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Portfolio Stefanie Kramer

Bachelorarbeit Survival

Bachelorarbeit Survival of the fastest – eine visuelle und inhaltliche Auseinandersetzung

Leitidee s u r v i v a l o f t h e f a s t e s t – In der Bachelor Thesis setzte ich mich intensiv mit unserer heutigen Leistungs- und Beschleunigungsgesellschaft auseinander. Wir arbeiten heutzutage fast schon rund um die Uhr und lassen uns kaum Raum und Zeit für Ruhephasen, um auch einmal abschalten zu können. Ohne Pausen sind wir konstant unter Strom gestellt mit der Absicht, irgendwann einmal nach den Sternen greifen zu können. Mit jedem Nachlassen, Ablassen, Auslassen und Loslassen ist scheinbar immerzu das Risiko des Fallens vorhanden. Es gibt für uns kaum mehr etwas, worauf wir uns verlassen können bzw. wollen, wir fühlen uns zunehmend austauschbar und ersetzbar. Dass wir uns in unserer Arbeit auch einmal verlieren, wie das Kind im Spiel und ab und an müßiggehen, ist in der beschleunigten Wachstumsund Wettkampfgesellschaft nicht gefragt; was zählt sind letztlich Leistung, Effizienz und Flexibilität. Wir sind ausgestattet mit Smartphones, um allzeit erreichbar und einsatzbereit zu sein und doch haben wir die Befürchtung, dass ein anderer noch erreichbarer und einsatzbarer sein könnte als wir selbst. Die konstante Verfügbarkeit, der Ehrgeiz und die Flexibilität des Arbeitstüchtigen, bilden heute das Fundament der modernen Wachstumsgesellschaft. Wir arbeiten und arbeiten, sind motiviert und ehrgeizig, einzig und allein der Anerkennung halber. Manchmal verlieren wir dabei jegliches Maß und geraten fast schon in eine Arbeitssucht. Wir opfern uns für die Arbeit regelrecht auf, bringen uns mit Leib und Seele in sie ein und identifizieren uns mit ihr, wodurch unsere Ansprüche an die eigene Arbeit sehr hoch sind. Wenn das Ergebnis unvollkommen ist, so ist es demzufolge der Schöpfer, die Schöpferin auch; erst wenn das Werk perfekt zu sein scheint, spüren wir eine Ruhe in uns. Doch was ist schon perfekt? Kann man denn nicht immer noch ein bisschen verbessern, verschönern und optimieren? Wir ringen in unserem Tun konstant nach Anerkennung. Alles was wir ausüben ist auf einen Anderen bezogen. Und falls wir dessen Anerkennung nicht sofort erhalten, kennen wir in unserem Ehrgeiz keine Grenzen der Anstrengung, einzig und allein der Hoffnung wegen, durch die vermehrte Mühe doch noch Wertschöpfung erfahren zu dürfen. 191 190