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Das syndicom-Magazin bietet Informationen aus Gewerkschaft und Politik: Die Zeitschrift beleuchtet Hintergründe, ordnet ein und hat auch Platz für Kultur und Unterhaltendes. Das Magazin pflegt den Dialog über Social Media und informiert über die wichtigsten Dienstleistungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote der Gewerkschaft und nahestehender Organisationen.

24 Nach dem klaren Ja

24 Nach dem klaren Ja zum Service-public- Auftrag der Medien: So geht der Kampf um die Medien vielfalt in der Schweiz weiter. Weil die Demokratie unabhängige Medien braucht Bereits vier Monate vor der Abstimmung habt Ihr Euch, liebe Kongressdelegierte von syndicom, wuchtig gegen die gefährliche No-Billag-Initiative ausgesprochen. Und für einen starken Service- public-Auftrag in den Medien. Viele syndicom-Mitglieder haben sich mit anderen Akteuren der Zivilgesellschaft im Abstimmungskampf eingesetzt, und Ihr habt am 4. März recht bekommen. Dafür danken wir Euch herzlich! Gemeinsame Siege soll man feiern. Am 4. März haben die Schweizerinnen und Schweizer gesagt: Wir wollen keinen rechten Informationsbrei und keinen Kommerz auf Megahertz. Jetzt führen wir den Kampf für die Stärkung des Service public in den Medien, aber auch für eine neue Medienförderung mit allen fortschrittlichen Kreisen offensiv weiter. Denn schon am Abstimmungssonntag haben die SRG-Feinde neue Angriffe auf das öffentliche Radio und Fernsehen lanciert. Wir werden sie kontern. Unverständlich, dass die SRG-Spitze in vorauseilendem Gehorsam neue Sparmassnahmen samt Stellenabbau ankündigte. Das Personal hat Besseres verdient! Die Zeit drängt, jetzt endlich die Medienvielfalt in Zeitungen, Online und Radio/TV zu stärken: Tamedia, NZZ, AZ Medien oder Somedia schaffen durch das Zusammenlegen der Redaktionen und den fortwährenden Personalabbau gerade die Medienvielfalt ab. Google, Facebook und Co. sowie die Online-Werbeplattformen der grossen Verleger saugen Geld aus dem Werbemarkt der Medien ab und generieren Gewinne für die Konzerne und deren Besitzer. Diese Gelder müssen wieder in besseren Journalismus und das Personal investiert werden! Das Recht auf umfassende Information ist ein Grundrecht, das nur durch einen starken Service public in den Medien garantiert werden kann. Qualität und Vielfalt brauchen eine solide wirtschaftliche Grundlage. Darum müssen die Besteuerung der Gewinne von Google, Facebook und Co. sowie Abgaben auf Werbeeinnahmen auf die politische Traktandenliste. Keine Minute verlieren dürfen wir im Fall der Schweizerischen Depeschenagentur (sda): Die Verleger bedrohen mit dem Abbau eines Viertels der Redaktion die Grundlagen einer informierten Gesellschaft. Sie versagen bei ihrem Service-public-Auftrag, also muss die Politik eingreifen. Schon wenige Gebühren-Promille für die sda, wie sie der Bundesrat vorschlägt, würden ihr helfen, ihre Rolle weiter wahrzunehmen. Das ist kostengünstige Medienförderung, denn viele kleinere Medien sind existenziell abhängig von den Nachrichten der sda. Stephanie Vonarburg, Roland Kreuzer

Recht so! 25 Fragen an den syndicom-Rechtsdienst: Guten Tag Ich habe verschiedene rechtliche Fragen zum Ausgleich der Feiertage, die auf einen arbeitsfreien Tag fallen, und zur Abrechnung von Ferientagen bei Teilzeit. Seit Kurzem arbeite ich zu 60%, jeweils 8 Stunden am Montag, Dienstag und Donnerstag. Jetzt habe ich erfahren, dass der nächste Feiertag, der Karfreitag, nicht kompensiert wird, da ich an diesem Wochentag nicht arbeite. Ich finde das ungerecht. Ist es zulässig? Ich möchte ausserdem wissen, wie es bei den Ferientagen ist. Werden diese nach meinem Teilzeitgrad berechnet? Ausserdem besteht mein Arbeitgeber darauf, dass ich Arztbesuche auf arbeitsfreie Tage lege. Ist das üblich? Vielen Dank, dass Ihr mich über meine Rechte aufklärt. Antwort des syndicom-Rechtsdienstes Für die Arbeitszeitberechnung bei Teilzeitarbeit gibt es zwei Methoden: 1. Die Arbeit wird an fixen Tagen geleistet: Fällt ein Feiertag auf einen Arbeitstag, wird die normalerweise geleistete Anzahl Stunden berücksichtigt. Fällt der Feiertag aber auf einen arbeitsfreien Tag, gibt es keine Entschädigung. Dies wird nicht als Ungleichbehandlung gegenüber Vollzeitangestellten betrachtet. Denn die Situation gleicht sich über das Jahr wieder aus, da nicht alle Feiertage auf denselben Wochentag fallen. 2. Die wöchentliche Arbeitszeit wird durch die Zahl Arbeitstage geteilt. Das ergibt eine tägliche Arbeitszeit (für ein 60%-Pensum 4 h 50’ pro Tag). Für die Feiertage ist diese Arbeitszeit massgebend (da Du am Montag 8 h arbeitest, werden etwa an Ostern nur 4 h 50’ berücksichtigt). Dein Arbeitgeber wendet die erste Methode an und handelt damit rechtmässig. Der Ferienanspruch ist für Teilzeitund Vollzeitangestellte gleich. Es ist nicht so, dass Du mit einem 60%-Pensum nur 12 Ferientage von den vier Wochen beziehen kannst. Dir stehen 20 Ferientage pro Jahr zu. Angestellte haben gemäss Artikel 321a OR eine Treue- und Sorgfaltspflicht gegenüber ihrem Arbeitgeber. Dies bedeutet etwa, dass sie ihre Absenzen möglichst beschränken. Wenn ein Arbeitgeber aber von Teilzeitangestellten verlangt, dass sie während der Arbeitszeit keine Arzttermine wahrnehmen, überschreitet er seine Befugnisse. Dies kann man als Fall von Ungleichbehandlung gegenüber den Vollzeitangestellten betrachten. syndicom.ch/recht/rechtso