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bvv-Jahresbericht 2017

Kerndimensionen

Kerndimensionen Ethnischkulturelle Prägung sowie Religion und Weltanschauung Hierzu fand im Juli 2017 ein Gespräch mit Dr. Rainer Oechslen, Beauftragter für interreligiösen Dialog und Islamfragen der Evangelisch- Lutherischen Kirche in Bayern, statt, das zu einer regen Diskussion vor dem Hintergrund des Spannungsfeldes zwischen religiöser Verankerung und religiöser Toleranz führte. In der Aktionsgruppe im November stand das Thema Männerbildung im Fokus. Der Referent, Matthias Becker, Ansprechpartner für Männer der Stadt Nürnberg, angesiedelt in der Stabsstelle Menschenrechtsbüro und Frauenbeauftragte, tauschte sich mit 14 Kolleginnen und Kollegen konstruktiv über die Herausforderungen im kommunalen und Bildungsbereich mit Blick auf die männliche Zielgruppe aus. In dem Kontext wurden anhand der Auswertung von ca. 50 speziell für Männer ausgeschriebenen vhs-Kursen best-practice-Beispiele und Anregungen diskutiert, um mehr oder gezielter Männer zu erreichen. Hier wurden eine Beteiligung an der städtischen „Väterwoche“ (mit Angebot eines „Burger-Diploms“), Angebote wie „Lego movies“ oder „Workout statt Burnout“ gezeigt. Der überproportional hohe Anteil von Frauen sowohl als Beschäftigte wie auch als Teilnehmerinnen im vhs-Bereich spiegelt sich nicht in den Führungsebenen der vhs- Landschaft wider. Daher wird weiter daran gearbeitet, die vhs als Organisation für Frauen und Männer attraktiver zu gestalten – strukturell wie programmatisch. Kerndimension Gender Die Frage: „Wie gestalten wir die Volkshochschule so, dass wir für beide Geschlechter möglichst gleichwertig sind – als Bildungspartner und als Arbeitgeber?“ wird weiter diskutiert. Kerndimension Behinderung – Inklusion und Barrierefreies Lernen Die bayerischen Volkshochschulen, allen voran München und Nürnberg, sind als besonders erfahren weit über Bayerns Grenzen für barrierefreie Angebote hinaus angesehen. Auch die Fachtagung „So gelingt inklusive Erwachsenenbildung im Mai 2017 an der vhs in Bamberg stieß auf gute Resonanz mit nahezu 100 Teilnehmer/-innen aus ganz Deutschland. Sie wurde federführend von der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg e.V. in Kooperation mit den Volkshochschulen Bamberg Stadt und Bamberg Land veranstaltet und ist ein weiterer Beitrag zu mehr inklusiven Angeboten an unseren Volkshochschulen. Der Diversity-Ausschuss hat diese Dimension im Jahr 2017 ebenfalls zu einem Schwerpunkt gemacht, mit Fortbildungen zur „Leichten Sprache“ im Frühjahr und Herbst sowie einer So vielfältig wie die befragten und fotografierten Menschen ist das jeweilige Erleben von Diversity. 16 bvv-Jahresbericht 2017

Kerndimensionen als Grundlage der Arbeit des Diversity-Ausschusses Sexuelle Orientierung Behinderung Ethnisch kulturelle Prägung Alter (Altersstufen) Ich als • Teilnehmer • vhs Geschlecht Ich Religion, Weltanschauung Aktionsgruppe im März 2018. Das Gespräch mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises München, Aleksandar Dordevic, und der Vorsitzenden des Behindertenbeirats von Straubing, Juliane Eigner, stieß auf große Resonanz. Mehr als 25 Kolleginnen und Kollegen diskutierten die Herausforderungen des barrierefreien Lernens und tauschten ihre Erfahrungen aus. Einer aktuellen Bestandserhebung zufolge bietet inzwischen jede dritte Volkshochschule in Bayern explizit Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung und jede fünfte Volkshochschule hat Hinweise zur barrierefreien Zugänglichkeit im Programmheft bzw. auf ihrer Homepage platziert. Dies zeigt, dass der Auftrag, Barrieren zu beseitigen und Angebote für alle Menschen zu machen, ernst genommen wird. Dennoch sind die Möglichkeiten, mehr Menschen die Teilhabe am vhs-Bildungsangebot zu ermöglichen, noch lange nicht erschöpft. Mit Fortbildungsangeboten und Möglichkeiten zum Praxisaustausch wird dies weiterverfolgt. Ausblick Die Beratung des Vorstands mit dem Ziel, Politik und Strategie des Verbandes nach innen wie nach außen nach diversitygerechten Grundsätzen zu formulieren und zu vertreten sowie Maßnahmen zur Förderung einer diversitysensible Programmentwicklung zu unterstützen, wird fortgesetzt. Bausteine, um die Wirksamkeit zu unterstützen, sind auch die regelmäßige Information über die Arbeit und Positionen des Diversity-Ausschusses und seiner Aktionsgruppen im Rundschreiben und weiteren bvv- Publikationen, Beteiligung beim Markt der Möglichkeiten während der Landestagung, Präsentation auf den Bezirkstagungen. Die Wirksamkeit der Umsetzung einer Diversity- Strategie nehmen die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Mitarbeiter/-innen und Kooperationspartner unterschiedlich wahr: aber alle, die in ihrer Besonderheit und ihren persönlichen Interessen und Wünschen in den Volkshochschulen ernstgenommen werden, erleben Diversity positiv. bvv-Jahresbericht 2017 17