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Service Handschlagqualität Hohe Qualität, Individualität und Transparenz machen traditionelles Handwerk zum Trend der Zukunft. Egal in welchem Bereich, die hochwertigen Produkte werden den Fachleuten förmlich aus ihren magischen Händen gerissen. Text: Theresa Steininger Sich zurücklehnen in einen handgemachten Sessel, sich in den Pulli aus Naturfasern kuscheln, sich sicher sein, dass das, was einen in den eigenen vier Wänden umgibt, den individuellen Vorstellungen komplett entspricht – in unserer technikdominierten, schnelllebigen Welt gehen immer mehr Menschen einen Schritt in eine neue, nein, eigentlich eine traditionelle Richtung: Sie wollen mit Wegwerfprodukten, synthetischer Kleidung, Billigherstellung und 08/15-Ware nichts mehr zu tun haben. Sie gehen zurück zum Handwerk. Zukunftsreicher Rückblick Nicht umsonst stellt die KMU Forschung Austria eine Steigerung der Handwerks-Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr fest. Jedoch mit einem klaren Trend: Die Kunden von heute wollen Innovationen und Besonderheiten, sie kaufen z.B. Zirbenholzmöbel, einzigartige, selbst kreierte Kacheln, sie erkundigen sich nach nachhaltigem Holzbau. „Überall dort, wo die Produzenten den Mehrwert für den Kunden durch Innovation und Qualität darstellen können, profitieren sie vom Trend zu mehr Hochwertigkeit“, sagt Ulrike Sangeorzan Sporer von der Wirtschaftskammer Österreich. Warum das so ist? Zukunftsforscher sprechen von einer Sehnsucht nach Einzigartigkeit und Individualisierung, aber auch davon, dass die Kunden den Herstellern vertrauen wollen. Viele Konsumenten möchten die Menschen, die hinter dem Produkt stehen, nicht nur kennen lernen, sondern ihnen auch ihre Wünsche mitteilen. Der Handwerker, sei es der Tischler, Schneider oder Goldschmied, berät auch, was Materialien betrifft, er klärt außerdem darüber auf, inwiefern in seinem Unternehmen nachhaltig gearbeitet wird. Denn auch dies ist für viele Kunden von heute ein Kriterium. In Zeiten von Nachhaltigkeitsdiskussionen wollen sie über Arbeitsbedingungen ebenso Bescheid wissen wie darüber, woher das Material kommt. Es geht dem Konsumenten von heute darum, zu wissen, dass auch für die Generationen nach uns noch genügend Ressourcen vorhanden sind. Sie fragen aber auch nach, wie es den Menschen geht, die ihr Produkt erzeugt haben. Nicht umsonst gibt es heute Firmen, die ihren Arbeitern Massagen angedeihen lassen, damit diese ihr Know-how lange einsetzen können und Langzeitschäden gar nicht erst aufkommen – und diese Firmen sprechen auch darüber, weil sie wissen, dass dies Kunden von heute wichtig sein kann. Qualität en vogue Ein spannender Trend ist außerdem im Bereich Designerware zu beobachten: Einerseits scheint es laut Medienberichten heute nicht mehr so sehr wie früher um ein Zur-Schau- Stellen von Markenware zu gehen, andererseits haben auch einige global agierende Luxuslabels – wie etwa das Luxusmodehaus Hermès – den Trend erkannt und werben 42 WohnarT 1.2018 1.2018 WohnarT 43