Aufrufe
vor 1 Woche

Jupf-Info:112

In der neuen Ausgabe des Infos geht es um das Schwerpunktthema Frieden und 100 Jahre Ende des ersten Weltkriegs. Verschiedene Projekte und Berichte runden das Heft ab.

Anregendes Energie für

Anregendes Energie für Frieden Entwickelt und erprobt wurden die Planspiele von dem Verein En Paz e.V. in Zusammenarbeit mit den auf Planspiele spezialisierten Vereinen planpolitik e.V. und CRISP e.V. www.en-paz.de Ein neues systemisches Lernspiel zu zivilem Engagement in internationalen Konflikten Bei Civil Powker bespielen die Jugendlichen ihre Handlungsmöglichkeiten in Deutschland anlässlich eines konkreten, irgendwo in der Welt ausbrechenden Konfliktes. Dafür schlüpfen junge Menschen ab 14 Jahre in individuelle Rollen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik, gestalten diese aus, beschäftigen sich mit ihren verschieden Interessen und Werten, lernen Verflechtungen kennen und empfinden Einflussmöglichkeiten nach. Ziel des eintägig konzipierten Lernspiels ist es, die existierenden Handlungsspielräume in Deutschland vor allem im zivilgesellschaftlichen, aber auch im wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich aufzuzeigen und erfahrbar zu machen. Der letzte Diktator Schauplatz des Planspiels ist das fiktive Land Revelien, in dem seit 30 Jahren ein Diktator herrscht. Korruption, eine schwache Wirtschaft, hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine harsche Unterdrückung des Widerstandes führen zu Spannungen und Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung. Einige Akteure im Land möchten, dass der Diktator an der Macht bleibt, andere Akteure, vor allem junge Menschen, wollen die Revolution. Gerade haben Wahlen stattgefunden, die den amtierenden „Präsidenten“ mit großer Mehrheit bestätigen. Die Jugendbewegung zweifelt das Wahlergebnis jedoch an. Sie fordert eine Neuauszählung der Wahlzettel und kündigt an, den Platz erst dann zu räumen, wenn die Stimmzettel noch einmal ausgezählt wurden. In einem längeren Prozess versucht nun die Opposition, soviele Menschen wie möglich auf den Platz und damit das Regime zu Zugeständnissen bzw. zum Aufgeben zu bewegen. Die Regierung ihrerseits versucht mit verschiedenen Mitteln, den Platz zu räumen und die Opposition zu unterdrücken. Die SchülerInnen nehmen die Rollen von einer der fünf Akteursgruppen ein: Jugendbewegung, Regierung, Nikitisten, Bürgerliche und WirtschaftsvertreterInnen. Am Ende des Planspiels wird über einen Vorschlag der Regierung verhandelt und abgestimmt. In dem Planspiel muss das fiktive Land Kalatien das Problem der Energieversorgung lösen. Kalatien hat erst vor Kurzem die Unabhängigkeit von Ragasien verlangt und ist aufgrund seiner maroden Wirtschaft auf die finanzielle Unterstützung von außen angewiesen. Außerdem produziert das Land zu wenig Energie und kann es sich nicht leisten, Energie aus den Nachbarländern zu kaufen. Die Regierung steht nun unter Druck, dieses Problem endlich anzupacken und die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Die EU hat zugesagt, Kalatien bei der Lösung der Energiefrage finanziell zu unterstützen. Dafür muss das Land jedoch einen Lösungsvorschlag, d.h. ein Referendum, einreichen. Die Jugendlichen nehmen die Rollen verschiedener Interessensgruppen ein, die in zwei Verhandlungsrunden eine der drei Optionen Braunkohlekraftwerk, Wasserkraftwerk oder erneuerbare Energien durchsetzen möchten. Krieg in Ixland - Frieden in Bergistan In Ixland herrscht Krieg: Seit Jahren kämpft das Militär gegen die Bevölkerung der Region Bergistan. Teile der Bevölkerung dieser Region wollen sich von Ixland abspalten und ein selbständiges Land werden. Dies will die Regierung aber mit allen Mitteln verhindern, denn vor einigen Jahren wurden in Bergistan seltene und wertvolle Metalle entdeckt, die für die Produktion von Computern, Handys etc. gebraucht werden. In der Auseinandersetzung zwischen der Bevölkerung und der Armee hat es bereits viele Tote gegeben. Der Konflikt spitzt sich seitdem zu, und es scheint keine Lösung zu geben. Die Fortschritts- und Wohlstandspartei möchte den Status Quo um jeden Preis erhalten und Bergistans Abspaltung verhindern. Die Bergrebellen und die Bürgerinititative Bergistans kämpfen für die Unabhängigkeit Bergistans – die einen mit Gewalt, die anderen ohne. Die Ixland People for Peace möchten vor allem Krieg verhindern und stattdessen die Situation auf friedliche Weise lösen. Der Rat der Ältesten hat nun aufgrund der aktuellen Spannungen im Land zu einem Treffen aller involvierten Parteien geladen. Ziel des Treffens ist es, einen Friedensvertrag auszuhandeln, mit dem alle Parteien gut leben können. 14 Jupf-Info Nr. 112/18

Anregendes Frieden sichtbar machen, selbst aktiv werden und andere zum Engagement motivieren, ungewöhnliche Orte aufsuchen und neue Wege gehen, überraschen und hinterfragen, all das steckte im Motto des Friedensprojektes der Evangelischen Jugend Bad Honnef: Tatort Frieden. Bereits im dritten Jahr von der OVB Vermögensberatung in Köln durch Vermittlung des Aalkönigvereins finanziert, haben die Jugendlichen die Kunst sprechen lassen. Unter Leitung der Honnefer Künstlerin Franca Perschen wurden öffentliche Plätze, Schaufenster und leerstehende Geschäftsräume „bespielt“ und die Honnefer Bevölkerung zur Auseinandersetzung mit dem Thema Frieden angeregt. Ein halbes Jahr lang haben sich die Jugendlichen vorbereitet: Woche für Woche trafen sie sich mit dem Jugendleiter der Evangelischen Kirchengemeinde, Andreas Roschlau, diskutierten, planten, organisierten und probierten aus, bis schließlich viele tolle Kunstwerke auf dem Rosenfest in Bad Honnef präsentiert werden konnten. In Zusammenarbeit mit dem Centrum e.V. hat die Ev. Jugend 20 Geschäftsleute dafür gewinnen können, ihre Schaufenster für die Kunstaktion zur Verfügung zu stellen. Bereits im Februar lernten die Jugendlichen bei einem Workshop mit mehreren Künstlern ver- schiedene Techniken, wie sie das Thema Frieden kreativ umsetzen können: Graffiti, Tape Art, Siebdruck, Zeichnung oder Photoshop, jeder durfte sich ausprobieren und „sein Ding“ finden. Auch das Logo des Projekts entwickelten die Jugendlichen selbst: ein Peacezeichen auf einer Zielscheibe. Zwei Jugendliche haben sich zudem etwas ganz Besonderes ausgedacht. In einem Leerstand unterhalb der Post hatten sie eine Flüchtlingsunterkunft nachgestellt und die Geschichten zweier Flüchtlinge dokumentiert. „Wie weit geht du?“ oder „Was nimmst du mit?“, zwei Fragen, die sich von uns wohl keiner stellt, die für viele Flüchtlinge jedoch innerhalb weniger Stunden beantwortet sein müssen. Denn viel kann man nicht mitnehmen und viel bleibt am Ende der Flucht auch nicht übrig. Das wurde einem in diesen Räumen mehr als klar. „Frieden beginnt“ – mit dieser und anderen, auch provozierenden Aussagen, die ebenfalls in den Schaufenstern in Leuchtkästen zu sehen waren, hoffen die Jugendlichen möglichst viele Menschen dazu animieren zu können, sich selbst Gedanken zu machen und angesichts der starken medialen Berichterstattung über Krieg und Gewalt nicht in Resignation zu verharren, sondern Tatorte des Friedens zu entdecken bzw. selbst einer zu werden. Mit dem Kunstprojekt „Tatort Frieden“ wollten sie die Menschen für das Thema Frieden sensibilisieren und im besten Fall zu eigenem Engagement motivieren. Denn so viel ist klar: „Frieden fällt nicht vom Himmel, dafür müssen wir schon selbst etwas tun!“ lautet das zupackende Statement der knapp 30 aktiven Jugendlichen. Text und Bilder: Andreas Roschlau Jupf-Info Nr. 112/18 15

Handreichung zum Volkstrauertag 2013 - 100 Jahre Erster Weltkrieg
Aus Gottes Frieden leben - Evangelische Kirche in Deutschland
CityNEWS Ausgabe 02/2015
Weltkrieg, Erster - FreiDok - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
"Und der Gerechtigkeit Frucht wird Frieden sein..." - Evangelische ...