Jupf-Info:112

daniel.drewes

In der neuen Ausgabe des Infos geht es um das Schwerpunktthema Frieden und 100 Jahre Ende des ersten Weltkriegs. Verschiedene Projekte und Berichte runden das Heft ab.

Nr. 112 | April 2018

jupf

Info

Neues in und aus der Jugendarbeit | Ev. Jugendpfarramt Köln

Frieden

1918 - 2018: 100 Jahre später...

Auf der Suche nach Frieden

Evangelische Jugend bringt

Zentrum Jugend zum Staunen

„Ich bin klug, ich habe gewählt!“

„Seid so aufgeschlossen wie möglich“

Online-Evaluation von Freizeiten -

kostenfrei und einfach


Inhalt

Anregendes

4 Frieden - Erinnerung und Auftrag

Erlebtes

22 Gedenkstättenfahrt

Wichtiges

32 Spendenaktion ASG

JuLeiCa

Förderprogramm Mikroprojekte

Politisches

6 Erinnerungsorte im

Kölner Stadtbild

8 „Auf zu den Waffen!“

9 Lichtinszenierung

10 Anregende Tipps

15 Tatort Frieden

24 Konfi-Cup

Juniorschulung

25 Kreuzweg der Jugend

33 Jugendsynode

EKD-Datenschutzgesetz

16 Freiwilliger Friedensdienst

17 Ausstellung „Frieden geht anders“

18 Ölumenische Friedensdekade

„Jetzt erst recht“

19 Nina NRW

Gebetsaufruf

20 Das Lied vom Frieden

21 Arbeitskreis für Int. Partnerschaft

26 Fachtag

27 Girlspace in neuen Räumen

28 News4you

29 Medienpreis-Verleihung

Zukünftiges

30 Praxistag Großspielgeräte

Meldungen aus dem Jupf

31 Jugendcamp

Kurz notiert

34 Faire Kohle

Chormusical

Aktion #gibmireinzeichen

35 Public Viewing

Protestant-O-Mat

Neue Homepage #ejir

36 Kinderfreundliches Köln

Gut drauf

Medien und Material

37 Medienprojekt Wuppertal

Leben im Sozialraum

Kika-Schnitzeljagd

Persönliches

38 Neue Mitarbeiter_innen

2 Jupf-Info Nr. 112/18


Gerechter Frieden statt gerechter Krieg

Die Landessynode hat anlässlich des Endes

des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren ein

Friedenswort verabschiedet. Es soll auf allen

Ebenen der rheinischen Kirche mit dem Ziel

diskutiert werden, Kirche des gerechten

Friedens zu werden. Enthalten sind auch

Forderungen nach einem Atomwaffen-Abzug

und dem Stopp von Rüstungsexporten. Das

Leitbild vom gerechten Frieden bedeutet einen

Paradigmenwechsel gegenüber der Lehre vom

gerechten Krieg.

Was dies bedeutet, erklärt das Friedenswort

so: „Kirche des gerechten Friedens zu sein

bedeutet, Krieg und kriegerische Mittel als

Möglichkeit der Konfliktlösung, als ,ultima ratio‘,

zu überwinden, Schritt für Schritt. Gewaltfreie

Lösungen sind möglich. Sie sind schmerzhaft,

weil sie eigene, besonders wirtschaftliche,

Interessen berühren. Sie sind langwierig und

müssen mühsam gelernt werden. Sie sind aber

die Lösungen, die sich als roter Faden durch die

Bibel ziehen und biblisch geboten sind.“

Zu den konkreten Handlungsempfehlungen,

die in dem Papier genannt werden, gehören

u. a. die Verstärkung der Friedensbildung für

Gewaltfreiheit und der Einsatz von zivilen

Konfliktlösungsstrategien in Schule und

Jugendarbeit, z. B. durch den Einsatz der

Ausstellung „Frieden geht anders – aber wie?“ oder

das Programm „peacemaker“ der Evangelischen

Jugend im Rheinland. Zudem will die Evangelische

Kirche im Rheinland den Pilgerweg der

Gerechtigkeit und des Friedens des Ökumenischen

Rates der Kirchen (WCC) und der Initiativen für

Gerechtigkeit und Frieden der Weltgemeinschaft

Reformierter Kirchen (WCRC) unterstützen und sich

daran beteiligen.

Einige Anregungen wollen wir in diesem Heft

vorstellen.

Viel Spaß beim Lesen!

www.ekir.de/www/ueber-uns/friedenswort-29591.php

Jupf-Info Nr. 112/18 3


Anregendes

Foto: myriam@pixabay.com

Friedensprojekt Europa

Zur Zeit ist der Zusammenhalt in Europa an vielen

Stellen brüchig. Nationale Interessen werden

vielerorts anders gewichtet als in vergangenen

Jahrzehnten. Seit über 70 Jahren herrscht in

Mitteleuropa Frieden. Vielen Zeitgenossen ist

das selbstverständlich geworden, sie wissen

nicht mehr, dass wesentliche Faktoren für das

Zusammenwachsen Europas in den letzten

Jahrzehnten die militärischen Katastrophen und

die Folgen der nationalen Egoismen des 20.

Jahrhunderts waren. Die Erinnerung an die Geschichte

kann dafür sensibilisieren, welch hohes

Gut der Frieden und der respektvolle Umgang

der Völker miteinander ist. Gerade in Zeiten

des wachsenden Populismus und nationalistischer

Tendenzen, die Missgunst schüren und

auf Dauer Unfrieden bringen können, steht es

oben auf der Tagesordnung, diese europäische

Friedensbasis zu stärken. Initiativen wie die Aktion

Sühnezeichen und der Volksbund Deutsche

Kriegsgräberfürsorge sind unablässig an der

Stelle tätig, einerseits die Erinnerung hochzuhalten

und zum anderen den internationalen

Dialog über die Völkerverständigung zu führen.

Erinnerung an das Kriegsende vor

100 Jahren

Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg zuende.

17 Millionen Menschen aus 50 Ländern kamen

ums Leben. In der Erinnerung der meisten

Deutschen ist dieser Krieg lange Zeit ausgeblendet

worden, weil der Zweite Weltkrieg eine

kaum zu ermessende Zahl von soldatischen und

zivilen Opfern zur Folge hatte. Die Folgen des

Krieges sind durch die Verluste und psychische

Schädigungen über Generationen in zahllosen

Familien in unserem Land unmittelbar zu spüren

gewesen. In einigen Ländern Europas ist aber

die Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkriegs

sehr viel präsenter als in Deutschland. In

England habe ich bei einer Reise 2014 an vielen

Stellen die künstlichen Mohnblumen („Remem-

4 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

Erinnerung

und Auftrag

Auch in Köln und der Region sind Spuren dieses

Krieges sichtbar, und es lohnt sich, sich mit ihnen

zu beschäftigen. In vielen Städten und Dörfern

gibt es Mahnmale für die Opfer des Krieges

von 1914-1918. Oft sieht man an ihnen vorbei,

sie haben häufig den Charakter von „Heldengedenkstätten“

und entsprechen auch nicht mehr

dem heutigen Verständnis von Gedenkstätten.

Und doch sind sie Zeugnis ihrer Zeit und können

auch heute zum Innehalten und Nachdenken

bringen - wie die Stolpersteine von Gunter

Demnig, der mit den messingverkleidetenen

Pflastersteinen im Stadtbild an die deportierten

und vertriebenen jüdischen Bürger und Roma in

der NS-Zeit erinnert.

Militärfriedhof Colleville-sur-Mer

brance Poppies“) gesehen, die an die Opfer gemahnen.

In Nordfrankreich, etwa an der Somme,

aber auch in Belgien, z.B. in Flanders Field in

Ypern, sind durch Soldatenfriedhöfe die Spuren

sichtbar und sie werden bewusst wahr genommen.

Für Briten, Franzosen und Belgier blieb

der Erste Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis

bewusst. Im November 2017 haben der französische

Staatspräsident Macron und Bundespräsident

Steinmeier in den Vogesen das erste

Deutsch-Französische Museum zum 1. Weltkrieg

eingeweiht. Das ist ein enormer Schritt zu gemeinsamen

Wegen des Gedenkens! 1

Mahnmale als „Stolpersteine“

Evangelische Friedensethik

Die evangelische Kirche sieht sich durch die

Friedens- und Versöhnungsbotschaft der

Bibel dazu aufgefordert, nach Kräften für den

Frieden einzutreten. Mit Diskussionen über

das friedliche Zusammenleben der Völker und

den biblischen Bildern, ethischen Leitlinien zur

Gewaltfreiheit und Themenreihen im Religionsunterricht

fördert sie das Friedensengagement.

Dabei ist sie sich dessen bewusst, dass sie im

Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg durch

ihre Verschmelzung von Christentum und Nationalismus

einen großen Teil an Mitverantwortung

für die Tragödie des Krieges trägt. An mehreren

Stellen wurden Waffen gesegnet, und mit

kriegstreiberischen Predigten ist die Kirche jener

Zeit in die Irre gegangen. „Gott mit uns“ heißt es

am Leipziger Völkerschlachtdenkmal von 1913,

und so war es auch auf Koppelschlössern der

Soldaten beider Weltkriege zu lesen. 2

Die erste Vollversammlung des Ökumenischen

Rates der Kirchen (ÖRK) beschloss 1948 bei ihrer

Gründung in Amsterdam: „Krieg soll nach Gottes

Willen nicht sein.“ Die Denkschrift der EKD „Aus

Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden

sorgen“ 3 reflektiert die Anforderungen an eine

globale Friedensordnung, die neuen Formen

gewaltsamer Auseinandersetzung wie Bürgerkriegen

und den Auftrag christlicher Ethik.

Was diese Grundsätze für konkrete Friedensund

Sicherheitspolitik in einer komplexen globalen

Gesamtlage bedeutet, ist nicht formelhaft

und einfach zu sagen. Es ist im Zusammenhang

jeder einzelnen Sachfrage sachkundig und

möglicherweise auch kontrovers zu diskutieren.

Aber die Zielrichtung ist klar. Christen sind

durch die Friedensbotschaft Jesu von Nazareth

dazu heraus gefordert, immer wieder neu nach

Wegen zum Frieden und nach Alternativen zur

Konfliktlösung mit militärischen Mitteln zu fragen

und dazu zu mahnen.

Superintendent Dr. Bernhard Seiger

Stolpersteine

1

Eine differenzierte Aufbereitung

des Geschehens des 1.Weltkriegs

bietet der Band von Gerhard

Hirschfeld und Gerd Krumeich,

Deutschland im Ersten Weltkrieg,

Frankfurt 2014.

2

Vgl. EKiR, Friedenswort 2018 „Auf

dem Weg zum gerechten Frieden“

anlässlich des Endes des ersten

Weltkriegs vor 100 Jahren, S. 8

3

Eine Denkschrift des Rates der

EKD, München 2007

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Anregendes

1. Weltkrieg in Köln

© Bernhard Seiger

Erinnerungsorte

im Kölner Stadtbild

Im Kölner Stadtbild ist die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

an mehreren Stellen präsent.

Eigelsteintorburg

Ein Blickfang ist es allemal -doch dass sich hinter

den Schiffsüberresten, die an der Eigelsteintorburg

prangen, auch eine tragische Geschichte

verbirgt, wissen die wenigsten. Diese ereignete

sich im ersten Weltkrieg, aber noch heute wird

einmal jährlich am Schiffswrack ein Kranz niedergelegt.

Südfriedhof

Hönninger Platz 25

50969 Köln

Südfriedhof

Auf dem Südfriedhof gibt es gleich rechts neben

dem Haupteingang in einem großen Rund eine

Reihe von 27 Gräbern von Menschen, die 1918

beim ersten Luftangriff auf Köln ums Leben kamen,

darunter viele Kinder. In der Nähe des Britischen

Ehrenfriedhofs liegen unter Buchen die

vielen deutschen Kriegsgräber von 1914-1918

Der Theologe und Ethiker Albert Schweitzer

schrieb: „Die Kriegsgräber sind die großen Prediger

des Friedens“. An den Gräbern zu stehen,

stellt einem den ganzen Irrsinn vor Augen, den

dieser Krieg bedeutet hat und den jeder Krieg

bedeutet. Besuche an Kriegsgräbern in anderen

Ländern und ganz in der Nähe bringen einen

auf die Spur, um jeden Preis und immer wieder

neu die Versöhnung und die Verständigung mit

den europäischen Nachbarn zu suchen. Solche

Orte sind friedenspädagogische Lernorte für die

jeweils nächste Generation.

Von der Kapelle des Südfriedhofs ausgehend

gelangt man auf dem baumbestandenen

Hauptweg zum Hochkreuz

aus dem Jahr 1905. An dieser Stelle

finden am Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen

der Stadt Köln und örtlicher

Vereine zur Erinnerung an die Kriegstoten

statt, Kränze und Grablichter werden

aufgestellt.

Superintendent Dr. Bernhard Seiger

Der Kleine Kreuzer Cöln war das erste deutsche

Kriegsschiff, das »Köln« im Namen trug.

Am 28. August 1914 kam es vor Helgoland zu

einem verheerenden Seegefecht mit feindlichen

Flotteneinheiten. Insgesamt kamen so 506

Besatzungsmitglieder ums Leben, lediglich ein

Matrose überlebte das Unglück, nachdem er 76

Stunden auf den Wellen getrieben war.

Alt-St. Alban

Quatermarkt 4

50667 Köln

www.tripadvisor.de/Eigelstein_Torburg-Cologne_North_

Rhine_Westphalia

Einer der Kutter der Cöln konnte – völlig zerschossen

und nur noch als Wrack erhalten – drei

Tage später vor Norderney gesichtet und geborgen

werden.

aus: „111 Kölner Orte, die man gesehenhaben muss“

von Bernd Imgrund und Britta Schmitz

Eigelsteintorburg • Eigelstein • 50668 Köln

6 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

Friedenspark

Mit der Aufgabe der Umwallung der Stadt Köln

wurde das Fort I Anfang des 20. Jahrhunderts

nicht mehr zu Verteidigungszwecken genutzt;

Das Fort und unmittelbare Umgebung wandelte

die Stadt ab 1914 in einen Park um.

1927 wurden oben auf dem Fort eine Gedenkstätte

für die Kölner Regimenter errichtet, die

im 1. Weltkrieg kämpfen mussten. Hier wird an

fast 21.000 junge Männer erinnert, die grausam

gestorben sind.

www.luftfahrtarchiv-koeln.de/ FortIV_Festung.htm

http://www.luftfahrtarchiv-koeln.de/

FortIV_Festung.htm

Friedenspark

Hans-Abraham-

Ochs-Weg 1

50678 Köln

1989 bekommen die Reste des Forts neben

der Funktion als Kriegerdenkmal offiziell einen

zweiten Verwendungszweck: Abenteuerspielplatz

für Kinder. Heute befindet sich im Reduit

ein Kinder- und Jugendzentrum. Der Innenhof

wird als Bauspielplatz für die Kinder genutzt.

www.luftfahrtarchiv-koeln.de/FortIV_Festung.htm

Ruine Alt-St. Alban

Zentraler Kölner Ort zum Kriegsgedenken ist die

Ruine Alt-St. Alban, an der zum Volkstrauertag

Kränze abgelegt und Reden in Vertretung der

Stadt und der Bezirksregierung gehalten werden.

© Raimond Spekking

via Wikimedia Commons

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das

später romanische Gotteshaus 1172. Im 17. Jahrhundert

erfolgte der Umbau in eine Hallenkirche.

Alt-St. Alban

Quatermarkt 4

50667 Köln

Während des Zweiten Weltkrieges erlitt Alt

Sankt Alban starke Schäden. Doch an einen Wiederaufbau

war nicht zu denken. Die Ruine wurde

lediglich gesichert und 1959 zur Gedenkstätte

für die Toten der beiden Weltkriege erklärt.

© Raimond Spekking

via Wikimedia Commons

Jupf-Info Nr. 112/18 7


Anregendes

Die Kirchen und der Erste Weltkrieg

Auf zu den Waffen!

Als der Erste Weltkrieg begann, befürworteten

die Kirchen den Griff zu den Waffen. Von

den Kanzeln begrüßten Pfarrer den Feldzug

als „heiligen Krieg“. Heute distanziert sich die

Evangelische Kirche in Deutschland von der

Kriegseuphorie.

Im Jahr 1914 war die Kriegsbegeisterung seitens

der Christen ungebrochen. Als am 1. August in

Berlin die Mobilmachung des Heeres ausgerufen

wurde, sang die versammelte Menge lautstark

das Kirchenlied „Nun danket alle Gott!“ Evangelische

Pfarrer, Oberkirchenräte und Theologieprofessoren

stimmten euphorisch in die Kriegsrhetorik

ein. Als treue Staatsbürger stellten sich

aber auch die Katholiken hinter den Kurs des

Deutschen Reiches und verteidigten den Krieg

als gerechte Sache.

Seitens der evangelischen Kirche waren zu

Beginn des Weltkrieges Thron und Altar eng

miteinander verzahnt. Kaiser Wilhelm II. war

zugleich oberster Bischof (summus episcopus)

der evangelischen Kirche Preußens. Im August

1914 richtet er sich mit einen Kriegsaufruf an

das deutsche Volk: „Mitten im Frieden überfällt

uns der Feind. Darum auf! Zu den Waffen!“ proklamierte

er Anfang August: „Vorwärts mit Gott,

der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern

war.“ Es war der evangelische Theologe Adolf

von Harnack, der die Vorlage für den Aufruf des

Kaisers geschrieben hat.

Karte „Mit Gott für Kaiser und

Reich!“, 1914 (LkA EKvW 4.43

Nr. 699)

Nur wenige Tage nachdem das deutsche Heer

im Oktober 1914 Antwerpen besetzt hatte, stieg

in der Berliner Lazaruskirche Pfarrer Hermann

Franke auf die Kanzel. „Da sehen wir, auch dem

Blödesten erkennbar, das Walten Gottes und

seiner Gerechtigkeit“, predigte er. Während die

deutschen Soldaten durch Belgien eine Spur

der Verwüstung zogen und Tausende Zivilisten

niedermetzelten, begrüßten Pastoren und Theologen

in der Heimat den Vormarsch als Gottes

Willen.

Katholische wie evangelische Christen befürworteten

1914, mit wenigen Ausnahmen, den

Krieg. Hundert Jahre später hat sich die Haltung

der Kirchen grundlegend geändert. Die

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zeigt

sich heute tief beschämt über das kirchliche

Versagen beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Kirche und Theologie in Deutschland hätten

versagt angesichts der Aufgabe, zu Frieden und

Versöhnung beizutragen, heißt es in einem Wort

des Rates der EKD.

Innerhalb der Kirchen blieb man im Kriegsverlauf

weitgehend seinem Kurs treu. „Seit August

1914 erleben wir in unserem deutschen Volke

ein Heldenzeitalter, wie wir es uns vorher nicht

hätten träumen lassen,“ schrieb der Münsteraner

Theologe Wilhelm Nelle noch im vierten

Kriegsjahr. Als im Jahr 1917 die evangelischen

Kirchen den 400. Jahrestag der Reformation

feierten, wurde Martin Luther als deutschnationaler

Held instrumentalisiert. Das Lutherlied

„Ein feste Burg ist unser Gott“ musste vielerorts

als Kriegspropaganda herhalten, wie Michael

Fischer, Leiter des Zentrums für Populäre Kultur

und Musik in Freiburg, herausgefunden hat.

Die deutsche Kriegsniederlage, die mit dem

Waffenstillstand von Compiègne am 11. November

1918 besiegelt wurde, stürzte den Protestantismus

im Reich in eine große Depression.

Mit dem Zusammenbruch der Monarchie brach

für sie die enge Verzahnung von Thron und Altar

auseinander. Die Weimarer Reichsverfassung

von 1919 hob das Staatskirchentum auf und

besiegelte die Trennung von Staat und Kirche. Es

sollte aber noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg

dauern, ehe die evangelische Kirche ihre skeptische

bis ablehnende Haltung gegenüber der

Demokratie überwand.

Text: www.evangelisch.de

8 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

Licht-Inszenierung

Bild: Hartung und Trenz, Köln 2017

am Kölner Dom

zum Weltkriegsgedenken 2018

Unter dem Motto „Dona nobis pacem“ plant das Kölner Domkapitel zur Domwallfahrt

im Herbst 2018 eine großformatige Illumination – zum Gedenken

daran, dass sich das Ende der Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährt.

„Wir wollen mit dieser Illumination ein Zeichen der Hoffnung auf den Frieden in

die Welt senden“, sagt Dompropst Gerd Bachner. „Gleichzeitig möchten wir uns

in den Zyklus der Gedenkveranstaltungen in Köln, Nordrhein-Westfalen und

Deutschland einreihen.“

„Die Domplatte soll – in Kooperation mit der Stadt Köln – zu einem Ort der

Begegnung werden, an dem Menschen ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Verrohung

und Vergiftung der Herzen setzen und zeigen, dass wir die Opfer nicht

vergessen und aus der Geschichte gelernt haben.“ Herzstück der Domwallfahrt

soll eine Licht-Inszenierung werden, die die Geschichte des Krieges in Bewegtbildern

erzählt. „Der Kölner Dom soll zu einem ‚Leuchtturm der Hoffnung‘

werden.“

Gedenkanlässe

1918

Ende des Ersten Weltkrieges

1938/1939

Beginn des Zweiten Weltkrieges

1948

Beginn des Kalten Krieges

1948

Der Haager Kongress

und die europäische Integration

1968

Protest- und Bürgerrechtsbewegungen

Einmarsch in die Tschechoslowakei,

Studentenproteste und antisemitische

Hetzkampagne in Polen

Jupf-Info Nr. 112/18 9


Anregendes

Herausgeber der App:

Volksbund Deutsche

Kriegsgräberfürsorge e.V.

(anerkannter Träger der

politischen Erwachsenenbildung

und der freien

Jugendhilfe)

Volksbund-App

zum Ersten

Weltkrieg

Lost Generation – das ist die junge Generation,

die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt

nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten

Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden

wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten.

Diese Generation steht im Mittelpunkt dieser

App des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

e.V., erstellt in Kooperation mit dem

Bundesarchiv.

Die „Hauptdarsteller“ dieser App sind fünf „Avatare“,

junge Menschen, die den Ersten Weltkrieg

hautnah erlebt haben. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte

anhand von Bildern und Originaldokumenten,

professionelle Sprecher leihen ihnen

in den jeweils fünf Episodenvideos ihre Stimme.

Ihre Story wird in einer Doku-Ebene vertieft.

Hier werden die Originaldokumente und Fotos

aus der Story in unbearbeiteter Form angezeigt

und durch begleitende Texte mit weiteren Hintergründen

ergänzt.

In der Info-Ebene werden zusätzliche Informationen

über die Gesellschaft des Kaiserreichs, das

Kriegsgeschehen und den Alltag der Menschen

bereitgehalten: Fünf Infoclips informieren über

die Themen Jugend, Kriegsbeginn, Front, Heimatfront

und Kriegsende. Zur Vertiefung gibt

es weitere bildliche und textliche Informationen

in den Facts. Eine Zeitleiste listet bedeutende

historische Ereignisse auf, und eine Europakarte

stellt die wichtigsten Kriegsschauplätze dar.

Die App „Lost Generation“ ist ein multimediales

Bildungsangebot, empfohlen für Jugendliche

und junge Erwachsene.

Zum kostenlosen Download:

... ein Antikriegsspiel,

das im Ersten Weltkrieg spielt.

USK 12

Für windows, Playstation

3 und 4, Xbox 360 und

one, Android und iOS

Aussschließlich per

Download

Preis: ca. 15 Euro

Eine Rezension

von Siggi Schneider

Die Umsetzung eines solchen Spieles erscheint

als Herausforderung nicht pietätlos zu werden;

als Gratwanderung – sind doch rund siebzehn

Millionen Menschen im Laufe dieses Krieges

gestorben.

Der Spieler schlüpft im Laufe des Spiels in vier

verschiedene Rollen und findet sich (chronologisch

korrekt) in der Schlacht an der Marne, dem

Bombenangriff auf Reims, dem Gasangriff in Ypres

und den Schützengräben bei Verdun wieder

– selber immer vom Tod bedroht, doch selbst

nicht in der Lage zu töten. Und genau dies ist

der wichtigste Unterschied zwischen Valiant

Hearts und herkömmlichen Egoshootern, die an

echte Kriege angelehnt sind: Valiant Hearts ist

eine packende Mischung aus Abenteuer- und

Actionspiel, in dem es ums Überleben geht, um

das Wiederfinden der Liebe (und der Lieben), die

der Krieg einem genommen hat. Es geht nicht in

erster Linie um militärische Strategien und um

Politik, sondern um die Auswirkungen beider auf

den einzelnen Menschen.

Den Machern von Valiant Hearts gelingt es sehr

gut, mit dem historischen Hintergrund verantwortungsbewusst

umzugehen und gleichzeitig

auf die Spielbedürfnisse der community einzugehen.

Die einfache 2D-Comicgrafik lässt uns

die Schrecken des Krieges intensiver erleben als

andere Militärshooter, die in den letzten Jahren

auf den Markt gekommen sind – auch aufgrund

dessen erhielt das Spiel von der französischen

Historikerkomission „Mission Centenaire 14 –

18“ das Label „le lable centenaire“.

10 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

TimeRide

Mitten im Damals

Eintauchen in in das alte „Cöln“ zur Kaiserzeit

- mit Virtual Reality das damalige Leben und

Treiben hautnah Erleben.

TimeRide VR Cöln entführt die Besucher in das

wilhelminische Köln zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Dank aktueller Virtual-Reality-Technologie

(VR) und haptischer Elemente wie Betriebsgeräuschen

und Fahrtwind tauchen die Besucher

vollständig in das damalige Leben und Treiben

ein und werden selbst zu Zeitzeugen jener

Epoche. Als Highlight der ständigen Ausstellung

steigen die Besucher in einen Nachbau der ersten

elektrischen Straßenbahn und erleben eine

virtuelle Rundfahrt durch die Altstadt vor über

100 Jahren.

Voraussichtliche Aufenthaltsdauer: ca. 45 min

Einzelticket Erwachsene 12,50 Euro

Ermäßigt

10,00 Euro

Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren,

Studenten, Azubis

Familien Ticket

30,00 Euro

(2 Erw. + 1 Kind oder 1 Erw. + 2 Kinder)

jedes weitere Kind

8,00 Euro

Gruppentarif ab 8 Personen je 11,00 Euro

Schülergruppen pro Schüler 6,00 Euro

Eintritt ab 6 Jahren

(bis 11 Jahren nur in Begleitung Erwachsener)

Mehr Infos: www.timeride.de

Adresse: Alter Markt 36-42, 50667 Köln

„Ein Supererlebnis -

Die Bilder früher/heute und

der Film vorweg waren schon

super, aber die eigentliche

Bahnfahrt war das Highlight,

man war für 20 Minuten in

einen komplett anderen Welt.

Mit und ohne Brille machbar,

hab beides ausprobiert.“

(Kommentar eines Besuchers)

Text und Bilder:

www.timeride.de

„Man könnte ja mal wieder ins Museum gehen!“

Diesen Vorsatz kennen viele, doch oft fehlt im

Alltag die nötige Zeit und Ruhe, um ihn auch

in die Tat umzusetzen. Über das Online-Portal

„LeMO – Lebendiges Museum Online“ lässt

sich eine Entdeckungstour durch die Geschichte

bequem unternehmen.

Geschichtsbegeisterte können mit der

Datenbank eine Zeitreise in die Vergangenheit

machen. LeMO ermöglicht einen

Zugriff auf historisches Wissen vom

Vormärz des 19. Jahrhunderts bis zur

Gegenwart – thematische Kapitel wie

„Demokratie und Diktatur“ ergänzen

die chronologische Darstellung. Neben

Epochenüberblicken, Biografien sowie

Jahreschroniken kann der Nutzer auch

auf Zeitzeugenberichte, Filme und

Audiodateien zugreifen.

Herausragende Objekte können zusätzlich in

360-Grad-Ansichten betrachtet werden. Die beteiligten

Museen wollen mit LeMO auch Lust auf

einen persönlichen Besuch der Ausstellungen

machen und stellen hierfür zusätzliche Informationen

und Materialien bereit.

Einfach mal

reinklicken:

www.dhm.de/lemo/

zeitzeugen

Jupf-Info Nr. 112/18 11


Anregendes

Interssante

Filme ...

Der Ausbruch des Krieges

Als im Juni 1914 in Sarajewo der österreichisch-ungarische

Thronfolger Franz Ferdinand

und seine Frau ermordet werden, ist Europa

ein von Spannungen gezeichneter Kontinent.

Der Erste Weltkrieg bricht aus. Die Menschen

empfinden es als ihre Pflicht, für das Vaterland

in den Krieg zu ziehen. Die junge Kosakin

Marina Yurlova will für den russischen Zaren

kämpfen. Der 18-jährige Peter Kollwitz zieht für

Deutschland an die Westfront; der Landwirt Karl

Kasser soll das Großreich Österreich-Ungarn

an der Ostfront verteidigen. Im ostdeutschen

Schneidemühl, nur wenige Kilometer von der

russischen Grenze entfernt, fürchtet die zwölfjährige

Elfriede Kuhr den Einmarsch der Russen.

Im französischen Sedan erlebt der zehnjährige

Yves Congar, wie seine Heimatstadt von den

Deutschen angegriffen wird...

Der Krieg in der Heimat

Zerstörung und Tod, Verzweiflung, Hunger und

Einsamkeit prägen jetzt nicht nur das Leben an

der Front, sondern auch in der Heimat. Der Krieg

hat das romantische Bild der intakten Heimat

zerstört. Heimat und Front sind eins geworden –

der Krieg ist überall. Millionen von Soldaten sind

gefallen. Hunderttausende kommen in Kriegsgefangenschaft.

Auch Frauen und Kinder leisten

ihren Beitrag für das Vaterland: So meldet sich

die Engländerin Gabrielle West freiwillig zum

Dienst in einer Munitionsfabrik. Aber die Mobilität

der Soldaten bringt auch neue Freiheiten:

Angesichts des drohenden Todes werden althergebrachte

Moralvorstellungen hinfällig. Männer

und Frauen schließen leichter Bekanntschaft. So

verliebt sich die Schülerin Elfriede Kuhr in einen

jungen Fliegerleutnant. Doch der Krieg überschattet

die romantischen Gefühle. Niemand

glaubt mehr an ein gutes Ende.

Das Sterben an der Front

Aus dem europäischen Konflikt ist ein Weltkrieg

geworden. In den Schützengräben an der 700

Kilometer langen Westfront, der 1600 Kilometer

langen Ostfront und an der italienisch-österreichischen

Front kämpfen mehr als 60 Millionen

Soldaten. In diesem Krieg werden erstmals Giftgas,

Maschinengewehre und Panzer eingesetzt

– mit verheerender Wirkung. Wie viele Frauen

will auch die englische Krankenschwester Sarah

Macnaughton den Opfern des Krieges helfen

und bricht zu den Armeniern im türkisch-russischen

Kampfgebiet auf.

Film-Tagebücher des Ersten Weltkriegs

Das Ende des Krieges

Im Frühjahr 1918 will die deutsche Heeresleitung

durch eine letzte große Offensive an der Westfront

die Entscheidung herbeiführen. Doch nach

anfänglichen Erfolgen der Deutschen scheitert

der Angriff; von den Amerikanern unterstützt

starten Briten und Franzosen eine Gegenoffensive.

Der Krieg ist für Deutschland verloren.

Alle Filme zum Download in der SWR-Mediathek

https://swrmediathek.de

In der Heimat muss

die 16-jährige Elfriede Kuhr

erleben, wie Säuglinge an Mangelernährung

sterben. In Russland droht der Kosakin

Marina Yurlova nach der Machtübernahme der

Bolschewiken der Tod durch die Rote Armee.

Nachdem sich deutsche Matrosen weigern,

die britische Flotte anzugreifen, bricht auch in

Deutschland die Revolution aus. Im November

1918 ist der Krieg zu Ende; das Deutsche

Kaiserreich wird von einer bürgerlichen Republik

abgelöst.

12 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

Felix zieht in

den Krieg

Eine Erzählung über

den Ersten Weltkrieg

und seine

Folgen.

Die Erzählung über

den Ersten Weltkrieg

und seine Folgen nimmt den

Leser mit auf eine Reise in die Welt junger Menschen

vor hundert Jahren und geht der „Urkatastrophe

des 20. Jahrhunderts“ auf den Grund,

sagte der Autor. Felix, aufgewachsen in Neustadt,

zieht als Schüler freiwillig in den Ersten

Weltkrieg. Mitgerissen von der Kriegsbegeisterung,

folgt er dem Ruf „Vorwärts mit Gott“. Das

Buch beschreibt den Ausbruch des Krieges und

schildert, wie die Bevölkerung unter den Folgen

des Krieges litt. Die Geschichte endet mit den

Folgen des Ersten Weltkrieges – dem Aufkeimen

des Nationalsozialismus 1925. Die dargestellten

Erlebnisse basieren auf Biografien von Schülern

und Studenten. Eingebundene Feldpostkarten

und Dokumente zeigen, wie Botschaften

vermittelt.

ISBN 978-3-939233-21-3

Einzelpreis 9,95 Euro (ab 10 Ex. 8,95 Euro, ab

20 Ex. 7,95 Euro).

Tagebuch 14/18

Vier Geschichten aus Deutschland

und Frankreich

Alexander Hogh/Jörg Mailliet

Tagebuch 14/18 erzählt die wahren Geschichten

von Walter, Nessi, Lucien und René, zwei jungen

Deutschen und zwei jungen Franzosen, die den

Krieg von 1914 bis 1918 an der Front, im Hinterland

und in einem Dorf in unmittelbarer Nähe

der Kampflinie erleben. Diese Einzelschicksale

fügen sich zu einem sozialen Panorama aus

der Zeit des Ersten Weltkriegs - ein einmaliges

Zeugnis zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

aus der Sicht von vier jungen Europäern.

Diese mit großem Feingefühl

und Respekt vor den historischen

Quellen für den Comic adaptierten

authentischen Geschichten zeigen

uns eine verletzte, traumatisierte und

durch den Krieg veränderte Menschheit,

die gleichzeitig aber auch voller

Lebenshunger ist. Diese Werk hilft

uns nicht nur, den Krieg zu verstehen,

sondern auch die Nachkriegszeit und

darüberhinaus unsere Gegenwart.

www.bpb.de/shop/buecher/

schriftenreihe/ 186614/tagebuch-14-18

Preis: 7 Euro

So fern

wie nah

Boyne, John;

Jakobeit, Brigitte;

Tichy, Martina

Der Autor des Weltbestsellers

»Der Junge im

gestreiften Pyjama«

schreibt über den

Ersten Weltkrieg

Als an Alfies fünftem Geburtstag der Erste

Weltkrieg ausbricht, verspricht sein Vater, nicht

in dem Kampf zu ziehen und bricht sein Wort

am Tag darauf. Vier harte Jahre später geht Alfie

heimlich arbeiten, um seine Mutter zu unterstützen.

Er ist davon überzeugt, dass er seinen

Vater nie wiedersehen wird. Doch dann erfährt

Alfie zufällig, dass sein Vater in einer Klinik für

traumatisierte Soldaten behandelt wird. Und er

beschließt, ihn nach Hause zu holen ...

Preis: 12,99 Euro

Der Krieg ist ein Menschenfresser

Zöller, Elisabeth

Leipzig im August 1914: Es herrscht Volksfeststimmung.

Der Krieg hat begonnen! Ferdinand

und August fahren an die Front, Richtung Frankreich,

im Gepäck einen Fotoapparat und eine

braune Ledertasche.

Berlin im März 1918: Sophie macht sich auf

den Weg zu ihrem Jugendfreund Max. Doch

der ist kaum wiederzuerkennen. Kriegsverrückt,

sagen die Ärzte. Außerdem soll er Beweismittel

unterschlagen haben. Irgendein

Vorfall an der Front. Es droht das Kriegsgericht.

Alles scheint sich um eine braune

Ledertasche zu drehen ...

Elisabeth Zöller erzählt in ihrem neuen Jugendbuch

von jungen Menschen, deren Lebenspläne

von einer der größten Katastrophen unserer

Geschichte durchkreuzt wurden: dem Ersten

Weltkrieg.

Preis: 15,90 Euro

Jupf-Info Nr. 112/18 13


Anregendes

Energie für Frieden

Entwickelt und erprobt

wurden die Planspiele

von dem Verein

En Paz e.V.

in Zusammenarbeit

mit den auf Planspiele

spezialisierten Vereinen

planpolitik e.V.

und CRISP e.V.

www.en-paz.de

Ein neues systemisches Lernspiel zu zivilem

Engagement in internationalen Konflikten

Bei Civil Powker bespielen die Jugendlichen

ihre Handlungsmöglichkeiten in Deutschland

anlässlich eines konkreten, irgendwo in der

Welt ausbrechenden Konfliktes. Dafür schlüpfen

junge Menschen ab 14 Jahre in individuelle

Rollen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und

Politik, gestalten diese aus, beschäftigen sich

mit ihren verschieden Interessen und Werten,

lernen Verflechtungen kennen und empfinden

Einflussmöglichkeiten nach. Ziel des eintägig

konzipierten Lernspiels ist es, die existierenden

Handlungsspielräume in Deutschland vor

allem im zivilgesellschaftlichen, aber auch im

wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich

aufzuzeigen und erfahrbar zu machen.

Der letzte Diktator

Schauplatz des Planspiels ist das fiktive Land

Revelien, in dem seit 30 Jahren ein Diktator

herrscht. Korruption, eine schwache Wirtschaft,

hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine harsche

Unterdrückung des Widerstandes führen zu

Spannungen und Unzufriedenheit in weiten

Teilen der Bevölkerung. Einige Akteure im Land

möchten, dass der Diktator an der Macht bleibt,

andere Akteure, vor allem junge Menschen,

wollen die Revolution. Gerade haben Wahlen

stattgefunden, die den amtierenden „Präsidenten“

mit großer Mehrheit bestätigen. Die

Jugendbewegung zweifelt das Wahlergebnis

jedoch an. Sie fordert eine Neuauszählung der

Wahlzettel und kündigt an, den Platz erst dann

zu räumen, wenn die Stimmzettel noch einmal

ausgezählt wurden. In einem längeren Prozess

versucht nun die Opposition, soviele Menschen

wie möglich auf den Platz und damit das Regime

zu Zugeständnissen bzw. zum Aufgeben zu

bewegen. Die Regierung ihrerseits versucht mit

verschiedenen Mitteln, den Platz zu räumen und

die Opposition zu unterdrücken. Die SchülerInnen

nehmen die Rollen von

einer der fünf Akteursgruppen

ein: Jugendbewegung, Regierung,

Nikitisten, Bürgerliche

und WirtschaftsvertreterInnen.

Am Ende des Planspiels

wird über einen Vorschlag

der Regierung verhandelt

und abgestimmt.

In dem Planspiel muss das fiktive Land Kalatien

das Problem der Energieversorgung lösen. Kalatien

hat erst vor Kurzem die Unabhängigkeit von

Ragasien verlangt und ist aufgrund seiner maroden

Wirtschaft auf die finanzielle Unterstützung

von außen angewiesen. Außerdem produziert

das Land zu wenig Energie und kann es sich

nicht leisten, Energie aus den Nachbarländern

zu kaufen. Die Regierung steht nun unter Druck,

dieses Problem endlich anzupacken und die

wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Die

EU hat zugesagt, Kalatien bei der Lösung der

Energiefrage finanziell zu unterstützen. Dafür

muss das Land jedoch einen Lösungsvorschlag,

d.h. ein Referendum, einreichen. Die Jugendlichen

nehmen die Rollen verschiedener Interessensgruppen

ein, die in zwei

Verhandlungsrunden eine der

drei Optionen Braunkohlekraftwerk,

Wasserkraftwerk

oder erneuerbare

Energien durchsetzen

möchten.

Krieg in Ixland -

Frieden in Bergistan

In Ixland herrscht Krieg: Seit Jahren kämpft

das Militär gegen die Bevölkerung der Region

Bergistan. Teile der Bevölkerung dieser

Region wollen sich von Ixland abspalten und

ein selbständiges Land werden. Dies will die

Regierung aber mit allen Mitteln verhindern,

denn vor einigen Jahren wurden in Bergistan

seltene und wertvolle Metalle entdeckt, die für

die Produktion von Computern, Handys etc.

gebraucht werden. In der Auseinandersetzung

zwischen der Bevölkerung und der Armee hat es

bereits viele Tote gegeben. Der Konflikt spitzt

sich seitdem zu, und es scheint keine Lösung zu

geben. Die Fortschritts- und Wohlstandspartei

möchte den Status Quo um jeden Preis erhalten

und Bergistans Abspaltung verhindern. Die Bergrebellen

und die Bürgerinititative Bergistans

kämpfen für die Unabhängigkeit Bergistans

– die einen mit Gewalt, die anderen ohne. Die

Ixland People for Peace möchten vor allem

Krieg verhindern und stattdessen die Situation

auf friedliche Weise lösen. Der Rat der Ältesten

hat nun aufgrund der aktuellen Spannungen im

Land zu einem Treffen aller involvierten Parteien

geladen. Ziel des Treffens ist es, einen Friedensvertrag

auszuhandeln, mit dem alle Parteien gut

leben können.

14 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

Frieden sichtbar machen, selbst aktiv werden

und andere zum Engagement motivieren,

ungewöhnliche Orte aufsuchen und neue

Wege gehen, überraschen und hinterfragen,

all das steckte im Motto des Friedensprojektes

der Evangelischen Jugend Bad Honnef: Tatort

Frieden.

Bereits im dritten Jahr von der OVB Vermögensberatung

in Köln durch Vermittlung des Aalkönigvereins

finanziert, haben die Jugendlichen

die Kunst sprechen lassen. Unter Leitung der

Honnefer Künstlerin Franca Perschen wurden

öffentliche Plätze, Schaufenster und leerstehende

Geschäftsräume „bespielt“ und die Honnefer

Bevölkerung zur Auseinandersetzung mit dem

Thema Frieden angeregt.

Ein halbes Jahr lang haben sich die Jugendlichen

vorbereitet: Woche für Woche trafen sie sich mit

dem Jugendleiter der Evangelischen Kirchengemeinde,

Andreas Roschlau, diskutierten, planten,

organisierten und probierten aus, bis schließlich

viele tolle Kunstwerke auf dem Rosenfest

in Bad Honnef präsentiert werden konnten. In

Zusammenarbeit mit dem Centrum e.V. hat die

Ev. Jugend 20 Geschäftsleute dafür gewinnen

können, ihre Schaufenster für die Kunstaktion

zur Verfügung zu stellen.

Bereits im Februar lernten die Jugendlichen bei

einem Workshop mit mehreren Künstlern ver-

schiedene Techniken, wie sie das Thema Frieden

kreativ umsetzen können: Graffiti, Tape Art,

Siebdruck, Zeichnung oder Photoshop, jeder

durfte sich ausprobieren und „sein Ding“ finden.

Auch das Logo des Projekts entwickelten die

Jugendlichen selbst: ein Peacezeichen auf einer

Zielscheibe.

Zwei Jugendliche haben sich zudem etwas ganz

Besonderes ausgedacht. In einem Leerstand

unterhalb der Post hatten sie eine Flüchtlingsunterkunft

nachgestellt und die Geschichten

zweier Flüchtlinge dokumentiert. „Wie weit geht

du?“ oder „Was nimmst du mit?“, zwei Fragen,

die sich von uns wohl keiner stellt, die für viele

Flüchtlinge jedoch innerhalb weniger Stunden

beantwortet sein müssen. Denn viel kann man

nicht mitnehmen und viel bleibt am Ende der

Flucht auch nicht übrig. Das wurde einem in

diesen Räumen mehr als klar.

„Frieden beginnt“ – mit dieser und anderen,

auch provozierenden Aussagen, die ebenfalls

in den Schaufenstern in Leuchtkästen zu sehen

waren, hoffen die Jugendlichen möglichst viele

Menschen dazu animieren zu können, sich

selbst Gedanken zu machen und angesichts der

starken medialen Berichterstattung über Krieg

und Gewalt nicht in Resignation zu verharren,

sondern Tatorte des Friedens zu entdecken bzw.

selbst einer zu werden.

Mit dem Kunstprojekt „Tatort

Frieden“ wollten sie die Menschen

für das Thema Frieden

sensibilisieren und im besten

Fall zu eigenem Engagement

motivieren. Denn so viel

ist klar: „Frieden fällt nicht

vom Himmel, dafür müssen

wir schon selbst etwas tun!“

lautet das zupackende Statement

der knapp 30 aktiven

Jugendlichen.

Text und Bilder:

Andreas Roschlau

Jupf-Info Nr. 112/18 15


Anregendes

Freiwilliger Friedensdienst

Hackhausen 5b

42697 Solingen

Telefon 0212 22201-380

E-Mail:

zivil-und-friedensdienst

@ekir.de

ww.aktiv-zivil.de

Seit 1995 bietet die Arbeitsstelle für Auslandsfreiwilligendienste

der Evangelischen Kirche im

Rheinland jungen Menschen die Möglichkeit,

einen Freiwilligen Friedensdienst im Ausland als

Dienst für Frieden und Versöhnung zu leisten.

Die Arbeitsstelle ist sowohl anerkannter Träger

für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst

(IJFD) als auch Entsendeorganisation im Weltwärts-Programm

des BMZ.

Als Freiwilliger persönlich wachsen

Der Freiwillige Friedensdienst (FFD) ist ein wichtiger

Schritt für die Ausbildung der Persönlichkeit

eines jungen Menschen. Durch den Einsatz

im Gastland lernen die Freiwilligen eine andere

Gesellschaft und Kultur realistisch kennen. Sie

können neue Einstellungen und Handlungsweisen

erproben. Gleichzeitig erkennen und

hinterfragen sie die eigenen kulturellen und

individuellen Prägungen. Diese Erfahrungen

erweitern den Horizont und bereichern die

eigene Spiritualität. In der Spannung zwischen

dem Eigenen und dem Fremden bildet sich die

eigene persönliche, kulturelle und religiöse

Identität aus.

Durch die Mitarbeit in kirchlich-sozialen Projekten,

in ihrem Wirken im Konkreten, in der Zuwendung

zum anderen Menschen, können die

Freiwilligen die Erfahrung machen, in der Welt

eine Aufgabe zu leisten, auf die nicht verzichtet

werden kann.

Am Frieden mitarbeiten

Die Entsendung von Freiwilligen geschieht im

Rahmen des christlichen Auftrages, Gottes Frieden

zu bezeugen und für den Frieden einzutreten.

„Frieden ist kein Zustand (weder der bloßen

Abwesenheit von Krieg, noch der Stillstellung

aller Konflikte), sondern ein gesellschaftlicher

Prozess abnehmender Gewalt und zunehmender

Gerechtigkeit.“ („Gottes Frieden leben – für

gerechten Frieden sorgen“, Denkschrift der EKD,

2007, S. 54). Im FFD haben die Freiwilligen Teil an

dieser weltweiten Bewegung, sie arbeiten konkret

mit an der Verminderung von Not, Gewalt,

Unfreiheit und Angst.

Gemeinsam dienen und lernen

Durch die Mitarbeit in sozialen Projekten weltweit

erleben die Freiwilligen, „dass man doch

etwas machen kann“, dass Globalisierung kein

unveränderliches Schicksal ist, sondern gestaltet

werden kann und muss. Sie werden zu einer

verantwortlichen Mitgestaltung der »einen«

Welt befähigt und erfahren sich als „Weltbürger“

in einer „globalen Bürgergesellschaft“.

Text: https://aktiv-zivil.de/ueber-uns/

16 Jupf-Info Nr. 112/18


Realisierung: w.meinhardt.info | Foto: Kerstin Meinhardt | September 2014

Wer kennt das nicht? Eben noch beste Freundinnen, die in ihrer

Mannschaft für das gemeinsame Ziel a les geben, und im nächsten

Moment beginnt der Zickente ror. Manchmal geht es um Unwichtiges,

das Außenstehende kaum nachvo lziehen können. Manchmal geht

es um richtig handfeste Dinge wie die Position oder den Einfluss in

der Mannschaft oder darum, wer was bekommt. Wenn es nicht gelingt,

den Streit schne l beizulegen, kann eine dauerhafte Eiszeit angesagt

sein. Darunter kann der Erfolg einer ganzen Mannschaft leiden.

Vertrauen muss erst mühsam wieder aufgebaut werden.

A le atmen auf, wenn eine vorsichtige Annäherung gelingt und sich die

Streitenden zumindest auf dem Spielfeld wieder die Bä le zuwerfen.

Wenn es gut läuft, ertragen beide die unterschiedlichen Sichtweisen,

lernen sich wiede respektieren und legen den Konflikt vielleicht bei.

Frieden geht anders!

Foto: iStock

Foto: Kerstin Meinhardt

immer erwünscht. Aber manchmal ist die Vermittlung von außen

nötig, damit ein Gespräch wieder möglich wird. Dabei die richtigen

Worte zu finden, kann für die Vermi telnden eine mühsame und

manchmal undankbare Aufgabe sein. Doch in kleinen wie in großen

Konflikten ist es ein erster Schri t auf dem Weg zum Frieden, wenn

die Gegner wieder miteinander in Kontakt kommen.

„A lparteiliche Vermi tler“ wie die christliche Gemeinschaft

Worte waren auch an anderer Ste le des Konfliktes in Mosambik

bedeutsam: Sie standen auf Tausenden Postkarten, die die unter

dem Krieg leidende Bevölkerung an die Verhandlungs führer beider

Bürger kriegsseiten schickte. Mailings und Petitionen im Internet

an die Entscheider in Politik und Wirtschaft sind auch hierzulande

bekannt. In Mosambik re teten die geschriebenen Worte Leben,

weil sie ein Baustein waren auf dem Weg zur Beendigung des

Bürgerkrieges.

Foto: Kerstin Meinhardt

Missverständnis. Oder ein alter Konflikt kommt wieder hoch.

Plötzlich gibt ein Wort das andere, die Beleidigungen werden

immer gemeiner und lauter. Obwohl niemand den anderen

ernsthaft verletzen wo lte, stehen sich die Streithähne plötzlich

Anregendes

Ausstellung

17. September - 12. Oktober 2018

Haus der Kirche Köln

Frieden geht anders!

Ist Trennung

die Lösung?

Da hilft nur noch Militär!

Krieg ist keine Lösung

Manchmal muss man

dazwischengehen …

Ein Streit kann manchmal ziemlich heftig werden. Selbst wenn

die Beteiligten bisher ganz gut miteinander ausgekommen

sind. Oft fängt es ganz harmlos an. Manchmal ist es nur ein

Zypern

So lautet häufig die medienwirksam vorgebrachte

Forderung, wenn ein gewaltsamer Konflikt

soweit eskaliert ist, dass Menschenrechte massiv

verletzt werden, Opferzahlen steigen und

Flüchtlingsströme nicht mehr ignoriert werden

können. Doch die Erfahrung zeigt, dass der

Einsatz kriegerischer Mittel die Situation meist

verschlimmert: Tod, Zerstörung und viele weitere

Opfer sind die Folgen.

Frieden geht anders!

Mit der Ausstellung „Frieden geht anders!“

wird anhand von konkreten Konflikten aufgezeigt,

wie mit unter schied lichen gewaltfreien

Methoden Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen

verhindert oder beendet werden

konnten. Die Beispiele stammen aus unterschiedlichen

Weltregionen, doch die angewendeten

Methoden sind grundsätzlich überall

einsetzbar. Es liegt immer an den handelnden

Personen, also durchaus auch an uns selbst, ob

sie ergriffen werden.

mit geballten Fäusten gegenüber.

In solchen Momenten ist es häufig das Beste, die Kontrahenten zu

trennen, um Schlimmeres zu verhindern. Doch: Dazwischengehen

erfordert Mut. Es ist nicht ganz ungefährlich – auf dem Schulhof

nicht und erst recht nicht in einem Konflikt, in dem sich bewa fnete

Soldaten gegenüberstehen. Eine räumliche Trennung kann helfen,

die Gemüter zu beruhigen, damit alle wieder vernünftig

miteinande reden können.

Genau nach diesem Prinzip haben die „Blauhelme“ der Vereinten

Nationen auf Zypern einen neuen Krieg verhindert – zwischen

den griechischen und türkischen Bewohnern der Insel und ihren

jeweiligen Verbündeten.

www.friedensbildung.de

Können Männer

keinen Frieden?

Frauen machen Frieden

In den meisten Krimis sind die Täter Männer. Auch Gewaltverbrechen begehen

überwiegend Männer. Soldaten sind meist Männer, und auf dem Schulhof

prügeln sich vor allem die Jungs.

Dennoch ist das populäre Bild, Männer seien gewal tätig und Frauen

friedfertig, so nicht richtig: Zahlreiche Studien zum Verhalten von Frauen und

Männern in Konflikten zeigen, dass dies eher ein Vorurteil ist. Aggressives

Verhalten lässt sich nicht am Geschlecht festmachen. Gewaltanwendung

hat zumeist etwas mit dem Kampf um politische und wirtschaftliche Macht

zu tun und der Möglichkeit, über Wa fen verfügen zu können.

Diese Erfahrung machten auch Frauen im westafrikanischen Liberia.

Bewa fnete Banden führten einen schier endlosen und äußerst grausamen

Krieg um die Reichtümer des Landes. A le Versuche, Frieden zu schließen,

scheiterten an der Gier der Warlords. Die Opfer waren vor allem Frauen

und Kinder.

Da taten liberianische Frauen etwas, das in der regionalen Tradition nicht

vorgesehen war: Sie nahmen die Sache des Friedens selbst in die Hand. Über

religiöse und ethnische Zugehörigkeit hinweg schlossen sie sich zusammen.

So gelang es ihnen, immer mehr Unterstützerinnen im ganzen Land zu finden

und schließlich ihre Forderung nach Frieden durchzusetzen.

Liberia

Die Ausstellung richtet sich vorrangig an jüngere

Menschen ab einem Alter von circa 15 Jahren.

Frieden geht anders!

Können Worte

Kriege beenden?

Weitere Infos:

Andreas Roschlau

Amt für Jugendarbeit EKiR

Telefon: 0261 914697 - 64

roschlau@afj-ekir.de

Wie kommt man

wieder ins Spiel?

Besser vermitteln als

wegsehen

Vermutlich weiß nicht mal die NSA, wie viele SMS und E-Mails jeden

Tag verschickt werden, um zwischen zerstri tenen Freundinnen

zu vermi teln. Eine solche Einmischung in Dinge anderer ist nicht

Ohne Vertrauen

geht nichts

Sant’Egidio aus Rom versuchen so etwas auch in gewaltsam

ausgetragenen Konflikten. Bei ihrer Arbeit während des

Bürgerkrieges in Mosambik hörten sie auf beide Konfliktpartner

gleichermaßen und ergri fen niemals Partei für eine der Seiten.

Mosambik

Auch in der großen Politik gibt es das: Eben noch verbündet im Kampf

KSZE

www.friedensbildung.de

V. i. S. d. P.: Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in He sen und Nassau | Wolfgang Bu f, Beauftragter für Friedens bildung | Praunheimer Landstraße 206 | 604 8 Frankfurt a. M.

Die Au ste lung wurd erarbeitet von: Wolfgang Bu f, André Madaus, Kerstin Meinhardt, Thomas Meinhardt, Rüdeger Schlaga, Alfred Strauß

Hat auch

Kleingeld Macht?

Was wir kaufen, ist nicht egal

Frieden geht anders!

Wer möchte Nachrichten von Grausamkeiten manchmal nicht einfach ausblenden,

vor a lem wenn sie weit entfernt begangen werden? Doch wenn sie einem richtig

nahegehen, ist Verdrängen nicht mehr möglich.

Genau so ging es einigen Frauen der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland,

als sie von der Brutalität der Rassentrennung in Südafrika hörten. Das Leid der

Schwarzen ließ sie nicht mehr los. Doch trotz der vielfältigen Proteste arbeiteten

die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft weiter mit dem Unrechtsregime

in Südafrika zusammen. Deshalb rief die Evangelische Frauenarbeit im nächsten

Schritt öffentlich zum Boyko t auf: „Kauft keine Früchte der Apartheid“. Diese Idee

war umstri ten, aber wirkungsvoll. Südafrikanische Produkte wurden weniger gekauft.

Viele Menschen informierten sich jetzt gezielt über die Situation in Südafrika. Weltweit

riefen zahlreiche Gruppen zu den unterschiedlichsten Formen des Protestes gegen die

Rassentrennung auf.

Auch heute ist es vielen Menschen nicht egal, unter welchen Bedingungen die

Produkte, die sie kaufen, hergeste lt werden. Sie boyko tieren zum Beispiel Kleidung,

die unter gefährlichen Arbeitsbedingungen und zu Hungerlöhnen gefertigt wird. Oder

sie entscheiden sich bewusst für Kaffee, Schokolade und andere Produkte, die fair

produziert und gehandelt werden. Wenn viele so handeln, können sie machtvo le

Anstöße zur Veränderung geben.

Südafrika

Verändern Lieder

die Welt?

Musik kann mehr als

unterhalten

www.friedensbildung.de

Wenn ein paar Jungs als Band beim Schulfest auftreten, wird schne l

klar: Gefühle lassen sich mit Liedern gut ausdrücken. Auch bei den

Zuhörenden erzeugt die Musik oft starke Emotionen. So können Lieder

zu einer wirkungsvo len Form des Protestes werden. Sie gehen unter die

Haut, ihre Botschaft e reicht vie leicht mehr Menschen als eine Rede. Mit

ihrem Song „Dear Mr. President“ kritisierte beispielsweise die Sängerin

Pink 2006 ganz o fen die Politik des damaligen US-Präsidenten George

W. Bush. Bei uns in Deutschland machen Menschen mit „Rock gegen

Rechts“ auf ein gese lschaftliches und politisches Problem aufmerksam.

Aber mit Liedern gegen eine Besatzungsmacht? Das klingt absurd …

und doch ist es geschehen! Ein paar kleine aufmüpfige Völker an der

Ostsee haben singend der damaligen Supermacht Sowjetunion getrotzt

und letztlich sogar ihre Unabhängigkeit gewonnen. Sie haben an alte

Traditionen angeknüpft, große Sängerfeste organisiert, gedichtet,

komponiert und auch verbotene Lieder gesungen. Das Singen ihrer

Lieder war eine politische Demonstration und ein Zeichen ihrer

Zusammengehörigkeit.

Baltikum

Frieden geht anders!

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V. i. S. d. P.: Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in He sen und Na sau | Wolfgang Bu f, Beauftragter für Friedens bildung | Praunheimer Landstraße 206 | 604 8 Frankfurt a. M.

Die Au ste lung wurde erarbeitet von: Wolfgang Buff, André Madaus, Kerstin Meinhardt, Thomas Meinhardt, Rüdeger Schlaga, Alfred Strauß

Realisierung: ww.meinhardt.info | Foto: Kerstin Meinhardt | September 2014

gegen Nazi-Deutschland, stehen sich die USA und die Sowjetunion auf

einmal als Feinde gegenüber. Der Zweite Weltkrieg war noch nicht

beendet, da rückten die eigenen Interessen schon wieder in den Vordergrund.

Es folgte eine mehrere Jahrzehnte andauernde Auseinandersetzung,

die die Welt fast in den Abgrund gestürzt hä te. Als „Kalter Krieg“ ging

diese gefährliche Konfrontation in die Geschichte ein.

www.friedensbildung.de

V. i. S. d. P.: Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in He sen und Na sau | Wolfgang Bu f, Beauftragter für Friedens bildung | Praunheimer Landstraße 206 | 604 8 Frankfurt a. M.

Die Au ste lung wurd erarbeitet von: Wolfgang Bu f, André Madaus, Kerstin Meinhardt, Thomas Meinhardt, Rüdeger Schlaga, Alfred Strauß

Realisierung: ww.meinhardt.info | Foto: dotshock – shutterstock.de | September 2014

frieden-fragen.de ist ein Internet-

Angebot für Kinder und Eltern, das

zu Fragen von Krieg und Frieden,

Streit und Gewalt informiert.

Dabei soll Kindern ein sensibler

Zugang zu schwierigen Themenbereichen

ermöglicht werden, ohne

dass sie mit den aufgerissenen

Fragestellungen alleine gelassen

werden.

frieden-fragen.de gibt nicht nur

kindgerechte Antworten, sondern

ermöglicht auch, Zusammenhänge

zu erkennen. Bei frieden-fragen.de

können Kinder direkt Fragen stellen,

die individuell beantwortet und

veröffentlicht werden.

www.friedensbildung.de

www.frieden-fragen.de

Jupf-Info Nr. 112/18 17


Anregendes

Das Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade

hat sein Motto für das Jahr 2018 festgelegt. Mit

„Krieg 3.0“ und dessen inhaltlicher Ausgestaltung in

Bildungs- und Aktionsmaterialien soll im Zeitraum

der Ökumenischen FriedensDekade vom 11. bis 21.

November 2018 ein Beitrag zum Frieden und gegen

die Militarisierung von Politik und Gesellschaft

geleistet werden. Die auch im deutschen Verteidigungshaushalt

erkennbare Aufrüstungsspirale soll

kritisch hinterfragt und zugleich der Fokus auf die

zunehmende Digitalisierung und Automatisierung

kriegerischer Waffen gelegt werden. Die Entwicklung

eigenständig agierender Killermaschinen wie

Drohnen, Roboter oder Slaugtherbots ist auf dem

Vormarsch, um Kriege auch als Cyberwars führbar

zu machen. Trägerorganisationen der Ökumenischen

FriedensDekade sind die Aktionsgemeinschaft

Dienst für den Frieden (AGDF) in Bonn und die

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in

Frankfurt.

Internet: http://www.friedensdekade.de/

Für ein friedliches Miteinander

Ansprechpartnerinnen:

Doris Klingenhagen

Referentin für Migration

und Vielfalt

Telefon: 0511 1215-137

E-Mail: dk@aej-online.de

Katharina Roesing

Projektleitung

„JETZT erst recht!

Religiöse Jugendverbände

gestalten Zusammenleben

in der Migrationsgesellschaft“

Telefon: 0511 1215-120

E-Mail: kr@aej-online.de

Internet:

www.evangelischesinfoportal.de

Die Evangelische Jugend in Deutschland will

die Zusammenarbeit verschiedener religiöser

Jugendverbände fördern, um Flüchtlinge zu unterstützen.

Dazu hat sie das dreijährige Projekt

„JETZT erst recht!

Religiöse Jugendverbände

gestalten

Zusammenleben in

der Migrationsgesellschaft“

gestartet.

J E T Z T

e r s t

recht

Es soll an bundesweit

zehn Orten

junge evangelische,

koptische und

orthodoxe Christen

sowie muslimische

Jugendliche

zusammenbringen.

Das Ziel ist, Angebote für junge Flüchtlinge

zu vernetzen. In einem begleitenden anderthalbjährigen

Qualifizierungsprogramm werden

haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter für diese

Arbeit geschult.

„Das Projekt soll dazu beitragen, das friedliche

Miteinander unterschiedlicher Religionen zu fördern“,

sagt der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft

Evangelischer Jugend in Deutschland

(aej), Mike Corsa.

Unterstützt wird das

Vorhaben von der

Evangelischen Kirche

in Deutschland (EKD)

und vom Bundesfamilienministerium

über das Programm

„Demokratie leben“.

Gefördert wird das

dreijährige Projekt

von der Evangelischen

Kirche in Deutschland

und im Rahmen des Bundesprogrammes

„Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für

Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Text: Martin Weber, aej

18 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

Keinen Bock mehr

auf die alten Treter!

Bomberjacke, Springerstiefel und Glatze – das

alte Bild von jungen Rechtsextremist_innen greift

nur noch selten. Rechtsextreme Einstellungen

junger Menschen äußern sich heute viel subtiler

durch Aufnäher, Sticker oder unauffällige Modemarken

Codes, Symbole und Kleidungsstil orientieren

sich mehr und mehr an anderen Subkulturen.

Auch verstecken sich rechte Parolen oftmals

hinter scheinbar harmloser Globalisierungskritik.

Eltern, Angehörige, Freund_innen, Unterstützer_innen,

und (pädagogische) Fachkräfte

stehen dem oft ratlos gegenüber. Werden

erste Tendenzen rechter Einstellungen bemerkt

und eine Szeneaktivität vermutet, können sich

diese vertrauensvoll an das Projekt NinA NRW

wenden. Zusammen mit den Mitarbeiter_innen

werden Strategien entsprechend dem Empowermentansatz

für die jungen Menschen und

ihre Bezugspersonen entwickelt. Dabei befähigt

NinA NRW Jugendliche und junge Erwachsene

dazu, Wege aus der „Szene“ zu finden, wenn sie

auf andere Angebote nicht mehr ansprechen.

NinA NRW unterstützt junge Menschen beim

Ausstieg aus der rechten Szene mit einem

individuellen, anonymen und vielschichtiges

Beratungsangebot, welches dem notwendigen

Sicherheitsaspekt Rechnung trägt. Im Rahmen

einer langfristigen Begleitung werden Teilnehmende

dabei unterstützt, sich von ihrem alten

Umfeld zu lösen und neue Perspektiven zu

erarbeiten.

Die Neuorientierung im sozialen sowie im

beruflichen Leben beinhaltet explizit auch die

Aufarbeitung der „rechten Ideologie“, so soll

zukünftig rechtsextremen Tendenzen entgegen

gewirkt werden. Die Stärkung der Eigenverantwortung

und Selbstbestimmung, u. a. durch

Qualifizierung, Ausbildung und Arbeit sind

weitere wichtige Bestandteile der Arbeit. Dazu

müssen oftmals andere Probleme bewältigt werden,

wozu bei der Durchführung der Beratung

auf den individuellen Bedarf der Teilnehmer*innen

eingegangen wird.

RE/init e. V.

Am Steintor 3

45657 Recklinghausen

www.reinit.de

www.nina-nrw.de

+49 (0) 176 93119765

nina.nrw@reinit.de

Text: www.nina-nrw.de

Gebetsaufruf

Angesichts der dramatischen Lage in Syrien bittet Präses

Manfred Rekowski die Kirchengemeinden der rheinischen

Kirche um besondere Fürbitte für diese Menschen:

Herr, unser Gott,

wir bringen Dir unsere Ohnmacht und unsere Wut angesichts der Gewalt und der

Menschenverachtung in Syrien. So viele werden Opfer des Bürgerkrieges. So viel

Leid, das neuen Hass sät und Zukunft verhindert. So viel Unrecht und sinnlose

Zerstörung.

Du hörst die Schreie der Verletzten, Trauernden und Geflüchteten. Du kennst ihre

Not, ihre Angst, ihre Hoffnung auf Frieden. Zeig ihnen, dass Du sie nicht verlässt.

Wir bringen alle vor Dich, die Einfluss haben, dass sie ihre Macht nutzen, um die

Gewalt zu beenden. Wir beten für die Menschen, die die Not öffentlich machen, und

für die, die ihr Leben einsetzen, um sie zu lindern. Bewahre sie vor Resignation und

stärke sie durch Deine Nähe und die Solidarität vieler Menschen.

Zusammen mit den Kirchen im Nahen Osten bitten wir Dich: Schaffe endlich Frieden

in Syrien und überall in der Welt!

Amen.

Jupf-Info Nr. 112/18 19


Anregendes

Das Lied vom Frieden

Kontakt und Infos:

Ruth Dobernecker

kinderchorprojekt.kkk-sued@

ekir.de

Telefon 0221.96676721

Kreiskantorin

Barbara Ricarda Mulack

barbara.mulack@ekir.de

Telefon 0221.344882

www.kkk-sued.de/index.php/

kirchenmusik

Vor drei Jahren ging es im Kirchenkreis Köln-Süd

los: Das Projekt „Kinder- und Jugendchor im

Fokus“ wurde ins Leben gerufen, um das Singen

von Kindern und Jugendlichen zu fördern - weil

Singen ein urmenschlicher Ausdruck des Selbst

und weil es gesund ist. Weil das gemeinsame

Singen die Gemeinschaft stärkt und unsere Lieder

von Gott und der Welt erzählen.

So organisierte Ruth Dobernecker in Brühl den

ersten Kinderchortag - unter dem Motto „Das

Lied vom Frieden“. Dabei hatten die teilnehmenden

Kinderchöre dezentral Stücke vorbereitet,

die dann gemeinsam geprobt und gestaltet

wurden. Zur musikalischen Abschlussandacht

am Nachmittag sah die Kirche mit Friedenstauben

ganz verwandelt aus und klang wider vom

eindringlichen Ruf der Kinder nach Frieden. Beim

zweiten Kinderchortreffen im vergangenen Jahr

in Köln-Rodenkirchen (Thema: „Von fremden

Ländern und Menschen“) waren mit 70 Kindern

fast doppelt so viele Teilnehmer gekommen. Auf

den kommenden Kinderchortag bereiten sich

die Chöre jetzt in ihren Proben vor, er wird in

Frechen am 5.Mai 2018 zum Thema „Wundervoll“

stattfinden.

„Der Himmel geht über allen auf“

„Der Himmel geht über allen auf“ ist ein Lied, das über Grenzen,

Nationalitäten und Konfessionen hinaus weist.

„Der Himmel geht über allen auf

auf alle über, über allen auf.

Der Himmel geht über allen auf,

auf alle über, über allen auf.“

Kinder lieben diesen Kanon: sie verstehen die Botschaft genau. Sie machen

noch keine Unterschiede zwischen schwarz und weiß, groß oder klein, arm

oder reich, Muslim, Jude, Christ, Hindu… Sie heben beim Singen die Hände

zum Himmel und freuen sich, dass sie mit anderen zusammen sind.

Dass das Thema Frieden schon – oder gerade

– Kinder bewegt, wurde während einer Singwoche

deutlich, die der Kirchenkreis Köln-Süd und

federführend Konstanze Pfeiffer in den Herbstferien

2017 veranstaltet hat. „Martin Luther King“

– das Kindermusical von Andreas Hantke und die

Thematik um Gleichberechtigung, Gewaltfreiheit

und Frieden bestimmten die Freizeit, die die 21

Jungen und Mädchen miteinander verbrachten.

Die Aufführung war für die Aufführenden, die

auch Bühnenbild und Requisiten selbst gestaltet

hatten, gleichermaßen wie für Zuhörer und

-schauer ein absolutes Highlight. Die Kinder

sangen im Chor und als Solisten vom Busboykott

in Montgomery, von Martin Luther Kings

berühmter Rede „Ich habe einen Traum“ und

der Verleihung des Nobelpreises, und mehr als

einmal traten die Bezüge zur heutigen Welt und

Notwendigkeit von Frieden klar hervor.

Inzwischen wird die Initiative „Kinder- und

Jugendchor im Fokus“ von verschiedenen Seiten

wahrgenommen, auch über den Kirchenkreis

hinaus. Relevant und praxisnah - so soll das Projekt

auch in Zukunft Kinder und Jugendliche zum

Singen begeistern. Dafür setzt sich Kreiskantorin

Barbara Mulack ein.

Text: Ruth Dobernecker

Für Konfirmanden:

Workshop „Liederwerkstatt“

Warum singen Konfirmanden selten im Gottesdienst

mit? Vielleicht liegt es am Liedgut?

Ist Singen im Gottesdienst uncool?

In der Liederwerkstatt schreiben die Jugendlichen

selbst – allein oder in Kleingruppen

– ihre Gedanken auf und entwickeln Liedtexte.

Gemeinsam wird nach Beat, Melodie

und Harmonie gesucht, sodass am Ende der

Anfang eines neuen, eigenen Liedes stehen

kann. Die Themenauswahl umfasst neben

Glauben und Zweifel, Sterben und Tod auch

Krieg und Frieden.

Frieden wünschen sich viele. Warum schaffen

es die Völker nicht friedlich zu koexistieren?

Aus welchen Gründen hat man früher Kriege

geführt? Warum hat man aus der Geschichte

nicht gelernt? Wie könnte man Frieden heute

wieder herstellen? Was bedeutet Frieden für

mich?

20 Jupf-Info Nr. 112/18


Anregendes

Neue Impulse

Arbeitskreis für Internationale Partnerschaften und

Jugend-Begegnungen aus dem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch

Angefangen hat alles auf der Klausur 2016

für Hauptberufliche in der Jugendarbeit. Dort

berichtete eine Kollegin von der Delegationsreise

in den Kongo, an der sie teilgenommen

hat. Eindrucksvolle Bilder und Begebenheiten

von der Begegnung untermalten den Bericht.

So entstanden erste Ideen zum Thema für die

Jugendarbeit.

Ziel des Arbeitskreises ist, das Thema in der

Jugendarbeit der Gemeinden/Kirchenkreis besser

bekannt zu machen. Gemeinsame Aktionen

mehrerer Gruppen (Generationenübergreifend,

innerhalb einer Gemeinde oder Jugendliche aus

mehreren Gemeinden), z.B. einen Afrikatag für

Jugendliche zu veranstalten, einen Internationalen

Tag der Begegnungen mit anderen Gemeinden

zu organisieren und als längerfristiges Ziel

eventuell eine kreiskirchliche Jugendbegegnung/Partnerschaft

auf die Beine zu stellen.

Das Besondere am Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch,

auch landeskirchenweit, ist die

Bedeutung von Internationalen Partnerschaften,

die explizit in der kreiskirchlichen Konzeption

verankert ist: „Der Kirchenkreis pflegt seit über

20 Jahren Partnerschaften mit Kirchenkreisen in

Brasilien, im Kongo und in Taiwan. Er versteht

sich somit als Teil der weltweiten Kirche Jesu

Christi und weiß sich damit verbunden mit dem

Weltkirchenrat und der Vereinten Evangelischen

Mission (VEM). Das findet seinen Ausdruck in

den drei ökumenischen Partnerschaften mit drei

Kirchenkreisen aus drei verschiedenen Konfessionen

in drei Kontinenten. Mission und Ökumene

sowie der interreligiöse Dialog mit Menschen

anderen Glaubens werden im Kirchenkreis

Köln-Rechtsrheinisch damit auf vielfältige Weise

gestaltet. Es fördert übergemeindliche Vorhaben,

die in besonderer Weise missionarische

und ökumenische Themen in die Öffentlichkeit

tragen und die insbesondere junge Menschen

für diese Fragen interessieren und gewinnen

wollen“. (Aus der Konzeption des Kirchenkreises

Köln-Rechtsrheinisch)

Gerade in Zeiten des demokratischen Wandels,

mit den gravierenden europäischen und

weltlichen politischen Veränderungen, gewinnt

die Internationale Jugendarbeit noch mehr an

Relevanz. Für die friedenspolitische Bildung in

jungen Jahren ist es essentiell, dass Kirche die

Möglichkeiten schafft, internationale Jugendarbeit

zu erhalten und aktiv zu fördern. uerst.

Der Kontakt mit den internationalen Partner_innen

führt zu mehr Verständnis zwischen den

Kulturen, Vorurteile auf beiden Seiten werden

hinterfragt und die Förderung der gegenseitigen

Toleranz gestärkt. Der Kontakt der Jugendlichen

untereinander hat im Zeitalter der digitalen

Medien eine ganz andere Bedeutung als

früher bei Jugendbegegnungen. Die Begegnung

setzt sich, da man sich ja schon kennt, auch bei

WhatsApp, Instagram oder Facebook fort. Die

Jugendlichen der Partnerländer tauschen sich

aus und erfahren viel voneinander, entdecken

aber auch viele Gemeinsamkeiten, da sie ihren

Alltag austauschen.

Junge Menschen lernen im eigenen Land und im

Partnerland, dass es viele Formen des Glaubens

und der Gemeinschaft gibt und es kein richtig

oder falsch gibt. Die Begegnung mit den Anderen

ist immer auch eine Begegnung mit sich

selbst, mit dem eigenen Glauben, mit der eigenen

Gemeinde, vielleicht auch mit dem eigenen

Kirchenkreis.

Text: Kalliopi Özenc / Foto oben: Jörn Ruchmann

Foto lins: Kalliopi Özenc

Internationalen Begegnungen

in der Jugendarbeit sind der

„Nährboden“ für die Friedensbildung!

Sie haben einen

nachhaltigen Einfluss auf die

Entwicklung von Heranwachsenden.

Neben der Bildung

zur Teamfähigkeit, Offenheit

und Selbstsicherheit lernen

junge Menschen nämlich

Vertrauen in die eigenen

Fähigkeiten zu haben. Denn

Frieden beginnt in uns selbst.

„Wenn wir wahren

Frieden in der Welt

erlangen wollen,

müssen wir bei den

Kindern anfangen.“

(Mahatma Gandhi)

Nähere Informationen zum

Arbeitskreis gibt es hier:

Referat für Jugend, Frauen

und Männer, Kirchenkreis

Köln-Rechtsrheinisch

Ansprechpartnerin:

Kalliopi Özenc (Referentin),

Tel.: 0221-278561-92

Jupf-Info Nr. 112/18 21


Erlebtes

Oswiecim ist nicht gleich Auschwitz

„Ich kann das alles hier

besser greifen als in der

Schule“, sagt eine

Teilnehmerin.

Text und Bilder: Daniel Drewes

zusammen mit den Teilnehmenden

der Gedenkstättenfahrt.

„Wie können Menschen so etwas tun?

Wie kann Gott so etwas zulassen?

Wie können Überlebende mit dem, was in

Auschwitz passiert ist, weiterleben?“

Diese Fragen und viele mehr kamen auf bei

der Gedenkstättenfahrt der Evangelischen

Jugend in Köln und Umgebung vom 2.-8. April

2018 nach Auschwitz und Krakau.

21 Teilnehmende aus den Kölner Gemeinden

dazu Julia Körfgen und Daniel Drewes (Jugendpfarramt)

und Arno Kühne (Jugendreferat

Köln-Mitte) als Leitung und Organisatoren

begaben sich auf den Weg in die Vergangenheit

zu einem der dunkelsten Kapitel der deutschen

Geschichte.

Im Gepäck befanden sich auch Johanna Ostheimer,

Rosa Rosenthal, Hans Löwenherz und viele

andere. Menschen, die von den Nazis aus Köln

und der Umgebung deportiert wurden und die

allesamt ihren Tod in Auschwitz fanden. Heute

erinnern Stolpersteine in Köln an die Verbrechen

der Nazis. Die Jugendlichen suchten im Vorfeld

jeder einen Stolperstein, den sie fotografierten

und ausgedruckt mit nach Auschwitz nahmen.

Nach einer Kennenlernphase am ersten Tag und

einer kurzen Einführung in die Geschichte des

Lagers setzte sich die Gruppe dann sehr intensiv

mit dem Thema auseinander.

Ausführliche Führungen durch das Stammlager

und auch Auschwitz-Birkenau hinterließen starke

Eindrücke. Workshops zu speziellen Themen

wie „Kinder in Auschwitz“, „Sonderkommandos“

oder „Ganz normale Menschen? – Menschen der

SS“ verstärkten den Eindruck und sorgten dafür,

dass die unglaubliche Zahl von mindestens 1,1

Millionen getöteten Menschen in Auschwitz

Gesichter und Geschichten bekam. Eindrucksvoll

war auch der Besuch in der Ausstellung von Marian

Kolodzej, einem Häftling der ersten Stunde

von Auschwitz, der alles Erlebte Jahre nach der

Befreiung zeichnerisch festhielt und heute im

Kloster von Hermeze seine Bilder zeigt.

Gefühle spielten bei der Fahrt eine große Rolle.

Viele Teilnehmende waren manchmal sehr

bedrückt, traurig aber auch interessiert und

neugierig bei der Sache. Zum Abschluss der

Tage in Auschwitz betrachteten die Teilnehmenden

die Länderausstellungen und kamen an der

ehemaligen Erschießungsmauer von Block 11 im

Stammlager zusammen. Dort fand eine kurze

Andacht, gehalten von zwei Teilnehmenden statt

und im Anschluss legte jeder eine weiße Rose

zusammen mit dem mitgebrachten Bild vom

Stolperstein zum Gedenken ab.

Nach der eindrucksvollen Zeit in Oswiecim, wie

die polnische Stadt neben dem Konzentrationslager

Auschwitz eigentlich heißt, machte sich die

Gruppe freitags auf nach Krakau. Neben einer

Stadtführung in der wunderschönen Stadt an

der Wisla stand auch der Besuch der Eisenwarenfabrik

von Oskar Schindler auf dem Plan. Der

Besuch von Krakau gibt den dunklen Eindrücken

aus Auschwitz ein wenig Farbe. Die junge Stadt,

mit vielen jungen Menschen hat einen ganz

besonderen Charme, den die Jugendlichen im

Anschluss in aller Ruhe genießen konnten.

Abends ging es in traditionelle Restaurants, bei

denen die Jugendlichen die polnische Küche

näher kennenlernten und auch schätzen lernten.

Was bleibt? Jeder junge Mensch, sollte in seinem

Leben einmal nach Auschwitz kommen um aus

der Geschichte zu lernen, heißt es immer wieder.

Trotzdem wissen laut einer Studie knapp ein

Drittel aller Jugendlichen nicht, wofür der Ort

Auschwitz steht. Dies hat sich bei den 24 Teilnehmenden

der Gedenkstättenfahrt geändert.

„Was wäre damals mit mir passiert bezüglich

meiner Rasse und Sexualität?“

22 Jupf-Info Nr. 112/18


Erlebtes

„Ich hab versucht die ganze Zeit cool zu bleiben, aber

dann am meisten bewegt hat mich die Größe, das

Ausmaß, die vielen Bilder, die Kinder, die Grausamkeit

und vor allem eben das Ende, als alles nochmal durch

meinen Kopf kam und ich vor der Mauer stand...“

(Alina, 18 Jahre)

Andacht

„Die Erinnerung ist wie Wasser:

Sie ist lebensnotwendig und sie sucht

sich ihre Wege in neue Räume und

zu anderen Menschen. Sie ist immer

konkret: Sie hat Gesichter vor Augen und

Orte, Gerüche und Geräusche.“

Noach Flug

Dies sagte Noach Flug, ein Überlebender von Auschwitz.

Als ich die Passage las, wusste ich wie recht er hat. Jede

Information ist wie ein Wassertropfen, der langsam aus

einer Quelle in den Fluss meines Lebens fiel.

Je mehr ich in den letzten Tagen über das Leiden der

Menschen hier lernte, über die Brutalität der Täter hörte

und auf die Fotos und vor Ort mit den grauenhaften

Bedingungen konfrontiert wurde, desto schneller

verwandelte sich der kleine Fluss in einen reißenden

Strom.

All diese Erinnerungen, die wir mitnehmen sollen, nein

müssen wir weitergeben. An die Menschen in unserem

Leben und an all diejenigen, denen wir noch begegnen

werden. So können wir dazu beitragen, dass der Fluss

des Erinnerns nicht versiegt.

Von Erika und Alex

Jupf-Info Nr. 112/18 23


Erlebtes

Konfi

cup

2018

Siegermannschaft

PollDeutzKies,

Die Konfirmanden der vier Kölner Kirchenkreise haben

in zwei Turnieren ihre Meister ermittelt. Im gemeinsamen

Turnier der Kirchenkreise Köln-Nord, -Mitte und –

Rechtsrheinisch spielten sieben Mannschaften gegeneinander.

Sieger wurde die Mannschaft PollDeutzKies,

der zweite Platz ging an SG Quirl und der dritte an

Schildgen.

Die Mannschaft von „Athletico Stommeln“ hatte im

„kleinen Finale“ im Elfmeterschießen verloren und

wurde Vierter. Als beste Mannschaft aus dem

Kirchenkreis Köln-Nord werden die Stommler die

Evangelische Kirche im Rheinland am 19. Mai

2018 beim Bundes KonfiCup in Köln vertreten.

Siegermannschaft

Bayenthal

Im Kirchenkreis Köln-Süd nahmen sechs Mannschaften

am KonfiCup teil. Hier holte sich die Mannschaft aus

Bayenthal den Pokal, die Konfis aus Rodenkirchen wurden

Zweite und Rondorf Dritter. Besonders zu erwähnen

sind hier auch die beiden Schiris Julia Körfgen und

Jonas Ditscheid, die trotz ihres jugendlichen Alters sehr

souverän und korrekt gepfiffen haben.

Hier gehts zum Youtube-Film über den Konfi-Cup

Juniorschulung ...des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch in der Gemeinde Porz

18 Jugendliche aus den Gemeinden des Kirchenkreises

Köln-Rechtsrheinisch haben an der Frühjahrs-Juniorschulung

teilgenommen. Veranstaltet wurde die Juniorschulung

vom Referat für Jugend, Frauen und Männer

in Kooperation mit der Jugendarbeit der Gemeinde in

Porz.

Die Jugendlichen haben Basics zu Teamwork, Spielanleitung

und Planung von Projekten und Aktionen gelernt.

Zuvor sind sie sich durch Kennenlernen-Spiele näher

gekommen, haben ihre Motivationen zum Ehrenamt

hinterfragt und herausgefunden welche persönlichen

Talente sie haben um sie in ihren Gemeinden einsetzen

zu können.

Es hat allen sehr viel Spaß gemacht, viele sind motiviert

ehrenamtlich in ihren Gemeinden zu arbeiten und mit

16 Jahren die JuLeiCa zu machen.

Text/Bild Kalliopi Özenc

24 Jupf-Info Nr. 112/18


Erlebtes

Ökumenischer

Kreuzweg der Jugend

Am Freitag vor Palmsonntag machten sich rund

100 katholische und evangelische Jugendliche

in Köln auf den Weg, um den Leidensweg Jesu

nachzugehen – ganz bewusst mitten durch die

Innenstadt. Gemeinsam ging es zu den unterschiedliche

Stationen. Traditionell wurde in der

Antoniterkirche auf der Schildergasse gestartet.

Von dort aus ging es zum NS-Dokumentationszentrum,

über das Rathaus und Maria im

Kapitol zum CRUX (Jugendpastorales Zentrum).

Hier endete der Kreuzweg.

Angeregt durch das Motto #bei mir wurden

Bilder mit passenden Texten gezeigt, die einen

Blick auf den Kreuzweg Jesu erlauben und

gleichzeitig das Leiden und die Not der Menschen

in unserer Zeit dokumentieren: Unterdrückung

und Verfolgung, Hass und Willkür, Machtspiele

und Beliebigkeit, Gewalt und Feindschaft,

Wegschauen und Ignorieren.

Text: Claudia Klein-Adorf

Fotos: Vivien | Authentic Stories

Jupf-Info Nr. 112/18 25


Erlebtes

Fachtag „Öffentlichkeitsarbeit“

Eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit in

Gemeinden ist das A und O. Pressearbeit,

Gestaltung von Medien, sowie interne und

externe Kommunikation – Öffentlichkeitsarbeit

ist eine vielseitige Aufgabe. Doch wie

realisiert man solche Maßnahmen?

Was gehört alles zur Öffentlichkeitsarbeit?

Wie gestalte ich auch ohne professionelle Software einen Flyer?

Was muss ich rechtlich alles beachten? Aus diesem Grund hat gab es

im Jugendpfarramt einen Fachtag zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit“

Nach einem Vortrag „Wie geht erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit“

von Sammy Wintersohl (Leiter APK/Kirchenverband Köln) konnten

die Teilnehmenden zwischen drei verschiedenen Workshops wählen.

Atmosphärisches Schreiben (mit Katrin Reher), Gestaltung von Flyern/

Plakaten (auch ohne professionelle Software) (mit Claudia Klein-Adorf)

und Bildrechte/Medienrechte (mit Nils Kruse). Es war ein interessanter,

anregender Tag für alle Teilnehmer.

Text: Claudia Klein-Adorf

Fotos: Julia Körfgen

Die Unterlagen zum Fachtag gibt

es auch auf: www.jupf.de

Rechtstipps

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Aber... woher nehmen und nicht stehlen ohne gegen

gültiges Recht zu verstoßen?

Wichtige Infos gibt es hier: www.jufore.blogspot.de

Tipps für einen guten Artikel/ Bericht

1. Eine Überschrift, die fesselt

Der Berufsverband der Rechtsjournalisten hat ein eBook zum

Thema Urheberrecht bei Social Media herausgegeben, in dem

dargestellt wird, worauf beim Teilen und Liken geachtet werden

sollte.

www.ev-jugend-westfalen.de/fileadmin/inhalte/

news/2018/01_2018/urheberrecht-social-media-1.pdf

2. „Open with a bang...!“

Erzeuge Bilder im Kopf des Lesers

3. Content:

Mach dir bevor du startest klar, was du erzählen willst

4. Starke Wörter & Ausdrücke verwenden

Benutze Begriffe und Umschreibungen, die auch ein

Kind versteht. Mut zum kurzen Satz.

Ersetze abstrakte Begriffe (Wetter) durch handfeste

(dicke Regentropfen).

5. Jeder Satz ist ein einzelnes Werk

6. ...end with a bang!“

Gestaltungstipps

1. Kurz, knackig und einprägsam!

So viel wie nötig - so wenig wie möglich

2. Think Outside the Box

Kreiere etwas, das die Blicke auf sich zieht.

3. Vorgaben beachten

Druckerzeugnisse, Internet,...

4. Klasse statt Masse

Papierqualität, Farbzusammenstellung,...

5. Harmonisch und Aufregend!

Balance Bild/Text

26 Jupf-Info Nr. 112/18


Kreativ-Mitmach-Aktion für Mädchen

Erlebtes

Herzliche Einladung

zum Empfang!

goes Thomaskirche

oes Thomaskirche!

Neuer Medienraum des „Girlspace“ in der evangelischen Thomaskirche eröffnet

Mit Euch und Ihnen möchten wir

gerne am

und nicht als eine Notlösung“.

22.03.2018 von 17:00 - 18.30 Uhr

unseren neuen Medienraum in der

Thomaskirche einweihen.

Ende März wurde der neue Medienraum des es schon als eine Erweiterung zum Expandieren

„Girlspace“ in der evangelischen Thomaskirche

mit einem Empfang eröffnet. Vor fast 20 Jahren

ging das „Girlspace“ als evangelisches Jugendprojekt

mit Fördermitteln des Landes NRW an Thomaskirche ist eine Online-Redaktion geplant,

Als neues regelmäßiges Gruppenangebot in der

den Start. Als diese ausliefen, wurde das Projekt wo Mädchen einen Blog erstellen können mit

in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt, verschiedenen Themen rund um die Internetsicherheit.

Es können Videos erstellt werden,

das Evangelische Jugendpfarramt übernahm Thomaskirche die

Geschäftsführung. Ziel war und ist es bis Raum heute, im Untergeschoss

kleine Texte und Fotostorys. Beide Leiterinnen

Mädchen und jungen Frauen Medienkompetenz Neusser Wall des 61„Girlspace“ - Kerstin Venne und Sylvia Klein

zu vermitteln.

50670 Köln- freuen sich darauf, neue Mädchen kennen zu

lernen, mit ihnen tolle Projekte zu machen und

Nach den Anfängen in der Christuskirche am sie damit in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken

Friesenplatz fand der Verein eine neue Heimat Um Anmeldung in – und bis ihnen fast nebenbei auch noch Themen

den Räumen der Evangelischen Gemeinde zum Köln 15.03. wie wird Internetsicherheit gebeten. oder Fake-News näher zu

im Kapitelhaus in der Südstadt. Das Girlspace-Cafe

und

bringen und damit ihre Medienkompetenz zu

en - Mädchen -

das

Mitmachen

Büro befanden sich ganz oben fördern. Das passt wunderbar zum Wunsch von

im denkmalgeschützten Turm, für Gruppenangebote

und Ferienmaßnahmen konnten die solle für alle – alle Kulturen, Kirchenferne wie Kir-

Pfarrerin Eva Esche, dass Kirche Lebensraum sein

e Informationen Räume der über Jugendarbeit mich sollte genutzt ich auf werden. keinen Doch Fall ins Internet chennahe stellen? und alle Wie dazwischen. funktioniert

dioschnittprogramm? dann der große Was Schreck kann vor ich zwei Kreatives Jahren, mit als sich meinem Handy anstellen? Antworten auf

nd ähnliche herausstellte, Fragen finden dass das Kinder Kapitelhaus und Jugendliche nicht mehr im girlspace.

er 15 Jahren neueren besteht Brandschutzbestimmungen das girlspace in Köln genügte als medienpädagogische Einrichtung speziell

dchen und junge die Räume Frauen. nicht mehr für Gruppenarbeiten

genutzt werden konnten.

legendes Ziel der Arbeit ist es, den Teilnehmerinnen unserer Angebote einen kreativen,

erten und selbstgesteuerten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.

Ein neuer Ort fand sich in der Thomaskirche. Das

Büro des Vereins bleibt zwar in der Südstadt,

aber das Team der Thomaskirche freut sich auf

eine befruchtende Zusammenarbeit mit dem

„Girlspace“.

Weitere Infos:

girlspace

Kapitelhaus

Kartäusergasse 7a

50678 Köln

Telefon 0221/952 67 63

girlspace@netcologne.de

Kontakt:

www.girlspace.de

girlspace

Kapitelhaus

Kartäusergasse 7a

50678 Köln

Telefon 0221/952 67 63

girlspace@netcologne.de

www.girlspace.de

Schon konkret geplant sind ein Projekt mit

Kindergartenkindern und ein Ferienangebot für

ältere Mädchen. Aus der zunächst hoffnungslos

erscheinenden Lage wurde ein Kooperationsprojekt,

dass durchaus über die momentane

Interimslösung hinausgehen könnte, so Susanne

Hermanns, Vorsitzende des Vereins. „Wir sehen

Sylvia Klein

Kerstin Venne

Text und Fotos: Jutta Hölscher

Jupf-Info Nr. 112/18 27


Das zehnte

Projekt ist gestartet!

Projektleiterin Katrin Winter

Projektleiterin Jutta Hölscher

www.2018.news4u.ekir.de

28 Jupf-Info Nr. 112/18

Die Auserwählten des Jubiläumsjahrgangs sind

von ihrem Altersdurchschnitt her die Jüngsten

seit es NEWS4U gibt. Die 14 - 17jährigen

kommen aus Aachen, Altenkirchen, Bottrop,

Düsseldorf, Goch, Köln, Langenfeld, Schwerte

und Witten.

Mit etlichen Ehemaligen, Dozenten und Trägervertretern

feierten sie den Start ins Projekt.

Gleich am ersten Samstag ging es um Online-Journalismus

und die Jugendlichen erstellten

mit der Hilfe von Referent Henning Bulka

einen eigenen Instagram-Account und füllten

einen Blog mit inhaltlichen Beiträgen. Wie sie die

passenden Porträts machen, lernten sie von Petra

Warrass am Sonntag. Neu in diesem Jahr ist,

dass die Teilnehmenden reihum für die redaktionellen

Inhalte verantwortlich sind und Blog und

Account regelmäßig mit dem bestücken, was sie

in den Workshops lernen.

Im März folgte die Text-Werkstatt, im April Interview-

und Sprechtraining, im Mai geht’s ums Radiomachen

und im Juni werden Videos gedreht.

Zum Abschluss findet ein Produktionstraining in

Köln zum Weltkindertag statt, bevor das Projekt

nach einem Praktikum im Medienbereich im

November 2018 endet.

Das Medientraining NEWS4U ist ein Projekt

der Evangelischen Jugend im Rheinland und

wird organisiert vom Amt für Jugendarbeit in

Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche

im Rheinland. Finanziert wird es aus Mitteln

der Jugendarbeit der Evangelischen Jugend

im Rheinland und von Westfalen, der rheinischen

Landeskirche und der Diakonie Rheinland

Westfalen Lippe. Das Projekt unterstützen die

Redaktion PEP/NRW-Privatfunk, der Evangelische

Pressdienst epd-West, das Evangelische

Rundfunkreferat NRW, RTL-Fernsehen, die Jugendpresse

Rheinland, WDR Radio 1live und die

Deutsche Akademie für Public Relations (DAPR).

Team News4U:

Joana Domek, Schwerte; Franka

Hofmann, Köln; Thomas Müller,

Gebhardshain; Lia Großart, Köln; Sandra

Martinez-Böhme, Köln; Juliette Thiessen,

Langenfeld; Anne Hegger, Witten; Leonie,

Ndoukoun, Aachen; Boran Akkoc, Köln;

Miriam Hartmann, Goch; Katharina Göke,

Bottrop; Hendrik Brüning, Düsseldorf

Text/Bilder: News4U


Erlebtes

Zwei Medienpreise für digitale Projekte aus Köln

Medienpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland

Digitalisierung zum Wohl der Botschaft

eingesetzt

Erstmalig hat die Evangelische Kirche im

Rheinland (EKiR) einen Medienpreis für digitale

Projekte vergeben. Für den Instagram-Kanal

@raderbergundthal erhielt die Evangelische

Philippus-Gemeinde Köln-Raderthal den 1.

Preis, der mit 1000 Euro dotiert ist. Die Jugendarbeit

des Kirchenkreises Saar-West gewann

den 2. Preis (Preisgeld: 750 Euro) für ein Partnerschaftsprojekt,

bei dem Jugendliche aus dem

Saarland und dem Kongo über Videokonferenzschaltung

gemeinsam Gottesdienste feiern

und einander begegnen. Der Evangelischen

Kirchengemeinde Hilden wurde für die Website

www.evangelisches-hilden.de der 3. Preis (500

Euro) verliehen. Auf Initiative der Jury wurde

zusätzlich ein Sonderpreis Inklusion (500 Euro)

an das Videoprojekt „ALLERHAND Alltagsgeschichten“

des Evangelischen Kirchenverbandes

Köln vergeben. Alle Preisgelder stellte die Wilhelm-Schrader-Stiftung

zur Verfügung.

Die Kölner Preisträger

oben: „Allerhand

Alltagsgeschichten“

rechts: Raderthal

Text / Foto: APK

Geschichten von Menschen aus

Raderberg,

Raderthal & Höningen

ALLERHAND

Alltagsgeschichten

Bei #raderbergundthal werden Menschen

portraitiert, die in den Stadtteilen

wohnen, die zur Philippus-Gemeinde

gehören.

Bei den Posts geht es um

eine Momentaufnahme,

nicht um eine ausführliche

Darstellung der Person.

Fragen, sind zum Beispiel:

Wie lange lebst Du schon

hier? Was gefällt Dir besonders

gut an Deinem Stadtteil?

Was ist für Dich herausfordernd?

Wie ist Dein Bezug zur Philippus-Gemeinde?

Die Gemeinde will die Vielfalt der Menschen

zeigen. Denn letztlich sind sie es, die das Leben

dort ausmachen - Begegnungen mit Menschen,

Menschen auf die Philippus-Gemeinde aufmerksam

machen und mit ihnen ins Gespräch

kommen.

Die Grundidee von raderbergundthal orientiert

sich an dem Vorbild von „Humans of NY“ (@humansofny).

Viel Spaß beim Anschauen & Lesen!

Die Sendung „ALLERHAND Alltagsgeschichten“ wird regelmäßig einmal im

Monat auf dem YouTube-Kanal des Kirchenverbandes Köln und auf der

Facebookseite veröffentlicht.

Im Mittelpunkt der Sendungen steht das Pfarrerehepaar Dagmar und Dieter

Schwirschke, beide kümmern sich hauptamtlich um die Gehörlosenseelsorge in

der Region Köln und leiten die Evangelische Gehörlosengemeinde Köln-Bonn-

Leverkusen. Die beiden werden in regelmäßigen Abständen aus ihrer Lebenswelt

berichten, Alltagsgeschichten erzählen und diese in Gebärdensprache vermitteln.

Die Videos werden im Nachhinein mit einem Sprachkommentar versehen.

So können auch hörende Menschen die Sendungen verstehen.

„Leider sind Angebote dieser Art eher selten, daher freuen wir uns sehr, dass wir

gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region die Möglichkeit

haben, etwas ganz Besonderes für unsere gehörlosen Gemeindeglieder

zu schaffen“, kommentieren Dagmar und Dieter Schwirschke das neue Projekt.

Jupf-Info Nr. 112/18 29


Zukünftiges

Praxistag

Im Jugendpfarramt lagern jede Menge Großspielgeräte

(Bungee-Run, Menschenkicker, Kletterberg, Schlange,

Hüpfburg,...). Diese sind zur Ausleihe für Gemeinden.

Der Praxistag dient dazu, sich einen Überblick zu verschaffen,

welcher Arbeitsaufwand es ist, diese Geräte

aufzubauen und wieder abzubauen, wie groß diese sind

und für welche Zielgruppe sie sich eignen.

Mittwoch,

27. Juni 2018

9:30 - 16:00 Uhr

Ev. Jugendpfarramt

Kartäuserwall 24b

50678 Köln

Inhaltliche Infos bei:

Daniel Drewes (0221 931801-14) oder

Nina Paganotto (0221 3382-188)

Anmeldungen: info@jupf.de

WICHTIG: Der Praxistag findet

nur bei trockenem Wetter

statt! Wir behalten uns deshalb

vor, den Tag bei ungünstiger

Prognose abzusagen.

Den aktuellen Spielgeräteverleih gibt es unter:

www.jupf.de/jugendpfarramt/services/spielgeraete

Neuer Kletterturm

Ab Frühsommer 2018 werden die Großspielgeräte im Jupf um ein weiteres

Highlight ergänzt. Ein aufblasbarer Kletterturm (5 Meter hoch und

eine Fläche von 12 x 12m). Von mehreren Seiten kann der Turm parallel

erklommen werden. Die Besucher sind dabei gesichert und fallen auf den

ebenfalls aufblasbaren Schutzbereich.

Der „Alte“ hat ausgedient!

Lange Zeit hat der Jupf-Bus allen die Treue

gehalten. Nun ist es Zeit für etwas Neues.

Anfang Mai bekommt das Jupf einen

neuen Mini-Bus. Er steht zum Verleih für

Kleingruppen und Transporte zu erschwinglichen

Konditionen zur Verfügung. Der Bus kann mit

Führerscheinklasse 3 gefahren werden.

Nähere Informationen zu den Ausleihbedingungen

gibt es per E-Mail: info@jupf.de

oder per Telefon 0221 931801-0

30 Jupf-Info Nr. 112/18


Zukünftiges

20

11. - 14. Juni 2020

Mülheim an der Ruhr

Dabei sein!

Das nächste Jugendcamp der Evangelischen

Jugend im Rheinland (EJiR) findet vom 11. bis

14. Juni 2020 in Mülheim an der Ruhr statt. Das

beschloss einstimmig die EJiR-Frühjahrskonferenz

am Wochenende in der Jugendbildungsstätte

Hackhauser Hof in Solingen.

EJiR-Vorsitzende Miriam Lohrengel bedankte

sich im Namen der Delegiertenkonferenz bei

den Abgesandten aus Mülheim spontan mit

den Worten: „Ich freue mich drauf, es wird ein

super Camp“. Anhand eines mit Ortskarten animierten

Bewerbungsfilmes, hatten ehren- und

hauptamtlich Mitarbeitende des Kirchenkreises

An der Ruhr den möglichen Austragungsort

präsentiert. Unter starkem Applaus der rund 90

Delegierten und Gäste konnten die Mülheimer

die gute Nachricht mit nach Hause nehmen.

Die Kirche „jung und lebendig“

Daniel Drewes, Projektleiter des Jugendcamps,

bekräftigte die Entscheidung mit den Worten:

„Dies wird ein Fest der gesamten Evangelischen

Jugend“. Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer

appellierte an die Jugendarbeit der Kirchenkreise:

„Dieses Jugendcamp wird so gut, wie wir alle

dafür einstehen“.

„Ich finde die Entscheidung sehr schön“, erklärte

der Superintendent des Kirchenkreises An der

Ruhr, Gerald Hillebrand, nach dem Beschluss

vom Wochenende und ergänzte „Mülheim

bringt für das Jugendcamp gute Voraussetzungen

mit“. In der „kleinen Großstadt“ lägen die

Dinge nahe beieinander. „Ich bin außerdem froh,

dass viele junge Menschen in die Stadt kommen

und sich so zeigt, dass die Kirche auch jung und

lebendig sein kann“, sagt Hillebrand.

Die EJiR sieht das Jugendcamp als regelmäßig

veranstalteten „Kirchentag im Kleinen“.

Das Treffen von und für Jugendliche aus dem

ganzen Gebiet der rheinischen Kirche bietet vier

Tage lang ein buntes, inklusives Programm von

Workshops und Gottesdiensten, über Erlebnis-Parcours,

Sport-Turniere, Kunstaktionen und

Diskussionen bis hin zu Konzerten und Bühnenprogrammen.

Das Jugendcamp 2014 in Siegburg

stellte mit rund 3000 Jugendlichen einen

Teilnehmendenrekord auf.

Text: Nils Kruse

Jupf-Info Nr. 112/18 31


Wichtiges

Spendenaktion der Antoniter Siedlungsgesellschaft

Anträge bis

31. Mai 2018

möglich!

Weitere Infos und

das Antragsformular

erhält man bei:

Susanne Hermanns

E-Mail hermanns@

antoniter.de

Telefon 0172 2510087

ASG

Kartäusergasse 11

50678 Köln

Bereits zum sechsten Mal – seit 2013 – führt die

Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH im Ev. Kirchenverband

Köln und Region die Aktion „AntoniterStärktGemeindeleben!“

durch. „Wir freuen

uns, dass uns von Jahr zu Jahr mehr Spendenanfragen

erreichen und wir somit immer wieder

neue und sinnvolle Projekte im Ev. Kirchenverband

Köln und Region (EKV) mit einer Spende

unterstützen können“, sagt der Geschäftsführer

der ASG, Guido Stephan.

Mit der Spendenaktion wolle die ASG Kirchengemeinden,

Kirchenkreisen und kirchlichen

Institutionen aus dem EKV-Verbandsgebiet

mindestens 1% des Umsatzes, den sie im Vorjahr

durch deren technische und kaufmännische

Aufträge erwirtschaftet hat, in Form einer Spende

für ein besonderes soziales Projekt oder ein

Umwelt-und Energiesparprojekt zurückgeben,

erklärt er. In diesem Jahr könne ein Betrag von

insgesamt mindestens 7500,00 € verteilt werden.

Auch im Bereich der evangelischen Jugendarbeit

in Köln und Region wurden in den letzten

Jahren einige Projekte durch eine ASG-Spende

mitfinanziert.

Die Wohnungsbaugesellschaft wolle mit ihrer

Spende innovative Projekte anstoßen, die ohne

ihren Zuschuss vielleicht nicht ins Rollen kämen,

so Stephan. Ziel sei es, das Gemeindeleben

nachhaltig zu stärken und eine Gemeindeanbindung

im Stadtteil zu fördern. Einzige Voraussetzung:

Das Projekt sollte im laufenden oder

spätestens im kommenden Jahr starten.

Hinweise des Landesjugendrings

Angebot von Juleica-

Schulungen im Netz

www.juleica-ausbildung.de

Die Saison der Juleica-Schulungen und Juleica-Auffrischungskurse

ist eröffnet. Der Deutsche

Bundesjugendring hat eine Website

eingerichtet, auf der die Verbände/Vereine/

Gemeinden/Jugendämter usw. ihre Juleica-Schulugen

bzw. Juleica-Auffrischungskurse

anbieten könnten.

Die Landekoordinierungsstelle NRW

bekommt immer wieder Anfragen von

Jugendlichen oder angehenden Jugendleitern/-innen,

wo man Juleica-Kurse oder Auffrischungskurse

absolvieren kann. Der Verweis

auf die Seite www.juleica-ausbildung.

de ist aber nur dann sinnvoll, wenn dort auch

entsprechende Einträge zu finden sind. Daher

bittet der Landesjugendring noch einmal

alle Verantwortlichen, entsprechende Angebote

zu veröffentlichen. Das wäre für viele

Antragsteller/-innen sicherlich eine große

Erleichterung (und ihr hättet die Möglichkeit

ggf. noch freie Plätze zu belegen).

Die Anmeldung im Juleica-Ausbildungs-

Onlinetool ist ganz einfach.

Sollten sich Fragen ergeben: Cornelia

Naami steht gerne mit Rat und Tat zur

Seite. Telefon 0211 497666-15

Mail: naami@ljr-nrw.de

Förderprogramm Mikroprojekte

im Rahmen der Jugendpolitischen

Initiative 2018

Unter folgenden Bedingungen fördern wir

Projekte vor Ort:

• Der Dialog zwischen Entscheider_innen und

Jugendverbandler_innen bzw. Jugendringen

soll initiiert, beibehalten oder verstetigt

werden.

• Einmischende Jugendpolitik soll als Querschnittspolitik

jenseits von Jugendhilfepolitik

wahrgenommen werden (z.B. Umwelt,

Bildung, Mobilität, Verkehr, Finanzen…)

• Gleichzeitig kann die Perspektive zur Europawahl

eröffnet werden.

Fristen: 31. Mai 2018 / 31. August 2018

Max. Förderbetrag: 1.000,- Euro

Antragsformular zum Download unter:

www.jungesnrw.de/projektfoerderung

32 Jupf-Info Nr. 112/18


Politisches

Jugendsynode 2019

Die Landessynode 2018 hat beschlossen, dass

es vom 4. - 6. Januar 2019 eine Jugendsynode

vor der Landessynode geben wird.

Hierbei werden 50 VertreterInnen der Jugend

und 50 VertreterInnen der Landeskirche über

vorher festgelegt Themen diskutieren. Die

Fraktion der Landeskirche setzt sich aus 38

VertreterInnen der Kirchenkreise und 12 Mitgliedern

von Ausschüssen, sowie der Kirchenleitung

zusammen.

Die Jugenddelegation setzt sich aus dem Vorstand der Evangelischen Jugend im Rheinland, sowie VertreterInnen der Werke

und Verbände zusammen. Ein Nominierungsausschuss setzt sich aus Mitgliedern der Delegiertenkonferenz und dem Vorstand

zusammen und berät über die restlichen Mitglieder, welche dann, wie alle anderen Delegierten für die Jugendsynode,

auf einem eigenen Blog zu sehen sein werden. Die Themen für die Jugendsynode werden dann über diesen Blog bestimmt,

so ist die Hoffnung groß, dass sich viele Jugendliche und Mitarbeiter aus der Jugendarbeit daran beteiligen werden um die

einmalige Chance einer Jugendsynode zu nutzen.

Text: Daniel Drewes

Das Recht auf Religionsund

Weltanschauungsfreiheit

Zustimmung:

Neues EKD-Datenschutzgesetz

Zum zweiten Mal legen die Deutsche Bischofskonferenz

und die Evangelische Kirche in

Deutschland (EKD) einen „Ökumenischen Bericht

zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“ vor.

Die Broschüre präsentiert Fakten und beleuchtet

Zusammenhänge und Konflikte, die den Nährboden

für Gewalt gegen Christen bilden.

Schwerpunktthema ist das Recht, den Glauben

zu wechseln und einen neuen Glauben

anzunehmen. Autor dieses Schwerpunkts ist

Heiner Bielefeldt, Professor für Menschenrechte

und Menschenrechtspolitik an der Universität

Erlangen-Nürnberg und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter

für Religions- und Glaubensfreiheit.

Die Veröffentlichung des Berichts ist Teil der Bemühungen

beider Kirchen, auf die Situation bedrängter

Christen aufmerksam zu machen. Jährliche

Fürbitten der evangelischen Kirche in der

Passionszeit (Reminiszere) sowie der katholische

Gebetstag am 26. Dezember (Stephanustag)

stellen wichtige Aktivitäten in den Gemeinden

dar. Daneben setzen sich die Kirchen durch Interventionen

bei Botschaftern und Regierungen

für notleidende Christen ein, unterstützen unter

Druck stehende Kirchen materiell und sprechen

mit politisch Verantwortlichen in Deutschland

und Europa.

Informationen:

www.ekd.de/bosse-huber-verteidigung-vonreligionsfreiheit-wird-wichtiger-31490.htm

Der Beauftragte für den Datenschutz der

Evangelischen Kirche in Deutschland, Michael

Jacob, begrüßt die umfassende Novellierung

des EKD-Datenschutzgesetzes (DSG-EKD).

Nachdem die EKD-Synode im November 2017

die Novellierung beschlossen hatte, stimmte

jetzt hat auch die Kirchenkonferenz der EKD

dem Kirchengesetz zu. Es tritt am 24. Mai 2018

in Kraft. Mit dem neuen DSG-EKD wird das

kirchliche Datenschutzrecht auf der einen Seite

an einheitliche europäische Datenschutzstandards

angepasst und auf der anderen Seite

werden kirchliche Besonderheiten im Datenschutz

besonders berücksichtigt. So leistet das

kirchliche Datenschutzrecht auch im Rahmen

eines verantwortungsvollen Umgangs mit der

Digitalisierung seinen Beitrag zur Wahrung der

Persönlichkeitsrechte.

Informationen:

datenschutz.ekd.de/news/

Jupf-Info Nr. 112/18 33


kurz notiert

>> www.faire-kohle.de

Faire Kohle:

Grillgenuss mit

gutem Gewissen

Mit der Fairen Kohle wird das

nächste Grillen nicht nur zum

geschmacklichen Highlight,

sondern auch zum Beitrag

für eine bessere Welt.

Rund 90 Prozent der Grillkohle in Deutschland

werden aus dem Ausland importiert. Ein Großteil

davon stammt aus Ländern des Südens, wo

zur Herstellung von Grillkohle meist Primärwald

gerodet wird. Hier möchte die Faire Kohle alles

anders machen. Ihr Ausgangsmaterial ist ein

Abfallprodukt in etlichen Landstrichen auf den

Philippinen: Kokosnussschalen.

Seit jeher werden die getrockneten Kokosschalen

auf den Philippinen als Brennmaterial

verwendet. Der traditionelle Brennstoff ist

CO2-neutral, da in der Schale durch Photosynthese

Kohlenstoffdioxid aus der Luft gebunden

wurde. So wird aus der verkohlten Kokosschale

die ideale Grundlage für ein nachhaltiges

Grillen.

CHORMUSICAL

„MARTIN LUTHER KING“

Nach dem Pop-Oratorium „Luther“ und dem

Chormusical „Amazing Grace“ startet die

Stiftung Creative Kirche das Projekt „Martin

Luther King - Das Chormusical“. Für die

Premiere am 9. Februar 2019 in Essen bildet

sich ein Chor aus bis zu 1.400 Sängerinnen

und Sängern. Ab sofort werden Sängerinnen

und Sänger gesucht, die Lust haben, dieses

Chormusical an gemeinsamen Proben und

im eigenen Chor vorzubereiten, um es dann

zusammen mit Bigband und Solisten in Essen

zu präsentieren. Die Uraufführung in Essen ist

der Auftakt einer bundesweiten Konzertreihe,

die ab 2020 stattfinden wird.

Jetzt anmelden! www.king-musical.de

AKTION #GIBMIREINZEICHEN

Die vom Deutschen Kulturrat organisierte „Initiative kulturelle Integration“

will eine breitere gesellschaftliche Debatte über Zusammenhalt und Vielfalt in

Deutschland. Dafür hat die Initiative die Aktion „#gibmireinzeichen“ gestartet,

mit der ein Symbol gesucht wird, das künftig für Zusammenhalt, Toleranz und

Integration steht. Jeder kann am Wettbewerb teilnehmen: ob Schulklasse, Verein

oder Einzelperson. Gesucht wird eine Skizze, Zeichnung, Fotografie oder ein Text.

Ideen und Beiträge für ein Logo können über die Homepage der Initiative

eingereicht werden. In einem zweistufigen Juryverfahren wird die Idee für das

gesuchte Zeichen unter allen bis zum 30. April 2018 angenommenen Einreichungen

ausgewählt.

Kontakt:

Initiative kulturelle Integration

c/o Deutscher Kulturrat e. V.

Mohrenstraße 63 | 10117 Berlin

Tel.: 030 22605280

E-Mail: integration@kulturrat.de

Die 15 Thesen zur Aktion gibts im Internet:

http://kulturelle-integration.de/thesen/Internet: www.gibmireinzeichen.de

?

Wann und warum gehen Menschen heute zur Kirche? An welchen Gottesdiensten

nehmen sie teil? Was macht einen Gottesdienst attraktiv und einladend?

Die Liturgische Konferenz in der Evangelischen Kirche in Deutschland

(EKD) hat eine Online-Umfrage gestartet, um genauer herauszufinden,

warum Menschen einen evangelischen Gottesdienst besuchen.

34 Jupf-Info Nr. 112/18

Hier geht‘s zur Umfrage: www.zur-kirche.de


kurz notiert

Protestant-O-Mat

Evangelisch sein kann man

auf ganz unterschiedliche Art

und Weise. Bildung, Musik,

Frömmigkeit, Verantwortung,

Toleranz und Humor prägen

den Protestantismus, aber

auch Regeln, Arbeit und

Gewissen.

Welche protestantische Persönlichkeit ähnelt mir? Mit welcher historischen

Person haben Sie am meisten Übereinstimmungen?

Nach 22 Fragen gibt es die Antwort. www.evangelisch.de/protestantomat

Public Viewing

in Kirchengemeinden

Kirchengemeinden, die Spiele der Fußball-WM

übertragen möchten, müssen keine Lizenz

bei der FIFA beantragen. Allerdings wird die

EKD keinen Pauschalvertrag mit der GEMA für

ihre Gemeinden abschließen. Die Gemeinden

müssen daher ihrerseits Lizenzen bei der GEMA

erwerben. Allerdings greift für sie der bereits

bestehende Gesamtvertragsnachlass der EKD

von 20 Prozent.

Die Tarife entsprechen in der Höhe in etwa

denen für die Übertragung von Fußballspielen

anlässlich der Europameisterschaft im Jahr 2016.

Kirchengemeinden müssen bei einer Raumgröße

von bis zu 200 Quadratmetern mit Kosten

von rund 100 Euro rechnen. Mit der einmaligen

Zahlung sind alle Fernsehwiedergaben abgegolten.

Evangelische Jugend im Rheinland

mit neuer Homepage

Knapp ein Jahr hat es gedauert, dann war es vollbracht. Die Homepage der

Evangelischen Jugend im Rheinland www.ejir.de erstrahlt in komplett neuem

Design. Daniel Drewes, Referent im Amt für Jugendarbeit der EKiR überarbeitete

die Seite mit der Hilfe der Projektgruppe Öffentlichkeitsarbeit der

Delegiertenkonferenz komplett.

Neben einer Übersicht über alle Mitglieder und vielen Erklärungen zur

Delegiertenkonferenz findet sich auch ein Social Media Stream, der alle

Beiträge mit dem #ejir auf der Seite wiederspiegelt. Nicht nur durch diese

Beiträge, sondern durch die gesamte Homepage präsentiert sich die

Evangelische Jugend im Rheinland wie sie ist: bunt, lebendig und vielfältig.

www.ejir.de

#ejir

Informationen und Tarife unter

www.gema.de/musiknutzer/

tarife-formulare/tarif-fs-wm-2018

Kontakt: GEMA, 11506 Berlin

Tel.: 030 58858999

E-Mail: kontakt@gema.de

Jupf-Info Nr. 112/18 35


kurz notiert

Köln geht als erste Millionenstadt Verpflichtung zu Kinderrechten ein

Verleihung des Siegels

„Kinderfreundliche Kommune“

Text:

www.stadt-koeln.de/

politik-und-verwaltung/

presse/

Köln ist die erste Millionenstadt Deutschlands,

die sich den Kinderrechten verpflichtet. Mit

einem Aktionsplan hatte sich die Stadt beworben

und wurde von der Initiative „Kinderfreundliche

Kommunen“ des Deutschen Komitees für

UNICEF und des Deutschen Kinderhilfswerks mit

dem Siegel für Kinder- und Jugendfreundlichkeit

ausgezeichnet.

Nach einem Ratsauftrag hat die Verwaltung

einen Aktionsplan „Kinder- und jugendfreundliche

Kommune“ erstellt mit folgenden Zielen:

Vorrang des Kindeswohls und der Kinderrechte

in allen Verwaltungsebenen, Partizipation von

Kindern und Jugendlichen, Kinderfreundliche

Rahmengebung und Information über Kinderrechte.

Innerhalb der kommenden drei Jahre soll der

Plan in konkretes Handeln umgesetzt werden.

Seit einigen Jahren schon erfolgt die Neu- und

Umplanung von Spielplätzen gemeinsam mit

den künftigen Nutzern, was zu großer Zufriedenheit

nach der Fertigstellung geführt hat.

Dieses Erfolgsmodell der Partizipation von

Kindern und Jugendlichen soll auf möglichst alle

Bereich ausgeweitet werden, wo die Interessen

der Jüngsten in der Stadt betroffen sind.

Zeitnah soll in Form eines Jugendbüros eine Anlaufstelle

für Kinder und Jugendliche geschaffen

werden, wo sie auf Fachkräfte der Stadt und des

Jugendrings treffen. Sie können sich informieren,

beraten lassen und sich an Maßnahmen und

Projekten beteiligen. Unterstützung erhalten

sie von zahlreichen Ämtern aus der Stadtverwaltung

und Trägern der freien Jugendhilfe. Für

das Jugendbüro sind derzeit zweieinhalb Stellen

ausgeschrieben und die Stadt ist auf der Suche

nach passenden Räumlichkeiten.

Im Jugendbüro soll auch das nächste konkrete

Projekt mit dem Titel „Geld in die Hand von

Kindern und Jugendlichen“ umgesetzt werden.

Jugendliche aus der ganzen Stadt sind aufgefordert,

zukünftig Ideen zu entwickelt und ihre

Vorhaben auch selbst umzusetzen. Für jeden

Stadtbezirk stehen hierfür Partizipationsmittel in

Höhe von 5.000 Euro zur Verfügung. Aber auch

darüber hinaus sollen sich Kinder und Jugendliche

als Experten für ihre eigenen Belange

beteiligen können.

GUT DRAUF – die Qualitätsmarke für qualifizierte

Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendarbeit

www.gutdrauf.net

GUT DRAUF ist ein Programm der Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur

Verbesserung der Gesundheit von Mädchen und

Jungen im Alter von 5 bis 18 Jahren.

Die Gesundheit soll durch Angebote zur gesunden

Ernährung, ausreichender Bewegung und

Stressregulation beeinflusst werden. Dabei setzt

die Aktion an den Interessen und Bedürfnissen

von Mädchen und Jungen an.

Junge Menschen erfahren, dass es möglich

ist, gesund zu leben – auf unkomplizierte und

unterhaltsame Weise. Im Kern geht es um das

Wechselspiel von ausgewogener Ernährung,

ausreichender Bewegung und einem positiven

Umgang mit Stress.

Die Aktion richtet sich an Einrichtungen und

Fachkräfte, die mit Jugendlichen in unterschiedlichen

Handlungsfeldern pädagogisch zusammenarbeiten.

Ziel ist es, gesundheitsgerechte

Angebote und Strukturen in Lebenswelten von

Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verankern.

36 Jupf-Info Nr. 112/18


Medien und Material

Medienprojekt Wuppertal

Heimat ist, wo …

Eine Filmreihe zum Thema Heimat und Nationalgefühl

Aktuelle Erhebungen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der

deutschen Jugendlichen sich (wieder) positiv zur eigenen Nation bekennt.

Eine Mehrheit unter den Deutschen mit Migrationshintergrund

fühlt sich »deutsch«, viele Jugendliche sind stolz auf Deutschland

als Heimatland. Die Grenzen zum übersteigerten Nationalismus sind

dabei fließend. Heimat und Nationalgefühl spielen eine identitätsstiftende

Rolle in einer globalisierten und heterogenen Welt, die für viele

Jugendliche zunehmend unüberschaubar und unsicher wirkt.

In Dokumentar- und Kurzspielfilmen reflektieren junge Menschen ihre

eigene Haltung zum Thema Heimat und Nationalgefühl. Die Filmreihe

dient dem Abbau von Vorurteilen und der Unterstützung von Diversität

und der Meinungsvielfalt von Menschen in einem demokratischen

System, ohne andere Menschen durch die eigene Einstellung negativ

zu tangieren.

DVD zum Kauf (32,- EUR) oder Ausleihe (12,- EUR)

und als Video on Demand per Streaming (ab 9,- EUR)

erhältlich.

Bestellung über www.medienprojekt-wuppertal.de.

das baugerüst 1-18

„Leben im Sozialraum“

„In einem Stadtteil oder in einem Dorf gibt

es die unterschiedlichsten Räume, in denen

Menschen oder Kulturen bzw. Teilkulturen zusammen

leben“, sagt der Hamburger Pädagoge

Benedikt Sturzenhecker in dem Gespräch für

die baugerüst-Ausgabe zum Thema Sozialraum.

„Sie alle leben in diesem Raum, handeln darin

und erzeugen ihn damit.“ Von daher, so Sturzenhecker

weiter, kommt Jugendarbeit gar nicht

umhin, die Sozialräume der Kinder und Jugendlichen

zur Kenntnis zu nehmen. Professionelle in

dieser Arbeit „müssen wissen, wer ist noch hier

an diesem Ort, was tun die anderen, wie sehen

sie die Welt, wo haben wir gemeinsam etwas zu

entscheiden, wo sind die Konflikte?“

Es geht um die Wahrnehmung des eigenen Raumes:

„Meine Stadt, mein Viertel, meine Gegend,

mein Zuhause, mein Block“, das gilt für die Arbeit

mit Kindern und Jugendlichen genauso

wie für eine Kirchengemeinde.

Die Autorinnen und Autoren gehen in dem

Heft der Frage nach: Welche Bedeutung der

soziale Raum in der Jugendarbeitspädagogik

hat, welchen Chancen er eröffnet und

wie dies in die Konzeption der eigenen

Arbeit einfließen könnte; theologische

Aspekte für die Arbeit im Sozialraum

werden beschrieben nach den Veränderung

vom realen zum digitalen Raum

gefragt. Hinweise für die Analyse des

Sozialraums und Beispiele aus der Praxis

schließen sich an.

Das Heft mit Hintergrundberichten, Gespräch und Beiträgen aus

der Praxis kann hier bestellt werden: (Kosten: 5 Euro)

Redaktion das baugerüst, Postfach 45 01 31, 90212 Nürnberg

E-Mail: baugeruest@ejb.de, Internet: www.baugeruest.ejb.de

Mehr Infos: www.kika.de/schnitzeljagd-mit-christus-um-die-welt

Von der gigantischen Jesus-Straßenparty in Sao Paulo bis zur stillen

Andacht der rumänischen Nonne Gabriela: Das KiKA-Kulturformat

„Schnitzeljagd - Mit Christus um die Welt“ begibt sich auf die Suche

nach der Faszination der mit über zwei Milliarden Gläubigen größten

Religion der Welt.

Für diese Herausforderung tritt Schauspielerin und Moderatorin

Amy Mußul an die Seite des erfahrenen Schnitzeljägers Ben. Beide

liefern sich bei der Suche nach dem Geheimnis des Christentums

einen Wettlauf um die Welt.

Jupf-Info Nr. 112/18 37


Persönliches

Mein Name ist Franziska Froböse, ich bin seit dem 1. Februar neue Jugendleiterin der

Gemeinde Köln und mit 15 Wochenstunden für Angebote in der Thomas- und Christuskirche

zuständig. Ich bin 28 Jahre alt und lebe mit meiner Familie seit zwei Jahren in Ehrenfeld.

Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde haben mich in meiner Jugend sehr geprägt und

so bin ich nun sehr froh, in die Gemeindearbeit als Hauptamtliche zurückkehren zu können.

Nach einem Diakonischen Jahr in Schweden und einem ausgedehnten Studium in den

Bereichen Ev. Theologie, Erziehungswissenschaften und Soziale Arbeit in Bielefeld und

Berlin, bin ich in der Eltern-Kind-Arbeit und der ambulanten Familienhilfe tätig gewesen.

Franziska Froböse

Gemeinde Köln

In meiner Arbeit möchte ich Euch dafür begeistern, dass wir uns mit unserem ganz persönlichen

und vielfältigen Glauben auseinandersetzen, Fragen über Gott und die Welt

stellen und eine ansteckende Gemeinschaft erfahren! Dabei können wir auf Traumreise

gehen, achtsam und leise in uns hinein hören, oder zusammen im Hochseilgarten klettern

und auf erlebnisreiche Freizeiten fahren.

Ich werde eine neue Kindergruppe an der Christuskirche und einen Jugendtreff in der

Thomaskirche leiten. Darüber hinaus darf ich auch die neue monatliche Jugendgottesdienstreihe

„Masters of ceremony“ sowie den Konfirmand*innen-unterricht begleiten.

Ich heiße Marc Schmidt. Seit dem 1. Januar 2018 bin ich Teil der Evangelischen Kirchengemeinde

Bickendorf und als Gemeindepädagoge für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen

und Erwachsenen angestellt.

Tätigkeitsfelder und Wünsche für meine Arbeit: Altersgerechte Angebote für Kinder

und Jugendliche konzipieren, Kinder- und Jugendgottesdienste gestalten, auf

Ferienfreizeiten im In- und Ausland unterwegs sein, mit Jugendlichen und jungen

Erwachsenen Glaubens- und Lebensfragen teilen dürfen – das sind Aspekte, die ich

an meiner Arbeit liebe und schätze.

Einen wichtigen Schwerpunkt von Kinder- und Jugendarbeit im christlichen Kontext

stellt für mich die Gewinnung, Förderung und Begleitung junger Ehrenamtlicher

für die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde vor Ort dar. Ein weiterer

wichtiger Aspekt ist für mich der Blick über den „Tellerrand“ der eigenen Gemeinde

hinaus. Ich wünsche mir, dass durch meine Arbeit hier in der Gemeinde

Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein Stück Heimat und Freiraum zur

Verfügung gestellt wird. Heimat, in der sie sich bedingungslos angenommen

fühlen können und Raum haben, sich und ihre Potenziale und Begabungen zu

entfalten. Freiraum, in dem sie sich, andere Menschen und Gottes Liebe entdecken

können.

Marc Schmidt

Kirchengemeinde Bickendorf

Mein Name ist Judith Stappert und ich leite seit September den Kinder- und Jugendbereich

der Kirche zum Heilsbrunnen. Bereits während meines Studiums „Soziale Arbeit“

an der Katholischen Hochschule Köln habe ich ehrenamtlich in der Gemeinde gearbeitet.

Judith Stappert

Kirche zum Heilsbrunnen

Ein Bestandteil meiner Arbeit liegt in der Kindertagesstätte, indem ich wöchentlich

religionspädagogische Kindergruppen anbiete, um den Kindern durch Lesen in der Kinderbibel,

Spiele und Basteln einen ersten Zugang zu Kirche und zum Glauben zu geben.

Gemeinsam mit dem Pfarrer und zwei ehrenamtlichen Helfern unterstützte ich das

Team des Konfirmandenunterrichts. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit sind die Sommerfreizeiten

für Jugendliche nach Schweden und nach Südfrankreich.

In den Herbstferien 2018 wird ein Leuchtturmprojekt in einer Kooperation mit dem

Jugendreferat Köln Rechtsrheinisch in der Kirche zum Heilsbrunnen stattfinden. Drei

Tage lang können Kinder an den Legobautagen mit tausenden Legosteinen ihre

eigene kindgerechte Stadt bauen und diese anschließend den Eltern, Stadtverwaltung

und Politikern aus Bergisch Gladbach vorstellen.

38 Jupf-Info Nr. 112/18


Persönliches

Siggi Schneider als Jugendreferentin im Kirchenkreis Köln-Süd eingeführt

Im Rahmen eines Jugendgottesdienstes in der Johanneskirche in Brühl wurde Siggi Schneider feierlich vom

Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd , Dr. Bernhard Seiger, und von Synodalassessor

Rüdiger Penczek in ihr Amt als Jugendreferentin eingeführt. Dass Schneider in ihrem Kirchenkreis keine

Unbekannte mehr ist, wurde in Penczeks Ansprache zur Einführung der Jugendreferentin deutlich: „Wer Siggi

Schneider kennt, weiß, dass sie nicht gerne im Mittelpunkt steht, dass sie viel Humor hat und vor allem, dass

sie die Känguru-Chroniken von Mark-Uwe Kling liebt“, beschrieb er sie und zog prompt ein Känguru aus der

Tasche, das, wie er erklärte, seit kurzem bei ihm eingezogen sei.

Mit dem Tier tauschte er sich auf humorvolle Art über die Bibelstelle Jeremia 9, 22-23 aus. Das Känguru sei

ein Botschafter dafür, dass Schneider in den nächsten Jahren viel mit den Menschen im Kirchenkreis und im

Kirchenverband machen werde, um das zum Leuchten zu bringen, was in so einem Gespräch mit einem Känguru

vorkommen kann, erklärte Superintendent Dr. Bernard Seiger im Anschluss. „Nämlich all das, was im

Leben vorkommt, das kommt auch in der Kirchenarbeit vor“, sagte er. „Und das, was mit dem Leben zu tun

hat, hat auch immer mit Gott zu tun!“, stellte er fest und bat um Gottes Segen für die Arbeit der Jugendreferentin

und das Entstehen einer guten Gemeinschaft mit all den Menschen, mit denen sie diese Arbeit

gemeinsam tun wird.

Text/Foto: Susanne Herrmanns

Superintendent Dr. Bernhard Seiger (li.) und Synodalassessor

Rüdiger Penczek führten Siggi Schneider in ihr neues Amt als

Jugendreferentin im Kirchenkreis Köln-Süd ein

Impressum:

Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt:

Evangelisches Jugendpfarramt • Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend in Köln

und Umgebung im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region

Kartäuserwall 24 b • 50678 Köln • Telefon 0221 931801-12

E-mail info@jupf.de www.jupf.de

Layout/redaktionelle Zusammenstellung:

Claudia Klein-Adorf

Bildnachweis: sofern nicht auf den einzelnen Seiten angegben: unsplash.com;

pixabay.com; Privat

Druckerei:

Krüger Medienhaus KG • Seilerstraße 3 • 57627 Hachenburg

Die nächste Ausgabe erscheint im

August/September2018

Themenschwerpunkt: Jugendverband

Redaktionsschluss: 30. Juni 2018

Anregungen, Texte, Bilder bitte direkt

an Claudia Klein-Adorf

E-Mail: klein-adorf@jupf.de

Jupf-Info Nr. 112/18 39


Freiwilliges Soziales Jahr

[D]EIN JAHR!

im Evangelischen Jugendpfarramt

Du bist mindestens 18 Jahre alt und hast Lust

in vielen verschiedenen Projekten in der

evangelischen Jugendarbeit mitzuarbeiten?

Dann ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

bei uns genau das Richtige für dich!

Neugierig? Dann bewirb‘ dich jetzt!

Mehr Infos gibt es unter

www.jupf.de

Evangelisches Jugendpfarramt

Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend

in Köln und Umgebung

im Evangelischen Kirchenverband

Köln und Region

Kartäuserwall 24 b | 50678 Köln

Telefon 0221 931801-0

E-Mail info@jupf.de

Was wir bieten:

• erste Einblicke und Erfahrungen

im sozialen Bereich

• Mitarbeit bei der Organisation

von Projekten (Planung,

Öffentlichkeitsarbeit, Durchführung ,...)

• Möglichkeit eigene Ideen und

Projekte einzubringen

40 Jupf-Info 12/17

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