerecht werden.<br />

Definierte Prüfnormen<br />

„Wir stellen an unseren Standorten in<br />

Deutschland (Hof/Bayern) und Finnland<br />

(Porvoo) qualitativ hochwertige temperaturgesteuerte<br />

Kühlräume und Kühlmöbel<br />

her. Dabei legen wir, neben der optimalen<br />

Warenpräsentation des Kunden, stets den<br />

Fokus auf Energieeffizienz, umweltfreundliches<br />

Handeln und natürlich auf absolute<br />

Prozesssicherheit beim Kühlen“, erklärt Florian<br />

Erfurth, Leiter Labore F&E bei Viessmann<br />

Kühlsysteme in Hof. Um die Kühlmöbel<br />

ständig verbessern und optimieren<br />

zu können wurde im März 2016 damit begonnen,<br />

ein neues Labor zu installieren, in<br />

dem man nun seit Anfang 2017 in der Lage<br />

ist, umfangreiche Messungen durchzuführen.<br />

„Es handelt sich um so genannte Entwicklungs-<br />

oder Produkttests, bei denen eine<br />

Prüfung durchaus mal mehrere Wochen in<br />

Anspruch nehmen kann. Unser Fokus liegt<br />

dabei auf dem Abfahren verschiedener Systemzustände,<br />

bei denen die klimatischen<br />

Bedingungen entsprechend nach einer<br />

definierten Prüfnorm eingehalten werden<br />

18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


REPORTAGE I SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

müssen“, so Florian Erfurth. Die Errichtung der Test-Setups erfolgt<br />

dabei unter Berücksich tigung der gültigen Prüfnormen für Kühlmöbel,<br />

um den Anforderungen der Lebensmittelhygieneverordnung<br />

stets gerecht zu werden. Darin sind verschiedene Waren-Temperaturklassen<br />

definiert. Die Klasse M2 bedeutet zum Beispiel, dass die<br />

Ware überall im Kühlmöbel eine Temperatur zwischen -1°C und<br />

+7°C betragen muss. Andernfalls wäre das Kriterium dieser Klasse<br />

nicht erfüllt.<br />

„Wir messen dazu die Temperaturen an denen in der Norm<br />

definierten Stellen. Ist es dort über den Messzeitraum kalt genug,<br />

sind die hygienischen Bedingungen erfüllt. Wir messen aber auch,<br />

wie viel Kälteenergie das Möbel verbraucht, also wie hoch der<br />

Energieaufwand ist, um die Ware auf Temperatur zu bringen und<br />

ebenfalls die elektrische Leistungsaufnahme des Möbel, also elektrische<br />

Verbraucher wie Lüfter, Regelung, Magnetventile, die mit<br />

zur Gesamtbilanz beitragen“, erklärt York Felix Krause, Prüfingenieur<br />

bei Viessmann, den Vorgang. Aus den Ergebnissen<br />

werden entsprechende Kennwerte berechnet, so dass die Möbel<br />

vergleichbar für den Kunden bleiben.<br />

Alles aus einer Hand<br />

„Natürlich musste für den neuen Prüfstand auch die passende<br />

Messtechnik angeschafft werden. Dazu haben wir uns zunächst im<br />

eigenen Konzern umgeschaut - in Deutschland und bei unserer finnischen<br />

Tochter. Wir haben aber auch einen Blick in den Hauptsitz<br />

der Viessmann-Gruppe im hessischen Allendorf geworfen und sind<br />

dort schließlich fündig geworden. Die Kollegen setzen zur Prüfung<br />

ihrer Wärmepumpen Messtechnik der Firma Delphin Technology<br />

AG ein“, berichtet York Felix Krause über ie damalige Suche. So kam<br />

dann der Kontakt zum Messtechnik-Spezialisten aus Bergisch-<br />

Gladbach und zum Senior Sales Manager Dietmar Scheider zustande,<br />

der heute die gesamte Viessmann-Gruppe für Delphin betreut. Da<br />

Florian Erfurth und sein Team ebenfalls Kontakte zum Institut für<br />

Luft- und Kältetechnik gGmbH (ILK) in Dresden pflegen, hatte man<br />

sich auch dort nach entsprechender Messtechnik umgehört. Und<br />

auch in Dresden setzt man auf Technik aus dem Hause Delphin.<br />

„Nach intensiven und sehr konstruktiven Ge sprächen mit Herrn<br />

Scheider und seinen Kollegen und dem Finden der für uns optimal<br />

passenden Lösung haben wir uns dann schließlich für individuell<br />

auf unsere Bedürfnisse abgestimmte Messschränke entschieden.<br />

Für uns ausschlaggebend war, dass Delphin Technology sehr flexibel<br />

auf unsere Wünsche eingehen konnte. Viele Anbieter können zwar<br />

Messtechnik in Form von festen Modulen liefern, aber zur Gesamtlösung<br />

gehören auch noch ein Schaltschrank und die Verdrahtung<br />

des Gesamtsystems. Das hat uns der Messtechnik- Spezialist als<br />

individuelle Kundenlösung geliefert – alles aus einer Hand“, ist<br />

Florian Erfurth froh über die Entscheidung.<br />

Auf Industrie 4.0 vorbereitet<br />

01 Der Delphin-<br />

Messschrank wurde<br />

individuell auf die<br />

Applikation abgestimmt<br />

Aufgebaut wurden die vier Messschränke auf Basis von Delphin<br />

Expert Loggern mit Er weiterungsmodulen, also Datenloggern der<br />

neuesten Generation, die moderne Kom munikation mit ausgereifter<br />

Messtechnik verbinden. „Das FPGA basierte Expert Logger-Gerät ist<br />

besonders leistungsfähig und ermöglicht die Verarbeitung von bis zu<br />

46 analogen Eingangskanälen, sowohl bei niedrigen als auch bei<br />

hohen Abtastraten. Messwerte können so präzise erfasst, autark<br />

gespeichert und automatisch per USB, LAN, WLAN oder LTE ins<br />

Internet oder zum PC übertragen und ausgewertet werden“, erzählt<br />

Dietmar Scheider. Wegen der zunehmenden Etablierung von OPC<br />

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durchgängigen und funktionellen Gehäuseserie<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 19


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong> I REPORTAGE<br />

02 Blick ins Messbüro –<br />

hier laufen die Daten in der<br />

Software ProfiSignal zusammen<br />

UA bietet sich durch die Geräte auch in der<br />

Messwerterfassung, im Monitoring und in<br />

der Prüfstandsautomatisierung die Möglichkeit<br />

die eigene Anwendung fit für den offenen<br />

Datenaustausch zu machen. Es ist sowohl<br />

ein OPC UA-Server als auch ein Client implementiert.<br />

Ein bar rierefreier und einfacher<br />

Datenaustausch mit Sensoren oder Subsystemen<br />

die auch OPC UA unterstützen kann<br />

dadurch schnell realisiert werden. Die Expert<br />

Logger ver fügen aber neben OPC UA<br />

zusätzlich über Profibus, ModBus, CAN-Bus<br />

sowie serielle Schnittstellen für die Anbindung<br />

an die Sensor- und Feldebene. „Deren<br />

Konfiguration erfolgt mit Software bequem<br />

vom PC. Die Geräte-Konfiguration bleibt<br />

auch im spannungslosen Zustand erhalten.<br />

Konfigurationen können ausgelesen und auf<br />

dem PC gespeichert werden. Eine Änderung<br />

der Konfiguration ist auch ohne verbundenes<br />

Expert-Logger-Gerät offline möglich.<br />

Offline Konfigurationen werden dann einfach<br />

wieder in das Gerät eingespielt. Mit Expert<br />

Logger wird nicht die Konfiguration zur<br />

Hauptaufgabe, sondern die Anwender können<br />

sich voll auf die Messaufgabe konzentrieren“,<br />

erklärt Dietmar Scheider.<br />

Anschluss mit Flexibilität<br />

Die Anzahl der Messstellen in großen Möbeln<br />

(zum Beispiel bei 3,75 m Länge) belaufen<br />

sich auf knapp über 80, so dass auch<br />

entsprechend viele Kanäle vorgesehen<br />

werden mussten. Hier kann Florian Erfurth<br />

und sein Team jeden beliebigen Sensor<br />

direkt anschließen. Über die Kodierung in<br />

der Anschlusstechnik wird bestimmt, um<br />

welchen Sensortyp es sich handelt. Kommt<br />

zum Beispiel ein Zweidrahttransmitter als<br />

Drucksensor zum Einsatz, ist dieser am<br />

Stecker schon so elektrisch verdrahtet,<br />

dass sich der Anwender keine Gedanken<br />

mehr machen muss. Wird aber ein Dreidrahttransmitter<br />

mit einem 0-10-V-Signal<br />

benötigt, ist der Stecker anders kontaktet.<br />

„Einmal gemacht, muss man in der Software<br />

nur noch von Milliampere auf Spannung<br />

umschalten und alles funktioniert<br />

reibungslos. Einfacher geht es nicht“, sagt<br />

Dietmar Scheider stolz. Die individuelle<br />

Anschlusstechnik hilft Viessmann vor<br />

allem, die Flexibilität im neuen Labor zu<br />

erhalten.<br />

Getestet werden bei der Viessmann Kühlsysteme<br />

GmbH in Hof bis zu drei Möbel in<br />

einem Raum – lückenlos über 24 Stunden.<br />

Insgesamt stehen zwei Klimaräume zur<br />

Verfügung, so dass maximal sechs Möbel<br />

parallel getestet werden könnten. Da das<br />

aber äußerst selten vorkommt, hat man sich<br />

in der ersten Ausbaustufe auf vier Messeinheiten<br />

beschränkt. Alle Messschränke verfügen<br />

über einen Netzwerkanschluss, so dass<br />

sie in das interne Viessmann-Firmennetz<br />

eingebunden werden konnten. „Das hat<br />

den Charme, dass wir uns von all unseren<br />

Standorten aus über die Software Profi-<br />

Signal von Delphin die Messdaten anzeigen<br />

lassen können. Selbst ein Netzwerkausfall<br />

würde unserer Arbeit nicht schaden, denn<br />

über die Logger-Funktion speichern wir<br />

die in Gerät berechneten Werte ab und<br />

können jederzeit wieder darauf zu greifen“,<br />

so Florian Erfurth über die Funktionen.<br />

Weitere Anbindung<br />

Beim Prüfstand handelt es sich um eine<br />

komplexe Anlagentechnik, die drei Verbundanlagen,<br />

Wärmepumpen, Pufferspeicher,<br />

Klimageräte, Be- und Entfeuchtung,<br />

03 Chefredakteur Dirk Schaar inspiziert<br />

die Messstellen<br />

Stellklappen und Kühler auf dem Dach steuert.<br />

Diese Funktionen übernimmt die SPS<br />

des Anlagenbauers. Um einen lückenlosen<br />

Austausch mit der Delphin-Software zu ermög<br />

lichen, kommt eine definierte Modbus-<br />

Schnittstelle zum Einsatz, so dass kein zusätzlicher<br />

Hardware-Aufwand nötig ist.<br />

Eine weitere Anbindung der Messtechnik<br />

besteht an die Kältemittel-Stoffdatenbank<br />

des ILK. „Diese haben wir in Lizenz<br />

mit angeboten. Über ein Tool, welches online<br />

auf die Datenbank zugreift, fließen die<br />

benötigten Stoffdaten direkt mit in die<br />

Berechnungen ein. Der konventionelle<br />

Ansatz würde viel mehr Aufwand bedeuten,<br />

weil viele Arbeiten händisch über<br />

Tabellen kalkulationen und zahlreiche Berechnungen<br />

ausgewertet werden müssten.<br />

Das spart Zeit und Geld“, weiß Dietmar<br />

Scheider.<br />

Ebenfalls an Bord der Messtechnik befindet<br />

sich bereits ProfiSignal Klicks. Mit dieser<br />

Version ist es Technikern und Ingenieuren<br />

möglich, unabhängig von Spezialisten, ihre<br />

Anwendungen selbst erstellen zu können<br />

und die Pflege – just in time – selbst ohne<br />

großen Aufwand zu erledigen. „Im Moment<br />

nutzen wir nur die Basis Variante der Software,<br />

aber wir haben, wie auch mit der<br />

gesamten Lösung von Delphin, noch sehr<br />

viel Potenzial für zukünftige Aufgaben.<br />

Daher war es die richtige Entscheidung, uns<br />

für Delphin zu entscheiden“, resümiert<br />

Florian Erfurth.<br />

Der Kunde des Supermarktes kann also<br />

gemütlich und ausgiebig sein Frühstück genießen.<br />

Die Wurst, der Käse oder auch die<br />

Milch, die er eingekauft hat, entsprechen<br />

seinen Vorstellungen von Frische und Hygiene.<br />

Dafür, dass im Kühlregal immer die<br />

notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen<br />

Temperaturen herrschen, dafür sorgt<br />

zum Beispiel die Firma Viessmann in Hof.<br />

Das Traditionsunternehmen liefert dafür<br />

die optimale Kühltechnik und Delphin<br />

Technology die flexible und moderne Messtechnik.<br />

So kann der Verbraucher genüsslich<br />

in sein Brot beißen.<br />

www.delphin.de<br />

20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


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Sensordaten sind der Rohstoff für Produktionsanlagen der Generation<br />

Industrie 4.0. Die Erfassung der Messdaten und deren Weiterverarbeitung<br />

und Übertragung an übergeordnete Steuerungen, läuft immer schneller ab.<br />

Um den Ansprüchen an „Messtechnik 4.0“ gerecht zu werden, haben<br />

die Hersteller ihre Produkte weiter optimiert:<br />

HBM beispielsweise stellt die ganze Messkette für die<br />

Digitalisierung der Fertigung zur Verfügung. Als neueste<br />

Innovation hat der Messtechnik -Hersteller einen dynamischen<br />

Messverstärker entwickelt, der die Sensorsignale nicht nur<br />

störsicher verstärkt und zur Steuerung transportiert, sondern<br />

Messwerte auch gleich vorverrechnet und zusammenfasst<br />

– und damit die übergeordneten Steuerungen entlastet.<br />

Wie HBM dieser Technologiesprung gelungen ist und mit<br />

welchen Features Anwender überzeugt werden sollen,<br />

lesen Sie auf unserer Homepage.<br />

NEUGIERIG?<br />

HIER LESEN<br />

SIE DEN<br />

VOLLSTÄNDIGEN<br />

ARTIKEL:<br />

www.industrielle-automation.<br />

net/HBM1/


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Brandfrüherkennung per App<br />

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Dias Infrared hat sein Brandfrüherkennungssystem<br />

Pyroview FDS mit einer App ergänzt. Im Störungsfall<br />

kann über sie aus der Ferne sofort auf das System<br />

zugegriffen werden, und die Verantwortlichen<br />

können sich ein Bild von der Lage machen. Das<br />

Brandfrüh erkennungssystem ist mit hochsensiblen Infrarotkameras<br />

ausgestattet, die Umgebungstemperaturen kontinuierlich<br />

messen und<br />

Alarm ereignisse<br />

sofort der Feuerwehr<br />

melden. Die App<br />

liefert Live-Bilder<br />

der Infrarot-Kameras,<br />

Panorama-Ansichten,<br />

Übersichtsbilder<br />

und aktuelle Status-<br />

Informationen<br />

wie Alarme oder<br />

Störungen. Außerdem kann das System mit der App ferngesteuert<br />

werden. Über sie kann etwa der Schwenk-Neige-Kopf, auf dem die<br />

Kamera montiert ist, angesteuert werden, um bestimmte Flächen<br />

näher zu betrachten. Das System kommt zum Beispiel dort zum<br />

Einsatz, wo Papier, Abfälle oder<br />

Brennstoffe gelagert werden,<br />

aber auch in Wäldern oder<br />

Tunneln. Die App gibt es<br />

zurzeit für Android-Geräte,<br />

eine iOS-Variante soll folgen.<br />

www.dias-infrared.de<br />

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mit erweitertem Einsatzbereich. Sie ermöglicht neben<br />

der digitalen Anbindung über Feldbusse wie Profibus<br />

DP/PA, Foundation Fieldbus, Modbus oder Hart/Wire -<br />

less Hart auch Ethernet-basierte Kommunikation via Profinet,<br />

EtherNet/IP und Wlan. Die Multiparametersensoren wie Promass<br />

und Promag erzeugen neben den Durchfluss-Messwerten zusätzliche<br />

Prozessparameter und Geräte- und Prozessdiagnosedaten.<br />

Das hygienische Design ist 3A-konform und EHEDG-zertifiziert.<br />

Die integrierte, kontinuierliche Geräteprüfung überprüft permanent<br />

die Messgeräte direkt in der Rohrleitung. Alle Prüfungen<br />

mit Heartbeat Diagnose, Verifikation oder Monitoring werden<br />

referenziert und automatisch<br />

gespeichert. Bis zu acht Prüfungen<br />

können nacheinander<br />

hinterlegt werden. Die Verarbeitung<br />

des HBSI-Parameters<br />

als Feature der Monitoringfunktion<br />

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Ein Miniatur-Messring zur sicheren Überwachung von<br />

Scherkräften ist der Paceline CSW von HBM. Einsatzgebiete für<br />

den piezoelektrischen Sensor sind die Kraftüberwachung von<br />

spanabhebenden Prozessen wie Schneiden, Fräsen und Drehen.<br />

Zudem kann der Kraftmessring in einen mehrachsigen Sensor<br />

umgebaut werden. Er misst im montierten und eingemessenen<br />

Zustand Scherkräfte in Kabelrichtung. Mit 3 bis 5 mm Bauhöhe<br />

ist er platzsparend und hat die gleichen Abmessungen wie Typ<br />

Paceline CLP zur Messung von Normalkräften. In Kombination<br />

mit den CLP-Kraftmessringen sowie verschiedenen Montagerichtungen<br />

von mindestens zwei CSW-Messringen lassen sich Messsysteme<br />

aufbauen und die Kräfte in verschiedenen Richtungen<br />

gleichzeitig messen. Die Messringe haben ein fest angeschlossenes<br />

Kabel, bestehen aus rostfreien Materialien und erreichen<br />

Schutzart IP65. Sie sind in Nennkräften<br />

von 1 bis 8 kN verfügbar.<br />

Zusätzliche Isolationsscheiben sind<br />

durch die galvanische Trennung<br />

nicht nötig.<br />

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Mit einem Gehäusedurchmesser von 10,5 mm ist das<br />

SMT-Multiturnpotentiometer von Megatron für Applikationen mit<br />

beengtem Bauraum konzipiert. Es eignet sich z. B. als Sollwertgeber<br />

in dicht gepackten Frontplatten oder als Miniatur-Winkelsensor im<br />

Apparatebau. Es bietet eine feine Justierung für drei, fünf oder zehn<br />

Umdrehungen und liefert Auflösungen bis 0,5°. Durch die Wahl des<br />

Drehwinkels wird die Geschwindigkeit der Wertänderung bzw. die<br />

Feinfühligkeit der Drehbewegung beeinflusst. Die Werte werden<br />

wahlweise als Spannungssignal über ein Display oder über einen<br />

Multiturn-Drehknopf mit Skala angezeigt.<br />

www.megatron.de<br />

22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong><br />

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Shuttlewechsel im Betrieb<br />

Shuntbasiertes Messsystem für Formel E<br />

Als Technologiepartner der (FIA) hat Isabellenhütte das shuntbasierte<br />

Messsystem IVT-F für die Formel-E-Rennsportserie<br />

entwickelt. Das System ist in den Rennwagen für die Messung des<br />

Lade- und Entladevolumens der Batterieaggregate verantwortlich.<br />

Diese erzielen hohe Energiedichten, bei denen hohe Spannungen<br />

angelegt werden. Das Messsystem hat elementare physische<br />

und technologische Rahmenbedingungen zu erfüllen. Das aus<br />

widerstandsfähigen Spezialmaterialien konstruierte System verfügt<br />

über einen sehr niedrigen Temperaturkoeffizienten, der vor Fehlfunktionen<br />

schützt. Bis + 105 °C Betriebstemperatur gewährleistet<br />

das System exakte Messergebnisse. Um die Sicherheitsanforderungen<br />

zu erfüllen, überwacht ein<br />

Microcontroller den Sensorstatus. Ein<br />

AD-Converter sorgt für eine präzise<br />

Transformation des Spannungsabfalles<br />

in digitale Signale. Von den<br />

Erkenntnissen aus dem Rennsport<br />

sollen zukünftige Serienprodukte<br />

profitieren.<br />

www.isabellenhuette.de<br />

Druckschalter für große elektrische Lasten<br />

LIVE@<br />

Wika hat seine Druckschalter-<br />

Familie um ein Heavy-Duty-Gerät<br />

für den Maschinenbau erweitert.<br />

Der Typ PSM-520 kann elektrische<br />

Lasten bis zu AC 230 V/10 A<br />

schalten. Das robuste Gerät ist insbesondere<br />

für den Einsatz im Bereich Pumpen und Kompressoren<br />

konzipiert. Der Schaltpunkt lässt sich vor Ort individuell<br />

einstellen, eine Schutzkappe verhindert eine unbeabsichtigte<br />

Änderung. Erhältlich ist der Druckschalter mit Einstellbereichen<br />

von - 0,4…+ 7 bar bis 6…30 bar. Er arbeitet mit einer<br />

Nichtwiederholbarkeit des Schaltpunkts von ≤ 2 % der Spanne.<br />

Absolute Gestaltungsfreiheit<br />

Hochgeschwindigkeitsweiche<br />

ACOPOStrak<br />

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in der Produktion<br />

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Datenanalyse- und Grafik-Software<br />

mit mehr als 75 neuen Features<br />

Mit dem neuen Release von Origin and OriginPro <strong>2018</strong> bringt<br />

OriginLab eine um viele Funktionen und Verbesserungen<br />

erweiterte Software heraus. Über mehr als 75 neue Features,<br />

Apps und Verbesserungen erwarten<br />

den Anwender. Dazu zählen die Zell -<br />

formelunterstützung in Origin-Arbeitsblättern,<br />

neue Diagrammtypen sowie<br />

ein erweiterter Dialog für die Anpassung<br />

von Grafiklegenden, Unterstützung von<br />

Referenzlinien in Diagrammen mit<br />

individuellen Formeln oder statistischen Funktionen. Arbeitserleichternd<br />

sind auch Popup-Bilder beim Mouse-Over von Zellen,<br />

die Bilder oder Diagramme beinhalten, und die Unterstützung von<br />

Bilddarstellungen im zusammenfassendem Bericht bei der Stapelverarbeitung.<br />

Ein Unicode-Support ermöglicht darüber hinaus<br />

einen unkomplizierten Austausch von Origin-Dateien mit Kollegen<br />

weltweit (21-Tage-Testversion unter: http://bit.ly/2GxvFX5).<br />

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Einsatz in rauen Umgebungen<br />

Temperatur- und Dehnungsprofile<br />

in Sub-Millimeterauflösung<br />

Schnelle und zuverlässige Gasmessung ist<br />

im industriellen Umfeld enorm wichtig. Die<br />

Geräte-Serie Pac von Dräger misst deshalb<br />

schnell, präzise und zuverlässig. Verfügbar<br />

sind personenbezogene Eingas-Messgeräte,<br />

die neben den Standard-Gasen Kohlenmonoxid<br />

(CO), Schwefelwasserstoff (H 2<br />

S), Schwefeldioxid<br />

(SO 2<br />

) und Sauerstoff (O 2<br />

) auch Sondergase wie<br />

Ozon und Phosgen detektieren. Insgesamt<br />

stehen Anwendern 18 langlebige Sensoren für bis zu 33 Gase<br />

zur Verfügung. Die Sensoren sind im Temperaturbereich von<br />

- 40 bis + 55 °C einsetzbar. Ein einfach zu wechselnder Membranfilter<br />

schützt den Sensor vor<br />

eindringenden Fremdkörpern<br />

wie Staub oder Flüssigkeiten.<br />

Das stoßfeste, chemikalienbeständige<br />

Gehäuse erfüllt die<br />

Anforderungen gemäß IP68.<br />

www.draeger.com<br />

Kameramodule mit MIPI<br />

CSI-2-Schnittstelle<br />

Anzeige<br />

Besser prüfen!<br />

Für die QS<br />

Prüf‐ und Lichtsysteme<br />

auch als Speziallösungen<br />

www.optometron.de<br />

Optometron.indd 1 14.03.<strong>2018</strong> 08:06:37<br />

LIVE@<br />

Polytec stellt das neue OD iSI 6100 System des US-<br />

Herstellers Luna Innovations vor. Der faseroptische<br />

Interrogator dient der Messung von Temperatur- und<br />

Dehnungsprofilen in Sub-Millimeterauflösung – über<br />

eine einzelne Standard-Glasfaser auf 50 m langen Messstrecken.<br />

Der Temperaturmessbereich reicht von - 40 bis + 300 °C,<br />

mit Spezialfasern auch darüber hinaus. Der Dehnungsmessbereich<br />

beträgt ± 12 000 Microstrain,<br />

die Messauflösung liegt<br />

bei 0,1 °C bzw. ± 1 Microstrain.<br />

Zudem stehen nun maximal<br />

acht Kanäle zur Verfügung, die<br />

hunderttausende Messpunkte<br />

aufnehmen. Das Auslesegerät<br />

ist industrietauglich ausgelegt<br />

und wird im 19"-Rack mit Linux-<br />

Laptop und 50 m robuster Zuleitung zwischen Fasersensor und<br />

Interrogator geliefert. Der modulare Aufbau ermöglicht eine<br />

High-Speed-Option für Ausleseraten bis 250 Hz. Die Einsatzbereiche<br />

reichen von Modell- und Simulationsvalidierung,<br />

Temperatur- und Lastüberwachungssystemen über die Entwicklung<br />

von Composite-Materialien bis hin zu Ermüdungstests und<br />

mechanischen Materialstruktur-Überwachungen.<br />

www.polytec.com<br />

Basler ergänzt die Dart-Kameraserie um Modelle mit BCON for<br />

MIPI-Schnittstelle. Dieses Produktkonzept verbindet die MIPI<br />

CSI-2-Schnittstelle aus der Embedded-Welt mit den Kamera-<br />

Standards und der Langzeitverfügbarkeit der Machine Vision<br />

Industrie. Diese Kameramodule nutzen den ISP ausgewählter<br />

Embedded Plattformen im Qualcomm Snapdragon Extended Life<br />

Produktportfolio voll aus auf einem Linux Open Embedded<br />

Betriebssystem (Linaro). Der Hersteller liefert nicht nur ein<br />

hochwertiges Kameramodul mit 5 Megapixel Auflösung und<br />

60 fps, sondern auch das passende Treiberpaket für die Steuerung<br />

des Sensors und die Bildaufnahme über die MIPI CSI-2-Schnittstelle.<br />

Zusätzlich wird ein Embedded Vision Development Kit,<br />

basierend auf einem DragonBoard von Arrow und einem<br />

96boards.org-kompatiblen Mezzanineboard für<br />

das Kameramodul zur Verfügung stehen,<br />

mit denen Anwender ihren Systemaufbau<br />

starten und testen können.<br />

www.baslerweb.com<br />

Überwachung von bis zu 64<br />

Thermoelementen<br />

Das Temperaturmessgerät TC-32 von Measurement Computing<br />

(MCC) eignet sich für Anwendungen zur Temperaturüberwachung<br />

in Laboratorien, Lager-, Produktions- oder Serverräumen.<br />

An das Gerät können über Mini-Thermobuchsen bis zu<br />

32 Thermoelemente angeschlossen werden, zusammen mit der<br />

Erweiterungseinheit TC-32-EXP sogar bis zu 64. Es bietet eine<br />

24-Bit-Auflösung für präzise Messdaten, digitale Ausgänge für<br />

Temperaturalarme, Anschluss über USB und Ethernet sowie eine<br />

breite Software-Unterstützung. Zudem beinhaltet das zur Installation<br />

im 19"-Rack geeignete Messgerät 32 analoge Differenzeingänge<br />

für die Temperaturerfassung mit einer Abtastrate von bis zu<br />

3 S/s pro Kanal, acht digitale Inputs und 32 digitale Outputs.<br />

www.mccdaq.de<br />

Messverfahren<br />

Festelektrolyt-Potentiometrie<br />

NDIR-Sensoren<br />

Wärmeleitfähigkeit<br />

Elektrochemische Sensoren<br />

Keidel-Zellen<br />

Gasanalytik für die Prozessmesstechnik<br />

www.zirox.de<br />

ZIROX Sensoren und Elektronik GmbH | Am Koppelberg 21 | 17489 Greifswald | Tel.: +49(0)3834-83 09 00 | Fax: +49(0)3834-83 09 29 | E-Mail: info@zirox.de<br />

Zirox.indd 1 22.09.2017 11:05:04<br />

24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Exakt im Hoch -<br />

temperaturbereich<br />

Universell einsetzbare<br />

Temperatur-Sensoren bietet<br />

die Reihe Game Changer, die<br />

Exergen Global in Kooperation<br />

mit Novus <strong>Automation</strong><br />

entwickelt hat. Sie bestehen<br />

aus Infrarot-Sensoren der<br />

Baureihen IRt/c und micro<br />

IRt/c von Exergen und<br />

Temperaturreglern vom Typ<br />

Novus N1030IR. Im Temperaturbereich<br />

zwischen 0 und<br />

200 °C arbeiten sie mit<br />

Genauigkeiten von 1 % bei<br />

einer Wiederholgenauigkeit<br />

von 0,01 %. Sie sind vielseitig<br />

Beleuchtungslösungen mit integrierter Steuerung<br />

LIVE@<br />

Smart Vision Lights stellt eine Reihe von leistungsstarken LED-Modellen mit integrierter<br />

Multi-Drive-Technologie vor. Mit der neuartigen Funktion lassen sich die Beleuchtungen<br />

direkt von der Kamera aus ansteuern, was den Einsatz einer zusätzlichen Beleuchtungssteuerung<br />

überflüssig macht. Die Beleuchtungen erlauben sowohl Dauerbetrieb als auch<br />

Overdrive-Blitzbetrieb. Für Dauerbetrieb steht eine analoge 0 - 10-V-Steuerleitung zur<br />

Verfügung, die dem Anwender die vollständige Kontrolle der Lichtintensität und damit die optimale<br />

Anpassung an seine Applikation ermöglicht. Ein weiterer Vorteil: Die Steuerung schützt die LEDs vor<br />

vorzeitiger Alterung oder Ausfall durch Überhitzung. Sowohl die Miniatur-Modelle<br />

als auch die LXE300-Beleuchtungsserie sind in verschiedenen Lichtfarben erhältlich.<br />

Dank ihrer M12-Industriestecker und IP65-Schutzgehäuse sind die Beleuchtungen<br />

perfekt für den Einsatz in rauer Industrieumgebung gerüstet.<br />

www.stemmer-imaging.de<br />

einsetzbar, z. B. in der Textiloder<br />

Kunststoffindustrie, in<br />

der Medizin oder in der<br />

Nahrungsmittelproduktion.<br />

Passt immer.<br />

CX-Serie – über 80 Modelle bis 20 Megapixel in 29 × 29mm.<br />

www.exergenglobal.com<br />

Berührungslos und<br />

manipulationssicher<br />

Control <strong>2018</strong>, Stuttgart<br />

24. –27.4.18, Halle 3<br />

Stand 3509<br />

Der transpondercodierte<br />

Sicherheitssensor BID R03K<br />

wurde für Überwachungsaufgaben<br />

an Schutztüren oder<br />

-klappen konzipiert. Er identifiziert<br />

den passiven<br />

RFID-Transponder eindeutig<br />

und stellt damit hohe<br />

Codierungsstufen und damit<br />

einen hohen Manipulationsschutz<br />

sicher. Mit seinem<br />

großen Ansprechbereich ist<br />

er unempfindlich gegenüber<br />

Vibrationen und mechanischem<br />

Spiel an der Schutzeinrichtung,<br />

auch wenn Türen sich<br />

setzen oder ungenau geführt<br />

sind. Per standardisierter<br />

M12-Anschlusstechnik lässt<br />

er sich an verschiedene<br />

Sicherheitseinrichtungen<br />

anschließen. Die integrierte<br />

sichere Auswerteelektronik<br />

erlaubt den Einsatz in<br />

Applikationen bis PLe<br />

beziehungsweise SIL 3.<br />

Mit den Kameras der CX-Serie haben Sie für jede Ihrer<br />

Anwendungen immer das passende Werkzeug griffbereit:<br />

von VGA bis 20 Megapixel und 891 Bilder/s<br />

sowie Global oder Rolling Shutter Sensoren.<br />

Welches Modell passt zu Ihrer Anwendung?<br />

www.baumer.com/cameras/CX<br />

www.balluff.com<br />

Baumer.indd 1 20.03.<strong>2018</strong> 07:33:26<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 25


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Intelligenter testen<br />

LIVE@<br />

Die aktuelle Systemdesignsoftware Labview von NI,<br />

Labview NXG, bietet Schlüsselfunktionen für die<br />

Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung auto -<br />

matisierter Mess- und<br />

Prüfsysteme. Dazu zählt<br />

WebVI, mit dem sich<br />

webbasierte Benutzeroberflächen<br />

für Geräte<br />

ohne Plugins oder<br />

Installationsprogramme<br />

erstellen lassen. Der<br />

Systemdesigner ermöglicht eine schnellere Hardwarekonfiguration<br />

durch das Erkennen angeschlossener Hardware, die Anzeige<br />

installierter Treiber und die direkte Verknüpfung mit verfügbaren<br />

Messgerätetreibern. Die Hardwareunterstützung wurde auf<br />

tausende Stand-alone-Messgeräte und die modulare PXI-Messgeräteplattform<br />

erweitert. Zudem ist eine objektorientierte<br />

Programmierung möglich und kann mit der Testmanagementsoftware<br />

Teststand integriert<br />

werden. Einige Funktionen, zum<br />

Beispiel das WebVI, lassen sich<br />

mit bestehenden Labview-<br />

Anwendungen nutzen, ohne<br />

umfassender Modifizierung.<br />

www.ni.com<br />

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Für die QS<br />

Prüf‐ und Lichtsysteme<br />

auch als Speziallösungen<br />

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Erweiterung der Schnittstellen für<br />

Motorfeedback-Kits<br />

Posital hat das Schnittstellenangebot für seine Kit-Encoder<br />

erweitert und setzt dabei erneut auf ein nicht-proprietäres<br />

Open-Source-Kommunikationsprotokoll. Die magnetischen<br />

Einbau- und Positionsgeber-Kits mit einer elektronischen<br />

Auflösung von 17 Bit sind mit Biss-Line-Interface verfügbar. Sie<br />

schließen beim Motorfeedback die Lücke zwischen einfachen<br />

Resolvern und aufwändigeren optischen Drehgebern. Sie machen<br />

den Weg frei für die Umsetzung der Einkabeltechnik. Wahlweise<br />

steht eine 4-Draht-basierte Lösung mit getrennter Kommunikation<br />

und Versorgung oder eine kombinierte 2-Draht-basierte<br />

Variante bei gleichem Protokoll zur Verfügung. Vorteilhaft ist<br />

der Einkabel-Ansatz vor allem in kleineren Motoren.<br />

Zu den Besonderheiten der Biss-Line-Schnittstelle<br />

gehört die Implementierung der Forward<br />

Error Correction-Funktion, die<br />

eine hohe Verfügbarkeit<br />

der Datenkommunikation<br />

auch bei gestörten<br />

und minderwertigen<br />

Kabel- und Steckerverbindungen<br />

ermöglicht.<br />

www.posital.de;<br />

www.biss-interface.com<br />

Optometron.indd 1 14.03.<strong>2018</strong> 08:06:37<br />

Punktgenaue Lasersensoren zur Detektion kleinster Objekte und Lücken<br />

Die Miniatur-Lasersensoren O300 mit IO-Link von Baumer detektieren kleinste Objekte und Lücken. Mit dem<br />

auf 0,1 mm fokussierten Laserstrahl und einer Wiederholgenauigkeit von 0,1 mm können Objekte präzise positioniert<br />

und Folgeprozesse exakt gesteuert werden. Durch eine Ansprechzeit von weniger als 0,1 ms detektiert der<br />

Sensor eng beieinander liegende Objekte zuverlässig. Durch die exakte Ausrichtung des Laserstrahls per Design<br />

auf die Befestigungslöcher, qTarget, wird eine punktgenaue Detektion über die Serie ermöglicht. Das drucktastenlose<br />

Teachverfahren qTeach sorgt für eine komfortable Inbetriebnahme und Bedienung. Eines der fünf wählbaren<br />

Sensorprinzipien ist Smartreflect. Mit ihm lassen sich spiegelnde Objekte von 0,5 mm Grösse detektieren.<br />

www.baumer.com<br />

SIKA TP Premium – die schnellsten<br />

Temperaturkalibratoren der Welt<br />

Effizientes Arbeiten<br />

Zeitersparnis bis zu 50%<br />

Einfache Bedienung<br />

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Überzeugen Sie sich selbst und besuchen Sie uns<br />

auf der Control in Stuttgart - Halle 7, Stand 7512<br />

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26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Robuste und genaue Neigungssensoren<br />

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Für spezielle Anforderungen<br />

in der Neigungsmessung,<br />

Nivellierung<br />

und Neigungsüberwachung<br />

bietet Althen<br />

Sensoren und Komplettsysteme an.<br />

Die Neigungssensoren NM, NSS und NSZ sind für die<br />

Über wachung und Prüfung vorgesehen, z. B. von Hebebühnen,<br />

Nivellierungsaufgaben, Baumaschinen oder Bauwerken. Die<br />

Messsysteme bestehen aus einem berührungslosen Sensor mit<br />

Auswerteelektronik und messen in Bereichen von ± 3 bis ± 60°<br />

bzw. 0 bis 90° mit einer Genauigkeit bis ± 0,1°. Für Ex-Bereiche<br />

ist der NM1-2L-420-Atex zertifiziert. Dieser wird z. B. in der Abwassertechnik<br />

eingesetzt. Die Jewell-Neigungssensoren Deep<br />

Water und Shallow Water sind ausgelegt für Einsätze in flachen<br />

Süß- und Salzwassergebieten, Offshore und für die Zustandsüberwachung<br />

von Brücken, Dämmen, Ölbohrplattformen oder<br />

Pipelines. Für Brückendurchhänge,<br />

Damm- und Bauüberwachung<br />

und andere geotech<br />

nische Präzisionsmessungen<br />

gibt es die 750-Black-<br />

Diamond-Serie von Jewell.<br />

www.althen.de<br />

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Innovative Temperaturmesstechnik<br />

im individuellen Kunststoffdesign<br />

JUMO plastoSENS T<br />

JUMO plastoSENS eröffnet Ihnen völlig<br />

neue Möglichkeiten:<br />

• geometrische Formfreiheit<br />

• frei wählbarer Sensortyp<br />

• hohe Isolations- und Vibrationsfestigkeit<br />

• für Temperaturbereiche von -50 bis +200 °C<br />

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Mehr Flexibilität bei Farbanwendungen<br />

Optometron.indd 1 14.03.<strong>2018</strong> 08:06:37<br />

Ein kompaktes Vision-System mit optionaler RGB-Beleuchtung<br />

bietet Eckelmann an. Das Kameragehäuse mit Beleuchtung für<br />

das E°SEE GigE Machine-Vision-System wurde von Rex Automatisierungstechnik<br />

entwickelt. Je nach Farbe des erfassten Objekts<br />

oder Elements kann die optimale Lichtfarbe gewählt werden, um<br />

den besten Kontrast zu erzielen und nicht relevante Elemente zu<br />

reduzieren. Farbtemperatur und Wellenlänge des LED-Beleuchtungsrings<br />

sind frei einstellbar. Das Vision-System ist optional<br />

auch mit zweistufiger LED-Beleuchtung erhältlich: mit rotem und<br />

weißem Licht. Für kontrastbasierte Vision-Algorithmen ist das<br />

System mit einer CMOS-Monochromkamera gerüstet. Optional ist<br />

die Kamera ebenfalls mit Farbsensor<br />

verfügbar, z. B. für eine Livebild-<br />

Darstellung in Echtfarben. Die<br />

Software E°SEE bietet einen Werkzeugkasten<br />

für viele Standardaufgaben der<br />

industriellen Bildverarbeitung.<br />

www.eckelmann.de<br />

Neugierig geworden?<br />

http://plastosens.jumo.info<br />

Besuchen Sie uns<br />

in Halle 11,<br />

auf Stand C28<br />

JUMO.indd 1 21.03.<strong>2018</strong> 15:27:47<br />

Sensor-2-Information für das IoT<br />

LIVE@<br />

Der IoT-Technologie-Stack Thinglyfied 2 von SSV<br />

enthält neben Bausteinen für Sensorsystem und<br />

Gateway sowie Funktechnologien auch Data Science-<br />

Funktionen für die Cloud. Diese basieren auf Statistikverfahren,<br />

die auch bei kleinen Datenbeständen zu<br />

werthaltigen Informationen führen. Ein Schwerpunkt ist dabei<br />

Informationsgewinnung aus Zeitreihendaten. Das neue Release<br />

bietet auch Machine-Learning-Bibliotheken aus der Python-Welt<br />

zur Informationsgewinnung aus Sensordaten. Abgerundet wird es<br />

durch ein systemweites IoT-Sicherheitskonzept.<br />

Safety Vibrationssensoren mit<br />

Sicherheits-Grenzwertschaltern<br />

CANopen Safety, CANopen, Analog<br />

www.twk.de<br />

www.ssv-embedded.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 27<br />

TWK.indd 1 15.03.<strong>2018</strong> 09:57:35


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

Bestens<br />

geschützt<br />

Energieführungen in Highspeed-<br />

Anwendungen der Robotik<br />

LIVE@<br />

Pick & Place-Anwendungen, Drucker und Handlingsysteme haben eines<br />

gemeinsam: hohe Taktzahlen und sehr hohe Dynamik. Energieführungs-<br />

Systeme sind daher meist durch Wellrohre geschützt, um Beschädigung<br />

und Ausfall vorzubeugen. Ein schwedischer Roboterhersteller hat sich<br />

hierfür eine besondere Lösung einfallen lassen.<br />

Chancen. Hier wären schnelle Wechsel nur<br />

kontraproduktiv.“ Vor diesem Hintergrund<br />

kam es zu einer regen partnerschaftlichen<br />

Zusammenarbeit für „e-rib“, den Igus-Wellrohrschutz<br />

für Wellschläuche verschiedener<br />

Fabrikate, der nun sein Können unter Beweis<br />

stellt.<br />

Der Maschinenbau hat in Schweden eine<br />

lange Tradition. Besonders gut stehen<br />

die Sterne gegenwärtig für die Automatisierungsbranche,<br />

die auf Erfolgskurs ist. So<br />

weitet die Wemo <strong>Automation</strong> AB aus dem<br />

schwedischen Värnamo und Reinheim in<br />

Deutschland ihr Geschäftsfeld aus. Im Jahr<br />

2015 hatte das Unternehmen den Zusammenschluss<br />

mit der deutschen Hahn <strong>Automation</strong><br />

bekannt gegeben. Wemo und Hahn<br />

expandieren und führen das Robotergeschäft<br />

zusammen. Während Hahn ein<br />

Produktportfolio größerer Roboter mit<br />

Schwerpunkt „Automotive“ anbietet, liegt<br />

bei Wemo die Kernkompetenz im Bereich<br />

kleinerer und mittelgroßer Roboter für die<br />

Kunststoffindustrie. Insgesamt sorgen nunmehr<br />

rund 100 Mitarbeiter für Roboter in<br />

höchstqualitativer Ausführung.<br />

Zu den Highlights des Handlingprogramms<br />

von Wemo zählen zum Beispiel die Linearroboter<br />

der „xDesign“-Baureihe. Sie stellen<br />

nach Herstellerangabe die perfekten Allrounder<br />

für die Entnahme unterschiedlichster<br />

Kunststoffteile dar und erfüllen höchste<br />

Flexibilitätsansprüche. Speziell zum Entnehmen<br />

von Verpackungsteilen dienen<br />

wiederum die sehr schnellen „sDesign“­<br />

Roboter“. Diese Highspeed-Handlinggeräte<br />

sind für höchste Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit<br />

optimiert. Sie gewährleisten<br />

eine Zykluszeit von weniger als 2,7 s.<br />

Rundum geschützte Leitungen<br />

Bei derartig hohen Geschwindigkeiten unterliegen<br />

auch die verbauten Zukaufteile<br />

hohen Belastungen. Im Falle der Leitungen<br />

und Leitungsführungen setzt Wemo auf die<br />

Produkte von Igus. Zu dem Kölner Unternehmen<br />

existieren mittlerweile langjährige<br />

Kontakte, so Olof Stahl, Director Technical<br />

Management bei Wemo: „Genau wie bei<br />

unseren internationalen Kunden, setzen<br />

wir auch bei unseren Zulieferern auf<br />

langfris tige Zusammenarbeit. Wenn die<br />

eingebauten Teile nicht stimmen, sprechen<br />

wir später mehr über Probleme als über<br />

Bewegte Anwendungen können<br />

Maschinenausfälle verursachen<br />

In vielen Robotern von Wemo werden die<br />

steckfertigen Igus Chainflex-Leitungen, die<br />

speziell für bewegte Anwendungen entwickelt<br />

wurden, aus Kostengründen in Wellrohren<br />

geführt, die sich preislich unter<br />

Energieführungsketten bewegen. Das Problem:<br />

Bei schnellen lateralen Bewegungen<br />

kommt es zu ungewollten seitlichen Ausschlägen<br />

des vertikal stehenden Wellschlauches.<br />

Im schlimmsten Fall führt dies<br />

dazu, dass der Wellschlauch bricht. Entweder<br />

durch Überdehnung oder dadurch,<br />

dass er sich in Teilen der Maschine verfängt.<br />

In der Folge werden häufig auch die im<br />

Schlauch verlegten Leitungen beschädigt,<br />

wodurch es zum Roboterausfall kommt.<br />

Olof Stahl erinnert sich: „Wir hatten mit<br />

einer Eigenentwicklung versucht, dieses<br />

Schwingen zu unterbinden. Metall am unteren<br />

Ende des Rohrs zusammen mit einem<br />

innenliegenden Glasfaser-Stift sollten hier<br />

helfen. Dies war jedoch sehr aufwändig und<br />

kostenintensiv in der Umsetzung.“<br />

28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

Konkurrenzfähige Hightech-Roboter<br />

Besonders positiv am Rohrschutz von Igus ist dessen unproblematische<br />

Montage: Die „e-rib“ wird einfach auf das Wellrohr geklipst<br />

und lässt sich auch leicht auf bestehende Systeme nachrüsten. Das<br />

Wellrohr ist dann so stabilisiert, dass er sich nur in einer Raumrichtung<br />

bewegen kann – seit liche Ausschläge werden stark minimiert.<br />

Die Führungselemente an den Seiten sorgen für eine größere freitragende<br />

Länge. Die verfügbaren Größen passen für die Rohr-Nennweiten<br />

23, 29, 36 und 48 mm. Mit der „e-rib“ hat Igus daher genau die<br />

richtige Lösung parat, um Wemo punktgenau zu unterstützen.<br />

Gerade die schnelle und unkomplizierte Montage spielt für Olof<br />

Stahl eine entscheidende Rolle für konkurrenzfähige Roboter:<br />

„Wenn es nur ums Geld geht, können wir nicht mit Billiganbietern<br />

aus beispielsweise Asien mithalten. Wir bei Wemo punkten mit<br />

hoher Qualität und großer Flexibilität. Zu unseren internationalen<br />

Kunden zählen viele kleine Firmen, die Hightech-Roboter für ihre<br />

Fertigung benötigen. Standards – sowohl bei unseren Handlingsystemen<br />

als auch bei den verbauten Zukaufteilen – entscheiden<br />

über Effizienz und Wirtschaftlichkeit.“ Vergingen vor rund 30 Jahren<br />

noch vier Monate von der Bestellung bis zur Auslieferung liegt<br />

dieser Zeitraum aktuell bei vier bis sechs Wochen, so Stahl weiter.<br />

Überwachungssystem für Leitungen & Co.<br />

Und auch zukünftig können sich Firmen wie Wemo auf die innovative<br />

Unterstützung von Igus verlassen. Die Fortschritte bei den<br />

Energieführungen gehen beständig weiter, wie Produktexperte Ralf<br />

Kabus ausführt: „Zum Beispiel werden mit „isense“, einem Überwachungssystem<br />

für Leitungen, Energieführungsketten und Linearführungen,<br />

die Anwendungen noch sicherer und wirtschaftlicher.<br />

Denn diese Produkte melden selbstständig, wann ein Austausch<br />

ansteht, was für planbare Sicherheit und vorausschauende Wartung<br />

sorgt.“ Hier fließen die Ergebnisse aus dem 2 750 m² großen Testlabor<br />

in Köln ein, wo jedes Jahr beispielsweise 1,4 Mio. elektrische<br />

Messungen durchgeführt werden, welche zuverlässige Grenzwerte<br />

01 Das Portfolio von Wemo umfasst insgesamt zwölf Roboter, vom<br />

kompakten Angusspicker bis hin zum Großroboter mit Handhabungsgewichten<br />

bis 60 kg (im Detail: Wellrohrschutz e-rib)<br />

für die Lebensdauer von Leitungen liefern. „Unsere Handlingsysteme<br />

befinden sich häufig in warmen Umge bungen, etwa neben Spritzgussmaschinen“,<br />

erklärt Wemo-Director Stahl abschließend. „Hier<br />

darf nichts die verbauten Kunststoffkomponenten aufweichen.<br />

Seitdem wir chainflex Leitungen und Energieführungen von Igus<br />

einsetzen, sind wir auf der sicheren Seite.“ Das chainflex-Sortiment<br />

reicht von Steuerleitungen, Servoleitungen, Motorleitungen und<br />

Roboterleitungen bis zu Busleitungen, Datenleitungen, Geberleitungen<br />

und Lichtwellenleitungen.<br />

Fotos: Aufmacher Wemo <strong>Automation</strong> AB, sonstige igus<br />

www.igus.de<br />

Sicherheitstechnik für den Maschinenbau www.euchner.de<br />

NEU<br />

MGB2 Modular<br />

Sicherheitssystem mit Zuhaltung<br />

Modularer Aufbau für maximale Flexibilität beim Einsatz<br />

Einfacher Austausch von Funktionen durch Submodule<br />

Abgesetzte Montage des Busmoduls möglich<br />

Mehrere MGB2 pro Busmodul anschließbar<br />

Integrierter PROFINET Switch<br />

Umfangreiche Diagnosefunktionen<br />

Höchste Sicherheit Kategorie 4/PL e<br />

HANNOVER MESSE<br />

23. -27. April <strong>2018</strong><br />

Halle 9/Stand D16<br />

EUCHNERGMBH+CO. KG I KOHLHAMMERSTRASSE16 I 70771LEINFELDEN-ECHTERDINGEN I 0711 7597-0 I INFO@EUCHNER.DE


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

Keine Chance für Mikroben<br />

LIVE@<br />

Ultraschallsensor mit trickreicher Verschraubung hält Reinigungsintervallen<br />

in der Lebensmittelindustrie stand<br />

Um den stetig steigenden Anforderungen<br />

an das Hygienic Design gerecht zu werden,<br />

kommen in der Lebensmittel- und Getränke-<br />

Industrie immer häufiger Ultraschallsensoren<br />

zum Einsatz. Sie erkennen Objekte<br />

berührungslos und verfügen über eine<br />

spezielle Kabelverschraubung. Diese<br />

ermöglicht nicht nur eine einfache Montage<br />

der Sensoren, sondern auch den<br />

hygienegerechten Einsatz.<br />

Melanie Harke, Marketing, microsonic GmbH<br />

in Dortmund; Bernd Müller, freier Journalist für<br />

U. I. Lapp GmbH<br />

In der Getränke- und Lebensmittelindustrie<br />

müssen Gebinde oder Behältnisse gezählt<br />

und positioniert, auf Förderbändern<br />

der Volumenstrom kontrolliert sowie in<br />

Schalen abgefüllte Lebensmittel auf korrekten<br />

Füllstand bzw. das Füllgut auf Vollständigkeit<br />

geprüft werden. Für diese Vorgänge<br />

sind Ultraschallsensoren geeignet, da sie<br />

alle Objekte unabhängig von Farbe und<br />

Transparenz erkennen. Sie arbeiten nach<br />

dem Fledermaus-Prinzip: Die Sensoren<br />

senden zyklisch einen kurzen Schallimpuls<br />

aus und messen die Zeit bis zum Eintreffen<br />

eines Echosignals. Mit der Schallgeschwindigkeit<br />

in Luft können sie aus der gemessenen<br />

Zeit zwischen Aussenden des Schallimpulses<br />

und Empfang des Echosignals die<br />

Entfernung zum Objekt oder die Füllhöhe<br />

berechnen. Bei Schallimpulsen jenseits von<br />

20 kHz spricht man von Ultraschall. Für<br />

Menschen ist es unhörbar.<br />

Sensor-Design und -Material<br />

erfüllen erforderliche Kriterien<br />

Ein Anbieter für Ultraschallsensoren zur<br />

Abstandsmessung ist Microsonic. Die Sensoren<br />

kommen in vielen Industriezweigen<br />

zum Einsatz, z. B. in der Druckindustrie, wo<br />

sie der Füllstandmessung auf Farben und<br />

Lacken oder der Erfassung eines Wickeldurchmessers<br />

einer Papierrolle dienen. Mit<br />

den steigenden hygienischen Anforderungen<br />

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

an die eingesetzten Maschinen und ihre<br />

technischen Komponenten sind Standardsensoren<br />

nur noch bedingt im produkt-<br />

berührenden Bereich geeignet. Diese Lücke<br />

schließen die pms Ultraschallsensoren von<br />

Microsonic, die nach den EHEDG-Richtlinien<br />

und aus FDA-geprüften Materialen<br />

konstruiert sind.<br />

Auffällig ist die Form des Edelstahlgehäuses<br />

aus 1.4404. Die Ingenieure haben<br />

eine Geometrie gewählt, bei der der Sensor<br />

in jeder Einbaulage keine seiner Fläche<br />

horizontal ausgerichtet hat. Selbst bei einer<br />

Füllstandmessung in einem Gefäß, bei dem<br />

er senkrecht nach unten misst, weist die<br />

Gehäuserückseite eine Schräge von ≥ 3° auf,<br />

sodass etwaige Reinigungsflüssigkeiten<br />

sicher abfließen können.<br />

Das glatte Sensorgehäuse hat keine Fugen<br />

oder Kanten, in die sich Lebensmittelrückstände<br />

oder Bakterien festsetzen könnten;<br />

der Edelstahl hat eine Rautiefe von Ra < 0,8 µm.<br />

Neben dem Sensordesign ist das Material<br />

ausschlaggebend. Der Ultraschallwandler<br />

30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


ist durch eine PTFE-Folie geschützt und<br />

weist chemisch-aggressive Reinigungs- und<br />

Desinfektionsmittel ab. Der pms hat eine<br />

hohe Beständigkeit und ist Ecolab-zertifiziert.<br />

Mit vier Tastweiten decken die Ultraschallsensoren<br />

einen Messbereich von<br />

20 mm bis 1,3 m ab. Sie sind mit einem<br />

Push-Pull-Schaltausgang und IO-Link in<br />

der Version 1.1 oder mit Analogausgang<br />

0 - 10 V bzw. 4 - 20 mA verfügbar.<br />

Kabelverschraubung bietet<br />

festen Halt<br />

Anders als bei Standardsensoren ist bei<br />

einem hygienegerechten Sensordesign die<br />

Montage des Sensors an Verpackungs- oder<br />

Verarbeitungsmaschinen ebenso elementarer<br />

Bestandteil der Richtlinien des European<br />

Hygienic Engineering and Design Group<br />

(EHEDG). Auf der Suche nach einer hygienegerechten<br />

und einfachen Sensormontage<br />

ist man bei Lapp fündig geworden. Man<br />

habe zur Sensormontage einige Kabelverschraubungen<br />

ausprobiert, erinnert sich<br />

Melanie Harke, Leiterin Marketing bei<br />

Microsonic, „aber erst die Skintop Hygienic<br />

von Lapp hat unsere Anforderungen erfüllt“.<br />

Neuralgischer Punkt der Kombination aus<br />

Sensor und Verschraubung: die Verdrehfestigkeit.<br />

Denn der Sensor muss nach seiner<br />

Montage fest fixiert sein und darf sich bei<br />

Wartungsarbeiten oder automatischen Reinigungsvorgängen<br />

in seiner Befestigung<br />

nicht verdrehen.<br />

Dass die Skintop-Kabelverschraubung<br />

das Verdrehen so gut verhindert, liegt an<br />

der Konstruktion, der Geometrie der<br />

Einzelteile und deren Materialwahl. Herkömmliche<br />

Kabelverschraubungen enthalten<br />

ebenfalls eine Elastomer-Dichtung, bei<br />

Lapp wird aber bereits in der Entwicklungsphase<br />

darauf geachtet, alle zu installierenden<br />

Materialien für Kabel, Leitungen,<br />

Rohre bestmöglich zu fixieren und abzudichten.<br />

Bei der Wahl des Elastomers ist<br />

Know-how in Bezug auf geeignete Designs,<br />

Shore-Härten, Materialverdrängung und<br />

die resultierend erreichbare Haltekraft gefragt.<br />

All dies kann sich positiv auf den<br />

Verdrehschutz auswirken. Wenn sich das<br />

Elastomer um das Kabel bzw. im Fall von<br />

Microsonic um den Sensorschaft von<br />

12 mm legt, verhindert es das Herausziehen<br />

und Verdrehen.<br />

01 Das Edelstahlgehäuse ist so<br />

konstruiert, dass in jeder Einbaulage<br />

keine Fläche des Sensors horizontal<br />

ausgerichtet ist<br />

02 Die Kabelverschraubung weist<br />

keine Ecken und Kanten auf und<br />

darf auch in der Produktzone bei<br />

der Lebensmittelverarbeitung<br />

eingesetzt werden<br />

Trickreich konstruiert<br />

Bei Skintop Hygienic ist die Elastomer-Dichtung<br />

zum Kabel länger, beim Zudrehen der<br />

Mutter wird Volumen entlang der Innenseite<br />

der Hutmutter verdrängt. Die Haltkraft ist<br />

höher, verhindert das Verdrehen und<br />

schließt Toträume zwischen Edelstahlrohr<br />

oder Kabel. Dahinter steckt eine trickreiche<br />

Konstruktion. Unter der Hutmutter verbirgt<br />

sich ein Kunststoffkorb mit biegsamen Lamellen.<br />

Die Hutmutter ist innen bis zum<br />

optimalen Wirkungsgrad abgeschrägt und<br />

drückt beim Zuschrauben diese Lamellen<br />

nach unten und innen, wo sie auf den<br />

Dichtring drücken. Das sorgt für eine gelenkte<br />

Materialverdrängung, hohe Haltekräfte und<br />

verhindert das Herausziehen des Kabels<br />

bzw. Sensors. Damit sich der glatte Kunststoff<br />

des Lamellenkorbs nicht im Edelstahlgehäuse<br />

verdreht, sind im Edelstahlsockel<br />

Vertiefungen, in die entsprechende Zapfen<br />

des Lamellenkorbs greifen. So verdrehen<br />

sich weder Korb noch Kabel oder Sensor.<br />

Einfach abtauchen<br />

Zudem sollen die Dichtungen der Kabelverschraubung<br />

das geschützte Abführen der<br />

elektrischen Anschlussleitung aus der Applikation<br />

und das Eindringen von Flüssigkeiten<br />

verhindern. Skintop Higienic ist nach<br />

IP69 dicht gegen Wasser sowie Partikel und<br />

besteht auch die Anforderungen nach IP68,<br />

wobei Kabel und Verschraubung in Wasser<br />

untergetaucht und unter 10 bar Druck gesetzt<br />

werden, was einer Wassertiefe von<br />

100 m entspricht.<br />

Neben der Dichtung im Inneren besitzt<br />

Skintop Hygienic hierfür zwei weitere Dichtungen:<br />

da, wo die Kabelverschraubung am<br />

Gehäuse aufliegt, und unter der Hutmutter.<br />

Die Dichtung zum Gehäuse ist als Flachdichtung<br />

ausgeführt und nicht wie üblich<br />

als O-Ring, der auf oder in einer Phase des<br />

Gehäuses sitzt. In dieser Vertiefung könnten<br />

sich Lebensmittelreste festsetzen, die sich<br />

auch mit dem Hochdruckreiniger nicht entfernen<br />

lassen. Auch sonst bietet die Kabelverschraubung<br />

keine Angriffspunkte für<br />

Schmutz und Keime. Die Gleitdichtung unter<br />

der Hutmutter verschließt potenzielle<br />

Toträume.<br />

www.microsonic.de<br />

TechnologySpeziell.<br />

Innovative Infrared<br />

Könnte es sein, dass Sie sich auch für besonders schnelle,<br />

robuste, leichte, exakte, individuelle und günstige Gerätevarianten<br />

im Bereich von –50 °C bis +3000 °C interessieren? Oder für<br />

Infrarotkameras? Schauen Sie doch mal rein: www.optris.de<br />

Wie Sie es auch drehen und wenden: Mit<br />

unseren IR-Sensoren für die berührungslose<br />

Temperaturmessung können Sie<br />

sogar auf reflektierenden Flächen messen.<br />

23.–27.04.<strong>2018</strong><br />

Besuchen Sie<br />

uns in Halle 11,<br />

Stand A56.


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

LIVE@<br />

Zukunftsfähig<br />

IoT Interface stellt effiziente Klimatisierung<br />

von Schaltschränken sicher<br />

Um eine optimale Entwärmung von<br />

Schaltanlagen zu gewährleisten,<br />

hat ein Unternehmen ein neues IoT<br />

Interface entwickelt. Mit ihm werden<br />

Kühlgeräte und Chiller zu IoT-fähigen<br />

Geräten. Grundlage dafür ist die<br />

durchgängige Kommunikation vom<br />

Sensor im Kühlgerät bis in cloudbasierte<br />

Systeme. Damit eröffnen sich<br />

neue Möglichkeiten für zukünftige<br />

Industrie-4.0-Anwendungen.<br />

Verena Schneider, Produktmanagement<br />

Klimatisierung; Hans-Robert Koch ist Gruppenleiter<br />

der Produktkommunikation, beide bei der<br />

Rittal GmbH & Co. KG in Herborn<br />

ten, Umgebungsbedingungen und bspw.<br />

Verschmutzungsgrad der Filtermatte Optimierungspotenziale<br />

für Instandhaltung und<br />

Energieeffizienz aufgedeckt werden.<br />

Durchgängige Kommunikation<br />

in alle Systeme bis in die Cloud<br />

Rittal hat seine Klimatisierungslösungen<br />

mit umfangreichen Kommunikationsmöglichkeiten<br />

ausgestattet. Das IoT-Interface,<br />

das auf einer Hutschiene oder direkt am<br />

Kühlgerät oder Chiller befestigt wird, ermöglicht<br />

eine Kommunikation mit übergeordneten<br />

Systemen, z. B. Monitoring- und<br />

Energiedaten-Managementsystemen. Zudem<br />

lässt sich eine Vielzahl an Gerätedaten<br />

überwachen: Temperaturen innerhalb und<br />

außerhalb des Schaltschranks, Verdampferund<br />

Verflüssigertemperatur sowie Messwerte<br />

zusätzlicher im Schaltschrank platzierter<br />

Sensoren. Die Laufzeiten von Kompressor,<br />

Innen- und Außenlüfter werden<br />

getrennt erfasst. Dazu kommen Systemmeldungen,<br />

Daten zur Auslastung sowie die<br />

Bei Industrie 4.0 geht es immer auch um<br />

eine steigende Produktivität und die<br />

Senkung von Kosten durch die Digitalisierung<br />

von Prozessen. Die Kosten, die ein<br />

Schaltschrank-Kühlgerät verursacht, setzen<br />

sich aus Investitionskosten, Energiekosten<br />

und Kosten für Service und Wartung zusammen.<br />

Die Investitionskosten bilden<br />

meistens den kleinsten Anteil. Um die Gesamtkosten<br />

zu senken, lohnt es sich also,<br />

Service und Wartung zu optimieren – bspw.<br />

durch Predictive Maintenance bzw. die bedarfsgerechte<br />

Wartung. Dazu sind jedoch<br />

Informationen über die einzelnen Kühlgeräte<br />

und die äußeren Umgebungsbedingungen<br />

Voraussetzung. Liegen Informationen über<br />

die Laufzeit, die erwarteten und tatsächlichen<br />

Drehzahlen im Vergleich und der<br />

Stromaufnahme des Lüfters vor, können<br />

Rückschlüsse auf einen schleichenden Defekt<br />

bzw. bevorstehenden Ausfall gezogen<br />

werden. Dies ermöglicht einen rechtzeitigen<br />

Austausch kritischer Komponenten und erhöht<br />

die Verfügbarkeit der gesamten Anlage.<br />

Auch können durch Informationen zu Energieaufnahme,<br />

Zuständen von Komponenaktuelle<br />

Parametrierung. Anlagenbetreiber<br />

können anhand dieser Daten frühzeitig<br />

mögliche Fehlfunktionen erkennen und<br />

erhöhen so die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit<br />

ihrer Anlagen. Die Bereitstellung<br />

von aktuellen Betriebsdaten und -zuständen<br />

beschleunigt zudem die Prozesse in der<br />

Instandhaltung. Das IoT-Interface unterstützt<br />

die Protokolle OPC UA, Profinet, SN-<br />

MP, Modbus TCP sowie CANopen und ermöglicht<br />

die durchgängige Kommunikation<br />

Die Klimatisierungslösungen lassen sich in Siemens Mindsphere,<br />

ein cloud-basiertes, offenes IoT-Betriebssystem, einbinden.<br />

in übergeordnete Systeme bis in die Cloud.<br />

Somit lassen sich die Daten auch für Analysen<br />

und smarte Serviceleistungen nutzen.<br />

Datenanalyse leicht gemacht<br />

Industrie-4.0-Anwendungen wie Data Analytics<br />

sind durch diese Kommunikationsfähigkeit<br />

ebenfalls realisierbar. So lassen sich<br />

die Industrie-4.0-fähigen Rittal-Geräte in<br />

Siemens Mindsphere einbinden. Mit dem<br />

cloudbasierten, offenen IoT-Betriebssystem<br />

können Anwender eigene Applikationen<br />

entwickeln. Mit Mindsphere können große<br />

32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

01 02<br />

Datenmengen skalierbar erfasst und analysiert<br />

werden, um Smart-Factory-Applikationen<br />

in den Bereichen vorausschauende<br />

Wartung, Energiedaten-Management oder<br />

Ressourcenoptimierung zu realisieren. Mit<br />

der bedarfsgesteuerten Wartung lassen sich<br />

im Vergleich zur intervallgetriebenen Wartung<br />

Kosten senken und die Verfügbarkeit<br />

erhöhen. Auch eine Routenoptimierung für<br />

die Instandhaltung konnte bereits demonstriert<br />

werden.<br />

Mit lernenden Systemen mehr<br />

Transparenz schaffen<br />

Auch die Analyse der Daten auf der cloudbasierten<br />

Data-Analytics-Anwendung IBM<br />

Watson ist durch die Einbindung der Kühlgeräte<br />

möglich. Die Watson-Architektur ist<br />

darauf ausgelegt, Informationen schnell zu<br />

verarbeiten. Ziel ist es, mit lernenden Systemen<br />

die stetig wachsenden Datenmengen<br />

genauer zu analysieren und bessere Antworten<br />

auf unterschiedlichste Fragestellungen<br />

zu finden. Eine effizientere Instandhaltung<br />

und hohe Ausfallsicherheit lassen<br />

sich über derartige Data-Analytics-Anwendungen<br />

erreichen. Auch neue Geschäftsmodelle<br />

– etwa Smart Maintenance Contracts –<br />

eröffnen sich durch die neuen Technologien.<br />

Diagnose und Parametrierung<br />

Der Anwender kann die Informationen aus<br />

den Kühlgeräten und Chillern nicht nur<br />

über das IoT-Interface übertragen. Die Version<br />

III der Software Ridiag zur Diagnose<br />

und Parametrierung von Kühlgeräten und<br />

Chillern stellt einen wichtigen Schritt in<br />

Richtung transparenter Kommunikation<br />

von Informationen dar. Die Software bietet<br />

Funktionen zum Bedienen und Parametrieren<br />

sowie die Möglichkeit, alle Daten, die in<br />

den Geräten bis zu zwei Jahren rückwirkend<br />

gespeichert werden, zu analysieren<br />

und sich so einen Überblick auch über die<br />

Laufzeithistorie zu verschaffen.<br />

Das Look-and-feel der Software ist an die<br />

Bedienung der Kühlgeräte und Chiller der<br />

Serie Blue e+ angelehnt. Der Nutzer hat<br />

beim Arbeiten mit der Software die gleiche<br />

Bedienphilosophie und Menüstruktur vor<br />

sich und muss sich daher nicht umstellen.<br />

Die Software läuft unter Windows und kann<br />

über USB oder das neue IoT-Interface mit<br />

den Geräten kommunizieren. Ridiag III eignet<br />

sich für alle neuen Kühlgeräte und Chiller<br />

der Serie Blue e+.<br />

Im Service- und Wartungsfall unterstützt<br />

Ridiag III schnell und effizient. Fehlermeldungen<br />

werden in Klartext dargestellt – das<br />

01 Das IoT-Interface wird entweder auf<br />

einer Hutschiene oder direkt am Kühlgerät<br />

oder Chiller befestigt<br />

02 Das Kühlgerät verfügt über ein<br />

Touchdisplay, das sämtliche relevanten<br />

Informationen anzeigt<br />

Suchen nach einer Fehlernummer im<br />

Handbuch entfällt. Zusammen mit der<br />

Status- oder Systemmeldung ist auch eine<br />

Hilfefunktion implementiert. Bewegt der<br />

Anwender die Maus über eine Fehlermeldung,<br />

blendet die Software einen Hilfetext<br />

ein, der erklärt, ob und wie der Fehler zu<br />

beheben ist. Zudem werden wichtige Parameter<br />

dargestellt – z. B. der Zeitpunkt, die<br />

maximale Umgebungstemperatur, die minimale<br />

Schaltschrank-Innentemperatur sowie<br />

die Einschaltdauer und Auslastung des<br />

Kühlgeräts. Damit kann die Ursache einer<br />

Meldung eingegrenzt werden. Neben dem<br />

kältetechnischen Regelschema ist auch eine<br />

Darstellung des Elektroplans hinterlegt. Bei<br />

einem Defekt zeigt die Software an, welche<br />

Komponente defekt ist. Bei Bedarf ist zusätzlich<br />

ein Blick ins Handbuch möglich, das in<br />

der Software auch offline verfügbar ist.<br />

www.rittal.de<br />

TFT EVALUATION KIT<br />

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HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

Die Gefahren der Digitalisierung<br />

LIVE@<br />

Präventiver Schutz für Anwendungen der Automatisierungsindustrie<br />

Immer mehr Funktionen stecken in<br />

Software und Daten. Sie legen fest,<br />

wie eine Maschine, Anlage oder ein<br />

Gerät arbeitet. Geschlossene<br />

Infrastrukturen weichen vernetzten<br />

Systemen. Zudem werden nicht<br />

mehr nur Maschinen, Anlagen oder<br />

Geräte verkauft, sondern auch nur<br />

einzelne Funktionen. Lesen Sie,<br />

welche Gefahren sich hinsichtlich<br />

Daten- und Manipulationssicherheit<br />

dadurch ergeben und wie Sie Ihr<br />

Know-how schützen können.<br />

Damit nun die Digitalisierung von Produkten<br />

und Prozessen funktionieren<br />

kann, sind geeignete Schutzmechanismen<br />

erforderlich. Seit über 15 Jahren entwickelt<br />

Wibu-Systems die Schutztechnologie Code-<br />

Meter als technisch präventiver Schutz weiter,<br />

um die unterschiedlichen Bedürfnisse<br />

der Automatisierungsindustrie zu erfüllen.<br />

Mögliche Maßnahmen sind:<br />

n Mithilfe von Verschlüsselung werden Geräte-know-how<br />

sowie Daten geschützt<br />

n Schutz vor Produktpiraterie durch nichtkopierbare<br />

Schlüssel, dass heiß der sicheren<br />

Hardware CmDongle<br />

n Die Geschäftsprozessintegration mit dem<br />

Tool CodeMeter License Central erlaubt,<br />

ganz flexibel Funktionen freizuschalten.<br />

n Digitale Signaturen<br />

n Ein hoher Level an Sicherheit entsteht,<br />

denn die digitale Identität für alle vernetzten<br />

Systeme, Schutz der Kommunikation<br />

sowie Integritätsschutz für Daten und<br />

Software ist gewahrt<br />

n Viele Hersteller können sich eine Schutzhardware<br />

teilen, wobei jedoch jeder seine<br />

Einträge ändern kann.<br />

n Standardisierte Kommunikationsprotokolle<br />

wie OPC UA erlauben Kommunikationssicherheit<br />

für Cyber Security<br />

n Sowohl die CmDongles als auch die softwarebasierten<br />

Aktivierungsdateien können<br />

einfach nachgerüstet werden, sodass auch<br />

langlebige Maschinenparks mit Knowhow-<br />

Schutz ausgestattet werden können.<br />

Wie funktioniert die Schutztechnologie<br />

CodeMeter?<br />

Das Herzstück von CodeMeter ist die Speicherung<br />

kryptografischer Schlüssel gemeinsam<br />

mit Lizenzbedingungen und Optionen<br />

wie Pay-Per-Use-Zähler, Zeitbegrenzung,<br />

Named-User oder Floating Licenses<br />

und so weiter. Dies erfolgt in CmDongles<br />

oder rein softwarebasiert in Aktivierungsdateien<br />

durch Bindung an einen Fingerabdruck<br />

des Zielsystems. Darüber hinaus bietet<br />

CodeMeter dem Softwarehersteller<br />

Tools und ein API zum Ver- und Entschlüsseln<br />

sowie zum Signieren. Für die Integration<br />

in die Geschäftsprozesse und ERP- oder<br />

01 Die CodeMeter-Technologie kann<br />

einfach nachgerüstet werden und ist in<br />

unterschiedlichen, industrietauglichen<br />

Bauformen verfügbar<br />

E-Commerce-Anwendungen dient die Code-<br />

Meter License Central, die wahlweise in der<br />

Cloud betrieben wird.<br />

Für einen hohen Sicherheitsgrad bei<br />

CodeMeter sorgen moderne und sichere<br />

Verschlüsselungsverfahren wie die symmetrische<br />

Verschlüsselung AES (Advanced Encryption<br />

Standard) und die asymmetrische<br />

Verschlüsselung ECC (Elliptic Curve Cryptography)<br />

oder RSA.<br />

Sicheres Passwort-Management<br />

für das TIA Portal von Siemens<br />

Mit dem TIA Portal können Maschinenund<br />

Anlagenbauer auf ein Software-Komplettpaket<br />

zugreifen, das Funktionen zur<br />

Automatisierung und Digitalisierung effizient<br />

und beherrschbar verknüpft. Im Portal<br />

werden Engineering-Daten gespeichert, die<br />

oft schützenswertes, wertvolles Know-how<br />

enthalten. Ab der Version 14 SP 1 des TIA<br />

02 Wibu-Systems bietet ein sicheres Passwort-<br />

Management für das TIA Portal von Siemens<br />

Oliver Winzenried ist Vorstand der Wibu-Systems<br />

AG und der AG Medizintechnik im VDMA in<br />

Karlsruhe<br />

34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


Portals können die Benutzer den von Wibu-<br />

Systems entwickelten Passwort-Provider,<br />

der mit der Passwort-API von Siemens verknüpft<br />

ist, nutzen. Anstatt die Passwörter<br />

nur geheim zu halten, werden die Passwörter<br />

sicher in CmDongles gespeichert. Die<br />

Zugangskontrolle über Nutzungszeitraum,<br />

Ablaufdatum oder einen Nutzungszähler<br />

legt fest, wie die Benutzer auf Engineering-<br />

Daten zugreifen oder ob sie diese verändern<br />

können. So wird sichergestellt, dass<br />

nur berechtigte Benutzer die Projekte sehen<br />

und bearbeiten können, für die sie volle<br />

Rechte haben.<br />

Konkrete Projekte zeigen die<br />

Integration in Steuerungen<br />

Damit Hersteller im Maschinen- und Anlagenbau<br />

ihren Programmcode schützen<br />

können, haben verschiedene Steuerungsanbieter<br />

die CodeMeter-Technologie bereits<br />

in die Engineering-Werkzeuge ihrer<br />

Steuerung integriert. Analog zu der Funktion<br />

„Drucken“ im Word können die Anwender<br />

mit einer Funktion „Schützen“ in der Steuerung<br />

arbeiten, um wiederum das Ergebnis<br />

ihrer Arbeit zu schützen. Zu den Lösungen<br />

der Steuerungsanbietern zählen u. a. B&R<br />

<strong>Automation</strong> Studio, Codesys, Rockwell<br />

Software Studio 5000 Logix Designer und<br />

Siemens TIA-Portal.<br />

B&R hat CodeMeter in die Entwicklungstools<br />

von <strong>Automation</strong> Studio und in die<br />

Runtime ihrer Automatisierungs-PCs integriert;<br />

jeder Automatisierungs-PC wird mit<br />

einem CmDongle ausgeliefert, der das<br />

Know-how und die dazugehörigen Lizenzen<br />

schützt. 3S-Smart Software Solutions<br />

schützt mit CodeMeter den Quellcode von<br />

Projekten und des Zielsystems im Codesys-<br />

Entwicklungstool und in der Codesys Runtime.<br />

Die Lizenz zur Nutzung wird im Cm-<br />

Dongle gespeichert.<br />

Zusammen mit Rockwell <strong>Automation</strong> hat<br />

Wibu-Systems den lizenzbasierten Schutz<br />

„License-based Protection“ entwickelt. Das<br />

ist eine Security-Suite, die aus drei Komponenten<br />

besteht: dem Schutz des sensiblen<br />

Quellcodes, Schutz bei der Ausführung in<br />

Controllern und es enthält ein Web-Portal<br />

zur Verwaltung von Lizenzen und Berechtigungen.<br />

Die Berechtigungen werden als<br />

Lizenzen sicher in CmDongles gespeichert.<br />

Sicherheit und Lizenzen im<br />

Transportwesen<br />

ABB als globaler Player ist auch im Bereich<br />

industrielle <strong>Automation</strong> aktiv. Im Transportwesen<br />

ist die Software ABB Ability Schifffahrtinformationssystem<br />

Octopus von ABB<br />

Marine & Ports mit dem CmStick ME im<br />

robusten, seetauglichen Metallgehäuse geschützt.<br />

In der nächsten Version der Octopus-Suite<br />

wird zusätzlich zum CmStick ME<br />

03 Klein und unauffällig steckt der<br />

orange-farbene CmStick/C Basic auf<br />

dem Automatisierung-PC von B & R<br />

auch die softwarebasierte Lösung CmAct-<br />

License eingesetzt und das Ausleihen und<br />

die Aktualisierung der Lizenzen erfolgt über<br />

die Cloud. Die Aktivierungsdateien werden<br />

an den digitalen Fingerabdruck des Geräts<br />

oder Computers auf dem Schiff gebunden,<br />

auf dem die berechtigte Lizenz läuft.<br />

Know-how-Schutz in einem<br />

Engineering-Tool<br />

PC Worx Engineer ist eine Engineering-<br />

Plattform passend für das neue Automatisierungssystem<br />

mit PLCnext Technology<br />

von Phoenix Contact. Die Grundversion der<br />

neuen Engineering-Plattform ist kostenfrei.<br />

Angepasst an ihre Applikation können Anwender<br />

jederzeit weitere Funktionen als<br />

Add-ins erwerben. Um das Know-how in<br />

diesem Engineering-Tool zu schützen und<br />

die Nutzung abzurechnen, setzt Phoenix<br />

Contact die CodeMeter-Technologie von<br />

Wibu-Systems ein und verschlüsselt die<br />

komplette Software mit dem Tool AxProtector.<br />

In den softwarebasierten Aktivierungsdateien<br />

von CmActLicense werden die Nutzungsrechte<br />

gespeichert und an die PC-<br />

Hardware gebunden, auf der PC Worx Engineer<br />

installiert ist.<br />

Im Hintergrund des Online-Shops von<br />

Phoenix Contact erzeugt, verwaltet und verteilt<br />

die CodeMeter License Central automatisch<br />

alle Tickets, die anschließend über<br />

einen Internet-Zugriff oder Offline-Prozess<br />

aktiviert werden können. Zusammen mit<br />

dem Installationspaket von PC Worx Engineer<br />

erhält der Anwender eine kostenfreie<br />

Demo-Lizenz mit einer Laufzeit von 30 Tagen.<br />

Permanente Arbeitsplatzlizenzen oder<br />

kostenpflichtige Netzwerklizenzen können<br />

jederzeit mit dem gewünschten Funktionsumfang<br />

über den Online-Shop von Phoenix<br />

Contact konfiguriert und bestellt werden.<br />

Der Anwender erhält dann ein Ticket mit<br />

der Nutzungslizenz per E-Mail und kann<br />

hierüber die Nutzungsrechte organisieren.<br />

Bilder: Wibu-Systems<br />

www.wibu.com<br />

Simultane<br />

Messtechnik<br />

über USB<br />

neu<br />

USB-1808 Serie<br />

Simultane USB-Messmodule<br />

mit hoher Präzision<br />

8 analoge Eingänge (18 Bit)<br />

bis 200 kS/s pro Kanal simultan<br />

analoge Ausgabe bis 500 kS/s<br />

DT9832/DT9836<br />

Simultane<br />

Messdatenerfassung mit<br />

höchsten Abtastraten<br />

bis 12 analoge Eingänge (16 Bit)<br />

bis 2 MS/s pro Kanal simultan<br />

isoliert, BNC-Box oder OEM<br />

USB-1608FS-Plus<br />

USB DAQ Messmodule<br />

mit simultaner Erfassung<br />

8 analoge Eingänge (16 Bit)<br />

bis 100 kS/s pro Kanal simultan<br />

Stromversorgung über USB<br />

nur € 410,-<br />

zzgl. MwSt.<br />

www.mccdaq.de<br />

Tel: +49 7142 9531-40<br />

E-Mail: sales@mccdaq.de<br />

© Measurement Computing GmbH<br />

(vormals Data Translation GmbH)


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

Intelligent geht auch passiv<br />

Geräteschnittstellen, Elektronikgehäuse und digitale Anwendungen<br />

bieten zukunftsfähige Lösungen für die Industrie 4.0<br />

LIVE@<br />

01<br />

Schirmkonzepte und Polbilder etabliert.<br />

Eine große Herausforderung der international<br />

agierenden Initiativen und<br />

Konsortien wird es sein, diese Technologien<br />

zu vereinheitlichen und damit<br />

weltweit flexibel einsetzbare Verbindungslösungen<br />

zu ermöglichen.<br />

Standardisierung schafft<br />

Flexibilität<br />

Auch passive Komponenten können elektronischen Geräten<br />

etwas beibringen. Als Schnittstelle aller zentralen und dezentralen<br />

Kommunikationsteilnehmer bestimmen Elektronikgehäuse und<br />

Leiterplattenanschlüsse maßgeblich, wie funktional ein Gerät ist.<br />

Viel wichtiger ist noch, wie flexibel es in den intelligent vernetzten<br />

Automatisierungsstrukturen von morgen eingesetzt werden kann.<br />

Ob Industrie 4.0, Industrial Internet<br />

Consortium (IIC) oder „Made in China<br />

2025“ – weltweit suchen Lösungsanbieter<br />

aus der Industrie gemeinsam mit Vertretern<br />

aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik<br />

nach Strategien, wie die intelligent vernetzte<br />

Welt von morgen technologisch ausgestaltet<br />

werden kann. Die zentralen Anforderungen<br />

sind bei allen Ansätzen die gleichen: Intelligente<br />

Automatisierungsstrukturen setzen<br />

einfach installierbare Komponenten, anwenderfreundliche<br />

Schnittstellen von Mensch<br />

und Maschine sowie sicher und selbstständig<br />

kommunizierende Teilsysteme voraus.<br />

Der informationstechnische Fortschritt, verbesserte<br />

Herstellungsverfahren und sinkende<br />

Produktionskosten befeuern den Trend zu<br />

dezentraler Intelligenz – ob in der Fertigung,<br />

in der Infrastruktur oder in der<br />

Gebäudeautomatisierung.<br />

Marco Stapelmann, Marketing Communications,<br />

Business Area Device Connectors, bei der Phoenix<br />

Contact GmbH & Co. KG in Blomberg<br />

Proprietäre Lösungen<br />

vereinheitlichen<br />

Mit der Anzahl dezentraler Kommunikations-<br />

und Automatisierungskomponenten<br />

steigt auch die Anzahl der Schnittstellen.<br />

Schließlich müssen alle Geräte mit Leistung<br />

versorgt und kommunikativ in das Gesamtsystem<br />

eingebunden werden. Jeder Privatanwender<br />

kennt Steckverbinder – wie etwa<br />

HDMI zur Signalübertragung, RJ45 zur<br />

Datenübertragung oder Schuko-Stecker zur<br />

Übertragung der Leistung. <strong>Industrielle</strong><br />

Verbindungslösungen müssen aber deutlich<br />

höhere Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen<br />

erfüllen. Letztlich bestimmen<br />

diese passiven Anschlusskomponenten,<br />

wie funktional ein Gerät ist, wie flexibel es<br />

an unterschiedliche Anwendungsbereiche<br />

angepasst werden kann und wie ausfallsicher<br />

es auch unter extremer Beanspruchung<br />

arbeitet.<br />

In der Industrie- und Prozessautomation<br />

haben sich daher in den vergangenen<br />

Jahrzehnten zahlreiche – oft proprietäre –<br />

Anschlussarten, Verriegelungstechnologien,<br />

Ein Beispiel für eine derartige Lösung<br />

ist die Kooperation der marktführenden<br />

Unternehmen Phoenix Contact, Binder,<br />

Molex und Murrelektronik: Auf der Hannover<br />

Messe 2017 haben diese Anbieter<br />

von Rundsteckverbindern die Entwicklung<br />

eines neuen Standards für M12-Push-Pull-<br />

Steckverbinder angekündigt, <strong>2018</strong> stellt<br />

der Blomberger Anschlusstechnikspe zialist<br />

Phoenix Contact die ersten Produkte<br />

vor. Der Vorteil: Einerseits sorgt die werkzeuglose<br />

Schnellverriegelung auch unter<br />

be engten Einbausituationen oder auch im<br />

rauen Industrieumfeld für sichere Verbindungen.<br />

Andererseits können Anwender<br />

künftig ihre Feld- und Geräteverkabelung<br />

mit – untereinander kompatiblen – Push-<br />

Pull-Steckverbindern von vier Herstellern<br />

umsetzen.<br />

Intelligent im Feld verkabelt<br />

Eine intelligente Lösung auf Basis etablierter<br />

Standards bieten auch Hybridsteckverbinder.<br />

Die Steckverbinder erlauben die<br />

gleichzeitige Übertragung von Signalen,<br />

Daten und Leistung über eine einzige Leitung<br />

und mit einer einzigen Schnittstelle.<br />

Die hybride Anschlusstechnik reduziert<br />

nicht nur den Platzbedarf am Gerät oder im<br />

Schaltschrank. Auch die Maschinen- und<br />

Anlagenverkabelung wird übersichtlicher,<br />

da nur noch eine einzige Leitung verlegt<br />

werden muss. Die daraus resultierenden<br />

schlankeren Kabelwege reduzieren wiederum<br />

die Kosten für Trasse und Kabelkanal.<br />

Da bis zu zwei Drittel weniger Kabelverbindungen<br />

verlegt werden müssen,<br />

können Geräte, Maschinen und Anlagenteile<br />

zudem einfacher in Betrieb genommen<br />

und gewartet werden.<br />

36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


02<br />

Direkt auf die Leiterplatte gesteckt<br />

Intelligente Anschlusslösungen sind auch im<br />

Geräteinneren möglich. Hier stehen nicht der<br />

Wartungs- und Bedienkomfort im Feld im Vordergrund,<br />

sondern der Anschlusskomfort und die<br />

Flexibilität im Leiterplatten- und Gerätedesign.<br />

Erstmals direkt steck- und lösbare Anschlüsse an<br />

beliebiger Position erlaubt z. B. die Direktstecktechnik<br />

SKEDD. Die Steckverbinder SDDC 1,5 und<br />

SDC 2,5 von Phoenix Contact benötigen keine<br />

Grundleiste und können direkt von Hand in<br />

verzinnte, durchkontaktierte Bohrlöcher gesteckt<br />

werden. Bisher mussten die Elektronikhersteller<br />

applikationsspezifische Anschluss technik wie Leiterplattenklemmen<br />

oder Grundleisten in einem<br />

irreversiblen Lötprozess mit der Platine verbinden.<br />

Damit war die Funktionalität der Leiterplatte und<br />

des gesamten Gerätes jedoch weitgehend fixiert.<br />

Gehäuse für Embedded Systems<br />

Elektronikgehäuse bieten die passende Verpackung<br />

für die bestückten Leiterplatten und damit<br />

die funktionale Hülle für Geräte wie Steuerungen<br />

oder Bediengeräte. Die universellen Gehäuse UCS<br />

etwa eignen sich besonders für Embedded Systems<br />

– also für den dezentralen Einsatz dedizierter<br />

Informationstechnologie. Die Elektronikgehäuse<br />

bestehen aus zwei identischen Halbschalen in vier<br />

unterschiedlichen Größen. Kombiniert mit den<br />

herausnehmbaren Seitenwänden in zwei Höhen<br />

ergeben sich acht Kombinationsmöglichkeiten zur<br />

Unterbringung von Standard- oder individuellen<br />

Leiterplatten. Der Clou dabei: Das System ist so<br />

konzipiert, dass jeweils die größere der beiden<br />

S eitenwände als kleine Seitenwand der nächstgrößeren<br />

Gehäuse-Variante eingesetzt werden kann.<br />

01Hybrid-Steckverbinder: Signale, Daten und<br />

Leistung werden gleichzeitig über eine einzige<br />

Leitung mit einer einzigen Schnittstelle übertragen<br />

02 Vier Grundflächen, zwei Bauhöhen, individuelle<br />

Anschlusstechnik: Das universelle Elektronikgehäuse<br />

bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten<br />

Die für entsprechende Schnittstellen bearbeiteten<br />

Seitenwände können also ohne Anpassungen in<br />

zwei Gehäusegrößen eingesetzt werden.<br />

Mehrwert Digitalisierung<br />

Intelligente Lösungen für die Industrie 4.0 bietet<br />

aber nicht nur die Automatisierungstechnik<br />

selbst. Die Digitalisierung hat zu einer stärkeren<br />

Vernetzung von Konsumenten, Produzenten und<br />

Produkten geführt. Die Anwender sind nicht mehr<br />

nur Käufer eines Produkts, sie beteiligen sich<br />

immer häufiger auch an der Ausgestaltung ihrer<br />

individuellen Lösung. Dies wird gerade im<br />

Kontext einfach bedien- und adaptierbarer Industrieelektronik<br />

zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil.<br />

Immerhin sind die spezifischen<br />

Anforderungen genauso zahlreich wie die Anwendungsgebiete<br />

industrieelektrischer Geräte.<br />

Phoenix Contact unterstützt diese Kundengruppe<br />

daher mit Online-Anwendungen, die eine hohe<br />

Gestaltungsfreiheit erlauben und so den Weg zu<br />

einer individuellen Lösung deutlich vereinfachen.<br />

Mithilfe Web-basierter Anwendungen wie z. B.<br />

Online-Konfiguratoren, Auswahlhilfen oder umfassender<br />

2-D- und 3-D-Daten können Anwender<br />

sowohl die Elektronikgehäuse als auch die Anschlusstechnik<br />

zur Übertragung von Signalen,<br />

Daten und Leistung selbstständig und in wenigen<br />

Schritten an ihre konkreten Anforderungen<br />

anpassen. So bietet die Digitalisierung aller<br />

Kundenschnittstellen – unabhängig von der<br />

spezifischen Produktlösung – einen Mehrwert,<br />

der sich für den Anwender auszahlt.<br />

Fotos: Phoenix Contact<br />

Kabelverschraubung<br />

teilbar<br />

zertifiziert<br />

robust<br />

KVT-ER sind konsequent teilbare<br />

Kabelverschraubungen zur<br />

Einführung von Leitungen mit und<br />

ohne Stecker.<br />

Hohe zertifizierte Schutzarten<br />

Garantieerhalt konfektionierter<br />

Leitungen<br />

Passend für metrische<br />

Standardausbrüche<br />

Integrierte Zugentlastung nach<br />

DIN EN 62444<br />

Schnelle Montage<br />

Hohe Packungsdichte<br />

IP65<br />

zertifiziert<br />

IP68<br />

zertifiziert<br />

IP66<br />

zertifiziert<br />

in Bearbeitung<br />

IP67<br />

zertifiziert<br />

in Bearbeitung<br />

www.phoenixcontact.de<br />

03 Online-Konfiguration: Web-basierte<br />

Anwendungen unterstützen den Gerätehersteller<br />

bei der Gestaltung ihrer individuellen Lösung<br />

all about automation<br />

Essen | 06.06. – 07.06.18<br />

Stand 320<br />

www.icotek.com


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

Tradition und Moderne<br />

Innovationstreiber für eine zunehmend automatisierte<br />

Fertigung von automobilen Bordnetz-Systemen<br />

LIVE@<br />

Bordnetze gehören zu den<br />

wichtigsten Bauteilen im Fahrzeug.<br />

Im Bereich der Elektromobilität<br />

gewinnt daher die Automatisierung<br />

zunehmend an Bedeutung; der<br />

Trend der Digitalisierung<br />

ermöglicht das autonome Fahren<br />

und bringt damit die Entwicklung<br />

und Fertigung von Bordnetz-<br />

Systemen voran. Vernetzte<br />

Maschinen in Produktionswerken,<br />

virtuelle Realität und Cobots<br />

werden zukünftig das Bild einer<br />

modernen Fertigung prägen.<br />

Produziert werden Kabelsätze bisher<br />

weitgehend händisch – und das seit Beginn<br />

der automobilen Bordnetzproduktion.<br />

Zwar sind die bekannten Nagel- den modernen<br />

Montagebrettern gewichen und<br />

sehen heute auch komplett anders aus. Der<br />

Grundgedanke blieb jedoch erhalten: die<br />

manuelle Montage. Bemühungen, die vorwiegend<br />

manuelle Produktion zu automatisieren,<br />

starteten schon sehr früh, wurden<br />

aber durch die Ost-Erweiterung der EU und<br />

die Verfügbarkeit von günstigen Arbeitskräften<br />

sowie den hohen Kostendruck<br />

wieder verworfen. Bis heute konnte sich<br />

lediglich die automatisierte Montage von<br />

Kontaktteilen in Steckgehäuse durchsetzen.<br />

Besonders schwer zu verarbeiten sind biegeschlaffe<br />

Bauteile – und das nicht nur im<br />

Bordnetzgeschäft. Lösungen, die den Menschen<br />

als Montagearbeiter nachahmen sind<br />

dabei nur bedingt geeignet. Vielmehr ist es<br />

notwendig, den gesamten Fertigungsprozess<br />

neu zu überdenken und moderne technische<br />

Möglichkeiten zum Einsatz zu bringen, die<br />

der steigenden Komplexität des Bordnetzes<br />

gerecht wird. Denn während in seinen frühen<br />

Anfängen nur wenige Leitungen zum<br />

Einsatz kamen, sind in heutigen Fahrzeugen<br />

Leitungslängen von sechs Kilometern und<br />

mehrere tausend Einzelkomponenten verbaut<br />

– insgesamt kann ein Kabelsatz bis zu<br />

60 kg wiegen. Darüber hinaus wird das<br />

Bordnetz als ‚Kundenspezifischer Kabelsatz‘<br />

(KSK) speziell für Fahrzeuge in Losgröße 1 –<br />

also mit hoher Varianz bei großen Stückzahlen<br />

– gefertigt und an OEMs überall auf<br />

der Welt geliefert.<br />

Treiber der Automatisierung<br />

Warentransporte ins Fertigwarenlager werden<br />

schon heute mithilfe eines autonom<br />

fahrenden Transportfahrzeugs abgewickelt.<br />

Lösungen, die in vielen Industrien bereits<br />

01 Mithilfe der Augmented-Reality-Technologie<br />

können Anwender in Echtzeit Textinformationen und<br />

Grafiken direkt an der Maschine oder Anlage einsehen<br />

02 Die Fertigung der Bordnetz-Systeme geschieht weitgehend händisch – und das<br />

seit Beginn der automobilen Bordnetzproduktion (im Jahr 1980, links)<br />

38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


HANNOVER MESSE <strong>2018</strong><br />

Stand der Technik sind, sind jedoch bei den<br />

Bordnetzherstellern kaum im Einsatz – die<br />

Gründe dafür liegen mehr in der flexiblen<br />

Fertigungsstruktur als in der Technologie<br />

selbst. Geführte Flurförderfahrzeuge,<br />

die auf einem Induktions-<br />

bzw. Magnetstreifen geführt<br />

werden, haben sich nicht<br />

bewährt, da eine große Anzahl<br />

von Mitarbeitern die Führung<br />

der Fahrzeuge stört. Autonome<br />

Transportfahrzeuge sind hier<br />

viel flexibler, denn sie erkennen<br />

Hindernisse, und gelangen zuverlässig<br />

ans Ziel.<br />

Aber auch in anderen Bereichen<br />

werden die Fertigungsprozesse neu<br />

überdacht – denn veränderte Produktanforderungen<br />

werden die bisherige Fertigung<br />

in Frage stellen. Es wird immer wichtiger,<br />

eine Rückverfolgbarkeit einzelner Fertigungsschritte<br />

zu gewährleisten. Dies erfordert,<br />

kritische Prozesse, zum Beispiel das<br />

manuelle Crimpen und montieren, stärker<br />

zu automatisieren, um zum einen den Fertigungsprozess<br />

zu dokumentieren und zum<br />

anderen der Miniaturisierung Sorge zu<br />

tragen. Besonders das autonome Fahren<br />

erfordert einen höheren Automatisierungsgrad<br />

und ist Treiber der Entwicklung: Das<br />

Bordnetz in diesen Fahrzeugen könnte zumindest<br />

in Teilen als sicherheitsrelevantes<br />

Bauteil eingestuft werden, da es relevante<br />

Funktionen und Systeme mit Energie und<br />

Daten versorgt – nur über eine automatisierte<br />

Produktion ist es dann möglich, den<br />

verschärften Forderungen nach Qualität,<br />

Prozessüberwachung und -dokumentation<br />

nachzukommen. So kann nur eine Maschine<br />

beispielsweise sicherstellen, dass ein Kabel<br />

immer mit derselben Kraft in ein Gehäuse<br />

gesteckt wird.<br />

Neuen Produktspezifikationen<br />

gerecht werden<br />

Die steigende Datenrate bei der Datenübertragung<br />

in künftigen Fahrzeugen stellt<br />

zudem höhere Anforderungen an die Konfektion<br />

der Leitungen: Datenprotokolle und<br />

Sonderleitungen lassen sich nur aufwendig<br />

manuell produzieren. Die Folge: Die automatische<br />

Fertigung von Datenleitungen<br />

wird sich zum Standard entwickeln. Einen<br />

hohen Anteil könnten dabei die Koax- bzw.<br />

Mini-Koax-Verbindungen darstellen. Auch<br />

hier produziert Leoni bereits vollautomatisch<br />

und konfektioniert Fakra-Leitungen,<br />

die speziell für die hohen Anforderungen in<br />

der Automobil-Industrie entwickelt wurden.<br />

Gerade der Ethernet-Standard erfordert eine<br />

weitgehende Automatisierung um die straffen<br />

Produkt spezifikationen einhalten zu können.<br />

Darüber hinaus steigen auch die Sicherheitsanforderungen<br />

an einzelne Produkte:<br />

Neben niedrigen Ausfallraten fordern Automobilhersteller<br />

vermehrt eine Prozessüberwachung,<br />

die neben der Crimp-Kraft<br />

auch weitere Prozessparameter, wie etwa<br />

die Bestückungskraft dokumentiert. Möglich<br />

ist das nach heutigem Stand der Technik<br />

nur durch eine automatisierte Fertigung.<br />

Nur eine automatisierte Produktion wird den hohen Forderungen<br />

nach Produktqualität und Prozessüberwachung gerecht<br />

Die Elektromobilität begünstigt die Automatisierung<br />

ebenfalls. Noch werden die<br />

aufwendigen Hochvolt-Kabelsätze in relativ<br />

geringen Stückzahlen gefertigt, doch für die<br />

sich abzeichnenden, größeren Volumen ist<br />

eine Fertigung mit hohem manuellen Anteil<br />

nicht mehr sinnvoll. Bisher sind die Produkte,<br />

Steckverbinder vor allem für geschirmte<br />

Leitungen, jedoch nicht automatisierungsgerecht<br />

ausgelegt – hier sind die Komponentenhersteller<br />

gefragt. Leoni entwickelt bereits<br />

Komponenten, die sich vor allem für<br />

die automatisierte Montage eignen.<br />

Effizient: kollaborierende Roboter<br />

in der Leitungsvorbereitung<br />

Seit 2014 fertigt Leoni außerdem Teilkabelsätze<br />

vollautomatisch. Hierbei werden Maschinen<br />

eingesetzt, die Leitungen ablängen,<br />

Kontaktteile anschlagen und in die dafür<br />

vorgesehenen Gehäuse einstecken. Auch<br />

Stromverteiler, zum Beispiel Sicherungsund<br />

Relaisboxen, werden automatisiert<br />

produziert: Seit 2015 verfügt Leoni zudem<br />

über eine vollautomatische Fertigung für<br />

03 Hochvolt-Kabelsatz für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben<br />

(links), vollautomatisierte Montage von Stromschienen (oben)<br />

Stromschienen (Busbars), die die herkömmliche<br />

Unterflur-Batterieleitung ersetzen.<br />

Zudem laufen derzeit auch Versuche mit<br />

kollaborierenden Robotern: Dabei wird z. B.<br />

deren Einsatz im Bereich der Leitungsvorbereitung<br />

getestet. Erste Beobachtungen<br />

zeigen, dass die Zusammenarbeit mit einem<br />

Roboter den Mitarbeiter in der Produktion<br />

entlastet und die Effizienz steigert. Virtual<br />

Reality hält ebenfalls Einzug in der Planung<br />

von Produktionsabläufen, die ebenso eine<br />

Erhöhung der Effizienz in der Produktion<br />

unterstützt. Hier arbeitet Leoni aktiv mit<br />

OEMs zusammen, um etwa Prozessabläufe<br />

bei Änderungen oder Qualitätsthemen effizienter<br />

umzusetzen.<br />

Investitionen in die Infrastruktur<br />

Für die Weiterentwicklung der automatisierten<br />

Fertigung ist es nicht nur erforderlich,<br />

in Maschinen zu investieren, sondern<br />

auch in die Infrastruktur der Werke. Hierzu<br />

gehört u. a. die Anbindung an das schnelle<br />

Internet. Wichtig ist aber auch eine Kultur,<br />

in der Technik als Chance begriffen wird.<br />

Bis 2020 plant Leoni die vollautomatisierte<br />

Montage kleinerer Leitungssätze. Die Fertigungszelle<br />

eignet sich dann vor allem für<br />

sog. HaF- oder HaD-Leitungssätze – speziell<br />

für die Anforderungen an das autonome<br />

Fahren, aber auch für die kundenspezifische<br />

Kabelsatzfertigung mit autarken Modulen:<br />

Denn die Nachfrage nach Varianten, z. B. im<br />

Leitungssatz der Tür oder bei bisher standardisierten<br />

Modulen, steigt – und damit<br />

auch die Komplexität.<br />

Bilder: Schmuckbild Fotolia, sonstige Leoni<br />

www.leoni.com<br />

Klaus Hold, Director Advanced Production and<br />

<strong>Automation</strong> Technology bei der LEONI Bordnetz-<br />

Systeme GmbH in Kitzingen<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 39


Hannover Messe <strong>2018</strong><br />

Touch-Panel-Einstiegsklasse nun auch mit 10,1-Zoll-Display<br />

In der Touch-Panel-Einstiegsklasse von Beckhoff gibt es nun auch drei Ausführungen mit einer<br />

10,1"-Bedienoberfläche: den Panel-PC CP6600 mit 1-GHz-ARM-Cortex-A8-CPU, den Panel-PC<br />

CP6700 mit Intel-Atom-Prozessor und das Control-Panel CP6900 mit DVI/USB-Extended-Technologie.<br />

Mit ihnen lässt sich die PC-basierte Steuerungstechnik im kostensensitiven unteren und<br />

mittleren Leistungsbereich genauer auf die Applikation abstimmen. Das TFT-Touch-Display der<br />

neuen Panels eröffnet umfassende Bedien- und Visualisierungsmöglichkeiten.<br />

www.beckhoff.de<br />

Berührungslose Temperaturmessung<br />

in Verbrennungsanlagen<br />

Die von Heitronics entwickelte<br />

Technologie für die berührungslose<br />

Temperaturmessung in Verbrennungsanlagen<br />

ist gesetzlich eignungsgeprüft,<br />

wird weltweit in Brennkammern<br />

großer Verbrennungsanlagen<br />

eingesetzt und bietet Zuverlässigkeit,<br />

Genauigkeit sowie niedrige Betriebskosten.<br />

Die Infrarot-Strahlungsthermometer erfassen die Gastemperatur<br />

schnell und unterliegen keiner Alterung. Bei der Montage<br />

entfallen Ausbiegungen in der Flossenwand. Dieser kompakte<br />

Aufbau erfordert nur sehr geringen Wartungs- und Kalibrieraufwand.<br />

Zudem ist durch den Einsatz einer fokussierten Optik nur<br />

ein Loch mit einem Durchmesser von 10 mm zwischen den<br />

Stegen notwendig. Eine weitere Installationsvoraussetzung ist ein<br />

Flansch DIN 2573 PN6 NW65 im Abstand von 240 mm zum Loch.<br />

www.heitronics.com<br />

Für schnelle Hübe in kleinen Bauräumen<br />

Mit ihrer geringen Steifigkeit eignen sich die Leitungen Chainflex<br />

CFSoft von Igus für schnelle, kurze Hübe bei besonders engen<br />

Radien. Neben dem flexiblen Leiteraufbau werden bei ihnen<br />

hochabriebfeste, sehr weiche Mantelwerkstoffe eingesetzt, um<br />

eine hohe Biegsamkeit der Leitung zu ermöglichen. Die Einzeldrähte<br />

bestehen aus weichem Kupfer und werden bei der Herstellung<br />

einem besonderen Verlitz- und Verseilverfahren unterzogen,<br />

wodurch die Gesamtleitung sehr flexibel<br />

und weich wird. Sie führen Leitungen<br />

bei sehr schnellen, kurzen<br />

Hüben von etwa 0,5 bis 1 m Länge,<br />

beispielsweise an Halbleiterbestückern.<br />

Außerdem erfüllen sie<br />

Reinraumklasse 2. Die Leitungen<br />

sind als Meterware oder fertig konfektioniert<br />

bestellbar. Als Readychain<br />

ist sie außerdem einbaufertig in einem<br />

E-Kettensystem erhältlich.<br />

www.igus.de<br />

Einmaliger<br />

Einführungspreis<br />

990,- €<br />

. April <strong>2018</strong><br />

dann 1.490,-€<br />

R3.indd 1 29.03.<strong>2018</strong> 07:37:15<br />

40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


Smarter Sensor schützt Maschinenbediener<br />

Der berührungslose Smart Safety Sensor SRF von Bernstein überwacht beweglich trennende Schutzeinrichtungen<br />

wie Klappen, Türen oder Schutzgitter. Er bewahrt Mitarbeiter vor Verletzungen, indem<br />

er Maschinen und Anlagen abschaltet oder erst gar nicht in Betrieb nimmt, solange die Schutzeinrichtung<br />

nicht ordnungsgemäß geschlossen ist. Das zugehörige Diagnosesystem liest eine Vielzahl<br />

an Daten aus und macht sie zentral verfügbar. Diese werden über I/O-Link in die<br />

Maschinensteuerung eingelesen oder per NFC-Technologie auf dem Smartphone<br />

angezeigt. Für jeden Sensor können 20 unterschiedliche Diagnoseinformationen<br />

abgerufen und zur Verfügung gestellt werden – auch wenn diese in Reihe geschaltet<br />

sind. Bei Verlust der Spannungsversorgung unterstützt ein Fehlerspeicher<br />

via NFC die Fehlersuche. Eine Notlaufeigenschaft ermöglicht es bei einer Fehlererkennung<br />

an einem Sicherheitsausgang, die Maschine kontrolliert herunterzufahren,<br />

bevor die Notabschaltung erfolgt.<br />

CAUTION<br />

HOT<br />

www.bernstein.eu<br />

Robotik schnell integriert<br />

Auf der Hannover Messe zeigt Universal Robots, wie Automatisierungslösungen<br />

mit „Plug-and-Produce“ umgesetzt<br />

werden können. Mit Anwendungsbeispielen wird gezeigt,<br />

wie Unternehmen mit vielseitigen, schnell integrierbaren<br />

Komponenten steigender Variantenvielfalt und flexibleren<br />

Losgrößen begegnen können. Das Zubehör der Applikationen<br />

stammt größtenteils aus dem Online-Ökosystem UR+. Dieses bietet eine stetig wachsende Zahl<br />

an Greifern, Sensoren, Software und weiterem Zubehör. Gezeigt werden z. B. drei UR3-Roboter, die im<br />

Zusammenspiel Taschenlampen zusammenschrauben, eine Batterie einsetzen und die Lampen im<br />

Anschluss per Laser beschriften. Eine weitere Applikation mit einem UR5 und einem ATI-Kraft-<br />

Momenten-Sensor zeigt die „Wahrnehmungsfähigkeit“ des Roboters: Der Roboterarm fährt entlang<br />

einer Linie auf einer Platte mit stark gewellter Oberfläche. Diese kann verschoben werden und der<br />

Roboter folgt immer weiter der vorgegebenen Kontur entlang der unebenen Struktur.<br />

Bild: Shutterstock.de/Can Erdem Satma<br />

www.universal-robots.com<br />

Umfassender Schutz für sensitive Produktionsdaten<br />

Rohde + Schwarz präsentiert ein dreistufiges Sicherheitskonzept für den Netzwerkschutz in der<br />

Industrie 4.0, das IT und OT gerecht wird. Im ersten Schritt steht die Erfassung im Fokus: Die IP-<br />

Probe des R+S Net Sensors klassifiziert 2 000 der am häufigsten genutzten Protokolle und Applikationen<br />

aus verschiedenen Geschäftsfeldern und allen geografischen Regionen. Der Sensor deckt<br />

bei der Klassifizierung bis Layer 7 und darüber ab und ermöglicht damit detaillierte Einblicke in<br />

den Datenverkehr sowie ein durchgängiges Reporting. Im zweiten Schritt werden mit der Analyseplattform<br />

R+S Net Reporter der Netzwerkverkehr und mögliche Anomalien analysiert. Gemeinsam<br />

bilden die beiden Produkte die Lösung R+S Industrial Network Analytics und liefern<br />

in Echtzeit Informationen über den Netzwerkzustand. In der dritten Stufe lassen<br />

sich auf Basis der Analyse mit den Gateprotect Firewalls Schutzmaßnahmen<br />

einrichten und Angreifer sicher abwehren.<br />

Bild: Fotolia<br />

Unsere tragbare<br />

Wärmebildkamera<br />

PYROVIEW<br />

480N portable<br />

www.rohde-schwarz.com<br />

Maschinen mit Sinnen ausstatten<br />

Eine einfache Integration von 3D-Technologie bietet die Intel Realsense-Produktsuite, die Framos<br />

auf der Hannover Messe vorstellt. Roboter und andere Geräte werden mit nahezu menschlichen<br />

Sinnen und der Fähigkeit zu verstehen und zu interagieren ausgestattet und können daraus lernen.<br />

Die Maschine wird in die Lage versetzt, die Umgebung dreidimensional zu erfassen und mit ihr zu<br />

interagieren. Passive oder aktive Steuerungssysteme wie die berührungslose Steuerung über<br />

Eye-Tracking oder Gesten- und Gesichtserkennung ermöglichen so eine neue Klasse von Produkten,<br />

Automatisierungsprozessen, Überwachungsfunktionen sowie Sicherheits- und Industrielösungen.<br />

www.framos.com<br />

Besuchen Sie<br />

uns auf der<br />

Hannovermesse!<br />

23.-27.04.2017<br />

Halle 17, Stand F63<br />

DIAS: Entwicklung,<br />

Fertigung, Vertrieb und<br />

Service aus einer Hand<br />

www.dias-infrared.de


Hannover Messe <strong>2018</strong><br />

Mit Laserpunkt oder Laserlinie an das Objekt<br />

Eine nahezu farbunabhängige Erfassung von<br />

Objekten bei der Abstandmessung oder Positionierung<br />

ermöglichen Laser-Triangulationstaster<br />

der Serie PT64 von IPF Electronic. Die<br />

kompakten Geräte im IP67-Metallgehäuse<br />

integrieren eine Teachtaste zur Bestimmung<br />

des Messbereichs-Anfangs- und Endpunktes,<br />

zwei LED-Statusanzeigen, zwei Digitaleingänge,<br />

zwei Analogausgänge und zwei Digitalausgänge.<br />

Der um 180° drehbare Anschlussstecker ermöglicht die Installation<br />

des Tasters in nahezu jeder Einbaulage. Die Taster gibt es in<br />

zwei Versionen: Mit punktförmiger Laserstrahlauslegung ermöglichen<br />

sie punktgenaue Messungen und eignen sich so z. B. zur<br />

Abstandsmessung und Positionierung von sehr kleinen Objekten<br />

oder für sehr präzise Messungen an spezifischen Positionen von<br />

Bauteilen. Müssen hingegen raue oder inhomogene Objektoberflächen<br />

abgefragt werden, empfiehlt sich die Variante, die eine<br />

Laserlinie erzeugt. Eine kostenfreie Software erweitert das<br />

Einsatzspektrum.<br />

www.ipf.de<br />

Schutztürlösung 4.0<br />

Pilz präsentiert eine neue Variante des Industrie-4.0-fähigen<br />

Schutztürsystems PSENmlock. Das System mit Reihenschaltung<br />

ermöglicht eine günstige Installation aufgrund von reduziertem<br />

Verkabelungsaufwand. Eine<br />

Fluchtentriegelung ist in zwei<br />

Ausführungen als Zubehör<br />

erhältlich. Mit Safety Device<br />

Diagnostics (SDD) kann die<br />

Zuhaltung einzelner Sensoren in<br />

der Kette angesteuert werden.<br />

Das System ist modular, sodass<br />

sich individuelle Lösungen<br />

erstellen lassen. Neben PSENmlock gibt es die Schutztürsensoren<br />

PSENslock. Mit dabei im Lösungspaket ist außerdem die Taster-<br />

Unit-Pitgatebox zur einfachen Bedienung und Ansteuerung von<br />

Schutztürsystemen. Mit ihr lassen sich Befehle wie Aktivieren,<br />

Stopp sowie Quittieren der Anlage steuern. Die vorkonfigurierten<br />

Varianten mit Kombinationen aus Drucktastern, Schlüsselschalter<br />

und Not-Halt-Taster bieten dabei maximale Flexibilität.<br />

www.pilz.com<br />

Explosionsschutz-geeignete Positionssensoren mit SSI Schnittstelle<br />

Die magnetostriktiven linearen Positionssensoren der T-Serie Temposonics wurden um eine SSI-Schnittstelle<br />

erweitert. Dadurch erhöht sich nicht nur die Funktionalität, sondern sie bietet den Vorteil, dass<br />

außer den Positionsdaten, weitere Informationen bis zu 0,5 μm digital übertragen werden können.<br />

So lassen sich Statusinformationen im Betrieb überwachen und im Fehlerfall umfangreiche Diagnosemöglichkeiten<br />

nutzen. Die Sensoren sind druckfest und unempfindlich gegen Vibrationen und Schock.<br />

www.mtssensors.com


Smart Sensor für Temperatur und Luftfeuchte<br />

Der Smart Sensor CSS 014 von Stego unterstützt das Condition Monitoring im Schaltschrankbau.<br />

mit der Messung von Temperatur und Luftfeuchte. Er erfasst elektronisch<br />

Temperatur und Luftfeuchte und wandelt seine Messdaten in ein standardisiertes analoges<br />

4 bis 20-mA-Signal. Dieses kann z. B. an Steuerungs- und Überwachungseinheiten<br />

übertragen und weiterverarbeitet werden. Der Sensor stellt zwei Messkanäle zur<br />

Verfügung. Der Messbereich beträgt - 40 bis + 60 °C und 0 bis 100 % rF.<br />

Teilbar<br />

muss er sein!<br />

www.stego.de<br />

Automatisierungs-Controller für dezentrale und<br />

PC-basierte Anwendungen<br />

Siemens erweitert seine Simatic Automatisierungs-Controller-Familie für PC-basierte Anwendungen.<br />

Bei den dezentralen Controllern gibt es jetzt den leistungsfähigeren Simatic ET 200SP Open Controller<br />

CPU 1515SP PC 2 für Standard- und fehlersichere Applikationen bis Performance Level e. Er verbindet<br />

die Funktionen eines PC-basierten Software-Controllers mit Visualisierung, Windows-Anwendungen<br />

und zentralen I/Os (Input/Output). Auch die neue fehlersichere CPU1516pro-2 PN für die Distributed<br />

Controller Simatic ET 200pro löst Standard- und fehlersichere Automatisierungsaufgaben bis Performance<br />

Level e in einem Gerät. Bei den Simatic S7-1500 Software-Controllern wurden erstmals<br />

Safety-Funktionalitäten integriert. Damit ist die CPU 1507S F laut<br />

Hersteller weltweit der einzige Software-Controller mit fehlersicherer<br />

PC-basierter Steuerung, die autark vom Betriebssystem<br />

betrieben wird. Dies gewährleistet eine hohe Systemverfügbarkeit<br />

und begünstigt den schnellen Steuerungshochlauf. Ferner ist die<br />

Installation von Windows-Updates und ein Reboot bei laufender<br />

Steuerung möglich.<br />

www.siemens.com<br />

Neuer IIoT-Baukasten erzeugt Mehrwert<br />

Der neue Predictive Analytics-Baukasten IIoT/PA-Pac von SSV unterstützt die datenbasierte Vorhersage<br />

von Ereignissen für Maschinen und Anlagen. Mittels der Hardware-Bausteine dieses Retrofit-<br />

Baukastens lassen sich bestehende Maschinen und Anlagen mit den entsprechenden Datenschnittstellen<br />

nachrüsten, um IIoT-geeignete Zustandsdaten zu gewinnen und zu speichern. Der zum<br />

Lieferumfang gehörende Sensor-2-Information-Service erzeugt Predictive Analytics-Informationen<br />

aus den zur Verfügung stehenden Sensordaten. Dabei kommen sowohl statistische Methoden zur<br />

Datenanalyse als auch verschiedene Machine Learning-<br />

Algorithmen zum Einsatz, die sich auch für die auto -<br />

matische Anomalieerkennung eignen. Die mit einem<br />

IIoT/PA-Pac ausgelieferten Sensoren orientieren sich<br />

hinsichtlich Typ und Qualität an der jeweiligen Aufgabenstellung.<br />

Das Angebotsspektrum reicht vom einfachen<br />

Pt100-Industriesensor über IO-Link-basierte<br />

Sensorsysteme bis zum batteriebetriebenen Funksensor.<br />

UNI FLANSCH HD<br />

Der robuste Metallflansch für raue<br />

Umgebungen<br />

www.pflitsch.de<br />

www.ssv-embedded.de<br />

Präzise Temperaturmessung mit SIL-Option<br />

Der Multi-Funktions-Vierdraht-Messumformer DTrans T06 ist für anspruchsvolle Anwendungen im<br />

Anlagenbau konzipiert. Das Tragschienengehäuse mit einer Baubreite von 22,5 mm und kodierten<br />

Steckklemmen ermöglicht den schnellen Schaltschrankeinbau. Das Gerät ist mit Widerstandsthermometern<br />

und Thermoelementen oder WFG/Poti und Spannungs-/Stromsignalen verwendbar<br />

und wandelt diese Eingangssignale in ein 0(2) bis 10 V- oder 0(4) bis 20-mA-Ausgangssignal um.<br />

Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen, z. B. in der chemischen Industrie, ermöglicht der Messumformer<br />

mit der Option SIL nach IEC61508 die Projektierung einer sicheren Temperatur-Messkette.<br />

www.jumo.net


CONTROL <strong>2018</strong> I MESSE<br />

Präziser Spürsinn<br />

Hightech-Roboter mit Wärmebildkamera identifiziert<br />

Hotspots an schwer zugänglichen Stellen<br />

Dipl.-Ing. Manfred Pfadt, Produktmanager<br />

Sensorik, Micro-Epsilon Messtechnik GmbH &<br />

Co.KG, Ortenburg; Péter Fankhauser, Robotics<br />

Software Engineer, ANYbotics AG, Zürich<br />

Sowohl bei der Überwachung von Maschinen und Prozessen als auch bei<br />

Rettungsaktionen von Menschen ist Zeit ein wichtiger Faktor. In beiden Fällen<br />

kommt der autonome Roboter Anymal zum Einsatz. In seinem Inspektionskopf<br />

befindet sich moderne Technologie, die dem Roboter seine Sinne verleiht. Hierzu<br />

zählt eine Wärmebildkamera mit hoher thermischer Empfindlichkeit. Dank ihr<br />

kann der Roboter heiße Stellen aufspüren – und frühzeitig Alarm schlagen.<br />

Anymal ist ein einzigartiger Roboter von<br />

Anybotics, der u. a. der Personensuche<br />

dient. Sein Name ist angelehnt an das englische<br />

Wort „animal“ – und er bewegt sich<br />

auch wie ein Tier. Er hat vier flexible Beine,<br />

auf denen seine Technologie gelagert ist,<br />

zum Beispiel Akkus für zwei bis vier Stunden<br />

lange Operationen oder Sensoren, die ihm<br />

01 Der autonome Roboter kann sich auch<br />

in unwegsamem Gelände sicher fortbewegen<br />

und auf Hotspots aufmerksam machen<br />

Eigenständigkeit verleihen. Die vier Beine<br />

und die Mobilität seiner Gelenke, die um<br />

360° gedreht werden können, ermöglichen<br />

Anymal zu klettern,<br />

springen, rennen,<br />

kriechen oder sogar<br />

zu tanzen. Daher<br />

ist er vor allem für<br />

KERNKOMPETENZ<br />

LED Beleuchtungen<br />

für die Bildverarbeitung<br />

+49 7132 99169 0<br />

www.falcon-illumination.de<br />

den Einsatz in<br />

unweg samem Gelände<br />

geschaffen<br />

und kann nach<br />

Erdbeben eingesetzt<br />

werden, wenn<br />

verstreute Trümmer<br />

den Zugang zu verschütteten<br />

Personen<br />

erschweren. Auch optisch ist er einem<br />

Tier sehr ähnlich. Er gleicht einem Hund<br />

und legt durch seine Vielzahl an Sensoren<br />

einen präzisen Spürsinn an den Tag. Ob<br />

Berg rettung, Bombenentschärfung oder<br />

Erd beben – überall dort, wo Menschen<br />

schnell und gezielt gerettet werden müssen<br />

oder es zu gefährlich ist, Menschen zur Rettung<br />

einzusetzen, sind seine Fähigkeiten<br />

gefragt. Der Hightech-Roboter wiegt ledig­<br />

44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong><br />

Falcon.indd 1 06.02.<strong>2018</strong> 14:45:58


lich 30 kg, obwohl er mit innovativer Technologie<br />

ausgestattet ist. Er ist voll autonom<br />

und wurde u. a. mit Lasersensoren versehen,<br />

um sich in seiner Umgebung sicher<br />

fortzubewegen. Hindernisse werden dadurch<br />

erkannt und Bewegungen in schwierigem<br />

Gelände lassen sich planen.<br />

Hotspots zuverlässig aufspüren<br />

Darüber hinaus verfügt Anymal über moderne<br />

Thermografiesysteme von Micro-Epsilon.<br />

Im schwenkbaren Inspektionskopf des Roboters<br />

sitzt „TIM“, die Wärmebildkamera<br />

ThermoImager TIM 160. Sie wird zur berührungslosen<br />

Temperaturmessung eingesetzt.<br />

Dafür muss sie hohe Anforderungen<br />

erfüllen: Sie muss kompakt und leicht sein,<br />

um sie auf dem Roboter montieren zu<br />

können. Zudem wird vorausgesetzt, dass<br />

ihr Aufbau robust und unempfindlich ist<br />

und sie somit vor allem durch Wasser und<br />

Erschütterungen nicht beeinflusst wird. Der<br />

geforderte Temperaturbereich, den die Kamera<br />

sicher detektieren sollte, liegt bei - 20<br />

bis + 350 °C und einer Genauigkeit von rund<br />

2 % vom Messwert. Über die Kamera findet<br />

der Roboter durch Abscannen seiner Umgebung<br />

mit dem Sensor außergewöhnlich<br />

heiße Stellen, sog. Hotspots, und kann frühzeitig<br />

Alarmsignale ausgeben. Dies ist für<br />

Rettungsaktionen erforderlich, aber ebenso<br />

in industrieller Umgebung in der Überwachung<br />

von Maschinen und Prozessen.<br />

Der Inspektionskopf des Anymal verfügt<br />

neben der Wärmebildkamera über eine<br />

RGB Zoom-Kamera, Mikrofone und einen<br />

Gasdetektionssensor. Die Bewegungsfreiheit<br />

des gesamten Systems ermöglicht die gezielte<br />

Untersuchung schwer zugänglicher<br />

Stellen. Péter Fankhauser, Robotics Software<br />

Engineer bei Anybotics, zeigt sich zufrieden<br />

mit der eingesetzten Wärmebildkamera von<br />

Micro-Epsilon: „Der ThermoImager TIM<br />

160 erfüllt unsere Anforderungen und hat<br />

uns mit dem einfachen USB-Anschluss und<br />

der Verfügbarkeit von Linux-Treibern überzeugt.<br />

Die Kamera ist einfach in der Bedienung,<br />

schnell einsatzbereit und zeigte<br />

sehr gute Ergebnisse.“<br />

Exakte Messwerte zu jeder Zeit<br />

02 Im schwenkbaren Inspektionskopf<br />

befindet sich eine Wärmebildkamera,<br />

die robust und unempfindlich gegenüber<br />

Wasser und Erschütterungen ist<br />

Wärmebildkameras erfassen und messen<br />

im Gegensatz zu Pyrometern Temperaturen<br />

nicht an einem Punkt, sondern auf einer<br />

Fläche. Sie arbeiten wie Digitalkameras und<br />

verfügen über ein Gesichtsfeld. Durch die<br />

Wahl eines passenden Objektivs kann dieses<br />

auf die Applikation abgestimmt werden.<br />

Im Infrarotbereich kann die Wärmestrahlung<br />

nur durch Optiken aus Germanium<br />

oder mit Oberflächenspiegeln fokussiert<br />

werden. Solche vergüteten Optiken sind<br />

immer noch ein erheblicher Kostenfaktor<br />

bei Wärmebildkameras. Sie sind als sphärische<br />

3-Linser oder asphärische 2-Linser ausgeführt<br />

und müssen für thermometrisch<br />

korrekte Messungen, gerade bei Kameras<br />

mit Wechselobjektiven, bzgl. ihres Einflusses<br />

auf jedes Einzelpixel kalibriert werden.<br />

Infrarote Strahlung geht von jedem Körper<br />

aus, dessen Temperatur über dem absoluten<br />

Nullpunkt liegt. In einem Detektor wird die<br />

Energie der Infrarotstrahlung in elektrische<br />

Signale umgewandelt, die dann auf Grundlage<br />

der Kalibrierung des Sensors und des<br />

eingestellten Emissionsgrades in Temperaturwerte<br />

umgerechnet werden. Basierend auf<br />

dieser Auswertung kann die gemessene<br />

Temperatur auf einem Display angezeigt, als<br />

analoges Signal ausgegeben oder über einen<br />

digitalen Ausgang auf einem Com puter dargestellt<br />

werden. Die Messung erfolgt berührungslos<br />

und erlaubt damit schnelle und<br />

sichere Temperaturmessungen von bewegten,<br />

heißen oder schwer zugänglichen Objekten.<br />

Vielseitig einsetzbar<br />

Die Wärmebildkameras der Serie TIM 160<br />

sind dank der hohen thermischen Empfindlichkeit<br />

für präzise Messaufgaben in Echtzeit<br />

konzipiert. Weiterhin bietet das System<br />

eine hohe Bildfrequenz von 120 Hz. Der Anschluss<br />

erfolgt über eine USB-Schnittstelle,<br />

über die auch die Versorgung vorgenommen<br />

wird. Der Messbereich erstreckt sich<br />

von - 20 bis + 900 °C, optional bis 1 500 °C.<br />

Infrarotkameras von Micro-Epsilon sind<br />

sehr leicht und robust, sodass sie sich für<br />

den Einsatz in industrieller Umgebung oder<br />

für die Montage auf Robotern, wie dem<br />

Anymal, eignen. Sie prüfen u. a. Wärmedämmungen<br />

an Häusern, Verlustleistung<br />

elektronischer Baugruppen, spüren Glutnester<br />

auf, überwachen Oberflächentemperaturen<br />

oder lassen sich in der Medizin<br />

zur Untersuchung von Entzündungsherden<br />

einsetzen.<br />

www.micro-epsilon.de<br />

Internationale Fachmesse<br />

für Qualitätssicherung<br />

24. – 27. 04. <strong>2018</strong><br />

STUTTGART<br />

Qualität macht<br />

den Unterschied.<br />

Als Weltleitmesse für Qualitätssicherung<br />

führt die 32. Control die internationalen<br />

Marktführer und innovativen Anbieter aller<br />

QS-relevanten Technologien, Produkte,<br />

Subsysteme sowie Komplettlösungen in<br />

Hard- und Software mit den Anwendern<br />

aus aller Welt zusammen.<br />

Messtechnik<br />

Werkstoffprüfung<br />

Analysegeräte<br />

Optoelektronik<br />

QS-Systeme / Service<br />

www.control-messe.de<br />

Veranstalter: P. E. SCHALL GmbH & Co. KG<br />

+49 (0) 7025 9206-0<br />

control@schall-messen.de


Messe Control <strong>2018</strong><br />

STEIGERN SIE<br />

IHREN AUTO-<br />

MATISIERUNGS<br />

IQ<br />

mit<br />

Control <strong>2018</strong><br />

Neue Erkenntnisse und ihre Anwendung in der QS-Praxis<br />

Die Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – steht in den Startlöchern:<br />

Das Branchentreffen findet vom 24. bis 27. April in Stuttgart statt. Damit sich<br />

Theorie und Praxis optimal verzahnen, bietet der Fachmessenveranstalter P.E. Schall<br />

GmbH & Co. KG nicht nur das Weltangebot an Qualitätssicherung auf erneut mehr<br />

Quadratmetern, sondern auch eine besonders besucherfreundliche und übersichtliche<br />

Aufteilung des Exponate-Spektrums in Blöcken. So sind Messtechnik, Werkstoff-Prüfung,<br />

Analysegeräte, Optoelektronik, QS-Systeme und Service in direkt an<br />

der industriellen Praxis ausgerichteter Reihenfolge angeordnet.Die Sonderschau<br />

„Berührungslose Messtechnik“, die bereits zum 14. Mal in Kooperation zwischen der<br />

Fraunhofer-Allianz Vision und der P.E. Schall GmbH & Co. KG durchgeführt wird,<br />

zeigt neueste Entwicklungen und zukunftsweisende Technologien aus dem Bereich<br />

der berührungslosen Mess- und Prüftechnik. Und noch ein weiteres Fraunhofer­<br />

Institut wird auf der Control neueste Erkenntnisse der Wissenschaft für die Praxis<br />

vorstellen: Das Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) lädt bereits<br />

zum 11. Mal zum Eventforum ein, um neue und zukunftsweisende Technologien<br />

für die Messebesucher auf einer Standfläche zu präsentieren und „live“ erlebbar zu<br />

machen. Im Jahr <strong>2018</strong> findet das Eventforum zum Themenschwerpunkt „Nachhaltigkeit<br />

durch Smarte Qualitätskontrolle – vom Produktdesign bis zum Recycling“ statt.<br />

Referenten aus Industrie und Forschung stellen außerdem speziell zu den von ihnen<br />

gehaltenen Vorträgen auch Exponate aus, nämlich auf dem Eventforum-Stand. Auf<br />

diese Weise findet direkt der Transfer von der Theorie in die Praxis statt.<br />

www.control-messe.de<br />

EMVA veranstaltet Vortragsforum „Control Vision Talks“<br />

im Rahmen der Messe Control<br />

Automatisierung ist entscheidend<br />

für die Smart Factory. Deshalb<br />

verlassen sich erfahrene Ingenieure<br />

auf Gocator. Der 3D-Smart-Sensor<br />

für die Automatisierung von<br />

manuellen Aufgaben sowie erhöhte<br />

Effizienz und Produktivität.<br />

Im Rahmen der Control veranstaltet der europäische Bildverarbeitungsverband<br />

EMVA gemeinsam mit dem Messeveranstalter P.E. Schall bereits zum dritten Mal<br />

die „Control Vision Talks – Vortragsforum für Bildverarbeitung und optische Messtechnik“.<br />

Insgesamt werden 30 Vorträge zu verschiedenen Schwerpunktthemen<br />

geboten. Während am ersten Messetag, dem 24. April, das Thema „Bildverarbeitung:<br />

Von 2D bis 3D im Fokus steht, ist das Thema ´Optische Messtechnik: Von Offline bis<br />

Inline“ Mittelpunkt der Vorträge am 25. April. Am 26. April geht es dann um „Spectral<br />

Imaging: Hyperspectral, CT und Infrarot“. Ergänzt werden die Control Vision Talks<br />

durch die Podiumsdiskussion „Inline-Computertomographie: Mythos oder Realität“,<br />

die am 25. April um 12 Uhr auf dem Forum stattfindet. Die Teilnahme an den Vorträgen<br />

ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung nicht nötig.<br />

Entdecken Sie<br />

Automatisierung<br />

www.emva.org<br />

www.lmi3d.com/de


3D-Kamerasystem mit vergrößertem Sichtfeld<br />

IDS erweitert sein Portfolio um eine 5-MP-Variante des modularen 3D-Kamerasystems<br />

Ensenso X. Das Anwendungsspektrum des 3D-Kamerasystems Ensenso X reicht von<br />

Fabrikautomation (z. B. Bin Picking) bis Lager- und Logistikautomation (z. B. Palletten-<br />

Kommissionierung). Nun sind Varianten mit 5 MP Sony Sensoren möglich. Im Vergleich<br />

zu bisherigen 1,3-MP-Varianten kann dank des größeren Sichtfeldes bspw. der Abstand<br />

zwischen Kamerasystem und Objekt verringert werden: Um eine bepackte Euro-Palette<br />

(120 × 80 × 100 cm) komplett zu erfassen, sind statt 1,5 nur noch 1,25 m<br />

notwendig. Die Z-Genauigkeit verbessert sich von 0,43 auf<br />

0,2 mm. Weitere Vorteile sind ein Plus von bis zu 35 %<br />

bei der lateralen Auflösung bei mehr als 30 % geringerem<br />

Rauschen, sodass Details und Tiefeninformationen noch<br />

präziser erfasst werden.<br />

Exakter<br />

Vergleichbares bewerten<br />

www.ids-imaging.de<br />

Funk-Datenlogger für digitale Sensoren<br />

Mit dem wireless data logger Almemo 470 können nicht nur Klima-Messgrößen wie<br />

Temperatur oder Luftfeuchtigkeit drahtlos erfasst werden. Eine flexible Anschlusstechnik<br />

für digitale Sensoren ermöglicht die Adaption einer Vielzahl unterschiedlicher<br />

Sensoren zur Messung der verschiedensten Messgrößen. Derzeit lassen sich bis zu<br />

30 Funksensoren sternförmig über einen<br />

Logger vernetzen. Die Messdaten werden<br />

im Gerät gespeichert und auf einem<br />

großen 5,7"-Touch-Display angezeigt.<br />

Über das übersichtliche, menügeführte<br />

Display werden die Sensoren im Funk -<br />

netz verwaltet sowie Grenzwerte und<br />

Zyklen programmiert. Für eine optimale<br />

Zuordnung an den einzelnen Messorten<br />

können über den Logger sogar Kommentare<br />

im Funksensor hinterlegt werden. Die Funkmodule selbst sind mit verschiedenem<br />

Zubehör variabel installierbar. Das WLAN-basierte Datenloggersystem ist internetfähig<br />

und für unterschiedlichste Applikationen einsetzbar.<br />

Besuchen Sie uns:<br />

Control Stuttgart,<br />

24. –27.04.<strong>2018</strong>,<br />

Halle 4, Stand 4504<br />

www.ahlborn.com<br />

Sonderschau „Berührungslose Messtechnik“<br />

Die Sonderschau »Berührungslose Messtechnik«<br />

im Rahmen der internationalen Leitmesse für<br />

Qualitätssicherung stellt auf konzentrierter Fläche<br />

eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien zur<br />

berührungslosen und zerstörungsfreien Messund<br />

Prüftechnik vor. Sie bietet Interessenten<br />

und potenziellen Anwendern zum einen eine<br />

erste Orientierungshilfe bei der Auswahl einer<br />

geeigneten Technologie zur Bewältigung eigener<br />

Prüfaufgaben. Denn die Performance und Flexibilität<br />

moderner Systeme wächst ständig. Immer<br />

größere Skalenbereiche werden abgedeckt und<br />

neue Anwendungsfelder erschlossen. Darüber<br />

hinaus bieten die Aussteller auch komplette<br />

berührungslose Mess- und Prüfsysteme an,<br />

an denen Besucher mit konkreten Aufgabenstellungen<br />

Lösungsmöglichkeiten vorfinden.<br />

Die Sonderschau findet mit Unterstützung der<br />

Fraunhofer-Allianz Vision und der P. E. Schall GmbH & Co. KG statt. Das Bild zeigt<br />

das hochauflösende 3D-Inline-Inspektionssystem ZFokus für Klein- und Kleinstbauteilen<br />

von Senswork.<br />

www.vision.fraunhofer.de<br />

Industrie­Vibrometer<br />

Vibroakustische Qualitätskontrolle<br />

lasergenau<br />

Mit der optischen Schwingungsmessung<br />

des IVS-500 Industrie-Vibrometers<br />

vermeiden Sie Pseudo-Ausschuss<br />

in der Fertigung durch eindeutige<br />

Gut-Schlecht-Entscheidungen. Das<br />

IVS-500 prüftberührungslos mithöchster<br />

Flexibilität an sämtlichen Bauteilgeometrienund<br />

bis in denUltraschallbereich.<br />

Füreine hohe Ausbringung und kurze<br />

Durchlaufzeiten dank 100%iger<br />

Zuverlässigkeit in der Qualitätskontrolle.<br />

Mehr unter:<br />

www.industrie­vibrometer.de


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Den Verpackungsprozess im Blick<br />

Webbasierte Visualisierung in der Anlagenüberwachung und -steuerung<br />

Verpackungsmaschine<br />

für die Pharma- und<br />

Kosmetikindustrie mit<br />

neuen Visualisierungskonzepten<br />

in reinster<br />

Webtechnik (OEE-Panel)<br />

Maschinendaten sind heute<br />

essentiell, um Auslastung und<br />

Produktivität bestmöglich zu<br />

steuern. Ein Spezialist für<br />

Verpackungsmaschinen hat daher<br />

seine Maschinen modernisiert.<br />

Informationen werden nun in<br />

reiner Webtechnik direkt im<br />

Browser zur Verfügung gestellt.<br />

Was das Besondere daran ist,<br />

lesen Sie in folgendem Beitrag.<br />

Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />

stellv. Chef redakteurin,<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

Produkte der Pharma- und Kosmetikindustrie<br />

müssen nicht nur optisch hohen<br />

Ansprüchen gerecht werden, sondern auch<br />

einwandfrei verpackt sein. Ein Unternehmen,<br />

das sich auf hochwertige Verpackungen<br />

spezialisiert hat, ist Pester Pac <strong>Automation</strong>.<br />

Modernste Maschinenkonzepte erfüllen<br />

jegliche Anforderungen, von der Folienverpackung<br />

über die Kartonverpackung bis<br />

hin zur Palettierung. Dabei bietet das Unternehmen<br />

nicht nur Standardkonzepte,<br />

sondern auch maßgeschneiderte Komplettlösungen.<br />

Zum Kundenkreis zählen multinationale<br />

Konzerne der Pharma- und Kosmetikindustrie,<br />

die von den Anlagen nicht<br />

nur einen einwandfreien Verpackungsprozess<br />

erwarten, sondern auch bestmögliche<br />

Bedienbarkeit und modernste Technik.<br />

Die Wertschöpfung einer Anlage<br />

Maschinen- und Produktionsdaten liefern<br />

wichtige Informationen, ohne die kaum ein<br />

effizienter Betrieb von Anlagen und Maschinen<br />

möglich ist. Dabei geht es nicht nur<br />

um die Datenerfassung, sondern auch um<br />

deren Analyse und Visualisierung. Pester<br />

Pac <strong>Automation</strong> hat daher seine Anlagen<br />

modernisiert. Denn zum einen gab es intern<br />

den Bedarf, eine Logfunktion von Maschinen-<br />

und Betriebsdaten für die Analyse und<br />

Fehlersuche zu implementieren, welche<br />

über einen längeren Zeitraum Signale und<br />

Variablen erfasst, abspeichert und sowohl<br />

in Listen- als auch Diagrammform darstellt.<br />

Zum anderen wollte man Kunden einen<br />

Mehrwert bieten: Produktionskennzahlen<br />

in Form einer OEE (Overall Equipment<br />

Effectiveness) – Auswertung. Diese erlaubt<br />

eine übersichtliche Bilanzierung von Maschinen-<br />

und Produktionsdaten und somit<br />

einen Überblick über die Produktivität bzw.<br />

die Verluste einer Anlage. Auch lässt sich<br />

die Auslastung einer Maschine ortsüber-<br />

48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


greifend darstellen – essentiell<br />

für Unternehmen, die an verschiedenen<br />

Standorten produzieren<br />

und fertigen. Pester Pac wollte<br />

nun diese Funktion nicht nur für<br />

neue Maschinen anbieten, sondern<br />

auch als Nachrüst-Option für<br />

bestehende Maschinen und Anlagen.<br />

Konzept: Plattform- und<br />

Betriebssystem-unabhängig<br />

Um Maschinen und Anlagen bedienen, beobachten<br />

und steuern zu können, kommen<br />

HMI/Scada-Systeme zum Einsatz. Sie bieten<br />

einen umfassenden Zugriff auf Daten, eine<br />

schnelle und flexible Anlagenkonfiguration<br />

sowie die Visualisierung verschiedenster<br />

Informationen. Die sich verändernden Anforderungen<br />

im Betrieb moderner Anlagen<br />

erfordern es heute, alle notwendigen Daten<br />

und Informationen an jedem Ort zur Verfügung<br />

zu stellen. Voraussetzung dafür ist<br />

eine Lösung, die nicht nur über Leitstandsysteme,<br />

sondern auch mobil den vollen<br />

Pester Pac-Maschinen integrierte OPC UA-<br />

Server als Datenquelle. Von dort aus wurden<br />

die Daten in die interne Datenbank von<br />

Atvise Scada geschrieben und anschließend<br />

wieder den Applikationen zur Verfügung<br />

gestellt (OEE-Auswertung).<br />

Das Front-End der Applikation wurde<br />

mittels reiner Webtechnologie, Plattformund<br />

Endgeräte-unabhängig in einem beliebigen<br />

Browser ausgegeben. Somit konnten<br />

die Applikationen nicht nur am Panel an<br />

einer Maschine, sondern auch im Leitstand<br />

sowie auf mobilen Endgeräten wie Smartphones<br />

oder Tablets genutzt werden.<br />

Web-Applikation komfortabel<br />

erstellen<br />

Das Erstellen von Web-Applikationen muss<br />

nicht zwingend kompliziert sein. Eine Möglichkeit<br />

bietet das objektorientierte Engineering<br />

Tool Atvise Builder, das auf Basis<br />

von OPC UA das komfortable Parametrieren<br />

und Konfigurieren von Anlagen und Prozessen<br />

erlaubt. Der notwendige HTML-Code<br />

Informationen und Daten können ohne Client oder Plug-in-<br />

Installation über jeden Standard-Webbrowser abgerufen werden.<br />

chainflex®<br />

hält ...<br />

Ethernet Leitung Linear<br />

76 Test<br />

22 Test<br />

Mio.Hübe<br />

getestet<br />

3089<br />

Ethernet Leitung Robot<br />

Mio.Zyklen<br />

getestet<br />

3486<br />

Zugriff auf HMI/Scada-Funktionen erlaubt.<br />

Zum Einsatz kam bei Pester Pac daher ein<br />

Web-basiertes und plattformunabhängiges<br />

System: Atvise Scada. Diese HMI-Technologie<br />

erweitert jedes webfähige Gerät oder<br />

Softwareprodukt mit dem integrierten Webserver<br />

um ein leistungsstarkes HMI. Damit<br />

stehen Anwendern Daten und Visualisierungen<br />

jederzeit zur Verfügung – auf jedem<br />

Endgerät und über jeden Webbrowser.<br />

Da ältere Maschinen teilweise noch nicht<br />

mit einem Industrie-PC ausgestattet waren,<br />

konnten mit atvise Scada die Verbindung<br />

zur Steuerung aufgebaut und im Web-<br />

Front-End OEE Kennzahlen sowie geloggte<br />

Betriebsdaten visualisiert und analysiert<br />

werden. Tobias Weber, Key Account Manager<br />

der Certec EDV GmbH: „Prozessdaten-<br />

Logging und die Darstellung der Produktivitätskennzahlen<br />

werden für viele Branchen<br />

immer wichtiger – sowohl aus Sicht<br />

der Anlagenbetreiber, als auch aus Sicht<br />

der Maschinenbauer.“<br />

OPC UA-Server als Datenquelle<br />

Eine technische Evaluierung bei Pester Pac<br />

ergab, dass sich das Prozessdaten-Logging<br />

und die Darstellung der Produktivitätskennzahlen<br />

aufgrund der Komplexität<br />

nicht ausschließlich durch Konfiguration<br />

und Parametrierung von Atvise Scada realisieren<br />

lassen. Allerdings konnten die Scadaatypischen<br />

Anforderungen durch applikationsseitige<br />

Entwicklungen erfüllt werden.<br />

In beiden Applikationen diente der in den<br />

wird im Programm automatisch erzeugt.<br />

Typische Scada-Funktionalitäten wie Alarming,<br />

Historisierung, Dynamisierung usw.<br />

stehen anwenderfreundlich per drag & drop<br />

zur Verfügung.<br />

Prozesskenntnisse & Scada-/Web-<br />

Programmierkompetenz<br />

Um nun bei Pester Pac beide Applikationen<br />

– Prozessdaten-Logging und die Darstellung<br />

der Produktivitätskennzahlen –<br />

möglichst schnell umzusetzen, startete<br />

man zwei separate Entwicklungsprojekte:<br />

Pester Pac entwickelte in-house das OEE-<br />

Modul und Certec EDV widmete sich der<br />

Entwicklung der Logging-Funktionalität.<br />

Somit konnten die jeweiligen Kompetenzen<br />

optimal miteinander verbunden werden:<br />

Prozesskenntnisse auf der einen, und Scada-/Web-Programmierkenntnisse<br />

auf der<br />

anderen Seite. Und das nächste Projekt<br />

steht bereits in den Startlöchern. Um ein<br />

Retrofit für Altanlagen ohne Softwareschnittstelle<br />

zu ermöglichen, soll auf Basis<br />

von Standard-Produkten ein Hardware-Konzept<br />

entwickelt werden. Als potenzielle Lösung<br />

hierfür sind Produkte der Certec-Mutter<br />

Bachmann Electronic in der Evaluierung.<br />

Das international tätige High-Tech-Unternehmen<br />

bietet komplette Systemlösungen<br />

im Bereich der Automatisierungstechnik.<br />

Bilder: Bachmann<br />

www.bachmann.info<br />

Garantie<br />

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STEUERN UND ANTREIBEN<br />

SPS und Motion Controller als<br />

perfektes Team<br />

Das Network Motion System<br />

FP-XH von Panasonic Electric<br />

Works wurde nun mit neuen<br />

Funktionen für elektronische<br />

Getriebe, Kupplung und<br />

Nockensteuerung für Linearund<br />

Kreisinterpolation<br />

ausgestattet. Das System<br />

vereint eine kompakte und<br />

obuste SPS mit einem Motion<br />

Controller. Die CPU hat<br />

16 digitale Ein- und Ausgänge und ist zusätzlich mit vier<br />

High-Speed-Eingängen bestückt. Die CPU ist erweiterbar mit den<br />

Panasonic FP0R- und FPX-Modulen. Die FP-XH besitzt einen<br />

Echtzeit-Bus für High-End-Anwendungen, den bewährten RTEX<br />

(Realtime Express). Dieser Hochgeschwindigkeits-Ethernet-Bus<br />

für die Automatisierung eignet sich besonders für hochdynamische<br />

ein- und mehrachsige Positionieraufgaben. Die Kommunikation<br />

zwischen Master und Slaves erfolgt in Echtzeit. Dank<br />

Ringleitung wird eine hohe Ausfallsicherheit gewährleistet. Eine<br />

komfortable Verdrahtung geschieht mit Ethernet-Standardkabeln<br />

CST5e mit bis zu 100 m Abstand zwischen den Modulen. In<br />

Kombination mit der Minas A6N/A5N Antriebs-Serie stellt das<br />

System einen technologischen Upgrade für Applikationen mit bis<br />

zu acht Achsen dar.<br />

www.panasonic-electric-works.com<br />

Präziser und bedarfsgerechter<br />

Krafteinsatz<br />

LIVE@<br />

Mit dem kollaborativen Roboter Sawyer von Rethink<br />

Robotics können Unternehmen, bei denen die Digital<br />

Factory bereits Realität ist, ihre Fertigungsprozesse<br />

weiter automatisieren sowie Produktion- und<br />

Leistungsdaten erfassen, visualisieren und direkt in<br />

ihre Produktions-IT<br />

und Data-Analytics-<br />

Systeme einspeisen.<br />

Der Cobot hat eine<br />

intelligente<br />

Kraftsteuerung, die<br />

einen präzisen und<br />

bedarfsgerechten<br />

Krafteinsatz im<br />

Umgang mit elektronischen<br />

Baugruppen,<br />

zerbrechlichen<br />

Komponenten und hochwertigem Zubehör ermöglicht. So kann<br />

er z. B. bei der Bestückung hochsensibler Platinen oder bei der<br />

Qualitätskontrolle für das Testen von Leiterplatten eingesetzt<br />

werden. Etwa das Unternehmen ASM Assembly Systems setzt in<br />

der Fertigung in München den Cobot ein, um Leiterplatten in<br />

einen Testadapter einzulegen, auf Fehler zu überprüfen und<br />

entsprechend dem Testergebnis zu sortieren. Die sichere<br />

Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ist TÜV-zertifiziert.<br />

www.rethinkrobotics.com/de/<br />

Industrie-4.0-ready durch neuen IoT-Core<br />

LIVE@<br />

Wichtige Informationen intelligenter IO-Link-<br />

Sensoren kann dieser IO-Link-Master von ifm<br />

electronic nicht nur an die SPS, sondern auch parallel<br />

in das IT-Netz senden. Mit einer separaten<br />

IoT-Ethernet-Buchse kann die Automatisierungswelt<br />

völlig getrennt vom IT-Netz aufgebaut werden. Dazu<br />

besitzen die Master volle V1.1-Funktionalität und verfügen über<br />

vier oder acht IO-Link-Ports. Die dezentralen IO-Link-Master-<br />

Module dienen als Gateway zwischen Sensoren und dem Feldbus.<br />

In IT- als auch ERP-Systeme gelangen die Sensor-Informationen<br />

über die etablierte TCP/IP-JSON-Schnittstelle. Um die Anlagenverfügbarkeit<br />

sicher zu stellen, ist das Gerät mit einer separaten<br />

IoT-Ethernet-Buchse ausgestattet. So sind<br />

IT- und Automatisierungsnetz völlig voneinander<br />

getrennt. Der spezielle Gehäusewerkstoff<br />

und die hohe Dichtigkeit (IP67 oder<br />

IP69K) erlauben den Einsatz in Coolant-<br />

Applikationen oder direkt in Nassbereichen<br />

der Lebensmittelindustrie.<br />

www.ifm.com<br />

Antriebstechnik mit „Integrated Safety“<br />

„Integrated Safety“ schafft die Grundlage um Sicherheitsfunktionen<br />

direkt im Antriebs- und Automatisierungssystem zu<br />

LIVE@ realisieren. KEB Combivert S6-A und F6-A sind<br />

Servosysteme bis 5,5 kW und universelle Drive<br />

Controller für Leistungen bis 90 kW. Für beide<br />

Typen wurde vor kurzem die Zertifizierung eines<br />

neuen Sicherheitsmoduls mit umfangreich<br />

erweiterten Funktionen abgeschlossen. Beide Gerätereihen mit<br />

Sicherheitsmodul 3 bieten eine durchgängige sichere Bewegungsfunktionalität<br />

gemäß IEC 61800-5-2, die eine fortschrittliche,<br />

bewegungsbasierte sichere Überwachung direkt im Antrieb<br />

möglich macht. Das Safety-Engineering wird integrierter Teil der<br />

zentralen <strong>Automation</strong>saufgabe im optimal aufeinander<br />

abgestimmten Programmiersystem. Das vereinfacht das Handling<br />

von Variablen, Funktions- und Safety-Logik und verbessert die<br />

Fehlerreaktionszeiten. Sicherheitsfunktionen lassen sich flexibel<br />

zur Laufzeit in bis zu acht Parametersätzen im Sicherheitsmodul 3<br />

umschalten. Weiterer Vorteil ist, dass durch die Reduzierung von<br />

separaten Schutzeinrichtungen Kosten gespart werden können.<br />

www.keb.de<br />

Modular Computing für Box-PC- und HMI-Systeme<br />

Die Embedded-Systeme von Syslogic umfassen moderne<br />

Industrial-Box-PCs- und robuste HMI-Systeme mit projizierend<br />

kapazitiven Touchscreens. Durch Modular Computing lassen<br />

sich die Embedded-Systeme einfach und schnell anpassen.<br />

Erreicht wird dies mit erweiterbaren Standardgeräten, einer<br />

besonderen Komponentenbauweise und selbstentwickelten<br />

Erweiterungskarten. Dazu zählen analoge oder digitale<br />

I/O-Boards oder USB-Seriell-Schnittstellenwandler. Damit lassen<br />

sich Schnittstellen von Box-PC- oder HMI-Systemen fast beliebig<br />

konfigurieren.<br />

www.syslogic.de<br />

50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Leistungsfähiger<br />

All-in-One Panel-PC<br />

Zur Realisierung innovativer<br />

Bedien- und Visualisierungskonzepte<br />

bietet Ferrocontrol<br />

den Panel-IPC E°PC C0518 an.<br />

Er beinhaltet einen Intel-<br />

Prozessor der 6. Generation<br />

(Skylake), der in den Varianten<br />

Intel Core i3, i5, i7 oder<br />

Celeron erhältlich ist und sich<br />

so für die Applikation skalieren<br />

lässt. Dies gilt auch für den<br />

Speicherausbau bis 32 GB.<br />

Drehgeber: Robust und leicht zu installieren<br />

Posital ergänzt sein Angebot um inkrementale Hohlwellendrehgeber. Diese<br />

sind so konzipiert, dass sie sich schnell und sicher auf der Maschinenwelle,<br />

die durch das Sensorelement läuft, installieren lassen. Dabei wird der<br />

Drehgeber grundsätzlich von der Welle getragen. Eingesetzt werden die<br />

robusten Durchgangshohlwellengeber zur präzisen Überwachung von<br />

Drehbewegungen in einer Vielzahl von Anwendungen, z. B. in Servomotoren, in der Fördertechnik<br />

oder in Verpackungsmaschinen. Sie ermöglichen einen platzsparenden Einbau am Motor oder<br />

auch dort, wo die freie Motorwelle für weitere Anbauten benötigt wird. Erhältlich sind die<br />

inkrementalen Feedback-Geber für Wellendurchmesser von 9,5 bis 44,5 mm. Die kleineren<br />

Varianten haben einen Außendurchmesser von 58 mm, während die größeren Einheiten mit 77<br />

bzw. 100 mm Außendurchmesser aufwarten. Die verfügbare Auflösung reicht von 360 bis 4 096 PPR.<br />

Alle verfügen über Aluminiumgehäuse und Schutzart IP65.<br />

www.posital.de<br />

Über das 18,5"-Full-HD-<br />

Display können Maschinen<br />

sicher bedient werden−<br />

durch den analog-resistiven<br />

Touchscreen auch mit<br />

Handschuhen. Außerdem<br />

ermöglicht das IoT-Betriebssystem<br />

die Implementierung<br />

von IoT-Lösungen und die<br />

Integration von Cloud-Daten.<br />

Mit IP54-geschützter Front<br />

eignet sich der Panel-IPC auch<br />

in rauen Industrieumgebungen<br />

für den Schaltschrankeinbau.<br />

www.ferrocontrol.de<br />

SPS für kritische<br />

Anwendungen<br />

Eine SPS für kritische und<br />

hochverfügbare Anwendungen<br />

ist die Regul R500. Sie eignet<br />

sich für Anwendungen in<br />

fehlertoleranten Mess-, Steuerund<br />

Regelanlagen sowie für<br />

verteilte Systeme für industrielle<br />

Branchen, die eine hohe<br />

Vorgangsgeschwindigkeit<br />

erfordern. Der redundante,<br />

modulare Controller kontrolliert<br />

Betriebsarten der Anlagen<br />

und verwaltet die technische<br />

Ausrüstung eines Unternehmens<br />

nach bestimmten<br />

Algorithmen. Zum Einsatz<br />

kommt der Controller unter<br />

anderem in Öl- und<br />

Gasanwendungen.<br />

www.gp-systems.com<br />

Jetzt entdecken: conrad.biz/mro<br />

Mein zuverlässlicher Partner für<br />

Wartung &<br />

Instandhaltung<br />

Partner im Wartungs- & Instandhaltungsbereich<br />

sind vor allem Eines: verlässlich. Mit Conrad<br />

können auch unerwartete Bedarfe schnell und unkompliziert<br />

gedeckt werden. Bei einer Standardlieferung<br />

innerhalb von 24 Stunden oder auf<br />

Wunsch sogar innerhalb von 2 Stunden -<br />

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Effiziente<br />

Beschaffungsprozesse<br />

24 Std. Standardlieferung<br />

Kalibrierservice


Automatisieren mit IO-Link<br />

LIVE@<br />

Hydraulikzylinder-Montageanlage - einfach verkabelt und flexibel in der Produktion<br />

Vielfältige Installationsvorteile sowie Zeit- und Kostenersparnis<br />

sind Merkmale, mit denen IO-Link bei Erstanwendern Eindruck macht.<br />

Diese Technologie steht aber auch für höchst flexible Parametrierungsund<br />

Produktionskonzepte. Lesen Sie, wie damit eine teilautomatisierte<br />

Anlage realisiert werden konnte, die unterschiedliche Hydraulikzylinder<br />

nonstop und effizient montieren kann.<br />

Die Hydraulik-Lösungen kommen unter<br />

anderem in mobilen Arbeitsmaschinen<br />

und Nutzfahrzeugen zum Einsatz<br />

Eine aus zig Fertigungsstationen, Antrieben<br />

und Zuführeinheiten gespeiste polyphone<br />

Geräuschkulisse erfüllt die Werkshalle.<br />

Noch vor kurzem war bei Weber die<br />

Montage von Hydraulikzylindern in weiten<br />

Teilen Handarbeit. Heute übernimmt eine<br />

U-förmige, rund 10 x 6 und in der Höhe 3 m<br />

messende Anlage diese Aufgabe, unterstützt<br />

von drei Werkern. Vorne werden Zylinderrohr<br />

und Kolbenstange paarweise auf Werkstückträgern<br />

in Position gebracht, hinten<br />

kommen fertig montierte, qualitätsgeprüfte<br />

und gekennzeichnete Hydraulikzylinder<br />

heraus. Weber-Hydraulik hat die Anlage<br />

entwickelt, gebaut und dabei auf den Kommunikationsstandard<br />

IO-Link gesetzt.<br />

Die Weber-Hydraulik GmbH mit Sitz in<br />

Güglingen bei Heilbronn stellt überwiegend<br />

maßgeschneiderte Hydrauliklösungen her.<br />

Seit mehr als 75 Jahren produziert das Fa -<br />

mi lienunternehmen hochwertige Zylinder,<br />

Steuerblöcke, Lenk- und Federungssysteme,<br />

Ventile und Aggregate für mobile Arbeitsmaschinen,<br />

Nutzfahrzeuge, Werkzeugmaschinen<br />

und Rettungsgeräte. Mit rund 2 100 Mitarbeitern<br />

an elf Standorten weltweit realisiert<br />

das Unternehmen innovative und anwendungsspezifische<br />

Systemlösungen.<br />

Herausforderung für die<br />

Anschlusstechnik<br />

Lag der Schwerpunkt bis vor wenigen Jahren<br />

noch vorwiegend im Bereich des Vorrichtungs-<br />

und Betriebsmittelbaus, betrat das<br />

52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Zylinderrohr und Kolbenstange<br />

durchlaufen weitestgehend automatisiert<br />

den Montageprozess<br />

Unternehmen mit dem Bau eigener Produktionsanlagen<br />

Neuland. „Im Jahr 2013<br />

haben wir uns das Ziel gesteckt, die Montage<br />

unserer Hydraulikzylinder effizienter zu gestalten.<br />

Wir planten eine teilautomatisierte<br />

Fertigungslinie, auf der wir mit geringen<br />

Umrüstzeiten rund 25 unterschiedliche<br />

Zylindertypen fahren können“, erläutert<br />

Nikolai Wengel, Abteilungsleiter Vorrichtungs-<br />

und Anlagenbau. Dabei wurde deutlich,<br />

dass im Feld eine Vielzahl anzuschließender<br />

Sensorik und Aktorik erforderlich<br />

sein würde, um Zylinderrohr und Kolbenstange<br />

weitestgehend automatisiert durch<br />

den Montageprozess zu schleusen.<br />

Mit Balluff verbindet Weber-Hydraulik<br />

seit langem eine enge Partnerschaft. Es lag<br />

also nahe, hinsichtlich Anbindung der Prozessebene<br />

die Automatisierungsexperten<br />

aus Neuhausen um Rat zu fragen. Herbert<br />

Frank, Area Sales Manager bei Balluff, verstand<br />

sofort, worauf es bei dieser Anlage<br />

ankommt: „Gemeinsam sind wir den Entwurf<br />

durchgegangen, haben offene Punkte<br />

geklärt und Abläufe optimiert. Für mich war<br />

klar: Das ist ein Fall für IO-Link!“<br />

Transparenter Datenaustausch<br />

von und zur Prozessebene<br />

Die nach IEC 61131-9 zertifizierte Kommunikationsschnittstelle<br />

steht für ungehinderten<br />

Datenaustausch und hohe Funktionalität<br />

unterhalb der Busebene. Sämtliche<br />

Aktoren und Sensoren werden über einheitliche<br />

M12-Standardkabel und Sensorhubs<br />

angeschlossen und über einen IO-<br />

Link-Master über Profinet mit der Bus- bzw.<br />

Steuerungsebene verbunden. Fehlerfreies<br />

Stecken statt lästiges Verdrahten, keine<br />

Sonderkabel oder Steckkarten, übersichtliche<br />

Verhältnisse vom Feld bis in den<br />

Schaltschrank. „Die bidirektionale Punktzu-Punkt<br />

Verbindung trägt in modernen<br />

Anlagen ganz wesentlich dazu bei, dass der<br />

Datenaustausch von und zur Prozessebene<br />

unkompliziert, transparent und zuverlässig<br />

funktioniert“, betont Herbert Frank. Im<br />

Maschinen- und Anlagenbau steht IO-Link<br />

seit gut zehn Jahren für schlanke, Zeit und<br />

Kosten-sparende Konzepte – mit positiven<br />

Auswirkungen auf Installation, Parametrierung<br />

und Diagnose.<br />

Zahlreiche Sensoren überwachen<br />

sicher den Montageprozess<br />

In der gesamten Anlage sind fünf verschiedene<br />

magnetostriktive Positionsmesssysteme,<br />

zwei Ultraschall-, acht Drucksensoren,<br />

01 Im Werkstückträger sitzender RFID-<br />

Schreib-/Lesekopf zur Produktionssteuerung<br />

mehrere Induktiv- und Magnetfeldsensoren,<br />

neun IO-Link-Sensor-/Aktorhubs,<br />

zwölf RFID-Schreib-Leseköpfe, sechs Netzwerk-Module<br />

für Profinet und sieben Signalleuchten<br />

vom Typ SmartLight von Balluff<br />

im Einsatz. Diese sind allesamt über IO-<br />

Link angebunden, immer ausnahmslos<br />

über das standardisierte Dreidrahtkabel.<br />

Anhand der im Chip des Werkzeugträgers<br />

gespeicherten Informationen erkennt das<br />

RFID-Lesegerät am Eingang zur Anlage,<br />

welcher Zylindertyp in die Anlage fährt.<br />

Dem entsprechend sind die auszuführenden<br />

Aufgaben und erforderlichen Montageteile<br />

eindeutig definiert. An der ersten Station<br />

werden Gelenklager von Hand auf eine<br />

Zuführschiene gesetzt. Die weithin sichtbare<br />

Signalleuchte signalisiert dem Werker den<br />

aktuellen Status der Station. Das Besondere<br />

an SmartLight: Via IO-Link ist sie frei und<br />

einfach programmierbar, Farben und Zonen<br />

sind nicht fest zugewiesen. Nach Bedarf<br />

lassen sich Segment-, Level-, Lauflicht- sowie<br />

Fleximodi mit einem breiten Farbspektrum<br />

darstellen.<br />

Eine hydraulische Vorrichtung presst die<br />

Gelenklager vollautomatisch in das Auge<br />

von Zylinderrohr und Kolbenstange. Positionssensoren<br />

überwachen die Ausgangslage,<br />

ein Drucksensor den korrekten Einpressdruck,<br />

das Ergebnis wird an die Rechnerebene<br />

übermittelt und dokumentiert.<br />

Über ein Rollenband gelangt das Doppel<br />

aus Zylinderrohr und Kolbenstange zu aufeinander<br />

folgenden Hand- und Montagestationen:<br />

Ein Bediener legt Führungsringe,<br />

Buchsen und Lager ein. Mit einem Magnetgreifer<br />

dreht er das Rohr, eine Kamera kontrolliert,<br />

ob sämtliche Teile korrekt verbaut<br />

sind. Ist alles in Ordnung, werden Zylinderrohr<br />

und Kolbenstange dauerhaft zusammengefügt.<br />

Wegmesssysteme von Balluff<br />

überwachen die korrekte Position des Zylinderrohres<br />

im Montageprozess.<br />

02 Profinet Master und IO Link Hub befinden<br />

sich in einem robusten Metallgehäuse<br />

Die nachfolgende automatisierte Hydraulik-Station<br />

prüft jeden Zylinder mittels einer<br />

Nieder- und Hochdruckmessung bis 275 bar<br />

auf Qualität und Funktionsfähigkeit. Treten<br />

Unregelmäßigkeiten auf, wird dies im RFID-<br />

Chip vermerkt und der Zylinder anschließend<br />

als NIO-Teil aussortiert. Am Ende des<br />

Prozesses bringt ein Laser u. a. aus Gründen<br />

der Rückverfolgbarkeit eine individuelle<br />

Seriennummer auf. Final prüft ein RFID-<br />

Lesekopf, ob der Werkstückträger tatsächlich<br />

ein IO-Teil transportiert.<br />

Alle Aspekte einer intelligenten<br />

Fertigung<br />

Die bei Weber-Hydraulik realisierte Anlage<br />

repräsentiert in weiten Teilen das, was man<br />

unter intelligenter Fertigung versteht: Die<br />

im Werkstückträger sitzenden RFID-Chips<br />

sind mit jenen Informationen ausgestattet,<br />

die an den jeweiligen Montagestationen<br />

benötigt werden: Um welchen Typ von<br />

Hydraulikzylinder handelt es sich? Welche<br />

Arbeitsschritte, welche Teile sind erforderlich?<br />

Welcher Hub ist bei der Endprüfung<br />

entscheidend? Steht ein neuer Zylindertyp<br />

zur Montage an, muss die Anlage nicht erst<br />

komplett leergefahren werden: Über zentral<br />

hinterlegte Parameter-Rezepte ist Sensorik<br />

und Aktorik on-the-fly umgestellt.<br />

„Mit IO-Link haben wir nun einen Standard,<br />

der flexibel und in keinem Punkt oversized<br />

ist. Der Automatisierungsexperte<br />

Balluff hat uns und unsere Belange sehr<br />

ernst genommen und mit uns eine Lösung<br />

bis ins Detail entwickelt, die zukunftsweisend<br />

ist“, fasst Nikolai Wengel zufriedenstellend<br />

zusammen. Eine Basis, auf der<br />

zukünftige Geschäfte gedeihen können.<br />

Fotos: Schmuckbild Fotolia, sonstige Balluff<br />

www.balluff.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 53


schon vor einigen Jahren nach einer Möglichkeit,<br />

seinen Kunden noch schneller<br />

helfen zu können. Gelandet ist<br />

Schmetz bei dem Spezialisten<br />

für Prozessautomatisierung<br />

Wachendorff Prozesstechnik<br />

und seinen industriellen<br />

Kommunikationslösungen.<br />

Optimal temperiert<br />

Fernwartungsrouter und Industrial-Ethernet-Lösungen<br />

gewährleisten maximale Verfügbarkeit von Industrieöfen<br />

Temperaturen von bis zu 1 600 °C<br />

bei einer Gleichmäßigkeit von<br />

± 3 °C im Ofen-Raum sind in der<br />

Metallverarbeitung keine Seltenheit.<br />

Je nach Temperaturverlauf sorgt die<br />

erzeugte Wärme dafür, dass<br />

Spannungen aus einem Gefüge<br />

verschwinden oder besondere<br />

Oberflächenhärten entstehen.<br />

Sichergestellt werden diese Prozess-<br />

Abläufe mithilfe einer Vielzahl an<br />

Sensorik sowie einer SPS.<br />

Helmut Halmburger, Produktmanager<br />

<strong>Industrielle</strong> Kommunikation, Wachendorff<br />

Prozesstechnik GmbH & Co. KG in Geisenheim<br />

So groß wie der Bedarf an Industrieöfen in<br />

der Metallverarbeitung ist, so groß ist<br />

auch der Markt der Anbieter. IVA Schmetz<br />

entwickelt und baut seit 1945 Industrieöfen<br />

– vorwiegend Vakuumöfen, deren Atmosphäre<br />

vor dem Heizvorgang evakuiert<br />

wird. Als erster Hersteller baute Schmetz<br />

Öfen mit Überdruck-Gasabschreckung.<br />

Heute finden Öfen des Unternehmens weltweit<br />

Anwendung.<br />

Service ist dabei unumgänglich, denn<br />

Öfen von Schmetz gibt es in unterschiedlichen<br />

Varianten und Größen sowie mit individuell<br />

angepassten Prozessen. Aber mit der<br />

Auslieferung ist noch lange nicht Schluss:<br />

„Unser Kundendienst stellt die Verfügbarkeit<br />

der Anlagen weltweit sicher“, erklärt Torsten<br />

Requardt, technischer Direktor am Standort<br />

Menden. „Vorbeugende Wartung und eine<br />

schnelle Ersatzteilversorgung setzen unsere<br />

Kunden voraus.“ Zusätzlich ist eine Analyse<br />

der Prozessdaten zur stetigen Optimierung<br />

notwendig. So suchte das Unternehmen<br />

01<br />

Aufbau eines anlageninternen<br />

Netzwerks<br />

Wachendorff hat in seinem Portfolio<br />

das, was Schmetz für seine<br />

Endkunden braucht: Eine Vielzahl an<br />

industriellen Kommunikationskomponenten,<br />

z. B. Fernwartungsrouter oder Industrial<br />

Ethernet Switches in diversen Ausführungen,<br />

die für die unterschiedlichen Branchen,<br />

in denen der Ofenspezialist tätig ist,<br />

die passende Lösung beinhalten. Schmetz<br />

setzt dabei vor allem auf die Router-Variante<br />

Ewon Cosy in Verbindung mit einem Switch<br />

des Typs ETHSW500. Diese Kombination<br />

erlaubt es, Anlagendaten einzusehen. Der<br />

unmanaged Switch ermöglicht hierbei den<br />

Aufbau eines kleinen anlageninternen<br />

Netzwerkes, der Ewon-Cosy-Router den<br />

Fernzugriff. Für viele Anwendungsfälle<br />

reicht das schon aus.<br />

Andere Varianten ermöglichen dagegen<br />

den kompletten Zugriff auf die Anlage. Dies<br />

ist wichtig, wenn nachträglich Parameter<br />

geändert werden müssen. Sicherheitsbedenken<br />

kennt Requardt aber auch: „Große<br />

Konzerne haben oft strikte Richtlinien und<br />

erlauben Möglichkeiten der Fernwartung<br />

aus Prinzip nicht. Es gibt aber auch Firmen,<br />

durchaus auch aus sicherheitsrelevanten<br />

Bereichen, die das entspannt sehen.“ So löst<br />

auch jeder die Sicherheitsfrage auf seine<br />

Weise: „Manche Kunden möchten die<br />

Fernwartung nur bei Bedarf über einen<br />

Schlüsselschalter aktivieren. Wieder andere<br />

wollen den Router zwar vorsichtshalber im<br />

01 Die industriellen VPN-Router sind speziell<br />

für die einfache und sichere Fernwartung<br />

von SPS, HMI, IPC und IP-Kamera konzipiert<br />

54 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

© Andrey Armyagov/Fotolia.com<br />

Schaltschrank haben – sie schließen ihn aber erst<br />

an, wenn es Bedarf gibt, zum Beispiel ein Update<br />

gewünscht wird“, schmunzelt Requardt.<br />

Fernwartung mit maximaler<br />

Sicherheit<br />

Dabei sind Bedenken unbegründet: Die Ewon<br />

Fernwartungsrouter erfüllen mit den verwendeten<br />

Sicherheitstechnologien (SSL, TLS) alle technischen<br />

Richtlinien und Vorgaben des Bundesamtes<br />

für Datensicherheit. Hilfreich dabei ist das zwischengeschaltete<br />

Talk2M-Serviceportal. Es bietet<br />

für die Techniker von Schmetz einen komfortablen<br />

Zugriff auf die Geräte- und Benutzerverwaltung<br />

von Anlagen in der ganzen Welt und für Kunden<br />

maximale Sicherheit. Talk2M stellt mit den weltweit<br />

verteilten 25 Servern nicht nur die Zuverlässigkeit<br />

der VPN-gesicherten Kommunikation<br />

sicher, sondern überwacht auch alle Verbindungen<br />

anhand von Protokollen. So lässt sich jeder<br />

Zugriff auf das anlageninterne lokale Netzwerk<br />

und dessen Teilnehmer nachvollziehen. Requardt<br />

möchte darum auch keine proprietären Lösungen<br />

seiner Kunden einsetzen: „Unsere Mitarbeiter<br />

sind mit der Ewon-Lösung vertraut; sie ist immer<br />

aktuell und kollidiert auch nicht mit anderen IT-<br />

Sicherheitssystemen“, erklärt er. Weiterer Pluspunkt<br />

der Lösung: Sie ist offen für Steuerungen<br />

aller namhaften Hersteller.<br />

Zehn Mitarbeiter stehen am Standort Menden<br />

parat, wenn irgendwo auf der Welt Unterstützung<br />

benötigt wird. „Wir können sofort die Anlagendaten<br />

einsehen und erkennen, wo Bedarf besteht“,<br />

erklärt Requardt. „Wir haben sogar schon eine<br />

Kamera installiert, die dem unerfahrenen Bediener<br />

quasi über die Schulter schaut. So konnten wir<br />

ihn bei Bedarf mithilfe der Fernwartungslösung<br />

durch das gesamte Menü der Steuerung lotsen.“<br />

Aber auch für Änderungswünsche von Kunden ist<br />

der Ewon-Cosy-Router eine gute Lösung. So<br />

lassen sich bei Prozessänderungen Anpassungen<br />

ganz einfach vornehmen.<br />

Störungen frühzeitig vorbeugen<br />

Die vorbeugende Wartung ist eine weitere Herausforderung<br />

im Anlagenbau. Hierfür eignet sich der<br />

modular aufgebaute Router der Serie Ewon Flexy.<br />

02Für jegliche Kommunikation wird ein vollständig<br />

sicherer SSL-basierter VPN-Tunnel verwendet<br />

Mit ihm sind zusätzlich zum Fernzugriff auch<br />

Datenaufzeichnungen und Alarmbenachrichtigungen<br />

möglich. So können Wartungszyklen, Ölwechsel<br />

für Pumpen oder der Austausch von<br />

Verschleißteilen wie Dichtungen automatisch<br />

veranlasst werden, ohne dass jemand vor Ort<br />

C<br />

alle Intervalle überwachen muss. So kann IVA<br />

M<br />

Schmetz in Abhängigkeit bestimmter Werte oder<br />

Betriebsstunden Maßnahmen anstoßen, bevor es Y<br />

zu Störungen kommt.<br />

Robuste Fast Ethernet Switches<br />

Neben den Routern verwenden die Techniker<br />

CMY<br />

auch gerne die industriellen unmanaged Switches<br />

von Wachendorff. Über sie werden die Werte der K<br />

Frequenzumrichter erfasst und weitergeleitet.<br />

„Auch eine Webcam kann zur<br />

Unterstützung einer Fehleranalyse<br />

einfach eingebunden werden.“<br />

Auch die Thyristorsteller für die Trafos werden so<br />

angebunden. Die Ethernet-basierende Kommunikation<br />

erfolgt dabei vor allem über das Modbus-<br />

TCP-Protokoll.<br />

Die robusten Fast Ethernet Switches mit IP30<br />

tolerieren einen sehr breiten Temperaturbereich<br />

von - 40 bis + 75 °C, was gerade an den typischen<br />

Einsatzorten der Schmetz-Öfen unabdingbar ist.<br />

Der Switch verfügt über einen redundanten Spannungseingang<br />

und ein Störmelde-Relais für die<br />

Signalisierung eines Fehlerfalls. Somit kann bei<br />

Ausfall eines Netzteils oder der Spannungsversorgung<br />

der störungsfreie Betrieb und eine direkte<br />

Fehlererkennung gewährleistet werden. Aber<br />

auch die lange Lebensdauer sowie die Vibrationsund<br />

Schockfestigkeit machen diese Komponenten<br />

zur richtigen Lösung für eine industrielle,<br />

Ethernet-basierende Kommunikation.<br />

www.wachendorff-prozesstechnik.de<br />

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Das Rex-System<br />

Ihre All-in-one Lösung<br />

Bestehend aus drei Komponenten –<br />

Einspeisung, Überstromschutz und<br />

Stromverteilung – revolutioniert das<br />

REX12-System Ihre DC 24 V-Ebene.<br />

Ihr Nutzen:<br />

● Erhöht die Maschinenverfügbarkeit<br />

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vom 23.– 27. April <strong>2018</strong><br />

Halle 11, Stand A69<br />

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INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Signale logisch verteilen<br />

Die M8x1 I/O-Verteiler von Escha haben eine aktive Logikfunktion.<br />

Durch eine fest vorgegebene Logik müssen sie nicht<br />

programmiert werden und sind unmittelbar einsatzbereit. Sie<br />

platzieren Intelligenz nahe an Sensoren und übermitteln<br />

vor verarbeitete Signale an eine zentrale Steuerungseinheit.<br />

Die einzelnen Steckplätze sind dabei über verschiedene fixe<br />

Kombinationen aus Und- und Oder-Logik verknüpft. Logikverteiler<br />

können zur Verbindung zwischen herkömmlichen<br />

Passivverteilern und Steuereinheit auf ein ungeschirmtes 4-<br />

oder 5-poliges Sensorkabel zurückgreifen, das flexibel verlegt<br />

werden kann. Die Verteiler können bei engen Platzverhältnissen<br />

eingesetzt werden, z. B. bei Greifern, Robotern oder kompakten<br />

Handlingseinheiten. Durch<br />

mehrere Befestigungsbohrungen<br />

können sie in unterschiedlichen<br />

Einbausituationen montiert<br />

werden. Bezeichnungsschildträger<br />

an allen Steckplätzen erleichtern<br />

Markierung und Zuordnung. Mit<br />

einem Simulationsstecker lassen<br />

sich freie Ports beschalten.<br />

www.escha.net<br />

Sensoren einfach ins Ethernet einbinden<br />

LIVE@<br />

Mit dem Ethernet-Adapter<br />

VKSI0297 lassen sich diverse<br />

Sensoren von IPF<br />

Electronic in die industrielle<br />

Kommunikation<br />

einbinden. Der Adapter ist daher<br />

auch für die Nachrüstung von Geräten<br />

im Einsatz geeignet. Die Farb-, Kontrast-<br />

und Zeilensensoren des Herstellers verfügen zur Parametrierung<br />

über eine RS232-Schnittstelle. Der Adapter nutzt diesen<br />

Anschluss, um das serielle Datensignal in ein Ethernet-Signal zu<br />

wandeln. So können viele Geräte unkompliziert in das lokale<br />

Netzwerk oder das Internet eingebunden werden. Durch die<br />

Möglichkeit, die Sensoren ethernetfähig zu machen, lassen sich<br />

von nur einem PC über das Netzwerk beliebig viele Geräte<br />

ansteuern, oder aber ein spezifischer Sensor wird von verschiedenen<br />

PCs über das gesamte lokale Netzwerk angesprochen.<br />

Außerdem kann mithilfe des Ethernet-Adapters die bestehende<br />

Längenbegrenzung der Anschlussleitungen der Sensoren, bedingt<br />

durch die RS232-Schnittstelle, in einem gewissen Rahmen<br />

aufgehoben werden.<br />

www.ipf.de<br />

CAN-FD- und LIN-Programm erweitert<br />

Peak hat sein Angebot für CAN-, CAN-FD- und LIN-Anwendungen erweitert. Eine stapelbare Steckkarte<br />

für PCI/104-Express-Systeme ist die PCAN-PCI/104-Express FD. Zur Anbindung an LIN-Netzwerke gibt es<br />

das PC-USB-Interface PLIN-USB. Es erfüllt LIN-Spezifikationen bis Version 2.2. Das Einsteckmodul<br />

PCAN-MicroMod FD ist für die Entwicklung von Hardware mit CAN-FD-Anschluss und I/O-Funktionalität<br />

konzipiert. Der PCAN-Router Pro FD kann programmiert oder mit Windows-Software konfiguriert werden.<br />

Das PCAN-MiniDiag FD ist ein Diagnosegerät, das u. a. Übertragungsraten erkennt und Buslast misst.<br />

www.peak-system.com<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2018</strong> im 31. Jahrgang, ISSN: 2194-1157<br />

Redaktion<br />

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Dirk Schaar<br />

Tel.: 06131/992-345, E-Mail: d.schaar@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Stv. Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

Redakteurin: Alexandra Pisek M.A.,<br />

Tel.: 06131/992-266, E-Mail: a.pisek@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Ulla Winter,<br />

Tel.: 06131/992-347, E-Mail: u.winter@vfmz.de,<br />

Doris Buchenau, Angelina Haas, Melanie Lerch,<br />

Petra Weidt (Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Gestaltung<br />

Sonja Schirmer, Anette Fröder, Anna Schätzlein,<br />

Mario Wüst<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

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E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Helge Rohmund, Anzeigenverwaltung<br />

Tel.: 06131/992-252, E-Mail: h.rohmund@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 30: gültig ab 1. Oktober 2017<br />

www.vereinigte-fachverlage.info<br />

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Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

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weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

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Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

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Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

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des redaktionellen Contents (Texte, Fotos, Grafiken<br />

etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser Zeitschrift<br />

geht das umfassende, ausschließliche, räumlich, zeitlich<br />

und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht auf den Verlag<br />

über. Dies umfasst insbesondere das Recht zur Veröffentlichung<br />

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Nutzung für eigene Werbezwecke, das Recht zur elektronischen/digitalen<br />

Verwertung, z. B. Einspeicherung und<br />

Bearbeitung in elektronischen Systemen, zur Veröffentlichung<br />

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wie z. B. die Darstellung im Rahmen von Internet- und Online-Dienstleistungen,<br />

CD-ROM, CD und DVD und der Datenbanknutzung<br />

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auf Dritte zu übertragen, d. h. Nachdruckrechte<br />

einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit des<br />

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durch die Redaktion nicht übernommen werden. Signierte<br />

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keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich dürfen<br />

nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte<br />

der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig an<br />

anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder bereits<br />

veröffentlicht wurden.<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

56 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Real-Time-Ethernet-Slave-Anschaltung im Briefmarkenformat<br />

LIVE@<br />

Hilscher präsentiert mit NetRapid 51 eine komplette, NetX-basierte Real-Time-<br />

Ethernet-Slave-Anschaltung im kompakten Briefmarkenformat. Der NetX-Chip-<br />

Carrier beinhaltet einen Webserver sowie einen transparenten Ethernet-Kanal,<br />

auf den die Host-Applikation je nach Anforderung per TCP Socket Mode oder RAW<br />

Ethernet Mode zugreifen kann. Im RAW Ethernet Mode erfolgt die Anbindung über<br />

eine separate Mac-Adresse und die Applikation ist als individuelles Gerät im Netzwerk sichtbar.<br />

Zusätzlich steht ab Mitte <strong>2018</strong> eine Erweiterung um einen integrierten OPC UA Server sowie ein<br />

MQTT Client zur Verfügung. Dabei erfolgen die Standard-Ethernet-Kommunikation und die<br />

IoT-Kommunikation parallel zum Real-Time-Ethernet-Verkehr über das gleiche Kabel. NetRapid 51<br />

ist eine fertig lötbare Kommunikationslösung und der einfachste Weg zum eigenen NetX-Design.<br />

Dank führender NetX-Technologie ist sie gut gerüstet für die neusten Anforderungen der verschiedenen<br />

Real-Time-Ethernet-Systeme sowie das Internet der Dinge.<br />

www.hilscher.com<br />

Einfach, schnell und sicher in die Cloud<br />

LIVE@<br />

Das Internet der Dinge schafft neue Möglichkeiten<br />

der vorausschauenden Wartung und Serviceunterstützung<br />

durch Augmented Reality oder Apps. Mit<br />

dem e-F@ctory-Konzept bietet Mitsubishi Electric<br />

hierfür einen Weg, um cybersichere, offene Edge-<br />

Computing-Lösungen für die direkte Anbindung der Produktion<br />

an die Cloud zu entwickeln. Damit ist es möglich, große Mengen<br />

an Produktionsdaten sowohl von hauseigenen Komponenten als<br />

auch den Geräten anderer Anbieter zu erfassen. Die frei skalierbare<br />

Lösung mit dem C-Controller als kleinster Einheit bereitet<br />

die Daten innerhalb der Automatisierungsplattform<br />

so auf, dass die<br />

Verzögerungen der Cloud vermieden<br />

und Echtzeit-Anforderungen der<br />

Produktion erfüllt werden. Die<br />

Lösung gibt die Daten wahlweise<br />

direkt an ERP/MES-Systeme, Cloud-<br />

Lösungen oder eigene Applikationen<br />

weiter. Dafür steht ein Software<br />

Development Kit zur Verfügung. Für<br />

die Nutzung sind laut Hersteller keine<br />

besonderen Programmierkenntnisse<br />

erforderlich.<br />

www.mitsubishielectric.de<br />

Schnellwechselkupplung Quicklock<br />

minimiert Stillstandzeiten<br />

Mit der Schnellwechselkupplung<br />

Quicklock kann bei den Panel PCs<br />

der S-Line von CRE Rösler Electronic<br />

ein Panelwechsel ohne<br />

Werkzeuge und von nur einer<br />

Person in 30 Sekunden durch -<br />

geführt werden. Standfuß- und<br />

Tragarmmontage sind mit<br />

unterschiedlichen Dreh- und Neigewinkeln möglich. Das<br />

Widerstandsmoment der Dreh-Neigeachse ist stufenlos<br />

einstellbar, ebenso wie eine Fixierung. Zudem ist die Adaption<br />

an alle GTN II- und CP60/40-Tragarmsysteme verschiedener<br />

Hersteller mit einem Durchmesser von 48 mm möglich. Alle<br />

Anschlüsse und Schnittstellen des PCs sind leicht zugänglich<br />

und im großräumigen, verschließbaren Anschlussraum<br />

angeordnet – so sind sie vor nichtautorisierten Personen<br />

geschützt. Mit einem Speichermedium, das sich im Anschlussraum<br />

des Tragarmsystems befindet, werden die Geräte-Kennung<br />

und die Konfigurationsdaten der Bedienstation gespeichert. Bei<br />

einem Austausch der Bedieneinheit wird diese bei der Neuinstallation<br />

sofort an die jeweilige Station angemeldet.<br />

www.cre-electronic.de<br />

Feldbusnetze einfach verbinden<br />

Mit dem DP/PN-Coupler von Helmholz ist eine einfache Verbindung<br />

von Profibus- und Profinet-Netzen möglich. Er erlaubt die<br />

Datenübertragung zwischen einem Profibus-Master und einem<br />

Profinet-Controller. Die maximale Größe der übertragenen<br />

Daten beträgt 244 Byte Eingangsdaten und 244 Byte Ausgangsdaten.<br />

Projektiert wird der Coupler über eine GSD-Datei auf der<br />

Profibus-Seite und eine GSDML-Datei auf der Profinet-Seite. Es<br />

ist keine weitere Konfigurationssoftware notwendig. Die Montage<br />

auf der Hutschiene ist dank seiner kompakten Bauform möglich.<br />

Die Spannungsversorgung ist redundant und<br />

die Netzwerke sind galvanisch getrennt.<br />

Beim Ausfall des Bussystems wird die Gegenseite<br />

nicht beeinflusst. Die Profibus-Adressen<br />

können per DIL-Schalter oder über die Software<br />

eingestellt werden.<br />

www.helmholz.de<br />

Ethercat in heterogenen Netzwerken<br />

LIVE@<br />

Die Ethercat Technology Group (ETG) ergänzt<br />

Ethercat um Time-Sensitive-Networking-Technologien<br />

(TSN) und erweitert die Einsatzmöglichkeiten in<br />

heterogenen Netzwerkumgebungen. Mit TSN können<br />

Steuerungen mehrere Ethercat-Segmente echtzeitfähig<br />

über Ethernet-Netze hinweg ansprechen. Änderungen an den<br />

Ethercat-Slave-Geräten sind nicht nötig: Das Device Protocol bleibt<br />

erhalten. Um TSN erweitert wird auch das <strong>Automation</strong> Protocol für<br />

die Kommunikation zwischen Steuerungen, die so deterministischer<br />

wird. Die ETG hat die Technologieerweiterung in Form eines Profils<br />

spezifiziert. Ethercat nutzt die TSN Streams mit beliebigen<br />

Datenraten zur echtzeitfähigen Kommunikation oberhalb von<br />

Ethercat-Segmenten. Die Performance des Ethercat-Protokolls, die<br />

Synchronisation, die Topologieflexibilität, die Diagnosemöglichkeiten<br />

und die vollautomatische Adressierung der Geräte bleiben erhalten.<br />

www.ethercat.org<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 57


KOMPONENTEN UND SOFTWARE I INTERVIEW<br />

Alexandra Pisek, M.A.,<br />

Redakteurin, INDUSTRIELLE<br />

AUTOMATION, Vereinigte<br />

Fachverlage GmbH, Mainz<br />

„Wie eine Einstiegsdroge“<br />

PI System eröffnet mit Echtzeit-Datenmanagement neue Geschäftsmodelle für Unternehmen<br />

Bereits seit 38 Jahren auf dem<br />

Markt konzentriert sich das<br />

Unternehmen Osisoft bis heute<br />

ausschließlich auf ein Produkt:<br />

das PI System. Die Software<br />

schaltet verborgene Daten aus<br />

verschiedenen Systemen frei,<br />

verarbeitet sie zu Informationen<br />

und ermöglicht so die Optimierung<br />

sämtlicher Produktionsprozesse.<br />

Redakteurin Alexandra Pisek sprach<br />

mit Christoph Papenfuss, Regional<br />

Sales Manager – Central Europe bei<br />

Osisoft, über die Voraussetzungen<br />

für eine Implementierung und<br />

welche neuen Geschäftsmodelle<br />

sich daraus erschließen.<br />

Viele Unternehmen wollen heute mit<br />

Sensordaten arbeiten. Ist der Einstieg<br />

leicht oder gibt es Probleme, die<br />

Unternehmen beachten müssen?<br />

Sensordaten sind ein sehr heißes Thema,<br />

das durch Industrie 4.0 und das Internet<br />

of Things nochmal angefacht worden ist.<br />

Der Einstieg ist tatsächlich nicht ganz<br />

leicht. Da gibt es z. B. die Datenakquise.<br />

Unternehmen haben alte und neue<br />

Anlagen. Die Sensordaten sind meistens<br />

in Scada und in den Leitsystemen<br />

vertreten. Da ist es zuweilen schwer,<br />

überhaupt noch an die Daten ranzukommen,<br />

weil bspw. alte oder viele<br />

unterschiedliche Kommunikationsprotokolle<br />

vorhanden sind. Ein weiterer Aspekt<br />

ist die Sicherheit. Daten auszulesen stellt<br />

natürlich auch immer ein Risikoproblem<br />

dar. Der Zugang zu diesen kritischen<br />

Systemen muss dazu geöffnet werden.<br />

Damit besteht dann die Möglichkeit,<br />

gewollt oder ungewollt in den Prozess<br />

einzugreifen. In anderen Worten: Es<br />

kann Schabernack betrieben werden.<br />

Die Sicherheitsrisiken steigen, wenn<br />

man auf Systeme in anderen Ländern<br />

und Regionen zugreifen muss.<br />

Der nächste Punkt ist: Sensordaten sind<br />

Big Data. Folglich ist es nicht unüblich,<br />

dass Daten im Sekundenrhythmus oder<br />

sogar Millisekundentakt anfallen. De m-<br />

entsprechend muss man über Systeme<br />

und Schnittstellen verfügen, die die Daten<br />

in dieser Taktung verarbeiten können.<br />

Wir haben Kunden, die bis zu 5 Millionen<br />

unterschiedliche Signalströme aufweisen.<br />

Von daher klingt es immer sehr verlockend,<br />

wenn man sagt, dass man was mit Sensordaten<br />

machen möchte. Aber zuerst<br />

muss man an sie herankommen und<br />

sie in einem sicheren Umfang verarbeiten.<br />

Das ist gar nicht so leicht. Darüber hinaus<br />

besteht das Problem des Einheitenmanagements:<br />

Handelt es sich bei einem<br />

Temperatursignal um Celsius oder Fahrenheit?<br />

Ferner muss man natürlich dann<br />

auch die richtigen Werkzeuge haben,<br />

um diese großen und auch durchaus<br />

komplexen Datenmengen verarbeiten<br />

zu können.<br />

58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


INTERVIEW I KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Das PI System optimiert bestehende Fernüberwachungssysteme,<br />

indem es der Leitwarte technologieübergreifend die Anlagendaten<br />

in Echtzeit zur Verfügung stellt und weiterverarbeitet<br />

Wir wollen Sensordaten<br />

für Unternehmen<br />

zugänglicher machen und<br />

so die operativen Abläufe<br />

optimieren. Auf diese Weise<br />

wird die betriebliche Spitzenleistung<br />

erzielt. Das PI System<br />

managt den gesamten<br />

Lebenszyklus.<br />

Christoph Papenfuss<br />

„Betriebliche Spitzenleistung beginnt genau hier“ lautet ein<br />

Slogan zum PI System. Was bietet Osisoft, um dieses Ziel zu<br />

erreichen?<br />

Wie gelingt der Prozess von Big Data zu Smart Data konkret?<br />

Das lässt sich am besten an einem Beispiel erläutern. Ein großes<br />

Chemieunternehmen hat unterschiedliche Anlagen, die durchgängig<br />

überwacht werden. Diese Daten werden akquiriert und im PI<br />

System gespeichert. In einem nächsten Schritt werden Algorithmen<br />

und Zusammenhänge analysiert und mathematisch berechnet.<br />

Der Anwender bekommt Resultate in Echtzeit und kann die Daten<br />

auch sofort online weiter analysieren. Sollten weitergehende<br />

Analysen erforderlich sein, die prädiktive Algorithmen oder<br />

andere Arten von Informationen, z. B. unstrukturierte Daten,<br />

benötigen, können die Sensordaten in Big-Data-Systeme wie SAP<br />

Hana oder Microsoft Cortana weitergeleitet werden. Dort werden<br />

die Algorithmen angewandt, um weitere Zusammenhänge zu<br />

ermitteln. So lässt sich z. B. feststellen und sogar vorhersagen,<br />

ob eine Anlage gewartet werden muss.<br />

Welchen Nutzen hat das PI System für einen Kunden?<br />

Wir wollen Sensordaten für Unternehmen zugänglicher machen<br />

und so die operativen Abläufe optimieren. Auf diese Weise wird<br />

die betriebliche Spitzenleistung erzielt. Das PI System managt den<br />

gesamten Lebenszyklus. Wir haben eine sehr große Bibliothek an<br />

Standardschnittstellen, mit denen man an praktisch alle operationellen<br />

Datenquellen herankommen kann – unabhängig davon,<br />

ob es sich um ein altes oder neues Leitsystem, eine gängige<br />

IoT-Plattform oder Kommunikationsprotokolle wie OPC UA<br />

handelt. Diese Schnittstellen ermöglichen es, Daten verlustfrei<br />

und effizient zu übertragen. Der zweite Aspekt sind die Zeitreihendaten.<br />

Das PI System ist darauf optimiert, diese sehr großen<br />

Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten und zu archivieren,<br />

sodass sie einem Unternehmen immer in Echtzeit zur Verfügung<br />

stehen. Zudem können die Daten in Smart Data umgewandelt<br />

werden, KPIs können errechnet werden und Nutzer werden<br />

alarmiert, wenn etwas Wesentliches in der Unternehmung<br />

passiert. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, die Daten zu<br />

visualisieren. Und last but not least können wir die Daten an<br />

Big-Data-Systeme wie SAP Hana, Microsoft<br />

Azure oder Hadoop weitergeben. Es ist also<br />

ein System, das volle Interaktivität in alle<br />

Richtungen bietet. Genau das ist der<br />

gesamte Lebenszyklus von der Entstehung<br />

der Daten bis hin zur Visualisierung oder<br />

Berechnung diverser Algorithmen.<br />

Link zum Online-Beitrag<br />

Wie gerade besprochen, wird das PI System primär dazu verwendet,<br />

Sensordaten zu managen und bereitzustellen. Richtig spannend<br />

wird es aber, wenn man sich anschaut, was Kunden damit alles<br />

realisieren. Mithilfe unserer Software können sehr viele unterschiedliche<br />

Geschäftsprobleme gelöst werden. Der Nutzen steigt daher<br />

kontinuierlich an. Schauen wir uns mal ein Beispiel aus der<br />

Lebensmittelbranche an: Vor allem in Brauereien kommen häufig<br />

Anlagen von unterschiedlichen Herstellern zum Einsatz, die erst<br />

mal gar nichts miteinander zu tun haben. Veltins schafft mit dem<br />

PI System aber Transparenz und erhält eine Gesamtübersicht<br />

über den Brauprozess. Der Braumeister kann den Prozess somit<br />

über ein Handy oder Tablet überwachen, die Wasserqualität<br />

prüfen sowie die Temperatur des Abwassers und im Kessel im<br />

Blick behalten. Demnach ist allein mit dem PI System Monitoring<br />

über unterschiedliche Systeme hinweg möglich. Aber auch die<br />

Rückverfolgbarkeit ist in der Lebensmittelproduktion ein<br />

wichtiger Aspekt. Unternehmen müssen regelmäßig Produktionsdaten<br />

vorweisen, um z. B. zu belegen, dass keine Chargen<br />

Das gesamte Interview finden<br />

Sie über den folgenden Link:<br />

http://bit.ly/OSISoft<strong>2018</strong><br />

verunreinigt wurden. Hier schafft das<br />

PI-System ebenfalls Trans parenz über<br />

den gesamten Produktionsprozess. Wir<br />

sprechen hier also von Qualität oder<br />

auch Compliance.<br />

www.osisoft.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 59


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Wenn der Strom zurückfließt<br />

Rückspeisung von Elektromotoren bei DC 48 V elektronischem Überstromschutz<br />

LIVE@<br />

In den vergangenen Jahren hat sich<br />

der elektronische Überstromschutz<br />

für DC 24 V kontinuierlich etabliert.<br />

Einerseits spielt dafür die<br />

Verwendung von Schaltnetzteilen<br />

für DC 24 V eine Rolle, um die<br />

Stromversorgung sicherzustellen.<br />

Andererseits ist der elektronische<br />

Überstromschutz aus diesem<br />

Spannungsbereich aufgrund<br />

der Sicherstellung der Selektivität<br />

nicht mehr wegzudenken. Doch<br />

wie verhält es sich mit höheren<br />

Spannungsebenen und mit welchen<br />

Herausforderungen gilt es hier<br />

umzugehen?<br />

Ralf Dietrich ist Leiter der Abteilung Produktund<br />

Marktentwicklung bei der E-T-A Elektrotechnische<br />

Apparate GmbH in Altdorf<br />

Der Einsatz von DC 48 V nimmt immer<br />

weiter zu. Steigende Anforderungen an<br />

Nennstromstärken im Bereich DC 24 V zur<br />

Erhöhung der Leistung in den Lasten bringen<br />

diese Spannungsebene an die Grenzen<br />

ihrer Leistungsfähigkeit. Durch die Erhöhung<br />

der Spannungsebene und damit einer<br />

Steigerung von DC 24 V auf DC 48 V ist es<br />

möglich, den Anforderungen relativ einfach<br />

zu entsprechen. Die Verdoppelung der<br />

Spannung ermöglicht eine Verdoppelung<br />

der Leistung. Gleichzeitig kann sich aber<br />

auch mit der Verdoppelung der Spannung<br />

bei gleichbleibender Abgangsleistung die<br />

Stromstärke halbieren, wodurch sich ein<br />

positiver Effekt auf die Leitungsquerschnitte<br />

ergibt. Parallel ist in der Spannungsebene<br />

DC 48 V der Anwendungsfall prinzipiell<br />

identisch wie im Bereich DC 24 V. Die Verwendung<br />

von Schaltnetzteilen verlangt auch<br />

hier den Einsatz elektronischen Überstromschutzes<br />

zur Sicherstellung der Selektivität.<br />

Überstromschutz im Bereich<br />

von Elektromotoren<br />

Ein spezieller Bereich, in dem der Einsatz<br />

von DC 48 V immer mehr zum Tragen<br />

Das elektronische Überstromschutz-Gerät<br />

ESX10-T ist mit nur 12,5 mm-Baubreite nun<br />

auch für DC 48 V verfügbar und lässt sich<br />

bequem auf einer Hutschiene aufschnappen<br />

kommt, ist die Antriebstechnik. Hier weitet<br />

sich der Trend zur Dezentralität weiter aus.<br />

Er etabliert sich auch zunehmend in der<br />

Spannungsebene DC 48 V. In diesem Segment<br />

gibt es vermehrt kleine, dezentrale<br />

Antriebe, die in unterschiedlichen Anwendungen<br />

zum Einsatz kommen.<br />

Ein Beispiel ist der Betrieb von Elektromotoren<br />

mit eigens dafür ausgelegten Antriebselektroniken,<br />

die direkt an die Spannungsebene<br />

DC 48 V angeschlossen werden.<br />

In diesem Fall stellt die Antriebselektronik<br />

auch das Schutzorgan für den Motor dar,<br />

sodass es keines gesonderten Überstromschutzes<br />

in Form eines zusätzlichen elektronischen<br />

Gerätes bedarf. Es gibt aber<br />

auch Elektromotoren, die direkt an einer<br />

Stromquelle mit DC 48 V angeschlossen<br />

sind. Dann sollte ein elektronischer Überstromschutzschalter<br />

für den Motorschutz<br />

beziehungsweise zur Wahrung der Selektivität<br />

und zur Aufrechterhaltung der Stromquelle<br />

zum Einsatz kommen.<br />

60 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


Schutzmechanismen beim Einsatz<br />

mehrerer Verbraucher<br />

Prinzipiell verfügen Elektromotoren über<br />

eigene Schutzmechanismen – in Form eingebauter<br />

Schutzelemente – die bei Überlastung<br />

eine Abschaltung vornehmen. Dies<br />

funktioniert gut, wenn der Elektromotor als<br />

einziger Verbraucher mit einer Stromquelle<br />

verbunden ist. Sind jedoch mehrere Verbraucher<br />

neben dem Elektromotor vorhanden,<br />

sieht es anders aus. Dann ist im<br />

Fehlerfall dafür zu sorgen, dass die nicht<br />

betroffenen Pfade weiter intakt bleiben und<br />

die Versorgung mit Spannung bzw. Strom<br />

sichergestellt ist.<br />

Hierfür kommen elektronische Überstromschutzgeräte<br />

zum Einsatz. Diese stoßen<br />

innerhalb der Anwendung auf eine<br />

Besonderheit. Im Normalfall ist der Motor<br />

die treibende Kraft. Er zieht Leistung aus<br />

der Stromquelle und stellt den elektronischen<br />

Überstromschutz damit vor keine<br />

großen Herausforderungen. Bei hohen Anlaufströmen<br />

kommen die Überstromkennlinie<br />

und gegebenenfalls auch eine Strombegrenzung<br />

des Gerätes zum Tragen. Dies<br />

stellt den Regelbetrieb für einen Schutzschalter<br />

dar. Verändert sich die Betriebsart<br />

des elektrischen Kleinantriebes jedoch von<br />

motorisch-treibend auf generatorisch-bremsend,<br />

so ändert die Energie ihre Richtung.<br />

In diesem Fall fließt elektrische Energie<br />

zurück zur Quelle. Der Überstromschutz<br />

muss dann mit der überschüssigen Energie<br />

umgehen können. Wenn dieser jedoch<br />

nicht auf diese Betriebsart ausgelegt ist,<br />

kommt es zu einer Fehlermeldung und<br />

schließlich zur Abschaltung.<br />

Rücklaufende Bremsenergie<br />

kann zu Fehlerfall führen<br />

Die Abschaltung stellt zwar im Wesentlichen<br />

die Selektivität auch sicher. Trotzdem<br />

ist die eigentliche Aufgabe nicht erfüllt.<br />

Denn obwohl der Betrieb der Anwendung<br />

korrekt ist, kommt es hier zum Fehlerfall.<br />

Bei entsprechender Auslegung des Schutzgerätes<br />

besteht jedoch die Möglichkeit, dies<br />

zu umgehen. Dafür muss das Gerät in der<br />

Lage sein, diese Betriebsart zu erkennen<br />

und die rücklaufende Energie korrekt zu<br />

verarbeiten. Einfach ist es, diese Energie<br />

durch einen angeschlossenen Bremswiderstand<br />

zu vernichten. Jedoch ist hierfür eine<br />

aufwändigere Beschaltung des Gerätes notwendig.<br />

Sinnvoller ist es, die Rückspeisung<br />

bis hin zur Stromquelle zu zulassen. Denn<br />

damit lässt sich die Möglichkeit nutzen, die<br />

Bremsenergie des Motors anderen Verbrauchern<br />

in diesem Kreis zur Verfügung<br />

zu stellen. Vorausgesetzt die Stromquelle<br />

speist mehrere Verbraucher, darunter auch<br />

direkt angeschlossene Elek tromotoren.<br />

Dann lässt sich mit dieser Beschaltung<br />

die Energie in den DC-48-V-Kreis zurückführen.<br />

Dadurch steht sie zur weiteren<br />

Nutzung zur Verfügung.<br />

Was es hinsichtlich Einschaltströme<br />

und Überlast zu beachten gilt<br />

Beim Einsatz von elektronischem Überstromschutz<br />

in Verbindung mit elektrischen<br />

Antrieben sollte auch das Thema Einschaltströme<br />

und Überlast beachtet werden. Das<br />

heißt, ein hoher Einschaltstrom beim Anlaufen<br />

des Antriebes bedarf entsprechender<br />

Beachtung durch den elektronischen Überstromschutz.<br />

Eine gewisse Toleranz bzw.<br />

Anpassung an höhere Eischaltströme ist<br />

notwendig, um eine unbeabsichtigte Fehlerauslösung<br />

zu vermeiden. Dadurch wird eine<br />

angepasste Kennlinie aufgrund induktiver<br />

Lasten zur Beachtung beider Einsatzfälle an<br />

dieser Stelle notwendig und sinnvoll.<br />

Welche Lösungsansätze gibt es dafür? Eine<br />

Möglichkeit ist die direkte Verdrahtung des<br />

Elektromotors mit beiden Anschlüssen am<br />

Schutzschalter. Dadurch lässt sich die Motorleitung<br />

einfach und praktisch anschlagen.<br />

Gleichermaßen interessant sind auch durchgehende<br />

Verschienungen für die GN- und<br />

Line-Anbindungen. So ist es möglich, eine<br />

einfache Verbindung mit zwei Adern zur<br />

Stromquelle auszuführen. Eingebaute Signalkontakte<br />

sind im Rahmen einer kundengerechten<br />

Lösung ebenfalls relevant. So<br />

lässt sich im Fehlerfall eine direkte Meldemöglichkeit<br />

zur über geordneten Steuerung<br />

erzielen. Die Möglichkeit einer Ein- und<br />

Ausschaltung aus der Ferne rundet einen<br />

nutzenorientierten Ansatz ab.<br />

Fotos: E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH<br />

www.e-t-a.de<br />

Einige Produkte für den Einsatz im Bereich DC 48 V sind bereits am Markt erhältlich.<br />

E-T-A ergänzt das eigene Programm des elektronischen Überstromschutzes.<br />

Dabei erweitert das Unternehmen die bewährte Reihe ESX10-T um Geräte für die<br />

Spannungsebene DC 48 V in unterschiedlichen Stromstärken. Für Anwender eröffnet<br />

dies zusätzliche Möglichkeiten am Markt, das passende Produkt für ihre jeweilige<br />

Anwendung zu finden und optimal darauf abzustimmen.<br />

Achsregelbaugruppen<br />

• digitale Achsenregler für<br />

hydraulische Systeme<br />

• Positions- und Druckregelung<br />

• Zwei-Achs-Module mit<br />

Gleichlaufregelfunktion<br />

• ProfiNet, EtherCAT, Ethernet/IP<br />

oder Profibus Schnittstelle<br />

• optimiert für Proportional-, Regelund<br />

Servoventilanwendungen<br />

• einfachste Bedienung und somit<br />

problemlose Inbetriebnahme<br />

• Industrie 4.0<br />

Elektronik GmbH<br />

Gewerbering 31<br />

D-41372 Niederkrüchten<br />

Telefon: +49 (0)2163 577355-0<br />

Fax: +49 (0)2163 577355-11<br />

E-Mail: info@w-e-st.de<br />

Internet: www.w-e-st.de<br />

Alles für die Hydraulik:<br />

Leistungsverstärker, Druck-,<br />

Positions-, Gleichlauf- und<br />

Pumpenregelungen


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Zuverlässig abgedichtet<br />

LIVE@<br />

Kabelverschraubungen für Trommelmotoren bieten große Dichtbereiche<br />

und halten hohen Belastungen stand<br />

Die Vielfalt an Anschlusskabeln, die weltweit bei Trommelmotoren zum<br />

Einsatz kommt, stellt viele Motoren-Hersteller vor große Herausforderungen,<br />

denn sie müssen eine lange Betriebssicher heit gewährleisten. Dies gelingt<br />

mit Kabelverschraubungen eines nordrhein-westfälischen Unternehmens.<br />

Sie weisen neben großen Dichtbereichen auch hohe Zugentlastungswerte<br />

sowie eine langlebige Abdichtung auf.<br />

spezifische Lösungen mit einer hohen Fertigungstiefe.<br />

Zur Qualitätssicherung gehört<br />

ein umfangreicher Prüfstand, in dem Produkte<br />

während der Entwicklungsphase und<br />

serienbegleitend getestet werden. Das sei<br />

wichtig, weil die Trommelmotoren enormen<br />

Belastungen ausgesetzt sind: Staub<br />

und Dreck, Frost und Hitze, Chemikalien<br />

und Schmiermittel, starke Vibrationen sowie<br />

Wasser sind im Einsatz tägliche Normalität.<br />

„Daher sind unsere Komponenten zwangsläufig<br />

robust und dicht bis zur Schutzart<br />

IP69 ausgelegt“, so Hünicke.<br />

Anforderung: ein möglichst<br />

großer Dichtbereich<br />

Bei den Trommelmotoren befinden sich Motor,<br />

Getriebe und Lager abgeschlossen in<br />

der Trommel. Dies verringert die Wahr-<br />

Die Rulmeca-Gruppe gehört zu den weltweit<br />

größten Lieferanten von Trommelmotoren,<br />

Tragrollen und Gurttrommeln<br />

für die internationale Schütt- und Stück gut-<br />

Fördertechnik. Seit 2013 bietet das Unternehmen<br />

auch Komponenten für den Stückgut-<br />

Transport in den Bereichen Lebensmittelverarbeitung,<br />

Distribution und Logistik<br />

sowie Maschinenbau an. „Unsere Produkte<br />

finden sich bspw. in Straßenbaumaschinen,<br />

Recycling-Betrieben, in Brech- und Siebanlagen,<br />

in Steinbrüchen, Kraftwerken, Hafenanlagen<br />

sowie im Kohle- und Erz-Abbau“,<br />

erklärt Hans-Hendrik Hünicke, Leiter Engineering/R&D.<br />

Trommelmotoren von 20 W<br />

bis 250 kW Leistung – die großen wiegen bis<br />

zu 5 t – werden hier hergestellt, insgesamt<br />

23 Baureihen und über 660 Leistungs- und<br />

Geschwindigkeitsvarianten. Mit dieser Vielfalt<br />

realisiert das Unternehmen kundenscheinlichkeit<br />

von Ausfällen aufgrund schädlicher<br />

Umwelteinflüsse. Weil sich Antriebseinheit<br />

und Lager im Trommelmantel befinden,<br />

wird weniger Platz beansprucht als<br />

bei einem herkömmlichen Antrieb. Zudem<br />

sind die Trommelmotoren im Betrieb kostengünstiger<br />

als konventionelle Antriebe,<br />

da sie aus weniger Teilen bestehen. Erhältlich<br />

sind sie auch in Edelstahlausführung<br />

u. a. für Hygienebereiche, was sie beständig<br />

macht gegen Wasser, säure- und alkalihaltige<br />

Reinigungsmittel sowie Salzwasser.<br />

„Eine Herausforderung ist für uns die<br />

Menge an unterschiedlichen Anschlusskabeln,<br />

die weltweit eingesetzt wird, und<br />

die sehr verschiedenen Anforderungen vor<br />

Ort“, sagt Thomas Teupel, zuständig für das<br />

Elektrodesign. „Also haben wir den Markt<br />

analysiert und nach Kabelverschraubungen<br />

mit möglichst großen Dichtbereichen und<br />

einer zuverlässig langlebigen Abdichtung<br />

gesucht.“ Fündig wurden die Fachleute bei<br />

Pflitsch und seiner Blueglobe-Baureihe.<br />

Diese metrischen Kabelverschraubungen<br />

verwenden einen kugelförmigen Dichteinsatz<br />

aus modifiziertem TPE-Kunststoff, der<br />

sich beim Anziehen der Druckschraube<br />

großflächig sicher um das durchgeführte<br />

Kabel legt. Die Folge ist eine zuverlässige<br />

Abdichtung bis IP68 bzw. IP69 K bis 30 bar.<br />

Die großflächige Kontaktierung des Dicht-<br />

Dipl.-Ing. Walter Lutz,<br />

freier Fachjournalist, Haiger<br />

62 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

einsatzes zum Kabelmantel sorgt<br />

auch dafür, dass das Kabel nicht irreparabel<br />

eingeschnürt wird. „Damit<br />

ist eine lange Betriebssicherheit sichergestellt“,<br />

weiß Thomas Teupel.<br />

Für die sichere Abdichtung zum<br />

Klemmkasten an den Trommelmotoren<br />

sorgt ein nutgeführter O-Ring,<br />

der beim Eindrehen der Kabelverschraubung<br />

in das Einschraubgewinde<br />

des Klemmkastens zuverlässig<br />

in Position bleibt und nicht un defi -<br />

niert gequetscht wird.<br />

Unterschiedlichste Kabel<br />

sicher führen<br />

Das Dichtprinzip mit dem großflächigen<br />

Dichteinsatz ermöglicht die<br />

geforderten großen Dichtbereiche. In<br />

der Praxis bedeutet das: Mit einer Kabelverschraubung<br />

lassen sich Kabel<br />

mit unterschiedlichen Außendurchmessern<br />

sicher führen. Die gängige<br />

Größe M20 bspw. dichtet Kabel mit<br />

Durchmessern von 5 bis 14 mm ab.<br />

Bei der M85, die Rulmeca als größte<br />

Kabelverschraubung serienmäßig<br />

verbaut, sind 65 bis 77 mm möglich.<br />

Noch ein Vorteil erreicht die Blueglobe<br />

dank der großflächigen Abdichtung:<br />

Diese ergibt eine 100 % bessere<br />

Zugentlastung als nach EN 62444<br />

Klasse B gefordert. Selbst unter starken<br />

Vibrationen oder hohen dynamischen<br />

Kräften ist sichergestellt, dass<br />

das Kabel nicht aus der Kabelverschraubung<br />

rutscht, was Undichtigkeiten<br />

hervorrufen würde. Die weiche<br />

Quetschung sorgt zudem für eine<br />

langlebig sichere Installation, da der<br />

Kabelmantel nicht irreparabel eingeschnürt<br />

wird. Kabelbruch und Undichtigkeiten<br />

sind bei diesem Prinzip<br />

ausgeschlossen.<br />

01 In den Klemmenkästen der Trommelmotoren gelingt die<br />

sichere Einführung von Energiekabel und Steuerleitung über<br />

zwei entsprechend große Kabelverschraubungen<br />

Hans-Hendrik Hünicke. Die Temperatur-Range<br />

der Kabelverschraubung von - 40 bis + 130 °C<br />

entspricht den Einsatzbedingungen der Trommelmotoren<br />

zwischen sibirischer Kälte und<br />

afrikanischer Hitze.<br />

Vermehrt kommt es bei den frequenzgesteuerten<br />

Trommelmotoren zu Kundenanfragen,<br />

die die EMV-Sicherheit betreffen. Auch<br />

hier kommt die Blueglobe zum Einsatz: In der<br />

EMV-Version TRI hat das Unternehmen<br />

Pflitsch eine Triangelfeder inte griert, die sich<br />

beim Anziehen der Druckschraube zuverlässig<br />

02 Der blaue Dichteinsatz aus spezialmodifiziertem<br />

TPE-Kunststoff in der Kabelverschraubung sorgt für<br />

eine großflächige Abdichtung des Kabels<br />

um das Schirmgeflecht des Kabels legt. Diese<br />

360°-Kontaktierung ist montagefreundlich,<br />

weil das Schirmgeflecht nicht abgelängt, aufgeweitet<br />

und aufgelegt werden muss. Gleichzeitig<br />

ergeben sich höhere Dämpfungswerte<br />

von etwa - 90 dB (bei 1 MHz) bisetwa - 70 dB<br />

(bei 1 GHz). Die Blueglobe TRI ist damit sogar<br />

für Cat.-7A-Anwendungen geeignet.<br />

Bilder: Lutz/Pflitsch<br />

www.pflitsch.de<br />

Höhere Dämpfungswerte<br />

dank EMV-Version<br />

Der robuste Verschraubungskörper<br />

aus vernickeltem Messing verkraftet<br />

auch höhere mechanische Belastungen.<br />

„Bei einer Recyc-linganlage oder<br />

einem Braun kohlebagger ist nicht<br />

ausgeschlossen, dass herabfallende<br />

Brocken die Installation treffen. Auch<br />

hier sind wir mit der Pflitsch-Lösung<br />

auf der sicheren Seite“, unterstreicht<br />

Zpas.indd 1 14.03.<strong>2018</strong> 08:15:45<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong> 63


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Neue Tools für Predictive Maintenance und Deep Learning<br />

Mathworks hat das Release <strong>2018</strong>a mit neuen Funktionen in Matlab und Simulink herausgebracht.<br />

Es enthält eine Predictive Maintenance Toolbox zum Entwerfen und Testen<br />

von Algorithmen für die Zustandsüberwachung. Mit ihr können Ingenieure Daten kennzeichnen,<br />

Zustandsindikatoren entwerfen und etwaige Störfälle bei Maschinen voraussagen<br />

und vermeiden. Die Neural Network Toolbox stellt nun ein Support-Paket bereit,<br />

mit dem man Deep-Learning-Schichten und –Netze implementieren kann. Optimisierungstechniken<br />

wie Adam, RMSProp und Gradienten-Clipping sorgen für ein besseres<br />

Trainieren von Netzen. Die Computer Vision Toolbox stellt nun die Image-Labeler- App<br />

zur Verfügung, mit der die Pixel-genaue Kennzeichnung für die semantische Segmentierung<br />

automatisiert werden kann. Mit dem GPU-Coder steht ein Tool bereit, das Deep-<br />

Learning-Algorithmen automatisch zu Cuda-Code umwandelt. So können die Algorithmen<br />

direkt auf der GPU ausgeführt werden.<br />

www.mathworks.de<br />

Mischraster-Serien im Power-/Signal-Mix<br />

Mischraster-Serien, die auf Board-to-Board-Steckverbinder<br />

ausgerichtet sind, darunter Stift- und Buchsenleisten für die<br />

Leiterplatte, bietet W+P an. Steckverbinder im Mischraster<br />

übertragen zeitgleich Leistungs- und Steuersignale in nur einem<br />

Steckverbinder. Den Bereich der Stift- und Buchsenleisten decken<br />

die Serien 987/9870 und 397/3970 ab. Sie kombinieren günstige<br />

Leiterplattensteckverbinder mit Stromtragfähigkeiten bis 8,2 A.<br />

Die Power/Signal-Steckverbinder-Serien 454 bis 457 werden<br />

im Mischraster 5/2 mm angeboten, ausgelegt für Ströme bis<br />

24,7 A pro Kontakt. Zum geringen Platzbedarf trägt zusätzlich<br />

die Gehäusegeometrie bei, die der Kühlung dient. Das Kontaktmaterial<br />

für alle ist eine Kupferlegierung mit vergoldeter<br />

Oberfläche über einer Nickelsperrschicht. Die Isolierkörper<br />

bestehen aus thermoplastischem Kunststoff.<br />

Die Komponenten eignen sich zum<br />

Beispiel für die Industrieelektronik, den<br />

Maschinen- und Anlagenbau oder Messund<br />

Steuersysteme.<br />

www.wppro.com<br />

Inserentenverzeichnis Heft 2/<strong>2018</strong><br />

Leistungsstarker Chiller für hohe<br />

Umgebungstemperaturen bis + 50 °C<br />

Der Kaltwassererzeuger PC 2500 von Pfannenberg ist für den<br />

Einsatz in Umgebungen mit Temperaturen bis + 50 °C ausgelegt.<br />

Der luftgekühlte Wasser-/Glykol-Chiller eignet sich für<br />

Anwendungen in Werkzeugmaschinen, Produktionsanlagen,<br />

der Fertigungs- und Labortechnik und der zerstörungsfreien<br />

Werkstoffprüfung wie industrielle Röntgentechnik. Sein<br />

Herzstück ist eine leistungsstarke Pumpe, die im Betrieb<br />

energieeffizient und leise ist. Der Chiller wird mit dem<br />

gängigen Kältemittel R 134a betrieben. Der Chiller ist neben<br />

der Basis variante in drei weiteren Konfigurationen erhältlich.<br />

„Hydraulic Protection“-Geräte haben einen einstellbaren<br />

Strömungswächter und ein Überdruckventil. Konfigurationen<br />

mit „Smart Cooling“ bieten eine erweiterte Erfassung und<br />

Anzeige von Fehlern im System.<br />

Bei der „Precision Cooling“-Variante<br />

kann die Regelgenauigkeit der<br />

Zieltemperatur auf ± 1 K eingestellt<br />

werden, ohne die Gebrauchsdauer<br />

zentraler Komponenten zu verringern.<br />

www.pfannenberg.com<br />

AMA Service, Wunstorf3<br />

<strong>Automation</strong>24, Essen7<br />

B&R Industrie-Elektronik,<br />

Bad Homburg23<br />

Balluff, Neuhausen9<br />

Baumer Optronic, Radeberg25<br />

Conrad Electronic, Hirschau51<br />

Delphin, Bergisch Gladbach5<br />

DIAS, Dresden41<br />

E-T-A, Altdorf55<br />

Electronic Assembly, Gilching33<br />

EMVA, Hemsbach 2. US<br />

Euchner, Leinfelden-Echterdingen29<br />

Falcon Illumination MV,<br />

Untereisesheim44<br />

FuehlerSysteme, Nürnberg19<br />

Icotek, Eschach37<br />

ifm electronic, Essen 4. US<br />

Igus, Köln49<br />

Jumo, Fulda27<br />

LMI Technologies, Teltow46<br />

Mayr, Mauerstetten17<br />

Measurement Computing,<br />

Bietigheim-Bissingen35<br />

Meorga, Nalbach6<br />

Michell, Friedrichsdorf22<br />

microsonic, Dortmund15<br />

Optometron, Ismaning22, 24, 26, 27<br />

Optris, Berlin31<br />

PEAK-System Technik, Darmstadt67<br />

Pepperl+Fuchs, Mannheim42<br />

Pflitsch, Hückeswagen43<br />

Polytec, Waldbronn47<br />

R3 - Reliable Realtime Radio<br />

Communications, Berlin40<br />

Schall, Frickenhausen45<br />

SIKA, Kaufungen26<br />

Turck, Mülheim71<br />

Turkish Machinery Exporters Union,<br />

TR-Istanbul 3. US<br />

TWK, Düsseldorf27<br />

Universal Robots, DK-Odense8<br />

Vision & Control, Suhl22<br />

W.E.St. Elektronik, Niederkrüchten61<br />

WIBU-Systems, Karlsruhe69<br />

Zirox, Greifswald24<br />

ZPAS Group, Leipzig63<br />

Beilagen:<br />

Deutsche Messe, Hannover (Vollbeilage<br />

Meorga, Nalbach (Teilbeilage)<br />

Wachendorff Prozesstechnik,<br />

Geisenheim (Vollbeilage)<br />

Schutz, Diagnose und Kommunikation<br />

in einem Gerät<br />

Das Schutzsystem INT69 YF Diagnose verfügt neben einem<br />

Spannungsmonitor (Überwachung Ausfall, Asymmetrie, Drehfeld,<br />

Unter-/Überspannung) über Eingänge für drei Temperaturen sowie<br />

zwei Eingänge für eine Widerstandsmessung wie Leckage. Das<br />

Extended-Gerät bietet zusätzlich einen analogen Eingang zur<br />

Einbindung weiterer Sensoren und besitzt einen zweiten Wechslerkontakt,<br />

verwendbar z. B. für Warnmeldungen. Das Gerät ist über<br />

die integrierte Schnittstelle frei parametrierbar. Als Tool hierfür und<br />

zur Einsicht der Diagnose-Daten dient das Smartphone, welches<br />

über USB oder Bluetooth-Adapter mit dem Schutzgerät verbunden<br />

ist. Zudem erfolgt im neuen INT69 UY Diagnose erstmalig die<br />

Integration der Diagnose-Erweiterung INTspection Memory. Über<br />

die App INTspector ist damit vor Ort nicht nur der aktuelle Zustand<br />

der Maschine einsehbar, sondern auch eine Meldungsliste mit<br />

Fehlern und Warnungen sowie zugehörigen Historienwerten.<br />

www.kriwan.com<br />

64 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


präsentiert Ihre<br />

INNOVATION<br />

EXCELLENCE <strong>2018</strong><br />

DAS VERNETZTE<br />

MULTIMEDIA PROGRAMM:<br />

LIVE ON TOUR<br />

DIGITAL<br />

SOCIAL MEDIA<br />

WEB-BLOG<br />

PRINT<br />

Zeigen Sie Ihre Excellence <strong>2018</strong> – Sprechen Sie uns an:<br />

Telefon: 06131/992-265<br />

Teilnehmer <strong>2018</strong>:


KOMMUNIKATION 4.0 I SPECIAL<br />

Christian Uhl, Head of Communications<br />

ecom, Pepperl+Fuchs<br />

Digitale Erfolgstreiber<br />

Menschen, Anlagen, Assets und Systeme sinnvoll und nachhaltig miteinander vernetzen<br />

LIVE@<br />

Mithilfe eines vernetzten Asset Managements lassen sich Verfügbarkeit,<br />

Auslastung und Logistik von Anlage, Material, Ausrüstung sowie Personal<br />

nach unterschiedlichen Kriterien organisieren. Grundlage hierfür sind<br />

mobile Lösungen, die es erlauben, Assets nicht nur in Echtzeit effektiver<br />

zu steuern und zu überwachen, sondern auch auf Grundlage der erfassten<br />

Daten auszuwerten. Und das in einer Vielzahl von Einsatzgebieten.<br />

Unternehmen mit weitläufigen Werksgeländen<br />

oder explosionsgefährdeten<br />

Bereichen sind aus Mangel an wirtschaftlichen<br />

Optionen, Kompatibilität oder Zertifizierungen<br />

häufig nicht in den modernen<br />

Informations- und Datenfluss mit eingebunden.<br />

Unternehmenskritische Assets etwa<br />

werden so nur unzureichend verwaltet und<br />

überwacht oder sind nur sehr kostspielig zu<br />

lokalisieren. Die Beacon-Technologie hat<br />

nun das Potenzial, das Asset Management<br />

und Tracking grundlegend zu verbessern.<br />

Als Beacon bezeichnet man kleine Sender<br />

oder Empfänger basierend auf Bluetooth<br />

Low Energy (BLE). In Kombination mit<br />

explosionsgeschützten Smartphones und<br />

Tablets verbinden diese Bluetooth Low<br />

Energy Beacons digitale und physikalische<br />

Daten in einer einzigen, einheitlichen Business-Intelligence-Einheit<br />

für eine bessere<br />

Transparenz, Planung und Organisation<br />

verzweigter Ressourcen.<br />

Mobile Endgeräte, Peripherie<br />

und Applikationen im Verbund<br />

Ziel eines vernetzten Asset Managements<br />

ist eine laufende Prozessoptimierung in<br />

Hinblick auf die Verfügbarkeit,<br />

Auslastung und Logistik<br />

von Anlage, Material, Ausrüstung<br />

sowie Personal. „Den<br />

technischen Fortschritt auf<br />

die Praxis zu übertragen, das<br />

ist die Herausforderung“, sagt<br />

Dr. Holger Schlüter, Associate<br />

Director IoT/Industrie 4.0 bei<br />

Lufthansa Industry Solutions.<br />

„Unternehmen müssen ihre<br />

gesamte Wertschöpfungskette<br />

so gestalten, dass sie Kosten<br />

reduzieren und gleichzeitig die<br />

Produktivität sowie Effizienz<br />

erhöhen. Viele Industrieunter -<br />

nehmen suchen deshalb nach<br />

wirtschaftlich umsetzbaren Antworten und<br />

Lösungen, um Ortsinformationen sowie<br />

Tracking- und Sensordaten zu erfassen,<br />

sagt Dr. Holger Schlüter. Eine weitere Herausforderung<br />

liegt darin, die große Menge<br />

an zusätzlichen Daten aus den Geräten und<br />

Maschinen geeignet aufzubereiten und<br />

Mitarbeitern die passenden Informationen<br />

zur Verfügung zu stellen.<br />

Die IT-Beratung Lufthansa Industry Solutions<br />

beispielsweise setzt für Echtzeit-Lokalisierung<br />

und effizientes Asset Management<br />

auf die explosionsgeschützte BLE-Bea -<br />

con-Technologie der Pepperl+Fuchs Marke<br />

Ecom. Die Loc-Ex 01 – BLE Beacons für<br />

ungefährdete und explosionsgefährdete<br />

Viele Industrieunternehmen<br />

suchen nach wirtschaftlich<br />

umsetzbaren Lösungen, um<br />

Ortsinformationen sowie<br />

Tracking- und Sensordaten<br />

zu erfassen und<br />

anwendungsgerecht<br />

aufzubereiten.<br />

Dr. Holger Schlüter, Associate<br />

Director IoT/Industrie 4.0 bei<br />

Lufthansa Industry Solutions<br />

66 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


Beacons, basierend auf der Bluetooth<br />

Low Energy (BLE) Technologie vernetzen<br />

Menschen, Bereiche, Assets und Systeme<br />

und bieten ein hohes Maß an Präzision<br />

und Genauigkeit in allen drei Achsen<br />

You CAN get it...<br />

Hardware und Software<br />

für CAN-Bus-Anwendungen…<br />

Bereiche bis zu Atex/IECEx sind Teil des<br />

ineinander verzahnten, eigensicheren Mobile-Worker-Konzeptes,<br />

das Smartphones, Tablets,<br />

Peripheriegeräte sowie Software-Applikationen<br />

umfasst. „Die Loc-Ex 01 BLE Beacons<br />

bieten eine Ex-zertifizierte und weitgehend<br />

wartungsfreie Option, Daten von Assets<br />

zu sammeln und mit Backend-Systemen zu<br />

verbinden“, betont Holger Schlüter.<br />

Durchgängiges System für die<br />

Digitalisierungsstrategie<br />

Durch die Befestigung kleiner BLE Beacons<br />

werden Assets zu lokalisierbaren, intelligenten<br />

Objekten, die Informationen wie<br />

Temperatur- oder Füllstand liefern können<br />

und sogar auf Ereignisse wie Tastendruck,<br />

Helligkeit oder Positionsänderung reagieren.<br />

Neben dem Standort übertagen sie zusätzliche<br />

Echtzeit-Daten über lokale Prozessparameter.<br />

Der Bluetooth 4.1 Standard sorgt<br />

dafür, dass die Beacons sowohl mit den derzeit<br />

gängigen als auch speziellen Tablets und<br />

Smartphones für Ex-Bereiche kompatibel<br />

sind und so ein durchgängiges System für die<br />

Digitalisierungsstrategie bilden.<br />

Smartphone und Tablet liefern mit den<br />

passenden Applikationen einen Live-Zugriff<br />

und kompakten Überblick über Daten,<br />

Wissen und Informationen. „Die Bluetooth-<br />

Beacons können Geräte über den eingebauten<br />

Rückkanal ansteuern oder als Signalgerät<br />

fungieren, sodass gesuchte Objekte<br />

leichter identifiziert werden können“, sagt<br />

Paulo Jorge de Almeida, System Engineer<br />

bei ecom. Die Verantwortlichen für Produktion<br />

und Prozesstechnik der Anlagen können<br />

die Daten in Echtzeit auswerten. So erkennen<br />

sie Abweichungen oder Auffälligkeiten<br />

bevor Schaden entsteht.<br />

Echtzeit-Lösung für Asset<br />

Tracking und -Lokalisierung<br />

Ein vernetztes Asset Management mit Mobile-Lösungen<br />

ermöglicht das Auffinden<br />

von Materialien und Maschinen während<br />

des gesamten Produktionsprozesses, das<br />

Tracking von Arbeitsgeräten und Fahrzeugen,<br />

die Navigation und Positionsbestimmung<br />

von Mitarbeitern sowie erweiterte Security-<br />

Maßnahmen. Im Vergleich zu anderen Geo-<br />

Lokalisierungs-Technologien bietet die<br />

Beacon-Technologie ein hohes Maß an<br />

Präzision und Genauigkeit in allen drei<br />

Achsen. Aufgrund der großen Reichweite<br />

von bis zu 200 m im freien Feld können die<br />

Kosten für die Überwachung großer Anlageflächen<br />

niedrig gehalten und die gewünschte<br />

Lokalisierungsgenauigkeit durch die Anzahl<br />

der installierten Beacons variiert werden.<br />

Darüber hinaus lassen sich über Smartphone<br />

oder Tablet Nachbarschaftsbeziehungen<br />

und Alarme definieren, sollte etwa Gefahrgut<br />

kollidieren bzw. nebeneinander gelagert<br />

werden.<br />

Prozesse & Sicherheit optimieren<br />

Durch ein vernetztes Asset Management<br />

können nicht nur Logistikprozesse und die<br />

Kapazitätsauslastung von Anlagen, Maschinen<br />

und Materialien besser gesteuert werden,<br />

sondern auch die Personalplanung sowie<br />

die Sicherheit der Mitarbeiter und der<br />

Anlage. Die gewonnenen Daten bieten Informationen<br />

zu Schwachstellen und unterstützen<br />

das Optimierungsverfahren bei Prozessen<br />

und Technologien, sodass wichtige<br />

Personal- und Ressourceneinsparungen erzielt<br />

werden können. Durch die Analyse<br />

von Bewegungsprofilen wiederum stehen<br />

detaillierte Informationen bereit, anhand<br />

derer sich das Sicherheitskonzept optimieren<br />

lässt. Verlassen Güter, Geräte oder Fahrzeuge<br />

ohne Erlaubnis einen bestimmten<br />

Bereich, kann via Geofencing ein Warnsystem<br />

ausgelöst werden. Ebenso können zum<br />

Beispiel innerhalb eines definierten, geografischen<br />

Bereiches auf dem Werksgelände<br />

Funktionen wie Kamera-Aufnahmen<br />

ausgeschlossen oder individuelle Zugangsberechtigung<br />

festgelegt werden.<br />

Bilder: Pepperl+Fuchs/Ecom<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

Alle Preise verstehen sich zzgl. MwSt., Porto und Verpackung. Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.<br />

PCAN-M.2<br />

CAN-FD-Interface für M.2-Steckplätze.<br />

Erhältlich als Ein- und Zweikanalkarte<br />

inkl. Monitor-Software, APIs und<br />

Treiber für Windows ® und Linux.<br />

PCAN-USB Pro FD<br />

ab 240 €<br />

High-Speed-USB 2.0-Interface<br />

für die Anbindung von bis zu<br />

2 CAN-FD- und 2 LIN-Bussen mit<br />

galvanischer Trennung.<br />

PCAN-Explorer 6<br />

490 €<br />

Software zur Steuerung, Simulation<br />

und Überwachung von CAN-FD- und<br />

CAN-Bussen Aufzeichnung und<br />

Wiedergabe Automatisierung mit<br />

VBScript und Makros Verständliche<br />

Darstellung der ID und Daten<br />

ab 510 €<br />

www.peak-system.com<br />

Otto-Röhm-Str. 69<br />

64293 Darmstadt / Germany<br />

Tel.: +49 6151 8173-20<br />

Fax: +49 6151 8173-29<br />

info@peak-system.com


02<br />

01<br />

03<br />

Schlüsseltechnologie der Industrie 4.0<br />

Safety-to-Cloud – durchgängig kommunizieren vom Sensor bis zur Cloud<br />

Zustands- und Leistungsdaten von<br />

Maschinen und Anlagen liefern<br />

wichtige Informationen für<br />

Prozessoptimierungsmaßnahmen.<br />

Das hohe Datenaufkommen<br />

sowie standort-übergreifende<br />

Produktionsstätten erfordern<br />

cloud-basierte Lösungskonzepte.<br />

Eine neue Safety-to-Cloud-Lösung<br />

zeigt, wie es gelingen kann, auch<br />

Sicherheitstechnologien in derartige<br />

Konzepte einzubeziehen.<br />

Wann müssen Verschleißteile ausgetauscht<br />

werden, bevor sie in einer<br />

Anlage oder Maschine zu Ausfällen führen?<br />

Wie ist die Auslastung einer Maschine? In<br />

welchen Produktionslinien sind noch Kapazitäten<br />

verfügbar? Ein umfassendes Monitoring<br />

der Maschinen und Prozesse liefert auf derartige<br />

Fragen die entscheidenden Antworten<br />

und Informationen. Dazu müssen kontinuierlich<br />

umfangreiche Maschinendaten erfasst,<br />

gespeichert und analysiert werden. Hinzu<br />

kommt, dass „intelligente Fabriken“ zumeist<br />

aus dezentralen, vernetzten Produktionseinheiten<br />

bestehen, mit unterschiedlichen<br />

Komponenten und jeweils eigenen Datenquellen.<br />

Im Zuge der zunehmenden Globalisierung<br />

verteilen sich Produktionsstandorte<br />

zudem überregional Mithilfe des sogenannten<br />

Cloud Computing können Unternehmen<br />

die wachsenden Datenmengen aus<br />

verschiedenen Quellen zusammenführen<br />

und verarbeiten.<br />

Die Auswertung von Monitoring-Informationen<br />

in der Cloud wird heute bereits<br />

vielfach erfolgreich praktiziert. Jetzt können<br />

Monitoring-Informationen auch von Sicherheitskomponenten<br />

geliefert und in einer<br />

Cloud-Umgebung ausgewertet werden. Im<br />

Kontext von Industrie 4.0 gewährleistet die<br />

Sicherheitstechnologie damit nicht nur die<br />

Einhaltung von Sicherheitsstandards, sondern<br />

trägt gleichzeitig zur Erhöhung der<br />

Anlagenverfügbarkeit bei.<br />

Herstellerunabhängig: freie<br />

Wahl der Cloud<br />

Eine solche Lösung bietet die Smart Safety<br />

Solution von Schmersal, die das Unternehmen<br />

erstmals auf der SPS IPC Drives 2017<br />

vorstellte: Alle Sicherheitszuhaltungen und<br />

Sicherheitssensoren sowie einige Sicherheitslichtgitter<br />

von Schmersal, die mit einem<br />

SD-Interface ausgestattet sind, können<br />

über die Sicherheitssteuerung PSC1 oder<br />

ein SD-Gateway sowie über ein separates<br />

Edge-Gateway zyklischen Daten in eine<br />

beliebige Cloud übertragen. Eine Verknüpfung<br />

dieser zyklischen SD- Daten innerhalb<br />

der Cloud bietet dem Anwender umfangreiche<br />

Diagnosemöglichkeiten, dazu zählen<br />

z. B. Schaltzyklen, die Zustandssituation der<br />

Sicherheit, Grenzbereichswarnungen, Abstandswarnungen<br />

und vieles mehr. Diese<br />

neue Lösung von Schmersal ist herstellerund<br />

systemunabhängig. Sie lässt dem Anwender<br />

die freie Wahl bei der Entscheidung,<br />

welche Cloud er nutzen möchte.<br />

Für die Übertragung von Monitoringund<br />

Zustandsdaten an die Cloud zur kundenindividuellen<br />

Auswertung bieten sich<br />

systemunabhängige Formate wie OPC UA,<br />

MQTT oder AMQP an. Bei der Smart Safety<br />

Lösung leitet das Edge-Gateway die Daten<br />

im MQTT-Format weiter. Es handelt sich<br />

dabei um ein offenes Kommunikationsprotokoll,<br />

das sich inzwischen zu einem<br />

populären IoT-Standards entwickelt hat. Es<br />

ist zudem eine schlanke, kosteneffiziente<br />

Lösung, die einfach zu implementieren ist.<br />

Prinzipiell sind jedoch auch Safety-to-Cloud-<br />

Lösungen möglich, bei denen OPC UA<br />

genutzt wird.<br />

Bei Open Platform Communications –<br />

Unified Architecture (OPC UA) handelt es<br />

sich um ein offenes, plattformunabhängiges,<br />

industrielles Kommunikationsprotokoll<br />

zum Datenaustausch zwischen Komponenten,<br />

Maschinen und Betriebs- und Informationssystemen<br />

und der Cloud. Dabei werden<br />

Maschinendaten nicht nur transportiert,<br />

sondern auch maschinenlesbar semantisch<br />

beschrieben. OPC UA erfüllt viele Voraussetzungen<br />

einer Industrie-4.0-konformen<br />

Siegfried Rüttger, Projektleiter Industrie 4.0 bei<br />

der Schmersal Gruppe in Wuppertal<br />

68 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


SPECIAL I KOMMUNIKATION 4.0<br />

01 Bei der Smart Safety Solution können<br />

Monitoring-Informationen auch von<br />

Sicherheitskomponenten geliefert und in<br />

einer Cloud-Umgebung analysiert werden<br />

02 Das SD-Gateway stellt eine bewährte<br />

proprietäre Lösung zur Umsetzung serieller<br />

Diagnosesignale dar<br />

03 Die Sicherheitssteuerung gewährleistet<br />

schnelle Reaktionszeiten<br />

Kommunikation, u. a. die Hersteller- und<br />

Plattformunabhängigkeit, die sich aus der<br />

offenen Standardisierung (IEC 62541) ergibt.<br />

OPC UA ist weder an eine Programmiersprache<br />

noch an ein Betriebssystem gebunden.<br />

So lassen sich Anwendungen auf<br />

Windows oder Linux ebenso realisieren,<br />

wie auf Android oder Apple Smartphones.<br />

Visualisierung und Dashboards<br />

Prinzipiell kann der Anwender der Smart<br />

Safety Solution von Schmersal jede beliebige<br />

Cloud-Plattform nutzen. Die Diagnoseinformationen<br />

können auf Bildschirmen visualisiert<br />

werden. Dashboards bieten eine Vielzahl<br />

von nützlichen Funktionalitäten für die Darstellung<br />

der Daten, z. B. in Form von Tabellen,<br />

Diagrammen oder Grafiken. Der Anwender<br />

kann damit ganz einfach per Drag & Drop<br />

diejenigen Daten auswählen, die er für die<br />

Analyse seiner individuellen Prozesse benötigt.<br />

Er kann sich z. B. anzeigen lassen, wie<br />

häufig eine Maschine angelaufen ist und die<br />

Anzahl der Betriebsstunden und den voraussichtlichen<br />

Verschleiß von Komponenten errechnen.<br />

An den Daten über die Betriebsspannung<br />

lässt sich zum Beispiel erkennen,<br />

ob ein Netzteil ausgefallen ist, und auch<br />

anhand von Informationen über die Häufigkeit<br />

des Öffnens und Schließens einer Schutztür<br />

können Rückschlüsse auf mögliche Probleme<br />

an einer Maschine gezogen werden.<br />

Diese Diagnoseinformationen können auch<br />

über mobile Endgeräte wie Tablets abgerufen<br />

werden. Damit wird eine standortunabhängige<br />

Kontrolle von Fertigungsprozessen<br />

ermöglicht und darüber hinaus der<br />

proaktive Einsatz von Servicekräften.<br />

Sicherheitssteuerung wertet<br />

sichere Signale aus<br />

Ein weitere Vorteil der Smart Safety Solution<br />

ist, dass die Diagnoseinformation parallel<br />

zu den Sicherheitsfunktionen an die Cloud<br />

weitergeleitet werden. Die sicheren Signale<br />

werden in der Sicherheitssteuerung PSC1<br />

ausgewertet, sodass damit auch die erforderlichen<br />

schnellen Reaktionszeiten<br />

gewährleistet sind und die Sicherheitsfunktionen<br />

bei Fehlern in der Maschine<br />

zu verlässig ausgeführt werden. Die nichtsicheren<br />

Diagnoseinformationen werden<br />

dagegen nicht über die Steuerung, sondern<br />

Wissenstransfer sicherstellen<br />

über das SD-Gateway sowie das Edge-<br />

Gateway direkt an die Cloud übermittelt.<br />

Das bedeutet, dass ein zusätzlicher Entwicklungsaufwand<br />

für die Steuerung nicht<br />

erforderlich ist.<br />

Bei dem SD-Gateway von Schmersal<br />

handelt es sich um eine bewährte proprietäre<br />

Lösung, mit der umfangreiche<br />

Status- und Diagnosedaten von Sicherheitsschaltgeräten<br />

mit SD-Interface übertragen<br />

werden können. Ein großer Pluspunkt der<br />

SD-Lösung ist, dass bis zu Sicherheitssensoren<br />

und Sicherheitszuhaltungen in Reihe<br />

geschaltet werden können. Auf diese Weise<br />

können auch komplexe Anlagen mit einem<br />

erheblich reduzierten Verdrahtungsaufwand<br />

abgesichert werden. Auch Alt- und<br />

Bestandsmaschinen (Braunfield), die mit<br />

einer SD-Lösung abgesichert sind, können<br />

nachgerüstet und bestehende Anlagen<br />

nachträglich mit der Safety-to-Cloud-<br />

Lösung von Schmersal ausgestattet werden.<br />

Fotos: Schmuckbild Fotolia, sonstige Schmersal<br />

www.schmersal.com<br />

Die Smart Safety Solution zeigt, dass auch unter den Bedingungen der Industrie 4.0<br />

der Schutz der Mitarbeiter in der Produktion nicht im Gegensatz zur Produktivität<br />

der Anlagen stehen muss. In jedem Fall ist im Hinblick auf das Thema Maschinensicherheit<br />

und Industrie 4.0 ein verstärkter Wissenstransfer notwendig. Dieser<br />

Entwicklung hat die Schmersal Gruppe mit der Gründung ihres Geschäftsbereichs<br />

für Dienstleistungen Rechnung getragen: das Tec.nicum bietet für Maschinenbauer<br />

und -betreiber nicht nur Schulung und herstellerneutrale Beratung, sondern auch die<br />

Programmierung von Sicherheitssoftware und viele weitere Safety Services – bis hin<br />

zur Konzeption individueller Systemlösungen.<br />

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KOMMUNIKATION 4.0 I SPECIAL<br />

Kein Wolkenkuckucksheim<br />

Reale, effiziente Engineering-Flexibilität mit neuem Cloud- und App-Konzept<br />

Das Stichwort Cloud ist nicht<br />

neu, Apps sind es auch nicht.<br />

Im Zusammenhang mit realem<br />

Engineering jedoch schon. Ein<br />

kooperatives Planungs-System<br />

verbindet diese Elemente und<br />

erlaubt es, Maschinen, Anlagen<br />

und mobile Systeme ohne eigene<br />

Server-Hardware und mit<br />

beliebiger Skalierbarkeit in der<br />

Cloud zu planen. Zugriff und<br />

Nutzung sind sogar an jedem<br />

Endgerät verfügbar.<br />

LIVE@<br />

Johanna Kiesel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,<br />

Aucotec AG in Hannover<br />

Für wen ist Engineering in der Cloud eigentlich<br />

von Nutzen und warum? Und<br />

was ist mit der Sicherheit? Diese Fragen stellt<br />

sich jeder, der seinen Daten den hohen Wert<br />

beimisst, den sie heute längst haben. „Den<br />

meisten Mehrwert hat, wer global agiert und<br />

komplexe Engineering-Herausforderungen<br />

meistern muss“, sagt Reinhard Knapp, Leiter<br />

„Global Strategies“ bei der Aucotec AG. „Je<br />

differenzierter die Prozesse und je ausgefeilter<br />

oder komplexer die Arbeitsteiligkeit,<br />

desto interessanter werden Cloud- und App-<br />

Einsatz.“ z. B., um Engineering Base (EB) per<br />

Cloud weltweit flexibel verfügbar zu machen:<br />

So lassen sich jederzeit virtuelle Teams mit<br />

Fachleuten verschiedener Standorte zusammenstellen,<br />

je nach Bedarf an Ressourcen<br />

und Know-how. Dabei sind den verantwortlichen<br />

Ingenieuren der Zugriff und die reale<br />

Bearbeitung von allen Aspekten des Anlagendesigns<br />

möglich. Genau wie seit jeher<br />

mit der umfangreichen Frontend-Oberfläche<br />

des datenbankbasierten Systems, nur<br />

noch flexibler.<br />

Daneben erlauben Apps ganz individuell<br />

auf die einzelnen Rollen im Prozess zugeschnittene<br />

Anwendungen. Zum Beispiel für<br />

Projektleiter, die eine Übersicht über die<br />

Engineering-Fortschritte brauchen. Sie können<br />

jederzeit mit ihrem Gerät ihre App aufrufen,<br />

mit persönlichem Dashboard, das<br />

gezielt die benötigten Informationen aufzeigt.<br />

Ob Materialdaten oder Detaildokumente,<br />

ob Engineering-Status oder eine<br />

Verbraucher-Auswertung. Möglichkeiten<br />

gibt es viele; mit EB bleiben sie kein unerfüllbares<br />

„Wolkenkuckucksheim“, sondern<br />

sind praxisnah umsetzbar.<br />

Die Frage nach der Datensicherheit hat<br />

Aucotec über die Microsoft-Cloud Azure<br />

Deutschland gelöst. Da sie von T-Systems<br />

gehostet wird, bietet sie Sicherheit nach<br />

deutschen Standards und Gesetzen, die in<br />

diesem Bereich zu den strengsten weltweit<br />

zählen.<br />

Von Natur aus IoT-fähig<br />

Dass der mobile Zugriff auf die Engineeringdaten<br />

so unkompliziert möglich ist, hat<br />

EB seiner Dreischicht-Architektur zu verdanken.<br />

Der Application-Server zwischen<br />

Datenbank und Client erlaubt auch die<br />

Client-unabhängige Bereitstellung von Informationen<br />

über Webservices. „Für ein<br />

File-basiertes System müsste so ein Web-<br />

Zugriff vollkommen neu entwickelt und<br />

außerdem separat gepflegt werden. EB<br />

trägt dagegen die notwendige Flexibilität<br />

‚von Natur aus‘ in sich“, erklärt der Chefstratege<br />

Knapp.<br />

Der passend zum Konzept entwickelte<br />

Web Communication Server (WCS) vervollständigt<br />

EBs Offenheit mit der Zugriffsmöglichkeit<br />

über Webtechnologie. Er basiert auf<br />

global gültigen Standards wie WSDL, SOAP,<br />

RESTful API, JSON und WCF, sodass die<br />

IT-Abteilung keinen zusätzlichen Aufwand<br />

hat. Über den WCS ist EBs Business-Logik<br />

direkt erreichbar.<br />

70 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


SPECIAL I KOMMUNIKATION 4.0<br />

Das Mehrschicht-Grundprinzip hat EB zunächst<br />

geöffnet für die Kommunikation mit<br />

anderen Servern, zum Beispiel von ERPoder<br />

EDM/PDM-Systemen. Damit war EB<br />

auch offen in Richtung anderer Front-<br />

End-Anwendungen, wie eben mobile<br />

Apps – und das bereits lange vor der Idee zu<br />

Indus trie 4.0! Heute ist das Internet of<br />

Things (IoT) ohne M2M-Kommunikation,<br />

wie EB und WCS sie bieten, gar nicht denkbar,<br />

denn die unabdingbare Vernetzung<br />

braucht Webtechnologie.<br />

Individuell, mobil, flexibel<br />

Der Einsatz von Apps ist für Aucotec ein integraler<br />

Bestandteil des Cloud-Konzepts.<br />

Sie erleichtern den Zugang zum Engineering<br />

und erlauben mobile Datennutzung<br />

und eine Datenerstellung, die sich auf<br />

unterschiedlichste Aufgaben zuschneiden<br />

lassen. Da solche Aufgaben in jedem Unternehmen<br />

anders aussehen, bietet Aucotec<br />

an, Apps individuell für die Bedürfnisse der<br />

Kunden zu entwickeln. Sollte eine App-Idee<br />

viele Kunden interessieren, so kann sie<br />

natürlich allen zugutekommen. Alle Apps<br />

basieren auf HTML 5, passen sich jedem<br />

Display an (responsive) und sind mit Android,<br />

Windows, IOS oder im Browser nutzbar.<br />

Da Engineering-Aufgaben in jedem Unternehmen anders aussehen,<br />

entwickelt Aucotec Apps individuell für die Bedürfnisse der Kunden.<br />

Beispiele aus der Praxis<br />

Erste Apps sind bereits entstanden. Eine ist<br />

z. B. speziell auf den Informationsbedarf bei<br />

Wartungsaufgaben in Anlagen zugeschnitten.<br />

Sie ermöglicht jederzeit den Zugang<br />

von mobilen Geräten zu den aktuellen Engineering-Daten.<br />

Das beschleunigt geplante<br />

Services ebenso wie das Agieren im Notfall.<br />

Denn der Wartungs-Mitarbeiter kann so<br />

auch ohne Vorbereitung und ohne einen<br />

Koffer voller Ordner vor Ort mit Tablet,<br />

Smartphone oder Laptop in die Anlagendaten<br />

gehen und sich die relevanten Asbuilt-Informationen<br />

online über die Cloud<br />

holen. Ob Details zu einem angeschlossenen<br />

Kabel samt Ziel, der nächste Wartungstermin<br />

eines Gerätes oder eine Montageanleitung.<br />

Die Suchfunktion der App beschleunigt<br />

das Finden in jedem Fall.<br />

Eine weitere App dient der mobilen Aufnahme<br />

des Ist-Zustands einer Anlage und<br />

der Übertragung dieser Daten an EB per<br />

Smartphone. Am System lässt sich daraus<br />

ableiten, an welcher Stelle Optimierungen<br />

durch Dienstleistungen oder Anlagener-<br />

weiterungen möglich wären. Das Sales-<br />

Team macht daraus ein Angebot für den<br />

Betreiber der Anlage, fix und fertig kalkuliert<br />

auf Basis realer Engineering-Daten.<br />

Entwickelt wurde diese App für einen<br />

EB-Anwender, der seinen Kunden nicht nur<br />

Anlagen verkauft, sondern mit seinem Wartungskonzept<br />

gleichzeitig die gesicherte<br />

Funktionalität über den gesamten Lebenszyklus<br />

anbietet. Mit der EB-App konnte der<br />

Nutzer sein Angebot noch verbreitern – sehr<br />

real und effizient.<br />

Bilder: Schmuckbild Fotolia, sonstiges Aucotec AG<br />

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KOMMUNIKATION 4.0 I KOMMENTAR<br />

Warum Industrial-Ethernet-Netzwerke<br />

essentiell sind für Industrie 4.0<br />

LIVE@<br />

Ein Kommentar von Horst Kalla über Kommunikationswege von morgen<br />

Horst Kalla ist<br />

Technikexperte<br />

bei der Weidmüller<br />

GmbH & Co. KG<br />

in Detmold<br />

Mit der<br />

webbasierten<br />

Fernwartungslösung<br />

„u-link“ können<br />

Maschinen effizient<br />

und sicher<br />

überwacht werden<br />

Das Internet bildet als Kommunikationsplattform die<br />

Basis von „Industrie 4.0“ sowie der „Smart Factory“.<br />

In diesen Fabriken sind Maschinen zu einem intelligent<br />

vernetzten Fertigungsprozess zusammengeschlossen<br />

und kommunizieren untereinander, sowie mit den zu<br />

produzierenden Produkten autonom. Doch worauf<br />

kommt es dabei und welche Herausforderungen steht<br />

die Industrie gegenüber?<br />

„Industrie 4.0“ stellt eine komplette Neuausrichtung der Industrie<br />

dar. Aus starren, unflexiblen Fertigungsanlagen werden modulare,<br />

effiziente und ressourcenschonende „smarte Fabriken“. Eine<br />

besondere Herausforderung hierbei ist die Absicherung des<br />

Industrie-4.0-Netzwerks gegen unbefugte Eingriffe jeglicher Art.<br />

Denn die neuen Automatisierungskonzepte sind gekennzeichnet<br />

durch signifikant mehr Interaktionen, also durch eine deutlich<br />

stärkere autonome Steuerung der Produktionseinrichtungen und<br />

des Datenaustauschs. Die durchgängige Ethernet-Kommunikation<br />

vereinfacht und beschleunigt Prozesse, schafft Transparenz und<br />

reduziert Kosten. In diesem Szenario ist das Thema Datentransfer<br />

und Datenschutz hoch aktuell.<br />

Weidmüller zählt zu einem der Wegbereiter für Lösungen und<br />

Konzepte im Umfeld von Industrie-4.0-Anwendungen und bietet<br />

bereits heute konkrete Lösungen, mit denen produzierende<br />

Unternehmen sich auf das Internet der Dinge und die sichere<br />

Steuerung der Produktion aus der Cloud vorbereiten können.<br />

Eine der Komponenten sind Security Router, die autarke Systeme<br />

im Industrial Ethernet Feld vor unnötigem Traffic und unbefugter<br />

Nutzung von außen schützen. Die Gigabit Security Router<br />

verfügen über diverse Sicherheitsmechanismen. Dazu gehören<br />

unter anderem eine intelligente Firewall sowie ein sicherer<br />

Fernzugriff über eine VPN-Verbindung. Die Router sind<br />

eigens für Industrienetzwerke entwickelt worden und<br />

bieten eine sichere, zuverlässige Kommunikation zwischen<br />

Ethernet basierten Maschinen und Anlagen sowie übergeordneten<br />

Netzwerken. Aus Sicherheitsgründen sowie um ein<br />

effizientes Management des Datenverkehrs zu gewährleisten,<br />

werden Maschinennetzwerke vermehrt segmentiert und<br />

für den Netzwerkübergang industrielle Router eingesetzt.<br />

Auch das Thema Fernwartung wird um Umfeld von Industrie-4.0-<br />

Anwendungen eine große Rolle spielen. Sie ermöglichen<br />

Anlagenherstellern ihren Kunden individuelle Services<br />

anzubieten, die auf den gesamten Lebenszyklus einer Maschine<br />

abzielen – und das unabhängig vom globalen Standort. Ein<br />

zukunftsfähiges Konzept für das Predictive Maintenance ist die<br />

Systemlösung u-link, bestehend aus Netzwerkkomponenten<br />

wie Industrial Security Router und Ethernet Switche, das Remote<br />

I/O-System u-remote inklusive integriertem Webserver für<br />

detaillierte Systemdiagnosen, zusätzliche kommunikationsfähige<br />

Automatisierungskomponenten und webbasierte Fernwartungs-<br />

Lösung u-link.<br />

Mein Fazit: Industrie 4.0 eröffnet mit dem Einzug von Internettechnologien<br />

und der durchgängigen, transparenten Vernetzung<br />

in die Produktion eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten. Eine<br />

sichere Kommunikation, sowie der Schutz vor einem Zugriff von<br />

nicht autorisierten Nutzer gilt es zu gewährleisten. Als Spezialist<br />

für nachhaltige Lösungen im Bereich der Industrial Connectivity<br />

bieten wir Unternehmen zukunftsfähige Konzepte für eine<br />

zuverlässige, sichere „Kommunikationen 4.0“.<br />

Bilder: Weidmüller<br />

www.weidmueller.com<br />

72 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>


RUBRIZIERUNGSEBEBE 2 I RUBRIZIERUNGSEBENE<br />

Ein Unternehmen mit<br />

der Vision für eine<br />

flexible Produktion<br />

Statisch vorprogrammierte Arbeitsschritte in der<br />

automatisierten Fertigung werden vollautomatisch<br />

und selbstständig agierenden Robotern und Cobots<br />

weichen. Diese neuartigen Fertigungsweisen stellen<br />

große Herausforderungen an optische Sensoren,<br />

über die Maschinen ihre Umgebung erkennen und<br />

Werkstücke und Abläufe prüfen. Dies sind Aufgaben,<br />

an denen heutige Sensoren scheitern, sodass komplexe<br />

Mehrsensorsysteme eingesetzt werden müssen.<br />

Die Bin-Picking-Lösung mit dem Robotvisionsensor LumiScan+<br />

ist auf einem kollaborierenden Roboter UR5 (Universal Robots)<br />

montiert und gibt diesem die Lage metallischer Objekte für<br />

den Griff an<br />

Das junge Unternehmen HD Vision Systems wurde im Januar 2017<br />

gegründet und konnte seither Erfolge wie den ersten Platz der Zeiss<br />

Robotic Challenge und die Umsetzung diverser Pilotprojekte feiern. So<br />

wird lichtfeldbasierte Sensorik und Algorithmik einer breiten Anwenderschicht<br />

zugänglich gemacht und bietet Kunden des Start-ups signifikante<br />

Vorteile einhergehend mit einer Kostenreduktion.<br />

Das Gründerteam ist aus der Arbeitsgruppe von PD Dr. Garbe am<br />

Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der<br />

Uni Heidelberg hervorgegangen. Während der Promotion von Dr. Wanner<br />

wurde klar, dass mit dem Abtasten des Lichtfelds Sensoren deutlich<br />

einfacher und vielfältiger eingesetzt werden können als<br />

bisher. Seit März 2016 arbeitet das Team, durch das Bundesministerium für<br />

Wirtschaft und Energie gefördert, eng mit Partnern aus der Industrie zusammen.<br />

Durch dieses Ohr am Kunden konnte schnell ein belastbares<br />

Businessmodell entwickelt und bereits 2017 ein sechsstelliger Umsatz<br />

erwirtschaftet werden. HD Vision Systems baut ihr Geschäft auf drei<br />

Säulen auf: der Lizensierung der Algorithmik an OEMs, der Entwicklung<br />

und Vermarktung des Robotvisionsensors Lumiscan+ sowie dem Projektgeschäft<br />

für Bildverarbeitungslösungen in der Industrie. Inzwischen<br />

ist das Unternehmen auf sechs Mitarbeiter angewachsen und steht kurz<br />

davor, Lumiscan+ in Serie herzustellen.<br />

Weit verbreitet in der heutigen Sensortechnologie ist nach wie vor das<br />

Triangulationsprinzip, z. B. bei passiven Stereo-Sensoren oder aktiven<br />

Systemen mit strukturierter Beleuchtung. Diese Systeme haben häufig<br />

Schwierigkeiten mit komplexen Objekten, bedingt durch<br />

Abschattungseffekte oder bei metallisch glänzenden Oberflächen. Um<br />

derartige Fehler zu vermeiden, sind diese Verfahren oft aufwändig in der<br />

Einrichtung oder Parametrisierung.<br />

Das Lichtfeld beinhaltet die komplette optische Information einer Szene.<br />

Durch die Abtastung des Lichtfeldes ist die genaue Rekons truktion<br />

von Objektform und -position, aber auch Oberflächenfarbe und -glanz<br />

möglich. Dafür wird keine spezielle Beleuchtung benötigt. Bedingt<br />

durch diese Vorteile ist der konsequente Einsatz der Lichtfeldbildgebung<br />

als Lösungsansatz prädestiniert, um die fortschreitenden Anforderungen<br />

an die optische Sensorik auch langfristig bedienen zu können.<br />

Das patentierte Verfahren von HD Vision Systems gibt Maschinen die<br />

Fähigkeit menschenähnlichen Sehens. Dies wird erstmals mit dem System<br />

Lumiscan+ umgesetzt. Nimmt ein Mensch in der Fertigung ein Bauteil<br />

in die Hand, überprüft er normalerweise, ob das Bauteil der gewünschten<br />

Qualität entspricht: Stimmen Form, Größe und Farbe? Ist die<br />

richtige Seriennummer vorhanden oder sind Schäden zu sehen? Dies alles<br />

sind Fragen, die beim Menschen während des Sichtungsprozesses größtenteils<br />

unbewusst ablaufen.<br />

Lumiscan+ erlaubt es, mit nur einem Sensor selbst auf komplexen und<br />

glänzenden Oberflächen, die Objektgeometrie, die Objektfarbe und die<br />

Glanzeigenschaften zu vermessen. Gleichzeitig können Ansätze der künstlichen<br />

Intelligenz auf 2D- und 3D-Daten angewendet werden. Diese hohe<br />

Flexibilität und Genauigkeit löst die Aufgaben der Automatisierung im<br />

Zeichen von Industrie 4.0 mit nur einem Sensor.<br />

www.hdvisionsystems.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2015 2/<strong>2018</strong> 73


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 3/<strong>2018</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 07. 06. <strong>2018</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 22. 05. <strong>2018</strong><br />

01<br />

02<br />

03<br />

04<br />

01 Kompakte HMI/PLC-Systeme und robuste I/O-Lösungen mit<br />

Codesys-Steuerung bringen die Intelligenz direkt zur Maschine<br />

02 Messe Sensor+Test <strong>2018</strong>: Neuheiten und Trends rund um<br />

Sensoren, Mess- und Prüfsysteme, Digitalisierung und Vernetzung<br />

03 Messe automatica: Marktplatz für intelligente <strong>Automation</strong> und<br />

Robotik, Bildverarbeitungssysteme und Komponenten<br />

Der direkte Weg<br />

Internet:<br />

www.industrielle-automation.net<br />

E-Paper:<br />

www.engineering-news.net<br />

Redaktion:<br />

Redaktion@industrielle-automation.net<br />

AUTOMATION TECHNOLOGIES:<br />

www.en.engineering-news.net<br />

04 Wandlungsfähig und offen für neue Applikationen: neuartige<br />

Generation von Vision App-basierten Kameras und Sensoren<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

74 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/<strong>2018</strong>

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