Biergärten und Sonnenterassen

rta.design

Verlags-/Anzeigenbeilage der Allgäuer Zeitung – Füssener Blatt vom 16. Juni 2017

Griaß di'

Biergärten

Sonnenterrassen

2017


Griaß di' Sonnenterrassen

Biergärten

2016

1

Alpenhotel Krone, Tiroler Str. 29,

87459 Pfronten Seite 21

10

Gasthaus zur Stoffelwirtin, Kirchstr. 1,

87642 Halblech Seite 19

19

Landhotel Huberhof, Seestr. 67,

87645 Schwangau Seite 11

2

Burghotel Bären, Dorfstr. 4,

87637 Eisenberg Seite 2

11

Gasthof Fallmühle, Achtalstr. 62,

87459 Pfronten Seite 21

20

Landhotel Seeg, Wiesleutener Str. 9,

87637 Seeg Seite 20

3

Café Gerlinde, Forggenseestr. 85,

87645 Schwangau Seite 9

12

Gasthof zum Löwen, Alte Str. 2,

87642 Halblech Seite 18

21

Rainis Faulenseehütte, Faulenseestraße 51,

87669 Rieden am Forggensee Seite 15

4

Café Maria, Forggenseestr. 18,

87669 Rieden am Forggensee Seite 15

13

Gastronomie im Festspielhaus, Im See 1,

87629 Füssen Seite 24

22

Restaurant Aquila, Brotmarkt 9,

87629 Füssen Seite 4

5

Camping Bannwaldsee, Münchner Str. 151,

87645 Schwangau Seite 10

14

Grillrestaurant Pfeffermühle, Pröbstener

Str. 5, 87637 Eisenberg Seite 2

23

Restaurant Frühlingsgarten,

Alatseestr. 8, 87629 Füssen Seite 7

6

Cilli’s Caféstüberl, Füssener Str. 16,

87642 Halblech Seite 18

15

Gutshof zum Schluxen, Unterpinswang 24,

6600 Pinswang/Österreich Seite 22

24

Ristorante-Pizzeria Taormina,

Füssener Str. 6, 87672 RoßhauptenSeite 12

7

Gasthaus Drei Tannen, Welfenstr. 11,

87629 Füssen Seite 6

16

Hotel Hirsch, Kaiser-Maximilian-Platz 7,

87629 Füssen Seite 8

25

Schlossbrauhaus Schwangau,

Gipsmühlweg 5, 87645 Schwangau Seite 9

8

9

Gasthaus Seerose, Rauhenbichl 1,

87642 Halblech Seite 16

Gasthaus zum Schwanen, Brotmarkt 4,

87629 Füssen Seite 4

17

18

Landgasthof Adler, Am Mühlbach 22,

87642 Halblech Seite 17

Landgasthof Schwägele, Hauptstr. 15,

87672 Roßhaupten Seite 13

26

Wirtshaus zum Herz, Hauptstr. 4,

87672 Roßhaupten Seite 23

»Prost!«


Biergärten und Sonnenterrassen - Treffpunkt im Freien

Draußen sitzen und unter freiem Himmel genießen

Seite 4

Sobald die Temperaturen steigen und

die Abende angenehm lau werden,

dann gibt es nichts Schöneres als

draußen zu sitzen. Dabei macht die

Vielfalt das Allgäu so besonders:

Ob im Biergarten unter schattigen

Kastanien oder auf der Sonnenterrasse

das Alpenpanorama genießen – die

Wirte und Betreiber der Biergärten in

Füssen, Bad Faulenbach, Schwangau,

Eisenberg, Halblech, Rieden, Pfronten,

Seeg, Roßhaupten und Pinswang verwöhnen

ihre Gäste und lassen kaum

einen Wunsch offen.

Es gibt doch nichts Schöneres, als in

geselliger Runde unter freiem Himmel

bei Sonnenschein ein paar Stunden zu

genießen. Bei Bier und einem guten

Essen trift man viele Leute: Geselligkeit

und das Miteinander von Alt und

Jung gehören bei einem Biergarten

einfach dazu. Wir wünschen Ihnen

viel Spaß mit unserem „Griaß di‘

Biergärten und Sonnenterrassen“ und

viele schöne, sonnige Stunden in der

Biergarten saison 2017.

Foto: PantherMedia/Kzenon


Vom Anstoßen und Absetzen

Bräuche, für die es viele Erklärungen gibt

Seite 5

Die Runde ist komplett, das Bier wird

serviert, alle stoßen an und einige

setzen das Bierglas vor dem ersten

Schluck nochmals kurz auf dem Tisch

ab. Ob Automatismus oder gelerntes

Ritual – warum machen wir das? Nun,

es gibt viele Erklärungen: Die wahrscheinlichste

ist, dass wir so früher

damit das eigene Leben schützen

wollten. Mit dem kräftigen Anstoßen

hat man in vergangenen Zeiten

sichergestellt, dass der Trinkgenosse

keine giftigen Substanzen in das Bier

gegeben hat.

Im Mittelalter wurden die Krüge mit

großer Wucht aneinandergestoßen,

das Bier schwappte von einem in das

andere Gefäß, und dann erst wurde

der erste Schluck genommen. Damit

waren sich die Trinkgenossen sicher:

Wer mit seinem Gegenüber anstößt,

hatte nicht die Absicht, dieses zu

vergiften. Vergiften ist natürlich

keine Zielsetzung beim gemeinsamen

Biertrinken mehr, daher raten moderne

Benimmbücher, den ersten Schluck

mit freundlichem Zunicken zu starten.

Unzählige Anekdoten

Damit ist natürlich noch nicht das

kurze Absetzen des Bieres geklärt: Um

diesen Brauch ranken sich unzählige

Anekdoten. Für Menschen, die sich

nicht grün sind, hilft es zu wissen,

dass man mit dem Absetzen das in geselliger

Runde erzwungene Anstoßen

nachträglich aufheben kann.

Den Biertrinker mit Standesdünkel

kann es beruhigen, sich mit dem

Absetzen von der zuprostenden Allgemeinheit

zu distanzieren. Pragmatikern

hilft es, die übergeschwappten

Tropfen vom Glas zu schlagen oder

diese am Bierdeckel zu entfernen. Die

Höflichen können durch das Absetzen

dem entferntesten Biertrinker einen

Anstoßersatz zukommen lassen.

Für schwächelnde Bierliebhaber mag

das Absetzen des schweren Kruges

eine willkommene Pause sein, für

Perfektionisten die Möglichkeit, das

Glas nochmals neu zu justieren. Dem

Misstrauischen erlaubt das Absetzen

einen Blick in die Runde. Trinken auch

wirklich alle? Seeleute gedenken ihrer

ertrunkenen Kameraden und lassen

ihnen einen Salut zukommen. Zinndeckelbesitzer

brauchen die Tischruhe

zum Öffnen ihres Kruges. Egal für

welche der vielen Anekdoten man sich

beim bewussten Absetzen entscheidet,

eine der Erklärungen passt sicher.

IMPRESSUM

Verlags-Anzeigenbeilage der Allgäuer Zeitung,

Ausgabe Füssen, vom 16. Juni 2017

Geschäftsführung: Markus Brehm

PR-Redaktion: Anke Sturm, Regina Berkmiller

Grafik/Layout: Gregor Guggemos

Titelfoto: PanterMedia/Kzenon

Quelle: Deutscher Brauerbund, Bayerischer Brauerbund, /

www.reinheitsgebot.de

Verantwortlich für Anzeigenteil und Textteil i. S. d. P:

Christian Schneider,

Tel.: 0 83 62 / 50 79 85, E-Mail: schneider@azv.de

Druck und Herstellung:

Allgäuer Zeitungsverlag GmbH,

Heisinger Straße 14, 87437 Kempten

Foto: PantherMedia/Arne Trautmann


Eine spritzige Alternative

Seite 6

Aperol ist bereits über 90 Jahre alt – als erfrischendes Mixgetränk

Ein lauer Sommerabend, Freunde

sitzen zusammen und genießen ein

Sommergetränk: Seit Jahren gehört

Aperol-Spritz zu den beliebtesten

Getränken.

Ein Grund ist sicher auch der vergleichsweise

geringe Alkohol gehalt

von 15 Volumenprozent und sein

erfrischender Geschmack.

Aperol ist ein Likör aus Italien, der

mittlerweile auf eine über 90-jährige

Geschichte zurückblicken kann.

Geschaffen haben dieses Getränk die

Brüder Luigi und Silvio Barbieri, die

ihn 1919 erstmalig von Venedig nach

Padua brachten und ihn dort der

Öffentlichkeit vorstellten.

Das Besondere an ihrer Erfindung

war die Mischung von Rhabarber,

Bitterorangen, Enzian, Chinarinde

und den verschiedensten Kräutern.

Diese verleiht dem Likör nicht nur

die leuchtend-orange Farbe sondern

auch seinen leicht bitter-fruchtigen

Geschmack.

Und wie kam es zum Spritz

Wer das Phänomen Aperol verstehen

will, der sollte einen Blick in die

Geschichte der Spritz-Kultur werfen:

In Italien gibt es in Venetien, im Friuli,

dem Trentino und Südtirol schon

lange die Tradition des „Spritzers“.

Im 19. Jahrhundert waren während

der italienischen Unabhängigkeitskriege

deutsche Soldaten in der

Region stationiert. Sie waren es aus

ihrer Heimat gewohnt, ein Bier als

Erfrischung zu trinken. Dies hatte

jedoch im Vergleich zum italienischen

Wein einen geringeren Alkoholgehalt.

Um den Wein ebenfalls zur Erfrischung

zu trinken, streckten sie den

Wein mit Wasser.

In der Gegend erhält man noch heute

beim Bestellen eines „Still Spritz“

einen Wein mit Leitungswasser. Das

ursprünglich aus dem Deutschen

stammende Wort „Spritz“ ist Teil des

italienischen Sprachgebrauchs geblieben.

Wer am Anfang dachte, dass Aperol

Spritz nur ein Trendgetränk sei, der

hat sich geirrt. Mittlerweile hat es

sich zu einem Klassiker entwickelt.

Und dazu gibt es immer wieder neue

Rezepte, die die wahre Vielfalt aufzeigen.


Seite 7

wurde es zum Klassiker

Aperol Maracuja Spritz

Die süß-fruchtige Kombination aus Aperol

und tropischer Maracuja

Zubereitungszeit: 5 min

Zutaten:

4 cl Aperol

6 cl Maracujasaft

2 cl Prosecco

1 Spritzer Soda

Limettensaft aus einer halben Limette, Cranberries

& halbe Erdbeere

Aperol auf Eis in ein Weinglas

geben. Maracujasaft, Limettensaft und Prosecco

hinzufügen und mit Soda auffüllen. Für den

perfekten Genuss zuletzt rote Früchte,

z.B. Cranberries und Erdbeeren, in das Glas geben.

Aperol Ginger Spritz

Die würzig-süße Variante des Aperol Klassikers.

Zubereitungszeit: 5 min

Zutaten:

Gurkenscheibe

4 cl Aperol

5 cl Ginger Ale

2 cl Prosecco

Limettensaft aus einer halben

Limette

Aperol auf Eis in ein Weinglas

füllen. Limettensaft und Ginger Ale

hinzugeben und mit Prosecco

auffüllen. Zum Schluss mit erfrischenden

Gurkenscheiben garnieren.

Fotos: PantherMedia/jag_cz und magone


Die Deutschen lieben ihre Schorle

Schorlemorle oder schurlemurle - der Beginn des Mischgetränks

Seite 8

Deutschland ist ein durstiges Land,

durstiger als alle anderen Länder in

Europa. Kein Land hat einen so hohen

Pro-Kopf-Verbrauch an alkoholfreien

Getränken. 292 Liter Fruchtsäfte,

Nektar, Limonaden, Mineral- und

Quellwässer trinkt ein Deutscher im

Jahr. Ähnlich durstig sind nur Italiener,

Belgier und Spanier. Am wenigsten

alkoholfreie Getränke kaufen die

Finnen. Sie gleichen ihren Durst wohl

lieber mit Kaffee aus – darin sind die

Nordeuropäer nämlich Weltmeister.

In Niederbayern wurde, laut Duden-

Herkunftswörterbuch, das Wort

Schurlemurle seit dem 18.Jahrhundert

für Mischgetränke aus Wein und

Mineralwasser gebraucht. Nach dem

Kluge-Wörterbuch kommt Schorlemorle

wiederum vom südwestdeutschen

„schuren“ – ein anderes Wort

für „sprudeln“.

Foto: Pantermedia/Kesu01

Dass Deutschland als das

durstigste Land auch den besten

Durstlöscher erfunden hat, ist

selbstverständlich: Nirgendwo

ist die Schorle so beliebt wie hier.

In vielen Ländern sorgt die

Mischung aus Saft und

Mineralwasser sogar für

Verwunderung.

Apfelsaftschorle ist der

Klassiker unter den Schorlen,

aber im Biergarten oder im

Restaurant können Gäste jeden

Saft als Schorle bestellen:

Ob Rhabarber- oder Johannisbeer,

Maracuja oder Mangosaft - die Vielfalt

ist riesig. Doch was bedeutet Schorle?


Ob blond, ob braun –

das Malz machts

Mehr als 5.000 verschieden Biermarken in Deutschland

Seite 10

Sie leuchtet in den schönsten Farben,

die bunte Bierlandschaft Deutschlands.

Mit mehr als 1.300 Brauereien

und über 5.000 Marken hat das Bierland

Nummer Eins garantiert für jeden

Geschmack etwas zu bieten.

Doch was gibt unserem Lieblingsbier

eigentlich die neben dem Geschmack

so charakteristische Färbung? Es ist

nicht einfach, die Farbpalette unvermischter

Biere zu erzielen, die

vom hellen Goldgelb bis zum tiefen

Braunschwarz reicht. Hier lautet die

Devise: Das Malz macht‘s! Der Farbgeber

Nummer Eins wird in unterschiedlich

langen Trockenprozessen - dem

„Darren“ - aus gekeimter Braugerste

erzeugt. Entscheidend für die spätere

Farbgebung des Bieres sind vor allem

Darrtemperatur und -dauer. Ein helles

Bier braucht helles Malz, und dieses

liebt es „kühl“ und schnell: Es entsteht

bei Darrtemperaturen von bis zu 85

Grad und möglichst rascher Trocknung.

Für ein kräftig gefärbtes Bier ist

auch eine satte Malzfarbe notwendig,

und die gibt es bei rund 100 Grad und

etwas mehr Geduld. Farbmalz, auch

„Röstmalz“ genannt, wird in geringen

Mengen als zusätzlicher Farbgeber

eingesetzt und mag es richtig heiß: In

der Rösttrommel müssen schon an die

200 Grad herrschen! Häufig werden

verschiedene Malztypen gemischt, um

den gewünschten Farbton zu erzielen.

Die Farbe liegt in der Luft

Klar, dass es bei solchen Temperaturen

in der „Röststube“ des Mälzers

ganz kräftig duftet. So heißt es denn

auch, der Fachmann erkenne die

spätere Farbe des Bieres bereits am

Geruch des Malzes und des Sudes.

Doch allein auf die gute Nase können

sich freilich weder Mälzer noch

Brauer verlassen. Letzterer vertraut

zusätzlich auf technische Hilfsmittel

aus dem Brauerei-Labor. Schnell und

unkompliziert funktioniert die Farbbestimmung

mit dem sogenannten

„Kolorimeter“: Eine Probe der fertigen

Würze, die aus der Maische (dem mit

Brauwasser vermischten und erhitzten,

geschroteten Malz) gewonnen

wird, dient als Grundlage. Im Vergleich

mit einer genormten Farbskala wird

der Farbwert ermittelt. Aufwendiger,

dafür allerdings auch exakter, sind

Messungen mit dem Photometer


oder Spektralphotometer. Hier muss

sich die Würzeprobe zunächst einer

langwierigen Vorbereitung unterziehen,

bis sie, sorgfältig verdünnt und

gefiltert, bei einer bestimmten Licht-

Wellenlänge gemessen wird. Aus dem

Messer gebnis kann dann der genaue

Farbwert errechnet werden. Endgültig

ist dieser allerdings nicht, denn beim

späteren Gärprozess kommt es dann

noch einmal zu einer Aufhellung des

Jungbieres.

Ein Wörtchen mitzureden hat bei der

Farbgebung auch das verwendete

Wasser. Entscheidend für den Biertyp

ist die Gesamthärte des Wassers und

dessen Zusammensetzung. Karbonatreiches

Wasser etwa begünstigt die

Herstellung dunklen Bieres. Für helle

Biere, wie beispielsweise Pils, eignet

sich besonders weiches, karbonatarmes

Wasser.

Text und Foto: Deutscher Brauerbund


Junges Brauen trifft auf Besonderes

Pulled Pork mit Apfel-Tomaten-Sauce und Craft Beer

Seite 12

Pulled Pork

Zutaten: 600 g Schweineschulter oder

Schweinenacken; 1 Petersilienwurzel;

1/4 Sellerieknolle; 1 Karotte;

1 Zwiebel; 250 ml Wasser; Öl

Fünf bis sechs Stunden vor dem Essen

den Backofen auf 120 Grad Ober- und

Unterhitze einschalten. Das Gemüse

waschen, schälen und in Stücke

schneiden. Einen Edelstahltopf mit Öl

erhitzen. Fleisch in zwei gleich große

Scheiben schneiden und von beiden

Seiten anbraten. Gemüse zugeben und

mit anbraten. Wasser zufügen und

aufkochen. Den Topf mit Deckel verschließen

und in den Backofen stellen.

Nach fünf Stunden Fleisch herausnehmen

und auf einem Teller ruhen

lassen, warm stellen. Das Röstgemüse

für die Apfel-Tomaten-Sauce aus dem

Topf nehmen, den Sud auf dem Herd

erhitzen.

Apfel-Tomaten-Sauce

1 Apfel; 1 Dose gestückelte Tomaten;

2 El Tomatenmark; 1 Prise Rauchsalz;

1 Prise Zucker; 1 El Obstessig; 150 ml

Pils

Apfel schälen und in kleine Würfel

schneiden. Apfel, Tomaten, Tomatenmark,

Rauchsalz, Zucker, Obstessig,

Pils zum Röstgemüse-Sud dazugeben

und alles gut durchkochen. Mit Salz

abschmecken. Das weiche Fleisch mit

zwei Gabeln in Fasern auseinander

zupfen und mit der Sauce servieren.

Fotos:

Bayerischer Brauerbund

Bierempfehlung: Dunkles, Rauchbier

oder Porter


Menschen zieht es in die Biergärten

Die Freiluft-Tempel sind ein Zufallsprodukt

Seite 14

An schönen Tagen sitzen viele Menschen

landauf, landab im Biergarten

und lassen es sich gut gehen. Diese

Lust am Biertrinken im Freien ist nicht

neu. Neu ist aber, dass inzwischen

beinahe jede deutsche Stadt ihre Freiluft-Tempel

besitzt – und es werden

mmer mehr. Ihren Ursprung haben die

ierigen Open-Air-Lokale in München.

Hier sind die ältesten und größten von

ihnen angesiedelt. Allein im „Hirschgarten”

könnte ein ganzes Dorf mit

6.500 Einwohnern Platz nehmen.

unter Natureis gelagert

Die Entstehung des Biergartens ist,

wie so vieles, dem Zufall zu verdanken

und dem bayerischen König

Ludwig I. Er hatte nämlich bestimmt,

dass Bier nur in den Wintermonaten

zwischen „Michaeli und Georgi”

gebraut werden durfte. Doch wurde

in Süddeutschland damals auch gerne

untergäriges Bier getrunken. Dieses

braucht zum Gären eine Temperatur

von vier bis acht Grad. Da es noch

keine künstliche Kühlung gab, konnte

es in der warmen Jahreszeit nicht gebraut

werden. Also kein Untergäriges

im Sommer? Das war unvorstellbar.

Deshalb ließen die findigen Brauer außerhalb

der Stadt an den Flusshängen

bis zu zwölf Meter tiefe Kellerhöhlen

schlagen. Hier lagerte und reifte das

Bier in Fässern unter riesigen Brocken

von Natureis, das im Winter aus Flüssen

und Seen geschlagen wurde.

Zum Schutz vor der Sonnenwärme

streuten die Brauer hellen Kies

auf die Kellerhöhlen und pflanzten

schattenspendende Kastanien oder

Linden. An diesem angenehmen Ort

wurde nun im Sommer das frische Bier

ausgeschenkt. Die Sache sprach sich

schnell herum, und schon bald zogen

ganze Scharen von Durstigen „auf den

Keller”.

Als die kleineren Brauereien Münchens

sahen, wie gut der Bier-Ausschank da

draußen lief, begannen sie, um ihre

Existenz zu fürchten. Denn nur die

Großen der Branche konnten sich

einen eigenen Bierkeller leisten. So

zogen die „Klein-Brauer” vor Gericht

und protestierten. König Ludwig I.

hatte Verständnis für ihre Klage. Mit

salomonischer Weisheit verfügte er,

dass zwar weiter Bier auf den Kellern

ausgeschenkt werden durfte. Aber es

war verboten, dort auch eine Brotzeit

zu servieren. Hungrige Gäste, die sich

gern von einer fertig servierten Mahlzeit

verwöhnen ließen, zog es deshalb

wieder in die bayerische Metropole.

Die anderen brachten sich die Brotzeit

selbst mit auf den Bierkeller. Dabei ist

es besonders in süddeutschen Biergärten

bis heute geblieben.

Foto: PantherMedia/Arne Trautmann

In den meisten Biergärten bestellt

man sein Essen bei der Bedienung.

Dennoch bleiben auch heute viele

Familien und Cliquen dem sommerlichen

Ritual treu: Sie packen Krautsalat,

Brezeln und Leberkäse in einen

Korb und ziehen in die Biergärten.


Schön kalt genießen

Biere mögen es kalt und dunkel

Seite 16

Der „Gerstensaft-Gourmet” in den

eigenen vier Wänden kann sich einer

einfachen Formel bedienen, um seinen

Gästen Bier mit der richtigen Kühle

anbieten zu können.

Zur Orientierung: Gelagert werden

sollte Bier bei vier bis sieben Grad

Celsius – die optimale Trinktemperatur

liegt bei fünf bis acht Grad Celsius.

Bier gehört auch keinesfalls in den

Gefrierschrank. Zu empfehlen ist da

schon eher eine mit kaltem Wasser

und Eis gefüllte Badewanne. Einzelflaschen

für einen Ausflug können Sie

direkt nach der Entnahme aus dem

Kühlschrank in Zeitungspapier wickeln.

Dadurch hält sich das Bier auch länger

kühl. Insgesamt gilt aber: Vermeiden

Sie große Temperaturschwankungen,

sie schaden dem Geschmack.

Nicht zu lange lagern

Als frisches Lebensmittel wird das

Gehopfte nur für einen Zweck hergestellt:

zum Trinken – am besten sofort.

Lagern Sie es nicht unnötig lange

– der Getränkehandel hält immer frisches

Bier bereit und frisch schmeckt

es einfach am besten. Je älter ein Bier

wird, umso mehr verändert es sich

geschmacklich.

Ab in den dunklen Keller

Bier mag es kühl und dunkel – lagern

Sie es im Keller. Der Gerstensaft ist

kein Sonnenanbeter, weil übermäßiger

Lichteinfluss Geschmack und Aussehen

verändert.

Deswegen wird

Flaschenbier vor

allem in braune

Flaschen abgefüllt.

So gekleidet

fühlt sich „unsere

flüssige Gerste”

wirklich wohl.

Text und Foto:

Deutscher

Brauerbund


Enorme Vielfalt trotz Einheitsgebot

Biergenuss: über eine Million verschiedene Möglichkeiten

Seite 17

Obwohl das Brauen in Deutschland

auf die Zutaten Wasser, Malz, Hopfen

und Hefe beschränkt ist, versteckt

sich eine immense Vielfalt an Möglichkeiten,

gutes Bier zu brauen. Den

Brauern stehen rund 250 verschiedene

Hopfensorten und 40 verschiedene

Malzsorten zur Verfügung, außerdem

gibt es knapp 200 unterschiedliche

Hefestämme. Auch die Wahl des

eingesetzten Wassers hat Auswirkungen

auf das Aroma des Bieres. Unter

Berücksichtigung aller Varianten bestehen

mehr als eine Million verschiedene

Möglichkeiten, ein Bier nach

dem Reinheitsgebot zu brauen.

In einer Forsa-Umfrage für den DBB

im Frühjahr 2014 (1002 Befragte ab

18 Jahren) gaben 85 Prozent der Deutschen

an, dass das Reinheitsgebot für

Bier weiterhin Bestand haben soll und

keine anderen Zutaten als Wasser,

Malz, Hopfen und Hefe für das Bierbrauen

erlaubt sein sollten. Lediglich

acht Prozent waren der Meinung, dass

bei der Bierherstellung in Deutschland

künftig auch andere Zutaten zulässig

sein sollten. Das Reinheitsgebot für

Bier ist in Deutschland wohl auch das

bekannteste „Lebensmittelgesetz“.

Foto: PantherMedia/Marco Hegner


Der Klassiker im Biergarten

Obazda gehört schon lange zum Bier dazu

Seite 18

Die Geschichte des Obazda ist eng

verbunden mit der Entstehung der

bayerischen Biergartenkultur vor etwa

150 Jahren. Gleichzeitig mit dem Aufkommen

der ersten Biergärten wurden

in Bayern und im Allgäu die ersten

Weichkäse wie Camembert, Brie,

Romadur und Limburger hergestellt.

Da diese besonders in den heißen

Sommermonaten besonders schnell

reif und überreif wurden und es noch

keine ausreichenden Kühlmöglichkeiten

gab, kamen findige bayerische

Gastwirte auf die Idee, die überreifen

Weichkäse mit Butter, Salz, Paprikapulver,

Zwiebeln, Kümmel und Bier

zu vermischen und sie damit wieder

genussfähig zu machen.

Beliebter Begleiter zu Bier

Sie servierten den so genannten

Obatzta ihren Gästen in den Biergärten,

wo dieser als Aufstrich auf


Seite 19

Brot oder auf einer Brezn bald ein

beliebter Begleiter zur Maß Bier

wurde. Für eine Bekanntheit des Obazda

außerhalb der Grenzen Bayerns

sorgte nicht unwesentlich Katharina

“Kathi” Eisenreich, die von 1920

bis 1958 Wirtin des Bräustüberls in

Weihenstephan, dem Sitz der ältesten

Brauerei der Welt, war. Sie servierte

den Obadza ihren Frühschoppen- und

Brotzeit-Gästen zum Schafkopfen und

Tarocken. Da Weihenstephan auch Ziel

vieler einheimischer und ausländischer

Touristen war und ist, trugen diese

den Namen Obazda in die ganze Welt.

Nach den EU-Richtlinien muss der Obazda

heute aus mindestens 40 Prozent

Camembert und/oder Brie bestehen,

der Anteil an Käse insgesamt muss

mindestens 50 Prozent betragen. Die

zur Herstellung verwendeten Käse

müssen folgende Fettgehalte in der

Trockenmasse aufweisen: Camembert

zwischen 30 und 85 Prozent, Brie

zwischen 45 und 85 Prozent, Romadur

zwischen 20 und 85 Prozent, Limburger

zwischen 20 und 59 Prozent,

Frischkäse zwischen 10 und 85

Prozent. Camembert und Brie müssen

von cremig-weicher Konsistenz sein.

Butter muss einen Milchfettgehalt

von mindestens 80 Prozent und weniger

als 90 Prozent haben. Paprikapulver

und Paprikaextrakt müssen von

roter Farbe sein. Woher die Rohstoffe

für den Obazda stammen, ist nicht

festgelegt. Er muss jedoch in Bayern

zubereitet werden.

Der Klassiker selbst gemacht

Zutaten:

250 g reifer Camenbert

1 EL Butter

100 g Frischkäse

1 Zwiebel feingehackt

Salz, Pfeffer, Paprika, Kümmel

4 EL Lager/Hell

Schnittlauch

Camenbert mit einer Gabel zerdrücken.

Butter, Frischkäse und Zwiebel

unterrühren.

Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer,

Paprika und Kümmel würzen und im

Anschluss mit dem Bier glatt rühren.

Mit Schnittlauch bestreuen. Dazu

passen ein Mischbrot, Brezeln und

Radieschen und natürlich ein frisches,

feinwürziges Lager/Hell.

Foto: Panthermedia/scerpica


Irrtürmer über Bier und Alkohol

Was stimmt - was stimmt nicht?

Seite 20

Bier ist vor allem ein Männergetränk

Falsch, denn die Mehrzahl der Frauen

trinkt durchaus gerne Bier. Eine Studie

des Max Rubner-Instituts, des Bundesforschungsinstituts

für Ernährung und

Lebensmittel, zeigte, dass 48 Prozent

der Frauen, die alkoholische Getränke

genießen, lieber Bier trinken als Wein.

Spirituosen und andere alkoholische

Getränke finden laut Studie weniger

Zuspruch. Die Untersuchung zeigte

zudem, dass gerade bei den 19- bis

24-Jährigen die Geschlechterfrage hier

keine Rolle spielt, denn in dieser Altersgruppe

trinken sowohl Frauen als

auch Männer am liebsten Bier, wenn

sie alkoholische Getränke genießen.

„Bier auf Wein, das lass’ sein...“

Dieser Reim ist bis heute weit verbreitet,

war aber schon immer falsch:

Seinen Ursprung hat der Trinkspruch

im Mittelalter – er symbolisierte

die sozialen Unterschiede: Bier galt

damals als Getränk der einfachen

Stände, Wein hingegen war einer

elitären Oberschicht vorbehalten.

Was jedem bewusst sein sollte:

Auf die Menge kommt es an. Alkoholkonsum

im Übermaß ist schädlich –

egal, in welcher Reihenfolge.

Ein gutes Bier braucht sieben Minuten

Richtig ist: Ein frisches Bier kann und

sollte in maximal zwei bis drei Minuten

gezapft werden. Durch zu langes

Zapfen verliert Bier viel Kohlensäure

und wird schneller warm und schal.

Perfekt gelingt ein Bier, wenn ein sauberes,

kalt ausgespültes Glas, schräg

gehalten, zu etwa Zweidrittel angezapft,

kurz abgestellt und anschließend

mit dem kunstvollen Aufsetzen

einer Schaumkrone nachgezapft wird.

Bier ist arm an Nährstoffen

Studien belegen: Bier enthält neben

Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor,


Seite 21

Magnesium und Kalium auch verschiedene

B-Vitamine und sekun däre

Pflanzenstoffe wie Polyphenole,

die zum größten Teil aus dem zum

Brauen verwendeten Malz und dem

Hopfen stammen oder von der Brauhefe

während der Gärung gebildet

werden.

Sie sind in Bier zwar nur in verdünnter

Form und daher in geringen Mengen

enthalten, im Vergleich mit anderen

alkoholischen Getränken ist der Gehalt

aber relativ hoch.

Dunkles Bier ist stärker als helles Bier

Richtig ist vielmehr, dass es keinen

grundsätzlichen Zusammenhang von

Farbe und Alkoholgehalt des Bieres

gibt. Die dunklere Farbe kommt lediglich

zustande, weil andere Malzarten,

etwa Dunkel- oder Röstmalze, beim

Bierbrauen verwendet werden. Diese

verleihen dem Bier zwar eine intensivere

Färbung und einen anderen

Geschmack, verändern aber den

Alkoholgehalt nicht automatisch.


Kein Biergarten ohne Wurstsalat

Die Zubereitung von einem klassischen Wurstsalat

Seite 22

Die Zubereitung eines

klassischen Wurstsalates ist

gar nicht schwer.

Zutaten (für vier Personen):

Fleischwurst, 500 g (wahlweise auch

Regensburger)

2 Zwiebeln, rot

Wasser, 300 ml

Weißweinessig, 150 ml

2 EL Sonnenblumenöl

3 EL Schnittlauch

Zucker

Salz

Pfeffer

Gewürzgurken und süßer Senf

nach Belieben

Die Haut der Fleischwurst entfernen

und die Wurst in schmale Streifen

schneiden.

Im zweiten Schritt geht es an die

Zwiebeln. Jede Zwiebel wird gehäutet

und in Ringe geschnitten. Diese Ringe

werden gemeinsam mit der Wurst in

eine Schale gegeben. Wenn Sie Gewürzgurken

mit dabei haben wollen,

dann werden diese nun geschnitten

und mit in die Schüssel gegeben. Mehr

als vier Stück sollten es nicht sein, da

der Salat sonst zu sauer wird.

In eine kleine Schüssel Essig, Wasser

und Öl gießen. Häufig wird auch noch

ein wenig süßer Senf dazugegeben.Mit

dem Zucker sowie dem Salz und dem

Pfeffer das Dressing abschmecken.

Dies darf ruhig sehr gerne kräftiger

schmecken, da es dem Wurstsalat

seinen typischen Geschmack gibt.

Ist die Marinade fertig, wird sie in

die Schüssel mit Wurst und Zwiebeln

gegossen und alles miteinander

vermischt. Den Salat mindestens zwei

Stunden im Kühlschrank ziehen.

So kann das Dressing von der Wurst

und den Zwiebeln richtig angenommen

werden. Bevor der Wurstsalat

serviert wird, schneiden Sie noch den

Schnittlauch klein und streuen diesen

darüber.

Aus einem bayerischen Wurstsalat

wird ganz schnell ein Schweizer

Wurstsalalt, wenn Sie noch feinen

Emmentaler in Streifen schneiden

und diese zum Salat dazugeben.

In Bayern ist man den Wurstsalat am

liebsten mit Brot, in der Gegend um

die Kurpfalz oder im Saarland auch

mit Bratkartoffeln oder Pommes frites.

Foto: Panthermedia/bernjuer

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