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Ggbg Heft 1_2018_Ostern

ERINNERUNGEN AN DEN

ERINNERUNGEN AN DEN ERSTEN BISCHOF VON INNSBRUCK DER UNGELIEBTE KOPIERER Wer das Glück hatte, Ende der 50er-Jahre am Akademischen Gymnasium in der Innsbrucker Angerzellgasse im Fach „Deutsche Unterrichtssprache“ von dem als streng verrufenen Dr. Franz Schrom unterrichtet zu werden, lernte auf mitunter sonderbare Weise mancherlei Brauchbares. Schrom, der im Zweiten Weltkrieg ein Bein verloren hatte und deshalb eine pneumatische Prothese trug, wollte zum Beispiel einmal wissen, wie viele Wortarten es gebe. Großes Rätselraten unter den Unwissenden, die Klassenbesten zählten eilig an den Fingern herum, und die ganz Mutigen riefen erste Zahlen in die Runde – vergeblich. Schrom attestierte den „Kinderlein“ – so pflegte er Unterstufenschüler zu nennen – erbärmliches Unwissen, dem er abhelfen wolle und werde. „Es gibt gleich viele Wortarten, wie es Apostel gegeben hat!“, half er uns auf die Sprünge. „Zwölf “, riefen gleichzeitig fast alle in der Klasse. Seelenruhig attestierte Schrom uns einmal mehr „Wissenslücken von ungeheuerlicher Dimension“: „Falsch, Kinderlein! Zehn! Es gibt zehn Wortarten!“ Die ganz Mutigen reagierten wie erwartet: „Es hat aber zwölf Apostel gegeben! Also müssen es auch zwölf Wortarten sein!“ – Schrom löste das Problem auf seine Weise: „Wenn ich zehn sage, meine ich zwölf; und wenn ich zwölf sage, meine ich zehn!“ Zweifellos eine zumindest leicht schräge Art zu unterrichten. Schrom war stets bemüht, bei seinen Schülern den Wortschatz zu erweitern. Es gab als Hausübung daher vor allem Aufsätze. In diesen mussten zu jedem verwendeten Hauptwort zwei passende Eigenschaftswörter gefunden werden – jeweils eins vor und eins nach dem Substantiv; und das Adjektiv, das man als weniger gut er- "Antiker" Matritzenkopierer – 10 –

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