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Predigt-Weißer-Sonntag-08.04.18

2 2. Meilenstein:

2 2. Meilenstein: verkünden Die Jünger verkriechen sich nicht und schließen sich nicht niedergeschlagen zuhause ein. Sondern V. 14 sagt es: „Sie redeten miteinander“ (ὡμίλουν πρὸς ἀλλήλους). Für das Verb „reden“ gibt es im Griechischen mehrere Möglichkeiten 1 . Hier heißt es „ὡμίλουν“, woraus das „Homilie“ abgeleitet ist, was ein Fachausdruck für die „Verkündigung“ ist, also für die Predigt. Es hört sich so an und verwundert nicht, dass sie sich wechselseitig immer wieder neu „verkünden“, was da gerade in Jerusalem passiert ist. Daher können sie auch gar nicht glauben, dass ihr unbekannter Wandergefährte wohl der einzige Mensch weit und breit sein muss, der es noch nicht gehört hat (vgl. V. 18). Also verkünden sie auch ihm nochmals ausführlich, was sich Ostern ereignet hat (V. 19-24). Dass sie nicht recht wissen, wie sie das Geschehene deuten sollen, wird überdeutlich; aber auch, dass sie es nicht fassen können. Das Nicht-wahrhaben-Wollen der eigenen Katastrophe ist nach der bekannten Schweizer Trauerforscherin Elisabeth Kübler-Roos die erste der fünf Phasen, die Trauernde wie auch todkranke Menschen bis zur möglichen Fügung in das Unvermeidliche durchlaufen. Die Jünger sind verständlicherweise noch am Anfang ihrer Trauerarbeit, so frisch ist das gerade Geschehene. Sie quälen sich noch herum mit der Frage nach dem Warum? 3. Meilenstein: erkennen Um darauf eine Antwort zu bekommen, brauchen sie die Hilfe ihres geistlichen Begleiters, der sich glücklicherweise als sach- und schriftkundig erweist, so dass er den Jüngern eine erste Verstehenshilfe leisten kann. Dies wird in V. 27: beschrieben : „Er legte ihnen die Schriften aus“, im griechischen Original steht διερμήνευσεν, wovon der in der Wissenschaft geläufige Begriff „Hermeneutik“ abgeleitet ist, der die Kunst der Interpretation und Auslegung von Texten meint. Er bringt sie somit auf den richtigen Weg, die Ereignisse im Licht der ihnen bekannten Schriften des Alten Bundes zu deuten. Dieser Meilenstein wird den Jüngern zugleich zur Wendemarke ihres Verstehens und Begreifens. Ihr „träges Herz“ (V. 25) beginnt, Feuer zu fangen, so dass sie rückblickend sagen können: „Brannte nicht unser Herz?“ (V. 32: οὐχὶ ἡ καρδία ἡμῶν καιομένη ἦν). Mit dem Kopf oder Verstand konnten sie nicht verstehen, was Ostern passiert ist. Sondern erst, indem sie mit dem Herzen begreifen und es im Licht ihres eigenen Lebens deuten, können sie es sich persönlich erschließen. Ein „learning by heart“, wie es im Englischen heißt. Denn der österliche Glaube ist wenig geeignet, um andere argumentativ davon zu überzeugen. Ostern muss erfahren werden. Um zu verstehen, was Ostern in Jerusalem passiert ist, dürfen und müssen wir uns also fragen, wo wir eine Kehrtwende in unserem Leben vom dunkeln Tunnel hin zum Guten erfahren haben. Wo hat uns der Glauben zu unserer österlichen Erfahrung mit dem Auferstandenen geführt? 1 In dieser Perikope werden angeboten: εἶπεν (V. 17), λέγουσαι (V. 23) / οἳ λέγουσιν + λέγοντας (V. 34) und διερμήνευσεν (V. 27).

3 Manchmal geht dieser Weg nicht am Erkennen von schwerer Schuld vorbei, sei der der eigenen Schuld oder sei es der Schuld, in die wir unabsichtlich verstrickt wurden. Gott ist wie ein liebender Vater, der uns einen Neuanfang ermöglicht. Christus hat diese unsere Schuld auf sich geladen. Diese Last ist mit der Auferstehung von uns gefallen, wir dürfen wirklich frei und ohne Angst und Schrecke leben. Selbst dem Tod, dem absoluten Vernichter allen Lebens, ist der Stacheln gezogen. Dies zu erkennen und zu bekennen, heißt glauben. 4. Meilenstein: glauben und bekennen Der zweite sachdienliche Hinweis, der den Jüngern, also uns, endgültig die Augen öffnet, ist nonverbaler Art: Als er das Brot brach, „wurden ihnen die Augen aufgetan, und sie erkannten ihn (V. 30f). Sie erkennen in also beim Brotbrechen. „Brotbrechen“, das ist eine sehr alte Bezeichnung für die Eucharistie. Sie verlangt ähnlich wie die Auferstehung von uns einen starken Glauben. Ja, die Hingabe Jesu am Kreuz und im Brot sind zwei Seiten derselben Münz und der Kern des christlichen Glaubens. Denn das Opfer Christi ist eine Einheit: das blutige Opfer am Kreuz und das unblutige Opfer am Altar. Am Ende sind die Jünger von ihrer Depression geheilt, als sie bei der fünften Trauerphase nach Kübler-Roos ankommen: der Zustimmung. Sie haben dank der Unterweisung durch Jesus und kraft eigenen Erfahrung verstanden, dass der Tod Jesu am Kreuz durch seine Auferstehung einen Sinn ergibt. Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern das Leben. Voller Freude über ihr neues Verstehen laufen die Jünger ins Leben zurück, um es allen in Jerusalem mitzuteilen: „Der Herr ist tatsächlich auferweckt worden“ (V. 34). Wie werden wir von unserem heutigen Brotbrechen nach Hause gehen? Freuen wir uns, dass wir dem Herrn begegnet sind? Was werden wir anderen auf dem Weg zu erzählen haben von der österlichen Hoffnung, die uns bewegt (1 Petr 3,15)? Amen! Ralf Blasberg, Diakon

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