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LeipzigGrün Gartenprogramm 2018

WILD UND WUNDERBAR –

WILD UND WUNDERBAR – DIE MISPEL Die Wilde Leipzigerin 2018 Nach der Kornelle, der Vogelbeere, der Felsenbirne und den Wildpflaumen in den vergangenen vier Jahren ist im Rahmen des Projekts WILDE LEIPZIGER nun die Echte Mispel 2018 die Wildfrucht des Jahres in unserer Stadt. Selbst viele botanisch-gärtnerisch Interessierte haben heute kaum noch eine Vorstellung von diesem Gehölz. Und erst recht nicht von den rundlichen Mispel- Früchten mit der ledrig-rauen Schale, den auffälligen fünf langen Kelchblättern und der eher unscheinbaren grün-bräunlichen Färbung, die erst nach Frosteintritt im Spätherbst zu einem satten Braun wechselt. Im Mai dagegen erfreuen die zahlreichen reinweißen Blüten das Auge des Spaziergängers. Der charaktervolle Wuchs der bis zu fünf Meter hohen, oft aber nur strauchig bleibenden Mispel kommt im Schmuck des honiggelben Herbstlaubs besonders zur Geltung. Ist ausreichend Platz vorhanden, lohnt es sich also Wilde Leipziger 2018 allein schon des schönen Anblicks wegen, eine Mispel im Garten zu haben. Und dabei zugleich die »inneren Werte« der interessanten Früchte zu entdecken. Die Echte Mispel (Mespilus germanica) kam mit den Römern aus Vorderasien nach Mitteleuropa. Das zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zählende Wildfruchtgehölz war vor allem im Mittelalter weit verbreitet, insbesondere in Klostergärten oder auf herrschaftlichen Gütern. Ein Grund für die Beliebtheit mag sein, dass Mispeln keine hohen Ansprüche stellen: Sie sind selbstfruchtbar und kommen auch auf nährstoffarmen Böden zurecht, benötigen allerdings sonnige Standorte. Mit dem Einzug der Edelobstarten verlor die Mispel in den hiesigen Breiten an Bedeutung. Deshalb ist sie heute nur noch selten zu finden, zumeist verwildert oder in historischen Gärten. Die harten, adstringierenden Mispelfrüchte werden nach den ersten Frösten weich und teigig, ihr süßlicher Geschmack erinnert dann ein wenig an Apfelmus mit Zimt. Man kann sie entsaften, zu Gelee, Marmelade oder Fruchtmus verarbeiten. Besonders schmackhaft sind gartenwürdige Sorten wie ›Nottingham‹, ›Westerveld‹, ›Royal‹ oder die kernlose ›Apyrena‹. Auch im Stadtgebiet von Leipzig findet man noch vereinzelt Mispelbäume. So beispielsweise mehrere ansehnliche Exemplare im Bereich des S-Bahnhofs Leipziger Messe, westlich der Brücke, an einem Hang neben dem Weg zum Parkplatz. Weitere Standorte weist die digitale Leipziger Obsternte-Karte (www.frucht-bar.org) aus. Eine »essbare Stadt« sollte natürlich noch viel mehr und weitaus vielfältigeres »kommunales« Obst und Wildobst beherbergen, das von jedermann in Augenschein genommen und auch beerntet werden kann. Vorschläge für geeignete Gehölzarten unterbreitet die Projektreihe WILDE LEIPZIGER, die seit 2014 jährlich eine Wildfrucht in den Mittelpunkt stellt, nicht allein unter botanischen und landschaftsgärtnerischen Aspekten, sondern auch mit ihren Verwendungsmöglichkeiten. Denn ganz abgesehen von der ökologischen Bedeutung, der Unverzichtbarkeit für das Naturerleben im urbanen Raum und der landschaftsästhetischen Wirkung können Wildfrüchte sehr wohl unseren Speisezettel bereichern. Dem Prinzip NÜTZEN UM ZU SCHÜT­ ZEN fühlen sich auch die Leipziger OBST­ GENOSSEN verpflichtet. Diese im Frühjahr 2017 gegründete Interessengemeinschaft für Streu obst setzt sich zum Ziel, Kulturlandschaften mit ihrem einmaligen Gehölzbestand durch Nutzung zu erhalten, aus Wertschätzung Wertschöpfung entstehen zu lassen. Was nicht nur die Beerntung einschließt, sondern neben Herstellung und Vermarktung von Obstprodukten auch die Pflege der Streuobstflächen in der Region einschließlich Nach- und Neupflanzungen. Franziska Reif / Hannelore Umbreit Verkauf von Mispel-Produkten und Pflanzmaterial zum Pflanzenmarkt im Botanischen Garten Leipzig am 05. + 06.05.2018 und 15. + 16.09.2018 sowie eine Fotoausstellung WILD UND WUNDERBAR – DIE MISPEL dort am 05. + 06.05.2018 www.wilde-leipziger.eu Mit den OBSTGENOSSEN unterwegs Die Saison startet mit einer Frühlingswiesentour per Rad am 22.04.2018. Ganzjährig gibt es Workshops zu Baumpflege, Verarbeitung und Wiesenmahd. Je nach Erntezeit bieten erleb-bar und die Annalinde Akademie Wildwuchs- und Obsttouren an. Dieses Jahr steht die »Mobile Apfelquetsche« von August bis Oktober auf dem Grünen Ring Leipzig. Es gibt einen Aktionstag »Streuobst in der Stadt« am 29.09.2018 und das Erntecamp der Grünen Liga im Kohrener Land. Nicht zu vergessen sind die Apfelausstellungen mit Sortenbestimmung u. a. im Kleingärtner museum und zum Pflanzenmarkt. Zum Ende des Jahres wird gepflanzt und auf jeden Fall ist eine Mispel dabei. www.obstgenossen.de Axel Mitzka »Der groSSe Wald der Leipziger« Heidehüter Axel Mitzka über die Schönheit des Dübener Naturparks, Nutzen und Engagement Rund 40 Kilometer vor Leipzigs Toren liegt die Dübener Heide. Axel Mitzka, Vorsitzender vom Naturpark Dübener Heide e. V., erklärt, wie das Webprojekt Regio Crowd Kräfte für den Naturschutz bündelt und was die Heide so verlockend macht. Mit Regio Crowd wollen Sie regionale Kräfte für den Naturschutz bündeln? Ja. Das ist zunächst eine Plattform, um in einer Zeit, in der viele Menschen digitale Medien nutzen, auch hierüber Interessierte zu erreichen. Das ist einer von vielen Wegen, die wir nutzen, um sie anzusprechen und zu locken: »Komm doch auch du mal zu uns in den Wald.« Wir machen ja auch Infostände zum Beispiel auf der Leipziger Ökofete. Mit Regio Crowd entwickelten wir ein frisches Format, um die Dübener Heide als den großen Wald der Leipziger zu vermitteln und natürlich auch Engagement zu fördern. Was macht die Dübener Heide so besonders? Der Naturpark ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteldeutschlands. Zwischen Mulde und Elbe liegt dieser Mischwald in einer Landschaft, die aufgrund eiszeitlicher Prägung leicht hügelig ist und nach Bad Schmiedeberg ansteigt – ohne Witz, dort ist es wirklich schneesicher. Wir haben Kraniche und Biberburgen, Schmetterlinge, Moorgebiete und bekanntermaßen Pilze und Heidelbeeren. Man kann wandern und sich für die Natur engagieren. »Gibt’s da Heidekraut?«, werden wir immer gefragt. Besonders von Leuten aus Norddeutschland, die dort die Lüneburger Heide kennen. Wächst Heidekraut bei Ihnen? Natürlich haben wir auch Heidekraut und das ist auch wertvoll im Landschaftsbild. Allerdings wächst es bei uns auf kleinen Flächen, denn die Dübener Heide ist ein Waldnaturpark. Und da muss man sich ums Heidekraut bemühen. Also haben wir gesagt: »Wenn ihr Heidekraut sehen wollt, müsst ihr mithelfen.« Daraus wurde ein Aktionstag gemacht? Ja, im Jahr 2014 fand der erste Heidekrautaktionstag statt. Seitdem rücken jährlich 30 bis 60 Leute am 3. Oktober aus, um mit der Baumschere dem Heidekraut Luft zu verschafften. An dem Tag muss man ja nicht unbedingt nur Brautwurst und Bier konsumieren, sondern kann auch Sinnvolles in der Natur tun. Worum geht es bei der Aktion »Schwitzen statt Spritzen«? Die passt zur aktuellen Glyphosatdiskussion. Landwirte und Waldbauern können aktuell noch nicht vollständig darauf verzichten, aber irgendwie müssen sie das störende Gras auch loswerden. Das bedeutet eben, dass ihnen Menschen zur Hand gehen und auf alte Weise mit der Sense und Hacke das Gras bekämpfen müssen. Wer giftfreie Produkte will, muss helfen, das ist die Botschaft. Wenn man Veränderung will, geht das eben nicht immer, ohne selbst aktiv zu sein. Die Website Regio Crowd bündelt solches Engagement? Wir bieten niedrigschwellige Angebote, damit die Leute mal einen Tag zu uns raus kommen, die Heide kennenlernen und noch etwas dabei lernen. Denn es sind ja immer Biologen oder andere Experten dabei, die erklärend zur Seite stehen. Daneben wollen wir informieren, aber nicht belehren und zeitgemäß rüberkommen. Wenn wir etwa Biber schützen wollen, dann schreiben wir nicht »dort und dort dürft ihr nicht hin«, wir arbeiten also nicht mit Verboten und Einschränkungen. »Wer mit Bibern wandert, wird halt auch mal nass«, ist eher unser Ansatz. Und der Crowdfunding-Aspekt kommt auch nicht zu kurz. Mit kleinen finanziellen Beiträgen können die Nutzer Projekte unterstützen. So konnte ein Hobbithaus realisiert werden, Imker wurden unterstützt und Schautafeln konnten aufgestellt werden. Warum sprechen Sie gezielt die Stadt an? Dort gibt es Zuzug. Gerade Leute, die neu in Leipzig sind, wollen wir fürs Umland und uns interessieren. Es stimmt ja nicht, dass es nur plattes, baumloses Land um Leipzig gibt. Uns geht es um die Stadt-Land- Kommunikation, darum auf einer Enga ge ­ mentplattform junge Leute für die Heide und deren Schutz und Pflege zu begeistern. Ich meine, wir liegen fast vor den Toren der Stadt. Wer möchte, kann ein Biberrevier betreuen oder ein Kranichfreund werden. Schwer angesagt sind die Wildkatzen, da haben sich mehr Freiwillige gemeldet, als wir Reviere haben. Die Tiere sind, nachdem man sie im Leipziger Auwald antraf, auch hier gesichtet worden. Und wenn es schon die Wildkatzen aus Leipzig zu uns zieht, warum dann nicht auch die Menschen? Sei es, dass sie mithelfen oder vielleicht auch hierherziehen und das beste von Großstadt und Land vereinen. Jetzt haben zwei Leipziger von einem alten Köhler dessen aufgegebene Köhlerei übernommen. Stadtmenschen üben ein archaisches Handwerk aus, das ist doch ein tolles Bild. Naturpark Dübener Heide e. V., Büro Sachsen, Naturparkhaus – Neuhofstr. 3a, 04849 Bad Düben www.regiocrowd.com Obstgenossen 18 19 Regiocrowd

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