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FWS-1-2018

Wirtschaft Andreas

Wirtschaft Andreas Teufl: FW-Landesobmann Stv. und Tourismussprecher „Die Politik hat die bestmöglichen Rahmenbedingungen für den heimischen Tourismus sicherzustellen.“ Der Faistenauer Vizebürgermeister und Hotelier Andreas Teufl gilt als aussichtsreicher Kandidat der FPÖ für den Einzug in den Salzburger Landtag und vertritt als stellvertretender Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft (FWS) vor allem das Gastgewerbe. Als Mitglied der Freiheitlichen Wirtschaft „Gut ausgebildetes Personal fehlt derzeit an allen Ecken und Enden. Hier wird es nicht nur höchste Zeit, die Lehrberufe im Tourismus aufzuwerten, sondern vor allem gilt es eine längst überfällige, umfangreiche, tiefgreifende und weitreichende Personaloffensive zu starten, um Salzburg als Vorreiter in der Tourismus-Ausbildung zu etablieren und dem chronischen Personalmangel entgegenzuwirken.“ Salzburg kämpfen Sie gegen den Steinbruch am Lidaun in Ihrer Heimatgemeinde Faistenau. Ein Paradoxon!? Andreas Teufl: Ganz im Gegenteil, denn hier gilt es, wirtschaftliche Interessen eines privaten Unternehmens mit unwiederbringlichen Natursünden aufzuwiegen. Während sich die Gemeinde Faistenau gegen diesen nur 500 Meter vom Kirchturm entfernten Wahnsinn wehrt, zieht sich das Land Salzburg mit ÖVP und den Grünen gänzlich aus der Verantwortung und lässt Faistenau im Stich. Die Angst vor Lärm, Staub dem ansteigenden Schwerverkehr, die touristische Entwicklung der Region und vor allem um die nachhaltige Zerstörung der Natur und damit auch die Zerstörung von Lebensgrundlagen, wie etwa von Versorgungsquellen, sind berechtigt und müssen ernst genommen werden. Der Tourismus blüht, wächst und gedeiht. Wie sehen Sie, gerade als Hotelier, die Situation? Andreas Teufl: Mit über 28 Millionen Nächtigungen pro Jahr ist der Tourismus das wirtschaftliche Standbein in Sachen Beschäftigung und Wohlstand in Salzburg. Trotz unzähliger Verordnungen und völlig ausufernder bürokratischer Hürden und Belastungen, entwickelt sich der heimische Tourismus - allen voran den vielen Gastronomen und Hoteliers sei Dank - insgesamt durchaus positiv. Dennoch darf man sich keinesfalls auf den hart verdienten Lorbeeren ausruhen. Um im stetigen, internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen zu können, gilt es durch effektives, gezieltes und ökonomisches Bewerben und Vermarkten sich bietender individueller, regionaler Besonderheiten, Qualitäten und Spezialitäten an Attraktivität zu gewinnen. Welche Rolle spielt hier die Politik? Andreas Teufl: Die Politik hat die bestmöglichen Rahmenbedingungen, nicht zuletzt durch Bürokratieabbau, Vereinfachung und Transparenz des Förderdschungels, Ausbau der Infrastruktur, Abbau von Investitionshürden und überbordenden Auflagen und Belastungen, sicherzustellen und den heimischen Tourismus als wesentlichen Motor der Salzburger Wirtschaft zu entlasten und vor allem kleinere Regionen zu unterstützen. Ist der Facharbeitermangel auch im Tourismus spürbar? Andreas Teufl: Gut ausgebildetes Personal fehlt derzeit an allen Ecken und Enden. Hier wird es nicht nur höchste Zeit, die Lehrberufe im Tourismus aufzuwerten, sondern vor allem gilt es eine längst überfällige, umfangreiche, tiefgreifende und weitreichende Personaloffensive zu starten, um Salzburg als Vorreiter in der Tourismus-Ausbildung zu etablieren und dem chronischen Personalmangel entgegenzuwirken.“ Danke für das gute Gespräch. 4 April / 18

Ing. Christian Pewny Digitalisierung als Chance Eine der wichtigsten Fragen in naher Zukunft wird der Umgang mit der Digitalisierung sein. Dabei geht es jedoch nicht darum, unwiderrufliche Offenheit zu predigen, sondern proaktiv und beispielhaft Zukunft zu gestalten. Es wird darum gehen, die Herausforderungen, die mit einer Umwälzung des Workflows verbunden sind, zu meistern. Das liegt selbstverständlich an uns selbst. Keine Frage. Doch die Politik kann dementsprechende Rahmen setzen. Ein Beispiel: Von den Höhen der Sozialdemokratie hinab auf die Bevölkerung wurde in den letzten Jahren versucht, die Zukunft als eine Art finsteres Pandämonium zu verkaufen: Ein Zeitalter, das dafür sorgen wird, dass Menschen plötzlich Phänomenen wie Massenarbeitslosigkeit und Armut begegnen. Als probates Mittel wurden jedoch Rezepte aus einem längst vergangenen Jahrhundert hervorgekramt. Selbst für den Griff in die marxistische Mottenkiste war man sich nicht zu schade. Die Aktion 20.000 beispielsweise sollte nicht nur ein Modell, sondern die Wunderwaffe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sein. Menschen werden dabei, unabhängig ihrer Ausbildung und persönlicher Präferenzen, in staatliche Beschäftigung gedrängt. Gleichzeitig wird ihnen eine Sanduhr umgebunden, die daran erinnert, dass alles vergänglich ist, sobald das Steuergeld knappt. Andere hingegen stimmten sich auf ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Selbstverständlich finanziert durch die Leistung emsiger Wirtschaftstreibender. Zumindest so lange, wie die sich das auch gefallen lassen. Der proaktive Zugang hingegen, um den sich die Politik in Zukunft bemühen müssen wird, umfasst das Spektrum der Bildung bzw. Ausbildung. Als Beispiel: Wo einst der Vertreter tätig gewesen ist, sitzen heute Webentwickler und Social-Media Manager, die sich um den Umsatz bemühen. Die Ängste der Sozialdemokratie gegenüber der Zukunft sind genauso antiquiert, wie ihre Lösungsansätze. Sehen wir doch die Vielzahl an Möglichkeiten oder das Kontingent an Freizeit, da Menschen inzwischen von überall aus arbeiten können. Damit unmittelbar verbunden - eine Steigerung der Lebensqualität! Und die wird nicht durch ein bedingungsloses Grundeinkommen gewährt. Nicht durch resignative Ausflüge in Unwillen, den die Sozialdemokratie als Utopie romantisiert. Und bestimmt auch nicht durch 20.000 andere Aktionen, sondern durch die Bereitschaft jedes einzelnen, seine Voraussetzungen durch Bildung zu verbessern. Und das ein Leben lang. Denn so wie einst die Industrialisierung die Chance der Vergangenheit war, wird Digitalisierung durch ständige Aus- und Weiterbildung jene der Zukunft sein. April / 18 5