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PC & Industrie 5-2018

Fachzeitschrift für Industrielle Automation, Mess-, Steuer- und Regeltechnik

Das letzte Wort des

Das letzte Wort des Herrn B. Stille Nacht Schon auf dem Weg zur Arbeit beschlich mich ein seltsames Gefühl. Obwohl ich etwas später dran war, gab es keinen Stau an der Ausfahrt, die in das Industriegebiet führt. Der Tag verlief beschaulich und ruhig – ein Geschehen, von dem man im Marketing immer träumt. Vielleicht ist es angeboren oder wir sind durch unsere Kultur darauf programmiert, aber wenn die Dinge ungewöhnlich gut laufen und damit vielleicht von der regulären Routine abweichen, regt sich das vegetative Nervensystem. Irgendein Instinkt schlägt an. Als könne das noch nicht alles gewesen sein, stiegen Gedanken aus dem Unterbewusstsein auf. Das läuft zu gut, dachte ich mir. Blödsinn! Welch irrationale Überlegungen, genieße lieber den stressfreien Tag. Trotz des einsetzenden leichten Schneefalls verlief auch der abendliche Rückweg ohne Verzögerungen. Ungewöhnlich. Zu Hause angekommen konnte ich schon den Duft von Kuchenteig wahrnehmen, der mich an der Eingangstür empfing. Alles wunderbar. Leider fehlte ein Stück Butter und so bemühte ich nochmals den Wagen Richtung Supermarkt. Bereits Minuten später - die Sitzheizung war noch warm - rollte ich wieder heimwärts vom Parkplatz über den Sicherungsbuckel auf die Straße. Als die Stoßdämpfer rucken, hatte sich der Supermarkt verändert. Muss wohl an den getönten Scheiben liegen, dass es so dunkel wirkt. Außerdem hatte heftiger Schneefall eingesetzt. Mit all diesen Gedanken verweilte ich vor der roten Ampel. Erst als es hinter mir hupte, bemerkte ich, dass es gar kein rotes Licht gab, denn die Ampelanlage war komplett ausgefallen. Die große Kreuzung einige Meter sah nach leichtem Chaos aus. Wir Autofahrer mussten ohne elektrische Hilfsmittel die Lage meistern. Das innerliche Umschalten auf die Verkehrsregeln dauert immer ein wenig länger. Endlich erreichte ich meine Zufahrt. Der Niederschlag war jetzt extrem dicht und der Schnee knirschte hörbar unter den Reifen. Auf Schippen hatte ich gar keine Lust. Das Haus wirkte indes ungewöhnlich grau. Mit dem Stück Butter und dem Handy in der Hand stapfte ich zur Tür. Drinnen flackerte eine Kerze und von der Rührmaschine tropfte der halbfertige Kuchenteig. Die rote Digitalanzeige am Herd war erloschen und der Lichtschalter gab nur ein hohles Klacken von sich. Der Router schälte sich schemenhaft aus dem Halbdunkel. Es schien, als hätte er sein elektronisches Dasein ausgehaucht. Natürlich... Wir haben Stromausfall, schoss es mir endlich durch den Kopf. Erst jetzt nahm ich die Stille wahr. Da gluckerte kein Kühlschrank, keine Uhr klackte und auch das sonore Summen der Gastherme fehlte. Alle Helferlein waren mit einem Schlag nutzlos geworden. Da offensichtlich auch Mobilfunkantennen ihren Dienst eingestellt hatten, zeigte selbst das Handy keinen Empfangsbalken an. Der hochgezüchtete Taschencomputer mutierte zu einer simplen Taschenlampe mit sehr begrenzter Leuchtdauer. Ich musste an „All is lost“, den Film mit Robert Redford, denken. Gleichzeitig bemerkte ich, wie sich die Sinne schärften. Auf der Straße waren plötzlich helle Stimmen deutlich vernehmbar. Es folgte ein Austausch über die Lage und dabei wurden Streichhölzer und Kerzen herumgereicht. Ich möchte die Situation nicht emotional überhöhen, aber diese Dinge zeigten sich in der Situation einfach als nützlich. Sie funktionierten, während es die selten benutzten Taschenlampen mit ausgelaufenen Batterien eben nicht taten. Das Kerzenlicht und der klare winterliche Sternenhimmel bildeten eine wunderbare Szenerie und ich muss es zugeben, mir war zum Frühlingsanfang sehr weihnachtlich zumute. Ein paar Minuten später wurde es schlagartig hell, Geräte blinkten, kakophones Piepen erscholl und der Ventilator des Backofens gab beruhigende Rotationsgeräusche von sich. Die Sterne verschwanden im Kunstlicht. Der Tag hatte nun doch noch eine Überraschung, die eigentlich gar keine ist, parat: Die enorme Fragilität der Elektronik. Oliver Block 106 PC & Industrie 5/2018

‘SENSOR2CLOUD‘ - NB-IoT Module / mangOH Red mangOH Red-Plattform Das mangOH-Referenzdesign wurde speziell für Mobilfunkfähige IoT-Anwendungen entwickelt und bietet passend zur Unitronic- Strategie eine ‘SENSOR2CLOUD‘-Plattform im Chipkartenformat für schnelles Prototyping sowie deren zeitnahe Produktion. NB-IoT Module der HL- und WP-Serie Die HL 780x und die WP 770x-Module von Sierra Wireless für Cat-M1/ NB-IoT-Netzwerke sind vollständig kompatibel mit dem 3GPP Release 13-Standard. Die Module bieten eine neue Low-Cost- und Low-Power- Technologie für IoT-Anwendungen mit niedriger Bandbreite und erweiterter Reichweite jenseits des traditionellen Mobilfunks. Einsatz finden die Module bei Consumer Wearables, Health Monitoring Devices, Tracking Devices, Smart Home- sowie Smart City-Lösungen. UNITRONIC GmbH Mündelheimer Weg 9 40472 Düsseldorf Telefon 0211 / 95 110 Telefax 0211 / 95 11 111 info@unitronic.de PART OF LAGERCRANTZ GROUP