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Lebens.Haus Magazin 04/2018

Wir möchten mit Dir ins Gespräch kommen, über Themen, die in unseren Leben wichtig sind: Leben Heute - Meditation - Kreativität - Spiritualität - Genuss

i Leben Heute Märchen

i Leben Heute Märchen und Interview mitUrsula Stroux Ursula Stroux ist ursprünglich Münchnerin und arbeitet als Wildnispädagogin, Kulturwissenschaftlerin und Reiseleiterin und macht außerdem gerade eine Ausbildung zur Märchenerzählerin. Wir haben uns mit ihr über Lieblingsorte und Märchenwälder, Reisen und Zukunftsträume unterhalten. Welche Rolle spielen Märchen und Geschichten in Deinem Leben? Immer schon eine sehr große, auch wenn ich mir zeitweise nicht darüber bewusst war. Ich hatte glücklicherweise viele, viele Bücher als Kind und war schon immer eine Tagträumerin. So habe ich mich über die Bücher und ihre Geschichten in andere Welten geträumt; Welten, in denen ich die Prinzessin war, die Schönheit, die Abenteurerin, die Verwegene, … Als Kind erfand ich auch meine eigenen Welten. Vielleicht liegt mir deshalb auch die schamanische Reise, die ja auch in einer sehr märchenhaften Sprache zu uns spricht. Wenn mein „Bruder“ da war, ein gleichaltriger Junge im selben Haus, begaben wir uns auf Abenteuerreise in Fantasiewelten, denn gemeinsam waren wir unschlagbar im Geschichten erfinden. Er ist nun ein bekannter Schriftsteller – ich war da nicht so … zielstrebig? Nein. Ich brauche wohl einfach mehr Zeit, habe in anderen Ländern gelebt, probiere viele schöne Wege aus, lerne stets Neues. Ich mag die Idee von Late Bloomer von Clarissa Pinkola Estés: manche Menschen kommen einfach später in ihre volle Blüte – genauso wie bei den Pflanzen. Wir sind nicht alle gleich und nicht alle blühen Anfang zwanzig oder Anfang dreißig auf. Meine Blütezeit fängt gerade erst an ;-). Was war Dein liebstes Märchen in der Kindheit? Und welches ist es heute ? Meine Lieblingsmärchen als Kind waren – unzählig. Ich erinnere mich an Astrid Lindgren, Gudrun Pausewang, viele Klassiker. Aus heutiger Sicht glaube ich, dass ich vor allem die tragischen Heldinnen ins Herz geschlossen hatte: Die kleine Meerjungfrau, Das Wasser des Lebens, Der glückliche Prinz. Heute empfinde ich sie als zutiefst ungerecht, aber als Kind liebte ich die Dramatik. Irgendwie spendeten sie mir in ihrer Traurigkeit Trost. Und das darf auch so sein. Ich habe mich im Studium viel mit Märchen auseinandergesetzt und halte nichts von Über-Pädagogisierungen (falsch geraten; nicht Pädagogik, sondern Kulturwissenschaft ;-)). Heute schätze ich vor allem Märchen und Geschichten, die vielschichtig sind. Michael Ende, ein großes Vorbild für meine eigenen Schreibprojekte, hat mit einer so unendlich reichen Sprache wunderbare Bilder und Welten erschaffen, in denen sich Kinder ebenso wie Erwachsene wiederfinden, ohne dabei gestelzt oder affektiert zu schreiben. Großartig! Momo halte ich nach wie vor für eines der großen Märchen unserer Zeit, wenn man den Begriff des Märchens etwas weiter fasst. Aber auch Bestseller wie Harry Potter haben Suchtpotenzial. Dann Bücher wie Geschichten zum Nachdenken von Jorge Bucay . Und wenn ich erst an die vielen fantastischen Bilderbücher denke – so unendlich reiche Schätze, beispielsweise von Agnès de Lestrade oder Noelia Blanco. Eigentlich alle AutorInnen, bei denen ein liebevoller und achtsamer Umgang mit Sprache, Bildern, der Geschichte und ihren Figuren, aber auch den LeserInnen spürbar ist. 13 - Lebens.Haus Magazin April 2018

Meike Geschichten Was fasziniert Dich gerade an keltischen/bretonischen Märchen so sehr? Morgane le Fay verführte mich, nach dem Abitur in die Bretagne zu gehen. Ich hatte den Besteller Die Nebel von Avalon gelesen und war neugierig geworden. Ein Besuch in der Bibliothek überraschte mich – die böse Hexe? Moment! Wie konnte das sein? Es war just zu der Zeit, in der wir unser Thema für die Facharbeit, eine Art Vorübung für eine universitäre Seminararbeit, abgeben sollten. Also wählte ich Morgane le Fay als Thema und legte, ohne mir dessen bewusst zu sein, eine ganz schön vielschichtige Arbeit hin. Ich überlege momentan, eine überarbeitete und aktualisierte Version zu veröffentlichen. Es gibt nicht viel über Morgane. Sie ist … sperrig. Kompliziert. Komplex. Eine Frau! Einfach wunderbar. Das war der Türöffner für die keltische Mythologie, die mich seither begleitet und in der ich immer wieder neue Facetten entdecke. Tiefergehend fühle ich mich in der Landschaft ebenso wohl, wie in den Geschichten. Es ist wie ein nach Hause kommen, wenn ich in der Bretagne, in Irland oder anderen keltischen Gefilden durch die Hügel ziehe. Ich liebe diese karge Wildheit, das satte Grün, den wilden Atlantik, das Gold des Ginster zusammen mit lila und rosa Heidekraut-Leuchten. Satte, strahlende Farben, auch bei schlechtem Wetter. Meine Seelenheimat. Welche Elemente des Lebens greifen Märchen auf, unterstreichen sie, erklären sie? Oder führen Dich Geschichten viel mehr weg vom Alltag und der Realität, in eine Welt voller sagenhafter Gestalten? Beides. Ich bin tief berührt von der Wolfsfrau (Clarissa Pinkola Estés), auch wenn ich nicht mit jeder ihrer Interpretationen einverstanden bin. Die Grundidee über Märchen und Mythen in die eigene Geschichte, den eigenen Mythos tiefer einzutauchen und heiler wieder hervorzukommen war der Grundstein für meine Märchenreise Waldfee & Windsbraut in die Bretagne. Allerdings überlasse ich persönlich es erst einmal meinen Mitreisenden, ihre eigene Mythologie in den von mir erzählten Sagen und Märchen (wieder) zu finden. Die Elemente, die dabei aufgegriffen werden, sind meiner Ansicht nach immer persönlicher Art – tief in unserem Innern schwingt unsere Seele in der Dramatik der Figuren und ihren Verwicklungen mit, oft im Spiegel der Archetypen und ihrer Heldenreise. Gleichzeitig dürfen uns Märchen und fantastische Geschichten auch entführen – weg von unserem Alltag, weg von Routinen, weg von Sorgen, weg von Konflikten. Hinein in eine Welt, in der alles möglich ist und die gleichzeitig zutiefst gerecht ist. Denn auch das lieben wir an Märchen – aller Political Correctness zum Trotz. Lasst den Hass und das Böse auf heißen Kohlen tanzen und verbrennen, damit die Liebe und das Gute siegen! Lebens.Haus Magazin April 2018 - 14

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