Aufrufe
vor 4 Monaten

2018_14

2 Dorfspiegel Dietlikon

2 Dorfspiegel Dietlikon / Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 14 6.4.2018 Bei Foto Top AG, Gestaltung Werbetechnik: Claire Morain vom Elterntreff Bruggwiesen, Line Aebi, Fatbardha Zuberi, Claudia Kyd von Foto Top AG. Besuch bei Safos AG, Metallbau: Nino Meile beim Eingeben der Daten am PC für die Abkantpresse. (Fotos yz) triebe. Auch das Handwerk, welches ja bekanntlich goldenen Boden hat, war gut vertreten. Am Dienstagmorgen ab acht Uhr besuchten sechs Schülerinnen aus beiden teilnehmenden Schulen den Herrencoiffeur Pino Comi, dessen Geschäft sich an der Bühlstrasse 4 in Dietlikon befindet. Comi erläuterte den Schülerinnen zuerst Allgemeinwissen über Haare und Haarpflege sowie auch ein wenig Coiffeurgeschichte. Er sagte, man müsse neben der Handfertigkeit der Coiffeurkunst auch dem Kunden gut zuhören können sowie ein guter Psychologe sein. Dazu müsse man noch dezent und verschwiegen sein. Abschliessend bot Comi einer Schülerin noch eine Haarwäsche inklusive Trockenföhnen an, welche diese dankend annahm. Die Lehre zur «Coiffeuse/Coiffeur EFZ» (mit eidgenössischem Fachzeugnis) geht drei Jahre lang. Eine Schülerin erkundigte sich, welche Schulfächer wichtig seien. «Chemie», erhielt sie von Comi zur Antwort. Und dass sie jederzeit zum Schnuppern willkommen seien. Phantasie ist gefragt Um zehn Uhr fanden sich zwei Schülerinnen, eine aus Dietlikon und die andere aus Brüttisellen, bei Foto Top in Wangen ein. Dieser Betrieb bildet zum «GestalterIn Werbetechnik EFZ» aus. Solche Berufsfachleute gestalten, produzieren und montieren Beschriftungen für Fassaden sowie an Autos, an Bahnen oder für Bautafeln. Auch Leuchtreklamen oder Leitsysteme für Kliniken werden dort hergestellt – kurz, sämtliche Produkte für die Innen- und Aussenwerbung. Claudia Kyd von Foto Top AG erklärte den Schülerinnen und einer Vertreterin des Elterntreffs Bruggwiesen, was die Foto Top AG genau macht und führte anschliessend sehr engagiert und von ihrer beruflichen Tätigkeit überzeugt durch den Betrieb. Grosse Digitalprinter, Druckmaschinen, Fräsen und Plotter helfen, die Kundenwünsche gemäss Corporate Design bestmöglich umzusetzen. Kyd sagte: «Ich finde es wichtig, dass das Engagement vom Gewerbeverein für unsere Jugendlichen wahrgenommen wird. Es gibt doch einige Ausbildungsmöglichkeiten im Dorf, die von den ortsansässigen Jugendlichen gerne genutzt werden dürfen.» Als Voraussetzung zur Ausbildung zum «GestalterIn Werbetechnik EFZ» sollte man handwerkliches Interesse mitbringen, nach Möglichkeit den Sekundarschulabschluss der Stufe A besitzen sowie Sinn für Harmonisches haben. Zudem sollte man körperlich fit und schwindelfrei sein. Es sollte einen nicht stören, auf Montage zu gehen und mitunter Plakate in schwindelerregenden Höhen anzubringen oder mit einem sogenannten Skyworker eine Fassadentafel zu befestigen. Manchmal muss man auch nachts arbeiten – dies jedoch nicht als Lehrling. Die Lehre zum «GestalterIn Werbetechnik» dauert vier Jahre und wird in einem Atelier für Werbetechnik absolviert, wovon je nach Lehrjahr an einem bis zwei Tagen in der Woche die Berufsfachschule besucht wird. Eine Berufsmaturität in diesem Berufsbereich ist möglich sowie auch eine Schnupperlehre im Betrieb zu absolvieren, ist jederzeit möglich. An einem Nachmittag zum Metallbauer Die Safos AG hat ihren Firmensitz ebenfalls in Wangen. Dort ging es am Nachmittag des Berufswahlparcours ab 14 Uhr für vier interessierte männliche Jugendliche weiter. Herr Dumeng Martinelli nahm alle in Empfang und informierte kurz, was dieses Unternehmen speziell macht: Die Safos AG ist ein spezifiziertes Unternehmen im Bereich Sicherheitsmetallbau. So werden hier beispielsweise Personenvereinzelungen für den Eintritt in sensible Bereiche hergestellt. Auch für einen Serverraum kann ein geregelter Ein- oder Austritt mittels biometrischer Daten, beispielsweise mit dem Fingerabdruck einer Person, errichtet werden. Für die vier Berufswahlparcoursabsolventen hatte man sich etwas Spezielles überlegt: Unter der fachkundigen Anleitung von Senol Saciri durften die vier Sek-Schüler einen Stiftehalter herstellen. Dazu wurden aus zwei kleineren Blechen fünf runde Aussparungen ausgestanzt. In einen PC wurden via Computer Aided Design (CAD) die vorgegebenen Kantenlängen eingegeben und an einer sogenannten Abkantpresse hernach die Bleche im gewünschten Winkel geknickt. Zum Schluss wurden diese noch zusammengeklebt – fertig war der neue Stiftehalter aus Metall! Einer der Vier rief begeistert: «So ein PC-Programm müssten wir für den Unterricht in Geometrie haben!» Abschliessend lud Senol Saciri jeden der Vier zu einer Schnupperlehre ein und betonte, sie sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Die Lehre zum «Metallbauer EFZ» dauert vier Jahre lang. Die wichtigsten Voraussetzungen sind ein gutes technisches Verständnis und gute Leistungen im Fach Mathematik und Geometrie. Gratulationen 07. April Albert Schiessel, Dietlikon, AZ Hofwiesen 91. Geburtstag 07. April Margrit Hartmann, Brüttisellen 87. Geburtstag 08. April Benjamin Hassler, Dietlikon 84. Geburtstag 08. April Josef Schöpfer, Dietlikon 80. Geburtstag 09. April Rosmarie Frey, Wangen 80. Geburtstag 10. April Adelheid Minnig, Dietlikon 88. Geburtstag 10. April Rosmarie Baumann, Wangen 80. Geburtstag 11. April Fritz Schuler, Brüttisellen 86. Geburtstag Wir gratulieren den Jubilarinnen und den Jubilaren ganz herzlich. Safos AG, Metallbau: von links Alec Bousnaian, Sonel Saciri von Safos AG, Luca Lo Martire und Nino Meile.

Kurier Nr. 14 6.4.2018 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 3 Informationsveranstaltung «Docupass» der Pro Senectute Was man über die Vorsorge wissen muss Von der Patientenverfügung bis zum Testament bietet Pro Senectute mit dem Docupass-Vorsorgedossier die Gesamtlösung für alle persönlichen Vorsorgedokumente. Anita Attinger, Pro Senectute des Kantons Zürich, Dienstleistungscenter Oberland, Wetzikon, stellte diese am Mittwoch im Gsellhof vor. Helga Eissler Die Informationsveranstaltung ist der dritte und letzte Anlass im Rahmen der Vortragsreihe «Selbstbestimmte Vorsorge». Für den Anfang zeichnete das Bestattungsamt Wangen-Brüttisellen gemeinsam mit Dimoversa am 9. November letzten Jahres unter dem Titel «Ein Todesfall, was ist zu tun» verantwortlich. Der zweite Anlass fand Mitte März zum Thema «Meine Vorsorge und die KESB» statt. Die dritte Veranstaltung beinhaltete die Vorstellung des «Docupass» der Pro Senectute. Mehr Recht auf Selbstbestimmung Anita Attinger betont zu Beginn ihrer Ausführungen: «Seit der Einführung des neuen Erwachsenenschutzrechts gewähren die Gesetzesgrundlagen mehr Selbstbestimmung im Falle eines Verlustes der Urteilsfähigkeit». Dies beinhalte die Verstärkung des Selbstbestimmungsrechts, die Solidarität in der Familie, massgeschneiderte Anordnungen, den Schutz urteilsunfähiger Personen. Und besonders wichtig: Die Entmündigung wurde abgeschafft. Warum ein Docupass? Der Docupass ist ein Vorsorgedossier, das persönliche Anliegen, Bedürfnisse und Wünsche im Zusammenhang mit Krankheit, Pflege und Sterben festhält. Er ist an kein Mindestalter gebunden. Bei Urteilsverlust infolge Unfall, Krankheit oder Altersdemenz sowie im Todesfall ist er die zweifelsfreie Basis, dass im Sinn des Erstellers/der Erstellerin gehandelt wird. Der Docupass besteht neben der Informationsbroschüre aus folgenden Elementen: – Patientenverfügung mit Angaben zu Organspende – Anordnung für den Todesfall – Vorsorgeauftrag – Vorsorgeausweis – Anleitung zur Einrichtung eines Testaments Patientenverfügung Jede urteilsfähige Person kann, wann immer sie möchte, eine Patientenverfügung verfassen. Darin werden die Wünsche zu medizinischen Behandlungen, Vertretung in medizinischen Angelegenheiten, Organspende und eventuell eine Werteerklärung (zum Beispiel Würde und Schmerzlinderung) geäussert. Formvorschrift: sie muss mit Unterschrift und Datum versehen sein und kann auf dem Chip des Krankenkassen-Ausweises registriert werden. Änderungen sind jederzeit und beliebig möglich. Anordnungen für den Todesfall Diese sind eine Willensäusserung zu Lebzeiten bezüglich des eigenen Sterbens und der Beisetzung. Die Wünsche können vielfältig sein: zum Beispiel Sterbebegleitung, Rituale, bevorzugter Sterbeort, Erdbestattung oder Kremation oder Leidzirkulare. Die Bürger von Wangen-Brüttisellen können dafür eine Dienstleistung der Gemeinde in Anspruch nehmen und ihre diesbezüglichen Wünsche auf einem Formular dokumentieren und beim Bestattungsdienst zu Händen von Gaby Egger hinterlegen. Vorsorgeauftrag Mit dem Vorsorgeauftrag kann eine handlungsfähige Person festlegen, wer sich im Falle ihrer Urteilsunfähigkeit um ihre Angelegenheiten kümmern soll. Der Vorsorgeauftrag ist eigenhändig, das heisst vollständig handschriftlich, vom Anfang bis zum Ende, zu errichten oder öffentlich Beraterinnen bei persönlichen Fragen: (v.l.) Anita Attinger, Pro Senectute, Dienstleistungscenter Oberland, Wetzikon, (Telefon: 058 451 53 74);Ursula Schenker, Anlaufstelle Alter der Gemeinde, (Telefon: 044 805 91 78); Gaby Egger, Bestattungsdienst der Gemeinde, (Telefon: 044 805 91 11) (Fotos he) zu beurkunden. Falls das handschriftliche Verfassen nicht möglich ist, kann der jeweils zuständige Notar kontaktiert werden. Geregelt werden können die Personenvorsorge wie die Betreuung und Begleitung in allen persönlichen Angelegenheiten wie Entscheide über die Unterbringung in einem Spital oder Heim, medizinische Massnahmen sowie das Öffnen der Post, die Vermögenssorge, die Vertretung im Rechtsverkehr gegenüber Behörden, Gerichten oder Privaten. Die Aufgaben können umfassend oder auf bestimmte Teilbereiche erteilt und von verschiedenen Personen wahrgenommen werden. Es sollte eine angemessene Entschädigung vereinbart werden. Das Gesetz hat aber auch Vertretungsrechte vorgesehen, wenn eine Person für ihre Urteilsunfähigkeit keine Vorkehrungen getroffen hat. Dann kann der Ehegatte oder der eingetragene Partner, mit der die urteilsunfähige Person in einem gemeinsamen Haushalt lebt oder ständig Beistand erhält, das Vertretungsrecht übernehmen. Die KESB greift nur ein, wenn sie erfährt, dass eine Person verwahrlost und urteilsunfähig geworden ist. Anleitung zur Einrichtung eines Testaments Bei der Abfassung eines Testaments darf neben den persönlichen Wünschen die gesetzliche Erbfolge gemäss Zivilgesetzbuch nicht vernachlässigt werden. Formvorschrift: Es muss handschriftlich verfasst sein und Unterschrift, Datum sowie Ort enthalten. Zum Abschluss der Veranstaltung verwies Ursula Schenker, Anlaufstelle Alter der Gemeinde, nochmals auf das übergeordnete Thema der Informationsreihe: «Wer heute vorsorgt, braucht sich morgen nicht zu sorgen.» Ein Ratschlag, der das Selbstbestimmungsrecht jedes Einzelnen stärkt. Vorsorgeausweis Enthält in Kreditkartenformat eine Liste der verfügbaren Dokumente. Neu ist die online-Hinterlegung auf www.evita.ch möglich. infoline: 044 946 00 65 Optik Schorno Volketswil spielend leicht besser sehen