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PC & Industrie 5-2018

Fachzeitschrift für Industrielle Automation, Mess-, Steuer- und Regeltechnik

Software/Tools/Kits

Software/Tools/Kits Programmierbares externes Bildaufnahme- und -verarbeitungsgerät Externer Framegrabber LightBridge 2 VCL mit GPIO-Terminalblock und Thunderbolt-Anschlüssen LightBridge 2 VCL als mobiler Framegrabber vor Ort Silicon Software stellt das externe Bildaufnahme- und Bildverarbeitungsgerät LightBridge 2 VCL mit doppelter Bandbreite und flexibler Spannungsversorgung vor. Das Gerät lässt sich aufgrund seiner Kompaktheit direkt an der Produktionslinie für die Bildaufnahme, Bild- und Signalverarbeitung einsetzen, während die Bildauswertung auf einem Industrie-PC räumlich getrennt stattfinden kann. Es ist mit VisualApplets über Datenflussdiagramme grafisch programmierbar. Daraus ergibt sich eine große Anwendungsvielfalt im Fertigungsumfeld und der Robotik sowie nichtindustriellen Bereich. Zusammen mit dem Gerät sind kleinere PCs und langlebige Thunderbolt-Kabel einsetzbar, was die Gesamtsystemkosten verringert. Die Thunderbolt-Technologie in LightBridge 2 VCL wurde durch Intel zertifiziert und verhält sich wie ein normaler Framegrabber, ist jedoch mit seiner geringen Größe als mobiles externes und industrielles Gerät konzipiert. Es wird an den Host-PC über ein elektrisches oder optisches Thunderbolt-Kabel mit generischer PCI Express (PCIe) Technologie angeschlossen. Mit den optischen Highflex-Kabeln ist eine schnelle, bis zu 60 Meter lange und störfreie Verbindung möglich. Die Übertragungsleistung für Bilddaten ist mit Thunderbolt 2 auf 1.350 MB/s im Dauerbetrieb für ein Einzelgerät oder eine Reihenschaltung gestiegen. Die optischen Kabel haben geringen Platzbedarf, sind elastisch, für eine sehr hohe Anzahl von Biege zyklen zertifiziert und in hohem Maße torsions geeignet. Das lüfter lose, staubgeschützte Gerät mit geringer Wärmeleistung eignet sich daher besonders gut für Bildverarbeitungs-Aufgaben im Fertigungsumfeld. Es wird nun mit einer flexiblen Spannungsversorgung zwischen 7 und 24 Volt betrieben, ist aber voll kompatibel mit der Vorgängerversion. FPGA mit VisualApplets umfangreich programmierbar Der in das Gerät integrierte FPGA (Field Programmable Gate Array) Prozessor übernimmt die Bildaufnahme und -vorverarbeitung sowie die Bild- und Signalverarbeitung mit minimalen, deterministischen Latenzen. Die Durchführung von Bildvorverarbeitungs-Schritten wie etwa Bildverbesserung, -ausschnitt, -skalierung und Farbraum-Konvertierung reduziert die CPU-Last des Host-PC, womit dessen Ressourcen für rechenintensive Bildauswertungen nutzbar sind. Für das programmierbare Gerät lassen sich mit VisualApplets grafisch per Datenflussdiagramm – ohne spezielle Vorkenntnis von Hardwareschaltungen – eigene Anwendungen erstellen oder vorhandene anpassen. Ein zusätzliches, auf Bildaufnahme fokussiertes Gerät wird voraussichtlich Mitte 2018 auf dem Markt eingeführt. Kameraeingänge Als Kameraeingänge stehen zwei Camera Link Anschlüsse mit Power over Camera Link (PoCL) für die Stromversorgung zur Verfügung. Das Gerät unterstützt alle Formate des Camera Link Standards, deren volle Bandbreite (bis 80 bit Full Configuration Datenrate) übertragen werden kann. LightBridge 2 VCL erlaubt über den zweiten Thunderbolt-Anschluss eine Reihenschaltung (Daisy Chain) von bis zu sechs Endgeräten. Der Ausbau eines Bilderfassungs- oder Bildverarbeitungssystems durch Hinzu fügen weiterer Camera Link Kameras ist daher im Rahmen der Gesamtbandbreite von Thunderbolt jederzeit möglich. Kommunikation Für die Kommunikation mit externen Geräten und der Kamera sowie deren Synchronisierung wurde neben einem Trigger-GPIO ein zusätzlicher GPIO-Terminalblock mit je 4 optoentkoppelten Ein- und Ausgängen vorgesehen. Es sind keine weiteren Komponenten wie Optokoppler, Konverter oder Vision-PC notwendig. LightBridge 2 VCL kann vorkonfiguriert und in kürzester Zeit upgedatet oder ausgetauscht werden, was Stillstandzeiten beim Anwender reduziert. Das Gerät unterstützt softwareseitig Bildverarbeitungssoftware verschiedener führender Dritthersteller. • Silicon Software GmbH https://silicon.software Reihenschaltung (Daisy Chain) an den Thunderbolt-Anschlüssen für Synchronisierung bis zu 12 Kameras 94 PC & Industrie 5/2018

Sicherheit Explosionsgefährdete Bereiche – wiederkehrende Prüfung Änderung der Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV Ende letzten Jahres wurde die Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV hinsichtlich der wiederkehrenden Prüfung von Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen erweitert. Neu wurden dabei im Anhang 2 die Vorschriften für die Prüfung und die Anforderungen erweitert und genauer festgelegt. Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen müssen nicht nur vor der erstmaligen Übergabe an die Arbeitnehmer geprüft werden (§ 15) sondern auch regelmäßig wiederkehrend (§ 16). Dabei sind auch die Prüffristen (mindestens alle sechs Jahre) zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Die Prüfungen sind mit dem Ziel durchzuführen, den Schutz vor Gefährdungen durch Explosionen und Brände mindestens bis zur nächsten Prüfung sicher zu stellen. Bei den Prüfungen sind auch die Eignung und die Funktion der techni-schen Schutzmaßnahmen festzustellen. Durchführung Die Prüfung darf nur durch entsprechend befähigte Personen durchgeführt werden, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Kenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt. Darüber hinaus muss sie über eine einschlägige technische Berufsausbildung oder eine andere, für die vorgesehenen Prüfungsaufgaben ausreichende, technische Qualifikation verfügen, über eine mindestens einjährige Erfahrung mit der Herstellung, dem Zusammenbau, dem Betrieb oder der Instandhaltung der zu prüfenden Anlagen oder Anlagenkomponenten verfügen und ihre Kenntnisse über Explosionsgefährdungen durch Teilnahme an Schulungen oder Unterweisungen auf aktuellem Stand halten. Soweit Änderungen und Instandsetzungen an den Geräten oder der Anlage zu berücksichtigen sind, die nicht durch den Hersteller durchgeführt oder bestätigt sind, muss die Überprüfung durch eine befähigte Person erfolgen, die über eine behördliche Anerkennung einer der Prüfaufgabe entsprechenden Qualifikation und über die für die Prüfung erforderlichen Prüfeinrichtungen verfügt oder durch eine entsprechend benannte Stelle. Was und auf welcher Grundlage wird überprüft? Das Explosionsschutzdokument und die Zoneneinteilung ist zu berücksichtigen. Bei der Prüfung ist festzustellen, ob a) die für die Prüfung benötigten technischen Unterlagen vollständig vorhanden sind und ihr Inhalt plausibel ist, b) die Prüfungen nach den Nummern 5.2 und 5.3 durchgeführt und die dabei festgestellten Mängel behoben wurden, oder ob das Instandhaltungskonzept nach Nummer 5.4 geeignet ist und angewendet wird, c) sich die Anlage in einem dieser Verordnung entsprechenden Zustand befindet und sicher verwendet werden kann und d) die festgelegten technischen Maßnahmen geeignet und funktionsfähig und die festgelegten organisatorischen Maßnahmen geeignet sind. Zusätzlich ist bei • Anlagen (einschließlich der Lager- und Vorratsbehälter) zum Befüllen von Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen mit entzündbaren Gasen im Sinne von Anhang 1 Nummer 2.2 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der EG Verordnung Nr. 1907/2006 (ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1) zur Verwendung als Treib- oder Brennstoff (Gasfüllanlagen) • Räumen oder Bereichen (einschließlich der in ihnen vorgesehenen ortsfesten Behälter und sonstiger Lagereinrichtungen), die dazu bestimmt sind, dass in ihnen entzündbare Flüssigkeiten mit einem Gesamtrauminhalt von mehr als 10.000 Litern gelagert werden (Lageranlagen), • ortsfest errichtete oder dauerhaft am gleichen Ort verwendete Anlagen mit einer Umschlagkapazität von mehr als 1.000 Litern je Stunde, die dazu bestimmt sind, dass in ihnen Transportbehälter mit entzündbaren Flüssigkeiten befüllt werden (Füllstellen) • ortsfeste Anlagen für die Betankung von Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen mit entzündbaren Flüssigkeiten (Tankstellen) • ortsfeste Anlagen oder Bereiche auf Flugfeldern, in denen Kraftstoffbehälter von Luftfahrzeugen aus Hydrantenanlagen mit entzündbaren Flüssigkeiten befüllt werden (Flugfeldbetankungsanlagen) zu prüfen, ob die erforderlichen Maßnahmen zum Brandschutz eingehalten sind. Prüfung im Kontext Geräte, Schutzsysteme, Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen im Sinne der Richtlinie 2014/34/ EU mit ihren Verbindungseinrichtungen sind unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen mit anderen Anlagenteilen, wiederkehrend mindestens alle drei Jahre zu prüfen. Lüftungsanlagen, Gaswarneinrichtungen und Inertisierungseinrichtungen sind unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen mit anderen Anlagenteilen wiederkehrend jährlich zu prüfen. Dokumentation Auf die wiederkehrenden Prüfungen kann verzichtet werden, wenn der Arbeitgeber im Rahmen der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung ein Instandhaltungskonzept festgelegt hat, das gleichwertig sicherstellt, dass ein sicherer Zustand der Anlagen aufrechterhalten wird und die Explosionssicherheit dauerhaft gewährleistet ist. Die Eignung des Instandhaltungskonzepts ist im Rahmen der Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme, nach prüfpflichtigen Änderungen und nach Instandsetzung zu bewerten. Die im Rahmen des Instandhaltungskonzepts durchgeführten Arbeiten und Maßnahmen an der Anlage sind zu dokumentieren und der Behörde auf Verlangen darzulegen. • Primara Test- und Zertifizier- GmbH www.primara.net PC & Industrie 5/2018 95