Aufrufe
vor 3 Monaten

Jupf-Info:112

In der neuen Ausgabe des Infos geht es um das Schwerpunktthema Frieden und 100 Jahre Ende des ersten Weltkriegs. Verschiedene Projekte und Berichte runden das Heft ab.

Anregendes Freiwilliger

Anregendes Freiwilliger Friedensdienst Hackhausen 5b 42697 Solingen Telefon 0212 22201-380 E-Mail: zivil-und-friedensdienst @ekir.de ww.aktiv-zivil.de Seit 1995 bietet die Arbeitsstelle für Auslandsfreiwilligendienste der Evangelischen Kirche im Rheinland jungen Menschen die Möglichkeit, einen Freiwilligen Friedensdienst im Ausland als Dienst für Frieden und Versöhnung zu leisten. Die Arbeitsstelle ist sowohl anerkannter Träger für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) als auch Entsendeorganisation im Weltwärts-Programm des BMZ. Als Freiwilliger persönlich wachsen Der Freiwillige Friedensdienst (FFD) ist ein wichtiger Schritt für die Ausbildung der Persönlichkeit eines jungen Menschen. Durch den Einsatz im Gastland lernen die Freiwilligen eine andere Gesellschaft und Kultur realistisch kennen. Sie können neue Einstellungen und Handlungsweisen erproben. Gleichzeitig erkennen und hinterfragen sie die eigenen kulturellen und individuellen Prägungen. Diese Erfahrungen erweitern den Horizont und bereichern die eigene Spiritualität. In der Spannung zwischen dem Eigenen und dem Fremden bildet sich die eigene persönliche, kulturelle und religiöse Identität aus. Durch die Mitarbeit in kirchlich-sozialen Projekten, in ihrem Wirken im Konkreten, in der Zuwendung zum anderen Menschen, können die Freiwilligen die Erfahrung machen, in der Welt eine Aufgabe zu leisten, auf die nicht verzichtet werden kann. Am Frieden mitarbeiten Die Entsendung von Freiwilligen geschieht im Rahmen des christlichen Auftrages, Gottes Frieden zu bezeugen und für den Frieden einzutreten. „Frieden ist kein Zustand (weder der bloßen Abwesenheit von Krieg, noch der Stillstellung aller Konflikte), sondern ein gesellschaftlicher Prozess abnehmender Gewalt und zunehmender Gerechtigkeit.“ („Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“, Denkschrift der EKD, 2007, S. 54). Im FFD haben die Freiwilligen Teil an dieser weltweiten Bewegung, sie arbeiten konkret mit an der Verminderung von Not, Gewalt, Unfreiheit und Angst. Gemeinsam dienen und lernen Durch die Mitarbeit in sozialen Projekten weltweit erleben die Freiwilligen, „dass man doch etwas machen kann“, dass Globalisierung kein unveränderliches Schicksal ist, sondern gestaltet werden kann und muss. Sie werden zu einer verantwortlichen Mitgestaltung der »einen« Welt befähigt und erfahren sich als „Weltbürger“ in einer „globalen Bürgergesellschaft“. Text: https://aktiv-zivil.de/ueber-uns/ 16 Jupf-Info Nr. 112/18

Realisierung: w.meinhardt.info | Foto: Kerstin Meinhardt | September 2014 Wer kennt das nicht? Eben noch beste Freundinnen, die in ihrer Mannschaft für das gemeinsame Ziel a les geben, und im nächsten Moment beginnt der Zickente ror. Manchmal geht es um Unwichtiges, das Außenstehende kaum nachvo lziehen können. Manchmal geht es um richtig handfeste Dinge wie die Position oder den Einfluss in der Mannschaft oder darum, wer was bekommt. Wenn es nicht gelingt, den Streit schne l beizulegen, kann eine dauerhafte Eiszeit angesagt sein. Darunter kann der Erfolg einer ganzen Mannschaft leiden. Vertrauen muss erst mühsam wieder aufgebaut werden. A le atmen auf, wenn eine vorsichtige Annäherung gelingt und sich die Streitenden zumindest auf dem Spielfeld wieder die Bä le zuwerfen. Wenn es gut läuft, ertragen beide die unterschiedlichen Sichtweisen, lernen sich wiede respektieren und legen den Konflikt vielleicht bei. Frieden geht anders! Foto: iStock Foto: Kerstin Meinhardt immer erwünscht. Aber manchmal ist die Vermittlung von außen nötig, damit ein Gespräch wieder möglich wird. Dabei die richtigen Worte zu finden, kann für die Vermi telnden eine mühsame und manchmal undankbare Aufgabe sein. Doch in kleinen wie in großen Konflikten ist es ein erster Schri t auf dem Weg zum Frieden, wenn die Gegner wieder miteinander in Kontakt kommen. „A lparteiliche Vermi tler“ wie die christliche Gemeinschaft Worte waren auch an anderer Ste le des Konfliktes in Mosambik bedeutsam: Sie standen auf Tausenden Postkarten, die die unter dem Krieg leidende Bevölkerung an die Verhandlungs führer beider Bürger kriegsseiten schickte. Mailings und Petitionen im Internet an die Entscheider in Politik und Wirtschaft sind auch hierzulande bekannt. In Mosambik re teten die geschriebenen Worte Leben, weil sie ein Baustein waren auf dem Weg zur Beendigung des Bürgerkrieges. Foto: Kerstin Meinhardt Missverständnis. Oder ein alter Konflikt kommt wieder hoch. Plötzlich gibt ein Wort das andere, die Beleidigungen werden immer gemeiner und lauter. Obwohl niemand den anderen ernsthaft verletzen wo lte, stehen sich die Streithähne plötzlich Anregendes Ausstellung 17. September - 12. Oktober 2018 Haus der Kirche Köln Frieden geht anders! Ist Trennung die Lösung? Da hilft nur noch Militär! Krieg ist keine Lösung Manchmal muss man dazwischengehen … Ein Streit kann manchmal ziemlich heftig werden. Selbst wenn die Beteiligten bisher ganz gut miteinander ausgekommen sind. Oft fängt es ganz harmlos an. Manchmal ist es nur ein Zypern So lautet häufig die medienwirksam vorgebrachte Forderung, wenn ein gewaltsamer Konflikt soweit eskaliert ist, dass Menschenrechte massiv verletzt werden, Opferzahlen steigen und Flüchtlingsströme nicht mehr ignoriert werden können. Doch die Erfahrung zeigt, dass der Einsatz kriegerischer Mittel die Situation meist verschlimmert: Tod, Zerstörung und viele weitere Opfer sind die Folgen. Frieden geht anders! Mit der Ausstellung „Frieden geht anders!“ wird anhand von konkreten Konflikten aufgezeigt, wie mit unter schied lichen gewaltfreien Methoden Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen verhindert oder beendet werden konnten. Die Beispiele stammen aus unterschiedlichen Weltregionen, doch die angewendeten Methoden sind grundsätzlich überall einsetzbar. Es liegt immer an den handelnden Personen, also durchaus auch an uns selbst, ob sie ergriffen werden. mit geballten Fäusten gegenüber. In solchen Momenten ist es häufig das Beste, die Kontrahenten zu trennen, um Schlimmeres zu verhindern. Doch: Dazwischengehen erfordert Mut. Es ist nicht ganz ungefährlich – auf dem Schulhof nicht und erst recht nicht in einem Konflikt, in dem sich bewa fnete Soldaten gegenüberstehen. Eine räumliche Trennung kann helfen, die Gemüter zu beruhigen, damit alle wieder vernünftig miteinande reden können. Genau nach diesem Prinzip haben die „Blauhelme“ der Vereinten Nationen auf Zypern einen neuen Krieg verhindert – zwischen den griechischen und türkischen Bewohnern der Insel und ihren jeweiligen Verbündeten. www.friedensbildung.de Können Männer keinen Frieden? Frauen machen Frieden In den meisten Krimis sind die Täter Männer. Auch Gewaltverbrechen begehen überwiegend Männer. Soldaten sind meist Männer, und auf dem Schulhof prügeln sich vor allem die Jungs. Dennoch ist das populäre Bild, Männer seien gewal tätig und Frauen friedfertig, so nicht richtig: Zahlreiche Studien zum Verhalten von Frauen und Männern in Konflikten zeigen, dass dies eher ein Vorurteil ist. Aggressives Verhalten lässt sich nicht am Geschlecht festmachen. Gewaltanwendung hat zumeist etwas mit dem Kampf um politische und wirtschaftliche Macht zu tun und der Möglichkeit, über Wa fen verfügen zu können. Diese Erfahrung machten auch Frauen im westafrikanischen Liberia. Bewa fnete Banden führten einen schier endlosen und äußerst grausamen Krieg um die Reichtümer des Landes. A le Versuche, Frieden zu schließen, scheiterten an der Gier der Warlords. Die Opfer waren vor allem Frauen und Kinder. Da taten liberianische Frauen etwas, das in der regionalen Tradition nicht vorgesehen war: Sie nahmen die Sache des Friedens selbst in die Hand. Über religiöse und ethnische Zugehörigkeit hinweg schlossen sie sich zusammen. So gelang es ihnen, immer mehr Unterstützerinnen im ganzen Land zu finden und schließlich ihre Forderung nach Frieden durchzusetzen. Liberia Die Ausstellung richtet sich vorrangig an jüngere Menschen ab einem Alter von circa 15 Jahren. Frieden geht anders! Können Worte Kriege beenden? Weitere Infos: Andreas Roschlau Amt für Jugendarbeit EKiR Telefon: 0261 914697 - 64 roschlau@afj-ekir.de Wie kommt man wieder ins Spiel? Besser vermitteln als wegsehen Vermutlich weiß nicht mal die NSA, wie viele SMS und E-Mails jeden Tag verschickt werden, um zwischen zerstri tenen Freundinnen zu vermi teln. Eine solche Einmischung in Dinge anderer ist nicht Ohne Vertrauen geht nichts Sant’Egidio aus Rom versuchen so etwas auch in gewaltsam ausgetragenen Konflikten. Bei ihrer Arbeit während des Bürgerkrieges in Mosambik hörten sie auf beide Konfliktpartner gleichermaßen und ergri fen niemals Partei für eine der Seiten. Mosambik Auch in der großen Politik gibt es das: Eben noch verbündet im Kampf KSZE www.friedensbildung.de V. i. S. d. P.: Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in He sen und Nassau | Wolfgang Bu f, Beauftragter für Friedens bildung | Praunheimer Landstraße 206 | 604 8 Frankfurt a. M. Die Au ste lung wurd erarbeitet von: Wolfgang Bu f, André Madaus, Kerstin Meinhardt, Thomas Meinhardt, Rüdeger Schlaga, Alfred Strauß Hat auch Kleingeld Macht? Was wir kaufen, ist nicht egal Frieden geht anders! Wer möchte Nachrichten von Grausamkeiten manchmal nicht einfach ausblenden, vor a lem wenn sie weit entfernt begangen werden? Doch wenn sie einem richtig nahegehen, ist Verdrängen nicht mehr möglich. Genau so ging es einigen Frauen der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland, als sie von der Brutalität der Rassentrennung in Südafrika hörten. Das Leid der Schwarzen ließ sie nicht mehr los. Doch trotz der vielfältigen Proteste arbeiteten die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft weiter mit dem Unrechtsregime in Südafrika zusammen. Deshalb rief die Evangelische Frauenarbeit im nächsten Schritt öffentlich zum Boyko t auf: „Kauft keine Früchte der Apartheid“. Diese Idee war umstri ten, aber wirkungsvoll. Südafrikanische Produkte wurden weniger gekauft. Viele Menschen informierten sich jetzt gezielt über die Situation in Südafrika. Weltweit riefen zahlreiche Gruppen zu den unterschiedlichsten Formen des Protestes gegen die Rassentrennung auf. Auch heute ist es vielen Menschen nicht egal, unter welchen Bedingungen die Produkte, die sie kaufen, hergeste lt werden. Sie boyko tieren zum Beispiel Kleidung, die unter gefährlichen Arbeitsbedingungen und zu Hungerlöhnen gefertigt wird. Oder sie entscheiden sich bewusst für Kaffee, Schokolade und andere Produkte, die fair produziert und gehandelt werden. Wenn viele so handeln, können sie machtvo le Anstöße zur Veränderung geben. Südafrika Verändern Lieder die Welt? Musik kann mehr als unterhalten www.friedensbildung.de Wenn ein paar Jungs als Band beim Schulfest auftreten, wird schne l klar: Gefühle lassen sich mit Liedern gut ausdrücken. Auch bei den Zuhörenden erzeugt die Musik oft starke Emotionen. So können Lieder zu einer wirkungsvo len Form des Protestes werden. Sie gehen unter die Haut, ihre Botschaft e reicht vie leicht mehr Menschen als eine Rede. Mit ihrem Song „Dear Mr. President“ kritisierte beispielsweise die Sängerin Pink 2006 ganz o fen die Politik des damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Bei uns in Deutschland machen Menschen mit „Rock gegen Rechts“ auf ein gese lschaftliches und politisches Problem aufmerksam. Aber mit Liedern gegen eine Besatzungsmacht? Das klingt absurd … und doch ist es geschehen! Ein paar kleine aufmüpfige Völker an der Ostsee haben singend der damaligen Supermacht Sowjetunion getrotzt und letztlich sogar ihre Unabhängigkeit gewonnen. Sie haben an alte Traditionen angeknüpft, große Sängerfeste organisiert, gedichtet, komponiert und auch verbotene Lieder gesungen. Das Singen ihrer Lieder war eine politische Demonstration und ein Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit. Baltikum Frieden geht anders! www.friedensbildung.de V. i. S. d. P.: Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in He sen und Na sau | Wolfgang Bu f, Beauftragter für Friedens bildung | Praunheimer Landstraße 206 | 604 8 Frankfurt a. M. Die Au ste lung wurde erarbeitet von: Wolfgang Buff, André Madaus, Kerstin Meinhardt, Thomas Meinhardt, Rüdeger Schlaga, Alfred Strauß Realisierung: ww.meinhardt.info | Foto: Kerstin Meinhardt | September 2014 gegen Nazi-Deutschland, stehen sich die USA und die Sowjetunion auf einmal als Feinde gegenüber. Der Zweite Weltkrieg war noch nicht beendet, da rückten die eigenen Interessen schon wieder in den Vordergrund. Es folgte eine mehrere Jahrzehnte andauernde Auseinandersetzung, die die Welt fast in den Abgrund gestürzt hä te. Als „Kalter Krieg“ ging diese gefährliche Konfrontation in die Geschichte ein. www.friedensbildung.de V. i. S. d. P.: Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in He sen und Na sau | Wolfgang Bu f, Beauftragter für Friedens bildung | Praunheimer Landstraße 206 | 604 8 Frankfurt a. M. Die Au ste lung wurd erarbeitet von: Wolfgang Bu f, André Madaus, Kerstin Meinhardt, Thomas Meinhardt, Rüdeger Schlaga, Alfred Strauß Realisierung: ww.meinhardt.info | Foto: dotshock – shutterstock.de | September 2014 frieden-fragen.de ist ein Internet- Angebot für Kinder und Eltern, das zu Fragen von Krieg und Frieden, Streit und Gewalt informiert. Dabei soll Kindern ein sensibler Zugang zu schwierigen Themenbereichen ermöglicht werden, ohne dass sie mit den aufgerissenen Fragestellungen alleine gelassen werden. frieden-fragen.de gibt nicht nur kindgerechte Antworten, sondern ermöglicht auch, Zusammenhänge zu erkennen. Bei frieden-fragen.de können Kinder direkt Fragen stellen, die individuell beantwortet und veröffentlicht werden. www.friedensbildung.de www.frieden-fragen.de Jupf-Info Nr. 112/18 17

Handreichung zum Volkstrauertag 2013 - 100 Jahre Erster Weltkrieg
Aus Gottes Frieden leben - Evangelische Kirche in Deutschland
CityNEWS Ausgabe 02/2015
Weltkrieg, Erster - FreiDok - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
"Und der Gerechtigkeit Frucht wird Frieden sein..." - Evangelische ...