Jupf-Info:112

daniel.drewes

In der neuen Ausgabe des Infos geht es um das Schwerpunktthema Frieden und 100 Jahre Ende des ersten Weltkriegs. Verschiedene Projekte und Berichte runden das Heft ab.

Anregendes

Energie für Frieden

Entwickelt und erprobt

wurden die Planspiele

von dem Verein

En Paz e.V.

in Zusammenarbeit

mit den auf Planspiele

spezialisierten Vereinen

planpolitik e.V.

und CRISP e.V.

www.en-paz.de

Ein neues systemisches Lernspiel zu zivilem

Engagement in internationalen Konflikten

Bei Civil Powker bespielen die Jugendlichen

ihre Handlungsmöglichkeiten in Deutschland

anlässlich eines konkreten, irgendwo in der

Welt ausbrechenden Konfliktes. Dafür schlüpfen

junge Menschen ab 14 Jahre in individuelle

Rollen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und

Politik, gestalten diese aus, beschäftigen sich

mit ihren verschieden Interessen und Werten,

lernen Verflechtungen kennen und empfinden

Einflussmöglichkeiten nach. Ziel des eintägig

konzipierten Lernspiels ist es, die existierenden

Handlungsspielräume in Deutschland vor

allem im zivilgesellschaftlichen, aber auch im

wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich

aufzuzeigen und erfahrbar zu machen.

Der letzte Diktator

Schauplatz des Planspiels ist das fiktive Land

Revelien, in dem seit 30 Jahren ein Diktator

herrscht. Korruption, eine schwache Wirtschaft,

hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine harsche

Unterdrückung des Widerstandes führen zu

Spannungen und Unzufriedenheit in weiten

Teilen der Bevölkerung. Einige Akteure im Land

möchten, dass der Diktator an der Macht bleibt,

andere Akteure, vor allem junge Menschen,

wollen die Revolution. Gerade haben Wahlen

stattgefunden, die den amtierenden „Präsidenten“

mit großer Mehrheit bestätigen. Die

Jugendbewegung zweifelt das Wahlergebnis

jedoch an. Sie fordert eine Neuauszählung der

Wahlzettel und kündigt an, den Platz erst dann

zu räumen, wenn die Stimmzettel noch einmal

ausgezählt wurden. In einem längeren Prozess

versucht nun die Opposition, soviele Menschen

wie möglich auf den Platz und damit das Regime

zu Zugeständnissen bzw. zum Aufgeben zu

bewegen. Die Regierung ihrerseits versucht mit

verschiedenen Mitteln, den Platz zu räumen und

die Opposition zu unterdrücken. Die SchülerInnen

nehmen die Rollen von

einer der fünf Akteursgruppen

ein: Jugendbewegung, Regierung,

Nikitisten, Bürgerliche

und WirtschaftsvertreterInnen.

Am Ende des Planspiels

wird über einen Vorschlag

der Regierung verhandelt

und abgestimmt.

In dem Planspiel muss das fiktive Land Kalatien

das Problem der Energieversorgung lösen. Kalatien

hat erst vor Kurzem die Unabhängigkeit von

Ragasien verlangt und ist aufgrund seiner maroden

Wirtschaft auf die finanzielle Unterstützung

von außen angewiesen. Außerdem produziert

das Land zu wenig Energie und kann es sich

nicht leisten, Energie aus den Nachbarländern

zu kaufen. Die Regierung steht nun unter Druck,

dieses Problem endlich anzupacken und die

wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Die

EU hat zugesagt, Kalatien bei der Lösung der

Energiefrage finanziell zu unterstützen. Dafür

muss das Land jedoch einen Lösungsvorschlag,

d.h. ein Referendum, einreichen. Die Jugendlichen

nehmen die Rollen verschiedener Interessensgruppen

ein, die in zwei

Verhandlungsrunden eine der

drei Optionen Braunkohlekraftwerk,

Wasserkraftwerk

oder erneuerbare

Energien durchsetzen

möchten.

Krieg in Ixland -

Frieden in Bergistan

In Ixland herrscht Krieg: Seit Jahren kämpft

das Militär gegen die Bevölkerung der Region

Bergistan. Teile der Bevölkerung dieser

Region wollen sich von Ixland abspalten und

ein selbständiges Land werden. Dies will die

Regierung aber mit allen Mitteln verhindern,

denn vor einigen Jahren wurden in Bergistan

seltene und wertvolle Metalle entdeckt, die für

die Produktion von Computern, Handys etc.

gebraucht werden. In der Auseinandersetzung

zwischen der Bevölkerung und der Armee hat es

bereits viele Tote gegeben. Der Konflikt spitzt

sich seitdem zu, und es scheint keine Lösung zu

geben. Die Fortschritts- und Wohlstandspartei

möchte den Status Quo um jeden Preis erhalten

und Bergistans Abspaltung verhindern. Die Bergrebellen

und die Bürgerinititative Bergistans

kämpfen für die Unabhängigkeit Bergistans

– die einen mit Gewalt, die anderen ohne. Die

Ixland People for Peace möchten vor allem

Krieg verhindern und stattdessen die Situation

auf friedliche Weise lösen. Der Rat der Ältesten

hat nun aufgrund der aktuellen Spannungen im

Land zu einem Treffen aller involvierten Parteien

geladen. Ziel des Treffens ist es, einen Friedensvertrag

auszuhandeln, mit dem alle Parteien gut

leben können.

14 Jupf-Info Nr. 112/18

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