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2017-02-14_FORUM 1-2017_Druck final

Länger sauber x

Länger sauber x schneller trocken x länger schön: Diese Vorzüge genießt auch die Wohnanlage in Göttingen. (Un)sichtbares Wasser: Neue Antworten auf alte Fragen Weiterentwicklung der Nano-Quarz-Gitter Technologie – Von Dr. Johannes Westmeier Die schnelle Abtrocknung von Fassadenbeschichtungen nach Regen- oder Tauereignissen ist seit jeher ein erklärtes Ziel in der Entwicklung einer neuen Produktgeneration. Mit der Weiterentwicklung der 2007 eingeführten NQG-Technologie unterstreicht Caparol dabei seinen Anspruch als Innovationsführer. Bislang war es aufwändig, den Abtrocknungsprozess von Fassadenbeschichtungen zu untersuchen und unter realitätsnahen Bedingungen zu optimieren. Um Wasser überhaupt mit dem bloßen Auge sehen zu können, wurde eine vermeintlich schnelle Abtrocknung bisweilen auf glatten, nicht saugenden Untergründen und mit Schwallwasser demonstriert. Diese Versuche haben aber mit den realen Szenarien, in denen Betauung und Schlagregen die Beschichtung gleichermaßen beanspruchen, nichts gemeinsam. Zudem ändert bereits eine feine Strukturierung der Oberfläche das Abtrocknungsverhalten fundamental, da sich das Wasser fast unsichtbar zwischen der Körnung festsetzt. Ein bei Caparol entwickeltes Messverfahren versetzt Kunden und Entwickler nun erstmals in die Lage, sich die Abtrocknung auf realen Untergründen und unter verschiedenen Bedingungen anzusehen. Das Verfahren nutzt die charakteristische Signatur von Wasser im nahen Infrarot (NIR) aus, wie sie auch in der Astrophysik zur Erkundung von Wasser im Weltraum genutzt wird: Während Wasser für unser Auge trans- parent ist, tritt im nahen Infrarot (NIR) bei einer Wellenlänge von 1450 Nanometern eine starke Absorption auf – man könnte sagen, Wasser wird hier ll für Caparol modifizierten NIR-Kamera kann diese Wasser-Signatur gezielt gemessen und live dargestellt werden. Wasserdepots zwischen der Körnung und selbst kapillar gebundenes Wasser sind damit deutlich erkennbar. Ein weiterer Vorteil ist die Eindringtiefe des Messverfahrens von typischerweise bis zu 70 Mikrometern. Dies ist besonders wichtig, denn gerade in dieser oberflächennahen Schicht steht Wasser noch für das Wachstum von Algen und Pilzen zur Verfügung, obwohl die Oberfläche für das menschliche Auge bereits eine trockene Oberfläche suggeriert. Die durch Wasser hervorgerufene Absorption ergibt zunächst ein Bild in Graustufen, das in der von Thermografie-Kameras geläufigen Falschfarbendarstellung mit einem Farbverlauf von violett bis hellgelb kontrastreich dargestellt werden kann. Trockene Bereiche sind dabei in Gelbtönen, Wassertropfen violett dargestellt (Abbildung 1). Die Leistungsfähigkeit der neuen Generation von NQG³-Fassadenbeschichtungen ist hier exemplarisch anhand der vergleichenden Abtrocknung von Thermosan NQG³ zu einer hochwertigen hydrophoben Fassadenfarbe dargestellt. Von der Belastungsdauer überwiegt die Betauung gegenüber Schlagregen. Die lang anhaltende Unterschreitung des Taupunkts stellt dabei die besondere Anforderung an Fassadenbeschichtungen. Unter der natürlichen Betauung nachempfundenen Bedingungen wurden Muster eines vollständigen WDVS-Aufbaus zunächst langsam befeuchtet. Im Anschluss wurde dann die Abtrocknung (Rücktrocknung) gemessen. Auf der Oberfläche beider Beschichtungen bilden sich durch den Tau zunächst feine Tropfen, die anwachsen und sich in der Struktur der Oberfläche festsetzen (Abbildung 2). Schon während der Betauung führt die NQG³-Technologie dabei zu einer gleichmäßigeren Verteilung des Wassers auf der Oberfläche. Sobald keine weitere Feuchte mehr zugeführt wird, spreiten die verbliebenen Tropfen und die daraus entstehende große Oberfläche gewährleistet eine schnelle und gleichmäßige Abb. 1 Wassertropfen im sichtbaren Licht (links), visualisierte Signatur von Wasser im NIR (Mitte), kontrastverstärktes Bild in Falschfarben (rechts). Abb. 2 Rücktrocknung nach simulierter nächtlicher Betauung. Links Thermosan NQG³, rechts eine hydrophobe Fassadenfarbe mit „Abperleffekt“. 0 Minuten 16 Minuten 40 www.meg.de forum 1 / 2017

Langfristig saubere Fassade: Die Nano-Quarz-Gitter Technologie macht‘s möglich. Hier in der Gartenstadt Siebethsburg in Wilhelmshaven. Abtrocknung der Beschichtung. Bereits nach 16 Minuten sind in diesem Test daher keine Wassertropfen mehr an der Oberfläche vorhanden. Ein anderes Bild zeigt sich bei der hydrophoben Beschichtung: Der Abperleffekt verhindert die Verteilung des Wassers auf der Oberfläche und bewirkt ein Zusammenziehen zu großen Tropfen. Die feine Strukturierung des Untergrunds verhindert jedoch ein Ablaufen der Tropfen. Die Konsequenz: Erst nach 44 Minuten sind auch hier letzte Wassertropfen von der Oberfläche verschwunden. Über die Lebensdauer einer Fassade führt die in Abbildung 2 gezeigte längere Standzeit von Wasser zu einem erheblich höheren Risiko des Befalls durch Algen und Pilze. Somit hat die Caparol-Forschung mit innovativen Ideen erneut einen entscheidenden technischen Fortschritt eingeleitet. Dadurch ist man nun in der Lage, die maßgebliche Ursache für den Algen- und Pilzbefall zu visualisieren und einzudämmen. Dies ist ein Meilenstein hin zu nachhaltigeren Fassadenbeschichtungen getreu dem Motto – Länger sauber x schneller trocken x länger schön. Dr. Johannes Westmeier Die Marke für Farben, Glasgewebe, Vlies und vieles mehr 44 Minuten Fotos/Abbildungen: Caparol Farben Lacke Bautenschutz forum 1 / 2017 www.meg.de 41

02/2017
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