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Biergärten und Sonnenterassen

Der Klassiker im

Der Klassiker im Biergarten Obazda gehört schon lange zum Bier dazu Seite 18 Die Geschichte des Obazda ist eng verbunden mit der Entstehung der bayerischen Biergartenkultur vor etwa 150 Jahren. Gleichzeitig mit dem Aufkommen der ersten Biergärten wurden in Bayern und im Allgäu die ersten Weichkäse wie Camembert, Brie, Romadur und Limburger hergestellt. Da diese besonders in den heißen Sommermonaten besonders schnell reif und überreif wurden und es noch keine ausreichenden Kühlmöglichkeiten gab, kamen findige bayerische Gastwirte auf die Idee, die überreifen Weichkäse mit Butter, Salz, Paprikapulver, Zwiebeln, Kümmel und Bier zu vermischen und sie damit wieder genussfähig zu machen. Beliebter Begleiter zu Bier Sie servierten den so genannten Obatzta ihren Gästen in den Biergärten, wo dieser als Aufstrich auf

Seite 19 Brot oder auf einer Brezn bald ein beliebter Begleiter zur Maß Bier wurde. Für eine Bekanntheit des Obazda außerhalb der Grenzen Bayerns sorgte nicht unwesentlich Katharina “Kathi” Eisenreich, die von 1920 bis 1958 Wirtin des Bräustüberls in Weihenstephan, dem Sitz der ältesten Brauerei der Welt, war. Sie servierte den Obadza ihren Frühschoppen- und Brotzeit-Gästen zum Schafkopfen und Tarocken. Da Weihenstephan auch Ziel vieler einheimischer und ausländischer Touristen war und ist, trugen diese den Namen Obazda in die ganze Welt. Nach den EU-Richtlinien muss der Obazda heute aus mindestens 40 Prozent Camembert und/oder Brie bestehen, der Anteil an Käse insgesamt muss mindestens 50 Prozent betragen. Die zur Herstellung verwendeten Käse müssen folgende Fettgehalte in der Trockenmasse aufweisen: Camembert zwischen 30 und 85 Prozent, Brie zwischen 45 und 85 Prozent, Romadur zwischen 20 und 85 Prozent, Limburger zwischen 20 und 59 Prozent, Frischkäse zwischen 10 und 85 Prozent. Camembert und Brie müssen von cremig-weicher Konsistenz sein. Butter muss einen Milchfettgehalt von mindestens 80 Prozent und weniger als 90 Prozent haben. Paprikapulver und Paprikaextrakt müssen von roter Farbe sein. Woher die Rohstoffe für den Obazda stammen, ist nicht festgelegt. Er muss jedoch in Bayern zubereitet werden. Der Klassiker selbst gemacht Zutaten: 250 g reifer Camenbert 1 EL Butter 100 g Frischkäse 1 Zwiebel feingehackt Salz, Pfeffer, Paprika, Kümmel 4 EL Lager/Hell Schnittlauch Camenbert mit einer Gabel zerdrücken. Butter, Frischkäse und Zwiebel unterrühren. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Paprika und Kümmel würzen und im Anschluss mit dem Bier glatt rühren. Mit Schnittlauch bestreuen. Dazu passen ein Mischbrot, Brezeln und Radieschen und natürlich ein frisches, feinwürziges Lager/Hell. Foto: Panthermedia/scerpica