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Bad Driburger Kurier 330

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Bad Steinheimer Driburger Blickpunkt Kurier Nr. Nr. 330329 14. 11. März April 2018 Seite 86 Die Idee Raiffeisens – heute noch aktuell? Die beiden Vorstände Paul Löneke und Birger Kriwet im Interview Paul Löneke: „Ich finde es ganz wichtig, sich einfach als Teil der Region zu verstehen.“ Birger Kriwet: „Ich bin Kind des Kreises Höxter und mich hat es immer gereizt, Wirtschaft in einer lokalen Dimension zu sehen.“ Wie hat Sie persönlich das Vorbild Friedrich Wilhelm Raiffeisens geprägt? Paul Löneke: Ich komme selbst aus einer Genossenschaftsfamilie, mein Vater war 40 Jahre lang Leiter einer Spar- und Darlehenskasse. Die Vision von Friedrich Wilhelm Raiffeisen war immer die Hilfe zur Selbsthilfe, zur Selbstverwaltung und Selbstverantwortung: den Menschen aus der Region zu helfen, ihre Angelegenheiten selber zu regeln, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Eigenständigkeit und Selbstverantwortung sind die Themen, die mich ganz persönlich durch das Vorbild Raiffeisens geprägt haben. Und dieses Prinzip nicht nur für mich selbst zu leben, sondern auch anderen Menschen durch das Bankgeschäft eine genossenschaftliche Teilhabe zu ermöglichen – das ist für mich etwas Besonderes. Birger Kriwet: Ich bin Kind des Kreises Höxter und mich hat es immer gereizt, Wirtschaft in einer lokalen Dimension zu sehen: Da sind Menschen aus einer Region, die für Menschen in einer Region Wirtschaft und Bankgeschäfte organisieren. Das hat Raiffeisen eben auch geschafft: Er ist mit seiner Idee nicht in die große, weite Welt gegangen, sondern hat als Bürgermeister ganz pragmatisch für sein Dorf gehandelt, weil er dort Not gesehen hat und diese lindern wollte. Und so kam er auf diese besondere Organisationsform. Das eint uns in diesem Gedanken – auf regionaler Ebene zu denken und nicht national oder international. der regionalen Verantwortlichkeit auch in Zukunft kulturell zu erhalten. Birger Kriwet: Die Nöte der Menschen in der damaligen Zeit waren, an Geld zu kommen, weil es eben noch keine Kredite gab. Und diese Not hat man ja tatsächlich durch das Geschäftsmodell der Genossenschaften gelindert. Wir machen uns nun Gedanken darum, was die Nöte der Menschen in der heutigen Zeit sind und wie man ihnen mit genossenschaftlichen Lösungen begegnen kann. Paul Löneke: Was wir immer geben werden, ist Orientierung für die Menschen: Bei der Vielfältigkeit des Angebots helfen wir beim Prüfen und Einordnen und ermöglichen so unseren Kunden, ihre finanziellen Belange selbstständig und eigenverantwortlich gestalten zu können. Birger Kriwet: Wir legen außerdem großen Wert darauf, immer einen Ausgleich zwischen den Interessen des Kunden und den Interessen der Bank zu schaffen. Wir sind kein Unternehmen, das ein Produkt hat, das mit Druck auf dem Markt verkauft werden muss. Wir schauen auf die Bedürfnisse der Menschen und versuchen, diese dann mit unseren Angeboten übereinander zu bringen. Und all das entsteht aus persönlichen Gesprächen. Welche Genossenschaften nach Raiffeisen gibt es im Kreis Höxter noch? Paul Löneke: Im landwirtschaftlichen Bereich gibt es einige Genossenschaften. Es gibt aber mehrere Schülergenossenschaften, von denen wir drei maßgeblich bei ihrer Gründung unterstützt haben: die Hansegenossenschaft am Hüffertgymnasium Warburg, die Schülerfirmen am Berufskolleg Höxter und an der Brede in Brakel. Außerdem gibt es drei Energiegenossenschaften. Werte wie Vertrauen, Partnerschaftlichkeit, Fairness, Nachhaltigkeit, oder die sprichwörtliche Hilfe zur Selbsthilfe gehören zur Unternehmens-DNA der Vereinigten Volksbank. Wie werden diese Werte nach innen gelebt? Paul Löneke: Wir haben diese Werte in unserer Unternehmenskultur verankert und leben selbst ein aktives, gesellschaftliches Engagement in unserer Heimat vor. Und das erwarten wir auch von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Birger Kriwet: Vertrauen spiegelt sich darin wider, dass wir eine sehr flache Hierarchie haben, in der wir jedem einzelnen Mitarbeiter die größtmöglichen Handlungsspielräume und Kompetenzen geben. Wir pflegen ein offenes und faires, partnerschaftliches Miteinander in der Bank. Bei uns gilt das Prinzip der offenen Tür und des offenen Ohrs. Paul Löneke: Beim Thema der Nachhaltigkeit geht es nicht darum, kurzfristige, möglichst große wirtschaftliche Erfolge zu erzielen oder irgendwelche Rekordjahresergebnisse zu erreichen. Vielmehr ist alles darauf angelegt, ein dauerhaft solides Geschäftsmodell mit einem ausgewogenen Verhältnis von Risiko und Ertrag zu bieten. Wo liegt der Unterschied der Volksbanken zu den Sparkassen – und zu den Großbanken? Paul Löneke: Der große Unterschied ist, dass bei den Genossenschaftsbanken wirklich die Gründerperson Friedrich Wilhelm Raiffeisens am Anfang der Entwicklung steht und dass sein Grundprinzip bis heute aktiv in unserer Satzung verankert ist. Die Hilfe zur Selbsthilfe zeigt sich unmittelbar in unserer Unternehmensstruktur: Die Volksbanken werden von ihren Mitgliedern getragen, und jeder Kunde kann Mitglied und somit Miteigentümer der Bank werden. Wie tragen Sie persönlich den Raiffeisengedanken weiter? Wie bringen Sie ihn in die Bank ein? Paul Löneke: Ich finde es ganz wichtig, sich einfach als Teil der Region zu verstehen. Wir sind von hier, wir sind hier groß geworden. Im Kreis Höxter lebt einfach ein gewisser Menschenschlag, den man kennt und dem man sich nah fühlt. Birger Kriwet: Dass wir stark mit unserer Heimat verbunden sind, ist sozusagen auch eine Bedingung dafür, dass wir hier in der Bank einen guten Job machen. Und das ist ja der genossenschaftliche Grundgedanke: Wir von hier, wir für uns. Nur wenn ich weiß, welche Wünsche und Pläne die Menschen aus meiner Region haben, kann ich den Weg dafür frei machen. Kunde bei der Volksbank zu sein hilft also der Region. Wo treffen wir diese Hilfe an? Paul Löneke: 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen 65.000 Menschen und damit zwei Dritteln der Einwohner im Geschäftsgebiet in allen finanziellen Fragen und Belangen zur Seite. Von diesen 65.000 Kunden sind inzwischen über 37.000 Mitglieder und Eigentümer unserer Volksbank geworden. Alleine in den letzten fünf Jahren haben wir rund 1.200 Familien ins Eigenheim geholfen. Wir haben rund 62 Millionen Euro gewerbliche Investitionen getätigt und somit Arbeitsplätze im Kreis Höxter gesichert und neue Arbeitsplät- Was ist von den Grundgedanken Raiffeisens in der Vereinigten Volksbank lebendig? Paul Löneke: Wenn wir uns fragen, was uns heute als Genossenschaftsbank ausmacht, sind das vor allem zwei Dinge: Zum einen reden wir einfach miteinander. Wir sind für die Menschen im Kreis Höxter da. Zum anderen haben wir uns dazu verpflichtet, unsere regionale Verantwortung wahrzunehmen – und das natürlich auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen und in ihren Regionen. Der Grundgedanke Raiffeisens wird außerdem dadurch lebendig, dass wir 45 Vorgängerinstitutionen hatten. Es gab 45 Spar- und Darlehenskassen, aus denen unsere Vereinigte Volksbank entstanden ist. Das ist Raiffeisen pur! Und diese regionale Entstehungsgeschichte versuchen wir mit dem Prinzip

Bad Steinheimer Driburger Blickpunkt Kurier Nr. Nr. 330 329 14. 11. März April 2018 Seite Seite 97 kann man vereinfachen. Aber gewisse Prozesse erfordern auch in Zukunft immer menschliches Entscheidungsvermögen. Das berühmte Bauchgefühl ist nicht digital ersetzbar, auch nicht eine gute Portion Menschenkenntnis und eine gewisse Subjektivität, die genau an dem Punkt aber auch richtig ist. Sie beschreiben den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch als wichtigen Baustein. Das heißt: Sie setzen nach wie vor auf den oder die Fachberater/in vor Ort? Paul Löneke: In unseren Filialen entscheiden Menschen vor Ort, weil sie selbst die Menschen vor Ort und die Region kennen. Wenn da der junge Unternehmer kommt, der gerade seinen Meister in der Tasche hat und einen eigenen Betrieb gründen will – so eine Entscheidung kann man nicht in Frankfurt oder Berlin treffen. Und so eine Entscheidung kann auch kein Roboter treffen. Paul Löneke, Vorstandsvorsitzender und Birger Kriwet, Vorstand der Vereinigten Volksbank eG ze ermöglicht. Wir haben zudem 12 Millionen Euro der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. ralität und Eigenverantwortlichkeit kleinerer Einheiten in ein- Unsere Stabilität resultiert meines Erachtens aus der Dezent- Birger Kriwet: Wir verzeichnen rund 84.000 Telefoneingänge zelnen Regionen. Diese Einheiten werden zwar zunehmend im Jahr und stellen zudem Infos und Angebote übers Internet durch Fusionen größer, weil sie aufgrund des Margenrückgangs und der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentral- zu Verfügung, die täglich zwischen 2.000 und 4.000 Mal angeklickt werden, bei Facebook haben wir über 500 Follower. bank keine andere Wahl haben. Dennoch ist diese regional Außerdem unterstützen wir mehrere hundert Projekte und überschaubare Größe zu einem Vorteil und stabilisierenden Veranstaltungen im Jahr – finanziell als Spender und Sponsoren, aber auch persönlich über unser Engagement. Ein Birger Kriwet: In meinen Augen kann man sogar sagen, dass Faktor geworden, den es sonst in Europa nicht gibt. Großteil unserer Mitarbeiter engagiert sich ehrenamtlich im beispielsweise die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von über Kreis Höxter. Und das fördern wir von Seiten der Bank auch 20% in deren unpersönlichem Bankensystem begründet liegt: aktiv: Wir ermutigen unsere Mitarbeiter sich zu engagieren Wenn man von Madrid aus 80 Kilometer landeinwärts fährt und somit nach dem genossenschaftlichen Prinzip Hilfe zur - da sind keine Banken zu finden. Dort gibt es einen Bankautomaten, aber keine genossenschaftlich orientierten Flächen, Selbsthilfe zu leisten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen ihren PC während der Arbeitszeit zum Beispiel auch für wo Leute vor Ort sind, die das Geld der Region sammeln und ihre Vereinsarbeit als Kassierer oder für ihre Stiftungsarbeit es den Menschen in der Region wieder zur Verfügung stellen, nutzen. um ihre Belange selbstständig zu regeln. Wenn da einer vom Land nach Madrid fährt und sagt: Ich brauche 100.000 Euro Warum ist mein Erspartes bei den Volksbanken für meine Existenzgründung, ich will zehn Leute einstellen – besonders sicher? das funktioniert nicht. In den restlichen Banksystemen der europäischen Länder fehlt die Nähe zu den Menschen. Und des- Paul Löneke: Weil unsere Bank einer deutschen und einer europäischen Einlagensicherung angeschlossen ist..., wegen besteht aus meiner Sicht dieser riesige wirtschaftliche Birger Kriwet: …deren Kernanliegen es seit über 80 Jahren Unterschied zwischen Deutschland und den anderen EU-Ländern, aber das wird nicht verstanden. Die anderen EU-Staaten ist, sämtliche Einlagen unserer Kunden in unbegrenzter Höhe zu sichern. Außerdem ist dort auch die ganze Bank als Institut geschützt und nach dem Solidarprinzip abgesichert. Keine ne auf Europa übertragen, sodass jeder Staat für den anderen würden das über 80 Jahre bestehende Sicherungssystem ger- andere Bankengruppe ist erfolgreicher und sicherer durch die mithaften soll – aber das ändert ja nichts an ihren bestehenden Banksystemen, und darin liegt das Risiko. Niemand fragt Finanzkrise der letzten 10 Jahre gekommen als die Volksbanken-Raiffeisenbanken. Keine Bankengruppe hat mehr Eigenkapital als die genossenschaftliche Bankengruppe. kommt. Dass im Ausland die eigenen Systeme nicht hinter- sich, woher die Stabilität in unserer deutschen Bankenstruktur Paul Löneke: Wir sind ein solider und nachhaltiger Finanzpartner. Das heißt, dass wir uns an den Menschen und ih- fatal. Bevor alle europäischen Länder über einen gemeinsafragt werden, dass das politisch nicht aufgebrochen wird, ist ren Bedürfnissen orientieren. Dinge, die wir nicht verstehen, men Sicherungsfonds haften, muss erstmal jedes Land ein eigenes Sicherungssystem aufbauen, das ist erst bei der Hälfte machen wir auch nicht. Und Dinge, die wir nicht selbst machen würden, bieten wir auch nicht unseren Kunden an. der Länder geschehen. Bei den Finanzkrisen wurden die Volksbanken in Gruppenhaft genommen und müssen mit für die Großbanken wie sieht die Vereinigte Volksbank in 10 Jahren aus? Mehr Digitalisierung, weniger Filialen – bürgen. Ist in Berlin und Brüssel nicht angekommen, was Paul Löneke: Wir sind der festen Überzeugung, dass zum die Volksbanken leisten? Bankgeschäft immer zwei Menschen gehören – auf der einen Paul Löneke: Das kleinteilige genossenschaftliche Bankensystem gibt es in den anderen europäischen Ländern so nicht. sieren und digitalisieren, bestimmte Standards und Seite und auf der anderen Seite. Prozesse kann man automati- Bürokratie Worin sehen Sie die wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft? Birger Kriwet: Die künstliche Intelligenz kann uns definitiv an der ein oder anderen Stelle helfen. Aber genauso wenig wie ich denke, dass der Arzt abgelöst werden kann, kann der klassische Bankier vor Ort wegdigitalisiert und von einer künstlichen Intelligenz ersetzt werden. Sobald viele Variablen in eine Entscheidung einfließen, muss ein Mensch entscheiden. Das sieht man ja schon bei der Baufinanzierung: Ich glaube nicht, dass es eine standardisierte Baufinanzierung geben kann. Und so sehen wir uns auch in Zukunft: Die Vereinigte Volksbank wird auch in 10 Jahren noch eine persönliche und digitale Bank sein. Bitte vollenden Sie den folgenden Satz: Die Vereinigte Volksbank ist auch in Zukunft erfolgreich, weil… Birger Kriwet: …das Solidarprinzip nach Raiffeisen sich in den letzten 200 Jahren bewährt und bewiesen hat… Paul Löneke: …und weil wir nie müde werden, den Menschen unserer Region zuzuhören und den Kreis Höxter gemeinsam mit ihnen zu gestalten. Unsere Vorstände stellen sich vor: Paul Löneke (*1959) verheiratet, zwei Kinder, ein Enkelkind Vorstandsvorsitzender Dipl. Bankbetriebswirt Berufseinstieg 1976, Spadaka Nieheim Vorstand seit 1999 Vorsitzender seit 2010 Birger Kriwet (*1973) verheiratet, vier Kinder Vorstand Dipl. Bankbetriebswirt Dipl. Kaufmann Berufseinstieg 1992, Spadaka Warburg Vorstand seit 2008

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